Warnlagebericht

Aktuelle Wetterlage

Weite Teile Mitteleuropas liegen bis auf Weiteres unter dem Einfluss eines umfangreichen Hochdruckgebiets namens KEYWAN mit Kern über Osteuropa. Mit einer südlichen Höhenströmung gelangen dabei milde Luftmassen ins Land und die Temperaturen steigen weiter an.

Überblick Warnungen

Derzeit sind keine Warnungen aktiv.

Warnausblick

Die Nacht auf Montag verläuft meist sternenklar. Der Wind weht im westlichen Donauraum und im östlichen Bergland teils lebhaft aus Ost bis Südost.

Am Montag setzt sich das oft ungetrübt sonnige Wetter fort, höchstens am Alpenhauptkamm zeigen sich ein paar harmlose Wolken. Im östlichen Bergland und im Nordosten weht kräftiger Südostwind mit Böen um 60 km/h.

Auch der Dienstag bringt sonniges und mildes Frühlingswetter. Im Flachland präsentiert sich der Himmel meist wolkenlos, über den Bergen bilden sich vor allem im Westen im Tagesverlauf ein paar lockere Quellwolken. Im Osten weht teils lebhafter Südostwind.

Am Mittwoch scheint in weiten Teilen des Landes von früh bis spät die Sonne. Nur im westlichen Bergland bilden sich ab Mittag ein paar Quellwolken und gegen Abend ist im Bregenzerwald oder in den Nordtiroler Kalkalpen ein kurzer Regenschauer nicht ganz ausgeschlossen, mist bleibt es aber auch hier trocken. Im Osten weht weiterhin lebhafter Südostwind.

Autor

Nikolas Zimmermann
Sonntag, 05. April 2020 um 17:40 Uhr

Am Sonntag zunehmend sonnig und wärmer

Prognose für die Schweiz

Am Montag im Norden beidseits der Alpen sonnig, im Süden etwas Dunst und Quellwolken. Am Morgen kühl, am Nachmittag 19-21 Grad.

Aussichten für die Schweiz

Bis Freitag schweizweit meist sonnig mit im Tagesverlauf ein paar Quellwolken über den Bergen, sehr milde bis warme 19-23 Grad.

Titelbild: foto-webcam.eu

Am Montag strahlend sonnig

Apfelblüte im Frühling

Am Montag setzt sich das oft ungetrübt sonnige Wetter fort, nur vom Bregenzerwald bis zu den Nordtiroler Kalkalpen sowie vereinzelt auch im südlichen Bergland zeigen sich tagsüber ein paar harmlose Wolken. In den östlichen Nordalpen und im östlichen Flachland weht kräftiger Südostwind mit Böen bis zu 60 km/h. Die Temperaturen erreichen 15 bis 23 Grad mit den höchsten Werten im Inntal und im Flachgau.

Am Dienstag weiterhin sonnig

Der Dienstag bringt keine Änderung des sonnigen und warmen Frühlingswetters. Im Flachland präsentiert sich der Himmel meist wolkenlos, über den Bergen bilden sich vor allem im Westen im Tagesverlauf ein paar lockere Quellwolken. Im Osten weht lebhafter Südostwind und die Luft erwärmt sich auf 15 bis 23, in Innsbruck auch 24 Grad.

Titelbild: pixabay.com

Lagebericht

Aktuelle Wetterlage

Im Laufe des Wochenendes baut sich ein ausgeprägtes, blockierendes Hoch über Mittel- und Osteuropa auf, das für sonniges und allmählich milderes Frühlingswetter sorgt. Gleichzeitig entwickelt sich über dem Atlantik ein ausgedehntes Tiefdruckgebiet. Dessen Front erreicht am Montagnachmittag in abgeschwächter Form den Westen, bevor ab Dienstag bis zum Osterwochenende Hochdruckeinfluss dominiert.

Überblick Warnungen

STURM
Die Vorwarnungen im Erzgebirge sind von Sonntagabend bis Montagfrüh gültig.

Warnausblick

Der Montag verläuft landesweit ruhig und oft strahlend sonnig. Lediglich im Westen machen sich am Montagnachmittag einzelne Wolken bemerkbar.

Von Dienstag bis Karfreitag gibt es die meist Zeit über verbreitet einen freundlichen Sonne-Wolken-Mix. Nur in den Frühstunden sind hier und da  Nebelfelder nicht ausgeschlossen.

Autor

Joshua Pillar
Sonntag, 05. April 2020 um 17:00 Uhr

Waldbrandgefahr nimmt in Karwoche zu

Waldbrand - pixabay.com/Ylvers

Bei dem derzeit herrschenden sonnigen und durchwegs trockenen Frühlingswetter steigt die Waldbrandgefahr an. Eine Ursache findet sich in der Jahreszeit wieder und ist jedes Jahr zu beobachten: Die meisten Bäume und Sträucher haben erst vor kurzem Blätter und Blüten gebildet, folglich kann die Sonne noch ungehindert bis auf den Waldboden durchscheinen. Somit trocknet dieser weiter aus (wenn kein Regen fällt), trockenes Laub, dürre Gräser oder abgestorbene Äste dienen als Brandbeschleuniger, wenn das Feuer erst einmal entzündet wurde.

Wie es um die Böden bestellt ist, zeigt folgende Karte. Dabei wird mit einem Hydrologischen Modell berechnet, wie feucht oder trocken die Böden derzeit sind. Besonders in den neuen Bundesländern sowie in Bayern herrscht momentan eine schwere oder extreme Dürre.

Im Osten und Süden herrscht bereits Dürre.

Der Deutsche Wetterdienst stellt täglich unter diesem Link Vorhersagekarten des sogenannten Waldbrandindizes online. Nachfolgend haben wir von dort die Prognosen der kommenden drei Tage zusammengestellt. Wir sehen: Bereits am Montag herrscht fast in ganz Deutschland eine mäßig hohe Gefahr (Stufe 3), im Osten aber schon die zweithöchste Stufe 4!

Die Waldbrandgefahr am Montag.

Am Dienstag und am Mittwoch rückt dann neben dem Osten der Bundesrepublik zunehmend auch der Süden in den Fokus. Auch hier wird vielerorts die zweithöchste Gefahrenstufe erreicht. Eine solche Gefahrenstufe bedeutet, dass einmal ausgebrochene Wald- und Flurbrände aufgrund des trockenen Bodens nur noch schwer und mit großem Aufwand einzudämmen und zu löschen sind.

Die Waldbrandgefahr am Dienstag.

Hinzu kommt, dass durch die geltenden Ausgangsbeschränkungen und Absagen von Großveranstaltungen deutlich mehr Menschen zur Entspannung und zum Spazierengehen die heimischen Wälder aufsuchen als sonst. Es ist somit umso wichtiger, dass sich alle Waldbesucher vernünftig verhalten und z.B. keine brennenden Zigaretten wegwerfen. 90% der Waldbrände in Deutschland haben nämlich keine natürlich Ursache…

Die Waldbrandgefahr am Mittwoch.

Mit entscheidend dafür, wie sich die Waldbrandgefahr im Laufe der Karwoche entwickeln wird, ist natürlich der zu erwartende Niederschlag. Abschließend eine Karte mit den aufsummierten Regenmengen (vom europäischen Wettermodell) bis zum Karsamstag. Im Großteil des Landes bleibt es bis dahin komplett trocken, erst am Samstag selbst könnte eine Kaltfront aus Nordwesten etwas Regen bringen. Mehr als 5-10 l/m² scheinen aber aus heutiger Sicht nicht zu fallen…die Lage könnte sich also noch zuspitzen!

Erwarteter Niederschlag bis zum Karsamstag.

 

Quelle Titelbild: pixabay.com/Ylvers

Steigende Waldbrandgefahr

@ https://stock.adobe.com

Die Grundlage für eine steigende Wald- und Flurbrandgefahr bietet klarerweise zu wenig oder ausbleibendes Wasser von oben in Form von Regen oder Schnee. Schauen wir uns deshalb mal an, wie der meteorologische Frühling bisher (also der gesamte März plus die ersten 4 Tage im April) aus niederschlagstechnischer Sicht verlief.

In der folgenden Grafik sind all jene Regionen, die in den vergangenen 35 Tagen zu wenig Niederschlag abgekriegt haben, in gelblichen und bräunlichen Tönen dargestellt. Man sieht, das ist der Großteil des Landes. In Freistadt (OÖ) beispielsweise fehlen 79% auf eine ausgeglichene Bilanz seit Anfang März. Zu feucht (Sillian z.B. +14%) war es seit dem 01.03. lediglich in Osttirol, Kärnten und im Lungau. Landesweit bilanzieren die vergangenen 35 Tage aber mit einem Niederschlagsdefizit von 39%!

Niederschlagsabweichung im Frühling 2020 im Vergleich zum langjährigen Mittel.

Wir von der Österreichischen Unwetterzentrale haben einen eigenen Index für die Waldbrandgefahr entwickelt. Auf den nachfolgenden Karten ist die berechnete Waldbrandgefahr für Montag, Dienstag und Mittwoch farblich dargestellt. Dabei bedeutet:

  • Grau –> Keine Gefahr
  • Grün –> Geringe Gefahr
  • Gelb –> Mittlere Gefahr
  • Rot –> Hohe Gefahr
  • Violett –> Extreme Gefahr

Bereits morgen herrscht im östlichen Flachland eine hohe Waldbrandgefahr, sonst meist eine mittlere.

Die Waldbrandgefahr am Montag.

Am Dientag und am Mittwoch werden die roten Flächen aufgrund des trockenen und sonnigen Wetters (hohe Verdunstung aus dem Boden!) noch mehr, auch im Burgenland herrscht dann immer öfter eine hohe Waldbrandgefahr.

Die Waldbrandgefahr am Dienstag.
Die Waldbrandgefahr am Mittwoch.

Entscheidend für die weitere Entwicklung der Brandgefahr in der Karwoche ist der zu erwartende Niederschlag. Im nächsten Bild ist die aufsummierte Regenmenge bis zum Ostersonntag (europäisches Modell) dargestellt. Nun ja, es bleibt bis dahin ziemlich sicher trocken, erst dann könnte (!) eine Kaltfront die Brandgefahr lindern.

Erwarteter Niederschlag bis zum Ostersonntag.

Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass die Feuerwehren bereits zu den ersten Bränden ausrücken mussten. So zum Beispiel am Freitag in Arnoldstein (Kärnten):

Am Freitag gab es dann auch einen größeren Schilfbrand am Neusiedler See:

Quelle Titelbild: https://stock.adobe.com

Woher kommt der Name „April“?

Aperire

Dies ist die am weitesten verbreitete und auch plausibelste Herleitung, woher der April seinen Namen hat. Aperire ist lateinisch und bedeutet „öffnen“ oder auch „ans Licht bringen“. Im April erwachen ja zahlreiche Pflanzen aus ihrer Winterruhe, die Knospen öffnen sich in diesem Monat.

Aphrodite

Eine weitere nicht belegte Theorie besagt, dass die griechische Liebesgöttin Aphrodite Namensgeberin für den April ist. Da die anderen Monate aber nach römischen Gottheiten bzw. Kaiser benannt wurden, und das Pendant zu Aphrodite dort „Venus“ ist, erscheint diese Theorie doch recht unwahrscheinlich.

Apricus

Vielleicht hat man sich bei der Namensgebung aber auch am Wetter orientiert. Apricus ist lateinisch und bedeutet „sonnig“. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass im April die Sonne nach einem langen Winter oft wieder erstmals voll zur Geltung kommt. Dagegen spricht die Tatsache, dass der April nun nicht wirklich als Sonnenmonat bekannt ist.

Apero

Apero ist ebenfalls lateinisch und heißt „der Hintere“. Nach alter Zählung war der April der zweite Monat im altrömischen Kalender nach dem März.

Quelle Titelbild: pixabay

März 2020 auf Spitzbergen erster zu kalter Monat nach über 9 Jahren

Spitzbergen: 100 Monate lang überdurchschnittliche Temperaturen

Spitzbergen ist eine norwegische Inselgruppe und liegt am Rande des Nordpolarmeers nördlich von Skandinavien. Seit November 2010 verlief hier jeder Monat überdurchschnittlich warm im Vergleich zum langjährigen Mittel (1961-1990). In manchen Monaten wie etwa im Februar 2014 oder 2018 lagen die Temperaturen sogar um mehr als 10 Grad über dem Durchschnitt. Mit einer Abweichung von -0,5 Grad lag die Mitteltemperatur im März 2020 nun erstmals wieder unter dem langjährigen Mittel, damit wurde diese nahezu unglaubliche Serie von 111 zu milden Monaten in Serie beendet.

Temperaturdifferenz zwischen 2009-2019 und 1979-1989 für die Arktis - climatereanalyzer.org
Temperaturdifferenz zwischen 2009-2019 und 1979-1989 für die Arktis – climatereanalyzer.org

Polare Verstärkung

Die Arktis erwärmt sich im Zuge des Klimawandels mehr als doppelt so schnell wie der Rest der Welt, Wissenschaftler sprechen daher auch von der sogenannten „Polaren Verstärkung“ (Arctic Amplification). Hierfür spielen  die Eis-Albedo-Rückkopplung und die veränderte Strahlungsbilanz eine entscheidende Rolle. Seit 1961 ist die Temperatur am Flughafen von Spitzbergen schon um 5,6 Grad gestiegen! Weltweit waren es im gleichen Zeitraum 0,9 Grad. Die Geschwindigkeit der Erwärmung ist auch um das Zwei- bis Dreifache schneller als in Mitteleuropa. Besonders extrem fällt die Erwärmung im Herbst und Winter aus, da es immer länger dauert, bis das Meerwasser wieder zu Eis gefriert.


Auf der folgenden Grafik des norwegischen Wetterdienstes ist jeder Monat, der zu warm war,  als roter Balken dargestellt. Je dunkler das Rot, desto größer die Abweichung. Flankiert werden all diese Monate von 2 blauen Balken: November 2010 und März 2020:

Die Auswirkungen des Coronavirus auf die Wetterprognosen (Update)

Ein Flugzeug fligt durch eine Wolke.

Bereits seit mehreren Wochen gibt es Berichte, dass die Schadstoffbelastungen in großen Ballungsräumen wie etwa China oder Norditalien deutlich zurückgegangen sind. Tatsächlich kann man dies auch in Österreich messen, so ist die Stickstoffdioxidbelastung hierzulande im Vergleich zu durchschnittlichen Werten im März der Vorjahre zurückgegangen. Besonders gut kann man das am Wochenende messen, da derzeit nahezu kein Freizeitverkehr vorhanden ist. An einzelnen Tagen während der Woche gab es zwar auch höheren Belastungen, dies hat in erster Linie aber mit der vorherrschenden Wetterlage zu tun, so gibt es bei windschwachen und stabilen Wetterlagen höhere Belastungen als an windigen Tagen.

Aktuelle Stickstoffdioxidbelastung im Vergleich zu den letzten Jahen. Quelle: Umweltbundesamt (Update 30.3.20)

Weniger Flugverkehr

Nicht nur der Straßenverkehr hat deutlich abgenommen, sondern auch der Flugverkehr. Der 7-Tages-Durchschnitt aller auf flightradar24.com nachverfolgten Flüge ist von über 170.000 bereits auf etwa 100.000 gesunken und der Trend geht weiter nach unten (Stand 27.3.20).

Update 4.4.20: Inzwischen liegt der 7-Tages-Durchschnitt bei knapp 73.000 Flügen, damit hat die Anzahl der Flüge weltweit innerhalb von etwa vier Wochen um mehr als 100.000 Flüge abgenommen – dies entspricht einem Rückgang von fast 60%. In Europa hat der Rückgang an den letzten Märztagen sogar die 80%-Marke überschritten. In Summe haben bereits mehr als 100 Fluglinien ihren Betrieb nahezu gänzlich eingestellt. Der Abwärtstrend scheint sich nun aber zu stabilisieren, so hat der Flugbetrieb in China im Vergleich zum dortigen Minimum Mitte Februar auch schon wieder zugenommen.

Weniger Daten

Damit Wettermodelle gute Prognosen berechnen können, muss der Ist-Zustand der Atmosphäre möglichst genau erfasst werden: Eine schlecht analysierte Ausgangslage stellt eine Fehlerquelle dar und wirkt sich negativ auf die Prognosequalität aus. Daher werden bei der Initialisierung eines Modells unzählige Messdaten verwendet, wie etwa Wetterstationsdaten, Satellitendaten, Radiosondierungen sowie auch Messdaten von Schiffen und Flugzeugen.


Allgemein sind Flugzeuge mit vielen Messgeräten ausgestattet, wie beispielsweise Temperatur-, Druck- und teils auch Feuchtigkeitssensoren. Diese fließen in sogenannten AMDAR-Daten ein, welche von Wettermodellen assimiliert werden und ein vollständiges Vertikalprofil von etwa Wind und Temperatur in der Atmosphäre bieten (vom Boden bis zum Flugniveau). Laut einem Bericht des ECMWF ging die Anzahl an Flugzeugmessungen am 23. März im Vergleich zum 3. März in Europa um rund 65% zurück. Global war der Rückgang mit 42% etwas geringer, da besonders in den USA aktuell noch viele Daten gesammelt werden.

Update 4.4.20: Mittlerweile ist die Anzahl der Flugzeugmessungen über Europa um rund 80% zurückgegangen. Während dem ECMWF vor knapp vier Wochen täglich noch knapp über 50.000 Beobachtungen zur Verfügung standen, sind es nun noch etwa 10.000 pro Tag. Die Lufthansa beispielsweise betreibt nur noch etwa 5% der üblichen Flüge und übermittel nahezu keine Wetterdaten mehr.

Rückgang der Flugzeugmessungen über Europa in den vergangenen Wochen. © ECMWF

Auswirkungen

Das ECMWF hat im Jahr 2019 getestet, welche Auswirkungen das Fehlen von Flugzeugmessungen auf die Prognosequalität des weltweit wichtigsten Wettermodells hat. Tatsächlich konnte man besonders bei Kurzfristprognosen von Wind und Temperatur  in Höhen über 10 km einen Rückgang beobachten. Diese Werte sind indirekt auch für das Wetter am Boden relevant, so ist beispielsweise die Temperatur in dieser Höhe für die Labilität der Atmosphäre und somit im Sommer für die Gewitterwahrscheinlichkeit relevant.

Ein AMDAR-Profil eines aus Wien startenden Flugzeugs am 26.3.20.

Um die fehlenden AMDAR-Daten etwas zu kompensieren, haben einige Wetterdienste damit begonnen, statt nur zwei nun vier Radiosonden pro Tag aufsteigen zu lassen, welche ähnliche Daten liefern. Dennoch muss man aufgrund des weiter nachlassenden Flugverkehrs davon ausgehen, dass die Prognosequalität der Modelle in den kommenden Monaten etwas nachlässt. Dies ist allerdings in erster Linie für Spezialprognosen relevant, während die allgemeinen Wettervorhersagen davon wohl nur marginal betroffen sind.

Update 4.4.20: Laut einem Bereicht der WMO ist in den vergangenen zwei Wochen in manchen Entwicklungsländern auch die Anzahl von Bodenbeobachtungen zurückgegangen. Ob ein direkter Zusammenhang zum Coronavirus besteht, ist noch nicht klar, allerdings werden die Daten dort im Gegensatz zu beispielsweise Europa noch nicht automatisiert übermittelt. Für den täglichen Wetterbericht bleiben die Auswirkungen aber dennoch gering, da die Genauigkeit der Kurzfristprognosen ohnehin schon sehr hoch ist. In der Mittelfrist sieht dies jedoch anders so: Schätzungsweise dürfte eine jetzige 6-Tagesprognose im Mittel nun nur noch die Qualität einer 7-Tagesprognose vor wenigen Wochen haben. Dies hat für den Normalbürger kaum Auswirkungen (mal abgesehen von der etwas schlechteren Qualität der mittelfristigen Prognosen von manchen Handyapps), für Modellentwickler bedeutet das aber ein Rückgang der Prognosequalität um fast 10 Jahre.

Weiterführende Links: ECMWF, WMO, flightradar24-statistics

Die Kraft der Aprilsonne

Vorsicht UV-Strahlung!

Das frühlingshafte Wetter der vergangenen Tage sowie die überaus sonnigen und warmen Aussichten der kommenden Tage locken derzeit trotz der geltenden Ausgangsbeschränkungen zahllose Menschen ins Freie. Ein kurzer Aufenthalt zum Beine vetreten und frische Luft schnappen ist ja erlaubt und hilft bekanntlich, den Kreislauf in Schwung zu bringen. Auch ist er eine willkommene Abwechslung zu Home Office und Co.

Dabei hat das sonnige Wetter auch seine Schattenseiten. Nicht nur der Anstieg der Pollenkonzentration wirkt sich negativ auf manche Menschen aus, auch zu viel Sonne ist nicht gut.

Trügerische Sonne

Knapp 13 Stunden kann die Sonne jetzt – Anfang April – schon scheinen, dabei steht sie so hoch am Himmel wie Anfang September und hat auch dementsprechend viel Kraft wie am Ende des Sommers.

Das lässt sich besonders gut an folgender Grafik erkennen, sie zeigt den typischen Verlauf der Sonnenstrahlung in einem Jahr in einer mitteleuropäischen Stadt wie Wien oder Frankfurt.

Jahresgang der Sonnenstrahlung © Konstantin Brandes, UBIMET
Jahresgang der Sonnenstrahlung © Konstantin Brandes, UBIMET

Wir sehen, dass der Balken für April klar über jenem des Septembers liegt und nur noch knapp hinter dem Balken für August. Besonders markant ist der Anstieg von März zu April: fast 50% legt die Sonne in diesem Zeitraum an Kraft zu!

Winterhaut

Unsere Haut  ist aber noch nicht auf Sommer gepolt und braucht eine gewisse Zeit, sich an die starke Sonne und die kräftige UV-Strahlung zu gewöhnen.

Auch der Schreiber dieser Zeilen musste die Kraft der Aprilsonne im wahrsten Sinne des Wortes schon hautnah erleben, dementsprechend rot sind nicht nur die tippenden Finger…

Also unbedingt eincremen, sobald man sich länger im Freien aufhält!

Frühling gibt in Karwoche Vollgas

Im Laufe des Wochenendes nimmt der Frühling Fahrt auf. Über Mittel- und Osteuropa baut sich eine stabile Hochdrucklage auf, die die ganze Karwoche über anhält. Dabei wird es mit Höchstwerten um die 20 Grad frühlingshaft mild. Allerdings begünstigt die Wetterlage auch den Pollenflug, Allergiker müssen sich auf hohe Belastungen durch Esche und Birke einstellen.

Am Wochenende baut sich ein stabiles Hoch auf

Der Samstag verläuft im Westen bereits sonnig, in der Osthälfte sorgt hingegen eine vorbeistreifende schwache Kaltfront für viele Wolken und vereinzelt gehen auch noch kurze Regenschauer nieder.

Frontenkarte für den Samstag

Am Sonntag dominiert dann in ganzen Land unter Einfluss von Hoch KEYWAN der Sonnenschein. Dazu dreht die Strömung auf südliche Richtungen, folglich wird es in allen Höhenlagen milder. Im Inntal wird am Sonntag schon die 20-Grad-Marke geknackt.

Strahlend sonnige Karwoche

Zu Beginn der Karwoche setzt sich das strahlend sonnige Wetter fort, allerdings kommt im Osten vorübergehend kräftiger bis stürmischer, teils auch föhniger Süd- bis Südostwind auf. Die Höchstwerte liegen in den Niederungen um die 20 Grad. Ab Dienstag spielt dann auch der Wind keine große Rolle mehr und es stellt sich für die restliche Karwoche Kaiserwetter ein.

In der zweiten Wochenhälfte legen die Temperaturen sogar noch eine Spur zu, am Karfreitag könnte sich aus heutiger Sicht sogar der erste Sommertag der Jahres ausgehen. Ob sich das freundliche Hochdruckwetter auch über das Osterwochenende fortsetzt oder es zu einem Wetterumschwung kommt, bleibt noch abzuwarten.

Starke Belastungen für Birkenpollenallergiker

Die vergangene unbeständige und kalte Wetterphase hat die Blühbereitschaft von Esche und Birke vorübergehend eingebremst. Mit dem Anstieg der Temperaturen ist aber ab dem Wochenende auch mit einem rasanten Anstieg der Eschen- und Birkenpollenkonzentration zu rechnen. Dieses Jahr wird, bedingt durch den Blührhythmus der Birke, mit einer überdurchschnittlich hohe Belastung durch Birkenpollen gerechnet. Zu einer nachhaltigen Entspannung kommt es erst bei flächendeckendem Regen.

Wie es gerade bei euch um die Pollenbelastung steht, findet ihr auch in unserem Gesundheitswetter unter https://wetter.tv/de/pg

Titelbild: Adobe Stock

Serie von 111 zu warmen Monaten auf Spitzbergen geht zu Ende

Spitzbergen beim Schönwetter . pixabay.com/htearse

Mit -16,2 Grad lag die Mitteltemperatur im März 2020 auf Spitzbergen leicht unter dem langjährigen Mittelwert für März von -15,7 Grad.  Eigentlich ist das ja keine weitere Notiz wert. Eine fast unwesentliche Anomalie also, die aber bei genauerer Betrachtung eine wahre Rarität ist.

Denn der letzte unterdurchschnittlich temperierte Monat auf Spitzbergen war der November 2010, wir berichteten vor etwa einem Jahr darüber bereits hier: 100 Monate lang überdurchschnittliche Temperaturen auf Spitzbergen. Bis März 2020 ist diese Reihe nun auf 111 Monate angewachsen.

Auf der folgenden Grafik des norwegischen Wetterdienstes ist jeder Monat, der zu warm war,  als roter Balken dargestellt. Je dunkler das Rot, desto größer die Abweichung. Flankiert werden all diese Monate von 2 blauen Balken – November 2010 und eben März 2020:

Zum Vergleich: Im selben Zeitraum (November 2010 bis März 2020) wurden in Österreich 21 zu kalte und 90 zu warme Monate registriert. Die Tendenz hin zu einem immer wärmer werdenden Klima ist also auch hierzulande klar erkennbar, den Vergleich gegen Spitzbergen kann Österreich aber nur verlieren.

Für all jene, die sich jetzt noch fragen: „Wo ist denn eigentlich Spitzbergen?“

Hier eine Übersichtskarte:

Rasantes Tempo

Die Arktis ist vom Klimawandel u.a. auch aufgrund des schmelzenden Meereises und der damit verbundenen Rückkopplung mit der Sonnenstrahlung besonders betroffen. Die größten Anomalien der vergangenen Jahre sind dabei genau in der Region rund um die Barentssee zu finden. Seit 1961 ist die Jahrestemperatur auf Spitzbergen um 5 bis 6 Grad gestiegen!

Temperaturdifferenz zwischen 2009-2019 und 1979-1989 für die Arktis - climatereanalyzer.org
Temperaturdifferenz zwischen 2009-2019 und 1979-1989 für die Arktis – climatereanalyzer.org

Auch hier der Vergleich: In Wien ist sie im selben Zeitraum um etwa 2,5 Grad gestiegen, weltweit um 0,9 Grad. Die Geschwindigkeit der Erwärmung ist rund um Spitzbergen also um das Zwei- bis Dreifache schneller als hierzulande. So schnell, dass durchschnittliche oder eben sogar unterdurchschnittliche Monate zu Raritäten geworden sind.

Laut Klimaprognosen könnte Spitzbergen im schlimmsten Fall bis 2100 mit rund +8 Grad eine ähnliche Jahrestemperatur wie Wien haben! Gut zu sehen ist dieses Worst-Case-Szenario (in Form der obersten hellroten Fläche) in folgender Grafik:

Jährliche Mitteltemperatur auf Spitzbergen (Flughafen) samt IPCC-Klimaprognosen - klimaservicesenteret.no
Jährliche Mitteltemperatur auf Spitzbergen (Flughafen) samt IPCC-Klimaprognosen – klimaservicesenteret.no

 

Titelbild: Spitzbergen beim Schönwetter . pixabay.com/htearse

Bergwetter am Wochenende

Freitag, 03. April 2020

Der Freitag startet vom Bregenzerwald bis zum Gesäuse schon mit ein paar dichteren Wolken und folglich nur zeitweiligem Sonnenschein. Sonst strahlt die Sonne nahezu ungestört vom Himmel. Vom Vinschgau bis zum Grazer Bergland ändert sich daran auch im weiteren Verlauf nur wenig, lediglich harmlose Wolken ziehen durch. Nördlich des Alpenhauptkamms verdecken dagegen die Wolken die Sonne immer öfter. Bis auf ein paar Tropfen, oberhalb von 1000 bis 1400 m Flocken bleibt es trocken. Mit Annäherung der Kaltfront kommt kräftiger bis stürmischer Nordwestwind auf. In 3.000 m Höhe werden rund -7 Grad gemessen, in 2.000 m Höhe knapp unter 0 Grad.

Samstag, 04. April 2020

Am Samstag stellt sich zweigeteiltes Wetter ein, die Trennlinie bildet dabei in etwa die gedachte Verbindung Tennengebirge-Koralpe. Westlich dieser Linie scheint meist ungestört die Sonne, höchstens harmlose Wolken ziehen durch. Östlich davon muss sich die Sonne dagegen den Platz am Himmel mit einigen Wolken teilen, die zeitweise auch dicht ausfallen können. Trocken sollte es aber auch hier bleiben. In den bewölkten Regionen weht der Nord- bis Nordwestwind noch lebhaft bis kräftig, sonst spielt der Wind unter zunehmendem Hochdruckeinfluss kaum eine Rolle. Auch bei den Temperaturen zeigen sich die Ostalpen zweigeteilt. So werden in 3.000 m -7 Grad am Dachstein und -4 Grad am Ortler erreicht, in 2.000 m werden von Ost nach West -4 bis +4 Grad gemessen.

Sonntag, 05. April 2020

Am Sonntag scheint in den gesamten Ostalpen von früh bis spät die Sonne, die meiste Zeit über ist der Himmel komplett wolkenlos. Der Wind spielt keine große Rolle und weht mäßig, am Alpenhauptkamm auch mal lebhaft aus Ost bis Südost. In allen Höhenlagen legen die Temperaturen zu: So werden in 3.000 m schon -3 bis 0 Grad gemessen, in 2.000 m +4 bis +8 Grad.

Das Bergwetter am Sonntag.

Bergwetter-Tipp:

Auch wenn erst Anfang April ist, so hat die Sonne doch bereits sehr viel Kraft. Derzeit steht sie schon so hoch wie im September, das merkt auch unsere blasse Winterhaut. Sie ist noch nicht an solch eine kräftige Sonneneinstrahlung gewöhnt, die Gefahr eines Sonnenbrandes ist daher momentan besonders groß! Da Berg- und Skitouren derzeit nicht erlaubt sind, gehört das Eincremen am Wochenende also zum Pflichtprogramm eines jeden Spaziergängers.

Quelle Titelbild: pixabay

Seltenes Ozonloch über dem Nordpol

Die Witterung in den mittleren Breiten wird im Winterhalbjahr oft vom stratosphärischen Polarwirbel beeinflusst. Im vergangenen Winter war er nahezu durchgehend ungewöhnlich stark und in Deutschland für die anhaltende Westwetterlage mit milden Temperaturen mitverantwortlich. Der Polarwirbel hat aber auch Einfluss auf die Ozonkonzentration in der Stratosphäre, weshalb das Thema Ozonloch meist in Zusammenhang mit der Antarktis aufkommt.

Ozonloch

Allgemein wird das Ozonloch über der Antarktis seit dem FCKW-Verbot tendenziell kleiner, wobei es von Jahr zu Jahr eine gewisse Variabilität gibt. Dies steht in Zusammenhang mit dem dortigen Polarwirbel. Beispielsweise gab es im vergangenen antarktischen Spätwinter (September 2019) eine plötzliche Stratosphärenerwärmung. Die daraus resultierenden, ungewöhnlich hohen Temperaturen in der Stratosphäre haben den Ozonabbau deutlich verlangsamt, weshalb das antarktische Ozonloch im Jahr 2019 so klein wie zuletzt in den 1980er Jahren war. Auf der Nordhalbkugel ist heuer hingegen das exakte Gegenteil passiert: Ein außergewöhnlich starker Polarwirbel mit sehr kalten Temperaturen hat in den vergangenen Tagen nämlich zur Entstehung eines arktischen Ozonlochs beigetragen.

Durchschnittliche Ozonkonzentration im März (links) bzw. am 31.3.2020 (rechts). © NASA

Temperaturen und Ozonabbau

Durch extrem niedrige Temperaturen teils unter -85 Grad können sich einige Substanzen in der Stratosphäre verflüssigen und sogar gefrieren, was die Entstehung von polaren Stratosphärenwolken (engl. Polar Stratospheric Clouds; PSC) zur Folge hat. Diese Wolken, welche ihrem Aussehen nach auch Perlmuttwolken genannt werden, sind von großer Bedeutung für die Entstehung des Ozonlochs. An den Kristallen der PSC laufen Reaktionen ab, bei denen Stickstoffoxide aus der Luft in die Kristalle übergehen, so dass nur die weitaus aggressiveren Chlorverbindungen in der Luft bleiben. Am Ende der Polarnacht werden diese Chlorverbindungen von der eintreffenden UV-Strahlung gespalten und plötzlich stehen sehr viele freie Chlorradikale zur Verfügung, die Ozonmoleküle zerstören können. Eines davon kann den katalytischen Zyklus viele Male durchlaufen und dabei bis zu 100.000 Ozonmoleküle zerstören! Erst wenn die PSCs verdampfen, wird der Ozonabbau gedämpft.


Polarwirbel löst sich bald auf

Aufgrund der Verteilung der Landmassen ist der Polarwirbel über der Antarktis im Mittel stärker als jener über der Arktis, weshalb dort extrem kalte Temperaturen in der Stratosphäre wesentlich häufiger auftreten. Heuer handelt es sich um eine außergewöhnliche Situation, welche in diesem Ausmaß keinesfalls jedes Jahr zu erwarten ist. Jährlich im April löst sich der Polarwirbel über der Arktis langsam auf und damit lässt auch der Ozonabbau nach. Bis dahin bleibt der Polarwirbel heuer allerdings vergleichsweise stark mit sehr kalten Temperaturen in seinem Kern.

Der Polarwirbel bleibt bis April noch stärker als üblich. Bild: Simon Lee / NCEP

Gefahren

Der Ozonabbau in der Stratosphäre ist deswegen besorgniserregend, weil die Ozonschicht in der Stratosphäre über 95 bis 99 % der ultravioletten Sonnenstrahlung absorbiert, vor allem die gefährliche UV-B Strahlung. Derzeit liegt der Ozongehalt über dem Nordpol teils im Bereich von 200 DU, also 50% tiefer als normal. Vorerst bleibt dieses Ozonloch innerhalb des Polarwirbels, im April löst sich der Polarwirbel allerdings auf und die Reste des Ozonlochs können die mittleren Breiten erreichen. Je nach Großwetterlage kann es also auch hierzulande im April oder Mai mitunter zu einer ungewöhnlich hohen Sonnenbrandgefahr kommen.

Über dem Nordpol gibt es derzeit teils 50% weniger Ozon als normal. © WMO

Örtlich kälteste Aprilnacht seit Messbeginn

Raureif

Im April kommt es zwar nahezu jährlich zu Kaltlufteinbrüchen mit Frost, dennoch waren die heutigen Tiefstwerte außergewöhnlich. Die Bedingungen für Frost waren ideal: Die Kombination aus arktischer Luft, kaum Wind und wolkenlosem Himmel haben die Temperaturen nach Sonnenuntergang nahezu ungehindert absinken lassen. Verheerende Auswirkungen hat der Frost allerdings für blühende Obstbäume: Gebietsweise ist ein Totalausfall der Marillenernte zu befürchten und auch Apfelbauern haben aufgrund des extrem frühen Vegetationsstarts gebietsweise mit Schäden zu rechnen.

Tiefstwerte in der Nacht auf Mittwoch.

Monatsrekorde

In Ober- und Niederösterreich, im Burgenland sowie in Kärnten und der Steiermark wurden örtlich neue Monatsrekorde aufgestellt. Vereinzelt wurden auch langjährige Rekorde gebrochen: In Freistadt in Oberösterreich wurden vergangene Nacht -8,5 Grad gemessen, der bisherige Rekord aus dem Jahre 1956 wurde damit um fast ein Grad unterboten. In Bad Bleiberg in Kärnten wurde mit -10,3 Grad erstmals strenger Frost im April verzeichnet, der bisherige Rekord aus dem Jahre 1986 lag hier bei -9,9 Grad.

 Ort Tiefstwert 1.4.2020 Alter Rekord
 Freistadt (OÖ) -8,5 Grad -7,7 Grad am 8.4.1956
 Aspach (OÖ) -7,1 Grad -6,9 Grad am 7.4.2002
 Wiener Neustadt (NÖ) -7,4 Grad -5,8 Grad am 7.4.1978
 Gumpoldskirchen (NÖ) -5,1 Grad -4,0 am 7.4.1978
 Oberndorf (NÖ) -5,6 Grad -5,4 am 8.4.1978
 Fürstenfeld (ST) -6,0 Grad -5,1 Grad am 9.4.1956
 Bad Bleiberg (K) -10,3 Grad -9,9 Grad am 14.4.1986

 

Weiters wurden an einigen Stationen mit kürzeren Messreihen neue Rekorde aufgestellt wie etwa in Gars am Kamp, Hohenau an der March, Zwerndorf, Seibersdorf, Ried/Innkreis, Bad Zell, Seckau, Hartberg, Kapfenberg, Lutzmannsburg, Güssing sowie auf der Rax und der Flattnitz.

Milderung in Sicht

In der Nacht auf Donnerstag ist neuerlich verbreitet mit Frost zu rechnen, so liegen die Tiefstwerte zwischen -10 Grad im zentralen bzw. östlichen Bergland und +1 Grad in der Wiener Innenstadt sowie in Teilen Vorarlbergs. Die Temperaturen steigen tagsüber aber spürbar an, so erreichen die Höchstwerte in den kommenden Tagen besonders im Oberinntal sowie im Gail- und Drautal bereits bis zu 17 Grad. Ab Sonntag dreht die Strömung auf Süd und noch mildere Luftmassen erfassen den Alpenraum, in der Karwoche kündigen sich dann verbreitet Höchstwerte über 20 Grad an.

In der Karwoche wird es immer milder. Die Höchstwerte im Flachland liegen an sonnigen Tagen etwa 15 Grad über dem Wert in der freien Atmosphäre.

Titelbild: Adobe Stock

Das Gewicht der Luft und der Luftdruck

Luftdruck

Neben Galileo Galilei erforschte auch der Magdeburger Physiker Otto von Guericke das Eigengewicht der Luft. Er kam zur Erkenntnis, dass Luft ein Gewicht haben müsse. Denn alles was eine Masse hat, wird von der Erde angezogen. Die Luft würde also davonfliegen, wenn sie kein Eigengewicht hätte, so seine Auffassung. Er wies anhand seiner zahlreichen Versuche mit Luft unter anderem nach, dass im Vakuum Kerzen nicht brennen und dass der Schlag auf eine Glocke keinen Klang erzeugt.

Gewicht der Luft

Ein Liter Luft wiegt 1,2 Gramm. Aber Luft wiegt nicht immer gleich viel, der Wert von 1,2 Kilogramm pro Kubikmeter gilt für sogenannte Normalbedingungen, also bei einer Temperatur von 20 Grad und auf Meeresniveau. Bei kälterer Luft sind die Luftmoleküle näher beisammen, weshalb die Luftdichte größer ist. Dies bedeutet nichts anderes, als dass kältere Luft schwerer als warme ist. Stehen wir also beispielsweise bei -20 Grad am Meer, wiegt dort ein Kubikmeter Luft bereits 1,4 Kilogramm. Als Luftdruck wird die Kraft bezeichnet, welche die Masse der Luft unter Einwirkung der Gravitationskraft auf eine Fläche ausübt. Eine vertikale Luftsäule, die sich vom Meeresniveau bis an den Rand der Atmosphäre erstreckt, übt auf eine Einheitsfläche einen Druck von durchschnittlich 1013,25 hPa aus.

Luftdruckverteilung am Dienstag, den 31. März 2020, 14 Uhr.

Siedepunkt

Auf der Welt steht der Luftdruck nicht nur mit dem Wetter in Zusammenhang. Beispielsweise gilt der Siedepunkt des Wassers von 100°C nur bei Normalbedingungen, so kocht das Wasser etwa im Kern eines mächtigen Hochdruckgebiets erst bei einer Temperatur von knapp über 100 Grad. In einem Dampfdruckkochtopf wird noch größerer Druck hergestellt, damit stiegt die Siedetemperatur des Wassers gegen 130 Grad an! Mitten in einem umfangreichen Tiefdruckgebiets geht das Wasser dagegen schon knapp unterhalb von 100 Grad in den gasförmigen Aggregatzustand. Da der Luftdruck mit der Höhe nachlässt, siedet das Wasser auf den Bergen bei niedrigeren Temperaturen: Auf dem Hohen Dachstein sind es etwa 90 Grad und auf dem Mount Everest nur noch 70 Grad!

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März 2020: Mild mit frostigem Ende

Frühling. © Nikolas Zimmermann

Die ersten Tage des Monats waren von Italientiefs geprägt, welche im Süden für den ersten ergiebigen Niederschlag des Jahres sorgten. Die Schneefallgrenze sank am 6. März in Kärnten und in der Obersteiermark bis in die Niederungen. Nachfolgend stellte sich allerdings neuerlich eine Westwetterlage ein, die vor allem im Norden und Osten zu teils stürmischem und mildem Wetter führte. Viel zu warm war es vor allem im Osten des Landes, weshalb auch die Marillenbäume außergewöhnlich früh zu blühen begonnen haben. Am 11. und 12. stiegen die Temperaturen sogar verbreitet über die 20-Grad-Marke, so früh wie selten zuvor. In der letzten Märzdekade folgten dann jedoch zwei markante Kaltlufteinbrüche, arktische Luftmassen sorgten dabei auch im Flachland verbreitet für teils mäßigen Nachtfrost.

Im Osten 2 Grad zu mild

Der März war besonders im Norden und Osten deutlich zu mild, die Abweichung zum langjährigen Mittel liegt hier bei rund +2 Grad. Nahezu durchschnittlich waren die Temperaturen lediglich im Süden des Landes. Von einem Rekord sind wir somit weit entfernt, so lag etwa die Abweichung im Rekordmärz 2017 landesweit bei +3,5 Grad. In Wien, Graz, Eisenstadt und Kremsmünster wurden aber neue Temperaturrekorde für die erste Märzhälfte aufgestellt.

Temperaturabweichung im März 2020.

Kaltes Ende

Erst nach dem astronomischen Frühlingsbeginn kam der Winter nochmals auf Touren, so wurde etwa am Sonnblick mit -19,1 Grad der tiefste Höchstwert in der zweiten Märzhälfte sein 1998 gemessen. Mit einem Tiefstwert von -23,1 Grad am Sonnblick sowie am Dachstein wurden auf den Bergen zudem tiefere Temperaturen als im gesamten Winter verzeichnet. Nach über 14 Monaten gab es in Graz am Monatsende auch wieder eine geschlossene Schneedecke, der vergangene Winter war hier nämlich erstmals in der Messgeschichte gänzlich schneelos.

Tiefste Temperaturen unter 900 m Seehöhe

  • -10,5 Grad Westendorf (Tirol, 31.3.)
  • -9,7 Grad Mariazell (NÖ, 23.3.), Gars am Kamp (NÖ, 31.3.)
  • -9,6 Grad Summerau (OÖ, 24.3.)
  • -9,3 Grad Zwettl (NÖ, 25.3.)
  • -9,2 Grad Klausen-Leopoldsdorf (NÖ, 31.3.)
  • -9,1 Grad Puchberg am Schneeberg (NÖ, 31.3.)
Frostschutzberegnung im Steinfeld. Bild: R. Reiter

Trockenheit

Der vergangene Monat war landesweit um knapp 40% zu trocken. An der Alpennordseite sowie im Osten und Südosten ist lediglich ein Drittel bis die Hälfte des üblichen Monatsniederschlags gefallen. Besonders markant fallen die negativen Abweichungen in Teilen Oberösterreich aus, in Rohrbach im Mühlviertel gab es nur 30% vom Monatssoll. Vor allem im Südosten setzt sich somit die anhaltende Trockenheit seit Jahresbeginn fort. Eine Lichtblick gab es lediglich in Osttirol und Kärnten, wo bereits zu Monatsbeginn der durchschnittliche Monatsniederschlag erreicht wurde. Hier lag auch die Sonnenscheindauer im Bereich des Mittels, während die Sonne an der Alpennordseite und im Osten mit einer Abweichung von +20%, in Weinviertel auch +40% verbreitet Überstunden geleistet hat.

Niederschlagsbilanz im März 2020.

Extremwerte März 2020

Stand: Dienstag, 31.03.2020 (Bundesland, Tag des Auftretens)

Höchste Temperaturen

  • 23,7 Grad Potschach-Ternitz (NÖ, 12.)
  • 23,1 Grad Leibnitz-Wagna (ST, 11.)
  • 22,7 Grad Seibersdorf (NÖ, 12.), Berndorf (NÖ, 12.), Güssing (B, 11.)

Tiefste Temperaturen

  • -15,2 Grad Obergurgl (T, 31)
  • -15,1 Grad Obertauern (S, 23.), St. Leonhard im Pitztal (T, 31.)
  • -14,4 Grad Flattnitz (K. 31.)

Nasseste Orte

  • 273 Liter pro Quadratmeter Loibl (K)
  • 128 Liter pro Quadratmeter Alberschwende (V)
  • 124 Liter pro Quadratmeter Warth (V)

Trockenste Orte

  • 12 Liter pro Quadratmeter Summerau (OÖ)
  • 13 Liter pro Quadratmeter Freistadt (OÖ)
  • 14 Liter pro Quadratmeter Raabs an der Thaya (NÖ)

Absolut sonnigste Orte

  • 219 Sonnenstunden Irnfritz (NÖ)
  • 217 Sonnenstunden Gänserndorf (NÖ)
  • 216 Sonnenstunden Zwerndorf (NÖ)

Stärkste Windspitzen Niederungen/Berge

  • 95 km/h Bad Gastein (S, 2.)
  • 94 km/h Innsbruck-Kranebitten (T, 1.)
  • 91 km/h Rohrspitz (V, 1.)
  • 132 km/h Brunnenkogel (T, 2.)
  • 129 km/h Rudolfshütte (S, 2.)
  • 126 km/h Feuerkogel (OÖ, 11.)

EF3-Tornado trifft Jonesboro, Arkansas

Der Höhepunkt der Tornado-Saison in den USA wird jährlich im April und Mai erreicht, bereits in den vergangenen Wochen gab es aber erste Tornado-Outbreaks. Während zu Monatsbeginn die Stadt Nashville in Tennessee heftig getroffen wurden – wie berichteten darüber hier – kam die Kleinstadt Jonesboro in Arkansas am Samstag noch vergleichsweise glimpflich davon, obwohl direkt über den südlichen Stadtteilen ist ein starker Tornado entstanden ist.

Zahlreiche Verletzte

Die Stadt Jonesboro liegt im Nordosten vom US-Bundesstaat Arkansas, etwa 90 km nordwestlich der Großstadt Memphis, und hat etwas mehr als 75.000 Einwohner. Wenn Tornados über Städte ziehen, herrscht immer eine besonders große Gefahr. Herumfliegende Trümmer haben für mehr als 20 Verletzte gesorgt, dank der frühzeitigen Warnungen kostete das Unwetter aber keinem Menschen das Leben. Dennoch sind ein paar spektakuläre Nahaufnahmen gemacht worden:


Auf diesem Video einer Verkehrskamera sieht man eindrücklich, wie schnell der Tornado entstanden ist und sich verstärkt hat.

Schwere Schäden

Der Tornado wurde als EF-3 eingestuft mit Windgeschwindigkeiten bis 225 km/h. Bei solchen Werten werden sogar Autos umgeworfen bzw. um einige Meter fortgetragen, zudem gibt es schwere Schäden an Häusern und am Stromnetz. Die folgendes Videos zeigen eindrücklich, welche Schäden solch ein starker Tornado hinterlässt.

Hanami – Das japanische Kirschblütenfest

Kirschblüte

Mit Beginn der Kirschblüte („Sakura“) wird in Japan alljährlich der Frühling begrüßt. Je nach Region und Witterung ist dies dort zwischen Mitte März und Anfang Mai der Fall. Während dieser Zeit treffen sich Einheimische wie auch Touristen unter den weiß und rosa blühenden Bäumen, um gemeinsam das Kirschblütenfest zu feiern. Genau genommen wird dabei Hanami betrieben: Es handelt sich um die über 1000 Jahre alte Tradition, bei einem Picknick die Blüten anzuschauen und deren Schönheit zu bewundern. Heuer hat das Fest früh begonnen, mittlerweile gibt es aufgrund des Coronavirus aber auch in Japan immer mehr Einschränkungen, so wurden etwa erste Parkanlagen geschlossen.

Kirschblüte in Tokio

Der zeitliche und regionale Verlauf der im Schnitt etwa zehn Tage andauernden Kirschblüte lässt sich dabei nicht nur vor Ort, sondern auch im japanischen Fernsehen verfolgen. Heuer hat die Kirschblüte in Tokio bereits am 14. März begonnen, die Vollblüte wurde am 22. März verzeichnet – etwa zwei Wochen früher als im langjährigen Mittel. Es handelt sich dabei um die früheste Kirschblüte in Japan seit Beobachtungsbeginn. Nach dem milden Winter gab Ende März einen Kaltlufteinbruch, so wurde am 29. März sogar 1 cm Schnee in Tokio gemessen.

Wortursprung und Symbolik

Der in Japan allgegenwärtige Begriff „Hanami“ bedeutet in erster Linie ,,Blumen bzw. Blüten betrachten“, bezieht sich dabei aber immer auf die Blüten der japanischen Zierkirsche. Da diese nur sehr kurz blüht und die Blütenreste bald zu Boden rieseln, sind sie ein passendes Symbol für die japanische Ästhetik und für die Vergänglichkeit des Schönen.

Hanami in Mitteleuropa

Auch bei uns wird in vielen Gemeinden und Städten die Blüte der japanischen Zierkirsche und mit ihr der Frühlingsanfang gefeiert. Eines der ältesten und größten europäischen Hanami-Feste findet seit 1968 in Hamburg statt. Krönender Abschluss ist hierbei ein prachtvolles Feuerwerk, das von mehreren zehntausend Menschen an den Außenufern der Alster bestaunt wird. Heuer ist es für den 29. Mai geplant, ob es aufgrund der Coronakrise aber stattfinden kann, ist noch fraglich.

Titelbild: Adobe Stock

Die Auswirkungen der Covid19-Maßnahmen auf das Wetter und die Prognosen

Vor einigen Wochen bereits konnte der Sentinel-5P Satellit einen deutlichen Rückgang in der Stickstoffdioxid-Belastung über Italien verzeichnen, ebenso in China. Auch in Deutschland ist dies bereits festzustellen. Im Vergleich zu den durchschnittlichen Werten im März der Vorjahre sind die Werte deutlich zurückgegangen. Die zurückgefahrene Produktion von Firmen, wie auch der geringere Verkehr sowohl in der Luft, als auch auf den Straßen führten zu dieser Abweichung. Im nachfolgenden Video der European Space Agency – ESA – lässt sich der Rückgang in Norditalien gut erkennen.

Sauberes Wasser in Venedig

Aus Venedig erreichten uns vor einigen Tagen ebenso Bilder von glasklarem Wasser in den Kanälen. Auf einigen Fotos kann man bis auf deren Grund blicken und dabei die schwimmenden Fische erkennen. Dies hat aber weniger mit gesunkener Schadstoffbelastung im Wasser zu tun, sondern vielmehr mit dem aufgrund der ausbleibenden Touristen deutlich reduzierten Schiffsverkehr. Im somit ruhigeren Wasser wird kein Sand mehr vom Grund aufgewirbelt, das Wasser wird klarer.

Weniger Flugverkehr

Nicht nur der Straßenverkehr hat abgenommen, auch am Himmel über Deutschland sind in den letzten Tagen weniger Flugzeuge unterwegs. Entgegen mancher Meinungen in den sozialen Medien hat das Fehlen der Kondensstreifen aber nichts mit einem angeblich komplett ausgesetzten Flugverkehr zu tun. Das kräftige Hoch JÜRGEN über Osteuropa und Russland ist derzeit für das strahlend sonnige Wetter verantwortlich. Es lenkt kalte, aber eben auch sehr trockene Luftmassen aus Osten zu uns, was sich an der fehlenden Bewölkung in den letzten Tagen bemerkbar machte. Aus diesem Grund konnten sich in den höheren Luftschichten auch keine Kondensstreifen hinter den weiterhin noch fliegenden Flugzeugen bilden.

25 March 2019 vs 2020 from NATS on Vimeo.

Weniger Daten

Damit Wettermodelle gute Prognosen berechnen können, muss der Ist-Zustand der Atmosphäre möglichst genau erfasst werden: eine schlecht analysierte Ausgangslage wirkt sich negativ auf die Prognosegüte aus. Bei der Initialisierung eines Wettermodells werden unzählige Messdaten von Wetterstationen, Satelliten, Wetterballonen – den sog. Radiosonden – aber auch von Schiffen und Flugzeugen einbezogen. Letztere liefern Daten über Temperatur, Druck, Feuchtegehalt und Wind. Somit lässt sich das für die Meteorologie wichtige Vertikalprofil der Atmosphäre erstellen. Aufgrund des geringeren Flugverkehrs fehlen somit einige der angesprochenen Daten.

Laut einem Bericht des ECMWF (Europäisches Zentrum für Mittelfristige Wettervorhersage) ging die Anzahl an Flugzeugmessungen am 23. März im Vergleich zum 3. März in Europa um rund 65% zurück. Global war der Rückgang mit 42% etwas geringer, da besonders in den USA aktuell noch viele Flugzeuge unterwegs sind. Das ECMWF hat im Jahr 2019 getestet, welche Auswirkungen das Fehlen von Flugzeugmessungen auf die Prognosequalität des weltweit wichtigsten Wettermodells hat. Tatsächlich konnte man besonders bei Kurzfristprognosen von Wind und Temperatur  in Höhen zwischen 10 und 13 km einen Rückgang beobachten. Diese Werte sind indirekt auch für das Wetter am Boden relevant, so ist etwa die Temperatur in dieser Höhe für die Labilität der Atmosphäre und somit im Sommer für die Gewitterwahrscheinlichkeit relevant.

Wetterdienste reagieren

Um das Fehlen besonders der Daten aus dem Flugverkehr zu kompensieren, haben einige Wetterdienste damit begonnen, statt den üblichen zwei Radiosonden vier dieser Vertikalmessungen pro Tag vorzunehmen. Dennoch muss man aufgrund des weiter nachlassenden Flugverkehrs davon ausgehen, dass die Prognosequalität der Modelle in den kommenden Monaten etwas nachlässt. Dies ist allerdings in erster Linie für Spezialprognosen relevant, während die allgemeinen Wettervorhersagen davon wohl nur marginal betroffen sind.

 

Titelbild, Quelle: pixabay.com

 

Weiße Überraschung

Um rund 10 Grad lagen die Temperaturen heute niedriger als noch am Samstag, häufig lagen die Höchstwerte nur noch zwischn 3 und 7 Grad. Und vor allem mit der Kaltfront des Tiefs MAREIKE sank die Schneefallgrenze bis in tiefe Lagen:

 

Neben Schnee war heute auch der eisgie Nordostwind ein Thema. An der Ostsee führte er in manchen Häfen zu einer Sturmflut:

 

Aktuell, am Sonntagabend, schneit es noch in der Mitte Deutschlands bis in die Niederungen, in der Nacht klingt der Schneefall im Thüringer Wald und im Erzgebirge ab. Nachfolgend lockern die Wolken auf und für Ende März stellt sich ziemlich markanter Frost ein. Gerade in der Mitte des Landes werden häufig -5 bis -8 Grad erreicht, aber auch sonst sinken die Temperaturen verbreitet unter den Gefrierpunkt. Ähnlich sieht es in den folgenden Nächten aus.

Tiefstwerte am Montagmorgen @ UBIMET, NCEP

 

Auch im äußersten Süden verläuft die Nacht zunehmend winterlich, hier sinkt die Schneefallgrenze im Verlauf bis runter. Zudem kommen bereits in den frühen Morgenstunden des Montags im Nord- und Ostseeumfeld neue Schneeschauer auf. Tagsüber muss man in der gesamten Nordhälfte auf wiederholte Schnee- und Graupelschauer gefasst sein, vereinzelt sind auch Blitz und Donner möglich.

Niederschlag über 3h Montagmittag @ UBIMET, DWD

 

 

Titelbild @ https://twitter.com/BirgitBea/status/1244313522647044097

Tornadoserie in den USA

Schwere Gewitter in den Great Plains der USA

Jährlich kommt es in den USA im Frühling zu mehreren sogenannten Tornado Outbreaks. Dabei trifft polare Kaltluft aus Kanada mit subtropischer, also feuchtwarmer, Luft vom Golf von Mexiko über dem Mittleren Westen der USA zusammen. Dabei entstehen kräftige Gewittertiefs, die dann in kurzer Zeit dutzende von Tornados produzieren können.

17 Tornados fordern mindesten 6 Verletzte

Schadensmeldungen am Samstag 28.03.2020

So ein Gewittertief sorgte am Samstag und Samstagnacht von Iowa und Arkansas bis nach Ohio für schwere Gewitter. Dabei produzierten die Gewitter zunächst Tornados, in der Nacht gab es dann weiter östlich mehr Meldungen über Sturm und Hagelschäden. Am stärksten getroffen wurde die 70.000 Einwohner Stadt Jonesboro in Arkansas. Hier eine Nahaufnahme:

Hier ein Video von der Zerstörungskraft des Tornados:

Wetterberuhigung

In den kommenden Tagen beruhigt sich das Wetter im Mittleren Westen, kräftige Gewitter sind nur mehr im Süden von den USA von Texas bis Florida zu erwarten. Allerdings ist jetzt auch erst der Beginn der Tornado-Hochsaison, die erst Ende Mai allmählich zu Ende geht.

Die Sommerzeit beginnt!

Mit der Umstellung von Winter- auf Sommerzeit fühlen sich viele Menschen um eine Stunde Schlaf beraubt und so beklagt sich zu Beginn der neuen Arbeitswoche dann auch manch einer über Müdigkeit. Doch schon mit dem nächsten sonnigen Frühlingstag kommen die Vorteile der Zeitumstellung ans Tageslicht, denn gegen die eine oder andere Sonnenstunde nach der Arbeit oder dem Home Office haben nur wenige etwas einzuwenden. Aber was ist denn eigentlich der Grund für die alljährlichen Zeitumstellungen?

Kürzere Nacht

Seit dem 6. April 1980 wird zwischen 2:00 Uhr und 3:00 Uhr morgens an Europas Uhren gedreht. Die Ursache für den frühen Zeitpunkt ist, dass dann der geringste Verkehr und die geringste wirtschaftliche Aktivität herrschen. Als Stichtage wurden vorerst die letzten Sonntage im März und September gewählt, im Jahr 1996 hat man dann jedoch den Beginn der Winterzeit auf das letzte Oktoberwochenende verschoben.

Energiesparmaßnahmen als Grund

Der Auslöser für die Einführung der Sommerzeit waren Energiesparmaßnahmen nach der Ölkrise im Jahr 1973. Mit dieser Maßnahme sollte das lange Tageslicht in den wärmeren Monaten des Jahres besser genutzt und somit Strom für Beleuchtung gespart werden. Doch da im volkswirtschaftlichen Maßstab nur ein geringer Teil des Stroms für die abendliche und nächtliche Beleuchtung verwendet wird, ging dieses Konzept nicht wirklich auf.

60 Länder drehen an der Uhr

Ungeachtet dessen wird in insgesamt 60 Ländern nach wie vor an der Zeitumstellung festgehalten. Auf diese Weise lassen sich in den Sommermonaten die langen und warmen Tage bis in den späten Abend hinein genießen. Im Gegenzug kommt mit der Umstellung auf die Winterzeit, die im übrigen die tatsächliche Tageszeit darstellt, wieder langsam die Vorfreude auf die anstehende Weihnachtszeit auf.

 

Titelbild: annca auf Pixabay

Winter-Rückkehr am Sonntag bringt Schnee bis ins Flachland

Schnee in München - pixabay.com/holzijue

Bereits in den kommenden Stunden nimmt ein umfangreiches, blockierendes Hoch namens KEYWAN über dem Nordatlantik an Stärke zu. Auf seiner Ostseite zieht die kräftige Kaltfront von Tief MAREIKE über Spitzbergen von Norden her durch und überquert am Sonntag auch Deutschland. Mit Durchzug der Front fließt neuerlich arktische Polarluft herein, die für einen markanten Temperatursturz sowie regional auch für Schnee bis ins Flachland sorgt!

Wetterlage über Europa am Sonntag 29.03.2020 um 17 Uhr MESZ - ECMWF, UBIMET
Wetterlage über Europa am Sonntag 29.03.2020 um 17 Uhr MESZ – ECMWF, UBIMET

Schnee bis ins Flachland

Im Laufe des Sonntags setzt von Norden her Regen ein, der im Laufe des Nachmittags im Mittelgebirgsraum bis in tiefe Lagen in Schnee übergeht. Vom Rothaargebirge bis zum Erzgebirge muss man Sonntagabend oberhalb von etwa 300 m mit ein paar Zentimeter, in höheren Lagen lokal bis zu 10 cm Neuschnee rechnen.

In der Nacht zum Montag geht dann der Regen auch im Süden in Schnee über. Vom Schwarzwald bis zum Bayerischen Wald bildet sich bis Montagmittag selbst entlang der Donau eine dünne Schneedecke, in etwas erhöhten Lagen sind auch bis zu 10 cm möglich. Im südlichen Alpenvorland schneit es von Sonntagnacht bis Montagabend anhaltend und kräftig: Hier sind verbreitet 10 bis 20, in den Alpen auch bis zu 30 cm Neuschnee einzuplanen!

Am Montag sind auch im Küstenbereich zahlreiche Schnee- und Graupelschauer zu erwarten, die lokal für eine geschlossene Schneedecke sorgen können.

48h akkumulierte Neuschneemenge bis Dienstag 31.03.2020 um 8 Uhr MESZ - UBIMET48h akkumulierte Neuschneemenge bis Dienstag 31.03.2020 um 8 Uhr MESZ – UBIMET

Auffrischender Wind, Temperatursturz

An den Küsten frischt der Nord- bis Nordostwind bereits in der Nacht zum Sonntag stark bis stürmisch auf. Am Sonntag selbst muss man dann im gesamten Westen und Norden mit stürmischen Böen aus Nordost rechnen. Dazu gehen die Temperaturen mit Durchzug der Kaltfront markant zurück! Nach den noch frühlingshaften Höchstwerten zwischen 12 und 19 Grad am Samstag werden am Sonntag tagsüber nur noch 2 bis 7 Grad erreicht.

24h Temperaturunterschied am Sonntag 29.03.2020 um 17 Uhr MESZ - ECMWF, UBIMET
24h Temperaturunterschied am Sonntag 29.03.2020 um 17 Uhr MESZ – ECMWF, UBIMET

Titelbild: Schnee in München – pixabay.com/holzijue

Kaltlufteinbruch bringt am Montag Schnee bis in tiefe Lagen

Ergiebiger Schneefall

Der Samstag verläuft frühlingshaft und in weiten Teilen des Landes dominiert bei nur harmlosen Schleierwolken der Sonnenschein. Über den Bergen bilden sich tagsüber Quellwolken und am Abend steigt die Schauerneigung leicht an, meist bleibt es aber trocken. Die Temperaturen erreichen in den Niederungen 15 bis 19 Grad. Am Sonntag stellt sich das Wetter langsam wieder um und von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich gehen bei vielen Wolken schon am Vormittag erste Schauer nieder. Im Süden und Südosten scheint bis Mittag noch häufig die Sonne, ehe am Nachmittag örtlich Schauer und Gewitter entstehen. An der Alpennordseite liegen die Höchstwerte nur noch im Bereich der 10-Grad-Marke, in Kärnten gib es dagegen noch bis zu 17 Grad.

Kaltlufteinbruch

In der Nacht auf Montag erfasst aus Norden die Kaltfront von Skandinavientief MAREIKE das Land und über dem Golf von Genua bildet sich ein Randtief. An der Alpennordseite gehen die Schauer in anhaltenden Regen über und ausgehend von Vorarlberg sinkt die Schneefallgrenze rasch auf 1000 bis 600 m ab. Bis Montagmorgen geht der Regen auch in tiefen Lagen in Schneefall über, besonders von Vorarlberg bis Salzburg schneit es zeitweise kräftig.

Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Montag. (GFS)

Schnee bis in tiefe Lagen

Die neue Woche beginnt von Vorarlberg bis Kärnten spätwinterlich, aber auch im Norden fällt anfangs Schnee. Überwiegend trocken bleibt es lediglich im östlichen Flachland und im äußersten Südosten. Auf den Bergen gibt es in Summe verbreitet 20 bis 40 cm Neuschnee, aber auch in tiefen Lagen zeichnen sich ein paar Zentimeter Nssschnee ab. In höheren Tallagen der Alpen stellt sich zudem vorübergehend Dauerfrost ein, im Osten erreichen die Temperaturen maximal 8 Grad.

Neuschneeprognose bis Dienstagmorgen von UCM. (Stand: Freitag 11 Uhr).

Erster Schnee in Bregenz?

In den westlichen Landeshauptstädten wird es nochmals weiß, so zeichnen sich in Innsbruck und Salzburg etwas Nassschnee ab. In Bregenz gab es im gesamten Winter keine geschlossene Schneedecke, am Montagvormittag könnte es somit die erste, dünne Schneedecke seit über einem Jahr geben. Ähnlich ist es bereits am Donnerstag auch Graz ergangen, wo nach einem schneelosen Winter erstmals eine Schneedecke von 2 cm gemessen wurde.

Neuerlich Frost im Flachland

Am Dienstag schneit es im Süden und im zentralen Bergland anfangs noch leicht, im Tagesverlauf gibt es aber besonders an der Alpennordseite erste Auflockerungen. In der Nacht auf Mittwoch kündigt sich dann besonders an der Alpennordseite neuerlich teils mäßiger Frost an. Nach dem Kaltluftvorstoß zu Beginn dieser Woche müssen Obstbauern also neuerlich Frostschäden befürchten.

Die Nacht zum 1. April wird verbreitet frostig. (UBIMET)

Im Laufe der zweiten Wochenhälfte steigen die Temperaturen wieder an, spätestens am ersten Wochenende im April kündigen sich wieder verbreitet frühlingshafte Temperaturen mit Höchstwerten zwischen 15 und 20 Grad an.

Später Neuschnee in Kärnten und der Steiermark

Verantwortlich für den späten Wintereinbruch – zu den Mengen kommen wir etwas weiter unten – ist ein Höhentief. Dieses Höhentief dreht sich munter über dem westlichen Mittelmeer, kommende Nacht grob über Sardininen. Dabei wird schon heute recht feuchte Mittelmeerluft über Kroatien und Slowenien bis nach Südösterreich gelenkt. Die Folge in der immer noch sehr kalten Luft (rund -10 Grad in 1.500 m Höhe) ist zeitweiliger Schneefall besonders von Osttirol bis zum Alpenostrand.

Großwetterlage in der Nacht auf Donnerstag

Angezuckert zeigt sich beispielsweise schon die Bucklige Welt, wie das Webcambild aus Schwarzenbach zeigt:

Schwarzenbach in der Buckligen Welt

Doch auch in etwas tiefer gelegenen Regionen im Burgenland haben sich heute schon ein paar Schneeflocken gewagt.

Grafisch aufbereitet sieht die Neuschneelage wie folgt aus. Klar, große Mengen sind seit Mitternacht noch nirgends zusammengekommen, sieht man von den Hochlagen der Koralpe (dort schon rund 10 cm) einmal ab. Für 1-3 cm hat es von den Karawanken bis zum Mittelburgenland aber zumindest lokal schon gereicht.

Neuschneemenge der vergangenen 12 Stunden

Heute und morgen schneit es in den genannten Regionen von Osttirol bis zum Alpenostrand immer wieder, am meisten Neuschnee kommt bis Freitag in den Oststaulagen der Koralpe bis zum Schöckl bei Graz zusammen, 15-25 cm sind hier durchaus denkbar. In Graz selber dürften max. 5 cm fallen, etwas weniger in Klagenfurt. Aber seht selbst, was bei euch fallen wird…

Zu erwartende Neuschneemengen bis Freitagfrüh

Quelle Titelbild: Foto Webcam

Tiefster Winter auf dem Balkan

Die polare Kaltluft hat nicht nur Österreich, sondern in der neuen Woche auch weite Teile des Balkans sowie Italien erfasst. Dazu hat sich mit Vorstoß der Kaltluft bis in die Mittelmeerregionen ein Höhentief über der Adria gebildet, dass feucht-milde Luft aus Süden auf den Balkan transportiert.

Satellitenbild von Dienstagmittag @UBIMET, EUMETSAT

Wo kalte und feuchte Luft aufeinander trafen, kam es in den vergangenen Stunden zu kräftigem Schneefall. So liegt von der bulgarischen Hauptstadt Sofia über den Südwesten von Rumänien  über Serbien bis nach Kroatien und Bosnien-Herzegowina verbreitet eine Schneedecke.

Ende in Sicht

Bis zum Mittwoch verlagert sich das Höhentief mehr in den Süden von Italien, somit lässt der Schneefall auf dem Balkan am Mittwoch tagsüber nach und in Folge wird es aus Südosten bald wieder milder. Somit ist der Schnee bis zum Wochenende schon wieder Geschichte.

Das Höhentief hat auch Auswirkungen auf das Wetter in Österreich und beschert dem Süden ebenfalls ein wenig Neuschnee. Allerdings fallen die Mengen deutlich geringer aus als am Balkan.

Titelbild: twitter/Radio Bulgaria

Kampf gegen den Frost

Frostschutzberegnung

Die vergangenen Wochen verliefen ungewöhnlich mild, daher setzte auch die Blüte bei vielen Obstbäumen früh, nämlich schon in den vergangenen 2 Wochen, ein. Besonders blühen derzeit Marille und Kirsche, Steinobst wie Apfel hingegen sind noch etwas hinterher. Durch die eingeflossene arktische Luftmasse gab es nun verbreitet Nachtfrost. Um die Blüte und die Bäume zu schützen und einen totalen Ernteausfall zu verhindern, nützen Großbauern gerne die Frostschutzberegnung.

Wie funktioniert die Frostschutzberegnung?

Fallen die Lufttemperaturen unter 0,5 °C, beginnt man mit einer ununterbrochenen Beregnung, wodurch sich auf den frostempfindlichen Pflanzenteilen eine anwachsende Eisschicht bildet. Durch die Umwandlung von Wasser zu Eis wird Energie in Form von Wärme frei, die verhindert innerhalb der Eisschicht ein weiteres auskühlen und die empfindliche Blüte ist geschützt.

Für den Erfolg der Frostschutzberegnung ist es daher notwendig, die Beregnung bis zum Erreichen einer positiven Umgebungstemperatur und vollständigen Abtauens des Eises auf den Pflanzen fortzusetzen. Im Falle längeren Frostes besteht durch das gefrierende Beregnungswasser bei Obstgehölzen und Strauchobst die Gefahr von Eisbruch.

Einschränkungen

Eine ausreichende Schutzwirkung durch die Erstarrungswärme kann nur erreicht werden, wenn die relative Luftfeuchtigkeit mindestens 60 % beträgt und die Windgeschwindigkeit unter 3 Beaufort liegt. Andernfalls wird der Pflanze durch Verdunstungswärme mehr Energie entzogen, als Wärme durch den Gefrierprozess abgegeben wird.

Vor allem also durch den Wind konnte in den vergangenen Nächte in vielen Teilen der Steiermark keine Frostschutzberegnung gemacht werden.

Frostempfindlichkeit von Obstarten

Wie sehr sich der Frost auf die Obstbäume auswirkt, hängt von der Obstart ab, aber auch in welchem Stadium sich der Obstbaum befinden. Am empfindlichsten sind die Bäume, wenn sie gerade die jungen Früchte ausbilden:

Obstart Knospe zu Blühbeginn Vollblüte Jungfrucht
Apfel -4,0°C -2,8°C -2,3°C -1,7°C
Birne -4,0°C -2,7°C -2,3°C -1,0°C
Kirsche -2,3°C -2,3°C -2,3°C -1,0°C
Zwetschke -4,0°C -2,7°C -2,3°C -1,0°C
Marille -4,0°C -2,5°C -2,3°C -0,7°C
Walnuss -1,0°C -1,5°C -1,0°C -1,0°C

Spektakuläre Lichtsäulen in Kanada

Lichtsäulen im Winter

Lichtsäulen entstehen durch die Spiegelung von Lichtquellen an hexagonalen Eisplättchen, die bei nahezu Windstille langsam absinken bzw. in der Luft schweben und sich dabei vorzugsweise horizontal in der Luft ausrichten. Als Lichtquelle ist einerseits die Sonne geeignet, andererseits aber auch die Lichter einer Stadt. Vergangene Woche wurden in Alix, nahe der Stadt Red Deer in Alberta (Kanada) außergewöhnlich hohe Lichtsäulen beobachtet. Die Temperatur lag zu diesem Zeitpunkt bei etwa -15 Grad.

Light Pillars
Lichtsäulen in Kanada am vergangenen Mittwoch. Bild © Tree Tanner

Diese Lichterscheinung ist nicht mit Polarlichtern zu verwechseln, welche in diesen Regionen ebenfalls häufig auftreten – allerdings in viel größeren Höhen. Weitere Bilder gibt es auch auf der Seite starobserver.org.

Sonnensäule

Lichtsäulen werden besonders häufig oberhalb der tiefstehenden Sonne beobachtet: Ausgehend von der Sonnenscheibe erstreckt sich ein linear ausgedehnter schmaler Lichtstreifen senkrecht nach oben bzw. in seltenen Fällen auch nach unten. Voraussetzung für diese sog. Sonnensäule sind allerdings ausgedehnte Cirruswolken bzw. Schleierwolken mit hexagonalen Eiskristallen.

Sonnenuntergang
Lichtsäule oberhalb der Sonne inkl Spiegelung im Wasser. Bild: Adobe Stock

Ein ähnliches Phänomen kann man übrigens auch auf einer leicht bewegten Wasserfläche beobachten, wenn die Sonne für einen „Glitzerpfad“ auf der Wasseroberfläche sorgt.

Titelbild: Adobe Stock

23. März – Welttag der Meteorologie

So wurde durch die Zusammenführung unzähliger Wetterdaten unter Führung der WMO in den letzten Jahrzehnten eine deutliche Qualitätsverbesserung bei der Erstellung von Wetterprognosen erzielt. Ziel ist es, humanitäres Leid durch Klimakatastrophen zu verringern. Hinsichtlich des Klimawandels richtet die WMO auch die Klimakonferenzen aus, bei denen unter anderem das Abkommen von Kyoto neu verhandelt und debattiert wurde, um die globale Erwärmung zu bremsen.

Die Weltorganisation für Meteorologie stellt den Tag der Meteorologie und das darauffolgende Jahr dabei immer unter ein bestimmtes Motto. Das diesjährige Thema lautet „Climate & Water“ und setzt sich mit der Zunahme von Dürren und Überschwemmungen auseinander, die durch ihr Auftreten maßgeblichen Einfluss auf die Verfügbarkeit von Trinkwasser für Menschen haben können.

 

Etwas Winter im Frühling

Nächte verbreitet frostig

Der Montagmorgen zeigte sich im ganzen Land von seiner frostigen Seite, alle Wetterstationen meldeten negative Temperaturen, häufig gab es gar mäßigen Frost unter -5 Grad. Nach dem deutlich zu milden Winter und vor allem dem Frühlingswetter der letzten Tage erscheint dies ungewöhnlich, kommt in einer derartigen Ausprägung Ende März aber doch alle 2 bis 3 Jahre vor. Auf den Bergen wie dem Sonnblick oder dem Dachstein wurden gar unter -20 Grad gemessen, so kalt war es hier zum Teil den ganzen vergangenen Winter nicht.

Analysierte Tiefsttemperaturen am Montagmorgen @ UBIMET

Auch die folgenden Nächte verlaufen bei teils klaren Bedingungen sehr kalt, in Mittelgebirgslagen ist auch strenger Frost möglich. Im Südosten des Landes kommt am Mittwoch und Donnerstag zusätzlich Schnee ins Spiel – eine dünne Schneedecke zeichnet sich selbst in den tiefen Lagen ab, von der Koralpe über das Steirische Randgebirge bis zur Buckligen Welt ist auch Neuschnee um 10 cm möglich. Eine deutliche Milderung zeichnet sich schließlich für den Freitag ab.

Die nächsten Tage im Detail:

Der Dienstag beginnt verbreitet sonnig, besonders im Westen ist der Himmel oft sogar wolkenlos. Im Tagesverlauf ziehen im Südosten zunehmend kompakte Wolken auf, sonst überwiegt weiterhin der Sonnenschein. Der Wind weht nach wie vor lebhaft bis kräftig aus Nordost und die Temperaturen erreichen maximal -1 bis +9 Grad mit den höchsten Werten in Vorarlberg.

Am Mittwoch dominieren im Süden und Südosten die Wolken und im Tagesverlauf kommt insbesondere von der Koralpe entlang des Steirischen Randgebirges bis zur Buckligen Welt zeitweise etwas Schneefall auf. Im Westen und Norden scheint bei nur harmlosen Wolken dagegen häufig die Sonne. Der lebhafte Wind dreht mehr auf Ost und die Temperaturen liegen maximal zwischen -2 Grad am Alpenostrand und +8 Grad im Westen. In der Nacht deutet sich im Südosten schließlich anhaltender, teils mäßiger Schneefall an.

Der Donnerstag bringt im Süden und Osten kompakte Wolken und anfangs fällt häufig Schnee, vor allem in der Weststeiermark und im Grazer Bergland schneit es aus der Nacht heraus teils kräftig. Tagsüber lässt der Schneefall allmählich nach. Von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich bleibt es hingegen trocken und zeitweise kommt die Sonne zum Vorschein. Der Wind weht mäßig, in Oberösterreich auch lebhaft aus Ost. Die Temperaturen steigen etwas an und erreichen 0 bis 11 Grad.

Prognostizierte 24h-Neuschneehöhe für Donnerstagabend @ UBIMET

 

Auch am Freitag fällt im Süden noch etwas Regen oder Schnee, die Schneefallgrenze steigt aber rasch von 700 auf 1400 m an und bis Mittag trocknet es weitgehend ab. An der Alpennordseite scheint zumindest zeitweise die Sonne, auch im östlichen Flachland lockert es tagsüber sonnig auf. Bei mäßigem bis lebhaftem Ost- bis Südostwind steigen die Temperaturen auf 7 bis 16 Grad.

 

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Frostige Märznächte

Besonders nach milden Wintern sind markante Kaltluftvorstöße im Laufe des März nicht ungewöhnlich. Die Arktis und allgemein der Nordatlantik erreichen erst jetzt die tiefsten Temperaturen des Winters. Kaltlufteinbrüche aus Nordwesteuropa gehen meist mit feuchter Luft einher und können nochmals Schneefall bis ins Flachland bringen. Dagegen sind Luftmassen aus dem Nordosten Europas in der Regel trocken und führen zu strengem Nachtfrost, so auch im aktuellen Fall. Eistage sind aufgrund des bereits relativ hohen Sonnenstandes zwar selten, aber auch am Ende des Monats noch im Bereich des Möglichen.

Eine erste frostige Nacht gab es bereits von Samstag auf Sonntag, frostfrei blieben eigentlich nur tiefe Regionen im Westen und Südwesten wie man auf der nachfolgenden Analyse erkennt. Den Osten Deutschlands hatte die polare Kaltluft dagegen schon erfasst, vor allem in Thüringen und Sachsen gab es auch mäßigen Frost unter -5 Grad.

 

Analyse der Tiefstwerte von Samstag auf Sonntag @ UBIMET
Gemessene Temperaturminima am Sonntagmorgen @ UBIMET

 

Zwar geht es tagsüber mit viel Sonnenschein überall wieder in den Plusbereich mit den Temperaturen, im Westen auch auf über 10 Grad, doch auch die nächsten Nächte bleiben frostig. Und der Frost verschärft sich sogar. In der Nacht auf Montag muss man sich landesweit auf Werte unter dem Gefrierpunkt einstellen, lediglich manche Nordseeinseln sollten leicht im Positiven verbleiben. Meist gibt es sogar mäßigen Frost, von Brandenburg bis Bayern sind Tiefstwerte bis zu -9 Grad möglich. Ähnliches gilt für die Nächte auf Dienstag und Mittwoch, bevor sich der Frost in der Nacht auf Donnerstag etwas schwächer zeigt und eine Milderung einsetzt.

Prognose der Tiefstwerte von Sonntag auf Montag @ UBIMET

 

Vor allem nach einem bis dahin milden Winter wie diesem besteht das Risiko von Ernteverlusten im Obstbau, denn in den kalten Nächten besteht bei Frühblühern die Gefahr, dass die Blüten erfrieren. Doch auch ohne Schnee- oder Frostschäden kann es zu Problemen in diesem Sektor kommen, da die Bienen bei zu tiefen Temperaturen ihren Flug einstellen und damit die Bestäubung ausbleibt.

 

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Winter im März

Ursache

Besonders nach milden Wintern gibt es im Laufe des März kräftige Kaltluftvorstöße aus Norden. Die Arktis und allgemein der Nordatlantik erreichen erst jetzt die tiefsten Temperaturen des Winters. Kaltlufteinbrüche aus Nordwesteuropa gehen meist mit feuchter Luft einher und können nochmals Schneefall bis ins Flachland bringen. Dagegen sind Luftmassen aus dem Nordosten Europas in der Regel trocken und führen zu strengem Nachtfrost. Eistage sind aufgrund des bereits relativ hohen Sonnenstandes zwar selten, aber auch am Ende des Monats noch im Bereich des Möglichen.

Gefahren

Vor allem nach einem bis dahin milden Winter besteht das Risiko von Ernteverlusten im Obstbau, denn in den kalten Nächten besteht bei Frühblühern die Gefahr, dass die Blüten erfrieren. Doch auch ohne Schnee- oder Frostschäden kann es zu Problemen in diesem Sektor kommen, da die Bienen bei zu tiefen Temperaturen ihren Flug einstellen und damit die Bestäubung ausbleibt.

Extreme Märzmonate in Deutschland

Die kältesten Märzmonate seit 1761 gab es 1785 und 1845 mit einer Mitteltemperatur von je -3,7 Grad, das Mittel der Jahre 1961-1990 liegt zum Vergleich bei +3,5 Grad. In der jüngeren Vergangenheit zeigte sich vor allem der März 2013 als noch sehr winterlich (+0,2 Grad Mitteltemperatur). Zugleich zeigte uns dieser März auch die volle Bandbreite der Temperaturen innerhalb nur einer Woche. So wurden am 6. März 2013 in Düsseldorf 20,2 Grad gemessen und nur sieben Tage später fiel das Quecksilber mit -11,9 Grad in den strengen Frostbereich. Berlin lag ab dem 10. des Monats erstmals seit 1892 wieder für lange Zeit im März unter einer Schneedecke.

Nach Einfließen kontinentaler Kaltluft sind über der Schneedecke auch Tiefstwerte von unter -20 Grad möglich, wie z.B. am 01.03.2005 am Münchener Flughafen mit -24,5 Grad oder in Göttingen am 03.03.1963 mit -20,2 Grad.

Extreme Märzmonate in Österreich

Der März 2005 brachte reichlich Schnee, im Seewinkel türmte sich der Schnee am 7. März in Verwehungen bis zu 2 Meter hoch auf. Der nachfolgende März 2006 begann ebenfalls schneereich und kalt, wegen hoher Lawinengefahr mussten das Paznaun- und Pitztal sowie die Arlbergbahn gesperrt werden. In seltenen Fällen kann es im März auch noch zu Eisregen kommen, so z.B. in Graz im Jahr 1997.

Vielen wird wahrscheinlich noch der März 2013 in Erinnerung sein. Vor 6 Jahren gab es am 26. des Monats den spätesten Eistag in Wien seit 1872, über -1,5 Grad kam das Thermometer nicht hinaus. Zudem lag selbst im Flachland Ende März eine mehrtägig geschlossene Schneedecke.

 

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Update: Neuschnee, Frost – Alle Infos zum Comeback des Spätwinters

Update Sonntag, 12 Uhr

Die Wettermodelle schwanken noch ein wenig bzgl. der genauen Entwicklung am Mittwoch. Nach derzeitigem Stand bleibt es in der Nacht zu Mittwoch noch weitgehend trocken, erst am Mittwochvormittag setzt im Südosten allmählich leichter Schneefall ein. Im östlichen Flachland gehen sich noch ein paar Sonnenstunden aus und die Temperatur steigt gar bis auf +6 Grad, bevor die ersten Schneeflocken am Abend auch hier fallen.

Interessant wird es nun besonders in der Nacht auf Donnerstag, in welcher es wohl von Unterkärnten bis ins Weinviertel anhaltend schneit. Während die Temperatur im Nordosten nur nahe 0 Grad zurückgeht und eine Schneedecke damit schwierig wird, deuten sich sonst im Flachland bei leichtem Frost durchaus 1 bis 3 cm an. An der Packalpe, entlang des Steirischen Randgebirges, am Wechsel, in der Buckligen Welt und im Wienerwald schneit es hingegen auch mal kräftiger, hier sind weiterhin zwischen 5 und 10 cm Neuschnee möglich.

Neuschnee über 12 Stunden bis Donnerstagmorgen @ UBIMET

Am Donnerstag selber konzentriert sich der Niederschlag nach heutigem Stand auf die Steiermark und das Südburgenland, die Schneefallgrenze steigt aber rasch auf 400 bis 800 m an.

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Wintereinbruch: Wie kalt wird es? Wo wird es am kältesten?

Heute Samstag hält sich im Süden noch die milde Luft, bis zu 17 Grad werden es noch einmal in Kärnten. Von Norden her wird es aber nun immer kälter. Morgen Sonntag erreichen die Höchstwerte nur noch 0 bis +10 Grad, Montag bis Mittwoch gar nur -3 bis +8 Grad. Besonders kalt, nämlich bei Dauerfrost bleibt es dabei in höheren Lagen des Alpenostrandes, also z.B. im Mariazellerland, in den Fischbacher Alpen und in der Buckligen Welt. Jeweils am „mildesten“ wird es in den kommenden Tagen im Oberinntal und im Montafon. Besonders die kommenden Nächte werden für Ende März sehr kalt: Frostig wird es praktisch überall, im Flachland liegen die Tiefstwerte zwischen -5 und 0 Grad. Noch kälter wird es leicht erhöhten Lagen des Berg- und Hügellandes mit nächtlichen Tiefstwerten von -10 bis -5 Grad!

Hier mal exemplarisch die Tiefstwerte in der Nacht auf Dienstag:

Woher kommt die Kälte so plötzlich, es war ja schon so warm?

Ein Hochdruckgebiet namens JÜRGEN ist verantwortlich für diesen spätwinterlichen Kälterückfall. Dieses Hoch liegt mit seinem Kern in den kommenden Tagen über der Ostsee und ist sehr stark ausgeprägt, es verlagert sich also kaum. Wenn man sich in Erinnerung ruft, dass sich Hochs bei uns immer im Uhrzeigersinn drehen, wird einem schnell klar, woher die Kaltluft kommt. Sie strömt in einem weiten Bogen von Nordskandinavien und -russland über das Baltikum, Polen und Tschechien bis nach Österreich. Da die Luft auf diesem langen Weg kein (milderes) Meer überstreicht und sich somit kaum erwärmen kann, erreicht uns die Kälte mit voller Wucht. Generell ist der Frühling ja bekannt für seine riesigen Temperaturgegensätze: Von Schnee und 0 Grad bis hin zu sommerlichen +25 Grad ist innerhalb von wenigen Tagen alles möglich!

Hier seht ihr nochmal grafisch aufbereitet, woher „der Wind weht“ in den kommenden Tagen:

Aus dem Hohen Norden erreicht uns kalte Luft
Aus dem Hohen Norden erreicht uns kalte Luft

Schnee: Wo schneit es am Samstag?

Aktuell schneit es meist erst oberhalb von 1500-1700 m. Nicht so im Wald- und Mühlviertel, hier ist bereits die kalte Luft eingesickert, sodass es hier schon bis rund 600 m hinab schneit. Im weiteren Tagesverlauf sinkt die Schneefallgrenze dann auch im Rest Österreichs allgemein immer weiter hinab.

Wo wird es schneien? Kommt Schnee auch nach Wien?

Heute sinkt wie bereits angesprochen die Schneefallgrenze von 1500 m immer öfter gegen 1000 m ab, abends dann besonders in den östlichen Nordalpen sogar bis auf 400 m ab. Im Mühl- und Walviertel erwarten wir in etwas höheren Lagen rund 5 cm Neuschnee, ebenso vom Ausseerland bis zur Rax. Auch für Wien deutet sich Neuschnee an, allerdings erst in der Nacht auf Mittwoch und am Mittwoch selbst. Die genauen Mengen sind noch sehr unsicher, gut möglich jedoch, dass sich selbst in der Stadt eine 1-2 cm dicke Schneedecke ausbildet. Noch mehr Schnee fällt Dienstagnacht und Mittwoch voraussichtlich von der Koralpe über das Steirische Randgebirge und die Bucklige Welt bis zum Wienerwald, hier sind 5 bis 15 cm Neuschnee zu erwarten.

Wie lange bleibt die Kälte in Österreich?

Bis einschließlich Mittwoch bleibt Österreich jetzt erst einmal definitiv im Einflussbereich der kalten Luft, die Höchstwerte tagsüber verharren im einstelligen Plusbereich bzw. im leicht frostigen Bereich z.B. in höheren Lagen des Alpenostrandes. Ab Donnerstag schaut es so aus, als würden sich die Temperaturen langsam wieder von diesem Tiefschlag erholen, so dürfte am Donnerstag selbst immerhin die 10-Grad-Marke im Flachland wieder geknackt werden. Noch milder mit Höchstwerten bis zu 15 Grad sehen dann der Freitag und Samstag kommender Woche aus.

Den Trend nach oben nach dem Tiefpunkt der Temperaturen am Mittwoch sieht man auch gut auf der folgenden Grafik. Sie zeigt die Höchstwerte in den Landeshauptstädten in den nächsten Tagen:

Die Temperaturen erholen sich nur langsam…

Wie es danach weitergeht, hängt ganz von der Luftströmung ab. Da unterscheiden sich die Wettermodelle noch, ob sich eine milde südliche Strömung einstellt oder ein weiterer Kälterückfall aus Norden droht.

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-75 Grad in der Antarktis gemessen

Die Vostok Station wurde 1957 eröffnet und dient seitdem russischen Forschern als Stützpunkt. Bis zum Südpol sind es noch rund 1300 km, fast genauso weit ist es bis zur nächsten Küste. Die Wetterstation von Vostok gehört mit Sicherheit zu den extremsten auf der ganzen Welt.

Die russische Forschungsstation Vostok in der Antarktis

Hier ein etwas älteres Foto der Station in der Eiswüste der Antarktis:

Nun ist es dort (die Station liegt im ewigen Eis auf einer Seehöhe von fast 3500 m) immer frostig, noch nie wurde eine höhere Temperatur als -14 Grad gemessen. Auch die tiefste je auf der Erde verlässlich gemesse Temperatur kann Vostok aufweisen. Am 21. Juli 1983, also während der Polarnacht, sanken die Temperaturen auf -89,2 Grad.

Wie man den langjährigen Mittelwerten entnehmen kann, betragen die Temperaturen jetzt im März dort durchschnittlich zwischen -62 Grad in der Nacht und -53 Grad tagsüber – nahezu unglaubliche Werte für uns Mitteleuropäer!

Seit wenigen Tagen wird aber selbst dieser eisige Mittelwert noch einmal deutlich unterschritten. Aber seht selbst, hier die Höchstwerte (Max) und Tiefstwerte (Min) seit Monatsbeginn an der Station Vostok. Seit gut einer Woche geht es mit den Temperaturen nur noch bergab, vergangene Nacht wurde schließlich eine Tiefsttemperatur von -74,7 Grad gemessen!

Seit Monatsbeginn eisige Kälte

Damit ist der Rekord für den Monat März an der Station Vostok nicht mehr fern. Er beträgt -75,0 Grad, aufgestellt am 17.03.1960.

Auch der Weltrekord für den Monat März ist aktuell in Reichweite, er liegt bei -76,1 Grad.

Ob diese Bestmarken noch geschlagen werden, zeigen die nächsten Tage.

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Am Freitag im Süden die ersten Gewitter der Saison

Blitz und Gewitter

In diesen Stunden etabliert sich über Skandinavien das umfangreiche Hoch JÜRGEN. An der Südflanke des Hochs kommt in Deutschland eine östliche Strömung auf, welche am Wochenende zunehmend kalte Luftmassen arktischen Ursprungs ins Land führt. In höheren Lagen der Mittelgebirge und am Alpenrand fallen ab Freitagnacht bzw. Samstagabend ein paar Zentimeter Schnee, zudem muss man ab dem Wochenende abseits der Küsten verbreitet mit mäßigem Frost rechnen, wir berichteten darüber bereits hier.

Hoch JÜRGEN zieht nach Skandinavien und arktische Luft erfasst das Land. (FU Berlin)

Am Freitag im Süden gewittrig

Bevor die kalten Luftmassen das gesamte Land erfassen, wird es am Freitag im Süden aber nochmals sehr mild mit Höchstwerten bis 18, lokal auch 20 Grad. In einem Streifen vom Schwarzwald über die Alb bis nach Niederbayern erstreckt sich dabei eine Tiefdruckrinne und die Schauer- und Gewitterneigung steigt an. Es handelt sich dabei um die erste frühsommerliche Gewitterlage der Saison.

Im Süden wird es am Freitagnachmittag nochmals mild. (UCM / UBIMET)

Bei nur schwachem Höhenwind verlagern sich die Gewitter nur langsam und sorgen in erster Linie örtlich für Platzregen, besonders im Bereich der Alb und des Hochschwarzwalds kann es aber vereinzelt auch zu kleinem Hagel kommen. Am Abend verlagert sich der Schwerpunkt nach Südbayern, dabei kann es weiterhin zu kurzzeitigem Starkregen sowie kräftigen Böen kommen.

Am Nachmittag und Abend gehen im Süden örtlich Schauer oder Gewitter nieder.

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Die Tag-und-Nacht-Gleiche

Äquinoktium

Der astronomische Frühling beginnt am Freitag um exakt 04:49 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt steht die Sonne am Äquator genau im Zenit und die Sonnenstrahlen treffen dort im 90-Grad-Winkel auf die Erdoberfläche. Auf Satellitenbildern verläuft die Tag-Nacht-Grenze in diesen Tagen nahezu wie eine vertikale Linie und verlagert sich von Ost nach West.

Frühlingsbeginn

Am Freitag wendet sich die Nordhalbkugel der Erde auf ihrer Umlaufbahn der Sonne zu. Dieser Moment wird als Tag-und-Nacht-Gleiche (lat. Äquinoktium) bezeichnet und stellt auf der Nordhalbkugel den kalendarischen Frühlingsbeginn dar. Am Freitag sind daher Tag und Nacht überall auf der Erde nahezu gleich lange.

Mehr als 12 Stunden Licht

Tatsächlich findet die Tag-und-Nacht-Gleiche hierzulande bereits zwei bis drei Tage vor dem Äquinoktium statt. Dies hat zwei Gründe:

  • Die Größe der sichtbaren Sonnenscheibe
  • Die Brechung des Lichts in der Erdatmosphäre

Der Sonnenuntergang ist der Zeitpunkt, zu dem der oberste Rand der Sonne hinter dem Horizont verschwindet (bzw. umgekehrt beim Sonnenaufgang). Die Definition vom Äquinoktium basiert aber auf den geometrischen Mittelpunkt der Sonnenscheibe. Aus diesem Grund dauert der Zeitraum zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang bereits ein klein wenig länger als 12 Stunden.

Sonnenuntergang
Der obere Rand der Sonnenscheibe beim Sonnenuntergang. © N. Zimmermann

Astronomische Refraktion

Eine wesentliche Rolle für die Verlängerung des Tageslichts spielt die Brechung des Sonnenlichts durch die Erdatmosphäre. Durch die sog. astronomische Refraktion wird der obere Rand der Sonne sichtbar, obwohl er sich tatsächlich noch knapp unterhalb des Horizonts befindet. Dies passiert, weil die Lichtstrahlen der Sonne im Weltall zunächst in einem Vakuum unterwegs sind. Die Luft der Atmosphäre hat allerdings eine höhere optische Dichte als das Vakuum, daher werden sie hier umgelenkt.

Ein Beobachter auf der Erde sieht die Sonne dank der Lichtbrechung schon vor ihrem Aufgang.

Bei wolkenlosem Himmel ist die Sonne also schon ein paar Minuten vor dem tatsächlichen Sonnenaufgang zu sehen. Die astronomische Refraktion beträgt etwa 0,6 Grad für horizontal einfallende Lichtstrahlen, wobei dies auch Druck- und Temperaturabhängig ist. Auf unserem Breitengrad findet die tatsächliche Tag-und-Nacht-Gleiche meist schon am 17. März statt.  Dies ist allerdings sehr selten messbar, weil die idealen Bedingungen normalerweise nicht zusammenkommen: kein Dunst am Horizont beim Sonnenaufgang, ganztags wolkenloser Himmel sowie keine Abschattung durch Hügel oder Berge.

Sonnenaufgang
Auf dem Corvatsch wurden bereits am Mittwoch exakt 12 Sonnenstunden gemessen.

Das ruhige Hochdruckwetter hat auf manchen Bergen bereits 12 Stunden Sonnenschein ermöglicht: Am Mittwoch wurden auf dem Corvatsch im Engadin bzw. am Donnerstag auch am Hohen Sonnblick sowie auf der Saualpe exakt 12 Stunden Sonnenschein gemessen.

Am Freitag ist astronomischer Frühlingsbeginn

Was hat die Tag-und-Nacht-Gleiche damit zu tun?

Der astronomische Frühling beginnt am Freitag um 04:49 Uhr am Vormittag. Dieser Zeitpunkt wird als Tag-und-Nacht-Gleiche (lat. Äquinoktium) bezeichnet. Das Faszinierende dabei ist, dass zu diesem Zeitpunkt Tag und Nacht überall auf der Erde nahezu gleich lange sind. Dass für den Frühlingsbeginn ein fixer Zeitpunkt angegeben wird, liegt daran, dass exakt in diesem Moment die Sonne am Äquator im Zenit steht. Ihre Sonnenstrahlen treffen dort also im 90-Grad-Winkel auf die Erdoberfläche.

Frühlingsalternativen

Neben der astronomischen Frühlingsdefinition gibt es auch noch zwei andere Möglichkeiten den Start zu definieren. Der meteorologische Frühlingsbeginn ist jedes Jahr am 1. März. Dies wurde vor allem aus statistischen Gründen gemacht, da sich eine Jahreszeit mit fixem Start- und Endzeitpunkt besser vergleichen lässt. Der astronomische Frühlingsbeginn ist hingegen an 3 verschiedenen Tagen möglich, dies würde eine statistische Auswertung deutlich erschweren. Die zweite Alternative ist, den Frühlingsbeginn mit Hilfe des Wachstums von Pflanzen festzulegen. Dabei startet der Vorfrühling mit dem Blühbeginn der Schneeglöckchen. Der Vollfrühling beginnt hingegen erst mit Blühbeginn der Apfelbäume. Mit dieser Definition ist der Frühlingsbeginn natürlich sehr von den örtlichen Gegebenheiten abhängig. So variiert der Zeitpunkt großräumig sowohl mit der geographischen Breite als auch mit der Höhenlage. Aber auch das Mikroklima kann einen großen Einfluss darauf haben, denn im geschützten Stadtklima blühen Pflanzen oft deutlich früher als auf freien Flächen. Beobachtet man den Blühstart der einzelnen Pflanzen über viele Jahrzehnte, kann man daraus auch weitere Hinweise auf ein sich veränderndes Klima gewinnen.

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Astronomischer Frühlingsanfang

Der astronomische Frühling beginnt morgen Freitag um 04:49 Uhr. Passend zum Frühling werden tagsüber sehr milde 16 bis 19 Grad erreicht. Allerdings sind die Luftmassen über der Schweiz angefeuchtet und ziemlich labil, weshalb sich grössere Quellwolken bilden können. In der Folge steigt mit Schwerpunkt über dem Jura und den Voralpen das Schauerrisiko an, vereinzelt sind auch Blitz und Donner nicht ausgeschlossen. Aber nicht nur über den Bergen, auch im Flachland kann es zu Regengüssen kommen, dies vor allem am Abend und in der folgenden Nacht.

Deutlicher Temperaturrückgang am Samstag

Der Samstag verläuft veränderlich bis stark bewölkt, die Sonne zeigt sich in der Deutschschweiz nur gelegentlich, dies vorallem Richtung Alpen sowie Richtung Westen. Zudem fällt zeitweise Niederschlag, die Schneefallgrenze liegt bei 1500 bis 1800 Metern. Mit 9 bis 12 Grad und einer aufkommenden Bise ist es verglichen mit den letzten Tagen deutlich kühler. In der Romandie hingegen scheint zeitweise die Sonne und es bleibt meistens trocken. Mit 13 bis 15 Grad ist es zudem milder.

Am Sonntag Wetterbesserung, ab Montag viel Sonne

Am Sonntag erfolgt nach letzten Schauern entlang der Alpen mit Flocken ab rund 1000 Metern von Norden her eineWetterbesserung und vermehrt Sonne. Mit einer mässigen bis starken Bise und etwa 7 Grad ist es kühl. Von Montag bis voraussichtlich mindestens Mittwoch scheint meistens die Sonne, nach jeweils frostigen Nächten bleiben die Temperaturentagsüber jedoch im einstelligen Bereich. Die Bise, die am Montag noch mässig bis stark bläst, lässt am Dienstag und Mittwoch deutlich nach.

Quelle Titelbild: pixabay

Arktischer Streifschuss

In den letzten Tagen gab der Frühling ein kräftiges Zeichen. Mit Temperaturen im zweistelligen Bereich und reichlich Sonnenschein kam wohl jeder ein bisschen in Frühlingsstimmung. Pünktlich zum astronomischen Frühlingsbeginn kündigt sich nun jedoch ein markanter Kaltlufteinbruch an. Zwar wird es eher bei einem Streifschuss bleiben, einen Hauch von Winter wird es aber vorübergehend im ganzen Land geben.

Wetterlage

Im Verlauf des Samstags überquert eine Kaltfront eines Tiefs über Westrussland unser Land. Bis zum Abend liegt die Front dann im Süden des Landes und legt sich an die Alpen an. Nachfolgend etabliert sich über Skandinavien ein Hoch und an dessen Vorderseite strömt kühle Luft ins Land. Somit kühlt es am Samstag sukzessive ab und die Temperaturen sinken wieder in den einstelligen Bereich. Bis etwa Mitte nächster Woche bleibt die kühle Luft in der Osthälfte des Landes liegen, in NRW und Nordsachsen gibt es ab Mittwoch aber aus heutiger Sicht dann wieder zweistellige Plusgrade.

Einfließen arktischer Luft aus Nordosten Samstagnacht ©Ubimet, NCEP

Niederschlag unsicher, aber es wird kalt

Wie und wo genau wie viel Niederschlag fallen wird, ist derzeit aber noch recht unsicher. Für ein paar Zentimeter Neuschnee in den Mittelgebirgen, wie dem Erzgebirge sowie dem Thüringer und Bayrischen Wald, wird es reichen. Im Flachland wird es aber bei ein paar Schneeflocken bleiben. Aber eines ist sicher, die Temperaturen sinken wieder in den einstelligen Bereich. In der Nacht gibt es dann auch landesweit leichten bis mäßigen Frost. In den Mittelgebirgen sinken die Temperaturen aber stellenweise auch in den zweistelligen Minusbereich.

Temperaturen in der Nacht auf Montag © Ubimet, ECMWF

Frostschäden

Vor allem der Natur könnten die tiefen Temperaturen zusetzten, viele Bäume haben nach der milden Wetterphase bereits zu blühen begonnen. Besonders die Obsternte könnte davon betroffen sein, gebietsweise kann es somit zu einem Totalausfall der Ernte im Frühsommer kommen. Auch die Möglichkeit zu Gegenmaßnahmen ist in diesem Fall recht schwierig, da es gleich in mehrere Nächten hintereinander verbreitet Frost geben wird.

Warnbetrieb aus dem Homeoffice

Um unseren Beitrag bei die Eindämmung der Ausbreitung von COVID-19 zu leisten, arbeiten unsere Meteorologen seit Wochenbeginn im 24/7-Schichtdienst von zu Hause aus. Die Arbeit vom Deutschen Unwetterradar geht dabei unbeeinträchtigt weiter, so werdet ihr bei Unwetter weiterhin sicher und zuverlässig von uns informiert.

Der Arbeitsprozess für die Meteorologen von UWR.de ändert sich nicht. © UBIMET

Allgemein arbeiten Meteorologen heutzutage am PC, dabei spielt es keine Rolle wo man sich befindet, solange man über eine stabile Internetverbindung verfügt. Modelle und Wetterdaten stehen uns stets zur Verfügung und die Kommunikation unter den Meteorologen läuft mittels Webkonferenzen und Chats. Wie man im Warnlagebericht lesen kann, ist die Wetterlage derzeit sehr ruhig.

Der Arbeitsplatz eines Meteorologen im Homeoffice.

Volle Verfügbarkeit

Auf Grund unserer Erfahrung als Wetterdienstanbieter, der 24 Stunden täglich an 7 Tagen in der Woche zuverlässige Leistungen erbringen muss, ist die Verfügbarkeit in kritischen Situationen integraler Bestandteil unserer Lieferfähigkeit. Wir sind daher auf verschiedenste Krisenszenarien, die aufgrund von Einschränkungen im öffentlichen Leben, der Infrastruktur oder im Umfeld unserer Mitarbeiter begründet sind, bestens vorbereitet. Unsere Kunden – egal ob privat oder betrieblich – können sich also wie gewohnt auf unsere Dienste verlassen.

Ein Teil unserer Meteorologen bei einer Lagebesprechung.

Titelbild: Wetterbesprechung als Webkonferenz © UBIMET

Am Wochenende massiver Kaltlufteinbruch, Marillenernte bedroht

Frost im Frühling

Am kommenden Freitag um exakt 4:49 Uhr beginnt der astronomische Frühling. Bis dahin sorgt Hoch INGOLF für sonnige und milde Wetterbedingungen in Österreich, dabei steigen die Temperaturen im Süden auf bis zu 22 Grad. Erst am Freitagnachmittag und -abend nimmt die Schauerneigung im Vorfeld einer Kaltfront besonders in den Nordalpen sowie im Mühl- und Waldviertel langsam zu.

Massiver Kaltlufteinbruch

Am Wochenende etabliert sich über Skandinavien ein umfangreiches Hochdruckgebiet und im Alpenraum stellt sich eine nordöstliche Strömung ein. Diese führt eisige Luftmassen arktischen Ursprungs ins Land: Im Norden und Osten Österreichs kündigt sich sogar der strengste Kaltluftvorstoß seit über einem Jahr an,  da hier im gesamten Winter keine so kalten Luftmassen beobachtet wurden.

Arktische Luftmassen erfassen das Land am Sonntag den Osten. (GFS / UBIMET)

Schneeflocken bis ins Flachland

Die Schneefallgrenze sinkt im Norden und im östlichen Bergland bereits am Samstagabend bis in die Täler, vorübergehend kann es aber auch im Alpenvorland sowie im südlichen Wiener Becken bis in tiefe Lagen schneien. Die Temperaturen erreichen am Samstag von Nord nach Süd noch 4 bis 16 Grad, ab Sonntag bleiben die Temperaturen dann im gesamten Land unterhalb der 10-Grad-Marke. Zu Wochenbeginn stellt sich im östlichen Bergland Dauerfrost ein und im Osten sind ein paar Schneeschauer möglich. Leicht wetterbegünstigt mit bis zu 9 Grad sind dagegen die Tallagen in Vorarlberg, im Tiroler Oberland sowie in Osttirol.

Arktische Luftmassen erfassen Mitteleuropa. © GFS / wetter3.de

Totalausfall bei Marillenernte droht

Verheerende Auswirkungen dürfte der Kaltluftvorstoß auf die Obsternte haben, in erster Linie betroffen sind vor allem die Marillenbäume. Bedingt durch den außergewöhnlich milden Winter sowie die warmen Temperaturen der letzten Wochen stehen besonders in tiefen Lagen die Marillenbäume schon in Vollblüte, hier droht gebietsweise – so auch in der Wachau – ein Totalausfall bei der Marillenernte. Gegenmaßnahmen setzen ist in diesem Fall besonders schwierig, da sich zu Beginn der kommenden Wochen gleich mehrere Nächte verbreitet mäßiger, inneralpin und in leicht erhöhten Lagen sogar strenger Morgenfrost abzeichnet. Die Temperaturen werden sich erst ab der Wochenmitte langsam wieder erholen.

UCM Modell
Prognose der Tiefstwerte in der Nacht auf Montag (UCM / UBIMET)

Eis schützt vor Frost

Die effektivste Methode um die Blüten vor dem Frost zu schützen ist noch die Frostberegnung. Bei Kälteeinbrüchen werden die sensiblen Blüten bewässert. Die Blüten werden von einer dünnen Eisschicht umhüllt und die Wärme, die beim Gefrieren des Wassers freigesetzt wird, schützt die Blüten vor den tiefen Temperaturen. Die ausgebildete Eisschicht schadet den Blüten nicht, sondern dient dem Schutz der Bäume. Die Spätfrostgefahr nimmt im Zuge des Klimawandels zu, wir berichteten darüber bereits hier.

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Unwetter: Tornados in Marokko

Tornado

Ein ausgeprägtes Höhentief vor der Küste Marokkos hat in den vergangenen Tagen für teils heftige Gewitter gesorgt. Am Sonntag (15.3.2020) wurden dabei mindesten drei Tornados gesichtet, wobei es sich in einem Fall sogar um Zwillingstornados handelte.

Besonders betroffen war die Region rund um Oued Zem, eine Stadt am Atlasgebirge etwa 100 km südlich von Rabat. Auch in Spanien kam es in den vergangenen Tagen zu heftigen Gewittern, dabei handelte es sich hier um die erste sommerliche Gewitterlage der Saison mit örtlichem Hagel und Starkregen.

Titelbild @ Adobe Stock

Vollbetrieb der UWZ aus dem Homeoffice

uwz.at

Unsere Meteorologen arbeiten im 24/7-Schichtdienst von zu Hause, weil uns die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter wichtig ist. Trotzdem geht die Arbeit der österreichischen Unwetterzentrale unbeeinträchtigt weiter: Bei Unwetter werdet Ihr sicher und zuverlässig von uns informiert, unsere Meteorologen setzen ihre Arbeit fort wie immer.

Die Unwetterzentrale im Homeoffice. © uwz.at

Unseren Meteorologen stehen sämtliche Daten und Modelle zur Verfügung, die Kommunikation erfolgt u.a. via Chat, Webkonferenzen und Telefon. Wie man im Lagebericht verfolgen kann, ist die Wetterlage derzeit sehr ruhig, erst am Samstag kündigt sich ein Kaltlufteinbruch an.

Lagebesprechung unserer Meteorologen als Webkonferenz.

Wetterbesprechung unserer Meteorologen als Webkonferenz.

UWZ im Krisenmodus

Auf Grund unserer Erfahrung als Wetterdienstanbieter, der 24 Stunden täglich an 7 Tagen in der Woche zuverlässige Leistungen erbringen muss, ist die Verfügbarkeit in kritischen Situationen integraler Bestandteil unserer Lieferfähigkeit. Wir haben in den vergangenen Tagen alles unternommen, um auf verschiedenste Krisenszenarien, die aufgrund von Einschränkungen im öffentlichen Leben, der Infrastruktur oder im Umfeld unserer Mitarbeiter begründet sind, vorbereitet zu sein. Und wir sind gut vorbereitet! Wir arbeiten für Euer aller Sicherheit in Extremwettersituationen und das auch in Krisenzeiten, unsere Kunden – egal ob privat oder betrieblich – können sich wie gewohnt auf unsere Dienste verlassen.

Der Arbeitsprozess der Unwetterzentrale ändert sich nicht.

 

Beginn der Marillenblüte

Die Marillenblüte ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern verströmt auch einen verführerischen Frühlingsduft und sind ein äußerst lohnendes Ausflugsziel. Das Auto kann man dabei ruhig stehen lassen, bei einer Radtour oder einem Spaziergang durch die blühenden Marillenkulturen in der Wachau lässt sich das Naturschauspiel ungleich besser genießen.

Die Gefahr von Frost

Am Wochenende kündigt sich jedoch nun ein Kaltlufteinbruch aus Norden an. Damit sinken die Temperaturen in der Nacht wieder unter den Gefrierpunkt. Bereits bei minus drei Grad würden die Blüten abfrieren. Vor allem die Nacht auf Montag könnte kritisch werden.

Frostschutz

Zwar gibt es grundsätzlich Möglichkeiten, das Risiko von Frostschäden während der Blüte zu reduzieren, oft lassen sich diese aber nur schwer umsetzen: Effizientes Mittel ist eine Frostberegnung, für diese braucht es aber 20 bis 30 m³ Wasser pro Hektar und Stunde. Auf die Verwendung von Paraffinkerzen wird vielerorts nicht nur aus Kosten- , sondern auch aus Umweltschutzgründen verzichtet.

Frühere Blüte aufgrund des Klimawandels

Langjährige Beobachtungen zeigen, dass bedingt durch die Erderwärmung die Blüte bei den Obstbäumen früher im Schnitt um 7 bis 10 Tage einsetzt als es noch vor 30 bis 40 Jahren der Fall war. Parallel dazu nimmt aber die Gefahr von Spätfrösten zu, was schon in den vergangenen Jahren immer wieder zu Ernteausfällen geführt hat.

Marillenblüte in der Wachau ©www.wachauermarille.at
Aktuelle Marillenblüte in der Wachau © www.wachauermarille.at

Extremwetter: Mehrere Tornados in Marokko

Symbolbild Wasserhose - pixabay.com

Mindestens drei Tornados wurden am Sonntag, dem 15.03.2020 in Marokko gesichtet. Besonders betroffen war die Region rund um Oued Zem, eine Stadt am Atlasgebirge etwa 100 km südlich von Rabat.

Schwere Schäden oder Verletzte wurden glücklicherweise nicht gemeldet, allerdings sind zahlreiche, spektakuläre Bilder und Videos dieses bemerkenswerten Ereignisses aufgetaucht.

Eine (un-)gewöhnliche Wetterlage

Wasserhosen sind an der atlantischen Küste Marokkos keine Seltenheit, Tornados im Landesinnere aber wohl. Dafür sind starke Temperaturgradienten, kräftige Winde in der Höhe und Feuchtigkeit in den niedrigsten Schichten notwendig. All das ist derzeit zwischen der Iberischen Halbinsel und Nordafrika aufgrund eines abtropfenden, ausgeprägten Höhentiefs mehr als vorhanden. Per se gehören Höhentiefs über Spanien zu den typischen Wetterlagen Europas, dass der Trog aber so weit nach Süden und fast bis nach Mali und Mauritanien reicht, ist allerdings ungewöhnlich!

Wetterlage über Westeuropa am Montag (16.03.2020) um 13 Uhr MEZ - ECMWF, UBIMET
Wetterlage über Westeuropa am Montag (16.03.2020) um 13 Uhr MEZ – ECMWF, UBIMET

Diese Wetterlage sorgt in den kommenden Stunden unter anderem auch für erste, kräftige Hagelgewitter über Spanien. Nach den Hitzetagen (Temperaturmaximum > 30°C) der letzten Woche in Andalusien ist dies ein weiteres Zeichen dafür, dass der heurige Winter besonders mild war und dass der Sommer rasch naht.

Titelbild: Symbolbild Wasserhose – pixabay.com

1. Märzhälfte: Vom Winter in den Frühsommer

Die ersten Tage im März waren von Italientiefs geprägt, die für den ersten ergiebigen Niederschlag in diesem Jahr im Süden von Österreich sorgten.

Neuschneesumme für die erste Märzhälfte

Dabei sank die Schneefallgrenze am 6. März in Kärnten und der Obersteiermark bis in die Niederungen und zumindest für ein paar Stunden kam nochmals richtiges Winterfeeling auf. Daher ist es auch wenig verwunderlich, dass in diesen Regionen bisher überdurchschnittlich viel Niederschlag fiel:

Bisherige Niederschlagsabweichung im März
Bisherige Niederschlagsabweichung im März

In einem Streifen von der südlichen und östlichen Steiermark bis ins Waldviertel sowie entlang der Alpennordseite von Tirol bis Oberösterreich war es hingegen bisher zu trocken und auch in den kommenden Tagen ist kein Regen in Sicht.

Bisher deutlich zum warm

Nach den Italientiefs in den ersten Märztagen folgte wieder eine Westwetterlage, die vor allem im Norden und Osten des Landes zu teils stürmischen und milden Wetter führte. Somit war Nachtfrost bisher kaum ein Thema und es ist wenig verwunderlich, dass der März bisher im ganzen Land zu mild verlief.

Bisherige Temperaturabweichung im März

Viel zu warm war es dabei im Osten des Landes, daraus resultiert, dass hier bereits die Marillenbäume zu blühen beginnen. Am 11. und 12. März stiegen die Temperaturen bereits verbreitet über die 20-Grad-Marke, so früh wie selten zuvor.

Bisherige Spitzenwerte im März

Bis auf Vorarlberg wurde in jedem Bundesland bereits die 20 Grad überschritten, absoluter Hitzepol war bisher Pottschach-Ternitz im südlichen Niederösterreich mit 23,7 Grad.

Hochdruckwetter bis Frühlingsbeginn

In den kommenden Tagen sorgt eine Hochdruckbrücke für viel Sonnenschein und angenehme Temperaturen. Erst nach dem astronomischen Frühlingsbeginn am Freitag scheint sich das Wetter wieder markant umzustellen. Polare Kaltluft macht sich dann wohl auf den Weg nach Mitteleuropa, ob es dann auch nochmals Schnee bis in tiefe Lagen gibt, bleibt aber abzuwarten.

Titelbild: Adobe Stock

Frühlingswetter für ein paar Tage

Webcambild aus Willingen @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/ettelsberg/

Hoher Luftdruck ist in Mitteleuropa in den nächsten Tagen vorherrschend, Ausläufer von nördlich durchziehenden Tiefs erreichen uns nur in abgeschwächter Form. Somit scheint nun häufig die Sonne, einzig im Nordwesten sind am Sonntag und im Südosten am Dienstag mal mehr Wolken unterwegs. Der Wind weht ein letztes Mal frisch bis kräftig aus Süd am Sonntag, danach nur noch schwach bis mäßig. Und aufgrund der südlichen Anströmung erreichen die Temperaturen tagsüber nahezu überall angenehme Werte im zweistelligen Bereich.

Bis zu 21 Grad am Mittwoch

Sind es am Sonntag noch 11 bis 17 Grad, so werden am Montag bspw. im Thüringer Becken oder am Oberrhein schon bis zu 19 Grad erreicht. Am Dienstag deuten sich Werte zwischen 12 Grad im Nordosten und 19 Grad an der Grenze zur Schweiz an und am Mittwoch zum Höhepunkt liegen sie gar verbreitet zwischen 15 und 21 Grad.

Kaltfront am Donnerstag

Am Donnerstag deutet sich schließlich eine Umstellung der Wetterlage an. Für ein Tief ergibt sich ein freier Weg über Nordskandinavien nach Russland, seine Kaltfront kommt nach jetzigem Stand gut nach Süden voran. Sie erreicht in der Früh schon den Norden, am Abend auch die Mitte und zum Freitag hin den Süden Deutschlands. Mit ihr wird es wieder markant kälter. Liegen die Werte in Bayern vor der Front am Donnerstag bspw. noch bei rund 17 Grad, so sind am Freitag nur noch Höchstwerte von rund 4 Grad zu erwarten. Zum Samstag hin wird im Alpenvorland auch Schnee wieder zum Thema, hier heißt es jedoch noch weitere Modellläufe abzuwarten.

 

Wir hoffen unsere Leser kommen gut und vor allem gesund durch diese schwierige Zeit. Zwar sollen enge soziale Kontakte gemieden werden, der eine oder andere Spaziergang an der frischen Luft ist bei den angekündigten Temperaturen aber sicherlich förderlich.

 

Titelbild: Webcambild aus Willingen @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/ettelsberg/

Hoch HELGE bringt viel Sonnenschein

Webcmabild Hochwolkersdorf @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/hochwolkersdorf/

Rekordwärme am Donnerstag

Am Donnerstag hat das Zusammenspiel aus milder Luft und föhnigem Westwind für außergewöhnlich hohe Temperaturen für die Jahreszeit gesorgt. Mit der Ausnahme von Vorarlberg wurde in jedem Bundesland die 20-Grad-Marke erreicht, wärmster Ort war Pottschach-Ternitz im Bezirk Neunkirchen mit 23,7 Grad. So warm so früh im Jahr war es hier noch nie, gleiches gilt auch beispielsweise für Wien und Eisenstadt, wo neue Temperaturrekorde für die erste Märzhälfte aufgestellt wurden.

Hoch HELGE

Am Samstag gestaltet sich das Wetter besonders in den Alpen und im Süden noch unbeständig mit vielen Wolken und etwas Regen bzw. oberhalb von etwa 1000 m Schnee. Im Tagesverlauf macht sich aber besonders im Nordosten allmählich Hoch HELGE bemerkbar. Am Sonntag dominiert im ganzen Land der Sonnenschein. Nach einer verbreitet frostigen Nacht steigen die Temperaturen auf 6 bis 16 Grad, wobei es in den westlichen Nordalpen unter leichtem Föhneinfluss am mildesten wird.

Sonne pur

Die neue Woche beginnt im ganzen Land strahlend sonnig und die Temperaturen steigen langsam wieder etwas an. Am Montag liegen die Höchstwerte bei 9 bis 18 Grad, am Dienstag und Mittwoch kommt dann besonders im Süden und Westen wieder die 20-Grad-Marke in Reichweite, nur im Nordosten bleibt es mit Wolken vorübergehend kühler. In den Nächten kühlt es spürbar ab, so muss man auch im Flachland bis einschließlich Dienstag oft mit Morgenfrost rechnen.

Frühlingsbeginn fällt ins Wasser

Im Laufe der zweiten Wochenhälfte lässt der Hochdruckeinfluss tendenziell etwas nach. Am Freitag, pünktlich zum astronomischen Frühlingsbeginn, kündigt sich ein markanter Kaltlufteinbruch an.

 

Titelbild: Webcambild Hochwolkersdorf @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/hochwolkersdorf/

Warnlagebericht

Aktuelle Wetterlage

Zwischen einem Hoch über Südeuropa und einem Tiefdruckkomplex über Skandinavien steht erstmals ein ruhiger Donnerstag bevor. In der Nacht auf Freitag erreicht eine Kaltfront den Norden und Westen. In der Folge wird es tagsüber am Freitag unbeständig und am Alpenostrand auch stürmisch. Ab Samstag setzt sich dann langsam Hochdruckeinfluss durch.

Überblick Warnungen

STURM
Die Vorwarnungen gelten für den Donnerstag.

Warnausblick

Der Donnerstag bringt überwiegend ruhiges und mildes Wetter. Verbreitet scheint die Sonne, nur ganz im Norden ziehen tagsüber einige Wolken durch. Hier frischt zudem der Westwind lebhaft auf, im Mühl- und Waldviertel auch kräftig mit teils stürmischen Böen. In der ersten Nachthälfte setzt mit Eintreffen einer Kaltfront in einem Streifen von Vorarlberg bis ins Waldviertel Regen ein.

Der Freitag beginnt großteils unbeständig, die Schneefallgrenze liegt in der Früh von Nord nach Süd bei 800 bis 1200 m. Am Vormittag breiten sich Regen und Schneefall auch südlich des Hauptkammes aus, im Norden lässt der Niederschlag hingegen rasch nach. Am Alpenostrand sind tagsüber wieder stürmische Böen zu erwarten.

Am Samstag ziehen landesweit einige dichte Wolken durch und in Osttirol und Oberkärnten fällt etwas Regen. Die Schneefallgrenze liegt hier bei 900 bis 1100 m. Ansonsten sind bei wechselnder Bewölkung da und dort Schauer möglich.

Der Sonntag bringt unter Hochdruckeinfluss verbreitet sonniges und ruhiges Wetter. Lediglich im Süden müssen sich am Vormittag noch letzte Restwolken auflösen.

Autor

Martin Templin
Donnerstag, 12. März 2020 um 10:30 Uhr

Frühe Vegetationsentwicklung und Spätfrostgefahr

Blühende Maillenbäume

Kalendarisch befinden wir uns zurzeit noch im Winter, vielerorts erinnert der Zustand in der Natur aber schon seit Wochen an den Frühling. In den Gärten beginnen Forsythien und Narzissen zu blühen, die Schneeglöckchen und die Haselsträucher beispielsweise haben ihre Blüte in den Niederungen sogar schon beendet.

Marillenblüte

Als erste Obstbäume beginnen in der Wachau und im im östlichen Flachland gerade die Marillen zu blühen. Verglichen mit dem langjährigen Mittel ist das um mehrere Wochen verfrüht, aber die Schwankungen von Jahr zu Jahr waren schon immer groß und liegen zwischen Anfang März und Mitte April für den Blühbeginn. Die frühe Blüte verwundert nicht, so erreichte doch bereits der Februar das Temperaturniveau eines durchschnittlichen März in diesen Regionen.

Marille
Marillenblüte am 11 März im Steinfeld. © R. Reiter

Frühblüte immer häufiger

Im Vorjahr war es zwar im Mittel nicht ganz so extrem mild, doch wurden gerade Ende Februar Rekordtemperaturen verzeichnet und so begann auch 2019 die Marillenblüte ähnlich früh wie heuer. 2018 war es durch den kalten Februar zwar anders, dafür waren dann in einem extrem warmen April und Mai etwa die Apfel- und später dann die Rebblüte ausgesprochen früh dran. Erst 2013 findet man rückblickend eine durchgehend späte Vegetationsentwicklung, und das war ein Einzelfall: 2007 bis 2012 wiesen wiederum jeweils einen zum Teil rekordverdächtigen Vorsprung auf. Diese Häufung früher Frühjahre ist durchaus bemerkenswert.

Wetter vs. Klima

Das Wetter und damit die Blühtermine unterliegen früher wie heute großen Schwankungen von Jahr zu Jahr, so gab es Frühlingsblumen auch früher manchmal mitten im Winter. Wenn allerdings die frühere Ausnahme – wie beispielsweise die blühende Marillen in der ersten Märzhälfte – immer wieder und wieder vorkommt und dadurch zum Normalfall wird, müssen „durchschnittliche“ Daten angepasst werden. Und das ist eben genau das, was ein verändertes Klima bedeutet: Verschiebung der Durchschnittswerte!

Frostgefahr

Eine frühe Blüte bedeutet eine längere Reifezeit, die vor allem die Weinqualität in unseren Breiten sehr fördert. Und überhaupt freuen sich nicht alle nach dem Winter auf den Frühling? Eine Verfrühung desselben kann doch kein Nachteil sein? Der Haken an der Sache sind die erwähnten Temperaturschwankungen, eben das Wetter. Früher waren erst die Eismänner im Mai gefürchtet, zuvor waren die Pflanzen noch zu wenig entwickelt, um frostgefährdet zu sein. Vor vier Jahren aber hat ein eigentlich nicht allzu ungewöhnlicher Winterrückfall mit Frost und Schnee im April vielen Bäumen – die in ihrer Entwicklung um Wochen voraus waren – schwer zugesetzt. Mit ihrer vollen Belaubung brachen sie unter der Schneelast zusammen, die Obsternte fiel sehr gering oder örtlich sogar gänzlich aus. Auf diese Art kommt die paradox anmutende Situation zustande, dass bei wärmerem Klima die Frostgefährdung sogar zunimmt.

HANNA und GISELA bringen Sturmböen, kein Wintereinbruch in Sicht

Windig bis stürmisch geht es durch den Rest der Arbeitswoche. Südlich eines umfangreichen Tiefdrucksystems über dem Nordmeer und Nordeuropa liegt vor allem der Norden Deutschlands in einer kräftigen westlichen bis nordwestlichen Strömung. Dabei verdrängt die Kaltfront von Tief HANNA die sehr milde Luft bis Donnerstagabend auch aus dem äußersten Süden.

Bodenwetterkarte am Donnerstag. © FU Berlin / DWD

Aprilwetter im Norden

Die nachfolgende Luft stammt zwar ursprünglich aus polaren Breiten, wurde aber über dem Meer erwärmt und bringt für die Jahreszeit durchschnittliche oder immer noch leicht überdurchschnittliche Temperaturen zwischen 8 und 13 Grad mit sich. Nur in hohen Luftschichten ist es noch kalt, und das sorgt für eine labile Schichtung. Die Folge ist ein Wettertyp, der als Aprilwetter bekannt ist, aber auch in anderen Jahreszeiten und oft eben auch schon im März auftritt. In rascher Folge wechseln Aufheiterungen und Regenschauer einander ab, vereinzelt sind auch Graupelschauer und kurze Gewitter dabei. Gerade mit den Schauern wird der Westwind immer wieder stürmisch, speziell in Richtung Ostsee mit schweren Sturmböen um 100 km/h und über dem offenen Meer sogar mit Orkanböen.

Prognose der Windböen am Donnerstag von UCM. © UBIMET

Comeback von GISELA

Am Freitag feiert Tief GISELA Comeback. Die Warmfront des Tiefs hatte bereits am Dienstag Deutschland erfasst, der Tiefkern hatte sich in weiterer Folge aber gespalten. Der westliche Tiefkern, GISELA II, zieht mit dem Höhentrog am Freitag über die Ostsee hinweg, dabei kommt verbreitet starker Westwind mit teils stürmischen Böen auf. Besonders vom südlichen Niedersachsen und Thüringen ostwärts kündigen sich auch Sturmböen zwischen 70 und 90 km/h ab.

Prognose der Windböen am Freitag von UCM. © UBIMET

Wetterberuhigung am Samstag

Bereits im Laufe des Freitags steigt der Luftdruck ausgehend von Frankreich deutlich an, am Wochenende verlagert sich dann ein Hoch über Deutschland ostwärts und das Wetter beruhigt sich. Nach einer zunehmend klaren und damit frischen, vielerorts leicht frostigen Nacht auf Samstag stellt sich trockenes und oft sonniges Frühlingswetter ein. Die Temperaturen steigen auf 6 bis 13, am Sonntag im Südwesten schon wieder gegen 17 Grad. Grund für die Erwärmung ist die südliche Strömung, die sich an der Westflanke des nach Osteuropa wandernden Hochs einstellt.

Frühlingshafter Ausblick

Zu Wochenbeginn erhält das Hochdruckgebiet Verstärkung von Westen her, wobei sich bei der Ablösung der beiden Hochs in den westlichen und mittleren Regionen am Montag vorübergehend der eine oder andere Regenschauer hereinschmuggeln kann. Das neue Hoch sorgt dann im weiteren Wochenverlauf für viel Sonnenschein bei weiterhin frühlingshaften Temperaturen. Die Höchstwerte liegen meist zwischen 12 und 17 Grad, am Rhein sind vereinzelt auch knapp 20 Grad möglich und nachts gibt es nur in ungünstigen Lagen leichten Frost. Auch der Wind ist kein großes Thema mehr. Zusammengefasst macht sich der Winter vor seinem kalendarischen Ende am Freitag, 20.3. kaum mehr bemerkbar.

Temperaturtrend in Frankfurt. © NCEP / UBIMET

In der Graphik ist der prognostizierte Temperaturtrend anhand von einer sog. Ensemble-Prognose dargestellt, bei der man etwaige Unsicherheiten in der Prognose besser erkennen kann. Meteorologen verwenden bei solchen Trendprognosen bewusst ein Höhenniveau um etwa 1500 m, da in dieser Höhe nahezu kein Tagesgang vorhanden ist und lokale Gegebenheiten wie etwa der Untergrund keine Auswirkungen auf die Modellgenauigkeit haben. Im Flachland liegt der Höchstwert an sonnigen oder windigen Tagen im Frühjahr etwa 12 bis 15 Grad darüber.

Titelbild © Adobe Stock

Ägypten: Hochwasser in der Wüste

Regenwetter in der Wüste - pexels.com/veeterzy

Wie heuer schon öfter passiert, steht Ägypten und dem Levantinischen Meer neuerlich eine äußerst unbeständige und extrem nasse Wetterphase bevor. Vor allem westlich und südlich der Hauptstadt Ägyptens, Kairo, kommen binnen 36 Stunden rekordverdächtige Niederschlagsmengen zusammen. Grund dafür ist ein von der europäischen Frontalzone abgetropftes Höhentief, das bis Freitag von Libyen bis zum Irak durchzieht.

Die Wetterlage über Nordafrika am 12.03.2020 - Modell: ECMWF
Die Wetterlage über Nordafrika am 12.03.2020 – Modell: ECMWF

Der Jahresniederschlag in 48 Stunden!

Laut den meisten Wettermodellen zeichnen sich in den nördlichen Landesteilen binnen 48 Stunden verbreitet 40 bis 90 l/m² ab. Zum Vergleich: Im wüstenartigen Landesinneren, wie etwa in der Stadt Siwa, sind jährlich im Durchschnitt nur 9 l/m² zu erwarten! Selbst in Mersa Matruh, an der vergleichsweise feuchten Mittelmeerküste, kommen in einem durchschnittlichen März nur 11 l/m² zusammen.

48h Niederschläge [mm] bis 13.03.2020 um 13 Uhr MEZ über Ägypten - Modell: ECMWF
48h Niederschläge [mm] bis 13.03.2020 um 13 Uhr MEZ über Ägypten – Modell: ECMWF

In den letzten Monaten keine Seltenheit

Dass die Großwetterlage auf der Nordhalbkugel in den letzten Monaten vielerorts sehr von der Norm abweicht, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr: Äußerst mild über Nordeuropa und Weißrussland, deutlich kälter in den Polargebieten. Die beachtlichen Anomalien widerspiegeln sich auch in Nordafrika und dem Nahen Osten. Denn extreme Regenmengen und außergewöhnlich niedrige Temperaturen waren hier im vergangenen Herbst und Winter überhaupt keine Seltenheit! Gerade der Norden von Ägypten ist das beste Beispiel dafür: In den letzten drei Monaten sind dort bereits 100 bis 300 l/m² zusammengekommen. An der Mittelmeerküste entsprechen solche Mengen dem Zwei- bis Vierfachen des Durchschnitts, im wüstenartigen Landesinneren lokal dem bis zu 50-fachen!

Die Niederschläge der letzten 90 Tage bis zum 09.03.2020 über Nordafrika - NOAA/CPC
Die Niederschläge der letzten 90 Tage bis zum 09.03.2020 über Nordafrika – NOAA/CPC

 

Titelbild: Regenwetter in der Wüste – pexels.com/veeterzy

Sturmtief GISELA bringt Frühlingshauch

Tiefdruckgebiete bestimmen weiterhin unser Wetter. Am Dienstag erreicht uns dabei die kräftige Warmfront von Sturmtief GISELA und sorgt am Nachmittag vor allem im Westen für starken Regen. Über Nacht zieht die Warmfront über Österreich nach Osten hinweg und somit befindet sich die Alpenrepublik am Mittwoch hinter der Front im Warmsektor.

Luftmassengrenze über Europa @UBIMET

Die Kaltfront von GISELA bleibt über Deutschland liegen und verwellt in weiterer Folge. Da sich Österreich aber relativ nahe an der Luftmassengrenze befindet, überwiegen am Mittwoch an der Alpennordseite die Wolken. Dazu weht wieder kräftiger, teils sogar stürmischer Westwind, der die Temperaturen nach ober treibt. Im Süden scheint oft die Sonne und hier wird es in der südlichen Steiermark mit bis zu 21 Grad auch am wärmsten.

Höhepunkt am Donnerstag

Der wärmste Tag der Woche wird dann der Donnerstag. Die Zufuhr der warme Luft aus Südwesten hält an und dabei scheint auch im Norden häufiger die Sonne. Somit werden im Osten und Süden verbreitet Temperaturen um die 20 Grad erreicht.

Höchstwerte am Donnerstag

Im Laufe des Nachmittag verdichten sich aber die Wolken aus Norden und am späten Abend setzt dann im Vorfeld der Kaltfront Regen ein. Über Nacht legt sich die Kaltfront dann an die Alpen und es kühlt wieder merklich ab.

Am Wochenende meist trocken

Am Freitag regnet es vor allem am Vormittag noch, Schnee fällt oberhalb von rund 1000 m. Das Wochenende verläuft dann weitgehend trocken und es baut sich allmählich ein Hochdruckgebiet auf. Somit wird es vor allem am Sonntag auch sonnig. In der kommenden Woche dürften dann Hochdruckgebiets das Zepter übernehmen und die wochenlange Herrschaft der Tiefs beenden.

Titelbild: Adobe Stock

Der Humboldtstrom

Artenreichtum dank Humboldtstrom auf den Galapagos-Inseln.

Der Humboldtstrom ist eine kalte Meeresströmung vor der Westküste Südamerikas, benannt nach dem deutschen Naturforscher Alexander von Humboldt.

Von der Antarktis ausgehend fließt kaltes Meerwasser in der Tiefe des Ozeans parallel zur chilenischen und peruanischen Küste nach Norden. Da in dieser Region beständiger Wind aus Südosten (der Passat) weht, wird das Wasser an der Meeresoberfläche nach Nordwesten gelenkt. Die Folge: das kalte, antarktische Tiefenwasser kann aufsteigen. So beträgt die Wassertemperatur vor Peru im Mittel rund 18 Grad, auf gleicher geografischer Breite am anderen Ende des Pazifiks im Bereich von Papua-Neuguinea hingegen knapp 30 Grad. Kurz vor Erreichen des Äquators „biegt“ der Humboldtstrom schließlich nach Westen ab. Das Meerwasser erwärmt sich nun deutlich, in der Folge wird diese Meeresströmung Süd-Äquatorialstrom genannt.

Schematische Darstellung des Humboldtstroms.
Schematische Darstellung des Humboldtstroms.

Auswirkungen auf Wetter und Natur

Der Humboldtstrom übt auf die Tier- und Pflanzenwelt der Region sowie auf das Wetter einen großen Einfluss aus. Das kalte Meerwasser kühlt auch die Luft darüber ab, diese kann somit nur wenig Feuchtigkeit aufnehmen. Fließen nun die Luftmassen vom Meer aufs Festland, erwärmen sie sich stark, etwaige Wolken oder Nebel lösen sich auf. Niederschlag ist demzufolge im Norden Chiles und im Süden Perus Mangelware. Dort befindet sich die Atacama-Wüste, die trockenste Wüste der Erde. Durchschnittlich fällt hier nur ein halber Liter Regen im Jahr. Das kalte und daher sauerstoffreiche Wasser vor der Küste bietet zudem Unmengen an Fischen und Plankton einen Lebensraum. Auch die enorme Artenvielfalt auf den Galapagos-Inseln kann man unmittelbar auf den Humboldtstrom zurückführen.

Was hat El-Nino damit zu tun?

Periodisch, circa alle sieben Jahre, schwächt sich der Passatwind vor der Küste Südamerikas ab. Das kalte Tiefenwasser kann nun nicht mehr aufsteigen, der Humboldtstrom kommt zum Erliegen. Aus diesem Grund erwärmt sich die Meeresoberfläche massiv. Die Folge ist ein Absterben des Planktons und in direkter Folge ein starker Rückgang der Fischbestände in den Gewässern vor Peru und Chile. Außerdem kommt es während El-Nino zu schweren Regenfällen und Überschwemmungen auf den Galapagos-Inseln und an der Westküste Südamerikas.

Ein besonders starkes El-Nino-Ereignis war im Jahre 1997. Abschließend noch die Anomalien der Meeresoberflächentemperaturen im Dezember 1997. Man sieht sehr gut, dass das Wasser nun vor den Küsten Chiles, Equadors und Perus deutlich wärmer als sonst ist. Zu kalt ist der Pazifik hingegen Richtung Westen (Australien, Neuguinea):

Meerestemperaturen während El-Nino.
Meerestemperaturen während El-Nino.

Quelle Titelbild: pixabay

Neue Woche bringt abwechslungsreiches Frühlingswetter mit bis zu 20 Grad

Regenbogen im Frühling

Die neue Woche startet im Osten und Südosten noch sonnig aufgelockert, von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich breitet sich hingegen Regen aus. Die Schneefallgrenze liegt meist um 1000 m, inneralpin schneit es aber anfangs noch bis in einige Tallagen um 700 m. Im östlichen Flachland sowie im äußersten Süden und Südosten bleibt es bis zum Abend trocken. Die Temperaturen erreichen 3 bis 11 Grad.

Am Dienstag im Westen weiterhin nass

Am Dienstag scheint im Osten und Südosten des Landes häufig die Sonne, sonst ziehen kompakte Wolken durch und im Westen setzt am Vormittag teils kräftiger Regen ein. Am Nachmittag breitet sich der Regen bis zum Waldviertel aus und die Schneefallgrenze steigt von knapp 800 gegen 1000 bis 1400 m an. Meist trocken bleibt es im Süden und im östlichen Flachland. Dazu gibt es 3 bis 14 Grad mit den mildesten Werten im Südosten.

Die Warmfront von GISELA bringt am Dienstag Regen, danach folgt Wärme. © NCEP / UBIMET

Milde Wochenmitte

Der Mittwoch verläuft an der Alpennordseite oft bewölkt und zeitweise fällt ein wenig Regen, Schnee ist nur noch im Hochgebirge ein Thema. Im Süden und Südosten bleibt es meist trocken und häufig sonnig, auch im Osten lockert es bei kräftigem Westwind auf. Die Temperaturen steigen auf 10 bis 19 Grad, frühlingshaft mild wird es im Osten und Südosten. Noch milder wird es am Donnerstag, dann sind bei einem freundlichen Mix aus Sonne und Wolken im Flachland Temperaturen bis 20 Grad in Sicht.

Nur mäßige Pollenbelastung

Trotz der milden Temperaturen ist in den kommenden Tagen nur mit einer mäßigen Pollenbelastung zu rechnen, da der Höhepunkt der Blüte von Hasel und Erle bereits überschritten ist und die Esche vorerst nur lokal für Belastungen sorgt. Die nächste große Belastungswelle kündigt sich dann mit dem Blühbeginn der Birke in der letzten Märzdekade an.

Abkühlung am Freitag

Der sehr milde Wetterabschnitt ist nur von kurzer Dauer, so zieht am Freitag die Kaltfront eines Tiefs über dem Baltikum durch. Am Wochenende beruhigt sich das Wetter wieder und die Temperaturen pendeln sich im Bereich des jahreszeitlichen Mittels ein mit Höchstwerten im Flachland knapp oberhalb der 10-Grad-Marke. In der nachfolgenden Graphik ist der prognostizierte Temperaturtrend anhand von einer sog. Ensemble-Prognose dargestellt, bei der man etwaige Unsicherheiten in der Prognose besser erkennen kann.

Temperaturtrend im Osten Österreichs im Vergleich zum Mittel. © NCEP / UBIMET

Meteorologen verwenden bei solchen Trendprognosen  bewusst ein Höhenniveau um etwa 1500 m, da in dieser Höhe nahezu kein Tagesgang vorhanden ist und lokale Gegebenheiten wie etwa der Untergrund keine Auswirkungen auf die Modellgenauigkeit haben. Im Flachland liegt der Höchstwert an sonnigen oder windigen Tagen im Frühjahr meist 13 bis 15 Grad darüber.

Hohe Wasserstände an Westdeutschen Flüssen

Hochwasser an der Mosel

Rückblick Februar in Sachen Regen

Die Westwetterlagen bringen immer wieder Tiefs mit ihren Fronten von Westen nach Europa. Damit ergibt sich landesweit eine Abweichung von rund 130% zum Mittel. Momentan sind daher besonders in der Westhälfte die Flüsse recht voll. Lokal werden sogar die Warnschwellen für ein kleines Hochwasser erreicht. Aufgeschlüsselt auf einzelnen Bundesländer ergibt sich:

Bundesländer

Abweichung in % zum Mittel

Schleswig-Holstein 170
Niedersachsen/Bremen 155
Nordrhein-Westfalen 140
Baden-Würtemberg 140
Rheinland-Pfalz/Saarland 130

Begrüden lässt sich das im sogenannten NAO-Index. Dieser beschreibt die Druckdifferenz zwischen den Azoren und Island. Ist diese Positiv, so herrscht in Island geringere Druck (Tief) als auf den Azoren (Hoch). Bei dieser Aufteilung herrscht über dem Atlantik Westwind und rege Tiefdrucktätigkeit. Viele Tiefs entstehen dann über Neufundland und ziehen in der Folge rasch nach Osten. Prominente Tiefs des Februars waren PETRA, SABINE oder BIANCA.

Nord Atlantische Oszillation
© https://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/precip/CWlink/pna/nao_index_mrf.shtml

Hier einige Bilder von den Flüssen im Westen.

Mosel:

Rhein:

Saar:

Aussichten

Die Aussichten für die nächsten 5 Tage sind zwar nicht extrem, aber verbreitet kommen 20 L/m² zusammen. In den entsprechenden Stauregionen auch mehr. Das ist zwar nicht wirklich viel, wird aber die Flusspegel hoch halten. Grund für die Niederschläge ist die weiter anhaltende Westwetterlage, wie die oben gezeigte Graphik mit der Prognose des NAO-Index untermauert.

Summierter Niederschlag bis Donnerstagmittag nach dem deutschen ICON-Modell © DWD/UBIMET

Titelbild: https://twitter.com/NilsPetri1/status/1236058587350396928/photo/2

Starker Polarwirbel verursacht Ozonloch über dem Nordpol

Der stratosphärische Polarwirbel kann im Winterhalbjahr direkten Einfluss auf das Wettergeschehen in den mittleren Breiten haben. Heuer präsentiert sich der Polarwirbel seit Jahresbeginn außergewöhnlich stark, was in Europa eine anhaltende Westlage zur Folge hat. Der Polarwirbel hat allerdings auch Auswirkungen auf die Chemie der Atmosphäre, insbesondere auf die Ozonkonzentration. Diese Wechselwirkungen kann man meist besonders gut über der Antarktis beobachten, so dürfte der Begriff Ozonloch jedem bekannt sein.

Verkehrte Welt

Sowohl in der Antarktis als auch in der Arktis hatte der Polarwirbel im vergangenen Winter ein ungewöhnliches Verhalten: Über der Antarktis gab es im September 2019, also im dortigen Spätwinter, eine plötzliche Stratosphärenerwärmung. Die daraus resultierenden, ungewöhnlich hohen Temperaturen in der Stratosphäre haben den Ozonabbau deutlich verlangsamt, weshalb das Ozonloch über der Antarktis im 2019 so klein wie zuletzt in den 1980er Jahren war. Knapp ein halbes Jahr später passiert über der Arktis nun das Gegenteil: Ein außergewöhnlich stark ausgeprägter Polarwirbel hat in den vergangenen Tagen nämlich zur Entstehung eines Ozonlochs beigetragen.

Durchschnittliche Ozonkonzentration im März (links) und aktuell (rechts). © NASA

Ozonloch

Durch extrem niedrige Temperaturen teils unter -85 Grad können sich einige Substanzen in der Stratosphäre verflüssigen und sogar gefrieren, was die Entstehung von polaren Stratosphärenwolken (engl. Polar Stratospheric Clouds; PSC) zur Folge hat. Diese Wolken, welche ihrem Aussehen nach auch Perlmuttwolken genannt werden, sind von großer Bedeutung für die Entstehung des Ozonlochs. An den Kristallen der PSC laufen Reaktionen ab, bei denen Stickstoffoxide aus der Luft in die Kristalle übergehen, so dass nur die weitaus aggressiveren Chlorverbindungen in der Luft bleiben. Am Ende der Polarnacht werden diese Chlorverbindungen von der eintreffenden UV-Strahlung gespalten und plötzlich stehen sehr viele freie Chlorradikale zur Verfügung, die Ozonmoleküle zerstören können. Eines davon kann den katalytischen Zyklus viele Male durchlaufen und dabei bis zu 100.000 Ozonmoleküle zerstören! Erst wenn die Temperaturen wieder ansteigen und die PSCs verdampfen, wird der Ozonabbau gedämpft.


Normalerweise kommt es selten vor, dass in der Arktis solch niedrige Temperaturen auftreten, in der Antarktis dagegen häufig – deswegen finden diese Vorgänge meist in der Antarktis statt. Es handelt sich heuer allerdings um eine außergewöhnliche Situation, welche in diesem Ausmaß keinesfalls jedes Jahr zu erwarten ist.

Gefahren

Der Ozonabbau in der Stratosphäre ist deswegen besorgniserregend, weil die Ozonschicht in der Stratosphäre über 95 bis 99 % der ultravioletten Sonnenstrahlung absorbiert, vor allem die gefährliche UV-B Strahlung. Derzeit liegt der Gesamtozongehalt im Kern des Polarwirbels teils unter 200 DU, also 50% tiefer als normal. Vorerst bleibt dieses Ozonloch innerhalb des Polarwirbels im hohen Norden, im Frühling löst sich der Polarwirbel allerdings auf und die Reste des Ozonlochs können die mittleren Breiten erreichen. Je nach Großwetterlage kann es auch in Mitteleuropa mitunter zu einer ungewöhnlich hohen Sonnenbrandgefahr im Frühjahr kommen.

Ozonabweichungen teils um -50%  über der Arktis am 6. März. © WMO

Titelbild © Env. and Climate Change Canada

Halos: Faszinierende optische Erscheinungen

Halos: Faszinierende optische Erscheinungen

Das Wort ‚Halo‘ kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie Rundung, grob übersetzt auch Ring. Diese optische Erscheinung entsteht durch die mehrfache Brechung und Reflexion des einfallenden Lichts  an Eiskristallen.

Sonne und Mond

In Mitteleuropa zeigen sich Halos vor allem in Zusammenspiel mit Cirruswolken in größeren Höhen von etwa 10 km, im Winter treten sie bei Polarschnee, Eisnebel oder in der Nähe von Schneekanonen aber manchmal auch auf Augenhöhe auf: Wenn Lichtstrahlen winzige Eiskristalle durchqueren, wird das Licht mehrfach gespiegelt und gebrochen. Die Sonne ist aber nicht die einzige Lichtquelle: Auch bei hellem Mondschein kann es zu Haloerscheinungen kommen.

Halo rund um den Mond
Ein Mondhalo. © www.foto-webcam.eu

Schlechtwetterbote?

Wenn sich ein Halo in einem milchigen, dünnen Schleier aus hochliegenden Wolken zeigt, dann droht etwa einen Tag später schlechtes Wetter: Ausgedehnte Cirruswolken kündigen nämlich häufig den Durchzug einer Warmfront an. Dies ist aber nur bei zunehmend dichten und verbreitet auftretenden Schleierwolken der Fall, da Cirruswolken durchaus auch während einer stabilen Wetterlage durchziehen können.

Halo als Schlechtwetterbot
Ein Halo als Schlechtwetterbote.

Halo ist nicht gleich Halo

Aufgrund der vielfältigen Formen der Eiskristalle gibt es rund 50 Haloarten. Je nach Form und Größe sowie Ausrichtung der Kristalle kann man sowohl Ringe, Säulen, Kreise oder Flecken beobachten. Eine Übersicht findet man hier: Haloarten.

Nebensonnen und Zirkumzenitalbogen

Besonders häufig treten Nebensonnen auf, auch Parhelia genannt. Man erkennt sie an hellen, oft auch farbigen länglichen Aufhellungen rechts und/oder links von der Sonne, die an der Innenseite rötlich sind. Auch der Zirkumzenitalbogen gehört zu den häufiger auftretenden Haloerscheinungen. Er tritt als farbenprächtiger Halbkreis in Erscheinung und ist nach unten hin gebogen. Man findet ihn oberhalb der Sonne. Ein Zirkumzenitalbogen kann nur bis zu einer Sonnenhöhe von ungefähr 32° entstehen, am besten ist er bei Sonnenhöhen zwischen 15° und 25° sichtbar.

Nebensonnen am Strand
Nebensonnen bzw. Parhelia.

Kräftiger Regen und Schnee durch Tief ELLI

Prächtig präsentiert sich momentan das Tief Elli, dessen Kern sich am Donnerstagnachmittag über dem Nordwesten Frankreichs befindet. In weitere Folge zieht das Tief entlang des orangenen Pfeils über die Eifel und das Sauerland in Richtung Vorpommern.

Aktuelles Satellitenbild von Donnerstagmittag @EUMETSAT, UBIMET

Das aktuelle Radarbild zeigt schön die Warmfront mit dem Regen über dem Südwesten. In den letzten 6 Stunden sind hier lokal bereits um die 10 l gefallen und es kommen noch 10 bis 20 l hinzu in den nächsten Stunden.

Radarbild von 15:10 Uhr © DWD/UBIMET

Niederschlagssumme der letzten 6 Stunden © UBIMET/DWD

In weitere Folge kommt der Regen nordostwärts voran, schwächt sich jedoch dabei allmählich ab. Die Schneefallgrenze liegt jedoch zu hoch für die Mittelgebirge, nur auf den höchsten Gipfeln wird es weiß.

Schnee in den Mittelgebirgen

Am Freitag selbst liegt das Tief über der Mitte. Auf seiner Rückseite fließt kältere Luft ein, sodass die Schneefallgrenze in der Eifel und im Sauerland kurzzeitig auf 400 bis 600 m hinab sinkt. In der Nacht auf Samstag sind dann auch in den höheren Lagen des Weserberglands und des Wiehengebirges sowie im Harz einige Zentimeter Schnee möglich.

Wind im Süden

Südlich des Tiefs frischt am Freitagmorgen der Wind im Schwarzwald, der schwäbischen Alb und im bayrischen Alpenvorland auf. Dann muss mit Böen von 60 bis 80 km/h gerechnet werden. Der Wind nimmt dann im Laufe des Abend wieder ab.

Titelbild: Eumetsat

Tief ELLI sorgt für Regen und Schnee

Schneefall in Schladming

Wie schon in den vergangenen Wochen sind sonnige Abschnitte nur von kurzer Dauer. So nähert sich bereits in den kommenden Stunden das nächste kräftige Tief namens ELLI von Frankreich her dem Alpenraum an.

Aktuelles Satellitenbild von Donnerstagmittag @EUMETSAT, UBIMET

ELLI zieht dabei bis Freitag nach Norddeutschland und dann am Samstag weiter zur Ostsee. Die Warmfront des Tiefs hat bereits Westösterreich erreicht und sorgt im Arlberggebiet für kräftigen Schneefall.

Starkschneefall an der Galzigbahn/St. Anton @feratel

Die Kaltfront des Tiefs liegt derzeit noch quer über Frankreich. Wenn die Kaltluft dann in der Nacht auf Freitag den Mittelmeerraum erreicht, bildet sich über Norditalien ein Randtief.

Neuschnee in Hochtäler

Am Abend und in der Nacht breiten sich Regen und Schneefall weiter ostwärts aus und Freitagfrüh gibt es besonders in Kärnten und der Steiermark gebietsweise starken Regen bzw. Schneefall. Die Schneefallgrenze schwankt dabei stark von Tal zu Tal, liegt aber meist zwischen 700 und 1000 m. Lokal kann es aber für kurze Zeit bei kräftigem Niederschlag bis in tiefe Lagen nasse Flocken geben.

Neuschneemengen bis Freitagmittag
Neuschneemengen bis Freitagmittag

Vor allem in Oberkärnten und in der Obersteiermark sind so in höheren Tallagen in kurzer Zeit 5 bis 15 cm nasser Neuschnee zu erwarten. Auf den Bergen in Kärnten fallen teilweise 30 bis 40 cm Neuschnee in wenigen Stunden. Im Laufe des Nachmittags lässt der Niederschlag dann deutlich an Intensität nach.

Wetterbesserung am Wochenende

Am Samstag zieht das Oberitalientief nach Süden ab und auch das steuernde Tief ELLI zeit weiter nach Nordosten. Somit nimmt der Tiefdruckeinfluss insgesamt ab und im Süden setzt sich tagsüber die Sonne durch. Auf der Rückseite von ELLI strömt aber mit einer nordwestlichen Höhenströmung kalte Luft zu den Alpen, sodass von Vorarlberg bis ins Mostviertel oberhalb von 500 bis 700 m einige Schneeschauer durchziehen.

Am Sonntag sorgt dann ein Zwischenhoch verbreitet für Sonnenschein, aufziehende Wolken am Abend kündigen aber von Westen her schon wieder die nächste Front an.

Titelbild: Adobe Stock

Die Zugvögel kommen zurück

Storch @ https://pixabay.com/users/alexas_fotos-686414/

Welche Vögel kommen zuerst zurück?

Im Frühling verlassen die Zugvögel sukzessive ihre Winterquartiere im Süden Europas und in Afrika und machen sich auf die Reise zurück nach Mittel- und Nordeuropa. Einer der frühesten Rückkehrer ist dabei für gewöhnlich der Kiebitz. Er verlässt oft schon im Februar die Iberische Halbinsel und macht sich auf den Weg nach Norden. Im März folgen dann beispielsweise die Singdrossel und der Weißstorch. Im April werden Jahr für Jahr Kuckuck und Mauersegler hierzulande wieder heimisch. Im Sommerhalbjahr profitieren die Zugvögel in Mittel- und Nordeuropa neben dem großen Nahrungsangebot auch von der langen Taghelligkeit. Diese wird ausgiebig für die Futtersuche genutzt, wodurch das Aufziehen der Jungvögel erleichtert wird.

Ursachen des Vogelzugs

Die wichtigste Ursache für die jährliche Reise der Vögel ist das bereits erwähnte jahreszeitlich verschiedene Nahrungsmittelangebot in Europa. Dies gilt sowohl für Insekten- als auch für Pflanzenfresser. Beide finden zwischen Oktober und März in den mittleren und hohen Breiten kaum mehr Nahrung vor. Der Grund hierfür liegt wiederum in den klimatischen Gegebenheiten vor Ort. Zusätzlich verspürt jeder Zugvogel einen „inneren Drang“ sein Winterquartier aufzusuchen. Sowohl die Flugrichtung als auch die Flugdauer sind genetischen Ursprungs und angeboren.


Guter Orientierungssinn

Zugvögel besitzen einen inneren Kompass und orientieren sich auf vielfältige Art und Weise. Zum einen nutzen sie das Erdmagnetfeld und wissen somit immer, in welche Himmelsrichtung sie fliegen müssen. Zum anderen bildet der nächtliche Sternenhimmel (besonders kleinere Vögel bevorzugen es, nachts zu fliegen) einen guten Anhaltspunkt für den Schwarm. Zu guter Letzt nutzen Zugvögel markante Punkte auf der Erdoberfläche als Orientierungshilfe. Dieser ausgeprägte Orientierungssinn macht Reisen von mehreren tausend Kilometern möglich.

Vogelzugrouten @ https://www3.hhu.de
Vogelzugrouten @ https://www3.hhu.de

Vogelflug in Zeiten des Klimawandels

Die Erderwärmung wirkt sich auch auf das Verhalten der Zugvögel aus. So gibt es einige Arten (Star, Kiebitz, Hausrotschwanz…), die angesichts immer milderer Winter hierzulande überwintern. Wieder andere Zugvögel verlängern im Herbst den Aufenthalt in Mitteleuropa und kehren immer früher im Jahr zurück. Studien gehen davon aus, dass das Zugsystem Europa-Afrika (mit derzeit fünf Milliarden Vögeln) beispielsweise noch im laufenden Jahrhundert verschwinden könnte.

 

Live-Karte von mit Sendern ausgestatteten Störchen:

https://blogs.nabu.de/stoerche-auf-reisen/

 

Zahlreiche Storchen-Webcams:

http://www.storchenelke.de/storchen_webcams.htm

 

Titelbild @ https://pixabay.com/users/alexas_fotos-686414/

Start der Tornadosaison in den USA

Tornado mit Blitz © Devin Pitts

Tornados treten zwar grundsätzlich im gesamten Jahr auf, der Höhepunkt der Saison beginnt in den USA aber ausgehend vom Südosten typischerweise im März. Im April und Mai herrscht dann besonders in den Great Plains rund um Oklahoma Hochsaison, so sind zu dieser Jahreszeit auch besonders viele Storm Chaser unterwegs. Im Hochsommer verlagert sich der Schwerpunkt dann weiter in den Norden. Im Durchschnitt treten in den USA etwa 1300 Tornados pro Jahr auf, wobei es von Jahr zu Jahr eine hohe Variabilität gibt.

Tornadoklimatologie in den USA. © SPC / NOAA

Tornado in Nashville

Ein Tief mit Kern über dem Süden von Missouri hat am Montag im Norden von Tennessee, im Südwesten von Kentucky sowie im Südosten von Missouri für kräftige Gewitter gesorgt. Neben Hagel und Starkregen kam es auch zu mehreren Tornados. Einer davon ist Dienstagfrüh direkt über den Norden von Nashville gezogen, der Hauptstadt des US-Bundestaates Tennessee, und hat dort für schwere Schäden und mindestens neun Todesopfer gesorgt. In den kommenden Tagen bleibt die Gewittergefahr vor allem von Texas bis nach Alabama erhöht.


Der Tornado von Nashville war nicht nur aufgrund seiner Zugbahn gefährlich, sondern auch aufgrund der Uhrzeit. So war es zum Zeitpunkt des Tornados noch dunkel und viele Menschen haben noch geschlafen. Man konnte die Windhose zudem nur vorübergehend erkennen, wenn sie von Blitzen angeleuchtet wurde.

Titelbild © DevinWxChase

Zweitwärmster Februar der Messgeschichte

Frühling und Winter kämpfen gegeneinander.

Der Winter 2019/20 war in Europa durch anhaltende Tiefdrucktätigkeit über Nordeuropa geprägt. Die daraus resultierende westliche Strömung über Mitteleuropa führte dabei wiederholt milde Luftmassen nach Österreich, zudem gab es im Februar nahezu im Wochentakt Sturmereignisse. In der Bilanz zeigt sich, dass wir in Österreich sowohl den zweitwärmsten Februar als auch den zweitwärmsten Winter seit Messbeginn erlebt haben.

Örtlich wärmster Februar

Landesweit gab es im Februar eine Abweichung von rund 4,6 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010. Aufgrund der zahlreichen Westwetterlagen waren die Abweichungen an der Alpennordseite und im Osten am höchsten, hier lag die durchschnittliche Temperatur teils 5,5 Grad über dem Schnitt! Vielerorts, wie etwa in Wien, Graz und Linz, gab es in diesem Monat keinen einzigen zu kalten Tag. Örtlich wie etwa in Wien wurde der wärmste Februar der Messgeschichte egalisiert, in Bregenz, Kremsmünster in Lienz war es sogar der wärmste überhaupt.

Temperaturabweichung vom Klimamittel 1981-2010 im Februar 2020 @ UBIMET

In windgeschützten Tälern fallen die Abweichungen etwas geringer aus: Wie schon im Jänner war Zell am See mit einer Abweichung von +1,5 Grad der relativ kühlste Ort des Landes. Hier gab es auch die tiefste Temperatur in einem bewohnten Ort mit -16,8 Grad.

Im Norden nass, im Süden trocken

Die Niederschlagsbilanz im Februar fällt zweigeteilt aus. Von Vorarlberg bis Niederösterreich gab es deutlich mehr Niederschlag als üblich, besonders vom Bregenzerwald über das Salzkammergut bis ins Rax-Schneeberg-Gebiet liegen die Mengen teils über dem doppelten Monatsdurchschnitt. An der Alpensüdseite setzt sich die Trockenheit seit Jahresbeginn hingegen fort, im Bereich des Drautals sowie in Teilen des Oststeiermark gab es weniger als 15 Liter pro Quadratmeter an Niederschlag.

Niederschlagsabweichung vom Klimamittel 1981-2010 im Februar 2020. © UBIMET

Verbreitet milder Winter

Nicht nur in Österreich, sondern in weiten Teilen Mittel- und Nordeuropas war der Winter 2019/20 viel zu warm. In mehreren Ländern wie etwa in Finnland und der Schweiz war es gar der wärmste überhaupt.

Moskau erstmals im Plus

Äußerst bemerkenswert war die Temperaturabweichungen im vergangenen Winter auch in Russland, einem Land, welches man normalerweise mit Kälte, Eis und Schnee in Verbindung bringt. Nicht so in diesem Jahr, mit einer Abweichung von +6,3 Grad erlebte die Metropole den mit Abstand wärmsten Winter seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1821. Zudem lag die mittlere Temperatur mit +0,2 Grad erstmals über dem Gefrierpunkt!

Extremwerte Februar 2020 in Österreich

Höchste Temperaturen

  • 21,3 Grad Mooslandl/Hieflau (ST, 19.)
  • 20,7 Grad Innsbruck (T, 23.)
  • 20,4 Grad Mattersburg (B, 23.)

Tiefste Temperaturen

  • -16,8 Grad Zell am See (S, 6.)
  • -16,6 Grad Seefeld (T, 6.)
  • -16,6 Grad Schmirn (T, 6.)

Nasseste Orte

  • 367 Liter pro Quadratmeter Mittelberg (V)
  • 360 Liter pro Quadratmeter Warth (V)
  • 339 Liter pro Quadratmeter Schröcken (V)
  • 259 Liter pro Quadratmeter St. Wolfgang (OÖ)

Trockenste Orte

  • 7 Liter pro Quadratmeter Eichberg (ST)
  • 8 Liter pro Quadratmeter Obervellach, Dellach, Weitensfeld, Kornat (K), Graz-Uni (ST), Lienz (T)

Sonnigste Orte

  • 184 Sonnenstunden Klagenfurt (K)
  • 178 Sonnenstunden Villach (K)
  • 176 Sonnenstunden Pörtschach ( K)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 126 km/h Innsbruck (Sturm PETRA am 5.2.)
  • 125 km/h Rohrbach (Sturm SABINE am 10.2.)
  • 122 km/h Straßwalchen-Ederbauer (Sturm SABINE am 11.2.)
  • 121 km/h Seibersdorf sowie Podersdorf (Sturm YULIA am 23.2.)

Frühlingsbeginn in Europa

Der Frühling setzt sich durch

Bei vielen Menschen steigert der Frühling das Wohlbefinden bis hin zu leichter Euphorie. So werden mit der zunehmenden Lichtintensität im menschlichen Körper vermehrt Dopamin und Serotonin ausgeschüttet, welche zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen. Im Winter befinden wir uns zwar oft im künstlichen Licht, dieses wirkt aber aufgrund seiner anderen spektralen Zusammensetzung kaum auf den Organismus.

Der Begriff der Frühjahrsmüdigkeit geht übrigens auf das Hormon Melatonin zurück. Aufgrund des meist trüben und lichtarmen Winters wird dieses Hormon in der kalten Jahreszeit vermehrt ausgeschüttet und trägt so zur anfänglichen Müdigkeit bei.

Wo zieht der Frühling als erstes ein?

Aus phänolgischer Sicht wird der Beginn des Frühlings durch den Zeitpunkt des Sprossenaustriebs verschiedener Pflanzen definiert, wobei man zwischen Vorfrühling, Erstfrühling und Vollfrühling unterscheidet. Als Vorfrühling zählt die Blüte der Hasel, welche heuer bereits im Jänner beobachtet wurde. Der Erstfrühling beginnt mit der Blüte der Forsythie, welcher in diesen Tagen in thermisch begünstigten Regionen beginnt. Der Vollfrühling beginnt schließlich mit der Apfelblüte.

Breitengrad und Höhe

Der Frühling arbeitet sich von Südwesteuropa nach Nordost- und Nordeuropa voran. Dabei setzt der Sprossenaustrieb zunächst im Mittelmeerraum und an der französischen Atlantikküste ein und wandert ungefähr pro Tag im Mittel 44 km weiter in Richtung Norden und 200 km in Richtung Osten. Der Blütenaustrieb ist natürlich auch abhängig von der Höhe, so gilt hier die Faustregel, dass pro 100 m Höhenunterschied sich der Frühlingsbeginn um etwa 3 Tage verzögert.

Das Positive am Coronavirus

@ https://stock.adobe.com

Satelliten sind heutzutage sehr vielfältig einsetzbar. Sie zeigen uns Meteorologen nicht nur, wo sich welche Wolken befinden oder wie hoch der Wasserdampfgehalt ist, sie sind auch für andere Umweltbereiche sehr wertvoll. U.a. messen sie die Konzentration von Stickstoffdioxid NO2 in der unteren Atmosphäre – dem giftigen Gas, was durch Kraftwerke, Fabriken, Autos etc. ausgestoßen wird.

Über China haben die Satelliten der NASA, der US-Raumfahrtbehörde, nun überraschend geringe NO2-Konzentrationen über bereits etliche Tage festgestellt. Mit anderen Worten: Die Luft ist hier aktuell relativ wenig verschmutzt! Verglichen mit dem gleichen Vorjahreszeitraum ist die Konzentration von Stickstoffdioxid markant zurück gegangen, Forscher des Goddard Space Flight Center der NASA sprechen gar von einem bisher nicht dagewesenen dramatischen Rückgang über weite Gebiete.

NO2-Konzentration über Wuhan im Vergleich @ https://earthobservatory.nasa.gov/images/146362/airborne-nitrogen-dioxide-plummets-over-china
NO2-Konzentration über Wuhan im Vergleich @ https://earthobservatory.nasa.gov/images/146362/airborne-nitrogen-dioxide-plummets-over-china

 

Und natürlich ist es naheliegend, dass diese Besserung der Luftqualität vor allem verbunden ist mit der wirtschaftlichen Abkühlung in China, sprich dem Schließen zahlloser Fabriken in Folge des Coronavirus-Ausbruchs. Zwar fanden von Ende Jänner bis Anfang Februar auch die Neujahrsfeiern in China statt, zu welchen traditionell weniger gearbeitet wird, doch Vergleiche mit gleichen Zeiträumen in den vergangenen Jahren zeigen ein deutliches Anhalten der Luftqualitätsverbesserung darüber hinaus.

 

 

Titelbild @ https://stock.adobe.com

Rückblick auf stürmische Kaltfront

Radarbild am Samstag, 29.02.2020, 18:30 Uhr @ DWD, UBIMET

Weniger als zuletzt waren die Sturmböen diesmal jedoch mit der nahen Passage des Tiefzentrums verbunden, denn dieses lag weit entfernt bei Schottland, sondern mit einer kräftig ausgeprägten Kaltfront. Sie überquerte das ganze Land von West nach Ost ab den frühen Nachmittagsstunden. Vorlaufend wurde noch einmal ausgesprochen milde Luft herangeführt mit häufig zweistelligen Werten und bis zu 17 Grad am Oberrhein. Mit der organisierten Front einher ging häufig starker, teils gewittriger Regen und ein markanter Temperaturrückgang.

Temperaturmaximum am 29.02.2020 @ UBIMET
Temperaturmaximum am 29.02.2020 @ UBIMET

l

 

Direkt an der Kaltfront wurden schließlich im Verlauf des Nachmittags verbreitet Sturmböen registriert, lokal auch schwere Sturmböen. Am Flughafen in Düsseldorf waren es mit 110 km/h sogar Beaufort 11. Auf dem Weg nach Osten ließ die Intensität schließlich nach, im Osten und Südosten wurden lediglich Böen zwischen 50 und 60 km/h gemessen.

Maximale Windböen am 29.02.2020 @ UBIMET
Maximale Windböen am 29.02.2020 @ UBIMET

Niederschlagssumme am 29.02.2020 @ UBIMET
Niederschlagssumme am 29.02.2020 @ UBIMET

 

Zwar verläuft der heutige Sonntag zeitweise ruhiger, doch der nächste Sturm lässt nicht lange auf sich warten. Ein kleinräumiges Randtief namens DIANA bringt sich über dem Golf von Biskaya bereits in Stellung, überquert am Nachmittag die Mitte Frankreichs und erreicht abgeschwächt am Abend auch den Südwesten Deutschlands. Für wenige Stunden sind hier bis in die Nacht noch einmal gebietsweise Sturmböen zu erwarten.

 

Titelbild: Radarbild am Samstag, 29.02.2020, 18:30 Uhr @ DWD, UBIMET

Februar 2020: Rekordmild, im Norden zu nass, im Süden zu trocken

Der Februar war 2020 verbreitet 2,5 bis örtlich über 5 Grad zu mild, vielerorts konnte der mildeste Februar seit Messbeginn verzeichnet werden. Bei den betrachteten Stationen konnte nur in Chur, auf dem Säntis, in St. Gallen, in Samedan und in Vaduz noch mindestens ein milderer Februar registriert werden. Verantwortlich für den Überschuss waren milde Westlagen, mit denen es im Norden und in den Bergen auch teilweise kräftig stürmte (Sturmtiefs Petra, Sabine, Tomris, Bianca).

Abweichungen von Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer in größeren Städten der Schweiz im Februar 2020 @ Meteonews
Abweichungen von Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer in größeren Städten der Schweiz im Februar 2020 @ Meteonews

 

Bezüglich Niederschlag gab es im Norden und Süden grosse Unterschiede: War es im Norden verbreitet zu nass, war es insbesondere im Tessin massiv zu trocken. In Lugano konnte nur eine Niederschlagssumme von 0,8 Litern pro Quadratmeter verzeichnet werden, normal wären rund 52 Liter! Dies erklärt auch die hier aktuell grosse Waldbrandgefahr. Die im Norden häufigen Störungen gelangten bei den in der Höhe vorherrschenden Westwinden nicht in den Süden, sondern blieben auf den Norden beschränkt. Dort gab es dagegen im Vergleich zum klimatischen Mittel von 1981 bis 2010 teilweise mehr als doppelt soviel Niederschlag, so z.B. in Aarau, Bern, St. Gallen und Zürich. Die Besonnung schliesslich war vielerorts überdurchschnittlich, auf dem Säntis aber als Ausnahme deutlich unterdurchschnittlich.

 

Abweichungen von Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer in größeren Städten der Schweiz im Februar 2020 @ Meteonews
Abweichungen von Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer in größeren Städten der Schweiz im Februar 2020 @ Meteonews

 

Titelbild: Webcam Hoher Kasten @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/hoherkasten

Februar 2020: Extrem mild und oft stürmisch

Webcam Feldkirch @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/feldkirch

Westwinter

Der Winter 2019/20 war in Europa bisher durch anhaltende Tiefdrucktätigkeit über Skandinavien geprägt. Die daraus resultierende westliche Strömung über Mitteleuropa führte dabei wiederholt milde Luftmassen nach Österreich, so war der Winter hierzulande der zweitwärmste seit Messbeginn vor über 250 Jahren. Während der Jänner noch durch beständige Hochdrucklagen geprägt war, gab es im Februar eine dynamische Westlage mit zahlreichen Sturmtiefs. In Summe gab es vier markante Stürme: PETRA, SABINE, YULIA und BIANCA, welche auch im Flachland örtlich für Orkanböen sorgten.

Temperaturabweichung im Nordosten am höchsten

Mit einer landesweiten Abweichung von rund 4,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 fällt der Monat Februar extrem aus. Aufgrund der zahlreichen Westwetterlagen waren die Abweichungen an der Alpennordseite am höchsten, so lag das Temperaturmittel In Teilen Niederösterreichs fast 6 Grad über dem Schnitt. Vielerorts, wie etwa in Wien, Graz und Linz, gab es in diesem Monat keinen einzigen zu kalten Tag. In windgeschützten Tälern fallen die Abweichungen hingegen geringer aus: Wie schon im Vormonat war Zell am See mit einer Abweichung von +1,6 Grad der relativ gesehen kühlste Orte. Hier gab es auch die tiefste Temperatur in einem bewohnten Ort mit -16,8 Grad.

Abweichung der Monatsmitteltemperaturvom Klimamittel 1981-2010 im Februar 2020 @ UBIMET
Abweichung der Monatsmitteltemperaturvom Klimamittel 1981-2010 im Februar 2020 @ UBIMET

Im Norden nass, im Süden trocken

Die Niederschlagsbilanz im Februar fällt zweigeteilt aus. Von Vorarlberg bis Niederösterreich gab es deutlich mehr Niederschlag als üblich, besonders vom Bregenzerwald über das Salzkammergut bis ins Rax-Schneeberg-Gebiet liegen die Mengen teils über dem doppelten Monatsdurchschnitt. An der Alpensüdseite setzt sich die Trockenheit seit Jahresbeginn hingegen fort. Vor allem im Bereich des Drautals sowie in Teilen des Oststeiermark gab es weniger als 15 Liter pro Quadratmeter Regen.

Anteil des Monatsniederschlags vom klimatologischen Mittel 1981-2010 im Februar 2020 @ UBIMET
Anteil des Monatsniederschlags vom klimatologischen Mittel 1981-2010 im Februar 2020 @ UBIMET

Mehrere Gewitter, keine Eistage im Flachland

Die Westlage hat an der Alpennordseite für ungewöhnlich viele Gewitter gesorgt, so wurde im zurückliegenden Monat an 11 Tagen mindestens ein Blitz in Österreich detektiert. In Summe gab es 1463 Entladungen, die meisten davon in Ober- und Niederösterreich. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der modernen Blitzerfassung vor 13 Jahren. Im Gegensatz dazu gab es im Flachland sowie in vielen Tal- und Beckenlagen keinen einzigen Eistag, lediglich in den Hochtälern sowie im Pinz- und Pongau blieb die Temperatur an manchen Tagen ganztags unter dem Gefrierpunkt.

 

Extremwerte Februar 2020 (Bundesland, Tag des Auftretens)
Stand: Sonntag, 01.03.2020

Höchste Temperaturen
21,3 Grad Mooslandl/Hieflau (ST, 19.)
20,7 Grad Innsbruck (T, 23.)
20,4 Grad Mattersburg (B, 23.)

Tiefste Temperaturen
-16,8 Grad Zell am See (S, 6.)
-16,6 Grad Seefeld (T, 6.)
-16,6 Grad Schmirn (T, 6.)

Relativ wärmste Orte (im Vergleich zum Mittel von 1981-2010)
+5,9 Grad Schöngrabern (NÖ)
+5,7 Grad Weitra, Wiener Neustadt, Schwechat (NÖ)
+5,6 Grad Gumpoldskirchen (NÖ), Eisenstadt (B)

Relativ kälteste Orte (im Vergleich zum Mittel von 1981-2010)
+1,6 Grad Zell am See (S)
+2,4 Grad Krimml (S)
+2,6 Grad Bischofshofen (S)

Eistage (ganztägig weniger als 0 Grad)
5 Warth (V), Zell am See (S)
4 Langen/Arlberg (V), Seefeld (T), Ramsau am Dachstein (ST)

Nasseste Orte
359 Liter pro Quadratmeter Warth (V)
339 Liter pro Quadratmeter Schröcken (V)
258 Liter pro Quadratmeter Schoppernau (V)

Trockenste Orte
8 Liter pro Quadratmeter Obervellach, Dellach, Weitensfeld, Graz-Uni (ST), Lienz (T)

Absolut sonnigste Orte
183 Sonnenstunden Klagenfurt (K)
177 Sonnenstunden Villach (K)
176 Sonnenstunden Pörtschach ( K)

 

Titelbild: Webcam Feldkirch @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/feldkirch

Meteorologischer Frühlingsanfang

Am 1. März beginnt laut Definition der World Meteorological Organization (WMO) der meteorologische Frühling. Die Jahreszeiten beginnen für Meteorologen und Klimatologen jeweils am Monatsanfang (März, Juni, September und Dezember), um eine einfachere Handhabung von klimatologischen Daten zu gewährleisten. Damit können beispielsweise die Monatsmittelwerte von Temperatur oder Niederschlag im zeitlichen Verlauf verglichen werden.

Astronomischer Frühlingsbeginn

Der Frühling beginnt nach astronomischer Bestimmung durch die erste Tag-und-Nacht-Gleiche (Primäräquinoktium) in einem Kalenderjahr.  Dieser Zeitpunkt ist etwa drei Wochen nach dem meteorologischen Frühlingsanfang erreicht, im Jahr 2020, 2021 und 2022 ist dies jeweils der 20. März.

Phänologischer Frühlingsstart

Unterschiedliche klimatische Bedingungen haben zur Folge, dass verschiedene Pflanzen oder Bäume auch in spürbar zeitlichem Abstand austreiben und blühen. Häufig wird dazu die Apfelblüte verwendet, die in Portugal teilweise bereits im Februar beginnt, in Deutschland und Österreich dagegen oft erst im April oder Mai.  Das Regional- oder Mikroklima, wie z.B. die Nähe zu Gewässern wie dem Bodensee, eine windgeschützte Lage oder die Höhe über dem Meeresspiegel haben ebenfalls Einfluss auf den Zeitpunkt der Apfelblüte und damit auf den phänologischen Frühlingseinzug.

In der folgenden Abbildung ist der historische Frühlingsbeginn für Mitteleuropa zu sehen, die Landkarte stammt aus einem sächsischem Schulatlas, datiert um das Jahr 1930:

Quelle: Lange-Diercke – Sächsischer Schulatlas, Wikimedia Commons.

 

Titelbild: pixabay.com

2019/20 zweitwärmster Winter der Messgeschichte

Pistenbulli

Besonders markant fallen die Temperaturabweichung im Winter 2019/20 entlang der Nordalpen sowie im Norden des Landes aus: Von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich sowie am Alpenostrand war der Winter vielerorts 3 bis 4 Grad wärmer als im klimatologischen Mittel. Vergleichsweise gering waren die Abweichungen dagegen in inneralpinen Tallagen wie etwa im Pinzgau, wo sich im Zuge von Inversionswetterlagen kalte Luft ansammeln konnte. In Summe reiht sich der Winter mit einer Abweichung von +3,2 Grad an zweiter Stelle nach dem Rekordwinter 2006/07 ein.

Milder Winter
Temperaturabweichung im Winter 2019/20. © UBIMET

Milder Dezember

Mit einer österreichweiten Abweichung von 2,8 Grad war der erste Monat des Winters bereits deutlich zu warm. Besonders nach der Monatsmitte sorgte eine ausgeprägte Föhnlage für zahlreiche Temperaturrekorde, so wurde etwa am 17.12. im Land Salzburg erstmals eine Temperatur über 20 Grad in einem Dezember gemessen. Neue Monatsrekorde gab es unter anderem aber auch in Linz, Graz und St. Pölten. In der Nacht auf den 18.12. wurde zudem auch die wärmste Dezembernacht der Messgeschichte Österreichs mit fast 15 Grad in Pottschach-Ternitz verzeichnet.

Hochdruckdominierter Jänner

Der Jänner war durch beständige Hochdrucklagen geprägt, was anhaltende Inversionswetterlagen zur Folge hatte. Dies hat auf den Bergen zu sehr großen Temperaturabweichungen zwischen +3 und +4 Grad geführt; So wurde am 12.1. an der höchsten Wetterstation Österreichs, am Brunnenkogel, ein neuer Temperaturrekord mit +3 Grad aufgestellt. Die Abweichungen in den Niederungen waren hingegen geringer, im Pinzgau waren die Temperaturen teils sogar durchschnittlich.
Aufgrund der vielen Hochs war der Monat außergewöhnlich trocken: Besonders im Süden wurden verbreitet weniger als 10% des Monatssolls erreicht. Örtlich wie etwa in Lienz gab es im gesamten Monat überhaupt keinen messbaren Niederschlag. Dafür war der Monat vor allem in Unterkärnten außergewöhnlich sonnig, hier wurden teils langjährige Rekorde gebrochen: In Klagenfurt wurde der Sonnenrekord aus dem Jänner 1918 überboten. Die Messreihe reicht hier bis 1884 zurück.

Niederschlagsabweichung im Winter 2019/20. © UBIMET

Stürmischer und extrem warmer Februar

Der Februar geht als 9. Monat in Folge mit einer Abweichung von rund +4 Grad als einer der wärmsten überhaupt in die Messgeschichte ein. In den Alpen wurden teils auch neue Monatsrekorde aufgestellt, wie etwa am Hohen Sonnblick mit +3,9 Grad. Verantwortlich dafür war eine sehr stark ausgeprägte Westlage, welche kontinuierlich milde Atlantikluft ins Land geführt hat. Dazu gab es mit PETRA, SABINE, YULIA und BIANCA nahezu im Wochentakt Sturmlagen. Selbst im Flachland kam es dabei mitunter zu Orkanböen, wie etwa im Mühlviertel am 10.2. oder im Wiener Becken in der Nacht auf den 24.2.

Kaum Eistage, kaum Schnee

Im Flachland war der Winter 2019/20 vielerorts der schneeärmste der Messgeschichte, so gab es etwa in St. Pölten, Graz und Bregenz an keinem einzigen Tag eine geschlossene Schneedecke! Neue Negativrekorde wurden aber auch in Wien und Linz aufgestellt. Während sich die Schneearmut in den Nordalpen meist auf Lagen unterhalb von etwa 1000 m beschränkt hat, betraf sie in den Südalpen sämtliche Höhenlagen. Dazu gab es etwa in Innsbruck und Salzburg keinen einzigen Eistag mit einem Höchstwert unter 0 Grad. Einen neuen Negativrekord gab es in Linz mit nur 2 Eistagen. In einem durchschnittlichen Winter sind es 20.

Extremwerte Winter 2019/20

Stand: 29.02.2020, 08 Uhr (Bundesland, Tag des Auftretens)

Höchste Temperaturen

  • 21,3 Grad Feldkirch (V, 17.12.), Mooslandl/Hieflau (ST, 19.2.)
  • 20,7 Grad Innsbruck (T, 23.2.)
  • 20,4 Grad Rohrspitz (V, 17.12.), Mattersburg (B, 23.2.)

Tiefste Temperaturen

  • -18,0 Grad St. Jakob / Defereggen (T, 21.1.)
  • -17,9 Grad Lech / Arlberg (V, 20.1.)
  • -17,7 Grad Schmirn (T, 29.12.), St. Leonhard / Pitztal (T, 20.1.)

Relativ wärmster Ort (im Vergleich zum Mittel von 1981-2010)

+3.9 Grad Weitra (NÖ)

Relativ kältester Ort (im Vergleich zum Mittel von 1981-2010)

+0.9 Grad Zell am See (S)

Nasseste Orte

  • 636 Liter pro Quadratmeter Warth (V)
  • 598 Liter pro Quadratmeter Schröcken (V)
  • 506 Liter pro Quadratmeter Ebensee (OÖ)

Trockenster Ort

  • 37 Liter pro Quadratmeter Graz-Uni (ST)

Stärkste gemessene Windspitzen Niederungen

  • 126 km/h Innsbruck (T, 5., Sturm PETRA)
  • 125 km/h Rohrbach (OÖ, 10. Sturm SABINE)
  • 122 km/h Straßwalchen-Ederbauer (S, 11., Sturm SABINE)
  • 121 km/h Seibersdorf (NÖ, 23.), Podersdorf (B, 23., Sturm YULIA)

Stärkste gemessene Windspitzen Berge

  • 174 km/h Rudolfshütte (S, 5.2.)
  • 172 km/h Feuerkogel (OÖ, 23.2.)
  • 156 km/h Patscherkofel (T, 16.12.)

BIANCA bringt Sturm und Schnee

Sturmschäden zu befürchten

Sturmtief BIANCA zieht am Abend rasch über den Süden Deutschlands hinweg und liegt Freitagfrüh bereits über der Slowakei. An seiner Südflanke kommt stürmischer Westwind auf, die stärksten Böen sind am Alpenrand vom Bodensee über den Flachgau bis ins Salzkammergut zu erwarten.

Stürmische Nacht

Am Donnerstagabend kommt ab etwa 19 Uhr zunächst am Bodensee stürmischer Westwind auf, ab etwa 22 Uhr erreicht der Sturm den Flachgau und das Innviertel und gegen 02 Uhr am Freitag unter Abschwächung das Wiener Becken. In der Nacht ist zudem auch inneralpin wie etwa im Großraum Innsbruck und in der Obersteiermark mit Sturmböen zu rechnen. Am Freitag weht dann im Süden und Osten verbreitet kräftiger bis stürmischer Nordwestwind. Hier fällt der Sturm aber schwächer aus.

Prognose der Windböen von Do.abend bis Fr.abend von UCM. © UBIMET

Orkanböen am Alpennordrand

Der Schwerpunkt des Sturms liegt von Südbayern über den Flachgau bis ins Salzkammergut, in exponierten Lagen ist hier in der Nacht auf Freitag mit Orkanböen um 120 km/h zu rechnen! Auch sonst zeichnen sich an der Alpennordseite sowie in manchen Tallagen der Nordalpen allerdings teils schwere Sturmböen um 100 km/h ab.


Schnee in den Alpen

An der Alpennordseite sinkt die Schneefallgrenze am Donnerstagabend auf 800 bis 500 m ab und in der Nacht dann bis in tiefe Lagen. In den Alpen kommen oberhalb von etwa 900 bis 1200 m recht verbreitet 20 bis 30, im Arlberggebiet auch 40 cm Neuschnee zusammen. Auch in den Tallagen sowie gebietsweise in Oberösterreich ist aber mit ein paar Zentimetern Schnee zu rechnen. Entlang der Nordalpen muss man sich Donnerstagnacht bei teils stürmischem Wind mitunter auf tiefwinterliche Straßenbedingungen einstellen!

Neuschneeprognose bis Freitagnachmittag. © UBIMET

Am Freitag auch im Süden stürmisch

Im Wiener Becken und im östlichen Flachland liegen die Windspitzen in der zweiten Nachthälfte zwischen 70 und 90 km/h und somit wesentlich niedriger als etwa beim vergangenen Sturm YULIA. Im äußersten Nordosten bleiben die Böen meist unter 60 km/h. Am Dienstag gibt es im Süden und Osten recht verbreitet stürmische Böen von 60 bis 80 km/h, in prädestinierten Nordföhntälern von der Tauernschleuse über das Grazer Bergland bis zum Wechsel auch 90 km/h. Von Vorarlberg bis Oberösterreich lässt der Wind bereits nach und im Laufe des Nachmittags beruhigt sich das Wetter dann im ganzen Land.

Titelbild © https://www.noz.de/

Viel Neuschnee und schwerer Sturm – BIANCA zieht über Deutschland

Neuschnee

Stand Mitternacht

Mit den letzten Böen und Graphiken verabschieden wir uns von Ihnen/Euch und danken für die Aufmerksamkeit für unseren Liveticker.

  • Waging 101 km/h
  • Weihenstephan 100 km/h
  • Mühldorf 99 km/h
  • Gottfrieding 97 km/h

Maximale Böen © UBIMET/DWD

Top 10-Böen am 27.2.2020

 

Neuschneesumme am 27.2.2020 © UBIMET

Stand 23:00 Uhr – So allmählich verabschiedet sich BIANCA

Der Kern des Tiefs zieht nun über den Bayrischen Wald nach Tschechien ab.

Die Böen der letzten Stunde

  • Schongau 126 km/h
  • Chieming 104 km/h
  • Rotthalmünster 103 km/h
  • Waging 101 km/h

Satellitenbild von 22:55 Uhr © EUMETSAT/UBIMET

Stand 22:00 Uhr – Neue Böen

  • Chieming 120 km/h
  • München Franz-Josef-Strauß 107 km/h
  • Mühldorf 107 km/h
  • Wielenbach 100 km/h
  • München 97 km/h

Stand 21:40 Uhr – Probleme bei der Bahn

 

Stand 21:30 Uhr -Schneefall

Besonders nördlich des Tiefkerns fällt weiterhin teils ergiebig Schnee. Hier die Neuschneemengen der letzten 3 Stunden.

Neuschnee der letzten 3 Stunden © DWD/UBIMET

Stand 20:45 Uhr – Auch in den Nordalpen turbulent

Knapp 170 km/h wurden im Jura am Abend gemessen, 115 km/h auch in Tannheim in Österreich.

Stand 20:00 Uhr  – BIANCA erreicht Bayern

121 km/h in der letzten Stunde in Stötten auf der Schwäbischen Alb, 111 km/h in Schongau in Oberbayern!

Das Tiefzentrum ist sehr gut an den aktuellen Messwerten des Luftdrucks zu erkennen – um 20 Uhr lag der Kern ziemlich genau über der mittelfränkischen Seenplatte (990 Hektopascal in rot dargestellt):

Stand 19:15 Uhr – Schwere Sturmböen in Baden-Württemberg

Wie erwartet hat der Sturm den Südwesten Deutschlands erreicht, hier die Spitzenböen der vergangenen Stunde:

  • Weilheim-Bierbronnen 111 km/h
  • Pforzheim + Messstetten 103 km/h
  • Klippeneck 102 km/h
  • Kandern-Gupef 96 km/h
  • Karlsruhe 93 km/h

Stand 18:45 Uhr – Tiefzentrum erreicht Deutschland

Auf dem aktuellen Radarbild erkennt man gut das Tief BIANCA inkl. ihrer Fronten. Die Warmfront (rot) bringt nun auch dem Osten Bayerns Schnee, die Kaltfront (blau) erreicht nun Baden-Württemberg, teils sogar mit Gewittern!

Stand 18:15 Uhr – Baden-Württemberg im Fokus

Kürzlich wurden in Frankreich rund um die Vogesen Orkanböen bis 141 km/h (Belmont) gemessen…in diesen Minuten greift der Sturm auch auf den Rheingraben und den Schwarzwald über!

Stand 17:45 Uhr – Kurz vor Winterende markanter Neuschnee

Vielerorts hat es heute so viel geschneit wie den kompletten Winter nicht. Hierzu gehören auch die Ardennen in Belgien…

Stand 17:15 Uhr – Warmfront kommt ostwärts voran

Die Warmfront samt Regen und zumeist Schneefall ist inzwischen bis zur Linien Bielefeld-München vorangekommen. Auch im Großraum Frankfurt ist der Regen nun in Schnee übergegangen:

Im Schwarzwald (im sogenannten Warmsektor des Tiefs) jetzt aber Regen bis 800 m hinauf.

Stand 16:45 Uhr – Sturm etwas stärker als berechnet!

Vorsicht in den kommenden Stunden: Als erstes geht es demnächst mit dem Sturm in den südlichsten Teilen des Saarlands und Rheinland-Pfalz los, v.a. aber im westlichen Baden-Württemberg. Das Tief ist sogar etwas stärker als die Modelle es berechnet haben: In Frankreich wurden schon Böen von 90 bis 110 km/h gemessen, prognostiziert waren ca. 10-20 km/h weniger…

Stand 16:30 Uhr – Europa League-Spiel in Salzburg abgesagt

Stand 16:15 Uhr – 5 bis 10 cm Neuschnee

Hier mal ein Blick auf unsere Neuschneekarte. Verbreitet um 5 cm im Südwesten seit Mitternacht, Hochlagen Schwarzwald und Hunsrück sogar bis 10 cm:

Neuschneemengen seit Mitternacht
Neuschneemengen seit Mitternacht

Stand 15:45 Uhr – Aktuelle Neuschneehöhen

  • Freudenstadt 9 cm
  • Tholey 8 cm
  • Flughafen Hahn 6 cm
  • Berus 5 cm
  • Stuttgart 4 cm
  • Nürburg 2 cm

Stand 15:00 Uhr – Sturmtief BIANCA trifft Paris

Blick zu unseren Nachbarn nach Frankreich, hier wurden vor kurzem Böen von bis zu 117 km/h gemessen. Das war übrigens die höchste Windgeschwindigkeit in der französischen Hauptstadt seit 10 Jahren!

Stand 14:30 Uhr – Kräftiger Schneefall im Südwesten

 

Wie hier in Trier und in Idar-Oberstein schneit es derzeit von der Eifel und dem Westerwald hinab bis zum Schwarzwald kräftig! Die Schneefallgrenze: zwischen tiefen Lagen und rund 400 m (Schwarzwald)…

Stand 14:00 Uhr – Tief noch über Frankreich

Hier erst einmal ein Überblick über die betroffenen Regionen heute. Der Sturm ist v.a. südlich der Linie Saarbrücken-Regensburg ein Thema. Am Alpenrand haben wir die höchste Warnstufe ausgegeben:

Sturmwarnungen
Sturmwarnungen

Nördlich des Tiefs ist der Schnee das große Thema. Jetzt schon 6 cm Neuschnee in Tholey und 5 cm in Berus – beide im Saarland.

Schneewarnungen
Schneewarnungen

 

Quelle Titelbild: pixabay

BIANCA – Nächstes Tief mit Sturm und Schnee

Überraschendes Umdenken

In der heutigen Zeit kommt es selten vor, dass sich Wettermodelle im Kurzfristzeitraum markant ändern. Waren sie sich am gestrigen Montag noch einig bzgl. einer Zugbahn des Tiefs von Frankreich nach Norditalien und damit südlich der Alpen vorbei, besteht heute eine große Einigkeit bzgl. einer Zugbahn quer über Deutschland. Dies hätte das nächste Sturmereignis im Süden des Landes zur Folge, aufgrund der Kurzfristigkeit des allgemeinen Umdenkens ist jedoch noch von einer gewissen Unsicherheit auszugehen.

Zugbahn über Mitte Deutschlands

Nach aktuellem Stand verlagert sich das Tief BIANCA in den Abend- und Nachtstunden des Donnerstags mit seinem Zentrum etwa über den Mittelgebirgsraum und weiter über Tschechien hinweg nach Osten und erreicht am Freitagmorgen bereits die Ukraine. An seiner Südflanke kommt stürmischer Westwind auf. Wie auch in der jüngeren Vergangenheit deuten sich damit vor allem in Bayern und Baden-Württemberg Sturmböen und teils schwere Sturmböen an.

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Böen bis zu 110 km/h

Am späten Donnerstagnachmittag kommt zunächst im Saarland und im südlichen Rheinland-Pfalz stürmischer Westwind auf, am frühen Abend erreicht der Sturm die Schwäbische Alb und gegen Mitternacht bereits die Grenzregion zu Tschechien und Österreich.  In diesen Regionen erscheinen nach jetzigem Stand über einen kurzen Zeitraum von wenigen Stunden gebietsweise schwere Sturmböen zwischen 90 und 100 km/h als möglich, insbesondere südlich der Donau sind auch orkanartige Sturmböen bis 110 km/h nicht auszuschließen.

Verbreitet Neuschnee

Mit der Passage des Tiefs deutet sich auch das größte Schneefallereignis dieses Winters an. Bereits ab dem Nachmittag ist in der Mitte und im Süden mit aufkommendem Schneefall zu rechnen. Während es sich im Süden auch phasenweise um Regen handelt, dürfte es im Mittelgebirgsraum über mehrere Stunden bis in tiefe Lagen schneien. Über Nacht auf Freitag deuten sich hier beachtliche Mengen von teils über 20 cm an, südlich der Donau sind immerhin flächig zwischen 5 und 10 cm möglich. Wahrscheinlich zu mild für Neuschnee bleibt es nach derzeitigem Stand im Rhein-Main-Gebiet und im Oberrheingraben.

 

 

Titelbild: Wahrscheinliche Zugbahn des Sturmtiefs BIANCA @ NOAA, UBIMET

BIANCA – Nächstes Sturmtief droht

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Überraschendes Umdenken

In der heutigen Zeit kommt es selten vor, dass sich Wettermodelle im Kurzfristzeitraum markant ändern. Waren sie sich am gestrigen Montag noch einig bzgl. einer Zugbahn des Tiefs von Frankreich nach Norditalien und damit südlich der Alpen vorbei, besteht heute eine große Einigkeit bzgl. einer Zugbahn entlang der Alpennordseite. Dies hätte das nächste Sturmereignis in Österreich zur Folge, aufgrund der Kurzfristigkeit des allgemeinen Umdenkens ist jedoch noch von einer gewissen Unsicherheit auszugehen.

Zugbahn über Bayern und Tschechien

Nach aktuellem Stand verlagert sich das Tief BIANCA in den Abend- und Nachtstunden des Donnerstags mit seinem Zentrum etwa über den Norden Bayerns und weiter über Tschechien hinweg nach Osten und erreicht am Freitagmorgen bereits die Ukraine. An seiner Südflanke kommt stürmischer Westwind auf. Wie auch in der jüngeren Vergangenheit deuten sich damit vor allem vom Bodensee über das Außerfern bis Ober- und Niederösterreich, Wien und das Nordburgenland Sturmböen und schwere Sturmböen an.

Wahrscheinliche Zugbahn des Sturmtiefs BIANCA @ NOAA, UBIMET

Böen bis zu 110 km/h

Am frühen Donnerstagabend kommt zunächst am Bodensee, im Außerfern und bald auch am Achsensee stürmischer Westwind auf, am späten Abend erreicht der Sturm Oberösterreich und nach Mitternacht am Freitag bereits Wien und das östliche Flachland. In diesen Regionen erscheinen nach jetzigem Stand über einen kurzen Zeitraum von wenigen Stunden gebietsweise schwere Sturmböen zwischen 90 und 100 km/h als möglich, insbesondere im oberösterreichischen Zentralraum sowie zwischen der Donau und den Alpen sind auch orkanartige Sturmböen bis 110 km/h nicht auszuschließen. Mit der Kaltfront ist schließlich auch im Rheintal sowie inneralpin von Tirol bis in die Obersteiermark mit stürmisch auffrischendem Nordwestwind und Böen von 60 bis 80, lokal wie etwa im Inn- und Ennstal mit bis zu 90 km/h zu rechnen. Im Süden spielt der Wind keine Rolle.

Während sich der Wind im Westen nach Kaltfrontdurchgang am Freitag rasch wieder beruhigt, weht er entlang der Donau und im östlichen Flachland bis in den Nachmittag hinein anhaltend lebhaft bis kräftig aus Nordwest mit Böen zwischen 60 und 80 km/h. Auch entlang des Steirischen Randgebirges über die Bucklige Welt bis ins Mittelburgenland sind dann stürmische Böen möglich.

 

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Nach Sturm YULIA kommt zur Wochenmitte der Spätwinter

Sturmtief YULIA zog am Sonntag von Deutschland über Südpolen ostwärts und sorgte besonders ab dem späten Sonntagnachmittag an der Alpennordseite für Sturm. Mit dem Sturm stiegen die Temperaturen am Sonntagabend immer weiter an und erreichten in Innsbruck um 20:40 Uhr einen Spitzenwert von 20,7 Grad.

Höchstwerte am Sonntag

Ähnlich mild verlief der Abend aber auch von der Obersteiermark über das Wiener Becken bis ins Nordburgenland. Erst mit Durchzug der Kaltfront in der zweiten Nachthälfte kühlte es wieder spürbar ab.

Sturm- und Orkanböen im Flachland

Am Höhepunkt des Sturm am späten Sonntagabend traten an der Alpennordseite verbreitet schwere Sturmböen um die 100 km/h auf, die für den einen oder anderen Baum zu viel waren. Im östlichen Flachland gab es lokal auch Orkanböen, so wurden in Seibersdorf oder Podersdorf Spitzenböen von 121 km/h registriert.

Die stärksten Windböen pro Bundesland

Deutlich heftiger tobte der Sturm noch auf den Bergen, auf dem 460 m hohen Buchberg im Wienerwald gab es Böen von bis zu 151 km/h und am Feuerkogel wurden 172 km/h gemessen.

Windspitzen auf den Bergen mit Ausnahme des Burgenlands

Noch höhere Windgeschwindigkeiten gab es am Schneeberg, hier registrierte die Messstation des niederösterreichischen Lawinenwarndienstes sogar Böen von knapp über 250 km/h!

Zur Wochenmitte winterlich

Mit dem Sturm geht es am Montag aber rasch zu Ende und eine Warmfront sorgt an der Alpennordseite noch für etwas Regen. Hinter der Front verläuft der Dienstag wieder ausgesprochen mild und besonders in der Osthälfte auch freundlich. Am Abend nähert sich aus Westen aber eine Kaltfront, die eine nachhaltige Abkühlung bringt. In Verbindung mit einem Oberitalientief sorgt sie Dienstagnacht verbreitet für Niederschlag, wobei die Schneefallgrenze allmählich bis in viele Tallagen absinkt.

Prognostizierte Niederschlagssumme von Dienstag- bis Mittwochabend

Der Mittwoch gestaltet sich im Bergland wechselhaft mit Schauern, die Schneefallgrenze liegt dabei von Nord nach Süd zwischen 400 und 700 m. Vereinzelt kommt es von Vorarlberg bis Oberösterreich auch zu Graupelgewittern bis in tiefe Lagen.

Tief YULIA bringt teils schwere Sturmböen

Sturmgefahr

Fazit:

Das Sturmtief YULIA sorgte am Sonntag verbreitet für Sturmböen, verschont blieb nur der Nordosten sowie der äußersten Südwesten des Landes.

Windspitzen am Sonntag

Besonders knapp südlich des Tiefdruckkerns von NRW über den Harz bis nach Sachsen sowie im Alpenvorland gab es auch verbreitet schwere Sturmböen um die 100 km/h.

Die 15. stärksten gemessenen Böen am Sonntag

Aber nicht nur der Sturm war ein Thema, sondern vor allem im Hochsauerland und im Harz auch der ergiebige Dauerregen. So manch kleiner Fluss schwoll bedrohlich an, zu größeren Ausuferungen kam es aber glücklicherweise nicht. Am meisten Regen fiel in Braunlage mit 65 l/m².

Top-Niederschlagsmengen am Sonntag


Deutschland liegt derzeit zwischen Tief XANTHIPPE über Skandinavien und Hoch GÜNTER über Südeuropa unter dem Einfluss einer starken, westlichen Höhenströmung. Eingebettet in diese Strömung entsteht derzeit über den Britischen Inseln Tief YULIA, welches im Tagesverlauf rasch über den Norden unseres Landes hinwegzieht. Auf der folgenden Grafik seht ihr die Situation am heutigen Nachmittag – YULIA dann schon über Brandenburg.

Die Druckverteilung am Sonntagnachmittag. © UBIMET

Südlich des Tiefzentrums von YULIA kommt starker bis stürmischer Westwind auf, besonders in einem Streifen vom Ems- und Münsterland über Nordhessen und den Harz bis nach Sachsen und Südbrandenburg sind örtlich auch schwere Sturmböen um 100 km/h zu erwarten (dunkelorange + rot in der nächsten Grafik).

Die Position von Tief YULIA um 16 Uhr und die stärksten Böen von 13 Uhr bis 19 Uhr (Stand: So, 1 Uhr) © ECMWF/UBIMET

Der Teufel steckt im Detail

Die stärksten Böen im Flachland treten wie immer unmittelbar südlich des Tiefzentrums auf, somit kann eine geringe Verschiebung der Zugbahn in manchen Regionen bereits große Auswirkungen haben. Die letzten Modellläufe haben den Tiefkern über Deutschland tendenziell leicht nordwärts verschoben, weshalb für die Regionen von Hannover über die Mitte Sachsen-Anhalts bis zur Niederlausitz die Wahrscheinlichkeit für teils schwere Sturmböen um 100 km/h im Vergleich zu den gestrigen Modellen deutlich gestiegen ist.

Modellprognose der Windböen am Sonntag (Stand: So, 1 Uhr). © UBIMET

Auch im Süden kommt stürmischer Westwind auf, dabei sind Sturmböen zwischen 70 und 90 km/h besonders in Mittelfranken und am Alpenrand zu erwarten. Sonst gibt es in der Südhälfte recht verbreitet stürmische Böen zwischen 60 und 75 km/h, nur am Oberrhein und am Bodensee bleiben die Windspitzen unter den Warnschwellen.

Titelbild © Adobe Stock

Staubsturm auf den Kanarischen Inseln

Eingeschränkte Sicht durch Saharastaub.

Auf dem folgenden Satellitenfilm sieht man toll, wie es den Sand bzw. den Staub von der Sahara westwärts auf den Atlantik weht und somit auch die Kanarischen Inseln erfasst. Diese Wetterlage ist auf dem Archipel nix ungewöhnliches und besitzt mit „Calima“ sogar einen eigenen Namen.

Mit dem Wind aus Afrika kommt aber nicht nur Staub, sondern auch ungewöhnlich heiße Luft für diese Jahreszeit. Hier mal die Höchsttemperaturen am heutigen Sonntag (bislang). Auf Teneriffa und Gran Canaria über 30 Grad!

Höchstwerte auf den Kanarischen Inseln.
Höchstwerte auf den Kanarischen Inseln.

Besonders an den Küsten der Inseln sowie in erhöhten Lagen frischt stürmischer Ostwind auf, zum Teil sogar in Orkanstärke. Hier die Spitzenböen von Sonntag:

Spitzenböen auf den Kanarischen Inseln.
Spitzenböen auf den Kanarischen Inseln.

Abschließend noch ein paar Eindrücke von den Kanaren, startend mit Puerto del Carmen auf Lanzarote…

…Jandia im Süden Fuerteventuras…

…und noch Gran Canaria:

Quelle Titelbild: pixabay

Tief YULIA sorgt für stürmischen Wochenausklang

Symbolbild für eine Sturmwarnung. © Olaf Naami; shutterstock.com

In diesen Stunden erreicht das Tief YULIA von der Nordsee her die Benelux-Länder, ihr weiterer Weg führt sie über den Norden Deutschlands nach Polen. Hier die Lage des Tiefs heute Nachmittag:

Bodendruckkarte am Sonntagnachmittag

An der engen Drängung der Isobaren (Linien gleichen Luftdrucks, im Bild rot und blau dargestellt) sieht man schon, dass es südlich des Tiefs – und somit auch in Österreich – sehr windig wird. Dabei legt der Wind heute Nachmittag an der Alpennordseite und im Osten sukzessive zu und erreicht in Böen bereits 60-90 km/h.

Höhepunkt abends und nachts

Die stärksten Böen erwarten wir aber unmittelbar vor sowie mit Durchzug der Kaltfront von YULIA in den Abend- und Nachtstunden! Dann frischt der West- bis Nordwestwind vom Innviertel bis zum Mittelburgenland verbreitet mit 70-90 km/h auf, schwere Sturmböen von 90 bis 110 km/h gibt es vom Wienerwald ostwärts.

Hier unsere Warnungen, die ihr auf uwz.at stets aktuell sehen könnt:

 

Die Sturmwarnungen für das Tief YULIA.
Die Sturmwarnungen für das Tief YULIA.

Wetterberuhigung am Montag

Zu Beginn der neuen Woche ist der ganze Spuk schon wieder vorbei, Tief YULIA dreht morgen bereits über der Ukraine ihre Runden. Somit muss man bis zum späten Vormittag im Osten noch mit kräftigem Nordwestwind rechnen, mehr als 60 km/h sind in Böen aber kaum noch zu erwarten. Die restliche Woche verläuft dann zwar an der Alpennordseite windig, ein markantes Sturmereignis steht uns aber erstmal nicht mehr bevor.

Quelle Titelbild: shutterstock

Starker Polarwirbel verursacht Ozonabbau über dem Nordpol

Das bekannteste Merkmal der polaren Stratosphäre ist der Polarwirbel. Dieser führt zu weit verbreiteten Veränderungen im Wettersystem, hat aber auch Auswirkungen auf die Chemie der Atmosphäre, insbesondere in der Ozonvariation. Meistens werden die Wechselwirkungen zwischen dem Polarwirbel und der Ozonzerstörung über dem Südpol (Antarktis) beobachtet, nun rückt der heuer besonders stark ausgebildete arktische Polarwirbel und seine potentielle Rolle für die seltener stattfindende Ozonzerstörung über dem Nordpol ins Blickfeld der wissenschaftlichen Untersuchungen.

Ozonloch am Nordpol?

Über den arktischen Polarwirbel in der Stratosphäre und seine Beziehung zum Winterwetter in Europa haben wir bereits an einer anderen Stelle berichtet (siehe hier). Nun sieht es so aus, als könnte dieses stratosphärische Zirkulationsphänomen auch Auswirkungen auf den Ozonabbau über der Arktis haben. Der Ozonabbau in der Stratosphäre ist deswegen besorgniserregend, weil die Ozonschicht in der Stratosphäre über 95 bis 99 % der ultravioletten Sonnenstrahlung absorbiert, vor allem die gefährliche UV-B Strahlung.

Für den Ozonabbau sind vor allem sehr niedrigeTemperaturen und das Sonnenlicht notwendig, damit die Bildung von sog. polaren Stratosphärenwolken (engl. Polar Stratospheric Clouds – PSC) möglich wird. Die Stratosphärenwolken bilden sich oberhalb etwa 20 km Höhe und bestehen aus Schwefelsäure- oder Salpetersäurekristallen (Typ I). Wenn die Temperaturen unterhalb etwa -85 °C sinken, auch aus Eiskristallen (Typ II). Ihrem Aussehen nach werden sie auch Perlmuttwolken genannt.

Diese Wolken dienen als Oberflächen für verschiedene chemische Reaktionen während der Polarnacht, die dann zum Ende der Polarnacht durch eintreffende Solarstrahlung im Endeffekt zum Ozonabbau führen. Besonders effektiv dabei sind die Wolken vom Typ II. Normalerweise kommt es selten vor, dass in der Arktis solch niedrige Temperaturen auftreten, in der Antarktis dagegen häufig – deswegen finden diese Vorgänge meistens in der Antarktis statt.

Ungewöhnlich kalt in der Stratosphäre

In diesem Winter scheinen die Bedingungen auch auf der Nordhalbkugel perfekt zu sein. Während der Polarnacht auf der Nordhemisphäre wurden im Jänner und Februar extrem niedrige Temperaturen beobachtet, die zur Ausbildung von Stratosphärenwolken vom Typ II führten. Diese wurden heuer oft beobachtet, wie wir auch in unserem früheren Artikel berichtet haben.

Zeitlicher Verlauf der zonalen Mitteltemperatur
Zeitlicher Verlauf der zonalen Mitteltemperatur in etwa 20 km Höhe. Dunkelblaue Bereiche bezeichnen gute Bedingungen für PSC Typ II. Quelle: NOAA

Minimum Temperatur in etwa 20 km Höhe.
Minimum Temperatur in etwa 20 km Höhe. Unterhalb der unteren grünen Linie (~ -85°C) ist die Bildunf von PSC Typ II möglich. Quelle NOAA.

Das Zusammenspiel scheint auch schon Wirkung zu zeigen, denn Beobachtungen zeigen, dass die aktuelle Ozonkonzentration über dem Nordpol einen rekordverdächtig niedrigen Wert im Vergleich zum Winter 2018/19 sowie im jahrelangen Vergleich erreicht hat.

Ozonkonzentration über dem Nordpol.
Ozonkonzentration über dem Nordpol. Der aktuelle Wert (rot) liegt deutlich unter dem Vorjahreswert (blau) sowie einem langjährigen Mittelwert. Quelle: NOAA.

Titelbild: Adobe Stock

 

Schnee, Hagel und Graupel

Graupelkörner auf dem Boden©Jne Valokuvaus

Das wechselhafte Wetter sorgt in diesen Wochen immer wieder für frühlingshaftes Wetter mit Schauern und Graupelgewittern. Letzterer wird sehr häufig mit Hagel verwechselt.

Ist Graupel kleiner Hagel?

Fälschlicherweise wird Graupel oftmals als kleiner Hagel abgetan, eigentlich ist Graupel aber noch eine Schneeart. Durch anfrieren unterkühlter Wassertröpfchen werden Schneekristalle zu kleinen bis 5 mm großen Kügelchen verklumpt. Dazu ist die Dichte von Graupel geringer als von Hagel und die Oberfläche eher rau. Dadurch fallen sie langsamer und können keinen direkten Schaden anrichten, sie können allerdings in kürzester Zeit für rutschige Fahrbahnen sorgen.

Höhenkaltluft

Graupelschauer entstehen vor allem dann, wenn die Luft in einigen Kilometern Höhe sehr kalt ist. Im Winterhalbjahr sind Temperaturen von unter -30 Grad in rund 5 Kilometern Höhe keine Seltenheit. Wenn es dann am Boden gleichzeitig leichte Plusgrade gibt, dann ist der Temperaturunterschied von etwa 35 oder 40 Grad groß genug, dass sich kräftige Schauer oder Gewitter bilden können. In diesen Schauerwolken vermischen kräftige Auf- und Abwinde Schneeflocken mit unterkühlten Wassertröpfchen, die beim Zusammenwachsen schließlich zu Graupel werden und Richtung Erdoberfläche fallen.

Glätte und Böen

Da der Wechsel von Sonne hin zu kräftigen Schauern und umgekehrt oftmals sehr rasch vonstatten geht und daher für viele überraschend erfolgt, sind besonders Autofahrer nicht zu unterschätzenden Gefahren ausgesetzt. Innerhalb nur weniger Augenblicke können die Straßen nämlich von Schnee oder Graupel bedeckt sein und entsprechend für eine erhöhte Glättegefahr sorgen. Weiters kommt es meist auch zu einer Einschränkung der Sichtweite und zu stürmischen Böen.

Tief WILTRUD bringt Donnerstagnacht Sturmböen

Sturm UWE zieht auf

Die anhaltende Westlage sorgt derzeit etwa im Wochentakt für markante Tiefausläufer in Mitteleuropa. Das bislang heftigste Ereignis war Sturm SABINE am 9. und 10. Februar, welches verbreitet für teils schwere Sturmböen und im Süden örtlich für Orkanböen gesorgt hat. Knapp eine Woche später, am 16. Februar, gab es mit Sturm VICTORIA besonders im Westen und Nordwesten örtlich schwere Sturmböen bzw. ganz vereinzelt auch Orkanböen.

Tief WILTRUD

Am Donnerstag lebt in höheren und exponierten Lagen des Harzes, der Eifel und des Schwarzwalds starker Südwestwind auf. In den Abendstunden kommt dann im Westen und Nordwesten mit Durchzug einer markanten Kaltfront kurzzeitig stürmischer Westwind mit Böen meist zwischen 70 und 90 km/h auf.

Die Lage der Front am Donnerstagabend um 19 Uhr Lokalzeit (RACE). © UBIMET

In der Nacht erfasst die Front in Abgeschwächter Form auch den Süden und Osten des Landes, dabei sind besonders am Alpenrand aber weiterhin stürmische Böen von 60 bis 70 km/h zu erwarten. Im Westen lässt der Wind bereits rasch wieder nach. Die Schneefallgrenze sinkt mit Durchzug der Front im Mittelgebirgsraum gegen 500 m ab, in höheren Lagen kommen ein paar Zentimeter Neuschnee zusammen.

Sturmwarnungen von Donnerstagabend bis Freitagmorgen. © uwr.de

Schwere Sturmböen sind nach derzeitigem Stand nur ganz vereinzelt zu erwarten, weshalb das Ereignis in Summe also deutlich schwächer als etwa VICTORIA ausfällt.

Stürmischer Sonntag

Auch am Wochenende setzt sich die Westwetterlage fort, somit bleibt das Potential für Stürme erhöht. Besonders am kommenden Sonntag sind mit Durchzug eines Randtiefs neuerlich schwere Sturmböen möglich. Welche Regionen davon aber in erster Linie betroffen sein werden, ist derzeit noch sehr unsicher, da dies von der exakten Zugbahn des Randtiefs abhängt.

Milder Winter: Ostsee nahezu eisfrei

Im langjährigen Mittel sollten die nördlichen Teile der Ostsee in dieser Jahreszeit nahezu vollständig gefroren sein, so beträgt die durchschnittliche Eisdicke Mitte Februar im Bottnischen und Finnischen Meerbusen 20 bis 40, im äußersten Norden auch 50 cm.

Aktuelle Eisausdehnung (links) im Vergleich zum Mittel (rechts). © FMI

Derzeit sind weite Teile der Ostsee weiterhin eisfrei, lediglich an den Küsten des Bottnischen Meerbusens gibt es geschlossenes Eis. Die Wassertemperaturen liegen in einigen Gebieten sogar noch zwischen +1 und +3 Grad. Verantwortlich dafür ist in erster Linie der außergewöhnlich milde Winter.

Starker Polarwirbel

Eine entscheidende Rolle für den westwinddominierten Winter spielt der stratosphärische Polarwirbel. Er ist heuer nämlich sehr stark ausgeprägt und hält die arktische Kaltluft in den hohen Breiten zurück. Dies begünstigt einen von West nach Ost verlaufenden Jetstream und etwaige Kaltlufteinbrüche in den mittleren Breiten sind nur von kurzer Dauer.

Perfekt symmetrischer Polarwirbel in etwa 20 km Höhe. © ECMWF

Westwindwinter

Wenn man die Anomalien von Luftdruck und Temperatur seit Winterbeginn betrachtet, so fällt auf, dass es besonders in einem Streifen von den Färöer-Inseln über Skandinavien bis Russland deutlich mehr Tiefdruckeinfluss als üblich gab.

Druckabweichung seit Winterbeginn. © ESRL / NOAA

Am Südrand dieser Tiefs wurde aus Westen milde Atlantikluft bis nach Russland geführt, weshalb es im Flachland praktisch nirgendwo nennenswerten Schnee gab. Besonders extrem fallen die Temperaturabweichungen von Schweden und Polen ostwärts aus.

Temperaturabweichung seit Winterbeginn. © ESRL / NOAA

Viel Schnee im hohen Norden

Der Winter war in Europa außegewöhnlich schneearm, eine Ausnahme stellt allerdings der äußerste Norden Skandinaviens dar: Am Nordrand der Tiefs gab es in Finnmark und Nordfinnland schubweise Neuschnee, teilweise wurden sogar neue Schneerekorde aufgestellt. Auch auf Spitzbergen gab es nach langer Zeit mal wieder unterdurchschnittliche Temperaturen.

Im Norden Norwegens liegt viel Schnee (Finnmark) . © MET Norway

Im Süden Norwegens liegt kaum Schnee (nördlich von Oslo). © MET Norway

Titelbild © Adobe Stock

Winter 2019/2020 auf Rekordkurs

Matterhorn

Der bislang wärmste Winter in der Schweiz war der Winter 2006/2007. Auf Rang 2 liegt der Winter 1989/1990, Rang 3 belegt der Winter 2013/2014. Die Werte liegen seit 1865 vor.

Winter 2019/2020 auf Rekordkurs

Nach aktuellem Stand wird der Winter 2019/2020 schweizweit der wärmste Winter seit Messbeginn 1864 werden. Denn nach aktuellem Stand bringen auch die nächsten Tage bis einschliesslich kommendem Wochenende und voraussichtlich auch dem darauf folgenden Wochenstart ziemlich mildes Wetter. Somit löst der Winter 2019/2020 den Winter 2006/2007 an der Spitze ab. Der aktuelle Winter dürfte schweizweit betrachtet 2.9 Grad über dem Durchschnitt der Normperiode von 1981 bis 2010 sowie 3.5 Grad über dem Durchschnitt von 1961 bis 1990 zu liegen kommen.

Vielfach noch kein messbarer Schnee im Flachland

Nicht nur in den Bergen herrscht gebietsweise Schneemangel, im Flachland gab es bisher vielerorts noch gar keine Schneedecke. So konnte in Basel, Genf, Luzern und Zürich-Kloten bisher noch kein Neuschnee verzeichnet werden. Messtermin ist jeweils am Morgen um 6 Uhr UTC, also um 7 Uhr Schweizer Zeit. Von den hier betrachteten Stationen konnte nur in Bern am 13.12.2019 mit 6 Zentimetern und in Locarno-Monti am 14.12.2019 mit 3 Zentimetern etwas Neuschnee verzeichnet werden. Zum Teil wurde bereits der Rekord für den spätesten Termin des ersten Schnees gebrochen, dies beispielsweise in Luzern. Während es im Süden bereits Winter bzw. Winterhalbjahre ohne Schnee gegeben hat, war dies im Norden noch nie der Fall. Der späteste erste Schnee beispielsweise in Genf gab es am 20. März 2008, in Basel am 23. März2008.

Wenige bis keine Eistage, wenig Frost

Eistage gab es in Basel, Genf, Locarno-Monti und Luzern bisher keine, in Luzern wurde ein einzelner Eistag verzeichnet. In Bern und Zürich waren es bisher deren 4. Doch selbst diese Zahlen liegen deutlich unter den durchschnittlich in einem Winterhalbjahr zu erwartenden Eistagen, wie der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen ist. Auch Frosttage gab es bislang relativ wenige in diesem Winterhalbjahr.

Station Frosttage 2019/20 Frosttage nach Normperiode 1981-2010 Eistage 2019/20 Eistage nach Normperiode 1981-2010 Tage mit Neuschnee 2019/20 Max. Schneehöhe 2019/20
Basel 31 64 0 13 0 0 cm
Bern 53 104 4 23 1 6 cm
Genf 40 77 0 9 0 0 cm
Locarno-Monti 9 30 0 1 1 3 cm
Luzern 35 84 1 19 0 0 cm
Zürich-Kloten 51 92 4 20 0 0 cm

Quelle Titelbild: pixabay

Februar auf Rekordkurs?

Seit Monatsbeginn befindet sich Österreich in einer milden Westströmung, in der kräftige Tiefdruckgebiete bereits für Sturm und an der Alpennordseite viel Regen gesorgt haben. Eine Phase mit winterlichem Wetter und Dauerfrost gab es bisher nicht. So ist es auch wenig verwunderlich, dass der Februar bisher rund 4,8 Grad zu mild verlief.

Bisherige maximale und minimale Temperaturabweichungen

Vor allem im Donauraum und im östlichen Flachland sind die Abweichungen mit +5 bis +6 Grad enorm. So gab es in Wien im bisherigen Monat noch keinen zu kalten Tag. Bei diesem windigen und milden Wetter gibt es kaum Morgenfrost und die Mitteltemperatur liegt bei Weitem über dem Durchschnitt. Etwas geringer sind die Abweichungen in den windschwachen und schneebedeckten inneralpinen Tälern.

Weiterhin viel zu mild

Auch in der zweiten Monatshälfte setzt sich wohl großteils das milde Westwetter fort. Somit muss man wohl zu Monatsende mit einer positiven Temperaturabweichung von 3,5 bis 4,0 Grad rechnen. Doch ist das rekordverdächtig?

Ähnlich mild verliefen der Februar im Jahr:

  • 2019 mit +3,2 Grad
  • 2016 mit +3,6 Grad
  • 2007 mit +3,7 Grad
  • 2002 und 1998 mit +4,0 Grad

All diese Jahre könnte der Februar 2020 überbieten, allerdings dürfte wohl der Februar 1990 und 1966 mit einer positiven Abweichung von +4,3 Grad wohl außer Reichweite sein. Eine Top-Platzierung ist dem heurigen Februar also sicher, rekordverdächtig dürfte er aber nicht sein.

Nasser Norden, trockener Süden

Die beständige West- bis Nordwestwetterlage hat in den vergangenen Wochen auch zu großen Kontrasten beim Niederschlag zwischen Nord- und Südalpen geführt. Während an der Alpennordseite teilweise schon das dreifache des üblichen Monatsniederschlags gefallen ist, fielen im Süden nur wenige Liter vom Himmel.

Bisherige Niederschlagsabweichung im Februar

Auch der Jänner verlief im Süden knochentrocken und auch für die zweite Monatshälfte ist kaum Niederschlag in Sicht!

Bisherige Niederschlagsabweichung im Jahr 2020

Das großräumige Strömungsmuster und damit bei uns das Westwetter dürfte sich erst ändern, wenn der heuer sehr stark ausgeprägte Polarwirbel zusammenbricht. Dies passiert durch die zunehmende Tageslänge im Laufe des März, dann werden die Wetterkarten neu gemischt.

Titelbild: Adobe Stock

Sturm, Orkan und die Beaufortskala

Sturm Orkan

Phänomenologisch beschreibt die Beaufortskala die Wirkung der Windgeschwindigkeit, sowohl auf dem Land als auch auf dem Meer, in 13 Stärken bzw. Stufen von 0 (= Windstille, Flaute) bis 12 (= Orkan).

Beaufort
km/h Bezeichnung der Windstärke Bezeichnung des Seegangs Wirkung auf dem Land
0 0-1 Windstille, Flaute völlig ruhige, glatte See keine Luftbewegung
1 1-5 leichter Zug Ruhige, gekräuselte See kaum merklich, Windfahnen unbewegt
2 6-11 leichte Brise schwach bewegte See Blätter rascheln, Wind im Gesicht spürbar
3 12-19 schwache Brise schwach bewegte See Blätter und dünne Zweige bewegen sich
4 20-28 mäßige Brise leicht bewegte See Zweige bewegen sich
5 29-38 frische Brise mäßig bewegte See größere Zweige und Bäume bewegen sich, Wind deutlich hörbar
6 39-49 starker Wind grobe See dicke Äste bewegen sich, hörbares Pfeifen
7 50-61 steifer Wind sehr grobe See Bäume schwanken, Widerstand beim Gehen gegen den Wind
8 62-74 stürmischer Wind mäßig hohe See große Bäume werden bewegt, beim Gehen erhebliche Behinderung
9 75-88 Sturm hohe See Äste brechen, kleinere Schäden an Häusern, beim Gehen erhebliche Behinderung
10 89-102 schwerer Sturm sehr hohe See Bäume werden entwurzelt, Baumstämme brechen, größere Schäden an Häusern; selten im Landesinneren
11 103-117 orkanartiger Sturm schwere See heftige Böen, schwere Sturmschäden, schwere Schäden an Wäldern, Gehen ist unmöglich; sehr selten im Landesinneren
12 >117 Orkan außergewöhnlich schwere See schwerste Sturmschäden und Verwüstungen; sehr selten im Landesinneren

Sturm und Orkan

Als Sturm werden mittlere Windgeschwindigkeiten (über 10 Minuten gemessen) von mindestens 75 km/h oder 9 Beaufort bezeichnet. Wenn ein Sturm eine Windgeschwindigkeit von mindestens 118 km/h oder 12 Beaufort erreicht, spricht man hingegen von einem Orkan. Erreicht der Wind nur kurzzeitig Sturmstärke, also für wenige Sekunden, so spricht man von Sturmböen bzw. ab 118 km/h von Orkanböen. Beispielsweise wenn der Wind im Mittel mit 45 km/h weht, es aber Böen von 75 km/h gibt, handelt es sich nicht um einen Sturm, sondern um starken Wind mit Sturmböen. Manche Wetterdienste sprechen von einem Sturmtief allerdings bereits ab mittleren Windgeschwindigkeiten der Stärke 8  bzw. von einem Orkantief ab mittleren Windgeschwindigkeiten der Stärke 11.

Francis Beaufaurt

Die Beaufortskala verdankt ihren Namen den britischen Hydrographen Francis Beaufort, der die Skala 1806 das erste mal in dieser Form veröffentlichte. Gute 30 Jahre später wurde die Skala dann von der britischen Admiralität als verbindlich eingeführt, allerdings ohne auf Beaufort Bezug zu nehmen. Erst 1906 machte der britische Wetterdienst diese als ‚Beautfortskala‘ bekannt.

Titelbild © Adobe Stock

Nach dem Sturm ist vor dem Sturm

Sturm VICTORIA sorgte am Sonntag beinahe landesweit für einen außergewöhnlich milden Februartag. Am wärmsten wurde es dabei in Müllheim im Breisgau mit 21,5 Grad, das bedeutet neuen Dekadenrekord. Dazu gab es einige neue Monatsrekorde, wie etwa mit 17,4 Grad in Hamburg. Hier wurde der alte Rekord von 1959 knapp überboten.

Höchstwerte am Sonntag 16. Februar

Stürmischer Nordwesten

Am Abend erreichte dann die dazugehörige Kaltfront den Westen und Norden des Landes und sorgte verbreitet für schwere Sturmböen von 90 bis 100 km/h. Lokal gab es auch Orkanböen mit bis zu 140 km/h etwa in Bremervörde. Dadurch gab es Beeinträchtigungen im Bahnverkehr und für so manchen Baum war der Sturm zu viel.

Spitzenböen am Sonntag

Die Kaltfront liegt nun quer über Deutschland und erreicht bis zum Abend die Alpen. Allerdings ist es mit dem Sturm bereits vorbei und somit bleibt der Süden des Landes von VICTORIA verschont.

Unbeständige Woche

Auch in den kommenden Tagen sorgen Tiefs und die dazugehörigen Fronten für unbeständiges Wetter, vor allem in der Nordhälfte bleibt es auch windig. Gerade Am Mittwoch stellt sich richtiges Aprilwetter ein mit Schauer und Graupelgewitter. Ab Samstag nehmen dann die Druckgegensätze zwischen Nord- und Südeuropa wieder zu.

Stürmischer Karnevalsabschluss

Mit dem Höhepunkt des Karnevals nimmt auch die Sturmgefahr wieder zu. Ab dem Wochenende ziehen kräftige Tiefs knapp nördlich an Deutschland vorbei und bringen den einen oder anderen Sturm mit sich. Ob darunter auch so mancher Karnevalsumzug zu Beginn der kommenden Woche leiden wird, bleibt noch abzuwarten. Das Potential für einen stärkeren Sturm ist allerdings gegeben.

Titelbild: Adobe Stock

Sonnenskilauf: Was ist Firn?

In den Niederungen mehren sich die Frühlingsanzeichen, im Hochgebirge wächst die Schneedecke hingegen weiter an. Während die Schneelage in tieferen Regionen, wie schon so häufig in diesem Winter, dürftig ist, haben sich besonders in den Nordalpen in Lagen oberhalb von 1500 bis 2000 m in den vergangenen Wochen größere Schneemengen angehäuft. Diese stellen in hochgelegenen Skigebieten in den kommenden Wochen die Unterlage für den Sonnenskilauf bereit.

Entstehung von Firn

Damit ist die Zeit des Firns, der sich besonders gut zum Skifahren eignet, gekommen. Allerdings gibt es Unterschiede in der Bedeutung des Wortes Firn, zunächst geht es hier um den Firn im Sinne der Skifahrer und Liftbetreiber. Durch die im Spätwinter oft noch kalten Luftmassen und/oder klaren Nächte gefriert der vorher leicht nasse Schnee über Nacht, tagsüber taut er dann wieder in der Sonne. Wenn der Schnee mehrere dieser Zyklen durchläuft, bildet sich rasch Firn.

Firn ist bei Skifahrern besonders beliebt, denn mit dem an der Oberfläche leicht wegschiebbaren Gries ergibt sich eine griffige Skipiste. Die ideale Tageszeit zum Firnfahren hängt von der Hangexposition (Ost, Süd,…) ab: Am besten fährt es sich, wenn die Sonne die Piste bereits leicht „angeweicht“ hat, aber man (noch) nicht durch die hartgefrorene Schicht komplett durchbricht.

Gletscherfirn

Offiziell bezeichnet man als Firn allerdings Schnee, der mindestens ein Jahr alt ist und damit schon eine sommerliche Schmelzperiode überlebt hat. Firn erscheint im Sommer an der Oberfläche von Gletschern, wenn der darüber befindliche neuere Schnee abgetaut ist. Die Dichte von Firn ist schon recht hoch, aus 8 m Neuschnee wird etwa 1 Meter Firn. Unter Druck entwickelt sich in weiteren Jahren Firneis und schließlich Gletschereis.

Titelbild: Adobe Stock

Tief VICTORIA bringt Sturm und Milderung

Satellitenbild Europa

Das Tief VICTORIA (bei dem britischen Wetterdienst heißt es DENNIS) hat sich in ein mächtiges Kraftpaket entwickelt und sorgt gerade über Großbritannien für Sturm und kräftigen Regen.

EUMETSAT Wasserdampfbild
EUMETSAT Wasserdampfbild

Bereits am Samstagabend macht sich VICTORIA auch in Deutschland bemerkbar. Im Vorfeld deren Kaltfront frischt in der Nacht auf Sonntag vom Rheinland über die westlichen Mittelgebirge bis nach Schleswig-Holstein teils stürmischer Südwestwind auf mit Böen zwischen 70 und 90, in exponierten Lagen auch 100 km/h.

Maximale Windböen am Sonntag, ICON-Modell @ DWD
Maximale Windböen am Sonntag, ICON-Modell @ DWD

Am Sonntag kommt dann allmählich auch im Osten frischer bis starker Wind auf, insbesondere im Lee des Thüringer Waldes und entlang des Erzgebirges gibt es in der zweiten Tageshälfte Sturmböen zwischen 70 und 90 km/h. Die stärksten Böen gibt es aber in der Eifel und im nordöstlichen Harzvorland: Hier sind Windspitzen um 100 km/h zu erwarten! Von Vorpommern über Brandenburg bis zur Niederlausitz bleiben die Spitzen dagegen geringer mit meist 60 km/h. Im oberen Bild ist eine Modellvorhersage mit höchsten Windspitzen am Sonntag dargestellt. Unsere Windwarnungen wurden auf UWR bereits gesetzt.

Sturmwarnungen für Sonntag bzw. Sonntagnacht.

Das Tief schlägt in weiterer Folge eine nord-nordöstliche Zugrichtung ein in Richtung Nordschweden, daher bleibt der Südosten des Landes vom Windereignis weitgehend verschont.

Am Sonntag erreicht die Kaltfront im Laufe des Tages den Nordwesten und bewegt sich unter Abschwächung nur langsam in Richtung Südosten, erst am Montag erreicht sie etwa zu Mittag die Alpen. Im Stau der westlichen Mittelgebirge sowie im Schwarzwald bringt die Kaltfront kräftigen Regen, sonst sind die Mengen unter den Warnschwellen.

Einen positiven Nebeneffekt gibt es: unter Zufuhr warmer Luftmassen wird es am Sonntag frühlingshaft warm, die Tagesmaxima klettern bis auf 19 Grad im Südwesten des Landes.

 

Titelbild: EUMETSAT SEVIRI IR, Sat 15.02.2020 15UTC

Starker Eisregen in Syrien

Eisregen durch Gewitter

Besonders betroffen von dem gefrierenden Regen waren die Regionen entlang der Ostflanke des Küstengebirges im Nordwesten des Landes, nicht weit von der Stadt Homs. Im äußersten Norden des Landes war die gesamten Luftsäule hingegen kalt genug für Schneefall.

Gefrierender Regen

Strenggenommen bezeichnet man Regen als gefrierenden Regen, wenn er bei negativer Lufttemperatur oder auf Oberflächen fällt, die unter 0 Grad kalt sind und dort sofort gefriert. Damit sich eine dicke Eisschicht wie in diesem Fall in Syrien bildet, muss es über mehrere Stunden hinweg bei deutlich negativen Temperaturen mit zumindest mäßiger Intensität regnen. Um Eisregen handelt es sich hingegen, wenn Regentropfen in frostiger Luft zu Eiskörnern gefrieren und zu Boden fallen.



Orkantief Victoria – Eine Einordnung

Der AO-Index

Um Wetterlagen miteinander zu vergleichen sind in der Meteorologie Kennzahlen entwickelt worden. Eine solche Kennzahl ist der sogenannte AO-Index (Arktische Oszillation). Ist dieser Wert positiv, weht über dem Atlantik Westwind; es gilt hierbei, je höher der Wert, desto stärker weht der Westwind. In der nun folgenden Woche wird dieser Wert rekordverdächtig positiv.

Die Ursache liegt in der momentan heftigen Tiefdrucktätigkeit auf dem Atlantik. Diese wird auch noch bis Ende des Monats anhalten. Besonders intensiv wird in den nächsten 36 Stunden die Entwicklung des Tiefs VICTORIA verlaufen.

Entwicklung von Orkan Victoria

Das zukünftige Orkantief VICTORIA noch als „Welle“ auf dem Atlantik mit Kerndruck von 976 hPa.  © EUMETSAT/UBIMET

Um die Mittagszeit des 14. Februars liegt das Tief – wie auf dem Satellitenbild zu erkennen ist – noch als schwaches Randtief/(„Welle“) auf dem offenen Atlantik. Zudem ist der Bodendruck angeschrieben. Dieses Tief erlebt in den kommenden 24-Stunden eine rapide Entwicklung zu einem Orkantief der Superlative. Solch eine Entwicklung nennt man in der Meteorologie auch Bombogenese. Dieses Wort setzt sich zusammen aus Bombe und Zyklogenese, was einfach Tiefdruckentwicklung heißt, also rasche oder kräftige Entwicklung.

Auf dem Höhepunkt der Tiefdruckentwicklung werden Böen von über 200 km/h berechnet, in der Karte der dunkelviolette Bereich. Solch hohe Böengeschwindigkeiten werden außerhalb von tropischen Wirbelstürmen vor allem in sogenannten Sting-Jets erreicht. Dies ist ein Phänomen, bei dem in einem relativ kleinen Bereich extrem hohen Windgeschwindigkieten auftreten. In Deutschland trat ein solcher Sting-Jet bei dem Orkan Christian am 28.10.2013 auf, der im Nordwesten für erhebliche Schäden sorgte.

6h-Böen Berechnung von Mitternacht bis 6 Uhr morgens am Samstag, den 15.2.2020 © ECMWF

In dem Zeitraum, wenn diese Böen auftreten, erreicht das Tief Victoria einen Kerndruck von 929 hPa. Im weiteren Verlauf vertieft sich das Tief auf unter 916 hPa am Sonnabend. Dann liegt der Tiefkern südlich von Island. Insgesamt beträgt der Druckfall knapp 70 hPa von Freitagmorgen bis Samstagnacht. Das ist wirklich außergewöhnlich. Zudem werden mittlere Wellenhöhen von 13 Meter erwartet.

Druckrekorde

Der tiefste Luftdruck auf der Erde wurde am 12. Oktober 1979 im Auge von Taifun „Tip“ bei Guam im Pazifik erreicht: Anhand von Satellitendaten wurde ein Kerndruck von 870 hPa ermittelt. Der höchste Luftdruck beträgt hingegen 1083,8 hPa und wurde am 31. Dezember 1968 in Agata (Sibirien) gemessen. In Deutschland liegen die Extreme zwischen 945,9 hPa (27. November 1983, Emden) und 1060,6 hPa (23. Januar 1907, Rügen).

Auswirkungen auf Deutschland

Im Vorfeld des riesigen Tiefdruckkomplexes wird am Wochenende für die Jahreszeit sehr warme Luft nach Deutschland geführt. Hier die Prognose der Höchstwerte für Sonntag:

Prognostizierte Höchsttemperatur am Sonntag © UBIMET

Im weiteren Verlauf verschiebt das Tief Victoria seinen Kern in Richtung der Britischen Inseln und das ausgedehnte Sturmfeld erreicht den Nordwesten. Dabei schwächt sich dieses aber ab.  Dennoch nimmt am Sonntag der Südwind nordwestlich eines Streifens vom Hunsrück über den Harz bis nach Rügen zu, hier muss mit Böen von 60 km/h bis 80 km/h gerechnet werden. An den Küsten und in den Hochlagen der Mittelgebirge sind Böen bis 100 km/h möglich. Jedoch ist der erwartete Sturm schwächer als das Sturmtief Sabine. Zudem erreicht am Sonntagabend die Kaltfront mit kräftigem Regen den Nordwesten und zieht unter leichter Abschwächung bis zu den Alpen. Dahinter werden am Montag meist nur noch Werte von 6 bis 12 Grad erreicht, dies ist jedoch weiterhin deutlich zu mild für die Jahreszeit.

Prognostizierte Böen über 24 Stunden von Sonntagfrüh bis Montagfrüh. © ECMWF

Orkan Victoria sorgt für extrem tiefen Luftdruck bei Island

Orkan Victoria sorgt für extrem tiefer Luftdruck bei Island

Bereits am vergangenen Wochenende hat das Tiefdruckduo RUTH+SABINE für extreme Druckgegensätze zwischen den Azoren und Island gesorgt, so wurde bei einem transatlantischen Flug von New York nach London am 9. Februar mit 4 Stunden und 56 Minuten auch eine neue Rekordzeit aufgestellt. Knapp eine Woche später kommt es nun zu einer Wiederholung, so sorgen die beiden Tiefs UTA und VICTORIA neuerlich für extreme Druckunterschiede bzw. für einen sehr starken Jetstream über dem Atlantik.

Westwindband
Der Jetstream am Atlantik erreicht am Samstag teils 215 kn bzw. 400 km/h. © ECMWF

Bombogenese

Orkan VICTORIA erreicht laut den neuesten Modellprognosen nach einer extrem raschen Vertiefung am Samstagabend einen Kerndruck von etwa 917 hPa. Dabei sinkt der Druck im Tiefkern um rund 70 hPa in 30 Stunden! Es handelt sich also um eine sog. rapide oder explosive Zyklogenese (manchmal auch „Bombogenese“). Auf dem offenen Ozean gibt es unmittelbar am Südrand des Tiefkerns Orkanböen über 200 km/h. Der bisher tiefste Luftdruck im Nordatlantik wurde übrigens bei Orkan Braer am 10. Jänner 1993 mit 913 hPa erreicht. Für Meteorologen sowie allgemein bei der Bobachtung eines Barometers ist allerdings weniger der absolute Luftdruck relevant, sondern vielmehr seine Änderung mit Zeit (v.a. rascher Druckfall).

Druckrekorde

Der tiefste Luftdruck auf der Erde wurde am 12. Oktober 1979 im Auge von Taifun „Tip“ bei Guam im Pazifik erreicht: Anhand von Satellitendaten wurde ein Kerndruck von 870 hPa ermittelt. Der höchste Luftdruck beträgt hingegen 1083,8 hPa und wurde am 31. Dezember 1968 in Agata (Sibirien) gemessen. In Deutschland liegen die Extreme zwischen 945,9 hPa (27. November 1983, Emden) und 1060,6 hPa (23.Jänner 1907, Rügen).


AO-Index

Bereits am vergangenen Wochenende haben die extremen Druckgegensätze über dem Nordatlantik beim AO-Index (Arktische Oszillation) für einen neuen Rekordwert von 6,3 beigetragen. Dieser Rekord wird nach derzeitigem Stand an diesem Wochenende neuerlich überboten! Allgemein herrscht bei positiven AO-Werten in Europa eine starke Westströmung, welche milde Luftmassen vom Atlantik bis nach Osteuropa führt. Der aktuell anhaltend positive AO-Index steht in direktem Zusammenhang mit dem sehr starken stratosphärischen Polarwirbel, welcher arktische Kaltluftausbrüche verhindert und die kalten Luftmassen sozusagen im hohen Norden gefangen hält.

Unterschiedliche Namen

Wie bereits bei Sturm SABINE, welches in Nord-, West- und Mitteleuropa drei unterschiedliche Namen trug (Elsa, Ciara und Sabine), erhält auch VICTORIA in Westeuropa einen anderen Namen: Hier ist nämlich von Storm Dennis die Rede. Im deutschsprachigen Raum werden die Namen von der FU Berlin vergeben, siehe hier.

Die Stratosphäre und der Polarwirbel

Die Stratosphäre und der Polarwirbel

Die Atmosphäre der Erde ist die gas­förmige Hülle der Erdoberfläche und erstreckt sich vom Boden bis etwa 10.000 km Höhe. Der Druck, die Temperatur sowie der Gehalt an Gasen sind allerdings sehr variabel, somit kann man die Erdatmosphäre in mehrere Schichten unterteilen:

  • Troposphäre: vom Boden bis zur Tropopause in ca. 10-15 km Höhe
  • Stratosphäre: von der Tropopause bis zur Stratopause in ca. 50 km Höhe
  • Mesosphäre: von der Stratopause bis zur Mesopause in ca. 85 km Höhe
  • Thermosphäre: von der Mesopause bis in ca. 500 km Höhe
  • Exosphäre: von 500 bis ca 10.000 km Höhe

In der Troposphäre sind etwa 90 Prozent der Luft sowie beinahe der gesamte Wasserdampf enthalten. Hier spielt sich das Wetter ab und die Temperatur nimmt im Mittel um etwa 6,5 Grad pro Kilometer Höhe ab. Ab einer Höhe von etwa 7 km (Polargebiete) bzw. 17 km (Tropen) geht die Temperatur aber nicht mehr weiter zurück sondern beginnt allmählich wieder anzusteigen. Hier beginnt die Stratosphäre.

Beständige Inversion

Meteorologen bezeichnen so eine Umkehr der Temperaturschichtung als Inversion. Man muss allerdings nicht bis in die Stratosphäre aufsteigen, um eine Temperaturumkehr zu erleben, denn auch innerhalb der Troposphäre können beispielsweise winterliche Kaltluftseen für Inversionen sorgen. Die Luftschichtung ist dann stabil und ein Luftaustausch in vertikaler Richtung findet nicht statt. Die Stratosphäre stellt allerdings eine beständige Grenze für aufsteigende Luftmassen dar. Daher gelangen Wolken und Wasserdampf in der Regel nicht in die Stratosphäre, von einem eigentlichen Wettergeschehen kann in diesen Höhen nicht mehr die Rede sein. Aus einem Verkehrsflugzeug, das im Bereich der Tropopause fliegt, kann man diese Sperre für jegliche Wolken an der nach oben abrupt dunkler werdenden Himmelsfarbe erkennen. Der Temperaturanstieg oberhalb der Tropopause ist auf die Absorption der UV-Strahlung durch das Ozon in gut 50 km Höhe zurückzuführen: Hier erwärmt sich die Luft von etwa –60 Grad bis auf knapp unter 0 Grad.

Der Polarwirbel

Der Polarwirbel ist ein großräumiges Höhentief über der Arktis (bzw. Antarktis), das sich im Winter von der mittleren und oberen Troposphäre über die gesamte Stratosphäre erstreckt. Er ist gefüllt mit sehr kalter Luft, die in der Stratosphäre Werte unter -80 Grad erreichen kann. Der Polarwirbel ist normalerweise relativ rund um den Pol angeordnet und sein Einfluss auf das Wetter in den mittleren Breiten hält sich in Grenzen.

Der Polarwribel mäandriert
Beispiele für einen ungestörten (links) und gespaltenen Polarwirbel (rechts). © NOAA

SSW vs. starker Wirbel

Der Polarwirbel kann aber gestört oder gar gespalten werden, wie etwa im Fall einer sogenannten plötzlichen Stratosphärenerwärmung (sudden stratospheric warming, SSW): In etwa 25 km Höhe gibt es dabei innerhalb weniger Tage einen Temperaturanstieg von mehr als 50 Grad! Die Spaltung des Polarwirbels kann sich im Laufe von zwei bis vier Wochen auch auf das Westwindband in der Troposphäre auswirken und dieses verlangsamen oder unterbrechen. Während in der Polarregion dann überdurchschnittliche Temperaturen verzeichnet werden, kommt es in mittleren Breiten zu markanten Kaltluftausbrüchen wie beispielsweise im Februar und März 2018. Auch im Jänner 2019 gab es eine plötzliche Stratosphärenerwärmung, deren Auswirkungen auf die Troposphäre blieben aber gering. Derzeit ist der Polarwirbel hingegen sehr stark, weshalb der Winter in Europa bislang auch sehr mild ausfällt. Details dazu gibt es hier: Starker Polarwirbel sorgt für milden Winter in Europa.

Rand des Weltalls?

Vom „Edge of Space“ war anlässlich des Stratospärensprungs im Jahr 2012 die Rede. Tatsächlich liegen in 39 km Höhe schon über 99 % der atmosphärischen Masse unter einem. Rein räumlich gesehen ist die Lufthülle in dieser Höhe aber noch lange nicht zu Ende. Es folgen nach oben noch die Meso-, Thermo- und Exosphäre. Die Grenze zwischen den Stockwerken stellt jeweils wieder eine Umkehr im Temperaturverlauf dar. Besonders kalt ist es mit Temperaturen um -100 Grad in etwa 85 km Höhe im Bereich der Mesopause.

Tief TOMRIS: Schneenachschub in den Alpen

Gute Schneelage in den Alpen. Foto: Nikolas Zimmermann

Schneefall am Freitag

Noch in der Nacht auf Freitag setzt vom Bregenzerwald bis ins Salzkammergut Regen ein, oberhalb von rund 800 Metern geht dieser in Schnee über. Zeitweise kräftig schneit es vom Rätikon bis ins Außerfern – bis zu 50 Zentimeter sind im  Arlberggebiet zu erwarten. In den mittleren und hohen Lagen des Salzkammerguts und des Toten Gebirges werden rund 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee prognostiziert. Auch einzelne Gewitter sind beim Durchzug und unmittelbar vor der Front eingelagert. Der Südföhn lässt spätestens ab Mitternacht nach, wird aber von auffrischendem Westwind abgelöst.
In der folgenden Karte sind die Neuschneesummen bis Freitagabend zu sehen:

Neuschneehöhe bis Freitag, 18 Uhr. Quelle: UBIMET
Neuschneehöhe bis Freitag, 18 Uhr. Quelle: UBIMET

Nicht ganz so wetterwirksam erreicht die Störung den Süden: Am Freitag sind südlich des Hauptkamms einige, unergiebige Schauer einzuplanen. Im Donauraum, ganz im Osten sowie im Berg- und Hügelland des Südostens wird es ebenfalls unbeständig mit Regenschauern. Dazu weht teils kräftiger Nordföhn: Der Schwerpunkt liegt von den Niederen Tauern über die östliche Obersteiermark, sowie von den Fischbacher Alpen bis zum Leithagebirge. Lokal sind auch Böen bis 90 km/h möglich. Lebhaft bis kräftig weht zudem der Nordwestwind auch am Alpenostrand.

Milderung und Sonnenschein am Wochenende

Ein Hochdruckkeil beschert am Samstag und Sonntag durchwegs freundliches Wetter und steigende Temperaturen. Neben vielen Sonnenstunden sind am Sonntag  im oberen Waldviertel bis zu 18 Grad möglich.

Wann stäubt die Hasel?

Haselpollen als Frühlinsgbote.

Bei der Hasel handelt es sich um große Sträucher oder kleinere Bäume, sie kommt in Mitteleuropa verbreitet vor. Manche gezüchteten Arten (Korkenzieherhasel) fallen besonders im Winter durch ihre schraubenförmigen Zweige auf. Oft kann man schon im Dezember an der Hasel die typischen, aber noch recht kleinen und geschlossen erscheinenden Kätzchen („Würstchen“) entdecken, dabei handelt es sich um die männlichen Blüten. Sobald die Kätzchen einige Zentimeter lang und deutlich gelblich sind, und die Schuppen sich öffnen, beginnt bei mildem Wetter der Pollenflug.

Haselpollen können, nachdem es schon einmal deutlichen Frost gegeben hat, bei mildem Wetter auch mitten im Winter freigesetzt werden. Die Hauptblüte und damit die erste große Pollenbelastungswelle im Jahr findet normalerweise je nach Region und Witterung im Februar oder im März statt. Nach einer eher kurzen Belastungsspitze von 1 bis 2 Wochen lässt die Pollenkonzentration aber bald wieder nach.

Die Hauptblüte der Hasel beginnt in tiefen Lagen (Donauraum, östliches Flachland, Steirisches Hügelland, Bodensee) üblicherweise während milder Wetterphasen im Februar. In milden Wintern sind aber schon deutlich früher, mitunter bereits ab Ende Dezember erste Pollen unterwegs. In den Niederungen nimmt die Pollenkonzentration dann je nach Witterungsverlauf Ende Februar oder Anfang März allmählich wieder ab.

Die Blüte der Hasel beginnt zuerst in tiefen Lagen des Südwestens, hier können bei mildem Wetter schon Ende Dezember erste Haselpollen unterwegs sein. Üblicherweise breitet sich ab der Monatswende Januar/Februar die Hauptblüte der Hasel von Südwest nach Nordost fortschreitend aus, in höheren Lagen der östlichen Mittelgebirge, am Alpenrand und teils im Nordosten beginnt sie erst Ende Februar oder Anfang März. Ab Ende Februar nimmt die Pollenbelastung von Südwesten her wieder ab, in manchen Mittelgebirgslagen und am Alpenrand kann sich die Haselblüte bis in die zweite Märzhälfte hinein ziehen.

Quelle Titelbild: pixabay

Wann stäubt die Hasel?

Haselpollen als Frühlinsgbote.

Bei der Hasel handelt es sich um große Sträucher oder kleinere Bäume, sie kommt in Mitteleuropa verbreitet vor. Manche gezüchteten Arten (Korkenzieherhasel) fallen besonders im Winter durch ihre schraubenförmigen Zweige auf. Oft kann man schon im Dezember an der Hasel die typischen, aber noch recht kleinen und geschlossen erscheinenden Kätzchen („Würstchen“) entdecken, dabei handelt es sich um die männlichen Blüten. Sobald die Kätzchen einige Zentimeter lang und deutlich gelblich sind, und die Schuppen sich öffnen, beginnt bei mildem Wetter der Pollenflug.

Haselpollen können, nachdem es schon einmal deutlichen Frost gegeben hat, bei mildem Wetter auch mitten im Winter freigesetzt werden. Die Hauptblüte und damit die erste große Pollenbelastungswelle im Jahr findet normalerweise je nach Region und Witterung im Februar oder im März statt. Nach einer eher kurzen Belastungsspitze von 1 bis 2 Wochen lässt die Pollenkonzentration aber bald wieder nach.

Die Hauptblüte der Hasel beginnt in tiefen Lagen (Donauraum, östliches Flachland, Steirisches Hügelland, Bodensee) üblicherweise während milder Wetterphasen im Februar. In milden Wintern sind aber schon deutlich früher, mitunter bereits ab Ende Dezember erste Pollen unterwegs. In den Niederungen nimmt die Pollenkonzentration dann je nach Witterungsverlauf Ende Februar oder Anfang März allmählich wieder ab.

In höheren Lagen des Hügellands (z.B. Mühl- und Waldviertel), in den Alpentälern und im Klagenfurter Becken beginnt die Haselblüte meist gegen Ende Februar, in manchen Jahren findet die Belastungsspitze für Allergiker erst im März statt. Meist endet der Pollenflug in der zweiten Märzhälfte, in mittleren Lagen der Alpen kann es vereinzelt bis Anfang April zu Haselpollenflug kommen.

Quelle Titelbild: pixabay

Frühling grüßt – bis zu 23 Grad am Montag

Erster Blumengruß im Februar.

Wechselhafter Start ins Wochenende

Bevor der Frühling so richtig Fahrt aufnimmt, beschert uns Tief TOMRIS mit Kern über Polen am Freitag noch wechselhaftes und windiges Wetter. Meist liegen die Höchstwerte im einstelligen Plusbereich, wetterbegünstigt mit viel Sonnenschein und 10 bis 14 Grad sind das föhnige Osttirol, Kärnten, die Südsteiermark und das Südburgenland. In den Staulagen der Nordalpen kommen, zumindest oberhalb von 800 bis 1200 m, einige Zentimeter Neuschnee zusammen.

Hier eine Übersicht der zu erwartenden Neuschneemengen bis Freitagnachmittag, rund um den Arlberg 30-40 cm:

24-stündige Neuschneemengen bis Freitagnachmittag.
24-stündige Neuschneemengen bis Freitagnachmittag.

Westlich der Britischen Inseln zieht indes bereits das nächste kräftige Tief namens UTA auf, dieses sorgt hierzulande für ein frühlingshaftes Wochenende.

Samstag und Sonntag mild

UTA und nachfolgend VICTORIA lenken zu Beginn der Semesterferien in Oberösterreich und der Steiermark immer mildere Luft von der Iberischen Halbinsel in den Alpenraum –> siehe Großwetterlage auf dem nächsten Bild. Am Samstag steigen die Temperaturen schon auf 6 bis 13 Grad, wobei es im Rhein- und Inntal sowie im Flachgau am mildesten wird. Höchstwerte um 10 Grad gibt es aber auch in den anderen Landeshauptstädten. Am Sonntag legen die Temperaturen weiter zu, 14 bis 17 Grad lassen dann vor allem von Vorarlberg bis zum Salzkammergut schon Frühlingsgefühle aufkommen.

Tiefs schaufeln milde Luft zu uns.
Tiefs schaufeln milde Luft zu uns.

Es geht noch wärmer: Montag lokal über 20 Grad!

Der Höhepunkt der außergewöhnlich hohen Temperaturen wird am kommenden Montag erreicht. Mit Hilfe der mittlerweile doch schon kräftigen Sonne und leicht föhnigem Südwestwind erwärmt sich die Luft zu Beginn der neuen Woche verbreitet auf rund 15 Grad. Noch milder wird es vom Flachgau bis zum Alpenostrand, hier liegen die Höchstwerte bei 18 bis lokal 23 Grad. Dabei wird es im südlichen Wiener Becken wohl am mildesten. Der Allzeitrekord für Februar von 24,2 Grad – aufgestellt erst im Vorjahr in Güssing und Deutschlandsberg – dürfte somit zumindest ins Wanken geraten. Normal zu dieser Jahreszeit wären im Flachland Höchsttemperaturen von 1 bis 6 Grad, der Montag liegt also rund 15 Grad über den jahreszeitlich erwartbaren Temperaturen.

Das sind die Höchstwerte, die wir derzeit für den Montag berechnen:

Kaltfront beendet Kurzzeitfrühling

Das Frühlingsintermezzo ist jedoch nur von kurzer Dauer, denn schon am Dienstag erreicht eine Kaltfront von Norden her Österreich. Sie bringt Regen und Schneefall, mit Höchstwerten von meist 5 bis 12 Grad bleibt es aber auch in den Folgetagen zu mild für die Jahreszeit. Der Februar wird folglich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit deutlich überdurchschnittlich temperiert ausfallen, bis dato liegt die österreichweite Abweichung bei rund 5 Grad (siehe Grafik). Ein nachhaltiger Wintereinbruch ist jedenfalls weit und breit nicht in Sicht.

Viel zu mild fällt der bisherige Februar aus.
Viel zu mild fällt der bisherige Februar aus.

Quelle Titelbild: pixabay

28 Grad und 219 km/h Böen auf Korsika

Korsika im Winter - pixabay/cocoparisienne

Das ausgeprägte Sturmfeld von SABINE sorgte nicht nur bei uns für außergewöhnliches Wetter, auch auf Korsika wurden in den letzten Stunden vielerorts extreme Werte gemessen.

Der Südwestwind wehte verbreitet stürmisch, an den Küsten oft mit Orkanböen. Hier eine Liste der stärksten Böen der letzten 24 Stunden bis Dienstag 11.02.2020 um 18 Uhr:

  • Cap Corse 219 km/h (neuer monatlicher Stationsrekord)
  • Cap Sagro 180 km/h
  • Île Rousse 172 km/h
  • Conca 156 km/h
  • Bastia 139 km/h

 

Zudem wurde entlang der Ostküste im Lee der korsischen Alpen aufgrund des Westföhns ungewöhnlich warm. In Alistro ist die Temperatur bis auf sommerliche 27.8 Grad gestiegen! Dabei handelt es sich um die höchste je gemessene Temperatur im Winter (Dezember-Jänner-Februar) auf Korsika.

Tagesmaximum auf Korsika bis 11.02.2020 um 18 Uhr MEZ - UBIMET, Meteofrance
Tagesmaximum auf Korsika bis 11.02.2020 um 18 Uhr MEZ – UBIMET, Meteofrance

Wind und außergewöhnliche Wärme haben zudem die bereits schwierige Lage der Waldbrände östlich der Alpen weiterhin verschärft.

Titelbild: Korsika im Winter – pixabay/cocoparisienne

Erster Schneefall in 12 Jahren in Bagdad

Palmen im Schnee - Adobe Stock

Während bei uns der Winter nicht wirklich in Gang kommt, muss man im östlichen Mittelmeerraum und im Nahen Osten heuer öfter mit teils winterlichen Zuständen rechnen. Dienstagfrüh sorgte aber der letzte Kaltluftvorstoß für ein sehr seltenes Ereignis: Schnee in Bagdad! Im Januar 2008 hatte die auf nur 40 m über dem Meeresspiegel gelegene Hauptstadt Iraks das letzte Mal eine geschlossene Schneedecke erlebt. Laut der offiziellen Meldung der Wetterstation am Flughafen sind Dienstagfrüh bei Temperaturen um den Gefrierpunkt 4 cm Neuschnee zusammengekommen.

Titelbild: Palmen im Schnee – Adobe Stock

Sturm Sabine fegte über Österreich

Zusammenfassung und Ausblick

Das Sturmfeld von Tief SABINE sorgte am Montag verbreitet für Sturmböen, örtlich sowie generell in den sehr exponierten, höheren Lagen waren auch Orkanböen dabei. Sehr stark betroffen war vor allem Oberösterreich – die gemessenen 125 km/h in Rohrbach sind der neue Stationsrekord – aber im gesamten Norden und Osten sowie auch am Bodensee und im Außerfern wurden verbreitet teils schwere Sturmböen gemessen:

Analyse der max. Windböen am Montag - UBIMET
Analyse der max. Windböen am Montag – UBIMET

Max. gemessene Windböen am Montag. ohne Bergstationen - UBIMET, ZAMG
Max. gemessene Windböen am Montag. ohne Bergstationen – UBIMET, ZAMG

 

Österreich bleibt aber auch am Dienstag weiterhin in einer straffen Westströmung: Bei schnell durchziehenden, teils gewittrigen Schauern sind vor allem vom Bodensee über das Außerfern bis Ober- und Niederösterreich neuerlich Sturmböen einzuplanen. Lokal sind weiterhin auch schwere Sturmböen möglich!

Vorhergesagte max. Windböen für den Dienstag - UBIMET
Vorhergesagte max. Windböen für den Dienstag – UBIMET

UDPATE 16:00 Uhr – Böenfront erreicht den Osten

Eine Schauerlinie hat jetzt den Osten Österreichs erreicht. Auch hier sind verbreitet Sturmböen und lokal auch schwere Sturmböen dabei:

  • Buchberg 124 km/h
  • Irnfritz 104 km/h
  • Wien – Jubiläumswarte 101 km/h
  • Retz 96 km/h
  • Stockerau 96 km/h
  • Melk 95 km/h
  • Sankt Pölten 94 km/h
  • Wien – Innere Stadt 94 km/h

UDPATE 15:20 Uhr – Zwischenbilanz

Besonders stark betroffen von Sturm SABINE war bislang die Mitte und der Süden Deutschlands. Aktuell gibt es im Donauraum mit Durchzug von Schauern aber noch teils schwere Sturmböen!

UPDATE 14:30 Uhr – Neuerlich stürmisch

Die Kaltfront von Tief Sabine hat die Alpennordseite bereits überquert, während es in Teilen Oberösterreichs schwere Sturmböen bzw. vereinzelt sogar Orkanböen gab, bleiben die Windspitzen vom Zentralraum ostwärts bislang unter den Erwartungen. Derzeit erfasst aus Bayern aber ein Schauergebiet die Alpennordseite, welches rasch ostwärts zieht. Dabei kommt es örtlich wieder zu schweren Sturmböen:

  • 107 km/h Waizenkirchen
  • 99 km/h Reichersberg
  • 98 km/h Ranshofen / Braunau
  • 97 km/h Wolfsegg

UPDATE 12:55 Uhr – Fast 20 Grad

Im Vorfeld der Kaltfront wurde es nochmals sehr mild für Anfang Februar. Spitzenreiter war Mörbisch am Neusiedler See mit fast 20 Grad zu Mittag!

Höchsttemperaturen pro Bundesland

UPDATE 12:15 Uhr – Windwurf im Mühlviertel

In Oberösterreich war vor allem das Mühlviertel von Orkanböen betroffen, dementsprechend gab es auch größere Schäden im Wald. Im gezeigten Video fallen die Bäume reihenweise dem Sturm zum Opfer:

UPDATE 11:50 Uhr

Pünktlich zum Mittagessen erreicht die Kaltfront auch Wien. Hier wird es in den nächsten Minuten nicht nur stark regnen, sondern auch der Sturm legt los!

UPDATE 10:50 Uhr

Kurz vor der Kaltfront wurde es in Wien nochmals sehr mild, in Mariabrunn wurden 17,2 Grad gemessen. In Oberösterreich gibt es erste Blitze!

Erste Blitze im Hausruckviertel

UPDATE 10:15 Uhr

Sturmböen über 100 km/h gab es bisher vor allem vom Bodensee über das Tiroler Außerfern bis ins Inn- und Mühlviertel sowie im Waldviertel:

UPDATE 09:45 Uhr

An den Feuerwehreinsätze in Oberösterreich erkennt man gut, wo der Sturm schon angekommen ist:

UPDATE 09:15 Uhr – Erste Orkanböe

Erste Orkanböe wurde vor kurzem in Rohrbach im Mühlviertel mit 118 km/h gemessen. Das es aber noch deutlich schlimmer geht, zeigt der Messwert aus dem bayerischen Fürstenzell mit unglaublichen 154 km/h!

Im Donauraum herrscht noch Ruhe vor dem Sturm, im Mühl- und Waldviertel herrscht schon Sturm!

UPDATE 08:00 Uhr

Der Wind legt nun minütlich zu, sowohl in Vorarlberg als auch im Mühl- und Waldviertel treten erste Sturmböen auf. Die stärkste Böe gab es aber in der vergangenen Stunde mit 96 km/h in Hollenthon (NÖ) mit Südwind. Mit der Kaltfront gibt es derzeit auch in Bayern und Tschechien Gewitter:

UPDATE 07:20 Uhr

Orkanböe mit 119 km/h am Flughafen in München, am Feldberg im Schwarzwald tobt der Sturm mit Böen von bis zu 176 km/h!

Aktuelle Spitzenböen (Stationen – DWD)

UPDATE 07:00 Uhr

Die Kaltfront befindet sich derzeit über dem Norden von Baden-Württemberg und Bayern und zieht rasch nach Süden. Dabei kommt es stellenweise auch zu Gewitter:

Aktuelle Position der Kaltfront

UPDATE 06:30 Uhr

Im Vorfeld der Kaltfront wurde es in der Nacht in den Nordalpen föhnig und im Südosten frischte der Jauk auf. Daher wurde es ungewöhnlich mild, in Reutte (Tirol) stieg das Thermometer mit Föhn bereits auf 16, 4 Grad!

Maximale Temperaturen pro Bundesland seit Mitternacht

Dazu sorgte der Föhn bereits für einige Sturmböen:

Stürmische Nacht in Deutschland

Orkantief SABINE sorgte in Deutschland für eine stürmische Nacht und auch in Österreich macht sich das Sturmfeld immer mehr bemerkbar.

Maximale Böen seit Mitternacht

Im Laufe des Vormittag zieht die Kaltfront über Österreich hinweg und bringt vereinzelt Orkanböen mit sich

Orkantief SABINE brachte schwere Sturmlage

Zusammenfassung und Ausblick – Auch am Dienstag stürmisch

Der Höhepunkt des Sturms ist vorbei, doch SABINE wird auch in den kommenden Stunden für Sturmböen sorgen (siehe unten). Generell wurden bundesweit bei schnell durchziehenden, gewittrigen Schauern schwere Sturmböen gemessen. Vor allem an den Küsten, in exponierten Lagen der Mittelgebirge und im Süden waren aber auch Orkanböen oft dabei:

Max. Windböenam Montag - UBIMET, DWD
Max. Windböenam Montag – UBIMET, DWD

Max. Windböen am Montag, ohne Bergstationen - UBIMET, DWD
Max. Windböen am Montag, ohne Bergstationen – UBIMET, DWD

Blitzverlauf am Montag - UBIMET, Nowcast GmbH
Blitzverlauf am Montag – UBIMET, Nowcast GmbH

Auch am Dienstag beherrschen weitere Randtiefs und kleinere Tröge das Wettergeschehen in Deutschland. In einer straffen westlichen bis nordwestlichen Höhenströmung sorgen diese für zahlreiche Schauer und auch Graupelgewitter. Gerade in Schauer und Gewitternähe sind auch am Dienstag landesweit 80 bis 100 km/h, lokal auch mehr zu erwarten.

24h maximale Böen [km/h] am Dienstag 10.02.2020 nach dem Modell ECMWF - UBIMET
24h maximale Böen [km/h] am Dienstag 10.02.2020 nach dem Modell ECMWF – UBIMET
Am Mittwoch nimmt der Tiefdruckeinfluss langsam ab. Zwar bleibt landesweit noch stürmisch und es ziehen ein paar Schauer durch, die Unwettergefahr ist aber nur mehr gering im Vergleich zum Wochenbeginn.

Als Zusammenfassung könnt ihr unser Live-Ticker neuerlich durchgehen:

Update 15:00 Uhr

Auch wenn Orkanböen rasch unwahrscheinlicher werden, ist es landesweit weiterhin stürmisch und unbeständig mit gewittrigen Schauern. In Hamburg muss man allerdings auch auf die aufkommende Sturmflut von SABINE aufpassen!

Update 13:00 Uhr

In Summe gab es heute deutschlandweit schon über 6000 Blitze!

Update 12:10

Gebietswesie hat der Wind vergangene Stunde noch etwas zugelegt, wie etwas im Südosten Bayerns oder mit Durchzug von teils gewittrigen Schauern in Sachsen. Hier die Spitzenböen zwischen 11 und 12 Uhr:

  • 117 km/h Waging am See – Schnöbling (BY)
  • 115 km/h Chemnitz (S)
  • 108 km/h Weiden (B)

Update 11:50

Auch Österreich ist derzeit von Sturm Sabine betroffen, anbei ein beeindruckendes Video aus dem Norden Oberösterreichs.

Update 11:05

Anbei die Zwischenbilanz zu Sturm Sabine. In den kommenden Stunden besteht vor allem in Schauer- und Gewitternähe noch die Gefahr von schweren Sturmböen.

Update 11:00

Mittlerweile kommen immer mehr Bilder von teils schweren Schäden auf, wie etwa dieses Bild aus Hamburg:

Update 10:15

Weitere Bilder aus Deutschland:


Wie gefährlich es auf der Straße bei einem Sturm wie Sabine ist, zeigt dieses Video aus Schweden:

Update 10:00 Uhr

In Frankfurt ist ein Kran teilweise auf den Dom gestürzt, anbei ein Bild des Schadens am Dach:

Update 9:20 Uhr

In Bayern haben derzeit rund 50.000 Haushalte keinen Strom. Weitere Schäden werden aber auch im Westen gemeldet, so gab es vergangene Stunde in NRW 108 km/h in Gailenkirchen, 101 km/h in Nörvenich und 95 km/h am Flughafen Köln-Bonn. Anbei noch ein Video aus Ueß in Rheinland-Pfalz.

Update 9:05 Uhr

In Niederbayern gibt es derzeit Orkanböen: In Fürstenzell wurde soeben gar eine Windspitze von 154 km/h gemessen! In Mühldorf gab es Böen bis 128 km/h.


Anbei noch ein Bild aus Dresden:

Update 8:20 Uhr

Der Schwerpunkt liegt derzeit im Süden Deutschlands, auch im Westen und Norden sind mit Durchzug weiterer Schauer und Gewitter aber neuerlich schwere Sturmböen möglich, so gab es vergangenen Stunde etwa in Hannover Böen bis 108 km/h. Anbei die Spitzenböen der vergangenen drei Stunden:

  • 120 km/h Mühlacker (B-W)
  • 119 km/h Flughafen München (B)
  • 119 km/h Niederstetten (B-W)
  • 119 km/h Öhringen (B-W)
  • 116 km/h Freudenstadt (B-W)
  • 115 km/h Lechfeld (B)

Update 7:45 Uhr

Aktuelle Bilder:

Update 07:30 Uhr

Nun erreicht der Sturm im Süden seinen Höhepunkt, hier werden auch im Flachland öfter Orkanböen gemessen. Derzeitiger Spitzenreiter ist Stötten mit 129 km/h!

Aktuelle Spitzenböen (Stationen – DWD)

Update 06:00 Uhr

Sturm SABINE hat jetzt bereits den Großteil von Deutschland überquert und brachte verbreitet schwere Sturmböen um die 100 km/h.

Maximale Böen seit Mitternacht

Nur im Süden steuert der Sturm erst seinem Höhepunkt zu und hier gab es bereits teils orkanartige Böen bis in die Niederungen:

  • Niederstetten 119 km/h
  • Saarbrücken 114 km/h
  • Würzburg 110 km/h

Update 01:50 Uhr

Inzwischen erstreckt sich die Kaltfront entlang einer Linie Rheinland bis Brandenburg. Im Zuge dieser muss mit Starkregen, teils auch gewittrigen Schauern und Böen über 100 km/h gerechnet werden:

Verbreitet wurden seit Mitternacht von Baden-Württemberg über das Ruhrgebiet bis nach Mecklenburg-Vorpommern Böen über 100 km/h gemessen worden, speziell an den exponierteren Stellen:

Ein Nebeneffekt davon, wenn die Luftmassen durch den Sturm derart durchmischt werden, sind verhältnismäßig hohe Temperaturen nach vor der Front:

 

Update 21:15 Uhr

Entlang der Front Böen über 100 km/h nun. Also Vorsicht!

Böen von 20 bis 21 Uhr © DWD/UBIMET

Update 20:45 Uhr

Inzwischen an der Kaltfront immer mehr Blitze.

Blitze der letzten Stunde © UBIMET/NOWCAT

Update 20:30 Uhr

Nun ist die Kaltfront gut auf dem Radar zu erkennen. Sie zieht nach Osten also in Schleswig-Holstein. Hamburg, dem Emsland und Oldenburger Land aufpassen!

Radarbild von 20.20 Uhr © UBIMET/DWD

Update 19:30 Uhr

Die Kaltfront und ihre Zugrichtung. Vorsicht in Schleswig-Holstein, dem nördlichen Niedersachsen sind in den kommenden Stunden Orkanböen möglich!

Radarbild von 19:20 Uhr © UBIMET/DWD

Update 19:20 Uhr

Vorsicht auf den ostfriesischen und nordfriesischen Inseln, die Kaltfront kommt mit Orkanböen!

Update 18:10

Das aktuelle Radarbild, links oben ist die Kaltfront erkennbar. Mit ihr sind in den nächsten Stunden die größten Windgeschwindigkeiten zu erwarten. Also ab jetzt im Westen allmählich ACHTUNG!

Radarbild von 18:05 © UBIMET/DWD

Update 17:20 Uhr

Hier eine Liste der stärksten Böen, außer auf dem Brocken gab es bislang noch keine Orkanböen. Zudem wurde der Bahnverkehr im Nordwesten weitestgehend eingestellt.

Die stärksten Böen. © UBIMET

Update 16:00 Uhr

 

Update 15:30 Uhr

Das Orkantief Sabine befindet sich momentan knapp östlich von Schottland. Die Fronten sind angedeutet. Die Warmfront (in Rot) befindet sich über Deutschland. Im sogenannten Warmsektor haben sich Schauer und Gewitter in Linien organisiert. Die Kaltfront (in Blau) liegt aktuell noch über England. An ihr gibt es kräftige Gewitter dort.

Satellitenbild von Sabine © EUMETSAT

Update 15:00 Uhr

Es sind bereits erste Gewitter und Schauer über der Nordsee. Vorsicht, mit diesen kann der extrem starke Höhenwind den Boden erreichen, zunächst im Umfeld der Küsten.

Blitze auf der Nordsee © UBIMET/NOWCAST

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Letzter Beitrag von ThomasSternbach

Update 14:55 Uhr

An der niederländischen Küste herrscht aktuell voller Orkan!

 

UPDATE 14:50 UHR

 

UPDATE 14:40 UHR

Momentan zieht die Kaltfront von Tief Sabine über England und bringt dort orkanartige Böen oder Orkanböen mit sich. Der Sturm heißt dort übrigens Ciara.

 

UPDATE 12:00 Uhr

So langsam lebt der Südwestwind in der Nordwesthälfte sowie auf den Mittelgebirgen stürmisch auf, hier die stärksten Böen von heute Vormittag:

Wie bereits vor Tagen angekündigt, sorgt Orkantief SABINE am Sonntag und Montag für stürmische Verhältnisse im Großteil des Landes.

Bodendruckkarte für Sonntag 09. Februar 2020

Sonntagmittag befindet sich Orkantief SABINE über dem Norden von Schottland und die Warmfront erfasst den Nordwesten von Deutschland. Somit legt der Wind im Nordwesten am Sonntag kontinuierlich zu und erreicht mit Eintreffen der Kaltfront am Sonntagabend seinen Höhepunkt. Dabei sind stellenweise Orkanböen bis 120 km/h möglich.

Verlagerung nach Süden

In der Nacht auf Montag zieht die Kaltfront weiter nach Südosten und mit der Front verlagert sich auch das stärkste Sturmfeld nach Süden. In der Nacht liegt der Schwerpunkt also von NRW bis zum Saarland und bis Franken. Im Zuge der Kaltfront kommt es auch hier vor allem in leicht erhöhten Lagen zu Orkanböen von 120 bis 140 km/h.

  • Violett: 120 – 140 km/h
  • Rot: 100- 120 km/h
  • Dunkelorange: 90 – 100 km/h

Sturmfeld von SABINE @UBIMET

Weiter im Osten von Deutschland dürfte der Sturm nicht ganz so heftig ausfallen, Böen von 80 bis 100 km/h treten aber verbreitet auf. Montagvormittag erreicht die Kaltfront dann den Süden des Landes und auch hier sind gerade im Vorfeld der Alpen Orkanböen möglich.

Titelbild: Adobe Stock

Orkantief SABINE sorgt für turbulenten Wochenbeginn

Im Vergleich zu Sturm PETRA Anfang der Woche liegt das Tiefzentrum von Orkantief SABINE am Sonntag weit entfernt von Österreich an der Nordspitze von Schottland. Allerdings bringt der Orkan ein großflächiges Sturmfeld mit sich, das von England über die Benelux-Staaten bis nach Deutschland reicht. In diesen Gebieten treten verbreitet schwere Sturmböen um die 100 km/h auf, mit der Kaltfront sind auch Orkanböen von bis zu 130 km/h möglich.

Bodendruckkarte für Sonntag 09. Februar 2020

Bis zum Montag verlagert sich das Zentrum des Sturms nach Norwegen, die dazugehörige Kaltfront erreicht dann Österreich Montag tagsüber mit schweren Sturmböen.

SABINE macht sich schon im Vorfeld bemerkbar

Abseits der Nebelregionen im Osten dominiert am Sonntag noch der Sonnenschein, allerdings kündigen am Abend aufziehende Wolkenfelder bereits den Wetterumschwung an. Dazu frischt in der Nacht auf Montag im Vorfeld der Kaltfront in den Nordalpen zunehmend stürmischer Südföhn auf. Vor allem in den prädestinierten Tallagen von Vorarlberg bis Oberöstereich sind Sturmböen zu erwarten. Im Südosten des Landes wird der Jauk ein Thema, besonders in der hügeligen Weststeiermark sind Montagfrüh stürmische Böen aus Südwest zu erwarten.

Sturm am Montag

Am Montag erfasst die Kaltfront von SABINE im Laufe des Vormittags von Norden her Österreich. Somit geht der stürmische Südföhn rasch zu Ende, dafür frischt nördlich der Alpen stürmischer Westwind auf mit schweren Sturmböen um die 100 km/h.

Maximale Böen Montagmittag @UBIMET

Am Bodensee sowie in Oberösterreich treten im Zuge der Kaltfront auch Gewitter auf und in deren Umfeld sind einzelne Orkanböen um die 120 km/h durchaus möglich. Noch heftiger tobt der Orkan in den Bergen mit Böen von 150 km/h und mehr. Im östlichen Flachland wird es dann am Nachmittag stürmisch, kaum vom Sturm betroffen ist hingegen der Süden. Hier geht der Jauk zu Mittag zu Ende. Mit der Kaltfront sinkt die Schneefallgrenze in den Alpen gegen 1000 m ab.

Stürmischer und nasser Dienstag

Nach einer kurzen Wetterberuhigung Montagnacht, zieht am Dienstag ein in die stürmische Westströmung eingebettetes Randtief über Österreich hinweg. Somit verstärkt sich der Sturm entlang der Nordalpen und im angrenzenden Flachland Dienstag tagsüber neuerlich, sodass verbreitet Böen von 80 bis 100 km/h auftreten.

Neuschneesumme bis Mittwochfrüh

Dazu ziehen im Flachland zahlreiche kräftige Schauer und einzelne Gewitter durch, in den Nordalpen vom Arlberg bis zum Dachstein schneit es oberhalb von 700 bis 1000 m stark. Die Kombination aus Sturm und Neuschnee lässt die Lawinengefahr in allen Lagen wieder deutlich ansteigen.

Titelbild: Adobe Stock

Orkantief Petra brachte Orkan- und schwere Sturmböen

In der Nacht auf Dienstag zog Orkantief Petra von Frankreich her Richtung Süddeutschland. Ausgehen von diesem Tief erreichte etwa um 3 Uhr eine Kaltfront die Schweiz. Bereits gegen 5 Uhr befand sich die Kaltfront an den Alpen und überquerte diese in den nächsten zwei Stunden.

Bis nach Mitternacht extrem mild

Vor der Kaltfront trieb der kräftige Südwestwind die Temperaturen nochmals weiter in die Höhe, in Evionnaz wurden um 2:40Uhr 19.3 Grad gemessen. An einigen Stationen konnten sogar neue Februarrekorde aufgestellt werden. Dies ist in Aigle, Fribourg, Interlaken, Meiringen, Wädenswil, Zürich-Affoltern und Güttingen der Fall.

Temperaturmaximum in der Nacht auf Dienstag © Ubimet
Temperaturmaximum in der Nacht auf Dienstag

Kaltfront sorgt verbreitet für Sturm-, lokal für Orkanböen

Neben dem kräftigen Niederschlag und rund 50 Blitzen im Jura, in den Waadtländer Alpen sowie im Berner Oberland und auf dem Säntis brachte die Kaltfront verbreitet schwere Sturmböen, die Böenspitzen erreichten verbreitet Werte um 100km/h, beispielsweise in Thun, Zürich-Affoltern, Brienz und Luzern konnten sogar Orkanböen registriert werden. Auf vielen Alpengipfeln wurden Orkanböen verzeichnet, die höchsten Windgeschwindigkeiten gab es allerdings in mittleren Höhen zwischen knapp 1000 bis gut 1500 Metern. So wurden auf dem Chasseral und auf dem Bantiger mittlere Windgeschwindigkeiten von gut 130 km/h bzw. 123 km/h gemessen, was volle Orkanstärke bedeutet.

Maximale Windböen vom Dienstag © Ubimet
Maximale Windböen vom Dienstag

Zum Teil neue Rekorde

Die höchsten Böenspitzen wurden ebenfalls auf dem Bantiger sowie auch auf dem Napf verzeichnet mit 171 km/h. Die 171km/h auf dem Napf sind Allzeit-Rekord für diese Station seit Messbeginn 1981. Der Wert löst den bisherigen Rekordwert von169 km/h ab, der während dem Orkan Vivian am 27. Februar 1990 aufgestellt wurde. Weitere Allzeit-Rekorde sind nicht geknackt worden, in Zürich-Affoltern, Cham, Einsiedeln, Brienz, Andermatt, Scuol, Buffalora/Ofenpass und im Münstertal wurden jedoch neue Februar-Rekorde aufgestellt, auf dem Hörnli wurde mit einer Windböe von 152 km/h der bisherige Februar-Rekord egalisiert.

Anbei findet ihr zwei kurze Hitlisten der höchsten Temperaturen vor der Kaltfront sowie der höchsten Windgeschwindigkeiten:

Messstation Höchste Temperatur (°C)
Evionnanz 19.3
Aigle 18.9
Giswil 18.7
Luzern 18.6
Interlaken 18.5
Messstation Stärkste Windböen (km/h)
Bantiger 171
Napf 171
Chasseral 155
Uetliberg 153
Hörnli 152

Titelbild: @ https://stock.adobe.com

Australien: Ergiebiger Regen in Brandgebieten

Überschwemmungen-in-Australien

Wetterlage im Südosten von Australien @ UBIMET
Wetterlage im Südosten von Australien @ UBIMET

Die obige Karte zeigt die Gesamtkonstellation. Ein Höhentief hat sich über dem nördlichen NSW etabliert und wird sich für mehrere Tage nicht großartig von dort weg bewegen. In der Zwischenzeit wird vom Meer her beständig feuchte Luft aufs Land geführt. Diese Strömung trifft senkrecht auf die Gebirgsketten und die nach Osten ausgerichteten Hänge werden dazu beitragen, die Aufwärtsbewegung der feuchten Luft zu verstärken. Die Kombination dieser Faktoren ist ein perfektes Rezept für anhaltende, teils starke Regenfälle entlang der Ostküste von NSW, einschließlich des Großraums Sydney.

Bis Anfang nächster Woche wird mit weiträumigen Niederschlägen von 150-300 mm gerechnet, wobei lokal auch noch größere Mengen bis 400 mm möglich sind. Diese Mengen werden zu schweren Sturzfluten führen, an einigen Berghängen wird es wahrscheinlich zu Erdrutschen kommen. Zunehmende Ostwinde mit Böen von bis zu 80 km/h werden in Kombination mit gesättigten Böden Bäume und Stromleitungen umstürzen lassen, was zu Stromausfällen führen kann.

Zyklon DAMIEN

Im Nordwesten hat sich gleichzeitig auch ein Zyklon entwickelt, der in der Nacht auf Samstag auf die Nordküste von Westaustralien treffen wird. Über dem recht warmen Meer konnte sich DAMIEN schnell intensivieren bis zur Kategorie 3 und außerdem große Mengen Wasser aufnehmen. Erwartet wird, dass er mit Sturmfluten von 1 bis 3 m Höhe auf Land treffen wird und dort mit Orkanböen um 150 km/h für große Schäden sorgen könnte.

 

Markante Sturmlage am Sonntag und Montag

Sturmgefahr

Noch sind es zwar ein paar Tage bis dorthin, die Wettermodelle zeigen aber bereits heute eine recht große Einigkeit bezüglich Timing und Intensität des Sturms. Doch der Reihe nach…

Ruhige Bedingungen dank Frank

Ab heute Donnerstag sorgt ein Hoch namens FRANK für ruhiges Winterwetter in Deutschland, dieses hält auch noch am Freitag und Samstag an. Exemplarisch hierzu die Frontenkarte für morgen Mittag. Am linken oberen Bildrand lässt sich aber schon das Tief ausmachen, voraussichtlich wird es auf den Namen SABINE getauft.

Hochdruckwetter am Freitag
Hochdruckwetter am Freitag

Neues Sturmtief zum Wochenwechsel

Zum Sonntag hin gerät die Bundesrepublik in den Einflussbereich dieses sehr kräftigen Sturmtiefs SABINE, das von Schottland über die Nordsee nach Skandinavien zieht. Folglich wird am Sonntag im Tagesverlauf stürmischer Südwestwind ein Thema – zunächst in der Nordwesthälfte. In der Nacht auf Montag und am Montag selbst verlagert sich der Schwerpunkt des Sturms in die Südhälfte des Landes.

Die Details:

Am Sonntag legt der Südwestwind in der gesamten Nordwesthälfte Deutschlands zu, Böen zwischen 60 und 80 km/h sind hier bereits tagsüber einzuplanen. Noch stärker mit Böen zwischen 80 und 100 km/h weht der Südwestwind untertags in exponierten Lagen von Eifel, Sauerland und Harz. Im Umfeld der Nordsee sind sogar schon schwere Sturm- und orkanartige Böen zwischen 100 und 120 km/h zu erwarten.

Im Laufe des Nachmittags und Abends verstärkt sich der Wind, sodass nordwestlich der Linie Saarbrücken-Greifswald generell mit Windspitzen von 80-100 km/h, auf den Mittelgebirgen und an der Nordsee auch bis 120 km/h zu rechnen ist.

In der Nacht zum Montag bleibt es stürmisch, mit Ausnahme des äußersten Südostens ist verbreitet mit Böen um 100 km/h zu rechnen. Lokal sind aber auch Böen bis zu 120 km/h möglich.

Am Montag selbst verlagert sich der Sturmschwerpunkt in die Südhälfte. Somit sind dann südlich der Linie Köln-Leipzig Böen zwischen 90 und 120 km/h zu erwarten, sonst beruhigt sich die Lage mit anhaltenden Sturmböen zwischen 70 und 90 km/h allmählich wieder. Nur an der Nordsee sind noch immer Böen um 100 km/h einzuplanen.

Abschließend eine Karte mit den vorhergesagten Windspitzen am Sonntag und Montag nach dem europäischen Wettermodell. Die Farben bedeuten:

  • Violett: 120-140 km/h
  • Rot: 100-120 km/h
  • dunkles Orange: 90-100 km/h

Vorhergesagte Windspitzen von Sonntagabend bis Montagabend
Vorhergesagte Windspitzen von Sonntagabend bis Montagabend

Danach wieder Wetterberuhigung

Am Dienstag zieht aus heutiger Sicht ein weiteres kleinräumiges Tief über die Mitte Deutschlands hinweg, somit steht v.a. dem Süden der Bundesrepublik erneut stürmischer Westwind bevor. Hierbei gibt es aber noch größere Modellunsicherheiten, ob und wie stark sich dieses Tief entwickeln wird! Ab Mittwoch herrscht dann wieder deutlich ruhigeres Winterwetter.

Quelle Titelbild: adobe stock

Wettertechnisch ereignisreicher Februarbeginn

Zu Beginn des Februars, vergangenen Samstag stellte sich eine Großwetterlage ein, die den Startschuss legte für wettertechnisch ereignisreiche Tage. Über der Iberischen Halbinsel befand sich ein Hochdruckgebiet. Dieses sorgte in Mitteleuropa für eine westliche Strömung, d.h. für eine Westwetterlage. Bereits am Samstag zog das Frontensystem eines Tiefs über dem Nordatlantik von Westen her über Deutschland hinweg. Dieses bescherte besonders dem Südwesten anhaltenden und intensiven Regen.

Wintergewitter am Samstagabend

Die an der Kaltfront in den Abendstunden gebildeten, kräftigen Gewitter sorgten zudem für Starkregen und Sturmböen. Bis Mitternacht zogen die Gewitter von der Mosel über Südhessen und Baden-Württemberg bis nach Bayern – siehe Grafik.

Zeitlicher Blitzverlauf

Sturmböen über 90 km/h und Platzregen sorgten für abgedeckte Hausdächer, umgestürzte Bäume, einige Überschwemmungen und somit auch zahlreiche Einsätze.

Dauerregen am Sonntag und Montag

Tief OTTILIA bescherte einen verregneten Sonntag. Die Warmfront dieses Tiefs überquerte Deutschland bereits am Sonntagvormittag mit erneut einsetzendem Regen. In der Nacht auf Montag folgte dann dessen Kaltfront. Da diese strömungsparallel über Süddeutschland zum Liegen kam, konnte es dort und besonders in den südlichen Mittelgebirgen langanhaltend und intensiv regnen. Im Schwarzwald wurden dabei beachtliche 125 l/qm binnen 24 Stunden gemessen. Im ganzen Februar regnet es dort durchschnittlich nur etwa 100 l/qm.

Niederschlagssumme für den 3.2.2020

Tauwetter

Das Hoch, das sich immer noch über der Iberischen Halbinsel befand, lenkte feucht-warme Luftmassen aus Süden zu uns. In der Folge stiegen die Temperaturen auch in den höheren Lagen deutlich an und sorgten für starkes Tauwetter im Hochschwarzwald bzw. in den Alpen. Dies lies die Pegel mehrerer Bäche und Flüsse weiterhin ansteigen.

Sturmtief PETRA

An der weiterhin über Süddeutschland befindlichen Luftmassengrenze entwickelte sich im Laufe des Montags ein kleinräumiges Tief, das spätere Sturmtief PETRA – siehe Karte:

Isobarenkarte mit Sturmtief PETRA, Quelle: GFS

Das Tief zog in der Nacht auf Dienstag vom Saarland bis nach Tschechien und in weiterer Folge bis zum Schwarzen Meer. Entlang dessen Zugbahn kam es nicht nur zu weiteren intensiven Niederschlägen, sondern auch verbreitet zu Sturmböen bis hin zur Orkanstärke in exponierten Lagen. Betroffen war hiervon die gesamte Südhälfte Deutschlands – siehe Grafik:

Maximale Windböen für den Dienstag, 4.2.2020

Vielerorts waren abgedeckte Dächer, umgestürzte Bäume und herumfliegende Gegenstände zu beklagen. Mehrere Zuglinien mussten sturmbedingt ausgesetzt werden, auch der Münchner S-Bahn-Verkehr wurde eingestellt.

Hochwasser an der Mosel

Die anhaltenden und intensiven Niederschläge besonders im Bereich der Vogesen und des Schwarzwaldes, sowie das Tauwetter führten zu steigenden Flusspegeln. Vereinzelt wurde zwar nur die Hochwasser-Warnstufe 1 erreicht, die Mosel hingegen trat zwischenzeitlich deutlich übers Ufer.

Quelle Titelbild: pixabay.com

Tipps für den Wintersport

Sonne und Schnee - Perfekte Bedingungen für Wintersport.

Wer sich im Winter sportlich betätigt, muss ein wachsames Auge haben und bei Entscheidungen sehr vorsichtig sein. Eine gute Faustregel lautet: Brechen Sie das Vorhaben beim geringsten Anzeichen von Gefahr sofort ab!

Zunehmende Sonnen- / Gletscherbrandgefahr

Die Sonne gewinnt jetzt im Februar rasch an Kraft. Die Wintersonnenwende kurz vor Weihnachten liegt schon wieder eine Zeit zurück und z. B. am 2. Februar, zu Mariä Lichtmess, war der Tag im Vergleich zum kürzesten Tag des Jahres bereits wieder um etwa 1 Stunde länger. In der Höhenkaltluft, die den Spätwinter prägt, ist der Himmel insbesondere im Bergland oft klar und die UV-Strahlung somit hoch. Doch dieser kurzwellige Strahlungsanteil des Sonnenlichtes kommt nicht nur von oben (Sonnenbrandgefahr!), sondern wird auf den weißen Schnee- und Eisflächen zu beinahe 100 Prozent reflektiert (Gletscherbrandgefahr!) und kommt somit auch von unten. Das ist auch der Grund, warum ein Gletscherbrand immer schlimmer ist, als ein herkömmlicher Sonnenbrand, da ein großer Strahlungsanteil von unten dazukommt. Da hilft auch keine Kopfbedeckung in der Form einer Kappe, sondern nur ein geeigneter UV-Schutz in der Form einer Sonnencreme für die Haut, eines UV-abweisenden Lippenbalsams sowie einer Sonnenbrille oder einer geeigneten Skibrille.

Lawinengefahr oft hoch

Aufgrund der zunehmend vielen Schneeschichten, die sich im Laufe des Winters akkumulieren, ist die Lawinengefahr im Februar besonders hoch. Das Schneeprofil ist oft komplex und besteht aus gefrorenen Schichten, die als Gleitflächen dienen. Zudem lagern in Hängen unterhalb von Kämmen oft meterhohe Schneewechten, die unter dem eigenen Gewicht kollabieren und abrutschen können. Wer die gesicherte Piste verlässt, läuft also Gefahr. Bei Skitouren empfiehlt es sich, einen Experten unter sich zu haben, der das Schneeprofil analysiert. Des Weiteren sollte man alpines Gelände nur mit Lawinenpiepser betreten und bei Skitouren einer zuverlässigen Person die genaue Route verraten und von dieser dann auch nicht abweichen. Betreten Sie den Tiefschnee nie mit normalem Schuhwerk, sondern nur mit Schneeschuhen, da die Tiefe von frisch gefallenem Pulverschnee schwer einzuschätzen ist und Sie einsinken könnten. Eine Mitgliedschaft beim Alpenverein ist in jedem Fall empfehlenswert.

Kälteschutz von Nöten

Das Temperaturminimum des Jahres liegt sowohl in den Niederungen als auch im Bergland im Jänner. Doch auch im Februar kann es noch bitterkalt werden. Es gilt sich also vor der Kälte in jedem Fall zu schützen. Denken Sie immer auch an den Notfall und dass Sie unter Umständen mehrere Stunden im Freien ausharren müssen. Erfrierungen stellen sich recht schnell ein. Sie sind bei starkem Wind, der die Wärme von der Haut abführt und Temperaturen unter -10 Grad innerhalb weniger Minuten möglich! Warme, der Witterung angepasste Kleidung sowie ein Kälteschutz für das Gesicht (Fettcreme, Lippenbalsam, …) sind in diesem Fall sehr wichtig.

Eislaufen auf Naturwasserflächen

Beim Eislaufen auf zugefrorenen Naturwasserflächen lauern einige Gefahren. Wenn man mal vom hohen Verletzungsrisiko absieht, dem man mit gepolsterter Kleidung und Protektoren (Sturzhelm, Knie- und Ellenbogenschoner) vorbeugen kann, ist da immer noch die größte Gefahr: Einbrechen ins Wasser! Deshalb sollte man nur Eisflächen betreten, die mit Bohrungen auf ausreichende Dicke untersucht und behördlich freigegeben wurden. Vergessen Sie nie, dass, auch wenn es sich um stehende Gewässer handelt, warmes Grundwasser aufsteigen und die Eisdicke lokal auf ein Minimum reduzieren kann. Zudem kann das Eis einbrechen, wenn darunter der Wasserstand abfällt. Das Betreten von Eis auf Fließgewässern ist generell ein No-Go und sobald die Lufttemperatur positiv ist, besteht besonders am Rand von Gewässern die Gefahr, dass das Eis durch Wärmeübertrag vom Ufer rasch sehr dünn wird. Ratsam ist auch, NIE alleine und ungesehen Eisflächen zu betreten und auf dem Eis zueinander Abstand zu halten. Aber das Wichtigste zuletzt: Lassen Sie immer Ihren Hausverstand walten, damit lassen sich bereits viele Gefahren abwenden!

Bilanz von Sturmtief Petra

Windrose

Wie erwartet sorgte Tief PETRA für einen ausgesprochen turbulenten Dienstag. Mit schweren Sturmböen und zum Teil sogar orkanartigen Böen zog dessen markante Kaltfront gestern über Österreich hinweg. Die größten Windgeschwindigkeiten aller offiziellen Wetterstationen wurden dabei auf der Buchbergwarte im Wienerwald gemessen, mit 145 km/h tobte der Sturm hier. Mehr als 130 km/h gab es aber beispielsweise auch auf dem Feuerkogel, dem Galzig und auf der Wiener Jubiläumswarte. Noch extremere Windgeschwindigkeiten wurden von einzelnen Stationen der Lawinenwarndienste gemessen: So registrierte die Station am Wetterkoglerhaus im Wechselgebiet Böen von knapp 200 km/h, mehr als 200 km/h gab es sogar am Gipfel des Schneebergs, ehe der Windmesser wohl sturmbedingt den Geist aufgab.

Die Kaltfront brachte neben Sturm und Regen auch ein paar Gewitter, mehr als 200 Blitze wurden österreichweit registriert. In Folge des Sturms waren einige Bahnstrecken und Straßen durch umstürzende Bäume blockiert, Skigebiete mussten den Betrieb einstellen. Die Feuerwehren waren landesweit im Großeinsatz.

Neuschnee in den Nordalpen

Mit der Kaltfront sank auch die Schneefallgrenze rasch vom Hochgebirge bis in die meisten Täler der Nordalpen, seit gestern stauen sich feuchkalte Luftmassen an den Alpen und bringen dort größere Schneemengen. So sind rund um den Arlberg schon etwa 40 cm Neuschnee zusammengekommen, 2 cm meldete heute früh aber zum Beispiel auch Innsbruck. Im Laufe des heutigen Mittwochs wird der anhaltende Schneefall im Nordstau der Alpen allmählich weniger und klingt spätestens in den Abendstunden ab. Ausgewählte 24-stündige Neuschneemengen bis Mittwoch 07 Uhr:

  • Schröcken (V): 43 cm
  • Seefeld (T): 26 cm
  • Pichl (ST): 26 cm
  • Krimml (S): 20 cm
  • Spital / Pyhrn (OÖ): 17 cm
  • Allentsteig (NÖ): 5 cm
  • Mallnitz (K): 4 cm

Schneehöhe am Mittwochmorgen.
Schneehöhe am Mittwochmorgen.

Keine Unwetter mehr diese Woche

In den kommenden Tagen steigt der Luftdruck von Westen her deutlich an, ruhiges und vielerorts sonniges Winterwetter ist die Folge. Dieses hält bis Sonntag an, erst in der neuen Woche kündigt sich wieder eine stürmische Wetterphase an. Auch die Temperaturen erholen sich vom gestrigen Absturz, mit meist 0 bis +10 Grad haben die nächsten Tage wieder leicht überdurchschnittliche Werte zu bieten. Am Sonntag sind nach derzeitigem Stand im Westen des Landes sogar vorfrühlingshafte +13 Grad zu erwarten. Dem Schnee geht es also in den tiefer gelegenen Tälern wieder an den Kragen.

Quelle Titelbild: pixabay

Markante Kaltfront bringt Sturm und Neuschnee

Das Tief PETRA entwickelt sich an einer Luftmassengrenze, die wiederum seit Sonntag Früh große Regenmengen bringt. Zum Beispiel sind im Bregenzerwald, am Arlberg und von den Kitzbüheler Alpen bis zur Eisenwurzen schon 60 bis über 100 l/m² zusammengekommen. Die Pegel kleinerer Bäche haben in diesen Regionen bereits ein einjähriges Hochwasser erreicht. Der kräftige Dauerregen hält im Nordstau noch bis heute Abend an, bevor er für ein paar Stunden abklingt. Bis dahin sind hier weitere 10 bis 30 l/m² zu erwarten. Da die Schneefallgrenze in Westösterreich im Hochgebirge liegt, besteht lokal die Gefahr für Vermurungen und weiterhin für das Überlaufen von kleineren Flussläufen.

Analysierte Niederschlagssumme bis Montag, 16 Uhr
Analysierte Niederschlagssumme vom Montag, 00 bis 16 Uhr

Stürmische PETRA

Bereits in der zweiten Nachthälfte kommt in Vorarlberg, in den Morgenstunden auch bis Oberösterreich die kräftige Kaltfront des Randtiefs PETRA auf. Diese bringt zunächst schauerartig verstärkten und teils auch gewittrig durchsetzten Regen, jedoch auch eine rasch bis in viele Täler absinkende Schneefallgrenze. Nur unterhalb von etwa 500 m bleibt es noch bei Regen. Auch im Flachland und im Süden ziehen in der ersten Tageshälfte mitunter kräftige Regen- und Graupelschauer durch. Große Schneemengen kommen in den klassischen Staulagen der Nordalpen zusammen, oberhalb von rund 700 bis 1000 m sind hier am Dienstag 10 bis 30 cm, rund um den Arlberg auch 30 bis 50 cm zu erwarten.

Mit dem Randtief und insbesondere mit der angesprochenen Kaltfront frischt in weiten Teilen des Landes stürmischer Westwind auf. Bezüglich der genauen Zugbahn gibt es in den Modellen noch gewisse Unsicherheiten, dies wirkt sich hauptsächlich auf die zu erwartenden Böen entlang der Donau und im Großraum Wien aus. Nach aktuellem Stand sind hier verbreitet Sturmböen zwischen 70 und 80 km/h zu erwarten, mit eingelagerten Gewittern oder bei geringfügig nördlicherer Zugbahn von PETRA sind jedoch auch schwere Sturmböen um 100 km/h nicht auszuschließen. Im Wiener Becken und am Alpenostrand bis zur Buckligen Welt erscheinen Böen zwischen 80 und 100 km/h hingegen als recht wahrscheinlich.

Mit der Kaltfront greift der stürmische Wind auch in viele Alpentäler durch. Somit muss Dienstagfrüh und -vormittag selbst inneralpin kurzzeitig mit Sturmböen bis 80 km/h, am Bodensee, im Außerfern, im Raum Achenkirch und im Inntal bis 100 km/h gerechnet werden. Südlich des Alpenhauptkamms kommt nach Durchzug der Front Nordföhn auf, in prädestinierten Tälern sind hier im Tagesverlauf Böen bis 80 km/h zu erwarten.

 

Neuschneesumme bis Mittwoch, 18 Uhr @ UBIMET
Prognostizierte Neuschneesumme bis Mittwoch, 18 Uhr @ UBIMET

Am Mittwoch weiterhin nasskalt und stürmisch

Die Wochenmitte bringt den Nordstaulagen vom Bregenzerwald bis zum Mariazellerland weiteren Schneefall, und das bis in alle Täler. Dabei muss man mit weiteren Neuschneemengen zwischen 5 und 15 cm rechnen, 20-25 cm Neuschnee kommen in etwas höheren Lagen am Arlberg sowie zwischen Lofer und Eisenerz zusammen. Die Intensität des Schneefalls lässt aber allmählich nach, im Laufe des Tages werden dann auch die trockenen Phasen immer zahlreicher. Abseits der Berge ziehen ohnehin nur ein paar Regen-, Schnee- und Graupelschauer durch. Die Schneefallgrenze pendelt hier zwischen tiefen Lagen und rund 500 m.

Auch der Wind bleibt am Mittwoch noch ein Thema: Im östlichen Flachland, am Alpenostrand sowie in den Nordföhntälern von Osttirol bis zum Grazer Bergland muss man weiterhin mit Böen zwischen 60 und 80 km/h rechnen, lokal sind auch schwere Sturmböen von knapp 100 km/h einzuplanen.

Anschließend nachhaltige Wetterberuhigung

Ab Donnerstag herrscht dann wieder landesweit kräftiger Hochdruckeinfluss. Dieser hält gemäß den neuesten Modellberechnungen bis zum Ende der Woche an, dabei steigen die Temperaturen im Laufe des Wochenendes wieder auf ein vorfrühlingshaftes Niveau an. Stürmisch wird es dann erst wieder in der kommenden Woche.

 

Titelbild @ https://stock.adobe.com

Auf Sturm folgt Starkregen und Schnee

Sturm am Alpenostrand

Zwischen einem ausgeprägten Hoch über Südwesteuropa und einem kräftigen Tief über Westskandinavien liegt der Alpenraum bereits heute in einer straffen nordwestlichen Strömung. In der Nacht verstärken sich die Druckgegensätze noch weiter und nördlich der Alpen frischt kräftiger Westwind auf. Vor allem am Alpenostrand und hier im Bereich der Gutensteiner Alpen sowie im südlichen Wiener Becken weht stürmischer Westwind. Dabei sind Windspitzen von bis zu  100km/h zu erwarten, in exponierten Lagen sind auch schwere Sturmböen bis 120 km/h möglich.

"Maximale

Am Montag Starkregen

Während es im Osten in der Nacht auf Montag stürmt, beginnt es in der ersten Nachthälfte vom Bregenzerwald bis zum Außerfern immer intensiver zu regnen. Bis Montagfrüh kommen hier 30 bis 50 l/m² zusammen. In der zweiten Nachthälfte regnet es auch vom Rofan bis ins Traunviertel kräftig, hier werden 25 bis 40 l/m² erwartet. Weil die Grenze zwischen kalter und warmer Luft genau über dem Alpenraum liegt, regnet es auch tagsüber anhaltend und kräftig weiter.  Vom Bregenzerwald bis ins Salzkammergut kommen weitere 25 bis 40 l/m² in 12 Stunden zusammen. Aufgrund der für die Jahreszeit untypisch hohen Schneefallgrenze besteht lokal die Gefahr für Vermurungen und das Überlaufen von kleineren Flussläufen.

24 Stunden Regensummen bis Montagabend © Ubimet
24 Stunden Regensummen bis Montagabend © Ubimet

Wintereinbruch am Dienstag

Am Dienstag trifft dann von Nordwesten eine markante Kaltfront auf die Alpen. An der Alpennordseite fällt noch in der Früh kräftiger und anhaltender Regen, mit Durchgang der Kaltfront sinkt die Schneefallgrenze am Vormittag sukzessive  bis in die Täler. In Lagen oberhalb von 1000 m kommen bis zum Abend rund 10-20 cm, am Arlberg auch bis 40 cm Neuschnee hinzu. Ab Mittag werden Regen und Schneefall etwas schwächer, in den Alpen schneit es aber weiterhin noch mäßig. Von den Tauern bis zu den Fischbacher Alpen kommt kräftiger Nordföhn auf und greift in den Tälern mit stürmischen Böen durch. Auch im Norden und Osten weht wieder kräftiger Nordwestwind, hier ziehen vermehrt Regen- und Graupelschauer durch. Aufgrund der Höhenkaltluft kann es mitunter auch zu vereinzelten Wintergewittern kommen.

24 Stunden Neuschneemengen von Dienstag- bis Mittwochfrüh © Ubimet
24 Stunden Neuschneemengen von Dienstag- bis Mittwochfrüh © Ubimet

Wetterbesserung ab Mittwoch

Am Mittwoch klingt der Anfangs noch kräftige Schneefall an der Alpennordseite allmählich ab. Im Osten ziehen bei lebhaftem Nordwestwind Schneeregenschauer durch. Der Nordföhn flaut langsam ab. Am Donnerstag steigt dann von Westen her der Luftdruck wieder an und das Wettergeschehen beruhigt sich.

Titelbild: © Adobe Stock

Jännerrückblick: Mehr als 2 Grad zu warm und viel zu trocken

Fast nur Hochdruckgebiete

Der Winter 2019/20 war in Europa bisher durch rege Tiefdrucktätigkeit über Nordskandinavien und ungewöhnlich viele Hochdrucklagen über den Azoren und Mitteleuropa geprägt. Der vorherrschende Westwind über Nordeuropa führte wiederholt milde Luftmassen vom Atlantik bis nach Russland, weshalb der Winter in Europa bislang außergewöhnlich mild verlief. Insbesondere der Jänner war durch beständige Hochdrucklagen geprägt, rund um den 20. des Monats wurden mit über 1050 hPa gar außergewöhnlich hohe Druckwerte im Alpenraum gemessen. Lediglich dreimal schafften es Tiefausläufer mit Kaltluft aus Norden zu uns, am letzten Montag brachte eine markante Kaltfront immerhin im ganzen Land Niederschlag, eingelagerte Gewitter und vielerorts stürmische Böen.

Abweichung der Temperatur vom Klimamittel @ UBIMET
Abweichung der Temperatur vom Klimamittel @ UBIMET

Temperaturabweichung im Bergland am höchsten

Mit einer landesweiten Abweichung von rund 2,2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 bilanziert der Monat Jänner einmal mehr als zu mild. Aufgrund der häufigen Inversionswetterlagen durch Hochdruckeinfluss waren die Abweichungen vor allem in mittleren Lagen und im Bergland am höchsten, so lag das Temperaturmittel etwa am Feuerkogel 4,8 Grad und am Sonnblick 3,8 Grad über dem Schnitt. Währenddessen fallen die Abweichungen in einigen Tälern, im östlichen Flachland und dem Grazer Becken minimal aus. Häufig hielt sich hier Nebel und Hochnebel, durch welchen die Temperaturen tagsüber nur wenig anstiegen.

Gemessene Temperaturminima @ UBIMET
Gemessene Temperaturminima @ UBIMET

Im Süden fast durchwegs trocken

Österreichweit wurden rund 41% des üblichen Monatsniederschlags erreicht. Lediglich in einem schmalen Streifen entlang des Kamptals und bis St. Pölten reichte es für eine halbwegs ausgeglichene Bilanz, sonst war es überall zu trocken. Besonders in der Südhälfte wurden verbreitet weniger als 10% des Monatssolls erreicht. Einige Wetterstationen registrierten erst mit dem angesprochenen Kaltfrontdurchgang am 28. des Monats ein paar Regentropfen.

Anteil vom klimatologischen Monatsniederschlag @ UBIMET
Anteil vom klimatologischen Monatsniederschlag @ UBIMET

Neuer Sonnenscheinrekord in Klagenfurt

Einhergehend mit dieser Entwicklung schließt der Jänner zudem überdurchschnittlich sonnig ab. Besonders außergewöhnlich sind die Abweichungen in Unterkärnten, hier wurden bereits am Montag dieser Woche einige, teils langjährige Rekorde gebrochen: Dank der Kombination aus Hochdruckeinfluss und wenig Hochnebel wurde in Klagenfurt der Sonnenrekord aus dem Jänner 1918 überboten. Die Messreihe reicht hier bis 1884 zurück. Halbwegs ausgeglichen ist die Bilanz nur im Osten.

 

Extremwerte Jänner 2020 (Bundesland, Tag des Auftretens)
Stand: Donnerstag, 30.01.2020 … 08 Uhr

 

Höchste Temperaturen (werden am 31. noch überboten)

  • 13,2 Grad Weitra (NÖ, 09.)
  • 13,0 Grad Bärnkopf (NÖ, 15.)
  • 12,9 Grad Kolm-Saigurn (S, 15.)

 

Tiefste Temperaturen

  • -18,0 Grad St. Jakob / Defereggen (T, 21.)
  • -17,9 Grad Lech / Arlberg (V, 20.)
  • -17,7 Grad St. Leonhard / Pitztal (T, 20.)

 

Relativ wärmste Orte (im Vergleich zum Mittel von 1981-2010)

  • +3,8 Grad Fischbach (ST)
  • +3,5 Grad Mönichkirchen (NÖ)
  • +3,4 Grad Weißensee / Gatschach (K)

 

Relativ kälteste Orte (im Vergleich zum Mittel von 1981-2010)

  • 0,0 Grad Saalbach (S)
  • +0,1 Grad St. Jakob / Defereggen (T)
  • +0,2 Grad Bad Radkersburg (ST)

 

Eistage (ganztägig weniger als 0 Grad)

  • 17 Saalbach (S), St. Jakob / Defereggen (T)
  • 16 Flirsch (T)
  • 14 Böckstein (S), Gstatterboden (ST), Holzgau (T)

 

Nasseste Orte

  • 89 Liter pro Quadratmeter Ebensee (OÖ)
  • 85 Liter pro Quadratmeter Spital / Pyhrn (OÖ)
  • 77 Liter pro Quadratmeter St. Wolfgang (OÖ)

 

Trockenste Orte

  • <1 Liter pro Quadratmeter Lienz, Sillian, Mittewald / Drau (T), Obervellach, Millstatt, Spittal / Drau, Fresach (K)

 

Absolut sonnigste Orte

  • 184 Sonnenstunden Klagenfurt (K)
  • 178 Sonnenstunden Feldkirchen (K)
  • 175 Sonnenstunden Preitenegg (K)

 

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 101 km/h Achenkirch (T, 28.)
  • 99 km/h Tannheim (T, 28.)
  • 97 km/h Rohrspitz (V, 28.)

 

Titelbild: Trocken, sonnig und schneearm präsentierte sich der Jänner in Kärnten @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/obervellach/

Sturmtief LOLITA: Eine Bilanz

Gewitter gab es für die Jahreszeit ganzschön viele (über 6000 Blitzentladungen) und das so ziemlich aufs gesamte Bundesgebiet verteilt. Rückseitig der Kaltfront wurde schließlich Schnee wieder ein Thema – in den Mittelgebirgen, aber auch im Flachland von Baden-Württemberg und Bayern sowie minimal im norddeutschen Tiefland. Im Bayerischen Wald schneite es über Nacht schließlich etwas mehr als gedacht, hier wurden heute Morgen an einer Station auf 450 m 18 cm gemessen.

Windspitzen am 28.01.2020 @ UBIMET
Windspitzen am 28.01.2020 @ UBIMET

Windspitzen am 28.01.2020 @ UBIMET
Windspitzen am 28.01.2020 @ UBIMET

 

Anzahl der Blitzentladungen je Bundesland @ UBIMET
Anzahl der Blitzentladungen je Bundesland @ UBIMET

Blitzverlauf am 28.01.2020 @ UBIMET
Blitzverlauf am 28.01.2020 @ UBIMET

 

Analyse der Gesamtschneehöhe am Morgen des 29.01.2020 @ UBIMET
Analyse der Gesamtschneehöhe am Morgen des 29.01.2020 @ UBIMET

Hier noch eine kleine Impression aus dem Norden, in Elmshorn im Kreis Pinneberg lag zwischenzeitlich 1 cm Neuschnee.

Das Video zeigt den Schneesturm im Hochschwarzwald.

 

Titelbild: @ https://stock.adobe.com

Auf Wintermezzo folgt ausgesprochen milde Wetterphase

Analyse der Gesamtschneehöhe am Morgen des 29.01.2020 @ UBIMET
Analyse der Gesamtschneehöhe am Morgen des 29.01.2020 @ UBIMET

Schnee bis Donnerstagmorgen

Mit Pauken und Trompeten hat die kräftige Kaltfront des Tiefs LOLITA am Mittwoch den Winter nach Österreich zurückgebracht. Sturmböen bis 100 km/h wurden vor allem im Westen des Landes gemessen, mehr als 1000 Blitzentladungen wurden registriert und über Nacht fielen am Arlberg und im Außerfern schließlich rund 30 cm Neuschnee. Zwar geht es mit Schnee an der Alpennordseite auch heute noch weiter und erst am Donnerstagmorgen klingen letzte Flocken in der Eisenwurzen ab, dann jedoch setzt eine markante Milderung ein. Ein Zwischenhoch sorgt im Tagesverlauf für ruhiges und meist freundliches Wetter, ab Freitag wird es schließlich unbeständig.

Gemessene stärkste Windböen am 28.01.2020 @ UBIMET
Gemessene stärkste Windböen am 28.01.2020 @ UBIMET

Blitzverlauf am 28.01.2020 @ UBIMET
Blitzverlauf am 28.01.2020 @ UBIMET

 

Semesterferien beginnen häufig mit zweistelligen Plusgraden

Hintergrund hierfür ist eine ausgeprägte Tiefdruckaktivität über dem Nordatlantik bis weit in die kommende Woche hinein, Mitteleuropa liegt entsprechend an der Südflanke in einer kräftigen Südwestströmung. Wiederholt erreichen Tiefausläufer den Alpenraum, somit gestalten sich die kommenden Tage zumindest nach Norden zu auch häufig bewölkt, nass und windig, während der Süden etwas wetterbegünstigt bleibt. Für die Jahreszeit deutlich zu mild wird es aber überall, bereits am Freitag erreichen die Höchstwerte 6 bis 15 Grad. Mit Ausnahme von windgeschützten Tälern in Salzburg und Kärnten kündigen sich in tiefen Lagen tagsüber fast überall zweistellige Temperaturen an.

Zum Höhepunkt bis zu 20 Grad möglich

Das Wochenende und der Montag verlaufen von Vorarlberg bis nach Oberösterreich zeitweise nass, im Süden und mit Abstrichen auch im Osten hingegen recht freundlich. Dazu ist vor allem im Norden und Osten mit teils kräftigem Wind zu rechnen. Mit bis zu 16 Grad liegen die Temperaturen deutlich über dem jahreszeitlichen Schnitt, normal wären aktuell etwa in Wien 4 Grad. Der Höhepunkt dieser milden Wetterphase deutet sich schließlich für den Dienstag an, nach aktuellem Stand sind dann mit viel Sonnenschein und etwas Föhn stellenweise auch um 20 Grad möglich.

 

Titelbild: Webcam Tschagguns @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/tschagguns/

Winterliche Wochenmitte

Rote Unwetterwarnung im Westen: Wieviel Schnee fällt derzeit dort, wo ist der „Hotspot“?

Gewarnt ist primär vor Schnee. Grund hierfür ist eine Kaltfront, welche aktuell am Dienstagvormittag von Westen her das Tiroler Oberland erreicht und nachfolgend für etwa zwei Tage kühlere und feuchte Luft heranführt. Aktuell liegt die Schneefallgrenze noch bei rund 1000 m, zum Abend sinkt sie auf 500 bis 300 m ab. Besonders in der heutigen Nacht, aber auch von Mittwochnachmittag bis Donnerstagfrüh schneit es an der Alpennordseite bis in die meisten Täler, tagsüber taut es leicht. In Summe sind von Vorarlberg bis in die Obersteiermark einige Zentimeter Neuschnee zu erwarten, am meisten davon mit rund 50 cm am Arlberg. Aber auch in den meisten Tälern stellen sich phasenweise winterliche Bedingungen ein.

Unwetterwarnungen, Stand 12:30 Uhr am 28.01.2020 @ uwz.at
Unwetterwarnungen, Stand 12:30 Uhr am 28.01.2020 @ uwz.at

Wann kommt die Weiße Pracht in den Osten?

Vermutlich garnicht. Morgen Mittwoch in der Früh sind im Wienerwald Schneeflocken möglich, das war es aber auch schon. Besser schaut es im westlichen Donauraum aus, hier kann es am Morgen für ein oder zwei Zentimeter reichen.

Zum Sturm: Wie stark ist der Wind, wie heftig wird er noch?

Mit der Kaltfront und eingelagerten Gewittern wurden am Bodensee auf dt. Seite in Lindau soeben Orkanböen von 123 km/h gemessen, am Rohrspitz auf öst. Seite waren es 100 km/h. Generell sind heute in Vorarlberg und im Tiroler Außerfern, am Nachmittag auch im Innviertel Sturmböen bis 90 km/h zu erwarten, am Abend frischt der Westwind auch im Norden und Osten kräftig auf. Hier bleibt es morgen Mittwoch windig, in Wien und im Wiener Becken sind morgentagsüber die stärksten Böen von bis zu 80 km/h zu erwarten.

Wie lange bleibt der Schnee?

Am Donnerstag beruhigt sich das Wetter unter Zwischenhocheinfluss rasch, nachfolgend wird eine sehr milde Wetterphase eingeläutet. Im Flach- und Hügelland, aber auch vielen Tälern der Alpen deuten sich für einige Tage zweistellige Plusgrade an. Der Höhepunkt der Wärmezufuhr wird aus heutiger Sicht am Montag oder Dienstag nächster Woche erreicht. Dann sind sogar 20 Grad nicht ausgeschlossen.

 

Titelbild: Prognose der Neuschneemenge über 24 Stunden bis Donnerstag, 00 Uhr UTC @ UBIMET

Sonnigster Jänner der Messgeschichte in Unterkärnten

Die Sonne macht fleißig Überstunden.

Der Winter 2019/20 war in Europa durch rege Tiefdrucktätigkeit über Nordskandinavien und ungewöhnlich vielen Hochdrucklagen über den Azoren und Mitteleuropa geprägt. Der vorherrschende Westwind über Nordeuropa hat wiederholt milde Luftmassen vom Atlantik bis nach Russland geführt, weshalb der Winter in Europa bislang außergewöhnlich mild war. Dies betrifft auch den Alpenraum: Auf den Bergen war der Jänner 4 Grad wärmer als im langjährigen Schnitt. Etwas geringer fallen die Abweichungen bislang in den Niederungen aus, da Inversionswetterlagen hier gebietsweise für beständigen Nebel gesorgt haben.

Druckabweichung zum Mittel seit dem 1.12.19. © NOAA

Sonnenrekord in Kärnten

Wie bereits hier berichtet erleben wir in weiten Teilen des Landes einen überdurchschnittlich sonnigen Jänner, nur im östlichen Flachland gibt es aufgrund der häufigen Inversionswetterlagen durchschnittliche Werte. Besonders außergewöhnlich sind die Abweichungen in Unterkärnten, hier wurden am Montag einige, teils langjährige Rekorde gebrochen: Dank der Kombination aus Hochdruckeinfluss und wenig Hochnebel wurde in Klagenfurt der Sonnenrekord aus dem Jänner 1918 überboten. Die Messreihe reicht hier bis 1884 zurück. Vereinzelt wurden aber auch in der Steiermark und Salzburg neue Stationsrekorde aufgestellt bzw. vorläufig eingestellt. Auf den Bergen werden die Rekordwerte aus dem Jahre 1989 hingegen nicht erreicht.

Jänner 2020 (Stand: 27.1., 14 Uhr)

Alter Rekord

Klagenfurt (K)

173 h

172 h

Villach (K)

162 h

159 h

St. Veit / Glan (K)

148 h

143 h

Feldkirchen (K)

169 h

163 h

St. Andrä / Lavanttal (K)

151 h

149 h

Arriach (K)

143 h

142 h

Mallnitz (K)

94 h

91 h

Bad Aussee (ST)

115 h

115 h

Tamsweg (S)

148 h

147 h

Sonnenstunden im Jänner 2020 (Stand 27.1.) © UBIMET

Kaltfront bringt Wind, Regen und Schnee

Am Dienstag überquert die Kaltfront vom Nordseetief LOLITA Österreich, dabei kommt besonders von Vorarlberg bis ins Salzkammergut stürmischer Westwind auf. Dazu breitet sich im Tagesverlauf Regen auf weite Teile des Landes aus, die Schneefallgrenze sinkt in den Nordalpen am Abend gegen 500 m ab und in der Nacht auf Mittwoch allmählich bis in tiefe Lagen. In den Hochlagen des Arlberggebiets sind bis Mittwochabend rund 50 cm Schnee zu erwarten. Auch in den Niederungen fällt im Norden am Mittwochmorgen ein wenig Schnee oder Schneeregen, im Süden steht hingegen neuerlich Sonnenschein auf dem Programm.

Neuschneeprognose bis Mittwochabend. © UBIMET

Neue Woche bringt Wetterumstellung

Wetterhahn

Seit Wochenbeginn sorgt Hoch EKART für stabile Wetterbedingungen im Alpenraum. Während man in den Alpen viel Sonnenschein und milde Temperaturen genießen konnte, gab es im Flachland häufig Nebel oder Hochnebel. Ab Montag leitet ein umfangreiches Islandtief namens KIM eine Wetterumstellung ein und Mitteleuropa gerät unter den Einfluss einer westlichen Höhenströmung. Am Dienstag und Mittwoch kündigt sich verbreitet etwas Regen an und besonders im westlichen Bergland gibt es Neuschnee.

Frontenkarte
Tief KIM hat den Atlantik überquert und verdrängt das Hoch EKART. © UBIMET

Auflockerungen zu Wochenbeginn

Am Montag halten sich im Flachland anfangs noch Nebel und Hochnebel, mit der Ausnahme vom äußersten Osten und Südosten lockert dieser am Nachmittag aber auf. Im Westen ziehen zunächst Wolken durch und vereinzelt gehen Regenschauer nieder, tagsüber gibt es von Tirol bis Kärnten aber einige Sonnenstunden. Die Höchstwerte liegen zwischen 2 Grad in der Oststeiermark bzw. im Südburgenland und 10 Grad im Walgau.

Kaltfront bringt stürmische Böen

In den vergangenen Tagen hat der Wind bei nur schwachen Druckgegenätzen nahezu keine Rolle gespielt, am Dienstag wird er aber neuerlich zum Thema: Mit Durchzug einer Kaltfront sind vom Bodensee bis nach Niederösterreich teils stürmische Böen in Sicht. Dazu breitet sich tagsüber Regen aus und am Abend sinkt die Schneefallgrenze in den Nordalpen gegen 500 ab. In den Nordalpen gehen die Temperaturen zurück, im Südosten wird es mit bis zu 10 Grad hingegen spürbar milder.

Im Norden gibt es Sturmböen
Prognose der Windspitzen am Dienstag von RACE. © UBIMET

Regen und Schnee am Mittwoch

Zur Wochenmitte erfasst vorübergehend kalte Luft die Alpennordseite. Unter Tiefdruckeinfluss dominieren dabei die Wolken und von Vorarlberg bis Niederösterreich fällt häufig Regen oder Schnee. Die Schneefallgrenze liegt zwischen 400 und 700 m, anfangs zeichnet sich im Norden aber vorübergehend auch im Flachland Schneeregen ab. Die größten Neuschneemengen gibt es im westlichen Bergland: Von Vorarlberg bis ins Salzkammergut sind oberhalb von etwa 1000 m rund 15 bis 30 cm, im Arlberggebiet auch 40 cm Schnee in Sicht. Die Höchstwerte liegen zwischen 1 Grad in den Nordalpen und 9 Grad im sonnigen Süden.

Auch im Norden ist am Mittwochmorgen etwas Nassschnee möglich. © UBIMET

Milderung zum Wochenende

Am Donnerstag lässt der Tiefdruckeinfluss etwas nach und bevorzugt von Tirol bis zur Steiermark gibt es sonnige Auflockerungen, bereits am Freitag macht sich aber voraussichtlich ein weiterer atlantischer Tiefausläufer bemerkbar. Zum Wochenende hin zeichnen sich somit neuerlich Regen und Wind ab, die Temperaturen steigen allerdings in allen Höhen deutlich an.

Titelbild © Adobe Stock

Ab welcher Eisdicke kann man Eislaufen?

Zugefrorener See @ b_hanakam on VisualHunt / CC BY-NC-SA

Üblicherweise nimmt die Dichte von Stoffen mit abnehmender Temperatur zu, weshalb sich beispielsweise die kühlste Luft bei einer ruhigen Hochdrucklage im Winter immer am Boden eines Tals ansammelt. Es gibt jedoch ein paar Stoffe, darunter Wasser, die ein gegenteiliges, anomales Verhalten zeigen. So rücken die Moleküle des Wassers bei einer Temperatur von +4 Grad besonders nah zusammen und erreichen die maximale Dichte. Bei Temperaturen unter 4 Grad nimmt die Dichte des Wassers wieder etwas ab.

Eislaufen
Der Weissensee in Kärnten. © https://weissensee4.it-wms.com/

Die 4-Grad-Marke

Durch die Dichteanomalie des Wassers kühlt ein stehendes Gewässer im Laufe des Herbstes gänzlich auf 4 Grad ab, bevor sich das Wasser an der Oberfläche weiter in Richtung Gefrierpunkt abkühlen kann. Im Winter kommt es somit immer an der Oberfläche eines Gewässers zur Eisbildung, während am Seeboden eine 4 Grad „warme“ Schicht erhalten bleibt. Diese Eigenschaft des Wassers ist überlebenswichtig für die dortige Tier- und Pflanzenwelt.

Freigabe

Die Freigabe einer Eisfläche erfolgt meist durch lokale Vereine. In der Regel wird aber nicht ein ganzer See freigegeben, sondern immer nur bestimmte, gekennzeichnete Bereiche, da die Eisdicke besonders im Uferbereich oder in der Nähe von Zuflüssen meist ungleichmäßig ist. Wer sich auf das glatte Parkett bewegt, sollte sich der damit verbundenen Gefahren aber bewusst sein! In der Regel soll das Eis eines stehendes Gewässers mindestens 8 cm dick sein, um es gefahrlos betreten zu können:

  • 5 cm: einzelne Personen
  • 8 cm: mehrere Personen
  • 12 cm: Schlittengespanne
  • 18 cm: Autos

Gefrorene Flüsse bzw. Fließgewässer sind viel gefährlicher als stehende Gewässer, diese sollte man also generell nicht betreten.

Eislaufen
Der Hörzendorfersee in Unterkärnten. © https://www.evw.at/webcams/

Bisher wenige zugefrorene Seen

Der Winter 2019/20 war bislang sehr mild, somit was es vielerorts nicht kalt genug für zugefrorene Seen. Lediglich in windgeschützten Tal- und Beckenlagen, wo es häufig zu starken Temperaturinversionen kam, sind ein paar Seen tragfähig. In Österreich betrifft dies vor allem Kärnten sowie einzelne kleine Seen in den Nordalpen. So ist derzeit etwa der Westteil des Weissensees in Kärnten oder der Ritzensee bei Saalfelden freigegeben. Weiters kann man auch etwa auf dem Pressegger See, dem Hörzendorfersee, dem Rauchelsee oder dem Lendkanal in Klagenfurt Eislaufen. (Update: Der Aichwaldsee war zunächst zum Eislaufen freigegeben, wurde aber nach einem tragischen Unfall am Samstag wieder sofort gesperrt, derzeit ist das Betreten verboten).

Eislaufen in Saalfelden. © www.foto-webcam.eu

Titelbild: b_hanakam on VisualHunt / CC BY-NC-SA

Inversionswetterlagen und Industrieschnee

Industrieanlange im Winter - pixabay.com

Aufgrund eines ausgeprägten Hochdruckgebiets herrscht derzeit über weiten Teilen Mittel- und Osteuropas eine anhaltende Inversionswetterlage. Nebel- und Hochnebelbildung bei Temperaturen oft unter dem Gefrierpunkt ist somit begünstigt. Dank vorübergehender Auflockerungen über Ungarn und der Slowakei wurde gestern ein besonderes Phänomen auf mehreren hochaufgelösten Satellitenbilder erkennbar: Der Industrieschnee! Dieser sorgt im Winter in der Nähe von großen Industrieanlagen oder Kraftwerken für extrem lokalisierte, aber nennenswerte Neuschneeakkumulation.

Schnee (rot eingefärbt) über Ungarn und der Slowakei am 23.01.2020 - NASA-Terra Satellit
Schnee (rot eingefärbt) über Ungarn und der Slowakei am 23.01.2020 – NASA-Terra Satellit

Industrischnee knapp südlich von Budapest am 23.01.2020 - ESA Sentinel-2 Satellit
Industrischnee knapp südlich von Budapest am 23.01.2020 – ESA Sentinel-2 Satellit

Was ist Industrieschnee

Industrieschnee entsteht bei Hochdrucklagen mit tief liegendem Hochnebel oder Nebel durch Emissionen von Wasserdampf und/oder feinen Ruß- und Staubpartikeln vor allem aus größeren Industrieanlagen wie Kraft- oder Heizwerke. Voraussetzung ist eine ausgeprägte Temperaturinversion mit sehr kalter, frostiger Luft in den Niederungen und milder und trockener Luft in mittleren Höhenlagen (am Boden sollte es mindesten 10 Grad kälter sein als oberhalb der Inversion). Häufig ist Industrieschnee nur auf wenige hundert Meter beschränkt, kann aber im Extremfall in kurzer Zeit eine mehrere Zentimeter dicke Schneeschicht verursachen.

Menschengemacht

Aufgrund des generell höheren Schadstoffausstoßes durch das größere Verkehrsaufkommen und die ausgeprägte Industrie hält sich über Städten oftmals eine drei- bis fünfmal höhere Konzentration an Kondensationskernen, was die Entstehung von Nebel und mitunter auch von Niederschlag begünstigt. Allerdings betrifft dies oft nur kleine Teile oder das nähere Umland der Städte, da sich der Niederschlag auf die windabgewandten Seiten der Industrieanlagen beschränkt. Dieser Schnee ist oft feinkörniger als normaler Schnee, da er aus deutlich geringeren Höhen stammt.


Titelbild: Industrieanlange im Winter – pixabay.com

Saharastaub erfasst Mitteleuropa

Hoch EKART sorgt in weiten Teilen Mitteleuropas nach wie vor für eine Inversionswetterlage. Während es dabei in den Niederungen zum Teil Dauerfrost mit Nebel oder Hochnebel gibt, scheint in den Alpen bei überdurchschnittlichen Temperaturen verbreitet die Sonne. Im Vergleich zu den Vortagen lässt die Fernsicht ab Freitag jedoch nach: Tief ILKA führt nämlich Saharastaub ins Land.

Tief ILKA führt von Algerien Saharastaub nach Mitteleuropa. © NASA (21.-23.1.20)

Saharastaub

Tief ILKA hat in den vergangenen Tagen für schwere Unwetter mit mindesten 12 Todesopfern im Osten und Nordosten Spaniens gesorgt. Am Samstag erfassen die Reste der Okklusionsfront des Tiefs den Alpenraum, bis auf ein paar Tropfen oder Flocken im Süden bleibt es aber meist trocken. In der Höhe gelangt allerdings Saharastaub ins Land, somit wird es vielerorts diesig. Die gute Fernsicht der vergangenen Tage ist damit vorerst Geschichte, zumal auch einige Wolken durchziehen.

Am Samstag erfasst der Saharastaub ganz Österreich. © CAMS

Saharastaub
Im Westen wird es bereits am Freitag zunehmend diesig. © foto-webcam.eu

Beim Blick vom Großglockner kündigt sich der Saharastaub an. © foto-webcam.eu

Wetterumstellung

Der Kern des Tiefdruckgebiets, welches in Spanien den Namen „Gloria“ trug, befindet sich derzeit über dem Ostatlantik und leitet hierzulande allmählich eine Wetterumstellung ein. In Zusammenspiel mit Tief KIM über dem Nordatlantik wird das einst blockierende Hoch EKART nämlich in die Zange genommen und zu Beginn der kommenden Woche wird schließlich der Weg frei für atlantische Tiefausläufer. Der Saharastaub ist dann rasch wieder Geschichte.

Am Dienstag kündigt sich eine Westlage an. © UBIMET / NCEP

Nach derzeitigem Stand zeichnet sich Mitte der kommenden Woche besonders von Vorarlberg bis Oberösterreich und zur nördlichen Obersteiermark wieder etwas Regen und Schnee ab.

Wintersturm am kommenden Dienstag?

In den vergangenen Tagen sorgte das mächtige Hoch EKART für stabiles und nebelanfälliges Winterwetter. EKART beginnt aber jetzt zu schwächeln und am Wochenende nimmt der Tiefdruckeinfluss von Süden und Westen her zu. Am Wochenende sind die Einflüsse noch gering, nur im Süden kann es Sonntagmorgen stellenweise zu leichtem gefrierendem Regen kommen.

In der neuen Woche Atlantikwetter

In der neuen Woche übernehmen die Tiefs vom Atlantik die Regie und über Mitteleuropa stellt sich eine zügige West- bis Südwestströmung ein. Somit wird es wieder deutlich milder und schon erste Frühlingsgefühle werden aufkommen. Allerdings besteht bei solch einer Wetterlage auch das Potential für starke Winterstürme.

Sturmtief am Dienstag über der Nordsee?
Sturmtief am Dienstag über der Nordsee? Quelle: UBIMET

Derzeit zeigen mehrere Wettermodelle eine gefährliche Tiefdruckentwicklung für den kommenden Dienstag. Ein Randtief zieht über Südengland unter Verstärkung bis Dienstagfrüh zur Nordsee und dann über die Ostsee weiter ins Baltikum. Bei dieser Zugbahn wäre vor allem in der Nordhälfte von Deutschland mit Sturm- oder Orkanböen zu rechnen, weiter im Süden könnte es im Zuge der Kaltfront ebenfalls stürmisch werden.

Einige Modellläufe zeigen sogar Orkanböen

Orkantief oder laues Lüftchen?

Noch sind es ein paar Tage hin und  die genaue Entwicklung und Zugbahn des Tiefs ist noch nicht in Stein gegossen. Man muss also noch 1 bis 2 Tage warten um zu erkennen, ob sich das Tief zu einem gefährlichen Orkan entwickelt oder schlussendlich nur ein laues Lüftchen übrig bleibt.  Wie auch immer, wir halten euch  auf www.uwr.de am Laufenden.

Titelbild: Adobe Stock

Jänner-Sonne hat Soll teils schon erreicht

Die Sonne ist ein Dauerbrenner im laufenden Jänner.

Das Hochdruckwetter der ersten drei Jännerwochen macht sich nun allmählich auch in der Sonnenscheinbilanz bemerkbar. Noch sind zwar 9 Tage zu absolvieren, schon jetzt haben aber viele Orte im Land ihr Soll an Sonnenstunden für den gesamten Monat weit übertroffen.

Der Jänner ist – no na – einer der sonnenscheinärmsten Monate des ganzen Jahres. Für Wien, Klagenfurt und Innsbruck haben wir mal nachfolgend die durchschnittlich zu erwartenden Sonnenstunden in den einzelnen Monaten aufgetragen. Demnach darf man sich im ersten Monat eines Jahres auf 70 (Wien) bis 100 Sonnenstunden (Innsbruck) freuen:

Sonnenstunden im Jahresverlauf
Sonnenstunden im Jahresverlauf

Wie sieht es nun im laufenden Monat aus?

Es gibt zahlreiche Orte – v.a. im Bergland – , die bereits ihr Soll erreicht oder sogar übertroffen haben. Eine kleine Auswahl haben wir für euch zusammengestellt:

Ort Sonnenstunden 01.01. – 22.01.2020 Abweichung in % von Gesamtmonatssumme
Feldkirch 94 +32%
Jenbach 92 +1%
Bad Gastein 68 +31%
Aspach 65 +27%
Litschau 65 +30%
Bad Gleichenberg 95 +27%
Pörtschach 119 +45%

 

Eine weitere Grafik, auf der man die sonnigsten Regionen schnell identifizieren kann, seht ihr nachfolgend. Sie zeigt, wieviel Prozent der astronomisch maximal möglichen Sonnenscheindauer im Jänner 2020 bislang erreicht wurden. Beispiel: In Osttirol und Oberkärnten bewegt sich dieser Wert bei nahe 100%, hier gab es also seit 3 Wochen keine nennenswerte Abschattung durch Wolken! Anders das Bild von Linz bis zum Seewinkel, hier lagerte des öfteren Hochnebel. Somit wurden hier nur 35-40% der astronomisch möglichen Sonnenscheindauer erreicht.

Viel Sonne im Bergland - öfter trüb im Flachland
Viel Sonne im Bergland – öfter trüb im Flachland

Es geht noch mehr

Von Rekorden für den sonnigsten Jänner der Messgeschichte liegen wir aber meist noch ein ganzes Stück entfernt, hier der Blick auf die Landeshauptstädte:

Stadt Sonnenstunden bis 23.01.2020 Rekord Sonnenstunden Jänner (Jahr)
Wien 64 h 131 h (1883)
St. Pölten 73 h 91 h (2006)
Eisenstadt 69 h 116 h (1993)
Linz 52 h 90 h (2006)
Graz 122 h 161 h (1981)
Klagenfurt 153 h 172 (1918)
Salzburg 86 h 117 h (2006)
Innsbruck 105 h 149 h (2006)
Bregenz 78 h 95 h (2008)

 

Am ehesten könnte es in Bregenz, Klagenfurt und Graz für einen neuen sonnigsten Jänner der Messgeschichte reichen. Endgültig feststehen wird dies aber erst am 01. Februar 🙂

Quelle Titelbild: pixabay

Hahnenkammrennen 2020: Die Wetteraussichten

Sonniges Winterwetter rund um Kitzbühel.

Die Bilder der Schneemassen in den Nordalpen vom Vorjahr sind sicher noch dem einen oder anderen präsent. Auch in Kitzbühel hatten die Verantwortlichen 2019 alle Hände voll zu tun, um die Pisten für das Highlight des Jahres vorzubereiten. Etwa 90 cm hoch lag der Schnee vergangenes Jahr im Tal, etwa 2 Meter wurden am Berg gemessen.

Heuer präsentiert sich das Tiroler Unterland zwar ebenfalls in weißem Kleid, von den immensen Schneemengen vom Vorjahr sind wir aber weit entfernt. So liegen aktuell in Kitzbühel je nach Höhenlage im Ort 5 bis 15 cm, ein guter halber Meter Schnee wird auf dem Hahnenkamm gemessen. An der Schneelage wird sich bis zum Rennwochenende sowie an selbigem nichts ändern, nennenswerter Niederschlag ist nämlich nicht in Sicht.

Aktuelle Webcambilder gibt es hier: Webcam Kitzbühel

Derzeit herrschen traumhafte Bedingungen:

Die Aussichten im Detail:

Am Freitag scheint von früh bis spät die Sonne, meist ist der Himmel sogar komplett wolkenlos. Erst nach Sonnenuntergang ziehen ein paar Wolken durch. Dabei hält die sogenannte Inversionswetterlage an, d.h. auf dem Berg ist es milder als herunten im Tal. In Zahlen ausgedrückt: In den Morgenstunden werden in Kitzbühel knapp -10 Grad gemessen, auf dem Hahnenkamm in 1700 Metern dagegen milde +5 Grad. Untertags gleichen sich die Temperaturverhältnisse an, am Nachmittag liegen die Höchstwerte zwischen +4 (Zielbereich) und +7 Grad (Startbereich).

Der Samstag bringt einigermaßen freundliche Verhältnisse, so strahlend sonnig wie noch am Vortag wird es aber nicht mehr. Zum Klassiker auf der Streif teilt sich die Sonne den Platz am Himmel mit ausgedehnten Wolkenfeldern, die zeitweise auch mal etwas dichter ausfallen können. Es bleibt trocken, dazu werden sowohl im Startbereich der Abfahrt (+2 Grad) als auch im Zielstadion (+4 Grad) leichte Plusgrade gemessen.

Am Sonntag zu den beiden Slalomläufen kann sich die Sonne zumindest zeitweise behaupten, aus heutiger Sicht ziehen von Westen her aber auch dichtere Wolken durch. Diese bringen sogar ein paar Schneeflocken, unterhalb von 1100 bis 1300 m handelt es sich wohl eher um Regentropfen. Der Wind spielt wie auch an den Vortagen keine Rolle, dazu werden Höchstwerte von +1 Grad auf dem Hahnenkamm und +5 Grad in Kitzbühel selbst erreicht.

Falls sich an den Prognosen noch etwas ändert, könnt Ihr das im Vorhersagediagramm für Kitzbühel auf wetter.tv sehen: HIER geht’s lang

Quelle Titelbild: pixabay

Unwettertief hält Spanien in Atem

Seit Sonntag sorgt Sturmtief GLORIA an der Ostküste von Spanien, auf den Balearen sowie im südlichsten Frankreich für Sturm, Gewitter und Starkregen. Zudem prallen meterhohe Wellen an die Küste und sorgen für Schäden. Im gebirgigen Hinterland bzw. in den östlichen Pyrenäen kommt es zu großen Neuschneemengen.

Feucht-warmes Förderband

Das Tiefzentrum liegt zwischen Spanien und Algerien und somit wird warme Luft von Nordafrika über dem Mittelmeer angefeuchtet und weiter an die Ostküste Spaniens befördert. Dabei kann es gewittrig verstärkt regnen und in kurzer Zeit zu großen Regenmengen kommen. In den vergangenen 24 Stunden kamen teils über 200 l/m² zusammen. Dazu prallten teils 6 m hohe Wellen an die Küste:

Im Bergland viel Neuschnee

Im Hinterland sowie in den östlichen Pyrenäen ging der Regen oberhalb von 500 bis 1000 m in starken Schneefall über, sodass sich hier teils tief winterliche Bedingungen einstellten.

Unwetter auch noch am Mittwoch

Das Sturmtief verlagert sich am Mittwoch westwärts an die Südküste Portugals und schwächt sich dabei merklich ab. Allerdings muss man in Katalonien und dem angrenzenden Frankreich weiterhin mit ergiebigen Regen und Starkschneefall in den Hochlagen rechnen. Am Donnerstag geht dann auch dort der Regen zu Ende und die Lage beruhigt sich nachhaltig.

Titelbild: Twitter/Noticias Terra Gea

Früher Pollenflug durch milden Winter

Der bisherige Winter verlief viel zu mild und von einer Kältewelle sind wir auch in nächster Zeit weit entfernt. Da ist es wenig verwunderlich, dass bereits jetzt erste Pollen in der Luft herumschwirren. Traditionell wird die Pollensaison durch die Frühblüher Hasel und Erle eingeläutet. Die blühen nämlich trotz Frost oder Schnee, sobald es reichlich Sonnenschein und die Temperaturen tagsüber mehrmalig die 10-Grad-Marke erreichen.

Belastungen steigen allmählich an

Während die Inversionswetterlage der vergangenen Wochen die Blühbereitschaft in der Niederungen noch gehemmt hat, blüht die Hasel in der mittleren Lagen schon verbreitet. Vor allem in Westösterreich kann es in Lagen oberhalb von rund 800 m schon zu stärkeren Konzentrationen kommen. Deutlich mehr Pollen sind schon in der Schweiz und in Westdeutschland unterwegs, hier verlief der Winter sogar noch milder als in Österreich. Auch die Erle ist bereits blühbereit und bei der nächsten milderen Wetterphase, also vermutlich kommende Woche, ist mit steigenden Belastungen zu rechnen.

Höhepunkt im Februar

Der Höhepunkt der Hasel- und Erleblüte wird wohl heure bereits Anfang  oder Mitte Februar erreicht, außer eine Kältewelle verzögert doch noch die Pollenfreisetzung. Anschließend können Allergiker etwas durchatmen, bevor ab Mitte bis ende März die hochallergenen Birken zu blühen beginnen.

Titelbild: Adobe Stock

Unwetter in Australien: Hagel, Regen und Sturm

Haboob

Nach der extremen Hitze im Dezember bzw. zu Jahresbeginn hat sich das Wetter in Australien grundlegend umgestellt. Am vergangenen Freitag gab es vor allem an der Gold Coast südlich von Brisbane gewittrigen Starkregen mit ergiebigen Regenmengen von teils über 200 Liter pro Quadratmeter in weniger als 12 Stunden und örtlichen Überflutungen.

Gewitter und Staubsturm

Seit dem Wochenende sorgt nun ein Tiefdruckgebiet über dem Südosten des Landes für Unwetter. Im Bereich der Städte Parkes und Dubbo (NSW), etwa 300 km westlich von Sydney, kam es auch zu einem spektakulären Staubsturm. Dieser ist durch die ausfließende Kaltluft eines Gewitters entstanden, welcher den staubigen, trockenen Boden aufgewirbelt hat.

5 cm Hagel

Am Sonntag und Montag kam es besonders in Teilen von New South Wales, Victoria sowie im ACT zu heftigen Gewittern. Auch die Großstädte Melbourne und Canberra waren von großem Hagel teils bis 5 cm betroffen, zudem wurden in der Hauptstadt auch orkanartige Böen bis 117 km/h gemessen. Die Folgen waren massive Schäden u.a. an Autos, Dächern und Gewächshäusern.


Titelbild © Adobe Stock

Unwetteralarm in Spanien

Webcambild von Mallorca @ http://sunshine-bar.net

Update Montag, 20.01.2020:

Hier nun ein paar Impressionen zu den Auswirkungen:

 

 


Artikel vom Sonntag, 19.01.2020:

In Deutschland reicht es aktuell zwar zumindest hier und da für Schneeschauer und damit ein halbwegs winterliches Feeling, die nächsten Tage sind jedoch einmal mehr von Hochdruckeinfluss und entsprechender Trockenheit geprägt. Doch wenn es hierzulande ein massives Hoch gibt, muss woanders auch tiefer Luftdruck vorherrschen. Diesen findet man derzeit im westlichen Mittelmeerraum, entsprechend gestaltet sich das Wetter hier deutlich turbulenter.

Webcambild Mallorca @ https://www.seemallorca.com
Webcambild Mallorca @ https://www.seemallorca.com

Zahlreiche Gewitter tummeln sich Sonntagmittag im Bereich der Balearen, 48 l/m² an Regen wurden in zwei Stunden soeben in Porto Colom auf Mallorca gemessen. Im Laufe des Abends und der Nacht verstärkt sich schließlich der Wind an der Nordseite des Tiefzentrums. In Teilen Mallorcas, auf Ibiza und generell zwischen Valencia und Alicante an der Costa Blanca ist dann mit Sturmböen zu rechnen, lokal sind auch schwere Sturmböen bis zu 115 km/h möglich.

Maximale Böen über 6 Stunden bis Montag, 0 UTC @ ECMWF, UBIMET
Maximale Böen über 6 Stunden bis Montag, 0 UTC @ ECMWF, UBIMET

Das verantwortliche Tief verlagert sich zwar ab Montag weiter nach Afrika, die Zufuhr feuchter und labiler Luft auf die Iberische Halbinsel hält jedoch an. Bis inklusive Mittwoch ist an der gesamten Ostküste immer wieder teils gewittriger Starkregen zu erwarten, der Schwerpunkt verlagert sich jedoch allmählich nach Norden Richtung Barcelona und Pyrenäen. Lokal werden von den Wettermodellen über 250 l/m² simuliert.

Aufsummierter Niederschlag bis Donnerstag 0 UTC @ ECMWF, UBIMET
Aufsummierter Niederschlag bis Donnerstag 0 UTC @ ECMWF, UBIMET

 

 

Titelbild: Webcambild von Mallorca @ http://sunshine-bar.net

Extrem hoher Luftdruck über Mitteleuropa

Luftdruck am Montagmorgen nach GFS @ UBIMET, NCEP

Als Luftdruck wird die Kraft bezeichnet, welche die Luft unter Einwirkung der Gravitationskraft (Gewicht) auf eine Fläche ausübt. In der Physik definiert man den Druck somit als Kraft pro Fläche mit der Einheit Hektopascal (hPa). Eine vertikale Luftsäule, die sich von der Erdoberfläche bis an den Rand der Atmosphäre erstreckt, übt auf eine Einheitsfläche einen Druck von durchschnittlich 1013,25 hPa aus.

Je höher man kommt, desto geringer ist der Anteil der Luftsäule über einem. Zudem wird die Luftdichte nach oben rasch weniger. Entsprechend nimmt der Luftdruck mit der Höhe ab, etwa 1 hPa alle 8 m. Es ist also normal, dass der Luftdruck auf einem Berg weitaus geringer ist als im Tal und selbst in der 10. Etage eines Wohnhauses schon 4 hPa geringer ist als am Boden. Gemessen wird der Luftdruck reduziert auf Meereshöhe, um ihn an verschiedenen Punkten vergleichen zu können und so Gebiete mit hohem und vergleichsweise tiefen Luftdruck zu erkennen.

Abnahme des Luftdrucks mit der Höhe @ Wikipedia
Abnahme des Luftdrucks mit der Höhe @ Wikipedia

Aktuell ist der Luftdruck sehr hoch: Warum ist das so?

Aktuell erstreckt sich das Hoch EKART von den Britischen Inseln bis nach Osteuropa und damit quer über Mitteleuropa hinweg, es wird flankiert von markanten Tiefs über Skandinavien und im westlichen Mittelmeerraum. Es ist sehr kräftig ausgeprägt, sprich in seinem Bereich sinkt Luft in großem Maße ab. Die Frage nach dem ‚Warum?‘ lässt sich relativ schwer beantworten. Das Hoch ist momentan einfach etwas kräftiger ausgeprägt als üblich.

Wo genau ist er derzeit am höchsten?

Aktuell um 09 Uhr am Montagmorgen liegt der auf Meereshöhe reduzierte Luftdruck in Österreich zwischen 1044 hPa im Osten des Landes und 1050 hPa im Westen. 1050,7 hPa werden in Imst und 1050,3 hPa in Reutte gemessen. In Deutschland liegen die niedrigsten Werte im Nordosten, in Oberstdorf an den Alpen werden hingegen 1050,0 hPa gemessen. In der Schweiz wird der höchste Druck mit bis zu 1052 hPa in Graubünden gemessen.

Analyse der Luftdruckverteilung @ FU Berlin
Analyse der Luftdruckverteilung @ FU Berlin

Nachfolgend ein paar Luftdruckrekorde (reduziert auf Meereshöhe):

  • 1084,8 hPa – 19.12.2001 – Tosontsegel, Mongolei (Weltrekord höchster Luftdruck)
  • ~ 870 hPa – 12.10.1979 – Taifun Tip, Nähe Guam, Nordwestpazifik (Weltrekord tiefster Luftdruck)
  • 1068,7 hPa – 23.01.1907 – Riga, Lettland (Europarekord höchster Luftdruck)
  • 1060,8 hPa – 23.01.1907 – Greifswald (Deutschlandrekord höchster Luftdruck)

Luftdruck am Montagmorgen nach GFS @ UBIMET, NCEPFür Österreich liegt kein Rekord vor. Jedoch gab es am letztgenannten 23.01.1907 in Ungarn 1055 hPa, ähnlich dürfte der höchste Wert in Österreich gewesen sein.

Woran kann man merken, dass der Luftdruck hoch/niedrig ist?

Der Mensch verfügt über kein Sinnesorgan zur Wahrnehmung von Luftdruck, man merkt sowas also nicht direkt. Lediglich rasche Luftdruckschwankungen können durch Druck im Ohr wahrgenommen werden, wenn man bspw. mittels Aufzug/Skilift große Höhen in kurzer Zeit überwindet oder mit dem Auto auf einen Berg fährt.

Fun Fact nebenbei: Die Siedetemperatur von Wasser hängt auch vom Luftdruck ab. Auf einem 2000 m hohen Berg liegt sie im Schnitt bei 93 Grad, auf dem Mt. Everest bereits bei rund 70 Grad. Bei derart hohem Luftdruck wie aktuell kocht Wasser in Wien hingegen erst bei 101 statt 100 Grad.

Welche Auswirkungen hat das auf die Gesundheit des Menschen? Oder auf die Umwelt/Tiere?

Die Auswirkungen halten sich sehr in Grenzen. Neben Druck im Ohr führen Luftdruckschwankungen am ehesten zu vereinzelten Kopfschmerzen.

Wann wird sich der Luftdruck wieder auf Normalwerte einpendeln?

Bis zum Wochende bleibt uns der Hochdruckeinfluss erhalten, bereits morgen am Dienstag gehen die Werte aber wieder zurück auf 1040 bis 1030 hPa.

Muss man irgendetwas beachten? Darf man Sport machen?

Man muss nichts beachten und darf auch ganz normal Sport treiben. Der heutige Handball-Kracher Österreich gegen Deutschland in der Wiener Stadthalle muss also nicht abgesagt werden 😉

Ist hoher Luftdruck für Kinder/Babys gefährlich?

Nein.

 

Titelbild: Luftdruck am Montagmorgen nach GFS @ UBIMET, NCEP

Bilder: Blizzard auf Neufundland

@ https://twitter.com/KaylaHounsell

 

Titelbild: @ https://twitter.com/KaylaHounsell

Am Samstag Glätte und etwas Schnee

Schnee in Wien

Am Samstag zieht die Kaltfront eines Tiefs mit Kern über der Norwegischen See über Österreich hinweg. In Zusammenspiel mit einem Randtief über Italien muss man verbreitet mit etwas Regen und Schnee rechnen, wobei besonders im Mühl- und Waldviertel am Samstagmorgen und – vormittag Glättegefahr durch gefrierenden Regen besteht!

Etwas Schnee

Tagsüber erfasst die Front unter Abschwächung auch den Osten Österreichs. Nach der vergangenen Inversionswetterlage hält sich im östlichen Flachland noch kalte Luft, welche aufgrund der nur noch schwachen Ausprägung der Front kaum bzw. zögerlich ausgeräumt wird. Während die Schneefallgrenze an der Alpennordseite bei etwa 600 m liegt, schneit es in windgeschützten Tälern der Alpen sowie im Osten bis in tiefe Lagen. Die Mengen halten sich zwar in Grenzen, auch im Flachland kann sich aber gebietsweise ein dünne Schneedecke bilden. Nennenswerte Mengen von 5 bis 15 cm gibt es von Vorarlberg bis zur nördlichen Obersteiermark oberhalb von etwa 700 bis 800 m. Auf den Bergen gibt es besonders von den Kitzbüheler Alpen bis zum Toten Gebirge rund 20 cm Neuschnee.

Schneefall in Innsbruck am Samstagmorgen. © www.panomax.com / www.innsbruck.info

Hoch EKART

Am Sonntag hält die Zufuhr kalter Luftmassen an und in den Nordalpen gehen noch ein paar Schneeschauer nieder. Auch im Osten bleibt es bewölkt und gelegentlich fällt ein wenig Regen, wetterbegünstigt ist dagegen der Süden des Landes. In den Staulagen vom Außerfern bis ins Mariazellerland kommen noch ein paar Zentimeter Neuschnee zusammen. In der kommenden Woche kündigt sich allerdings neuerlich ein kräftiges Hochdruckgebiet an und die Temperaturen steigen besonders im Westen sowie in mittleren Höhenlagen neuerlich an.

Bis zu 1050 hPa Luftdruck über den Britischen Inseln am Montag. © NCEP / UBIMET

2019 global zweitwärmstes Jahr seit Messbeginn

Vor wenigen Tagen haben die großen Wetterdienste bzw. Forschungsinstitute der Welt ihre Auswertungen über die weltweiten Temperaturabweichungen im Jahr 2019 veröffentlicht. Übereinstimmend zeigt sich dabei, dass vergangenes Jahr das zweitwärmste seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1850 ist. Auf Platz eins verbleibt das Jahr 2016, wobei wir die fünf wärmsten Jahre allesamt in den vergangenen 5 Jahren erlebt haben (in der Reihenfolge: 2016, 2019, 2017, 2015, 2018).


88 Prozent

Die Abweichung im Vergleich zum Mittel von 1951-1980 liegt laut Berkeley Earth (Univ. of California) bei +0,9 Grad. Rund 88% der globalen Fläche war deutlich wärmer als im Durchschnitt von 1951-1980 und nur knapp 2 % deutlich kühler. Wenn sich die laufende Erwärmungsrate seit 1980 fortsetzt, wird sich die Welt etwa im Jahr 2035 im Mittel um +1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit erwärmt haben.

In 36 Ländern war das Jahr 2019 sogar das wärmste Jahr überhaupt, wie etwa in manchen Ländern Osteuropas oder auch in Australien. Das entspricht mindestens 10% der Gesamtfläche der Erde.

Erderhitzung

Bekanntermaßen hat es Klimaveränderungen auf der Erde schon immer gegeben. Wenn man allerdings den Zeitraum seit der letzten Eiszeit betrachtet, ist es auffällig, dass es in den letzten 20.000 Jahren noch nie so hohe Temperaturen sowie einen so schnellen Temperaturanstieg wie aktuell gegeben hat. Global betrachtet haben wir in den vergangenen 100 Jahren einen Temperaturanstieg von rund 1,1 Grad erlebt: Das ist mehr als zehnmal schneller als der bislang markanteste Temperaturanstieg der letzten 20.000 Jahre von 1 Grad in etwa 1100 Jahren.


Die Ursache für die aktuelle Klimaveränderung seit der vorindustriellen Zeit ist die zunehmende Konzentration an Treibhausgasen. Eine Übersicht zum Einfluss von unterschiedlichen Faktoren wie Erdbahnparameter, Sonnenaktivität, Vulkanausbrüche und Treibhausgase auf unser Klima sind im folgenden Video zusammengefasst, ein paar Fakten zum Thema Sonne gibt es weiters auch hier: Sonnenaktivität und Klima.

Titelbild: Temperaturabweichung im Jahr 2019 im Vergleich zum Mittel 1881-1910. © NASA

Neuschnee am Wochenende auch im Flachland?

Schnee ist in Wien in diesem Winter eine Rarität.

Bis einschließlich Freitag herrscht unter Hochdruckeinfluss durchwegs ruhiges Winterwetter ohne markante Erscheinungen. In der Nacht auf Samstag erfasst eine Kaltfront Österreich von Westen her, sie überquert am Samstag das ganze Land. Zugleich bildet sich über Norditalien ein Tief, dieses lenkt zusätzlich feuchte Luft heran. Somit kündigen sich vor allem in den Nordalpen von Salzburg ostwärts, unter Umständen aber auch im östlichen Flachland inklusive Wien v.a. ab Samstagabend winterliche Bedingungen ab.

Die Aussichten (Update Do. 10 Uhr)

In der Nacht auf Samstag setzt von Vorarlberg bis Oberösterreich allmählich Schneefall ein, unterhalb von 800 bis 1000 m handelt es sich um Regen.

Am Samstag selbst breiten sich Regen und Schneefall weiter ostwärts aus und erfassen weite Teile des Landes, der Schwerpunkt befindet sich dabei in den Nordstaulagen der Alpen. Im Nordosten schneit es anfangs noch bis in tiefe Lagen, sonst liegt die Schneefallgrenze zwischen 600 und 800 m. Im Laufe der zweiten Tageshälfte kann es dann auch im östlichen Flachland zeitweise leicht schneien, am Abend geht der Schnee aber auch hier bei aufkommendem Nordwestwind zunächst im Wiener Becken, später dann im äußersten Osten in Regen oder Schneeregen über.

Der Sonntag bringt aus heutiger Sicht v.a. in den Alpen vom Karwendel über die Eisenwurzen bis zum Wienerwald zeitweiligen Schneefall. Im Osten liegt die Schneefallgrenze nach aktuellem Stand (Do. 10 Uhr) bei etwa 400 m. Leicht wetterbegünstigt sind Osttirol und Kärnten, hier gibt es teils sonnige Auflockerungen.

Die Mengen:

Am meisten Schnee kommt zwischen Freitagnacht und Sonntagabend in den Nordalpen zusammen, hier sind oberhalb von 700-800 m rund 10 bis 20 cm in Sicht. Weiter herunten in den Tälern (Rhein-, Inn-, Salzachtal) sowie im Flachland fällt entsprechend weniger Schnee. Der Schwerpunkt des Schneefalls liegt aus heutiger Sicht im Bregenzerwald sowie im Bereich der Kitzbüheler Alpen bzw. der Hohen Tauern, hier sind in exponierten Lagen auch Mengen um 30 cm zu erwarten. Abseits der Alpen fällt zwar deutlich weniger Schnee, doch selbst in Wien könnten die ersten Zentimeter des Winters zusammenkommen.

Schneeprognose für das Wochenende (Stand: Do. 10 Uhr). © UBIMET

Schneepremiere in Landeshauptstädten

Bis dato warten mit Wien, St. Pölten, Linz, Bregenz, Graz und Salzburg noch immer sechs Landeshauptstädte auf die erste geschlossene Schneedecke von mindestens 1 cm in diesem Winter. Das kommende Wochenende könnte also besonders im östlichen Flachland einen Totalausfall in punkto Schnee noch abwenden, im bislang schneeärmsten Winter in Wien 1974/75 waren es drei Tage mit Schneedecke. Nichtsdestotrotz wird dieser Winter in der Bundeshauptstadt deutlich unter dem langjährigen Mittel von 32 Schneedeckentagen bleiben.

Wie die nachfolgende Grafik zeigt, gab es bereits im Winter 2013/2014 einen ähnlich schneearmen Winter:

Übersicht der Tage mit einer Schneedecke von mind. 1 cm in sechs Landeshauptstädten.
Übersicht der Tage mit einer Schneedecke von mind. 1 cm in sechs Landeshauptstädten.

Quelle Titelbild: pixabay

Wo bleibt der Schnee?

Grüne Landschaft selbst am Alpenrand auf knapp 1000 m.

Schnee muss man in Deutschland schon fast mit der Lupe suchen – zumindest auf der nachfolgenden Karte mit der Verteilung der Schneedecke am heutigen Dienstag. Nennenswerten Schnee gibt es demnach momentan nur an und in den Alpen, oberhalb von 800 bis 1000 m. In den Mittelgebirgen sind lediglich die höchsten Lagen von der weißen Pracht bedeckt – zu wenig, um auf unserer Karte hervorzustechen:

Kaum Schnee in Deutschland.
Kaum Schnee in Deutschland.

Umso markanter ist die derzeitige Schneearmut, wenn man sich die Situation vor exakt einem Jahr in Erinnerung ruft. Auf dem Brocken beispielsweise lag der Schnee statt knöchel- locker hüfthoch, in Oberbayern türmten sich die Schneemassen mehr als eineinhalb Meter hoch!

Aktuelle Schneehöhen von heute 07 Uhr im Vergleich zum Vorjahr:

Station (Bundesland)
Schneehöhe heute Schneehöhe vor exakt 1 Jahr
Brocken (S-A) 6 cm 125 cm
Fichtelberg (S) 15 cm 100 cm
Zinnwald-Georgenfeld (S) 2 cm 70 cm
Jachenau-Tannern (BY) 2 cm 107 cm
Kreuth-Glashütte (BY) 17 cm 160 cm
Reit im Winkl (BY) 6 cm 140 cm
Ramsau-Schwarzeck (BY) 8 cm 184 cm

In Bildern ausgedrückt ergibt dies ein tristes, weil braunes und grünes Bild der Bundesrepublik.

Im Sauerland ist es selbst für Schneekanonen zu mild, an einen Skibetrieb ist rund um Willingen nicht zu denken:

Kein Schnee im Sauerland.
Kein Schnee im Sauerland.

Schnee gibt es zwar wie eingangs erwähnt auf den höchsten Gipfeln der Mittelgebirge, der Feldberg im Schwarzwald mit seinen knapp 1500 m kann aber auch kein wirkliches Winterfeeling hervorzaubern:

Nur wenig Schnee selbst auf dem Feldberg.
Nur wenig Schnee selbst auf dem Feldberg.

Unwinterlich auch der Blick vom Fichtelberg im Erzgebirge über Oberwiesenthal hinüber nach Tschechien:

Angezuckert: Die höchsten Lagen des Erzgebirges.
Angezuckert: Die höchsten Lagen des Erzgebirges.

Von Sonnenschein und sehr milder Luft profitierte seit Jahresbeginn vor allem der Alpenrand. Wie hier am Hohenpeißenberg knapp 1000 m über dem Meer sieht es in Bayern verbreitet aus:

Frühling im Alpenvorland.
Frühling im Alpenvorland.

Wie geht es weiter?

Ein nachhaltiger Wintereinbruch mit Schnee bis ins Flachland ist weit und breit nicht in Sicht. Von Freitag auf Samstag überquert zwar eine Kaltfront mit etwas Neuschnee den Süden des Landes, oberhalb von 700 bis 900 m kann es dabei vorübergehend mal anzuckern. Danach geht es zwar nicht mehr ganz so mild, aber mehr oder weniger schneelos weiter. Schneefreunde müssen also wohl auf den Februar als letzte Chance hoffen.

Quelle Titelbild: https://www.foto-webcam.eu/webcam/obermaiselstein/

Frühlingsgefühle mitten im Januar

Die Pollensaison startet extrem früh.

Das frühlingshaft anmutende Wetter geht in eine nächste Runde. Zwischen Tiefdrucksystemen am Polarkreis und hohem Luftdruck vom Mittelmeerraum bis zum Schwarzen Meer gestaltet sich unser Wetter ruhig. Mit einer südwestlichen Höhenströmung werden zudem weiterhin sehr milde Luftmassen in den Alpenraum gebracht. Erst im Laufe des Freitags bringt eine Kaltfront aus Westen eine Wetterverschlechterung.

Nachdem die Nächte jeweils kalt und auch frostig verlaufen, gibt es tagsüber sehr milde Höchstwerte von jeweils 6 bis 11 Grad. Am Freitag liegen die Maxima weiterhin bei 6 bis 9 Grad.

Zwischenbilanz zur ersten Januarhälfte 2020

Das neue Jahrzehnt verlief bisher fast ausnahmslos unter hohem Luftdruck und dem Einfluss von recht milden Luftmassen. Auch der Nebel war im Flachland kein Dauergast, dadurch liegen die durchschnittlichen Temperaturen zur Monatsmitte im Flachland bei 1.5 bis 2 Grad über dem langjährigen Januarmittel von 1981 bis 2010. Etwas geringer beträgt der Überschuss im Wallis und im Engadin. Am grössten ist die positive Temperaturabweichung auf den Bergen mit 3 bis 4.5 Grad. Auch in Sachen Sonne kamen wir bisher gut weg, so dürfte bis Donnerstag verbreitet schon die sonst für den gesamten Januar zu erwartende Sonnenscheindauer erreicht werden.

Dagegen gab es bisher kaum Niederschläge, an mehreren Messstationen wurde bisher gar kein Regen oder Schnee registriert (siehe Grafik(en) unten)! Am meisten Niederschlag wurde bisher am östlichen Alpennordhang gemessen.

Nur sehr wenig Niederschlag seit Jahresbeginn.
Nur sehr wenig Niederschlag seit Jahresbeginn.

Kaum Neuschnee bisher im Januar.
Kaum Neuschnee bisher im Januar.

Früher Start der Pollensaison

Auch die Natur reagiert prompt auf den milden Wetterabschnitt, so setzen erste Kätzchen bereits jetzt Hasel- und Erlenpollen in die Luft. Auf der Alpensüdseite hat die Haselblüte schon Ende Dezember 2019 begonnen, dementsprechend erreichen die Konzentrationen dort zum Teil schon hohe Konzentrationen.

Am Wochenende deutlich kühler

Mit der Kaltfront am Freitag kommen aus Westen im Tagesverlauf Niederschläge und lebhafter Südwestwind auf, die Schneefallgrenze sinkt gegen 1000 Meter. Im Osten dürfte es bis zum Eindunkeln noch trocken bleiben. In der Nacht überquert die Front mit ihren Niederschlägen die Alpennordseite, die Schneefallgrenze sinkt bis zum Morgen weiter ab. Am Samstag sind bei wechselnder Bewölkung noch wenige Schauer mit Flocken bis rund 500 Meter möglich. Die Temperaturen erreichen noch 4 bis 7 Grad. Am Sonntag dürften bei viel Bewölkung und maximal 2 bis 4 Grad höchstens noch direkt am Alpennordhang vereinzelt ein paar Schneeflocken vom Himmel kommen.

Die Krux mit dem Hochnebel im Winter

Berge im Nebel ©shutterstock.com/outdoorpixel

Der Winter derzeit ist geprägt von stabilem Hochdruckwetter mit Sonnenschein und für Jänner ausgesprochen angenehmen Temperaturen.  Die Sonnenanbeter kommen aber in den tieferen Lagen sowie in manchen Tälern und Becken nur bedingt auf ihre Kosten: Nebel und Hochnebel sorgen hier in diesen Tagen oft für einen kalten und grauen Eindruck.

Unten kalt, oben warm

Eine Grundvoraussetzung für Hochnebel ist ganz allgemein eine sehr stabile Schichtung der unteren Atmosphäre, bei der sich warme Luft in der Höhe über kalter Luft am Boden befindet. Diese sogenannte Inversion markiert die Wolkenobergrenze, an der sich der Hochnebel ausbreiten kann. Darüber gibt es oft strahlenden Sonnenschein und angenehme Temperaturen, in und auf den Bergen somit perfektes Skiwetter.

So herrschen auch auf dem Schneeberg derzeit beste Bedingungen, weit über dem Hochnebel:

Perfektes Bergwetter auf dem Schneeberg.
Perfektes Bergwetter auf dem Schneeberg.

Entstehung von Hochnebel

Hochnebel kann auf unterschiedliche Wege entstehen: Einerseits durch die nächtliche Auskühlung unmittelbar vor Ort, andererseits durch eine geringfügige Hebung der Luft unterhalb der Inversionsschicht, etwa durch aufwärtsgerichtete Winde. Dies kann sogar tagsüber nach einem sonnigen Beginn passieren. Hochnebel kann aber auch aus umliegenden Gebieten vom Wind herantransportiert werden.

Viel Sonne in den Alpentälern

Allgemein ist Hochnebel in den inneralpinen Tallagen seltener als am Alpenrand oder im Flachland, da hier die starke nächtliche Auskühlung für sogenannte Talauswinde sorgt: Diese abwärtsgerichtete Bewegung führt in der Regel zur Nebelauflösung. Tagsüber begünstigt die Hangwindzirkulation an den Berghängen oberhalb des Hochnebels eine raschere Nebelauflösung. Eine Ausnahme bilden hier allerdings das Klagenfurter Becken oder das Mur- und Mürztal, wo sich mitunter tagelang Hochnebel halten kann.

Spezialfall Ostösterreich

Im Osten Österreichs von der südlichen Steiermark über das Burgenland und das östliche Flachland bis zum Waldviertel bildet sich Hochnebel bevorzugt bei Südostwind: Das Gelände steigt von der Pannonischen Tiefebene in Ungarn bis zum Alpenostrand sowie zum hügeligen Wald- und Weinviertel in Österreich an, wodurch die Luft bei Südostanströmung sanft, aber stetig angehoben wird. Diese Hebung verursacht Kondensation und somit Hochnebelbildung.

Fragen und Antworten zum Schnee in Österreich

@ https://stock.adobe.com/

Die kommenden Tage: Wie wird da das Wetter?

Bis inkl. Freitag gestaltet sich das Wetter im Alpenraum durch Hochdruckeinfluss ruhig und trocken mit viel Sonnenschein. Nur in den Niederungen entlang der Donau, im Osten und Südosten hält sich teils zäher Nebel und Hochnebel mit lokalem Schneegriesel. Hier bleiben die Temperaturen ‚winterlicher‘ und liegen tagsüber um den Gefrierpunkt. Abseits der Hochnebelgebiete gibt es mäßige Nachtfröste und tagsüber bis zu +10 Grad.

Wann ist mit Neuschnee in Österreich zu rechnen? Wieviel Schnee fällt? Wo?

Am Wochenende stellt sich die Wetterlage wieder mehr Richtung Winter um, am Samstag und Sonntag deuten sich an der Alpennordseite ein paar Zentimeter Neuschnee bis in die meisten Täler an. Im Bergland sind durchaus auch bis zu 30 oder 40 cm drin. Für das Flachland schaut es hingegen weiter schlecht aus. Nachfolgend bleiben die Temperaturen wohl für ein paar Tage des Jahreszeit entsprechend, nach signifikantem Niederschlag schaut es dann eher nicht aus.

Analyse der Gesamtschneehöhe am 13.01.2020 @ UBIMET
Analyse der Gesamtschneehöhe am 13.01.2020 @ UBIMET

Analyse der Gesamtschneehöhe am 13.01.2019 @ UBIMET
Analyse der Gesamtschneehöhe am 13.01.2019 @ UBIMET

Was ist der Grund für den ‚Wintereinbruch‘?

Man kann es wohl eher als eine ‚vorübergehende Rückkehr zu der Jahreszeit entsprechenden Verhältnissen‘ beschreiben. Grund hierfür ist ein kräftiges Tief, das in den Norden von Skandinavien zieht und auf der Rückseite Kaltluft aus Nordwest nach Mitteleuropa führt. Zudem bildet sich dann über dem Ostatlantik ein Hoch, welches die Rückkehr milderer Luft aus Westen verhindert/blockiert. Entsprechend kann sich die etwas kältere Luft wohl ein wenig halten.

Warum ist es überhaupt derzeit so mild?

Etwa seit Weihnachten liegt der Alpenraum mehrheitlich unter Hochdruckeinfluss, in einigen Teilen Österreichs ist 2020 bisher noch gar kein Niederschlag gefallen, vor allem im Süden. Tiefs konzentrieren sich bisher auf den Atlantik und ziehen häufig an Mitteleuropa vorbei nach Norden, daher ist der Hochdruckeinfluss bei uns mit einer leichten Südwestströmung verbunden. Diese führte und führt vor allem in mittleren und hohen Lagen zu zu milden Temperaturen. Im Mittel über das ganze Land beträgt die Abweichung der Temperatur im bisherigen Jänner +3 Grad, wobei sie mit bis zu +5 Grad in Hochlagen am markantesten ist.

Frontenkarte für Dienstag, den 14.01.2020 @ UBIMET
Frontenkarte für Dienstag, den 14.01.2020 @ UBIMET

Besteht noch Hoffnung auf einen Flachland-Winter?

De facto geht der Winter ja noch zwei Monate, insofern besteht noch genügend Zeit für Kaltluftausbrüche aus Sibirien oder eine Ladung Schnee auch in tiefen Lagen. Jedoch ist tendenziell nicht von zu kaltem Wetter über längere Zeit auszugehen. Langfristmodelle sind sich relativ einig über weiterhin überdurchschnittlich hohe Temperaturen, wie das Mittel aus sechs Modellen für den 3-Monatszeitraum Januar bis März in der nachfolgenden Grafik zeigt:

Prognose der 2m-Temperatur-Anomalie Jänner-März @ https://climate.copernicus.eu/charts/c3s_seasonal/
Prognose der 2m-Temperatur-Anomalie Jänner-März @ https://climate.copernicus.eu/charts/c3s_seasonal/

 

Titelbild: https://stock.adobe.com/

Wie entsteht Kunstschnee?

Kunstschneeproduktion

Am häufigsten werden zur künstlichen Erzeugung von Schnee Schneekanonen eingesetzt. Sie bestehen aus einem Propeller, der einen Luftstrom erzeugt, umgeben von mehreren Düsen. Aus diesen tritt ein einfaches Gemisch aus Wasser und Druckluft aus, der Druck liegt dabei ein Vielfaches über dem normalen Luftdruck. Beim Austritt weitet sich dieses sehr feine Gemisch durch den nun geringeren Druck aus und kühlt ab, winzige Eiskristalle entstehen.

Typischer Aufbau einer Schneekanone
Typischer Aufbau einer Schneekanone (Bild von Hans Braxmeier)

Zusätzliche Düsen zerstäuben feines Wasser, es kristallisiert an den vorhandenen Eiskeimen. Sie werden durch den Luftstrom verbreitet und sinken als feiner Schnee nieder.

Chemische Hilfe

Dieser Vorgang ist bei Temperaturen um den Gefrierpunkt möglich, u.a. abhängig von der vorhandenen Luftfeuchte. Fügt man dem Wasser-Luft-Gemisch auch noch eine Brise Flüssigstickstoff zu, kann Schnee auch bei deutlich positiven Lufttemperaturen erzeugt werden. Der Schmelzpunkt von Stickstoff ist deutlich niedriger als von Wasser, somit wird das Wasser und die Luft vor dem Austritt aus der Düse massiv abgekühlt. Damit sind keine negativen Lufttemperaturen mehr für den Kristallisationsprozess nötig. Neben Stickstoff können theoretisch auch andere chemische Hilfsmittel für die Schnee-Erzeugung bei positiven Temperaturen verwendet werden, vorzugsweise handelt es sich dabei um abgetötete Bakterien. Diese würden dabei jedoch in die Umwelt gebracht, weshalb deren Einsatz in Österreich und Deutschland verboten ist.

Kunstschnee ist in seiner Beschaffenheit immer gleich und härter als natürlicher Schnee, da der Wasseranteil höher ist. Durch die komprimierte Form taut er allerdings wesentlich langsamer.

Titelbild: Adobe Stock

Manila: Vulkan Taal ausgebrochen

Ausbruch des Vulkans Taal @ https://twitter.com/seokjanekook

 

Lage des Vulkans auf den Philippinen @ google.at
Lage des Vulkans auf den Philippinen @ google.at

Titelbild: Ausbruch des Vulkans Taal @ https://twitter.com/seokjanekook

Ein intensiver Wintersturm zieht über die Mitte und den Osten der USA hinweg

Der Sturm, der voraussichtlich das ganze Wochenende andauern wird, hat viele verschiedene Wetterlagen am Programm und wird Millionen von Menschen treffen. Mit Schnee im Mittleren Westen, Tornados im Süden und warmen Temperaturen im Osten wird es wahrlich ein Wetterereignis, das einen Eindruck mehrerer Jahreszeiten vermittelt.

Vorhersagekarte für Samstag 11.01.2020 (Quelle: NOAA)

Die breite Unwetterpalette

Der gefährlichste Teil dieses Sturmsystems ist sein Unwetterpotential. In den nächsten Tagen sind heftige Gewitter mit zerstörerischen Winden, großem Hagel und sogar Tornados möglich. Das Gebiet mit dem höchsten Risiko erstreckt sich von den Southern Plains nach Südosten.

Tornados wurden bereits in mehreren Bundestaaten von Texas bis Kentucky beobachtet, dabei wurden zahlreiche Häuser und die Infrastruktur zerstört.

Tornado-Warnungen, Sturzfluten und Hagel wurden am Freitagabend in der Region Dallas, im Bundesstaat Texas, gemeldet, während viele Flüge am Flughafen Dallas verschoben oder abgesagt wurden. Am Samstag wurde dann auch der Flughafen in Chicago vom Wintersturm betroffen.

Tornado-Vorwarnungen gibt es derzeit in mehreren Bundesstaaten, darunter in Arkansas und Louisiana, selbst nächtliche Tornados sind möglich.

Sobald der Sturm weiter nach Osten zieht, so verlagert sich auch die Gefahr von schweren Gewittern in Richtung Osten.

Ungewöhnlich hohe Temperaturen an der Ostküste

Während die mittleren und die nördlichen Teile des Landes von extremem Winterwetter heimgesucht werden, wird sich der größte Teil der Ostküste in frühlingshafter Wärme sonnen. Mit Temperaturen am Wochenende von bis zu 15, teils sogar bis 25 Grad Celsius (60 – 70 Grad Fahrenheit), was 25 bis 30 Grad über dem Durchschnitt liegt, werden sich viele Leute fragen, ob es Januar oder Mai ist.

Die ungewöhnlich warmen Temperaturen werden wahrscheinlich dazu führen, dass in den kommenden Tagen viele Rekorde gebrochen werden.

 

Dubai: Überschwemmungen im Wüstenstaat durch künstliche Eingriffe?

Lahmgelegter Airport in Dubai @ https://twitter.com/bhimberone

Wenn es in der Region um Dubai und Abu Dhabi mal regnet, dann von Dezember bis März. Und wenn, dann ist der Niederschlag konvektiver Natur und fällt folglich auch mal kräftiger aus. Starkregen und auch mal Hagel ist im Wüstenstaat im Winter also durchaus möglich. Dennoch: im langjährigen Klimamittel sind es im Januar nur 10 l/m², im ganzen Jahr 94 l/m² an Niederschlag. In den letzten 24 Stunden hat es durch anhaltenden und phasenweise sehr kräftigen, von Gewittern durchsetzten Regen hingegen ganze 63 l/m² am Dubai International Airport gegeben – zwei Drittel des Jahresniederschlags.

Natürlich geht das in einer Gegend, die auf solche Wassermassen nicht vorbereitet ist, nicht ohne Komplikationen über die Bühne. Die Sheikh-Zayed-Road als wichtigste Straße der Stadt und Verbindung zu Abu Dhabi ist nach wie vor komplett gesperrt, der Flughafen als größter und wichtigster des Arabischen Raums war über Stunden dicht. Vielerorts steht das Wasser und auch ein Motorsport-Event war betroffen: das erste 24h-Rennen des Jahres musste mitten in der Nacht abgebrochen werden, da das Wasser auf der Strecke und in der Boxengasse kniehoch stand. Die nachfolgenden Bilder geben einen Eindruck:

Selbst schuld?

Ausgelöst wurden die Niederschläge durch einen kräftigen Höhentrog, ein begleitendes Bodentief verlagerte sich von der Mitte Saudi-Arabiens bis zum Süden von Iran. Verstärkt wurden sie jedoch offenbar mit Absicht durch die nationalen Behörden! Gemäß nachfolgendem Artikel hat die nationale Wetterbehörde ein so genanntes ‚cloud-seeding‘ bestätigt, also ein künstliches Einbringen von Silberjodid mittels Flugzeugen, um existierende Wolken zum abregnen zu bringen. In Anbetracht der Schäden und den genannten Behinderungen liegt die Vermutung nahe, dass man es hier ein wenig übertrieben hat. Mal ganz abgesehen davon, dass ein derartiger Eingriff in natürliche Prozesse umstritten ist.

Artikel der Gulf News, siehe Link
Artikel der Gulf News, siehe Link

https://gulfnews.com

 

 

Titelbild: Lahmgelegter Airport in Dubai @ https://twitter.com/bhimberone

Schneemassen 2019 vs. Schneearmut 2020

So sieht für viele Menschen der perfekte Winter aus.

Der beste Weg, um Schneehöhen zu vergleichen ist neben dem Blick auf die nackten Zahlen die Zuhilfenahme von Webcams. In der Folge haben wir für euch mehrere Bilder zusammengetragen. Sie zeigen einen enormen Unterschied im Landschaftsbild zwischen 2019 und 2018.

Feldkirch:


Dornbirn:


Furkajoch (Vorarlberg):


Oberstdorf (Bayern):


Ein bisschen anders schaut es in den südlichen Landesteilen aus. Dellach im Drautal beispielsweise ähnelt sich 2019 und 2020 sehr – jeweils liegt kein Schnee, sondern nur Raureif.


Abschließend haben wir für euch noch die Schneehöhen an ausgewählten Orten gegenübergestellt. Frappierend die Unterschiede, in Schröcken beispielsweise fehlen eineinhalb Meter auf den Vorjahreswert!

Vergleich Schneehöhen 10. Jänner 2019 vs. 10. Jänner 2020:

Station Schneehöhe 10.1.19 Schneehöhe 10.1.20
Schröcken (VBG) 183 cm 31 cm
Seefeld (TIR) 122 cm 31 cm
Radstadt (SBG) 79 cm 12 cm
Windischgarsten (OÖ) 107 cm 3 cm
Mariazell (STMK) 100 cm 7 cm
Klausen-Leopoldsdorf (NÖ) 31 cm 0 cm
Wien-Hohe Warte 0 cm 0 cm
Kötschach-Mauthen (KTN) 2 cm 1 cm

Quelle Titelbild: pixabay

Weiterhin warten auf Neuschnee

Geringfügigen Regen und Schnee bringt lediglich eine Kaltfront in der Nacht auf Samstag, doch selbst in den Staulagen der Nordalpen kommen dabei oberhalb von 700-800 m nur rund 5 cm Neuschnee zusammen. Am Samstag steigt der Luftdruck von Westen her schon wieder, ab Sonntag übernimmt dann für einige Tage ein stabiles Hoch die Regie beim Wetter. Dabei stellt sich eine sogenannte Temperaturinversion ein. Während es im Berg- und Hügelland teilweise Höchstwerte von milden 10 Grad und mehr gibt, verharren die Temperaturen in den Niederungen im einstelligen Bereich. Im Flachland werden zudem wieder Nebel und Hochnebel ein Thema, lokal präsentieren sich die Temperaturen hier mit rund 0 Grad oder sogar leichtem Dauerfrost zumindest einigermaßen der Jahreszeit entsprechend.

Änderung erst nach Monatsmitte

Die nächste markantere Front samt nennenswerten Mengen Regen und Schnee trifft aus heutiger Sicht frühestens am nächsten Wochenende auf Österreich. Diese Entwicklung ist allerdings noch mit Unsicherheiten behaftet. Eine nachhaltige Umstellung der Wetterlage hin zu einem Kaltluftvorstoß mit Schneefall bis ins Flachland ist jedenfalls weit und breit nicht in Sicht.

Jänner bislang deutlich zu mild

Über ganz Österreich gemittelt verliefen die ersten neun Tage des Jänners um 2,5 Grad zu mild. Besonders auf den Bergen und in leicht erhöhten Lagen Süd- und Ostösterreichs wurden bis dato sogar noch etwas höhere Abweichungen registriert. So halten der Feuerkogel, die Kanzelhöhe und der Patscherkofel derzeit bei einer positiven Anomalie von 4-5 Grad –> siehe Grafik.

Angesichts der wenig winterlichen Aussichten wird sich dieses deutlich zu milde Muster weiter manifestieren. Bemerkenswert: Von den rund 270 Wetterstationen im Land gibt es keine einzige, an der der Jahresauftakt zu kühl war. Zell am See und Tamsweg liegen als kälteste Orte derzeit genau im langjährigen Mittel.

Deutlich zu mild bisher: Der Jänner 2020.
Deutlich zu mild bisher: Der Jänner 2020.

Warten auf Regen und Schnee im Süden

Abgesehen von einer Kaltfront, die den Nordalpen vergangenes Wochenende 20 bis 30 l/m² in Form von Regen und Schnee brachte, besticht der Auftakt in das Jahr 2020 mit sehr trockenen Verhältnissen. Knapp 62% fehlen über ganz Österreich gemittelt aktuell auf eine ausgeglichene Bilanz, noch markanter ist das Defizit im Westen, Süden und Südosten: In Landeck, Lienz und Klagenfurt ist beispielsweise noch kein einziger Tropfen Regen bzw. keine Schneeflocke gefallen (siehe Grafik: Abweichung -100%) Hier heißt es zumindest bis zur Monatsmitte warten auf den ersten Niederschlag im neuen Jahr.

Deutlich zu trocken bisher: Der Jänner 2020.
Deutlich zu trocken bisher: Der Jänner 2020.

Quelle Titelbild: pixabay

Zyklon Blake sorgt in Westaustralien für kräftigen Regen

Zyklon Blake über Westaustralien

Zyklon Blake liegt mittlerweile auf dem Festland über Westaustralien und sorgt dort für kräftigen Regen und stürmische Böen. Die Intensität des Wirbelsturms lässt zwar langsam nach, das Tief führt aber sehr feuchte Luftmassen in das Landesinnere, weshalb die Gefahr von Überflutungen weiterhin ein Thema bleibt. Bislang wurden örtlich bereits ergiebige Regenmengen gemessen, wie etwa in Marble Bar mit 150 Liter pro Quadratmeter in weniger als 36 Stunden und Böen bis 74 km/h.

Zwei tropische Wirbelstürme betreffen Australien.

Zyklon Claudia

Ein weiteres tropisches Tief entsteht derzeit im äußersten Norden Australiens. Laut neuesten Modellberechnungen wird es sich langsam westwärts über den Großraum Darwin hinweg zum Indischen Ozean verlagern, wo er sich dann zum Zyklon verstärken wird. Bis dahin stellen lokal große Regenmengen in kurzer Zeit die Hauptgefahr dar.

Satellitenbild von Mittwochabend in Australien. © JMA

Im Südosten Australien herrschen am Donnerstag und besonders am Freitag weiterhin hochsommerliche Temperaturen, danach folgt eine Abkühlung. Große Niederschlagsmengen sind hier aber nach derzeitigem Stand nicht zu erwarten.

Inversionswetterlagen und Industrieschnee

Emissions und Industrieschnee. @shutterstock.com/Anatoliy Berislavskiy

Industrieschnee entsteht bei Hochdrucklagen mit tief liegendem Hochnebel oder Nebel durch Emissionen von Wasserdampf und/oder feinen Ruß- und Staubpartikeln vor allem aus größeren Industrieanlagen wie Kraft- oder Heizwerke. Voraussetzung ist eine ausgeprägte Temperaturinversion mit sehr kalter, frostiger Luft in den Niederungen und milder und trockener Luft in mittleren Höhenlagen (am Boden sollte es mindesten 10 Grad kälter sein als oberhalb der Inversion). Häufig ist Industrieschnee nur auf wenige hundert Meter beschränkt, kann aber im Extremfall in kurzer Zeit eine mehrere Zentimeter dicke Schneeschicht verursachen.

Menschengemacht

Aufgrund des generell höheren Schadstoffausstoßes durch das größere Verkehrsaufkommen und die ausgeprägte Industrie hält sich über Städten oftmals eine drei- bis fünfmal höhere Konzentration an Kondensationskernen, was die Entstehung von Nebel und mitunter auch von Niederschlag begünstigt. Allerdings betrifft dies oft nur kleine Teile oder das nähere Umland der Städte, da sich der Niederschlag auf die windabgewandten Seiten der Industrieanlagen beschränkt. Dieser Schnee ist oft feinkörniger als normaler Schnee, da er aus deutlich geringeren Höhen stammt.


Titelbild © shutterstock.com/Anatoliy Berislavskiy

Starker Polarwirbel sorgt weiterhin für milden Winter in Europa

Perlmuttwolken

Die Atmosphäre der Erde besteht hinsichtlich ihres vertikalen Temperaturverlaufs aus verschiedenen Schichten. Das tägliche Wetter passiert in der Troposphäre, für die Großwetterlagen im Winter auf der Nordhalbkugel spielen allerdings manchmal auch die Geschehnisse in der Stratosphäre eine Rolle. Hier entwickelt sich im Winter nämlich der sogenannte Polarwirbel. Er ist gefüllt mit sehr kalter Luft, die in der Stratosphäre Werte unter -80 Grad erreichen kann. Seine Stärke hängt vom Temperaturunterschied zwischen dem Äquator und den Polen ab, daher erreicht er seine maximale Ausprägung meist im Jänner.

Der Polarwirbel in der Stratosphäre am 3.1.20 © FU Berlin

Extreme Kälte

Während es in den vergangenen beiden Wintern je zu einer Spaltung des Polarwirbels kam (mittels einer plötzlichen Stratosphärenerwärmung), präsentiert er sich heuer außergewöhnlich stark. Am 3. Jänner wurden von einer Radiosonde in einer Höhe von 25 km sogar Temperaturen von -96 Grad gemessen, was dem tiefsten Wert seit mindestens 40 Jahren entspricht.

Milder Winter

Der Polarwirbel in der Stratosphäre ist derzeit vergleichsweise gut mit dem Jetstream in der Troposphäre gekoppelt. Seine starke Ausprägung sorgt dabei für relativ mildes, westwinddominiertes Winterwetter in Mitteleuropa und etwaige Kaltlufteinbrüche sind nur von kurzer Dauer. Eine Änderung ist vorerst nicht in Sicht und die Langfristmodelle deuten bis auf Weiteres auch auf überdurchschnittliche Temperaturen in Europa hin. Da das Azorenhoch zudem stark ausgeprägt ist und die Frontalzone weit nördlich verläuft, berechnen die Modelle im Alpenraum bis zum Monatsende nur noch geringe Niederschlagsmengen. Nach derzeitigem Stand ist somit selbst auf den Bergen kein nennenswerter Neuschnee in Sicht.

Der stratosphärische Polarwirbel bleibt vorerst stark ausgeprägt. © ECMWF

Die Langfristprognosen für die kommenden Monate sehen mild aus. © copernicus

Stratosphärenwolken

In Höhen über 20 km bei Temperaturen unter -78 Grad treten in den Polarregionen manchmal polare Stratosphärenwolken auf (polar stratospheric clouds), welche nach ihrem Aussehen auch Perlmuttwolken genannt werden. Sie bestehen aus Kristallen von Schwefelsäure oder Salpetersäure (Typ I) bzw. bei extrem niedrigen Temperaturen mitunter auch aus Eiskristallen (Typ II). Wenn die Wolken aus Säurekristallen bestehen, sind sie für Ozonabbau in der Stratosphäre verantwortlich.

Tiefste Temperaturen in etwa 28 km Höhe. Heuer gab es Rekordwerte (pink) © NASA


Titelbild © Adobe Stock

Lawinen – die weiße Gefahr

Lawinen die weiße Gefahr

Am häufigsten treten Lockerschnee- und Schneebrettlawinen auf. Erstere haben ihren Ursprung in einem einzelnen Punkt, sie nehmen beim Abgang immer mehr Schnee auf und wachsen daher rasch an. Zweitere kennzeichnen sich durch einen linienförmigen Abriss quer zum Hang aus, dabei rutscht eine ganze Schicht auf einer anderer Schneeschicht oder auf dem Grund ab. Wenn die gesamte Schneedecke am Boden abgleitet, spricht man auch von Gleitschneelawinen.

Eine kleine Lockerschneelawine. © Nikolas Zimmermann
Eine kleine Lockerschneelawine. Bild © N. Zimmermann

Nassschneelawinen lösen sich ebenfalls als Schneebrett oder als Lockerschneelawine. Sie treten  vor allem im Frühjahr an Südhängen auf. Hauptauslöser von Nassschneelawinen ist flüssiges Wasser in der Schneedecke, das die Bindung der Schichtgrenzen schwächt. Staublawinen treten dagegen nur bei markanten Lagen mit viel Neuschnee auf und sind somit vergleichsweise selten zu beobachten.

Eine Schneebrettlawine. © Nikolas Zimmermann
Schneebrettlawinen auf einer Schwachschicht im Schnee. Bild © N. Zimmermann

Hangneigung und Schneemenge

Grundsätzlich ist eine gewisse Masse an Schnee notwendig, die sich an einem Hang mit einer Neigung von etwa 25° oder mehr ansammelt. Je größer die Neigung, desto öfter ist mit Lawinenabgängen zu rechnen. Andererseits können sich gerade auf nur mäßig steilen Hängen besonders große Schneemengen ansammeln, weshalb hier besonders viele Unfälle passieren. Ist der Hang zudem nach Norden ausgerichtet und damit weniger der Sonnene