Am Dienstag häufig Regen und Schneefall

Am Dienstag fällt im Westen und Süden von Beginn an Regen und Schnee. Im Tagesverlauf breitet sich der Regen nordostwärts aus, der Nachmittag verläuft dann im Großteil des Landes trüb und nass. Nur im äußersten Westen trocknet es am Nachmittag vorübergehend ab. Die Schneefallgrenze liegt im Westen und Südwesten abhängig von der Niederschlagsintensität meist zwischen 600 und 1000 m, von Unterkärnten bis zu Wechsel ist Schnee erst oberhalb von 1400 bis 1900 m ein Thema.

Am Abend und in der Nacht werden Regen und Schneefall von Süden her neuerlich stärker und an der Alpennordseite schneit es dann zunehmend bis in die Täler. Die Höchstwerte liegen bei 1 bis 9 Grad mit den höchsten Werten im östlichen Flachland.

Titelbild: Das Wallackhaus (2.300 m) an der bereits tief verschneiten Großglockner Hochalpenstraße zwischen Sonne und Schneeflocken. Quelle: www.foto-webcam.eu

Lagebericht

Aktuelle Wetterlage

Am Montagabend greift eine Okklusion auf den Westen des Landes über. Am Dienstag gerät Nordwestdeutschland zunehmend in den Einflussbereich eines Tiefs über der Nordsee, welches am Mittwoch allmählich nach Nordosten abzieht. Im Südosten macht sich hingegen bereits das nächste Italientief mit etwas Regen und Schnee bemerkbar. Erst am Donnerstag sorgt ein Zwischenhoch neuerlich für eine vorübergehende Wetterberuhigung.

Überblick Warnungen

STURM
Die Vorwarnungen an der Nordsee laufenvon Montagnacht bis Dienstagnachmittag.

SCHNEE
Die Vorwarnungen in den Alpen gelten von Dienstagabend bis Mittwochabend.

Warnausblick

In der Nacht zum Dienstag fällt in den Alpen oberhalb von rund 900 m etwas Schnee und an der Nordsee weht teils stürmischer Wind aus Südwest. Sonst sind keine markante Wettererscheinungen zu erwarten.

Am Dienstag sind tagsüber ein paar Schauer im Nordwesten und speziell an den Küsten zu erwarten. Generell weht in der Nordhälfte frischer bis starker Südwestwind. Am Abend kommt in einem Streifen von den Alpen bis zum Bayerischen Wald Regen auf.

In der Nacht auf Mittwoch regnet und schneit es in Bayern anhaltend, dabei sinkt die Schneefallgrenze von anfangs 1000 m häufig bis in die Niederungen. Südlich der Donau und im bayerischen Wald deutet sich etwas Neuschnee an.

Der Mittwoch verläuft von Bayern bis nach Brandenburg aus heutiger Sicht dicht bewölkt mit ein wenig Regen, oberhalb von etwa 600 m Schnee. Nach Nordwesten zu sind hingegen nur noch einzelne Schauer einzuplanen. Der Wind spielt landesweit keine große Rolle mehr.

Am Donnerstag sind bei oft sonnigem Wetter keine warnrelevante Wettererscheinungen zu erwarten.

Autor

Roland Reiter
Montag, 11. November 2019 um 22:00 Uhr

Warnlagebericht

Aktuelle Wetterlage

Ein Italientief greift am Montagabend aus Süden neuerlich auf den Alpenraum über. Dieses sorgt am Dienstag und auch am Mittwoch speziell in Osttirol und Kärnten für teils kräftigen Regen und Schneefall. Im Nordalpenbereich sinkt die Schneefallgrenze mit Einsickern kälterer Luft bis in viele Täler. In der zweiten Wochenhälfte gewinnt ein ausgeprägtes Tiefdrucksystem zwischen Frankreich und der Iberischen Halbinsel an Einfluss auf das Wettergeschehen und führt wieder wärmere Luft aus dem Mittelmeer an den Alpenraum heran. Besonders südlich des Hauptkamms sind somit bei ansteigender Schneefallgrenze nach wie vor große Regenmengen in Sicht.

Überblick Warnungen

STARKREGEN
Die Informationen gelten  bis Mittwochabend.

SCHNEE
Die Informationen gelten bis Mittwochnacht.

Warnausblick

Am Montagabend beginnt es in Osttirol und Oberkärnten zu regnen, oberhalb von 800 bis 1100 m fällt Schnee. Von den Gasteiner Alpen ostwärts greift bis etwa Mitternacht noch teils kräftige Südföhn durch und auch im Osten weht der Südostwind weiterhin lebhaft bis kräftig.

In der Nacht auf Dienstag halten Regen und Schnee in Osttirol und Oberkärnten an, in den Karnischen Alpen regnet es bereits teils kräftig, zudem kommt auch nördlich des Alpenhauptkamms in Vorarlberg und Nordtirol Niederschlag auf. Die Schneefallgrenze sinkt von anfangs 1000 m auf bis zu 800 m ab. Im Osten lässt der teils kräftige Südostwind zum Morgen hin langsam nach.

Der Dienstag startet generell stark bewölkt, dazu fällt westlich der Linie Salzburg-Villach von Beginn an Regen, die Schneefallgrenze bleibt unverändert. Im Tagesverlauf breiten sich Regen und Schneefall ostwärts aus, im Südosten regnet es am Nachmittag auch phasenweise kräftig, ganz im Westen trocknet es hingegen vorübergehend ab.

Am Abend und in der Nacht auf Mittwoch werden Regen und Schneefall von Süden her generell stärker und an den Alpennordseite schneit es dann zunehmend bis in die Täler. Insbesondere vom Arlberg bis zur Eisenwurzen sowie in Osttirol und Oberkärnten schneit es über Nacht bei Temperaturen um den Gefrierpunkt teils kräftig, nasser Schnee deutet sich hier auch für tiefste Lagen wie Innsbruck und Salzburg an.

Am Mittwoch fällt aus der Nacht heraus vom Arlberg bis in die Obersteiermark und südlich davon teils kräftiger Regen, die Schneefallgrenze liegt bei 500 bis 900 Meter. Im Tagesverlauf schwächt sich der Regen von Westen her ab und ist am Abend nur noch im Osten ergiebig. Dazu weht im Alpenvorland und im Osten lebhafter bis kräftiger West- bis Nordwestwind.

Der Donnerstag hat schließlich deutlich ruhigeres Wetter bei aufkommendem Südföhn zu bieten.

Autor

Roland Reiter
Montag, 11. November 2019 um 21:58 Uhr

Wettergipfel 2019 im Stubaital

@ https://wettergipfel.at

Es ist bereits der 13. Wettergipfel, seit 2007 hat er sich zu einer festen Größe in der Branche entwickelt. Erstmals sind im Stubaital mit Österreich, Deutschland, Schweiz, Niederlande, Belgien, Großbritannien, Irland, Dänemark, Schweden, Kroatien, Rumänien, Polen, Tschechien, Russland, Spanien und Griechenland 16 europäische Nationen vertreten. 50 WettermoderatorInnen von über 35 TV-Stationen und Online-Plattformen nutzen das Treffen in Neustift und am Stubaier Gletscher, um sich fachlich auszutauschen und ihr Netzwerk zu vergrößern; vor allem aber auch dafür, ihre aktuellen Wettershows mit animierenden Bildern aus dem Tiroler Schnee aufzuwerten. In Form von Live-Schaltungen, Aufzeichnungen und Hintergrundreportagen.

@ https://wettergipfel.at
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Nach all den Italientiefs in letzter Zeit und auch dem erneuten Schneefall unter der Woche präsentiert sich die Bergwelt der Stubaier Alpen tief verschneit, die Voraussetzungen Mitte November könnten diesbezüglich also kaum besser sein. Es bleibt jedoch abzuwarten, inwiefern der Freitag auch tatsächlich am Gletscher für all die Aufnahmen genutzt werden kann und inwieweit tolle Bilder möglich sind. Nach aktuellem Stand der Wettermodelle ist von einem Föhnsturm bis hin zu kräftigem Schneefall alles möglich. wetter.tv wird jedenfalls ebenso auf dem Wettergipfel vertreten sein und von dort berichten.

@ https://wettergipfel.at
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@ https://wettergipfel.at
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Am Dienstag vielerorts freundlich

Nebelschwaden Schweiz @ https://stock.adobe.com

Prognose für die Schweiz

Dienstag Mix aus Sonne und Wolken. Osten dichter bewölkt, vor allem Bündnerland teils nass. Schnee: 700-900 Metern. Süden föhnig.

Aussichten für die Schweiz

Am Mittwoch im Osten abziehende Schauer, Schnee ab 500-700 Meter. Sonst Mix aus Wolken und Sonne. Im Norden 5, im Süden 13 Grad.

 

Titelbild: Konkordiahütte – foto-webcam.eu

Markanter Schneefall bis in viele Täler

@ https://stock.adobe.com

Zwischenhocheinfluss sorgte besonders am Sonntag zwar für ruhiges Wetter, bereits ab Montagabend greift aus Süden jedoch schon das nächste Italientief auf den Alpenraum über. Es sorgt am Dienstag und auch am Mittwoch speziell in Osttirol und Kärnten für teils kräftigen Regen und Schneefall. Im Nordalpenbereich sinkt die Schneefallgrenze mit Einsickern kälterer Luft bis in viele Täler.

Die Details:

In der Nacht auf Dienstag halten Regen und Schnee in Osttirol und Oberkärnten an, in den Karnischen Alpen regnet es bereits teils kräftig, zudem kommt auch nördlich des Alpenhauptkamms in Vorarlberg und Nordtirol Niederschlag auf. Die Schneefallgrenze sinkt von anfangs 1000 m auf bis zu 800 m ab.

Der Dienstag startet generell stark bewölkt, dazu fällt westlich der Linie Salzburg-Villach von Beginn an Regen, die Schneefallgrenze bleibt unverändert. Im Tagesverlauf breiten sich Regen und Schneefall ostwärts aus, im Südosten regnet es am Nachmittag auch phasenweise kräftig, ganz im Westen trocknet es hingegen vorübergehend ab.

Am Abend und in der Nacht auf Mittwoch werden Regen und Schneefall von Süden her generell stärker und an den Alpennordseite schneit es dann zunehmend bis in die Täler. Insbesondere vom Arlberg bis zur Eisenwurzen sowie in Osttirol und Oberkärnten schneit es über Nacht bei Temperaturen um den Gefrierpunkt teils kräftig, nasser Schnee deutet sich hier auch für tiefste Lagen wie Innsbruck und Salzburg an.

Prognose der Neuschneesumme über 48 h bis Mittwochabend @ UBIMET
Prognose der Neuschneesumme über 48 h bis Mittwochabend @ UBIMET

@ https://stock.adobe.com

Am Mittwoch regnet und schneit es im Großteil des Landes von Beginn an, ganz im Osten gibt es noch längere trockene Phasen. Tagsüber verlagern sich Regen und Schnee mit ihrem Schwerpunkt etwas nach Osten, lokal kann der Niederschlag erneut kräftig ausfallen. In Vorarlberg und Tirol stellt sich dagegen mehr und mehr trockenes Wetter ein, lokal lockern sogar die Wolken auf. Die Schneefallgrenze liegt zwischen 500 und 900 m, im Südosten über 1000 m. In der Nacht auf Donnerstag zieht der Niederschlag schließlich Richtung Tschechien ab, letzter Schnee fällt vorwiegend noch in der Obersteiermark und im Waldviertel, aber auch im Wienerwald kann es oberhalb von rund 300 bis 400 m etwas anzuckern.

Fazit:

In Summe deuten sich besonders von Dienstagabend bis Mittwochnachmittag von Vorarlberg bis in die Obersteiermark sowie im Südwesten winterliche Bedingungen bis in viele Täler an, phasenweise schneit es hier kräftig. In Lagen oberhalb von rund 800 m sind markante Neuschneemengen zwischen 10 und 20 cm zu erwarten, oberhalb von rund 1000 m bis zu 40 cm. Aber selbst in den tiefsten Tälern zwischen 500 und 800 m Seehöhe deutet sich der erste markante Neuschnee des Winters an, hier reicht die Spanne voraussichtlich von etwas Schneematsch bis zu 5, lokal bis zu 10 cm.

Alpensüdseite auch nachfolgend ausgesprochen nass

In der zweiten Wochenhälfte gewinnt ein ausgeprägtes Tiefdrucksystem zwischen Frankreich und der Iberischen Halbinsel an Einfluss auf das Wettergeschehen und führt wieder wärmere Luft aus dem Mittelmeer an den Alpenraum heran. Besonders südlich des Hauptkamms sind somit bei ansteigender Schneefallgrenze nach wie vor große Regenmengen in Sicht.

 

Titelbild @ https://stock.adobe.com

 

Funnelcloud bei Bad Waltersdorf

Bild des aufgetretenen Funnels bei Bad Waltersdorf @ Nadine Haas / AWÖ

Eine kurze Erklärung dazu: Am Nordrand von Tief CARLETTO III herrschte in der Region mit Ankunft der schwachen Kaltfront von Tief CARLETTO IV eine ausgeprägte Windkonvergenz vor (Zusammenströmen, negative Feuchteflussdivergenz):

Bodendruckkarte mit eingezeichneten Druckgebilden @ DWD
Bodendruckkarte mit eingezeichneten Druckgebilden @ DWD
Analyse der Winde am Boden @ UBIMET
Analyse der Winde am Boden @ UBIMET

 

Mit etwas CAPE im Vorfeld der Trogachse hat es für 7 l/m² in 30 Minuten in Fürstenfeld und ein paar Blitze gereicht:

Registrierte Blitze @ UBIMET, nowcast
Registrierte Blitze @ UBIMET, nowcast

 

Titelbild: Bild des aufgetretenen Funnels bei Bad Waltersdorf @ Nadine Haas / AWÖ

Alpen: Traumhafte Winterlandschaften

Webcam St. Veit im Defreggental, Osttirol @ https://www.foto-webcam.eu/

Die Wetterlage hält nun schon ein Weilchen an: Tiefdruckgebiete haben sich zuletzt wiederholt über Italien gebildet und von Süden her feuchte Luft gegen die Alpen geführt, vor allem in mittleren Höhenlagen. Von der Schweiz über Südtirol bis etwa zu den Niederen Tauern in der westlichen Obersteiermark war die Luft in tieferen Lagen trotzdem zeitweise kalt genug für Schnee bis unter 1000 m Höhe. In der Meteorologie spricht man von einer so genannten Gegenstromlage. Nachfolgend die aktuelle Analyse der Gesamtschneehöhe:

Analyse der Gesamtschneehöhe @ UBIMET
Analyse der Gesamtschneehöhe @ UBIMET
Vergleich der aktuellen Schneehöhe mit Daten aus der Vergangenheit an der Dresdner Hütte unterhalb des Stubaier Gletschers, Österreich: Mit 45 cm liegt mehr als im Schnitt zu dieser Jahreszeit, aber nicht extrem viel @ https://apps.tirol.gv.at/hydro/#/Schneeh%C3%B6he/?station=103085
Vergleich der aktuellen Schneehöhe mit Daten aus der Vergangenheit an der Dresdner Hütte unterhalb des Stubaier Gletschers, Österreich: Mit 45 cm liegt mehr als im Schnitt zu dieser Jahreszeit, aber nicht extrem viel @ https://apps.tirol.gv.at/hydro/#/Schneeh%C3%B6he/?station=103085

 

Viele Skigebiete können zu Saisonbeginn also schon auf eine gute Schneegrundlage zählen (zumal die Temperaturen für eine flächige Beschneiung günstig sind). Bis zu 30 cm Neuschnee liegen in einigen Hochtälern, bis 1 Meter Schneehöhe messen Bergstationen wie bspw. der Sonnblick in den Hohen Tauern (3105 m). In der Nacht auf Sonntag präsentierte sich der Himmel in diesen Regionen zudem klar, über der frischen Schneedecke konnte es stark auskühlen. So meldete St. Jakob im Defereggental in Osttirol am Morgen mit -10 Grad erstmals zweistellige Minustemperaturen, im schweizerischen Andermatt sank die Temperatur gar bis auf -13 Grad.

Klarer Himmel in der Nacht bedeutet viel Sonne am Tag und so zeigen die Webcams @ foto-webcam.eu heute beeindruckende Winterlandschaften:

Webcam Lucknerhaus, Osttirol @ https://www.foto-webcam.eu/
Webcam Lucknerhaus, Osttirol @ https://www.foto-webcam.eu/
Webcam Virgen, Osttirol @ https://www.foto-webcam.eu/
Webcam Virgen, Osttirol @ https://www.foto-webcam.eu/
Webcam St. Veit im Defreggental, Osttirol @ https://www.foto-webcam.eu/
Webcam St. Veit im Defreggental, Osttirol @ https://www.foto-webcam.eu/
Webcam Turracher Höhe, Kärnten @ https://www.foto-webcam.eu/
Webcam Turracher Höhe, Kärnten @ https://www.foto-webcam.eu/
Webcam Mörtschach, Kärnten @ https://www.foto-webcam.eu/
Webcam Mörtschach, Kärnten @ https://www.foto-webcam.eu/
Webcam Kronplatz, Südtirol @ https://www.foto-webcam.eu/
Webcam Kronplatz, Südtirol @ https://www.foto-webcam.eu/
Webcam Leogang - Asitz, Salzburg @ https://www.foto-webcam.eu/
Webcam Leogang – Asitz, Salzburg @ https://www.foto-webcam.eu/

 

Weniger Schnee ist an der Alpennordseite gefallen, aber auch auf deutscher Seite sind die Berge weiß geworden:

Webcam Hochrieshütte, dt. Alpen @ https://www.foto-webcam.eu/
Webcam Hochrieshütte, dt. Alpen @ https://www.foto-webcam.eu/

 

Kommende Woche wieder viel Regen und Schnee im Südwesten

Viel Regen und Schnee weiterhin in Osttirol und Kärnten.

Die Wetterlage ist seit Monatsbeginn ziemlich festgefahren, auch in den kommenden Tagen wiederholt sich das Muster. Das Azorenhoch ist derzeit sehr stark ausgeprägt und bewegt sich kaum vom Fleck, an dessen Ostflanke kann so wiederholt kalte Luft in den westlichen Mittelmeerraum strömen. Dort bilden sich in der Folge immer wieder Tiefs, die sehr feuchte Luft von Süden her Richtung Alpen lenken. Exemplarisch ist die Großwetterlage von kommendem Freitag skizziert:

Festgefahrene Wetterlage seit Monatsbeginn.
Festgefahrene Wetterlage seit Monatsbeginn.

Die feuchte Luft wird am Alpenhauptkamm regelrecht ausgequetscht, folglich bekommen in Österreich vor allem Osttirol und Oberkärnten extrem hohe Niederschlagsmengen ab. Das europäische Wettermodell berechnet in den folgenden 10 Tagen insgesamt rund 200 bis 300 l/m² zwischen den Hohen Tauern und den Karnischen Alpen sowie den Karawanken. Lokal dürfte aber auch noch mehr fallen!

Viel Regen und Schnee im Südwesten in den kommenden 10 Tagen.
Viel Regen und Schnee im Südwesten in den kommenden 10 Tagen.

Die Schneefallgrenze pendelt dabei in der kommenden Woche je nach Niederschlagsintensität und exakter Anströmung zwischen 700 und 1400 m. In den Hochtälern wie zum Beispiel im Defereggental dürfte somit der Großteil des Niederschlags als Schnee fallen.

Solche Niederschlagsmengen alleine sind noch kein großes Problem, allerdings gibt es genau in dieser Region Österreichs schon eine sehr nasse Vorgeschichte. Auf der folgenden Karte seht ihr, wie viel Regen und Schnee bislang im November schon zusammengekommen sind. Vor allem Osttirol und Kärnten waren auch in der ersten Novemberdekade schon auf der nassen Seite:

Niederschlagssumme seit 01. November
Niederschlagssumme seit 01. November

Wenig verwunderlich also, dass von den Top 10 der nassesten Orte im bisherigen November ganze 9 in Kärnten liegen. Unangefochten an der Spitze ist der Loibl mit 333 l/m², doch auch Kötschach-Mauthen hat schon die 200-Liter-Marke geknackt:

Niederschlagssumme seit 01. November
Niederschlagssumme seit 01. November

In einem durchschnittlichen gesamten (!) November fallen am Loibl 215 l/m², selbst diese Monatsmenge haben wir also schon um gut 100 Liter pro Quadratmeter übertroffen.

In Spittal an der Drau bedeuten die bislang gefallenen 193 l/m² ein sattes Plus von 580% im Vergleich zu den 30 l/m², die sonst in der ersten Dekade des Novembers gemessen werden.

Quelle Titelbild: Webcam Obervellach

Mysteriöse Eier aus Eis

Ereignet hat sich dieses Naturschauspiel auf der Insel Hailuoto im äußersten Norden der Ostsee. Das Eiland liegt im Bottnischen Meerbusen, nicht weit entfernt von der Stadt Ouolu.

Damit solch eindrucksvolle Eiskugeln auf natürliche Weise entstehen können, sind mehrere meteorologische „Zutaten“ nötig. Hierbei muss aber erwähnt werden, dass die ganz genauen Entstehungsursachen noch immer Gegenstand der Forschung sind.

  • Die Lufttemperatur muss unterhalb des Gefrierpunkts liegen, aber nicht allzu weit. Am Sonntag vergangene Woche, als das Bild aufgenommen wurde, wurden an der Wetterstation im Westen der Insel rund -1 Grad gemessen – perfekt also.

  • Zudem muss die Wassertemperatur des Meeres genau richtig sein, am besten nur knapp über 0 Grad. Auch diese Bedingung war vergangenes Wochenende gegeben, wie die Analyse der Meerestemperaturen des Dänischen Wetterdienstes zeigt. Rund 1-2 Grad über dem Gefrierpunkt wurden registriert.

  • Dann braucht man noch einen flach abfallenden Sandstrand und ein bisschen Wellengang. Auch letzterer war bei lebhaftem Nordwestwind wohl vorhanden.
  • Abschließend ist natürlich noch ein „Kern“ nötig, um den immer neues Wasser anfrieren kann. Meist dient hierzu ein Brocken aus teilweise gefrorenem Schlamm. Der Wellengang spült diesen Brocken nun immer wieder ans Ufer und zurück, Wasser friert an diesem fest. Durch die Rollbewegung werden aus Brocken immer rundere Bälle.

Bereits vor 3 Jahren wurde das gleiche Phänomen am Fluss Ob in Sibirien (siehe Bild) beobachtet, auch am Lake Michigan in den USA wurden schon Eier aus Eis angespült.

Quelle Titelbild: Privates Foto von Risto Mattila

Riesige Buschbrände in Australien

Nachdem es in der vergangenen Woche in Kalifornien verheerende Buschbrände gab, wüten nun rund 100 kleinere und größere Brände an der Ostküste von Australien. Die meisten Brände gibt es nahe der Küste zwischen den zwei Millionenmetropolen Sydney und Brisbane, gut zu sehen auf folgender Karte mit allen registrierten Bränden:

Rund 100 Buschbrände wüten derzeit in Australien
Rund 100 Buschbrände wüten derzeit in Australien

Dabei gibt es rund 20 große Buschfeuer, die derzeit außer Kontrolle sind und durch den teils stürmischen Westwind sich rasch ausbreiten bzw. immer wieder neu angefacht werden.

Ungünstige Wetterlage

Die vergangenen Monate und Jahre verliefen im Osten von Australien viel zu trocken. So gab es bereits Berichte über ausgetrocknete Flussläufe und Fischsterben. Dazu herrscht schon seit Wochen erhöhte Brandgefahr und bei ungünstigen Wetterlagen kam es bereits in den vergangenen Wochen zu Buschbränden. Nun allerdings gibt es großflächige Brände. Ein Tief südlich von Australien im Zusammenspiel mit einem Hoch über dem Kontinent verursachen stürmischen, föhnartigen Westwind. Der Wind sorgt für extrem heiße und trockene Bedingungen und facht die Feuer immer wieder an.

Hier eine Karte des Australischen Wetterdienstes, die die Dürre eindrücklich veranschaulicht. Gezeigt sind in Rot jene Regionen, in denen die vergangenen 19 Monate deutlich zu trocken verliefen. Der dunkelste Rot-Ton bedeutet, dass es hier noch nie über diesen Zeitraum so trocken war wie jetzt:

Durch Asche, Staub und den umliegenden Feuern entstehen teilweise ganz surreale Farbtöne:

Auch aus dem All sind die Brände bzw. die Aschewolken gut zu erkennen.

Kurze Entspannung in Sicht

Im Laufe des Wochenendes lässt der stürmische Wind nach, für die Feuerwehrmänner erleichtert sich dadurch der Kampf gegen die Feuer. Allerdings bleibt es weiterhin trocken und in der kommenden Woche kündigt sich schon wieder kräftiger Westwind an. Somit dürfte sich dann die Lage wieder verschärfen!

Hier noch ein paar Bilder aus der Region:

Titelbild: twitter: Andrew Backhouse @Andytwit123

Winterliche Verhältnisse im Südwesten

Der Großglockner am 7.November vom Glocknerwinkel aus gesehen. Quelle: foto-webcam.eu

Bei weitem nicht so rekordverdächtig wie der Schneefall zur Wochenmitte im norwegischen Tromsö, aber dennoch weiß wurde es heute im Südwesten Österreichs.

Aufgrund der zeitweise hohen Niederschlagsraten und der damit einhergehenden Niederschlagskühlung (mehr dazu in diesem Beitrag) sank die Schneefallgrenze lokal bis 800 Meter ab. Vor allem aber die Lagen oberhalb von 1000 Meter, somit viele Täler Osttirols und Oberkärntens, durften sich über einige Zentimeter Neuschnee freuen.
Im Lesachtal (auf rund 1300 m Seehöhe) fielen 20 cm, in St. Jakob im Defereggental wurden am Abend 15 cm Neuschnee gemessen. Auch am Brenner wurden 10 cm Neuschnee registriert, weiter westlich lag die Schneefallgrenze deutlich höher: In Obergurgl (1942 m) kamen immerhin 22 cm dazu, am Pitztaler Gletscher rund 30 cm.

Der Winter ist da – zumindest regional

Der gestern noch in vielen Tallagen spätherbstliche Anstrich wurde heute von einem winterlichen Schneeweiß abgelöst. Nicht nur im Biathlonzentrum in Obertilliach, wo gestern noch Schnee per LKW herangeschafft wurde, dürfte man sich über den natürlichen Schneegewinn freuen. Im Folgenden haben wir ein paar Webcam-Vergleiche von heute Nachmittag und Donnerstag gleicher Uhrzeit zusammengestellt:

 

Quelle: foto-webcam.eu; Montage: UBIMET
Obertilliach/Biathlonzentrum. Quelle: foto-webcam.eu; Montage: UBIMET

 

Quelle: foto-webcam.eu; Montage: UBIMET
Villgraten. Quelle: foto-webcam.eu; Montage: UBIMET

 

Quelle: foto-webcam.eu; Montage: UBIMET
St. Veit im Defereggen. Quelle: foto-webcam.eu; Montage: UBIMET

 

Quelle: foto-webcam.eu; Montage: UBIMET
Kals am Großglockner . Quelle: foto-webcam.eu; Montage: UBIMET

 

Die Gesamtschneehöhe zeigt ein für Anfang November recht durchschnittliches Bild in Mittel- und Höhenlagen. In den Niederungen und Tälern ist es noch deutlich zu warm, als dass etwaiger Schnee liegen bliebe. So kommen auf folgender Karte  die Höhenlagen rund um den westlichen Hauptkamm deutlich hervor.

Gesamtschneehöhe 8.11.2019, 16:00 MEZ. Quelle: UBIMET
Gesamtschneehöhe 8.11.2019, 16:00 Uhr MEZ. Quelle: UBIMET

 

Hochdruckwetter am Wochenende

Für das Wochenende kündigt sich Hochdruckeinfluss an, der verbreitet für ruhiges und teils sonniges Wetter sorgt. Allerdings sind sich die Modelle noch nicht einig über die Zugbahn eines Höhentroges und seines Bodentiefs, das am Sonntag über Ungarn Richtung Norden zieht. Abgesehen davon deutet sich mit Beginn der kommenden Woche ein schwache südliche bis südwestliche Höhenströmung an, mit der die Temperaturen in mittleren Lagen wieder leicht ansteigen.

 

Titelbild: Der Großglockner am Donnerstag vom Glocknerwinkel aus gesehen. Quelle: foto-webcam.eu

Erster Wintergruß in den Mittelgebirgen

Der erste Schneefall im Herbst.

Auf der Frontenkarte für heute Mittag stellt sich eine recht chaotische Wetterlage dar. Das einst mächtige Atlantiktief CARLETTO hat sich mittlerweile in mehrere kleine Tiefdruckwirbel aufgespaltet, eines davon (CARLETTO III) liegt über dem Golf von Genua

Dieses Tief lenkt in der Höhe sehr feuchte Luft aus dem Mittelmeerraum über die Alpen bis nach Süddeutschland, gleichzeitig strömt bodennah recht kalt Luft aus Nordwesten heran. Wir Meteorologen nennen das aufgrund der gegenteiligen Herkunft der Luftmassen eine sog. „Gegenstromwetterlage“.

Tief CARLETTO sorgt für ersten Wintergruß.
Tief CARLETTO sorgt für ersten Wintergruß.

So muss man heute in Bayern und Baden-Württemberg immer häufiger mit Regen und Schneefall rechnen, die Schneefallgrenze arbeitet sich dabei immer weiter nach unten. So fällt derzeit auf der Schwäbischen Alb schon oberhalb von 700 bis 900 m Schnee, auf dem folgenden Webcambild aus Messstetten in 900 Seehöhe wird’s allmählich weiß. Bei größeren Niederschlagsintensitäten sind sogar Schneeflocken bis 600 m möglich!

Webcam Messstetten auf der Schwäbischen Alb.
Webcam Messstetten auf der Schwäbischen Alb.

Regen und Schneefall halten bis morgen Früh an. Auf der nachfolgenden Karte seht Ihr, wo wir mit nennenswertem Neuschnee rechnen. Um die 5 cm Neuschnee sind v.a. im Schwarzwald, auf der Alb und im Allgäu oberhalb von rund 700 bis 800 m zu erwarten. Sonst zuckert es maximal an.

24-stündige Neuschneemengen bis Samstagfrüh
24-stündige Neuschneemengen bis Samstagfrüh

Am Samstag zieht das Tief dann mitsamt Regen und Schnee nach Norden Richtung Ostsee. Für kurze Zeit kann sich dann in den höchsten Lagen von Erzgebirge und Thüringer Wald (oberhalb von rund 600 m) eine dünne Schneedecke ausbilden.

Quelle Titelbild: pixabay

Extreme Buschbrände in Australien

Nachdem es in der vergangenen Woche in Kalifornien verheerende Buschbrände gab, wüten nun rund 100 kleinere und größere Brände an der Ostküste von Australien. Die meisten Brände gibt es nahe der Küste zwischen den zwei Millionenmetropolen Sydney und Brisbane.

Rund 100 Buschbrände wüten derzeit in Australien
Rund 100 Buschbrände wüten derzeit in Australien

Dabei gibt es rund 20 große Buschfeuer, die derzeit außer Kontrolle sind und durch den teils stürmischen Westwind sich rasch ausbreiten bzw. immer wieder neu angefacht werden.

Ungünstige Wetterlage

Die vergangenen Monate und Jahre verliefen im Osten von Australien viel zu trocken. So gab es bereits Berichte über ausgetrocknete Flussläufe und Fischsterben. Dazu herrscht schon seit Wochen erhöhte Brandgefahr und bei ungünstigen Wetterlagen kam es bereits in den vergangenen Wochen zu Buschbränden. Nun allerdings gibt es großflächige Brände. Ein Tief südlich von Australien mit einem Hoch über dem Kontinent verursachen stürmischen föhnartigen Westwind. Der Wind sorgt für extrem heiße und trockene Bedingungen und facht zusätzlich die Feuer immer wieder an.

Durch Asche, Staub und den umliegenden Feuern entstehen teilweise ganz surreale Farbtöne:

Auch aus dem All sind die Brände bzw. die Aschewolken gut zu erkennen.

Blick auf die Brände vom All aus @himawari8.nict.go.jp/

Kurze Entspannung in Sicht

Am Wochenende lässt der stürmische Wind nach und für die Feuerwehrmänner erleichtert sich dadurch der Kampf gegen das Feuer. Allerdings bleibt es weiterhin trocken und in der kommenden Woche kündigt sich schon wieder kräftiger Westwind an. Somit dürfte sich dann die Lage wieder verschärfen!

Hier noch ein paar Bilder aus der Region:

Titelbild: twitter: Andrew Backhouse @Andytwit123

Bergwetter am Wochenende

Der Freitag verläuft vom Bregenzerwald bis zu den Karnischen Alpen trüb und nass. Vor allem in Osttirol und Oberkärnten regnet und schneit es dabei zunehmend intensiv und teilweise gewittrig durchsetzt. Die Schneefallgrenze liegt dabei meist zwischen 900 und 1400 m, im Drau- und Gailtal bei starkem Niederschlag auch tiefer.

Neuschneesumme am Freitag
Neuschneesumme am Freitag

Weiter östlich bleibt es hingegen tagsüber bei kräftigem bis stürmischem Südföhn meist trocken, erst am Abend setzt auch hier Regen und Schneefall ein. In 3.000 m Höhe liegen die Höchstwerte von West nach Ost zwischen -7 und -3 Grad, auf 2.000 m Höhe werden Temperaturen zwischen -4 und +1 Grad erreicht.

Am Samstag Wetterberuhigung

Am Samstag halten sich anfangs viele Wolken und es gehen noch ein paar Regen-, oberhalb von 800 bis 1200 m auch Schneeschauer nieder. Bis Mittag stellen sich aber überall trockene Bedingungen ein und die Wolken lockern langsam auf. Besonders nach Süden und Westen zu scheint am Nachmittag auch öfters die Sonne. Auf den Bergen weht noch lebhafter bis kräftiger Wind aus Südwest bis Süd. In 3.000 m Höhe kommen die Temperaturen nicht mehr über -11 bis -7 Grad hinaus und auch auf 2.000 m Höhe herrscht mit -4 bis -1 Grad Dauerfrost.

Recht freundlicher Sonntag

Der Sonntag verläuft oberhalb des Nebels oftmals sonnig. Nur von den Karawanken bis zum Wienerwald ziehen am Vormittag dichte Wolken durch, am Nachmittag dann vor allem westlich von Karwendel und den Dolomiten. Es bleibt aber auch in diesen Regionen bis auf ein paar Tropfen bzw. Schneeflocken trocken.

Bergwetter am Sonntag
Bergwetter am Sonntag

Perfekte Bedingungen am Gletscher

Bereits zu Wochenbeginn gab es im Hochgebirge von den Pitztaler Alpen bis zu den Hohen Tauern und von der Ortler Gruppe bis zu den Dolomiten gut einen halben Meter Neuschnee und am Freitag kommt in dieser Region nochmals ein halber Meter Neuschnee hinzu. Somit frohlocken die Gletscherskigebiete am Wochenende mit viel Pulverschnee und perfekten Pistenbedingungen, allerdings ist abseits der gesicherten Pisten die Lawinengefahr nicht zu unterschätzen. Der schlechte Schneedeckenaufbau und der Windeinfluss bringen eine erhebliche Gefahr für Schneebretter!

Titelbild: www.foto-webcam.eu/webcam/tuxertal

70 Zentimeter: Rekordschnee in Norwegen

Große Schneemengen in Norwegen.

Fast ganz Europa zu warm

Der Oktober 2019 fiel im Großteil Europas zu warm aus, rund +1 Grad betrug die Abweichung zum langjährigen Mittel (siehe nachfolgende Karte). Man erkennt aber auch eine große Region in Europa, wo der vergangene Monat zu kalt war. Praktisch ganz Skandinavien erlebte einen unterdurchschnittlich temperierten Oktober, in Norwegen betrug die Abweichung -1,4 Grad ( = der kälteste Oktober seit 10 Jahren). Auch der Auftakt in den November fiel deutlich zu kalt aus.

Innerhalb Norwegens waren die kältesten Provinzen Troms und Finnmark, auf -4 bis -2 Grad beliefen sich hier die Abweichungen. Mit bis zu -27 Grad wurden hier auch die tiefsten Temperaturen des Landes aufgestellt.

Und genau in dieser Region gab es Anfang dieser Woche heftige Schneefälle, besonders betroffen war die Hauptstadt der Provinz Troms Tromsø.

Hier die Lage im hohen Norden Norwegens:

Tromsø im Norden Norwegens.
Tromsø im Norden Norwegens.

Seit dort 1920 mit regelmäßigen Wetteraufzeichnungen begonnen wurde, hat es erst einmal so früh im Jahr so viel geschneit. Im Oktober 1922 wurden schon einmal 83 cm gemessen. Am Dienstag fielen dort rund 70 cm, heute liegen noch immer 65 cm.

Vor allem der frühe Zeitpunkt des vielen Schnees ist ungewöhnlich, in einem durchschnittlichen Winter gibt es in Tromsø nämlich 160 Tage, an denen mehr als 25 cm Schnee liegen.

Wir haben für euch ein paar tolle Bilder aus der Region um Tromsø zusammengestellt:

Eine Galerie mit weiteren, tiefwinterlichen Bildern aus der Region Tromsö gibt es auf der Homepage des norwegischen Wetterdienstes.

Italientief bringt am Freitag 50 cm Neuschnee am Alpenhauptkamm

Schnee im Herbst

Der Alpenraum liegt seit vergangenem Wochenende im Einflussbereich einer südlichen Höhenströmung, welche schubweise feuchte Luftmassen nach Österreich führt. In Zusammenspiel mit Randtiefs über dem Mittelmeerraum gab es besonders in Kärnten teils große Niederschlagsmengen, so wurde örtlich wie etwa im Unteren Drautal oder in den Karawanken bereits der durchschnittliche Monatsniederschlag erreicht.

Aktuelle Schneehöhe in Österreich
Aktuelle Schneehöhe in Österreich. © UBIMET

Am Donnerstag leicht föhnig

Am Donnerstag gerät Österreich unter den Einfluss von Tief CARLETTO mit Kern über England. Zunächst wird es leicht föhnig, somit scheint an der Alpennordseite häufig die Sonne. Auch im Osten gibt es zeitweise Sonnenschein, länger bewölkt bleibt es dagegen im Süden. In Vorarlberg ziehen tagsüber zunehmend dichte Wolken auf, bis zum Abend bleibt es aber noch trocken. Die Temperaturen erreichen 7 bis 13 Grad.

Zweigeteiltes Wetter am Freitag

Am Freitag fällt von Vorarlberg bis Oberkärnten zunehmend kräftiger Regen, besonders in der zweiten Tageshälfte regnet es in Osttirol und Oberkärnten auch anhaltend und intensiv. Im Norden und Osten bleibt es trocken, die Sonne kommt nach Nebelauflösung aber nur gelegentlich zum Vorschein. Die Höchstwerte liegen zwischen 2 Grad im Paznaun und 14 Grad bei lebhaftem Südwind im Osten des Landes.

Schnee
Am Alpenhauptkamm gab es bereits am Dienstag Neuschnee. © www.foto-webcam.eu

50 cm Neuschnee am Alpenhauptkamm

Die Schneefallgrenze liegt am Freitag zunächst zwischen 1100 m in Vorarlberg und 1400 m in Kärnten. Mit zunehmender Niederschlagsintensität sinkt die Schneefallgrenze am Abend kurzzeitig auf 1000 bis 700 m ab. Neuerlich viel Neuschnee gibt es auf den Bergen: Von den Ötztaler Alpen bis zu den Hohen Tauern sowie in Osttirol und Oberkärnten zeichnet sich oberhalb von etwa 2000 m ein halber Meter Neuschnee ab. Autofahrer müssen auf höheren Straßen wie dem Brenner neuerlich mit winterlichen Straßenverhältnissen rechnen. Am Samstag lässt die Niederschlagsintensität aber rasch nach und die Schneefallgrenze steigt wieder gegen 1000 bis 1200 m an.

24-Neuschneeprognose bis Freitagnacht. © UBIMET
24h-Neuschneeprognose bis Freitagnacht. © UBIMET

Titelbild © Adobe Stock

Starkniederschläge im Süden Österreichs

Großwetterlage

Am Dienstag, 05.11.2019 befand sich von Frankreich bis zum Baltikum ein ausgedehnter Tiefdruckkomplex. In diesem Zusammenhang entwickelte sich in der Nacht auf Dienstag auch über Norditalien ein Tief. Dieses drückte im Laufe des Tages von Süden her feucht-warme Luftmassen gegen die Alpen.

Bodendruckkarte, 2019-11-05 12UTC, Quelle: GFS

Stauniederschlag

Bei südwestlicher Höhenströmung wurden zudem feucht-warme Luftmassen aus dem Mittelmeerraum nach Norden bewegt. Diese waren aufgrund der Alpen gezwungen aufzusteigen und wurden dabei regelrecht ausgequetscht. Binnen 24 Stunden fielen dabei in Kärnten verbreitet bis zu 40 Liter Niederschlag, an den Karawanken, speziell am Loibl-Pass sogar über 100 Liter.

Niederschlagssumme 2019-11-05

Der Ebriacher Bach bei Bad Eisenkappel reagierte sofort auf diese großen Niederschlagsmengen. Um die Mittagszeit fielen dort binnen 3 Stunden knapp 30 Liter, weshalb an der Messstation Bad Eisenkappel kurzfristig auch HQ10 erreicht wurde. Dies steht für eine bestimmte Durchflussmenge bei Hochwasser, die im Schnitt nur alle 10 Jahre auftritt. Andere Flüsse, allen voran die Drau und die Gail, reagierten aber nur verhalten mit vorübergehenden Anstiegen unterhalb der HQ1-Marke.

Abfluss Ebriacher Bach, Quelle: Hydrographischer Dienst Kärnten

Hochwasserkatastrophe von 2012 in Lavamünd

Auf den Tag genau vor 7 Jahren gab es im unteren Drautal, speziell in Lavamünd ein katastrophales Hochwasserereignis. Die Wettersituation war eine ähnliche: Ein Italientief drückte feucht-warme Luftmassen aus dem Mittelmeerraum an die Alpen und ließ es an den Karnischen Alpen und den Karawanken langanhaltend und kräftig regnen. Verbreitet wurden in Unterkärnten binnen 24 Stunden um ca. 60 Liter gemeldet. Am Loibl-Pass und in Eisenkappel sogar über 100 Liter. Speziell bei Lavamünd wurde HQ100 registriert. Es kam zu katastrophalen Hochwasserschäden in Millionenhöhe.

Hochwasserkatastrophe Nov. 2012 Lavamünd

Wird sich nun ein solches Hochwassereignis wiederholen?

Vor 7 Jahren war zwar ein ähnliches Italientief verantwortlich für die großen Niederschlagsmengen, aber entscheidend war der Wetterverlauf in den Wochen zuvor und die sehr hohe Schneefallgrenze. Bereits vor diesem Hochwasserereignis hatte es in Unterkärnten binnen weniger Tage diejenige Menge Niederschlag geregnet, die es üblicherweise im ganzen Monat regnet. Somit waren die Böden gesättigt und konnten kaum mehr Regenwasser aufnehmen. Auch die auf über 2000m Höhe liegende Schneefallgrenze sorgte dafür, dass der gesamte Niederschlag nicht in fester Form als Schnee liegen blieb, sondern innerhalb kurzer Zeit die Flüsse anschwellen ließ.

Die am heutigen Dienstag gefallen Niederschlagsmengen alleine führen daher nicht zu einem erneuten Hochwasserereignis. Für Freitag sind aber in Südösterreich bereits weitere große Regenmengen zu erwarten, weniger aber in Unterkärnten.

Titelbild, Quelle: pixabay.com

Ein Vorübergang des Merkur vor der Sonne

Ein Vorübergang des Merkur vor der Sonne

Bei einer Sonnenfinsternis schiebt sich bekanntlich der Mond vor die Sonne. Im Prinzip ist dies auch bei den Planeten Venus und Merkur möglich, die innerhalb der Erdbahn um die Sonne laufen. Aufgrund ihrer im Vergleich zum Mond wesentlich größeren Entfernung zur Erde bedecken sie aber nur einen winzigen Bruchteil der Sonne, sodass von einer Finsternis keine Rede sein kann.

Genaues Timing

Die Bahn des innersten, sonnennächsten Planeten Merkur ist relativ stark zur Erdbahn geneigt, dadurch gerät er nur selten genau auf die Verbindungslinie Sonne-Erde. Am 11.11. von 13:35 bis 16: 22 Uhr (MEZ) ist dies heuer aber der Fall, Astronomen sprechen von einem Merkurtransit und bezeichnen diesen sogar als das bemerkenswerteste Himmelsereignis des Jahres.

Merkur Transit im2016. © Tom Polakis
Merkurtransit vor der Sonne im Jahr 2016. © Tom Polakis

Schwierige Beobachtungsbedingungen

Nun ist der Transit aber nicht ganz einfach zu beobachten, da Merkur von der Erde aus gesehen ausgesprochen winzig erscheint. Neben klarem Himmel, gerade im November keine Selbstverständlichkeit, benötigt man daher auch noch ein optisches Hilfsmittel. Aber Vorsicht: Ist es schon wenig ratsam, mit freiem Auge in die Sonne zu blicken, sind Augenschäden bis hin zur Erblindung geradezu unvermeidlich, wenn man dies mit einem Fernglas bzw. Teleskop tut!

Nicht spektakulär, aber selten

Der schwarze Mini-Punkt vor der Sonne lässt sich am ehesten durch Projektion der Sonne auf einen weißen Karton sichtbar machen. Allerdings ist nicht jedes Teleskop dafür geeignet, und Experimente mit dem durch Linsen oder Spiegel gebündelten Sonnenlicht können im Wortsinne ins Auge gehen! Wer sich also wirklich für das Ereignis interessiert und es „live“ beobachten will, sollte eine der öffentlichen Sternwarten aufsuchen, die meisten sperren aus diesem Anlass auf. Wie erwähnt handelt es sich um ein seltenes Schauspiel, der nächste Merkurtransit findet erst am 13. November 2032 statt.

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Am Dienstag trüb und nass, auf den Bergen winterlich

Schnee und Regen in den Bergen

Mit einer südwestlichen Höhenströmung gelangen seit dem Wochenende sehr feuchte Luftmassen nach Österreich. Während auf den Bergen am Sonntag ein Föhnsturm tobte mit Orkanböen von 137 km/h am Patscherkofel, gab es in Teilen Kärntens große Regenmengen. Der nasseste Ort seit Sonntagmorgen war der Loibl mit 107 Liter pro Quadratmeter Regen, gefolgt von Kötschach-Mauthen und Dellach im Drautal mit je 86 Liter pro Quadratmeter. In weniger als 24 Stunden ist hier etwa die Hälfte des durchschnittlichen Monatsniederschlags gefallen.

Regensummen am Sonntag
Regensummen am Sonntag. © UBIMET

Im Gebirge gab es in der Nacht auf Montag bereits etwas Neuschnee, so wurden etwa auf der Rudolfshütte 16 cm Neuschnee gemeldet und am Galzig bei St. Anton am Arlberg 15 cm. Auch in einzelnen Hochtälern wie etwa in Obergurgl kamen 5 cm Schnee zusammen.

Schnee bei der Rudolfshütte. © www.foto-webcam.eu
Schnee bei der Rudolfshütte. © www.foto-webcam.eu
Schnee am Großglockner © www.foto-webcam.eu
Schnee am Großglockner © www.foto-webcam.eu

Am Dienstag Regen und Schneefall

Nach einer vorübergehenden Wetterberuhigung zu Wochenbeginn verläuft der Dienstag neuerlich trüb und besonders im Bergland und im Süden regnet es häufig. Während die Schneefallgrenze in den Südalpen knapp über 2000 m liegt, sinkt sie in den Nordalpen von 1400 m bis zum Abend gegen 1000 m ab. Vor allem in höheren Tallagen vom Pinzgau bis zur nördlichen Obersteiermark kann es am Abend vorübergehend etwas Nassschnee geben. Nennenswerte Neuschneemengen sind aber erst oberhalb von etwa 1600 m zu erwarten: Im Hochgebirge von den Ötztaler Alpen bis zu den Tauern sind sogar 25 bis 40 cm Schnee in Sicht. Die Höchstwerte liegen zwischen 4 Grad in den Kitzbüheler Alpen und 12 Grad im äußersten Osten.

Neuschneeprognose für Dienstag
Neuschneeprognose für Dienstag von UCM. © UBIMET

Wetterbesserung am Mittwoch

Der Mittwoch verläuft nördlich der Alpen sowie im östlichen Flachland meist trocken und tagsüber kommt zunehmend die Sonne zum Vorschein. Von Vorarlberg bis Salzburg und Kärnten lockern die Wolken nur zögerlich auf und stellenweise fällt auch noch ein wenig Regen. Die Temperaturen steigen leicht an und erreichen 6 bis 14 Grad. In der zweiten Wochenhälfte liegt der Alpenraum weiterhin im Einflussbereich einer südwestlichen Höhenströmung, somit setzt sich das wechselhafte Wetter fort. Auf den Bergen ist am Freitag neuerlich etwas Schnee in Sicht. Die Temperaturen ändern sich kaum und bleiben im Bereich des langjährigen Mittels.

Extreme Luftverschmutzung in Indien

Smog mit PM-2.5

Im Norden Indiens gibt es seit mehreren Tagen extrem hohe Feinstaub-Konzentrationen (PM2,5). Einer der Hauptgründe für die extremen Belastungen sind die brennenden Felder in den nordwestlich von Delhi gelegenen Bundesstaaten Punjab und Haryana. Die Bauern in diesen Regionen haben die Angewohnheit, die landwirtschaftlichen Flächen auf diese Weise für die nächste Aussaat vorzubereiten. Aufgrund der extrem schlechten Luftqualität bleiben viele Schulen vorerst geschlossen und es wurde ein partielles Fahrverbot verhängt.

Die vorherrschende Großwetterlage in dieser Jahreszeit sorgt jährlich für eine hohe Smog-Belastung, da wenig Luftbewegung am Südrand vom Himalaya  kaum einen großräumigen Luftmassenwechsel ermöglicht. Die Werte für Feinstaub in Neu Delhi haben am Sonntag zeitweise sogar Rekordwerte von über 900 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft erreicht! In Deutschland gilt ein durchschnittlicher Grenzwert von 20 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, bei Überschreitung von 50 Mikrogramm werden in den Großstädten meist Fahrverbote verhängt.

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Tief ARNE wütete in Frankreich und Nordspanien

Sturmschäden

Bereits am Freitag zeichnete sich ein gefährlicher Sturm für die Atlantikregion Frankreichs und die Nordküste Spanien ab. Die Prognosen bewahrheiteten sich und das Sturmtief traf in der Früh mit voller Wucht die Regionen zwischen dem spanischen Gijon und der vor allem durch den Wein bekannten Großstadt Bordeaux.

Gefährliche Stürme erhalten vom französischen Wetterdienst seit einigen Jahren eigene Name, sodass das deutsche Tief ARNE in Frankreich unter dem Namen Amélie für Schlagzeilen sorgt.

Neue Novemberrekorde

Im Hochwinter sind derart starke Stürme in der Region keine Rarität, im November allerdings gab es das letzte Mal 1996 einen ähnlich starken Sturm. Somit ist auch wenig verwunderlich, dass es teilweise neue Rekorde gab. In Bordeaux gab es eine Orkanböe von 121 km/h, bisheriger Rekord lag hier bei 117 km/h. Noch stärkere Böen gab es direkt an der Küste, stellenweise wurden Böen von über 160 km/h gemessen.


Zahlreiche Bäume hielten dem Sturm nicht Stand und stürzten um, teilweise wurde dadurch Bahnlinien blockiert bzw. Stromleitungen unterbrochen. Zwischenzeitlich waren rund 140.000 Haushalte ohne Strom. Dazu wurde teilweise Wellen von bis zu 15 m Höhe vor der Küste registriert.

Rasche Abschwächung

Auf dem Weg in Landesinnere von Frankreich schwächte sich das Sturmtief bald ab, die dazugehörige Kaltfront sorgte allerdings noch verbreitet für Böen zwischen 80 und 100 km/h. In der Nacht überquert ARNE dann auch Deutschland, der Wind lebt aber nur mehr frisch, im Südwesten teils kräftig auf. Am Montag befindet sich das Tief über der Ostsee und bringt dort teils starken Regen.

Titelbild: twitter/Hold my Spirytus  & Z80 with love 

Südstau in den Alpen: Regen und Schnee in extremen Mengen

Südstau bringt große Regenmengen in den Südalpen

Als Südstau werden Niederschläge südlich des Alpenhauptkamms bezeichnet, die durch das Hindernis Alpen ausgelöst oder verstärkt werden. Bei einer Südstaulage wird eine ohnehin schon recht feuchte Luftmasse durch die Alpen zum Aufsteigen gezwungen, dabei kühlt sie sich ab. Da Luft mit sinkender Temperatur weniger Wasser halten kann, kommt es zu Regen und Schneefall. Die Luft wird somit förmlich wie ein Schwamm ausgequetscht. Nördlich des Alpenhauptkamms stellt sich ein regelrechtes Kontrastprogramm ein, hier macht sich oft Föhn bemerkbar.

Regen und Schnee

In Österreich werden von Südstaulagen vor allem die Regionen von Osttirol über Kärnten bis in die südliche Steiermark beeinflusst. In diesem Gebiet wird die feuchte Mittelmeerluft an den Karawanken, den Karnischen Alpen bzw. am Alpenhauptkamm gehoben. So gibt es vor allem in Osttirol und Oberkärnten bei kräftigen Südstaulagen teils enorme Regen- oder Schneefälle. Stellenweise fallen dann über 100 Liter pro Quadratmeter innerhalb von nur 24 Stunden. Vor rund einem Jahr gab es etwa am Plöckenpass knapp über 600 Liter pro Quadratmeter in nur drei Tagen (siehe auch hier)! Sogar noch ergiebigere Mengen werden manchmal in den Alpen in Friaul verzeichnet, welche daher auch zu den nassesten Regionen Europas zählen. Im Winter kann es zudem trotz der eigentlich recht milden Luftmasse sogar in manchen Tallagen bis in tiefe Lagen heftigen Schneefall geben. Grund hierfür ist die Schmelzwärme des Schnees, die der Umgebung entzogen wird.

Föhn im Norden

An der Alpennordseite und im östlichen Flachland gibt es bei einer Südstaulage nur selten nennenswerten Niederschlag. Markant ist hier allerdings der Wind, der besonders in prädestinierten Tallagen wie etwa dem Großraum Innsbruck oft stürmisch aus Süd weht. Bei besonders kräftigen Südströmungen kann der Niederschlag allerdings über den Alpenhauptkamm hinweg greifen, so kann es in Innsbruck und Salzburg durchaus Föhn und Niederschlag gleichzeitig geben. In solchen Fällen spricht man von Dimmerföhn.

Südstau in den Alpen

Südstau bringt kräftigen Regen in Norditalien

Als Südstau werden Niederschläge an der Alpensüdseite bezeichnet, welche durch das orographische Hindernis Alpen ausgelöst oder verstärkt werden. Bei einer Südstaulage wird eine ohnehin schon recht feuchte Luftmasse durch die Alpen zum Aufsteigen gezwungen, dabei kühlt sie sich ab. Da Luft mit sinkender Temperatur weniger Wasser halten kann, verstärken sich die Niederschläge. Somit fällt bei Südstaulagen im Luv der Alpen deutlich mehr Regen oder Schnee, als im unbeeinflussten Flachland. Auf der Leeseite der Berge, also nördlich des Alpenhauptkamms, kann sich dann Föhn bemerkbar machen.

Auswirkungen auf Deutschland

In den deutschen Alpen bekommt man von den verstärkten Niederschlägen an der Alpensüdseite meist nur wenig mit, denn nördlich des Alpenhauptkamms sorgt Südföhn oft für frühlingshaftes Wetter. Die zuvor zum Aufstieg gezwungene Luft sinkt nördlich der Alpen wieder ab. Da die abwärts gerichtete Luftströmung sehr trocken ist, führt dies rasch zur Auflösung der Wolken. Der Himmel präsentiert sich oftmals sogar gering bewölkt. Zudem erwärmt sich die Luft beim Absteigen um etwa 1 Grad pro 100 m, somit wird die in den Tälern liegende, oft deutlich kühlere Luft ausgeräumt. Nicht selten kommt es dabei zu einem Temperaturanstieg von 10 Grad oder mehr.

Ergiebiger Regen im Süden

Bei kräftigen Südstaulagen gibt es besonders in den Italienischen Alpen, im Tessin sowie in Osttirol und Kärnten teils enorme Regen- oder Schneefälle. Stellenweise fallen dann über 150 Liter pro Quadratmeter innerhalb von nur 24 Stunden. Vor rund einem Jahr gab es etwa an der italienisch-österreichischen Grenze am Plöckenpass knapp über 600 Liter pro Quadratmeter in nur drei Tagen! Sogar noch ergiebigere Mengen wurden manchmal in den Alpen in Friaul und im Tessin verzeichnet, welche zu den nassesten Regionen Europas zählen. Im Winter kann es zudem trotz der eigentlich recht milden Luftmasse sogar bis in tiefe Lagen heftigen Schneefall geben. Grund hierfür ist die Schmelzwärme des Schnees, die der Umgebung entzogen wird.

Stürmische Zeiten in Westeuropa

Sturm am Atlantik

Derzeit liegt das Sturmtief ZED über England und verursacht vor allem an der Südküste von England Orkanböen. So wurden in den Hafenstädten an der Küste teilweise Orkanböen von bis zu 130 km/h gemessen.


Im Inland sind es meist Böen von 80 bis 90 km/h, auch in London wird es in den kommenden Stunden noch stürmisch.

Sturmtief ZED über England

Auch auf der anderen Seite des Ärmelkanals bewirkt ZED in der Bretagne und Normandie schwere Sturmböen von bis zu 100 km/h. Dazu verlagert sich der Fokus kommende Nacht nach Süden, an die französische Atlantikküste.

Sturm ARNE in Frankreich

Über den Atlantik hat sich in der Zwischenzeit nämlich ein weiteres Tief rapide verstärkt – ein sogenannter Schnellläufer. Dieses Tief namens ARNE trifft in der Nacht zum Sonntag auf die französische Atlantikküste:

Randtief ARNE trifft Samstagnacht auf Südwestfrankreich.
Randtief ARNE trifft Samstagnacht auf Südwestfrankreich.

Solche Schnellläufer besitzen flächenmäßig meist nur ein kleines, dafür aber umso stärkeres Sturmfeld. So werden an der Atlantikküste nahe Bordeaux Böen von bis zu 140 km/h prognostiziert. Solche Stürme sind im Hochwinter in dieser Region keine Seltenheit, Anfang November allerdings schon außergewöhnlich. So beträgt etwa in Cazaux, südwestlich von Bordeaux, die höchste je gemessene Windgeschwindigkeit (Messbeginn 1921) im November 112 km/h.

Sturmtief ARNE Sonntag in der Früh

Sobald das Tiefzentum auf das Festland trifft, schwächt es sich sukzessive ab, sodass sich auch der Sturm mit Verlagerung nach Osten rasch abschwächt.

Auswirkungen auf Österreich?

Mit den zwei Tiefs wird wieder deutlich mildere Atlantikluft nach Österreich geführt, dazu wird es vor allem am Sonntag föhnig und bis zu 20 Grad mild. Die Kaltfront von Tief ARNE sorgt allerdings auch für die Bildung eines Italientiefs. Somit wird es in Osttirol und Kärnten am Sonntag zunehmend regnerisch, vor allem am Abend kann es auch gewittrig verstärkt regnen.

Zu Wochenbeginn beruhigt sich vorübergehend das Wetter, doch bereits am Dienstag kündigt ein neues Italientief weiteren Regen an. Dabei bleibt es relativ mild, Schnee bis in die Tallagen ist vorerst kein Thema.

 

Schwere Herbststürme in England und Frankreich

Sturmtiefs treffen auf Großbritannien und Frankreich.

Stürmischer Samstag in England

Verantwortlich für den stürmischen Samstag in Großbritannien ist das Tief ZED. Dieses zieht in der kommenden Nacht von Irland Richtung England. Auf der Bodenwetterkarte für morgen Mittag sieht man den Tiefkern von ZED dann bereits über der Mitte Englands.

Sturmtief ZED sorgt für einen turbulenten Samstag in England.
Sturmtief ZED sorgt für einen turbulenten Samstag in England.

Schauen wir uns die Spitzenböen an, die das europäische Wettermodell für morgen prognostiziert. Alle weiteren Modelle sind bezüglich Zugbahn und Intensität recht ähnlich unterwegs.

Am heftigsten trifft es voraussichtlich die Westküste von Cornwall sowie generell die Küste am Ärmelkanal. Hier sind durchaus Böen von 120 bis 130 km/h zu erwarten! Etwas schwächer fällt der Sturm mit 90 bis 110 km/h im Landesinneren Englands aus. Auch London ist betroffen, hier pfeift der Weststurm morgen tagsüber mit bis zu 100 km/h durch die Straßen.

Erwartete Spitzenböen in England.
Erwartete Spitzenböen in England.

Zweiter schwerer Sturm in der Nacht zum Sonntag

Während sich zum Samstagabend hin die Situation in England wieder beruhigt, rückt der Westen und Südwesten Frankreichs in den Fokus. Über den Atlantik hat sich in der Zwischenzeit nämlich ein weiteres Tief rapide verstärkt – ein sogenannter Schnellläufer. Dieses Tief namens ARNE trifft in der Nacht zum Sonntag auf die französische Atlantikküste, zu erkennen auf der Bodenwetterkarte für Sonntag 01 Uhr MEZ:

Randtief ARNE trifft Samstagnacht auf Südwestfrankreich.
Randtief ARNE trifft Samstagnacht auf Südwestfrankreich.

Schenkt man den aktuellen Prognosen der Wettermodelle Glauben, dürfte ARNE noch etwas stärker als ZED ausfallen. Wir sehen in der Vorhersage der Windspitzen einen breiten Bereich von Orkanböen (violett, 120-140 km/), die auf dem Meer der Biskaya und direkt an der Küste erreicht werden. Etwas weiter im Binnenland (so auch beispielsweise in Bordeaux) sind noch Böen um 100 km/h zu erwarten.

Erwartete Spitzenböen in Frankreich.
Erwartete Spitzenböen in Frankreich.

Betrachten wir für den Südwesten Frankreichs mal zwei exemplarische Wind-Rekorde: In Cazaux südwestlich von Bordeaux beträgt die höchste je gemessene Windgeschwindigkeit (Messbeginn 1921) im November 112 km/h, in Biarritz (Messbeginn 1956) an der Grenze zu Spanien 108 km/h. Diese beiden Werte könnten von Sturmtief ARNE also durchaus übertroffen werden!

Quelle Titelbild: wikipedia, Stephen Wheeler

Noch einmal 20 Grad in Sicht!

Föhnstimmung im Herbst an den Alpen.

Die Woche verlief ja bislang deutlich zu kalt, Höchstwerte im einstelligen Bereich vertrieben jäh die Erinnerung an den oft spätsommerlichen Oktober (zum Monatsrückblick geht’s hier lang). Doch das ändert sich am Wochenende.

Die Wetterlage stellt sich schon heute langsam um. Mehr und mehr gewinnen Tiefs über den Britischen Inseln an Einfluss auch auf unser Wetter, eine föhnige Südlage etabliert sich.

Gut zu sehen auch an der Großwetterlage am Sonntag. Gleich drei Tiefs tummeln sich rund um Großbritannien und Frankreich, Österreich liegt dagegen an deren Vorderseite in einer starken Südströmung. Die Folge ist Föhn, der die Temperaturen v.a. an der Alpennordseite markant nach oben schraubt. Lokal sind bis zu 20 oder sogar 21 Grad zu erwarten…

Eine föhnige Südlage sorgt am Sonntag für Wärme.
Eine föhnige Südlage sorgt am Sonntag für Wärme.

Typisch für diese Wetterlage sind am Sonntag die „Hotspots“ bei den Temperaturen folgende Regionen:

  • die Föhntäler von Salzburg ostwärts
  • das östliche Flachland
  • das Wiener Becken
  • das Burgenland mit Ausnahme erhöhter Lagen
  • die südliche Steiermark

Zur besseren Übersicht haben wir das Ganze auch noch grafisch aufbereitet:

Regionen mit Potential für 20 Grad am Sonntag.
Regionen mit Potential für 20 Grad am Sonntag.

Damit liegen die Höchstwerte am Sonntag um bis zu 10 Grad über jenen, die wir an einem 3. November erwarten dürften. So kann man der Tabelle entnehmen, dass beispielsweise in St. Pölten die Tageshöchsttemperatur Anfang November im Mittel bei rund +10 Grad liegt. Da sind 20 Grad am Sonntag schon eine Ansage!

Nachfolgend haben wir außerdem mal im Archiv gewühlt und die Rekorde der Landeshauptstädte herausgesucht. Wir sehen: Die Bestmarken sind nirgendwo in Gefahr, in Wien kommen wir dem November-Rekord noch am nächsten.

Stadt erwarteter Höchstwert am Sonntag durchschnittlicher Höchstwert am 3. November Temperaturrekord November
Wien 19 Grad 11 Grad 21,7 Grad
Eisenstadt 19 Grad 11 Grad 22,7 Grad
St. Pölten 20 Grad 10 Grad 23,4 Grad
Linz 16 Grad 11 Grad 23,5 Grad
Graz 18 Grad 12 Grad 23,0 Grad
Klagenfurt 13 Grad 10 Grad 21,5 Grad
Salzburg 18 Grad 12 Grad 23,8 Grad
Innsbruck 16 Grad 12 Grad 22,3 Grad
Bregenz 14 Grad 11 Grad 25,4 Grad

 

Quelle Titelbild: pixabay

November in Zahlen

Typisches Bild im November: Nebel und Reif auf den Wiesen.

Große Temperaturunterschiede möglich

Die Extremwerte weisen an einzelnen Stationen in der Vergangenheit eine Spanne von 45 Grad auf. Am größten sind die Unterschiede in klassischen Südföhnregionen von der Pyhrn-Eisenwurzen in Oberösterreich bis zum Mariazellerland in der nördlichen Obersteiermark. Hier sind mit dem Föhn selbst im November noch weit mehr als +20 Grad möglich. Absoluter Spitzenreiter bei den Höchstwerten ist Weyer im Südosten Oberösterreichs: Hier wurden am 7.11.1997 sommerliche 26,3 Grad gemessen.

Andererseits bildet sich in den Voralpen und natürlich auch in den Alpentälern mitunter schon die erste Schneedecke. In klaren Nächten mit Schneebedeckung kann es hier schon bitterkalt werden. Die größte Temperaturdifferenz zwischen Minimum und Maximum des Monats liegt in Weyer bei 44,7 Grad, denn am 23.11.1988 wurden hier schon -18,4 Grad gemessen.

Es geht aber noch extremer: In St. Jakob im Defereggental in Osttirol ist der Unterschied zwischen Monatshöchst- und -tiefstwert sogar mehr als 45 Grad (+19,6 Grad vs. -27 Grad)!

Hier die Rekorde für die Landeshauptstädte:

Stadt absoluter Tiefstwert absoluter Höchstwert
Wien-Hohe Warte -14,3°C 21,7°C
Eisenstadt -12,3°C 22,7°C
St. Pölten -13,4°C 23,4°C
Linz -10,6°C 23,5°C
Graz-Uni -12,4°C 23,0°C
Klagenfurt -17,4°C 21,5°C
Salzburg-Freisaal -10,0°C 23,8°C
Innsbruck-Uni -8,5°C 22,3°C
Bregenz -10,1°C 25,4°C

Sonnenscheinmangel?

Die Nordhalbkugel der Erde wendet sich im November unweigerlich immer weiter von der Sonne ab. Somit werden die Tage kürzer und kürzer. Zur abnehmenden Tageslänge kommt in den Niederungen auch noch häufig Nebel, manche Täler erhalten hingegen aufgrund ihrer Ausrichtung und durch die umliegenden Berge kaum noch direktes Sonnenlicht. Besonders rar gesät ist November-Sonnenschein vom Eferdinger Becken in Oberösterreich entlang der Donau bis zum Westrand des Wienerwaldes. So wurden beispielsweise im gesamten November 2005 in Wels nur fünf Sonnenstunden gemessen, während auf den Bergen bei stabiler Hochdrucklage sogar über 200 Stunden möglich sind. In einem der sonnenreichsten Jahre 2011 wurden auf der Schmittenhöhe unglaubliche 263 Stunden Sonnenschein registriert.

Von Trockenheit bis Hochwasser

2011 war auch das Jahr, in dem viele Stationen des Landes im November aufgrund andauernder Trockenheit keinen oder nahezu keinen Niederschlag gemessen haben. 17 Waldbrände allein im November waren damals die Folge, mehr als in Summe in den vier vorangegangen Jahren im November. Aber das andere Extrem ist ebenfalls möglich, denn auch Hochwasser war im November schon Thema: In Erinnerung ist manchen noch das Hochwasser Anfang November 2012 in Teilen Kärntens, wo vor allem in Lavamünd große Schäden zu beklagen waren.

Quelle Titelbild: pixabay

Kaltluftsee Grünloch

Grünloch © Roland Reiter

Dass es im Hochgebirge im Winter richtig kalt werden kann, ist wohl kein Geheimnis. Um nun die niedrigsten Temperaturen in Österreich zu finden, muss man aber nicht etwa den Großglockner besteigen. In einer Senke in den Ybbstaler Alpen sammelt sich oft kalte Luft und damit bildet sich ein sogenannter Kaltluftsee aus, dann werden nämlich selbst im Sommer Minusgrade gemessen. Besonders ausgeprägte Kaltluftseen bilden sich in Senken mit einem hohen sky view factor (geringe Horizontüberhöhung).

Grünloch

In der Nähe von Lunz am See, auf etwa 1200 Meter, befindet sich eine Senke mit dem Namen Grünloch. Im Winter 1932 wurde hier ein Temperaturminimum von -52.6 °C gemessen. Bis zu diesem Zeitpunkt, war dies die tiefste, jemals in Europa  gemessene Temperatur.

Das Grünloch in den Ybbstaler Alpen, in der Nähe von Lunz am See © geoland
Das Grünloch in den Ybbstaler Alpen, in der Nähe von Lunz am See © geoland

Faktoren für extreme Minima

Aus meteorologischer Sicht gibt es nun einige Faktoren oder Bedingungen die eintreten müssen, damit die Temperatur derart weit ins Negative fällt

  • Ungestörte Abstrahlung durch fehlende Bewölkung
  • Windstille
  • Kalte Luft aus polaren Regionen
  • Schneebedeckung

Mit diesen Faktoren kann es auch im Flachland oder in Tälern und Becken richtig kalt werden, die besonderen Eigenschaften des Grünlochs sorgen aber für weit tiefere Minima. Das Ausschlaggebende ist nämlich die Form.

Aufgrund der ellipsenartigen Form sammelt sich im Laufe der Nacht die kalte Luft in der Senke. Da die Luft nun nicht wieder ausfließen kann, wie es zum Beispiel in Tälern der Fall ist (Talauswind in der Nacht), kühlt diese immer weiter ab. So werden die tiefsten Temperaturen dann kurz vor Sonnenaufgang gemessen.

Die ellipsenartige Form verhindert ein Ausfließen der Kaltflut © Roland Reiter
Die ellipsenartige Form verhindert ein Ausfließen der Kaltflut © Roland Reiter

Weitere Kaltluftseen

In Europa gibt es weitere Kaltluftseen, so zum Beispiel auf der Glattalp in der  Schweiz, der Funtensee in Deutschland oder auch manche Dolinen in den Dolomiten in Italien. In den Medien ist aber derzeit ein Kaltluftsee in den USA präsent. Am 30. Oktober wurden in den in den Dolomiten, einer Senke in Utah, unglaubliche -43.1 °C gemessen. Die ist ein neuer Oktoberrekord in den USA (exkl. Alaska).

Titelbild: © Roland Reiter

Waldbrände in Kalifornien: Zunehmende Gefahr bei Los Angeles

Satellitenbild vom Kincade-Fire @ Pierre Markuse

Das Kincade-Feuer hat im Sonoma County mehr als 300 Quadratkilometer verwüstet, seit es sich Ende letzter Woche entzündet hat. Beständig starker Wind hat verhindert, dass Tausende von Feuerwehrleuten das Feuer unter Kontrolle bekommen konnten. Bis Dienstag wurden nur 15% des Feuers gelöscht. Um zu verhindern, dass sich weitere Brände entzünden, hat der regionale Stromlieferant PG & E die Stromversorgung von fast einer Million Kunden in Zentralkalifornien unterbrochen. Diese kontrollierten Stromausfälle reduzieren die Gefahr, dass durch die starken Winde schlecht gewartete und alte Stromkabel neue Brände auslösen. Die Stromausfälle haben die Kritik an dem Unternehmen verstärkt, das bereits wegen anderer tödlicher Waldbrände, für die es in den Jahren 2017 und 2018 verantwortlich gemacht wurde, Konkurs anmelden musste. Zum Glück für Zentralkalifornien nehmen die Winde allmählich ab und die Temperaturen sinken in Richtung winterlicher Werte.

Leider kann das nicht für weiter südlich im LA-Becken behauptet werden. Monate ohne messbare Niederschläge haben viele trockene Büsche hinterlassen, ein idealer Brennstoff für potenzielle Waldbrände. Es wird erwartet, dass die berüchtigten Winde in Santa Ana an einigen Stellen am Mittwoch mit Böen von 100 bis 130 km / h wehen (siehe Animation oben). Jedes Feuer wird sich unter diesen Bedingungen schnell ausbreiten und bereits überstrapazierte Brandbekämpfungsressourcen belasten. Bereits in dieser Woche bedrohte ein relativ kleines verheerendes Feuer das Getty Art Museum und erzwang die Evakuierung von Tausenden Menschen, darunter Basketballstar LeBron James und Schauspieler Arnold Schwarzenegger.

 

Titelbild: Satellitenbild vom Kincade-Fire @ Pierre Markuse

Lichtmangel im Herbst

Webcam Saalfelden @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/saalfelden

Der jahreszeitlich bedingte Lichtmangel geht bei vielen Menschen mit einem Mangel an Wohlbefinden einher. Das Unbehagen verstärken zudem die sogenannten, im Flachland oder in manchen Beckenlagen anzutreffenden Inversionswetterlagen mit teils über Tage anhaltendem Nebel oder Hochnebel.

Gründe und Auswirkungen

Unser Körper reagiert in vielerlei Hinsicht auf das reduzierte Lichtpensum in den Herbst- und Wintermonaten. Nicht nur die Stimmung ist oftmals gedämpft, es treten auch vermehrt Erschöpfung, Müdigkeit oder Antriebslosigkeit auf. Grund dafür ist das Hormon Melatonin. Bei Dunkelheit produziert unser Körper dieses Hormon im Gehirn, damit wir schlafen können. Bei Helligkeit wird das sogenannte Schlafhormon hingegen abgebaut. Wenn man nun bei Dunkelheit aufsteht, wird das Hormon nicht so schnell abgebaut und wir fühlen uns folglich antriebslos.

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Aber auch der Botenstoff Serotonin, der auch als „Glückshormon“ bekannt ist, spielt eine wichtige Rolle: Der Spiegel dieses Hormons wird auf der einen Seite durch das Sonnenlicht quasi automatisch gesteuert (je länger der Aufenthalt in der Sonne, desto höher wird der Gehalt des Serotonins), auf der anderen Seite kann man durch den regelmäßigen Verzehr von Obst und Gemüse den Spiegel erhöhen.

Was tun?

Trotz des Nebelgraus sind längere Aufenthalte im Freien in den Herbst- und Wintermonaten sehr wichtig. Es ist bewiesen, dass gemäßigte Bewegung und Aktivitäten im Freien die Stimmung aufhellen. Das liegt daran, dass bei regelmäßigem Sport im Freien der Serotoninspiegel automatisch erhöht wird. Somit tut man mit Sport nicht nur dem Körper etwas Gutes, sondern eben auch der Psyche. Deshalb sollte man jede Gelegenheit ins Freie zu kommen auch nutzen!

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Titelbild: Webcam Saalfelden @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/saalfelden

Vorläufige Monatsbilanz Oktober 2019

Oktober im Val di Campo @ https://stock.adobe.com

Markante Ereignisse gab es am 13. Oktober, als in Basel-Binningen, in Chur und in Delsberg ein Sommertag verzeichnet wurde. Mit 26.2 Grad war es in Delsberg noch nie seit Messbeginn so spät im Jahr derart warm. Weiter wurde in der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober mit stürmischem Föhn in Meiringen und in Altdorf eine Tropennacht verzeichnet. Das dritte erwähnenswerte Wetterereignis fand am 23. Oktober statt. In rund 1500 Metern Höhe herrschten mit 16 bis 19 Grad Temperaturen vor, die sonst in einem Sommermonat zu erwarten wären. Durch aufkommenden Föhn stieg das Quecksilber in den nördlichen Alpentälern verbreitet auf deutlich über 20 Grad an. In Meiringen im Berner Oberland wurde mit 25.5 Grad sogar der höchste Wert seit Messbeginn für den Monat Oktober erreicht. 25 Grad und mehr, aber keine neuen Monatsrekorde wurden in Giswil, Altdorf, Glarus, Vaduz und Bad Ragaz erreicht. In der darauf folgenden Nacht gab es in Vaduz im Fürstentum Liechtenstein eine Tropennacht, die Temperaturen fielen nicht unter 20 Grad.

Höchsttemperaturen Oktober 2019 @ meteonews, UBIMET
Höchsttemperaturen Oktober 2019 @ meteonews, UBIMET

 

Regen gab es praktisch überall überdurchschnittlich viel, der Überschuss ist regional aber sehr unterschiedlich. Am grössten ist er im Süden sowie entlang der zentralen und östlichen Alpen. Im Norden fiel lokal fast doppelt so viel Niederschlag wie normalerweise im Oktober zu erwarten wäre. Durch die hohen Temperaturen im Mittelmeerraum und die kräftige Südströmung, die in den Tagen vom 15. sowie vom 19. bis 22. Oktober vorherrschte, wurde viel Feuchtigkeit an die Alpen geführt und dort ausgeregnet. In Robiei wurden vom 19. bis 22. Oktober 391 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Insgesamt fielen dort im Oktober bisher 575 Liter Regen pro Quadratmeter, was mehr als das Doppelte der üblicherweise im Oktober erwarteten Menge von 265 Litern entspricht. Minimal zu wenig Niederschlag gab es bisher in Genf und in Sitten, das dortige Defizit könnte heute Mittwoch und morgen Donnerstag aber noch ausgeglichen werden.

Niederschlagssumme Oktober 2019 @ meteonews, UBIMET
Niederschlagssumme Oktober 2019 @ meteonews, UBIMET

 

In den tiefen Lagen des Flachlands schien die Sonne bisher überdurchschnittlich lange, so gab es bisher beispielsweise in Zürich, Aarau und Luzern etwa 8 bis 20 Stunden mehr Sonnenschein als normalerweise im Oktober zu erwarten wäre. Dies ist hauptsächlich auf die häufig ausbleibenden Nebellagen zurückzuführen. Im Gegensatz dazu fehlen im Jura, in den Alpen
und im Süden rund 15 bis 25% der durchschnittlichen Sonnenscheindauer. Dies entspricht etwa 15 bis 35 Stunden Sonnenschein. An diesen Werten wird sich heute und morgen kaum mehr etwas ändern.

Mittlere Anzahl von Sonnenstunden Oktober 2019 @ meteonews, UBIMET
Mittlere Anzahl von Sonnenstunden Oktober 2019 @ meteonews, UBIMET

 

Titelbild: Oktober im Val di Campo @ https://stock.adobe.com

Vorläufige Monatsbilanz Oktober 2019

Oktober im Val di Campo @ https://stock.adobe.com

Markante Ereignisse gab es am 13. Oktober, als in Basel-Binningen, in Chur und in Delsberg ein Sommertag verzeichnet wurde. Mit 26.2 Grad war es in Delsberg noch nie seit Messbeginn so spät im Jahr derart warm. Weiter wurde in der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober mit stürmischem Föhn in Meiringen und in Altdorf eine Tropennacht verzeichnet. Das dritte erwähnenswerte Wetterereignis fand am 23. Oktober statt. In rund 1500 Metern Höhe herrschten mit 16 bis 19 Grad Temperaturen vor, die sonst in einem Sommermonat zu erwarten wären. Durch aufkommenden Föhn stieg das Quecksilber in den nördlichen Alpentälern verbreitet auf deutlich über 20 Grad an. In Meiringen im Berner Oberland wurde mit 25.5 Grad sogar der höchste Wert seit Messbeginn für den Monat Oktober erreicht. 25 Grad und mehr, aber keine neuen Monatsrekorde wurden in Giswil, Altdorf, Glarus, Vaduz und Bad Ragaz erreicht. In der darauf folgenden Nacht gab es in Vaduz im Fürstentum Liechtenstein eine Tropennacht, die Temperaturen fielen nicht unter 20 Grad.

Höchsttemperaturen Oktober 2019 @ meteonews, UBIMET
Höchsttemperaturen Oktober 2019 @ meteonews, UBIMET

 

Regen gab es praktisch überall überdurchschnittlich viel, der Überschuss ist regional aber sehr unterschiedlich. Am grössten ist er im Süden sowie entlang der zentralen und östlichen Alpen. Im Norden fiel lokal fast doppelt so viel Niederschlag wie normalerweise im Oktober zu erwarten wäre. Durch die hohen Temperaturen im Mittelmeerraum und die kräftige Südströmung, die in den Tagen vom 15. sowie vom 19. bis 22. Oktober vorherrschte, wurde viel Feuchtigkeit an die Alpen geführt und dort ausgeregnet. In Robiei wurden vom 19. bis 22. Oktober 391 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Insgesamt fielen dort im Oktober bisher 575 Liter Regen pro Quadratmeter, was mehr als das Doppelte der üblicherweise im Oktober erwarteten Menge von 265 Litern entspricht. Minimal zu wenig Niederschlag gab es bisher in Genf und in Sitten, das dortige Defizit könnte heute Mittwoch und morgen Donnerstag aber noch ausgeglichen werden.

Niederschlagssumme Oktober 2019 @ meteonews, UBIMET
Niederschlagssumme Oktober 2019 @ meteonews, UBIMET

 

In den tiefen Lagen des Flachlands schien die Sonne bisher überdurchschnittlich lange, so gab es bisher beispielsweise in Zürich, Aarau und Luzern etwa 8 bis 20 Stunden mehr Sonnenschein als normalerweise im Oktober zu erwarten wäre. Dies ist hauptsächlich auf die häufig ausbleibenden Nebellagen zurückzuführen. Im Gegensatz dazu fehlen im Jura, in den Alpen
und im Süden rund 15 bis 25% der durchschnittlichen Sonnenscheindauer. Dies entspricht etwa 15 bis 35 Stunden Sonnenschein. An diesen Werten wird sich heute und morgen kaum mehr etwas ändern.

Mittlere Anzahl von Sonnenstunden Oktober 2019 @ meteonews, UBIMET
Mittlere Anzahl von Sonnenstunden Oktober 2019 @ meteonews, UBIMET

 

Titelbild: Oktober im Val di Campo @ https://stock.adobe.com

Oktober 2019 rund zwei Grad zu warm

Abweichung der Temperatur vom Klimamittel für den Oktober 2019 @ UBIMET

Sommertage & Temperaturrekorde

Mit einer österreichweiten Abweichung von rund +2 Grad fällt der Oktober gegenüber dem langjährigen Mittel von 1981-2010 deutlich zu warm aus. Damit weist das Jahr 2019 bereits acht überdurchschnittlich warme Monate auf, einzig der Jänner und der Mai zeigten sich kälter als das langjährige Mittel. Besonders die Berge und das Hügelland profitierten von stabilem und teils föhnigem Hochdruckwetter, das sich nach einem zu kalten Auftakt in den Monat etwa ab dem 10. Oktober etablierte. Am Feuerkogel, in Mönichkirchen sowie auf dem Schöckl geht der Oktober folglich mit einem Überschuss von knapp 4 Grad zu Ende.

Das hohe Temperaturniveau äußert sich auch in der Anzahl der Sommertage. Davon gab es in Weyer ganze fünf, in Windischgarsten stieg die Temperatur vier Mal über die 25-Grad-Marke. Im langjährigen Mittel gibt es im Oktober nirgendwo in Österreich mehr als einen Sommertag.

Die warme Witterung gipfelte in zahlreichen Temperaturrekorden für den Monat Oktober: In Leibnitz-Wagna erwärmte sich die Luft auf 27,8 Grad – ein neuer Spitzenwert, ebenso stellten z. B. Graz, Puchberg am Schneeberg und St. Andrä im Lavanttal neue Rekorde auf. Besonders bemerkenswert sind hierbei die Rekorde auf dem Jauerling und der Hohen Wand. Beide Stationen in knapp 1000 m Höhe konnten in diesem Oktober ihre Bestmarken auf rund 25 Grad schrauben.

Höchsttemperaturen im Oktober 2019 mit den höchsten Werten je Bundesland @ UBIMET
Höchsttemperaturen im Oktober 2019 mit den höchsten Werten je Bundesland @ UBIMET

Trockener Südosten

In punkto Niederschlag gab es im zurückliegenden Monat eine klare Zweiteilung des Landes. Von Vorarlberg über die Staulagen Nordtirols bis ins Salzkammergut präsentierte sich der Oktober überdurchschnittlich nass, verantwortlich hierfür waren die von tiefem Luftdruck geprägten ersten 10 Tage des Monats. Auch im äußersten Nordosten fiel mehr Regen als üblich. Deutlich zu trocken war der Monat dagegen südlich der Linie Innsbruck-Wien. Vor allem in Kärnten und in der Steiermark fehlen bis zu 80% auf eine ausgeglichene Oktoberbilanz. Besonders im Grazer Becken setzt sich die seit Monaten andauernde Trockenheit unvermindert fort. In der steirischen Landeshauptstadt sind in diesem Jahr erst rund 480 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, mehr als 250 l/m² weniger als im langjährigen Mittel. Graz steuert dem trockensten Jahr der Messgeschichte entgegen. Ein Ausreißer im trockenen Südosten stellt im Oktober das Südburgenland dar: So wurden in Kleinzicken im Zuge eines heftigen Gewitters am Monatszweiten rund 74 Liter Regen pro Quadratmeter registriert. Hier wurde alleine an diesem Tag die durchschnittliche Regenmenge eines gesamten Oktobers von 51 l/m² deutlich übertroffen.

Abweichung des Niederschlags vom Klimamittel für den Oktober 2019 @ UBIMET
Abweichung des Niederschlags vom Klimamittel für den Oktober 2019 @ UBIMET

Dauerbrenner Sonne

Dem besonders in der zweiten Monatshälfte ruhigen und von hohem Luftdruck dominierten Wetter entsprechend schien die Sonne im Großteil des Landes deutlich länger als im Mittel. Exemplarisch sei an dieser Stelle Pörtschach am Wörthersee genannt, das im Oktober bislang schon 174 Sonnenstunden sammeln konnte. Üblicherweise sind es in einem Oktober hier lediglich 119 Stunden, das Plus beträgt also fast 50 Prozent. Die Reihe an überdurchschnittlich sonnigen Monaten setzt sich vielerorts fort, so ist beispielsweise in Linz, Wien oder Eisenstadt das Soll an Sonnenstunden für das gesamte Jahr 2019 bereits längst überschritten. Soll heißen: Selbst wenn die verbliebenen beiden Monate ohne einen einzigen Sonnenstrahl verlaufen, würde das Jahr 2019 immer noch deutlich zu sonnig ausfallen.

Föhnige Tage

Der Oktober machte auch seinem Namen als Föhnmonat alle Ehre, mit 144 km/h wurde am Patscherkofel die höchste Windgeschwindigkeit des Landes gemessen. Doch auch in den klassischen Föhntälern der Nordalpen konnten wiederholt Sturmböen registriert werden. So blies der Südföhn am 20. des Monats mit 90 km/h durch Innsbruck, gut 70 km/h waren es am Bodensee und in den Salzburger Tauerntälern. Ein wirklich markantes herbstliches Sturmtief blieb im zurückliegenden Monat dagegen aus, folglich kamen die Spitzenböen im dafür anfälligen Donauraum auch nicht über 80 km/h hinaus.

 

Extremwerte Oktober 2019 (Bundesland, Tag des Auftretens)

Stand: 30.10.2019 – 9 Uhr

Höchste Temperaturen

  • 27,8 Grad Leibnitz-Wagna (ST, 21.)
  • 27,6 Grad Graz-Straßgang (ST, 21.) + Klausen-Leopoldsdorf (NÖ, 24.)
  • 27,5 Grad Feldbach (ST, 21.)

Tiefste Temperaturen

  • -4,2 Grad St. Jakob/Defereggen (T, 04.)
  • -4,0 Grad St. Michael im Lungau (S, 06.) + Mariapfarr (S, 04.)
  • -3,7 Grad Flattnitz (K, 04.)

Sommertage (Höchstwert von 25 Grad oder mehr)

  • 5 Weyer (OÖ)
  • 4 Windischgarsten (OÖ)
  • 3 Bludenz (V)

Nasseste Orte

  • 223 Liter pro Quadratmeter Alberschwende (V)
  • 219 Liter pro Quadratmeter Sulzberg (V)
  • 198 Liter pro Quadratmeter Warth + Bregenz (V)

Trockenste Orte

  • 15 Liter pro Quadratmeter Gleisdorf (ST)
  • 16 Liter pro Quadratmeter Groß Enzersdorf (NÖ)
  • 17 Liter pro Quadratmeter Gumpoldskirchen + Seibersdorf (NÖ) + Wien-Unterlaa (W)

Absolut sonnigster bzw. trübster Ort

  • 213 Sonnenstunden, Hollenthon (NÖ)
  • 68 Sonnenstunden, St. Leonhard/Pitztal (T)

Relativ sonnigster bzw. trübster Ort

  • 146 % Pörtschach (K)
  • 78 % Rauris (S)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 90 km/h Innsbruck-Kranebitten (T, 20.)
  • 83 km/h Wien-Hohe Warte (W, 05.) + Innsbruck-Uni (T, 20.) + Pernegg an der Mur (ST, 03.)
  • 77 km/h Haag (NÖ, 10.)

Zur Wochenmitte Stippvisite vom Winter

Schnee im Herbst

Derzeit liegt quer über den Alpen eine Luftmassengrenze , die recht kalte und trockene Polarluft im Norden von feucht-milder Luft im Süden und Westen trennt. In dieser Grenze sind immer wieder kleine Tiefs bzw. Wellen eingelagert die für etwas Regen oder im Gebirge Schnee sorgen. Dabei kommt in der Nacht auf Mittwoch die kalte Luft etwas nach Süden und Westen voran, sodass die milde Luft nur mehr in Vorarlberg, Tirol und den Salzburger Gebirgsgauen vorhanden ist.

Am Mittwoch Luftmassengrenze über den Alpen
Die Luftmassengrenze liegt am Mittwoch über den Alpen @UBIMET

Dazu sorgt eine weitere kleine Randwelle am Mittwochmorgen für einsetzenden Niederschlag.

Schnee kurzzeitig bis auf 600 Meter

Am Mittwoch in der Früh regnet es von Vorarlberg bis ins Waldviertel und den Wienerwald verbreitet. Die Schneefallgrenze liegt dabei im Westen knapp über 1.500 m, im Mühl- und Waldviertel sowie am Alpenostrand sind hingegen bereits oberhalb von 600 bis 800 m Schneeflocken zu erwarten. Bereits am Vormittag verlagert sich der Niederschlag in den Südosten, dabei liegt die Schneefallgrenze in den Fischbacher Alpen und in der Buckligen Welt mit rund 700 m am tiefsten. Sonst schneit es erst oberhalb von rund 1000 m. Im Laufe des Nachmittags klingen Regen und Schneefall auch im Südosten wieder ab. Aufgrund der sehr warmen Vorgeschichte und dem Bodenwärmestroms kann sich aber unter 1000 m kaum wo eine Schneedecke ausbilden und wenn dann nur sehr kurz.

Neuschneeprognose am Mittwoch
24-h-Neuschneeprognose für Mittwoch. © UBIMET

Frost im Flachland am Donnerstag

Die Nacht auf Donnerstag verläuft dann im Osten und Norden oftmals klar und auch der Wind weht meist nur schwach. Durch die vorhanden Polarluft kühlt es somit kräftig aus und von Oberösterreich bis ins Burgenland muss man im Flachland verbreitet mit leichtem Frost rechnen.

Tiefstwerte am Donnerstag in der Früh
Tiefstwerte am Donnerstag in der Früh @UBIMET

Vom Frost verschont bleiben noch die Ballungszentren wie die Linzer oder Wiener Innenstadt. In den Randbezirken von Wien ist allerdings mit dem Frost zu rechnen.

Am Wochenende wieder milder

Am Donnerstag ist allerdings der Höhepunkt des Kaltlufteinbruchs auch schon wieder erreicht, am Wochenende liegen die Alpen an der Vorderseite eines Tiefs in einer straffen und milden Südwestströmung. damit wird es an der Alpennordseite wieder föhnig und teils stürmisch, im Südwesten stellt sich hingegen allmählich eine nasse Wetterlage ein.

Titelbild: Adobe Stock

Extreme Waldbrandgefahr in Kalifornien

Waldbrand

Die Waldbrandsaison in Kalifornien erreicht typischerweise im Herbst ihren Höhepunkt, da die Böden durch den heißen und niederschlagsarmen Sommer in dieser Jahreszeit völlig ausgetrocknet sind. Auch in diesen Tagen sorgt warmes und trockenes Wetter in Zusammenspiel mit teils stürmischem, föhnigem Nordostwind im Norden Kaliforniens bzw. Ostwind im Süden Kaliforniens für extreme Waldbrandgefahr.

Diablo und Santa-Ana-Wind

Besonders das Kincade Fire im Sonoma County nördlich von San Francisco hat bereits eine Fläche von rund 30.000 Hektar verbrannt. Besonders am Sonntag herrschte bei auffrischendem Diablo-Wind extreme Gefahr: Es handelt sich nämlich um einen örtlichen, trockenen Fallwind aus Nord- bis Nordost im Großraum von Sacramento und San Francisco, der etwaige Waldbrände extrem schnell ausbreiten lässt. Mittlerweile hat der Wind hier etwas nachgelassen, die Lage bleibt aber kritisch. Zudem warnt der amerikanische Wetterdienst SPC nun auch im Süden von Kalifornien rund um Los Angeles vom extremer Waldbrandgefahr, da hier am Mittwoch teils stürmischer Santa-Ana-Wind aus östlicher Richtung aufkommt. In diesen Regionen sind bereits das Getty Fire und das Tick Fire aktiv.

Diablo und Santa-Ana-Wind in Kalifornien.
Diablo und Santa-Ana-Wind in Kalifornien.

kincadefire

Um die Gefahr weiterer Brandauslösungen so gering wie möglich zu halten, wurden bereits vorsorglich noch nie dagewesene Maßnahmen ergriffen, wie etwa einer Million Haushalten den Strom abzudrehen. Damit soll verhindert werden, dass es zu Funkenflug durch Kurzschlüsse oder Überschläge in den Stromleitungen kommt. Weiters mussten allein nördlich von San Francisco mehr als 200.000 Menschen zeitweise ihre Häuser verlassen, darunter auch die gesamten Kleinstädte Healdsburg und Windsor.


Titelbild © Adobe Stock

Hurrikan Pablo: Neuer Rekord über dem Ostatlantik

Hurrikan Pablo über dem Atlantik

Am Sonntag hat sich der tropische Sturm PABLO etwa 700 km westlich von Galizien vorübergehend zu einem Hurrikan der Kategorie 1 verstärkt mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis 130 km/h. So weit östlich über dem Atlantik, auf einem Längengrad von 18.3°W, ist zuvor noch nie ein Hurrikan entstanden! Der bisherige Rekordhalter war Hurrikan VINCE im Jahr 2005 auf einem Längengrad von 18.9°W. Mittlerweile hat sich PABLO wieder deutlich abgeschwächt und in ein hybrides Tief der mittleren Breiten umgewandelt, welches am Dienstag von einem weiteren atlantischen Tief eingefangen wird.

Kühle Wassertemperaturen

Hurrikan PABLO war zwar vergleichsweise klein und kurzlebig, dennoch hat er vorübergehend ein deutliches Auge ausgebildet. Dies ist sehr bemerkenswert, weil die Wassertemperatur in diesem Teil des Atlantiks bei etwa 20 Grad liegt und somit deutlich unter den zur Hurrikanentstehung häufig erwähnten 26 Grad. Tatsächlich entsteht die Mehrzahl der Hurrikane bei einer Wassertemperatur über 26 Grad, allerdings stellt dies keine notwendige Bedingung dar: Bei vergleichsweise kalten Temperaturen in einer Höhe von etwa 12 km kann es nämlich durchaus auch bei geringeren Wassertemperaturen zur Entstehung von Hurrikanen kommen. Dies ist übrigens gelegentlich auch im Mittelmeer der Fall, wenn es zur Entwicklung sogenannter Medicanes kommt.

Neue Maßstäbe

Nicht nur Hurrikan PABLO hat in dieser Hurrikansaison neue Maßstäbe gesetzt, so war erst Ende September Hurrikan LORENZO der bislang östlichste Hurrikan der höchsten Kategorie 5 über dem Atlantik. Anfang Oktober war er dann als Hurrikan der Kategorie 1 über die westlichen Azoren gezogen.

Hurrikane in Europa

Knapp 50 % der tropischen Wirbelstürme im Atlantik wandeln sich in außertropische Tiefdruckgebiete um, manche davon beeinflussen in weiterer Folge auch das Wetter in Europa. Dass ein tropischer Sturm das europäische Festland trifft, ist allerdings äußerst selten, da sich die Stürme zuvor in hybride Stürme der mittleren Breiten mit einem warmen Kern und einem sich entwickelnden Frontensystem umwandeln. Nur sehr selten behalten sie ihre tropischen Eigenschaften im Kern bis zum Landfall, wie etwa Hurrikan VINCE im Jahr 2005. Für Schlagzeilen hat im Jahr 2017 auch Hurrikan OPHELIA gesorgt, welcher den bislang östlichsten Major Hurricane (mind. Kategorie 3) auf dem Atlantik darstellt. Er zog westlich der Iberischen Halbinsel vorbei und traf als Hybridsturm auf Irland. Im Oktober 2019 zog hingegen Hurrikan LORENZO mit Orkanböen über die westlichen Azoren hinweg und erreichte als Hybridsturm Irland.

Hurrikan Ophelia im Jahr 2017
Hurrikan Ophelia im Jahr 2017. © EUMETSAT / UBIMET

Titelbild © EUMETSAT

Zur Wochenmitte verbreitet Frost

Am Wochenende sorgte eine Kaltfront für einen markanten Temperatursturz und Umstellung der Großwetterlage. Die Kaltfront liegt derzeit noch am Alpenrand und bleibt hier bis Mittwoch stationär liegen.

Aktuelles Satellitenbild von Montag 10 MEZ
Aktuelles Satellitenbild von Montag 10 MEZ @METEOSAT, UBIMET

Rückseitig der Kaltfront dominiert in der kalten, aber auch recht trockenen Luft oftmals der Sonnenschein, nur in der Mitte hält sich gebietsweise dichter Nebel. Über der noch recht warmen Nordsee bilden sich in der kalten Luft bereits Schauer, die im Norden tagsüber für leicht wechselhaftes Wetter sorgen.

Noch eine Spur kälter

Am Dienstag erreicht den Norden und Osten von Deutschland eine weitere Kaltluftstaffel, womit es hier nochmals eine Spur kälter wird als am Vortag.

Frontenkarte am Dienstag

Gleichzeitig baut sich über der Nordsee das mächtige Hoch OLDENBURGIA auf, das in weiterer Folge über Deutschland hinweg sich nach Osteuropa verlagert.

Frostiger Mittwoch und Donnerstag

Am Mittwoch liegt das Hoch dann direkt über Deutschland und sorgt mit Ausnahme des Südens für eine meist klare und windschwache Nacht. Somit stellt sich verbreitet leichter Luftfrost ein. Frostfrei bleibt es noch im bewölkten Süden sowie entlang des Rheins und an den Küsten.

Temperaturen Donnerstagfrüh
Modelltemperaturen Donnerstagfrüh

Am Donnerstag wird der Höhepunkt der Kälte erreicht. Verbreitet sinkt das Thermometer unter den Gefrierpunkt und nahezu überall gibt es zumindest Bodenfrost. Frostfrei bleibt es am ehesten noch am Bodensee, entlang des Rheins sowie an der Küste.

Am Freitag zieht Hoch OLDENBURGIA nach Osten ab und von Westen her übernimmt ein Atlantiktief die Wetterregie. Somit setzt sich bis zum Wochenende von Westen her wieder deutlich mildere Luft im ganzen Land durch und frost ist kein Thema mehr.

Titelbild: Adobe Stock

Feuer und Wind: Extreme Gefahr im Norden von Kalifornien

Waldbrand

Waldbrände können in Kalifornien zwar im gesamten Jahr auftreten, besonders im Herbst ist die Gefahr aber besonders groß, da die Böden in dieser Jahreszeit sehr trocken sind. Der bislang verheerendste Waldbrand erfolgte im November 2018, als das Camp Fire nördlich von Sacramento für 85 Todesopfer und schwere Schäden auf einer Fläche von mehr als 60.000 Hektar sorgte.

Extreme Waldbrandgefahr

Am Sonntag herrscht neuerlich extreme Waldbrandgefahr, da im Großraum von San Francisco und Sacramento stürmischer, föhniger Nordostwind aufkommt. Dieser kann die aktuell schon bestehenden Brände wie das Kincade Fire im Sonoma County nördlich von San Francisco rasch außer Kontrolle geraten lassen. Der amerikanische Wetterdienst SPC warnt in diesen Regionen am Sonntag sogar von einer potentiell historischen Waldbrandgefahr! Weiters herrscht auch im Süden Kaliforniens große Waldbrandgefahr, hier macht besonders das Tick Fire nördlich von Los Angeles den Feuerwehrmännern zu schaffen.

Kincade Fire

Das Kincade Fire im Sonoma County hat seit Mitte dieser Woche bereits eine Fläche 10.000 Hektar verbrannt. Nun kommt zusätzlich teils stürmischer Wind auf, welche örtlich als Diablo Wind bezeichnet wird. Es handelt sich um einen trockenen Fallwind aus nordöstlichen Richtung, der die Ausbreitung etwaiger Waldbrände rasch außer Kontrolle geraten lässt. Dieser Wind ist nicht mit dem Santa-Ana-Wind zu verwechseln, welcher im Süden von Kalifornien rund um Los Angeles häufig Waldbrände antreibt.

Diablo und Santa-Ana-Wind in Kalifornien.
Die typischen trockenen Wind in Kalifornien.

Evakuierung

Um die Gefahr weiterer Brände so niedrig wie möglich zu halten, wurden vorsorglich beispiellose Maßnahmen ergriffen:  Etwa einer Million Haushalten wurde den Strom abgedreht, damit es zu keinen Funken durch Kurzschlüsse oder Überschläge in den Stromleitungen kommt. Weiters mussten mehr als 80.000 Menschen ihre Häuser verlassen, darunter auch die gesamten Kleinstädte Healdsburg und Windsor.

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Spektakuläre Schwerewellen in Australien

Spektakuläre Schwerewellen in Australien

Als Schwerewellen bezeichnet man Wellen in der Atmosphäre oder im Wasser, bei denen die Schwerkraft für die Wellenbildung verantwortlich ist. Sie treten nur bei einer stabilen Schichtung auf, wie etwa im Bereich einer Temperaturinversion: Wenn die Luft hier aus seiner stabilen Ruhelage gebracht wird, beginnt sie unter dem Einfluss der Schwerkraft um die Ausgangslage zu schwingen. Eine gute Analogie stellen die Wellen an einer Wasseroberfläche dar, nachdem man einen Stein hineingeworfen hat. Auf Satellitenbildern sind Schwerewellen als quer zur Windrichtung orientierte Wolkenbänder zu erkennen.

Am Montag und Dienstag haben Gewitter in den nördlichen Regionen Westaustraliens für böig auffrischenden Südostwind gesorgt. Dieser hat sich nordwestwärts ausgebreitet und dabei für die Entstehung von Schwerewellen gesorgt, welche sich zum Teil mehr als 2000 km weit über dem Indischen Ozean ausgebreitet haben. Mit dem auffrischendem Wind wurde zudem auch Wüstensand aufgewirbelt. Allgemein können Schwerewellen in sämtlichen Stockwerken der Atmosphäre auftreten, oft sind sie allerdings unsichtbar, da die Luft nicht feucht genug ist und die Wellenberge nicht durch Wolken gekennzeichnet werden. In Mitteleuropa treten sie häufig als stationäre Leewellen auf der windabgewandten Seite eines Gebirges auf.

Titelbild © MODIS Land Rapid Response Team, NASA GSFC

Zeitumstellung: Ab Sonntag Normalzeit gültig

Zeitumstellung: Ab Sonntag Normalzeit gültig

Die Umstellung der Uhren erfolgt in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Die Uhren werden um 03:00 Uhr eine Stunde zurückgestellt. Daraus folgt, dass ihr eine Stunde länger schlafen könnt. Generell sollte das Aufstehen somit leichter fallen, denn am Morgen ist es bei Normalzeit heller als bisher. Dafür wird es am Abend deutlich früher dunkel.

Zeitumstellung in Mitteleuropa seit 1980

Versuche, die Uhrzeit im Sommer und Winter an den Sonnenstand anzupassen, gab es schon vor 1980. Doch erst 1980 gab es einen Konsens. Die Zeitänderungen im mitteleuropäischen Raum wurde somit nachhaltig festgelegt. Das Resultat: Seit 6. April 1980 wird zwischen 2:00 Uhr und 3:00 Uhr morgens zweimal jährlich an Europas Uhren gedreht. Wirklich gedreht wird allerdings nur mehr an sehr wenigen Uhren. Elektronische Geräte stellen ihre Uhren oftmals automatisch um oder bekommen die korrekte Uhrzeit über das Internet.

Zeitumstellung in der Nacht

Die Ursachen für die Umstellung während der Nachtstunden sind das geringere Verkehrsaufkommen (vor allem Fahrpläne öffentlicher Verkehrsmittel) und die geringe wirtschaftliche Aktivität, die zu dieser Tageszeit herrschen. Erst seit 1996 erfolgt die Zeitumstellung am letzten März- und letzten Oktoberwochenende.

Straße in der Nacht ©picjumbo.com - https://picjumbo.com/night-car-lights-on-the-road/
Die Uhr wird in der Nacht umgestellt, da das Verkehrsaufkommen gering ist und es kaum wirtschaftliche Aktivität gibt. ©picjumbo.com

Auswirkungen der Zeitumstellung

Im Gegensatz zur Zeitumstellung im März (eine Stunde weniger Schlaf) bringt die Umstellung auf die Normalzeit im Oktober wenig Probleme mit sich. Der ursprüngliche Sinn hinter der Zeitumstellung war das Sparen von Energie. Im Sommer ist es durch die Umstellung länger hell, der Verbrauch von Strom für Beleuchtung ist also geringer. Durch die Umstellung auf Normalzeit wird im Herbst mehr Energie für das Heizen von Wohnungen und Büros benötigt. Ob man in Summe also tatsächlich Energie spart, ist umstritten.

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Markanter Wetterumschwung am Wochenende

Am Samstag im Norden stürmisch

Das Wochenende beginnt besonders an der Nordseeküste mit stürmischen Böen. Aber auch im angrenzenden Binnenland muss vereinzelt mit kräftigen Böen aus Südwest gerechnet werden. Dazu gehen im Landesteil Schleswig vereinzelt Schauer im Vorfeld der über der Nordsee liegenden Kaltfront nieder.

Temperaturen am Samstag, den 26.10.2018 um 16 Uhr. © UBIMET

Währenddessen zieht der Kern des Sturmtiefs Xander nach Südschweden. Auf seiner Rückseite dreht der Wind allmählich auf Nordwest. Damit wird die Kaltfront landeinwärts geführt, sodass es am Abend im Nordwesten anfängt zu regnen.

Am Sonntag in der Mitte einfließende Kaltluft

Am Sonntagmorgen liegt die Kaltfront dann vom Ruhrgebiet bis hinauf nach Rügen. Im Umfeld der Front regnet es für einige Stunden etwas, größere Regenmengen sind jedoch nicht zu erwarten. Besonders im Nordwesten und Westen steigen die Temperaturen nicht an, sondern sinken im Tagesverlauf weiter ab. Dazu weht an den Küsten weiter frischer Nordwestwind.

Die Lage der Kaltfront am Sonntagmittag nach dem ICON-Modell. © DWD

Im Süden nochmals schön und warm

Dagegen scheint im Süden nach Nebelauflösung noch häufig die Sonne und Höchstwerte von teils über 20 Grad werden erreicht. Hier kommt die Front erst in der Nacht auf Montag an. Dann liegt die Schneefallgrenze jedoch erst bei etwa 2500 Metern an den Alpen.

Temperaturen am Sonntag, den 27.10.2018 um 16 Uhr. © UBIMET

Titelbild: https://pixabay.com/photos/pool-wet-autumn-leaves-autumn-4548967/

Schwere Unwetter von Mallorca bis zur Côte d’Azur

Auf unserer täglich neu gezeichneten Frontenkarte kann das Tief VLAD in seiner Entwicklung dargestellt werden. Am Dienstag lag das Tief mit Kern vor den Balearen und brachte besonders in Spanien heftige Unwetter. Da das Mittelmeer noch Wassertemperaturen von über 20°C hat, in der Höhe aber ein Schwall recht kalter Luft über Spanien nach Süden geführt worden ist, war die Atmosphäre instabil geschichtet, sodass Gewitter möglich waren. Da zudem die Scherung (Wind nimmt mit der Höhe deutlich an Geschwindigkeit zu) hoch war, fielen diese besonders heftig aus.

Frontenkarte von Dienstag, dem 22.10.2019 © UBIMET

Spanien

Bei diesen Gewittern kamen im Nordosten von Spanien und den Balearen lokal über 100 L/m² zusammen. Lokal gab es auch schwere Sturmböen oder orkanartige Böen. Zudem gibt es einen Tornadoverdacht.

 

Frankreich

Am Abend und in der Nacht auf Mittwoch zog das Tief weiter nach Norden und lag nun über Südfrankreich. Im Vorfeld vor der Kaltfront entwickelte sich ein sogenannter Mesoscale Convective Cluster. Dies ist ein besonders mächtiges Gewittersystem, das viel Regen bringt und lokal auch schwere Sturmböen verursachen kann. In diesem Fall gab es besonders kräftigen Regen. An einigen Stationen gab es jedoch auch kräftige Böen, wie in Perpignan  mit 94 km/h.

Satellitenbild vom 23.10.2019 um 3 Uhr Ortszeit. © EUMETSAT
Niederschlagssumme über 6 Stunden am Morgen des 23.10.2019

Im weiteren Verlauf des Tages verlagerte sich die Gewitteraktivität weiter in Richtung  Carmague und Côte d’Azur, denn die Kaltfront kam nun weiter nach Osten voran.

Frontenkarte von Mittwoch den 23.10.2019 © UBIMET

Dabei ging im gesamten Süden Frankreichs ergiebiger Regen nieder und an den Küsten und den höhergelegenen Stationen der Seealpen und den Cévennenen traten orkanartige Sturmböen oder Orkanböen auf. Die daraus resultierenden Überschwemmungen sind unten dargestellt.  Zudem ist eine Animation des MCC zu sehen.

Niederschlagssumme über 24 Stunden am 23.10.2019
Windböen am 23.10.2019

 

Zum Schluss sind alle Blitze von Dienstagmorgen (in grün) bis Mittwochnacht (in rot) dargestellt.  Insgesamt gab es rund eine halbe Million Blitze. Besonders auffällig ist in unten stehender Aufschlüsselung der Blitzaktivität, die des MCC am Dienstagabend zu erkennen. Dabei zeigt die blaue Kurve Wolkenblitze und die orangene Kurve Bodenblitze an. Besonders die Wolkenblitze in einem solchen System nehmen Anzahl zu, es kommt zu stroboskob-artigen Blitzsalven.

Die Blitzspur von Dienstagmorgen bis Mittwochnacht. © nowcast
Minutengenaue Aufschlüsselung der Blitzaktivität. © nowcast

Wie schon im Blitzbild erkennbar ist ziehen die Gewitter nun auf Italien zu. Auch hier muss mit kräftigen Gewittern mit heftigem Starkregen gerechnet werden.

Tielbild: https://twitter.com/VascoDeSouza2/status/1186944105038917632/photo/1

Umstellung der Großwetterlage

Wetterlage am Dienstag mit Kaltluftzufuhr aus nördlichen Breiten @ NCEP, UBIMET

Innsbruck mit spätestem Sommertag

Etliche Temperatur-Oktoberrekorde wurden in den letzten Tagen schon aufgestellt, am Mittwoch wurde in Innsbruck mit 26,3 Grad gar der späteste Sommertag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen registriert. Die hierfür verantwortliche südliche Höhenströmung auf der Vorderseite tiefen Luftdrucks über Westeuropa kehrt nach einer kurzen Unterbrechung am Freitag bereits am Wochenende wieder zurück. Im Bergland darf man sich auf bestes Wanderwetter freuen – die Sonne scheint am Nationalfeiertag und am Sonntag von früh bis spät und durch die trockene Luft herrscht hier eine ausgezeichnete Fernsicht. In den Niederungen ist zwar regional mit Nebel oder Hochnebel zu rechnen, meist löst sich dieser jedoch bis Mittag auf. Mit Höchstwerten zwischen 17 und 24 Grad bleibt es deutlich zu warm für Ende Oktober.

Abweichung der Mitteltemperatur vom Klimamittel am 23.10.2019 @ UBIMET
Abweichung der Mitteltemperatur vom Klimamittel am 23.10.2019 @ UBIMET
Höchstwerte am Mittwoch, den 23.10.2019 @ UBIMET
Höchstwerte am Mittwoch, den 23.10.2019 @ UBIMET

Ab Montag deutlich kühler

Ein Ende dieser bald über etwa zwei Wochen anhaltenden Wetterphase ist jedoch in Sicht. Ab Montag etabliert sich tiefer Luftdruck über dem Baltikum und an dessen Westflanke wird der Weg frei für deutlich kühlere Luft aus nördlichen Breiten. Zwar sind noch gewisse Unsicherheiten bezüglich der genauen Entwicklung gegeben, doch ein Temperaturrückgang um durchschnittlich 10 Grad erscheint nach derzeitigem Stand wahrscheinlich. Von Dienstag an bewegen sich die Höchsttemperaturen häufig nur noch im einstelligen Bereich.

 

Titelbild: Wetterlage am Dienstag mit Kaltluftzufuhr aus nördlichen Breiten @ NCEP, UBIMET

Leuchtende Weinberge im Herbst

Weinblätter strahlen in der Oktobersonne

Pflanzenbegleitstoffe bringen Farben ans Licht

Im Herbst beginnen sich Laubgewächse zu verfärben, da durch weniger Sonneneinstrahlung die Produktion des grünen Pflanzenfarbstoffs Chlorophyll zurückgeht. Um den Farbstoff über den Winter nicht zu verlieren, entzieht ihn die Pflanze den Blättern. Das Resultat: Andere Farbstoffe kommen zum Vorschein. Beim Wein sind sämtliche Farben von Gelb über Orange bis zum tiefen Rot und sogar Lila- und Violett-Töne möglich. So kann es in einem Weinberg, wo eine Vielzahl von Rebstöcken vereint ist, zu einer wahren Farbenvielfalt kommen.

@ https://stock.adobe.com/
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Sonne bringt Farben zum Leuchten und sorgt für gute Stimmung

Schon bei trübem Wetter sind die Farben ein Blickfang. Doch so richtig zur Geltung kommt die Verfärbung des Weinberges erst, wenn direktes Sonnenlicht hinzukommt. Speziell die gelb-rötlichen Strahlen der tief stehenden Herbstsonne am mittleren und späteren Nachmittag lassen die Farben des Weinberges intensiv wirken und diesen richtiggehend leuchten. Die so ins rechte Licht gesetzten warmen Gelb-, Gold- und Rottöne schaffen eine angenehme Atmosphäre, sorgen oft für gute Stimmung und wirken aktiv und belebend. So lassen sich die negativen Begleiterscheinungen des Herbstes wie Müdigkeit und Antriebslosigkeit gut bekämpfen.

Ein Ausflug in eine Weinberggegend zu dieser Jahreszeit ist bei entsprechendem Wetter also zu empfehlen, um die für den Herbst ebenso typischen tristen, nebelgrauen Tage gut zu kompensieren.

Unwettertief VLAD über Südfrankreich

Gewitter bringen Starkregen

Bereits am Dienstag sorgte das Tief auf den Balearen und in Katalonien für unwetterartige Gewitter mit sintflutartigem Regen und an der Küste traten Böen um die 100 km/h auf. Dabei fielen innerhalb von 24  Stunden verbreitet 50 bis 150 l/m², lokal sogar über 200 l/m².

Das Blitzmesssystem von UBIMET konnte in der Region über 100.000 Blitze seit Dienstagfrüh registrieren:

Blitze der vergangenen 24 h (desto heller, desto aktueller die Bltize)

Überschwemmung in Okzitanien

Über Nacht verlagerte sich nun der Gewitter- und damit auch der Regenschwerpunkt nach Südfrankreich . Dabei fielen in nur wenigen Stunden in der Region um Perpignan teilweise über 200 l/m² und darum kam es hier zu Überschwemmungen.

An der Vorderseite des Tiefs wird hingegen extrem warme Luft nach Norden transportiert, so wurden bereits heute Früh in Ajaccio auf Korsika 31 Grad gemessen. Auch bei uns macht sich die warme Luft mit Südföhn bemerkbar.

Verlagerung Richtung Italien

In den kommenden Stunden verlagert sich der Gewitterschwerpunkt in Richtung Montpellier und Marseille, am Abend und in der Nacht ist dann entlang der gesamten Cote d’Azur mit kräftigen Gewitterregen zu rechnen.

Aktuelles Satellitenbild mit Blitze @ METEOSAT, UBIMET

Am Donnerstag wird dann das Gebiet zwischen Genua und Rom von den starken Gewittern heimgesucht. Dabei schwächt sich das Tief allmählich ab, sorgt aber am Freitag noch für kräftige Gewitter auf Sizilien.

Titelbild: Adobe Stock

 

Taifun BUALOI nimmt Kurs auf Japan

Taifun BUALOI vom Satelliten aus betrachtet.

Es ist noch nicht lange her, dass Taifun HAGIBIS auf Japan getroffen ist, wir hatten an dieser Stelle darüber berichtet.

Nun nimmt mit BUALOI der nächste Wirbelsturm Kurs auf den Inselstaat. Noch dreht der Taifun zwar weit entfernt von Japan auf dem Pazifik seine Runden, er zieht aber mit rund 20 km/h Richtung Japan. Mit mittleren Windgeschwindigkeiten von rund 220 km/h und Böen bis Tempo 265 handelt es sich derzeit um einen Taifun der zweithöchsten Kategorie 4.

Auf der folgenden Grafik könnt ihr am unteren Bildrand die aktuelle Position des Sturms erkennen. Die weitere Zugbahn führt BUALOI nun nach Nordwesten und ab Mittwoch nach Nordosten. Freitag befindet sich der Taifun dann schon östlich der Hauptinsel Honshu, etwa auf der geografischen Breite von Tokio.

Die weitere Zugbahn von Taifun BUALOI
Die weitere Zugbahn von Taifun BUALOI

Japan bekommt also im Gegensatz zu HAGIBIS keinen Volltreffer ab, eher streift der Taifun BUALOI die Hauptinsel Honshu im Osten. Nichtsdestotrotz darf die Gefahr dieses Taifuns nicht unterschätzt werden, werfen wir deshalb einen Blick auf die zu erwartenden Windböen und Regenmengen.

Mit Orkanböen bis zu 140 km/h muss man am Freitag vor allem an der Süd- und Ostküste von Honshu rechnen, Tokio kommt voraussichtlich glimpflich davon. In der Metropolregion der japanischen Hauptstadt dürfte der Wind mit Böen zwischen 80 und 100 km/h wehen. Das Hauptsturmfeld befindet sich wie schon erwähnt östlich von Japan auf dem Meer.

Vor allem im Osten Honshus wird es sehr stürmisch.
Vor allem im Osten Honshus wird es sehr stürmisch.

Im westlichen Umfeld des Taifuns soll am Freitag noch ein zweites Tief für teils intensive Regenfälle auf der Ostseite von Honshu sorgen. Vor allem von Tokio hinauf bis nach Fukushima kommen 150 bis 200 l/m² in nur 24 Stunden zusammen, lokal sind staubedingt auch noch größere Regenmengen zu befürchten.

Große Regenmengen im Osten Honshus.
Große Regenmengen im Osten Honshus.

Darüber hinaus wird es an der Ostküste Honshus zu einer Sturmflut kommen, der Pazifik peitscht hier mit Wellen von 5 bis 10 Metern Höhe ans Land.

Quelle Titelbild: Met Office Twitter

Stabiles Herbstwetter setzt sich fort

Nebel im Pinzgau.

Seit etwa 10 Tagen sorgt rege Tiefdrucktätigkeit über dem Nordatlantik und Westeuropa für mildes Herbstwetter in Österreich. Auch in den kommenden Tagen gibt es bei föhnigem Südwind örtlich spätsommerliche Temperaturen: Am Mittwoch treibt kräftiger Föhn die Temperaturen auf bis zu 26 Grad in den Nordalpen und am Alpenostrand. Im Flachland stellt sich allerdings neuerlich eine Inversionswetterlage ein. Besonders im Donauraum, im Wald- und Weinviertel sowie im Mürztal muss man nahezu täglich mit hartnäckigem Nebel rechnen.

Neue Oktoberrekorde

Bereits zum Wochenauftakt sorgten föhniger Südwestwind, in Kärnten und der Steiermark Jauk genannt, und die warmen Luftmassen für einige neue Oktoberrekorde. So stellte beispielsweise Leibnitz mit 27,8 Grad eine neue Bestmarke für den Oktober auf, auch in Bad Gleichenberg, Graz, Hartberg, Kleinzicken und St. Andrä im Lavanttal war es am Montag so warm wie noch nie in einem Oktober.

Hier eine Grafik, die zeigt, wie extrem warm der Montag verbreitet war. Dargestellt sind die Abweichungen der Temperatur vom langjährigen Klimamittel am gestrigen Tag:

Abweichung der Temperatur am Montag vom Klimamittel.
Abweichung der Temperatur am Montag vom Klimamittel.

Abkühlung erst nächste Woche

Kommende Woche deuten die Modelle auf eine Umstellung der Großwetterlage hin. Nach derzeitigem Stand dreht die Höhenströmung ab Sonntag allmählich auf West und in weiterer Folge auf Nord, somit erreichen deutlich kühlere Luftmassen den Alpenraum. Die Unsicherheiten sind noch groß, manche Modelle berechnen ab Wochenbeginn aber eine Abkühlung von mehr als 15 Grad.

Hintergrundwissen: Entstehung von Nebel

Allgemein spricht man bei einer horizontalen Sichtweite von unter einem Kilometer von Nebel. Er besteht aus kondensiertem Wasserdampf in bodennahen Luftschichten. Nebel entsteht durch einen Rückgang der Temperatur unter den sogenannten Taupunkt oder durch eine Zunahme des Wasserdampfes durch Verdunstung bzw. die Mischung von feuchtwarmer und kalter Luft. Meteorologen unterscheiden meist zwischen Strahlungsnebel, orographischem Nebel, Advektionsnebel, Mischungsnebel und Verdunstungsnebel.

Hier eine grafische Übersicht der verschiedenen Nebel-Typen:

Es gibt verschiedene Typen und Entstehungsformen von Nebel.
Es gibt verschiedene Typen und Entstehungsformen von Nebel.

In Österreich treten vor allem die ersten beiden Fälle häufig auf: Strahlungsnebel bildet sich typischerweise nachts in Tal- und Beckenlagen, orographischer Nebel ist hingegen in Ostösterreich typisch: Das Gelände steigt von der Pannonischen Tiefebene in Ungarn bis zum Alpenostrand sowie zum hügeligen Wald- und Weinviertel in Österreich an, wodurch die Luft bei Südostanströmung sanft, aber stetig angehoben wird. Kondensation und in weiterer Folge Nebel ist die Konsequenz.

Quelle Titelbild: foto-webcam.eu

USA: Tropischer Sturm Nestor richtet Schaden an

Über St. Vincent Island im Nordwesten von Florida traf Sturm Nestor am Samstag auf Land. Er ist inzwischen der 14. registrierte Sturm der diesjährigen Hurrikansaison im Atlantik. Bei anhaltend 72 km/h Wind, mit Spitzen von knapp 100 km/h, brachte er zudem große Niederschlagsmengen. Schäden durch Sturm und Überschwemmungen waren verbreitet an der Küste die Folge.

Zahlreiche Tornados

Viel mehr wird Nestor aber aufgrund der hohen Anzahl an Tornados in Erinnerung bleiben. Bisher wurden 8 Tornados  aus den Bundesstaaten Florida, Georgia und South Carolina gemeldet, die aufgrund des Tropensturms entstanden sind.

Der stärkste war dabei ein Tornado der Kategorie EF2 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 217 km/h. Dieser sorgte in der Nähe des Lakeland Regional Airports für erhebliche Schäden an mindestens 50 Häusern und entwurzelte hunderte Bäume. Zudem brach in dieser Gegend die Stromversorgung zusammen.

Kleine Sturmflut

Abgesehen von zerstörerischen Tornados brachte Nestor dem Florida Panhandle eine kleine Sturmflut. In Apalachicola, Florida stieg das Wasser um knapp einen Meter. Die Niederschlagsmengen betrugen durchschnittlich 51-102 mm.

Obwohl es in einigen Gebieten von Florida und Georgia zu Sturzfluten kam, brachten diese nach der schweren Dürre in den letzten Monaten auch das lang ersehnte Nass.

Schwächer als Hurrikan Michael

Nestor traf ungefähr auf das gleiche Gebiet, über das Hurrikan Michael im letzten Jahr hinwegfegte. Von diesem Kategorie 5 – Hurrikan haben sich die Betroffenen immer noch nicht ganz erholt bzw. sämtliche Schäden repariert. Solch ein tropischer Sturm ist nichts, was Menschen in ihrer Region haben wollen. Aber im Fall von Nestor, der im Vergleich zu Michael deutlich schwächer war, sagen viele Bewohner des Panhandle in Florida, dass sie ihn hinnehmen würden.

Altocumulus Lenticularis – Föhnwolken

Föhnwolken am Himmel über Österreich.

Föhnwolken nehmen häufig die Form von Linsen oder Mandeln an, sind langgestreckt und klar von ihrer Umgebung abgegrenzt. Daher werden sie bspw. auch als Föhnfische bezeichnet, machmal sehen sie wie Ufo’s aus. Sie entstehen, wenn Gebirge überströmt werden und die Luft entsprechend gehoben wird. Auf der windabgewandten Seite entstehen Leewellen, welche mitunter ortsfest sind. Die Luft strömt also hindurch, durch aufsteigende Bewegungen an festen Punkten kondensiert die enthaltene Feuchte und Wolken erscheinen beständig an der gleichen Stelle.

Nachfolgend ein paar beeindruckende Impressionen vom Samstagabend:

 

Titelbild: https://pixabay.com/photos/clouds-altocumulus-lenticularis-1380111/

Unwettergefahr in Südwesteuropa

In den kommenden Tagen herrscht Unwettergefahr am Mittelmeer.

In den kommenden Tagen braut sich im westlichen Mittelmeerraum eine gefährliche Wetterlage zusammen, für die Region typisch im Herbst. Ein sogenanntes Höhentief bildet sich nämlich über der Iberischen Halbinsel, dieses ist angereichert mit kalter Luft in der Höhe.

Auf der Wetterkarte für Mittwoch seht ihr das Höhentief bereits sehr gut, dann liegt dessen Kern über dem Osten Spaniens. Sein Gegenspieler ist das Hoch über dem Balkan (das beschert uns ja eine ruhige Wetterwoche). Zwischen Tief und Hoch strömt – symbolisiert mit den blauen Pfeilen – sehr feuchte Mittelmeerluft Richtung Südfrankreich und Spanien:

Ein Tief über der Iberischen Halbinsel sorgt für Unwetter.
Ein Tief über der Iberischen Halbinsel sorgt für Unwetter.

Die hohen Wassertemperaturen sorgen in Kombination mit der kalten Luft in der Höhe für eine labil geschichtete, gewitteranfällige Atmosphäre und somit für ein großes Unwetterpotential. Noch immer misst das Mittelmeer in der Region rund um die Balearen nämlich 22 bis 24 Grad.

Noch immer hohe Wassertemperaturen im Mittelmeer.
Noch immer hohe Wassertemperaturen im Mittelmeer.

Schauen wir uns die zu erwartenden Regenmengen an: Besonders betroffen sind neben den Balearen die Küste und das Hinterland Kataloniens sowie die südfranzösische Region Okzitanien. Hier kommen in den nächsten Tagen 200 bis 300, örtlich sogar bis zu 400 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen.

Viel Regen in Barcelona

Auch die Metropole Barcelona dürfte somit wahre Wassermassen dieser Größenordnung abkriegen. Zur Einordnung: In Barcelona werden im Oktober durchschnittlich „nur“ 90 l/m² gemessen, im ganzen Jahr knapp 600 l/m²!

In Spanien und Frankreich kommen lokal große Regenmengen zusammen.
In Spanien und Frankreich kommen lokal große Regenmengen zusammen.

Aufgewühltes Meer

Doch nicht nur heftige Gewitter samt immensen Regenmengen stehen den beliebten Urlaubsdestinationen bevor. Auch der Wind wird immer wieder stürmisch auffrischen, Böen von 90 bis 110 km/h sind möglich! Dementsprechend aufgewühlt wird sich das Mittelmeer präsentieren, wie unsere letzte Grafik zeigt. So dürften sich am Mittwoch zwischen Mallorca und Südfrankreich Wellen von bis zu 6 Metern Höhe auftürmen!

Hoher Wellengang kommende Woche im westl. Mittelmeer.
Hoher Wellengang kommende Woche im westl. Mittelmeer.

Quelle Titelbild: pixabay

Regen – Sturm – Gewitter: Unwettergefahr im westlichen Mittelmeer

Heftige Regenfälle werden im westlichen Mittelmeer erwartet.

In den kommenden Tagen braut sich im westlichen Mittelmeerraum eine gefährliche Wetterlage zusammen, für die Region typisch im Herbst. Ein sogenanntes Höhentief bildet sich nämlich über der Iberischen Halbinsel, dieses ist angereichert mit kalter Luft in der Höhe. Auf der Wetterkarte für Mittwoch seht ihr das Höhentief bereits sehr gut, dann liegt dessen Kern über dem Osten Spaniens. Sein Gegenspieler ist das Hoch über dem Balkan (das beschert uns ja eine ruhige Wetterwoche). Zwischen Tief und Hoch strömt – symbolisiert mit den blauen Pfeilen – sehr feuchte Mittelmeerluft Richtung Südfrankreich und Spanien:

Ein Tief über der Iberischen Halbinsel sorgt für Unwetter.
Ein Tief über der Iberischen Halbinsel sorgt für Unwetter.

Die hohen Wassertemperaturen sorgen in Kombination mit der höhenkalten Luft für eine labil geschichtete Atmosphäre und somit für ein großes Unwetterpotential. Noch immer misst das Mittelmeer in der Region rund um die Balearen nämlich 22 bis 24 Grad.

Noch immer hohe Wassertemperaturen im Mittelmeer.
Noch immer hohe Wassertemperaturen im Mittelmeer.

Schauen wir uns die zu erwartenden Regenmengen an: Besonders betroffen sind neben den Balearen die Küste und das Hinterland Kataloniens sowie die südfranzösische Region Okzitanien. Hier kommen in den nächsten Tagen 200 bis 300, örtlich sogar bis zu 400 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen. Auch die Metropole Barcelona dürfte somit wahre Wassermassen dieser Größenordnung abkriegen. Zur Einordnung: In Barcelona werden im Oktober durchschnittlich „nur“ 90 l/m² gemessen, im ganzen Jahr knapp 600 l/m²!

In Spanien und Frankreich kommen lokal große Regenmengen zusammen.
In Spanien und Frankreich kommen lokal große Regenmengen zusammen.

Doch nicht nur heftige Gewitter samt immensen Regenmengen stehen den beliebten Urlaubsdestinationen bevor. Auch der Wind wird immer wieder stürmisch auffrischen, Böen von 90 bis 110 km/h sind möglich! Dementsprechend aufgewühlt wird sich das Mittelmeer präsentieren, wie unsere letzte Grafik zeigt. So dürften sich am Mittwoch zwischen Mallorca und Südfrankreich Wellen von bis zu 6 Metern Höhe auftürmen!

Hoher Wellengang kommende Woche im westl. Mittelmeer.
Hoher Wellengang kommende Woche im westl. Mittelmeer.

Quelle Titelbild: pixabay

Spannender Wetter- und Wahlsonntag!

Föhnwolken am Himmel über der Schweiz.

Heute zeichnet sich nicht nur bei den Wahlen, sondern auch beim Wetter ein spannender Sonntag ab. Mit einer starken bis stürmischen südlichen Höhenströmung mit örtlichen Orkanböen (Böen ≥ 118km/h) wird nämlich sehr milde und im Süden auch feuchte Luft an die Alpen geführt. Diese muss am Alpensüdhang aufsteigen, was teilweise intensive Niederschläge zur Folge hat. Seit Freitag sind im Süden örtlich schon über 100 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen (siehe untenstehende Liste). Bis Dienstagvormittag dürften nun vor allem im nördlichen Tessin nochmals weit über 100 Liter dazukommen.

Die Nordschweiz ist dagegen im Lee der Alpen gegenüber den feuchten Luftmassen geschützt, wobei heute in den Alpentälern auch noch ein starker bis stürmischer Föhn dazukommt. So scheint abseits des Nebels zumindest teilweise die Sonne. Dazu erreichen die Temperaturen in den föhnigen Alpentälern weit über 20 Grad, bereits am Morgen gab es in Altdorf und Vaduz um 22 Grad. Tagsüber werden dann 23 bis 26 Grad erreicht, wobei es im Rheintal am wärmsten werden dürfte. Hier könnte auch örtlich die Sommermarke von 25 Grad geknackt werden. Auch in der Höhe ist es mild, die Nullgradgrenze befindet sich auf knapp 4000 Metern. Im Flachland erwarten wir je nach Zeitpunkt der Nebelauflösung zwischen etwa 15 und 20 Grad.

Morgen hält die starke bis stürmische südliche Höhenströmung an, im Süden regnet es weiter teils kräftig. Im Norden schläft der Föhn dagegen ein, sodass der Regen insbesondere in der Westschweiz wie auch schon am letzten Freitag auch auf den Norden übergreifen kann. Im Osten dürfte es – wenn überhaupt – dagegen nur wenig Niederschlag geben.

Niederschlagsmenge seit Freitag 00:00 Uhr (Stand Sonntag 07:40):

Messstationen Niederschlagsmenge (in mm)
Robiei (1898 m ü.M., TI) 131
Airolo (1139 m ü.M., TI) 94
Torricella – Crana (1002 m ü.M., TI) 92
Faido (747 m ü.M., TI) 87
L’Auberson (1096 m ü.M., JU) 70
Longirod (900 m ü.M., VD) 67
San Bernardino (1639 m ü.M., GR) 64
La Brévine (1050 m ü.M., NE) 63
Locarno-Magadino (203 m ü.M., TI) 61
Magglingen (883 m ü.M., BE) 59
Berninapass (2328 m ü.M., GR) 57
Monte Generoso (1608 m ü.M., TI) 54

Quelle Titelbild: Visual Hunt

Tief THILO brachte Gewitter und Böen bis 100 km/h

Sturm

Am Freitag lag Deutschland unter dem Einfluss von Tief THILO mit Kern über den Britischen Inseln bzw. der Nordsee. Die Kaltfront des Tiefs erfasste gegen Mittag zunächst Nordrhein-Westfalen und zog am Nachmittag als geschlossene Linie rasch ost- bis nordostwärts über Niedersachsen und Hessen hinweg. Am Abend erfasste sie in abgeschwächter Form schließlich den Osten des Landes. Einzelne, kräftige Gewitter gab es aber auch in Franken und im äußersten Süden.

In Summe kam es zu knapp 22.000 Blitzen, davon 7.465 in Niedersachsen, 4.372 in Mecklenburg-Vorpommern und 3.743 in Schleswig-Holstein.

Blitzdichte am Freitag
Blitzdichte am Freitag (pink: > 2 Blitze pro Quadratkilometer). © UBIMET

Schwere Sturmböen

Mit Durchzug der Schauer- und Gewitterlinie kam es zu abrupt stark bis stürmisch auffrischenden Westwind. In einem Streifen von NRW über das östliche Niedersachsen bis nach Mecklenburg kam es teils auch zu schweren Sturmböen:

  • 101 km/h Wunstorf (Niedersachsen)
  • 97 km/h Schwerin (M-V)
  • 96 km/h Düsseldorf (NRW)
  • 94 km/h Celle (Niedersachsen)
  • 94 km/h Pelzerhaken (S-H)
  • 93 km/h Belm (Niedersachsen)
  • 91 km/h Bremervörde (Niedersachsen)

Im Fernverkehr der Bahn kam es aufgrund von Bäumen im Gleis zu Umleitungen und Verspätungen, wie etwa auf den Strecken Hannover-Bremen und Hamburg-Berlin. In Voerde in Nordrhein-Westfalen wurde zudem eine Frau von einem umgestürzten Baum schwer verletzt. In Summe gab es im Westen und Norden Deutschlands zahlreiche Feuerwehreinsätze, besonders im Rhein-Erft-Kreis in NRW kam es zu teils schweren Schäden.

Titelbild © Adobe Stock

Fit und gesund durch den Herbst

Sport im Herbst.

Gerade in der Übergangsjahreszeit machen es einem die häufigen Wetterwechsel schwer, zur richtigen Garderobe zu greifen. Die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht erschweren die Wahl der richtigen Kleidung noch weiter. Wer sich also nicht nach dem Zwiebelschalenprinzip kleidet, damit er tagsüber ein paar Schichten ablegen kann, bekommt zunehmend ein Problem. Die Sonne hat nämlich noch genug Kraft hat und ihr kommt leicht ins Schwitzen. Wer allerdings zu viele Kleidungsstücke ablegt, wird rasch vom kühlen Wind überrascht und die Erkältungsgefahr steigt.

Nasskalte Witterung besonders gefährlich

Die Gefahr den Körper zu unterkühlen und damit das Immunsystem zu schwächen, ist besonders bei nasskalter, windiger Witterung hoch.

  • Bei tiefen Temperaturen neigt der Körper dazu auszukühlen.
  • Wird Kleidung oder die Haut nass, verdunstet das Wasser. Dabei entzieht es der Haut Wärme und kühlt diese zusätzlich.

Ansteckungsgefahr

Gerade in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen kann die Virenlast sehr hoch werden. Besonders viele Viren lauern auf Türschnallen oder Liftknöpfen. Ist das Immunsystem bereits geschwächt, kommt es zum Ausbruch von Erkältungen bis hin zu grippalen Infekten oder gar der Grippe. Um dem vorzubeugen, ist regelmäßiges Händewaschen Pflicht.

Was schwächt unser Immunsystem?

  • Kälte: Kühlt der Körper aus, ist er empfindlicher gegenüber Viren. Bitte also immer genug anziehen!
  • Schlafmangel: Schlafen sie weniger als sieben Stunden pro Nacht, ist ihr Risiko zu erkranken um das Dreifache erhöht.
  • Stress: Stress greift die Abwehrkräfte an. Das Einlegen von Pausen hilft, auch so manches gelassener hinzunehmen.
  • Bewegungsmangel: Zu wenig Freizeit an der Natur schwächt uns. Mindestens eine halbe Stunde pro Tag sollten wir an der frischen Luft verbringen und/oder joggen oder schwimmen.
  • Falsche Ernährung: Nicht nur das falsche Essen, auch zu wenig Essen schwächt unsere Abwehrkräfte. Um einem Vitaminmangel vorzubeugen, empfehlen sich einige Portionen Obst und Gemüse pro Tag. Aber auch Vollkornprodukte, Eiweiß und gesunde Fette sollen täglich auf dem Speiseplan stehen.

Stärkung des Immunsystems

Kurz zusammengefasst sollte man auf Folgendes achten:

  • Vitaminreiche Nahrung
  • Sport (einmal pro Tag außer Atem kommen wirkt Wunder)
  • Frischluft (Spaziergänge im Wald helfen)
  • Psychisches Wohlbefinden (kein Stress!)
  • Ausreichend Schlaf (mindestens sieben Stunden)
  • Menschenansammlungen meiden (Infektionsgefahr!)
  • Bei ersten Anzeichen einer Erkältung auf Sport verzichten

Quelle Titelbild: pixabay

25 Grad: Südföhn sorgt noch einmal für Sommertage

Föhnstimmung am Bodensee.

Bereits am heutigen Samstag ist es föhnig, so richtig in Gang kommt der Südföhn dann aber am Sonntag. Die Wetterlage – dargestellt auf dem ersten Bild –  ist typisch für den Herbst: Ein Tief über der Iberischen Halbinsel, hoher Luftdruck über dem Balkan. Daraus resultiert in Österreich eine föhnige Südwestströmung (roter Pfeil).

Wetterlage am Sonntag.
Wetterlage am Sonntag.

In den klassischen Föhntälern (Brandnertal, Wipptal, Großraum Innsbruck, Salzburger Tauerntäler) frischt der Wind morgen mit Böen zwischen 60 und 90 km/h auf. Deutlich ruppiger ist der Südwind aber auf den typischen Föhnbergen. Hier am Beispiel Patscherkofel seht ihr, dass morgen Spitzenböen bis zu 135 km/h erwartet werden. Nur am Dienstag legt der Föhn eine Verschnaufpause ein, sonst geht’s auch nächste Woche föhnig weiter.

Föhnige Tage auf dem Patscherkofel.
Föhnige Tage auf dem Patscherkofel.

Erste Warnungen bzgl. des Föhns wurden bereits gesetzt, hier unsere Warnkarte für heute/morgen.

Sturm-Warnungen am Sonntag.
Sturm-Warnungen am Sonntag.

Die aktuellsten Warnungen für euren Ort findet Ihr übrigens auf der Hauptseite

Der Föhn macht sich aber nicht nur mit Sturmböen bemerkbar, er treibt v.a. in den Nordalpen die Temperaturen auf ein sommerliches Niveau. Am wärmsten mit Höchstwerten von 25 oder sogar 26 Grad wird es beispielsweise in

  • Feldkirch
  • Bludenz
  • Innsbruck
  • Salzburg
  • Weyer

So spät im Jahr sind Sommertage (also Tage mit einem Höchstwert von 25 Grad oder mehr) absolut außergewöhnlich!

Am Montag kommt dann auch im Süden der Steiermark und im Südburgenland noch ein Sommertag für die Bilanz hinzu. Mehr als 6 Monate liegen somit heuer zwischen dem ersten Sommertag (25 Grad am 20. April in Innsbruck) und dem vermutlich letzten in Österreich.

Hier die Top 10 der Stationen mit den meisten Sommertagen 2019:

Ort Anzahl Sommertage 2019
Andau (B) 95
Güssing (B) 94
Seibersdorf (NÖ) + Bad Radkersburg (ST) 93
Hohenau (NÖ) 92
Mörbisch + Neusiedl (B) 90
Wolkersdorf + Tullnerfeld (NÖ) 89
Fürstenfeld (ST) + Wien-City + Langenlois (NÖ) 88
Krems (NÖ) + Wien Donaufeld + Stockerau (NÖ) + Lutzmannnsburg (B) + Graz Strassgang 87
Ferlach (K) + Langenlebarn (K) + Eisenstadt 86

Abschließend noch eine Übersicht der Sommertage 2019 in den Landeshauptstädten. Überall deutlich öfter über 25 Grad als im langjährigen Mittel…

Ort Anzahl Sommertage 2019 Anzahl Sommertage im Klimamittel Differenz
Wien 85 64 +21
St. Pölten 82 59 +23
Eisenstadt 86 66 +20
Linz 75 56 +19
Graz 84 63 +21
Klagenfurt 78 63 +15
Salzburg 62 55 +7
Innsbruck 77 63 +14
Bregenz 56 39 +17

Quelle Titelbild: pixabay

Sonnenaktivität und Klima

Sonnenaktivität und Klima

Die Sonne strahlt nicht immer mit der gleichen Intensität. Die Zahl und Häufigkeit der Sonnenflecken variiert in einem rund 11-jährigen Rhythmus. Auch wenn die Magnetfelder der Flecken punktuell die Abstrahlung hindern, bewirkt die „kühlere“ Sonne keine Abkühlung.

Helle Flecken vs. dunkle

Im Gegenteil, die kühleren und damit strahlungsärmeren Flecken auf der Sonne werden durch so genannte Sonnenfackeln überkompensiert. Sie sind anders als die Flecken heißer und heller als die übrige Sonnenoberfläche. Ihre Zahl steigt und sinkt parallel zu den Sonnenflecken. Es gibt zwar keine theoretische Grundlage, nach der es immer so sein müsste, aber nach den bisherigen Beobachtungen produziert die Sonne bei vielen Sonnenflecken insgesamt sogar mehr Strahlung als eine „blanke“ Sonne.

Das 20. Jahrhundert brachte insgesamt viele Sonnenflecken und auf der Erde gleichzeitig eine Erwärmung, sodass die Theorie aufkam, die Sonnenaktivität sei für den globalen Temperaturanstieg verantwortlich. Dies passte zu den bisherigen Beobachtungen, weil indirekte Methoden eine geringe Sonnenaktivität im kalten 18. Jahrhundert und eine hohe während der mittelalterlichen Wärmeperiode ergaben. Nachdem das Sonnenfleckenmaximum im Jahr 2000 bereits eine deutlich geringere Aktivität als seine Vorgänger zeigte, erwarteten manche Klimatologen eine Trendwende hin zur Abkühlung. Von einer „schwächelnden“ oder gar „kalten“ Sonne war die Rede.

Verlauf von Strahlungsaktivität der Sonne und Globaltemperatur. ©NASA
Verlauf von Strahlungsaktivität der Sonne und Globaltemperatur. ©NASA

Entgegengesetzter Trend

Das nächste Sonnenfleckenmaximum trat dann auch verspätet im Jahr 2014 ein und fiel noch weit schwächer aus als das vorhergehende. Schon das vorherige Minimum war das tiefste seit fast 200 Jahren, und das derzeit laufende schickt sich an, noch niedriger und länger auszufallen. Dennoch ist von der beschworenen kalten Sonne noch wenig zu spüren, die Temperaturkurve auf der Erde geht weiterhin ungebremst nach oben.

Tief THILO sorgt im Norden für Gewitter

Das Sommerwetter legt eine kurze Pause ein.

Deutschland liegt derzeit unter dem Einfluss eines umfangreichen Tiefdruckgebiets namens THILO mit Kern über den Britischen Inseln. Am Freitagvormittag erfasst die Kaltfront des Tiefs den Westen Deutschlands und zieht in weiterer Folge rasch über die Nordhälfte des Landes hinweg.

Die Kaltfront am Freitagvormittag um 10:40 Uhr
Die Kaltfront am Freitagvormittag um 10:40 Uhr. © UBIMET / EUMETSAT

Schauer und Gewitter

Unmittelbar im Bereich der Kaltfront zeichnen sich ab etwa Mittag im Westen und Nordwesten erste Schauer und Gewitter ab, welche aus Westen rasch ost- bis nordostwärts ziehen. Im Laufe des Nachmittags können sich diese in einem Streifen von Nordhessen über das östliche Niedersachsen bis nach Schleswig-Holstein auch linienhaft anordnen. Mit Durchzug der Gewitter dreht der Wind hier von Süd auf Südwest bis West und frischt kräftig auf. Örtlich besteht dabei die Gefahr von schweren Sturmböen! Im Nordwesten ist zudem vereinzelt auch kleiner Hagel nicht ausgeschlossen.

Simuklietres Radarbild mit einer Gewitterlinie am Freitagnachmittag von RACE. C UBIMET
Simuliertes Radarbild mit einer Gewitterlinie am Fr.nachmittag von RACE. © UBIMET

Am Abend erfasst die Front unter Abschwächung dann auch den äußersten Osten des Landes, dabei sind örtlich noch kräftige Windböen um 60 km/h möglich. Im Donauraum und in den Alpen bleibt es dagegen meist trocken.

Oktober ist Föhnzeit

Föhnwolken bei Sonnenuntergang, aufgenommen von einer Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/roethis-west

Gebirgskette und Druckdifferenz sind Voraussetzung

Im Allgemeinen ist Föhn ein Fallwind. Wenn sich Gebirgsketten der Luftströmung  in den Weg stellen, wird die Luft zunächst auf der windzugewandten Seite (Luv) zum Aufsteigen gezwungen, um dann auf der windabgewandten Seite des Gebirges (Lee) wieder talwärts zu strömen, was sich als Fallwind bemerkbar macht. In Europa sind es die über weite Strecken West-Ost verlaufenden Alpen, die namensgebend für dieses Phänomen sind, das sich somit je nach Anströmung als Süd- oder Nordföhn äußert.

Erscheinungsbilder

Die bekannteste Form ist wohl der Südföhn, wenn Luft von Italien über die Alpen strömt. Typisch dafür ist die Annäherung eines kräftigen Tiefs über Westeuropa. An dessen Vorderseite baut sich über dem Alpenraum eine straffe Südströmung auf. Der Luftdruckunterschied zwischen Alpensüd- und Alpennordseite setzt die Föhnströmung in Gang. Beim Aufsteigen an der Alpensüdseite kühlt die Luft ab, wobei es vielfach zur Kondensation und oft auch zur Niederschlagsbildung kommt. Auf der anderen Seite des Gebirgskamms rauscht die Luft sodann als turbulenter Fallwind talwärts, wobei sich diese, ihrer Feuchtigkeit mittlerweile entledigt, schneller erwärmen kann, als sie sich zuvor abgekühlt hat. So kommt es dass die Luft bei gleicher Höhenlage an der Alpennordseite deutlich wärmer als beispielsweise in Südtirol ist.

Speziell im Winter steigt die Wahrscheinlichkeit für Kaltluftseen in den tieferen Tallagen. Dann kommt es bei schwach ausgeprägten Luftdruckunterschieden vor, dass sich der Föhn nicht mehr gegen die kalte Talluft durchsetzen kann und sich auf die Hochtäler beschränkt.

Gut zu sehen ist dieses winterliche Minimum auch im folgenden Bild, es zeigt die Häufigkeit für Südföhn in Innsbruck im Laufe eines Jahres: Die „föhnigste“ Jahreszeit ist demnach der Frühling, ein zweites Maximum gibt es im Oktober. Dazu passt das föhnige Wetter am Wochenende.

Der typische Jahresgang des Südföhns in Innsbruck.
Der typische Jahresgang des Südföhns in Innsbruck.

Des einen Freud, des anderen Leid

Im Gegensatz zur Luv-Seite, wo der Himmel meist bewölkt ist und zum Teil auch der nasse Wettercharakter dominiert, bewirkt Föhn als trockener Wind im Lee oft freundliche Wetterbedingungen. Dabei zeigt sich der Himmel häufig wolkenarm und somit kommen Sonnenhungrige auf ihre Rechnung. Allerdings kann der Föhn in Sachen Windstärke Probleme bereiten, und örtlich durchaus auch für Sturmschäden verantwortlich zeichnen. Überdies ist der Föhn bei manchen Menschen in Verruf geraten, denn er steht in Verdacht, den Organismus zu beeinflussen. Empfindliche Menschen leiden bei Föhn unter Nervosität, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, innerer Unruhe und mitunter auch unter Kreislaufbeschwerden.

Südföhn am Wochenende

Bereits am Dienstag wehte der Südföhn in den Alpen, nach einer Pause ist es hier ab Samstag wieder soweit. Auf der Vorderseite tiefen Luftdrucks über Westeuropa nimmt die Südströmung an Stärke zu, speziell am Samstag und Sonntag sind daher in prädestinierten Tälern von Vorarlberg bis Oberösterreich stürmische Böen zu erwarten, auf den Bergen des Alpenhauptkamms weht der Föhn mitunter in Orkanstärke, wie die nachfolgende Prognose für den Patscherkofel bei Innsbruck zeigt:

Ausschnitt aus einem Vorhersagediagramm für den Patscherkofel @ UBIMET
Ausschnitt aus einem Vorhersagediagramm für den Patscherkofel @ UBIMET

 

Titelbild: Föhnwolken bei Sonnenuntergang, aufgenommen von einer Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/roethis-west

Balearen: Medicane möglich

Möglicher Medicane bei Mallorca Mitte nächster Woche @ UBIMET, ECMWF

Der Mittelmeerraum ist vor allem im Winterhalbjahr eine regelrechte Brutstätte von Tiefdruckgebieten. Dies ist einerseits der Lage des Mittelmeers zwischen den mittleren Breiten und den Subtropen zu verdanken, andererseits auch der zahlreichen, angrenzenden Gebirgsketten, die den Prozess der Tiefdruckentwicklung begünstigen. In der Regel entstehen Tiefdruckgebiete über dem Mittelmeer im Zuge von Kaltluftvorstößen, welche von Tiefs der mittleren Breiten eingeleitet werden. Diese Tiefdruckgebiete weisen im Gegensatz zu tropischen Tiefs einen kalten Kern auf und besitzen Warm- und Kaltfronten.

Medicanes

Unter bestimmten Bedingungen können sich auch im Mittelmeerraum subtropische oder gar tropische Tiefdrucksysteme entwickeln. Obwohl sie die Stärke eines Hurrikans der Kategorie 1 nur in Ausnahmefällen erreichen, werden sie Medicanes (Mediterranean hurricane) genannt. Sie treten vor allem im Herbst auf und dann bevorzugt im Bereich der Balearen und über dem Ionischen Meer. In den meisten Fällen entstehen sie in Folge von Kaltlufteinbrüchen im Mittelmeerraum und werden durch zurückbleibende Höhentiefs begünstigt. Ähnlich wie bei tropischen Tiefdruckgebieten stellt die Kondensation des Wasserdampfs in den Gewitterwolken die treibende Kraft dar (begünstigt durch die Temperaturunterschiede zwischen der Meeresoberfläche und der Luft).

Aktueller Fall

Am Wochenende weitet sich tiefer Luftdruck über Westeuropa weit nach Süden aus, ein Höhentief reicht am Sonntag bis nach Marokko. Zu Beginn der neuen Woche verlagert sich dieses etwas ostwärts und damit deutet die Mehrheit der zur Verfügung stehenden Wettermodelle die Bildung eines neuen Tiefs mit kräftigen Schauern und Gewittern im westlichen Mittelmeer an. Die Unsicherheiten sind noch groß, das Potential für die Entwicklung eines Medicanes mit schweren Sturmböen ist aber vorhanden. Nach aktuellem Stand wären vor allem die Balearischen Inseln wie Mallorca oder Ibiza betroffen.

Animation der 6-stündigen Böen von Dienstag, 22.10.2019 bis Freitag, 25.10.2019 @ UBIMET, ECMWF
Animation der 6-stündigen Böen von Dienstag, 22.10.2019 bis Freitag, 25.10.2019 @ UBIMET, ECMWF

 

Medicane ZORBAS traf 2018 Griechenland

Erst Ende September letzten Jahres wurde vor allem Griechenland von einem Medicane getroffen. Wir haben hier darüber berichtet.

 

Titelbild: Möglicher Medicane Mitte nächster Woche @ UBIMET, ECMWF

460 mm in 9 Stunden: Unwetterartiger Regen bei Genua

@ https://www.facebook.com/rocco.citro.5

Seit Montagabend kommt es bei Genua bereits zu kräftigen Schauern und Gewittern, ausgelöst durch eingeflossene kältere Luft in höheren Luftschichten. Mit einer südlichen Strömung wird zudem feuchte Luft vom Meer her gegen die Berge im Hinterland von Genua geführt und dort gestaut, es regnet sich also beständig aus. Die Stadt Genua war bisher nur in den westlichen Bezirken betroffen, heftig hat es die Region um Mele knapp westlich der Stadt getroffen. Hier sind innerhalb von 9 Stunden bereits mehr als 460 l/m² an Regen gefallen, in einer Stunde waren es allein knapp 115 l/m².

Satellitenbild von Dienstagvormittag @UBIMET, EUMETSAT
Satellitenbild von Dienstagvormittag @UBIMET, EUMETSAT
Niederschlags-Messwerte der Station Mele @ http://93.62.155.214/~omirl/WEB/mappa_sensori.html
Niederschlags-Messwerte der Station Mele @ http://93.62.155.214/~omirl/WEB/mappa_sensori.html
Analyse des 12h-Niederschlags in der Region Genua @ http://93.62.155.214/~omirl/WEB/areali/last_12h.gif
Analyse des 12h-Niederschlags in der Region Genua @ http://93.62.155.214/~omirl/WEB/areali/last_12h.gif

In dieser Region kommen sintflutartige Regenfälle zwar immer wieder mal vor, die Werte sind dennoch beachtlich und führen natürlich auch hier zu Überflutungen:

Wie die nachfolgende Grafik zeigt, halten die Ligurischen Alpen und der küstennahe Bereich um Genua die Rekorde in Italien bzgl. Niederschlag in weniger als 24 Stunden. Aktuell ist man von diesen aber weit entfernt:

Niederschlagsrekorde Italien @ ISPRA
Niederschlagsrekorde Italien @ ISPRA

 

Von sehr ergiebigem Regen ist nicht nur die Region um Genua betroffen, auch in Frankreich hat das Tief SEBASTIEN gestern und in der Nacht auf Dienstag bereits zahlreiche kräftige Gewitter gebracht. Im Zentralmassiv und in den Seealpen nördlich von Nizza und Monaco hat es an einigen Stationen über 100 l/m² geregnet. Zudem kam es hier wie auch schon im Westen und Norden des Landes gebietsweise zu teils schweren Sturmböen.

12h Niederschlagsmengen Frankreich bis Dienstag, 09 Uhr @ UBIMET, MeteoFrance
12h Niederschlagsmengen Frankreich bis Dienstag, 09 Uhr @ UBIMET, MeteoFrance

Mit dem nun entstehenden neuen Tief rückt auch die Alpensüdseite in den Fokus, denn gerade im Piemont und Tessin kündigen sich bis Mittwochvormittag ebenso beachtliche Niederschläge an:

Prognose des 24h-Niederschlags bis Mittwochmorgen @ UBIMET
Prognose des 24h-Niederschlags bis Mittwochmorgen @ UBIMET

 

Titelbild @ https://www.facebook.com/rocco.citro.5

Die Auswirkungen des Wetters auf den Kopf

Symbolbild Kopfschmerzen - Photo credit: Matt From London on Visual hunt / CC BY

Wetterschwankungen bringen Kopfschmerzen?

Viele Menschen meinen, dass sich das Wetter negativ auf Ihr Wohlbefinden auswirken kann. Das häufigste Symptom dieser so genannten Wetterfühligkeit ist der Kopfschmerz. Aus wissenschaftlicher Sicht ist es schwierig, einen direkten Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Kopfwehattacken und dem Verlauf meteorologischer Parameter festzustellen, wenn man nicht zu sehr komplexen statistischen Verfahren greift. Die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen offenbaren aber sehr überzeugende Zusammenhänge, die man folgendermaßen zusammenfassen kann: Der menschliche Organismus kommt mit schnellen Schwankungen von Temperatur, Druck, Wind und Sonnenschein nur schlecht zurecht.

Rasche Veränderungen sind von Nachteil

Befreit man die Messungen der meteorologischen Parameter von den natürlichen, jahreszeitlich bedingten Schwingungen, zeigt sich klar, dass kurzfristige Wetteränderungen und Fluktuationen in hohem Zusammenhang zum Auftreten von Kopfweh bei wetterfühligen Menschen stehen. Dies kann beispielsweise bei massiven Kaltfronten, plötzlichen Erwärmungen und auch bei starkem, böigem Wind der Fall sein. Auf der anderen Seite steht die Erkenntnis, dass der Mensch für den langen Trend der Jahreszeiten und die länger andauernden kalten und heißen Großwetterlagen sehr gut gerüstet ist. Laut Untersuchungen haben im Alpenraum insbesondere zwei Wetterlagen sehr starke Auswirkungen auf Personen mit Neigung zu Migräne:

  1. Föhn: Ein klassischer Kopfwehbringer, da sich die Temperatur bei Föhn sehr schnell ändern kann und der Verlauf von Wind und Luftdruck dabei markante Schwankungen aufweist.
  2. Orkantiefs: Bei rasch ziehenden Sturmtiefs und vor allem bei Orkantiefs treten in der Regel rasche Änderungen von Druck, Temperatur und Wind auf.

Winterliche Hochdruckgebiete lassen uns hingegen aus der Kopfwehperspektive durchatmen und entspannen, denn sie bringen die Konstanz, auf die unser Körper positiv reagiert.

 

Titelbild: Symbolbild Kopfschmerzen – Photo credit: Matt From London on Visual hunt / CC BY

Stürmischer Föhn bringt am Dienstag bis zu 26 Grad

Föhnwolken am Himmel über Österreich.

Den „Verursacher“ der spätsommerlichen Wärme auch am morgigen Dienstag ist leicht auf der folgenden Bodenwetterkarte auszumachen. Über der Nordsee dreht sich zu Mittag das Tief SÉBASTIEN, Österreich liegt an dessen Vorderseite in einer föhnigen Südwestströmung. Auch SÉBASTIENs Kaltfront kann man schon erkennen, sie beschäftigt uns dann ab Dienstagnachmittag und -abend.

Tief Sébastien am Dienstag.
Tief Sébastien am Dienstag.

Wie stark der Südföhn wird, können wir Meteorologen anhand der Druckdifferenz zwischen Nordalpen (z.B. Garmisch-Partenkirchen) und Südalpen (z.B. Bozen) abschätzen. Wir sehen auf folgender Grafik den Verlauf dieses Druckunterschiedes.

Am Dienstag (roter Kasten) erreicht die Differenz ihr Minimum, in Bozen herrscht als also ein deutlich höherer Luftdruck als in Garmisch. Als Ausgleichbewegung hierzu weht in den Nordalpen kräftiger bis stürmischer Föhn.

Südlich der Alpen höherer Druck als nördlich bedeutet Südföhn.
Südlich der Alpen höherer Druck als nördlich bedeutet Südföhn.

Den kräftigsten Föhn mit Böen von rund 70 bis 80 km/h, vereinzelt auch an die 90 km/h erwarten wir morgen vom Brandnertal über den Tiroler Alpenhauptkamm und Innsbruck bis zu den Salzburger Tauerntälern. Doch auch sonst sind in den Nordalpen von Vorarlberg bis nach Niederösterreich sowie in der Buckligen Welt Böen von 60-70 km/h durchaus möglich. Entsprechende Warnungen wurden bereits ausgegeben, diese findet ihr auf der Hauptseite www.uwz.at

Stürmischer Südföhn am Dienstag.
Stürmischer Südföhn am Dienstag.

Der Föhn sorgt aber nicht nur für windige, sondern auch für sehr warme Bedingungen. So klettern die Temperaturen insbesondere in den folgenden Regionen auf 23-26 Grad:

  • Unterinntal
  • Pinzgau, Pongau, Tennengau, Flachgau
  • Salzkammergut
  • Gesäuse
  • Mostviertel
  • Eisenwurzen
Spätsommerlich warm an der Alpennordseite.
Spätsommerlich warm an der Alpennordseite.

Im Laufe des Nachmittags und Abends geht der Föhn dann mit kräftig bis stürmisch auffrischendem Westwind und Regenschauern von Westen her zu Ende.

Quelle Titelbild: pixabay

Grau oder Blau? Hochnebel teilt Österreich

Oben blau - unten grau. Herbst in Österreich

Umgekehrte Verhältnisse

Zu dieser Jahreszeit stellt sich unter beständigem Hochdruckeinfluss immer öfter eine sogenannte Inversionswetterlage ein. Diese zeichnet sich durch eine Umkehr der normalerweise vorherrschenden Abnahme der Temperatur mit der Höhe aus, d.h. „leichte“ Warmluft lagert oberhalb von „schwerer“ Kaltluft. Die Ursache hierfür ist, dass aufgrund der Ausstrahlung die unteren Luftschichten wesentlich schneller abkühlen als die Luftmassen in der Höhe. Bevorzugt in Tal- und Beckenlagen entstehen so bodennahe Kaltluftseen, die durch die immer schwächere Sonne erst spät oder gar nicht mehr ausgeräumt werden können.

Der Blick vom Satelliten heute auf Österreich zeigt die markante Zweiteilung des Landes:

Österreich ist zweigeteilt.
Österreich ist zweigeteilt.

Scharfe Wetterscheide

Bei einer ausgeprägten Inversionswetterlage ist der Übergang von Warm- zu Kaltluft teils sehr scharf. An der Grenze der beiden unterschiedlichen temperierten Luftmassen bilden sich oft Wolken. In den Wetterberichten ist dann von Hochnebel die Rede. Während in den Tälern und Niederungen graues und kaltes Wetter herrscht, sind tagsüber in mittleren und hohen Lagen bei Sonnenschein und ausgesprochen guter Fernsicht ungewöhnlich hohe Temperaturen anzutreffen.

Hier ein aktuelles Beispiel: Auf dem Jauerling über dem Nebel in Niederösterreich (knapp 1000 m hoch) sonnig und fast schon sommerlich mit 23,6 Grad:

Bestes Herbstwetter auf dem Jauerling.
Bestes Herbstwetter auf dem Jauerling.

Kontrastprogramm dagegen in Wien bei trüben 12 Grad:

Trübes Dauergrau in Wien.
Trübes Dauergrau in Wien.

Aber auch ohne Wolkenschicht ist es unterhalb der Inversion häufig dunstig, denn durch die fehlende Durchmischung mit der oberen Atmosphäre sammeln sich Feuchte und Schadstoffe langsam an und die Sicht ist getrübt.

Quelle Titelbild: https://www.foto-webcam.eu/webcam/schwarzenbach/

Straßenverhältnisse im Herbst: 5 Herausforderungen für Autofahrer

Straße im Herbst

Die Umstellung von Sommerzeit auf Winterzeit findet zwar erst in zwei Wochen statt, doch schon jetzt werden die Tage merklich kürzer. Der Pendelverkehr verlagert sich nun zunehmend in die Dämmerung. Mehrere Gefahrenquellen werden somit für Autofahrer zunehmend zum Thema:

  • Sonnenblendung
  • Wildwechsel
  • Nebel
  • Eis
  • Laub

Sonnenblendung

Die Sonne steht derzeit bereits recht tief am Himmel, so kommt es besonders in den Morgen- und Abendstunden vor, dass man beim Autofahren direkt in die Sonne schaut. Dies wirkt sich negativ auf die Sichtweite aus, im Extremfall wird es sogar vergleichbar zu einer Nebelsituation. Selbst die Sonnenblende hilft manchmal nicht, sondern nur eine Verminderung der Fahrgeschwindigkeit.

Wildwechsel

Besonders jetzt im Herbst ist zur Dämmerung viel Wild unterwegs. Da Wildtiere meist auf bekannten Wegen die Verkehrsstraßen der Menschen passieren, warnen Hinweisschilder genau vor dem Wildwechsel. Somit kann die Gefahr von Zusammenstößen zwischen Autos und Wildtieren zumindest minimiert werden. Nichtsdestotrotz gibt es Jahr für Jahr zahlreiche Unfälle!

Gefahr von Wildwechsel auf den Straßen.
Gefahr von Wildwechsel auf den Straßen. © pixabay.com

Nebel und Eis

In den kommenden Wochen nimmt die Nebelanfälligkeit kontinuierlich zu. Bekannte Nebelregionen sind beispielsweise der Bodenseeraum, der Donauraum, das Klagenfurter Becken und das Schweizer Mittelland. Die Sichtweite kann dabei drastisch abnehmen! Frost ist ein Wetterparameter, der erst zum Ende des Herbstes wirklich verbreitet auftritt, in Tal- und Beckenlagen kann es aber bereits jetzt Bodenfrost geben. Besonders auf Brücken kann es dann in den Nächten nach Durchzug einer Wetterfront glatt werden und in klaren Nächten kann sich Reif bilden. Dies ist in den kommenden Wochen besonders gefährlich, da viele Autos noch mit Sommerreifen unterwegs sind.

Raureif und Nebel
Reif und Nebel im Herbst. © Adobe Stock

Rutschiges Laub

Herabfallendes Laub ist vor allem bis Mitte November ein Problem. Gerade nach windigen Tagen sowie kalten Nächten präsentieren sich viele Straßen übersät von bunten Blättern. In Kombination mit Regen oder Tau wirkt das nasse Laub wie ein natürliches Schmiermittel. Allgemein bleiben die Straßen nach einem Frontdurchgang zudem immer länger feucht.

Laub auf den Straßen im Herbst.
Laub auf den Straßen im Herbst. © Adobe Stock

Titelbild © Adobe Stock

Taifun Hagibis hinterlässt schwere Überschwemmungen in Japan

Taifun HAGIBIS hinterlässt schwere Überschwemmungen in Japan

Am Samstag ist der ehemalige Supertaifun Hagibis mit Orkanböen und heftigen Regenfällen auf Japan getroffen. Örtlich wie in Hakone kam es dabei zu Regenmengen von über 900 Liter pro Quadratmeter innerhalb von nur 24 Stunden,  was etwa dem mittleren Jahresniederschlag Innsbrucks entspricht! Durch die extremen Regenmengen sind einige Flüsse über die Ufer getreten und es kam zu Überschwemmungen und Erdrutschen. In Summe kamen dabei mindesten 19 Menschen ums Leben, zudem werden einige noch vermisst.

Niederschlagssummen im Großraum von Tokio
Niederschlagssummen im Großraum von Yokohama und Tokio. © JMA / UBIMET

Vor allem im Bereich der Bucht von Tokio kam es verbreitet zu Orkanböen. Anbei die höchsten Windspitzen:

  • 161 km/h Koudzushima
  • 158 km/h Yokohama
  • 158 km/h Edogawarinkai
  • 154 km/h Tokio Haneda
  • 152 km/h Miyakejima
  • 149 km/h Toukyouo
  • 145 km/h Chiba

In mehr als 100.000 Haushalte gab am frühen Sonntag keinen Strom. Mittlerweile sind etwa 27.000 Soldaten im Einsatz, um die Rettungs- und Aufräumarbeiten zu unterstützen.

Titelbild © anonymousAsia

Kaltluftausbruch in den USA

Season change

In den letzten Tagen hat ein massiver Wintereinbruch weite Teile der USA getroffen. Während im Texas am Mittwoch noch rekordverdächtig hohe Temperaturwerte verzeichnet wurden, erreichte die Temperatur am Donnerstag in weiten Teilen der Rocky Mountains Staaten das andere Extremum.

Kaltluftvorstoß bis weit in den Süden der USA

Bereits am Donnerstag hat ein Vorstoß kalter Luft polaren Ursprungs die US-Bundesstaaten Montana und North Dakota erreicht. Kaltluftvorstöße in den Übergangsjahreszeiten sind in den USA keine Seltenheit, jedoch erreichen sie selten diese Ausmaße.

Kaltluftvorstoß Quelle: GFS/NOAA, UBIMET

Während die Mais- und Sojaernte praktisch noch ausständig ist, wurden die Menschen dort mit tiefwinterlichen Bedingungen konfrontiert. Der erste Schnee dieser Saison wird wohl vielen in Erinnerung bleiben, denn Blizzards mit Sturmböen und vielerorts mehr als ein halber Meter Schnee gibt es nicht alle Tage.

Eine Kaltfront enormer Ausmaße zog praktisch über den halben Kontinent hinweg, von den Rocky Mountains und den Südwesten bis weit in den Mittleren Westen der USA. So stürzte z. B. mir der Kaltfront die Temperatur in Denver binnen 24 Stunden um 30 Grad, von spätsommerlichen 24 auf tiefwinterliche -7 Grad Celsius, Verkehrschaos inklusive! Das war für Denver der bisher größte Temperatursturz im Oktober je beobachtet.

Besonders hart hat es die Bundesstaaten im Norden getroffen, vor allem North Dakota.

Die Kombination aus stürmischem Wind, nassem Schnee und meist noch belaubten Bäumen führt zu vielen abgebrochenen Ästen und in weiterer Folge, da die meisten Stromleitungen in den USA oberirdisch verlaufen, zu Stromausfällen.

Tief ROCCO bringt spätsommerliche Temperaturen und lokale Gewitter

Unwetter

Mitteleuropa liegt am Samstag im Einflussbereich einer westlichen bis südwestlichen Höhenströmung und am Rande von Hoch LISBETH gibt es in der Mitte und im Süden Deutschlands verbreitet sonnige und milde Wetterbedingungen. Von Litauen quer über Norddeutschland bis zum Nordatlantik erstreckt sich hingegen eine Luftmassengrenze, welche für viele Wolken und etwas Regen sorgt.

Tief ROCCO

Im Bereich der Luftmassengrenze über den Nordatlantik entwickelt sich in den kommenden Stunden ein Randtief, welches am Sonntag unter Verstärkung über England hinwegzieht. Deutschland gerät dabei in den Warmsektor des Tiefs und aus Frankreich gelangen warme und teils labil geschichtete Luftmassen ins Land.

Tief Rocco am Sonntagnachmittag
Tief Rocco am Sonntagnachmittag. © UBIMET / NCEP

Örtlich Gewitter

Bereits am Samstagabend nimmt die Schauer- und Gewitterneigung in einem Streifen von Rheinland-Pfalz und dem Saarland bis zum Thüringer Wald zu. Am Sonntag ziehen im Westen und Norden bereits in der ersten Tageshälfte lokale Schauer und Gewitter durch, am Abend ab etwa 20 Uhr sind im äußersten Westen und Nordwesten dann mit Durchzug der Kaltfront weitere Schauer und Gewitter in Sicht. Im Sommer würde solch eine Wetterlage typischerweise für eine erhöhte Unwettergefahr sorgen. Die potentiell verfügbare Energie für Konvektion ist mittlerweile zwar nur noch gering, dies wird allerdings durch die starke Windscherung teilweise kompensiert. Somit kann es örtlich durchaus zu Platzregen und Sturmböen kommen!

Niederschlagsprognose bis Sonntagnacht.von RACE. © UBIMET
Niederschlagsprognose bis Sonntagnacht von RACE. © UBIMET

Spätsommerlich warm

Im Süden und Südosten bleibt es im Einflussbereich von teils föhnigem Süd- bis Südwestwind hingegen trocken und bei viel Sonnenschein wird es spätsommerlich warm. Die Temperaturen steigen in Baden-Württemberg auf bis zu 27 Grad, aber auch in Franken und in Teilen Ostdeutschlands gibt es Höchstwerte um 25 Grad.

Höchstwerte am 13. Oktober
Prognose der Höchstwerte am 13. Oktober von ICON. © DWD / UBIMET

Die Kaltfront von Tief ROCCO erfasst Montagnacht nur den Westen und Nordwesten Deutschlands, da sie mit Ankunft eines weiteren Randtiefs rasch wieder am warmaktiv wird. Somit bleiben die Höchstwerte auch am Montag und Dienstag im Südwesten sowie im Osten des Landes im Bereich der 25-Grad-Marke.

Titelbild © AdobeStock

51. Barcolana im Golf von Triest

Jährlich am zweiten Sonntag im Oktober findet in Triest die Barcolana statt. Es handelt sich um die größte Segelregatta weltweit: Zum 50-jährigen Jubiläum wurde im Jahr 2018 mit 2.689 Teilnehmerbooten sogar ein neuer Rekord aufgestellt und die Barcolana wurde im „Guinness Buch der Rekorde“ als größte Segelregatta der Welt aufgenommen. Die Teilnehmer werden je nach Bootsgröße in unterschiedliche Kategorien aufgeteilt, sowohl Profis als auch Hobby-Segler starten allerdings gleichzeitig. Erstmals fand der Wettbewerb im Jahr 1969 statt.

Segelboote
Barcolana in Triest. © Adobe Stock

Hochnebel und kaum Wind

Zur Barcolana präsentiert sich das Wetter heuer von seiner grauen Seite. Von Beginn an halten sich hochnebelartige Wolken über dem Golf, im Laufe des Tages lockern diese aber etwas auf und zumindest zeitweise zeigt sich bei diesigen Verhältnissen die Sonne. Problematischer für die Teilnehmer präsentiert sich allerdings der kaum vorhandene Wind: In den Morgenstunden weht noch ein leiser Zug aus östlicher Richtung, zum Start der Regatta zeichnen sich beinahe windstille Bedingungen ab (1-3 kt). Im Tagesverlauf ist dann mit einem Hauch an westlichem Wind zu rechnen. Die Temperaturen steigen von 16 Grad in der Früh auf rund 21 Grad am Nachmittag an.

Kein Wind am Sonntagvormittag
Am Sonntagvormittag herrscht nahezu Windstille im Golf von Triest. © ECMWF / DWD

Bora

Der bekannteste Wind in Triest ist die Bora. Es handelt sich dabei um einen kalten, böigen Wind aus nordöstlicher Richtung, der je nach Wetterlage an der Adriaküste zwischen Triest, Kroatien und Montenegro auftritt. Besonders im Winter ist er meist schneidend kalt und erreicht in Böen sogar Orkanstärke. Die Barcolana hatte bereits mehrmals mit der Bora zu kämpfen, wie beispielsweise auch im Jahr 2000, als zahlreiche Teilnehmer nicht das Ziel erreichen konnten. Durchschnittlich kam es im Zeitraum von 1994 bis 2018 in 42% der Fälle zu Bora, während bei etwa jeder vierten Regatta nahezu Windstille herrschte.

Titelbild: AdobeStock

Warum gibt es Nebel im Herbst?

Nebel kommt im Herbst besonders oft vor.

In den Tälern der Alpen sowie der Mittelgebirge kommt es schon im Spätsommer und Frühherbst öfters zu Frühnebel, im Herbst beginnt die Nebelsaison dann so richtig.

Typische Verteilung von Frühnebel

Nebel am Morgen gibt es in Österreich besonders häufig entlang von Mur und Mürz sowie in den Tal- und Beckenlagen Kärntens. Die Alpentäler sind generell anfälliger für Frühnebel als das Flach- und Hügelland. In Deutschland beginnen die Tage besonders in den Tälern der Mittelgebirge oft neblig, auch vom Bodensee entlang der Donau bis nach Niederbayern gibt es oft und verbreitet Nebel. In der Schweiz erweisen sich die Alpentäler und das Mittelland als nebelanfällig.

Temperaturunterschiede

Im Spätsommer und Herbst werden die Tage kürzer und die Nächte länger. Bei windstillen Verhältnissen und klaren Nächten kühlt die Luft stark ab und sammelt sich in den Tälern. Immer öfter bildet sich dort eine Art Kaltluftsee, indem es kühler ist als auf den umliegenden Hügeln und Bergen. Hinzu kommt, dass kalte Luft weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann und somit schnell vollständig mit Wasserdampf gesättigt ist. Dadurch beginnt die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit zu kondensieren, also vom gasförmigen in den flüssigen Zustand überzugehen. Die daraus entstandenen, feinen Wassertröpfchen bezeichnen wir als Nebel.

Im Laufe des Herbstes werden Nebelfelder immer langlebiger und zäher, da die Sonne nicht mehr die nötige Energie liefert, um diese „wegzuheizen“. Die Kaltluftseen können sich dann oft von Tag zu Tag weiter ausdehnen, wodurch die Nebelwahrscheinlichkeit weiter ansteigt.

Wind und Nebel

Zur Nebelauflösung kommt es dann meist erst, wenn starker Wind die bodennahe Kaltluft „verbläst“. Häufig ist das im Zuge von Kaltfronten oder durch Föhn der Fall. Aber auch eine Wolkenschicht über dem Nebel reicht, damit sich die Nebelfelder lichten. Gerade der Wind ist auch der Grund, warum das Flachland in der Regel seltener von Nebel betroffen ist.

Zusammengefasst: Die Gründe, warum es im Spätsommer und Herbst häufiger in den Tälern nebelig ist, sind große Temperaturunterschiede zwischen bodennahen und höheren Luftschichten und das Fehlen von Wind.

Quelle Titelbild: pixabay

Taifun HAGIBIS zieht auf Japan zu

Taifun Hagibis auf dem Pazifik vor Japan

Momentan wütet der Taifun noch fernab jeglicher Zivilisation auf dem Pazifik, seine Kennzahlen sind aber durchaus beeindruckend:

  • Wellenhöhen 15-20 Meter
  • Mittlere Windgeschwindigkeiten 260 km/h
  • Spitzenböen 300 km/h
  • Durchmesser des Auges rund 50 km

Seine weitere Zugbahn führt HAGIBIS nun nordwärts, über dem knapp 30 Grad warmen Meerwasser wird er sich dabei kaum abschwächen. Somit rückt ab Samstag (Ortszeit) die japanische Hauptinsel Honshū in den Fokus des Wirbelsturms.

Taifun HAGIBIS
Taifun HAGIBIS

Auf der folgenden Animation kann man wunderschön das typische Auge des Taifuns erkennen:

Voraussichtlich am Samstagnachmittag (Lokalzeit) trifft der Taifun dann zwischen Nagoya und Tokio als Taifun der Kategorie 3 (von 5) auf Land. Neben Orkanböen von bis zu 180 km/h an der Küste werden vor allem die immensen Regenmengen zu Beeinträchtigungen im öffentlichen Leben führen.

Hier seht ihr die prognostizierten Niederschlagsmengen des europäischen Wettermodells: Verbreitet dürften um die 200 Liter Regen pro Quadratmeter zusammenkommen, in etwas hügeligerem Gelände sind aber auch 300 bis 500 l/m² denkbar!

Immense Regenmengen kommen in Japan zusammen.
Immense Regenmengen kommen in Japan zusammen.

Formel 1 und Rugby betroffen

An diesem Wochenende findet das F1-Rennen in Suzuka statt, der Taifun dürfte das Rennprogramm gehörig durcheinanderwirbeln. Während die Trainings am Freitag wohl noch wie geplant stattfinden können, fällt das Programm am Samstag dem Taifun zum Opfer.

Der Taifun dürfte am Samstag knapp östlich von Suzuka auf Land treffen und massiven Regen an der Rennstrecke bringen. Bis Sonntag ist der Taifun aber schon nach Nordosten abgezogen und somit werden wohl, wie vor 5 Jahren bei Taifun PHANFONE, Qualifying und Rennen am Sonntag stattfinden.

Auch die Rugby-WM findet als zweites sportliches Großereignis derzeit in Japan statt, sie wird am Samstag ebenso vom Taifun betroffen sein. So wurden bereits die für diesen Tag angesetzten Partien Neuseeland-Italien und England-Frankreich abgesagt und vorab mit 0:0 gewertet.

 

Quelle Titelbild: Japan Meteorological Agency (JMA)

Der Goldene Oktober kommt

Goldene Oktober

Der Ausdruck „Goldener Oktober“ hat im deutschsprachigen Raum eine sehr lange Tradition. Er wurde nachweislich bereits vor mehreren hundert Jahren verwendet, wobei das exakte Datum des Aufkommens allerdings nicht gesichert ist.

Faktor Vegetation

Die Bezeichnung bezieht sich auf die in den Herbstmonaten einsetzende Blattverfärbung der Laubwälder. Diese ist nicht auf den Oktober beschränkt, sondern beginnt eher fließend allmählich im Spätsommer und endet im Laufe des Spätherbstes bzw. zu Winterbeginn. Im Oktober ist die Verfärbung aber häufig am Höhepunkt. So kommt es auch, dass im Herbst mit der abnehmenden Sonnenstrahlung die Photosynthese nachlässt. Um den dazu benötigten, wichtigen grünen Farbstoff Chlorophyll über den Winter nicht zu verlieren, wird dieser den Blättern entzogen und andere Farbstoffe werden sichtbar. Bei Lärchen und Birken etwa kommt es durch Karotin zu einer gelb bis goldgelben Färbung, bei Eiche und Ahorn hingegen sorgt der Stoffe Anthocyan für einen deutlich rote Farbe, während Buchen und Eichen aufgrund von Gerbstoffen eher ins Bräunliche gehen.

Faktor Sonne

Die Färbung der Blätter wird durch die verstärkte Streuung des Sonnenlichts in dieser Jahreszeit zusätzlich hervorgehoben, insbesondere bei tiefstehender Sonne. Denn dann überwiegt die gelb-rötliche Strahlung, welche die Blattverfärbung noch besser und intensiver zur Geltung bringt. Oftmals geht der Farbton sogar ins Goldene. Diese wunderbare Verfärbung kann man ab Freitag dank eines mächtigen Hochs beinahe überall genießen.

Titelbild: Adobe Stock

Supertaifun HAGIBIS bedroht Japan

Taifun HAGIBIS hat sich in den vergangenen Tagen in unglaublicher Schnelligkeit über dem Pazifik von einem tropischen Tief in einen Taifun der höchsten Kategorie 5 entwickelt.

Solch starke Stürme die Windböen über 250 km/h produzieren werden allgemein als Supertaifune bezeichnet.

Zugbahn Richtung Japan

Derzeit befindet sich der Sturm noch mitten auf dem Pazifik, steuert nun aber nach Nordnordwest und erreicht am Samstag die japanische Hauptinsel Honshu. Nach derzeitigen Berechnungen trifft er leicht abgeschwächt als Wirbelsturm der dritten Kategorie knapp westlich der Hauptstadt Tokio auf Land.

Zugbahn von Taifun Hagibis

Dabei sind an der Küste immer noch Windgeschwindigkeiten von 180 km/h zu erwarten, meterhohe Wellen und dazu hat HAGIBIS reichlich Regen im Gepäck. Verbreitet fallen in 24 Stunden 200 bis 300 l/m², in den gebirgigen Regionen der Insel sind stellenweise auch bis zu 500 l/m² zu erwarten. Überschwemmungen und Sturmschäden werden das öffentlich Leben am Wochenende massiv beeinträchtigen!

F1-Programm in Suzuka beeinträchtigt

An diesem Wochenende findet das F1-Rennen in Suzuka statt und Taifun HAGIBIS dürfte das Rennprogramm gehörig durcheinander wirbeln. Während die Trainings am Freitag wohl noch wie geplant stattfinden können, fällt das Programm am Samstag dem Taifun zum Opfer.

24 h Niederschlagsumme bis Samstagabend MESZ

Der Taifun dürfte am Samstag knapp östlich von Suzuka auf Land treffen und massiven Regen an der Rennstrecke bringen. Bis Sonntag ist der Taifun aber schon nach Nordosten abgezogen und somit wird wohl, wie vor 5 Jahren bei Taifun PHANFONE, Qualifying und Rennen am Sonntag stattfinden.

Auch die Rugby-WM in Japan dürfte durch den Taifun Spiele verschoben werden. So trifft am Samstag in Yokohama England auf Frankreich und zum Spielbeginn dürfte der Wirbelsturm direkt darüber liegen. Eine Verschiebung des Spiels ist somit sehr wahrscheinlich.

Titelbild: https://himawari8.nict.go.jp/

 

Oktober bisher kühl und in den Nordalpen nass

Die ersten Oktobertage standen meist im Zeichen von Tiefdruckgebieten, die für kühles und nasses Wetter sorgten. Somit ist es wenig verwunderlich, dass der Oktober bisher landesweit und 2 Grad zu kühl verlief. Besonders unterkühlt war es bisher auf den Bergen, eine Spur zu mild verlief der Oktober bisher nur im äußersten Südosten.

Bisherige Temperaturabweichung im Oktober im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt.

Teilweise schon Monatsniederschlag erreicht

Die ersten Oktobertage verliefen nicht nur zu kühl, sondern auch recht nass. Nur im Süden war es bisher etwas zu trocken. Deutlich zu viel Regen fiel in Vorarlberg, im Tiroler Außerfern, im Großraum Salzburg sowie durch Gewitter im Südburgenland.

Niederschlagsabweichung zum Klimamittel

In diesen Regionen wurde das Monatssoll an Regen schon erreicht bzw. übertroffen. Auch am Mittwoch kommen im Norden noch einige Liter pro Quadratmeter an Regen hinzu.

Am Freitag kommt perfektes Herbstwetter

Bis freitag bleibt es noch wechselhaft, aber schon recht mild. Am freitag setzt sich dann ein mächtiges Hoch durch und aus Südwesten kommt nochmals sehr milde Luft in den Alpenraum. Somit überwiegt dann der Sonnenschein und die Höchstwerte liegen verbreitet zwischen 20 und 25 Grad. In der kommenden Woche geht es wohl mild weiter, allerdings könnte dann der Hochnebel allmählich zäher werden.

Titelbild: Adobe Stock

Bis Freitag unbeständiges Westwetter

Die Warm- und Kaltfront von Tief PETER überqueren am Dienstag den Großteil des Landes und leiten eine unbeständige und windige Wetterphase ein. Dabei kommt die Kaltfront am Nachmittag nur mehr langsam nach Süden voran und sorgt vom Saarland bis nach Franken und Sachsen für ergiebigen Regen.

Regensumme am Dienstag @UBIMET

Windiges und unbeständiges Westwetter

Am Mittwoch liegt die Kaltfront dann über dem äußersten Süden und bringt hier anhaltenden und kräftigen Regen.

Regensumme am Mittwoch @UBIMET

Im übrigen Land ziehen mit frischen bis kräftigen Südwestwind einige Schauer und im Nordwesten mitunter auch kurze Gewitter durch.

Frontekarte am Mittwoch

Im Einflussbereich von Tief PETER bleibt es auch am Donnerstag wechselhaft und der Wind legt noch ein wenig an Stärke zu. Vor allem in der Mitte und im Süden gibt es stellenweise Sturmböen. Dazu ziehen neuerlich zahlreiche Schauer und einzelne Gewitter durch.

Am Wochenende kommt der Goldene Oktober

Am Freitag nimmt dann von Südwesten der Hochdruckeinfluss zu und das Wetter beruhigt sich allmählich, am Wochenende setzt sich dann vielerorts sonniges und angenehm warmes Herbstwetter durch. Etwaige Frühnebelfelder lösen sich meist rasch auf und tagsüber steigen die Temperaturen auf 20 bis 25 Grad. Nur im äußersten Norden hält der Tiefdruckeinfluss an, hier bleibt es unbeständig und windig.

Titelbild: Adobe Stock

Kleiner Gruß vom Winter

Aus Norden eingeflossene Kaltluft in Verbindung mit einem Tief über Italien haben am Montag in der Früh die Schneefallgrenze am Alpenostrand und im Waldviertel auf knapp unter 1000 m gedrückt. So waren etwa die Wiesen am Jauerling, auf der Hohen Wand oder am Semmering angezuckert.

Bärnkopf im Waldviertel auf 970 m
Skilift Jauerling auf 960 m
Hohe Wand -zur Kleine Kanzel auf 1090 m

Im Waldviertel ist es bereits trocken und auch im Semmeringgebiet klingt der Niederschlag im Laufe des Vormittags ab. Deutlich mehr Neuschnee gab es im Westen des Landes, hier lag die Schneefallgrenze aber deutlich höher bei rund 2000 m.

Neuschneemengen seit Mitternacht

Dem Osten steht eine kalte Nacht bevor

In den Nordosten von Österreich fließt am Montag trockene und für die Jahreszeit recht kalte Luft ein. Dadurch lösen sich die Wolken auf und in der kommenden Nacht bleibt es vom Waldviertel über Wien bis ins Burgenland und die Oststeiermark weitgehend klar und auch windstill. Ideale Voraussetzungen für eine kalten Morgen.

Lufttemperatur am Dienstagmorgen @ UBIMET

Somit muss man sich in diesen Regionen verbreitet auf Bodenfrost einstellen, aber auch Luftfrost ist z.B. im Kamptal, im nördlichem Weinviertel, im Steinfeld und generell in Senke zu erwarten. Auch am Wiener Stadtrand etwa in Unterlaa oder Mariabrunn werden die Temperaturen um den Gefrierpunkt liegen. Deutlich milder verläuft der Morgen im Westen und Süden, hier ist die Luftmasse milder und auch Wolken schützen vor starkem Auskühlen.

Restliche Woche deutlich milder

Dienstagmorgen ist dann aber der Tiefpunkt für diese Woche erreicht. Bereits tagsüber setzt sich mit einer Warmfront deutlich milderes Wetter durch, das uns die ganze Woche über bleibt. Dabei bleibt es bis Freitag noch unbeständig anschließend scheint dich der Goldene Oktober mit Höchstwerte zwischen 20 und 25 Grad einzustellen.

Fallstreaks – Löcher am Himmel

Quelle: Wikipedia. https://de.wikipedia.org/wiki/Hole-Punch_Cloud#/media/Datei:HolePunchCloud.jpg

Die „Fallstreaks“ (auch „Hole-Punch-Wolke“ genannt) wird seit dem Jahr 2017 von der WMO als eigenständige Sonderklasse unter dem Namen cavum (lat. Höhle, Loch) geführt und tritt meist in Cirrus- oder Altostratuswolken auf. Das räumliche und zeitliche Auftreten dieser Wolkenlöcher ist noch nicht gänzlich geklärt, allerdings sind die Mechanismen bekannt:
In der Wolkendecke befinden sich viele kleine, unterkühlte Wassertröpfchen, also Wasser in flüssiger Form bei Temperaturen weit unter der 0-Grad-Grenze. Fallen nun Eiskristalle aus höheren Luftschichten in die unterkühlte Wolke, frieren die Wassertröpfchen rasch an den Eiskristallen an. Es folgt eine Kettenreaktion an unzähligen dieser Kristalle, meist kreisförmig vom Anfangspunkt weggerichtet. In Summe beobachtet man eine Art Wolke, die aus dem entstandenen Loch herausfällt. (Ein vergleichbares, aber weitaus häufigeres Phänomen sind Fallstreifen – Virga.)

Altocumulus cavum über der Südschweiz 2012. Quelle: Wikipedia
Altocumulus cavum über der Südschweiz 2012. Quelle: Wikipedia

Woher kommen die Eiskristalle?

Es wird angenommen, dass die Eiskristalle meist aus Kondensationsstreifen stammen, aber auch, dass die Druckunterschiede an Flugzeugpropellern oder den Tragflächen zur Entstehung der Eisteilchen führen können. Fliegt ein Flugzeug durch oder oberhalb dieser Wolkenschicht entlang, entsteht eine langgezogene, ausfallende Wolke.

 

 

Ebenjener Effekt tritt auch beispielsweise bei Start und Landung in sehr feuchter Umgebungsluft hinter den Tragflächen eines Flugzeugs auf, allerdings ist hier die Luft deutlich wärmer – die Wolke verdunstet gleich wieder:

 

 

Weiterführende Links:

 

Quelle Titelbild: wikipedia.org

Wechselhafte Wetterwoche, ab Freitag Goldener Oktober

Lediglich in Teilen Osttirols und Kärntens blieb es am Samstag trocken, sonst war es ein launischer Herbsttag wie er im Buche steht. Von Vorarlberg bis Niederösterreich regnete es anhaltend und kräftig, Schauer und gar einzelne Gewitter zogen mit kräftigem Wind im Nordosten durch. 43 l/m² wurden in Summe in Kössen gemessen, 42 l/m² waren es in Warth am Arlberg, mit Sturmböen von bis zu 83 km/h wehte der Wind in Wien.

Niederschlagssumme Österreich vom 05.10.2019 @ UBIMET
Niederschlagssumme Österreich vom 05.10.2019 @ UBIMET

Schnee teils bis 1000 m

Zwar ist der Wind nun erstmal kein Thema mehr, mit der aufziehenden Warmfront des nächsten Tiefs ist ab Sonntagnachmittag im Westen jedoch wieder mit anhaltendem Regen zu rechnen. Am Montag regnet es am Vormittag noch von Vorarlberg bis ins Mostviertel verbreitet, Schnee fällt von Ost nach West bereits oberhalb von 1000 bis 1800 m. Sonst überwiegen zunächst ebenfalls die Wolken. Am Nachmittag klingt der Regen mit Ausnahme vom Salzkammergut weitgehend ab und abseits des Berglands scheint zumindest ab und zu noch die Sonne. Die Temperaturen kommen nicht über 7 bis 15 Grad hinaus.

Der Dienstag beginnt im Nordosten nach einer meist klaren Nacht ausgesprochen kalt. Häufig liegen die Tiefstwerte am Morgen zwischen 0 und +5 Grad, lokal kann es im östlichen Flachland erstmals in diesem Herbst leichten Frost geben. Der Tag selber verläuft hier häufig sonnig, aber auch von Tirol bis in die Obersteiermark scheint die Sonne zumindest zeitweise. In Vorarlberg und ganz im Norden zieht es ab Mittag wieder zu und am Abend kann es hier vereinzelt etwas regnen. Im Tagesverlauf kommt lebhafter, im Bergland nördlich des Alpenhauptkamms föhniger Südwind auf. Die Temperaturen steigen auf 13 bis 20 Grad.

Webcam Körbersee @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/koerbersee/
Webcam Körbersee @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/koerbersee/

Verbreitet Regen am Mittwoch

Am Mittwoch überwiegen die Wolken, nur im Südosten scheint anfangs noch die Sonne. Zunächst regnet es durch einen Tiefausläufer besonders an der Alpennordseite häufig, am Nachmittag gehen dann auch im Süden und Osten kräftige Regenschauer nieder. Am Abend frischt im Donauraum und im Nordosten lebhafter Westwind auf. Von Nordwest nach Südost werden 9 bis 20 Grad erreicht.

Am Donnerstag halten sich an der Alpennordseite einige Wolken und bringen ab und zu etwas Regen. Von Osttirol bis ins Burgenland scheint zumindest zeitweise die Sonne und es bleibt meist trocken. Es weht mäßiger, am Bodensee und im Donauraum auch lebhafter bis kräftiger Wind aus West bis Südwest. Die Höchstwerte liegen zwischen 10 und 18 Grad.

@ https://stock.adobe.com
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Goldener Oktober in Sicht

Nachfolgend deuten die Wettermodelle auf eine beständige und ruhige Wetterphase hin. Auf der Vorderseite tiefen Luftdrucks über dem Ostatlantik wird mit einer südlichen Strömung zudem wieder milde Luft herangeführt. Nach aktuellem Stand sind am Wochenende wieder 20 bis 25 Grad zu erwarten, reichlich Sonnenschein begleitet uns schließlich bis in die folgende Woche.

Titelbild @ https://stock.adobe.com

Wieder Taifungefahr für Formel 1 in Japan

Maximale Böen über 6 Stunden am Sonntagmittag Ortszeit @ ECMWF, UBIMET

Update 06.10.2019

Die großen Globalmodelle sind sich weiterhin überraschend einig, was bei tropischen Systemen mehrere Tage im Voraus selten vorkommt. Alle sehen den Taifun am kommenden Wochenende im Umfeld von Japan. Einen Einfluss auf die F1 wird er mit erhöhter Wahrscheinlichkeit haben, für Details ist es jedoch noch zu früh.

Inzwischen ist aus der tropischen Depression übrigens ein tropischer Sturm geworden, die zuständige Behörde hat ihn auf den Namen HAGIBIS getauft. Nachfolgend ein aktuelles Satellitenbild und die vom JTWC berechnete Zugbahn:

Satellitenbild des tropischen Sturms HAGIBIS von Sonntag @ JTWC
Satellitenbild des tropischen Sturms HAGIBIS von Sonntag @ JTWC
Prognostizierte Entwicklung und Zugbahn @ JTWC, https://www.metoc.navy.mil/jtwc
Prognostizierte Entwicklung und Zugbahn @ JTWC, https://www.metoc.navy.mil/jtwc

 

Artikel vom 05.10.2019

20W – so der aktuelle Name einer tropischen Depression, welche sich gerade mitten auf dem offenen Pazifik formiert, weit entfernt von jeglicher Zivilisation. Doch dieser weiße Wolkenbatzen am Satellitenbild hat es in sich. Das Joint Typhoon Warning Center rechnet mit einer rapiden Intensivierung innerhalb der nächsten Stunden und weist auf die Möglichkeit hin, dass sich daraus innerhalb von 5 Tagen ein Supertaifun entwickeln könnte. Dies entspricht der höchsten Hurrikankategorie 5.

Prognostizierte Entwicklung und Zugbahn @ JTWC, https://www.metoc.navy.mil/jtwc
Prognostizierte Entwicklung und Zugbahn @ JTWC, https://www.metoc.navy.mil/jtwc

 

Und in der Tat stützen dies die globalen Wettermodelle GFS und ECMWF, beide sind sich bzgl. der Entwicklung, der Zugbahn und des Timings relativ einig. Gerade bei noch nicht entstanden Stürmen ist dies selten. Demnach verlagert sich der zukünftige Taifun, dessen Name wohl bald folgen wird,  zunächst langsam nach Westen Richtung Guam, um dann Ende der Woche allmählich Richtung Japan nach Norden einzuschwenken.

Ensemble der möglichen Zugbahnen gemäß dem GFS-Modell @ tropicaltidbits.com
Ensemble der möglichen Zugbahnen gemäß dem GFS-Modell @ tropicaltidbits.com

Die Rahmenbedingungen wie Wassertemperaturen oder Strömungsbedingungen sind sehr gut und so soll sich dieser unscheinbare Wolkenbatzen rasch zu einem Taifun intensivieren. Entsprechend aktueller Prognosen sollte der Taifun im Laufe des Wochenendes die ersten südlichen Inseln Japans erreichen, das Sturmfeld würde für das Formel 1-Event noch keine Rolle spielen. Vorlaufende Regenbänder würden jedoch auch am Samstag und Sonntag schon die Hauptinsel treffen.

Noch einmal: Es ist nur ein erster Hinweis auf eine mögliche bedrohliche Entwicklung, sie kann sich noch ändern. Doch nicht erst seit dem Taifun ‚Phanfone‘ 2014 dürfte man im Umfeld der Formel 1 auf derartige Entwicklungen ein gutes Auge haben.

 

Titelbild: Maximale Böen über 6 Stunden am Sonntagmittag Ortszeit, Stand: 06.10.2019 @ ECMWF, UBIMET

Wiesnwetter 2019

Zum Oktoberfestfinale am Sonntag heißt es besonders nachmittags wieder: Hinein in die Zelte.l

Derzeit ist München wieder gut besucht von internationalen Gästen der heurigen Wiesn. Viele kommen in Tracht, stylisch soll sie sein, aber auch traditionell. Wir sagen euch, was passend zum Wetter in diesen Tagen die vernünftigste Kombination aus Dirndl mit Strickjacke oder Hirschlederne mit Joppn ist.

Aktuelle Infos zur Wiesn, Übersichtspläne, Termine und Sonstiges gibts auf 00der offiziellen Oktoberfest-Hompage, wie auch Livebilder verschiedener Wiesnbereiche.
Zusätzliche Infos gibt’s auf der Homepage der Stadt München selbst.

Das aktuelle Wetter

Spätestens nach dem Wochenende sollte auch dem letzten Wiesngast die nüchterne Erkenntnis ereilen, dass nun endgültig der Herbst Einzug gehalten hat – Rasche Wetterwechsel begleiten uns auch in die neue Arbeitswoche.

Aussichten

Nach einem durchwachsenen Vormittag gehen der Samstagnachmittag und -abend beschaulich und trocken zu Ende. Auch in der Nacht auf Sonntag bleibt es regenfrei und die Wolken geben immer mehr vom Nachthimmel preis. Wer für den Abend noch einen Tisch in einem der Wiesnzelte ergattern konnte, sollte auf alle Fälle warme Kleidung mitbringen, denn der nächtliche Heimweg wird bei rund 3 Grad richtiggehend frostig!

Freundlich und trocken startet der Sonntag, aber noch am Vormittag zieht es wieder zu und im Laufe des Nachmittags setzt leichter Regen ein. Mit bis zu 12 Grad bleibt es zudem der Jahreszeit entsprechend kühl. In der Nacht auf Montag regnet es dann auch zeitweise kräftig.

Weiterer Ausblick

Dicht bewölkt und nass geht es in die neue Arbeitswoche, die Sonne macht sich am Montag rar, aber immerhin spielt der Wind keine Rolle. Die Höchstwerte bleiben mit rund 11 Grad nahezu unverändert.

Etwas sonniger als der Vortag präsentiert sich der Dienstag. Den Regenschirm sollte man aber auch dann dabei haben, wenn besonders am Nachmittag immer wieder kurze Regenschauer herunterprasseln. Dazu weht allenfalls mäßiger Südwestwind und die Temperaturen schaffen es wieder auf 15 bis 17 Grad.

 

Das wetter.tv-Team wünscht allen Besuchern ein letztes, friedliches und schönes Wies’n-Wochenende!

 

Titelbild: pixabay.com

Kräftige Gewitter in Griechenland

Bereits am Dienstag hatte sich ein Tief über Frankreich abgelöst und eine turbulente Wetterphase im Mittelmeerraum eingeleitet. Am Donnerstag erreichten die Gewitter auch Griechenland, die Hauptstadt Athen wurde von einem wahren Monster getroffen. Nachfolgende Bilder erinnern an den Film Independence Day:

Am Freitag kam das Tief schließlich weiter nach Osten voran, so wurden auch viele der Urlaubsinseln in der Ägäis getroffen. Nur die südlichen Inseln wie Santorini oder Kreta wurden verschont. Gerade auf Kreta wurde es dafür außergewöhnlich heiß, zumindest auf der Nordseite. Föhniger Südwind brachte das Thermometer nahe Chania bis auf 37,6 Grad.

Dieser Strand auf der Insel Kefalonia wurde durch Tonnen von Schlamm leider ziemlich in Mitleidenschaft gezogen:

Grundsätzlich ist der Herbst die Jahreszeit, zu welcher es im Mittelmeerraum am häufigsten zu Gewittern kommt. Hierzu wurde vor kurzem bereits ein ausführlicher Artikel geschrieben. Als Auszug daraus folgende Karte, welche den Monat mit dem höchsten Tornadopotential zeigt:

Im Mittelmeer gibt es im Herbst die meisten Tagen mit Tornados
Der Monat mit den meisten Tagen mit Tornados

 

Titelbild: Blitzverteilung am Donnerstag, den 04. Oktober 2019 @ nowcast, UBIMET

Nasser und windiger Samstag durch Ex-Hurrikan LORENZO

Regnerischer Herbsttag

Der ehemalige Hurrikan LORENZO zog in den vergangenen Tagen von den Azoren nach Irland und erreicht Freitagnacht den Norden von Deutschland.

Zugbahn von Lorenzo

Dabei hat sich Lorenzo in ein gewöhnliches, außertropisches Tief umgewandelt und besitzt Kalt- und Warmfront. Die Warmfront sorgt bereits in Vorarlberg für leichten Regen, am Samstag erreicht die Kaltfront die Nordalpen. Vom Bregenzerwald bis zur Eisenwurzen regnet es den ganzen Tag hindurch anhaltend und so kommen doch größere Regenmengen von bis zu 50 l/m² zusammen.

24-stündige Regenmengen bis Samstagabend

Windiger Samstag

Da LORENZO nur knapp nördlich an Österreich über Tschechien nach Osten zieht, nimmt auch der Wind am Samstag merklich zu. Vor allem im Donauraum, in der Obersteiermark, im Wiener Becken sowie in den Nordföhntälern frischt am Nachmittag und Abend lebhafter bis kräftiger West- bis Nordwestwind auf. Stellenweise kann es auch zu stürmischen Böen kommen. In der Nacht auf Sonntag fließt dann hinter dem Tief von Norden her kalte Luft in den Ostalpenraum, sodass im Mariazellerland die Schneefallgrenze gegen 1000 m sinkt. Allerdings gibt es dann nur mehr wenige Schauer.

Nächstes Tief folgt zugleich

Am Sonntag stellt sich nur eine kurze Zwischenbesserung ein. Vor allem am Vormittag scheint zeitweise die Sonne, allerdings kommen dann aus Westen neuerlich Wolken eines Tiefs über dem Ärmelkanal auf. Gegen Abend setzt dann von Vorarlberg bis ins Innviertel neuerlich Regen ein. In der Folgenacht regnet es dann im Bergland verbreitet, dabei sinkt die Schneefallgrenze von Ost nach West auf 1.000 bis 1.800 m.

Titelbild: Adobe Stock

Zivilschutz-Probealarm am 5. Oktober

Sirene

Der jährliche Zivilschutz-Probealarm soll nicht nur als Funktionstest der Sirenen dienen, sondern auch der Bevölkerung die Bedeutung der Signale in Erinnerung rufen. Am Samstag werden somit mehr als 8.000 Sirenen in ganz Österreich heulen. Mit diesen soll nämlich im Katastophenfall die Bevölkerung gewarnt und alarmiert werden.

Sirenensignale

    • Sirenenprobe: 15 Sekunden
    • Warnung: 3 Minuten gleichbleibender Dauerton: Herannahende Gefahr!
    • Alarm: 1 Minute auf- und abschwellender Heulton: Gefahr!
    • Entwarnung: 1 Minute gleichbleibender Dauerton: Ende der Gefahr
Die Bedeutung der Sirenensignale
Die Bedeutung der Sirenensignale. © zivilschutzverband.at

Weitere Infos dazu gibt es hier: zivilschutzverband.at

Titelbild © Adobe Stock

Ex-Hurrikan Lorenzo zieht über Deutschland hinweg

Lorenzo bringt Hundewetter

Der Ex-Hurrikan Lorenzo hat, wie berichtet, bereits einen langen Weg hinter sich. So zog er von den Kapverdischen Inseln nordwärts zu den Azoren und liegt nun umgewandelt in ein außertropisches Tiefdruckgebiet über Irland. Am Freitag zieht das Tief unter weiterer Abschwächung weiter nach Mitteleuropa und liegt zu Mitternacht über dem südlichen Niedersachsen. Dabei trennt Lorenzo kalte Luft über Skandinavien von milder Atlantikluft im Südwesten.

Zugbahn von Lorenzo @UBIMET

Am Samstag zieht das Tief rasch nach Osten weiter und liegt 24 Stunden später bereits über Ostungarn. Mit Lorenzo muss man sich verbreitet auf frischen bis kräftigen Wind einstellen, Sturmböen treten aber keine mehr auf.

Reichlich Regen mit Lorenzo

Dafür bringt Lorenzo flächendeckend Regen nach Deutschland. Vor allem nahe des Tiefkerns regnet es vorübergehend auch kräftig. So muss vor allem vom südlichen Niedersachsen über den Harz und Sachsen-Anhalt bis am Samstag in Sachsen mit 20 bis 35 l/m² gerechnet werden.

24-stündigen Regenmengen bis Samstagmittag @UBIMET

Ebenfalls sehr nass wird es direkt am Alpenrand sowie in den Staulagen von Schwarzwald und Bayerischen Wald.

Nächstes Tief folgt zugleich

Nach Abzug von Lorenzo stellt sich in der Nacht auf Sonntag vorübergehen überall trockenes Wetter ein. Allerdings nicht lange, denn bereits in der Früh setzt im Westen erneut Regen eines weiteren Tiefs über dem Ärmelkanal ein. Tagsüber regnet es dann von Westfalen über die Pfalz bis nach Schwaben ohne längere Unterbrechung. Im Norden und Osten bleibt es hingegen in der eingeflossenen Kaltluft trocken.

Titelbild: Adobe Stock

Ex-Hurrikan Lorenzo erreicht am Freitag Deutschland

Lorenzo nimmt Kurs auf Deutschland

Hurrikan Lorenzo ist in den frühen Morgenstunden am Mittwoch mit Orkanböen über die westlichen Azoren gezogen. An den wenigen vorhanden Wetterstationen  wurden Orkanböen gemessen:

  • 144 km/h Horta
  • 141 km/h Flores
  • 115 km/h Angra Do Heroismo

An exponierten Stellen von Flores gab es allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit sogar noch höhere Windspitzen.

Extratropical Transition

Lorenzo war der stärkste Hurrikan, der je so weit im Nordosten des Atlantiks beobachtet wurde, so erreichte er in der Nacht auf den 29. September vorübergehend sogar die höchste Kategorie 5 mit mittleren Windgeschwindigkeiten von 260 km/h. Am Mittwochmorgen hat er als Katerogie-1-Hurrikan die Azoren überquert und zieht derzeit weiter nordostwärts. Hier trifft er auf immer niedrigere Wassertemperaturen und gerät in den Einflussbereich des Jetstreams. Dadurch wandelt sich das einst tropische Tief allmählich in ein Sturmtief der mittleren Breiten um, welches im Gegensatz zu einem Wirbelsturm eine asymmetrische Struktur mit einer Kalt- und Warmfront aufweist. Dieser Prozess wird in der Meteorologie „Extratropical Transition“ bezeichnet.

Lorenzo trifft Irland

Die weitere Zugbahn von Lorenzo war bis Dienstag noch sehr ungewiss, so zeigten die Modellläufe sowohl einen potentiellen Kurs in Richtung Island als auch in Richtung der Britische Inseln. Mittlerweile steht aber fest, dass Lorenzo in der Nacht zum Freitag als Sturmtief auf Irland treffen wird. Vor allem an der Westküste muss man dabei mit Orkanböen um 120 km/h rechnen! Am Freitag zieht Lorenzo dann unter deutlicher Abschwächung als gewöhnliches Tiefdruckgebiet weiter nach Mitteleuropa, der Wind spielt dabei keine Rolle mehr. Für den Normalbürger präsentiert sich der ehemalige Hurrikan dann nur noch als ganz gewöhnliches Tiefdruckgebiet.

Die Prognose der Zugbahn von Ex-Hurrikan Lorenzo. © UBIMET
Die Prognose der Zugbahn von Ex-Hurrikan Lorenzo. © UBIMET

Unbeständiges Herbstwetter

Am Freitag zeigt sich im äußersten Nordosten sowie in Nieder- und Oberbayern anfangs noch die Sonne, sonst sorgt Lorenzo bereits für kompakte Wolken und von Rheinland-Pfalz bis zur Nordsee auch für Regen. Im Laufe der zweiten Tageshälfte greift der Regen auf das gesamte Land über. Die Höchstwerte liegen zwischen 9 Grad im nördlichen Mittelgebirgsraum und 17 Grad im Breisgau. Der Samstag beginnt besonders im Süden und Osten häufig nass, sonst gehen nur noch vereinzelt kurze Schauer nieder und besonders im Bereich der Nordsee kommt oft die Sonne zum Vorschein. Die Temperaturen liegen am Nachmittag zwischen 7 Grad im Vogtland und 16 Grad am Oberrhein. Am Sonntag kommt von Sachen bis Schleswig-Holstein zeitweise die Sonne zum Vorschein, sonst überwiegen die Wolken und im Südwesten setzt neuerlich Regen ein. Die Temperaturen kommen nicht über 8 bis 14 Grad hinaus.

Ex-Hurrikan Lorenzo erreicht am Wochenende Mitteleuropa

Ex-Hurrikan Lorenzo erreicht Mitteleuropa

Hurrikan Lorenzo ist am Mittwochmorgen mit Orkanböen über die westlichen Azoren gezogen, so wurden in Horta 144 km/h und in Flores 137 km/h gemessen. Dabei kam es auch zu einer Sturmflut, wie man auf ersten Videos eindrucksvoll sehen kann.


Umwandlung

Hurrikan Lorenzo sorgt seit mehreren Tagen für Schlagzeilen, so war er der stärkste Hurrikan, der je so weit im Nordosten des Atlantiks beobachtet wurde. Mittlerweile schwächt er sich auf den immer kühleren Gewässern des Nordatlantiks ab und gerät in den Einflussbereich des Jetstreams. Dadurch wandelt sich das einst tropische Tief allmählich in ein Sturmtief der mittleren Breiten um, welches im Gegensatz zu einem Wirbelsturm eine unsymmetrische Struktur mit einer Kalt- und Warmfront aufweist.

Ex-Hurrikan zieht nach Mitteleuropa

Lange war die Zugbahn von Lorenzo ungewiss, so waren sich die Modelle nicht einig, ob der ehemalige Wirbelsturm in Richtung Island oder in Richtung Britische Inseln ziehen würden. Mittlerweile steht aber fest, dass Lorenzo Donnerstagnacht als Sturmtief auf Irland treffen wird. Besonders an der Westküste der Grünen Insel muss man dabei mit Orkanböen um 120 km/h rechnen. In weiterer Folge zieht Lorenzo unter deutlicher Abschwächung als gewöhnliches Tiefdruckgebiet weiter nach Mitteleuropa, der Wind spielt dabei keine Rolle mehr. Für den Normalbürger präsentiert sich der ehemalige Hurrikan der höchsten Kategorie nur noch als ganz gewöhnliches Tiefdruckgebiet.

Die Prognose der Zugbahn von Ex-Hurrikan Lorenzo. © UBIMET
Die Prognose der Zugbahn von Ex-Hurrikan Lorenzo. © UBIMET

Unbeständiges und kühles Wochenende

Nach einem sonnigen Beginn sorgt Lorenzo am Freitag von Westen her für Wolken und in der zweiten Tageshälfte setzt von Vorarlberg bis Oberösterreich allmählich Regen ein. Nach einem frischen, örtlich sogar leicht frostigen Morgen steigen die Temperaturen auf 12 bis 18 Grad. Der Samstag verläuft dann trüb und häufig nass, vor allem in den Nordalpen regnet es zeitweise auch kräftig. Nennenswerte Auflockerungen gibt es nur im äußerten Süden und die Temperaturen kommen von Nord nach Süd nicht über 10 bis 18 Grad hinaus. Am Sonntag gibt es vorübergehend eine Wetterbesserung: Der Regen entlang der Nordalpen klingt rasch ab und besonders im Süden und Osten kommt zeitweise die Sonne zum Vorschein. Am Abend setzt im Westen aber erneut Regen ein und die Temperaturen bleiben bis auf Weiteres gedämpft.

Hurrikan LORENZO trifft auf die Azoren

Hurrikan Lorenzo auf dem Atlantik.

Momentan befindet sich der Hurrikan (Kategorie 2 von 5) rund 900 km südwestlich der Azoren. Am Mittwoch wird der Wirbelsturm dann knapp an der zu Portugal gehörenden Inselgruppe vorbeiziehen, aber auch hier noch Böen bis Tempo 200 und große Regenmengen mit sich bringen.

Die weitere Zugbahn des Hurrikans ist auch schon recht sicher. Weiter nordostwärts wird er sich über dem kälteren Wasser allmählich in ein außertropisches Tief umwandeln und am Donnerstag bzw. Freitag mit Orkanböen Irland treffen.

Hurrikan Lorenzo auf dem Weg nach Nordosten.
Hurrikan Lorenzo auf dem Weg nach Nordosten.

Auf der nächsten Karte ist die prognostizierte Wellenhöhe auf dem Atlantik dargestellt. Man sieht: Am morgigen Mittwoch werden westlich der Azoren Wellen von 10-12 m Höhe (=rot) erreicht, auch einzelne Wellen von mehr als 15 m Höhe (=dunkelrot/braun) dürften dabei sein!

Riesige Wellen am Mittwoch.
Riesige Wellen am Mittwoch.

Angesichts der hohen Windgeschwindigkeiten und der immensen Wellen machen derzeit alle Schiffe einen großen Bogen um den Hurrikan. Gut zu sehen auf der folgenden Karte:

Dass ein Hurrikan auf die Azoren trifft, kommt gar nicht mal so selten vor. Seit 1851 gab es insgesamt 14 Hurrikane bzw. Tropische Stürme, die über die Inselgruppe hinwegzogen. Der einzige Hurrikan, der Stufe 3 von 5 erreichte, war OPHELIA vor rund zwei Jahren.

Auf der folgenden Karte seht ihr alle Hurrikanzugbahnen auf dem Atlantik (seit 1851) und dem Pazifik (seit 1949). Man erkennt: Rund um die Azoren ist zwar über die Jahrzehnte nicht so viel los wie in der Karibik, ca. alle 10 Jahre verirrt sich ein Hurrikan aber auch hierhin.

Alle Hurrikanzugbahnen auf dem Atlantik seit 1851.
Alle Hurrikanzugbahnen auf dem Atlantik seit 1851.

Quelle Titelbild: NASA World View

4 mal so groß wie Wien: Eisberg in Antarktis bricht ab

Symbolbild eines Eisbergs

Der Abbruch des Eisbergs, der auf den Namen D-28 getauft wurde, fand bereits am 26. September statt. Mit einer Größe von rund 1600 km² ist der Eisberg in etwa vier mal so groß wie die Bundeshauptstadt, 50×30 km misst der Koloss. Bereits vor rund 20 Jahren entdeckten Wissenschaftler einen Riss im Amery Eisschelf (das drittgrößte Eisschelf der Antarktis) und prognostizierten den Abbruch eines großen Eisbergs zwischen 2010 und 2015. Nun mit leichter Verspätung ist es soweit.

Passiert ist das Ganze in diesem Teil der Antarktis, hier die Karte:

In der Antarktis bricht ein riesiger Eisberg ab.
In der Antarktis bricht ein riesiger Eisberg ab.

Auf folgender Animation sieht man gut den Abbruch vor wenigen Tagen:

Wie geht es nun weiter?

Es dauert Jahre, bis ein Eisberg dieser Größe abschmilzt. In näherer Zukunft dürfte der Eisberg D-28 aufgrund vorherrschender Meeresströmungen erst einmal nahe des antarktischen Kontinent treiben. Zum Meeresspiegelanstieg trägt das Abschmelzen übrigens nicht bei, da der Eisberg bereits im Wasser schwimmt (ähnlich wie ein Eiswürfel im Cocktail).

Im Vergleich zu anderen bereits beobachteten Eisbergen in der Antarktis ist D-28 aber verhältnismäßig klein. Der bislang größte dokumentierte Eisberg namens B-15 hatte im Jahr 2000 eine Größe von rund 11.000 km², was in etwa der Größe Oberösterreichs entspricht. Reste dieses riesigen Eisbergs treiben knapp 20 Jahre später noch immer im Südatlantik herum.

Klimawandel?

Mit dem Klimawandel hat das sog. Kalben dieser riesigen Eisberge übrigens kaum etwas zu tun. Dieser natürliche Vorgang ist nötig, damit die Eisplatten das Gleichgewicht auf dem Wasser halten können. Satellitendaten zeigen, dass das Amery-Eisschelf trotz alljährlicher großer Oberflächenschmelze im Sommer im Gleichgewicht mit seiner Umwelt steht.

Quelle Titelbild: pixabay

September rund 1 Grad zu warm

Der Sommer geht, der Herbst kommt.

Hitze und Frost

Mit einer österreichweiten Abweichung von knapp +1 Grad fällt der September gegenüber dem langjährigen Mittel von 1981-2010 etwas zu warm aus. Damit weist das Jahr 2019 bereits sieben überdurchschnittlich warme Monate auf, einzig der Jänner und der Mai zeigten sich kälter als das langjährige Mittel. Die Abweichungen im September sind im ganzen Land ähnlich, positive Abweichungen von etwas mehr als 1 Grad weisen vor allem Wien, Niederösterreich und das Burgenland auf.

Die Temperatur-Abweichungen in Grad vom Klimamittel.
Die Temperatur-Abweichungen in Grad vom Klimamittel.

Die höchsten Temperaturen wurden gleich am Monatsersten gemessen, Spitzenreiter ist Andau im Seewinkel mit 34,4 Grad.  Hier die Höchstwerte des Septembers pro Bundesland:

Vor allem im Osten war der 1. September sehr heiß.
Vor allem im Osten war der 1. September sehr heiß.

Keine drei Wochen später gab es dann aber auch schon den ersten Frost der Saison, am Morgen des 20. September zeigte das Thermometer im Lungau -2 Grad, leichten Frost gab es aber beispielsweise auch im Mühl- und Waldviertel sowie im Wienerwald.

Trockenes Mostviertel

Über ganz Österreich gemittelt zeigt sich der September in punkto Niederschlag sehr ausgeglichen, allerdings lohnt hier ein genauerer Blick auf die einzelnen Regionen. Deutlich mehr Regen als im Durchschnitt kam rund um den Alpenhauptkamm sowie in Kärnten zusammen, exemplarisch hierfür geht der Monat in Spittal an der Drau mit 182 Litern pro Quadratmeter statt den üblichen 96 l/m² um rund 90% zu nass zu Ende. Auf der anderen Seite der Extrema liegen die Eisenwurzen und das Mostviertel, in Weyer und Oberndorf fiel nur rund die Hälfte des mittleren Septemberniederschlags. Auch den ersten Schnee in den Tälern gab es im September schon zu bestaunen, nur gut eine Woche nach dem heißen Monatsauftakt schneite es in den Nordalpen bis auf rund 1200 m hinab.

Hier grafisch dargestellt die Abweichungen beim Niederschlag:

Die Niederschlags-Abweichungen in Prozent vom Klimamittel.
Die Niederschlags-Abweichungen in Prozent vom Klimamittel.

Letzte Gewitter – erster Sturm

Die heiße Luft zu Monatsbeginn wurde von teils kräftigen Gewittern vertrieben, insgesamt wurden knapp 39.000 Blitzentladungen registriert. Rund die Hälfte aller Blitze gab es in Niederösterreich und in der Steiermark, nur wenige Gewitter bildeten sich im Westen des Landes. Der September als Übergangsmonat zwischen sommerlichen Gewittern und ersten Herbststürmen wurde seinem Ruf auch in diesem Jahr voll und ganz gerecht. Sturmtief MORTIMER sorgte am Monatsletzten in Ober- und Niederösterreich sowie in Wien für Böen von rund 90 km/h, Orkanböen wurden auf den Bergen gemessen.

Quelle Titelbild: pixabay

Sturmtief MORTIMER

Inzwischen ist Sturmtief MORTIMER nach Osten abgezogen und die Wetterlage hat sich wieder entspannt. Im Folgenden geben wir einen Überblick, wie stark und wo genau das Sturmtief über das Land zog.

Orkanböen auf den Bergen

Bergstationen und auch andere exponierte Stationen meldeten bereits in den Morgenstunden des Montags schwere Sturmböen. Der Höhepunkt des Sturms wurde in den Mittagsstunden erreicht. Auf den Bergen hat sich MORTIMER bis zur Orkanstärke gesteigert. Aber auch im Flachland von Ober- und Niederösterreich wurden teils schwere Sturmböen gemessen:

MORTIMER fordert ein Todesopfer in Deutschland

Neben vielerorts einigen Sturmschäden durch umgeknickte Bäume und herabgefallene Äste hat Sturmtief MORTIMER in Deutschland auch ein Todesopfer gefordert. Ein 41-jähriger Autofahrer wurde in Sachsen-Anhalt von einem umstürzendem Baum erschlagen.

Spätsommerliche Temperaturen

Nicht nur hohe Windgeschwindigkeiten wurden heute gemessen, im Süden und Osten Österreichs wurden verbreitet auch spätsommerliche Temperaturen erreicht. Besonders in der Südoststeiermark und im südlichen Burgenland konnte bei Temperaturen über der 25 Grad – Marke ein weiterer Sommertag registriert werden. Güssing war heute mit 28,2 Grad der wärmste Ort in Österreich.

 

Die Aussichten

Nach Abzug von Sturmtief MORTIMER befinden wir uns am Dienstag kurzfristig unter Einfluss eines Zwischenhochs. Dieses beschert uns an der Alpennordseite weitgehend ruhiges und sonniges Wetter.

Der Mittwoch wird bedingt durch die Kaltfront von Tief NILS von Westen beginnend unbeständig und deutlich kühler.

Titelbild: pixabay.com

Auf MORTIMER folgt Tief NILS

Sturmtief MORTIMER sorgte seit der vergangenen Nacht in weiten Teilen des Landes für Sturmböen, gebietsweise auch für schwere Sturmböen. Der Höhepunkt des Sturms ist jetzt aber auch im Osten des Landes überschritten und der Wind lässt langsam an Stärke nach.

Maximale Windgeschwindigkeiten am Montag
Maximale Windgeschwindigkeiten am Montag

Der Sturm sorgte für abgebrochene Äste und umgestürzte Bäume, vor allem im Fernverkehr der DB gab es massive Verzögerungen.

Reichlich Regen im Norden

MORTIMER brachte neben Sturm im Norden aber auch reichlich Regen. In nur wenigen Stunden fielen vom Emsland bis zur Uckermark oftmals 20 bis 40 l/m², lokal wurden sogar bis zu 50 l/m² registriert.

Regenmengen am Montag
Regenmengen am Montag

Nach einer kurzen Pause mit nur einzelnen Schauern, setzt Dienstagfrüh im Nordwesten neuerlich kräftiger Regen ein. Verantwortlich dafür ist das nachfolgende Tief NILS. Das Tief besitzt zwei Zentren und das östlich davon zeiht am Dienstagvormittag über Norddeutschland hinweg. Dabei sind neuerlich in Niedersachsen und Hamburg 20 bis 30 l/m² in kurzer Zeit möglich, lokale Überschwemmungen können nicht mehr ausgeschlossen werden.

Prognostizierte Regenmengen für Dienstag
Prognostizierte Regenmengen in l/m² für Dienstag (UCM/UBIMET)

Kaltfront sorgt für Gewitter

Am Dienstagnachmittag erreicht dann die Kaltfront von Tief NILS den Westen und sorgt hier für kräftige Regenschauer.

Frontenkarte von Dienstag

Stellenweise sind dabei auch kurze Gewitter mit Sturmböen und Starkregen dabei. Auch ein schwacher Tornado ist im Zuge der Gewitter nicht völlig ausgeschlossen. Dienstagabend verlagert sich NILS unter Abschwächung nach Süden, nachfolgend fließt kalte, polare Luft von Norden her ein.

Titelbild: Adobe Stock

Tief MORTIMER bringt Sturm und Regen

Sturmschaden - umgestürzter Baum

Derzeit liegt das Zentrum von Tief MORTIMER noch über Wales, allerdings zieht das Tief rasch ostwärts über die Nordsee bis Montagmittag ins Baltikum. Dabei legt  der Wind im Westen von Deutschland immer mehr zu und weht am Nachmittag verbreitet kräftig bis stürmisch.

Prognostizierte Windböen am Sonntag. © UBIMET

In der ersten Nachthälfte sind dann vor allem in einem Streifen vom Saarland und Rheinland-Pfalz bis nach Franken un den Thüringer Wald Sturmböen und in erhöhten Lagen auch schwere Sturmböen um die 90 km/h zu erwarten.

Hauptsturm am Montagmorgen und -vormittag

In der zweiten Nachthälfte verlagert sich das Sturmfeld in den Norden. Am der Nordsee ist mit einer Sturmflut und verbreitet orkanartigen Böen zu rechnen. In der Früh und am Vormittag wütet der Sturm dann am schlimmsten in einem Streifen von Hamburg bis Berlin sowie generell in Brandenburg und Sachsen. Hier treten verbreitet schwere Sturmböen um die 100 km/h auf, lokal sind auch orkanartige Böen möglich. Aber auch im Rest des Landes wird es stürmisch.

Warnkarte für Sturm am Montag
Warnkarte für Sturm am Montag

Da die meisten Bäume noch belaubt sind, besteht bei solch hohen Windgeschwindigkeiten einer erhöhte Gefahr, das größere Äste abbrechen bzw. ganze Bäume umstürzen. Ab Mittag lässt der Sturm dann von Westen her rasch nach, bis zum Abend hat sich das Wetter überall wieder beruhigt.

Starkregen im Norden

Derzeit sorgt die Warmfront von Tief MORTIMER bereits im Norden für Regen, während im Süden noch die Sonne scheint. Bis Montagmittag überqueren auch noch Kaltfront und Okklusion den Norden, sodass insgesamt einiges an Regen zusammenkommt.

Regenmengen bis Montagmittag © UBIMET

Verbreitet fallen dabei 20 bis 30 l/m², vor allem in einem Streifen von Hamburg bis zur Prignitz und Uckermark regnet es zeitweise auch ergiebig, hier sind lokal bis zu 50 l/m² möglich.

Auf MORITMER folgt am Dienstag NILS

Nach Abzug von Tief MORTIMER geht auch der starke Regen zu Ende. Allerdings währt die Pause nur kurz, bereits am Dienstag sorgt das nächste Tief namens NILS für neuerlich kräftigen Regen in der Nordhälfte von Deutschland. Sturmgefahr besteht bei NILS allerdings keine mehr.

Titelbild: Adobe Stock

Nach der Wahl folgt der Sturm

Sturmgefahr

Am Wahlsonntag scheint an der Alpennordseite und im Osten bei nur harmlosen Wolken häufig die Sonne. Von Osttirol über Kärnten bis zum Wechsel halten sich anfangs hochnebelartige Wolken, im Tagesverlauf kommt aber zeitweise die Sonne zum Vorschein. Vor allem im Westen wird es spätsommerlich warm: Föhniger Südwind treibt die Temperaturen auf bis zu 26 Grad in Nordtirol.

Tief MORTIMER am Sonntag. © FU Berlin / DWD
Tief MORTIMER am Sonntagnachmittag. © FU Berlin / DWD

Stürmischer Wochenauftakt

Am Montag gerät Österreich unter den Einfluss von Tief MORTIMER mit Kern über der Ostsee. Bereits in den frühen Morgenstunden frischt entlang der Nordalpen zunehmend stürmischer Westwind auf. Am Vormittag und in den Mittagsstunden zeichnen sich von Oberösterreich bis ins östliche Flachland verbreitet Sturmböen zwischen 70 bis 90 km/h ab. Da die meisten Bäume noch belaubt sind und daher größeren Windwiderstand bieten, ist die Gefahr von Windbruch erhöht. Dazu ziehen an der Alpennordseite ein paar Regenschauer durch und die Temperaturen liegen um 20 Grad. Im Südosten scheint dagegen häufig die Sonne und mit bis zu 26 Grad wird es spätsommerlich warm.

Prognose der Windböen für Montag. © UBIMET
Prognose der Windböen für Montag von UCM. © UBIMET

Auf exponierten Berggipfeln wie etwa dem Feuerkogel oder dem Schneeberg sind auch Orkanböen um 120 km/h zu erwarten.

Spätsommerlicher Oktoberstart

Am Dienstag beruhigt sich das Wetter wieder und vor an der Alpennordseite und im Osten scheint verbreitet die Sonne. Mit maximal 19 bis 26 Grad liegen die Temperaturen weiterhin über dem langjährigen Mittel, am wärmsten wird es entlang der Nordalpen und im Wiener Becken. Das Auf und Ab der Temperaturen setzt sich jedoch fort, so kündigt sich am Mittwoch eine markante Kaltfront an.

Temperaturprognose für Dienstag
Prognose der Höchstwerte am Dienstag von ICON. © DWD / UBIMET

Wahlbeteiligung und Wetter

Eine Studie des Hamburger Instituts für Wetter- und Klimakommunikation besagt, dass das Wetter tatsächlich einen messbaren Einfluss auf die Wahlbeteiligung habe. So bleiben in Deutschland bei jedem zusätzlichen Grad circa 100.000 Wähler den Wahlurnen fern. Ökonomen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) haben im Jahr 2016 herausgefunden, dass Regen sich ebenfalls negativ auf die Wahlbeteiligung auswirkt. Genauer betrachtet soll Regen für konservative Parteien allerdings einen positiven Effekt haben, da sich ihre Wähler tendenziell vom Wetter weniger beeinflussen lassen. Aus Österreich liegen diesbezüglich zwar keine Zahlen vor, allerdings dürften sich die Wähler ähnlich verhalten.

Sonntag und Montag erster Herbststurm

Symbolbild für eine Sturmwarnung. © Olaf Naami; shutterstock.com

Bereits auf der Bodenwetterkarte für morgen Samstag taucht der Sturm auf, das Tief wurde auf den Namen MORTIMER getauft. Zu Mittag liegt es noch westlich von Irland, spielt also für uns keine große Rolle.

Sturmtief MORTIMER pirscht sich von Westen her an.
Sturmtief MORTIMER pirscht sich von Westen her an.

Das ändert sich dann aber am Sonntag, wenn MORTIMER sich über die Nordsee Richtung Dänemark bewegt.

Am Sonntag lebt der Südwestwind im Vorfeld des Tiefs bereits kräftig auf, besonders in etwas höheren Lagen der Mittelgebirge muss man am Nachmittag und Abend bereits mit Böen zwischen 60 und 70 km/h rechnen. Böen bis zu 80 km/h sind dann schon in der Eifel und im Hunsrück möglich.

In der Nacht auf Montag gewinnt der Südwest- bis Westwind, später eher Nordwestwind generell etwa südlich der Linie Oldenburg-Berlin an Stärke. Böen zwischen 60 und 80 km/h treten dann recht verbreitet auf, lokal sind auch 90 km/h möglich. Aus derzeitiger Sicht zieht das Hauptsturmfeld mit Böen zwischen 80 und 100 km/h in der Nacht vom Münsterland über das Sauerland/Ostwestfalen und den Süden Niedersachsens hinüber bis nach Sachsen. Im Osten Deutschlands sind die stärksten Böen Montagfrüh und -vormittag zu erwarten, sonst beruhigt sich das Wetter am Montag von Westen her schon wieder.

Hier eine Abschätzung der Spitzenböen laut dem Europäischen Wettermodell (gültig Sonntag 14:00 Uhr bis Montag 14:00 Uhr):

Prognostizierte Böen am Sonntag und Montag.
Prognostizierte Böen am Sonntag und Montag.

Gefahren: Da die meisten Bäume noch belaubt sind und daher größeren Windwiderstand bieten, ist die Gefahr von Windwurf auch bei den erwähnten Böen von 70-90, lokal 100 km/h hoch. Zumindest örtlich sind also Behinderungen durch abgeknickte Äste zu erwarten.

Quelle Titelbild: Shutterstock

Hurrikan Lorenzo nimmt Kurs auf Azoren

Hurrikan Lorenzo über dem Atlantik.

Gleich das Wichtigste vorneweg: Wir in Österreich werden von LORENZO wenig bis gar nichts mitbekommen. Aber der Reihe nach…

Aktuell dreht sich der Hurrikan noch auf dem offenen Atlantik, mehr als 2500 km von der zu Portugal gehörenden Inselgruppe der Azoren entfernt. Mit Böen um die 230 km/h hat er mittlerweile Kategorie 4 auf der fünfteiligen Skala erreicht, auf dem folgenden Satellitenfilm kann man sehr gut das typische Auge des Wirbelsturms erkennen.

In den kommenden Tagen zieht der Hurrikan nach Norden, später nach Nordosten. Es wird erwartet, dass er sich am Wochenende sogar kurzzeitig zu einem Hurrikan der höchsten Stufe 5 entwickeln kann. Kein Wunder, blickt man auf die aktuellen Temperaturen der Meeresoberfläche vor Ort (Es gilt: Je wärmer das Wasser, desto mehr kann sich ein Hurrikan intensivieren): Der blaue Punkt zeigt, wo sich der Hurrikan aktuell befindet. Dort hat das Wasser 26-28 Grad, kurz vor den Azoren noch immer 24-26 Grad. Erst nördlich der Inselgruppe kühlt das Wasser spürbar ab.

Warmer Atlantik fördert Intensivierung.
Warmer Atlantik fördert Intensivierung.

Auf dem folgenden Loop könnt ihr nachvollziehen, wie der Hurrikan in den kommenden Tagen laut dem Europäischen Wettermodell ziehen soll. In der linken Bildhälfte taucht er auf, zieht über die Azoren hinweg und steuert dann auf die Britischen Inseln zu:

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Bemerkenswert ist der Hurrikan LORENZO, da er einer der stärksten Hurrikane seit Messbeginn in diesem Teil des Atlantiks ist. Einzig Gabrielle 1989 war ähnlich stark. Östlich des 45. Längengrades gab es bislang überhaupt noch keinen vergleichbar starken Wirbelsturm! Auf der letzten Karte seht ihr die Positionen aller Hurrikane, die Böen von mehr als 230 km/h aufwiesen. Man erkennt: so weit östlich wie Lorenzo hat es solche starken Böen noch nie gegeben…

Wie es nach der Passage der Azoren am Mittwoch mit LORENZO weitergeht, ist noch sehr unsicher. Wahrscheinlich wandelt er sich aber in einen Tropischen Sturm und später in ein Extra-Tropisches Tief um und erreicht am Wochenende die Britischen Inseln…

Wir halten euch auf jeden Fall hier auf uwz.at auf dem Laufenden!

QuelleTitelbild: NOAA

Kelvin-Helmholtz-Wolken in Gibraltar

Kelvin-Helmholtz

Die Kelvin-Helmholtz-Instabilität bezeichnet das Anwachsen kleiner Störungen in der Scherschicht zwischen zwei Fluiden mit unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeiten. Entscheidend für die Entstehung dieser Wolken in der Atmosphäre sind folgende Punkte:

  • ausgeprägte stabile Schichtung (oft Inversionsschicht)
  • markante Windscherung im Bereich der stabilen Schicht
  • ausreichende Luftfeuchtigkeit, damit Wolken entstehen können

Wenn diese Faktoren zusammenkommen, reißt die obere Luftschicht, die eine höhere Geschwindigkeit und eine geringe Luftfeuchte aufweist, Teile der unteren, feuchteren Luftmasse nach oben und es kommt zu Verwirbelungen. Manchmal kann es aber auch im Bereich von Leewellen hinter einem Gebirge zur Kelvin-Helmholtz-Instabilität kommen, so auch am Donnerstag in Gibraltar. Die Lebensdauer solcher Wolkenformationen ist gering und reicht meist von wenigen Minuten bis zu etwa 20 Minuten.

Turbulenz

Kelvin-Helmholtz-Wellen treten wesentlich häufiger auf, als man denkt. In vielen Fällen ist die Luft allerdings zu trocken, um die Entstehung von Wolken zu ermöglichen, daher sind die Wellen oft unsichtbar. In der Luftfahrt spricht man dann von Clear Air Turbulence (CAT): Diese Turbulenz in wolkenfreier Luft führt zu ungewollten Höhenänderung eines Flugzeugs, was von Flugzeuginsassen meist als „Luftloch“ aufgefasst wir.


Titelbild © Robert1969Rob

Arktisches Meereis erreicht Minimum

Eisbär auf einer Eisscholle

Nachdem arktischen Sommer erreicht das arktische Meereis jedes Jahr, ähnlich wie die Gletscher in den Alpen, im September sein Minimum. Spätestens mit dem astronomischen Herbstbeginn wird das Minimum erreicht, anschließend baut sich das Meereis langsam wieder auf und erreicht zum Frühlingsbeginn sein Maximum.

Jährliche Meereisausdehnung in der Arktis
Jährliche Meereisausdehnung in der Arktis

Nur 2012 noch geringere Ausdehnung

Heuer erreichte das arktische Meereis am 18. September seine geringste Ausdehnung, die bei 4,15 km² lag. Geringer war die Ausdehnung nur im Jahr 2012, damals sorgte ein starker Sturm im August für die Zerstörung größerer Eisflächen.

Aktuelle Meereisausdehnung im Vergleich zum Durchschnitt (gelbe Linie) ©earthobservatory.nasa.gov
Aktuelle Meereisausdehnung im Vergleich zum Durchschnitt (gelbe Linie) ©earthobservatory.nasa.gov

Dafür haben die extrem warmen Sommermonate in Alaska dafür gesorgt, dass das Meereis hier an der Küste das erste Mal in den vergangenen 150 Jahren komplett abschmolz.

Meereis dünnt aus

Allerdings wird nicht nur die Fläche nahezu jedes Jahr geringer, sondern vor allem auch die Dicke des Meereises. So findet man immer weniger Fläche mit dickem mehrjährigen Meereis. Schön im nachfolgenden Video zu sehen, bemerkenswert vor allem die starke Abnahme seit dem Jahr 2000:

Hier eine etwas andere Darstellung und zwar wird das Meereis auf Europa gelegt. Dabei zus ehen die massiven Flächenverluste in den vergangen 4 Jahrzehnten, im Durchschnitt 87.000 km² pro Jahr. 

Titelbild: Adobe Stock

Tropischer Zyklon HIKAA trifft den Oman

Satellitenbild von Dienstag, 13 Uhr @ UBIMET

Kurz vor seinem so genannten Landfall hat sich HIKAA am Dienstagmorgen gar zu einem tropischen Zyklon der Stufe 2 verstärkt, doch über Land schwächt er sich bald rasch ab. Mit Böen bis zu 150 km/h trifft er aktuell, am frühen Dienstagabend Ortszeit, etwa 400 km südlich der Hauptstadt Muskat auf Land, durch den kräftigen Regen sind zumindest lokal Überflutungen zu befürchten.

Prognose der Windspitzen @ ECMWF, UBIMET
Prognose der Windspitzen @ ECMWF, UBIMET

Hier noch ein Bilder aus dem Oman:


Bereits am Mittwochmorgen wird HIKAA Saudi-Arabien erreichen, dann jedoch werden nur noch ein paar Wolken und Schauer übrig bleiben.

Prognose der weiteren Zugbahn @ Joint Typhoon Warning Centre
Prognose der weiteren Zugbahn @ Joint Typhoon Warning Centre

 

Titelbild: Satellitenbild von Dienstag, 13 Uhr @ UBIMET

So stärkt ihr das Immunsystem im Herbst

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Gute Vorbereitung

Nebel, kräftiger Regen, starker Wind – Wetter, das nicht gerade viele Menschen zum Sport im Freien anspornt. Jedoch ist schlechtes Wetter kein Grund im Haus zu bleiben und auf Sport an der frischen Luft zu verzichten. Ganz unvorbereitet solltet ihr aber auch nicht starten. Der wichtigste Punkt überhaupt ist, passende Kleidung zu tragen. Funktionswäsche leitet den Schweiß von der Haut weg und hält den Körper warm. Bei nassem Wetter ist ein guter Regenschutz für den Oberkörper unumgänglich. Aber auch wasserundurchlässige Laufschuhe sind ein absolutes Muss. Denn nasse und kalte Füße sind das Letzte, was ihr beim Sport braucht.

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Positiv gestimmt durch den Herbst

Wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass Sport bei schlechtem Wetter positiv auf die Stimmung wirkt. Also anstatt über das Wetter zu schimpfen, solltet ihr mit gutem Beispiel vorangehen und euch an der frischen Luft bewegen. Denn nach dem Spazierengehen, Rad fahren oder Joggen fühlt ihr euch körperlich fitter und ihr seid besser gelaunt. Ein angenehmer Nebeneffekt der Bewegung an der frischen Luft: Das Immunsystem wird während der Bewegung gereizt. In weiterer Folge können die Immunzellen besser arbeiten und die Gefahr eine Verkühlung zu bekommen, nimmt ab.

 

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Umstellung der Großwetterlagen

Alpen im Herbst

Mit dem Herbstbeginn reagiert nicht nur die Natur auf die veränderten Strahlungsbedingungen, auch in der Atmosphäre stellt sich so einiges um. Während im Frühjahr und Sommer mit zunehmendem Sonnenstand das Wetter durch zahlreiche Gewitter (im Fachjargon Konvektion genannt) geprägt ist, sind es in den kühleren Jahreszeiten Herbst und Winter andere Prozesse, die die Großwetterlagen prägen.

Großwetterlagen

Das tägliche Wettergeschehen im Laufe eines Jahres folgt bestimmten Mustern. Das sind typische Wettersituationen, die durch Luftdruckverteilung gekennzeichnet sind, sogenannte Großwetterlagen.

In der warmen Jahreszeit heizt die Sonne den Erdboden stark auf und fördert den vertikalen Luftmassentransport (Konvektion), bei geeigneten Bedingungen entstehen zum Teil heftige Gewitter. Solche konvektive Wetterlagen sind z.B. typische Gewitterlagen, aber auch Schönwetterlagen mit strahlendem Sonnenschein.

Mit abnehmendem Sonnenstand in den kühleren Jahreszeiten steht für die Konvektion weniger Energie zur Verfügung, der Luftmassenaustausch wird dann überwiegend durch den horizontalen Transport (Advektion), d.h. durch Winde dominiert. Bei manchen dieser advektiven Wetterlagen ziehen innerhalb von wenigen Tagen mehrereTiefdrucksysteme mit ihren Fronten über Mitteleuropa hinweg, oft begleitet von stürmischen Winden und teils intensivem Niederschlag. Wir befinden uns aktuell in so einer sogenannten Westwetterlage. Solche Wetterlagen sorgen im Spätherbst für eher milde Temperaturen und viel Niederschlag.

Frontenkarte vom Montag, 23.09.2019 (Bodenluftdruck und Fronten). Quelle:DWD
Frontenkarte vom Montag, 23.09.2019 (Bodenluftdruck und Fronten). Quelle:DWD

Typisch für den Herbst sind auch Stauwetterlagen mit Föhn in den Alpen (siehe hier: https://uwz.at/de/a/herbst-ist-foehnzeit)

Titelbild Quelle: www.pixabay.com

146 km/h – Sturmtief FABIENNE vor einem Jahr

Eine Warmfront brachte damals in der ganzen Südwesthälfte Deutschlands anhaltenden Regen. Mit dem Tiefkern selbst regnete es dann vor allem von der Eifel über Hessen und Thüringen bis zur Lausitz kräftig. Hier sowie nördlich dieser gedachten Linie spielte der Wind praktisch keine Rolle. Gut zu sehen ist die Zugbahn des Tiefs auf der ersten Grafik über der Mitte Deutschlands, hier hatte es auch am meisten geregnet.

In der Mitte Deutschlands hat FABIENNE für kräftigen Regen gesorgt.
In der Mitte Deutschlands hat FABIENNE für kräftigen Regen gesorgt.

An der darauffolgenden Kaltfront von Tief Fabienne entwickelten sich heftige Gewitter, mit den Gewittern lebte der Nordwestwind stürmisch auf.

Insgesamt hatte unser Blitzmessnetz innerhalb von 24 Stunden mehr als 65.000 Blitze registriert, alleine 35.000 davon in Bayern und 17.000 in Baden-Württemberg. Gut zu erkennen auf der Blitzverteilung:

Rund 65.000 mal blitzte es an der Kaltfront von FABIENNE.
Rund 65.000 mal blitzte es an der Kaltfront von FABIENNE.

Hier noch zur Übersicht die markantesten Böen:

Spitzenböen bewohnte Orte Deutschland Sonntag, 23. September 2018 06:00 Uhr bis Montag, 24. September 2018 06:00 Uhr:

  1. Würzburg (BY) 137 km/h
  2. Niederstetten (BW) 122 km/h
  3. Schongau (BY) 112 km/h
  4. Stötten (BY) 108 km/h
  5. Weiden (BY) 108 km/h
  6. Gelbelsee (BY) 104 km/h
  7. Altmühlsee (BY) 103 km/h
  8. Freudenstadt (BW) 100 km/h
  9. Stuttgart (BW) 101 km/h
  10. Laupheim (BW) 101 km/h

 

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Die Tricks der Tiere

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Nahezu alle Tiere treffen Vorkehrungen für den Winter – und wenn es nur das dicke Winterfell ist, welches sie vor der Kälte schützen soll. In unseren Breiten haben Tiere verschiedene Tricks entwickelt, den Winter zu überleben: Fett und Fell zulegen, aktiv bleiben und der Kälte trotzen. Andere verschlafen die kalte Jahreszeit. Und dann gibt es auch noch die Winterstarre.

Trick 1: Körper isolieren

Viele Säugetiere, die bei uns heimisch sind, haben je nach Jahreszeit ein unterschiedlich dichtes Fell. Damit passen sie sich an die Temperaturschwankungen zwischen Sommer und Winter an. Mit dem Fellwechsel ändert sich bei einigen Tieren auch die Fellfarbe. Bekannt ist da vor allem der Alpenschneehase. Im Sommer ist er graubraun, etwa im November wird das Fell weiß und nur an den äußeren Spitzen der Ohren weist er weiterhin schwarze Haare auf.

Trick 2: Viel fressen und den Winter verschlafen

Schlafende Fledermäuse ©shutterstock.com/Ondrej Prosicky - https://www.shutterstock.com/image-photo/greater-mouseeared-bat-myotis-nature-cave-572332003
Fledermäuse halten einen ununterbrochenen Winterschlaf. ©shutterstock.com/Ondrej Prosicky

Wenn es schon im Winter nicht genug zu fressen gibt, hilft nur eines: Auf Vorrat futtern und sich gehörig Winterspeck zulegen. Zur Überbrückung der nahrungsarmen Monate halten Murmeltier, Igel oder auch Fledermäuse zusätzlich einen Winterschlaf. Dank der auf ein Minimum herabgesetzten Körperfunktionen können sie damit mehrere Monate ohne Futter auskommen. Einzelne Säugetiere wie etwa die Fledermaus halten einen ununterbrochenen Winterschlaf. Meist ist der Winterschlaf jedoch lang andauernd mit wenigen kurzen Unterbrechungen.

Trick 3: Vorräte anlegen

Eichhörnchen ©shutterstock.com/everst - https://www.shutterstock.com/image-photo/squirrel-red-fur-funny-pets-autumn-321521546
Eichhörnchen legen im Herbst Vorräte für den kalten, langen Winter an. ©shutterstock.com/everst

Schwerer hat es da schon das Eichhörnchen, das keinen Winterschlaf hält. Auch dieses trägt im Winter ein dichtes Fell mit langen Ohrpinseln. Eichhörnchen legen im Herbst Vorräte für den Winter an. Sie vergraben die Nahrung entweder im Boden, oft in der Nähe von Baumwurzeln, oder verstauen sie in Rindenspalten oder Astgabeln als Wintervorrat. Im Kobel lagern sie keine Vorräte. Zudem schränken die zierlichen Wipfelstürmer ihre Aktivitäten im Winter stark ein: Sie verschlafen den Großteil des Tages und sind nur über Mittag wenige Stunden aktiv.

Trick 4: Winter- oder Kältestarre

Die Winter- oder Kältestarre ist ein Zustand, in den wechselwarme Tiere verfallen, sobald die Temperaturen unter das tolerierte Minimum absinken. Die Kältestarre wird zwingend von fallenden Temperaturen eingeleitet und die Tiere fahren ihre Lebensvorgänge auf annähernd null zurück, um nicht den Kältetod zu sterben.

 

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Über 1000 Liter Regen in Texas

Zu Überflutungen kam es nahezu in der gesamten Metropolregion von Houston, die Niederschlagsmengen beliefen sich in Spitzenzeiten auf 75 bis 100 l/m² pro Stunde. Bisher wurden 4 Todesfälle gemeldet. Ein 19-jähriger Mann ertrank nach einem Stromschlag, als er versuchte, sein Pferd vor dem Hochwasser zu retten. Auch mehrere Lastkähne hatten sich von ihren Liegeplätzen gelöst, ein Schiff prallte gegen eine Brücke über den San Jacinto River. 13 Gemeinden in Texas wurden zum Katastrophengebiet erklärt.

Imelda ist der tropische Wirbelsturm mit dem siebtmeisten Niederschlag, der  der die Vereinigten Staaten jemals getroffen hat. Im Durchschnitt lag die Gesamtniederschlagsmenge zwischen 380 und 760 l/m², während die höchste gemeldete Menge 1009 l/m² in Beaumont (Texas) betrug. Der Donnerstag war zudem der nasseste Septembertag aller Zeiten und der fünftnasseste Tag überhaupt in Houston, an dem alleine 228 l/m² gemessen wurden.

 

Der Südosten von Texas ist für tropische Wettersysteme kein unbekanntes Land und aufgrund seiner tiefen Lage besonders überflutungsgefährdet. Trotzdem haben die Bewohner der Region einfach genug von den massiven Überschwemmungen, die in den vergangenen Jahren aufgetreten sind. Obwohl der Hurrikan Harvey noch immer als Maßstab für Überschwemmungen gilt, sind einige Gebiete durch Imelda stärker überflutet worden wie beispielsweise die Städte Vidor und Winnie (beide Texas). Was Harvey im Laufe von 4 bis 5 Tagen angerichtet hat, hat Imelda in diesen Orten in 4 bis 5 Stunden geschafft.

Warum es der Herbst bunt treibt

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Laubbäume betreiben in den warmen Jahreszeiten Photosynthese, bei der sie mit Hilfe von Sonnenlicht Wasser und Kohlendioxid in Traubenzucker und Sauerstoff umwandeln. Dies macht ihnen der grüne Farbstoff Chlorophyll möglich. Um diesen wertvollen Stoff im Winter nicht zu verlieren, beginnen die Pflanzen, sobald zu wenig Sonneneinstrahlung da ist um wirkungsvoll Photosynthese zu betreiben, den Blättern das Chlorophyll zu entziehen. Sie wandeln es dann in eine farblose Form um und lagern es in ihre Zellen ein.

Der intensiv grüne Farbstoff hat andere im Blatt vorhandene Farbstoffe überdeckt, die nun sichtbar werden. So färben sich beispielsweise Lärchen und Birken gelb bis goldgelb aufgrund von Karotin. Für die rote Farbe von Eiche und Ahorn ist Anthocyan verantwortlich. Durch Gerbstoffe kommt die braune Färbung von Buchen und Eichen zustande.

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Abfallprodukt Laub

Zum Eigenschutz werfen die Bäume ihre Blätter ab, sobald sie ihnen jegliches Chlorophyll entzogen haben. Einerseits könnte viel wertvolles Wasser an der großen Oberfläche der Blätter verdunsten, andererseits würde das Wasser in den Blattzellen sehr schnell gefrieren. Zudem besteht bei noch vorhandenen Blättern akute Schneebruchgefahr.

Oh Tannenbaum

Nadelbäume, abgesehen von der Lärche, haben eine ganz andere Überwinterungsstrategie. Ihre „Blätter“ bleiben das ganze Jahr über grün und fallen in der kalten Jahreszeit nicht ab. Dadurch, dass die Nadeln ganz schmal sind, verdunstet weniger Wasser an der kleineren Oberfläche. Zudem ist die äußere Zellschicht sehr dick und von Wachs überzogen. Darüber hinaus wirkt Zucker als „Frostschutzmittel“ um das Gefrieren des in den Nadeln enthaltenen Wassers zu verhindern.

 

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Astronomischer Herbstanfang am Montag

Bielersee im Herbst - pixabay/csr_ch

Am kommenden Montag, dem 23. September, beginnt astronomisch bzw. kalendarisch gesehen der Herbst. Bisher verlief der September aber fast überall zu warm, im Flachland beträgt der Überschuss rund um 1 Grad, im Westen, auf den Bergen und im Süden etwa 1,5 bis 2 Grad. Zudem wurde vielerorts heute das Soll an Sonnenstunden bereits erreicht oder überschritten, so beispielsweise auf dem Chasseral, auf dem Hörnli, aber auch im Flachland der Alpennordseite wie beispielsweise in Schaffhausen, Aarau, Zürich, Luzern, Basel und Bern.

Föhn am Sonntag

Pünktlich am Montag, also auf den astronomischen Herbstanfang, wenn die Sonne senkrecht über dem Äquator steht und Tag-und-Nacht-Gleiche herrscht, erreicht uns eine Kaltfront. Im Vorfeld wird es nach vereinzelten Schauern am Vormittag mit teilweise starkem bis stürmischem Föhn morgen Sonntag vielerorts noch freundlich und warm, vor allem im Osten dürfte sogar noch zeitweise die Sonne scheinen. Der Föhn treibt die Temperaturen speziell im Rheintal auf sommerliche Werte von 25 bis 26, lokal auch 27 Grad. Der Föhn dürfte vor allem im Urner Reusstal Böenspitzen bis etwa 100 km/h bringen.

Kaltfront zieht auf

Die Wolken verdichten sich am Sonntag im Tagesverlauf von Westen her aber zunehmend. Während es im Jura bereits tagsüber zu Niederschlägen kommt, setzen diese in den übrigen Gebieten spätestens in der Nacht auf Montag ein. Vor allem die zweite Nachthälfte und der Montagvormittag verlaufen trüb und nass, zudem sinkt die Schneefallgrenze auf etwa 2500 Meter, stellenweise auch tiefer, dies besonders im Bündnerland, wo die Niederschläge bis weit in den Montag hinein anhalten könnten. Mit Höchstwerten um 15 bis knapp 20 Grad ist es denn auch deutlich kühler als noch an diesem Wochenende. Die Tage danach verlaufen wechselhaft mit sonnigen Abschnitten und Regengüssen sowie für die Jahreszeit üblichen Temperaturen mit Höchstwerten um 16 bis gut 20 Grad.

Herbst ist Föhnzeit

Typische Föhnstimmung im Herbst.

Gebirgskette und Druckdifferenz sind Voraussetzung

Im Allgemeinen ist Föhn ein Fallwind. Wenn sich Gebirgsketten der Luftströmung  in den Weg stellen, wird die Luft zunächst auf der windzugewandten Seite (Luv) zum Aufsteigen gezwungen, um dann auf der windabgewandten Seite des Gebirges (Lee) wieder talwärts zu strömen, was sich als Fallwind bemerkbar macht. In Europa sind es die über weite Strecken West-Ost verlaufenden Alpen, die namensgebend für dieses Phänomen sind, das sich somit je nach Anströmung als Süd- oder Nordföhn äußert.

Erscheinungsbilder

Die bekannteste Form des Föhns ist wohl der Südföhn, wenn Luft von Italien über die Alpen strömt. Typisch dafür ist die Annäherung eines kräftigen Tiefs über Westeuropa. An dessen Vorderseite baut sich über dem Alpenraum eine straffe Südströmung auf. Der Luftdruckunterschied zwischen Alpensüd- und Alpennordseite setzt die Föhnströmung in Gang.

Auch am morgigen Sonntag wird der erstmals nach dem Sommer in den Nordalpen zum Thema, gut zu sehen an der Wetterlage für morgen: die roten Pfeile stellen den Südföhn dar, die weißen Linien sind Linien gleichen Luftdrucks (Isobaren). Über den Alpen sind die Isobaren dicht gedrängt -> Föhn schafft hier den Ausgleich zwischen hohem Luftdruck über Italien und tiefem Luftdruck über Bayern.

Der Föhn kommt am Sonntag in Gang.
Der Föhn kommt am Sonntag in Gang.

Speziell im Winter steigt die Wahrscheinlichkeit für Kaltluftseen in den tieferen Tallagen. Dann kommt es bei schwach ausgeprägten Luftdruckunterschieden vor, dass sich der Föhn nicht mehr gegen die kalte Talluft durchsetzen kann und sich auf die Hochtäler am Hauptkamm beschränkt.

Gut zu sehen ist dieses winterliche Minimum auch im folgenden Bild, es zeigt die Häufigkeit für Südföhn in Innsbruck im Laufe eines Jahres: Die „föhnigste“ Jahreszeit ist demnach der Frühling, ein zweites Maximum gibt es im Oktober.

Der typische Jahresgang des Südföhns in Innsbruck.
Der typische Jahresgang des Südföhns in Innsbruck.

Quelle Titelbild: pixabay

Astronomischer Herbstbeginn am Montag

Nebel ist typisch für den Herbst.

Feuchter Einstand

Am Montag um exakt 09:50 Uhr MESZ beginnt der astronomische Herbst, pünktlich zu diesem Stichtag verabschiedet sich der Spätsommer aus Österreich. Den Sonntag kann man noch bei viel Sonnenschein und Temperaturen von bis zu 27 Grad genießen, zu Beginn der neuen Woche erreicht uns dann aber eine Kaltfront von Westen her. Meist dominieren am Montag von der Früh weg die Wolken und ausgehend von Vorarlberg, Tirol und Kärnten breiten sich teils kräftige Regenschauer auf weite Teile des Landes aus. Bis zum Abend wird es dann auch in Wien und Niederösterreich immer öfter nass. Die Temperaturen erhalten einen deutlichen Dämpfer, sie steigen auf 13 Grad in den Nordalpen und nur noch 20 Grad im östlichen Flachland.

So stark gehen die Temperaturen in den Landeshauptstädten zurück:

Stadt Höchstwert Sonntag Höchstwert Montag Änderung
Wien 22 Grad 19 Grad -3 Grad
St. Pölten 22 Grad 19 Grad -3 Grad
Eisenstadt 22 Grad 19 Grad -3 Grad
Linz 22 Grad 17 Grad -5 Grad
Graz 22 Grad 17 Grad -5 Grad
Klagenfurt 22 Grad 17 Grad -5 Grad
Salzburg 25 Grad 16 Grad -9 Grad
Innsbruck 25 Grad 15 Grad -10 Grad
Bregenz 24 Grad 16 Grad -8 Grad

Sonne gibt den Takt vor

Der astronomische Herbst beginnt auf der Nordhalbkugel stets am 22., 23. oder 24. September. An diesem Tag wird das sogenannte Äquinoktium, die Tag-und-Nacht-Gleiche, erreicht. Auf der gesamten Erde dauern Tag und Nacht dann genau je 12 Stunden. Das Datum sowie die exakte Uhrzeit des Herbstbeginns richten sich nach dem Sonnenstand: Die Sonne steht zu Herbstbeginn am Äquator im Zenit, also senkrecht über dem Beobachter. Auf der Südhalbkugel ist es übrigens andersherum, hier verabschiedet sich mit der gleichbedeutenden Tag-und-Nacht-Gleiche der Winter und der Frühling kehrt ein.

Hier eine Übersicht der Tageslängen im Laufe eines Jahrs…jetzt im Herbst nimmt die Tageslänge mit rund 3 Minuten pro Tag besonders stark ab:

Die Tage werden langsam wieder länger
Die Änderung der Tageslänge im Jahresverlauf

Hintergrund: Astronomische vs. meteorologische Jahreszeiten

Für uns Meteorologen ist der Herbst schon rund drei Wochen alt, er begann am 01. September. Warum es neben den astronomischen Jahreszeiten auch die sogenannten meteorologischen gibt, hat einen einfachen Grund. Meteorologische Statistiken über die Jahreszeiten lassen sich nur schwer erstellen, wenn der Beginn ebendieser mitten in einem Monat liegt und dann auch noch von Jahr zu Jahr schwankt. Deshalb wurde noch in Zeiten ohne Computer die Entscheidung getroffen, die meteorologischen Jahreszeiten immer an den Monatsersten beginnen zu lassen.

Quelle Titelbild: pixabay

Höhepunkt der Hurrikansaison

Das momentan stärkste tropische Tiefdruckgebiet ist der Hurrikan JERRY, der sich als Kategorie 2 Sturm auf dem Atlantik rund 500 km vor Antigua und Barbuda befindet. Seine vorhergesagte Zugrichtung ist Nordwest, er soll aber weit vor den Bahamas nach Norden abdrehen und in der Nacht zum Dienstag auf Bermuda treffen. Hier hatte bereits der Hurrikan HUMBERTO am Mittwoch einige Schäden angerichtet. Dieser Sturm hat sich bereits abgeschwächt und in ein außertropisches Tief umgewandelt. Am Dienstag wird er voraussichtlich auf Irland treffen.

Es gibt aber noch weitere tropische Tiefdruckgebiete, so ist die Saison auch über dem östlichen Pazifik derzeit sehr aktiv. Dieses Satellitenbild von Donnerstagabend zeigt die Stürme in ihrer ganzen Pracht.

Zudem zieht zurzeit der sich abschwächende Tropensturm IMELDA über Texas und bringt dort in der Region Houston ergiebigen Regen und Überschwemmungen. Die aufgeführten Regenmengen sind, wie üblich in den USA üblich, in inch angegeben, wobei ein inch 25,4 mm bzw. Liter pro Quadratmeter entspricht. Damit ergibt sich, dass 43.15 inch exakt 1096 L/m² gleichkommen. Das entspricht in manchen Regionen Deutschlands dem 1,5-fachen des mittleren Jahresniederschlags! Zudem gab es knapp 500000 Blitze.

 

Auf dem Pazifik tummeln sich die Tropenstürme KIKO, LORENA und MARIO. Hiervon wird nur LORENA auf Land treffen, die beiden anderen werden über dem Ozean bleiben und sich in der nächsten Woche abschwächen. LORENA wird im Süden der Baja California auf Land treffen und dann entlang der Westküste nach Nordnordwesten ziehen und soll sich in den nächsten Stunden zu einem Hurrikan verstärken.

Saisonhöhepunkt

Der Höhepunkt der atlantischen Hurrikansaison wird üblicherweise gegen Mitte September erreicht. Ab etwa Mitte Oktober lässt die Aktivität dann deutlich nach.

Titelbild: A satellite image of Hurricane Humberto, west of Bermuda, U.S., September 17, 2019. NOAA/Handout via REUTERS.

Der erste Frost der Saison

Frost und Frühnebel

Bereits am Donnerstag war es in der Früh sehr frisch und in vielen Alpentälern gab es Bodenfrost. Luftfrost konnte an den offiziellen Wetterstationen aber noch nicht gemessen werden.

Tiefstwerte am Donnerstag pro Bundesland
Tiefstwerte am Donnerstag pro Bundesland

So lag die Tiefsttemperatur in Mariazell bei 0,1 Grad, im Süden war es aufgrund der Wolken bzw. des Hochnebels hingegen deutlich milder mit teilweise 12 Grad.

Luftfrost in 5 Bundesländern

Die vergangene Nacht verlief im ganzen Land klar und windschwach. Somit konnten die Temperaturen stark absinken und seit Mai gab es das erste Mal wieder in ganz Österreich einstellige Tiefstwerte. Am mildesten blieb es dank Stadteffekt in der Wiener Innenstadt mit 8,9 Grad. Ähnlich mild verlief die Nacht auch direkt am Neusiedler See, da hier das Wasser die Abkühlung dämpfte.

Tiefstwerte am Freitag pro Bundesland
Tiefstwerte am Freitag pro Bundesland

Am kältesten verlief die Nacht im Salzburger Lungau, ein der bekanntesten Kältepole von Österreich. Luftfrost gab es aber auch verbreitet in der Obersteiermark, im Wald- und Mühlviertel sowie stellenweise in Wienerwald und in Nordtirol. Hier die Rangliste der kältesten Orte:

Tiefstwerte Ort und Seehöhe
-2,3 Grad Mariapfarr (S), 1151 m
-2,0 Grad St. Michael im Lungau (S), 1052 m
-1,6 Grad Aigen im Ennstal (ST), 641 m
-1,4 Grad Zwettl (NÖ), 502 m
-1,4 Grad Litschau (NÖ), 558 m
-1,1 Grad Tamsweg (S), 1025 m
-1,1 Grad Summerau (OÖ), 656 m
-0,9 Grad Klausen-Leopoldsdorf (NÖ), 389 m
-0,8 Grad Radstadt (S), 836 m

Frost im September normal

Luftfrost in höheren Lagen sind gerade in der letzten Septemberdekade keine Seltenheit und treten beinahe jährlich auf. So tritt der erste Frost im September im Lungau durchschnittlich am 21. September auf. Auch im Waldviertel oder im Wienerwald tritt Frost beinahe jährlich im September auf und kann auch als klares Indiz für den beginnenden Herbst gesehen werden.

Titelbild: Adobe Stock

Bergwetter: Am Wochenende viel Sonnenschein und steigende Temperaturen

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Freitag, 20. September 2019

Der Freitag startet verbreitet sonnig, nur in manch inneralpinen Tälern und südlichen Becken vereinzelt mit Nebel. Am Alpenostrand bilden sich dann am Nachmittag ein paar Wolken und auch sonst ziehen ein paar Schleierwolken durch, der sonnige Eindruck überwiegt aber überall. Nach einem frischen, in exponierten Lagen lokal sogar frostigen Morgen werden in den Tälern im Westen bis zu 21 Grad erreicht, auf 2.000 m Höhe liegen die Temperaturen zwischen 2 Grad auf dem Schneeberg 13 Grad in den Ötztaler Alpen, auf 3.000 m Höhe werden 0 bis +5 Grad erreicht. Der Wind ist meist nur schwach bis mäßig aus nördlichen Richtungen unterwegs.

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Samstag, 21. September 2019

Am Samstag halten sich in den Tal- und Beckenlagen von Vorarlberg bis Kärnten ein paar Frühnebelfelder, diese lösen sich aber rasch auf und am Nachmittag dominiert im Großteil des Landes strahlender Sonnenschein. Lediglich im Bereich des Alpenhauptkammes bilden sich flache Quellwolken, häufiger treten diese noch in Südtirol auf. Hier werden teils nur 5 Sonnenstunden erreicht, sonst werden es aber verbreitet 9 bis 12 Sonnenstunden. Der Wind dreht auf südliche Richtungen und damit wird es wieder wärmer. Die Höchstwerte liegen in den Tälern von Ost nach West zwischen 17 und 24 Grad, in 2.000 m Höhe werden 7 bis 15 Grad erreicht, in 3.000 m Höhe 3 bis 8 Grad.

Bergwetter am Samstag, den 21.09.2019 @ UBIMET
Bergwetter am Samstag, den 21.09.2019 @ UBIMET

Sonntag, 22. September 2019

Der Sonntag beginnt westlich einer Linie Karwendel – Karnische Alpen bereits mit ersten Wolkenfeldern, diese breiten sich tagsüber weiter nach Osten bis zu den Voralpen Niederösterreichs aus. Die Sonne kommt jedoch nicht zu kurz, über weite Strecken bleibt der freundliche Eindruck noch immer erhalten. Erste Regentropfen sind zum Abend hin bereits in Südtirol möglich, sonst bleibt es noch meist trocken. Am Alpenostrand frischt lebhafter, lokal auch kräftiger Südost- bis Südwestwind auf und von den Hohen Tauern bis zum Mariazellerland wird es leicht föhnig. Die Temperaturen steigen auf 18 bis 26 Grad in den Tälern, in 2.000 m Höhe werden 11 bis 16 Grad erreicht, in 3.000 m Höhe 4 bis 8 Grad.

Bergwetter-Tipp:

Jetzt zum Ende des kalendarischen Sommers erreicht die Schneebedeckung auf den heimischen Gletschern ihr jährliches Minimum. Aus diesem Grund sind derzeit Hochtouren bis weit über 3.000 m fast ohne Schneekontakt möglich. Achten Sie auf den aperen Gletschern aber unbedingt auf freiliegende Spalten! Steigeisen, Pickel und Seil gehören daher zur Standardausstattung bei Touren auf dem ewigen Eis.

 

Titelbild @ https://stock.adobe.com

Wetterpatenschaften für 2020

Wetterkarte für Freitag, den 20.09.2019 @ www.wetterpate.de

Bereits seit mehr als 60 Jahren werden die in Mitteleuropa aktiven Hoch- und Tiefdruckgebiete mit Namen belegt, Grundüberlegung war eine leichtere Kommunikation zwischen den Meteorologen in Anlehnung an die dazumal schon gängige Praxis in den USA. Die breite Öffentlichkeit wurde im deutschsprachigen Raum aber erst 1990 durch die Orkantiefs VIVIAN und WIEBKE darauf aufmerksam. Seitdem ist  die Verwendung der Namen in den Medien quasi Standard. Seit 2002 können schließlich die Bürger im Rahmen der Aktion „Wetterpate“ Namen für die Druckgebiete wählen und sich so ein Hoch oder Tief selbst gönnen oder verschenken.

Hier im Berliner Wetterturm des Met. Instituts der FU Berlin werden die Patenschaften vergeben und wird das Wetter beobachtet, @ www.wetterpate.de
Hier im Berliner Wetterturm des Met. Instituts der FU Berlin werden die Patenschaften vergeben und das Wetter beobachtet, @ www.wetterpate.de

 

Und die Einnahmen kommen einem guten Zweck zu Gute: Am Meteorologischen Institut der FU Berlin gibt es noch eine praxisnahe Ausbildung der angehenden Meteorologen. U.a. gibt es hier eine eigene Wetterstation, deren Daten und Beobachtungen in das weltweite Netz einfließen. Diese ist rund um die Uhr besetzt, also Augenbeobachtungen wie Wetterzustände, Wolkenarten und -höhen, Sichtweiten etc. werden von Studenten aufgenommen und international verschlüsselt. Gerade dies wird heutzutage immer seltener, denn die nationalen Wetterdienste ersetzen immer mehr Wetterbeobachter durch Instrumente, deren Qualität oftmals zu wünschen übrig lässt.

Abschlusspaket für einen Paten, @ www.wetterpate.de
Abschlusspaket für einen Paten, @ www.wetterpate.de

 

 

Gewitter mit extremen Blitzraten

Unwetter mit Blitz

Für die Entstehung von Gewittern sind grundsätzlich drei Zutaten notwendig: Ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit, eine labile Schichtung der Atmosphäre sowie ein Mechanismus, der die Luft zum Aufsteigen bringt. Letzteres kann beispielsweise ein Zusammenströmen der Luft in Bodennähe oder eine Front sein.

Hohe Blitzraten

Die Ladungstrennung innerhalb einer Gewitterwolke kommt durch Reibungsprozesse zwischen den enthaltenen Wassertröpfchen und Eispartikeln im Bereich der Auf- und Abwinde zustande. Eiskristalle laden sich dabei positiv auf, die Tropfen negativ. Dies führt im oberen Teil der Wolke zu einem Gebiet mit positiver Ladung, während an der Wolkenuntergrenze negative Ladung überwiegt. Wenn die Spannung zwischen den verschiedenen Ladungen sehr groß wird, kommt es zu einem Blitz. Dieser Spannungsausgleich erfolgt entweder innerhalb der Wolke oder zwischen dem Erdboden und dem unteren Teil der Wolke. Manchmal schlagen Blitze allerdings auch vom oberen Teil der Wolke am Boden ein. Für sehr viele Blitze benötigt man spezielle Bedingungen:

  • Starker Aufwind innerhalb der Gewitterwolke
  • Hochreichende Gewitterwolken, wobei besonders der Höhenunterschied zwischen der Nullgradgrenze und der Wolkenobergrenze relevant ist
  • Viele Aerosole bzw. Eiskeime

Die Blitzrate steht zwar häufig in Zusammenhang mit der Intensität eines Gewitters, allerdings ist dies nicht immer der Fall. So gibt es durchaus blitzreiche Gewitter mit relativ harmlosen Auswirkungen.

Unwetter in Spanien

Vergangene Woche war der Südosten Spaniens von heftigen Unwettern betroffen (siehe auch hier). Das Zusammenspiel aus Höhenkaltluft und milden Wassertemperaturen hatte dort für eine hochreichend labile Schichtung der Luft gesorgt. Auf den folgenden Videos sieht man eindrücklich, wie intensiv die Blitzrate bei diesen Gewittern war.


Hier geht es zum Blitzreport 2019 für Deutschland.

Titelbild © Adobe Stock

Der Altweibersommer

Herbstsonne

Wissenschaftlich gesehen versteht man unter dem Altweibersommer eine sogenannte meteorologische Singularität. Also einen Witterungsabschnitt mit beständigem Hochdruckwetter im Frühherbst, der nahezu jedes Jahr eintritt. Der Altweibersommer findet meist in der zweiten Septemberhälfte oder im Oktober statt.

20 Grad und kühle Nächte

In dieser Zeit steigen die Temperaturen an den Nachmittagen regelmäßig über 20 Grad. Die Nächte sind oft aber schon empfindlich kühl, manchmal sogar frostig und immer häufiger breiten sich in den Tälern und Becken Frühnebelfelder aus. Auf den Bergen gibt es dafür oft den ganzen Tag strahlend blauen Himmel und perfekte Fernsicht. Besonders im Oktober sind die Temperaturen an manchen Tagen im Mittelgebirge sogar höher als im Tal.

Glänzende Spinnfäden

Die Herkunft des Wortes ist nicht sicher, man vermutet aber, dass der Altweibersommer seinen Namen den Spinnen zu verdanken hat, welche im Herbst durch die Luft segeln: Die Fäden von jungen Baldachinspinnen glänzen im Sonnenschein und erinnern dabei an das graue Haar alter Frauen. Häufig läuft man unbeabsichtigt in solche Fäden hinein. Mit „weiben“ bezeichnete man im Althochdeutschen übrigens das Knüpfen von Spinnweben. Wenn sich im Oktober das Laub langsam verfärbt, ist dann häufig auch vom goldenen Oktober die Rede (in Nordamerika „Indian Summer„).

Spinnenflug

Das Fliegen stellt für Baldachinspinnen eine erfolgreiche Strategie zur Verbreitung dar. Dafür produzieren sie einen Flugfaden, welcher ab einer bestimmten Länge vom Wind erfasst wird und die Spinne zum Abheben bringt. Dieser Vorgang wird „Luftschiffen“ oder „Spinnenflug“ genannt. Beim Transport durch die Luft können Baldachinspinnen Höhen von mehreren Tausend Metern erreichen und bis zu mehrere Hundert Kilometer weit fliegen. Viele Spinnen überleben ihre Reisen allerdings nicht: Die meisten landen auf dem Wasser, in ungeeigneten Lebensräumen oder werden von Vögeln gefressen.


Titelbild © Adobe Stock

Herbst: Unwettersaison am Mittelmeer

Blitz am Meer

Die Gewittersaison in Mitteleuropa geht durchschnittlich von Mai bis August. In dieser Jahreszeit liefert die Sonne die nötige Energiemenge, um den Boden und somit auch die untersten Luftschichten derart zu erwärmen, dass die Luftschichtung labil wird. Im Spätsommer und Herbst verlagert sich der Schwerpunkt der Gewittertätigkeit immer weiter südwärts.

Zunehmender Tiefdruckeinfluss

Im Sommer liegt Südeuropa häufig unter dem Einfluss der subtropischen Hochdruckgebiete, welche sich von den Azoren und Nordafrika nordwärts ausbreiten. Dies sorgt für trockenes und heißes Sommerwetter. Im Herbst verlagert sich der Jetstream im Mittel langsam südwärts und die Ausläufer des subtropischen Hochdruckgürtels werden nach Nordafrika abgedrängt. Die Tiefdrucktätigkeit nimmt zu, so stellen Herbst und Winter im Mittelmeer auch die nasseste Zeit des Jahres dar.

In Barcelona ist der Oktober der nasseste Monat des Jahres.
In Barcelona ist der Oktober der nasseste Monat des Jahres.
Im Herbst fällt der meiste Niederschlag in Dubrovnik
In Dubrovnik fällt vor allem im November viel Regen.

Labile Schichtung der Luft

Der zunehmende Tiefdruckeinfluss im Herbst sorgt für die ersten markanten Kaltluftvorstoße bis in den Mittelmeerraum, was hier in Zusammenspiel mit den milden Wassertemperaturen zu einer labilen Schichtung der Luft führt. Im folgenden Bild sieht man die mittlere, potentiell verfügbare Energie für Konvektion bzw. vertikale Luftmassenbewegung (CAPE), welche ein wichtiges Maß für Gewitter darstellt: Während im Sommer das Mittelmeer eher stabilisierend wirkt und CAPE vor allem im Landesinneren wie etwa in Norditalien und Südosteuropa vorhanden ist, verlagert sich der Schwerpunkt im Herbst ins Mittelmeer und die angrenzenden Küstenregionen.

Im Herbst ist die Luftschichtung im Mittelmeer labil.
Mittlere, potentiell verfügbare Energie für Konvektion im Juni und September. © Tilev-Tanriöver

Unwettersaison

Der Spätsommer und Frühherbst stellen vor allem im nördlichen Mittelmeer die gewitteranfälligste Zeit des Jahres dar. Das zentrale Mittelmeer ist besonders im Laufe des Herbsts von Unwettern betroffen, während es im äußersten Süden und Osten meist erst im Winter der Fall ist. Dies spiegelt sich auch in den Ergebnissen einer Studie des ESWD wider, welche die Monate mit den meisten Tagen mit Tornados zeigt: In Mitteleuropa ist dies im Hochsommer der Fall, in Südeuropa dagegen im Herbst.

Im Mittelmeer gibt es im Herbst die meisten Tagen mit Tornados
Der Monat des Jahres mit den im Mittel meisten Tagen mit Tornados. © ESWD

Warmes Mittelmeer

Die Wassertemperaturen im Mittelmeer nehmen im Zuge der globalen Erwärmung langsam zu, so gab es auch im 2019 von Mitte Juni bis jetzt überdurchschnittliche Wassertemperaturen.

Mittlere Wassertemperatur im Vergleich zum Mittel. © CEAM
Mittlere Wassertemperatur im Vergleich zum Mittel. © CEAM

Auch im langjährigen Trend seit 1982 kann man eine Zunahme der mittleren Wassertemperaturen beobachten, was für die angrenzenden Länder eine steigende Gefahr darstellt. Die Unwettersaison wird nämlich tendenziell länger und intensiver, denn je wärmer das Wasser im Herbst ist, desto mehr Energie steht für Unwetter zur Verfügung. Besonders bei auflandigem Wind unter Tiefdruckeinfluss besteht dann die Gefahr von Sturzfluten und Hochwasser.

Klimastreifen für das Mittelmeer. © CEAM
Entwicklung der Wassertemperatur im Vergleich zum Mittel 1982-2011. © CEAM

Italien sehr exponiert

Italien ist für Starkregen besonders anfällig, da es einerseits nahe einer der wichtigsten Geburtsstätten für Tiefdruckgebiete im Golf von Genua liegt, andererseits weil es hier aufgrund der geographischen Form immer exponierte Gebiete mit auflandigem Wind gibt – unabhängig von der exakten Lage der Tiefs. Weiters sorgen die Alpen und die Apenninen stets für Staueffekte beim Niederschlag.

Unwetter in Spanien

In der vergangenen Woche hat ein Höhentief über dem südwestlichen Mittelmeerraum für schwere Unwetter gesorgt. Besonders betroffen waren die Provinzen Murcia und Valencia im Südosten Spaniens, siehe auch hier: Jahrhundertflut in Südostspanien. Auch im Jahr 2018 gab schwere Unwetter auf Mallorca und in Italien.

Titelbild © Adobe Stock

Der Herbst und die Trockenheit

Nicht von ungefähr spricht man nicht nur durch die Laubverfärbung, sondern auch aufgrund der sonnigen Tagen von Altweibersommer, Goldenen Oktober und Martinisommer. Doch ist der Herbst wirklich die trockenste Zeit im Jahr?

Auf diese Frage gibt es im deutschsprachigen Raum kein eindeutiges Ja oder Nein. Denn die Niederschlagssummen zeigen im Herbst von Region zu Region teils große Unterschiede, teilweise wie in Richtung Westdeutschland und Nordsee sind die Niederschlagssummen sogar über das gesamte Jahr beinahe gleichmäßig.

Stabile Hochs

Nach einem oft gewitter- und schaueranfälligen Sommer stellen sich im Herbst meist längere stabile Hochdruckwetterlagen ein. Aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit können sich kaum mehr Schauer oder Gewitter bilden und die Nebelfelder in den Niederungen lösen sich tagsüber oftmals noch auf. Damit gehen die Niederschlagssummen in den meisten Regionen merklich gegenüber den Sommermonaten zurück, allerdings ist der Vorfrühling, also Februar und März meist trockener als der Herbst.

Italientiefs und Südföhn

In den Südalpen, vom Tessin bis nach Kärnten, gehört der Herbst zur nassesten Zeit im ganzen Jahr. Mit den ersten Kaltluftausbrüchen in Richtung Süden bilden sich im Mittelmeer wieder vermehrt Tiefs, die dann feuchte Luftmassen gegen die Südalpen stauen und teils enorme Regenmengen bringen.

Typische Wetterlage im Herbst
Typische Wetterlage im Herbst

Im Gegenzug dazu weht an der Nordseite der Alpen kräftiger trockener Südföhn. Entlang der Nordalpen ist besonders der Oktober oftmals der trockenste Monat des ganzen Jahres.

Titelbild: Adobe Stock

Stürmischer Dienstag in Norddeutschland

Stürmische Ostsee

Derzeit verläuft die Frontalzone von Island über Südskandinavien bis nach Russland. Mit einem Randtief, das am Dienstag knapp nördlich an Deutschland vorbeizieht, verlagert sich die Frontalzone etwas nach Süden und macht sich vorübergehend auch im Norden der Bundesrepublik mit Sturm und Regenschauern bemerkbar.

An der Ostsee schwere Sturmböen möglich

Am Dienstagmorgen erreicht die Kaltfront des Randtiefs die deutsche Nordsee- und Ostseeküste mit kräftigen Schauern und auch einzelnen Gewittern. Dazu frischt hier stürmischer Nordwestwind auf. Im Tagesverlauf verlagert sich die Front unter Abschwächung südostwärts. Bis zu einer Linie Münster-Chemnitz sind ein paar teils gewittrige Schauer einzuplanen.

Maximale Sturmböen am Dienstag
Maximale Sturmböen am Dienstag © UBIMET

Hinter der Kaltfront ziehen besonders im Ostseeumfeld weitere Regenschauer durch, mit denen vereinzelt schwere Sturmböen von bis zu 90 km/h auftreten. Sturmböen sind kurzzeitig aber auch in Hamburg oder Berlin zu erwarten.

Ab Mittwoch rückt das Hoch HANNEKE näher

Das Randtief zieht Dienstagnacht nach Osten ab, gleichzeitig baut sich über den Britischen Inseln ein mächtiges Hoch namens HANNEKE auf. HANNEKE sorgt dann ab Mittwoch für meist ruhiges und sonniges frühherbstliches Wetter, nur der Nordosten bleibt bis einschließlich Freitag leicht tiefdruckbeeinflusst. Hier ziehen öfters dichte Wolken und ganz vereinzelt auch kurze Regenschauer durch.

Am Wochenende viel Sonne und warm

Am Wochenende verlagert sich HANNEKE über Deutschland hinweg nach Osteuropa. Somit dreht die Höhenströmung auf West bis Südwest und von Frankreich her breitet sich nochmals ausgesprochen warme Luft auf das Land aus. Dazu strahlt die Sonne überall von einem meist wolkenlosen Himmel. Das kommende Wochenende bietet also nochmals perfektes Ausflugswetter.

Titelbild: Adobe Stock

Achterbahnfahrt der Temperaturen

Achterbahnfahrt der Temperaturen

Hoch GAIA sorgt zu Wochenbeginn nochmals für warmes und sonniges Spätsommerwetter, doch mit Ankunft einer Kaltfront am Dienstag beginnt es abzukühlen. Die Temperaturen gehen bis zur Wochenmitte um rund 10 Grad zurück und die Nullgradgrenze sinkt auf 2000 m. Allerdings bleibt es unter Hochdruckeinfluss meist trocken.

Fast 30 Grad am Montag

Am Montag scheint abseits lokaler Nebelfelder von der Früh weg häufig die Sonne. Im Tagesverlauf machen sich von Norden her Wolken der herannahenden Kaltfront bemerkbar, Regenschauer treten aber nur vereinzelt im Bergland auf.

Prognostizierte Höchstwerte am Montag
Prognostizierte Höchstwerte am Montag © UBIMET

Mit bis zu 29 Grad wird es in Kärnten am wärmsten, gerade hier sind aber zum Abend hin auch einzelne Gewitter zu erwarten. Auch im übrigen Land wird es mit 23 bis 28 Grad sommerlich warm.

Kaltfront am Dienstag zieht nur langsam nach Süden

Am Dienstagvormittag sorgt die Kaltfront nördlich der Donau für trübes Wetter und leichten Regen, sonst scheint noch zeitweise die Sonne. Tagsüber gehen dann überall ein paar Regenschauer nieder, im Süden mischen sich auch Gewitter dazu. Die eigentliche Kaltfront erreicht aber erst am Abend mit etwas Regen die Alpennordseite.  Zudem frischt tagsüber nördlich der Alpen lebhafter West- bis Nordwestwind auf. Die Höchstwerte liegen zwischen 17 Grad in Waldviertel und nochmals 27 Grad im Süden.

Von Mittwoch bis Freitag kühl und meist trocken

Am Mittwoch hat die Kaltfront die Alpen bereits überquert und Österreich liegt zwischen einem Hoch über den Britischen Inseln und einem Tief über Osteuropa in einer kühlen Nordströmung.

Großwetterlage von Mittwoch bis Freitag
Großwetterlage von Mittwoch bis Freitag © UBIMET

Allerdings überwiegt grundsätzlich der Einfluss des Hochs, sodass oftmals die Sonne scheint und nur vereinzelt Regenschauer niedergehen. Die Temperaturen kommen meist aber nicht mehr über 15 bis 20 Grad hinaus, einzig in Tirol und Kärnten sind vereinzelt bis zu 22 Grad möglich. Die Nächte verlaufen ebenfalls sehr kühl, im Bergland stellt sich verbreitet Bodenfrost ein!

Am Wochenende geht es wieder bergauf

Am kommenden Wochenende verlagert sich der Schwerpunkt des Hochdruckgebietes allmählich nach Mittel- und Osteuropa. Somit reißt die kühle Nordströmung ab und aus Südwesten kommen wieder warme Luftmassen nach Österreich. Dabei überwiegt nach wie vor der Sonnenschein und besonders im Westen und Südwesten wird es wieder spätsommerlich warm mit Temperaturen über der 25-Grad-Marke.

Titelbild: pixabay.com

Jahrhundertflut in Südostspanien

Das Tief sorgte bereits am Dienstag und Mittwoch für Überschwemmungen auf den Balearen. In weiterer Folge zog der Kern des Tiefs in Richtung Algerien und Marokko. Dabei steuerte es feuchtwarme Mittelmeerluft in den Südosten von Spanien. Von Granada über Murcia bis nach Valencia sorgten Starkregen und Gewitter für heftige Überflutungen.  Vor allem im gebirgigen Hinterland fielen teilweise knapp 300 l/m² in nur 24 Stunden:

In dieser wüstenähnlichen Gebieten in Südostspanien fällt oftmals im ganzen Jahr nicht so viel Regen. Daher kam es zu so weitreichenden Überflutungen, wie hier in Orehuela nahe Murcia:

Gewitter über Nacht

In der vergangenen Nacht sorgten Gewitter in den betroffen Regionen neuerlich für Überschwemmungen. So fielen teilweise in 2 Stunden 90 l/m² an Regen!

Blitzverteilung der vergangenen 24 h @ UBIMET

Neben Starkregen gab es lokal ein kräftigen Hagelschlag:

Wetterberuhigung in Sicht

Bis zum Sonntag verlagert sich das Tief unter Abschwächung in den Norden von Portugal. Damit reißt die Zufuhr feucht-labiler Luft ab und das Wetter beruhigt sich bereits in den kommenden Stunden im Südosten von Spanien. Somit sinken die Wasserstände wieder und es kann mit den Aufräumarbeiten begonnen werden. Allerdings sorgt das Tief am Sonntag und auch noch am Montag in Zentralspanien für teils heftige Gewitter. Somit ist auch hier zumindest lokal mit Hagel und Sturzfluten zu rechnen. Ab Dienstag stellt sich dann wieder in ganz Spanien freundliches Spätsommerwetter ein.

Titelbild: @ Rosa Cabrera Torres

Seen immer noch warm – Badewetter am Wochenende

Badewetter am Wochenende auch im Salzkammergut.

Die Sommerferien sind zu Ende, in einer Woche beginnt auch astronomisch der Herbst. Nichtsdestotrotz laden die heimischen Badeseen noch einmal zum Schwimmen ein – vielleicht ja das letzte Mal in diesem Jahr.

Nachfolgend die aktuellen Wassertemperaturen ausgewählter Seen:

Vorarlberg
Bodensee 20 Grad

 

Tirol
Piburgersee 20 Grad
Walchsee 17 Grad
Reintaler See 22 Grad
Achensee 16 Grad

 

Salzburg
Zeller See 18 Grad
Fuschlsee 18 Grad
Wolfgangsee 18 Grad

 

Kärnten
Ossiacher See 21 Grad
Millstätter See 20 Grad
Kleinsee 19 Grad
Wörthersee 21 Grad
Faaker See 20 Grad
Afritzer See 20 Grad
Flatschacher See 21 Grad

 

Steiermark
Ödensee 19 Grad
Toplitzsee 19 Grad
Stubenbergsee 25 Grad
Grundlsee 19 Grad

 

Oberösterreich
Mondsee 21 Grad
Traunsee 20 Grad
Wolfgangsee 18 Grad
Holzöstersee 19 Grad
Langbathsee 18 Grad

 

Niederösterreich
Lunzer See 21 Grad
Badesee Horn 20 Grad
Viehofner Seen 24 Grad

 

Wien
Alte Donau 21 Grad
Neue Donau 20 Grad

 

Burgenland
Sonnensee Ritzing 24 Grad
Badesee Rechnitz 22 Grad
Neusiedler See 19 Grad
Badesee Kobersdorf 25 Grad

 

Quelle: pixabay

Spätsommer: Am Wochenende bis knapp 30 Grad

Ein vielleicht letztes Mal 2019 stellt sich Badewetter ein.

Heute am Freitag überquert noch eine Kaltfront das Land von Nord nach Süd, gut zu sehen am Satellitenbild von heute Vormittag. Die Front gehört übrigens zum Ex-Hurrikan GABRIELLE:

Eine Kaltfront überquert uns heute.
Eine Kaltfront überquert uns heute.

Am Samstag spielt die Front keine Rolle mehr, dann liegen wir im Bereich einer ausgedehnten Hochdruckzone. Das Resultat sind pünktlich zum Wochenende zwei ruhige Septembertage mit verbreitet viel Sonnenschein – außerdem ist es besonders im Süden für die Jahreszeit sehr warm.

Gut zu erkennen ist das lang gestreckte Hoch auf der Bodenwetterkarte für den morgigen Samstag. Es reicht von den Azoren bis nach Polen und sorgt auch bei uns für perfektes Ausflugswetter!

Die Wetterlage am Samstag in Europa.
Die Wetterlage am Samstag in Europa.

Nachdem also die heutige Kaltfront überstanden ist, wartet der Samstag schon mit Höchstwerten meist zwischen 20 und 25 Grad auf. Etwas wärmer mit 26 oder sogar 27 Grad wird es von Trier bis Konstanz und südwestlich davon. Eine Spur kühler präsentieren sich einzig die Küsten.

Höchstwerte am Samstag:

Am Samstag wird es warm.
Am Samstag wird es warm.

Das Highlight der Woche ist dann aber der Sonntag. Selbst an Nord- und Ostsee werden es rund 20 Grad, im großen Rest steigen die Temperaturen dagegen auf 22 bis 27 Grad. Bestes Ausflugs-, Grill- und Badewetter also. Noch etwas wärmer wird es im Südwesten, so liegen die Höchstwerte beispielsweise in Freiburg, Mannheim oder Koblenz zwischen 28 und 30 Grad!

Höchstwerte am Sonntag:

Sommerwetter am Sonntag.
Sommerwetter am Sonntag.

Für Rekorde reicht es definitv nicht, denn vor allem in der ersten Septemberhälfte sind immer wieder mal Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad möglich. Die meisten Septemberrekorde im Flachland gab es denn auch zwischen einem 1. und 15. September.

Was tatsächlich auch jetzt im ersten Herbstmonat noch möglich wäre, zeigt diese Übersicht mit den Top 10 der Rekordtemperaturen für den Monat September (aufgelistet sind nur Stationen, die heute noch messen):

  1. Jena mit 36,5 Grad (03.09.1911)
  2. Trier-Zewen mit 35,2 Grad (05.09.1925)
  3. Magdeburg mit 35,0 Grad (04.09.1895)
  4. Potsdam mit 34,9 Grad (04.09.1895)
  5. Quedlinburg mit 34,9 Grad (19.09.1947)
  6. Köln-Stammheim mit 34,9 Grad (19.09.1947)
  7. Würzburg mit 34,8 Grad (19.09.1947)
  8. Bad Mergentheim-Neunkirchen mit 34,8 Grad (13.09.1947)
  9. Soltau mit 34,7 Grad (16.09.1947)
  10. Kahl am Main mit 34,7 Grad (13.09.1947)

Quelle Titelbild: pixabay

Am Wochenende warmes Spätsommerwetter

Perfektes Wanderwetter in den kommenden Tagen.

Momentan liegen wir im Bereich einer ausgedehnten Hochdruckzone, das Resultat ist eine Reihe ruhiger Septembertage mit viel Sonnenschein – ausserdem ist es für die Jahreszeit sehr warm.

Gut zu erkennen ist das lang gestreckte Hoch auf der Bodenwetterkarte für den morgigen Samstag. Es reicht von den Azoren bis nach Polen und sorgt auch bei uns für perfektes Ausflugswetter!

Die Wetterlage am Samstag in Europa.
Die Wetterlage am Samstag in Europa.

Schon heute ist mit Höchsttemperaturen um 25 Grad wohl noch einmal verbreitet ein lupenreiner Sommertag zu verzeichnen. Am Sonntag und Montag wird es mit 26 bis 28 Grad sogar noch etwas wärmer, bei leichtem Südwestwind kratzen manche Stationen wie Genf, Delsberg oder Basel mitunter sogar an der 30-Grad-Marke. Auch in den Bergen ist es extrem mild, die Nullgradgrenze liegt zwischen 4200 und 4600Metern.

Für Rekorde reicht es wohl trotzdem nicht, denn vor allem in der ersten Septemberhälfte sind immer wieder mal Temperaturen zwischen 25 und knapp 30 Grad möglich. Die meisten Septemberrekorde im Flachland gab es denn auch zwischen einem 1. und 15. September. In den Alpen kann es speziell in den Föhntälern auch noch etwas später im Jahr warm bis heiss werden. Was tatsächlich möglich wäre, zeigt diese grobe Übersicht mit Rekordtemperaturen für den Monat September:

  • Basel 33,5 Grad am 06.09.1949
  • Bern 31,4 Grad am 14.09.1987
  • Chur 32,2 Grad am 01.09.2009
  • Genf 35,0 Grad am 05.09.1906
  • Lugano 33,4 Grad am 05.09.1911
  • Luzern 31,3 Grad am 06.09.1949
  • St. Gallen 31,4 Grad am 17.09.1975
  • Vaduz 32,1 Grad am 18.09.1987
  • Zürich-Flughafen 31,1 Grad am 01.09.2009
  • Jungfraujoch 10,8 Grad am 11.09.2018
  • Pilatus 19,3 Grad am 01.09.2009
  • Säntis 17,6 Grad am 06.09.2006

Quelle Titelbild: pixabay

Schwere Überschwemmungen in Spanien

Überflutungen in Spanien.

Im Herbst nimmt der Tiefdruckeinfluss und auch die Unwettergefahr im Mittelmeerraum tendenziell zu. In Zusammenspiel mit den noch hohen Wassertemperaturen führt dies besonders in den Küstenregionen zur regenreichsten Zeit des Jahres.

Vor allem unter dem Einfluss von Höhentiefs kommt es häufig zu heftigen Gewittern: Die verstärkte vertikale Temperaturabnahme sorgt nämlich für eine labile Schichtung der Atmosphäre. Auch aktuell ist ein Höhentief für die großen Regenmengen verantwortlich.

Das Mittelmeer ist derzeit noch immer sehr warm, zwischen den Balearen und dem spanischen Festland werden Wassertemperaturen von 24 bis 26 Grad gemessen.

Warmes Mittelmeer
Warmes Mittelmeer

Aktuell liegt das Höhentief über Marokko, in einem weiten Bogen lenkt es höhenkalte und sehr feuchte Luft über das Mittelmeer gegen das bergige Festland der Iberischen Halbinsel.

Die Wetterlage am Donnerstag.
Die Wetterlage am Donnerstag.

Gut zu sehen ist das sich drehende Tief auch auf dem folgenden Satellitenfilm:

Besonders von den Unwettern ist heute die Region um Valencia betroffen, am Freitag sind dann weiter südlich in den Regionen Murcia und Ostandalusien heftige Regenfälle zu erwarten!

Bezüglich der Auswirkungen der Unwetter sprechen Bilder bzw. Videos mehr als 1000 Worte, nachfolgend einige Impressionen von heute aus Spanien:

Quelle Titelbild: pixabay

Bestes Bergwetter am Wochenende

Perfektes Wanderwetter in den Alpen.

Freitag, 13. September 2019

Am Freitag halten sich vom Feuerkogel und Schöckl ostwärts zunächst ein paar dichtere Wolken, im großen Rest der Ostalpen scheint dagegen von Beginn an die Sonne. Im laufe des Tages muss man generell nördlich der Alpen mit durchziehenden Wolkenfeldern rechnen, der sonnige Eindruck bleibt aber auch hier bestehen. Ungetrübten Sonnenschein gibt es speziell in den Bergen von Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Kärnten. Der Nordwestwind weht mäßig bis lebhaft, die Temperaturen klettern auf den höchsten Gipfeln in 3.000 m auf 5 bis 9 Grad, in 2.000 m Höhe werden 13 bis 17 Grad gemessen. Die höchsten Temperaturen kann man dabei in Südtirol genießen.

Samstag, 14. September 2019

Der Samstag bringt vom Bregenzerwald über den Hochkönig und den Dachstein bis zur Saualpe sowie generell südwestlich davon von früh bis spät überwiegend sonniges Wetter. Vor allem in den Bergen Nieder- und Oberösterreichs sowie in der östlichen Obersteiermark halten sich dagegen längere Zeit dichte Wolken, auch etwas Regen ist hier am Vormittag möglich. Im Laufe des Nachmittags setzt sich aber auch in den anfangs trüben Regionen zumindest noch zeitweise die Sonne in Szene. Bei mäßigem bis lebhaftem West- bis Nordwestwind erwärmt sich die Luft in 3.000 m Höhe auf 7 bis 10 Grad, in 2.000 m werden von Ost nach West 7 bis 17 Grad gemessen.

Spätsommerlicher Morgen im Drautal.
Spätsommerlicher Morgen im Drautal.

Sonntag, 15. September 2019

Am Sonntag hält sich in der Früh in manchen Tälern Nebel, von den Karnischen Alpen bis zum Semmering können hochnebelartige Wolken zunächst für trübe Bedingungen sorgen. Gegen die kräftige Septembersonne haben diese aber keine Chance, noch am Vormittag wird es in den gesamten Ostalpen sonnig. Am Nachmittag zeigen sich dann nur noch wenige, harmlose Quellwolken am Himmel. Im Hochgebirge ist der Westwind lebhaft unterwegs, stört aber nicht weiter. Dazu wird es angenehm warm bzw. mild, in 3.000 m Höhe steigen die Temperaturen auf rund 10 Grad, zwischen 18 und 20 Grad liegen die Höchstwerte auf 2.000 m.

Bergwetter-Tipp:

Mitte September beginnt in den Ostalpen traditionell die Zeit der Almabtriebe. Noch bis Anfang Oktober kehren alleine von den gut 8.000 Almen in Österreich mehr als 300.000 Rinder und 100.000 Schafe wieder in ihre Heimatställe zurück – ein farbenfrohes Spektakel, das Einheimische und Urlauber gemeinsam feiern. Zum Dank für eine hoffentlich unfallfreie Bergsaison wird das Vieh mit Blumen geschmückt, Glocken kündigen ihre Heimkehr in den Dörfern an. Zumindest am kommenden Wochenende steht den Abtrieben wettertechnisch nichts im Wege.

Die Kühe kehren dieser Tage zurück ins Tal.
Die Kühe kehren dieser Tage zurück ins Tal.

Quelle Titelbild: pixabay

Der Taupunkt und der Tau

Morgentau auf eine Wiese

Als Tau bezeichnet  man einen beschlagenden Niederschlag aus flüssigem Wasser. Er entsteht durch Kondensation von in der Atmosphäre unsichtbar enthaltenem Wasserdampf an unterkühlten Oberflächen. Förderlich für dieses Phänomen sind folgende Faktoren:

  • Lange Nächte im Spätsommer und Herbst
  • Windschwache Verhältnisse
  • Wolkenloser Himmel

Die Luft kann je nach Temperatur nur eine bestimmte Menge an Wasserdampf aufnehmen. Dabei gilt: Je höher die Temperatur, desto mehr Wasserdampf kann sie fassen. Kommt etwas wärmere und feuchte Luft jedoch in Kontakt mit kühleren Oberflächen wie etwa Grashalme oder Autos, kühlt sie sich ab und kann den gespeicherten Wasserdampf nicht mehr halten. Dieser fällt aus und lagert sich dann in Form von Tautropfen ab. Passiert das ganze bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, entsteht übrigens weißlicher Reif.

Der Taupunkt

Der Tau hat in der Meteorologie sogar zur Namensgebung einer physikalischen Größe beigetragen: Unter der „Taupunkttemperatur“ versteht man nämlich jene Temperatur, auf die sich die Luft abkühlen müsste, um vollständig mit Wasserdampf gesättigt zu sein. Ab dieser Temperatur beträgt die relative Feuchte der Luft bereits 100 %. Kühlt sich die Luft nur um wenige Zehntel weiter ab, beginnt Wasser an Oberflächen oder Kondensationskernen in der Umgebung zu kondensieren und es entsteht Nebel bzw. Tau.

Abschätzung der Tiefsttemperatur

Da beim Phasenübergang vom gasförmigen Wasserdampf zu flüssigem Wasser Wärme freigesetzt wird, wird die nächtliche Abkühlung bei einsetzender Taubildung gebremst oder sogar gestoppt. Daher gibt es in der Wettervorhersage auch eine Faustregel, welche die Taupunktstemperatur am Nachmittag als grobe Abschätzung für die nächtlichen Tiefstwerte heranzieht. Dies funktioniert natürlich nur dann, wenn die Luftmasse über einem Ort in den Stunden zwischen Nachmittag und dem folgenden Morgen nicht durch eine Wetterfront ausgetauscht wird. Auch bei bewölktem Himmel oder Wind ist diese Abschätzung nicht möglich, beides führt zu milderen Nächten.


Titelbild: Robert Körner on VisualHunt / CC BY-NC-SA

Unwetter auf den Balearen

Überschwemmung

Im Herbst nimmt der Tiefdruckeinfluss im Mittelmeerraum im Mittel zu, was in Zusammenspiel mit den noch milden Wassertemperaturen besonders in den Küstenregionen zur regenreichsten Zeit des Jahres führt. Vor allem unter dem Einfluss von Höhentiefs kommt es häufig zu heftigen Gewittern: Die verstärkte vertikale Temperaturabnahme sorgt nämlich für eine labile Schichtung der Atmosphäre. Weitere Details zu dem Thema gibt es hier: Herbst im Mittelmeer: Unwettersaison durch Regen und Gewitter. Auch in den vergangenen Stunden war ein Höhentief für die großen Regenmengen verantwortlich.

Höhentief über Südwesteuropa
Das Höhentief über Südwesteuropa am Dienstagabend. © UBIMET / NCEP

Große Regenmengen

Die größten Regenmengen wurden am Dienstagnachmittag und -abend im Norden von Mallorca gemessen, kräftige Gewitter haben aber auch Menorca heimgesucht. Anbei die nassesten Orte in den vergangenen 24 Stunden (Stand: Mittwoch 6 Uhr):

  • 215 mm Son Torrella, Escorca (Mallorca)
  • 184 mm Lluc, Escorca (Mallorca)
  • 83 mm Sierra de Alfabia, Bunyola (Mallorca)
  • 69 mm Palma, Universitat (Mallorca)
  • 68 mm Aeropuerto de Menorca (Menorca)

Die großen Regenmengen haben für Sturzfluten und Überflutungen gesorgt, besonders betroffen waren die Orte Selva und Caimari. Der für den Mittwoch vorgesehene Schulbeginn wurde  in mehreren Gemeinden auf Donnerstag verschoben. Zumindest ist bislang nur Sachschaden bekannt, weil erst vor einem Jahr hatten schwere Unwetter im Südosten von Mallorca mehrere Todesopfer gefordert (Bericht dazu hier).

Derzeit zieht das Höhentiefs südwärts und auf den Balearen kommt das Wetter zur Ruhe. Dafür muss man nun im Südosten Spaniens mit erhöhter Unwettergefahr rechnen, besonders im Bereich der Provinz Murcia zeichnen sich ergiebige Regenmengen mit der Gefahr von Sturzfluten und Überschwemmungen ab.


Titelbild © Adobe Stock

Wasserhosen im Herbst

Wasserhosen im Mittelmeer © shutterstock

Für die Entstehung von Wasserhosen braucht es eine große, warme Wasserfläche, welche in Zusammenspiel mit einer relativ kalten Luftmasse für eine labile Schichtung der bodennahen Luft sorgt. Weiters sind windschwache Verhältnisse oder allgemein Bereiche mit zusammenströmenden Winden günstig, welche für kleinräumige Verwirbelungen sorgen. An der Unterseite von Schauer- oder Gewitterwolken kann es dann zu Wasserhosen kommen, welche oftmals auch paarweise auftreten.

Kurzlebige Wirbel

Wasserhosen sind meist deutlich schwächer als Tornados und haben eine Lebensdauer von wenigen Sekunden bis hin zu über 10 Minuten. Sie legen höchstens wenige hundert Meter zurück und sind meist harmlos. Nur wenn Boote oder Schiffe ihnen zu nahe kommen oder die Wasserhose auf das Land zieht, kann es gefährlich werden. Vergleichsweise selten treten mesozyklonale Wasserhosen in Zusammenspiel mit Superzellengewittern auf, diese können deutlich höhere Windgeschwindigkeiten aufweisen!

Sichtungen

Im Zuge des Kaltlufteinbruchs über Mitteleuropa am vergangenen Wochenende kam es besonders im Mittelmeerraum zu mehreren Sichtungen von Wasserhosen, wie etwa in Barcelona, bei Elba in Italien und an der nördlichen Adria. Auch über größeren Seen kommt es aber manchmal zu Wasserhosen, so auch am vergangenen Sonntag am Starnberger See in Bayern.

Dorian: Vom Hurrikan zum Islandtief

Tropische Wirbelstürme im Atlantik entstehen auf den warmen Gewässern zwischen der Karibik und Afrika. Mit den dort vorherrschenden östlichen bis südöstlichen Winden verlagern sich die Stürme meist in Richtung Amerika, wie etwa im Fall von Hurrikan Dorian in der vergangenen Woche. Abhängig von der großräumigen Druckverteilung können die Stürme aber manchmal auch schon früher nordwärts abbiegen, wie es aktuell Hurrikan Gabrielle macht.

Die aktuelle Lage der Tiefs und deren weitere Zugbahn. © UBIMET / NCEP
Die aktuelle Lage der Tiefdruckgebiete. © UBIMET / NCEP

Vom Hurrikan zum Islandtief

Wenn Hurrikane in nördlichere Breite vorstoßen kommen sie allmählich in den Bereich der Westwindzone. In diesen Gebieten sorgt die zunehmende Windscherung für eine Umwandlung des Tiefs: Die Symmetrie geht verloren, das Tief entwickelt allmählich Fronten und bei etwas nachlassenden Windgeschwindigkeiten wird es größer. Vorerst besitzt das Tief noch einen warmen Kern, im weiteren Verlauf kühlt dieser aber ab und das Tief wird schließlich zu einem außertropischen Tiefdruckgebiet der mittleren Breiten. Diese sogenannte Extratropical Transition hat Dorian entlang der US-Ostküste durchgemacht, mittlerweile befindet sich Dorian als außertropisches Tief südöstlich von Grönland.

Entwicklung von Dorian. © Robert Hart, FSU; NCEP
Die Umwandlung des Tiefkerns von ex-Hurrikan Dorian. © FSU / NCEP

Am Dienstagabend bzw. in der Nacht zum Mittwoch zieht Dorian über den Süden Islands hinweg zur Norwegischen See, dabei kommt besonders auf den Färöer-Inseln und in Schottland stürmischer Westwind auf, in Summe sind die zu erwartenden Windgeschwindigkeiten aber keineswegs ungewöhnlich für die sturmerprobten Regionen am Rande des Nordatlantiks.

Gabrielle zerschellt an Irland

Der Ex-Hurrikan Gabrielle wird nach derzeitigem Stand unter Abschwächung am Donnerstag Irland erreichen. Bis auf etwas Regen und Wind sind aber keine markanten Wettererscheinungen mehr zu erwarten.

Die Zugbahn von Hurrikan Gabreille inkl. Prognose vom NHC. © NOAA
Die Zugbahn von Hurrikan Gabrielle inkl. Prognose vom NHC. © NOAA

Hurrikane in Europa

Knapp 50 % der tropischen Wirbelstürme im Atlantik wandeln sich in außertropische Tiefdruckgebiete um, manche davon beeinflussen in weiterer Folge auch das Wetter in Europa. Dass ein tropischer Sturm das europäische Festland trifft, ist hingegen äußerst selten, da sich die Stürme zuvor meist in hybride Stürme der mittleren Breiten mit einem warmen Kern und einem sich entwickelnden Frontensystem umwandeln. Dennoch können Tiefdruckgebiete mit überwiegend tropischen Eigenschaften im Kernbereich das europäische Festland erreichen: Der erste offizielle Fall war der Ex-Hurrikan Vince im Jahr 2005. Im Oktober 2017 kam Hurrikan Ophelia der Iberischen Halbinsel sehr nahe, er traf dann allerdings als Hybridsturm auf Irland. Im Oktober 2018 sorgte der Ex-Hurrikan Leslie für Orkanböen an der Westküste Portugals. Weiters können auch über dem Mittelmeer manchmal tropische Tiefdruckgebiete entstehen, aufgrund der geographischen Lage werden sie „Medicanes“ genannt.

Wetterbesserung am Wochenende

Die kommenden Tage gestalten sich besonders in der Nordhälfte Deutschlands leicht unbeständig, da am Mittwoch die okkludierte Front von Ex-Dorian den Nordwesten erfasst und  am Freitag die Reste von Ex-Gabrielle über den Norden hinwegziehen. Leicht wetterbegünstigt ist der Süden. In weiterer Folge etabliert sich über den Britischen Inseln aber ein Ableger des Azorenhochs namens Friederike, welches am Wochenende im ganzen Land für ruhige Wetterbedingungen sorgt. Besonders im Südwesten wird es zudem spätsommerlich warm.

Ex-Hurrikan Dorian nimmt Kurs auf Europa

Das Seegebiet zwischen der Karibik und Afrika ist eine der wichtigsten Brutstätten für tropische Stürme. Die Wassertemperatur beträgt dort im Sommer rund 27 Grad – damit ist eine wichtige Komponente für die Entstehung von tropischen Stürmen gegeben. Mit den östlichen Winden werden die Stürme nach Westen verlagert und entwickeln sich unter Umständen zu Hurrikanen. So auch der Hurrikan Dorian, der vergangene Woche die Inselgruppe der Bahamas und die Ostküste der USA getroffen hat (siehe auch diesen Blog-Eintrag). Nun ist der Ex-Hurrikan in weit abgeschwächter Form über Neufundland gezogen und nimmt weiter Kurs auf Nordeuropa. Die zu erwartenden Windgeschwindigkeiten sind weitaus geringer als über dem Westatlantik. Beachtlich ist dennoch die Lebensdauer und zurückgelegte Wegstrecke des Druckgebildes. Anfangs hatte der Zyklon seine Energie aus dem warmen Wasser der Außertropen bezogen, jetzt, in den mittleren Breiten, zapft er wieder kalte Luft aus dem Norden an. Damit geht auch eine neuerliche Frontenbildung einher. Ex-Dorian zieht allerdings Richtung Spitzbergen, somit wird Mitteleuropa nur am Rande von dessen Frontensystemen am Mittwoch gestreift.

Die Überbleibsel von Hurrikan Dorian ziehen nach Osten. Quelle: National Hurricane Center / NOAA

Ein weiterer Player auf dem derzeitigen Wetterspielfeld Atlantik ist der tropische Zyklon GABRIELLE. Nach derzeitigem Stand erreicht dieser am Donnerstag die Britischen Inseln, verliert aber auf seinem nordöstlichen Kurs an Kraft. Stürmischer Wind (Böen bis 100 km/h) und kräftiger Regen stehen dennoch vor allem für die Küstenregionen am Programm.

Der Tropische Zyklon GABRIELLE nimmt Kurs auf die Britischen Inseln. Quelle: National Hurricane Center / NOAA

 

Bodendruckverteilung am Donnerstag 11.9.2019, 00 Uhr UTC. Datenquelle: ECMWF

Hurrikane in Europa

Dass ein Hurrikan das europäische Festland trifft ist äußerst selten. Zuletzt erreichte der Hurrikan LESLIE im Oktober 2018 mit Windspitzen bis 160 km/h die Iberische Halbinsel (siehe Blogeintrag: Hurrikan Leslie).

Europa unter Hochdruckeinfluss

In West- und Mitteleuropa setzt sich im Laufe der Woche immer mehr ein Azorenhoch durch. Damit werden Tiefs vom Atlantik – so auch  der Zyklon Gabrielle – nach Nordosten abgedrängt. Für den Alpenraum zeichnen sich ein paar spätsommerliche Tage ab, die Temperaturen steigen wieder deutlich an, am Freitag sind bis zu 27 Grad möglich.

Tief HANS bringt im Osten verbreitet Regen

Regentag

Das ehemalige Italientief HANS ist vergangene Nacht über die Alpen gezogen und liegt derzeit über Tschechien. In den kommenden Stunden verlagert sich der Kern über Ostsachsen und Westpolen langsam in Richtung Ostsee.

Die aktuelle Bodenwetterkarte. © DWD
Die aktuelle Bodenwetterkarte. © DWD

Vor allem am Westrand des Tiefs fällt verbreitet anhaltender Regen, da sich das Niederschlagsgebiet hier um den Tiefkern wickelt und somit in Zusammenspiel mit der entgegengesetzten Verlagerungsrichtung des Tiefs nach Norden nur sehr langsam vom Fleck kommt (die Radaranimation gibt es hier).

Radarbild und Tiefkern um 9 Uhr
Radarbild und Tiefkern um 11 Uhr. © DWD / UBIMET

Regen im Osten

Besonders im Vogtland sowie in dessen nähreren Umgebung regnet es derzeit kräftig mit teils über 5 Liter pro Quadratmeter pro Stunde. Anbei die größten Niederschlagsmengen in den vergangenen 24 Stunden in den betroffenen Regionen (Update: Dienstag, 02 Uhr):

    • 58 mm Aue (Sachsen)
    • 54 mm Stützengrün-Hundshübel (Sachsen)
    • 53 mm Raschau (Sachsen)
    • 52 mm Marienberg (Sachsen)
    • 52 mm Carlsfeld (Sachsen)

In den kommenden Stunden verlagert sich der Tiefkern nordwärts, daher verlagert sich der Niederschlagsschwerpunkt langsam in den Nordosten des Landes.

Besonders in Sachsen, Franken und Thüringen war der Sommer 2019 deutlich zu trocken mit örtlich weniger als 50% vom durchschnittlichen Niederschlag. Im Nordosten fällt die Bilanz etwas ausgeglichener aus, dennoch besteht nach dem extrem trockenen Jahr 2018 weiterhin ein hohes Niederschlagsdefizit.

Lake Effect am Bodensee

Noch größere Niederschlagsmengen gab es vergangene Nacht am Ostufer des Bodensees: Da der Temperaturunterschied zwischen Wasser und Luft besonders groß war (Wassertemperatur 18 Grad, Temperatur in einer Höhe von 1000 m knapp über 5 Grad), konnte die Luft beim Überströmen des Bodensees sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen. Diese hat die Schauertätigkeit am Ostufer deutlich verstärkt. In Sigmarszell (Zeisertsweiler) wurden in den letzten 24 Stunden 66 Liter pro Quadratmeter Regen gemessen, davon mehr als 27 innerhalb von nur 2 Stunden. Weitere Details zu diesem Phänomen gibt es hier.

Wetterberuhigung am Dienstag

Am Dienstag liegt der Kern von HANS über der Ostsee und bei stark auffrischendem Westwind mit teils stürmischen Böen fällt im äußersten Nordosten noch etwas Regen. Auf Rügen regnet es mitunter auch gewittrig durchsetzt. Sonst beruhigt sich das Wetter wieder.

Ruhiges Spätsommerwetter mit bis zu 27 Grad in Sicht

Strohballen beim Sonnenuntergang

In den kommenden Tagen zieht der Ex-Hurrikan Dorian über Island hinweg und der Ex-Hurrikan Gabrielle trifft auf die Britischen Inseln. Während sich in Nordeuropa unbeständiges Herbstwetter einstellt, wird in Mitteleuropa der Weg frei für einen Ableger des Azorenhochs.

Bodenwetterkarte am Dienstag. © FU Berlin /DWD
Bodenwetterkarte am Dienstag. © FU Berlin / DWD

Wetterbesserung

Am Dienstag lockern Restwolken und Nebelfelder am Vormittag auf und die Sonne kommt vor allem an der Alpennordseite häufig zum Vorschein. Im Osten und Süden ziehen im Tagesverlauf ein paar Wolken durch, es bleibt aber trocken und die Temperaturen steigen auf 18 bis 23 Grad. Der Mittwoch bringt bei nur harmlosen Wolken vor allem in der Osthälfte viel Sonnenschein. Die Höchstwerte liegen zwischen 18 und 24 Grad.

Ruhiges Spätsommerwetter

Am Donnerstag setzt sich das ruhige und überwiegend sonnige Wetter fort. Die Temperaturen steigen noch etwas an mit Höchstwerten zwischen 20 und 26 Grad. Der Freitag wird voraussichtlich der wärmste Tag der Woche bei Temperaturen bis zu 27 Grad im Osten Österreichs. Am Wochenende setzt sich der Hochdruckeinfluss fort, aus Norden sickert aber vorübergehend etwas kühlere Luft ein, somit gehen die Temperaturen geringfügig zurück.

Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Freitag
Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe am Freitag. © UBIMET / NCEP

Schnee von gestern

Italientief HANS hat am Sonntag für eine sogenannte Gegenstromlage gesorgt, bei der aus Nordwesten kühle Luft einsickert, während ein Italientief in der Höhe sehr feuchte Luft aus Süden heranführt. Die Schneefallgrenze ist dabei in Nordtirol vorübergehend gegen 1000 m abgesunken und in den Hochlagen der Stubaier und Ötztaler Alpen gab es bis zu 50 cm Neuschnee. Die größten Regenmengen gab es in Oberkärnten, so wurden in Spittal an der Drau 86 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden gemessen. Markante Regenmengen gab es aber auch im Westen Österreichs sowie von der südlichen Steiermark bis ins östliche Flachland. Örtlich wurde auch schon der durchschnittliche Septemberniederschlag übertroffen, wie etwa im Raum Innsbruck, in Teilen Oberkärntens sowie in Teilen des Weinviertels. In der zweiten Wochenhälfte steigt die Nullgradgrenze aber gegen 4.000 m an und bis auf Weiteres ist landesweit kein nennenswerter Niederschlag in Sicht.

Neuschneeanalyse am Sonntag. © UBIMET
Neuschneeanalyse am Sonntag. © UBIMET

Regenanteil vom Monatsmittel
Regenanteil vom Monatsmittel am 9. September. © UBIMET

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Tief HANS bringt Regen, Gewitter und Schnee

Schneefall

Am Sonntag liegt Mitteleuropa unter dem Einfluss eines umfangreichen Höhentiefs, welches am Boden von Italientief HANS flankiert wird. In der Nacht zum Montag verlagert sich das Tief über die Alpen hinweg und liegt am Montag dann über Tschechien und Westpolen.

Das Höhentief führt sehr feuchte Luftmassen über Österreich hinweg
Das Höhentief führt sehr feuchte Luftmassen über Österreich hinweg. © UBIMET / GFS

Schnee in den Alpen

Im Westen fällt am Sonntag von Beginn an häufig Regen, dabei sinkt die Schneefallgrenze am Arlberg und am Alpenhauptkamm gegen 1300 m ab. Aktuell schneit es etwa in Lech, Galtür, Nauders und Obergurgl. Am Nachmittag und Abend sinkt die Schneefallgrenze auch im Bereich der Tauern weiter ab, kurzzeitig zeichnet sich hier in den Abendstunden auch in den Hochtälern um 1100 m etwas Schneeregen oder Nassschnee ab.

Schnee im hinteren Ötztal. © Land Tirol
Schnee am Arlberg. © Land Tirol
Schnee am Arlberg. © Land Tirol

Regen und Gewitter

Im Tagesverlauf verlagert sich der Schwerpunkt des Regens in den Süden, besonders im Bereich der Karnischen Alpen und der Kreuzeckgruppe regnet es am Nachmittag und Abend auch ergiebig und gewittrig durchsetzt! Vorerst noch trocken bleibt es hingegen in der Osthälfte, vorübergehend kommt hier auch die Sonne zum Vorschein. In der Nacht auf Montag zieht das Tief dann über die Alpen hinweg und auch im Osten muss man zeitweise mit kräftigem und teils gewittrig durchsetztem Regen rechnen.

Schneeprognose bis Montagmorgen. © UBIMET
24h-Schneeprognose bis Montagmorgen. © UBIMET
Regenprognose bis Montagmorgen. © UBIMET
24h-Regenprognose bis Montagmorgen. © UBIMET

Wetterbesserung ab Montag

Der Montag startet verbreitet nass, im Norden und Osten mit kräftigen und vereinzelt sogar gewittrigen Schauern. Im Tagesverlauf lässt der Regen nach und die Wolken lockern auf, am freundlichsten wird es in Osttirol und Oberkärnten. Vom Salzburger Land bis ins Mühl- und Waldviertel zeigt sich die Sonne hingegen kaum. Im Südosten sind am Nachmittag nochmals einzelne Gewitter möglich. Vom Mostviertel bis zum Wienerwald frischt lebhafter bis kräftiger Westwind auf. Die Temperaturen kommen selbst im äußersten Süden kaum über die 20-Grad-Marke hinaus.


Trockenes Jahr 2019 – Regen willkommen

Trockenheit im Herbst

Der Sommer 2019 hat uns mit Sonnenschein und Hitze verwöhnt, dafür war es in vielen Regionen Österreichs deutlich zu trocken. Nun mit dem Beginn des meteorologischen Herbstes vergangene Woche hat sich auch das Wetter umgestellt und auf Herbstmodus gestellt. Seit langer Zeit erlebt das ganze Land mal wieder ein durchwegs trübes und nasses Wochenende. Das Schmuddelwetter erfreut nur wenige, ist aber Segen für die Natur.

Sommer 2019 fast überall zu trocken

Die vergangenen drei Sommermonate verliefen beinahe im ganzen Land zu trocken. Nur im Weinviertel, im Tiroler Oberland sowie in der Umgebung der Stadt Salzburg gab es etwas mehr Regen als im langjährigen Durchschnitt.

Niederschlagsabweichung im Sommer vom langjährigen Mittel
Niederschlagsabweichung im Sommer vom langjährigen Mittel

Im übrigen Land war es meist deutlich zu trocken, teilweise gab es gerade einmal die Hälfte des üblichen Niederschlags im Sommer.

2019 – Oberösterreich und Südosten zu trocken

Ein Blick auf das bisherige Jahr zeigt, dass es gerade vom Inn- und Waldviertel bis ins Burgenland und die südliche Steiermark viel zu trocken war. Teilweise gab es erst 60 Prozent des üblichen Niederschlags.

Niederschlagsabweichung 2019 vom langjährigen Mittel
Niederschlagsabweichung 2019 vom langjährigen Mittel

Dank eines nassen Winters und Frühjahrs gab es über das Jahr gesehen von Vorarlberg bis Kärnten sowie im Weinviertel bis jetzt ausreichend Regen. Am Wochenende kommen nun im ganzen Land ein paar Liter an Regen zusammen, ob der Herbst aber für ausreichend Regen in den trockenen Regionen sorgt, bleibt nach wie vor abzuwarten.

Durchschnittliche Niederschlagsmengen am Wochenende
Durchschnittliche Niederschlagsmengen am Wochenende

Titelbild: Adobe Stock

Am Wochenende Regen und im Gebirge Schnee

Schnee im Herbst auf den Bergen

Am Wochenende ereignet sich ein Trogvorstoß direkt über Mitteleuropa, kältere Luft wird von Norden her über die Alpen geführt und verursacht in Oberitalien eine Tiefdruckentwicklung. Somit stellt sich am Sonntag über Österreich eine Gegenstromlage ein: Während bodennah kältere Luft in die Täler der Alpennordseite sickert, steuert das Italientief feuchte Mittelmeerluft gegen die Alpen. Solch eine Wetterkonstellation führt in den Alpen zu reichlich Regen, dort wo sich Kaltluft und Starkregen überlagern, kann es vorübergehend frühwinterlich werden.

Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Sonntag
Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe am Sonntag. An der Alpennordseite strömt kühle Luft ein und wird von einer feuchten Südströmung überlagert. © UBIMET

Am Samstag oft nass

Am Samstag überwiegen von der Früh weg die Wolken und zeitweise fällt Regen. Tagsüber stellen sich im Südosten und Osten längere trockene und kurze sonnige Phasen ein, gerade hier nimmt aber am Nachmittag wieder die Schaueraktivität zu. Von Oberkärnten über die Packalpe bis zum Semmering sind am Nachmittag starke Regenschauer und auch einzelne Gewitter zu erwarten. Die Temperaturen bleiben mangels Sonnenschein gedämpft und liegen zwischen 12 und 20 Grad.

Nasser Sonntag im Südwesten, Schnee in den Tauern

Am Sonntag ziehen von Beginn an ein paar Schauer durch. Tagsüber bleibt es dann im Osten trocken, während sich im Südwesten der Regen verstärkt. Am Nachmittag und Abend stellt sich vom Tiroler Unterland bis zum Ausseerland und dem Klagenfurter Becken intensiver Dauerregen ein, im Süden sind dabei stellenweise auch Gewitter eingelagert. Die Höchstwerte liegen zwischen 8 und 21 Grad.

Aktuelle Niederschlagsprognose für Sonntag.

Wintereinbruch im Gebirge

Die Temperaturen gehen in den Alpen am Sonntag kontinuierlich zurück und die Schneefallgrenze sinkt von Westen her auf 2200 bis 1700 m ab. In den Hohen Tauern kann es am Abend dank der Niederschlagsabkühlung bei starker Niederschlagsintensität vorübergehend auch bis in die Hochtäler um 1000 m schneien!

Neuschneesumme bis Montagmorgen

Im Hochgebirge kommen einige Zentimeter Neuschnee zusammen, in den Hochlagen der Tauern zeichnen sich bis Montagmorgen Mengen bis zu 50 cm Neuschnee ab! Erste Kaltlufteinbrüche sind im September allerdings nicht ungewöhnlich, im Jahr 2018 war dies erstmals schon am 26. August der Fall, siehe hier: Schnee bis 1000 m in Salzburg.

Titelbild © Adobe Stock

Mistral – Der meisterliche Wind

Mistral - Surfer

Wettertechnisch dominieren derzeit zwei Themen die Medien. Überall kann man aktuelle Bilder und Prognosen zu Hurrikan Dorian und Taifun Lingling lesen. Beim Thema Wind gibt es derzeit aber auch aus Europa einiges interessantes zu berichten. Ein Blick nach Frankreich zeigt, dass die Großwetterlage in diesen Tagen ein berüchtigtes Wetterphänomen in Kraft setzt – den Mistral.

Aktuelle Großwetterlage hat Mistral zur Folge

Derzeit befindet sich ein Hochdruckgebiet über dem Ostatlantik, ein Tiefdruckgebiet über Skandinavien und ein weiteres Tief über Oberitalien. Bei dieser Konstellation – Luftmassen strömen im Uhrzeigersinn aus dem Hoch und gegen den Uhrzeigersinn in das Tief – resultiert ein Wind über Frankreich aus nordwestlicher Richtung.

Orographie und Bernoulli-Effekt

Besonders zwischen dem französischem Zentralmassiv und den Alpen wird die Strömung in das Rhônetal hinein kanalisiert. Aufgrund des Bernoulli-Effektes, welcher besagt, dass eine Strömung beschleunigt, sobald sie kanalisiert wird, resultieren hohe Windgeschwindigkeiten, die nicht selten bis zur Mittelmeerküste zu orkanartigen Böen führen. Der Mistral wird daher auch als katabatischer Wind bezeichnet, was so viel bedeutet, wie ein kalter Fallwind.

Die Pyrenäen haben einen ähnlichen Düseneffekt, dort kommt der Wind aber aus West bis Nordwest und wird Tramontane genannt. Je nach Ort an der französischen Mittelmeerküste bläst der Mistral aus nördlicher bis nordwestlicher Richtung und hat oft wolkenlosen Himmel, gute Fernsicht und abfallende Temperaturen zur Folge.

Erste Böen über 100 km/h

Maximale Windgeschwindigkeiten, 18 Uhr, 05.09.2019, Quelle: Ubimet

Der Blick auf die aktuellen Windgeschwindigkeiten verrät, dass der Mistral zwar noch nicht vollständig ausgeprägt ist, aber bereits erste Böen über 100 km/h gemeldet wurden.

Entsprechend interessanter ist, wie sich der Mistral in den nächsten Stunden entwickelt. Hierzu wurde eine Animation des Ubimet-eigenen Wettermodells erstellt. Sie zeigt die maximalen Windböen bis Freitag, 17 Uhr:

Animation der maximalen Windböen

Beeindruckende Motive sind an solchen Tagen an der ganzen Küstenregion zu finden:

Quelle Titelbild: Visualhunt.com

 

Septemberwetter

Fahrrad vor einem See im Spätsommer

Kalendarisch beginnt der Herbst heuer erst am 23. September, in der Meteorologie zählt man den September bereits komplett zur dritten Jahreszeit. Besonders in der ersten Hälfte des Monats sollte der Sommer aber keineswegs unterschätzt werden. Temperaturen an die 30 Grad bzw. sogar darüber kommen in manchen Jahren vor. Im September 2015 wurde in Österreich erstmals sogar die 35-Grad-Marke erreicht! Die Nächte werden aber tendenziell immer kühler und besonders im Bergland kommt es wieder häufiger zu Bodenfrost.

Abnehmende Tageslänge

Die Sonne steht im September immer tiefer, so büßt man beispielsweise in Wien durchschnittlich vier Minuten pro Tag an Tageslänge ein. Sind zu Beginn des Monats bei wolkenlosem Himmel noch 13,5 Stunden Sonnenschein möglich, stehen am Ende nur noch 11,5 Stunden zur Verfügung. Zudem ist die Intensität der Strahlung aufgrund des geringeren Sonnenstands herabgesetzt, im September kommt ungefähr die gleiche Globalstrahlung wie im März an. Dies führt unweigerlich zu einem Abwärtstrend der Temperatur.

Die Tage werden jetzt merklich kürzer.
Die Tageslänge nimmt ab Ende August um etwa 4 Minuten pro Tag ab.

Nebelfelder

Wegen der immer länger werdenden Nächte kann die Luft bodennah stärker auskühlen als noch in den Monaten davor. Somit bilden sich besonders in Gewässernähe und in Beckenlagen wieder vermehrt Nebelfelder. Liegen in höheren Schichten noch dazu deutlich wärmere Luftmassen, sind bereits Hochnebelfelder möglich. In der Regel reicht die Kraft der Sonne aber noch aus, um diese untertags aufzulösen. Da die Luft in tendenziell auch stabiler trockener wird, gibt es häufig eine gute Fernsicht auf den Bergen. Gewitter treten abseits der Küsten hingegen nur noch vereinzelt auf.

Sturm

Im September nehmen die Temperaturgegensätze zwischen den Subtropen und der Arktis zu und der Jetstream in den mittleren Breiten wird tendenziell wieder stärker. Mitunter schaffen es somit auch die ersten kräftigeren Tiefdruckgebiete bis nach Mitteleuropa, dabei sind insbesondere in Norddeutschland erste Herbststürme möglich, die an ihrer Rückseite kühle Luft bis nach Mitteleuropa führen können. In Zusammenspiel mit Italientiefs stehen damit auch erste Wintereinbrüche bis in höhere Tallagen der Alpen wieder auf dem Programm. Andererseits kommt es im Vorfeld solcher Kaltfronten wieder häufiger zu Föhn in den Alpen, daher können die Temperaturgegensätze in dieser Jahreszeit sehr groß ausfallen.#

Titelbild © Adobe Stock

Hurrikan Dorian hinterlässt Spur der Verwüstung auf den Bahamas

Hurrikan Dorian von der ISS

Hurrikan Dorian hinterlässt auf den nördlichen Bahamas eine Spur der Verwüstung. Am Montag war er als Hurrikan der Kategorie 5 mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis knapp 300 km/h auf die Insel Great Abaco getroffen und in weiterer Folge am Dienstag auf Grand Bahama, wo der Wirbelsturm nahezu ortsfest mehr als 24 Stunden lang wütete.

Teile der Insel geflutet

Die Kombination aus extrem hohen Windgeschwindigkeiten, Sturmflut und sintflutartigem Regen hat erwartungsgemäß zu katastrophalen Auswirkungen auf den betroffenen Inseln geführt. Weite Teile der Insel Grand Bahama wurden überflutet, zudem hat der Wind unzählige Häuser vollständig zerstört bzw. dem Boden gleichgemacht. Das gesamte Ausmaß der Schäden wird sich erst in den kommenden Stunden zeigen, bislang sind jedoch schon mindestens 7 Todesopfer zu beklagen.

Rekord-Hurrikan

Hurrikan Dorian hat im Atlantik für neue Maßstäbe gesorgt: Einerseits war es der bislang stärkste Hurrikan im Atlantik abseits der Tropen (>23.5 °N), andererseits hat sich die Windgeschwindigkeit im Kern des Sturms innerhalb von nur 9 Stunden von 240 auf 300 km/h verstärkt – auch das ist ein neuer Rekord im Atlantik. In Bezug auf die höchste Windgeschwindigkeit liegt er auf Platz zwei zusammen mit Hurrikan Gilbert und Hurrikan Wilma, nur Hurrikan Allen im Jahr 1980 wies noch etwas höheren Windgeschwindigkeiten auf.


Kurs auf die Carolinas

Mittlerweile hat Dorian die Bahamas langsam nordwärts verlassen und sich zu einem Hurrikan der Kategorie 2 abgeschwächt. In den kommenden Tagen wird er vor allem im Nordosten von Florida sowie an den Küsten von South und North Carolina für eine Sturmflut sorgen, zudem muss man weiterhin mit Orkanböen und ergiebigen Regenmengen rechnen. Nach derzeitigem Stand wird der Kern des Sturms Donnerstagnacht bzw. am Freitag entlang der Küste von South und North Carolina entlangziehen. Auf den warmen Gewässern des Golfstroms wird der Sturm weiterhin über viel Energienachschub verfügen, Dorian bleibt also weiterhin ein sehr gefährlicher Hurrikan!


Titelbild: Blick auf Hurrikan Dorian aus der Internationalen Raumstation.

Was Hurrikans, Zyklone und Taifune unterscheidet

Hurrikan DORIAN @NOAA

Als Hurrikan wird ein tropischer Wirbelsturm bezeichnet, der im einminütigen Mittel eine Windgeschwindigkeit von mindestens 118 km/h aufweist und im Bereich des Atlantiks und des Nordostpazifiks auftritt. Der Begriff Hurrikan leitet sich von Huracán ab, dem Maya-Gott des Windes, des Sturmes und des Feuers. In anderen Regionen der Erde ist der Hurrikan hingegen unter anderen Namen bekannt: So heißt das gleiche Phänomen in Ostasien und im Westpazifik Taifun, im Indischen und im Südpazifik Zyklon und in Australien und Indonesien Willy-Willy (inoffizielle Bezeichnung).

Entstehung und Auftreten

Tropische Wirbelstürme entstehen für gewöhnlich in der Passatwindzone über den Weltmeeren. Eine Grundvoraussetzung für deren Bildung ist eine warme Wasseroberflächentemperatur (besonders effektiv ab etwa 26 Grad), da dann große Wassermengen verdunsten, die dem thermodynamischen System bei seiner Entwicklung enorme Energiemengen bereitstellen. Entsprechend treten die meisten tropischen Wirbelstürme in den Sommer- und Herbstmonaten der jeweiligen Regionen auf.

Struktur und Auswirkungen

Mit einem Durchmesser von einigen hundert Kilometern und einer Lebensdauer von mehreren Tagen gehören tropische Wirbelstürme zu den größten und langlebigsten meteorologischen Erscheinungen. Sie sind gekennzeichnet durch großflächige organisierte Konvektion und weisen eine geschlossene zyklonale Bodenwindzirkulation auf. Darüber hinaus kommt es bei entsprechender Intensität zur Ausbildung eines wolkenarmen Auges im Zentrum des Sturms, wo der Luftdruck im Extremfall unter 900 hPa sinkt. Am Rande des Auges treten die höchsten Windgeschwindigkeiten von teils mehr als 300 km/h auf. Neben dem starken Wind sind vor allem sintflutartige Regenfälle sowie Sturmfluten die größte Gefahr.

Saffir-Simpson-Skala

Es gibt unterschiedliche Skalen für die Klassifizierung der  Windstärken von tropischen Wirbelstürmen. Im Atlantik erfolgt dies mittels der sogenannten Saffir-Simpson-Skala, die in fünf Kategorien unterteilt ist. Nicht verwechseln darf man allerdings einen Hurrikan bzw. Taifun mit einem Tornado! Dieser entsteht auf völlig unterschiedliche Art und Weise im Bereich von Superzellengewittern und weist somit entsprechend andere Eigenschaften auf. Allein seine horizontale Ausdehnung ist um etwa das Tausendfache geringer.

 

Über 300.000 Blitze im Sommer 2019

Gewitter

Nach der sehr kühlen Witterung im Mai, hat die Gewittersaison in diesem Jahr später begonnen, als in vergangenen Jahren. Lediglich rund 8.000 Blitze wurden im Mai erfasst. In den darauffolgenden Sommermonaten waren es dann schweizweit etwas mehr als 336.000 Blitze. Dabei war der Juli mit über 133.000 Blitzentladungen der blitzreichste Monat, gefolgt vom Juni (107.000) und dem August (96.000). Mit 41.772 Blitzen hat sich der 6. August als blitzreichster Tag herauskristallisiert. Der stärkste Blitz wurde mit über 400.000 Ampere am 19. Juni um 22:26 Uhr in der Gemeinde Oberriet SG registriert.

Blitzdichte im Sommer 2019. © meteonews / UBIMET
Blitzdichte im Sommer 2019. © meteonews / UBIMET

Blitzreichste Kantone (Top 5)

  1. Graubünden 46.479
  2. Bern 40.560
  3. Tessin 38.357
  4. St. Gallen 33.076
  5. Wallis 22.155

Grösste Blitzdichte im Süden und Osten

Wie die nachfolgende Karte illustriert, finden sich die Regionen mit den grössten Blitzdichten in der Ostschweiz und im Tessin. In den hellgrau gefärbten Gebieten haben sich auf nur einem Quadratkilometer über den gesamten Sommer mehr als 20 Blitze entladen. Vergleichsweise geringe Blitzdichten weisen hingegen einige Gebiete im Kanton Graubünden, dem Wallis und in einem Streifen von Freiburg bis ins Freiamt im Kanton Aargau auf.

4,3 Millionen Blitze im Sommer 2019

Unwetter

Vom 1. Juni bis zum 31. August registrierte das Blitzmesssystem von nowcast im Hochpräzisionsmessbereich über ganz Deutschland verteilt exakt 4.378.313 Blitze. Das sind etwas weniger Blitze als in den vergangenen Jahren. Aufgrund der langen Hitzewelle und der trockenen Witterung entstanden vor allem im Juni deutlich weniger Gewitter als üblich.

Blitzdichte in Deutschland
Blitzdichte in Deutschland. © nowcast / UBIMET

Spitzenreiter Bayern

Mit exakt 1.065.066 Blitzen führt Bayern das Bundesländer-Ranking an, gefolgt von Niedersachsen mit 503.096 und Brandenburg mit 469.085 Entladungen. An letzter Stelle befinden sich mit Bremen und Hamburg die flächenmäßig kleinsten Bundesländer, hier gab es im Sommer aber immerhin 3.468 bzw. 6.075 Blitze. In Berlin waren es 18.730 Entladungen. Im Bezug auf die Blitzdichte hat Berlin die Nase vorne: Mit rund 21 Blitzen pro Quadratkilometer liegt Berlin vor Sachsen und Brandenburg mit knapp 19 bzw. 16 Blitzen pro Quadratkilometer.

Blitzreichste Bundesländer

  • Bayern 1.065.066
  • Niedersachsen 503.096
  • Brandenburg 469.085
  • Baden-Württemberg 430.670
  • Mecklenburg-Vorpommern 347.250
  • Sachsen 341.798
  • Nordrhein-Westfalen 289.107
  • Sachsen-Anhalt 266.115

Deutschland Gesamt: 4.378.313 (Blitzdichte 12,2 Blitze/km²)

Blitzreichster Landkreis

Auf Landkreisebene liegt Mecklenburg-Vorpommern in Führung: Die Kreise mit den meisten Blitzen in diesem Sommer waren Mecklenburgische Seenplatte, Rostock und Ludwigslust-Parchim. Die höchste Blitzdichte gab es dagegen im Potsdam (Brandenburg) mit 45 Blitzen pro Quadratkilometer, dicht gefolgt von Ebersberg und Günzburg in Bayern.

Stärkster Blitz in NRW

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in Nordrhein-Westfalen im Kreis Wesel gemessen: Spitzenreiter ist eine Entladung mit mehr als 348.000 Ampere am Morgen des 29. Augusts in Dinslaken. In kürzester Zeit wurde dabei mehr als 20.000 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.

  • 348.400 Ampere Dinslaken (Nordrhein-Westfalen)
  • 329.700 Ampere Lienen (Nordrhein-Westfalen)
  • 310.500 Ampere Urnshausen (Thüringen)
  • 310.000 Ampere Bobenthal (Rheinland-Pfalz)
  • 308.900 Ampere Bad Herrenalb (Baden-Württemberg)

Weniger Blitze als üblich

Durch die trockene und heiße Witterung im vergangenen Sommer gab es weniger Blitze als üblich und auch weniger als im Vorjahr, als knapp über 5 Millionen Blitze registriert wurden. In Summe wurde an 76 von 92 Tagen in Deutschland mindestens eine Blitzentladungen registriert. Die meisten Gewittertage gab es typischerweise in den Alpen, so liegt auf Landkreisebene Ostallgäu mit 38 Gewittertagen an der Spitze.

Heftige Gewitter

Auch wenn es weniger Blitze als üblich gab, waren die Gewitter durchaus heftig. In Erinnerung bleibt unter anderem der Pfingstmontag, als ein Superzellengewitter mit großem Hagel für schwere Schäden im Großraum München sorgte. Am Flughafen wurde eine Orkanböe von 118 km/h gemessen, in Mühldorf am Inn gar 120 km/h. Noch größere Windgeschwindigkeiten mit bis zu 151 km/h in Kümmersbruck wurden am 18. August gemessen, als Unwetter vor allem in Hessen und Franken für schwere Schäden sorgten. Weiters kam es auch zu kleinräumigen Überflutungen, wie etwa in Hamburg am 27. August, als 39 Liter pro Quadratmeter innerhalb von einer Stunde vom Himmel prasselten. Noch größere Regenmenge gab es in Potsdam am 11. Juni mit rund 80 Litern pro Quadratmeter in knapp 5 Stunden.


Hurrikan DORIAN fegt über die Bahamas hinweg

Hurrikan DORIAN @NOAA

Mit Mittelwinden über 265 km/h fegte der Hurrikan DORIAN in der Nacht auf Montag über die nördlichen Inseln der Bahamas hinweg. Mittlerweile eingestuft als Sturm der Kategorie 5 zählt dieser als einer der gefährlichsten Hurrikans, die jemals über den Atlantik zogen.

Prognostizierte Regenmengen bis Dienstagnacht @UBIMET
Prognostizierte Regenmengen bis Dienstagnacht @UBIMET

Aufgrund der extrem langsamen Verlagerung des Sturms, sind die Regenmengen enorm, die der Hurrikan mit sich bringt. Dazu kamen bis zu sieben Meter hohe Wellen die auf die Küste der Bahamas trafen und mit Böen über 320 km/h verwüstete DORIAN große Teile der Inseln.

Warnungen der Behörden

Während sich der Hurrikan über den Bahamas befand, tauchten im Internet viele Videos auf, in denen Menschen im Auge des Sturmes das Haus verließen. Davon ist jedoch abzuraten! Zwar ist allgemein bekannt, dass es in der Mitte des Hurrikans windstill ist, die Winde können aber ganz plötzlich wieder zunehmen. Die Behörden reagierten aber rasch auf diese Videos und riefen die Menschen auf in ihren Häusern zu bleiben.

Prognosen

Wie es nun weitergeht mit dem Hurrikan ist schwer zu sagen. Die langsame Verlagerung macht es den Meteorologen schwer, eine genau Zugbahn vorherzusagen. Die Menschen an der Ostküste von Florida sowie von Carolina bereiten sich auf jeden Fall aus das Schlimmste vor!

Mögliche Zugbahn von Hurrikan DORIAN @NOAA
Mögliche Zugbahn von Hurrikan DORIAN @NOAA

Hier ein paar Impressionen vom Hurrikan:

1 Million Blitze im Sommer 2019

Blitz über Wien

Vom 1. Juni bis zum 31. August registrierte das Blitzmesssystem von UBIMET im Hochpräzisionsmessbereich ab 1 kA über ganz Österreich verteilt exakt 1.010.195 Blitze. Das sind etwas mehr Blitze als im Sommer 2018, allerdings deutlich weniger als im sehr gewitterreichen Jahr 2017. Aufgrund der langen Hitzewelle und der trockenen Witterung entstanden vor allem im Juni deutlich weniger Gewitter als üblich.

Blitzdichte
Blitzdichte im Sommer 2019. © UBIMET

Spitzenreiter Steiermark

Mit exakt 285.460 Blitzen führt die Steiermark das Bundesländer-Ranking an, gefolgt von Niederösterreich mit 180.410 und Oberösterreich mit 165.462 Entladungen. An letzter Stelle befindet sich mit Wien das flächenmäßig kleinste Bundesland, hier gab es im Sommer aber immerhin 3.901 Blitze.

Anzahl Blitze Blitzdichte
Steiermark 285.460 17,4 Blitze/km²
Niederösterreich 180.401 9,4 Blitze/km²
Oberösterreich 165.462 13,8 Blitze/km²
Tirol 124.677 9,9 Blitze/km²
Kärnten 91.812 9,6 Blitze/km²
Salzburg 89.212 12,5 Blitze/km²
Burgenland 45.749 11,5 Blitze/km²
Vorarlberg 23.521 9,0 Blitze/km²
Wien 3.901 9,4 Blitze/km²


Auch im Bezug auf die Blitzdichte hat die Steiermark deutlich die Nase vorne. Mit rund 17 Blitzen pro Quadratkilometer liegt die Steiermark vor Oberösterreich mit rund 14 Blitzen pro Quadratkilometer. Auf Gemeindeebene liegt ebenfalls die Steiermark in Führung: In St. Andrä-Höch im Bezirk Leibnitz wurden 66 Blitze pro Quadratkilometer registriert. Die blitzreichsten Bezirke befinden sich in der Steiermark und in Oberösterreich, angeführt vom Bezirk Liezen mit 36.246 Entladungen. Danach folgen die Bezirke Bruck-Mürzzuschlag mit 34.022 Blitzen, Südoststeiermark mit 31.744 und Gmunden mit 27.633 Entladungen.

Blitzdichte auf Gemeindebasis
Blitzdichte auf Gemeindebasis. © UBIMET

Stärkster Blitz in Oberösterreich

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in Oberösterreich gemessen. Spitzenreiter ist eine Entladung mit mehr als 295.000 Ampere am Nachmittag des 6. Juni in Gosau im Bezirk Gmunden. In kürzester Zeit wurde dabei mehr als 18.000 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.

  • 295.800 Ampere Gosau (OÖ)
  • 281.500 Ampere Vorchdorf (OÖ)
  • 269.200 Ampere St. Gallenkirch (V)
  • 251.900 Ampere Preding (ST)
  • 246.400 Ampere Lech (V)

Unterdurchschnittlicher Sommer

Wenn man nur Blitze ab einer Stärke ab 5 kA betrachtet (orientiert an der internationalen Norm IEC 62858), wurden in diesem Sommer 353.161 Blitze gemessen. Das ergibt den drittletzten Platz seit dem Beginn der modernen Blitzerfassung im Jahre 2009: Nur im Sommer 2015 und 2018 wurden knapp weniger Blitze detektiert. Im Rekordjahr 2012 wurden hingegen fast viermal so viele Blitze verzeichnet. Damit liegt der Sommer 2019 auch deutlich unter dem Mittel von 650.000 Blitzen (>5 kA von 2009 bis 2018). Obwohl der Sommer vergleichsweise gewitterarm verlief, bildeten österreichweit gesehen gewitterfreie Tage die Ausnahme. An 79 von 92 Tagen wurde in Österreich mindestens eine Blitzentladungen registriert. Allein im Bezirk Murtal gab es an 49 Tagen Gewitter.

Anzahl der Gewittertage
Anzahl der Gewittertage im Sommer 2019. © UBIMET

Heftige Gewitter

Im vergangenen Sommer gab es zwar weniger Blitze als üblich, die Gewitter waren aber durchaus heftig. Anfang Juli wurde am Flughafen Innsbruck eine Orkanböe von 119 km/h registriert und auch im Oberinntal sowie im östlichen Waldviertel gab es lokal orkanartige Böen. In Mieming im Bezirk Imst sorgte in der Nacht auf den 12.8. ein Tornado für Schäden. Vor allem in der Steiermark und im Oberen Waldviertel kam es zudem mehrfach zu großem Hagel: Besonders markant waren die Gewitter am 27. Juli, als in Wildon im Bezirk Leibnitz Hagel mit einem Durchmesser von etwa 8 cm beobachtet wurde. Die größte Regenmenge im Zuge eines Gewitters kam am Abend des 24.08. in Ritzing und Lutzmannsburg im Mittelburgenland zusammen: In nur einer Stunde prasselten mehr als 70 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel, in diesen 60 Minuten wurde somit ein Drittel des gesamten Sommerregens gemessen.

Maximale stündliche Niederschlagssumme
Maximale stündliche Niederschlagssumme. © UBIMET

Titelbild © https://www.foto-webcam.eu/webcam/bisamberg/

Der Sommer endet mit kräftigen Gewittern

Quellwolken eines Gewitters - pixabay.com

Vom Saarland bis nach Schleswig-Holstein und westlich davon verlief der letzte Abend des meteorologischen Sommers nicht ganz ruhig: Zahlreiche Gewitter bildeten sich zwischen Frankreich und den Niederlanden und zogen in der Nacht auf Sonntag in Form einer heftigen Gewitterlinie bis zur Ostsee. Dabei verursachten vor allem die teils schweren Sturmböen etliche Schäden. In Essen wurden bei einem Konzert 28 Personen durch eine eingestürzte LED-Leinwand verletzt. Windspitzen von bis zu 112 km/h wurden in Cuxhaven mit Durchzug der Gewitterlinie gemessen.

Maximale Sturmböen der vergangenen 24h bis zum 01.09 um 8 Uhr MESZ - UBIMET, DWD
Max. Windböen der vergangenen 24h bis 01.09 um 8 Uhr MESZ – UBIMET, DWD

Am heutigen Sonntag regional weiterhin Unwettergefahr

Mit dem Eintreffen einer Kaltfront fließt am Sonntag im Westen und Norden kühlere, energieärmere Luft ein. Somit nimmt das Gewitterpotential in diesen Regionen deutlich und rasch ab. In der Südosthälfte bleibt uns hingegen die feuchte und warme Luftmasse bis zum Abend erhalten. Vor allem zwischen dem Thüringer Wald und Sachsen sowie an den Alpen muss man besonders im Laufe des Nachmittags und am Abend mit schweren Gewittern samt Starkregen, Hagel und Sturmböen rechnen.

Wetterlage für den Sonntagnachmittag und -abend - UBIMET
Wetterlage für den Sonntagnachmittag und -abend – UBIMET
6h Niederschlagsumme bis 01.09. um 20 Uhr MESZ - UBIMET
6h Niederschlagsumme bis 01.09. um 20 Uhr MESZ – UBIMET

Hurrikan Dorian nimmt Kurs auf die Ostküste der USA

Hurrikan Dorian @NOAA

Bereits vor einer Woche haben wir über den tropischen Sturm DORIAN berichtet, zu dieser Zeit befand sich dieser aber noch knapp östlich der kleinen Antillen (Hurrikan Saison 2019). Mittlerweile hat der Sturm Hurrikan-Stärke erreicht und steuert auf die Ostküste der USA zu.

Intensivierung

Aufgrund des sehr warmen Oberflächenwassers in der Karibik hat sich der Hurrikan im Verlauf des Freitags weiter verstärkt. Im Umfeld des Sturmes wurden bereits Winde von 210 km/h gemessen, dies macht Dorian zu einem Hurrikan der Stufe 4.
Die Höhenwinde haben, wie prognostiziert, die Richtung geändert und lenken den Sturm nun mehr in westliche Richtungen. Somit steuert dieser auf die nördlichen Bahamas und Florida zu.

Satellitenanimation des Hurrikans @NOAA
Satellitenanimation des Hurrikans @NOAA

Auf den Satellitenbildern ist mittlerweile auch schon ein gut ausgeprägtes Auge zu sehen, dies ist ein unverwechselbares Zeichen für einen intensiven Hurrikan. Derzeit sind auch zwei Erkundungsflugzeuge unterwegs, welche in das Auge des Sturm fliegen sollen, um dessen Intensität zu messen. Die Wettermodelle prognostizieren aber aufgrund der Zugbahn über das warme Wasser keine Abschwächung in den nächsten Tagen.
Auf den Bahamas sind bereits erste Evakuierungen im Gange, es wird erwartet dass der Hurrikan am Sonntag auf die Inselgruppe trifft.

Mögliche Zugbahn von Hurrikan Dorian @Ubimet
Mögliche Zugbahn von Hurrikan Dorian @Ubimet

Nördlicher Drift

Im Verlauf der nächsten Woche soll sich der Hurrikan dann drastisch verlangsamen und in Richtung Norden abdriften. Nun gibt es verschiedene Szenarien wie sich der Hurrikan in den nächsten Tagen verlagern könnte:
Eine Möglichkeit wäre das Auftreffen des Sturmes auf die Küste Floridas in der Nacht auf Montag und ein anschließender Drift in Richtung Norden. Dies hätte starke Regenfälle und Sturm in Florida zur Folge.
Die neuesten Trends deuten aber drauf hin, dass der Sturm sehr nahe an der Küste in Richtung Norden zieht.
Einige Modelle prognostizieren jedoch gar kein Auftreffen aus das Festland, sondern eine Zugbahn parallel zur Südostküste. Dies hätte zwar Auswirkungen auf einen großen Küstenabschnitt, die kräftigsten Wind würden aber abseits der Küste wehen.

Regenmengen Hurrikan Dorian @Ubimet
Regenmengen Hurrikan Dorian @Ubimet

Ein wenig Zeit bleibt noch, um den Sturm weiter zu beobachten. In der Zwischenzeit sollten sich die Bewohner von Südflorida bis hin zu den Küsten Nord-Carolinas jedoch auf das Schlimmste vorbereiten.
Für die Gebiete im Osten Floridas wurden bereits Evakuierungen angeordnet und in den kommenden Tagen werden wohl noch weitere erforderlich sein.

Sonnenbrand im Herbst?

Am Ende der Badesaison denken sich wohl so manche, dass nun auch die Gefahr eines Sonnenbrandes gebannt ist. Gerade dieses Denken verleitet aber zur Sorglosigkeit und trägt dazu bei, dass im Herbst viele empfindliche Personen noch einmal einen Sonnenbrand bekommen. Aus wissenschaftlicher Sicht ist dies jedoch weniger verwunderlich.

UV-Index ausschlaggebend

So gelangt Mitte September, genauso wie etwa Anfang April, um die Mittagszeit noch immer etwas mehr als die Hälfte des Betrags der ultravioletten (UV) Sonnenstrahlung zu uns im Vergleich zur stärksten Belastung zur Zeit um die Sommersonnenwende. Neben der Dicke der Ozonschicht, die uns grundsätzlich vor der UV-Strahlung schützt, ist auch die geographische Breite ein maßgeblicher Faktor. Da sich die Nordhalbkugel der Erde im Herbst langsam wieder von der Sonne abwendet und sich das Strahlungsmaximum Richtung Äquator verschiebt, nimmt logischerweise auch die Belastung Richtung nördlichen Wendekreis rascher ab als weiter südlich.

Seehöhe und Wolken spielen ebenfalls Rolle

Gerade der Herbst zieht ja viele in die Berge zum Wandern. Mit zunehmender Seehöhe nimmt aufgrund des kürzeren Weges des Sonnenlichtes durch die Atmosphäre auch die ultraviolette Strahlungsbelastung zu, da weniger UV-Strahlung durch die Atmosphäre gefiltert wird. Je 1000 Höhenmeter ist somit ein Anstieg um 10 bis 20 Prozent zu erwarten. Im Gegensatz dazu schützen die meisten Wolken etwas. Die Verringerung der für einen Sonnenbrand verantwortlichen UV-Strahlung fällt aber aufgrund der Wellenlänge geringer aus, als die Minderung der Infrarotstrahlung, die die Luft erwärmt. Selbst bei durch Wolken verursachtem, diffusem Licht und kühlen Temperaturen ist also ein Sonnenbrand möglich. Leichte Bewölkung oder etwa hohe Schleierwolken (Cirren) streuen und reflektieren die Strahlung hingegen eher und sorgen somit sogar für größeres Sonnenbrandrisiko als an klaren Tagen.

Strahlend sonnig am Mittwoch

Nachdem am Montag eine Kaltfront Regen, Gewitter und einen markanten Temperaturrückgang bringt, erholt sich das Wetter am Dienstag wieder. Der Mittwoch präsentiert sich dann verbreitet wolkenlos mit kaum Wind und Sonnenschein von früh bis spät – ideal, um noch einmal einen Badetag einzulegen. Die Luft ist dann allerdings deutlich klarer und kühler. Zum einen wird dann der Aufenthalt im Schatten verhältnismäßig kühl, zum anderen sorgt die klare Luft im direkten Sonnenschein für zusätzlich erhöhte UV-Strahlung. Sonnenschirm und -creme sollten also noch nicht eingewintert werden.

 

Quelle Titelbild: pixabay.com

Markanter Wetterumschwung am Montag

Salzburg im Regen @ https://stock.adobe.com

Badewetter am Wochenende

Wer kann, sollte dieses Wochenende nutzen. Der Samstag hat verbreitet 10 bis 12 Sonnenstunden zu bieten, lokale Wärmegewitter entwickeln sich am Nachmittag nur vom Arlberg bis zur Koralpe, im Flachland bleibt es sowieso trocken. Mit 26 bis 32 Grad wird es überall warm, bestes Badewetter also.

Mondsee @ https://stock.adobe.com
Mondsee @ https://stock.adobe.com

Am Sonntag ändert sich zunächst nur wenig. Wieder gibt es viel Sonnenschein bei meist nur lockeren Quellwolken, diese wachsen inneralpin aber doch häufiger zu Schauern und Gewittern an als tags zuvor. Vor allem in Vorarlberg und Tirol werden sie zum Abend hin immer häufiger und gehen mitunter in kräftigen Regen über, hier macht sich bereits die angesprochene Kaltfront bemerkbar. Die Höchstwerte liegen zwischen 23 und 33 Grad, heiß wird es im Norden und Osten.

Höchsttemperaturen am Sonntag @ UBIMET
Höchsttemperaturen am Sonntag @ UBIMET

Schnee bis auf 1500 m am Montag

Über Nacht kommt die Kaltfront weiter nach Osten voran. So geht es am Montag nach aktuellem Stand nur noch von Osttirol über das Grazer Becken bis ins östliche Flachland mit etwas Sonne in den Tag. Hier bilden sich jedoch rasch Gewitter, welche bis Mittag auch die letzten trockenen Zipfel erreichen. Sie können lokal unwetterartige Ausmaße annehmen und Hagel und Sturmböen bringen. Im Westen und Norden hingegen regnet es aus der Nacht heraus teils kräftig, von Vorarlberg bis nach Salzburg ist mit dem Einfließen deutlich kühlerer Luft sogar mit Schnee bis auf rund 1500 m Höhe herab zu rechnen. Hinzu kommt vor allem am Alpenostrand kräftig bis stürmisch auffrischender Nordwestwind.

Höchsttemperaturen am Montag @ UBIMET
Höchsttemperaturen am Montag @ UBIMET

Die Kaltfront wird ihrem Namen mehr als gerecht, mit ihr fließt deutlich kühlere Luft ein. Die Temperaturen kommen am Montag im Westen und Norden nicht mehr über 13 bis 18 Grad hinaus, vom Klagenfurter Becken bis ins Burgenland erreichen sie nochmals 19 bis 27 Grad. Und auch nachfolgend bleibt es nach aktuellem Stand leicht zu kühl. Am Dienstag muss man sich landesweit auf rund 20 Grad einstellen, der Rest der Woche dürfte Werte im unteren 20er-Bereich sehen. Die 30 Grad-Marke ist zumindest für einige Zeit mal außer Reichweite.

 

Titelbild: Salzburg im Regen @ https://stock.adobe.com

Hurrikan Dorian nimmt Kurs auf Florida

Satellitenaufnahme von Hurrikan Dorian, Quelle: worldview.earthdata.nasa.gov/

Der Tropensturm Dorian hat in den letzten Stunden Teile der Karibischen Inseln Puerto Rico und US Virgin Islands mit sehr großen Niederschlagsmengen und Spitzenböen von bis zu 150 km/h überquert. Die trockeneren Luftmassen über den Inselketten, die für eine Intensivierung hinderlich sind, hinter sich gelassen, befindet sich Dorian inzwischen wieder über dem offenen Atlantik. Aufgrund der überdurchschnittlich warmen Wassertemperaturen konnte sich Dorian weiter intensivieren und wurde daher auf Hurrikanstärke 1 hochgestuft.

Hurrikan Dorian prognostizierte Zugbahn
Hurrikan Dorian prognostizierte Zugbahn

Eine weitere Intensivierung über dem freien Atlantik ist sehr wahrscheinlich. Nach den neuesten Wettermodellen wird ein Richtungswechsel der Zugbahn nach Westen erwartet, was einen Landgang an der Ostküste Floridas zu Beginn der nächsten Woche zur Folge hätte. Bereits am Samstag Abend werden erste Ausläufer an der Küste Floridas erwartet.

Dorian zog in den letzten Tagen etwas nördlicher als erwartet und verfehlte somit das Hügelland von Puerto Rico. Dieses hätte eine abschwächende Wirkung zur Folge, weil der Hurrikan teilweise von den für sein Fortbestehen wichtigen feuchtwarmen Luftmassen über dem Meer abgeschnitten gewesen wäre. Stattdessen konnte sich Dorian aufgrund des überdurchschnittlich warmen Atlantiks weiter intensivieren. In folgender Grafik ist die Anomalie der Wasseroberflächentemperatur dargestellt. Zu erkennen ist, dass die Temperatur des Atlantiks teilweise um bis zu +2 Grad vom Durchschnitt abweicht, was beste Bedingungen für eine Weiterentwicklung eines Hurrikans bedeutet.

Temperaturanomalie der Wasseroberfläche des Atlantiks
Temperaturanomalie der Wasseroberfläche des Atlantiks

Neueste Wettermodelle prognostizieren, dass sich Dorian in den nächsten Tagen weiter verstärken und Kategorie 3 erreichen wird. Aufgrund eines Hochdruckgebietes, welches sich über dem Nordatlantik bilden wird, ist davon auszugehen, dass Hurrikan Dorian die Richtung seiner Zugbahn ändern und am ehesten zwischen Südflorida und South Carolina auf Land treffen wird. In der Nacht von Sonntag auf Montag wird aus heutiger Sicht der Kern auf Florida treffen, wo besondere Gefahr von sehr großen Niederschlagsmengen und sehr hohen Windgeschwindigkeiten besteht.

Quelle Titelbild:  worldview.earthdata.nasa.gov/

Sommerfinale 2019

Lugano im Sonnenuntergang @ https://stock.adobe.com

Hier nun der detaillierte Fahrplan für das nun anstehende grosse Sommerfinale! Aktuell hält sich vor allem in den zentralen und östlichen Landesteilen noch angefeuchtete und labil geschichtete Luft, in der Folge ist es hier noch wechselhaft mit ein paar Regengüssen und Gewittern. In der westlichen Landeshälfte dominiert dagegen bereits die Sonne. Im Laufe des Donnerstagnachmittags setzt sie sich auch im Osten wieder besser in Szene, ein sich ausdehnender Hochdruckausläufer sorgt bis zum Abend für eine sukzessive Wetterberuhigung.

Am Freitagmorgen halten sich im Flachland, entlang der Voralpen sowie in manchen Tälern noch ein paar Hochnebelschwaden; sonst ist es tagsüber recht sonnig mit nur harmlosen Quell- und Schleierwolken. Bei leichter Bise werden am Nachmittag 27 bis 28 Grad erreicht. Im Tessin wird die 30-Grad-Marke geknackt!

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Beautiful panorama of Swiss Alps near Melchsee Frutt @ https://stock.adobe.com

 

Auch der Samstag bringt viel Sonnenschein, am Nachmittag erwärmt sich die Luft auf 27 bis 29 Grad. Im Raum Basel sind sogar noch einmal knapp 30 Grad denkbar – das wohl letzte Mal in diesem Jahr! In den Alpen und im Süden bilden sich grössere Quellwolken, das Schauer- und Gewitterrisiko steigt in der zweiten Tageshälfte an.

Am Sonntagvormittag ist zunächst recht sonnig mit hohen Wolkenfeldern und Quellwolken, in den Alpen ist es zum Teil leicht föhnig. Am Nachmittag nimmt die Bewölkung zu, im Vorfeld einer sich aus Nordwesten nähernden Kaltfront beginnen sich erste Regengüsse und Gewitter auszubreiten. Im Laufe des Abends ist es dann wohl schon verbreitet nass. Zuvor werden noch um die 25 Grad erreicht.

In der Nacht zum Montag bringt die eigentliche Kaltfront weiteren Regen, auf ihrer Rückseite fliesst markant kühlere Luft zur Alpennordseite. Der Montag startet in der Nordwestschweiz bereits wieder mit Auflockerungen, sonst gibt es viele Wolken. Vor allem in der Zentral- und Ostschweiz regnet es verbreitet. Im Laufe des Tages lässt der Regen allmählich nach, steigender Luftdruck sorgt für eine nachhaltige Wetterberuhigung. Der Luftmassenwechsel ist deutlich spürbar, Höchsttemperaturen zwischen 15 und 19 Grad hinterlassen definitiv einen herbstlichen Eindruck. Die Nullgradgrenze sinkt von 3800 Metern am Sonntag auf nur noch 2500 bis 2600 Meter. Im Süden bekommt man davon weniger mit, hier bleibt es schwülwarm.

Im weiteren Wochenverlauf liegt die Schweiz an der Ostflanke eines Hochs im Bereich einer Bisenströmung. Abgesehen von Hochnebelfeldern hat im Norden die Sonne das Sagen, die Temperaturmaxima orientieren sich an der 20-Grad-Marke. Auch im Süden ist es sonnig, dies allerdings bei anhaltend spätsommerlichem Temperaturniveau.

 

Titelbild: Lugano im Sonnenuntergang @ https://stock.adobe.com

Bergwetter am Wochenende

Bild von der höchstgelegenen Webcam Österreichs am Großglockner @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/adlersruhe

Freitag, 30. August 2019

Am Freitag zeigt sich das Wetter von seiner unbeständigen Seite. Zunächst regnet es besonders vom Salzkammergut bis ins Mariazellerland zeitweise, sonst geht es mit einem Mix aus Sonne und Wolken in den Tag. Im Tagesverlauf breiten sich neuerlich Schauer und Gewitter aus, örtlich auch mit Starkregen und Hagel. In Vorarlberg und im Tiroler Oberland ist die Schauerneigung geringer und die Sonne scheint recht häufig. Der Wind weht in den Hochlagen nur mit mäßiger Intensität, vorwiegend aus Nordwest, dazu ist es für Ende August sehr warm. In 3.000 m Höhe werden 6 bis 9 Grad erreicht, in 2.000 m Höhe werden es 14 bis 16 Grad.

Webcam Kreuzeck @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/kreuzeck
Webcam Kreuzeck @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/kreuzeck

Samstag, 31. August 2019

Der Samstag startet mit vielen Wolken und Nebelfeldern in den Tälern, meist ist es aber trocken. Im Tagesverlauf kommt verbreitet die Sonne zum Vorschein, im Bergland steigt die Schauer- und Gewitterneigung jedoch ab Mittag wieder an. Gewitter zeichnen sich am ehesten rund um den Arlberg und das Außerfern sowie von Südtirol bis zu den Niederen Tauern ab. Der Wind dreht auf südliche Richtungen und gewinnt etwas an Stärke, an der östlichen Alpennordseite weht er leicht föhnig und sorgt hier für mehrheitlich stabile Bedingungen. Auf 3.000 m Höhe liegen die Temperaturen weiter bei 6 bis 9 Grad, auf 2.000 m Höhe steigen sie etwas an auf 16 bis 19 Grad.

Sonntag, 01. September 2019

Am Sonntag ändert sich nur wenig am Wettergeschehen. Nach Auflösung von lokalen morgendlichen Restwolken in tiefen und mittleren Lagen scheint wieder häufig die Sonne. Ab Mittag entstehen generell im Bergland Schauer und Gewitter – seltener sind sie nach Osten zu anzutreffen, häufiger im Westen. Mit einer aufziehenden Kaltfront wird es schließlich vor allem westlich von Innsbruck immer häufiger nass, teils gehen die Gewitter hier in Starkregen über. Der Wind weht in Hochlagen weiterhin mäßig bis frisch aus Südwest und ein vorerst letztes Mal wird es warm: Die Temperaturen steigen in 3.000 m Höhe auf maximal 5 bis 8 Grad bzw. in 2.000 m auf 14 bis 17 Grad.

Bergwetter-Tipp:

Mit der Kaltfront am Montag kommt nicht nur viel Regen und stürmischer Wind auf, auch die Temperatur fällt ordentlich ab und ganz im Westen ist sogar wieder Schnee bis unter 2.000 m Höhe zu erwarten. Diese Umstellung erscheint nachhaltig, auch die nachfolgenden Tage verlaufen unbeständig und deutlich kühler. Wer kann, sollte also das aktuelle Wochenende für Bergtouren nutzen.

 

Titelbild: Bild von der höchstgelegenen Webcam Österreichs am Großglockner @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/adlersruhe

Pollensaison geht in die Schlussphase

Die Pollensaison geht in die Schlussphase

Die Pollensaison geht allmählich in die Schlussphase: Der Höhepunkt der Beifußblüte ist zwar bereits überstanden, dennoch muss besonders in den östlichen Landesteilen noch mit mäßigen Konzentrationen an Beifußpollen in der Luft gerechnet werden. Aktuell findet gebietsweise allerdings die Blütezeit von Ragweed statt, besonders betroffen davon sind:

  • Der Süden und Osten Österreichs
  • Der Donauraum
  • Ostdeutschland
  • Der Oberrheingraben

Weiters begünstigt das feuchtwarme Wetter die Verbreitung von Pilzsporen, welche in tiefen Lagen in teils hohen Konzentrationen auftreten.

Ragweed

Das beifußblättrige Traubenkraut, mittlerweile unter seinem englischen Namen Ragweed wesentlich bekannter, wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Nordamerika nach Europa eingeschleppt und breitet sich seit den 1980er Jahren auch in Mitteleuropa aus. Bereits ab wenigen Pollenkörnern pro Kubikmeter Luft reagieren empfindliche Personen allergisch. Dieses Unkraut wächst an Straßenrändern, in Äckern oder auf Schuttplätzen, und ist verantwortlich für den „Herbstheuschnupfen“. Für Ragweedpollen spielt der Ferntransport eine wichtige Rolle: Besonders in der Pannonischen Tiefebene ist diese Pflanze stark ausgebreitet, somit treten besonders bei südöstlichem Wind gesteigerte Belastungen auf.

Erster Belastungsgipfel

Die Blüte von Ragweed hat in Südosteuropa sowie teils auch in Mitteleuropa bereits eingesetzt, somit gibt es gebietsweise schon starke Belastungen. In diesen Tagen findet der erste Belastungsgipfel der Saison statt. Die Überschneidung der Blühphasen von Beifuß und Ragweed kann die Beschwerden bei Allergikern durch Kreuzreaktionen zudem intensivieren. Erst zu Beginn der kommenden Woche ist mit Ankunft einer Kaltfront eine Entspannung in Sicht.

Saisonende im September

Die gute Nachricht zum Schluss: Im September neigt sich die Pollensaison dem Ende zu, nach dem Abklingen der Blüte von Ragweed sorgen lediglich Pilzsporen noch für allergische Beschwerden.

Title Photo: anro0002 on VisualHunt / CC BY-SA

2019 zweitwärmster Sommer der Geschichte

Thermometer mit Hitze über 30 Grad

2019 nur knapp hinter 2003

Der sogenannte „Jahrhundertsommer“ 2003 behält seine Spitzenposition, der zu Ende gehende Sommer 2019 kam ihm aber sehr nahe. Mit einer österreichweiten Abweichung von rund 2,7 Grad im Vergleich zum langjährigen Mittel reiht sich der Sommer 2019 auf Platz zwei der wärmsten Sommer der Messgeschichte ein und verdrängt das Jahr 2015 auf den dritten Platz. In gleich fünf Landeshauptstädten, darunter Wien und Linz, nimmt jedoch der heurige Sommer die Spitzenposition ein. An knapp 30 Wetterstationen wurden zudem neue Allzeitrekorde der Temperatur aufgestellt, wie etwa in Innsbruck mit 38,5 Grad am 30. Juni.

Temperaturabweichung im Sommer 2019
Temperaturabweichung im Sommer 2019. © UBIMET

Außergewöhnlich viele Hitzetage

Auch bei der Anzahl von Sommer- und Hitzetagen wurden die langjährigen Mittelwerte klar überschritten, lokal sogar um das Dreifache: In Hohenau beispielsweise gab es in diesem Sommer bislang an 80 von möglichen 89 Tagen Höchstwerte über 25 Grad und in Andau im Seewinkel kletterten die Temperaturen fast an jedem zweiten Tag sogar auf 30 Grad oder mehr. Ganz im Westen des Landes registrierte Feldkirch 21 Hitzetage, im Durchschnitt sind es im Rheintal lediglich 7.
Bei den Tropennächten hatte traditionell die Bundeshauptstadt die Nase vorn, insgesamt gab es in der Wiener Innenstadt bisher 39 Nächte mit einem Tiefstwert von 20 Grad oder mehr, der Rekord aus dem Vorjahr mit 46 Tropennächten wird in den kommenden hochsommerlichen Tagen nur knapp verfehlt.

Hitzetage im Sommer 2019
Hitzetage im Sommer 2019. © UBIMET

Der Trend zu immer heißeren Sommer setzt sich fort. Aktuellen Studien zufolge wird ein Hitzesommer wie 2003 in Mitteleuropa bei einer globalen Erwärmung von 1,5 Grad fast jedes zweite Jahr auftreten bzw. bei 2 Grad gar in der Mehrzahl der Jahre. Damit würde eine Sommer wie heuer zum Durchschnitt werden.

Studie von Andrew King und David Karoly 2017
Häufigkeit eines Hitzesommers wie 2003 in Mitteleuropa bei unterschiedlichen Klimaten. © A. King; D. Karoly; 2017

Fast landesweit zu trocken

Maßgeblich für die diesjährige Sommerbilanz war der Juni, ein in vielerlei Hinsicht extremer Auftakt in den Sommer 2019. Der erste Monat des heurigen Sommers war der heißeste, trockenste und zugleich sonnigste Juni der Messgeschichte. Auch die beiden weiteren Monate verzeichneten weniger Regen als im Mittel, wodurch den gesamten Sommer hinweg betrachtet ca. 30% auf einen ausgeglichene Regenbilanz fehlen. Somit nimmt der Sommer 2019 einen Platz in den Top 10 der trockensten Sommer der Messgeschichte ein. Nur in zwei Regionen fiel so viel oder sogar etwas mehr Regen als im Mittel, nämlich im nördlichen Weinviertel und Teilen des Tiroler Oberlandes.

Niederschlagsabweichung im Sommer 2019. © UBIMET
Niederschlagsabweichung im Sommer 2019

Wenige, aber heftige Gewitter

Im vergangenen Sommer gab es zwar weniger Blitze als üblich, die Gewitter waren aber durchaus heftig. Anfang Juli wurde am Flughafen Innsbruck eine Orkanböe von 119 km/h registriert und auch im Oberinntal sowie im östlichen Waldviertel gab es lokal orkanartige Böen. Vor allem in der Steiermark und im Oberen Waldviertel kam es auch zu großem Hagel: Besonders markant waren die Gewitter am 27. Juli, als in Wildon im Bezirk Leibnitz Hagel mit einem Durchmesser von etwa 8 cm beobachtet wurde. Die größte Regenmenge im Zuge eines Gewitters kam am Abend des 24.08. in Ritzing und Lutzmannsburg im Mittelburgenland zusammen: In nur einer Stunde prasselten mehr als 70 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel, in diesen 60 Minuten wurde somit ein Drittel des gesamten Sommerregens gemessen.


Abkühlung zu Herbstbeginn

Besonders im Osten Österreichs bleibt es bis zum Wochenende noch sommerlich heiß, pünktlich zu Beginn des meteorologischen Herbsts kündigt sich Anfang der kommenden Woche aber eine markante Kaltfront an.

Extremwerte Sommer 2019

(Bundesland, Tag des Auftretens); Vorläufiger Stand: 27.08.19

Höchste Temperaturen

  • 38,8 Grad Krems (NÖ, 01.07)
  • 38,6 Grad Stockerau und Langenlebarn (NÖ, 01.07)
  • 38,5 Grad Innsbruck – Universität (T, 30.06.)
  • 38,4 Grad Wien – Innere Stadt (W, 01.07)
  • 38,1 Grad Hermagor (K, 27.06.)

Tiefste Temperaturen

  • 2,0 Grad St. Leonhard im Pitztal, Galtür (beide T, 01.06.), St. Jakob in Defereggen (T, 11.07.)
  • 2,1 Grad Mariapfarr (S, 15.08.)
  • 2,3 Grad St. Michael im Lungau (S, 11.07.)

Hitzetage (30 Grad oder mehr)

  • 39 Andau (B)
  • 36 Langenlebarn, Seibersdorf (NÖ), Güssing (B), Bad Radkersburg (ST), Wien – Innere Stadt (W)
  • 35 Wien – Donaufeld (W)

Sommertage (25 Grad oder mehr)

  • 79 Hohenau, Seibersdorf (beide NÖ)
  • 78 Andau (B)
  • 77 Neusiedl am See, Güssing (beide B)
Sommertage im Sommer 2019
Sommertage im Sommer 2019. © UBIMET

Nasseste Orte

  • 546 Liter pro Quadratmeter Sulzberg (V)
  • 491 Liter pro Quadratmeter Schoppernau (V)
  • 465 Liter pro Quadratmeter Warth (V)

Trockenste Orte

  • 80 Liter pro Quadratmeter Brunn am Gebirge (NÖ)
  • 91 Liter pro Quadratmeter Wien – Unterlaa (W)
  • 94 Liter pro Quadratmeter Gumpoldskirchen (NÖ)
Niederschlagssumme im Sommer 2019. © UBIMET
Niederschlagssumme im Sommer 2019. © UBIMET

Absolut sonnigster bzw. trübster Ort

  • 900 Sonnenstunden, Mörbisch (B)
  • 341 Sonnenstunden, Böckstein (S)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 119 km/h Innsbruck – Kranebitten (T, 06.07.)
  • 108 km/h Haiming (T, 11.06.), Irnfritz (NÖ, 01.07.)
  • 104 km/h Rottenmann (ST, 27.06.)

Titelbild © Adobe Stock

Sommer endet hochsommerlich

Der Mittwoch hat nach Auflösung von lokalem Nebel oder Hochnebel vor allem im Norden und Osten viel Sonnenschein zu bieten. Die Gewitterneigung lässt vorübergehend nach, so sind am Nachmittag und Abend nur in Vorarlberg und Tirol lokale Wärmegewitter zu erwarten. Die Temperaturen steigen auf 26 bis 33 Grad mit den höchsten Werten im äußersten Osten.

Gebietsweise unbeständig

In der zweiten Wochenhälfte sorgt Tief DENIS über Nordeuropa vor allem im Westen für unbeständige Verhältnisse, im Süden und Osten bleiben die Temperaturen bei zeitweiligem Sonnenschein dagegen auf sommerlichem Niveau. Im Tagesverlauf bilden sich dann Quellwolken und die Gewitterneigung steigt im Berg- und Hügelland deutlich an. Da die Luft ungewöhnlich feucht ist und die Gewitter nur langsam ziehen, besteht örtlich wieder die Gefahr von Überflutungen und Vermurungen. Die Höchstwerte liegen von West nach Ost zwischen 22 und 32 Grad.

Feuchtwarm

Auch am Freitag zeigt sich das Wetter von seiner sommerlichen, aber auch unbeständigen Seite. Besonders an der Alpennordseite gehen von der Früh weg teils gewittrige Schauer nieder. Im Osten und Süden scheint zeitweise die Sonne, in der feuchten Luft bilden sich tagsüber jedoch im ganzen Land Quellwolken und besonders im südlichen und östlichen Bergland kräftige Schauer und Gewitter. Dazu gibt es 22 bis 30 Grad.

Temperaturtrend in etwa 1500 m für Wien
Temperaturtrend in etwa 1500 m für Wien (rot = Mittel). © UBIMET/NCEP

Hochsommerliches Sommerende

Im Vorfeld einer Kaltfront verstärkt sich die Zufuhr an warmer Luft am Wochenende neuerlich. Der Samstag, der letzte Tag des meteorologischen Sommers, startet mit einigen Nebel- und Hochnebelfeldern, diese lockern am Vormittag aber auf. Tagsüber kommt verbreitet die Sonne zum Vorschein, ehe am Nachmittag im Bergland örtlich Gewitter entstehen. Die Temperaturen steigen wieder etwas an und erreichen 24 bis 32 Grad. Auch am Sonntag zeichnet sich im Süden und Osten nochmals badetaugliches Wetter mit Höchstwerten knapp über 30 Grad ab, kommende Woche deutet sich dann aber eine Kaltfront an.

Heftige Gewitter in Salzburg und im Salzkammergut

Blitz mit Gewitter

Am Montagabend sind besonders im Salzkammergut heftige Gewitter durchgezogen. Mit Durchzug der Gewitter kam es zu Starkregen und Sturmböen, örtlich wurde zudem auch Hagel beobachtet. In Summe musste die Feuerwehr allein in Oberösterreich zu knapp 80 Einsätzen ausrücken, hauptsächlich wegen Überflutungen. Durch die großen Regenmengen in kurzer Zeit ist die Kanalisation übergelaufen und einige Keller wurden überflutet. Anbei die Regenmengen am Montag:

  • 57 mm Friedburg (OÖ)
  • 49 mm Golling (S)
  • 46 mm St. Koloman (S)
  • 45 mm Salzburg / Freisaal (S)
  • 37 mm Goasu (OÖ)
  • 34 mm St. Johann am Walde (OÖ)
  • 29 mm Bad Ischl (OÖ)

Extrem feuchte Luft

Mitteleuropa liegt derzeit unter dem Einfluss außergewöhnlich feuchter Luftmassen, so wurde bei den Radiosondenaufstiegen von München und Wien am Montagnachmittag PWAT („precipitable water“ bzw. „niederschlagbares Wasser“ in einem Vertikalprofil der Atmosphäre) von 35 bzw. 40 mm gemessen. Üblich in dieser Jahreszeit wären Werte um 23 mm. Am Montagabend kam es in den betroffenen Regionen zu einem Zusammenströmen dieser feuchten Luft, wie man eindrücklich in der analysierten Feuchteflusskonvergenz sieht. Die Luft kann dann nur nach oben ausweichen, weshalb es zu Gewittern kommt.

Feuchteflussdivergenz am Montagabend. Rot = Konvergenz. © IMGS Uni Wien
Feuchteflussdivergenz am Montagabend. Rot = Konvergenz. © IMGW Uni Wien

Regenanalyse von Montagnachmittag und -abend
Regenanalyse von Montagnachmittag und -abend. ©UBIMET

Als das Gewitter am Abend von den Bergen nordwärts gezogen ist, kam es zudem besonders im Flachgau und im Innviertel örtlich zu Sturmböen. Anbei die höchsten gemessenen Windspitzen:

  • 79 km/h Feldkirchen bei Mattighofen
  • 76 km/h Straßwalchen-Ederbauer
  • 72 km/h Salzburg Flughafen
  • 68 km/h Mattsee
  • 65 km/h Ranshofen / Braunau

Weiters wurde örtlich auch Hagel beobachtet wie etwa in Seekirchen am Wallersee.



30.000 Blitze

In Summe wurden in Österreich am Montag 47.670 Blitze detektiert, davon allein 30.000 am Abend in Salzburg und Oberösterreich. Die meisten Blitze gab es im Bezirk Salzburg-Umgebung, die höchste Blitzdichte hingegen im Bezirk Hallein. Anbei die Blitze pro Bundesland (Top 4):

  1. Oberösterreich 18.171
  2. Salzburg 15.703
  3. Steiermark 5.513
  4. Tirol 4.864

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Hurrikan-Saison 2019 kommt langsam in Fahrt

Hurrikan auf dem Atlantik @pixabay.com

Mit Ausnahme von Hurrikan BARRY, der sich Mitte Juli im Golf von Mexiko gebildet hat, war es bisher recht ruhig auf dem Atlantik, siehe auch hier: Ruhige Zeiten im tropischen Atlantik. Die Hurrikan-Saison hat offiziell am 1. Juni begonnen und geht bis Ende November, einen Höhenpunkt stellt der Zeitraum zwischen Mitte August und Oktober da.

Saison kommt langsam in Fahrt

Pünktlich zum Beginn der Hochsaison, bildete sich am 21. August der tropische Sturm CHANTAL. Ausgehend von einer Störungszone über dem Nordosten Floridas zog der Sturm dann aber auf den offenen Atlantik. Die Intensität blieb gering genug, um den Sturm nicht als Hurrikan zu klassifizieren. Mittlerweile wandert CHANTAL als außertropisches Tief in Richtung Europa.

Etwas gefährlicher könnte aber der tropische Sturm DORIAN werden. Derzeit befindet sich der Sturm nördlich von Venezuela, knapp östlich der Kleinen Antillen. Auf der Insel Barbados gelten bereits erste Sturmwarnungen, hier werden Sturmböen von 100 km/h erwartet. Der Sturm soll sich aber weiter verstärken und im Verlauf des Mittwochs dann auf die Insel Puerto Rico treffen.

Prognostizierte Zugbahn von DORIAN @NOAA
Prognostizierte Zugbahn von DORIAN @NOAA

Prognosen für die restliche Saison

Der bisherige Verlauf der Saison ist nicht überraschend. Die Wettermodelle haben generell eine eher unterdurchschnittliche Saison 2019 prognostiziert. So sollen sich laut der Universität von Colorado von Juni bis Ende November etwa 13 tropische Stürme und 3 Hurrikans bilden. Einen Zusammenhang stellt dabei die El Niño-Southern Oscillation (ENSO) dar: Bei El Niño fällt die Sturmsaison nämlich meist ruhiger aus. In den letzten Monaten gab es ein schwaches El-Niño-Ereignis, derzeit geht ENSO aber tendenziell wieder in einen neutralen Zustand über.


Für die Bewohner Nord- und Mittelamerikas wäre es auf jeden Fall mal ein Aufatmen, wenn die Stürme heuer eher schwächer bleiben. Allerdings kann es auch im Zuge von schwachen Sturmjahren einzelne, sehr heftige Hurrikane geben.

Titelbild Quelle: pixabay.com

Flash Floods und Vermurungen

Überschwemmung Hochwasser Gewitter

Unter einer Sturzflut (flash flood) versteht man eine plötzliche Überschwemmung. Dabei ist ganz allgemein gesprochen mehr Wasser vorhanden, als im Boden versickern oder von einem Fluss abgeleitet werden kann. Im Berg- und Hügelland bahnen sich dann große Wassermassen mit hoher Geschwindigkeit ihren Weg hangabwärts – oft in Zusammenspiel mit Vermurungen – und im Flachland kommt es zu Überflutungen.

Sturzfluten

Ursachen einer Sturzflut sind in erster Linie große Regenmengen innerhalb kürzester Zeit. Das geschieht speziell im Sommer bei nur langsam ziehenden Gewitterzellen, die sich dann an Ort und Stelle ausregnen. Kommt es nach einem solchen Gewitterguss innerhalb von maximal sechs Stunden zu einer verheerenden Überschwemmung, spricht man von einer Sturzflut.

Sturzfluten treten vor allem bei Gewittern auf, manchmal können aber auch plötzlich kollabierende Dämme an einem Fluss eine Sturzflut weiter stromabwärts auslösen. Weiters kann auch eine abrupt einsetzende Schneeschmelze in den Bergen mitunter zu einer Sturzflut führen.

Flash Floods in den USA

Besonders anfällig für eine Sturzflut sind trockene und tief gelegene Gebiete. Durch häufige Trockenheit ist der Boden nämlich meist stark versiegelt, dass praktisch das gesamte Regenwasser oberflächlich abläuft. Auf der Erde trifft diese gefährliche Kombination aus Trockenheit und schweren Gewittern im Sommer speziell im Südwesten der USA auf: Die Canyons in Arizona, Utah und Nevada sind berüchtigt für ihre zerstörerischen flash floods. Oft kreuzen Wanderwege sowie spärlich befahrene Straßen die ausgetrockneten Flussbetten, immer wieder werden hier Menschen von Sturzfluten überrascht. Dabei kann auch ein kilometerweit entferntes – und womöglich gar nicht sichtbares – Gewitter eine tückische Sturzflut auslösen.

Gefahren

Aufgrund ihrer Plötzlichkeit sind flash floods extrem gefährlich. Das Potential dafür kann man zwar schon Tage im Voraus erkennen, wo es aber tatsächlich zu einer Sturzflut kommt, zeigt sich oft erst während des Ereignisses: Nicht nur die Intensität eines Gewitters spielt nämlich eine Rolle, sondern auch dessen Verlagerungsrichtung und -geschwindigkeit über das Einzugsgebiet eines Flusses.

Das Auto bietet keinen Schutz, da schon eine 50 cm hohe Flutwelle locker ausreicht, um ganze Fahrzeuge samt Insassen wegzuspülen. Erschwerend kommt hinzu, dass eine Sturzflut oft nicht nur aus Wasser besteht: Die Flutwelle reißt größere Gegenstände wie Baumstämme und Steine mit – diese gefährden Menschen zusätzlich. Alleine in den USA sterben pro Jahr durchschnittlich mehr als 100 Menschen bei einer Sturzflut, also mehr als durch Blitzschlag, Tornados und Hurrikane! Auch in Europa kommt es jährlich zu Todesopfern, ganz besonders in den Herbstmonaten im Mittelmeerraum.


Höhentief sorgt für zunehmende Gewitterneigung

Das Sommerwetter legt eine kurze Pause ein.

Deutschland liegt derzeit zwischen Hoch CORINA mit Kern über Westrussland und einem Höhentief über Italien. Diese Konstellation sorgt für eine südöstliche Strömung, mit der feuchtwarme und teils auch labil geschichtete Luftmassen aus Südosteuropa ins Land gelangen. Der Höhenwind ist dabei nur schwach ausgeprägt, somit weisen die Gewitter eine sehr langsame Zuggeschwindigkeit auf.

Das Höhentief am Sonntag
Das Höhentief am Sonntag. © UBIMET / NCEP

Gewitter mit Starkregen

Am Sonntag scheint zunächst verbreitet die Sonne und die Temperaturen steigen im Osten auf bis zu 33 Grad.  Im Laufe der zweiten Tageshälfte sind aber besonders in der Mitte und im Südosten lokale Schauer und Gewitter zu erwarten. Durch die längere Verweildauer der Gewitterzellen an einem bestimmten Ort kommen lokal sehr große Niederschlagsmengen zusammen. Vereinzelt sind zudem auch Hagel und teils stürmische Böen möglich.

Niederschlagsprognose bis Sonntagabend
Niederschlagsprognose bis Sonntagabend. © UBIMET

Zunehmend schwül

Am Montag halten sich besonders im Südosten und in der Mitte anfangs Nebelfelder und hochnebelartige Restwolken, im Laufe des Vormittags setzt sich aber meist die Sonne durch. Im Westen und Nordwesten liegen die Tageshöchstwerte bei hochsommerlichen 33 Grad. Die schwüle Luft erfasst aber weite Teile des Landes und im Tagesverlauf muss man örtlich mit kräftigen Wärmegewittern rechnen. Die höchste Wahrscheinlichkeit dafür gibt es in Bayern, Thüringen, Sachsen, Sachen-Anhalt, Hessen sowie in Teilen von Hessen, Baden-Württemberg und Niedersachsen. Weitgehend trocken bleibt es hingegen im Norden und Nordosten sowie im äußersten Südwesten.

Niederschlagsprognose für Montagnachmittag und -abend
Niederschlagsprognose für Montagnachmittag und -abend. © UBIMET

Am Dienstag setzt sich das hochsommerliche Wetter fort und die Gewitterbereitschaft nimmt auch im Norden des Landes zu.

Höhentief sorgt für kräftige Schauer und Gewitter

Storm Science Austria

Österreich liegt derzeit unter dem Einfluss eines Höhentiefs mit Kern über Italien und mit einer südöstlichen Strömung gelangen sehr feuchte und teils auch labil geschichtete Luftmassen ins Land. Der Höhenwind ist dabei nur schwach ausgeprägt, somit weisen die Gewitter eine sehr langsame Zuggeschwindigkeit auf.

Das Höhentief am Sonntag
Das Höhentief am Sonntag. © UBIMET / NCEP

Gewitter am Sonntag

Der Sonntag startet besonders im Süden und im Osten mit oft dichten Wolken und bereits in den Morgenstunden ziehen im Osten Schauer durch. Tagsüber kommt zeitweise die Sonne zum Vorschein, in der schwülen Luft entwickeln sich aber neuerlich Quellwolken und im Laufe des Nachmittags gehen im ganzen Land lokale Schauer oder Gewitter nieder. Durch die längere Verweildauer der Gewitterzellen an einem bestimmten Ort kommen lokal sehr große Niederschlagsmengen zusammen. Lediglich in Vorarlberg bleibt es überwiegend trocken.

Große Regenmengen am Samstag

Die Wetterlage ist derzeit festgefahren und auch zu Wochenbeginn gibt es wenig Änderungen. Bereits am Samstag haben Gewitter im Südosten örtlich für ergiebige Regenmengen gesorgt:

  • 81 mm St. Corona am Wechsel (NÖ)
  • 77 mm Lutzmannsburg (B)
  • 77 mm Ritzing (B)
  • 74 mm Breitenbach (ST)
  • 72 mm Nikitsch (B)
  • 67 mm Deutschkreutz (B)
  • 64 mm Frohnleiten NLV (ST)
  • 55 mm Reichenau an der Rax (NÖ)
  • 53 mm Bruckneudorf (B)

24h-Niederschlagsanalyse. © UBIMET
24-h-Niederschlagsanalyse. © UBIMET

Die großen Regenmengen in kurzer Zeit haben örtlich zu Überflutungen und Vermurungen geführt. Betroffen waren u.a. das Lavanttal, die Weststeiermark, das obere Murtal, der Raum Voitsberg und das Mittelburgenland. Lokal kam es zudem auch zu kleinem Hagel und stürmischen Böen. Anbei die höchsten gemessenen Windspitzen:

  • 78 km/h Hollenthon (NÖ)
  • 68 km/h Neudorf bei Landsee (B)
  • 66 km/h Mörbisch am See (B)



Viele Blitze im Südosten

In Summe wurden am Samstag vom UBIMET-Blitzortungssystem knapp 80.000 Blitze detektiert, davon mehr als ein Drittel in der Steiermark. Der Bezirk mit den meisten Blitzen war hingegen Kitzbühel in Tirol mit 5.261 Entladungen. Die höchste Blitzdichte gab es im Bezirk Oberpullendorf mit 6,5 Blitze/km². Die stärkste Entladung wurde mit 190 kA in Hermagor detektiert.

  • 28.996 Steiermark
  • 13.181 Burgenland
  • 12.161 Tirol
  • 11.594 Niederösterreich
Blitze am 24. August. © UBIMET
Blitze am 24. August. © UBIMET
Wolkenblitz bei Brunn am Gebirge © Storm Science Austria
Wolkenblitz bei Brunn am Gebirge © Storm Science Austria

Quelle Titelbild: Storm Science Austria

Klimawandel bedroht alpine Flora

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Nicht nur die steigenden Temperaturen machen dabei den Pflanzen zu schaffen, auch immer trockenere Sommer gefährden die Alpenblumen, die nur in den Hochlagen weniger Berge vorkommen. Dass die Bergpflanzen Europas in höhere Lagen wandern, haben auch Wissenschafter der Uni Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften nachgewiesen.

Pflanzen wandern nach oben

Mit steigender Höhe verringert sich das Jahresmittel der Lufttemperatur in den Alpen um etwa 0,5 Grad – pro hundert Höhenmeter. Um denselben Effekt in der Ebene zu erreichen, müsste man in etwa 100 Kilometer nach Norden wandern. Das wiederum bedeutet: Schon kleine Temperaturveränderungen haben große Auswirkungen auf die Überlebensfähigkeit einiger alpinen Pflanzen, da diese nicht mit der Erwärmung Schritt halten können.

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Roter Gletscher-Hahnenfuß bei Pontresina, Graubünden, Schweiz

Pionierpflanzen besonders bedroht

Eine durch den Klimawandel bedrohte Pflanzenart ist beispielsweise der Gletscher-Hahnenfuß. Er zählt zu den sogenannten Pionierpflanzen und besiedelt unter anderem auch Gletschermoränen. Die Pflanze gehört zu den kälteresistentesten Gewächsen überhaupt und kann sich nur im vegetationsarmen Hochgebirge halten, weil er anderswo von wüchsigeren Arten verdrängt werden würde.

 

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August verabschiedet sich hochsommerlich

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Der meteorologische Sommer 2019 neigt sich zwar langsam seinem Ende entgegen, bei einem Blick auf die Wetterkarten ist vom näher kommenden Herbst vorerst aber noch nicht allzu viel zu sehen. Hoch CORINA mit Zentrum über Polen sorgt nicht nur am Wochenende, sondern voraussichtlich auch im Großteil der kommenden Woche für hochsommerliche Werte teils über der 30-Grad-Marke.

Am Sonntag ein paar Gewitter

Schon am Samstag wird speziell im Westen des Landes stellenweise die 30-Grad-Marke erreicht, am Sonntag liegen dann die Höchstwerte vom Oberrhein bis zum Emsland sowie im Norddeutschen Tiefland vielerorts im hochsommerlichen Bereich. Am Samstag ist es dabei oft strahlend sonnig, lediglich in den Alpen muss man im Tagesverlauf mit Schauern und Gewitter rechnen. Am Sonntag zeichnen sich schließlich von den Alpen bis in den östlichen Mittelgebirgsraum am Nachmittag und Abend einige Schauer und Gewitter ab, die lokal kräftig ausfallen können. Da sich die Gewitter nur langsam verlagern werden, sind punktuell größere Regenmengen möglich.

Webcam Olympiapark München @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/tum-olympiapark
Webcam Olympiapark München @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/tum-olympiapark

Bis zu 34 Grad im Osten, steigende Waldbrandgefahr

Mit hochsommerlichen Temperaturen geht es dann auch im Großteil der letzten Augustwoche weiter, der Hitzeschwerpunkt verlagert sich allmählich in den Osten des Landes. Vor allem in Sachsen-Anhalt, in Berlin sowie in Brandenburg wird es von Dienstag bis Donnerstag noch einmal so richtig heiß mit bis zu 34 Grad. Lokale Schauer und Gewitter beschränken sich meist auf die Westhälfte Deutschlands, während es im Osten großteils trocken bleibt. Die Kombination aus Trockenheit und Hitze lässt die Waldbrandgefahr im dürregeplagten Brandenburg wieder signifikant ansteigen.

Mit einem Trend hin zu kühleren Temperaturen ist frühestens am Freitag in einer Woche zu rechnen, dann zieht sich das Hochdruckgebiet voraussichtlich nach Osteuropa zurück, womit der Weg für etwas kühlere Atlantikluft frei wird. Ganz abgesichert ist diese Abkühlung aber noch nicht, speziell im Osten könnten auch noch zum meteorologischen Herbstbeginn am 1. September weiter hochsommerliche Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke verzeichnet werden.

 

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Bergwetter am Wochenende: feuchtwarm und gewitteranfällig

Regenbogen nach einem Gewitter im August.

Der Freitag startet mit einigen Wolken und von den Karnischen Alpen bis zum Semmering-Wechsel-Gebiet auch mit lokalen Regenschauern. Am Vormittag kommt überall zeitweise die Sonne zum Vorschein, die meisten Sonnenstunden gibt es von Vorarlberg über die Allgäuer Alpen bis zum Salzkammergut. Bereits am frühen Nachmittag entstehen aber vermehrt Quellwolken und besonders am Alpenhauptkamm, in der Obersteiermark und im südlichen Bergland gehen lokale Schauer und Gewitter nieder. In den Hochlagen weht teils lebhafter Süd- bis Südostwind, sonst weht der Wind meist nur schwach.

Wärmegewitter

Am Samstag halten sich zunächst einige Wolken oder Hochnebelfelder, bis auf einzelne Schauer im Bereich der Koralpe und des Grazer Berglands bleibt es aber trocken. Am Vormittag setzt sich vor allem nördlich des Alpenhauptkamms häufig die Sonne durch, ab Mittag nimmt die Schauer- und Gewitterneigung aber im gesamten Bergland zu. Lokal gehen auch kräftige Gewitter nieder. Etwas geringer bleibt die Gewitterneigung lediglich vom Ennstal bis zu den Gutensteiner Alpen. Der Wind weht mäßig, am Alpenhauptkamm und in den östlichen Nordalpen auch lebhaft aus Süd.

Im Osten leicht föhnig

Der Sonntag startet am Alpenrand und in einigen Tallagen mit Nebel- oder Hochnebelfeldern, im östlichen Bergland ziehen auch ein paar Wolkenfelder durch. Tagsüber scheint häufig die Sonne, in der schwülen Luft entwickeln aber neuerlich Quellwolken und im Laufe des Nachmittags gehen lokale Schauer oder Wärmegewitter nieder. Der Wind weht weiterhin mäßig, von den Tauern bis zum Schneeberg auch lebhaft aus Süd.

Feuchtwarm

Die Temperaturen ändern sich an diesem Wochenende kaum: Die Höchstwerte liegen in 3.000 m meist zwischen 5 und 9 Grad, in 2.000 m gibt es maximal 11 bis 16 Grad. In den Tallagen wird es etwas wärmer, so liegen die Höchstwerte am Sonntag zwischen 22 Grad in höheren Tallagen Osttirols und sommerlichen 29 Grad im Inntal.

Bergwetter am Sonntag. © UBIMET
Bergwetter am Sonntag. © UBIMET

Sturzfluten

Nicht nur wegen der zahlreichen Blitze gehören Gewitter zu den gefährlichsten Wetterphänomenen in den Alpen. Kommen in kurzer Zeit große Regenmengen zusammen, können auch harmlos wirkende Bäche zu reißenden Strömen anschwellen. Meist geschieht dies mit einiger Verzögerung, wenn also das Gewitter längst abgeklungen oder weitergezogen ist. Die Bäche führen dann nicht nur Wassermassen mit sich, auch Geröll, Äste oder sogar kleinere Bäume gehören zum gefährlichen Treibgut. Bergwanderer sollten sich daher nicht nur während, sondern auch unmittelbar nach Gewittern besser von Flussläufen fernhalten.

Massive Waldbrände im Amazonas

Satellitenbild der Waldbrände ©NASA

Nicht nur große Abholzung bedroht derzeit die Wälder des Amazonas, sondern auch einer der schwersten Waldbrände seit vielen Jahren.  Diese Brände wüten seit über zwei Wochen und Auswertungen ergaben über 70000 Brandherde, das sind fast doppelt so viele als noch im Vorjahr.

Große Trockenheit

Waldbrände sind in dieser Jahreszeit aufgrund der trockenen Bedingungen keine Seltenheit, doch das Ausmaß ist heuer größer als zuvor. Mehrere hundert Quadratkilometer sind gerade betroffen und die Brände verteilen sich auf die Staaten Brasilien, Paraguay und Bolivien. Die Dürre begünstigt die Brände natürlich, es wird aber angenommen, dass die Brände von Menschen gelegt worden sind. Einerseits durch die Rodung der Wälder, andererseits wurde aber auch kürzlich der „Tag des Feuer“ ausgerufen. Kurze Zeit später wurden auf den Satellitenbilder dann vermehrt Waldbrände registriert. Da es in einigen Gebieten fast über 90 Tage nicht geregnet hatte, breiten sich die Feuer auch rasch aus.

Gerodete Waldflächen im Amazonas ©dpa
Gerodete Waldflächen im Amazonas ©dpa

Rauchwolken über den Städten

Die Auswirkungen sind bereits jetzt für viele Menschen sichtbar. So verdunkelte sich der Himmel über der Stadt São Paulo aufgrund der Rauchwolken plötzlich, obwohl die Feuer über 2000 Kilometer weit entfernt sind.

Folgen für das Klima

Vor allem ist das lokale Klima betroffen. Im Amazonasbecken herrscht ausschließlich feucht-tropisches Klima, die Luftfeuchtigkeit liegt häufig über 90%. In Folge der Waldbrände und der Abholzung fehlt jedoch in den nächsten Jahren bis Jahrzehnten die Feuchtigkeit aufgrund der mangelnden Vegetation.

Die Wälder des Amazonas gelten nicht nur als riesen Kohlenstoff Speicher, welcher durch die Brände in Form von Kohlendioxid (CO₂) freigesetzt wird, sondern auch als „Lunge der Erde“. Ein Großteil des emittierten CO₂ wird nämlich in den Wäldern wieder zu Sauerstoff umgewandelt. Abschätzungen für das globale Klima lassen sich hingegen erst in einigen Jahren machen.

 

Hoch CORINA bringt den Sommer zurück

Hitze im Sommer

Die nahezu strömungsparallele Kaltfront von Tief BERND sorgte in den letzten Tagen für erhöhte Niederschlagssummen in Südostdeutschland – vor allem im Allgäu und im Bayerischen Wald. Auf einer Linie vom Bodensee über Ingolstadt bis in die Oberpfalz wurden mehrfach Regenmengen von über 30 L/qm innerhalb von 24 Stunden gemessen. Gebietsweise wie etwa in Vorarlberg lagen die Messwerte auch noch etwas darüber, örtlich wurden bis 60 L/qm erreicht.

24h-Niederschlagsanalyse bis Mittwochmorgen. © UBIMET
24h-Niederschlagsanalyse bis Mittwochmorgen. © UBIMET

30 Grad am Wochenende

Lagen die Höchsttemperatur zuletzt fast im ganzen Land unter 25 Grad, so bringt der Hochdruckeinfluss den Sommer wieder in Schwung und lässt das Thermometer höhere Werte anzeigen. Am Donnerstag werden verbreitet 24 bis 27 Grad erreicht, am Oberrhein sind bis zu 29 Grad möglich. Am Freitag wird im Südwesten vereinzelt die 30-Grad-Marke geknackt, aber auch im Osten gibt es Höchstwerte um 29 Grad. Am Wochenende setzt sich mit Zufuhr an warmer Luft der sommerliche Wetter fort und immer häufiger wird die 30-Grad-Marke geknackt.

Prognose der Höchstwerte am Sonntag von ICON
Prognose der Höchstwerte am Sonntag von ICON. © DWD / UBIMET

 

Hoch CORINA bringt den Hochsommer zurück

Bei sommerlichen Temperaturen kann man sich ein Eis schmecken lassen.

Am Donnerstag ziehen in der Osthälfte noch einige Wolken durch, bis auf einzelne Schauer bleibt es aber trocken und im Tagesverlauf lockern die Wolken etwas auf. Sonst scheint bereits zeitweise die Sonne. Am Nachmittag entstehen in den Alpen lokale gewittrige Schauer und die Temperaturen erreichen 21 bis 27 Grad. Am Freitag bleibt es im Bergland wechselhaft mit ein paar Schauern und Wärmegewittern, sonst stellt sich trockenes Sommerwetter ein. Die Luft erwärmt sich auf 22 bis 30 Grad mit den höchsten Werten im äußersten Osten.

Hochsommer geht in die Verlängerung

Am Wochenende liegt Österreich zwischen Hoch CORINA mit Kern über Osteuropa und einem Höhentief über Mittelitalien. Diese Kombination sorgt hierzulande für eine südliche Höhenströmung, welche feuchtwarme Luftmassen aus dem Mittelmeerraum zu uns führt. Die Temperaturen steigen Tag für Tag etwas an, ab Samstag gibt es im Osten täglich Höchstwerte um oder knapp oberhalb der 30-Grad-Marke. Am Sonntag liegen die Spitzenwerte im Osten bereits bei 33 Grad.

Bereits am Freitag liegen die Höchstwerte knapp unter der 30 -Grad-Marke.
Bereits am Freitag liegen die Höchstwerte im Osten knapp unter der 30-Grad-Marke.

Schauer und Gewitter im Bergland

Die Temperaturen steigen im ganzen Land, im Bergland und im Süden stellt sich allerdings recht unbeständiges Sommerwetter ein mit einer erhöhten Schauer- und Gewitterneigung. Kommende Woche setzt sich das feuchtwarme und zunehmend schwüle Sommerwetter fort. Im Donauraum und im östlichen Flachland kündigen sich bis auf Weiteres Höchstwerte um oder knapp oberhalb der 30-Grad-Marke an. Nach Juni und Juli wird also auch der August überdurchschnittlich warm ausfallen.

Titelbild: pixabay.com

Auf Starkregen folgt erneut sommerliche Hitze

Sonne im Osten, Regen im Westen

Eine verwellte Kaltfront kommt über dem Westen Österreichs zu liegen, hier stellt sich am Diestag nasses und relativ kühles Wetter ein. Niederschlagssummen von über 50 bis 70 l/qm bis Mittwochnacht sind vor allem in Vorarlberg und im Außerfern möglich, entsprechende Starkregenwarnungen wurden bereits ausgegeben.

Nach dem klimatologischen Mittel fallen in Schoppernau (Vorarlberg) 251 l/qm im August. Bis inklusive Montag, den 19. August fielen an dieser Station bereits 187 l/qm.  Durch die reichlichen Niederschläge im äußersten Westen könnte nun innerhalb von nur zwei Tagen das Monats-Niederschlagssoll erreicht werden.

Prognose der 48-stündigen Niederschlagssumme. © UBIMET 2019
Prognose der 48-stündigen Niederschlagssumme. © UBIMET 2019

Der Hochsommer ist noch nicht vorbei

Im Laufe der Woche nimmt der Hochdruckeinfluss wieder zu und es setzt sich eine südöstliche Höhenströmung durch, mit der erneut warme Luftmassen aus dem Mittelmeerraum nach Österreich transportiert werden.

Demzufolge wird es am Freitag vor allem an der Alpenostseite wieder hochsommerlich – dort werden Temperaturen von über 30 Grad erwartet. Nach aktuellem Stand sind aber auch im Westen der Republik knapp 30 Grad möglich. Am Samstag und Sonntag fallen die Höchsttemperaturen planmäßig noch um eine Spur höher aus, dann wird wahrscheinlich auch in Salzburg und Oberösterreich die 30-Grad-Marke überschritten, wobei im Bergland die Schauer- und Gewitterneigung in Richtung Wochenende auch wieder etwas zunimmt.

Prognose der Höchstwerte für kommenden Sonntag. © ECMWF / UBIMET
Prognose der Höchstwerte für kommenden Sonntag. © ECMWF / UBIMET