Gefährlicher Sturm in der Biskaya

Wetterlage

Zur Zeit kreist ein kräftiges Tief im Norden der Britischen Inseln. Eine Welle dieses Systems bildet laut den aktuellen Modellrechnungen bis Freitag ein Sturmtief aus, das südostwärts in Richtung Frankreich zieht und über der Biskaya seine volle Kraft entfaltet.

Prognose der Luftdruckverhältnisse in Europa am Freitagvormittag, 2. Oktober 2020. Quelle: UBIMET GmbH

Bombogenese

Diese schnelle Entwicklung eines Sturms wird rapide Zyklogenese (engl. „Rapid Cyclogenesis“) oder auch Bombogenese genannt. Voraussetzung hierfür sind kalte, kontinentale Luftmassen und maritime, feuchtwarme Luftmassen, die aufeinander treffen. Die Folge ist die zügige Bildung eines Sturmtiefs mit einem geringen atmosphärischen Druck im Inneren. Der prognostizierte Druckabfall innerhalb von 24 Stunden beträgt in diesem speziellen Fall über 30 hPa.

Stingjet

Statt einer Okklusionsentwicklung könnte sich die Warmfront dieses Tiefdrucksystems in den Kern eindrehen, ohne die Kaltfront zu erreichen. In dieser Kombination können außergewöhnlich hohe Windgeschwindigkeiten auftreten, in diesem Fall werden je nach Wettermodell Böen von rund 130 km/h oder mehr über der Biskaya berechnet. Dieses über bewohnten Gebieten oft zerstörerische – und damit wie ein Skorpion „stechende“ – Windphänomen wird als „sting jet“ bezeichnet.

Nachfolgende Grafik zeigt eine Berechnung der Windspitzen für Freitag in Europa:

Prognose der 10 m Windböen in Europa am Freitag, den 2. Oktober 2020. Quelle: UBIMET GmbH

 

Titelbild @ https://stock.adobe.com

Flächendeckender Regen in Deutschland

Wetterlage

Ein Tief im Norden des Landes zieht ostwärts und bildet gemeinsam mit einem Italientief eine ausgeprägte Tiefdruckzone in Mitteleuropa. Das Frontensystem des ersten Tiefs brachte innerhalb von 48 Stunden nahezu flächendeckenden Niederschlag in Deutschland, stellenweise wurden deutlich über 40 Liter pro Quadratmeter gemessen:

48-stündige Niederschlagssumme von Mittwochvormittag bis Freitagvormittag. © UBIMET

Am Freitag im äußersten Süden bereits über 30 l/qm

Die folgende Karte zeigt die heutigen Spitzenreiter unter den Messstationen. Vor allem in der Staulage an den Alpen wurden bis Mittag beachtliche Regenmengen erreicht:

Niederschlagssumme am Freitag bis 11 Uhr. © UBIMET

Die Aussichten: es bleibt nass

Das Wochenende steht im Zeichen von tiefem Luftdruck und Regen. Vor allem in der Mitte und im Osten des Landes kommen ergiebige Regenmengen zusammen, örtlich sind bis Sonntagabend 30 bis 60 l/qm Regen möglich.

Prognose der Regenmengen für Samstag, 26. September 2020. © UBIMETAm Samstag kommt in der Südhälfte zudem starker Westwind auf, damit wird es auch deutlich kühler als zuletzt. In den Alpen fällt oberhalb von etwa 1000 m Schnee.

Der Sonntag zeigt sich ebenfalls unbeständig, dabei ist vor allem an der Nord- und Ostsee mit starken Windböen aus nordöstlicher Richtung zu rechnen.

Prognose der Regenmengen für Sonntag, 27. September 2020. © UBIMET

 

Titelbild: Eibsee, Grainau. Quelle: foto-webcam.eu

Zwei Taifune bedrohen Japan und Südkorea

Ausgangslage

Im westlichen Pazifikraum sind zwei Wirbelstürme aktiv, beide werden aufgrund ihrer Intensität und ihrer Lage vor Ostasien als Taifune bezeichnet. Durch das warme Meerwasser des Pazifiks herrschen zur Zeit ideale Bedingungen für die Entstehung und Verstärkung von Taifunen.

Falschfarben-Infrarotsatellitenbild des Westpazifiks. Quelle: Himawari 8 Satellit, National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA)

Taifun MAYSAK

Westlich von Japan und südlich von Südkorea kreist über dem Meer Taifun MAYSAK, der bisher stärkste Wirbelsturm des Jahres in dieser Region. Im Inneren des Sturmtiefs herrscht ein Luftdruck von 950 hPa (im Gegensatz zum mittleren Luftdruck von 1013 hPa auf Meereshöhe bei Normalbedingungen).  Da Windspitzen von über 250 km/h  erwartet werden, laufen vor Ort die Vorbereitungen auf Hochtouren, um die Bevölkerung vor den zerstörerischen Naturgewalten zu schützen.

Vorhersage der Zugbahn von Taifun MAYSAK. Quelle: JTWC

Laut den aktuellen Prognosen verläuft die Zugbahn des Taifuns in nördliche Richtung etwa über die Mitte Südkoreas, d.h. östlich der Hauptstadt Seoul. Nachdem der Wirbelsturm auf Land trifft, schwächt sich dieser erwartungsgemäß etwas ab.

Taifun HAISHEN

Nach MAYSAK ist bereits der nächste Wirbelsturm unterwegs. Über der Philippinensee, nordwestlich der Inselgruppe der Nördlichen Marianen, kreist ein kräftiges Tiefdruckgebiet namens HAISHEN. Bisher kommt die Intensität dieses Taifuns noch nicht an MAYSAK heran, jedoch wird der nachfolgende Sturm in den nächsten Tagen auf Hunderten von Kilometern über dem Meer mehr Feuchtigkeit aufnehmen und deutlich an Energie zunehmen. HAISHEN könnte dann als Wirbelsturm der Kategorie 4 oder sogar 5 auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala eingestuft werden.

Prognose der Zugbahn von Taifun HAISHEN. Quelle: JWTC

Ein Grund für die gehäufte Entstehung solcher starker Taifune in dieser Region liegt bei dem rund 30 Grad warmen Meerwasser; die japanische Wetterbehörde gab bekannt, dass die mittleren Wassertemperaturen vor den Küsten Japans im August so hoch wie noch nie seit Messbeginn 1982 ist.

Titelbild: Satellitenbildausschnitt des Westpazifiks mit den beiden Taifunen MAYSAK (links oben) und HAISHEN (rechts unten). Quelle: Himawari 8 Satellit

Hochsommer in Deutschland – hohe Temperaturen und kräftige Gewitter

Allgemeine Großwetterlage

Das großflächige Hochdruckgebiet EMIL über Skandinavien hat in Europa die Zügel in der Hand und sorgt für die bisher längste Hitzewelle des Sommers. Eine schwache Tiefdruckrinne über Westeuropa sorgt für instabile Verhältnisse und in der feuchten Luft gehen im Laufe der Woche immer wieder teils kräftige Schauer und Gewitter nieder.

Höchstwerte teils über 35 °C

In Deutschland werden am Montag erneut hohe Lufttemperaturen erreicht, die 30-Grad-Marke wird in den meisten Regionen geknackt. Werte über 35 Grad wurden besonders häufig am Rhein gemessen. Die dichten Wolken und Gewitter im Osten machten sich auch in der Tageshöchsttemperatur bemerkbar. In der Deutschlandkarte werden die Maximaltemperaturen in der Fläche farblich dargestellt:

Heutige Temperaturmaxima in Deutschland. Quelle: UBIMET

Es folgt eine detaillierte Auflistung der zehn gemessenen Temperaturmaxima  in Deutschland:

Maximale Tagestemperatur Ort Bundesland
36,6 °C Mergentheim, Bad-Neunkirchen Baden-Württemberg
36,4 °C Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg
36,3 °C Trier-Zewen Rheinland-Pfalz
36,2 °C Perl-Nennig Saarland
36,0 °C Kitzingen Bayern
35,9 °C Rheinstetten Baden-Württemberg
35,9 °C Tönisvorst Nordrhein-Westfalen
35,8 °C Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg
35,7 °C Neunkirchen-Wellesweiler Saarland
35,6 °C Trier-Petrisberg Rheinland-Pfalz

Viel Sonne im Süden und Norden

Die meisten Sonnenstunden verzeichnete der Süden und Norden, hier wurden bis 18 Uhr MESZ verbreitet zehn bis zwölf Stunden Sonne registriert. Dichte Wolken von Hessen bis Brandenburg ließen örtlich nur wenig Sonnenschein durch.

Verteilung der heutigen Sonnenscheindauer bis 18 Uhr in Deutschland. Quelle: UBIMET

In einem breiten Streifen im Nordosten  des Landes hielten sich hochreichende Wolken, zudem gingen dort kräftige Schauer und Gewitter nieder. Stellenweise wurden über 40 l/qm Regen an den Wetterstationen erfasst.

Niederschlagssumme am 10. August bis 18 Uhr in Deutschland. Quelle: UBIMET

Titelbild: Strand in Norderney / Ostfriesland. Quelle: foto-webcam.eu

Frühlingswetter bis Ostersonntag

Mitteleuropa liegt im Einflussbereich von hohem Luftdruck, in den kommenden Tagen wird Hoch LORIS von Hoch MAX abgelöst und das sonnige Frühlingswetter setzt sich fort. In der Nacht von Ostersonntag auf Ostermontag zieht von Norden eine Kaltfront auf und bringt kühlere Luft nach Deutschland. 

Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Freitag (GFS).

Nord-Süd-Gefälle am Karfreitag

Am Karfreitag dominiert das Hochdruckgebiet MAX mit Kern über der BeNeLux-Region. In einigen Niederungen und Senken bilden sich über Nacht Kaltluftseen, daher ist vor allem in Norddeutschland an einigen Stellen leichter Frost möglich, im Südwesten liegen die Tiefstwerte jedoch oft im höheren einstelligen Bereich. In der Südhälfte beginnt der Tag meist wolkenlos, im Norden sind häufiger ein paar Wolken am Himmel zu sehen. Tagsüber bilden sich bevorzugt im Bergland Quellwolken, die Schauergefahr ist aber sehr gering. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen kühlen 8 Grad an den Küsten und bis zu 25 Grad im Schwarzwald.

Karsamstag: erneut warm und sonnig im Südwesten

Am Ostersamstag ist im ganzen Land mit viel Sonnenschein zu rechnen, nur im äußersten Norden, an der Grenze zu Dänemark, halten sich hartnäckige Wolken. In Richtung Alpen bilden sich gegen Nachmittag harmlose Quellwolken, in der Mitte Deutschlands sind vereinzelt Schleierwolken sichtbar. Die Temperaturen legen nun auch im Norden weiter zu, hier sind meist 15 bis 19 Grad möglich, auf den Inseln in der Nord- und Ostsee teilweise nur 10 bis 12 Grad. Der Südwesten des Landes hat eindeutig die besten Karten – hier sind erneut 20 bis 25 Grad drin.

Prognose der Höchstwerte am Samstag. (Stand: 9.4.20)

 

Am Ostersonntag Kaltluft von Norden

Der Ostersonntag beginnt verbreitet sonnig, im Tagesverlauf bilden sich im Vorfeld einer eintreffenden Kaltfront immer häufiger Wolken. Ganz im Norden fließt kühle Luft ein, aus den sich verdichtenden Wolken fällt etwas Regen und der Wind frischt auf. Auch im Westen sind in der zweiten Tageshälfte einzelne Schauer nicht ausgeschlossen. Die Höchstwerte erreichen 9 Grad an den Küsten und bis 20 Grad am Oberrhein.

Wechselhafter Ostermontag

Am letzten Tag des Osterwochenendes steht das ganze Land im Zeichen der einfließenden Kaltluft. Bei dichten Wolken setzt kräftiger Nordwestwind ein, an den Küsten sind mitunter auch Windböen bis 80 km/h möglich. Die markante Kaltfront bringt Regen mit sich, örtlich gehen auch kräftige Regenschauer nieder. Auf der Rückseite der Kaltfront lockern die Wolken von Norden her auf und die Sonne zeigt sich zum Abend hin. Mit Eintreffen der kalten Luftmassen sind von Nord nach Süd meist nur noch 5 bis 14 Grad zu erwarten.

 

Titelbild: Flensburg am 09. April 2020, Quelle: foto-webcam.eu

Meteorologischer Frühlingsanfang

Am 1. März beginnt laut Definition der World Meteorological Organization (WMO) der meteorologische Frühling. Die Jahreszeiten beginnen für Meteorologen und Klimatologen jeweils am Monatsanfang (März, Juni, September und Dezember), um eine einfachere Handhabung von klimatologischen Daten zu gewährleisten. Damit können beispielsweise die Monatsmittelwerte von Temperatur oder Niederschlag im zeitlichen Verlauf verglichen werden.

Astronomischer Frühlingsbeginn

Der Frühling beginnt nach astronomischer Bestimmung durch die erste Tag-und-Nacht-Gleiche (Primäräquinoktium) in einem Kalenderjahr.  Dieser Zeitpunkt ist etwa drei Wochen nach dem meteorologischen Frühlingsanfang erreicht, im Jahr 2020, 2021 und 2022 ist dies jeweils der 20. März.

Phänologischer Frühlingsstart

Unterschiedliche klimatische Bedingungen haben zur Folge, dass verschiedene Pflanzen oder Bäume auch in spürbar zeitlichem Abstand austreiben und blühen. Häufig wird dazu die Apfelblüte verwendet, die in Portugal teilweise bereits im Februar beginnt, in Deutschland und Österreich dagegen oft erst im April oder Mai.  Das Regional- oder Mikroklima, wie z.B. die Nähe zu Gewässern wie dem Bodensee, eine windgeschützte Lage oder die Höhe über dem Meeresspiegel haben ebenfalls Einfluss auf den Zeitpunkt der Apfelblüte und damit auf den phänologischen Frühlingseinzug.

In der folgenden Abbildung ist der historische Frühlingsbeginn für Mitteleuropa zu sehen, die Landkarte stammt aus einem sächsischem Schulatlas, datiert um das Jahr 1930:

Quelle: Lange-Diercke – Sächsischer Schulatlas, Wikimedia Commons.

 

Titelbild: pixabay.com

Kaltluftvorstoß in Mitteleuropa

Großwetterlage

Ein Tiefdruckgebiet über Skandinavien lenkt zum Wochenende kalte Polarluft nach Mitteleuropa. Im Laufe des Freitags stößt die Kaltluft mit einer nordwestlichen Höhenströmung in den Alpenraum vor. Am Samstag liegt die Luftmassengrenze parallel zum Alpenhauptkamm und es besteht damit ein markanter Temperaturgradient in der freien Atmosphäre über Österreich.

Am Freitag Mittag befindet sich die Kaltfront voraussichtlich über Frankreich und Deutschland und bewegt sich Richtung Süden weiter. © Deutscher Wetterdienst

Temperaturunterschiede im Alpenraum

In den südlichen Landesteilen liegt am Samstag tagsüber die Lufttemperatur auf dem Druckniveau von 850 hPa bei bis zu 2 Grad, im äußersten Nordosten dagegen bei etwa minus 7 Grad. Somit ist auch bei der Schneefallgrenze ein deutlicher Unterschied von Nord nach Süd zu verzeichnen. In der kalten aber relativ trockenen Luft nördlich der Alpen ist dort nur wenig Niederschlag zu erwarten, in den westlichen Landesteilen – von Vorarlberg bis in die Tauernregion – ist die Luft wesentlich feuchter, dort gehen dagegen teils kräftige Schneefälle nieder.

Der Temperaturgradient über Österreich am kommenden Samstag um 00 UTC gemäß dem RACE-Wettermodell. © UBIMET

Frost

Vielerorts ist in der Nacht von Freitag auf Samstag bzw. Samstag auf Sonntag mit Bodenfrost zu rechnen, tagsüber bleiben die Temperaturen dann jeweils im einstelligen, aber positiven Bereich. Am Montag sind dagegen in einigen Landesteilen Eistage möglich, d.h. die Tageshöchstwerte übersteigen über den gesamten Tag den Gefrierpunkt nicht.

Ausblick

Am Sonntag setzt sich mit einer südwestlichen Höhenströmung etwas wärmere Luft durch, die jedoch im Laufe des Montags erneut von polarer Kaltluft zurückgedrängt wird. Dabei ist dann nach aktuellem Stand der Wettermodelle bis ins nordöstliche Flachland etwas Schnee möglich.

Am 27. November 2018, vor genau einem Jahr, lag am 358 m hohen Bisamberg bei Wien ein wenig Schnee. © foto-webcam.eu

 

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146 km/h – Sturmtief FABIENNE vor einem Jahr

Eine Warmfront brachte damals in der ganzen Südwesthälfte Deutschlands anhaltenden Regen. Mit dem Tiefkern selbst regnete es dann vor allem von der Eifel über Hessen und Thüringen bis zur Lausitz kräftig. Hier sowie nördlich dieser gedachten Linie spielte der Wind praktisch keine Rolle. Gut zu sehen ist die Zugbahn des Tiefs auf der ersten Grafik über der Mitte Deutschlands, hier hatte es auch am meisten geregnet.

In der Mitte Deutschlands hat FABIENNE für kräftigen Regen gesorgt.
In der Mitte Deutschlands hat FABIENNE für kräftigen Regen gesorgt.

An der darauffolgenden Kaltfront von Tief Fabienne entwickelten sich heftige Gewitter, mit den Gewittern lebte der Nordwestwind stürmisch auf.

Insgesamt hatte unser Blitzmessnetz innerhalb von 24 Stunden mehr als 65.000 Blitze registriert, alleine 35.000 davon in Bayern und 17.000 in Baden-Württemberg. Gut zu erkennen auf der Blitzverteilung:

Rund 65.000 mal blitzte es an der Kaltfront von FABIENNE.
Rund 65.000 mal blitzte es an der Kaltfront von FABIENNE.

Hier noch zur Übersicht die markantesten Böen:

Spitzenböen bewohnte Orte Deutschland Sonntag, 23. September 2018 06:00 Uhr bis Montag, 24. September 2018 06:00 Uhr:

  1. Würzburg (BY) 137 km/h
  2. Niederstetten (BW) 122 km/h
  3. Schongau (BY) 112 km/h
  4. Stötten (BY) 108 km/h
  5. Weiden (BY) 108 km/h
  6. Gelbelsee (BY) 104 km/h
  7. Altmühlsee (BY) 103 km/h
  8. Freudenstadt (BW) 100 km/h
  9. Stuttgart (BW) 101 km/h
  10. Laupheim (BW) 101 km/h

 

Bildquelle: pixabay.com

Hoch CORINA bringt den Sommer zurück

Hitze im Sommer

Die nahezu strömungsparallele Kaltfront von Tief BERND sorgte in den letzten Tagen für erhöhte Niederschlagssummen in Südostdeutschland – vor allem im Allgäu und im Bayerischen Wald. Auf einer Linie vom Bodensee über Ingolstadt bis in die Oberpfalz wurden mehrfach Regenmengen von über 30 L/qm innerhalb von 24 Stunden gemessen. Gebietsweise wie etwa in Vorarlberg lagen die Messwerte auch noch etwas darüber, örtlich wurden bis 60 L/qm erreicht.

24h-Niederschlagsanalyse bis Mittwochmorgen. © UBIMET
24h-Niederschlagsanalyse bis Mittwochmorgen. © UBIMET

30 Grad am Wochenende

Lagen die Höchsttemperatur zuletzt fast im ganzen Land unter 25 Grad, so bringt der Hochdruckeinfluss den Sommer wieder in Schwung und lässt das Thermometer höhere Werte anzeigen. Am Donnerstag werden verbreitet 24 bis 27 Grad erreicht, am Oberrhein sind bis zu 29 Grad möglich. Am Freitag wird im Südwesten vereinzelt die 30-Grad-Marke geknackt, aber auch im Osten gibt es Höchstwerte um 29 Grad. Am Wochenende setzt sich mit Zufuhr an warmer Luft der sommerliche Wetter fort und immer häufiger wird die 30-Grad-Marke geknackt.

Prognose der Höchstwerte am Sonntag von ICON
Prognose der Höchstwerte am Sonntag von ICON. © DWD / UBIMET

 

Auf Starkregen folgt erneut sommerliche Hitze

Zweigeteiltes Wetter. © Adobe Stock

Eine verwellte Kaltfront kommt über dem Westen Österreichs zu liegen, hier stellt sich am Diestag nasses und relativ kühles Wetter ein. Niederschlagssummen von über 50 bis 70 l/qm bis Mittwochnacht sind vor allem in Vorarlberg und im Außerfern möglich, entsprechende Starkregenwarnungen wurden bereits ausgegeben.

Nach dem klimatologischen Mittel fallen in Schoppernau (Vorarlberg) 251 l/qm im August. Bis inklusive Montag, den 19. August fielen an dieser Station bereits 187 l/qm.  Durch die reichlichen Niederschläge im äußersten Westen könnte nun innerhalb von nur zwei Tagen das Monats-Niederschlagssoll erreicht werden.

Prognose der 48-stündigen Niederschlagssumme. © UBIMET 2019
Prognose der 48-stündigen Niederschlagssumme. © UBIMET 2019

Der Hochsommer ist noch nicht vorbei

Im Laufe der Woche nimmt der Hochdruckeinfluss wieder zu und es setzt sich eine südöstliche Höhenströmung durch, mit der erneut warme Luftmassen aus dem Mittelmeerraum nach Österreich transportiert werden.

Demzufolge wird es am Freitag vor allem an der Alpenostseite wieder hochsommerlich – dort werden Temperaturen von über 30 Grad erwartet. Nach aktuellem Stand sind aber auch im Westen der Republik knapp 30 Grad möglich. Am Samstag und Sonntag fallen die Höchsttemperaturen planmäßig noch um eine Spur höher aus, dann wird wahrscheinlich auch in Salzburg und Oberösterreich die 30-Grad-Marke überschritten, wobei im Bergland die Schauer- und Gewitterneigung in Richtung Wochenende auch wieder etwas zunimmt.

Prognose der Höchstwerte für kommenden Sonntag. © ECMWF / UBIMET
Prognose der Höchstwerte für kommenden Sonntag. © ECMWF / UBIMET

 

 

Teils kräftige Gewitter in der Westhälfte Deutschlands

Großwetterlage

In Zusammenhang mit einer schwachen Kaltfront, die sich von von West nach Ost vorarbeitet, ziehen Schauer und Gewitter über Mitteleuropa durch. Mit der südwestlichen Höhenströmung gelangt feuchte und warme Luft nach Deutschland, aufgrund der labilen Schichtung der Atmosphäre besteht damit ein stark erhöhtes Gewitterrisiko.

Aktuell hohe Blitzdichte in Westeuropa

Am Mittwochvormittag werden hohe Blitzraten gemessen, rund 60 Blitze pro Minute sind im Benelux-Raum zu verzeichnen. Vor allem von Antwerpen bis Rotterdam sind teils kräftige Schauer und Gewitter unterwegs, die örtlich Starkregen und kräftige Windböen mit sich bringen.

Erhöhte Blitzaktivität in Belgien, in der Niederlande sowie in Teilen Schleswig-Holsteins am Mittwochvormittag.

Ausblick für Deutschland

Auch in Deutschland steigt im Tagesverlauf die Gewittergefahr vor allem in der Westhälfte deutlich an. Kräftige Schauer und Gewitter gehen im Schwarzwald, an der Nordsee und im Rhein-Main Gebiet nieder. Am Donnerstag verlagert sich das Gewitterrisiko in Osten, vor allem Mecklenburg-Vorpommern und Bayern sind dann betroffen.

Unwetterartige Gewitter in der Nacht in Frankreich

Vom späten Dienstagabend bis in die zweite Nachthälfte entwickelten sich in der Mitte Frankreichs sowie in der Normandie teils heftige Gewitter, örtlich fielen tischtennisballgroße Hagelkörner vom Himmel und sorgten mitunter für Schäden im landwirtschaftlichen Anbau.

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Starke Gewitter im Osten

Großwetterlage

Tief GEBHARD I mit Zentrum über den Britischen Inseln steuert die Wetterlage in West- und Mitteleuropa. Dabei wird kühle und sehr feuchte Meeresluft auf der Rückseite einer Kaltfront nach Deutschland transportiert. Die Entstehung von teils markanten Unwettern ist aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit und frontalen Hebungsprozessen deutlich begünstigt.

 

CAPE (Convective Available Potential Energy), ein Index für die verfügbare Energie zur vertikalen Luftmassenbewegung, ist ein wichtiger Indikator zur Gewittervorhersage in einer Region. Im Nordosten der Bundesrepublik ist das CAPE am Donnerstagnachmittag stark erhöht.

Unwetterartige Schauer und Gewitter

Ab der Mittagszeit werden im Osten Deutschlands Schauer und Gewitter erwartet. Besonders östlich der Linie Hamburg – Hof bilden sich am Nachmittag schwere Gewitter. In Verbindung damit tritt gebietsweise Starkregen auf, der mancherorts auch für kleine Überschwemmungen sorgen kann. Weiterhin sind auch Hagelkörner und stürmische Böen möglich.  Die entstandenen Gewitterzellen ziehen zum späten Abend dann in Richtung Polen ab und lösen sich dann spätestens in der Nacht auf.

Im Nordosten Deutschlands ist am Nachmittag und Abend die Wahrscheinlichkeit für die Bildung von Hagelkörnern sehr hoch.

Rückblick: In der vergangenen Nacht bis zum Morgen Starkregen und Gewitter im äußersten Westen

Bis zum frühen Donnerstagmorgen gingen vom Saarland bis ins nördliche Emsland kräftige Schauer und Gewitter nieder. Örtlich gab es Starkregenereignisse, der Regen summierte sich  in Kleve am Niederrhein  auf 36,4 mm innerhalb von 12 Stunden. Im selben Zeitraum fielen in Winterspelt an der belgischen Grenze sogar 37,9 mm Regen. Im Laufe des Vormittags zogen die Gewitter dann weiter über die Elbe und hinauf bis nach Nordfriesland.

 

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