Starkregen-Rekord in Seoul: Überschwemmungen fordern 9 Todesopfer

Überschwemmungen in Seoul am 08.08.2022 - Twitter / @openupn

Die Koreanische Halbinsel liegt momentan in einer extrem feuchten Konvergenzzone, die für äußerst kräftige, tropische Schauer und Gewitter sorgt.

Beobachteter Wassergehalt der Atmosphäre (Precipitable Water) in den letzten Stunden rund um Korea - http://tropic.ssec.wisc.edu/
Beobachteter Wassergehalt der Atmosphäre (Precipitable Water) in den letzten Stunden rund um Korea. Werte über 50 mm sind bereits extrem hoch. – http://tropic.ssec.wisc.edu/

Vor allem die Nordhälfte Südkoreas und insbesondere die Hauptstadt und Millionenmetropole Seoul wurden in den letzten zwei Tagen von sintflutartigen Regengüssen betroffen. Verbreitet fielen in der Region 200 bis 400 l/m² Regen binnen 48 Stunden.

Akkumulierte Regensumme in l/m² vom 08.08.2022 bis zum 10.08.2022 in Südkorea - https://www.weather.go.kr/
Akkumulierte Regensumme in l/m² vom 08.08.2022 bis zum 10.08.2022 in Südkorea – https://www.weather.go.kr/

Mehr als 500 l/m² in Seoul

Der Spitzenwert von 524,5 l/m² Regen binnen zwei Tagen wurde aber genau in den südlichen Stadtteilen Seouls verzeichnet. Die Lage in der Hauptstadt war besonders in der Nacht auf dem 9. August katastrophal. Schwere Überschwemmungen forderten 9 Todesopfer und 6 Personen sind immer noch vermisst.

Neuer Tagesniederschlag-Rekord in Seoul

Die Regenfälle waren rekordverdächtig heftig. Sowohl am 8. als auch am 9. August wurden gebietsweise mehr als 300 l/m² Regen verzeichnet. Mit 381,5 l/m² wurde an einer Wetterstation im Süden von Seoul ein neuer Tagesniederschlag-Rekord für die gesamte Stadt verzeichnet. Seit 1907 fiel hier noch nie so viel Regen an einem Tag. Der nationale Rekord für Korea bleibt aber noch weit entfernt. Im Zuge des Taifuns RUSA kamen in  Gangneung am 31.08.2002 erstaunliche 870,5 l/m² Regen binnen 24 Stunden!

Akkumulierte Regensumme in l/m² am 08.08.2022 in Südkorea - https://www.weather.go.kr/
Akkumulierte Regensumme in l/m² am 08.08.2022 in Südkorea – https://www.weather.go.kr/
Akkumulierte Regensumme in l/m² am 09.08.2022 in Südkorea - https://www.weather.go.kr/
Akkumulierte Regensumme in l/m² am 09.08.2022 in Südkorea – https://www.weather.go.kr/

Stündlicher Regenrekord auch umgestellt

An der selben Wetterstation knapp südlich von Seoul wurde gleich auch ein weiterer Rekord umgestellt. Denn zwischen 20 Uhr und 21 Uhr Lokalzeit fielen in nur einer Stunde beachtliche 141,5 l/m² Regen! Auch der stündliche Niederschlagsrekord für Seoul von 118,6 l/m² am 05.08.1942 wurde somit überschritten.

Wetterbeobachtungen an der Wetterstation des regionalen Wetterdienstens in Seoul am Nachmittag und Abend des 08.08.2022. Rosa Fläche = 15-minütige Regensumme, blaue Fläche = stündliche Regensumme. Regenskala ist die erste Skala auf der linken Seite ("R", dargestellt in mm) - https://www.weather.go.kr/
Wetterbeobachtungen an der Wetterstation des regionalen Wetterdienstens in Seoul am Nachmittag und Abend des 08.08.2022. Rosa Fläche = 15-minütige Regensumme, blaue Fläche = stündliche Regensumme. Regenskala ist die erste Skala auf der linken Seite („R“, dargestellt in mm) – https://www.weather.go.kr/

August ist Monsunzeit in Korea

Zum Vergleich: In einem gesamten Jahr kommen in dieser Region im langjährigen Durchschnitt etwa 1300 l/m² Regen zusammen. Wobei etwa die Hälfte davon häufig zwischen Juli und September im Zuge des Koreanischen Monsun („Changma“) fällt. Also August ist auf jeden Fall Regenzeit für Korea. Doch so starke Niederschläge sind selbst für die Monsun-Saison ungewöhnlich.

Klimatologischer Jahresniederschlag in Südkorea in l/m² - https://www.weather.go.kr/
Klimatologischer Jahresniederschlag in Südkorea in l/m² – https://www.weather.go.kr/

In den kommenden Tagen weiterhin Überflutungsgefahr

In den kommenden Tagen verlagert sich der Schwerpunkt nur langsam in die Mitte Südkoreas. Das Land muss somit zumindest bis zum Wochenende weiterhin mit überregionalen Überschwemmungen rechnen.

Prognostizierte Regensumme [in l/m²] bis inklusive Donnerstag - ECMWF IFS Modell, UBIMET
Prognostizierte Regensumme [in l/m²] bis inklusive Donnerstag – ECMWF IFS Modell, UBIMET

 

Titelbild: Überschwemmungen in Seoul am 08.08.2022 – Twitter / @openupn

Warnlagebericht

Aktuelle Wetterlage

Am Mittwoch sorgt Hoch OSCAR landesweit nochmals für stabiles und angenehmes Sommerwetter, ehe ab Donnerstagnachmittag ein Höhentief sich von Osten her bemerkbar macht und das Wetter wieder unbeständiger wird.

Überblick Warnungen

Derzeit sind keine Warnungen aktiv.

Warnausblick

Am Mittwoch setzt sich das ruhige Sommerwetter fort, besonders abseits der Berge scheint verbreitet die Sonne. Aber auch in den Alpen bleiben die nachmittäglichen Quellwolken meist harmlos. Dazu weht lebhafter Nordostwind.

Der Donnerstag beginnt noch freundlich bei einem Sonne-Wolken-Mix. Noch am Vormittag bilden sich aber wieder Quellwolken. In weiten Landesteilen geht der Tag jedoch trocken zu Ende. Besonders in Oberösterreich, im Salzburger Flachgau und am Bodensee weht dazu mäßiger Nordostwind.

Am Freitag treten bereits zu Beginn einzelne, lokale Schauer und Gewitter auf. Im Tagesverlauf entwickeln sich vor allem in der Osthälfte und über dem Bergland vermehrt Schauer und Gewitter. Lediglich vom Bodensee bis nach Tirol ist das Schauer und Gewitterrisiko geringer.

Autor

Markus Goller
Dienstag, 09. August 2022 um 17:30 Uhr

Heute sonniges Sommerwetter, in den Alpen Quellwolken

© https://www.foto-webcam.eu/webcam/brunnen
 PROGNOSE FÜR DIE SCHWEIZ

Am Mittwoch oft sonnig mit meist harmlosen Quellwolken in den Alpen, 27 bis 30 Grad, im Flachland teils mässige Bise.

AUSSICHTEN FÜR DIE SCHWEIZ

Am Donnerstag im Norden meist sonnig, in den Bergen Quellwolken, 27-32 Grad. Im Süden recht sonnig, 30-32 Grad.

Titelbild: Brunnen/Vierwaldstättersee (Schweiz) Quelle: foto.webcam.eu

Lagebericht

Aktuelle Wetterlage

Zur Wochenmitte setzt sich die Dominanz des beständigen und kräftigen Hochs OSCAR mit stabilem Sommerwetter über weite Teile Deutschlands weiter fort. Bis zum Wochenende hält der Hochdruckeinfluss und das warnfreie Sommerwetter an, die Hitzebelastung und die Waldbrandgefahr nehmen aufgrund der ausbleibenden Niederschläge weiter deutlich zu. Lediglich im äußersten Osten und Südosten sorgt ein sich von Osteuropa in Richtung Adria verlagerndes Höhentief am Freitag sowie auch am Samstag für eine leicht erhöhte Schauer- und Gewitternneigung.

Überblick Warnungen

Derzeit sind keine Warnungen aktiv.

Warnausblick

Von Mittwoch bis Donnerstag sind verbreitet viel Sonnenschein und weiterhin keine markante Wettererscheinungen zu erwarten.

Der Freitag  startet verbreitet sehr sonnig. Im Tagesverlauf bilden sich im Südosten einzelne Quellwolken und vom Erzgebirge bis an den östlichen Alpenrand können sich ab den Mittagsstunden einzelne Schauer und Gewitter entwickeln.

Autor

Michele Salmi
Dienstag, 09. August 2022 um 16:45 Uhr

Es scheint wieder verbreitet die Sonne

Ausgetrocknete Wiese an der Neuen Donau in Wien im August 2022 - Steffen Dietz, UBIMET

Am Mittwoch setzt sich das ruhige Sommerwetter fort, bis gegen Mittag scheint bei ein paar harmlosen Schleierwolken verbreitet die Sonne. Nachfolgend bilden sich in der Osthälfte sowie generell über den Bergen vermehrt Quellwolken, meist bleibt es aber trocken. Bei lebhaftem Nordostwind liegen die Höchstwerte zwischen 22 und 28 Grad.

Sonnig bei vereinzelter Schauerneigung

Der Donnerstag beginnt verbreitet sonnig, tagsüber ziehen meist nur harmlose Wolken durch. Am Nachmittag steigt die Schauerneigung über den Bergen, in der Nacht dann auch im östlichen Flachland etwas an. In weiten Landesteilen bleibt es jedoch trocken. Besonders in Oberösterreich, im Salzburger Flachgau und am Bodensee weht noch mäßiger Nordostwind, insgesamt lässt der Wind jedoch nach. Die Temperaturen erreichen maximal 22 bis 29 Grad.

Titelbild: Ausgetrocknete Wiese an der Neuen Donau in Wien im August 2022 – Steffen Dietz, UBIMET, Quelle:  Privat

Hitze: Sommer 2022 in Europa auf Rekordkurs

Wenn man nur die Landmassen weltweit betrachtet, dann waren die ersten beiden Sommermonate zusammen die bislang wärmsten seit Messbeginn. Im Mittel waren Juni und Juli 0,6 Grad wärmer als im neuen Klimamittel von 1991 bis 2020.


Wenn man auch die Ozeane inkludiert, beträgt die Abweichung +0,34 Grad. Dies ist in erster Linie der weiterhin andauernden La Niña zu verdanken, einer Zirkulationsanomalie, welche in weiten Teilen des tropischen Pazifiks für unterdurchschnittliche Wassertemperaturen sorgt. Direkte Folgen davon sind u.a. die Trockenheit in Chile und die häufigen Starkregenlagen in Teilen Australiens. Wenn dagegen El Niño herrscht, dann werden im tropischen Pazifik überdurchschnittliche Temperaturen beobachtet und die Wahrscheinlichkeit für neue globale Rekorde ist deutlich erhöht.

Im tropischen Pazifik gibt es verbreitet unterdurchschnittliche Temperaturen (La Niña).

Die größten Abweichungen auf der Nordhalbkugel, wo aktuell Sommer herrscht, gab es bislang u.a. in Südeuropa, im Norden Kanadas, in Teilen Sibiriens und im Süden der USA. Eine Spur zu kühl war es dagegen etwa im Oman, in Pakistan oder auch in Teilen der Türkei.


Wenn man nur Europa betrachtet, dann liegen die Monate Juni und Juli derzeit auf Platz 2 hinter dem Sommer 2021, wobei im vergangenen Jahr der August vor allem von Frankreich über Mitteleuropa bis ins Baltikum etwas kühler als üblich war, entsprechend ist für den Sommer 2022 in Summe auch noch Platz 1 in Reichweite.

Temperaturabweichungen in der ersten Augusthälfte (Analyse bis 9. August; Prognose bis Mitte August). © K. Haustein

Rekordjahr in Italien

Die größten Anomalien in Europa wurden bislang rund um den westlichen Mittelmeerraum beobachtetet. Am Flughafen von Córdoba in Spanien lag der mittlere Höchstwerte im Juli sogar bei 40,4 Grad, ein neuer Rekord. In Italien sind der Sommer sowie auch das gesamte Jahr 2022 sowohl in puncto Temperaturen als auch bei der Trockenheit klar auf Rekordkurs. In Nord- und Osteuropa fallen die Temperaturabweichungen vergleichsweise gering aus, wobei von England bis nach Italien und in den Balkan verbreitet Trockenheit herrscht. Mitteleuropa liegt am Rande der größten Temperaturanomalien, im Alpenraum werden die markantesten Abweichungen daher vor allem im Westen bzw. an der Alpensüdseite verzeichnet.

Sommer in den Alpen auf Podestkurs

In der Schweiz war es nur im Sommer 2003 noch heißer als heuer. Besonders hoch fallen die Abweichungen in der Westschweiz, im Wallis und im Tessin aus: In Stabio im Südtessin wird heute sogar der 36. Hitzetag in Folge verzeichnet, der alte Rekord lag bei 14 Hitzetagen in Folge.

Bisherige Temperaturabweichungen im Sommer 2022 (zum Vergrößern auf das Bild klicken). © UBIMET

In Österreich liegt der Sommer derzeit auf Platz 3 nach 2003 und 2019, wobei es große regionale Unterschiede gibt. So wurden bislang vor allem von Vorarlberg über den Tiroler Alpenhauptkamm bis nach Kärnten sehr hohe Abweichungen zwischen 2 und 2,5 Grad verzeichnet, während diese im Donauraum und im östlichen Flachland mit 1 bis 1,5 Grad etwas geringer ausfallen. Im Süden ist der Sommer aber zumindest örtlich auf Rekordkurs wie etwa in Klagenfurt und Lienz.

Bisherige Temperaturabweichungen im Sommer 2022 (zum Vergrößern auf das Bild klicken). © UBIMET

Titelbild: Waldbrand nördlich von Triest am 20. Juli 2022 (© panomax.com)

Trockenheit setzt sich regional samt erhöhter Waldbrandgefahr fort

Ausgetrocknete Wiese an der Neuen Donau in Wien im August 2022 - Steffen Dietz, UBIMET

Nach der Kaltfront am Samstag beruhigt sich die Lage in Österreich langsam wieder. Heute und am Montag sind vor allem im Süden noch ein paar Gewitter einzuplanen, flächiger und ergiebiger Niederschlag ist aber nicht mehr in Sicht. Denn das ausgeprägte Hoch OSCAR breitet sich in der neuen Woche ausgehend von den Britischen Inseln auf Mitteleuropa aus und sorgt mittelfristig für äußerst ruhiges Sommerwetter.

Animation der Großwetterlage für die kommende Woche (Montag bis Freitag, rötliche Töne = Hochdruckeinfluss) - ECMWF IFS Modell, UBIMET
Animation der Großwetterlage für die kommende Woche (Montag bis Freitag, rötliche Töne = Hochdruckeinfluss) – ECMWF IFS Modell, UBIMET

Trockene Aussichten

Abseits der Alpen bleibt es eigentlich schon ab heute überwiegend trocken. Im Rheintal sowie entlang bzw. nördlich und östlich der Donau ist somit zumindest bis zum kommenden Wochenende kein nennenswerter Niederschlag in Sicht. Äußerst trockene Aussichten, die leider für manche Regionen des Landes eine Fortsetzung der bereits sehr ernsten Trockenheit bedeuten.

Akkumulierte Niederschlagsmenge über Mitteleuropa für die kommenden Tage bis inklusive Sonntag 14.08.2022 - ECMWF IFS Modell, UBIMET
Akkumulierte Niederschlagsmenge über Mitteleuropa für die kommenden Tage bis inklusive Sonntag 14.08.2022 – ECMWF IFS Modell, UBIMET

Mit den Temperaturen geht es zumindest nur langsam Bergauf. Nach der Kaltfront am Samstag sind sie auf klimatologisch normale Werte zurück. Erst zum kommenden Wochenende hin könnte es allmählich wieder heiß werden. Aus der probabilistichen Prognose für Wien ist es aber besonders klar: Die Trockenheit setzt sich im Osten und Südosten im weiteren Verlauf fort.

Mittelfristige Tendenz der Lufttemperatur (oben) und der akkumulierten Niederschlagssumme für Wien bis Mitte August - ECMWF Ensemble, UBIMET
Mittelfristige Tendenz der Lufttemperatur (oben) und der akkumulierten Niederschlagssumme für Wien bis Mitte August – ECMWF Ensemble, UBIMET

Trockenheit spitzt sich zu

Seit Beginn des Jahres ist leider vor allem in diesen Regionen besonders wenig Niederschlag zusammengekommen. Von Unterkärnten über die Südsteiermark und das Burgenland bis nach Wien und dem Marchfeld fiel bis zum 06.08.2022 oft 30 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt.

Anomalie der Jahresniederschläge in Prozent bis zum 06.08.2022 (bräunliche Töne = zu trocken) - UBIMET
Anomalie der Jahresniederschläge in Prozent bis zum 06.08.2022 (bräunliche Töne = zu trocken) – UBIMET

Die Lage der Wasserressourcen ist aber landesweit eher suboptimal. Der schneearme Winter und der sommerlich-anmutende Frühling haben Spuren hinterlassen. So ist der Grundwasserstand im Vergleich zu den klimatologischen Werten nahezu österreichweit unter dem Durchschnitt.

Grundwasserstand im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt - https://ehyd.gv.at/#
Grundwasserstand im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt – https://ehyd.gv.at/#

Steigende Waldbrandgefahr

Nach der kurzen Verschnaufpause der letzten Stunden ist schon morgen wieder mit teils erhöhter Wald- und Flurbrandgefahr zu rechnen. Im Laufe der neuen Woche verschlechtert sich die Lage aufgrund der fehlenden Niederschläge sowie auch durch teils lebhaft auffrischenden Nordostwind rasch wieder.

Wald- und Flurbrandgefahr in den kommenden Tagen - UBIMET
Wald- und Flurbrandgefahr in den kommenden Tagen – UBIMET

 

 

Titelbild: Ausgetrocknete Wiese an der Neuen Donau in Wien im August 2022 – Steffen Dietz, UBIMET

Neue Woche bringt zunehmende Hitze

Der Sommer 2022 ist bisher verbreitet zu trocken, ja in einigen Regionen gab es nur sehr wenig Regen. Besonders trocken verlief der Juli etwa in Mainz mit nur 13 L/m² oder in Köln nur 27 L/m² im gesamten Monat. Aber auch im Osten war es viel zu trocken, dementsprechend wundert es niemanden, dass dort Waldbrände ausgebrochen sind.

 

Eine weitere Belastung stellen die Hitzewellen dar, die auch diesen Sommer wieder mit Temperaturen bis 40 Grad aufgetreten sind. Dabei steigert sich die Verdunstung weiter und somit dörrt der Boden noch schneller aus.

Stabiles Hoch

Die folgende Animation zeigt nun die Entwicklung der Wetterlage in der kommenden Woche. Dabei erkennt man, dass ein großes Hoch sich über über dem Norden der Republik aufbaut. Damit wird es peu à peu heißer.  Da in einem Hoch absinken herrscht, ist verbreitet kein Regen bis zum kommenden Wochenende in Sicht.

Animation der Großwetterlage für die kommende Woche (Montag bis Freitag, rötliche Töne = Hochdruckeinfluss) - ECMWF IFS Modell, UBIMET
Animation der Großwetterlage für die kommende Woche (Montag bis Freitag, rötliche Töne = Hochdruckeinfluss) – ECMWF IFS Modell, UBIMET
ECMWF Ensemble Prognose für Hamburg und München
ECMWF Ensemble Prognose für Hamburg und München

Das ECMWF-Ensemble für zwei ausgewählte Städte des Landes zeigen, dass die Prognose für die kommende Woche landesweit recht sicher ist, da wenig Bandbreite vorhanden ist. Auch die fehlenden Niederschlagssignale sprechen für sich. Dabei steigen die Temperaturen in der kommenden Woche wieder deutlich an und ein neue Hitzewelle bahnt sich an. Dabei werden die Höchstwerte aber sehr wahrscheinlich nicht mehr über 36 Grad hinaus gehen.

Wahrscheinlichkeit für insegsamt mehr als 2 l/m² Regen von Sonntag 07.08.2022 bis Sonntag 14.08.2022 - ECMWF Ensemble Modell, UBIMET
Wahrscheinlichkeit für insegsamt mehr als 2 l/m² Regen von Sonntag 07.08.2022 bis Sonntag 14.08.2022 – ECMWF Ensemble Modell, UBIMET

Trockenheit spitzt sich zu, steigende Waldbrandgefahr

Aufgrund der äußerst stabilen Aussichten verschlechtert sich die Lage der Trockenheit landesweit. Mittlerweile herrscht in großen Teilen der Bundesrepublik eine außergewöhnliche Dürre.

Dürremonitor Deutschland: Im Großteil des Landes herrscht eine außergewöhnliche Dürre - https://www.ufz.de/index.php?de=37937
Dürremonitor Deutschland: Im Großteil des Landes herrscht eine außergewöhnliche Dürre – https://www.ufz.de/index.php?de=37937

Mit den allmählich wieder steigenden Temperaturen sowie dem fehlenden Niederschlag bleibt auch die Wald- und Flurbrandgefahr landesweit erhöht. Vor allem im Südwesten Deutschlands ist im Laufe der neuen Woche sogar mit einem teils extremen Risiko zu rechnen!

Waldbrandgefahr in den kommenden Tagen in Deutschland - UBIMET
Waldbrandgefahr in den kommenden Tagen in Deutschland – UBIMET

Ensemble

Von einem Ensemble spricht man in der Meteorologie, wenn man mehrere Modellläufe mit den selben Startwerten durchführt. Die einzelnen Mitglieder des Ensembles unterscheiden sich z.B. dadurch, dass sich spezifische Einstellungen (u.a. Darstellung von Wolken) unterscheiden. Damit kann man Unsicherheiten in der Prognose besser abschätzen, da jedes Modell per se immer fehlerbehaftet ist.

 

Titelbild: https://pixabay.com/de/photos/feld-land-wolken-himmel-horizont-533541/

Schwere Gewitter im Westen Österreichs am Freitag

+++ Update 20:30 Uhr +++

Vorsicht gilt es in der nächsten Stunde besonders in der Bodensee-Region zu haben!
Kräftige Gewitter ziehen von Westen her auf und bringen über den Bodensee hinweg nicht nur Böen um 80 km/h, sondern auch Starkregen.

Blitzverlauf bis 20:20 Uhr – UBIMET

+++ Update 20:00 Uhr +++

Nach einer Zeit ohne große Änderungen aufgrund der stationären Gewitter haben sich nun im Tiroler Oberland, wie auch im Waldviertel neue Gewitter gebildet. Letztere sind ebenso stationär und bringen dementsprechend große Niederschlagsmengen:

Radarbild von 19:50 Uhr – UBIMET, AustroControl

+++ Update 18:00 Uhr +++

Fresach musste heute einen Volltreffer wegstecken. Ein stationäres Gewitter entlud bisher knappe 60 Liter auf den Quadratmeter binnen kurzer Zeit.
Aktuell hängen die stärksten Gewitter noch über Villach und Klagenfurt fest.

+++ Update 17:30 Uhr +++

Bemerkenswert ist auch der Temperaturunterschied in Österreich, der sich aufgrund der Gewitter und der Niederschläge eingestellt hat: während im Norden und Osten noch schweißtreibende Temperaturen von weit über 30 Grad vorherrschen, sind es in Tirol und in Kärnten lokal nicht einmal mehr 20 Grad:

Dort halten die Niederschläge auch noch weiter an, besonders mit den stationären und sehr kräftigen Gewittern in Kärnten drohen weitere Überschwemmungen. Anbei das aktuelle Radarbild:

Radarbild von 17:20 Uhr – UBIMET, AustroControl

+++ Update 17:00 Uhr +++

Während andernorts bereits kräftige Gewitter niedergehen, heizt der meist ungetrübte Sonnenschein im Osten derzeit so richtig ein – dabei wurde auch ein neuer Höchstwert in diesem Jahr verzeichnet:

  • bisheriger Höchstwert 2022: Seibersdorf (NÖ), 23.07.2022 — 37,8 Grad
  • neuer Höchstwert 2022: Seibersdorf (NÖ), heute — 38,7 Grad
  • knapp dahinter: Wolkersdorf (NÖ) — 37,4 Grad

 

Aber zurück zu den Gewittern:
Weiterhin sehr kräftige Gewitter sind in Kärnten unterwegs! Da diese zudem recht ortsfest bleiben, ist mit großen Niederschlagsmengen in kurzer Zeit zu rechnen.
Fresach etwa meldet inzwischen 37 Liter auf den Quadratmeter in der letzten Stunde. Da ist bereits mit lokalen Überschwemmungen zu rechnen.

Blitzverlauf der letzten 3 Stunden – UBIMET

+++ Update 16:30 Uhr +++

Das aktuelle Radarbild zeigt Gewitter im Tiroler Unterland und im Salzburger Land, die deutlich kräftigeren Gewitter aber in Kärnten. Dort ist aufgrund der geringen Zuggeschwindigkeit von Starkregen, kleinen Überschwemmungen und Hagel auszugehen!

Radarbild von 16:20 Uhr – UBIMET, AustroControl

+++ Update 15:30 Uhr +++

Inzwischen hat das kräftige Gewitter Innsbruck erreicht. An der Wetterstation Innsbruck-Kranebitten wurden auch schon 85 km/h gemessen. Binnen 20 Minuten kamen dabei über 21,6 Liter auf den Quadratmeter zusammen.

Innsbruck © https://www.foto-webcam.eu/webcam/innsbruck-uni-west/

+++ Update 14:40 Uhr +++

Dramatischer Wolkenaufzug von Westen her über Innsbruck, Gewitter ante portas.

Innsbruck © https://www.foto-webcam.eu/webcam/innsbruck-uni-west/

+++ Update 14:00 Uhr +++

Gewitter gehen nun auch knapp westlich von Innsbruck nieder.

Innsbruck © https://www.foto-webcam.eu/webcam/innsbruck-uni-west/
Radarbild von 13:45 Uhr © ACG

+++ Update 13:30 Uhr +++

Gewitter über Landeck vom Arlberg aus gesehen © https://www.foto-webcam.eu/webcam/st-anton/

+++ Update 13:20 Uhr +++

Quellwolken im Grenzgebiet von Oberkärnten und Osttirol © https://www.foto-webcam.eu/webcam/rangersdorf/

+++ Update 12:30 Uhr +++

Immer mehr Schauer im Westen und Südwesten, dabei muss zunehmend mit Starkregen gerechnet werden.

Radarbild von 12:25 Uhr © ACG

+++ Update 12:15 Uhr +++

Derzeit herrschen verbreitet hochsommerliche Temperaturen, in den Tälern und Niederungen vom Salzburger Land ostwärts ist es heiß, am Alpenostrand werden sogar jetzt schon Werte über 35 Grad gemessen.

Aktuelle Temperaturen

+++ Update 11:30 Uhr +++

Das aktuelle Satellitenbild zeigt, dass es inzwischen im Westen ordentlich quillt. Über Bayern scheint hingegen die Sonne meist ungestört, hier bilden sich später kräftige Gewitter, die für das Flachgau und Innviertel interessant werden.

Aktuelles Satellitenbild © EUMETSAT

+++ Update 10:45 Uhr +++

Im Rot eingefärbten Gebiet muss heute in Verbindung mit den Gewittern mit Starkregen, Hagel und Sturmböen gerechnet werden. Im anschließenden orangenen Gebiet nimmt die Gefahr ab.

Gefahrengebiete und die Zeit der Hauptgefahr

+++ Update 10:15 Uhr +++

Mit dem ersten Gewitter über der Silvretta begrüßen wir euch/sie zu unserem Liveticker. Bei diesen ersten Gewittern muss bereits mit Starkregen gerechnet werden.

Radarbild von 10:15 Uhr © ACG

 

Titelbild: Storm Science Austria

Erst Hitze, dann Blitze

Das Satellitenbild zeigt eindrücklich: Das Hoch NORMEN leistet ganze Arbeit, über Mittel- und Osteuropa ist kaum eine Wolke am Himmel auszumachen. Nur über den Benelux-Ländern und Nordfrankreich kommen bereits markantere Wolken auf, sie gehören zur Kaltfront des Tiefs IMKE mit Zentrum über Dänemark.

Satellitenbild von 12 Uhr (Donnerstag, 04.08.2022) @ EUMETSAT, UBIMET

Bis zu 39 Grad am Donnerstag

Im Vorfeld der Kaltfront wird noch Luft aus Süden herangeführt, diese ist aktuell wieder besonders heiß. Sie bringt uns heute nahezu im ganzen Land schweißtreibende Temperaturen um 35 Grad, nur direkt im Umfeld der Nordsee liegen die Werte unter der 30 Grad-Marke. Extrem heiß wird es besonders im Südwesten mit bis zu 38, lokal vl. auch 39 Grad bspw. im Oberrheingraben oder im Rhein-Main-Gebiet.

Prognose der Höchstwerte für Donnerstag, den 04.08.2022 @ UBIMET

Großbrand im Berliner Grunewald

Die Trockenheit ist nach wie vor sehr groß, so dass unser Waldbrandgefahrenindex für heute noch maximale Werte zeigt. Aktuell brennt es zum Beispiel im Berliner Grunewald im Südwesten der Stadt. Ausgerechnet im Bereich eines Sprengplatzes der Polizei ist hier in der Nacht ein Großfeuer ausgebrochen. Aufgrund von Explosionen kann garnicht gelöscht werden. Mehr Informationen gibt es bspw. hier.

Waldbrandgefahrenindex für die nächsten Tage @ UBIMET

 

Teils kräftige Gewitter von Nordwest nach Südost

Doch ein Ende der Hitze und zumindest vorübergehender Regen ist absehbar, das Wochenende und auch der Start in die neue Woche verlaufen ruhig und deutlich kühler. Doch bis es dazu kommt, muss die lagernde Luftmasse ausgeräumt werden. Die dafür zuständige Kaltfront kommt heute in der zweiten Tageshälfte in den Nordwesten von Deutschland voran. Zunächst treten Gewitter mit dieser nur vereinzelt auf, am späten Abend und in der Nacht auf Freitag werden sie zahlreicher. Morgen tagsüber sind schließlich vor allem die Mitte und der Osten betroffen, am Abend verlagert sich die Aktivität in den Südosten. Regional können die Gewitter kräftig ausfallen, die Unwettergefahr ist erhöht.

Von Gewittern betroffene Regionen im Zuge der Kaltfront-Passage @ UBIMET

Im Juli deutlich weniger Blitze als im Durchschnitt

In Summe wurden im Juli vom Blitzortungsunternehmen nowcast 517.709 Blitze in Deutschland registriert. Dabei lag der Schwerpunkt der Gewitteraktivität, wie so häufig, in den südlichen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg. Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen Juli werden im Bundesgebiet rund 1,2 Millionen Blitze registriert. Die unten stehende Grafik zeigt die Blitzdichte pro Quadratkilometer für den Gesamtmonat.

Blitzdichte © nowcast/UBIMET

Dabei waren die blitzreichsten Landkreise:

Sigmaringen (BW) 15.699
Vorpommern-Greifswald (MV) 10.068
Mecklenburgische Seenplatte (MV) 8.415
Konstanz (BW) 8.230
Biberach (BW) 7.531

Die stärksten Blitze traten in folgenden Kreisen auf:

Ostholstein (SH) 386 kA
Limburg-Weilburg (HE) 283 kA
Wesermarsch (NI) 281 kA
München (B) 275 kA
Hersfeld-Rotenburg (HE) 263 kA

Dabei wird die Stärke eines Blitzes mit der Stromstärke gemessen, deren Einheit Ampère ist. Der stärkste Blitz trat in der der Gemeinde Ahrensbök am 25. des Monats auf. Die beiden blitzreichsten Tage waren der 20. mit rund 118.000 Blitzen und der 25. des Monats mit 104.000 Blitzen.

Gründe

Die Gründe für den blitzschwachen Monat liegen zu aller erst bei der Großwetterlage. Der Monat war hochdruckdominiert und teils sehr heiß. Die zugeführte Heißluft war dabei aber meist recht trocken und somit stellten sich für die Gewitterbildung eher ungünstige Bedingungen ein.

Durch das Niederschlagsdefizit der vergangenen Monate kann der Boden in einigen Gegenden nur mehr wenig Feuchtigkeit für die Verdunstung liefern. Dies hat zwei Folgen, zum einen erwärmt sich der Boden schneller und die Höchstwerte sind höher als bei gleicher Luftmasse und feuchteren Böden. Zum Anderen kann eine trockene Luftmasse durch die fehlende Feuchtigkeit nicht mehr so schnell Regen/Gewitterwolken bilden und der Regen bzw. das Gewitter bleibt aus.

 

Titelbild:https://twitter.com/IckNix/status/1551661133685194754/photo/1

Monatsrückblick Juli – zu warm und zu trocken

Hitzewelle über 8 Tage im Osten und Süden

In Summe war der Juli 2022 in Österreich rund 1,1 Grad wärmer als im langjährigen Klima-Durchschnitt 1991-2020. Dies ist eine recht überschaubare Anomalie in Zeiten des Klimawandels, doch im Laufe des Monats kam es trotzdem zu Extremen. Denn im Gegensatz zu einer vielerorts leicht zu kühlen ersten Monatshälfte verlief die zweite Julihälfte teils extrem heiß. Am 18. Juli startete die bislang heftigste Hitzewelle des heurigen Sommers: Im Osten und Süden blieben die Höchstwerte bis zum 25. Juli durchgehend über der 30 Grad-Marke. In Wien wurde die 35-Grad-Marke in diesem Zeitraum gleich an 4 Tagen übertroffen und in Seibersdorf (NÖ) wurde am 23. Juli der vorläufige österreichweite Spitzenwert von 37,8 Grad gemessen. Und auch nachts wurden in Ballungsräumen zahlreiche Tropennächte mit Tiefsttemperaturen über 20 Grad verzeichnet. So gab es an der Wiener Wetterstation Innere Stadt mit einer Tiefsttemperatur von 25,7 Grad die viertwärmste Nacht der Messgeschichte seit 1985.

Temperaturabweichung vom Mittel @ UBIMET

Ähnlich wie im Vormonat war die Anzahl von Hitzetagen deutlich überdurchschnittlich. Nur an 10 Tagen des Julis wurde dabei die 30-Grad-Marke österreichweit nicht geknackt und an insgesamt 8 Tagen wurden in Österreich sogar extrem heiße Höchstwerte über 35 Grad erreicht. Davon blieb kein Bundesland verschont, denn die 35-Grad-Marke wurde selbst im Salzburger Land (Mattsee 35,1 Grad) und in Vorarlberg (Feldkirch 35,2 Grad) übertroffen.

Anzahl der Hitzetage (Tmax >= 30 Grad) im Juli 2022 (und im langjährigen Mittel 1991-2020):

Eisenstadt: 13 Hitzetage (Mittel 8)
Wien – Hohe Warte: 12 (8)
Klagenfurt Flughafen: 12 (7)
Graz Universität: 11 (7)
Innsbruck Universität: 10 (8)
St. Pölten: 9 (7)
Linz: 8 (6)
Salzburg: 7 (5)
Bregenz: 6 (3)

Anzahl der Hitzetage im Juli @ UBIMET

Nur ein Drittel des üblichen Regens in Wien

Die Niederschlagsbilanz im Juli fällt leicht negativ aus, im landesweiten Flächenmittel fielen nur etwa 76 % der üblichen Regenmenge. Etwas zu viel Regen gab es inneralpin, wo besonders einige Täler entlang des Alpenhauptkamms in den letzten Tagen des Monats durch kräftige Gewitter mit Überflutungen und Muren zu kämpfen hatten. Deutlich zu trocken war es dagegen besonders von Unterkärnten bis ins östliche Flachland – auf der Hohen Warte in Wien wurden im ganzen Monat nur 25 l/m² an Regen gemessen, was grob einem Drittel der üblichen Menge entspricht. Aber auch vom Innviertel bis ins Oberösterreichische Seengebiet fiel teils weniger als die Hälfte des üblichen Regens. Daher verwundert es nicht, dass selbst in dieser Region am 23. Juli am Brunnkogel bei Ebensee ein Waldbrand ausbrechen konnte.

Niederschlagsabweichung im Juli @ UBIMET

Mit rund 295.000 detektierten Blitzen war der Juli zudem eher blitzarm. Seit Beginn der modernen Blitzerfassung im Jahre 2009 wurden nur in den Jahren 2018, 2013 und 2011 weniger Juli-Blitzentladungen geortet.

Blitzdichte im Juli @ UBIMET
Vergleich der Blitzanzahl mit anderen Jahren @ UBIMET

Das Soll an Sonnenstunden wurde dagegen erreicht, die Abweichungen halten sich in Grenzen. Lediglich in Vorarlberg schien die Sonne mit einem Plus von 20% markant länger als in einem durchschnittlichen Juli.

 

Extremwerte Juli 2022 (Bundesland, Tag des Auftretens)
Stand: Montag, 01.08.2022, 11 Uhr

Höchste Temperaturen
37,8 Grad Seibersdorf (NÖ, 23.)
37,0 Grad Innsbruck-Uni (T, 20.)
36,4 Grad Laa/Thaya (NÖ, 21.), Bruckneudorf (B, 21.)

Höchste Tiefstwerte
25,7 Grad Wien – Innere Stadt (W, 23.)
25,1 Grad Wien – Botanischer Garten (W, 23.)
23,8 Grad Wien – Unterlaa (W, 23.)

Hitzetage (Höchstwert >30 Grad)
17 Ferlach (K)
16 Seibersdorf (NÖ), Leibnitz-Wagna (ST)
15 Wolkersdorf, Gänserndorf (NÖ)

Nasseste Orte
259 Liter pro Quadratmeter Dachstein (OÖ)
245 Liter pro Quadratmeter Rudolfshütte (S)
215 Liter pro Quadratmeter Böckstein (S)

Trockenste Orte
25 Liter pro Quadratmeter Wien – Hohe Warte (W)
29 Liter pro Quadratmeter Gumpoldskirchen, Wolkersdorf, Gänserndorf (NÖ)
30 Liter pro Quadratmeter Wien – Schwechat (NÖ)

Sonnigste Stationen
321 Sonnenstunden Mörbisch (B)
318 Sonnenstunden Andau (B)
313 Sonnenstunden Hollenthon (NÖ)

Stärkste Windspitzen Niederungen
107 km/h Gumpoldskirchen (NÖ, 1.)
105 km/h Wiener Neustadt (NÖ, 1.)
104 km/h Innsbruck – Flughafen, Innsbruck – Kranebitten (T, 4.)

 

Titelbild: Webcam St. Anton @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/st-anton/

Wetter-Achterbahn: Auf Hitzewelle folgt markanter Wettersturz

Achterbahnfahrt der Temperaturen - pixabay.com

Nach einem mäßig warmen und unbeständigen Augustbeginn steht uns zur Wochenmitte bereits die nächste, kurze Hitzewelle bevor. Schon im Laufe des Freitags greift aber eine kräftige Kaltfront aus Westen ins Wettergeschehen ein und sorgt in der Folge für einen beachtlichen Temperatursturz samt unwetterartigen Gewittern.

Zu Beginn der Woche unbeständig

Der August beginnt gemäßigt sommerlich und wechselhaft, denn sowohl am Montag als auch am Dienstag sind bei einem meist freundlichen Sonne-Wolken-Mix ein paar teils gewittrige Schauer einzuplanen. Die Schaueraktivität macht sich dabei vor allem in der Osthälfte Österreichs bemerkbar, besonders im Süden besteht zudem eine erhöhte Gewittergefahr samt lokalem Starkregen. Bei Höchstwerten zwischen 24 und 30 Grad bleibt es meist angenehm warm.

Prognose der täglichen Niederschlagssumme für Montag und Dienstag - UBIMET
Prognose der täglichen Niederschlagssumme für Montag und Dienstag – UBIMET

Ab der Wochenmitte zunehmend heiß

Zur Wochenmitte breitet sich ein Ableger des Azorenhochs über Mitteleuropa aus. Das Wetter beruhigt sich rasch und aus Südwesten werden allmählich heißere Luftmassen in den Alpenraum geleitet. Sowohl der Mittwoch als auch der Donnerstag verlaufen sonnig und meist trocken, lediglich im Bereich des Hauptkamms sowie im südlichen Bergland sind vor allem am Donnerstag einzelne Hitzegewitter möglich. Mit den Temperaturen geht es dann spürbar bergauf: Am Mittwoch stehen landesweit 27 bis 33 Grad auf dem Programm und am Donnerstag legt die Hitze mit bis zu 35, lokal auch 36 Grad noch einen drauf. Selbst in höheren Tallagen um 1000 m Seehöhe sind hochsommerliche 30 Grad in Reichweite.

Prognose der täglichen Höchstwerte von Montag bis Freitag - UBIMET
Prognose der täglichen Höchstwerte von Montag bis Freitag – UBIMET

Am Freitag heftige Hitzegewitter

Nach derzeitigem Stand erreicht die Hitzewelle am Freitag im Osten und Südosten mit bis zu 37 Grad ihren Höhepunkt. Im Westen machen sich hingegen im Vorfeld einer voranschreitenden Kaltfront bereits am Vormittag erste Schauer bemerkbar und die Temperaturen steigen nur noch knapp über die 30-Grad-Marke. Am Nachmittag bilden sich dann ausgehend vom Bergland teils schwere Gewitter, die sich am Abend auf das angrenzende Flach- und Hügelland ausbreiten. Dabei besteht lokal erhöhte Unwettergefahr durch Hagel, heftigen Starkregen und Sturmböen. Meist trocken bleibt es nur im äußersten Osten und Südosten.

Wettersturz am Wochenende

Die Kaltfront selbst überquert am Samstag mit auffrischendem Nordwind sowie zahlreichen Schauern und vor allem im Süden auch noch teils heftigen Gewittern das Land. Mit den Temperaturen geht es dann entsprechend rasch bergab, maximal werden am Samstag nur noch 21 bis 27 Grad erwartet, wobei mehr als 25 Grad meist nur im Süden in Reichweite bleiben. Der Temperaturrückgang im Vergleich zum Vortag könnte somit aus jetziger Sicht vor allem nördlich der Alpen sogar mehr als 10 Grad betragen. Am Sonntag muss man im Bergland weiterhin mit Schauern und kräftigen Gewittern rechnen, sonst beruhigt sich die Lage wieder. Mit maximal 20 bis 26 Grad bleiben die Temperaturen auf einem recht angenehmen Niveau.

Temperaturrückgang (Grad, °C) am Samstag 14 Uhr im Vergleich zum Freitag 14 Uhr - ECMWF IFS Modell, UBIMET
Temperaturrückgang (Grad, °C) am Samstag 14 Uhr im Vergleich zum Freitag 14 Uhr – ECMWF IFS Modell, UBIMET

 

Titelbild: Achterbahnfahrt der Temperaturen – pixabay.com

Rückblick: Am Freitag kräftige Gewitter in ganz Österreich

+++ Update 21:00 Uhr +++

Mit dem Ablauf der Blitze verabschieden wir uns für heute von Euch/Ihnen und wünschen einen schönen Abend.

Blitzverlauf seit Mitternacht © nowcast/UBIMET

+++ Update 19:30 Uhr +++

Nun bekommt auch Salzburg sein Gewitter aus West.

Radarbild von 19:15 Uhr © ACG

+++ Update 18:15 Uhr +++

Auch in Unterkärnten wird es spannend, ein Gewitter ist nun ante portas in Klagenfurt.

Radarbild von 18:05 Uhr © ACG

+++ Update 17:35 Uhr +++

Guter Blick auf die Gewitter, mit schöner Wolkenformation, die sich derzeit nach Osttirol hinein bewegen.

© https://www.foto-webcam.eu/webcam/lienz/

+++ Update 17:30 Uhr +++

Derzeit geht ein Gewitter hinter dem Patscherkofel nieder.

© https://www.foto-webcam.eu/webcam/innsbruck-uni/

+++ Update 16:30 Uhr +++

Im Seewinkel bilden sich kräftige Zellen, die auch noch für Marchfeld interessant werden.

Radarbild von 16:20 Uhr © ACG

+++ Update 15:20 Uhr +++

Hier das Gewitter in der Nähe des Arlbergs.

Webcambild St. Anton am Arlberg © https://www.foto-webcam.eu/webcam/st-anton/2022/07/29/1510

+++ Update 15:00 Uhr +++

Nun haben sich auch im Westen des Landes erste Gewitter gebildet. Zudem kommen von der Schweiz her weitere aufgezogen.

Blitze der letzten Stunde © nowast/UBIMET

Update 14:15 Uhr +++

Erste Gewitter haben sich im Mostviertel gebildet und ziehen nun gemächlich auf Wien zu.

Radarbild von 14:05 Uhr © ACG

Blog

Das Tief sorgt für ein Setup, welches zahlreiche kräftige Gewitter im Alpenraum, aber auch in Teilen Deutschlands ermöglicht. Denn die Zufuhr schwülwarmer Luft aus südlichen Breiten vor dem Tiefzentraum erreicht im Tagesverlauf ihren Höhepunkt, gleichzeitig sorgt das Tief für die nötige Hebung der Luftmasse und durch die Drehbewegung um das Tief ergeben sich förderliche Strömungsbedingungen für die Entwicklung kräftiger Gewittertürme.

Vor allem Starkregen als Gefahr

Nach morgendlichen Restschauern oder -gewittern in Teilen Österreichs, besonders im Norden kann es vorübergehend schon in der Früh mal rumpeln, verläuft der Vormittag noch ruhig, ehe sich entlang des Alpenhauptkamms ab Mittag vermehrt kräftige Gewitter bilden. Diese verlagern sich zunächst nur langsam und können regional für große Regenmengen und damit für Überflutungen und Murenabgänge sorgen. So etwa in den Tauerntälern oder denjenigen südlich des Inns, die zuletzt bereits betroffen waren.

Gefahrenkarte für Freitag und die Nacht auf Samstag @ UBIMET

Im Laufe des Abends erfassen die Gewitter auch das angrenzende Flach- und Hügelland in Ober- und Niederösterreich, Kärnten und der Steiermark, in der Nacht vermutlich auch den äußersten Osten und Südosten. An der Rückseite der ostwärts ausgreifenden Gewitter handelt es sich dann sowie am Samstag vermehrt um schauerartig verstärkten, teils noch gewittrigen Regen. Damit sind in manchen Regionen, primär an der Alpennordseite auch Starkregenwarnungen möglich.

Prognose der 24-stündigen Regenmenge bis Samstagmittag im gewichteten Mittel mehrerer Wettermodelle @ UBIMET

Es gibt auch einzelne Wettermodelle, welche bereits extreme Lösungen hinsichtlich der Niederschlagsmengen zeigen, so bspw. das nachfolgende dt. ICON-Modell. Genau so wird es wahrscheinlich nicht kommen, es zeigt jedoch, was durchaus irgendwo im Land möglich ist: gebietsweise Regenmengen jenseits der 50 Liter-Marke, ganz lokal sind in Summe auch Mengen über 100 Liter nicht ausgeschlossen.

Prognose der 24-stündigen Regenmenge bis Samstagmittag nach dem ICON-Modell @ UBIMET, DWD

 

Titelbild: Webcambild Lienz @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/lienz

Kräftiger Regen und Gewitter lindern in der zweiten Wochenhälfte die Trockenheit

Ausgangslage

Am Donnerstag liegt tagsüber eine schwach ausgeprägte Luftmassengrenze in etwa vom Saarland bis zum Erzgebirge. Auf ihrer Südseite liegt warme und feuchte Luft, nördlich davon fließt hingegen kühle Meeresluft ein. Am Donnerstagabend wird sich nun über Ostfrankreich ein kleines Tief bilden, welches am Freitag unter allmählicher Verstärkung in Richtung Tschechien zieht.

Ablauf

In der Nacht auf Freitag kommen im Westen erste Schauer auf, die bis zum Morgen in etwa bis auf eine Linie Ruhrgebiet-Osthessen-Oberbayern vorankommen. Dabei sind vereinzelt Blitz und Donner zu erwarten. Am Freitag selbst gehen von der Früh weg in der Landesmitte einzelne Schauer und besonders von Hessen über Thüringen bis nach Bayern auch erste Gewitter nieder. Diese werden im Tagesverlauf kräftiger und besonders in Bayern drohen Unwetter mit heftigem Starkregen.

Am Abend verlagern sich Schauer und Gewitter allmählich in den Osten des Landes. In der Nacht auf Samstag regnet es schließlich in etwa vom Harz bis zur Lausitz teils kräftig und örtlich gewittrig durchsetzt. Dabei wird strichweise die Trockenheit ein wenig gelindert. Der weitere Ablauf am Samstag ist noch etwas unsicher, es könnte besonders in Sachsen und Brandenburg durchaus bis in den Nachmittag hinein nass bleiben.

Mengen

In Summe werden somit um 20 L/m² erwartet, wie die Prognose des Europäischen Modells (ECMWF) zeigt. Anzumerken ist, dass bei Gewittern örtlich auch größere Regenmengen möglich sind.

Aufsummierte Regenmengen bis Samstagabend nach dem ECMWF-Modell © ECMWF

Titelbild: https://pixabay.com/de/photos/regen-drops-rainy-wet-droplets-4941771/

Kräftige Gewitter brachten Sturm und Hagel am Montag

Erst noch Hitze

Im Vorfeld der Kaltfront wurde nochmals Hitze aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland geführt und insbesondere in der Osthälfte über den trockenen Böden wurde es sehr heiß.

Höchstwerte am Montag, den 25.7.2022 © DWD/UBIMET

Den äußersten Westen und Norden überzog hingegen schon am Vormittag die Kaltfront mit dichten Wolken, somit blieben hier die Werte gedämpft.

Nach Hitze Blitze

Während es in der Früh nur vereinzelt Gewitter im Südwesten gab, bildete sich im Vorfeld der Kaltfront eine Konvergenzlinie aus, an der am Nachmittag die ersten Gewitter ausgelöst wurden. In der Analyse ist die Konvergenzlinie in Gelb und die Kaltfront in Blau dargestellt. Entlang der Konvergenzlinie strömt Luft zusammen (daher der Name), hier ist der Druck geringfügig niedriger als in der Umgebung. Häufig reicht dieses Zusammenströmen aus, um Gewitter auszulösen, wie gestern der Fall war.

Händische Analyse der Situation am Montag, den 25.7.2022 um 17 Uhr MESZ und Blitze von 16 Uhr bis 17 Uhr © nowcast/UBIMET

Somit gingen in manchen Regionen, wie z.B. im östlichen Hessen und nordwestlichen Thüringen zwei Mal hintereinander kräftige Gewitter nieder, wie der Ablauf der Blitze zeigt. In Summe wurden am Montag rund 104.000 Blitze registriert. Bei den Gewittern wurden vereinzelt schwere Sturmböen gemessen, wie z.B. in Greifswald mit 100 km/h oder 95 km/h in Bad Hersfeld.

Leider brachten die Gewitter der Nacht nur im Süden nennenswerten Regen, hier teils mehr als 40 L/m², ansonsten waren es meist nur zwischen 5 und 10 L/m² mit lokalen Spitzen. Dementsprechend ist die Trockenheit nur geringfügig gelindert und die bestehenden Waldbrände können sich weiter ausweiten.

Blitzverlauf am Montag © nowcast/UBIMET
Niederschlagsumme der letzten 24 Stunden © UBIMET

Impressionen

 

 

 

 

Titelbild:https://twitter.com/IckNix/status/1551661133685194754/photo/1

Kaltfront bringt Gewitter, Abkühlung und lang ersehnten Regen

Gewitterlinie bei Horn - © Storm Science Austria

Das Hoch LEBRECHT sorgt heute Montag noch für verbreitet ruhiges Wetter. Vom Satellit erkennt man aber schon die aufziehende Kaltfront des Tiefs DANIELA mit Kern über der Nordsee. Diese sorgt momentan in Deutschland für die ersten Gewitter.

Satellitenbild am 25.07.2022 um 13 Uhr - EUMETSAT, UBIMET
Satellitenbild am 25.07.2022 um 13 Uhr – EUMETSAT, UBIMET

Hitze und Waldbrandgefahr

Im Vorfeld der voranschreitenden Kaltfront ist es heute Montag noch einmal extrem heiß geworden. Verbreitet wurde ein Hitzetag (Tagesmaximum größer 30 Grad) verzeichnet und die 35-Grad-Marke rückt immer näher.

Höchstwerte am 25.07.2022 bis 14 Uhr - UBIMET
Höchstwerte am 25.07.2022 bis 14 Uhr – UBIMET

Entsprechend hoch bis extrem präsentiert sich die Waldbrandgefahr vor allem im Donauraum und im Osten des Landes. In den Prognosen für die kommenden Tage sieht man es aber schon: Diese gefährliche Lage wird morgen gelindert!

Waldbrandgefahr in Österreich für die kommenden Tage - UBIMET
Waldbrandgefahr in Österreich für die kommenden Tage – UBIMET

Landesweit Regen in Sicht

Denn mit Eintreffen der Kaltfront sind Montagabend im Westen erste, teils kräftige Gewitter einzuplanen. Diese breiten sich in der Nacht auf Dienstag allmählich ostwärts aus und erreichen bald auch das Salzburger Land und Oberösterreich. Bis Dienstagmorgen erreicht die Front schließlich den Osten und Süden des Landes, sodass der Dienstag landesweit recht unbeständig und regional gewittrig startet.

Prognose der Niederschlagssumme bis Donnerstagabend - UBIMET
Prognose der Niederschlagssumme bis Donnerstagabend – UBIMET

Am Montagabend und in der Nacht auf Dienstag muss man dabei vor allem im Westen, etwa von Vorarlberg bis Oberösterreich, lokal mit Hagel, Starkregen und Sturmböen rechnen. Am Dienstag selbst wird es dann vor allem im Süden des Landes mit den durchziehenden Gewittern punktuell zu heftigem Starkregen und entsprechend zu lokalen Überflutungen/Muren kommen.

Im Donauraum frischt zudem in der zweite Nachthälfte auch abseits von Gewittern kräftiger Westwind auf. Dieser erreicht Dienstagfrüh letztendlich Wien und das Nordburgenland mit teils stürmischen Böen.

Windwarnungen für die Nacht auf Dienstag und den Dienstagmorgen, Stand 25.07. um 14:50 Uhr - www.uwz.at
Windwarnungen für die Nacht auf Dienstag und den Dienstagmorgen, Stand 25.07. um 14:50 Uhr – www.uwz.at

Der Dienstag verläuft somit unbeständig und vor allem deutlich kühler als zuletzt. Regional muss man morgen um 14 Uhr nämlich mit etwa 10 bis 12 Grad weniger rechnen im Vergleich zum Montag um die selbe Uhrzeit! Trotzdem ist kein unterkühltes Wetter in Sicht, denn 24 bis 26 Grad Tagesmaximum entsprechen ziemlich genau den durchschnittlichen Tageshöchstwerten für Ende Juli.

2 Meter Temperaturdifferenz zwischen Dienstag 14 Uhr und Montag 14 Uhr in Grad - UBIMET, ECMWF IFS Modell
2 Meter Temperaturdifferenz zwischen Dienstag 14 Uhr und Montag 14 Uhr in Grad Celsius – UBIMET, ECMWF IFS Modell

 

 

Titelbild: Gewitterlinie bei Horn (Archivbild) – © Storm Science Austria

Waldbrände durch große Trockenheit

Doch bevor wir uns den mediterranen Gefilden zuwenden, geht ein Blick vor die eigene Haustür. Der Juli war in Österreich bis dato deutlich zu trocken, besonders im östlichen Flachland, aber auch bspw. im Seengebiet Oberösterreichs.

Niederschlagsabweichung vom Klimamittel im Juli 2022 @ UBIMET

Und so ist es nicht verwunderlich, dass selbst in dieser Region am Samstag ein Feuer ausgebrochen ist: am Brunnkogel bei Ebensee. Durch 100 Feuerwehrleute und auch unter Einsatz von löschen Polizeihubschraubern konnte der Brand jedoch eingedämmt werden.

Einsatz am Brunnkogel @ laumat.at / Matthias Lauber
Einsatz am Brunnkogel @ laumat.at / Matthias Lauber

 

Ähnlich trocken sieht es in Teilen Deutschlands aus. Das nachfolgende Video aus der Nähe von Kassel ist jedoch schon ein paar Tage alt:

 

 

Zurück nach Österreich, in den Süden des Landes. Am Weißensee in Kärnten brennt es zwar nicht, jedoch werden auch hier aktuell Löschflugzeuge beim ‚Auftanken‘ mit Wasser beobachtet. Benötigt wird es für die Grenzregion Italien – Slowenien, wo bei Gorizia seit einigen Tagen der Wald brennt:

 

Besonders betroffen ist aktuell Griechenland, hier wurden binnen 24 Stunden über 140 neue Brände gezählt:

 

 

Auch auf Teneriffa brennt es, ausführliche Information für Urlauber gibt es hier.

 

 

Und noch ein Blick nach Kalifornien, wo es in den letzten Jahren ja auch immer wieder zu schlimmen Bränden gekommen ist. Aktuell ist eine 48 Quadratkilometer große Fläche in der Nähe des Yosemite-Nationalparks betroffen:

 

Titelbild @ https://twitter.com/anadoluagency

Alle Jahre wieder: Die Hundstage

Die Hundstage stellen die heißeste Zeit des Jahres dar.

Die Zeit vom 23. Juli bis zum 23. August ist landläufig als Hundstage bekannt und gilt als die heißeste Zeit im Jahr. Ihren Ursprung haben diese Tage im alten Ägypten rund zweitausend vor Christus: Rund um den 23. Juli wurde damals nämlich des hellste Stern Sirius am Morgenhimmel  sichtbar. Bei den alten Ägyptern war dieses astronomische Ereignis von besonderer Bedeutung, da zu diesem Zeitpunkt oftmals die Nilflut einsetzte. Außerdem glaubten die Menschen, dass der hellste Stern am Morgenhimmel als „zusätzliche“ Sonne für die sommerliche Hitze verantwortlich sei. Die Dauer der Hundstage erklärt sich daraus, dass vom ersten Auftauchen des Sterns in der Morgendämmerung bis zum vollständigen Erscheinen des Sternbilds etwa ein Monat vergeht.

Sirius zeigt sich am Himmel südöstlich vom Sternbild Orion. Photo credit: AlvinWuFoto on VisualHunt.com

Hundstage und Hitze in Europa: Zufall

Im Alpenraum ist die Zeit während der Hundstage tatsächlich die heißeste Phase des Jahres: Häufig erleben wir von Ende Juli bis Mitte August sehr heiße Tage und warme, teils sogar tropische Nächte. Auch die meisten Hitzerekorde in Mitteleuropa stammen aus dieser Zeit. Mit dem Sternbild „Großer Hund“ hat das aber nichts zu tun, da sich das Erscheinen von Sirius im Laufe der Jahrtausende verschoben hat: Mittlerweile taucht Sirius erst ab Ende August am Morgenhimmel auf, zudem wird das gesamte Sternbild hierzulande erst im Winter vollständig sichtbar.

In Europa kommt Sirius erst im Herbst zum Vorschein. Photo credit: tsbl2000 on Visualhunt

Titelbild: visualhunt.com

 

Hitze: Wie viel Schwüle halten wir aus?

Hochsommer mit Hitzewelle

Eine für den Menschen wichtige, aber allgemein wenig bekannte Größe ist die Feuchtkugeltemperatur (englisch: wet-bulb temperature). Sie vereint Temperatur und relative Feuchte der Luft und gibt die tiefste Temperatur an, die sich durch Verdunstungskühlung erreichen lässt. Der Effekt der Verdunstungskühlung wird zum Beispiel in der Raumlufttechnik genutzt, um  die Temperatur in Innenräumen zu senken. Aber auch der menschliche Körper kühlt sich, um eine Körpertemperatur von ungefähr 36°C dauerhaft zu halten, über diesen Mechanismus – und genau das macht die Feuchtkugeltemperatur so interessant. Entscheidend dabei ist, dass die Verdunstung abnimmt, je feuchter die Luft ist.

Wie kühlen wir uns ab?

Über den Stoffwechsel erzeugt der Körper Energie und die Körpertemperatur steigt an. Um diesen Anstieg auszugleichen, gibt es mehrere Methoden. Einerseits nutzt der Körper das Prinzip des fühlbaren Wärmestroms. Ist der Körper wärmer als die Umgebungstemperatur, fließt die Luft vom warmen Körper zur kühleren Umgebungsluft. Die abgegebene Wärme wird dann über die Luftströmung abtransportiert. Ist die Lufttemperatur niedrig und es wird zu viel Energie an die Umgebung abgegeben, wirkt man zum Beispiel mit Kleidung entgegen.

Im Osten Österreichs gibt es bis zu 34 Grad.
Ventilatoren wirken kühlend, da sie die vom Körper abgegebene Wärme schneller abführen.

Verdunstungskühlung

Ist die Umgebungstemperatur zu hoch oder die Luftströmung zu schwach, hat der menschliche Körper ein weiteres ausgeklügeltes System: Steigt die Körpertemperatur an, zum Beispiel aufgrund von Bewegung, beginnt er zu schwitzen. Der Schweiß auf der Haut verdunstet und die dazu nötige Energie wird dem Körper entzogen (Verdunstungskühlung). Auch die „Nebelduschen“ etwa in Wien sorgen dank der winzigen Tropfen für eine rasche Abkühlung durch Verdunstung auf der Haut. Dieser Prozess ist besonders effektiv bei trockener Hitze und etwas Wind.

Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit funktioniert dieser Mechanismus nicht mehr ausreichend, der Schweiß kann nicht mehr verdunsten und damit auch keine Körperwärme abtransportiert werden. Bei einer theoretischen Temperatur von 36°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 100% könnte sich der Körper also nicht mehr kühlen und bei gleichbleibenden Bedingungen wäre der Tod die Folge.

Feuchtkugeltemperatur

An diesem Punkt kommt die Feuchtkugeltemperatur ins Spiel. Sie gibt an, wie gefährlich die Kombination aus Temperatur und relativer Feuchte für den menschlichen Körper ist. Werte im oberen 20er Bereich setzen dem Körper bereits zu und verhindern eine ausreichende Abkühlung. Steigt die Feuchtkugeltemperatur auf über 31 Grad werden die Bedingungen selbst für gesunde, junge Menschen lebensbedrohlich (neue Studie dazu), bislang galten 35 Grad als das theoretische Überlebenslimit für den Menschen (siehe Studie).

Im roten Bereich wird es für gesunde Menschen lebensbedrohlich. © W. Larry Kenney, CC-BY-ND

Man sagt also nicht umsonst, dass extreme Hitze in trockener Luft wie etwa in der Wüste für den Körper besser zu verkraften ist, als Hitze bei hoher Luftfeuchtigkeit, so kann man Temperaturen um 46 Grad bei einer relativen Feuchtigkeit unter 20% besser ertragen, als 36 Grad bei 70% Luftfeuchtigkeit.

Die Feuchtkugeltemperatur je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

In Österreich kommt es an schwülen Tagen zu Werten zwischen 20 und 25 Grad. Noch höhere Werte in der näheren Umgebung treten häufig in Norditalien auf, so werden hier manchmal Werte zwischen 25 und 28 Grad gemessen. Vereinzelt wurden aber auch schon Spitzen um 31 Grad erreicht, wie etwa an der Mittelmeerküste in Triest am 1. August 2020. Weltweit sind Extremwerte bis 35 Grad bislang selten, sie wurden aber bereits mehrfach in subtropischen Küstenregionen gemessen, wie etwa im Iran an der Küste  des Persischen Golfs, wenn auch nur vorübergehend für wenige Stunden. Bei der extremen Hitzewelle in Pakistan und Nordindien im Mai 2022 wurde etwa Jacobabad eine maximale Feuchtkugeltemperatur von 33,6 Grad und in Delhi von 33,7 Grad gemessen.

ERA5-Reanalyse der höchsten jährlichen Feuchtkugeltemperatur (>27). © Science Advances, Vol. 3, no. 8

Höhere Werte durch Klimawandel

Durch den Klimawandel nimmt die Feuchtkugeltemperatur tendenziell zu, was etwa in Teilen Indiens, Pakistans und von Bangladesch zu einem großen Problem wird. Etwa im großen Indus-Tal und in der Gangesebene wären im Worst-Case-Szenario vier Prozent der Bevölkerung zumindest einmal zwischen 2071 und 2100 mit tödlichen Hitzewellen von über 35 Grad Feuchtkugeltemperatur konfrontiert bzw. 75% mit lebensbedrohlichen Hitzewellen von über 31 Grad Feuchtkugeltemperatur.

Mehr dazu in dieser Studie auf ScienceAdvances.

Mittlere jährliche max. Feuchtkugeltemperatur von 1976 bis 2005 (B) sowie die Prognosen für 2071 bis 2100 je nach Temperaturanstieg.

Rückblick: Am Mittwoch kräftige Gewitter und bis zu 40 Grad

Gewitter @ https://pixabay.com/de/photos/gewitter-hintergrund-wolken-sturm-3625405/

+++ Update 22:40 Uhr +++

  • 95 km/h – Altmühlsee in Bayern
  • 86 km/h – Harburg in Bayern
Radarbild & Windböen um 22:30 Uhr – UBIMET, DWD

+++ Update 22:15 Uhr +++

Die Gewitter im Westen brachten nicht nur Starkregen und Sturmböen, sondern auch eine wohl sehnlichst erwartete Abkühlung:

Temperaturen von 21 Uhr, UBIMET, DWD

Damit lässt es sich zumindest im Westen heute Nacht gut durchlüften und entspannter schlafen … nachdem die Gewitter durch sind.

Morgen steht im Osten neue Hitze an:

Temperaturprognose für morgen, Donnerstag – UBIMET

+++ Update 21:40 Uhr +++

Bei den Gewittern heute liegt die Hauptgefahr bei heftigem Starkregen. So meldete die Statione Sigmaringen-Laiz 41,9 mm innerhalb einer Stunde. Aber auch ansonsten sind durch den Gewittercluster verbreitet über 20 mm innerhalb einer Stunde gefallen.

Niederschlagssumme 0- 20 Uhr
Niederschlagssumme 0-20 Uhr 20 Juli 2022

 

+++ Update 21:10 Uhr +++

Die große Hitze und die fehlenden Niederschläge sorgen auch bei uns für lokale Buschfeuer und Walbrände, wie diese Aufnahmen an der A 44 bei Kassel zeigen.

+++ Update 20:55 Uhr +++

Der Gewittercluster zwischen Ulm und Stuttgart bringt neben heftigem Starkregen und kleinem Hagel, vor allem auch schwere Sturmböen. So wurden in der letzten Stunde in Münsigen auf der Schwäbischen Alb 91 km/h gemessen.

+++ Update 20:40 Uhr +++

Am heutigen Mittwoch wurde an insgesamt 88 Stationen in Deutschland ein neuer Hitzerekord aufgestellt.  Vor allem im Norden und Osten. Lokal allerdings auch im Süden wie in Bad Mergentheim mit 40,3 Grad.

Höchsttemperatur von Mittwoch 20.07.2022
Höchsttemperatur von Mittwoch 20.07.2022

+++ Update 20:05 Uhr +++

Wie erwartet sind in Baden-Württemberg nun zahlreiche Gewitter unterwegs. Die Stärksten befinden sich momentan zwischen Donau und Schwäbische Alb. Dort muss neben heftigem Starkregen auch mit Hagel um 2 cm und Sturmböen gerechnet werden.

Radarbild von 20:00 Uhr @ UBIMET, DWD
Radarbild von 20:00 Uhr @ UBIMET, DWD

+++ Update 18:15 Uhr +++

Neben einem Gewittercluster über  Frankreich und Südwestdeutschland hat sich auch eine Gewitterlinie in NRW gebildet. Dort wird am späten Abend ein größerer Gewittercluster oder sogar ein mesoskaliges konvektives System erwartet, mit der Gefahr von heftigem Starkregen und schweren Sturmböen.

Radarbild von 17:45 Uhr, Quelle: Austria Control/UBIMET
Radarbild mit aktuellen Blitzen (17:45 Uhr MESZ), Quelle: EUMETSAT/UBIMET

+++ Update 17:30 Uhr +++

Nicht nur etliche Allzeitrekorde brachte der Tag heute, sodern auch 4 Stationen mit 40 Grad oder mehr. Am heißesten war es in Bad Mergentheim mit 40,3 Grad. Auf Platz 2 kam Hamburg Neuwiedenthal mit 40,1 Grad. Dort wurde der alte Rekord vom 09.08.1992 um 3,1 Grad überschritten!

+++ Update 16:50 Uhr +++

Während sich die Gewitter in Baden- Württemberg wieder abgeschwächt haben, kommt von Frankreich und der Schweiz ein größerer Gewittercluster auf. In den kommenden Stunden wird damit die Gewitteraktivität im Südwesten deutlich zunehmen. Dann muss lokal dort mit heftigem Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen gerechnet werden.

Aktuelles Satellitenbild © EUMETSAT
Aktuelles Satellitenbild © EUMETSAT

+++ Update 15:40 Uhr +++

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von neuen Allzeitrekorden an den einzelnen Stationen vor allem in Norddeutschland. Dort werden die Temperaturen auch noch etwas ansteigen, während es im Süden durch aufziehende Schauer und Gewitter wolkiger wird und damit der Peak bereits erreicht ist.

Gemessene Höchsttemperaturen bis 14 Uhr @ UBIMET
Gemessene Höchsttemperaturen bis 14 Uhr @ UBIMET

+++ Update 14:20 Uhr +++

Ein Blick auf die aktuellen Temperaturen im Land zeigt, dass die um 14 Uhr registrierten Werte noch etwas höher liegen als erwartet! So meldete Hamburg Fühlsbüttel bereits bis 14 Uhr einen neuen vorläufigen Allzeitrekord von 37,7 Grad. Der alte stammte aus dem Jahre 1992 mit 37,3 Grad. Spitzenreiter is momentan Bad Mergentheim-Neunkirchen in Baden-Württemberg mit schweißtreibenden 38,6 Grad. Somit ist es wahrscheinlich, dass heute noch an einigen Stationen die 40 Grad Marke erreicht wird, da die Temperaturen noch etwas ansteigen werden.

Gemessene Höchsttemperaturen bis 14 Uhr @ UBIMET
Gemessene Höchsttemperaturen bis 14 Uhr @ UBIMET

+++ Update 12:40 Uhr +++

Die Gewitter im Westen hatten sich zwischenzeitlich wieder abgeschwächt, von der Schweiz kommend verlagern sich nun vermehrt Schauer und Gewitter über den Schwarzwald nach Nord bis Nordost. Noch sind sie wenig organisiert und bringen primär nur Starkregen. Daher liegt unser Fokus im Liveticker vorerst weiter auf der Hitze in anderen Landesteilen.

Radarbild von 12:30 Uhr @ UBIMET, DWD

+++ Update 12:10 Uhr +++

Gleich drei Wetterstationen teilen sich aktuell den Platz an der Spitze mit den höchsten Temperaturen, sie messen 36,6 Grad. Das sind rund 1 bis 2 Grad mehr als gestern um diese Zeit an den heißesten Orten gemessen wurde. Generell werden aktuell die höchsten Werte von Niedersachsen bis in die Lausitz gemessen.

Gemessene Höchsttemperaturen bis 12 Uhr @ UBIMET

+++ Update 10:40 Uhr +++

In Großbritannien hat es gestern übrigens zum ersten Mal seit Beginn der Wetteraufzeichnungen mehr als 40 Grad gegeben, auch direkt in London. In den Vororten der Stadt sind prompt einige Brände ausgebrochen.

@ScottDuncanWX on Twitter

So sieht er aus, der Klimawandel:

+++ Update 10:10 Uhr +++

Die Grafik zeigt, in welchen Regionen heute mit Gewittern zu rechnen ist. Besonders im Südwesten erwarten wir im Verlauf des Nachmittags teils unwetterartige Gewitter mit sintflutartigem Regen, Hagel und Sturmböen. Im Laufe des Abends weiten sich diese nach Norden aus und im Verlauf der Nacht gehen sie nach aktuellem Modellstand in einen so genannten MCS über (‚Mesoscale Convective System‘) – hierbei handelt es sich um einen großräumigen Gewittercluster, der vor allem von flächendeckendem Starkregen geprägt ist.

Gefahrenkarte für Mittwoch, den 20.07.2022 @ UBIMET, uwr.de
Gefahrenkarte für Mittwoch, den 20.07.2022 @ UBIMET, uwr.de

+++ Update 09:50 Uhr +++

Über Frankreich und der Schweiz sind bereits aus der Nacht heraus Gewitter unterwegs und erste Gewitter haben sich bereits auch ganz im Westen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gebildet.

+++ Update 09:30 Uhr +++

Nachfolgend die Prognose der Höchsttemperaturen für heute Mittwoch. Selbst an der Ostsee sind bis zu 38 Grad zu erwarten! Generell betrifft die große Hitze heute weite Landesteile, nur im äußersten Westen und Südwesten wird es im Vergleich zu gestern etwas ‚kühler‘. Ursache hierfür ist eine aufkommende Luftmassengrenze, welche Schauer und Gewitter auslöst.

Prognose der Höchsttemperaturen für heute Mittwoch, den 20.07.2022 @ UBIMET

+++ Update 09:20 Uhr +++

Der heißeste Ort ist aktuell Bad Harzburg in Niedersachsen mit 32,7 Grad. Hier hat es bereits um 07:00 Uhr in der Früh schweißtreibende 30 Grad gegeben! Der Grund: Leicht föhniger Wind an der Nordseite des Harzes.

+++ Update 09:00 Uhr +++

Schauen wir kurz zurück auf den gestrigen Tag, es war der heißeste des bisherigen Sommers. Auf bis zu 39,5 Grad stieg die Temperatur in Duisburg- Baerl, diese Station hält übrigens auch den Deutschland-Rekord mit 41,2 Grad (gemessen am 25.07.2019). Heute verschiebt sich die größte Hitze etwas weiter in die Mitte und den Osten des Landes. 40 Grad sind drin, auch 41 Grad können ganz lokal nicht ausgeschlossen werden.

Gemessene und analysierte Höchstwerte vom Dienstag, 19.07.2022 @ UBIMET

 

Titelbild: https://pixabay.com/de/photos/gewitter-hintergrund-wolken-sturm-3625405/

Hitzewelle oder doch nur ein kurzes Hitzeintermezzo?

Nun ist es also soweit. Die schon vor einigen Wochen angekündigte große Hitze steht vor der Tür. Doch wie heiß wird es wirklich und wie lange hält die Hitze mit Temperaturen über 35 Grad an?

Ein Blick auf die Wetterkarte zeigt, dass morgen zwischen Hochdruckgebiet Jürgen über Osteuropa und einem Höhentief über Großbritannien sehr heiße und trockene Luftmassen aus Nordafrika nach Westeuropa strömen. So wird am morgigen Dienstag der Hitzeschwerpunkt über Frankreich, Großbritannien und Westdeutschland liegen. Dadurch werden morgen in Frankreich Temperaturen bis 42 Grad erwartet. Selbst in Großbritannien steigt das Quecksilber bis knapp 40 Grad an. Dort sind sicherlich einige neue Allzeitrekorde möglich.

Analysekarte 19.07.2022 12 UTC, Quelle: UBIMET
Analysekarte 19.07.2022 12 UTC, Quelle: UBIMET

Aber wie heiß wird es nun in Deutschland? Morgen liegt der Hitzeschwerpunkt im Westen. Entlang des Rheins sind beispielsweise bis 39 Grad möglich. Lokal kann es auch für 40 Grad reichen. Der bisherige Allzeitrekord aus dem Jahre 2019 wird allerdings sehr wahrscheinlich nicht erreicht. Damals wurde an der Station Duisburg-Baerl ein Höchstwert von 41,2 Grad gemessen.  Ansonsten werden morgen aber in den Niederungen verbreitet 35 Grad oder mehr gemessen. Nur in Südbayern und in Küstennähe bleibt es etwas kühler.

Höchsttemperatur für Dienstag
Höchsttemperatur für Dienstag, Quelle: UBIMET

Am Mittwoch greift ein Frontensystem eines Tiefdruckgebietes auf den Westen Deutschlands über. Dadurch bilden sich dort im Tagesverlauf kräftige Schauer und Gewitter und der Hitzeschwerpunkt verlagert sich in den Osten. Dort sind lokal in der Saaleregion in der trockenen Luft bis zu 40 Grad möglich. Aber auch ansonsten werden in der Osthälfte verbreitet zwischen 35 und 39 Grad erreicht. Zusätzlich zu der sehr warmen Luftmasse beflügelt dort auch die große Trockenheit die Temperaturen, da aufgrund der kaum vorhandener Bodenfeuchte die Verdunstungskälte nur sehr gering ist.

Höchsttemperatur für Mittwoch, Quelle: UBIMET

Am Donnerstag erreicht eine Kaltfront auch den Osten, sodass die große Hitze schon wieder vorübergehend vorbei ist. Nichtsdestotrotz wird sich durch die sehr hohen Temperaturen und durch die sehr trockene Luftmasse, die Trockenheit weiter verstärken, wodurch vor allem am morgigen Dienstag  fast in ganz Deutschland eine sehr hohe Waldbrandgefahr herrscht.

Dürremonitor Gesamtboden ca. 1,8 m für Deutschland, Quelle: https://www.ufz.de/index.php?de=37937
Dürremonitor Gesamtboden ca. 1,8 m für Deutschland, Quelle: https://www.ufz.de/index.php?de=37937
Feuerindex Deutschland Vorhersage
Vorhersage Feuerindex Deutschland, Quelle: UBIMET

 

Titelbild: Hitze mit bis zu 40 Grad in Sicht – pixabay.com

Hoch JÜRGEN bringt Hitze und vor allem im Osten Trockenheit

Westeuropa liegt derzeit unter dem Einfluss eines umfangreichen Hochdruckgebiets namens JÜRGEN, welches zu Wochenbeginn im Zusammenspiel mit einem Tief über der Biskaya vor allem in Frankreich, Benelux und England für außergewöhnliche Hitze sorgt. Besonders extreme Temperaturabweichungen sind von Nordfrankreich bis zu den Britischen Inseln zu erwarten. Am Dienstag sind in England Rekordtemperaturen um 39 Grad in Sicht. Noch etwas heißer mit Temperaturen um 40 Grad wird es in Nordfrankreich und damit auch in der Metropole Paris.

In Nordfrankreich gibt es Temperaturen um 40 Grad (zum Vergrößern auf das Bild klicken).

Hoch JÜRGEN heizt ein

Zu Beginn der kommenden Woche verlagert sich der Kern des Hochs von den Britischen Inseln langsam nach Mitteleuropa, damit steigen die Temperaturen hierzulande ebenfalls an. Das Wetter gestaltet sich am Montag und Dienstag bei höchstens harmlosen Schleierwolken verbreitet sonnig und trocken. Die Temperaturen steigen am Montag auf 26 bis 33 Grad und am Dienstag auf 28 bis 36 Grad. Die Hotspots des Landes liegen vorerst in Vorarlberg und Tirol.

Große Hitze und lokale Gewitter

Zur Wochenmitte verlagert sich der Schwerpunkt der Hitze in den Osten des Landes, hier sind bei viel Sonnenschein verbreitet Temperaturen um 35 Grad bzw. lokal auch bis zu 37 Grad zu erwarten. Im Westen macht sich hingegen ein Tiefausläufer bemerkbar, somit muss man von Vorarlberg bis Salzburg im Tagesverlauf mit teils kräftigen Hitzegewittern rechnen. In der Nacht wird es auch im Norden örtlich gewittrig.

Prognose der Höchstwerte am Mittwoch (zum Vergrößern auf das Bild klicken).

Weiterhin heiß

Der Donnerstag bringt vorübergehend mehr Wolken und im Tagesverlauf gehen im südlichen Bergland und im Südosten lokal kräftige Gewitter nieder. An der Alpennordseite bleibt es trocken und im Tagesverlauf macht sich im Westen das nächste Hoch bemerkbar. Die Temperaturen gehen geringfügig zurück und erreichen 25 bis 34 Grad. Am Freitag scheint landesweit wieder häufig die Sonne, die Temperaturen ändern sich kaum. Der Samstag verläuft voraussichtlich neuerlich sehr heiß mit Höchstwerten um 37 Grad im Osten, im Vorfeld einer Kaltfront steigt die Gewittergefahr ausgehend vom Westen allerdings deutlich an.

Die Waldbrandgefahr im Osten ist ab Mittwoch sehr hoch. © UBIMET

Regional Trockenheit

Der Juli war bislang vor allem in Osttirol und Kärnten sowie auch von Vorarlberg bis ins Hausruckviertel und im östlichen Flachland deutlich zu trocken, zum Teil gab es hier weniger als die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge. Besonders markant fallen die Abweichungen mit nur 10% des Solls vom Lienzer Talboden bis in die Gurktaler Alpen aus, aber auch in Wien gab es nur 35% der üblichen Niederschlagsmenge.

Niederschlagsabweichung bis zum 16 Juli. © UBIMET
Prognose des Gesamtniederschlags von Sonntag bis kommenden Samstag. © UBIMET

Neusiedler See erreicht Rekordtief

In der neuen Woche muss man vor allem im Osten mit einer Verschärfung der Trockenheit und einer sehr hohen Waldbrandgefahr rechnen. Der Wasserstand des Neusiedler Sees wird in den kommenden Tagen den Negativrekord aus dem Jahre 2003 unterbieten. Wenn man die Daten seit 1965 betrachtet, wird der niedrigste Wasserstand im Mittel erst zu Herbstbeginn erreicht, bis September ist also mit einer weiteren Abnahme zu rechnen.

Der Pegel des Neusiedler Sees steht kurz vor einem neuen Negativrekord. Daten: wasser.bgld.gv.at

Titelbild © pixabay.com

 

Hitze in Europa: Wie entstehen Hitzewellen?

Im Osten Österreichs gibt es bis zu 34 Grad.

Hitzewellen sind mehrtägige Perioden mit einer ungewöhnlich hohen thermischen Belastung, welche durch den Klimawandel tendenziell häufiger und intensiver auftreten. International existiert allerdings keine einheitliche Definition des Begriffs Hitzewelle, meist basieren die Definitionen auf einer Kombination von perzentilbasierten Schwellenwerten mit einer minimalen Andauer. Die einfachste Definition im deutschsprachigem Raum für eine Hitzewelle lautet drei Tage in Folge mit einem Höchstwert über 30 Grad. Doch wie kommt es zu Hitzewellen?

Hochdruckgebiete

Mitteleuropa liegt in der Westwindzone, weshalb unser Klima im Mittel stark vom Atlantischen Ozean geprägt wird. Die Stärke des polarumlaufenden Jetstreams ist in erster Linie von den Temperaturunterschieden in der Atmosphäre zwischen den mittleren Breiten und den polaren Gebieten abhängig, wobei größere Temperaturunterschiede zu höheren Windgeschwindigkeiten in der Höhe führen. Aus diesem Grund verläuft der Jetstream im Sommer weiter nördlich und ist deutlich schwächer ausgeprägt als im Winter. Der Jetstream verläuft zudem nicht geradelinig von West nach Ost, sondern mit unterschiedlich stark ausgeprägten Wellen je nach Ausprägung und Lage der Hochs bzw. Tiefs. Nicht jedes Hoch führt aber zu einer Hitzewelle.

Das Hoch über West- und Mitteleuropa sorgt zu Wochenbeginn für eine antizykonale Nordlage im Alpenraum (Prognose des Jetstreams in etwa 10 km Höhe © ECMWF / UBIMET)

Südwestlagen

Je nach Lage des Jetstreams relativ zum Alpenraum und der daraus resultierenden Anströmung sprechen Meteorologen beispielsweise von einer Nordwest- oder einer Südwestlage. Letztere führt im Sommer in Mitteleuropa aufgrund der Herkunft der Luftmassen aus subtropischen Regionen häufig zu Hitze, aber selbst im Frühjahr kann es mit Föhnunterstützung manchmal schon zu Temperaturen um 30 Grad kommen. Solche Wetterlagen können unterschiedlich lange anhalten und mitunter auch zumindest kurze Hitzewellen verursachen.

Blockierte Wetterlagen

Für extreme Hitzewellen benötigt es meist blockierte Wetterlagen, also Lagen mit einem umfangreichen, stationären Hochdruckgebiet. Bei solchen Wetterlagen wird der Jetstream in Europa unterbrochen bzw. weit nach Norden abgelenkt. Ein typisches Beispiel dafür ist die sog. „Omega-Lage“, die manchmal mehrere Wochen lang andauern kann.

Omega-Lage im extrem trockenen März 2022. © ECMWF/UBIMET

Subsidenz

Kräftige Hochdruckgebiete sorgen in der freien Atmosphäre für eine absinkende Luftbewegung („Subsidenz“). Wenn Luft absinkt, dann gelangt sie unter höheren Luftdruck und wird demzufolge komprimiert und erwärmt. Die Luft erwärmt sich dabei pro 100 Höhenmeter um etwa 1 Grad. Diese Erwärmung setzt sich zwar oft nicht direkt bis zum Boden durch (im Herbst kommt es beispielsweise zu ausgeprägten Inversionslagen, siehe hier), aber auch in der Grundschicht steigen die Temperaturen Tag für Tag an.

Vereinfachter Querschnitt der Luftströmung in einem Hoch- und Tiefdruckgebiet. © br.de

Bei einer blockierten Wetterlagen spielt dieser Prozess eine entscheidende Rolle, so wird die Luft an Ort und Stelle durch Absinken und Sonneneinstrahlung immer weiter erwärmt. In den mittleren Breiten kann sich dann auch ein sog. „Heat dome“ bzw. eine Hitzeglocke ausbilden, wie beispielsweise bei der Rekordhitze im Westen Kanadas im Juni 2021.

Bei einer „Omega-Lage“ wurde die Luft in Lytton in Kanada auf bis zu 49,6 Grad erhitzt im Juni 2021.

Hitze in Westeuropa

Die große Hitze zu Beginn der kommenden Woche in Nordfrankreich sowie auf den Britischen Inseln kommt ebenfalls durch ausgeprägtes Absinken zustande: Das umfangreiche Hochdruckgebiet namens JÜRGEN verlagert sich am Wochenende bzw. zu Wochenbeginn von den Britischen Inseln langsam nach Mitteleuropa. Die Luft in mittleren Höhen umkreist das Hoch und sinkt dabei immer weiter ab, damit kommt es am Montag und Dienstag zu teils extremer Hitze in Westeuropa. Etwa in Paris werden am Dienstag Temperaturen um 40 Grad erwartet.

Ensemble-Prognose der Herkunft der Luft in Paris am kommenden Montag. © NOAA
In Paris muss man am Dienstag mit Temperaturen um 40 Grad rechnen. © UBIMET

Und in Österreich?

Hoch JÜRGEN verlagert sich zu Beginn der kommenden Woche über Mitteleuropa hinweg und auch im Alpenraum wird es zunehmend heiß. Bereits am Dienstag sind im Westen Höchstwerte um 35 Grad in Sicht, am Mittwoch kündigen sich im Osten örtlich sogar bis zu 37 Grad an. Ganz so heiß wie etwa in Nordfrankreich wird es hierzulande aber nicht, obwohl die Luftmasse sich kaum ändert. Wie kann das sein? Grund dafür ist in erster Linie das schwächelnde Hoch: Die Subsidenz ist nicht mehr so stark ausgeprägt wie noch zu Wochenbeginn in Westeuropa, damit ist die Luftmasse um ein paar wenige Grad kühler.

Der Hochdruckrücken verlagert sich bis Mittwoch unter leichter Abschwächung ostwärts (die Schichtdicke nimmt etwas ab). © ECMWF

Extreme Hitze: Lokaleffekte

Für Temperaturrekorde spielen mehrere Faktoren eine Rolle, wie beispielsweise auch die Witterung in den Wochen vor einer Hitzewelle bzw. die daraus resultierende Bodenfeuchte: Wenn der Boden durch eine Dürreperiode bereits ausgetrocknet ist, wird die am Boden eintreffende Sonneneinstrahlung direkt in fühlbare Wärme umgewandelt, da weniger Energie für Verdunstung verbraucht wird. Weiters spielen auch geographische Faktoren eine Rolle, so kann föhniger Wind die Luft aus mittleren Höhenlagen mitunter direkt bis in tiefen Lagen absinken lassen, was dann lokal zu extrem hohen Temperaturen führen kann. Wenn alle Faktoren zusammenkommen, also ein blockiertes Hitzehoch, trockene Böden, föhniger Wind und strahlender Sonnenschein, dann sind meist neue Rekorde zu erwarten. So wurden beispielsweise auch die 46 Grad in Südfrankreich im Juni 2019 erreicht.

 

Am Freitag Gewitter von Kärnten bis Graz

Aufziehendes Gewitter

Die Kaltfront eines Skandinavientiefs namens BARBARA hat vergangene Nacht aus Norden Österreich erreicht und trennt derzeit feuchtwarme Luftmassen im Süden des Landes von etwas kühlerer Luft an der Alpennordseite bzw. im Osten. Die Kaltfront ist mittlerweile recht stationär und kommt kaum noch südwärts voran.

Südlich der Kaltfront sind im Süden Gewitter zu erwarten. © www.uwz.at

Gewitter im Süden

Im Laufe des Nachmittags sind vom südlichen Osttirol über Kärnten bis in die Südoststeiermark Schauer und Gewitter zu erwarten. Lokal können die Gewitter kräftig ausfallen und für große Regenmengen in kurzer Zeit sowie Hagel sorgen. Die Hauptgefahr stellen dabei kleinräumige Überflutungen bzw. Vermurungen dar, vereinzelt sind in Unterkärnten aber auch stürmische Böen um 60 km/h möglich.

Niederschlagsprognose von ICON-D2 bis Freitagnacht. © DWD/UBIMET

Im Laufe des Abends ziehen die Gewitter südwärts nach Friaul bzw. Slowenien ab und das Wetter beruhigt sich rasch.

Rückblick auf die Jahrhundertflut im Ahrtal

Überflutete Wohngegend in Sinzig (Landkreis Ahrweiler) https://twitter.com/hagen_hoppe/status/1537025220455940096

Sicherlich haben viele von euch noch die dramatischen Bilder der Ahrflut vom vergangen Jahr im Kopf. Da heute der Jahrestag dieses Ereignisses ist, schauen wir uns die meteorologischen Hintergründe dieses Extremereignisses einmal genauer an.

Hochwasser am 14. Juli 2021 in Altenahr.

Am 14 Juli 2021, am Tag des Ahr Hochwassers, lag über Mitteleuropa ein ausgeprägter Höhentrog. Ein Trog ist in der Höhe mit Kaltluft gefüllt, wodurch die atmosphärische Stabilität abnimmt. Dies zeichnet sich durch eine relativ hohe Temperaturdifferenz zwischen dem Erdboden und der Höhe in etwa 5, 5 km aus. Das sorgt für aufsteigende Luftmassen, wodurch der Luftdruck am Boden fällt und ein Tiefdruckgebiet entsteht. Dies geschah auch am 13 bzw 14 Juli über Mitteleuropa. Aber warum kam es nun zu den enormen Niederschlagsmengen in einer so kurzen Zeit?

DWD Bodenanalyse 14 Juli 2021 um 00 UTC, Quelle: www.wetterzentrale.de
Abbildung 1: DWD Bodenanalyse 14 Juli 2021 um 00 UTC, Quelle: www.wetterzentrale.de

Dies hatte hauptsächlich zwei Ursachen! Aus Abbildung 2 wird deutlich, dass zu diesem Zeitraum die Strömung in der Höhe sehr schwach ausgeprägt, sodass sich das bildende Tiefdruckgebiet nur sehr langsam bewegte oder zeitweise nahezu stationär war. Dadurch fiel der Niederschlag immer wieder über die selbe Region.

Strömung in kt in 9 km Höhe, Quelle: www.wetter3.de
Abbildung 2: Strömung in kt in 9 km Höhe, Quelle: www.wetter3.de

Zweitens wird aus Abbildung 3 ersichtlich, dass an der Ostseite des Tiefs sehr feuchte und warme Luftmassen (orange-rot Kontur) vom Mittelmeerraum  nach Norden strömten. Gleichzeitig aber auch kalte Luftmassen (grüne-gelbe Kontur) auf der Westseite nach Süden. Dadurch bildete sich über Deutschland in einer Linie von Hamburg bis ins Saarland und nach Ostfrankreich eine markante Luftmassengrenze aus, an der sich die feucht warme Luftmasse so richtig ausregnen konnte.

Die pseudoptentielle Temperatur zeigt die Lage der Luftmassen, Quelle: www.wetter3.de
Abbildung 3: Die pseudopotentielle Temperatur zeigt die Lage der Luftmassen in Mitteleuropa, Quelle: www.wetter3.de

Da sich das System kaum verlagerte, strömten immer wieder neue feuchtwarme, energiereiche Luftmassen nach, die sich unter anderem am nördlichen Rand der Mittelgebirge wie der Eifel noch zusätzlich stauten. Dadurch kamen innerhalb von 24 h extreme Niederschlagsmengen von teils deutlich über 100 mm zusammen. Zum Vergleich der Monatsniederschlag im Juli in Düsseldorf liegt bei 91 mm. In Berlin bei nur 81 mm.

Eine weitere große Rolle spielte die Topographie. Die größten Niederschlagsmengen fielen genau im Einzugsgebiet der Ahr und seinen Nebenflüssen. Das sorgte dafür, dass sich die Scheitelwellen der Flüsse gegenseitig übertrumpften und zu einem extrem schnellen Anstieg der Ahr am Unterlauf führten. Ein Blick auf bisherige Hochwasserereignisse zeigt, dass die Flutwelle um bis zu 6 Meter über dem bisherigen Rekord  aus dem Jahr 2016 lag.

Damit bleibt die Frage ob es in Zukunft aufgrund des Klimawandels häufiger zu solchen Ereignissen kommen wird?

Durch die globale Erwärmung steigt der Feuchtegehalt in der Atmosphäre an. Bei 1 Grad Erwärmung nimmt der Wasserdampfgehalt um bis zu 7 Prozent zu. Diese Zunahme ist bei Schauern und Gewittern, das heißt bei konvektiven Niederschlägen noch höher. Gleichzeitig wird beobachtet, dass durch das Abschmelzen der Polkappen sich die Höhenströmung über Mitteleuropa abschwächt. Das heißt, dass sich die Hoch und Tiefdruckgebiete langsamer verlagern, was zu mehr Extremen führen kann. Es wurde beispielsweise festgestellt, dass bestimmte Wetterlagen wie „Trog Mitteleuropa“, welche zum Hochwasser im Ahrtal geführt hat, in den letzten Jahren gehäuft auftreten. Die Kombination aus beiden Änderungen machen Starkregenfälle ähnlichen Ausmaßes in Zukunft wahrscheinlicher.


Titelbild: Überflutete Wohngegend in Sinzig (Landkreis Ahrweiler),  Quelle:

Wassertemperatur am Mittelmeer kratzt lokal an der 30-Grad-Marke

Hund springt ins Wasser - pixabay.com

Die anhaltende Hitze und vor allem die oft windschwachen, trockenen Verhältnisse am Mittelmeer spiegeln sich nun auch in den Meeresoberflächentemperaturen wider. An manchen Stellen wie zum Beispiel entlang der Nordküste Siziliens und im Levantinischen Meer sind sogar schon knappe 30 Grad dabei!

Temperatur der Wasseroberfläche des Mittelmeers am 12. Juli 2022 - Copernicus Marine Service
Temperatur der Wasseroberfläche des Mittelmeers am 12. Juli 2022 – Copernicus Marine Service

An der Adria und im Ägäis sorgten hingegen auffrischende Nordostwinde (die Bora und der Meltemi) in den letzten Tagen für eine Durchmischung der oberen Wasserschichten. Die überhitzte Wasseroberfläche wurde dadurch mit frischerem Wasser aus tieferen Schichten gemischt, weshalb hier meist „nur“ 22 bis 24 Grad verzeichnet werden. Kein Wunder also, dass die Temperaturanomalien (Abweichung im Vergleich zum 30-jährigen Durchschnitt) genau in diesen Regionen momentan teils negative Werte aufweisen. Denn ansonsten ist das Mittelmeer weiterhin viel zu warm, mit Abweichungen von bis zu +4 oder +5 Grad zwischen Korsika und der Côte d’Azur!

Temperaturanomalie der Wasseroberfläche des Mittelmeers am 12. Juli 2022 - Copernicus Marine Service
Temperaturanomalie der Wasseroberfläche des Mittelmeers am 12. Juli 2022 – Copernicus Marine Service

Der langjährige Trend im Mittelmeerraum ist eindeutig: Das Wasser wird sukzessive wärmer, wie man aus der unterstehenden Zeitreihe (monatliche Temperaturabweichungen) entnehmen kann. Zum Vergleich: Sowohl der Mai als auch der Juni 2022 waren zwischen 1 und 1,5 Grad zu warm im Vergleich zum langjährigen Mittel.

Zeitreihe der Temperaturanomalie für das gesamte Mittelmeer von 1993 bis 2020 - Copernicus Marine Service
Zeitreihe der Temperaturanomalie für das gesamte Mittelmeer von 1993 bis 2020 – Copernicus Marine Service

Ostsee: Das neue Mittelmeer?

Dasselbe gilt für die Ostsee. Derzeit messen Satelliten zum Teil badetaugliche Wassertemperaturen um die 20 Grad sowohl in Vorpommern als auch zwischen Finnland, Russland und Estland. Die Temperaturanomalie der Ostsee liegt momentan verbreitet zwischen +2 und +4 Grad. Wer beim Schwimmen Abkühlung sucht, muss in Zukunft an die Ostsee statt ans Mittelmeer!

Temperatur der Wasseroberfläche der Ostsee am 12. Juli 2022 - Copernicus Marine Service
Temperatur der Wasseroberfläche der Ostsee am 12. Juli 2022 – Copernicus Marine Service

Zeitreihe der Temperaturanomalie für die gesamte Ostsee von 1993 bis 2020 - Copernicus Marine Service

Zeitreihe der Temperaturanomalie für die gesamte Ostsee von 1993 bis 2020 – Copernicus Marine Service

Österreichische Seen sind auch sehr warm!

Oder man kann sich natürlich immer für die österreichischen Seen entscheiden. Hierzulande hat man eine größere Auswahl an Wassertemperaturen. Für mutige Schwimmer/innen eignet sich zum Beispiel der Lunzer See mit 15 Grad hervorragend! Am Wörthersee fühlt man sich hingegen mit etwa 24 Grad wie an der Kroatischen Adriaküste.

See (Auswahl) Wassertemperatur
Wörthersee (K) 24 °C
Achensee (T) 17 °C
Bodensee (V) 24 °C
Erlaufsee (ST) 22 °C
Mattsee (S) 21 °C
Mondsee (OÖ) 21 °C
Neusiedler See (B) 20 °C
Lunzer See (NÖ) 15 °C
Alte und Neue Donau (W) 21 °C

 

 

Titelbild: Hund springt ins Wasser – pixabay.com

Große Trockenheit in Deutschland

„Es ist zu befürchten, dass die Situation noch gefährlicher werden könnte als im Katastrophenjahr 2018“, sagte Ulrich Cimolino, Vorsitzender des Arbeitskreises Waldbrand im Deutschen Feuerwehrverband. Damals wurde im gesamten Flächenmittel von Deutschland nur rund die Hälfte des üblichen Sommerniederschlags erreicht. Aktuell, die Hälfte des meteorologischen Sommers ist mit Mitte Juli bereits erreicht, sieht es ähnlich trocken aus. In Münnerstadt (Bayern) wurden im Juni und Juli gerade mal 10,8 l/m² Regen verzeichnet, generell ist die Region vom östlichen Hessen über große Teile Thüringens bis in den Norden Bayerns die trockenste. Häufig wurden hier erst 10 bis 20% des üblichen Sommerniederschlags gemessen.

Pflanzenverfügbares Wasser @https://www.ufz.de

Dementsprechend ist die Dürre hier besonders groß, wie die nachfolgenden Karten des Helmholtz Zentrum für Umweltforschung zeigen. Aber selbst weiter nach Nordosten zu, in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg herrscht demnach eine ‚außergewöhnliche Dürre‘, wenn man den gesamten Boden bis 1,8 m Tiefe betrachtet. Hier hat zuletzt gefallener Regen nur oberflächlich in den ersten 25 cm des Bodens für eine gwisse Entspannung gesorgt.

Dürremonitor Deutschland @ https://www.ufz.de

Bei der Karte des pflanzenverfügbaren Wassers wird rasch deutlich: nur in wenigen Regionen leiden Pflanzen aktuell nicht unter Trockenstress, so etwa an den Alpen, im Bayerischen Wald und im Umfeld der Nordsee. Und unsere Berechnungen des Waldbrandgefahrenindex zeigen für die nächsten Tage einen weiteren Schwerpunkt im Südwesten des Landes. Denn gerade hier steigen die Temperaturen deutlich an, werden mitunter Höchstwerte um 35 Grad erreicht, was die Verdunstung fördert.

Waldbrandgefahrenindex für die nächsten Tage @ UBIMET

Und flächendeckender Regen ist nicht in Sicht. Das europäische Wettermodell ECMWF rechnet für die nächsten 10 Tage bis zum 22. Juli kaum mit Niederschlag, wie die prognostizierte aufsummierte Regenmenge zeigt:

Prognose der Regenmenge bis zum 22.07.2022 @ ECMWF, UBIMET

 

Titelbild: @ https://pixabay.com

Wasserhosen vor der Küste Finnlands

Vergangenen Samstag trafen verschiedene Wetterbedingungen zusammen und begünstigten dabei die Entstehung von Wasserhosen vor der finnischen Küste. Das Wasser im Botnischen Meerbusen zwischen Schweden und Finnland ist derzeit überdurchschnittlich warm, die Luft darüber war aufgrund eines Tiefs aber verhältnismäßig kalt und die Luftströmung passend, um gleich mehrere Wasserhosen gleichzeitig zu bilden.

Die Voraussetzungen

Für die Entstehung von Wasserhosen sind drei Faktoren besonders wichtig:

    • Der Unterschied zwischen der Temperatur der Wasseroberfläche und der Lufttemperatur auf Höhe der Wolkenbasis: Je größer die Temperaturdifferenz, desto höher die Labilität.
    • Lokale Windkonvergenzen, also Regionen, wo Winde aus zwei unterschiedlichen Richtungen zusammenströmen und zu Verwirbelungen führen.
    • Schwache Höhenwinde, da starke Windgeschwindigkeiten die Entwicklung vertikaler Verwirbelungen in der Luft unterdrücken können.

Die Temperaturen

Die folgende Karte zeigt die in der Meteorologe gerne verwendete Temperatur auf dem 850 hPa Niveau (in etwa 1500 m Höhe) über Europa. Dabei erkennt man ein Tiefdruckgebiet nördlich der Ostsee über dem Botnischen Meerbusen und über Finnland und an den grün-gelblichen Farben auch die kälteren Luftmassen in dieser Gegend.

Luftdruckverteilung und Temperatur auf 850hPa am 10. Juli 2022 – GFS, UBIMET

Da es aber auf die Temperaturdifferenz zur Meeresoberfläche ankommt, dient ein Blick auf die Temperaturanomalie über Europa am vergangenen Samstag. Dabei wird der Ist-Zustand von diesem Tag mit dem 30-jährigen Mittel verglichen. Man erkennt, dass besonders der Botnische Meerbusen zu dieser Zeit überdurchschnittlich warm ist.

Temperaturanomalien der Wasseroberflächen am 09. Juli 2022 – Quelle: http://arctic.som.ou.edu/

Weiteres zu Wasserhosen

Besonders im Herbst sind Wasserhosen in Küstenregionen keine Seltenheit, da in dieser Jahreszeit die ersten Kaltluftausbrüche besonders über den noch warmen Meeren für hohe Labilitätswerte sorgen. Ganz besonders trifft dies auf den Mittelmeerraum zu, aber gelegentlich kann man sie auch im Binnenland über größeren Seen wie etwa dem Bodensee beobachten.

Anbei ein weiteres Foto von vergangenem Samstag vor der finnischen Küste:

Wasserhosen gehören aus meteorologischer Sicht zu  den Großtromben und sind zumindest für den Betrachter nichts anderes als Tornados über einer  Wasserfläche, in der Entstehung und den Auswirkungen aber Grund verschieden. Meist entstehen die Wasserhosen im Bereich lokaler Verwirbelungen der Luft unterhalb von Quellwolken, Tornados, die man häufig von Bildern aus den USA und teils auch aus Europa kennt, hingegen im Zuge von langlebigen Superzellengewittern mit rotierendem Aufwindbereich. Wasserhosen sind in der Intensität und den Windgeschwindigkeiten um einiges schwächer als Tornados, dennoch können sie, wenn sie auf Land treffen, auch für Schäden und herumfliegende Trümmer sorgen.

Titelbild: Wasserhose vor der finnischen Küste am 09. Juli 2022, Quelle: facebook – Nina Rantanen

 

Wochenausblick: Comeback der Warmluft

Juli bisher teils zu kühl

Das erste Monatsdrittel ist bereits wieder Geschichte und bis dato verlief der Juli relativ ausgeglichen, was die Temperaturen betrifft. Besonders im Norden war es bisher gar zu kühl im langjährigen Vergleich, denn die beständige Nordwestströmung der letzten Tage brachte neben kräftigem Wind viele Wolken und niedrige Temperaturen um 20 Grad. Zu dieser Jahreszeit sind in den Landeshauptstädten durchschnittliche Höchstwerte von 26 oder 27 Grad üblich.

Aktuelle Abweichung der Temperatur vom Monatsmittel @ UBIMET

Mittelfristig extreme Hitze bis 40 Grad?

Die letzte Kaltfront zieht nun jedoch ab und das nachfolgende Hoch verlagert sich nach Mitteleuropa, damit beruhigt sich das Wetter und es wird Tag für Tag wärmer. Bis zum Wochenende zeichnen sich damit Temperaturen um 30 Grad ab, wobei es speziell am Donnerstag stellenweise auch mal sehr heiß werden kann mit bis zu 34 Grad. Inwieweit uns ab Sonntag auch extreme Hitze erreichen kann, bleibt jedoch abzuwarten. Hier sind sich die Wettermodelle noch nicht einig. Es gibt aber durchaus Modelllösungen, welche dann verbreitet und über mehrere Tage hinweg Höchsttemperaturen zwischen 35 und 40 Grad zeigen.

Ensemble-Prognose für Wien. Auf diese Temperaturen in rund 1500 m Höhe kann man etwa noch 15 Grad drauf addieren, um die Werte am Boden zu bekommen. @ ECMWF

Die nächsten Tage im Detail:

Am Montag halten sich von den Kitzbüheler Alpen bis in die nördliche Obersteiermark dichte Wolken mit einzelnen Regenschauern, abseits davon scheint zunächst häufig die Sonne. Tagsüber ziehen auch im Norden und Osten Wolken durch, bis auf vereinzelte Schauer im Berg- und Hügelland bleibt es aber trocken. Im Westen und Süden geht es überwiegend sonnig durch den Tag. Der Wind weht mäßig, im Osten lebhaft aus Nordwest. Maximal erreichen die Temperaturen 18 bis 27 Grad.

Der Dienstag bringt im Norden und Osten einen zumeist freundlichen Mix aus Sonne und Wolken, im Waldviertel sowie im östlichen und südlichen Bergland gehen allerdings vereinzelt Regenschauer nieder. Von Vorarlberg über Tirol bis Oberkärnten bleibt es dagegen sonnig und trocken. Der Wind weht im östlichen Flachland noch mäßig aus Nordwest. Mit 20 bis 28 Grad beginnen die Temperaturen allmählich anzusteigen.

Am Mittwoch setzt sich allgemein sommerliches Wetter durch. Bei durchziehenden Schleierwolken scheint die meiste Zeit des Tages die Sonne und es bleibt trocken. Im Osten weht mäßiger West- bis Nordwestwind, sonst spielt der Wind keine große Rolle und die Luft erwärmt sich auf 25 bis 32 Grad.

Der Donnerstag hat sonniges Badewetter zu bieten. Am Nachmittag zeigen sich im Norden allmählich ein paar Wolken und über den Bergen tauchen da und dort größere Quellwolken auf, meist bleiben diese aber harmlos. Am ehesten ist gegen Abend im Waldviertel und über den südlichen Gebirgsgruppen von den Lienzer Dolomiten bis zur Koralpe ein Regenschauer oder ein isoliertes Hitzegewitter möglich. Bei schwachem bis mäßigem Westwind klettern die Temperaturen auf 27 bis 34 Grad.

Am Freitag bringt ein Tiefausläufer nach aktuellem Stand vorübergehend unbeständige und weniger heiße Verhältnisse. Schauer und Gewitter zeichnen sich besonders inneralpin und im Süden ab, die Höchstwerte liegen bei 24 bis 31 Grad.

 

Titelbild @ https://pixabay.com/de/photos/burgund-hund-von-dogge-wasser-895818/

10. Juli 2002: Unwetterfront über Berlin

Gewitter über Berlin.

Auf bis zu 36 Grad kletterten die Temperaturen im Vorfeld einer Kaltfront noch im Osten des Landes, in den Westen waren hingegen schon deutlich kühlere Luftmassen eingeflossen. So lag der Höchstwert in Köln bei nur noch 19 Grad, Berlin meldete zur selben Zeit 34 Grad. Diese Temperaturunterschiede entluden sich in heftigen Gewittern, die organisiert von Südwest nach Nordost über Deutschland hinwegzogen.

Bei dieser Gewitterfront handelte es sich um ein sogenanntes Derecho, das man sonst besser aus den USA kennt. Ein Derecho ist eine organisierte Gewitterlinie, die sich durch folgende Eigenschaften auszeichnet:

  • Länge der Gewitterfront mind. 400 km
  • im gesamten Bereich Windböen von >90 km/h
  • bleibt über mindestens 6 Stunden bestehen

Um ca. 20:00 Uhr erreichte das Derecho auch Berlin, gut zu sehen auf dem folgenden Radarfilm von diesem Tag:

Die Gewitterfront im Radarfilm.
Die Gewitterfront im Radarfilm @ FU Berlin

Um die Welt ging das folgende Video vom Breitscheidplatz – umherfliegende Sonnenschirme und Menschen in Panik angesichts der aufziehenden Gewitterlinie.

In Berlin wurden Orkanböen bis zu 120 km/h gemessen, anhand der Schäden sind lokal sogar sicherlich rund 150 km/h erreicht worden. Die Bilanz der Gewitterlinie war verheerend: Mindestens 6 Tornados wurden an diesem Tag in Deutschland beobachtet, alleine in Berlin forderte das Unwetter 8 Menschenleben. Dazu knickten in der Hauptstadt weit mehr als 1000 Bäume um, bis Mitternacht rückte die Feuerwehr Berlin mehr als 2000 mal aus.

Gewitter in Berlin hinterlässt großen Schaden.
Gewitter in Berlin hinterlässt großen Schaden.

Eine wissenschaftliche Aufarbeitung dieses Falles können Interessierte hier nachlesen: https://www.estofex.org/files/derecho.pdf

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Heute vor fünf Jahren: Der Tornado bei Wien

Tornado südlich von Wien © Stormhunters Austria

Der 10. Juli des Jahres 2017 hatte es in sich: Die Luft hatte sich im Osten Österreichs auf rund 33 Grad aufgeheizt, im Vorfeld einer Kaltfront waren perfekte Bedingungen für kräftige Gewitter gegeben. Was dann geschah, kennen die meisten wohl nur aus den USA. Über dem Wienerwald bildete sich eine kräftige Gewitterzelle, diese zog inklusive Tornado anschließend knapp südlich an Wien vorbei Richtung Donau.

Den Stormhunters Austria (sog. Chaser, hier geht es zu ihrem Bericht dieses Tages) gelangen dabei u.a. folgende faszinierende Aufnahmen:

Tornado südlich von Wien am 10. Juli 2017 © Stormhunters Austria
Tornado südlich von Wien am 10. Juli 2017 © Stormhunters Austria
Tornado südlich von Wien am 10. Juli 2017 © Stormhunters Austria
Tornado südlich von Wien am 10. Juli 2017 © Stormhunters Austria
Tornado südlich von Wien am 10. Juli 2017 © Stormhunters Austria
Tornado südlich von Wien am 10. Juli 2017 © Stormhunters Austria

Auch am Flughafen Wien präsentierte sich der Tornado spektakulär, er kam dem Vorfeld gefährlich nahe:

In den Regensummen des Tages erkennt man gut die Spur des Gewitters von Heiligenkreuz im Wienerwald bis zur slowakischen Grenze. In Simmering fielen rund 70 Liter Regen (und Hagel) pro Quadratmeter:

24-stündige Regenmengen am 10. Juli 2017 © UBIMET
24-stündige Regenmengen am 10. Juli 2017 © UBIMET

Eindrucksvoll auch die „Blitzspur“ der Superzelle direkt vor den Toren Wiens (weiße Farbe bedeutet mehr als 30 Blitze pro Quadratkilometer):

Blitzverteilung am 10. Juli 2017 © UBIMET
Blitzverteilung am 10. Juli 2017 © UBIMET

Abschließend noch zwei Bilder des großen Hagels im Süden und Südosten Wiens:

 

Steht uns eine Hitzewelle bevor?

In den letzten Tagen wurde uns Meteorologen häufig die Frage gestellt, ob es stimmt, dass uns in den kommenden Wochen eine rekordbrechende Hitzewelle bevorsteht. Im Folgenden klären wir die Fragen, ob und wann eine Hitzewelle kommt und wie stark oder weniger stark diese ausfallen wird.

Nachdem die Temperaturen derzeit für den Juli eher unter dem Durchschnitt liegen, fragt sich so mancher: Wann wird’s mal wieder richtig Sommer? Denn bis jetzt hat sich der Juli eher von seiner kühleren Seite gezeigt. Die 30 Grad-Marke wurde in den vergangen Tagen nur äußerst selten erreicht.

Aber die Modelle zeigen: Zur Monatsmitte legt sich der Sommer erneut voll ins Zeug. Aus heutiger Sicht macht sich die nächste Hitzewelle auf den Weg zu uns. Das ist in der folgenden Animation sehr schön zu sehen. Dargestellt ist das Modell GFS mit der Prognose für die Temperatur in einer Höhe von rund 1500 m. Hier ist deutlich zu erkennen, dass sich aus dem Südwesten Europas heiße Luftmassen (dargestellt in den violetten Farbtönen) auf den Weg nach Mitteleuropa machen und zum nächsten Wochenende ganz Deutschland erreichen.

GFS Modell der Temperatur in 850hPa vom 15. bis 18. Juli 2022

Aber wie heiß wird es nun?

Nachdem die restliche Woche noch relativ kühl verläuft mit Höchstwerten oft um die 20 Grad, geht es dann zu Beginn der neuen Woche wieder bergauf mit den Temperaturen. Wir gelangen vermehrt unter Hochdruckeinfluss und besonders in der Südhälfte dürfen wir uns dann oft über Sonnenschein vom Feinsten freuen. Wie in den folgenden ECMWF-Temperaturmeteogrammen zu sehen ist, werden für das kommende Wochenende oft Temperaturen über 35 Grad prognostiziert, teils sogar noch höher.  Hierbei stellt die Höhe der Balken die gesamte Temperaturspanne dar, welche die probabilistischen Modelle für möglich halten. Deutlich zu erkenn ist, dass die Balken in Richtung Ende des Prognosezeitraums immer länger werden und genau das deutet auf ein hohes Maß an Unsicherheit. Denn je weiter der Vorhersagezeitraum in der Zukunft liegt, desto unsicherer werden auch die Prognosen. Ob die Temperaturen also die 40 Grad-Marke knacken werden, ist aus heutiger Sicht noch nicht in Stein gemeißelt. Wenn, dann kommen wir ihr aber eher in der Mitte und im Norden des Landes am nächsten.

Mittelfristige, probabilistische Tendenz der 2m Temperatur in Berlin – ECMWF Ensemble Modell
Mittelfristige, probabilistische Tendenz der 2m Temperatur in Frankfurt – ECMWF Ensemble Modell
Mittelfristige, probabilistische Tendenz der 2m Temperatur in München – ECMWF Ensemble Modell

Wie geht es dann weiter mit den Temperaturen?

Die Antwort darauf finden wir in dieser Darstellung. Hier wird die Tendenz der wöchentlichen Temperaturanomalien in Vergleich zum Klimamittel dargestellt. Laut dem ECMWF-Modell bahnt sich in der nächsten Woche langsam die Hitzewelle an. Diese wird dann die ganze übernächste Woche anhalten, ehe sie in der letzten Juliwoche wieder abflaut. Nichts desto trotz werden auch die Temperaturen in dieser Woche über dem langjährigen Klimamittel liegen. Aber im Zuge des Klimawandels wird das in den zukünftigen Sommern vermutlich nichts Außergewöhnliches mehr sein.

Um es kurz und knapp auszudrücken: Sehr sicher ist, dass uns eine Hitzewelle bevorsteht, wie hoch die Temperaturen aber wirklich sein werden und ob Hitzerekorde gebrochen werden, ist aus heutiger Sicht noch ungewiss.

Tendenz der wöchentlichen Temperaturanomalien im Vergleich zum langjährigen Klimamittel über Europa für die kommenden drei Wochen (rötliche Töne = zu warm) – ECMWF

Droht Österreich Ende Juli eine historische Hitzewelle?

Extreme Hitze pixabay.com

Trotz der derzeitigen, unterkühlten Witterung wurde uns Meteorologen in letzter Zeit öfters die Frage gestellt, ob die Nordafrikanische Hitze in der zweiten Julihälfte mit Temperaturwerten teils über 40 Grad zurückkommen wird. Manche Wettermodelle (hauptsächlich das amerikanische Modell, GFS – siehe die Animation der Temperatur in etwa 1500 m Höhe unten, violett = sehr heiß) deuten tatsächlich auf eine extreme Hitzewelle hin, samt Rekord-höchstwerten für halb Europa! Schuld daran wäre zumindest am Anfang ein relativ kleinräumiges Tief, das sich in der zweiten Monatshälfte vom Ostatlantik langsam in Richtung Skandinavien verlagern würde.

Prognose der Temperatur in 850hPa vom 15. bis 18. Juli 2022 - GFS Modell, UBIMET
Prognose der Temperatur in 850hPa vom 15. bis 18. Juli 2022 – GFS Modell, UBIMET

Hitzewelle ja oder nein?

Doch es wird immer betont: Wettervorhersagen sind meist nur für die ersten 3 bis 5 Tage zuverlässig. Das stimmt auch, wenn man z.B. die genauen Temperaturwerte an bestimmten Orten wissen möchte. Wenn man aber an einer generellen, überregionalen Tendenz der Witterung für die kommenden Wochen interessiert ist, dann sind einzelne Modelle unzuverlässig. In solchen Fällen kommen sogenannte probabilistische Prognosemodelle ins Spiel, die in der Lage sind, die Unsicherheiten in der mittelfristigen Prognose zumindest teilweise zu berücksichtigen. Dabei werden gleichzeitig mehrere Berechnungen für die Vorhersage durchgeführt. Man bekommt also nicht nur einen einzigen Temperaturwert an einem bestimmten Ort für eine bestimmte Zeit, sondern eine Wahrscheinlichkeit, dass es z.B. im Laufe der kommenden Woche über einem Gebiet überdurchschnittlich warm sein wird. Solch ein probabilistisches Modell wird u.a. auch vom Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW oder ECMWF auf Englisch) betrieben.

Wirft man also einen Blick auf die zweite Julihälfte, so bestätigt sich die Tendenz hin zu einer sich entwickelnden Hitzewelle (rötliche Töne in der Animation unten = überdurchschnittliche Temperaturwerte über einer Woche). Die mögliche Hitzewelle sollte nächste Woche hauptsächlich die Iberische Halbinsel und Frankreich fest im Griff haben und erst übernächste Woche eventuell auch in Österreich ihren Höhepunkt erreichen.

Tendenz der wöchentlichen Temperaturanomalien im Vergleich zum langjährigen Klimamittel über Europa für die kommenden drei Wochen (rötliche Töne = zu warm) - ECMWF
Tendenz der wöchentlichen Temperaturanomalien im Vergleich zum langjährigen Klimamittel über Europa für die kommenden drei Wochen (rötliche Töne = zu warm) – ECMWF

Natürlich kann man solche Tendenzen auch für den Niederschlag erstellen. Passend zur möglichen Hitzewelle würde die zweite Julihälfte über weiten Teilen Europas viel zu trocken verlaufen (bräunliche Töne in der Animation unten).

Tendenz der wöchentlichen Niederschlagsanomalien über Europa für die kommenden drei Wochen (bräunliche Töne = zu trocken) - ECMWF
Tendenz der wöchentlichen Niederschlagsanomalien über Europa für die kommenden drei Wochen (bräunliche Töne = zu trocken) – ECMWF

Rekord-Hitze ja oder nein?

Die Hitzewelle in der zweiten Julihälfte rollt also mit großer Wahrscheinlichkeit auf uns zu. Doch das heißt immer noch nicht, dass sie auch rekordverdächtig lang oder historisch heftig sein wird. Denn für solche Details sollte man besser noch abwarten. Dies erkennt man am Besten, wenn man die probabilistischen Prognosen an bestimmten Orten darstellt. Nimmt man z.B. Bregenz und Wien, so kann man alle verschiedene Berechnungen der probabilistischen Prognosen für diese Orte auf einem Temperaturdiagramm darstellen (Balken in den unterstehenden Grafiken). Die gesamte Höhe der Balken stellt dabei die gesamte Spanne der Temperaturprognose im probabilistischen Modell dar und ist deswegen auch gleich ein Maß für die Unsicherheit der Vorhersage (große Spanne = höhere Unsicherheit).

Bregenz
Mittelfristige, probabilistische Tendenz der 2m Temperatur in Bregenz - ECMWF Ensemble Modell
Mittelfristige, probabilistische Tendenz der 2m Temperatur in Bregenz – ECMWF Ensemble Modell

Zur besseren Veranschaulichung wurden in den Diagrammen auch die durchschnittlichen, klimatologischen Temperaturmaxima und -minima (dicke rote bzw. blaue Linien) eingetragen, die an diesen Orten normalerweise zu erwarten sind. Die schmalen roten bzw. blauen Linie in den Grafiken zeigen hingegen die klimatologischen Temperaturextreme.

Wien
Mittelfristige, probabilistische Tendenz der 2m Temperatur in Wien - ECMWF Ensemble Modell
Mittelfristige, probabilistische Tendenz der 2m Temperatur in Wien – ECMWF Ensemble Modell

Man sieht: Bis zur Mitte der kommenden Woche bleibt uns das eher unterkühlte, nach Osten zu auch oft unbeständige Wetter erhalten. Danach deutet sich ein erster Anstieg der Temperaturen auf ein sommerliches Niveau an. Richtig heiß könnte es in der vorletzten Juliwoche werden, dann sind auch 40 Grad im Bereich des Möglichen (siehe Diagramm für Wien). Doch die Spanne der Balken ist dann enorm und selbst Höchstwerte unter 30 Grad sind immer noch wahrscheinlich. Zusammengefasst: Hitzewelle ja, rekordverdächtige Hitze noch ungewiss!

 

Titelbild: Abkühlung gegen Hitzewelle im Sommer – pixabay.com

Negativrekord: Hoher Sonnblick erstmals ohne Schnee im Juli

Sonnblick

Der Hohe Sonnblick in den Hohen Tauen stellt eines der wichtigsten Gebirgsobservatorien weltweit dar, so gibt es hier eine langjährige Messreihe im hochalpinen Gelände. Einmal täglich in der Früh gibt es eine manuelle Schneemessung: Am Dienstag wurden noch 3 cm gemeldet, heute sind es 0 cm.

Blick auf den Hohen Sonnblick inkl. Observatorium. Auf dem Altschnee ist Saharastaub sichtbar. © www.foto-webcam.eu

So früh wie nie zuvor

Der 6. Juli stellt die mit Abstand früheste Ausaperung seit Messbeginn im Jahre 1938 dar, bislang lag der Rekord am 13. August in den Jahren 1963 sowie 2003, also mehr als einen ganzen Monats später. Im Mittel von 1991 bis 2020 lagen am Schneemessfeld vom Sonnblick Anfang Juli durchschnittlich etwa 3 Meter Schnee bzw Ende Juli knapp 2 Meter.

Am Sonnblick liegt seit dem 6. Juli kein Schnee mehr (blau = 2021, rot = 2022). (Daten: ZAMG)

Für die Gletscher der Alpen steht ein katastrophaler Hochsommer bevor, so wurde etwa am Hintereisferner der sog. „Glacier Loss Day„, der Tag ab dem die Massenbilanz negativ ausfällt, bereits am 22. Juni erreicht. Heuer kommen mehrere ungünstige Faktoren zusammen:

  • Wenig Schnee im Winter
  • Große Saharastaub-Ablagerungen auf den Gletschern
  • Frühe Hitze bereits im Mai

Wir berichteten über die schlechte Ausgangslage bereits hier: Schneelage im Hochgebirge: geringe Reserven für den Sommer. Nach dem aktuellen, vergleichsweise kühlen Wetterabschnitt kündigen sich ab der Monatsmitte wieder überdurchschnittliche Temperaturen an, damit wird auch die Witterung im Hochsommer voraussichtlich ungünstig ausfallen und es kündigen sich große Eisverluste an.

Massenbilanz

Die Massenbilanz eines Gletscher ergibt sich durch den Unterschied zwischen Akkumulation und Ablation im Laufe eines Jahres, wobei die Gesamtbilanz typischerweise am Ende des Sommers gezogen wird. Schneefall stellt den wichtigsten Prozess für die Akkumulation dar, wobei für manche Gletscher auch andere Faktoren wie etwa Lawinen eine Rolle spielen. Für die Ablation ist dagegen vor allem das Schmelzen im Sommer verantwortlich. Für die Massenbilanz der Alpengletscher ist besonders die Witterung in den Sommermonaten entscheidend. Heuer ist die Schneelage jedoch bereits jetzt vergleichbar zu Mitte oder Ende August.

Titelbild via www.foto-webcam.eu

Neue Woche bringt erst Gewitter, dann Abkühlung

Wetterhahn

Österreich liegt derzeit unter dem Einfluss eines Hochdruckgebiets namens HARTMUT. Der Kern des Hochs verlagert sich aber langsam nach Osteuropa, damit stiegt die Gewitterneigung am Sonntagabend im südlichen Bergland bzw. in der Nacht auf Montag dann auch im Westen langsam wieder an.

Am Montag Schauer und Gewitter

Am Montag ziehen im Westen und Norden bereits in den Morgenstunden Regenschauer und Gewitter durch, tagsüber beruhigt sich das Wetter abseits der Alpen. Im Süden und Osten scheint noch häufig die Sonne, am Nachmittag breiten sich ausgehend vom Alpenhauptkamm aber teils kräftige Schauer und Gewitter auf das südliche und östliche Bergland aus.

Gewitterpotential am Montag. ©www.uwz.at

Am Abend greifen die Gewitter auch auf den Südosten über und in der Nacht fällt auch im östlichen Flachland teils gewittrig durchsetzter Regen. Die Temperaturen erreichen zuvor von West nach Südost 22 bis 32 Grad.

Höchstwerte am Montag (zum Vergrößern auf das Bild klicken). © UBIMET

Weiterhin unbeständig

Der Dienstag gestaltet sich vor allem im zentralen und östlichen Bergland sowie im Südosten von der Früh weg unbeständig mit teils gewittrigen Schauern, zwischenzeitlich lockert es aber auch hier auf. In Osttirol und Oberkärnten sowie im Nordosten gehen nach einem oft sonnigen Start in der zweiten Tageshälfte lokale Schauer und Gewitter nieder, zunehmend sonnig wird es am Bodensee und im Innviertel. Bei mäßigem, im Osten auch lebhaftem West- bis Nordwestwind liegen die Höchstwerte zwischen 21 und 27 Grad.

Zur Wochenmitte gelangen atlantische Luftmassen nach Mitteleuropa. © wetter.3.de

Nordwestlage ohne Hitze

Am Mittwoch ist zumindest vorübergehend eine Stabilisierung in Sicht, damit steigen die Temperaturen wieder etwas an und erreichen sommerliche 22 bis 28 Grad. In der zweiten Wochenhälfte gelangen zwischen einem Hoch über dem Ostatlantik und einem Tief über Nordosteuropa aber vergleichsweise kühle Luftmassen ins Land, damit geht es mit den Temperaturen an der Alpennordseite noch etwas bergab, sie liegen zum Wochenende hin teils nur noch um 20 Grad. Wetterbegünstigt ist der Süden des Landes.

Temperaturtrend in der freien Atmosphäre (etwa 1500 m Höhe) im Osten Österreichs. © ECMWF/UBIMET

Ab der übernächsten Woche deuten die Modelle auf eine langsame, aber anhaltende Erwärmung und pünktlich zu Beginn der sog. Hundstage steigt auch wieder die Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittliche Temperaturen an. Die bevorstehende Woche könnte also die kühlste des Hochsommers sein.

Nach aktuellen Berechnungen steht kommende Woche die kühlste Phase des Julis bevor. © ECMWF

Titelbild © AdobeStock

Extremwetter im Juli

Großer Hagel im Juli

Explosive Atmosphäre

Durch den hohen Sonnenstand und die sich stark erwärmten Meere und der daraus resultierenden schwülen Luft steht im Juli oftmals das Maximum an Energie in der Atmosphäre zur Verfügung. Die Folge sind teils unwetterartige Gewitter, die zu großen Schäden führen können. Im Einflussbereich subtropischer Luftmassen ist es sogar möglich, dass in Deutschland Gewitter bis zu einer Höhe von gut 13 Kilometern heranwachsen, höher als jedes Gebirge der Erde.

Riesiger Hagel

Neben Starkregen richtet besonders Hagel große Schäden in der Landwirtschaft, an Gebäuden oder Autos an. Besonders betroffen von Hagelunwettern sind die südlichen Regionen, allerdings kann es sie bei entsprechenden Bedingungen auch in den anderen Landesteilen geben. Besonders großen Hagel gab es am 28. Juli 2013 in Reutlingen (Baden-Württemberg). An diesem Tag entstanden im Südschwarzwald kräftige Gewitter, die sich in kurzer Zeit zu markanten Hagelunwettern entwickelten und dann weiter nach Nordosten zogen. In einer bis zu 15 km breiten Schneise kam es dabei zu schwerem Hagelschlag mit rund 8 cm großen Hagelsteinen. Speziell im Landkreis Reutlingen wurden allerdings einzelne Exemplare mit einem Durchmesser von unglaublichen 14 cm gefunden! Das Unwetter war für mehrere verletzte Personen verantwortlich, zudem fielen zahlreiche Vögel dem Hagel zum Opfer. Der verursachte Gesamtschaden lag bei 3,6 Mrd. Euro und ist somit der größte Hagelschaden für die deutsche Versicherungswirtschaft.

Gewitter können aber auch durch Sturm- oder Orkanböen extrem gefährlich sein. Am 10. Juli 2002 fegte ein sogenanntes „Derecho“ über den Nordosten Deutschlands hinweg. Dabei handelte es sich um ein linienhaftes Gewitter, das 400 Kilometer lang war und bei dem teilweise Windböen von über 150 km/h auftraten. Dabei starben 7 Personen, mehrere 1000 Bäume knickten um und es entstand ein Schaden in Millionenhöhe.

Rekordtemperaturen

Der Juli ist auch der Monat mit der höchsten je gemessenen Temperatur in Deutschland. Am 5. Juli 2015 wurden im bayerischen Kitzingen 40,3 Grad gemessen. Allerdings gab es im darauffolgenden August ebenfalls 40,3 Grad im selben Ort. Aber es gibt auch andere Extreme, denn bei besonders ungünstigen Wetterlagen kann die Temperatur in manchen Regionen auch Richtung Gefrierpunkt sinken: In Elslohe im Sauerland war es am 7. Juli 1964 mit 0,0 Grad extrem kalt.

Titelbild: https://visualhunt.com/f2/photo/13614016553/8ecdfb4019/

Klimatologie im Juli

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Gewittrig – niederschlagsreicher Monat

Die hohe Gewittertätigkeit ist dafür verantwortlich, dass der Juli einer der feuchtesten Monate im Alpenraum ist. Die Regenmengen fallen dabei häufig in Form von Schauern und Gewittern, die in kurzer Zeit auch markante Niederschlagsmengen bringen können. Es gibt aber auch Beispiele für sehr trockene Juli-Monate, zuletzt war dies in den Jahren 2013 und 2015 der Fall. Damals hat sich das Azorenhoch bis nach Mitteleuropa erstreckt und war für äußerst stabiles Wetter verantwortlich.

Viele Sonnenstunden

Die meisten Regionen Österreichs schaffen es in einem typischen Juli im Schnitt auf 200 bis 250 Stunden Sonnenschein. Diese Zahlen sind unter anderem auf die Tageslänge zurückzuführen, zudem etabliert sich vor allem in der zweiten Julihälfte oftmals eine beständige Hochdrucklage. Im Alpenraum liegt ab Mitte Juli die Häufigkeit von stabilen Schönwetterlagen bei etwa 30 bis 40 Prozent. Der Juli 2011 hat uns aber gezeigt, dass es auch anders geht. Dieser war geprägt durch eine unbeständige Westwetterlage, wo immer wieder atlantische Frontensysteme den Alpenraum trafen. In diesem Jahr lagen die Sonnenstunden 20 bis 30 Prozent unter dem langjährigen Mittel.

 

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Wettersingularität Siebenschläferperiode

Die bekannte Siebenschläferperiode reicht in der Meteorologie von Ende Juni bis Anfang Juli. Etabliert sich während diesen Zeitraums eine stabile Hochdrucklage über Europa, stehen die Chancen gut, dass sie bis weit in den August hinein erhalten bleibt. Das Gleiche gilt allerdings auch umgekehrt, denn häufiger Tiefdruckeinfluss Anfang des Monats hält in vielen Fällen dann auch bis Ende Juli an.

Klimatologie im Juli

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Gewittrig – niederschlagsreicher Monat

Die hohe Gewittertätigkeit ist dafür verantwortlich, dass der Juli einer der feuchtesten Monate in Deutschland ist. Die Regenmengen fallen dabei häufig in Form von Schauern und Gewittern, die in kurzer Zeit auch markante Niederschlagsmengen bringen können. Wie im Juni besteht zudem auch im Juli bei Gewitterlagen manchmal erhöhte Unwettergefahr durch örtlichen Hagel oder schweren Sturm. Es gibt aber auch Beispiele für sehr trockene Juli-Monate, zuletzt war dies landesweit im Jahr 2013 sowie in der Südwesthälfte in 2015 der Fall. Damals hat sich das Azorenhoch bis nach Mitteleuropa erstreckt und war für äußerst stabiles Wetter verantwortlich.

Viele Sonnenstunden

Die meisten Regionen Deutschlands schaffen es in einem typischen Juli im Schnitt auf 200 bis 250 Stunden Sonnenschein. Diese Zahlen sind unter anderem auf die Tageslänge zurückzuführen, zudem etabliert sich vor allem in der zweiten Julihälfte oftmals eine beständige Hochdrucklage. Im Alpenraum liegt beispielsweise ab Mitte Juli die Häufigkeit von stabilen Schönwetterlagen bei etwa 30 bis 40 Prozent. Der Juli 2011 hat aber gezeigt, dass es auch anders geht. Dieser war geprägt durch eine unbeständige Westwetterlage, wo immer wieder atlantische Frontensysteme das Land überquerten. Damals lagen die Sonnenstunden somit 20 bis 40 Prozent unter dem langjährigen Mittel.

 

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Wettersingularität Siebenschläferperiode

Die bekannte Siebenschläferperiode reicht in der Meteorologie von Ende Juni bis Anfang Juli. Etabliert sich während diesen Zeitraums eine stabile Hochdrucklage über Europa, stehen die Chancen gut, dass sie bis weit in den August hinein erhalten bleibt. Das Gleiche gilt allerdings auch umgekehrt, denn häufiger Tiefdruckeinfluss Anfang des Monats hält in vielen Fällen dann auch bis Ende Juli an.

Gewitter brachten im Juni fast 900.000 Blitze

Unwetter

Wie blitzarm der Sommermonat Juni 2022 war, zeigt der Vergleich mit den vergangenen Jahren. Seit 2015 (465.000 Blitze) gab es keinen Juni mehr mit weniger Blitzen. Der Durchschnitt von 2011-2020 liegt auch deutlich über dem heurigen Wert, er ist in der folgenden Grafik rot markiert.

Juni-Blitze in Deutschland seit 2009.

Mit wenigen Ausnahmen waren Gewitter im Juni in weiten Teilen Deutschlands Mangelware. Hier die Karte der Blitzdichte (dargestellt ist also die Blitzanzahl pro Quadratkilometer) für den Juni. Wir sehen: Vor allem der Süden Baden-Württembergs und Bayerns holen für ganz Deutschland die Kohlen aus dem Feuer, ohne die dortige kräftige Gewitteraktivität hätten wir wohl einen neuen Negativrekord aufgestellt.

Die Blitzdichte im Juni.

Der Juni war in Deutschland zwar deutlich wärmer als im langjährigen Mittel, allerdings war die Luftschichtung oft zu stabil für Gewitter, so war der Monat vor allem in der Mitte und im Osten auch verbreitet zu trocken. Regional kam es dennoch zu unwetterartigen Gewittern, so wurde etwa am 5. sowie am 27. im äußersten Süden Bayerns lokal sehr großer Hagel mit Durchmessern bis zu 8 cm beobachtet. Die blitzreichsten Tage waren der Monatsletzte mit 177.000 Blitzentladungen gefolgt vom 20. mit 130.000 Entladungen.

Spitzenreiter Bayern

Das zeigt sich auch in den Top 5 der Bundesländer. Bayern weit vor Baden-Württemberg, dann kommt lange nichts. 60 Prozent aller Blitze in Deutschland entfallen auf die beiden südlichsten Bundesländer.

Das Ranking der blitzreichsten Bundesländer.

Zoomt man eine Stufe näher ins Land hinein, haben wir die Top 10 auf Landkreisebene vor uns. Auch hier befinden sich nur Landkreise in Bayern und Baden-Württemberg, die meisten Blitze gab’s im Ostalbkreis. Bei der Blitzdichte hat hingegen die Stadt Rosenheim die Nase vorne.

Das Ranking der blitzreichsten Landkreise.

Noch detaillierter hier der Blick auf die blitzreichsten Gemeinden Deutschlands. Hier hat Schwäbisch Gmünd Platz 1 inne, knapp vor Lenggries in Oberbayern.

Das Ranking der blitzreichsten Gemeinden.

Stärkster Blitz in Niedersachsen

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in Niedersachsen gemessen: Spitzenreiter ist eine Entladung mit rund 349 kA am 27. Juni in Soltau-Fallingbostel im Kreis Heidekreis.Kurzzeitig wurde dabei gut 20.000 mal höhere Stromstärke erreicht, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit maximal 16 Ampere verfügbar ist.

  • Soltau-Fallingsbostel (NI) 349 kA
  • Cuxhaven (NI) 343 kA
  • Kyffhäuser Kreis (TH) 309 kA
  • Waldshut (B-W) 284 kA
  • Märkischer Kreis (B-W) 283 kA

Rückblick: Kaltfront brachte am Freitag Gewitter und Sturm

Blitz

+++ Update 21:50 Uhr +++

Am heutigen Tag wurden bereits knapp 45 000 Blitze in Österreich registriert! Davon alleine etwa 34 000 in Niederösterreich und der Steiermark, wo die kräftigsten Gewitter unterwegs waren.  Momentan sind noch einzelne kräftige Gewitter in der Steiermark und im Burgenland unterwegs. Ansonsten beruhigt sich die Lage allmählich.

Blitzanzahl nach Bundesland , Quelle: UBIMET
Blitzanzahl nach Bundesland , Quelle: UBIMET

+++ Update 21:10 Uhr +++

Die höchste Windgeschwindigkeit  im Vorfeld der Gewitter wurde bei der Station Leiser Berge gemessen. Dort wurde eine extreme Orkanböe von 145 km/h registriert. Aber auch im Flachland sind lokal schwere Sturmböen oder gar orkanartige Böen aufgetreten. So wurden vor allem südlich von Wien orkanartige Böen von über 103 km/h  auch im Flachland gemessen.

Maximal gemessene Windböe, Quelle: UBIMET
Maximal gemessene Windböen, Quelle: UBIMET

+++ Update 20:15 Uhr +++

Zurzeit gibt es in der Steiermark nördlich von Graz immer wieder kräftige Gewitterneubildungen.  Dort muss deshalb aufgrund von längeranhaltenden Starkregens mit lokalen Überflutungen gerechnet werden!! Gleichzeitig verlagert sich der zweite Gewittercluster im Nordosten langsam in Richtung Tschechien.

Radarbild von 20 Uhr, Quelle: Austria Control/UBIMET
Radarbild von 20 Uhr, Quelle: AUSTRIA CONTROL/UBIMET

+++ Update 19:50 Uhr +++

Der Blitzverlauf verdeutlicht, dass die größte Gewitteraktivität momentan im äußersten Nordosten und in der Steiermark herrscht. Die Gewitterzellen westlich von Wien haben sich dagegen abgeschwächt.

Blitzverlauf der letzten 3 Stunden, Quelle: UBIMET
Blitzverlauf der letzten 3 Stunden, Quelle: UBIMET

+++ Update 19:25 Uhr +++

In den letzten 20 Minuten trat in Gumpoldskirchen südlich von Wien eine orkanartige Böe von 107 km/h auf !  Vorsicht ist geboten! Bei solchen Windgeschwindigkeiten können belaubte Bäume leicht umstürzen!

+++ Update 19:15 Uhr +++

Bilder vom Hagelunwetter im Südwesten Niederösterreichs erreichen uns. Die Aufnahmen entstanden bei Kernhof, wo am Abend ein kräftiges Gewitter mit Hagelkorngrößen bis 4 cm durchgezogen ist.

Hagelbedeckte Straße bei Kernhof, Quelle: Storm Science Austria
Hagelbedeckte Straße bei Kernhof, Quelle: Storm Science Austria

+++ Update 18:50 Uhr +++

Im Vorfeld der Gewitter kommt es vom Mostviertel über Wien bis ins Burgland zu Sturmböen. Örtlich auch zu schweren Sturmböen. In exponierten Lagen können lokal orkanartige Böen auftreten.  Auf dem Buchberg wurde beispielsweise um 16:30 Uhr eine Windgeschwindigkeit von 118 km/h gemessen!

Windgeschwindigkeit um 16:30 Uhr in Österreich.
Gemessene Windgeschwindigkeit um 16:30 Uhr in Ostösterreich.

+++ Update 18:25 Uhr +++

Die Gewitterlinie befindet sich nun auf einer Linie vom Mostviertel bis in die Steiermark. Nach wie vor kommt es dabei zu Starkregen und Hagel. Zudem ist der Wind in Gewitternähe, aber auch im Vorfeld stürmisch aufgefrischt.

Radarbild von Österreich um 18:10 Uhr, Quelle: AUSTRIA CONTROL/UBIMET
Radarbild von Österreich um 18:10 Uhr, Quelle: AUSTRIA CONTROL/UBIMET

+++ Update 18:10 Uhr +++

Auch die Gewitterzelle bei Linz brachte neben Starkregen und Sturmböen  größeren Hagel mit sich, wie das Foto aus Wilhering zeigt.

Hagel in Wilhering bei Linz, Quelle: https://m.facebook.com/groups/UnwetterAustria/

+++ Update 17:25 Uhr +++

Das Gewittercluster im Südwesten von Niederösterreich hat sich nun weiter verstärkt! Dort muss neben heftigem Starkregen und Sturmböen auch mit großem Hagel um 4 cm gerechnet werden. Das Cluster wird sich nun nach Nordosten verlagern. Südlich davon bilden sich in der energiereichen Luftmasse neue kräftige Zellen!

Radarbild Österreich 17:10 Uhr, Quelle: Austria Control/UBIMET
Radarbild Österreich 17:10 Uhr, Quelle: Austria Control/UBIMET

+++ Update 16:55 Uhr +++

Die Blitzdichte zeigt momentan ein Gewittercluster an der Grenze zwischen der Steiermark, Nieder und Oberösterreich, sowie ein stärkeres Gewitter bei Linz und südlich von Innsbruck. Dabei muss lokal mit heftigem Starkregen, Hagel und Sturmböen gerechnet werden.

Blitzaktivität Österreich, Quelle: UBIMET
Blitzaktivität Österreich, Quelle: UBIMET

+++ Update 16:35 Uhr +++

In Österreich herrschen momentan extreme Temperaturgegensätze. Während im Salzburger Raum nur noch maximal 14 Grad gemessen werden,  ist es in der Osthälfte noch hochsommerlich heiß mit bis zu 34 Grad. Entlang dieser Luftmassengrenze bilden sich nun vermehrt unwetterartige Gewitter.

Temperaturen (2m) um 16 Uhr in Österreich. Quelle: UBIMET
Temperaturen (2m) um 16 Uhr in Österreich. Quelle: UBIMET

+++ Update 16:05 Uhr +++

Wie erwartet haben sich in der Westhälfte Österreichs, sowie in der Steiermark erste kräftige Gewitter gebildet. In den kommenden Stunden werden sich diese in die schwülwarme Luftmasse nach Osten ausbreiten!

Gewitter über Österreich. Satellitenbild von 13:55 UTC, Quelle: UBIMET/EUMETSAT
Gewitter über Österreich. Satellitenbild von 13:55 UTC, Quelle: UBIMET/EUMETSAT

 +++++++++++ Erste Übersicht ++++++++++++

Mitteleuropa gerät am Freitag unter dem Einfluss eines Nordseetiefs namens ULRIKE. Die Kaltfront des Tiefs liegt quer über Deutschland und zieht im Laufe der zweiten Tageshälfte über die Alpennordseite hinweg.

Im Vorfeld der Front scheint noch die Sonne. Satellitenbild um 12:30 Uhr. © EUMETSAT/UBIMET

Die Temperaturen kommen in Vorarlberg und im Außerfern, wo bereits seit den Morgenstunden ein paar Regenschauer durchziehen, kaum über 16 bis 19 Grad hinaus. Vom Tiroler Unterland bis nach Oberösterreich gibt es 20 bis 25 Grad, von Unterkärnten bis ins östliche Flachland wird es schwülheiß mit 30 bis 34, im Seewinkel auch 36 Grad.

Prognose der Höchstwerte am Freitag. © UBIMET

Am Nachmittag nimmt die Gewitterneigung vor allem von den Kitzbüheler Alpen bis in die Obersteiermark sowie im Waldviertel zu. Lokal können die Gewitter hier auch kräftig ausfallen mit der Gefahr von Hagel, Starkregen und Sturmböen. Vereinzelt können diese auch auf das Flachland übergreifen, wie etwa im Mostviertel, im südlichen Wiener Becken oder in der Oststeiermark.

In den Abendstunden sind lokale gewittrige Schauer auch im östlichen Flachland möglich, obwohl der Westwind bodennah die energiereiche Luft bereits ausgeräumt hat. Es handelt sich dabei um sog. „abgehobene Konvektion“ bzw. „elevated convection“, also Gewitter die sich oberhalb der Grundschicht entwickeln. Lokal kann es dabei zu Platzregen und kleinem Hagel kommen, die Unwettergefahr ist dabei aber vergleichsweise gering.

Stürmische Böen

Der Wind frischt im Donauraum und im östlichen Flachland lebhaft aus West auf, im Laufe des Nachmittags und Abends muss man vor allem vom Mostviertel bis ins Nordburgenland auch mit stürmischen Böen um 70 km/h rechnen.

Am Wochenende viel Sonnenschein

Am Samstag dominiert verbreitet der Sonnenschein und es bleibt überall trocken. Die Temperaturen erreichen 24 bis 31 Grad mit den höchsten Werten im Süden. Im Osten kann man bei Höchstwerte knapp unterhalb der 30-Grad-Marke vorübergehend wieder gut durchlüften. Auch der Sonntag verläuft meist sonnig und stabil, nur vereinzelt gehen am Nachmittag in den Alpen lokale Hitzegewitter nieder. Die Temperaturen erreichen hochsommerliche 27 bis 33 Grad.

Titelbild © www.foto-webcam.eu

Juni 2022 brachte Hitze und Gewitter

Der Juni 2022 schließt mit einer Abweichung von +2,3 Grad zum langjährigen Mittel von 1991 bis 2020 sehr warm ab, in Summe war es der viertwärmste Juni seit Messbeginn. Noch heißer war es in den Jahren 2019, 2003 und 2021. Besonders markante Abweichungen teils über +3 Grad wurden in den Alpen von Vorarlberg bis Kärnten beobachtet. Etwas geringer fallen die Abweichungen mit knapp +2 Grad dagegen im äußersten Norden und Osten aus.

Temperaturabweichung im Juni 2022. © UBIMET

35 Grad in fast jedem Bundesland

Verantwortlich für die sehr warme Bilanz waren zahlreiche Südwestlagen sowie Hochdruckgebiete mit Kern über dem Mittelmeerraum. Am 19. Juni wurde in Vorarlberg und Tirol örtlich erstmals die 35-Grad-Marke erreicht, wobei in Feldkirch mit 36,5 Grad sogar der wärmste Junitag der Vorarlberger Messgeschichte verzeichnet wurde. Noch eine Spur heißer wurde es am Monatsende im Osten des Landes, so wurden am 29. in Bad Deutsch-Altenburg sogar 36,7 Grad erreicht. Temperaturen über 35 Grad wurden in jedem Bundesland gemessen, nur in der Steiermark hat es mit maximal 34,6 Grad in Hall / Admont knapp nicht gereicht. In Summe gab es regional deutlich mehr Hitzetage als üblich, etwa in der Wiener Innenstadt waren es 12 bei einem Mittel von 5 bzw. in Innsbruck 11 bei einem Mittel von 6. In Vorarlberg sowie im Osten und Südosten gab es auch mehrere Tropennächte, wobei in Graz vom 27. auf den 28. sogar die wärmste Nacht der lokalen Messgeschichte seit dem Jahre 1894 verzeichnet wurde.

Anzahl an Hitzetagen im Juni 2022. © UBIMET

Unwetter und Blitzrekord

Der Juni brachte im Flächenmittel leicht überdurchschnittliche Regenmengen, allerdings gab es große regionale Unterschiede. So war der Monat etwa im Norden, im östlichen Flachland sowie in Osttirol und Oberkärnten niederschlagsreicher als üblich, während es in Teilen Unterkärntens, im Südosten und am Alpenostrand meist zu trocken war.

Niederschlagsabweichung im Juni 2022. © UBIMET

Verantwortlich für die markanten Unterschiede waren mehrere intensive Gewitterlagen, mancherorts wie etwa in Villach und Arriach wurden neue Rekorde aufgestellt, hier gab es in der Nacht vom 28. auf den 29. den gesamten mittleren Monatsniederschlag in weniger als 12 Stunden. Überflutungen und Vermurungen waren die Folge, siehe auch hier.
Seit Monatsbeginn wurden bereits 744.655 Blitzentladungen erfasst, davon allein 217.000 in der Steiermark und 208.000 in Oberösterreich.

Anzahl an Hitzetagen im Juni 2022. © UBIMET

Dieser Wert stellt einen neuen Junirekord seit Beginn der modernen Blitzerfassung im Jahre 2009 dar, siehe auch hier. An zweiter Stelle liegt der Juni 2018 mit etwa 450.000 Entladungen. Die Gewitter haben mancherorts für großen Hagel, Orkanböen und ergiebigen Starkregen gesorgt, so wurden etwa am 5. im Kremsmünster Böen bis 116 km/h oder am 28. in Arriach bis zu 129 km/h gemessen. Sturmböen wurden zumindest lokal in jedem Bundesland verzeichnet. Wo es normalerweise die meisten Blitze gibt, haben wir bereits hier berichtet: die blitzreichsten Regionen Österreichs.


Das Soll an Sonnenstunden wurde erreicht oder übertroffen. Vom Tiroler Unterland bis ins Salzkammergut, in Osttirol und Oberkärnten sowie auch im östlichen Flachland gab es teils sogar 20 bis 30% mehr Sonnenschein als üblich. Nahezu durchschnittlich war die Sonnenscheindauer vom Grazer Becken bis ins Südburgenland.

Abweichung der Sonnenscheindauer. © UBIMET

Extremwerte Juni 2022

(Bundesland, Tag des Auftretens)

Höchste Temperaturen
  • 36,7 Grad Bad Deutsch-Altenburg (NÖ, 29.)
  • 36,5 Grad Feldkrich (V, 19.)
  • 36,0 Grad Bludenz, Imst (V bzw. T, 19.), Gänserndorf (NÖ, 29.)
Höchste Tiefstwerte
  • 23,4 Grad Grad Straßgang (ST, 28.)
  • 22,6 Grad Hohenau (NÖ, 28.)
  • 22,5 Grad Graz Uni (ST, 28.)

(In der Nacht vom 30.6 auf den 1.7. wurde in der Wiener Innenstadt ein Tiefstwert von 24,6 Grad gemessen).

Hitzetage (Höchstwert >30 Grad)
  • 13 Ferlach (Mittel 1991-2020: 5,5)
  • 12 Wien – Innere Stadt (Mittel 1991-2020: 5,3)
  • 11 Innsbruck (Mittel 5,8), Imst (Mittel 3,8), St. Andrä im Lavanttal (Mittel 5,8)
Nasseste Orte
  • 313 Liter pro Quadratmeter Windischgarsten (OÖ)
  • 260 Liter pro Quadratmeter Obertauern (S)
  • 246 Liter pro Quadratmeter Unterach am Attersee (OÖ)
Trockenste Orte
  • 52 Liter pro Quadratmeter Friesach (K)
  • 53 Liter pro Quadratmeter St. Andrä im Lavanttal (K)
  • 60 Liter pro Quadratmeter Weitensfeld (K), Neumarkt (ST)
Sonnigste Stationen
  • 328 Sonnenstunden Mörbisch (B)
  • 327 Sonnenstunden Andau (B)
  • 319 Sonnenstunden Podersdorf, Neusiedl am See (B)
  • 315 Sonnenstunden Gänserndorf (NÖ)
Stärkste Windspitzen Niederungen
  • 129 km/h Arriach (K, 28.)
  • 116 km/h Kremsmünster (OÖ, 5.)
  • 113 km/h Linz Flughafen (OÖ, 20.)

10 Tipps für einen guten Schlaf trotz Hitze

Hitze

Die empfohlene Zimmertemperatur von knapp über 20 Grad lässt sich in den Sommermonaten ohne Klimatisierung häufig nicht erreichen. Dennoch gibt es ein paar Tricks um die derzeitigen Tropennächte in den Ballungsräumen möglichst ausgeruht zu überstehen.

Diese Tipps helfen

  1. Richtiges Lüften. Idealerweise sollte nur dann gelüftet werden, wenn die Außentemperatur niedriger ist als die Temperatur im Haus oder der Wohnung. Typischerweise empfiehlt sich das Lüften ab dem späten Abend bis zum nächsten Vormittag. Ist eine Querbelüftung, zum Beispiel von West nach Ost, in der Wohnung möglich, sollte diese genutzt werden.
  2. Tagsüber bleiben Vorhänge und Jalousien geschlossen. Jegliche Sonneneinstrahlung treibt die Temperaturen in die Höhe. Besonders geeignet sind Außenjalousien, da sie nur etwa 25% der Sonnenenergie nach innen durchlassen, Innenjalousien dagegen etwa 75%. Behelfsmäßig kann man sonst auch ein Leintuch von außen vor die Fenster hängen.
  3. Trotz hoher Raumtemperaturen sollte auf dünne Bettwäsche nicht verzichtet werden, der Körper kühlt sonst zu sehr aus. Das beste Material ist Baumwolle: Es nimmt den Schweiß auf.
  4. Falls möglich, sollte auf kühlere Räume ausgewichen werden. In Einfamilienhäusern gibt es zwischen den verschiedenen Etagen meist große Temperaturunterschiede, mit den höchsten Werten unter dem Dach.
  5. Um der Hitze im Haus gänzlich zu entfliehen, kann auf den Balkon oder den Garten ausgewichen werden. Das ist allerdings nicht jedermanns Sache.
  6. Ventilatoren bringen zwar eine Abkühlung, in der Nacht besteht aber die Gefahr der Erkältung. Daher sollte man ihn nicht direkt auf das Bett richten.
  7. Vor allem im Schlafzimmer, aber auch in den anderen Räumen sollten elektrische Geräte wie Fernseher oder Computer in den Standby-Modus versetzt oder am besten gleich ganz ausgeschaltet werden. Jeder Stromverbraucher ist eine Wärmequelle bzw. eine kleine Heizung.
  8. Als eine langfristige Möglichkeit zum besseren Umgang mit der Wärme empfiehlt sich eine Matratze mit einer Sommer- und einer Winterseite.
  9. Schwere, sprich fettreiche Speisen sollten vermieden und untertags reichlich Wasser getrunken werden, um in der Nacht eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung des Körpers zu gewährleisten.
  10. Ungeeignet für eine ruhige Nacht sind alkoholische Getränke. Sie sorgen für einen leichten Schlaf und trocknen den Körper aus.

Wir wünschen allen Lesern und Leserinnen erholsame Nächte!

Titelbild © N. Zimmermann

Gewitter-Rekord: Blitzreichster Juni des Jahrzehnts

Superzelle in der Nähe von Allentsteig im Waldviertel am 29. Juni 2022 © Storm Science Austria

Der Juni 2022 war extrem gewitterreich. Hotspots des Landes waren dabei Kärnten, die Steiermark und Oberösterreich. Leider kam es vor allem gegen Ende des Monats zu tödlichen Unwetterereignissen.  Bis zum 29.06. um 16:20 Uhr wurden österreichweit 644308 Blitze geortet.

Blitzdichte im Juni 2022 bis zum 29.06. um 16:20 Uhr - UBIMET
Blitzdichte im Juni 2022 bis zum 29.06. um 16:20 Uhr – UBIMET
Blitzanzahl im Juni 2022 bis zum 29.06. um 16:20 Uhr - UBIMET
Blitzanzahl im Juni 2022 bis zum 29.06. um 16:20 Uhr – UBIMET

Dies ist bereits ein neuer Juni-Rekord für die letzten 13 Jahre (seitdem die moderne Blitzortung von nowcast.de begonnen hat), es fehlt jedoch noch ein gewitterreicher Abend sowie auch ein gewitterreicher Tag bis zum Ende des Monats.

Blitzanzahl im Juni von 2009 bis 2022 - UBIMET, nowcast
Höchste bis tiefste Juni-Blitzanzahl von 2009 bis 2022 – UBIMET, nowcast

 

Titelbild: Superzelle in der Nähe von Allentsteig im Waldviertel am 29. Juni 2022 © Storm Science Austria

Gewitter brachten enorme Regenmengen in Teilen Kärntens

Eine Luftmassengrenze erstreckt sich aktuell von Süd nach Nord quer über die Alpen hinweg. Entlang dieser hat es am Dienstag bereits kräftige Gewitter gegeben, u.a. wurde in Arriach mit 129 km/h die stärkste Böe seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahre 1990 gemessen. Nachzulesen sind die Geschehnisse im gestrigen Liveticker.

Bis zu 150 Liter Regen in Mittelkärnten

In der Nacht auf heute Mittwoch hat ein so genannter Kurzwellentrog noch für zusätzliche Hebung gesorgt, ab Mitternacht sind in Kärnten neue Gewitter entstanden und haben sich bis zum Vormittag nach Norden bis zur tschechischen Grenze verlagert. Speziell in einem Streifen von Villach bis ins obere Murtal kam es wiederholt zu kräftigen Gewittern mit sintflutartigem Starkregen, hier sind grob gesagt um 100 l/m² innerhalb von rund 6 Stunden gefallen. Innerhalb von 24 Stunden waren es bis zu 150 l/m², bspw. an der Messstation Maitratten-Sonnleiten des Hydrographischen Dienstes von Kärnten. Gegen 2 Uhr betrug die Menge innerhalb einer Stunde um 75 l/m²:

Niederschlagsverlauf in Maitratten-Sonnleiten @ https://info.ktn.gv.at/asp/hydro/daten/svg/2000157n3d.svg
Verlauf des Abflusses der Gurk an der Messstation Maitratten-Gnesau @ https://info.ktn.gv.at/asp/hydro/daten/svg/2001048q3d.svg
Analysierte Niederschlagsmenge über 24 Stunden @ UBIMET

Arriach besonders betroffen

Diese enormen Regenmengen haben etliche Murenabgänge und daraufhin Zivilschutzalarm ausgelöst. Am stärksten betroffen ist die Region nördlich von Villach (Gegendtal, Arriach, Treffen am Ossiacher See), Arriach gilt zum aktuellen Zeitpunkt als von der Außenwelt abgeschnitten. Nach der erwähnten stärksten Orkanböe wurden dort nur wenige Stunden später 121 l/m² in 6 Stunden registriert, dies dürfte der zweite Rekord in kurzer Zeit sein.

Wo wird es heute gefährlich?

Die Gewitter aus der Nacht waren bis vor kurzem noch aktiv, ziehen in Oberösterreich und im westlichen Niederösterreich aber nun nach Tschechien ab. Dahinter stellt sich vorübergehend ein ruhigeres Wetterfenster ein, im italienischen Friaul bilden sich jedoch schon die nächsten kräftigen Gewitter. Diese verlagern sich zusammen mit Neubildungen im Verlauf des Nachmittags neuerlich über Osttirol/Kärnten und die westliche Steiermark hinweg nach Norden und erreichen am Abend das Mühl- und Waldviertel, der Ablauf und die betroffenen Regionen sind also ähnlich zu gestern. Mit den Gewittern sind lokal wieder Hagel und Sturmböen möglich, die Hauptgefahr sollte aufgrund der nassen Vorgeschichte aber vom Starkregen ausgehen.

Wie ist die Lage in Wien?

Bis zum Abend bleibt es ruhig, dann ist die Chance auf ein Gewitter in Wien aber durchaus gegeben. Am ehesten kann sich etwas am Alpenostrand entwickeln und dann entlang des Wienerwaldes nach Norden ziehen. In der Nacht werden von den Wettermodellen schließlich ein paar Regenschauer prognostiziert.

Titelbild @ https://twitter.com/MichaelHutter6, Mario Kornberger

Ab Dienstagnachmittag von Oberösterreich über die Steiermark bis nach Kärnten kräftige Gewitter

Hagel in Kronstorf (OÖ) - Clemens Lehner

+++ Finales Update +++

Inzwischen hat die Gewitterlinie die Grenze zu Tschechien erreicht, am stärksten sind die Gewitter noch im Waldviertel. Nur in der westlichen Südsteiermark gibt es aktuell noch Neuentwicklungen. Eine erste Bilanz über einen weiteren gewitterreichen Tag:

Der aktuelle Blitzverlauf zeigt mit gelben Pluszeichen die neuesten Blitze – je dunkler die Zeichen, umso älter sind die Blitze (bis zu einer Stunde):

Blitzverlauf bis 21:20 Uhr – Quelle: UBIMET, NOWCAST

Beeindruckende Fotos der Gewitterlinie im Norden samt Böenfront erreichten uns noch von den Chasern der Storm Science Austria, hier bei Allentsteig:

Böenfront bei Allentsteig – Quelle: StormScienceAustria

bzw. aus dem Mühlviertel:

Böenfront im Mühlviertel – Quelle: StormScienceAustria

Zur Bilanz:

Während ganz im Westen bereits kurz nach Tagesbeginn dichte Wolken der Gewitter aus der Schweiz aufzogen und die Sonne am Einstrahlen hinderten, schien sonst noch häufig die Sonne. Aufgrund eines kräftigen Gewitters in Slowenien bzw. im weiteren Verlauf auch mit den schweren Gewittern bei uns hatte es die Sonne im Tagesverlauf aber auch sonst schwer – der Eisschirm der mächtigen Gewitterwolken legte sich über nahezu die gesamte Osthälfte Österreichs.

Satbild von 18:30 Uhr – Quelle: UBIMET, EUMETSAT

Nur ganz im Osten konnte es bei nur wenigen Wolken zunächst noch weiter einstrahlen. Aber nicht nur die lokal sehr unterschiedliche Sonnenscheindauer, auch die Kühlung durch die Gewitter und deren Niederschlag sorgt für derzeit ebenso unterschiedliche Temperaturen. Während man von Vorarlberg bis Oberösterreich bei Temperaturen knapp unter 20 Grad gut durchlüften kann, muss man besonders in Wien bei noch immer sehr warmen 29 Grad weiter schwitzen:

Aktuelle Temperaturen von 21 Uhr

Auch heute waren die Gewitter und deren Begleiterscheinungen wieder bemerkenswert. Der Blitzverlauf seit 0 Uhr zeigt nicht nur die morgendlichen Gewitter, sondern auch, dass sich die kräftige Gewitterlinie von Kärnten und der Obersteiermark über nahezu ganz Oberösterreich ausbreiteten:

Blitzverlauf über den gesamten 28.06.2022

Entsprechend liegt Oberösterreich auch bei der Blitzanzahl erneut ganz vorne mit insgesamt bemerkenswerten 41.058 Blitzen (bis 21:40 Uhr):

Ähnlich zu gestern wurden heute wieder Sturmböen und Starkniederschläge binnen kurzer Zeit gemeldet. In Kärnten wurde sogar eine Orkanböe gemessen. Die Sturmböen ganz im Osten in folgender Karte wurden kurz nach Mitternacht gemessen und sind noch auf die gestrigen Gewitter zurückzuführen:

Der Niederschlag fiel meist binnen kurzer Zeit. Es wurde uns von Murenabgängen und lokalen Überflutungen berichtet:

 

+++ Update 20:30 +++

Die Feuerwehren in Oberösterreich haben schon wieder einiges zu tun, die Gewitterlinie hat für zahlreiche Sturmschäden und Überflutungen gesorgt.

Die Top 5 Niederschlagsmengen der letzten Stunde:

  • Kollerschlag – 25,1 l/m²
  • Linz – 24,7 l/m²
  • Waizenkirchen – 21 l/m²
  • Schärding – 19.6 l/m²
  • Wels – 17,6 l/m²

 

Aktuelle Einsätze Feuerwehr Oberösterreich © https://intranet.ooelfv.at/

+++ Update 20:20 +++

Auch in Villach machte sich die Gewitterlinie heute Nachmittag mit einem Downburst (Gewitterfallwind) bemerkbar. Danke an Daniela Tisal für das Video!

+++ Update 20:10 +++

Im Vorfeld der Linie entstehen nun auch um Weitra und Zwettl im Waldviertel einzelne Schauer und Gewitter, auch hier ist nun besonders mit Starkregen und Sturmböen zu rechnen.

+++ Update 19:45 +++

Weiterhin ist im Zuge der Gewitterlinie mit Sturmböen zu rechnen, in Wachtberg bei Steyr wurde soeben eine Böe mit 79 km/h gemessen.

Ein aktuelles Foto erreicht uns aus dem oberösterreichischen Kronstorf, knapp nördlich von Steyr:

Gewitterlinie in Kronstorf (OÖ) – © Clemens Lehner

+++ Update 19:30 +++

Die Gewitterlinie, welche heute Nachmittag in Kärnten für teils schwere Sturmböen und in Arriach wie bereits erwähnt auch für Orkanböen (129 km/h) sorgte, hat auch in Bad Kleinkirchheim große Schäden hinterlassen:

+++ Update 19:10 +++

Derzeit erstreckt sich die Gewitterlinie vom Innviertel bis in die Obersteiermark, hier sind auch weiterhin die kräftigsten Zellen eingebettet. Während hier weiterhin mit Hagel, Starkregen und Sturmböen zu rechnen ist, handelt es sich bei den Gewittern im westlichen Oberösterreich meist nur mehr um Starkregen und teils kräftige Windböen.

Radarbild von 19:05 Uhr © ACG/UBIMET

+++ Update 19:00 +++

Die höchsten Temperaturen gab es heute im Süden und Osten des Landes, im Westen war es hingegen spürbar kühler.  Das absolute Maximum wurde, wie auch schon gestern, in Kärnten gemessen. In Ferlach stieg das Thermometer vor den Unwettern auf 33.7°C.

Höchstwerte am 28.06.2022 – ZAMG/UBIMET
Höchstwerte am 28.06.2022 – ZAMG/UBIMET

+++ Update 18:30 +++

Ein Blick auf die aktuelle Warnkarte zeigt eindrucksvoll die Verlagerung der kräftigen Gewitterlinie von den Karnischen Alpen und Karawanken ausgehend über die Obersteiermark bis ins südliche Oberösterreich – hier gilt und galt vielerorts die höchste Warnstufe. Die stärksten Gewitter sind derzeit in der Obersteiermark im Bereich der Niederen Tauern und Eisenerzer Alpen unterwegs, aber auch vom Innviertel bis zum Salzkammergut verlagern sich teils kräftige Gewitter weiter nach Norden.

Aktuelle Wetterwarnungen für Österreich – 28.06.2021 – 18:30 Uhr – www.uwz.at

+++ Update 17:50 +++

Derzeit befindet sich die kräftige Gewitterlinie zwischen den Niederen Tauern in der Steiermark und der Koralpe in Kärnten. In dieser sind kräftige Unwetter eingelagert, die ganze Linie verlagert sich nach Nord-Nordost. Nordwestlich davon, über dem Salzburger Tennengau, zieht ein weiteres kräftiges Gewitter nach Norden in Richtung Flachgau. Auch hier ist mit Starkregen und meist kleinkörnigem Hagel zu rechnen.

Radarbild von 17:40 Uhr © ACG/UBIMET

+++ Update 17:20 +++

Weiterhin ist mit den Unwettern in Kärnten mit großem Hagel und teils schweren Sturmböen zu rechnen, in Arriach wurde vor kurzem mit 129 km/h sogar eine Orkanböe gemessen. Hier gilt größte Vorsicht, wir warnen dieses Unwetter dementsprechend auch mit der höchsten Warnstufe! Dieser Zellkern verlagert sich in der nächsten Stunde weiter in Richtung Nockberge bzw. Gurktaler Alpen, die Gewitterlinie generell in Richtung Unterkärnten und Obersteiermark.

+++ Update 17:10 +++

Aktuelle Webcambilder zeigen den Aufzug der Gewitterzellen mit markantem Niederschlagsvorhang in Kärnten. Am Weissensee und in Villach wurden vor kurzem Sturmböen mit 76 km/h bzw. 77 km/h gemessen.

Webcam Dobratsch © foto-webcam.eu
Webcam Moertschach © foto-webcam.eu

+++ Update 16:30 +++

Ein Blick auf das neueste Radarbild zeigt gut die aktuellen Entwicklungen. Derzeit gehen besonders vom Tiroler Oberland über die Salzburger Gebirgsgaue bis nach Kärnten einige Gewitter nieder, die stärksten greifen derzeit aus Italien und Slowenien auf die Karnischen Alpen und die Karawanken über. Hier ist mit Starkregen, größerem Hagel und Sturmböen zu rechnen.

Radarbild von 16:25 Uhr © ACGUBIMET

+++ Übersicht 16 Uhr +++

Ein kleinräumiges Tief über dem Golf von Genua verlagert sich in den nächsten Stunden an einer Luftmassengrenze entlang weiter nach Nordosten. Im Vorfeld gelangen erneut sehr energiereiche und  gewitteranfällige Luftmassen in den östlichen Alpenraum. Damit steigt schon am Dienstagnachmittag die Gewitterneigung deutlich an, erneut sind auch Unwetter mit großen Regenmengen in kurzer Zeit, größerem Hagel und Sturmböen zu erwarten. Auch in der Nacht auf Mittwoch und am Mittwoch bleibt die Gewitterneigung besonders in der Mitte und im Osten des Landes deutlich erhöht.

Satellitenbild 28.06.2022 – 16:00 Uhr © EUMETSAT

Titelbild: Hagel in Kronstorf (OÖ) am Montagabend – Clemens Lehner

Gewitter brachten am Montag im Norden großen Hagel und Sturm

Blitz

Besonders stark betroffen waren am Montagabend der Süden und Osten Oberösterreichs. Kräftige Gewitter sind zunächst vor allem in den Regionen rund um die Pyhrn-Autobahn in Oberösterreich entstanden, also im Gebiet zwischen etwa Micheldorf, Hinterstoder und Windischgarsten. In weiterer Folge ist ein sog. Superzellengewitter von hier aus nordwärts über das Traunviertel und den Großraum Enns ins Mühlviertel bei Engerwitzdorf/Pregarten gezogen. Dieses Gewitter hat für Sturmböen, ergiebigen Regen sowie auch teils großen Hagel gesorgt. In diesen Regionen gab dutzende Feuerwehreinsätze etwa aufgrund von Überflutungen und Sturmschäden, zudem wurden auf einer Fläche von etwa 16.000 Hektar Ackerkulturen, Äpfel und das Grünland massiv geschädigt.

+++ Update 23:55 +++

Mittlerweile schwächen sich die Gewitter meist ab, nur im Bereich des Toten Gebirges zieht derzeit noch eine kräftige Gewitterzelle nach Osten und erreicht demnächst die Phyrn-Priel-Region. Hier ist weiterhin mit Hagel, Sturmböen und vor allem Starkregen zu rechnen. Da hier heute schon viel Regen gefallen ist (in Windischgarsten wurden in den letzten 6 Stunden knapp 60 mm registriert), kann es hier noch zu weiteren Überflutungen kommen. Auch im Osten ist im weiteren Verlauf ein kurzes Gewitter nicht ausgeschlossen, zudem kann der Wind in der zweiten Nachthälfte kurzzeitig kräftig aus West auffrischen.

Mit den Statistiken des heutigen Tages beenden wir den heutigen Ticker und bedanken uns für die Aufmerksamkeit. Bis bald!

Blitzverlauf 27.06.2022 – UBIMET
Blitzanzahl 27.06.2022 – UBIMET

+++ Update 23:40 +++

Während von Tirol bis Oberösterreich weiter teils kräftige Gewitter niedergehen, ist es besonders im Osten weiterhin außergewöhnlich warm. So werden in Langenlebarn immer noch 28.7°C gemessen, auch in der Wiener Innenstadt schwitzt man kurz vor Mitternacht bei 28.5°C.

Aktuelle Temperaturen 23:30 Uhr © ZAMG/UBIMET (für größere Ansicht klicken)

+++ Update 23:30 +++

Ein Blick auf die Einsatzkarte des Landesfeuerwehrverband Oberösterreich spiegelt sehr gut die Zugbahn der Mühlviertler Superzelle wieder. Hier laufen derzeit zahlreiche Einsätze wegen Sturmschäden und Überflutungen. Die Zelle selbst hat sich nun im angrenzenden Waldviertel aufgelöst, aktuell sind aber weiterhin kräftige Gewitter unterwegs – etwa im Salzkammergut. Diese zieht erneut in die bereits am Nachmittag stark betroffene Phyrnregion – hier laufen auch noch immer Überflutungs-Einsätze. Die neuen Gewitter könnten die Lage also weiter verschärfen.

Aktuelle Einsätze Feuerwehr Oberösterreich © https://intranet.ooelfv.at/

+++ Update 23:00 +++

Die Unwetterzelle im Norden des Landes befindet sich jetzt im Waldviertel, hier wurden vor kurzem in Oberlainsitz auch schwere Sturmböen gemessen! Die Zelle schwächt sich nun langsam ab, es ist aber weiterhin mit größerem Hagel und Starkregen zu rechnen. Auch im unteren Mühlviertel brachte sie teils großen Hagel, Kollegen von Storm Science Austria konnten zum Beispiel bei Gallneukirchen folgende Hagelkörner festhalten:

Hagel in Gallneukirchen (OÖ) © Storm Science Austria

+++ Update 22:30 +++

Das stärkste Unwetter ist aktuell im unteren Mühlviertel unterwegs und zieht langsam nach Nordost in Richtung Waldviertel. Hier ist weiterhin mit großem Hagel, Sturmböen und Starkregen zu rechnen. Auch sonst haben sich mittlerweile einige Gewitter gebildet, welche sich weiter nach Ost-Nordost verlagern.

Radarbild von 22:20 Uhr © ACG/UBIMET

+++ Update 21:50 +++

Ein Foto der kräftigen Gewitterzelle bei Salzburg von unseren Kollegen von Storm Science Austria:

Gewitterzelle bei Salzburg © Storm Science Austria (SSA)

Im oberösterreichischen Katsdorf wurden von einem anderem Chasing-Team von Storm Science Austria zudem Sturmböen von 91 km/h gemessen.

Sturmböen bei Katsdorf © Storm Science Austria (SSA)

+++ Update 21:20 +++

Demnächst wird die Stadt Salzburg von der kräftige Gewitterzelle aus Bayern getroffen – hier ist weiterhin mit größerem Hagel und Starkregen zu rechnen!

Die stärkste Zelle – auch eine Superzelle – ist aber aktuell an der Grenze vom oberösterreichischen Traunviertel zum niederösterreichischen Mostviertel unterwegs. Ein Blick auf den vertikalen Schnitt der Zelle zeigt höchste Radarechos bis hoch hinauf – damit ist hier mit großem Hagel zu rechnen! Auch hier gilt die höchste Warnstufe! Die Zelle verlagert sich weiter nach Nordosten in Richtung unteres Mühlviertel. Eine starke Neubildung knapp südwestlich davon dürfte aber demnächst auch für die Stadt Linz relevant werden.

3D-Radarbild 21:15 © ACG/UBIMET

+++ Update 21:10 +++

Eine heftige Gewitterzelle des Gewitterclusters in Oberösterreich verlagert sich jetzt langsam in Richtung Nordosten und damit in Richtung westliches Mostviertel. Demnächst sind etwa die Gebiete um Enns und St. Valentin betroffen. In der Zugbahn ist mit großem Hagel und großen Regenmengen in kurzer Zeit zu rechnen.

+++ Update 21:00 +++

Unsere Partner von Storm Science Austria haben uns so eben diese Fotos übermittelt, aufgenommen nördlich von Kufstein. Das ist die Superzelle, die aktuell Richtung Salzburg zieht.

Hagel bis 5 cm Durchmesser nördlich von Kufstein © Storm Science Austria (SSA)
Hagel bis 5 cm Durchmesser nördlich von Kufstein © Storm Science Austria (SSA)

+++ Update 20:40 +++

Entlang des bayrischen Alpenrandes sind weiterhin Superzellen unterwegs, die östlichste davon wird in der nächsten Stunde auch für die Stadt Salzburg relevant. Derzeit scheint sie aber etwas an Kraft zu verlieren:

Radarbild von 20:35 Uhr © ACG/UBIMET

+++ Update 20:30 +++

Die meisten Blitze wurden bislang in Oberösterreich registriert – der fast stationäre Gewittercluster bewegt sich weiter nur langsam nach Nordosten, dazu bilden sich immer wieder neue Gewitter. Hier ist durch die großen Regenmengen mit Überflutungen und Murenabgängen zu rechnen, auch (größerer) Hagel ist weiterhin Thema.

Blitzetnladungen in den letzten 3 Stunden © nowcast/UBIMET
Bisherige Blitzanzahl am 27.06.2022 © nowcast/UBIMET

+++ Update 19:50 +++

Entlang der Pyrnautobahn hat sich – diesmal v.a. auf der oberösterreichischen Seite – erneut eine sehr stationäre Gewitterzelle gebildet. Derzeit sind vor allem die Orte Klaus und Sankt Pankratz betroffen. Auch hier ist wieder mit Hagel und vor allem großen Regenmengen in kurzer Zeit zu rechnen – erneut ist die höchste Warnstufe aktiv.

Radarbild von 19:45 Uhr © ACG/UBIMET

Die ASFINAG-Webcam beim Knoten Voralpenkreuz zeigt aktuell Starkregen und Hagel. Hier muss man derzeit besonders vorsichtig sein!

© ASFINAG

+++ Update 19:35 Uhr +++

Ein vielerorts sehr heißer Tag geht dem Ende entgegen, damit werfen wir einen kurzen Blick auf die heutigen Höchstwerte. Die höchste Temperatur wurde mit 35.9°C in Villach gemessen, direkt danach folgt Mayrhofen im tirolerischen Bezirk Schwaz mit 35.6°C und das oberösterreichische Windischgarsten mit 35.4°C. Nur in Vorarlberg wurde die 30-Grad-Marke heute nicht geknackt.

Temperaturmaxima am 27.06.2022 – © UBIMET
Temperaturmaxima (Karte) am 27.06.2022 – © UBIMET

+++ Update 19:20 Uhr +++

Am neuesten Satellitenbild sind die aktuellen Gewitterzellen gut zu erkennen. Der Gewittercluster an der Grenze Steiermark/Oberösterreich wirft in der untergehenden Sonne einen Schatten nach Südosten, nordöstlich und südöstlich davon sind nur wenige Wolken am Himmel. Auch am bayrischen Alpenrand sind zwei Gewittertürme zu erkennen – die vordere Zelle hat sich mittlerweile aufgelöst, direkt dahinter folgt aber schon wieder die nächste Superzelle. Diese befindet sich gerade südlich von Bad Tölz und streift an der Grenze zu Tirol entlang nach Osten.

© EUMETSAT – Satellitenbild 19:00 Uhr

+++ Update 18:40 Uhr +++

Die Gewitter in der Obersteiermark bzw. im Bereich der Phyrn, nördlich von Liezen, bilden sich laufend neu und bewegen sich nur sehr langsam nach Nordosten – dementsprechend ist hier neben Hagel auch lokal mit großen Regenmengen zusammen. Hier ist mittlerweile auch die höchste Warnstufe gültig! Die Zellen am Bayrischen Alpenrand verlagern sich indes weiter nach Nordosten.

Radarbild von 18:35 Uhr © ACG/UBIMET
Aktuelle Gewitterwarnungen und -vorwarnungen (gelb) der Österreichischen Unwetterzentrale – uwz.at

+++ Update 17:50 Uhr +++

Die Gewitterzelle im Tiroler Außerfern hat sich in den letzten Minuten verstärkt, hier ist mit Hagel und Starkregen zu rechnen. Zudem ist auch in der Obersteiermark – nordwestlich von Liezen – ein Gewitter entstanden, welches sich langsam nach Nordosten verlagert.

Radarbild von 17:45 Uhr © ACG/UBIMET

+++ Update 17:30 Uhr +++

Jenes Gewitter, welches sich vor etwa 1,5 Stunden im Tiroler Oberland gebildet hat, befindet sich mittlerweile am bayrischen Alpenrand und hat sich zu einer Superzelle entwickelt. Hier konnte man vor ein paar Minuten auch einen „Stormsplit“ beobachten. Aus einer Gewitterzelle wurden zwei – die linke verlagert sich unter starker Abschwächung nach Nordost, die rechte unter Verstärkung weiter nach Osten.

Währenddessen hat sich auch im Tiroler Oberland ein neues Gewitter gebildet, welches sich nach Nordosten verlagert. Hier ist derzeit mit Starkregen und kleinkörnigem Hagel zu rechnen.

Radarbild von 17:25 Uhr © ACG/UBIMET

+++ Update 16:30 Uhr +++

Aktuell knabbert Villach an der 36 Grad-Marke. Derzeit werden, außer in Vorarlberg, in jedem Bundesland verbreitet über 30 Grad gemessen.

+++ Update 16:00 Uhr +++

Im Tiroler Oberland haben sich die ersten Gewitter gebildet.

Radarbild von 15:50 Uhr © ACG/UBIMET

+++ Update 15:10 Uhr +++

In Villach wurde mittlerweile die 35-Grad-Marke übertroffen, anbei die aktuellen Hotspots:

  • 35,5 Grad Villach (K)
  • 35,4 Grad Ferlach (K)
  • 34,8 Grad Windischgarsten (OÖ)
  • 34,4 Grad Wien – Innere Stadt (W)
  • 34,3 Grad Innsbruck (T)

In Vorarlberg und im Außerfern ist dagegen bodennahe bereits etwas kühlere Luft eingeflossen, hier werde Temperaturen um 25 Grad gemessen. In den kommenden Stunden steigt die Gewitterbereitschaft ausgehend vom Arlberg bzw. den Lechtaler Alpen rasch an.

Unwetterpotential am Montagabend. © www.uwz.at
Am Arlberg fließt die kalte Luft als Wolkenschlange über den Galzig. www.foto-webcam.eu

+++ Update 14:10 Uhr +++

Mit 34 Grad sind derzeit Villach, Ferlach, Schönau an der Enns und Windischgarsten die heißesten Orte des Landes!

+++ Update 12:05 Uhr +++

Die bisherigen Hotspots des Landes:

  • 32,6 Grad Pottschach-Ternitz
  • 32,4 Grad Eisenstadt
  • 32,0 Grad Mörbisch

In Wien, St. Pölten, Salzburg und Innsbruck wurde die 30-Grad-Marke ebenfalls schon überschritten, aber auch Graz, Linz und Klagenfurt sind nahe dran. Nur in Bregenz ist es mit 23 angenehm temperiert. Hier gibt es stets die Hitliste mit den aktuellen Wetterdaten.

+++ Update 11:10 Uhr +++

Am aktuellen Satellitenbild sieht man die Kaltfront über Westeuropa, welche heute Nachmittag vorübergehend ostwärts vorankommt. In Österreich scheint derzeit verbreitet die Sonne und im Osten werden bereits recht verbreitet Temperaturen um 30 Grad gemessen. Spitzenreiter ist bislang Pottschach-Ternitz im Bezirk Neunkirchen mit 31,8 Grad.

Satellitenbild um 11 Uhr. © EUMETSAT/UBIMET

+++ Übersicht 11 Uhr +++

Österreich liegt zu Wochenbeginn zwischen einem umfangreichen Tief mit Kern über dem Nordatlantik und einem  Hoch über Osteuropa.  Die nahezu stationäre Kaltfront des Tiefs erstreckt sich dabei von Dänemark quer über Deutschland bis in den Westalpenraum und trennt vergleichsweise kühle, maritime Luftmassen über Westeuropa von sehr warmer und energiereicher Luft im Osten, etwa im östlichen Flachland steigen die Temperaturen auf bis zu 35 Grad. Am Montagabend kommt die Kaltfront vorübergehend ostwärts voran, somit stiegt die Gewittergefahr vor allem an der Alpennordseite deutlich an.

Am Montagnachmittag sind zunächst in den westlichen Nordalpen erste kräftige Gewitter zu erwarten, dabei besteht örtlich die Gefahr von großem Hagel. Am späten Nachmittag ziehen die Gewitter über Südbayern hinweg ostwärts, in den Abendstunden zeichnen sich dann vor allem in Oberösterreich auch teils schwere Sturmböen um 90 km/h ab. In Nacht erfasst die Gewitter auch das Waldviertel, zudem kommt auch im Mostviertel und im östlichen Flachland kräftige Westwind mit teils stürmischen Böen auf. Vereinzelte Gewitter sind aber auch im Osten nicht ausgeschlossen.

Titelbild © AdobeStock

Am Montag kräftige Gewitter in Nordosten und Süden

Blitz bei Gewitter - AdobeStock

+++ Update 22:15 Uhr +++

Mit dem Blitzverlauf und der Niederschlagssumme beenden wir für heute unseren Liveticker. Dabei gab es in der Nacht und in der Früh in einem Streifen von Baden-Württemberg bis Schleswig-Holstein Gewitter mit Starkregen. Am Nachmittag bildeten sich schließlich im Osten und Süden kräftige Gewitter, am Alpenrand zogen Superzellen mit teils großem Hagel entlang. Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit und wünschen Ihnen einen schönen Abend.

Niederschlagssumme seit Mitternacht © DWD/UBIMET
Blitzabfolge © NOWCAST/UBIMET

+++ Update 22:00 Uhr +++

Aktuelles Satellitenbild von 21:50 Uhr © EUMETSAT

+++ Update 21:50 Uhr +++

 

+++ Update 21:30 Uhr +++

Über Bayern ziehen derzeit weiterhin viele Gewitter hinweg. Am Alpenrand sind weiterhin Superzellen mit Hagel im Gepäck unterwegs.

Radarbild von 21:25 Uhr © DWD/UBIMET

+++ Update 21:10 Uhr +++

 

+++ Update 21:00 Uhr +++

+++ Update 20:50 Uhr +++

Weiterhin fällt bei den Gewittern teils Golfball-großer Hagel.

 

+++ Update 20:40 Uhr +++

Hier die Höchstwerte von heute, da war alles dabei, ein kühler Westen und ein sehr heißer Osten.

Die Verteilung der Höchstwerte heute © UBIMET

+++ Update 20:20 Uhr +++

 

+++ Update 19:45 Uhr +++

Derzeit sind vor allem noch in Bayern kräftige Gewitter unterwegs. Hier besteht weiterhin die Gefahr von Hagel.

Radarbild von 19:40 Uhr © DWD/UBIMET

+++ Update 19:00 Uhr +++

 

+++ Update 18:40 Uhr +++

 

+++ Update 18:20 Uhr +++

Entlang der Alpen ziehen nun mehrere Hagelunwetter entlang. Eine Zelle ist auch knapp südlich von München.

Radarbild von 18:15 Uhr © DWD/UBIMET

+++ Update 18:15 Uhr +++

Blitzverlauf der vergangenen 3 Stunden © NOWCAST/UBIMET

+++ Update 17:25 Uhr +++

Die kräftigen Gewitter in Sachsen haben nun eine Böenfront entwickelt die entgegen der Strömung in der Höhe westwärts zieht. Die Gewitter ziehen hingegen in östlicher Richtung davon.

Radarbild von 17:20 Uhr © DWD/UBIMET

+++ Update 17:20 Uhr +++

Die Superzelle am Alpenrand vollführt nun einen sogenannten Zellsplit, dabei entstehen zwei eigenständige Superzellen. Bei beiden Zellen muss mit Hagel gerechnet werden.

Radarbild von 17:15 Uhr © DWD/UBIMET

+++ Update 17:15 Uhr +++

Die Webcam aus Murnau am Staffelsee zeigt die Gewitterzelle am Alpenrand.

Murnau am Staffelsee © foto-webcam.eu

+++ Update 16:45 Uhr +++

Die Zelle am Alpenrand verstärkt sich nun, Vorsicht diese Zelle wird sich sehr wahrscheinlich zu einer Superzelle verstärken!

Radarbild von 16:40 Uhr © DWD

+++ Update 16:25 Uhr +++

Die Gewitter schrauben sich heute gut in die Höhe, örtlich reichen sie bis in eine Höhe von etwa 12 km.

Satellitenbild von 16:15 Uhr © EUMETSAT

+++ Update 16:20 Uhr +++

 

+++ Update 16:10 Uhr +++

Auf dem aktuellen Satellitenbild erkennt man die Wolkentürme über dem Osten des Landes sowie den ersten Turm über dem Westen von Österreich.

Aktuelles Satellitenbild © EUMETSAT

+++ Update 15:55 Uhr +++

Über Österreich haben sich nun erste Schauer gebildet, die nun rasch zu heftigen Gewittern, die am Alpenrand entlang ziehen werden, heranwachsen werden.

Radarbild von 15:50 Uhr © DWD/UBIMET

+++ Update 15:35 Uhr +++

Wie an der Perlenschnur (Konvergenz) gezogen bilden sich von der Ostsee bis zum Erzgebirge die Gewitter derzeit. Achtung vor Starkregen und Hagel.

Radarbild von 15:30 Uhr © DWD/UBIMET

+++ Update 15:25 Uhr +++

Blick auf die Gewitter, die sich nun am Erzgebirge bilden.

Webcam: © http://www.ferienhaus-espig.de/Webcam/cam000M.jpg

+++ Update 15:15 Uhr +++

Auch ganz im Westen kommen nun einzelne Gewitter auf, diese sind aber meist nur von mäßiger Intensität.

Radarbild von 15:10 Uhr © DWD/UBIMET

+++ Update 14:45 Uhr +++

Hier ist der Hodograph vom Radiosondenaufstieg von München zu sehen. Dabei wird die Geschwindigkeit und die Windrichtung aufgetragen. Dabei entspricht Schwarz dem Wind bis 1 km über Grund, Rot 1 bis 3 km über Grund, Grün 3 bis 6 km, gelb 6 bis 9 km und Blau 9 bis 11 km. Man erkennt die Drehung des Windes mit der Höhe nach Rechts, dies ist für Superzellen günstig.

Hodograph des Radiosondenaufstiegs von 11 Uhr

+++ Update 14:30 Uhr +++

Derzeit gibt es große Temperaturunterschiede in Deutschland. Werden im Emsland nur 17 Grad gemessen, sind es in Cottbus 35 Grad.

Temperaturen von 14:00 Uhr

+++ Update 14:00 Uhr +++

Die erste Zelle ist in Mecklenburg entstanden. Dabei ist schon Starkregen und Hagel zu erwarten.

Radarbild von 14:00 Uhr © DWD/UBIMET

+++ Übersicht +++

Aktuell befindet sich Deutschland zwischen zwei Druckgebieten, einem Tief namens REBECCA nahe der Britischen Inseln sowie einem Hoch namens FRIDO über Nordosteuropa. Diese beiden Druckgebiete transportieren aus Süden teils heiße Luftmassen aus dem Norden Afrikas in die Osthälfte des Landes. Zusätzlich macht sich aus Westen die Kaltfont des Tiefs REBECCA bemerkbar. In der feuchtwarmen Luft ist die Schauer und Gewitterneigung deutlich erhöht.

Satellitenbild um 11 Uhr. © EUMETSAT/UBIMET
ECMWF-Model für Montag den 27.Juni 2022 18UTC Rel-Top 850

Was genau bedeutet das nun für das Wetter in Deutschland? Ab dem Mittag muss zunächst im Nordosten mit teils unwetterartigen Gewittern gerechnet werden. Im weiteren Tagesverlauf ziehen auch in Bayern lokal heftige Gewitter durch, in der Nacht dann auch in Teilen Sachsens. Der Schwerpunkt liegt allerdings in Nieder- und Oberbayern: Hier ist es sehr wahrscheinlich, dass zunächst am Alpenrand erste Superzellengewitter entstehen mit der Gefahr von großem Hagel und Sturmböen. Am späten Nachmittag und Abend ist dann ein größerer Gewittercluster möglich, der sich ostwärts mit zunehmender Sturmgefahr in Richtung Österreich ausbreitet. Somit muss in diesen Regionen mit teils schweren Sturmböen gerechnet werden. Lose Gegenstände im Garten sollten also rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden.

Niederschlagsprognose vom ECMWF-Modell für Montag den 27.Juni 2022.

Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag

Siebenschläfer schaut wie das Wetter wird

Der Siebenschläfertag ist ein altbekannter Lostag in der Meteorologie, welcher sich in zahlreichen Bauernregeln widerspiegelt. Das Wetter vom 27. Juni soll demnach den Trend für die nächsten 7 Wochen setzen. Anbei eine kleine Auswahl an Bauernregeln:

  • Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag.
  • Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne.
  • Wie’s Wetter am Siebenschläfertag, so der Juli werden mag.
  • Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass.
  • Schlafen die Siebenschläfer im Regen, wird’s ihn noch sieben Wochen lang geben.

Meteorologischer Hintergrund

Tatsächlich gibt es im Hochsommer eine statistisch nachweisbare Erhaltungstendenz von Wetterlagen im Alpenraum. Für diese meteorologische Singularität ist allerdings nicht nur ein bestimmter Tag relevant, da sie allgemein oft für die letzte Juniwoche bzw. die erste Juliwoche zutrifft. Durch die gregorianische Kalenderreform findet der Tag eigentlich auch erst etwa 10 Tag später statt. Auf die erste Juliwoche trifft diese Singularität in Süddeutschland und im Alpenraum etwa 60 bis 80% der Fälle zu. Im maritim geprägten Klima Norddeutschlands ist dies hingegen deutlich seltener der Fall.

Weichenstellung

Etabliert sich Ende Juni bzw. Anfang Juli somit eine stabile Hochdruckzone über Europa, stehen die Chancen gut, dass sie bis weit in den Juli hinein erhalten bleibt. Das gleiche gilt allerdings auch umgekehrt: Liegt der Jetstream weiter südlich, so ist der Weg frei für Tiefdruckgebiete in Richtung Mitteleuropa und anhaltend wechselhafte Bedingungen sind vorprogrammiert. Derzeit deuten die Modelle auf eine Südwestlage, damit würde es in West- und Nordwesteuropa eher wechselhaft und kühl, während man im östlichen Mitteleuropa sowie in Südosteuropa mit heißem Sommerwetter rechnen müsste.

 

Siebenschläfertag leitet im Osten Hitzewelle ein

Hitze

Die Juni verlief bislang 2 Grad wärmer als im langjährigen Mittel von 1991 bis 2020, wobei die größten Abweichungen um +3 Grad von Vorarlberg über die Tauern bis nach Mittelkärnten verzeichnet wurden.

Vorläufige Temperaturabweichung im Juni 2022. © UBIMET

Vergleichsweise gering waren die Abweichungen mit 1 bis 1,5 Grad bislang im östlichen Flachland, diese werden zum Monatsende jedoch ansteigen: Ein umfangreiches Tief setzt sich aktuell über dem Ostatlantik fest und führt zumindest bis zum Monatswechsel schubweise feuchtwarme Luftmassen in den Alpenraum. Die Hitze verlagert sich dabei zunehmend in den Südosten des Landes.

Der Juni endet von Italien bis Skandinavien ungewöhnlich heiß. © K. Haustein

Tief REBECCA bringt zweigeteiltes Wetter

Derzeit etabliert sich über dem Ostatlantik bzw. den Britischen Inseln ein umfangreiches Tiefdruckgebiet namens REBECCA. An der Ostflanke des Tiefs stellt sich in Mitteleuropa bis auf Weiteres eine südwestliche Höhenströmung ein, welche schubweise sehr warme Luftmassen heranführt. Die Temperaturen steigen kommende Woche speziell im Süden und Osten spürbar an, also in jenen Regionen, die bislang von großer Hitze noch halbwegs verschont wurden. Von Vorarlberg bis Oberösterreich sorgen Schauer und kräftige Gewitter dagegen von Montagabend bis zur Wochenmitte für gedämpfte Temperaturen, somit zeichnen sich von West nach Ost zum Teil große Temperaturgegensätze an.

Rege Tiefdrucktätigkeit über dem Ostatlantik führt bis Monatsende sehr warme Luftmassen ins Land, im Westen sorgt ein Randtrog aber für teils kräftige Gewitter.

Im Osten teils über 35 Grad

Am Montag scheint verbreitet die Sonne, der Himmel wird tagsüber aber zunehmend diesig durch Saharastaub. Gegen Abend ziehen von Vorarlberg bis Oberösterreich kräftige Schauer und Gewitter durch. Bei lebhaftem Südostwind gibt es dazu von West nach Ost 25 bis 35 Grad.

Am Dienstag halten sich an der Alpennordseite einige Wolken und bereits in der Früh gehen lokale Schauer nieder. Im Süden und Südosten scheint häufig die Sonne, aber auch sonst lockert es tagsüber etwas auf. Am Nachmittag steigt die Gewitterneigung ausgehend vom westlichen Bergland rasch an, örtlich können die Gewitter auch kräftig ausfallen. Oft trocken bleibt es von Unterkärnten bis ins östliche Flachland. Dazu gibt es 21 bis 32 Grad.

Der Mittwoch bringt im Westen und Norden viele Wolken und von Beginn an ziehen im westlichen Bergland teils gewittrige Schauer durch. In der Osthälfte scheint zeitweise die Sonne, im Laufe des Nachmittags steigt die Schauer- und Gewitterneigung aber generell an. Am längsten sonnig und teils trocken bleibt es im äußersten Osten und Südosten. Die Höchstwerte liegen zwischen 22 Grad im westlichen Bergland und 36 Grad im Seewinkel.

Am Donnerstag ziehen nach derzeitigem Stand anfangs vor allem in der Osthälfte ein paar Wolkenfelder durch und lokal gehen auch gewittrige Schauer nieder. Tagsüber kommt häufig die Sonne zum Vorschein, vor allem im Berg- und Hügelland entstehen aber bald wieder Schauer und teils kräftige Gewitter. Die Temperaturen erreichen 25 bis 34 Grad.

Besonders heiß wird der Freitag. Die Modelle deuten am 1. Juli im Osten auf große Hitze mit Höchstwerten zwischen 35 und 38 Grad, der Zeugnistag in Wien und im Burgenland wird also nicht nur für die Kinder schweißtreibend. Deutlich kühler mit etwa 20 Grad bleibt es dagegen im äußersten Westen. Am Wochenende zeichnet sich dann auch im Osten eine moderate Abkühlung ab.

Aktuelle Prognose der Höchstwerte am 1. Juli. © UBIMET

Siebenschläfertag

Der Siebenschläfertag ist ein altbekannter Lostag in der Meteorologie, welcher sich in zahlreichen Bauernregeln widerspiegelt. Das Wetter vom 27. Juni soll demnach den Trend für die nächsten 7 Wochen setzen: Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag. Tatsächlich gibt es im Hochsommer eine statistisch nachweisbare Erhaltungstendenz von Wetterlagen im Alpenraum, für diese meteorologische Singularität ist allerdings nicht nur ein einzelner Tag relevant, sondern generell die Witterung rund um den Monatswechsel. Sollte die Regel heuer wieder zutreffen, würde das im Osten und Südosten einen Hitzesommer bedeuten, an der Alpennordseite dagegen einen gewitteranfälligen Sommer. Unsere ursprüngliche Sommerprognose kann man hier nachlesen.

Verhaltensregeln bei Gewittern

Gewitter mit Blitz

Allgemein kündigt sich ein Blitz nicht an und kann manchmal auch mehrere Kilometer abseits eines Gewitterkerns einschlagen. Blitze schlagen zudem nicht immer an den höchsten Objekten ein und können durchaus auch mehr als einmal den selben Punkt treffen (beispielsweise exponierte Gipfelkreuze).

Gefahrenquelle Blitz

Bei  einem Gewitter besteht nicht nur die Gefahr, dass man direkt von einem Blitz getroffen wird, sondern auch das Risiko, in der Nähe eines Einschlags zu sein. Dabei springt der Blitz aufgrund der extrem hohen Spannung auf alle Stromleiter im unmittelbaren Umfeld über – schwere Verletzungen sind die Folge. Weiters gibt es auch die Gefahr der Schrittspannung: Wenn ein starker Blitz in unmittelbarer Nähe am Boden einschlägt, kann der Strom durch den menschlichen Körper fließen, wenn man im Zuge eines Schrittes den Boden an zwei unterschiedlichen Punkten mit unterschiedlichem elektrischen Potential berührt. Alleine in Deutschland und Österreich sterben jedes Jahr etwa 10 Menschen an den Folgen eines direkten oder indirekten Blitzschlages! Besonders gefährdet sind meist Landwirte und Sportler (besonders Wanderer, Bergsteiger, Golfspieler, aber auch Fußballer und Wassersportler)

10.000 Grad bei Blitzschlag

Bei einem Blitzschlag werden durchschnittliche Stromstärken von 5.000 bis 20.000 Ampere gemessen, vereinzelt werden aber sogar mehr als 250.000 Ampere erreicht. Die Temperatur kann direkt im Blitzkanal kurzzeitig auf mehrere 10.000 Grad steigen. Das explosionsartige Verdampfen des Wassers löst eine Schockwelle aus, die man in weiterer Folge als Donner wahrnimmt.

Wo findet man Schutz?

Wenn man sich im Freien befindet sollte man hohe sowie generell stromleitende Gegenstände meiden sowie fern vom Wasser bleiben. Am besten ist der Unterschlupf in einem Haus mit verschlossenen Fenstern und Türen oder im Auto. Ist man im Freien, sollte man folgende Notmaßnahmen beachten:

  • Auf den Boden kauern, am besten in einer Mulde oder Senke. Die Beine müssen dabei eng beieinander stehen um die Schrittspannung gering zu halten. Im Notfall ist es jedenfalls besser zu hüpfen, als zu laufen.
  • Niemals unter einzelstehenden Bäumen (ganz egal welche Baumart) oder Stromleitungen Schutz suchen!
  • Im Gebirge: Von Graten und Gipfeln fernhalten und Stahlseile und Skilifte meiden. Nahe einer Felswand gibt es ein relativ sicheres Dreieck, dessen Seitenlänge am Boden der Höhe der Wand entspricht.
  • Wenn man keinen Donner mehr hört, bedeutet das nicht, dass das Gewitter vorbei ist. Blitze können auch im Umfeld der Gewitterwolke in den Boden einschlagen. Deshalb ist es auch wichtig, dass man nach dem vermeintlich letzten Donner noch für längere Zeit in Sicherheit bleibt.
  • Stets lokale Wetterberichte lesen und die Tour entsprechend planen (nicht auf Apps verlassen). Bei einer erhöhten Gewitterneigung sollte man nur kurze Touren mit Ausstiegs- oder Schutzmöglichkeiten durchführen.
  • Stets den Himmel beobachten: So erkennt man, ob sich in der Nähe mächtige Quellwolken bzw. Gewitter entwickeln.

 

Letzte Juni-Woche steht im Zeichen von kräftigen Gewittern

Sonntag

Am Sonntag liegt Deutschland im Einflussbereich einer Frontalzone, in die sich die ehemalige Kaltfront von REBECCA umgewandelt hat. Dabei wird am Nachmittag bevorzugt im Nordosten mit einzelnen, teils kräftigeren Gewittern mit Starkregen und kleinem Hagel gerechnet. Zudem sind vereinzelt Gewitter auch an den Alpen zu erwarten. Die Temperaturen klettern dazu meist auf Werte von 24 bis 30 Grad, nur an den Küsten ist es kühler.

Im weiteren Verlauf des Tages werden sich über dem östlichen Frankreich Gewitter bilden, die entlang der Frontalzone am Abend und in der Nacht auf Montag über den Südwesten und Westen hinweg nach Norden ziehen. Dabei sind im Südwesten anfangs noch Sturmböen dabei, ansonsten steht hauptsächlich Starkregen im Fokus, der örtlich auch ergiebig sein kann. Am Montagmorgen erreichen die Gewitter schließlich den Norden.

Gefahrengebiete am Sonntag

Montag

Am Montag bildet sich tagsüber in Bayern ein sog. Lee-Tief, welches in der Folge nach Norden ziehen wird. Somit wird die Frontalzone im Nordosten wieder etwas nach Westen zurückgedrängt.

In der energiereichen Luft bilden sich ab dem Nachmittag von den Mittelgebirgen ausgehend kräftige Schauer und Gewitter, die verbreitet unwetterartig ausfallen werden. Dabei sind alle Gefahren zu erwarten und teils auch größerer Hagel, besonders am Alpenrand, ist möglich. Die Höchstwerte liegen von West nach Ost bei 23 bis 35 Grad.

Am Abend verlagert sich schließlich die Frontalzone nach Polen und die Gewitteraktivität geht deutlich zurück. Von der Nordsee schiebt sich dahinter ein Zwischenhoch herein.

Gefahrengebiete am Montag

Dienstag

Der Dienstag bringt zunächst Zwischenhocheinfluss und bis zum Nachmittag passiert wenig. Dann jedoch bildet sich über Norditalien ein Tief, welches in der Nacht auf Mittwoch über die Alpen zieht.

Somit sind am späten Nachmittag über den südlichen Mittelgebirgen erste teils kräftigere Gewitter zu erwarten. Am Abend erreicht dann ausgehend von der Schweiz und Frankreich ein Gewittersystem das Land, das von Sturm, Starkregen und Hagel begleitet sein wird. In der Nacht zieht dieses in die Mitte des Landes weiter und vor allen Starkregen wird ein Thema. Dabei werden von Nord nach Süd 20 bis 30 Grad erwartet.

Gefahrengebiete am Dienstag

Anschließend werden die Prognosen unsicherer, es deutet sich aber an, dass das Tief über die Mitte in Richtung Nordsee ziehen wird und auf seiner Ostseite gelangt schwülheiße Luft in den Osten und Nordosten des Landes. In der Folge bilden sich vor allem hier kräftige Gewitter.

Titelbild: Webcam bei Friedrichshafen © http://webcam.langenargen.de/

Vor einem Jahr: Starker Tornado in Tschechien

tornado

Vom 21. bis zum 25. Juni kam es an der Alpennordseite zu einer ausgeprägten Unwetterserie, in Summe wurden in diesem Zeitraum 240.000 Blitzentladungen erfasst, davon allein 121.000 in Oberösterreich und 58.000 in Niederösterreich. Einen Rückblick dazu gibt es hier. Den Höhepunkt der Unwetterlage wurde am Nachmittag und Abend des 24. Junis erreicht, als es besonders in Niederösterreich zu mehreren Superzellengewittern mit großem bis sehr großem Hagel kam.


Eines dieser Gewitter führte zwischen 19:14 und 19:53 knapp hinter der Grenze zu Tschechien zu einem sehr starken F4-Tornado mit Windgeschwindigkeiten bis zu etwa 350 km/h.


Der Tornado zog über die Ortschaften Hrušky, Moravská Nová Ves, Mikulčice, Lužice und Hodonín hinweg, wo es zu mitunter zu schwersten Schäden kam, etwa wurden Dächer abgedeckt und Hausmauern teilweise zerstört, Bäume und Strommasten umgerissen und sogar Autos herumgeschleudert. In Summe hatte dieses Ereignis 6 Todesoper und hunderte Verletzte zur Folge.

Die Zugbahn des Tornaods. © ESSL / CHMI


Tornados in Europa

In Europa kommt es durchschnittlich zu 300 bis 400, aufgrund der Dunkelziffer Schätzungen zufolge auch bis zu 500 Tornados pro Jahr. Die meisten davon sind nur schwach ausgeprägt und kurzlebig, zudem handelt es sich teilweise auch um Tornados über Wasser (Wasserhosen). Im Zeitraum von 2010 bis 2020 wurden vom ESSL zwei sehr starke Tornados der Stärke F4 oder F5 registriert bzw. 26 starke Tornados der Stärke F3. Starke oder sehr starke Tornados kommen in Europa also 2 bis 3 mal jährlich vor, allerdings kommt es nicht immer zu solch schweren Schäden, da die Tornados nicht immer auf Ortschaften treffen. Typische Regionen für starke Tornados in Europa sind die flachen Regionen von Nordwestfrankreich über Benelux bis nach Norddeutschland, Norditalien, die Küsten Süditaliens oder auch Südostrumänien.

Superzellengewitter

Starke Tornados entstehen im Zusammenhang mit sog. Superzellengewittern. Es handelt sich dabei um meist langlebige, kräftige und alleinstehende Gewitter, welche einen beständigen rotierenden Aufwind aufweisen (Mesozyklone). Superzellen entstehen bei ausgeprägter Windscherung: Bei einer starken vertikalen Windzunahme bilden sich nämlich quer zur Strömung horizontal liegende Luftwalzen. Der Aufwind eines entstehenden Gewitters saugt diese Luftwalze ein und kippt ihre Achse in die Senkrechte, wobei sich der Drehimpuls nach und nach auf den gesamten Aufwindbereich überträgt. Die Zufuhr feuchtwarmer Luft wird dabei durch den räumlich getrennten Abwindbereich, in dem der Niederschlag ausfällt, nicht gestört. Mehr zum Thema Einzel-, Multi- und Superzellen gibt es hier.

Schema einer Superzelle. © https://sites.psu.edu/pmarkowski/how-tornadoes-form/
Schema einer Superzelle. © https://sites.psu.edu/pmarkowski/how-tornadoes-form/

Tornados in Österreich

In Österreich treten durchschnittlich etwa 2 bis 5 Tornados pro Jahr auf, allerdings sind die meisten davon nur schwach und kurzlebig, meist stehen sie auch nicht in Zusammenhang mit Superzellengewittern, sondern entwickeln sich an lokalen Windkonvergenzen („Typ-II-Tornados“). Starke Tornados sind extrem selten, wobei das bislang bekannteste Ereignis der Tornado von Wiener Neustadt am 10. Juli 1916 war. Die Einschätzung der Stärke dieses Tornados liegt bei F4/T8, was Windgeschwindigkeiten um 350 km/h bedeutet. Vor wenigen Jahren kam es auch knapp südlich von Wien zu einem Tornado.


Ob die Häufigkeit von Tornados sich im Zuge des Klimawandels ändert, kann man derzeit noch nicht abschätzen. Mittlerweile weiß man zwar, das beispielsweise Hitzewellen und Extremniederschlagsereignisse häufiger werden, allerdings ist für starke Tornados neben der schwülen, energiereichen Luft auch eine starke Windscherung in tiefen Luftschichten notwendig, was in Mitteleuropa im Sommerhalbjahr ohnehin nur selten vorkommt. Damit ist derzeit auch keine nennenswerte Änderung bei der Anzahl an Tornados zu erwarten.

Einen umfassenden Schadensbericht zum Tornado in Tschechien u.a. vom ESSL und CHMI gibt es hier.

Rückblick: Am Freitag Gewitter von Vorarlberg bis Wien

+++Update 21:20 Uhr+++

Mittlerweile haben die Gewitter auch Niederösterreich erreicht. Das Foto zeigt eindrucksvoll die Gewitterzelle bei Allensteig im Waldviertel mit vorgelagerter Böenwalze. Damit beenden wir unseren Live-Ticker und wünschen einen schönen Abend!

Gewitterzelle Bei Allensteig im Waldviertel, Quelle: Storm Science Austria
Gewitterzelle bei Allensteig im Waldviertel, Quelle: Storm Science Austria

+++Update 20:55 Uhr+++

Die Gewitter werden jetzt langsam weniger, ein kräftiger Gewittercluster zieht in den kommenden 1-2 Stunden noch von Südwesten kommend über das Waldviertel hinweg! Rechnet in diesem Bereich mit Starkregen und kleinkörnigem Hagel!

+++Update 20:00 Uhr+++

Die Anzahl der Blitzentladungen zeigt deutlich,  dass sich der Gewitterschwerpunkt im Land wie erwartet momentan in Oberösterreich befindet. Der Cluster bewegt sich in den kommenden Stunden ins Waldviertel, sodass Niederösterreich im Laufe des Abends noch einige Ränge gut machen wird.

Blitzanzahl Österreich, Quelle: UBIMET
Blitzanzahl Österreich, Quelle: UBIMET

+++Update 19:20 Uhr+++

Die heutigen Gewitter sind oftmals mit heftigem Starkregen begleitet. So meldeten in der letzten Stunde in Verbindung mit dem Gewittercluster in Südostbayern und in Oberösterreich 2 Station über 20 mm in 1 h:

  • Vöcklabruck: 27,5 mm
  • Adlersbach-Kriestorf: 28,4 mm

+++Update 19:00 Uhr+++

Es gewittert derzeit vor allem in Oberösterreich, und zwar zwischen dem Attersee und Linz, in der oberösterreichischen Landeshauptstadt ist auch #Hagel mit dabei!

Das lassen wir jetzt mal unkommentiert so stehen:

+++Update 18:05 Uhr+++

Übrigens: heute genau vor einem Jahr gab es in weiten Teilen Mitteleuropas einen regelrechten Schwergewittertag. Besonders heftig hat es Tschechien erwischt. Ein F4-Tornado hat dort mehrere Orte regelrecht verwüstet. Unser Kollege Nik Zimmermann hat die Ereignisse in diesem Blogbeitrag aufgearbeit.

+++Update 17:00 Uhr+++

Mittlerweile haben sich zwei Gewittercluster in Süddeutschland formiert. Einer befindet sich im Salzburger Land  und wird sich in den nächsten Stunden nach Oberösterreich verlagern. Dabei drohen nebem heftigem Starkregen und kleinen Hagel auch Sturmböen. Zudem ist die Blitzaktivität hoch.  Ein zweites Cluster befindet sich in Nordbayern und verlagert sich Richtung Fichtelgebirge.

Satellitenbild inklusive Blitze für Mitteleuropa. Quelle: www.uwz.at
Satellitenbild inklusive Blitze für Mitteleuropa. Quelle: www.uwz.at

+++Update 15:45 Uhr+++

Neben dem Gewittercluster am Alpenrand haben sich auch noch weitere Gewitter an der oberen Donau und südlich von Stuttgart entwickelt. Zudem blitzt es in der Region um die Kitzbüheler Alpen. Diese Gewitter bewegen sich in den nächsten Stunden in Richtung Salzburg!  Auch dort muss mit Starkregen und lokal mit kleinem Hagel gerechnet werden.

Aktuelle Blitzdichte in Österreich und Süddeutschland. Quelle: UBIMET
Aktuelle Blitzdichte in Österreich und Süddeutschland. Quelle: UBIMET

+++Update 14:35 Uhr+++

Das eindrucksvolle Webcambild vom Wankhaus zeigt die Gewitterzelle in der Nähe von Garmisch Patenkirchen mit vorgelagerter Böenwalze gefolgt von kräftigen Niederschlägen. Dieses Gewitter bringt Starkregen, stürmische Böen sowie lokal auch kleinen Hagel mit sich und verlagert sich in den nächsten Stunden  entlang des Alpenrandes in Richtung Bad Tölz.

Webcambild vom Wankhaus bei Garmisch Patenkirchen Quelle: foto.webcam .eu
Webcambild vom Wankhaus bei Garmisch Patenkirchen Quelle: foto.webcam .eu

+++ Update 14:05 Uhr +++

Das Gewitter im Außerfern zieht aktuell nach Bayern ab, in Oberstdorf wurden Böen bis 78 km/h sowie 18 mm Regen gemessen. Im Außerfern wurden etwa in Tannheim und Bichlbach 12 mm Regen bei Böen bis knapp 50 km/h gemessen. Die Gewitterbereitschaft nimmt aktuell aber auch im Tiroler Unterland zu, hier ziehen bereits erste Schauer durch.

+++ Update 13:35 Uhr +++

Ein kräftiges Gewitter zieht aktuell über das Außerfern hinweg. Der Kern des Gewitters zieht knapp südlich an Reutte vorbei. Eine weitere Zelle nimmt Kurs auf Ehrwald. Hauptgefahren sind derzeit Starkregen und stürmische Böen.

Radarbild um 13:35 Uhr. © DWD / UBIMET

+++ Update 13:05 Uhr +++

Die Gewitter in Vorarlberg haben vor allem für größere Regenmengen gesorgt, anbei die nassesten Stationen in der vergangenen Stunde:

  • 16 mm Schoppernau
  • 15 mm Warth
  • 11mm Bludenz

Die stärkste Windböen mit 51 km/h wurde ebenfalls in Schoppernau gemessen. Aktuell befindet sich die stärkste Gewitterzelle in den Lechtaler Alpen beim Ort namens Namlos und zieht in Richtung Reutte.

+++ Update 12:45 Uhr +++

In Vorarlberg und im Tiroler Oberland ziehen bereits kräftige Schauer und Gewitter nordostwärts. Auch am Alpenhauptkamm entstehen derzeit erste Schauer, diese können demnächst zu Gewittern heranwachsen und über Nordtirol hinwegziehen.

Satellitenbild und Blitze um 12:45 Uhr, © www.uwz.at

+++ Übersicht +++

Am Rande eines Tiefs über den Britischen Inseln entwickelt sich am Freitag ein flaches Tief namens QIARA über Mitteleuropa und sorgt für eine Konvergenzlinie, die sich quer über Deutschland und Österreich erstreckt. Hier treffen westliche und südöstliche Winde aufeinander, weshalb die Luft besonders feucht und die Schauer- und Gewitterneigung erhöht ist.

Am Freitagnachmittag und -abend sind vor allem an der Alpennordseite Gewitter zu erwarten. © www.uwz.at

Im Laufe des Tages scheint zwar zeitweise die Sonne, ausgehend vom westlichen Bergland nimmt die Gewitterneigung am Nachmittag aber rasch zu. Am späten Nachmittag und Abend sind dann vor allem an der Alpennordseite örtlich kräftige Gewitter zu erwarten, dabei besteht die Gefahr von Starkregen, Hagel und teils stürmischen Böen. Am späten Abend erfasst die Konvergenzlinie auch den Nordosten des Landes, damit steigt die Gewitterbereitschaft auch im Weinviertel sowie im nördlichen Wiener Becken an.

Niederschlagsprognose vom ICON-D2-Modell von Freitagnachmittag bis Samstagmorgen.

Titelbild: Gewitter bei Linz im Juni 2022 © Storm Science Austria

Die Weißen Nächte im Hohen Norden

Weisse Nächte in Finnland

In den Weißen Nächten geht die Sonne zwar für kurze Zeit unter, allerdings sinkt sie nur wenig unter den Horizont. Somit erscheint der Himmel trotz der Nachtstunden in einem angenehmen weiß bzw. blau, die restliche Sonnenstrahlung reicht dafür aus.

Wo kommen sie vor?

Jetzt kurz nach dem astronomischen Sommerbeginn kann man die Weißen Nächte etwa nördlich von 57°N beobachten, d.h. in Europa etwa nördlich von Kopenhagen. Noch etwa bis Mitte Juli gibt es die besten Beobachtungschancen, dann ziehen sich die weißen Nächte ganz langsam und Stück für Stück nach Norden zurück. Natürlich gibt es dieses Phänomen aber auch in den USA und in Russland. In den polaren Regionen, also speziell im Norden Skandinaviens geht die Sonne derzeit gar nicht unter.

Weiße Nacht in Helsinki.
Weiße Nacht in Helsinki.

Rund um die Wintersonnenwende kehrt sich dann alles um. Während in den hohen Breiten der Nordhalbkugel die Polarnacht Einzug hält, kommt die Südhalbkugel in den Genuss der Weißen Nächte. Um diese zu erleben, macht man sich am besten auf den Weg in den äußersten Süden Argentiniens und Chiles.

Weiße Nacht in St. Petersburg.
Weiße Nacht in St. Petersburg.

Gewitter am Freitag bringen erhöhtes Unwetterpotential

Meist ist die Gewitterwahrscheinlichkeit von der Großwetterlage abhängig, in welcher Luftmasse wir uns befinden, wie diese geschichtet ist, ob sie ausreichend Feuchtigkeit besitzt und energiereich ist. Eine sehr energiereiche, bodennahe Luftmasse etwa kann dennoch keine Gewitter hervorbringen, wenn sie nicht „ausgelöst“ wird, dh. wenn keine ausreichende Konvektion stattfinden kann.

Anders hingegen können Störungen, wie Kaltfronten oder Tiefs in der Höhe das Gewitterpotential zusätzlich deutlich erhöhen, indem sie bodennahe Luft zum Aufsteigen zwingen oder die vertikale Luftschichtung derart labilisieren, damit auch schon bei wenig vorhandener Energie Gewitter enstehen können.

Die aktuelle Wetterlage

Frontenkarte für Donnerstag 23.Juni
Quelle: DWD, FU-Berlin

Hoch FRIDO sorgt am Donnerstag noch verbreitet für sommerliche Wetterbedingungen, allerdings lenkt das Tief QIARA erneut feucht-warme Luftmassen aus Südwesteuropa und dem westlichen Mittelmeer nach Deutschland. Mit einem wie oben bereits angesprochenen Tief in den höheren Atmosphärenschichten wird diese Luftmasse ab den Abendstunden im Südwesten Deutschlands beginnend labilisiert und in der Nacht auf Freitag sind bereits erste schwere Gewitter zu erwarten.

Im Laufe des Freitags breitet sich die gewitteranfällige Luftmasse weiter nach Nordosten aus und verdrängt dabei die zuvor noch trockene und stabile Luftmasse. Aufgrund letzterer sind im äußersten Nordosten Deutschlands noch bis zum Abend strahlender Sonnenschein und sommerlich-heiße Temperaturen zu erwarten.
Von Südwesten her breiten sich aber im Tagesverlauf Schauer und Gewitter aus, die Temperaturen sind daher entsprechend gedämpft:

Prognostizierte Temperaturmaxima für den Freitag
Quelle: UBIMET

Das Gewitterpotential

Der für die Jahreszeit außergewöhnlich hohe Feuchtegehalt in der Atmosphäre deutet für den Freitag im Zuge der Schauer und Gewitter große Niederschlagsmengen an. Es ist also besonders von Starkregen auszugehen, der lokal für Überflutungen sorgen kann. Desweiteren sind bei gut organisierten Gewittern auch kleinkörniger Hagel und lokale Sturmböen möglich.

Prognostizierte Niederschlagsmenge für den Freitag
Quelle: UBIMET

Die prognostizierte Niederschlagsmenge für den gesamten Freitag aus obiger Karte kann lokal aber noch höher ausfallen. Im Nordosten bleibt es hingegen noch trocken.

Das Wetter zum Donauinselfest

Festival

An diesem Wochenende findet in Wien das jährliche Donauinselfest statt. Mit knapp drei Millionen Besuchen an drei Tagen handelt sich um das größte Freiluft-Musikfestival mit freiem Eintritt weltweit. Neben unzähligen Künstlern und Bands stehen zumindest vorübergehend auch Gewitter am Programm.

Freitag: Gewitter am späten Abend

Der Freitag hat bei meist nur harmlosen Wolkenfeldern viel Sonnenschein zu bieten. Im Tagesverlauf werden die Quellwolken zwar etwas mehr, bis zum Abend bleibt es aber trocken. Bei teils lebhaftem Südostwind wird es zudem heiß, die Höchstwerte liegen zwischen 29 und 31 Grad.

Im Verlauf des Abends steigt die Gewittergefahr von Westen her jedoch markant an. In Verbindung mit einem Tiefausläufer kommen am späten Abend Gewitter auf, sie bringen Starkregen und stürmisch auffrischenden Westwind.

Zunehmend sonnig am Samstag

In der Nacht fällt weiterer Regen und auch der Samstag beginnt noch bewölkt mit durchziehenden Schauern und mäßigem Nordwestwind. Im Laufe des Vormittags lockern die Wolken aber auf und das Wetter beruhigt sich. Dann ist wieder mit einigen Sonnenstunden bei rund 28 Grad zu rechnen. Ein geringes Schauerrisiko gibt es vorübergehend am Nachmittag, nur mit Pech wird es aber auch auf der Donauinsel nass. Der Abend verläuft generell sonnig und trocken.

Zum Finale viel Sonne und 32 Grad

Für den Sonntag ist das Wetter rasch zusammengefasst: Die Sonne scheint von früh bis spät und bei nur schwachem Wind wird es heiß: Maximal werden 31 bis 32 Grad erreicht, wobei sich diese Werte in der prallen Sonne sicherlich noch heißer anfühlen werden. Dann lohnt sich ein zwischenzeitlicher Sprung in die neue Donau.

 

Titelbild ©  Donauinselfest on Visualhunt.com / CC BY-SA

Gewitter und Unwetter: Von der Einzelzelle bis zur Superzelle

Die Superzelle vor der Ankunft in Wien © M. Spatzierer

Der Juni 2022 war bislang sehr gewitterreich. Hotspots des Landes waren dabei die Steiermark und Oberösterreich. Bis zum 21.06. um 19:20 Uhr wurden österreichweit 308950 Blitze geortet. Dies entspricht ungefähr dem Durchschnitt der letzten 13 Jahre, es fehlt jedoch noch mehr als eine Woche bis zum Ende des Monats. Da die Prognose weitere Gewitterlagen verspricht, geht man davon aus, dass der Monat am Ende eher überdurchschnittlich gewittrig ausfallen wird. Selbst der Rekord vom Juni 2018 mit 447746 Blitzentladungen ist noch in Reichweite.

Blitzdichte im Juni 2022 bis zum 21.06. um 9:20 Uhr - UBIMET
Blitzdichte im Juni 2022 bis zum 21.06. um 9:20 Uhr – UBIMET
Blitzanzahl im Juni 2022 bis zum 21.06. um 19:20 Uhr - UBIMET
Blitzanzahl im Juni 2022 bis zum 21.06. um 19:20 Uhr – UBIMET
Blitzanzahl im Juni von 2009 bis 2022 - UBIMET, nowcast
Blitzanzahl im Juni von 2009 bis 2022 – UBIMET, nowcast

Allgemein spricht man von einem Gewitter sobald ein Donner hörbar ist, allerdings können Gewitter eine sehr unterschiedliche Struktur aufweisen. Je nach Windscherung und vertikaler Schichtung der Atmosphäre weisen sie zudem eine unterschiedliche Intensität und Lebensdauer auf.

Einzelzelle

Für die Entstehung von Gewittern sind grundsätzlich drei Zutaten notwendig: Ausreichend Feuchtigkeit in der Grundschicht der Atmosphäre, eine genügend starke Temperaturdifferenz mit der Höhe und einen Auslöser (wie beispielsweise eine Kaltfront oder eine bodennahe Windkonvergenz). Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind und Luft aufsteigt, dann beginnt der enthaltene Wasserdampf zu kondensieren. Die dadurch freigesetzte Energie sorgt für weiteren Auftrieb, wodurch sich die allzubekannten Gewitterwolken – auch Cumulonimbus genannt – bilden. Durch das Auf- und Abwirbeln kollidieren Eispartikel miteinander, was zu einer Ladungstrennung führt. Dadurch überwiegt in den unteren und oberen Wolkenschichten eine positive Ladung bzw. in den mittleren Wolkenschichten eine negative Ladung. Durch Blitzentladungen kann dieser Ladungsunterschied ausgeglichen werden.

Ein Einzelzellengewitter. © NOAA

Der einsetzende Niederschlag wird von Verdunstungsprozessen begleitet, wodurch Abwinde entstehen. Da Auf- und Abwind jedoch räumlich nicht genügend voneinander getrennt sind, behindern die Abwinde die Aufwinde und kappen die Zufuhr weiterer „Gewitternahrung“ ab. Das Gewitter schwächt sich ab und zerfällt. In der Regel weisen solche Gewitter eine Lebensdauer von etwa 30 Minuten auf und werden von Platzregen sowie manchmal auch von kräftigen Böen und kleinem Hagel begleitet.

Gewitter
Eine alleinstehendes Gewitter mit der typischen Amboss-Struktur. © AdobeStock

Multizellen

Gewitter weisen oft eine zumindest schwach ausgeprägte mehrzellige Struktur auf, damit werden sie per Definition zu einer Multizelle. Diese Gewitter sind insgesamt langlebiger als ordinäre Gewitter und können bei passenden Bedingungen zu großen Gewitterkomplexen heranwachsen: Wenn die Winde in der Höhe eine stärkere Windgeschwindigkeit aufweisen als die Winde in Bodennähe (also wenn es vertikale Windscherung gibt), können bei einem Gewitter die Aufwindzone von der Abwindzone getrennt werden. Dadurch wird die Zufuhr an feuchtwarmer Luft nicht unterbrochen. Bei solchen Gewitterkomplexen kann man in der Regel mehrere Gewitterzellen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien beobachten: Vollständig ausgebildete Gewitter, sich neu entwickelnde Zellen sowie auch bereits zerfallende Zellen.

Vereinfachte Dartstellung der Konvektion innerhalb einer Gewitterwolke. © Nikolas Zimmermann
Diese Einzelzelle hat das Potential zur Multizelle heranzuwachsen, da der verwehte Eisschirm  auf etwas Windscherung hindeutet. © N. Zimmermann
Ein Multizellengewitter. © NOAA

Je nach Windscherung, Luftschichtung sowie auch topographischem Einfluss können Multizellen sehr unterschiedliche Strukturen und Verlagerungsrichtungen aufweisen, beispielsweise können sie sich manchmal sogar entgegen der vorherrschenden Windströmung in mittleren Höhen verlagern. Bei starker Windscherung entwickeln sich manchmal sogar mehrere hundert Kilometer lange Gewitterlinien. Multizellen können zu Starkregen, Sturmböen und Hagel führen.

Quellwolken eines Gewitters - pixabay.com
Eine Multizelle. © pixabay.com
Gewitterlinie am IR-Satellitenbild (inkl. Blitze) am 29. Juni 2021.

Superzellen

Superzellen sind deutlich seltener als ordinäre Gewitter und Multizellen, sie sorgen aber oft für erhöhte Unwettergefahr. Es handelt sich dabei um meist langlebige, kräftige und alleinstehende Gewitter, welche einen beständigen rotierenden Aufwind aufweisen („Mesozyklone“). Superzellen entstehen bei ausgeprägter Windscherung: Bei einer starken vertikalen Windzunahme bilden sich nämlich quer zur Strömung horizontal liegende Luftwalzen. Der Aufwind eines entstehenden Gewitters saugt diese Luftwalze ein und kippt ihre Achse in die Senkrechte, wobei sich der Drehimpuls nach und nach auf den gesamten Aufwindbereich überträgt. Auf Zeitraffern lässt sich diese dadurch erkennen, dass die Gewitterwolke um eine vertikale Achse rotiert.


Die Zufuhr feuchtwarmer Luft wird dabei durch den räumlich getrennten Abwindbereich, in dem der Niederschlag ausfällt, nicht gestört. Superzellen können für schwere Sturmböen, Starkregen, großen Hagel und in manchen Fällen auch für Tornados sorgen.  Superzellen präsentieren sich aber je nach Feuchtigkeitsangebot unterschiedlich, so gibt es LP-Superzellen (low precipitation, siehe auch Zeitraffer oben), klassische Superzellen und HP-Superzellen (high precipitation, siehe Zeitraffer unten).


Titelbild: Superzelle über Wien am 12. August 2019 © M. Spatzierer

21. Juni: Astronomischer Sommerbeginn

Sommerliche Stimmung - pixabay.com

Obwohl die Tage ab dem 21. Juni langsam wieder kürzer werden, signalisiert die Sonnenwende in unseren Breiten erst den Sommerbeginn. Tatsächlich ist die heißeste Zeit des Jahres erst von Mitte Juli bis Mitte August zu erwarten. Die Ursache liegt in der thermischen Trägheit der Land- und vor allem Meeresoberflächen.

Der späteste Sonnenuntergang findet am 26. Juni statt.
Der späteste Sonnenuntergang findet am 26. Juni statt.

Der längste Tag und der früheste Sonnenaufgang fallen wegen der Neigung der Erdachse und der elliptischen Bahn unseres Planeten um die Sonne aber nicht auf den selben Tag, so findet der späteste Sonnenuntergang am 26. Juni statt, der früheste Sonnenaufgang war dagegen schon am 15. Juni.

Sommersonnenwende

Zum astronomischen Sommerbeginn, auch Sommersonnenwende genannt, sind die Tage im gesamten Jahr am längsten: In Wien etwa geht die Sonne bereits kurz vor 5 Uhr in der Früh auf und erst gegen 21 Uhr wieder unter. An wolkenlosen Tagen scheint die Sonne somit gut 16 Stunden. In Hamburg sind sogar 17 Stunden Sonnenschein möglich. Von nun an werden die Tage wieder kürzer: Vorerst nur sehr langsam, bis zum Monatsende um gerade einmal vier Minuten. Erst gegen Ende August werden die Tage merklich kürzer.

Die Tageslänge im Verlauf des Jahres. © UBIMET
Die Tageslänge im Verlauf des Jahres. © UBIMET

Titelbild © Adobe Stock

Rückblick: Zum Wochenstart vor allem im Süden kräftige Gewitter

+++ Update 22:15 Uhr +++

Die Gewittertätigkeit lässt jetzt allmählich nach, in der letzten Stunde hat es vor allem im Raum Bruck/Mur heftig geschüttet (21 Liter an der Station in Bruck/Mur, 12 Liter in Pernegg).

Auch auf Wien ziehen von Westen her noch kurze Schauer und Gewitter durch, wie schön am Radarbild von 22 Uhr zu erkennen ist. Damit beenden wir unseren Live-Ticker und wünschen einen ruhigen Abend!

+++ Update 21:10 Uhr +++

Weiterhin kräftige Gewitter in Österreich unterwegs:

Blitzverlauf mit Niederschlagsmengen der letzten Stunde,
Quelle: UBIMET, NOWCAST

Die Kärntner Zelle brachte in Klagenfurt um 15 Liter auf den Quadratmeter, weiter südöstlich sogar knappe 24 Liter in  nur kurzer Zeit. Da sind kleinere Überschwemmungen vorprogrammiert.
Auch die Steirer Zelle, die nördlich an Hartberg vorbei nun das Burgenland erreicht hat, brachte in Eichberg sogar knapp 29 Liter auf den Quadratmeter in nur 30 Minuten.

+++ Update 20:20 Uhr +++

Mit Korngrößen im Bereich von Golfball-Größen bei bzw. nördlich von Graz darf man wahrlich schon von Unwettern sprechen. Aber auch in Kärnten lassen die gemessenen Werte der Wetterstationen von der Intensität der Gewitter ahnen: 25,6 Liter/m^2 in der letzten Stunde nördlich von Villach und 81 km/h Sturmböen bei Klagenfurt.

+++ Update 19:20 Uhr +++

Die Zwischenbilanz über den heutigen Blitzverlauf ergibt eine bunte Karte, die einerseits die Gewitter vom Vormittag/Mittag in Ober- und Niederösterreich zeigt, wie auch die aktuellen Gewitter der letzten Stunden – die kräftige Zelle erneut in Oberösterreich und jene vom Tiroler Unterland bis nach Graz

+++ Update 19:00 Uhr +++

Wie die Sturmböen in Oberösterreich (93 km/h jetzt am Flughafen Linz), so die Überflutungen auch im Süden: bei 17,8 Liter auf den Quadratmeter in Dellach im Drautal in nur 40 Minuten kein Wunder.

+++ Update 18:50 Uhr +++

Die kräftige Gewitterzelle, die vor Kurzem über Graz hinwegzog, bracht auch Hagel mit sich:

+++ Update 18:30 Uhr +++

Etliche Sturmschäden werden aus Oberösterreich gemeldet, 71 km/h wurden auch bereits aus Obertrattnach gemeldet:

+++ Update 18:15 Uhr +++

+++ Update 18:00 Uhr +++

Volltreffer in Reichersberg im Innviertel:
Die bayrische Superzelle soeben Reichersberg getroffen und dabei für eine orkanartige Böe mit 108 km/h gesorgt (außerdem für einen Temperatursturz von 27,6°C auf 19,3°C binnen 10 Minuten).
Auf ihrem weiteren Weg südostwärts schrammt sie an Ried vorbei und zieht weiter auf Wels zu. Stellen Sie sich dort auf ebenso schwere Böen und Hagel ein!

+++ Update 17:15 Uhr +++

Erneut bemühen wir das Radarbild, denn ganz klassisch nach Lehrbuch erleben wir in Kärnten einen Zell-Split – ein Gewitter, das sich teilt. Der südliche Teil zieht nun südostwärts Richtung Hermagor, der nördliche weiter nach Osten.
Weiters gilt erhöhte Vorsicht im Großraum Graz, da dort mehrfach Gewitter auslösen!
Und als dritten Gefahrenpunkt müssen wir den Bereich zwischen Schärding, Braunau und Ried im Innkreis vorwarnen vor der kräftigen Superzelle, die aus Niederbayern in der kommenden halben Stunde das Innviertel erreicht. Mäßiger Hagel ist dabei zu erwarten:

Radarbild 15:15 Uhr
Quelle: UBIMET, AustroControl

+++ Update 16:30 Uhr +++

Nach einer kurzzeitig etwas ruhigeren Phasen haben nun wieder ein paar Gewitter ausgelöst. Während sich jenes im Waldviertel bereits wieder zu einem Schauer abgeschwächt hat, ziehen vom Tiroler Unterland über die Hohen Tauern bis in die Südsteiermark Gewitter langsam ostwärts.

Erhöhte Vorsicht gilt daher momentan für Spittal an der Drau und von Deutschlandsberg bis Leibnitz:

Besonders aber in Bayern sind derzeit schwere Gewitter samt Hagel unterwegs, die zudem etwas schneller ostwärts ziehen. Es bleibt abzuwarten, ob und wo sie Österreichen erreichen.

Radarbild 16:15 Uhr
Daten: UBIMET, AustroControl

+++ Update 14:50 Uhr +++

Ein Blick auf das Satellitenbild zeigt nicht nur die quer über Deutschland liegende Kaltfront, sondern auch dass bzgl. Gewitter derzeit nicht viel los ist in Österreich. Einzig westlich von Spittal an der Drau ist aktuell ein Gewitter am Entstehen. Die roten Pluszeichen stehen dabei für die aktuellen Blitze.
Auch in den kommenden Stunden sind noch weitere Gewitter im Süden zu erwarten.

Satbild und aktuelle Blitze (+ Zeichen) von 14:40 Uhr
Quelle: UBIMET, EUMETSAT

 

 

+++ Update 13:15 Uhr +++

Derzeit gibt es große Temperaturkontraste in Österreich. Während im Mühl- und Waldviertel nur knapp 20 Grad gemessen werden, ist es in Unterkärnten mit bis zu knapp 33 Grad in St. Andrä im Lavanttal schwülheiß. Entsprechend herrscht am Nachmittag vor allem im Süden erhöhte Gewittergefahr.

Temperaturen um 13:10 Uhr; (zum Vergrößern auf das Bild klicken. Daten: ZAMG/UBIMET)

+++ Update 12:55 Uhr +++

Die Gewitter im Norden des Landes haben nachgelassen, sind aber aktuell noch für teils kräftigen Wind in Teilen Niederösterreichs verantwortlich.Anbei die gemessenen Windspitzen:

  • 71 km/h Klausen-Leopoldsdorf
  • 63 km/h St. Pölten
  • 62 km/h Retz
  • 62 km/h Gumpoldskirchen

+++ Update 12:30 Uhr +++

Vor allem im südlichen Bergland steigt die Gewitterneigung nun langsam an, in der Gurktaler Alpen ist knapp nördlich der Flattnitz vor wenigen Minuten eine Gewitterzelle entstanden.

+++ Update 12:00 Uhr +++

Anbei ein Video aus dem Waldviertel. Etwa in Weitra wurden Böen bis 61 km/h gemessen, wobei die Station nicht direkt getroffen wurde.

+++ Update 11:50 Uhr +++

Das Gewitter im Waldviertel zieht derzeit mit stürmischen Böen über Karlstein an der Thaya hinweg und verlagert sich demnächst nach Tschechien. Ein weitere Gewitter zieht derzeit in der nördlichen Obersteiermark über das Untere Ennstal zwischen Admont und Hieflau hinweg.

+++ Update 11:30 Uhr +++

Das Gewitter im Waldviertel ist weiterhin sehr kräftig und zieht in Richtung Karlstein an der Thaya. Anbei ein Webcambild aus Groß-Siegharts.

Gewitter bei Groß-Siegharts. © http://www.wetter-hausruckviertel.at/
Gewitter bei Groß-Siegharts. © https://www.wetter-hausruckviertel.at/

+++ Update 11:15 Uhr +++

Im Oberen Waldviertel bei Kirchberg am Walde ist ein kräftiges Gewitter entstanden. Das Gewitter zieht ostwärts und sorgt für Hagel- und Sturmgefahr! Eine Konvergenzlinie liegt derzeit quer über dem Westen Niederösterreichs, hier können in der kommenden Stunde weitere Gewitter entstehen.

Eine Windkonvergenz liegt quer über Niederösterreich. Die Gewitter verlagern sich ostwärts. © ACG/UBIMET

+++ Update 11:05 Uhr +++

In Oberösterreich wurden bereits knapp 10.000 Blitzentladungen gemessen. Die Gewitter haben hier neben Starkregen auch für stürmische Böen gesorgt, anbei die bislang stärksten gemessenen Windböen:

  • 68 km/h Rohrbach
  • 65 km/h Wolfsegg
  • 64 km/h Reichersberg
  • 61 km/h Kremsmünster

in Unterach am Attersee wurde zudem 16 mm Regen innerhalb von einer Stunde gemessen.

+++ Übersicht +++

Österreich liegt am Montag südlich einer Kaltfront, die sich von Nordfrankreich quer über Deutschland bis nach Polen erstreckt. Im Vorfeld der Kaltfront gelangen weiterhin feuchtwarme und labil geschichtete Luftmassen ins Land, so sind in Salzburg und Oberösterreich bereits seit den Morgenstunden mitunter kräftige Gewitter durchgezogen. Die Gewitter erfassen nun auch das Most- und Waldviertel, am Nachmittag sind dann auch im östlichen Flachland sowie im Süden örtlich kräftige Gewitter zu erwarten. Örtlich besteht die Gefahr von Hagel, Starkregen und Sturmböen!

Am Abend ziehen im Norden mit Ankunft der Kaltfront neuerlich Schauer und Gewitter durch, etwas geringer bleibt die Gewitterneigung dagegen im Bodenseeraum sowie im äußersten Südosten.

Titlebild © Storm Science Austria

Hitze: 7 Tricks für eine kühle Wohnung!

Ventilatoren schaffen bei der Hitze Linderung.

1. Fenster schließen und Jalousien runter

Sehr früh am Morgen ist die beste Zeit zum Lüften und dabei Wohnung oder Haus etwas abzukühlen. Den Rest des Tages solltet ihr es hingegen vermeiden die Fenster zu öffnen, ganz besonders in den Nachmittags- und Abendstunden. Dadurch würde nämlich nur aufgeheizte Luft in die Wohnung gelangen. Zusätzlich ist es sehr hilfreich, wenn man eine Markise, Rollladen oder Jalousien verwendet. Letztere funktionieren aber meist nur dann gut, wenn sie außerhalb der Fenster angebracht sind.

2. Zugluft in der Wohnung

Die Fenster sollten so geöffnet werden, dass in der Wohnung Zugluft aufkommt. Das Fenster, durch das die Luft in die Wohnung gelangt, sollte nur wenig geöffnet werden. Das Fenster, durch das die Luft wieder herausströmt, sollte hingegen vollständig geöffnet werden. Im Idealfall befindet sich ersteres auf der Innenhofseite und letzteres auf der Straßenseite. Beachtet aber auch das Timing (siehe Tipp Nr. 1)!

3. Vorhänge anfeuchten

Vielleicht kennt ihr diesen Trick noch nicht: Feuchtet während der kühlsten Tageszeit eure Vorhänge an und sorgt für Zugluft in der Wohnung. Wenn kein Wind geht, könnt ihr auch einen Ventilator dafür verwenden. Ihr werdet spüren, dass sich der Raum abkühlt.

4. In der Nacht Pflanzen gießen

Die Vegetation kann auch dabei helfen, das Haus abzukühlen. Besonders wenn ihr zahlreiche Pflanzen in der Wohnung habt, solltet ihr diese in der Nacht und in den frühen Morgenstunden gießen. Wenn man dann lüftet, hilft die Feuchtigkeit der Erde dabei die hineinkommende Luft etwas abzukühlen.

5. Elektrische Geräte abschalten

Obwohl wir es manchmal nicht direkt bemerken, heizen viele elektrische Geräte zusätzlich den Raum auf. Den Kühlschrank könnt ihr zwar nicht abschalten, allerdings gibt es andere Geräte auf die man durchaus verzichten kann: Beispielsweise Staubsauger, Computer oder auch Fernseher.

6. LEDs statt Glühbirnen

Glühbirnen wandeln etwa 90% der verbrauchten, elektrischen Energie in fühlbare Wärme um. Wer noch welche angebracht hat, sollte sie mit LED-Lampen ersetzen. Dann könnt ihr euch nicht nur auf ein kühleres Haus, sondern auch auf eine billigere Stromrechnung freuen.

7. Bettwäsche kühlen

In den meisten Wohnungen gibt es Zimmer, die kühler sind als andere. Entweder dank einer besseren Isolierung oder einfach wegen der Orientierung. Bringt die Bettwäsche in das kühlste Zimmer und lasst sie dort, bis ihr wieder ins Bett geht. Wenn ihr alle diese Tipps beachtet und trotzdem noch unter der Hitze leidet, dann könnt ihr auch probieren, selbst eine Klimaanlage zu basteln! Das folgende Video erklärt wie es geht:

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Am Wochenende Hitze mit bis zu 36 Grad an der Alpennordseite

Thermometer mit Hitze über 30 Grad - Adobe Stock

Die erste Junihälfte verlief im landesweiten Flächenmittel bereits um 1,3 Grad wärmer als im langjährigen Mittel von 1991 bis 2020, wobei die größten Abweichungen um +2 Grad in der Silvretta sowie in Osttirol und Kärnten verzeichnet wurden. In den kommenden Tagen werden die Abweichungen weiter ansteigen, so steht am Sonntag steht der bislang heißeste Tag des Jahres an. Entlang der Nordalpen von Vorarlberg bis ins Mostviertel steigen die Temperaturen örtlich auf bis zu 36 Grad.

Die größte Hitze verlagert sich am Wochenende von Frankreich nach Ostdeutschland (zum Vergrößern auf das Bild klicken). © UBIMET

PETRA bringt heiße Luft

Verantwortlich für die erste große Hitze des Jahres ist ein nahezu ortsfestes Tiefdruckgebiet namens PETRA mit Kern über dem Ostatlantik bzw. der Biskaya. An der Ostflanke des Tiefs gelangen mit einer südlichen bis südwestlichen Strömung heiße Luftmassen nach Mitteleuropa, wobei die größte Hitze die Regionen westlich und nördlich von Österreich trifft. So sind am Wochenende selbst in einem Streifen von Nordfrankreich bis in die Mitte Deutschlands recht verbreitet Temperaturen zwischen 35 und 39 Grad zu erwarten.

Die heißeste Luft umströmt das Hoch EFIM. © FU Berlin / DWD

Sonniges Wochenende

Am Samstag und Sonntag dominiert in Österreich bei höchstens harmlosen Schleier- oder Quellwolken verbreitet der Sonnenschein. Dazu bleibt es weitgehend trocken, nur ganz vereinzelt sind in den westlichen Nordalpen am späten Sonntagnachmittag lokale Hitzegewitter nicht ausgeschlossen. Die Temperaturen steigen am Samstag auf 28 bis 34 Grad und am Sonntag auf 30 bis 36 Grad. Die höchsten Temperaturen sind unter leichtem Föhneinfluss von Vorarlberg bis ins Mostviertel zu erwarten.

Die Nullgradgrenze steigt am Sonntag vorübergehend auf etwa 4500 m an.

Zu Wochenbeginn bleibt es sehr heiß mit Temperaturen zwischen 29 und 35 Grad, die Gewittergefahr steigt aber vor allem im Berg- und Hügelland an.

Am Montag gibt es auch im Südosten große Hitze.

Außergewöhnliche Juni-Hitze

Temperaturen um 35 Grad sind in den vergangenen Jahren häufiger geworden, sind aber weiterhin außergewöhnlich. Beispielsweise in Bregenz und Salzburg wurde die 35-Grad-Marke im Juni überhaupt erst dreimal seit Messbeginn erreicht. Im Zuge des Klimawandels erreicht die nordafrikanische Hitze den Alpenraum jedoch immer früher im Jahr. Im vergangenen Jahr wurden Temperaturen um 35 Grad erstmals am 21. sowie am 24. Juni im Südosten gemessen, im Rekordjuni 2019 sogar in jedem Bundesland. Der absolute Monatsrekord liegt bei 38,6 Grad, gemessen in Waidhofen an der Ybbs am 20.6.2013.

Titelbild © AdobeStock

Zu Fronleichnam kräftige Gewitter mit Hagel

Hagel und Regenbogen

Die kräftigsten Gewitter sind für heute durch, die verbliebenen Gewitter werden nun auch von Stunde zu Stunde weniger. Daher beenden wir unseren heutigen Liveticker und bedanken uns fürs Mitlesen! Bis demnächst an gleicher Stelle 🙂

+++Update 18:15 Uhr+++

Beeindruckende Strukturen bei den Gewittern, hier eingefangen vor Kurzem in Kirchberg an der Pielach.

Quelle: Storm Science Austria
Hagel in Wimpassing / Leitha. Bild: R. Proyer
Hagel in Pottendorf. Bild: F. Knabl

+++Update 17:45 Uhr+++

Nachhaltig abkühlen wird es mit den Gewittern nicht – nur kurzfristig. In Vorarlberg, hinter der Störungszone, geht der Tag freundlich zu Ende. Derzeit ist Feldkirch sogar der wärmste Ort des Landes mit knapp 30 Grad!

Quelle: https://www.foto-webcam.eu/webcam/dornbirn/

+++Update 17:30 Uhr+++

Man kann anhand der Blitzdichte (also Blitze pro Quadratkilometer) gut sehen, wo die heftigsten Gewitter bis jetzt gewütet haben: Jene Zelle, die von der Packalpe zur slowenischen Grenze gezogen ist, stellt hier die anderen Gewitter ziemlich in den Schatten!


+++Update 17:15 Uhr+++

Hier der Überblick der aktuellen Gewitterherde anhand der Blitzentladungen. Alte Blitze sind dunkel – neue Blitze sind gelb dargestellt. Im Westen hat sich die Situation nun schon beruhigt, die stärksten Gewitter derzeit in Niederösterreich un der Steiermark:

+++Update 17:00 Uhr+++

Mittlerweile regnerisch auch in Wien, der Regen hält jetzt einige Zeit an und auch Blitze sind immer wieder mit dabei!

Quelle: https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien/

+++Update 16:45 Uhr+++

Schon 30.000 Blitze heute, die Hälfte davon geht auf das Konto der Steiermark:

+++Update 16:30 Uhr+++

Das kräftigste Gewitter geht momentan nördlich von Eisenstadt nieder und zieht ostwärts Richtung Neusiedl und Bruck/Leitha. In diesem Bereich intensiver Regen und Hagel!

+++Update 16:20 Uhr+++

Blick von Bad Vöslau auf das heftige Gewitter im südlichen Wiener Becken. Danke an Storm Science Austria für das tolle Bild:

Quelle: Storm Science Austria

+++Update 16:15 Uhr+++

Große Temperaturunterschiede derzeit – je nach Sonne oder Gewitter. In der Wiener Innenstadt noch immer 29 Grad, in Weitra (Waldviertel) hat es mit einem Gewitter auf 14 Grad abgekühlt.

In der Bundeshauptstadt wird es auch demnächst nass!

+++Update 16:00 Uhr+++

Vorsicht im südlichen Wiener Becken. Hier hat sich eine sehr kräftige Gewitterzelle gebildet, rechnet hier mit intensivem Regen und auch Hagel. Hier ein Webcambild der A2 beim Knoten Wiener Neustadt:

+++Update 15:30 Uhr+++

Aktuelle Übersicht der Gewitter: Jetzt geht es auch langsam im Osten und Nordosten los, die Gewitter im Waldviertel nehmen Kurs auf Wien. Mal sehen, ob sie es schaffen…

+++Update 15:20 Uhr+++

Die Gewitter bilden sich heute in sommerlich warmer/heißer Luft, 4 Stationen im Land haben bis dato die 30-Grad-Marke geknackt.

+++Update 15:00 Uhr +++

Anbei ein Hagelbild aus der Südweststeiermark. Ähnlich groß war der Hagel auch örtlich im Lavanttal und in den Karawanken.

+++Update 14:45 Uhr +++

Vor allem entlang der Südgrenze von den Karawanken bis in die Südsteiermark gehen derzeit heftige Gewitter mit Starkregen und Hagel nieder. Diese Gewitter reichen gut 14 km hoch. Ein weiteres hochreichendes Gewitter erfasst nun das Obere Waldviertel, aber auch im Mittelburgenland entstehen nun Schauer und Gewitter.

Radar um 14:45 Uhr. © ACG/UBIMET

+++Update 14:30 Uhr +++

Anbei ein Video aus Maria Lankowitz (westlich von Köflach).


In Wolfsberg wurde Hagel mit einem Durchmesser von etwa 3 bis 4 cm beobachtet, siehe hier sowie hier

+++Update 14:20 Uhr +++

Auch im Raum Hartberg zieht derzeit ein Gewitter durch, anbei ein aktuelles Bild der Gewitterzelle.

Blitz bei Hartberg. © C. Matella

+++Update 14:15 Uhr +++

Die stärksten Gewitter gehen derzeit rund um die Koralpe nieder. In den kommenden Stunden verlagert sich der Schwerpunkt der Gewitter in den Nordosten des Landes, wo derzeit noch verbreitet die Sonne scheint. In Tschechien sind bereits erste kräftige Gewitterzellen entstanden, diese ziehen in Richtung Waldviertel.

Radar um 14 Uhr. © ACG/UBIMET

+++Update 14:10 Uhr +++

Derzeit gibt es große Temperaturkontraste: In Ferlach wurde soeben die 30-Grad-Marke erreicht und auch im östlichen Flachland liegen die Temperaturen bei 28 oder 29 Grad. In Tirol und Salzburg hat es teils auf unter 20 Grad abgekühlt, wie etwa in St. Johann i im Pongau mit 17,5 Grad.

Weitere Daten gibt es stets auch hier: Aktuelle Wetterdaten aus Österreich

+++Update 13:45 Uhr +++

Anbei aktuelles Infrarot-Satellitenbild, welches die Temperaturen an der Wolkenobergrenze zeigt. Je kälter die Temperatur, desto höher reichen die Gewitterwolken. Derzeit stechen vor allem die Wolken im nördlichen Unterkärnten sowie westlich von Graz stark heraus, stellenweise werden hier etwa -63 Grad ermittelt. Damit reichen die Gewitterwolken gut 13 km hoch.

IR-Satellitenbild um 13:35 Uhr.

+++Update 13:35 Uhr +++

In Neumarkt wurde vor wenigen Minuten eine Böe von 100 km/h gemessen. Anbei die Spitzen in den verfangenen drei Stunden in den Niederungen:

  • 100 km/h Neumarkt (ST)
  • 97 km/h St. Michael im Lungau (S)
  • 75 km/h Hochfilzen (T)
  • 73 km/h Bischofshofen (S)
  • 72 km/h Zell am See (S)
  • 72 km/h Friesach (K)

+++Update 13:15 Uhr +++

Vor allem im nördlichen Unterkärnten sowie zwischen dem Packsattel und Graz ziehen aktuell kräftige Gewitter durch, die Unwettergefahr nimmt in den Gebieten südlich bzw. südöstlich dieser Gewitter zu! Ein weiteres Gewitter ist südöstlich von München entstanden und zieht nach Salzburg.

Radar um 13:15 Uhr. © ACG/UBIMET

+++Update 12:50 Uhr +++

Die Gewitter im Murtal ziehen derzeit in Richtung Grazer Bergland. Die Hagel- und Sturmgefahr nimmt nach Südosten hin zu! Weitere Gewitter ziehen nordöstlich der Tauern sowie im Grenzbereich zu Bayern durch.

Radarbild um 12:50 Uhr. © ACG/UBIMET
Gewitter im Pongau. © www.foto-webcam.eu

+++Update 12:20 Uhr +++

Derzeit gehen vor allem in den Nordalpen vom Außerfern über die Salzburger Gebirgsgaue bis in die Obersteiermark örtlich Schauer und Gewitter nieder. In Hochfilzen wurde soeben eine Sturmböen von 75 km/h gemessen. Der Schwerpunkt der Gewitter wird sich in den kommenden Stunden in den Südosten verlagern, aber auch vom Waldviertel ostwärts nimmt die Gewitterneigung langsam zu.

Die Böenfront greift nun auf den Pinzgau über. Bild: www.foto-webcam.eu

+++Update 12:00 Uhr +++

Das kräftige Gewitter im Tiroler Unterland zieht aktuell über den Raum St. Johann in Tirol hinweg. Vorsicht vor Starkregen, kleinem Hagel und Sturmböen!

Anbei die bislang gemessenen Spitzenböen:

  • 69 km/h Mittersill (S)
  • 64 km/h Golling (S)
  • 63 km/h Kirchdorf in Tirol (T)
  • 61 km/h Windischgarsten (OÖ)

Weitere Daten gibt es stets auch hier: Aktuelle Wetterdaten aus Österreich

Gewitter im Kaiserwinkl. © www.foto-webcam.eu

+++Update 11:35 Uhr +++

Anbei zwei Webcambilder des Gewitters zwischen Wörgl und Kufstein (via www.foto-webcam.eu). In Achenkirch sowie auch in Windischgarsten wurden vor wenigen Minuten Böen um 60 km/h gemessen.

+++Update 11:15 Uhr +++

Das aktuell kräftigste Gewitter zieht derzeit vom Rofan ins Unterinntal (Raum Wörgl), hier kann es demnächst zu Starkregen, kräftigen Windböen und kleinem Hagel kommen. Weitere Gewitter sind im Berchtesgadener Land sowie im Raum Windischgarsten unterwegs. Die Gewitter ziehen mit etwa 50 bis 55 km/h ost- bis südostwärts.

Blitzentladungen um 11:10 Uhr. © UBIMET

+++Update 10:55 Uhr +++

Bei Gewittern sorgen Hagel und Sturm zwar oft für die höchsten Sachschäden, allerdings wird der klassische Blitz oft als Gefahrenquelle für den Menschen vernachlässigt. Ein paar Infos zum Thema Schrittspannung sowie generelle Verhaltenshinweise bei Gewittern findet ihr hier.

+++Update 10:30 Uhr +++

Am aktuellen Satellitenbild sieht man die hochreichenden Gewitterwolken (helles weiß) über Teilen Nordtirols. Auch in Oberösterreich sind erste gewittrige Schauer entstanden, im Süden und Osten scheint dagegen bei höchstens harmlosen Schleierwolken verbreitet die Sonne.

Satellitenbild um 10:20 Uhr. © EUMETSAT/UBIMET

+++Update 10:05 Uhr +++

Die Gewitter entlang der westlichen Nordalpen bringen vorerst starken Regen, kräftige Windböen und kleinen Hagel. Im Laufe des Tages sind vor allem im Südosten dann auch Gewitter mit großem Hagel und Sturmböen möglich.

Anbei zwei Meldungen aus dem Allgäu. Diese Gewitter ziehen aktuell über das Außerfern hinweg,

+++ Update 09:45 +++

In Vorarlberg ziehen bereits seit den Morgenstunden Schauer und Gewitter durch, hier gab es bereits mehr als 600 Blitzenladungen. Mittlerweile sich auch erste kräftige Gewitter unterwegs, diese ziehen aktuell über den Allgäu bzw. das Außerfern hinweg.

Radarbild um 9:45 Uhr. © UBIMET/ACG/DWD

+++ Übersicht +++

Österreich liegt am Donnerstag im Einflussbereich feuchtwarmer und energiereicher Luftmassen. Der Hochdruckeinfluss lässt dabei nach und aus Westen zieht tagsüber ein Tiefausläufer durch, somit muss man verbreitet mir einer zunehmenden Schauer- und Gewitterneigung rechnen. Bei teils starker Windscherung sind vor allem im Süden und Osten auch kräftige Gewitter zu erwarten mit der Gefahr von teils großem Hagel und Sturmböen!

Vor allem im Südosten zeichnet sich örtlich erhöhte Unwettergefahr ab. © uwz.at

Titelbild © AdobeStock

Gewitter in Österreich: die blitzreichsten Regionen des Landes

Gewitter können in Mitteleuropa bei passenden Wetterbedingungen im gesamten Jahr auftreten, die klassische Hochsaison geht hierzulande aber typischerweise von Mitte Mai bis Ende August. In dieser Jahreszeit sorgt einerseits der hohe Sonnenstand für eine starke Erwärmung der bodennahen Luft, was zu einer labilen Luftschichtung führen kann, andererseits werden die Luftmassen im Laufe des Sommers generell energiereicher (wärmere Luft kann mehr Wasserdampf enthalten).

Anzahl an Blitzentladungen pro Monat in Österreich von 2011 bis 2020. © UBIMET

Der blitzreichste Monat des Jahres in Österreich ist meist der Juli mit einem 10-jährigen Mittel von knapp 225.000 Blitzentladungen (Stromstärke ab 5 kA). Es folgen in absteigender Reihenfolge August, Juni und Mai. Gegen Ende August lässt die Blitzhäufigkeit aufgrund der rasch abnehmenden Tageslänge deutlich nach, der blitzärmste Monat ist der November mit durchschnittlich nur 136 Entladungen.

Blitze in Österreich

Im 10-jährigen Mittel stechen bei der Blitzdichte in Österreich zwei Regionen ganz besonders hervor:

  • Die Gebiete vom Grazer Bergland und Mürztal über das Grazer Becken bis ins Südburgenland
  • Die Gebiete vom Flachgau bzw. südlichem Innviertel über das Salzkammergut bis zu den Ennstaler Alpen

Am wenigsten Blitze gibt es dagegen am Alpenhauptkamm vom Montafon bis zu den Ötztaler Alpen, da hier die lange Schneebedeckung sowie die hochgelegenen Täler nur eine recht kurze Gewittersaison zulassen.

Mittlere Blitzdichte von 2010 bis 2019. © UBIMET

Bezirke mit der höchsten Blitzdichte

  • 34,6 Blitze/km² Weiz (ST)
  • 32,7 Blitze/km² Graz-Umgebung (ST)
  • 29,3 Blitze/km² Hartberg-Fürstenfeld (ST)
  • 28,4 Blitze/km² Graz (ST)
  • 27,5 Blitze/km² Jennersdorf (B)
  • 26,8 Blitze/km² Salzburg Stadt (S)
  • 26,7 Blitze/km² Südoststeiermark (ST)
  • 26,4 Blitze/km² Salzburg-Umgebung (S)
  • 26,4 Blitze/km² Voitsberg (ST)
  • 25,6 Blitze/km² Oberwart (B)
  • 25,2 Blitze/km² Ried im Innkreis (OÖ)

An letzter Stellen befinden sich die Bezirke Bludenz und Landeck mit einer mittleren Dichte von 8,2 bzw. 8,6 Blitzen/km² (in den Gemeinden Bartholomäberg in Vorarlberg bzw. Sölden in Tirol liegt sie bei nur 5 Blitzen/km²).

Mittlere Anzahl von Blitzen pro Tag (2007-2019). © UBIMET

Wenn man sich die mittlere Anzahl von Blitzen pro Tag betrachtet, stechen die bereits erwähnten Regionen ebenfalls klar heraus, ganz besonders die Gebiete rund um Weiz. Starke Gewitter können zwar überall auftreten, auch in dieser Kategorie liegen aber „die üblichen Verdächtigen“ an der Spitze:

  • das südöstliche Bergland (u.a. vom Murtal bis zur Buckligen Welt)
  • die Nordalpen (v.a. vom Außerfern bis zu den Niederösterrechischen Voralpen)
  • das Obere Waldviertel
Anteil der Schwergewittertage. © UBIMET

Hagel ist in Österreich keine Seltenheit, vor allem bei leicht föhnigen Wetterlagen kommt es am Alpennordrand, im Südosten oder im Waldviertel nahezu jährlich lokal auch zu großem Hagel. Vereinzelt wurde auch schon sehr großer Hagel mit einer Größe von etwa 10 cm beobachtet, wie etwa zuletzt am 5. Juni 2022 im Kaiserwinkl oder am 24. Juni 2021 in Wald- und Weinviertel.

Meldungen von großem Hagel in Österreich in der ESWD-Datenbank seit 2010. © ESWD

Blitzhauptstadt Graz

In Österreich stellt Graz aufgrund der geographischen Lage am Südostrand der Alpen die blitzreichste Landeshauptstadt dar. Einerseits gibt es hier zahlreiche Gebirgsgruppen wie etwa die Packalpe oder das Grazer Bergland, welche die Auslöse von Gewittern begünstigen, andererseits ist die Luft hier im Sommer oft sehr feucht bzw. energiereich. Hinzu kommt noch, dass sich die feuchte Luft  in tiefen Schichten bei Kaltfrontdurchgängen besonders lange halten kann, da die bodennahe Kaltluft von den Alpen blockiert wird bzw. über Wien hinweg umgeleitet wird. In mittleren Höhenlagen findet aber dennoch eine Temperaturabnahme statt, was dann in der Steiermark und im Südburgenland zu einer oft labilen Luftschichtung führt.

Im Südosten ist die Luftschichtung am häufigsten labil. © UBIMET

Dieser Effekt führt auch dazu, dass es in Graz deutlich häufiger als etwa in Wien zu kräftigen Gewittern kommt, da die energiereiche Luft in der Hauptstadt aufgrund der exponierten Lage am Alpenostrand schnell durch aufkommenden Westwind ausgeräumt wird. Da zwischen dem Waldviertel und den Voralpen zudem ein kanalisierender „Flaschenhals“ vorliegt, wird der Wind ab dem Mostviertel auch meist beschleunigt und läuft etwaigen Gewittern davon (Druckwelle). Beim Absinken hinter dem Wienerwald trocknet er die Luft schließlich noch etwas ab.

Bei sommerlichen Kaltfronten aus NW hält sich südlich der Alpen länger die energiereiche Luft.

Mittlere Blitzdichte pro Landeshauptstadt:

  1. Graz 28,4 Blitze/km²
  2. Salzburg 26,8 Blitze/km²
  3. Bregenz 16,9 Blitze/km²
  4. Eisenstadt 16,3 Blitze/km²
  5. Innsbruck 15,1 Blitze/km²
  6. Linz 11,3 Blitze/km²
  7. Wien 11,2 Blitze/km²
  8. Klagenfurt 11,1 Blitze/km²
  9. St. Pölten 10,7 Blitze/km²

In Wien handelt es sich um ein Mittel über alle Bezirke, wobei es auch innerhalb vom Bundesland Wien größere Unterschiede gibt: Während sie im Süden teils über 13 Blitzen/km² liegt, sind es in Floridsdorf nur 8,7 Blitze/km² (Zeitraum von 2010 bis 2019).

Auch auf mitteleuropäischer Ebene stechen die Gebiete rund um das Grazer Becken heraus. Besonders in Norditalien gibt es allerdings Regionen mit einer noch höheren Blitzdichte, wie etwa das Alpenvorland rund um Bergamo sowie im Nordosten Italiens von Vicenza bis Udine, generell die nördliche Adria oder auch auch die Küste Liguriens von Genua ostwärts.

Blitze pro km² pro Jahr in Österreich (2009-2019). © UBIMET

Zutaten für Gewitter

Für die Entstehung von Gewittern sind grundsätzlich drei Zutaten notwendig: Ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit in tiefen Schichten, eine labile Schichtung der Atmosphäre sowie ein Mechanismus, der die Luft zum Aufsteigen bringt. Letzteres kann beispielsweise zusammenströmender Wind über einem Berg oder auch im Flachland (Konvergenz) oder auch eine aufziehende Front sein. Für die Entstehung langlebiger Gewitter ist zusätzlich noch eine Zunahme der Windgeschwindigkeit mit der Höhe notwendig, damit der Auf- und Abwindbereich der Gewitter voneinander getrennt bleiben.

Vorwarnung und Warnung

Die Zutaten für schwere Gewitter kann man meist schon mehrere Tage im Voraus gut prognostizieren (Gewittervorwarnung), wo dann aber auch ein kräftiges Gewitter exakt durchzieht, kann man in der Regel nur kurzfristig anhand von Radar- und Satellitendaten erkennen (Gewitterwarnung).

Seltenes Phänomen in Frankreich

Derzeit herrscht im Süden von Frankreich große Hitze und tagsüber steigen die Temperaturen auf Werte über 35 Grad. Doch mitten in der Nacht sind solche Werte ungewöhnlich, wie kam also dazu:

Der Heat-Burst

Die schwül-heiße Luft und die damit verbundene Labilität sorgt für die Bildung von kräftigen Gewittern (Hitzegewitter). So auch gestern Nacht, als Gewitter beidseits der Pyrenäen von West nach Ost entlangzogen. Um Mitternacht herum erreichten sie das Mittelmeer und lösten sich auf. Soweit so schön, kann man meinen, doch im kleinen Ort Cap Bear brach dann erst so richtig der Sturm los. Was ist passiert?

Stationsdiagramm Cap Bear

 

Das Stationsdiagramm zeigt eindrücklich den Verlauf des Ereignisses. Nach Abzug der Gewitter um 23 UTC (01 MESZ) frischt der Wind bis auf Orkanstärke aus und in Böen werden über 150 km/h gemessen und der Wind dreht auf Süd. Dabei sinkt der Druck rapide und auch die relative Feuchtigkeit sinkt auf sehr trockene 25 %. Die Animation (Anklicken zum Abspielen) zeigt die Gewitter.

Satellitenfilm des Ereignisses © EUMETSAT

Grund für den Sturm ist ein sogenanntes „Wake Low“. Dabei handelt es sich um ein kleinräumiges Tief, welches auf der Rückseite von sich abschwächenden Gewittern entstehen kann.

Windrichtungen und Lage des Wake Lows am 15.06.2022 um 2 Uhr Früh MESZ

Entstehung

Entstehung eines Heat Bursts

Auf der Rückseite eines Gewitters herrscht Absinken, hier fällt zudem aus größeren Höhen auch noch etwas Regen bzw. in der Höhe Schnee. Fällt dieser in eine Schicht aus trockener Luft, die aus der Umgebung herangeführt wird, verdunstet der Niederschlag und die Luft wird durch die Verdunstungskälte gekühlt. Damit ist sie kälter als die Umgebung sinkt dadurch beschleunigt weiter ab.

Da diese nun aber trocken ist, folgt ihr Abstieg mit etwa 10 Grad pro Kilometer (Fachwort: Trocken-Adiabatisch). Dabei erwärmt sich die Luft wieder und ist nun wärmer und trockener als die Luft im Zentrum des Gewitters und somit ist der Name “ Heat Burst“ (Hitzeausbruch) erklärt. Da aufgrund der Erwärmung der Druck sinkt, bildet sich bodennah ein kleines Tief, das „Wake Low“.

Anders als bei den großen Tiefs (z.B. Sturm oder Orkantiefs) spielt die Corioliskraft eine untergeordnete Rolle und somit strömt die Luft nahezu direkt in den Tiefkern. Ist der Druckunterschied groß genug, sind solche extremen Böen und der hohe Mittelwind (82 km/h) erklärbar. In Europa bisher eher weniger gut dokumentiert, treten „Heat Bursts“ in den USA immer mal wieder auf und sorgen hier für Schäden.

Titelbild: © Storm Science Austria

Hitzevorstoß zum Wochenende immer wahrscheinlicher

Hitze in Frankreich

Ausgangssituation

Das Satellitenbild gibt die derzeitige Wetterlage über Europa wieder. Ein kleines Tief vor der Küste Nordwestspaniens lenkt auf seiner Vorderseite heiße Wüstenlust in den Südwesten des Kontinents. Daher befindet sich derzeit über Spanien eine ausgeprägte Hitzeglocke, die in den folgenden Tagen auf Frankreich übergreifen wird.

Aktuelles Satellitenbild von 11:00 Uhr © EUMETSAT

Deutschland hat am Wochenende die Kaltfront des Tiefs mit Kern über dem Baltikum überquert. Dahinter strömt zur Zeit noch kühlere Meeresluft ein. Dies wird sich in den weiteren Tagen nun spürbar ändern.

Ablauf

Die folgende Animation (zum Abspielen anklicken) zeigt die Prognose der Hitzewelle in Frankreich für die kommenden Tage. Dabei werden alleine schon in 1500 m Höhe Temperaturen von Mitte 20 Grad erwartet, was in 2m Höhe in den Niederungen bei längerem Sonnenschein am Samstag teils Höchstwerte um die 40 Grad bedeutet.

Prognose der Temperatur in 1500 m – Höhe © ECMWF

Dies ist schon außergewöhnlich wie wir im Blog vom Sonntag bereits berichtet haben. Insbesondere für Ältere und Geschwächte sind solche Temperaturen lebensgefährlich!

Hitze in Deutschland

Kommen wir nach Deutschland, bei uns erreicht die Hitze am Freitag den Südwesten. Dabei sind im Südwesten Temperaturen um 30 Grad zu erwarten. Wie am Beispiel für Mannheim gezeigt, ist die Entwicklung bis dahin abgesichert. Am Samstag erreicht die Hitze hier nach derzeitigem bereits ihren Höhepunkt.

Temperaturprognose für Mannheim © ECMWF

Dann werden im Südwesten Werte um 35 Grad erwartet. Aber auch im übrigen Land wird es verbreitet heiß werden. Lediglich an den Küsten und in Schleswig-Holstein deuten sich angenehme Werte an. Hier macht sich die Nähe zu einer Luftmassengrenze bemerkbar, deren Ausbildung die weitere Wetterentwicklung maßgeblich beeinflussen wird.

Prognostizierte Höchstwerte am Samstag © UBIMET

Vieles deutet darauf hin, dass das Tief, welches derzeit noch schwach vor der Küste Spaniens liegt (s.o.) eine entscheidende Rolle bekommt. Es zieht in die Biskaya und damit nimmt der Einfluss auf unser Wetter zu. Damit wird in der Folge die größte Hitze in den Osten des Landes geschoben, wo am Sonntag Spitzenwerte zwischen 35 und 40 Grad möglich sind.

Unsicheres Wochenende

Das Wetter am Wochenende wird schließlich bestimmt durch zwei Tiefs. Das eine Tief ist unser Biskaya-Tief, das zweite entwickelt sich in der zweiten Wochenhälfte auf dem offenen Atlantik. In der unten stehenden Graphik, hat es zwar seinen Höhepunkt überschritten, dennoch ist sein Einfluss weiterhin noch groß.

Prognostizierte Wetterlage am Samstag, den 18.6.2022 © ECMWF

In der Nacht auf Samstag trifft die Kaltfront des Tiefs 2 über den Britischen Inseln auf die Warmfront von Tief 1 (unserem Biskaya-Tief) und eine scharfe Luftmassengrenze baut sich auf. Wo diese genau liegen wird ist derzeit noch unsicher. Dies hängt von den Zusammenspiel beider Tiefs ab.

Aufjedenfall kann es in ihrem Umfeld zu kräftigen Gewittern kommen. Eine der Unsicherheiten besteht darin, ob und wie schnell sie in der Folge nach Süden voran kommt, oder ob unser Tief 1 das verhindern kann, wie es einige Modelle sehen.

Damit wird auch entschieden, ob und wie kräftig die Gewitter am Wochenende ausfallen werden, die weiterhin sehr wahrscheinlich erscheinen. Sollte der Ablauf günstig sein, sind nach derzeitigem Stand auch Unwetter möglich.

Titelbild: https://pixabay.com/de/photos/sonne-himmel-blau-sonnenlicht-3588618/

Zu Fronleichnam teils schwere Gewitter, danach Hitze in Sicht?

Blitz bei Gewitter - AdobeStock

Nach ein paar ruhigeren Tagen zieht am Donnerstag, zu Fronleichnam, ein kleinräumiges Tief über den Nordosten Österreichs hinweg. Im Westen gehen bereits am Vormittag lokale Schauer und Gewitter nieder. Diese breiten sich tagsüber unter Verstärkung ostwärts aus und erreichen am Nachmittag auch das östliche und südöstliche Flachland. Primär zwischen dem Bregenzerwald und dem Tiroler Unterland, später aber auch im Südosten des Landes besteht in Gewitternähe erhöhte Unwettergefahr durch Sturmböen, Hagelschlag und Starkregen. Am ehesten trocken bleibt es am Bodensee und im Weinviertel. Die Temperaturen bleiben trotz Gewitter auf einem sommerlichen Niveau und erreichen verbreitet 24 bis 30 Grad.

Prognose der Niederschlagssumme für den Donnerstag, hauptsächlich durch Gewitter - UBIMET
Prognose der Niederschlagssumme für den Donnerstag, hauptsächlich durch Gewitter – UBIMET

Am Fenstertag Wetterberuhigung und mäßig warm

Bereits am Freitag zieht die Störung nach Südosten ab und aus Westen nimmt ein mächtiges Hoch allmählich an Einfluss auf das Wettergeschehen im Alpenraum. Der Fenstertag verläuft somit bei einem freundlichen Sonne-Wolken-Mix im Großteil des Landes trocken. Lediglich im zentralen Bergland und im Süden ist die Schauerneigung noch leicht erhöht. Dazu bleibt es mit 23 bis 30 Grad österreichweit sommerlich warm.

Prognose der Sonnenstunden (h) für den Freitag - UBIMET
Prognose der Sonnenstunden (h) für den Freitag – UBIMET

Hochsommerliches Wochenende mit bis zu 35 Grad

Der Samstag bringt dann verbreitet sonniges und stabiles Wetter. Verbreitet sind 25 bis 30 Grad in Reichweite, in Vorarlberg und dem Tiroler Oberland sind aber schon Spitzenwerte von bis zu 33 Grad zu erwarten. Am Sonntag gewinnt dann die Hitze von Westen her die Oberhand und landesweit sind 26 bis 34 oder 35 Grad in Sicht. Die 35-Grad-Marke wird in tieferen Lagen in einer großen Region von Vorarlberg über Nordtirol und den Flachgau bis in die nördlichen Voralpen aller Voraussicht nach geknackt. Die Neigung zu Hitzegewittern nimmt aber im westlichen Bergland langsam schon wieder zu. Ob sich die Hitze auch in der neuen Woche fortsetzen wird, ist noch unsicher. Bereits am Montag könnte eine Kaltfront aus Westen die kurze Hitzewelle abrupt beenden.

Prognose der Höchstwerte (°C) für den Sonntag - UBIMET
Prognose der Höchstwerte (°C) für den Sonntag – UBIMET

35 Grad im Juni kommen nicht oft vor

Solche Höchstwerte sind Mitte Juni sehr außergewöhnlich und nähern sich schon den Monatsrekorden an. In Bregenz und Salzburg zum Beispiel gab es 35 Grad so früh im Jahr – konkret vor dem 20. Juni – nur zweimal seit jeweiligem Messbeginn. An diesen beiden Stationen gab es mehr als 35 Grad im Juni überhaupt nur dreimal seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Im Zuge des Klimawandels erreicht die nordafrikanische Hitze den Alpenraum jedoch immer häufiger und immer früher im Jahr.

Statistik der Jahre mit (rot) oder ohne (blau) 35 Grad oder mehr im Juni in den Landeshauptstädten - UBIMET, Datenquelle ZAMG
Statistik der Jahre mit (rot) oder ohne (blau) 35 Grad oder mehr im Juni in den Landeshauptstädten – UBIMET, Datenquelle ZAMG

 

Titelbild: Blitz bei Gewitter – AdobeStock

Droht eine Rekordhitze?

Etwas mehr als drei Wochen ist es gerade einmal her, als Eintracht Frankfurt im Finale der Europa League in Sevilla triumphierte. Die Fans stöhnten bei 36 Grad Mitte Mai, zwei Tage später wurden in der Region verbreitet 41 oder 42 Grad gemessen. Seit letztem Donnerstag liegen die Temperaturen im zentralen und südlichen Bereich der Iberischen Halbinsel wieder im Bereich der 40 Grad-Marke, bspw. meldet Cordoba heute einen Höchstwert von 43 Grad. Spanien leidet also bereits unter der zweiten Hitzewelle des noch jungen Sommers – sie wird bis zum kommenden Wochenende andauern, Temperaturen bis zu 44 oder gar 45 Grad bringen und wohl als die stärkste seit 20 Jahren in die Geschichte eingehen.

Prognose der Höchstwerte von Montag bis Donnerstag @ UBIMET

Kommt die Hitze auch zu uns?

Die Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern: Manche Wettermodelle berechnen auch für Deutschland eine extreme Hitze am kommenden Wochenende. Doch bis es dazu kommt, vergeht noch viel Zeit und sicher sind zumindest Temperaturen über 35 Grad bei Weitem noch nicht. Zwar bringt ein Tief, gelegen westlich der Iberischen Halbinsel, die heiße Luft im Verlauf der Woche über Frankreich weiter nach Norden und zumindest in abgeschwächter Form wird die Hitze auch Deutschland erreichen. Doch das derzeit prognostizierte Ausmaß wäre in der Tat rekordverdächtig und bedarf noch weiterer Beobachtung.

Prognose der Höchstwerte von Freitag bis Sonntag @ UBIMET
Prognose der Höchstwerte am Samstag, den 18.06.2022 (Stand: 12.06.2022) @ UBIMET
Prognose der Höchstwerte am Sonntag, den 19.06.2022 (Stand: 12.06.2022) @ UBIMET

 

40 Grad im Juni?

Nach aktuellem Stand wären am Freitag im Südwesten des Landes erstmals in diesem Jahr 35 Grad zu erwarten, am Samstag und Sonntag würde der Höhepunkt der Hitze mit landesweit über 35 und regional um 40 Grad erreicht werden. Zum Vergleich: Erst an 4 Tagen überhaupt wurde die 40 Grad-Marke in Deutschland in der Geschichte geknackt, die höchste bis dato gemessene Temperatur datiert vom 25. Juli 2019 mit 41,2 Grad in Duisburg-Baerl und Tönisvorst. Gemäß der aktuellen, wirklich extremen Prognosen wäre dieser Rekord durchaus in Gefahr.

 

Eine für Juni übliche Hitze würde übrigens Temperaturen zwischen 32 und 35 Grad bringen, 40 Grad wurden im Juni noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen registriert. 2019 war es jedoch einmal knapp, am damaligen letzten Tag des Monats wurde in Bernburg an der Saale ein Höchstwert von 39,6 Grad erreicht, in Frankfurt am Main waren es 39,3 Grad. Dieser Tag war der mit Abstand heißeste Juni-Tag der jüngeren Vergangenheit.

 

Titelbild @ https://pixabay.com/de/photos/thermometer-sommer-heiss-hitze-4294021/

Zu Wochenbeginn mit Kaltfrontdurchzug unbeständig und windig

Eine Kaltfront sorgt vorübergehend für eine Abkühlung.

Österreich liegt am Sonntag noch an der Vorderseite einer voranschreitenden Kaltfront eines Tiefdruckkomplexes über Skandinavien. Der heutige Tag verläuft somit entsprechend ruhig.

Wetterlage am Sonntag - UBIMET
Wetterlage am Sonntag – UBIMET

Doch bereits in der zweiten Hälfte der Nacht auf Montag erreichen erste Schauer und lokale Gewitter Vorarlberg, diese breiten sich tagsüber weiter nach Osten und Südosten aus. Die Kaltfront erreicht am Nachmittag auch die südöstlichsten Landesteile und verlässt  dann Montagabend den Alpenraum.

Animation des Kaltfrontdurchzugs am Montag (Niederschlagsintensität) - UBIMET RACE Modell
Animation des Kaltfrontdurchzugs am Montag (Niederschlagsintensität) – UBIMET RACE Modell

Gebietsweise viel Regen, regional gewittrig

Dabei sind vor allem entlang der westlichen Nordalpen nennenswerte Regenmengen von bis zu 20, im Bregenzerwald örtlich auch bis zu 30 l/m² Regen zu erwarten. Zwar sind nach Osten und Süden zu generell niedrigere Niederschlagsmengen in Sicht, hier steigt aber am Montag die Gewittergefahr vorübergehend an. Besonders im äußersten Süden sind auch heftigere Gewitter mit Hagel möglich! Die Lage beruhigt sich schon am späten Montagabend wieder und der Dienstag verläuft dann ähnlich wie der heutige Sonntag überwiegend trocken.

Animation der Niederschlagsprognose für Sonntag, Montag (Kaltfrontdurchzug) und Dienstag - UBIMET
Animation der Niederschlagsprognose für Sonntag, Montag (Kaltfrontdurchzug) und Dienstag – UBIMET
Gewittergefahr am Montag - UBIMET, www.uwz.at
Gewittergefahr am Montag – UBIMET, www.uwz.at

Vorübergehend windiger und kühler

Mit Kaltfrontdurchzug frischt der West- bis Nordwestwind auf. Im Norden und Osten des Landes – und hier vor allem am Alpenostrand – weht der Wind am Montag teils kräftig, in sehr exponierten Lagen sind teils stürmische Böen nicht ganz auszuschließen. Der auffrischende Wind sorgt am Montag und Dienstag von Westen her für einen mäßigen Temperaturrückgang. So werden am Sonntag noch verbreitet sommerliche 25 bis 30 Grad erreicht. Die 25 Grad bleiben am Montag im Westen und Norden, am Dienstag dann am ehesten im Osten außer Reichweite. Im Süden wird der Rückgang kaum spürbar sein, die Luft wird aber auch hier vorübergehend trockener und klarer.

Animation der prognostizierten Höchstwerten für Sonntag, Montag (Kaltfrontdurchzug) und Dienstag - UBIMET
Animation der prognostizierten Höchstwerten für Sonntag, Montag (Kaltfrontdurchzug) und Dienstag – UBIMET
Prognose der maximalen Windböen am Montag - UBIMET
Prognose der maximalen Windböen am Montag – UBIMET

Bereits zur Wochenmitte hin macht sich von Westen her aber neuerlich eine schwül-warme Luftmasse aus dem westlichen Mittelmeerraum bemerkbar. Mit den Temperaturen geht es somit rasch wieder bergauf und auch die Schauer- und Gewitterneigung nimmt ausgehend vom Bergland tendenziell wieder zu.

 

 

Titelbild: Schauer mit Regenbogen – pixabay.com

Die Gewitterhauptstadt Österreichs

Gewitter

Für die Entstehung von Gewittern sind grundsätzlich drei Zutaten notwendig: Ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit, eine labile Schichtung der Atmosphäre sowie ein Mechanismus, der die Luft zum Aufsteigen bringt. Letzteres kann beispielsweise ein Zusammenströmen der Luft in Bodennähe oder eine Front sein. Für die Entstehung schwerer Gewitter ist zusätzlich noch eine Zunahme der Windgeschwindigkeit mit der Höhe notwendig, da diese den Gewittern ermöglicht, sich über längere Zeit hinweg am Leben zu erhalten (die sog. Windscherung).

Blitzreiche Steiermark

Graz hat „die Ehre“ die blitzreichste Hauptstadt ihrer geographischen Lage am Rande der Alpen zu sein. Die Stadt liegt im sogenannten Grazer Becken und wird umgeben vom Grazer Bergland im Norden und dem Oststeirischen Hügelland im Süden. Dabei stellt die im Südosten Österreichs oft sehr warme und feuchte Luft aus dem nahen Mittelmeerraum in Zusammenspiel mit dem Steirischen Bergland eine besonders gute Voraussetzung für Gewitter dar, da hohe Luftfeuchtigkeit zusätzliche Energie für kräftige Gewitterentwicklungen bietet. Weiters hält sich rund um Graz bei Kaltfrontdurchgängen lange Zeit schwülwarme Luft, da die bodennahe Kaltluft erst von den Alpen über Wien hinweg umgeleitet wird und zeitlich verzögert im Südosten ankommt. In mittleren Höhenlagen findet aber dennoch eine Temperaturabnahme statt, was zu eine labilen Luftschichtung führt.

Ein Blitz in Graz. © www.foto-webcam.eu

Zugrichtung: Graz

Sehr oft entstehen die Gewitter im angrenzenden Berg- und Hügelland der West- und Obersteiermark: Ganz besonders im Semmering-Wechsel-Gebiet, in den Fischbacher Alpen, im Grazer Bergland, im Bereich der Niederen Tauern oder über der Koralpe, da es hier regelmäßig zu zusammenströmenden Winden aus unterschiedlichen Richtungen kommt. Bei einer meist südwest- bis nordwestlichen Höhenströmung ziehen die Gewitter dann in Richtung Graz. Der Grazer Hausberg Plabutsch, der an der westlichen Stadtgrenze in einer Nord-Süd-Ausrichtung liegt, stellt mit seinen 754 m keine Barriere dar.

Die höchste Blitzdichte im Mai 2022 gab es in der Steiermark. © UBIMET

Im Mai wurden in der Steiermark mehr als 70.000 Blitzentladungen verzeichnet, dabei kam es mitunter auch zu kräftigen Gewittern, wie beispielsweise am 27. Mai.

Titelbild © AdobeStock

Die Schafskälte

Schafskälte

Meteorologisch gesehen ist die Schafskälte eine sogenannte Singularität, also ein Witterungsereignis, welches in einem begrenztem Zeitraum immer wieder an einem ähnlichen Datum auftritt. Bei der Schafskälte handelt es sich um einen Kälterückfall in Mitteleuropa im Frühsommer, meist im Zeitraum zwischen dem 4. und 20. Juni mit einem Maximum der Häufigkeit um den 11. Juni. Eine ähnliche Singularität stellen im Mai die Eisheiligen dar.

Kälte und Schafe?

Allgemein ist die Schafskälte weniger im Flachland sondern vielmehr in höheren Lagen im Gebirge von Bedeutung, was auch zum Namen dieser Wetterlage führt. So können plötzliche Kälteeinbrüchen für frisch geschorene Schafe durchaus bedrohlich sein, besonders für Muttertiere und Lämmer in hochgelegenen Almgebieten. In den Nordalpen gehen solche Kaltlufteinbrüche manchmal auch mit Schnee bis in mittlere Höhenlagen um etwa 2000 m einher.

Unregelmäßiges Ereignis

Im Laufe des Junis erfassen zwar immer wieder kühle Luftmassen Mitteleuropa, allerdings gibt es kein fixes Datum für die Schafskälte. So führten Auswertungen der Jahre 1881 bis 1947 mit einer hohen Wahrscheinlichkeit von über 80 Prozent zu einer Häufung um den 11. Juni, allerdings auch mit einer Streuung vom 4. bis zum 20 Juni. Etwas neuere Analysen aus den Jahren 1986 bis 1991 ergeben für das Auftreten dieser Singularität im Mittel die Zeit vom 11. bis zum 20 Juni. Auch eine Analyse der MeteoSchweiz zeigt, dass die Analyseperiode für den Zeitpunkt sowie die Dauer der Schafskälte eine wesentliche Rolle spielt, so war sie etwa in Davos am stärksten im Zeitraum 1931 bis 1960 ausgeprägt.

Schaf im Schnee
Schaf friert im Winter

Titelbild © Adobe Stock

Auf nasse Wetterwoche folgt warmes Wochenende

Viel Regen

Niederschlagsabweichung der ersten Juniwoche © UBIMET

Nach einem heißen und gewitterträchtigen Pfingsten ist nun die Schafskälte in Österreich angekommen und somit präsentieren sich die Temperaturen wenig sommerlich. Dazu fällt sogar bis auf etwa 2000 m hinab auch Schnee.

In Summe erfüllt der Juni sein Regensoll bereits Anfang des Monats über. Niederschlagsabweichungen von mehr teils mehr als 200 % sind schon beachtlich und daher ist es wenig verwunderlich, dass einige Flüsse Hochwasser führen und auch das trockene Frühjahr wird mehr und mehr ausgeglichen.

Wasserstand der Salzach © https://www.salzburg.gv.at/wasser/hydro/#/Fliessgew%C3%A4sser?station=203901

Grund hierfür waren Störungen, die in rascher Folge vom Atlantik her auf unser Wetter Einfluss genommen haben. Am Pfingstsonntag zogen im auch Salzburger Land kräftige Gewitter mit Starkregen durch, am Dienstag erreichte eine erste Front den Westen des Landes und heute macht sich eine weitere bemerkbar. Diese Störungen sind gut an den einzelnen Maxima im Wasserstand der Salzach erkennbar.

Niederschlagssumme des Junis bis 9.6. © UBIMET

Warmes Wochenende

Doch eine Unterbrechung dieses nassen Wetters ist in Sicht. mit einem Hoch am Wochenende steigen die Temperaturen wieder an und die Höchstwerte am Samstag liegen immerhin bei knapp 30 Grad. Am Sonntag sind dann vereinzelt sogar 31 Grad zu erwarten. Dazu scheint abseits der Alpen meist die Sonne und nur harmlose Quellwolken zieren den Himmel.

Prognostizierte Höchstwerte am Samstag, den 11.6.2022 © UBIMET

 

Titelbild: https://pixabay.com/de/photos/steiermark-nature-landschaft-2718958/

Rückblick: Unwetter am Pfingstsonntag

+++ Update 01:00 Uhr +++

Mit dieser Übersicht über die größten gemessenen Niederschlagssummen beenden wir diesen Live-Ticker. Vielen Dank fürs Mitlesen, gute Nacht und einen entspannteren Pfingstmontag!

+++ Update 00:53 Uhr +++

Der Gewitterschwerpunkt verlagert sich nun in den Südosten des Landes, sonst beruhigt sich das Wetter langsam wieder:


Radarbild von 00:35 Uhr, Quelle: AustroControl, UBIMET

+++ Update 00:14 Uhr +++

30-40 Liter Regen pro m² in Transdanubien

Im 21. und 22. Bezirk Wiens hat es ordentlich geschüttet, hier brachten die Gewitter in den letzten 1  1/2 Stunden zwischen 30 und 40 Liter Regen pro Quadratmeter:

Regenmenge der letzten 90 Minuten, Quelle: ZAMG, UBIMET

+++ Update 23:38 Uhr +++

Leobersdorf: 40 Liter Regen in 40 Minuten!

An der Messstelle in Leobersdorf wurden beachtliche 40 Liter Regen innerhalb von 40 Minuten verzeichnet! Der Niederschlagsschwerpunkt liegt mittlerweile südöstlich von Wien zwischen Seibersdorf und Groß Enzersdorf.

Messwerte von Leobersdorf, Quelle: Nö. Landesregierung

+++ Update 23:25 Uhr +++

Die neuesten Messwerte zeigen, dass örtlich noch mit kräftigen Schauern im Zuge der Gewitter gerechnet werden muss:
Wien Donaufeld: 19,6 mm in 30 min
Kroisegg (Bgld): 30,5 mm in 40 min

+++ Update 23:15 Uhr +++

Ein Blick auf das aktuelle Radarbild zeigt, dass von Kärnten über das Burgenland bis nach Tschechien (entlang der weißen Linie) derzeit noch Gewitter niedergehen. Sturmböen sind dabei weniger das Thema, eher kurzzeitig kräftiger Niederschlag.

Radarbild von 23 Uhr, Quelle: AustroControl, UBIMET

+++ Update 23:00 Uhr +++

Ein landesweit blitzreicher Tag geht nun allmählich zu Ende – nicht aber die Gewitter. Derzeit „sammelt“ Wien noch mit dem kräftigen Gewitter, das nun doch über den Wienerwald auch die Stadt erreicht hat.

+++ Update 22:30 Uhr +++

Jetzt beginnt es auch im östlichen Flachland verbreitet zu gewittern, auch der Westwind frischt hier nun gebietsweise kräftig auf mit Böen zwischen 60 und 70 km/h. Hier ein Bild der registrierten Blitze zwischen 22:15 und 22:20 Uhr:

+++ Update 21:45 Uhr +++

Die Gewitterlinie hat etwas abgeschwächt nun auch Niederösterreich und die Steiermark erreicht. Die Druckwelle hat deutlich nachlassen, allerdings gibt es aktuell eine Neuentwicklung bei St. Pölten. Diese Zelle zieht Richtung Osten und somit auf Wien zu. Ob sie es bis in die Bundeshauptstadt schafft, wird sich in den nächsten Minuten zeigen, denn noch hat sie es nicht über den Wienerwald geschafft.

Weitere Gewitter haben sich über dem Steirischen Randgebirge Richtung Hochwechsel und über der Buckligen Welt gebildet, die jedoch nur sehr zögerlich (nach Osten) vorwärts kommen.

Quelle: nowcast/UBIMET/ZAMG

+++ Update 20:15 Uhr +++

Nicht nur Sturm gehen mit den Gewittern einher, auch beachtliche Regenmengen wurden bereits gemessen.
Die Summen der vergangenen Stunde in Oberösterreich:

    • Ried/Innkreis 34.4 mm
    • Obertrattnach 33.0 mm
    • Vöcklabruck 20.3 mm
    • Kremsmünster 24.7 mm

+++ Update 19:50 Uhr +++

In Oberösterreich kam es in der vergangenen Stunde zu teils orkanartigen Böen (z.B: Kremsünster 116 km/h). Die Gefahr ist aber noch nicht gebannt: Vor allem im Donauraum rast die Druckwelle ostwärts. In den nächsten Stunden wird es mit Durchzug der Gewitterlinie auch im Wald- und Mostviertel vorübergehend stürmisch! Die Böen erreichen auch hier teilweise 80 bis 100 km/h, lokal auch mehr!

Quelle: nowcast/UBIMET/ZAMG

+++ Update 19:40 Uhr +++

Aktuell sind bereits 100 Feuerwehreinsätze in Oberösterreich im Gange:

Quelle: http://ooe.martinhochreiter.at

+++ Update 18:55 Uhr +++

Im Donauraum kommt es nun immer häufiger zu Sturmböen, vereinzelt auch zu schweren und sogar orkanartigen Sturmböen, in der Grafik sind die Böen der letzten Stunde (Stand 18:40 Uhr MESZ) zu sehen.

Ein Auszug:

  • Chieming (Bayern): 104 km/h
  • Waging am See (Bayern): 94 km/h
  • Mondsee (OÖ): 81 km/h
  • Ostermiething (OÖ): 75 km/h
  • (Und etwas exponiert, weil Bergstation: Kolomansberg ( 1113 m) mit 111 km/h)

 

Max. Windböen der letzten Stunde, 5.6.2022, 18:40 MESZ (Quelle: UBIMET/ZAMG/DWD)

+++ Update 18:25 Uhr +++

Jenes Gewitter, das am Nachmittag über das Allgäu zog, hat lokal viel kleinkörnigen Hagel gebracht:

++++ Update 18:00 Uhr +++

In Achenkirch (T) gab’s beachtlichen, 3 bis 4 cm Hagel:

+++ Update 17:30 +++

Über dem nördlichen Alpenvorland sowie in den Nördlichen Kalkalpen sorgt derzeit eine Gewitterlinie für teils Sturmböen, Platzregen und Hagel. Achtung auch in der Stadt Salzburg und im Flachgau sowie im Innviertel! In ca. 30-40 Minuten trifft die Gewitterlinie auch hier ein.

Quelle: nowcast/UBIMET

+++ Update 17:10 Uhr +++

Beachtliche Böen in der vergangenen Stunde in Tirol! Im Oberland ist die Luft um rund 10 bis 15 Grad kühler, als im Raum Innsbruck. Die kalte Luft aus diesem cold pool ist ins Obere Inntal hinunter geschwappt und hat dann in Innsbruck innerhalb von Minuten teils für Orkanböen gesorgt:

  • Innsbruck (Uni): 98 km/h
  • Innsbruck – Kranbitten: 143 km/h

+++ Update 17:00 Uhr +++

Ein kurzer Blick auf das Satellitenbild offenbart die overshooting tops der Zelle im Murtal. Dabei schießt der Aufwindbereich des Cumulonimbus kurzzeitig über die Tropopause in die relativ wärmere, untere Stratosphäre.  Diese wirkt wie ein Deckel für das Gewitter, sodass die overshootings rasch zusammenfallen. Auf dem Satellitenbild unten sind sie als weißer Fleck (-55 °C) inmitten des rosa Amboss (-60 °C) zu erkennen.

QUelle: UBIMET/ EUmetsat

+++ Update 15:45 Uhr +++

Am Alpennordrand wird es jetzt zunehmend gewittrig. Eine kräftige Gewitterzelle zieht vom Toten Gebirge ostwärts, allerdings sehr langsam. Eine weitere Zelle ist über dem Murtal entstanden und steuert nun Richtung Seckauer Tauern.

Quelle: Niederschlagsradar, 5.6.2022, 15:35 Uhr MESZ UBIMET /DWD

+++ Update 15:07 Uhr +++

Wer gerade aus dem Allgäu mitliest: Achtung, ein schweres Gewitter zieht aus Südwesten Richtung LK Kaufbeuren zu. Zwei weitere Zellen steuern Richtung München bzw. Bad Tölz

Quelle: Niederschlagsradar, 5.6.2022, 15:00 Uhr MESZ UBIMET /DWD

+++ Update 14:47 Uhr +++

Am Bodensee kommt es gerade sintflutartig herunter. Sehr hohe Niederschlagsraten:

  • Rohrspitz 24 l/10 Min
  • Bregenz 15 l/10 Min

Die Zelle zieht nun nach Nordosten in den Allgäu.

+++ Update 14:40 Uhr +++

Die Gewitterlinie hat nun auch das Rheintal erwischt, Sturmböen ( ~ 80 km/h) und Starkregen (17 l in 10 Minuten) wurden in Rohrspitz bzw. Altenrhein gemessen.

Quelle: https://www.foto-webcam.eu/webcam/dornbirn/2022/06/05/1430

+++ Update 14:00 Uhr +++

Erste Zelle nun im Tiroler Oberland, Starkregen und kleiner Hagel sind in Kürze im Außerfern zu erwarten.

Radarbild von 13:55 Uhr © Austrocontrol

+++ Update 13:45 Uhr +++

Von der Schweiz greifen jetzt kräftige Gewitter auf Vorarlberg über.

Radarbild von 13:45 Uhr © DWD

+++ Update 13:35 Uhr +++

Hier das aktuelle Satellitenbild, derzeit kann es noch gut einstrahlen. Damit steigt die Unwetterfefahr an. Im Rot und Violett markierten Bereich sind in den nächsten Stunden Unwetter zu erwarten.

Satellitenbild von 13:15 Uhr © EUMETSAT und Gefahrengebiete der nächsten Stunden

+++ Update 13:15 Uhr +++

Erste Schauer sind nun im Pinzgau und in Osttirol entstanden.

Radarbild von 13:05 Uhr © Austrocontrol

+++ Update 13:30 Uhr +++

Hier die Analyse des Tiefs MAYA mit Warmfront in Rot und Kaltfront in Blau.

Händische Analyse des Tiefs Maya um 12 Uhr MESZ

+++ Update 12:15 Uhr +++

Derzeit ziehen bereits in der Schweiz erste Gewitter nach Nordosten, die Kurs auf Vorarlberg nehmen.

Blitzt der letzten Stunde © NOWCAST/UBIMET

+++ Update 12:00 Uhr +++

Das aktuelle Satellienbild zeigt, dass große teile Österreichs derzeit klaren Himmel haben, somit kann es gut einstrahlen und kräftige Gewitter am Nachmittag sind zu erwarten.

Satellitenbild von 11:40 Uhr © EUMETSAT

Blog

In Verbindung mit guter Scherung durch das nahe Tiefzentrum deuten sich von der Ostschweiz über Bayern bis nach Oberösterreich die kräftigsten Unwetter mit dem Potential für großen Hagel und Sturmböen an. Aber auch im Südosten von Österreich ist am späten Abend ausgehend vom Steirischen Randgebirge die Möglichkeit für schwere Gewitter gegeben, hier rücken neben Hagel lokale Überflutungen als Gefahr in den Fokus.

Entlang der Donau sollte sich am Abend zudem eine Druckwelle ausbilden. Im Gegensatz zu sonst simulieren die Wettermodelle in der Nacht aber ein Voranschreiten der Gewitter bis nach Wien und ist östliche Flachland, selbst eine markante Gewitterlinie mit Sturmböen ist dann möglich. Über dem Osten von Österreich wird die verursachende Front in der Nacht schließlich relativ stationär, so dass hier noch größere Regenmengen bis in den Montag hinein möglich sind.

Wettergefahren am Pfingstsonntag @ UBIMET

Alles in allem ist das Potential für den schwersten Gewittertag des bisherigen Jahres in Österreich gegeben. Bis es soweit ist, heißt es aber sich noch auf die heutigen Gewitter zu fokussieren. Der ‚Waldviertelexpress‘ ist bereits in Fahrt gekommen und bringt heute wohl noch das ein oder andere Gewitter nach Wien.

Radarbild von 14:20 Uhr am Samstag, den 04.06.2022 @ UBIMET, ACG

 

Titelbild @ Storm Science Austria

Neue Unwetter am Pfingstsonntag

+++ Zusammenfassung +++

Wie erwartet haben sich am heutigen Pfingstsonntag im Süden Deutschlands kräftige Gewitter entwickelt. Die Begleiterscheinungen reichten dabei von größerem Hagel über lokal sehr große Regenmengen in nur kurzer Zeit bis hin zu orkanartigen Böen. Auswirkungen waren dabei verbreitet zu beobachten mit lokalen Überflutungen oder umgestürzten Bäumen.

+++ Update 18:30 Uhr +++

Das Augenmerk liegt zwar auf dem Gewitterkomplex in Bayern, aber auch in Baden-Württemberg sind noch kräftige Gewitter unterwegs. Ein beeindruckendes Foto über dem Remstal von unserer Kollegin:

Gewitter über dem Remstal

+++ Update 18:15 Uhr +++

Eine Orkanartige Böe mit 104 km/h wurde nun in Chieming gemessen, sicherlich bedingt durch den Chiemsee, aber auch sonst ist das Potential hoch für Sturmböen mit Eintreffen der Gewitterlinie:

+++ Update 17:55 Uhr +++

Lokale Überschwemmungen werden aus dem Erdinger Land berichtet, aber die Niederschlagssummen lassen auch anderswo einige Überschwemmungen vermuten:

Niederschlagssummen bis 17 Uhr, Quelle: DWD, UBIMET

+++ Update 17:45 Uhr +++

Die neuesten Blitzdaten bestätigen, nun haben sich auch Gewitter in Niederbayern entwickelt, erste Blitze wurden im südlichen Landkreis Deggendorf detektiert:
Ein derzeit sehr kräftiges Gewitter entwickelt sich außerdem nach Osten weiter Richtung Regensburg, könnte dort aber knapp nördlich vorbei ziehen.
Weiterhin erhöhte Vorsicht gilt vom Chiemgau bis nach Landshut aufgrund der nach Osten bzw. Nordosten ziehenden Gewitterlinie!

Blitzdaten bis 17:30 Uhr

+++ Update 17:30 Uhr +++

Der Blick auf den heutigen Blitzverlauf zeigt nicht nur die Gewitter, die bereits in den Morgenstunden von Baden-Württemberg nach Bayern gezogen sind, oder den gewittrigen Schauer bei Köln von Kurzem, sondern auch die aktuelle, blitzintensive Linie im Chiemgau lässt sich gut erkennen.

Die Temperaturen gingen mit Durchzug der Gewitterlinie im Alpenvorland deutlich zurück. Unweit davon nordöstlich, in Niederbayern, wo bisher noch die Sonne gut anheizen konnte, werden noch sommerliche Temperaturen gemessen. Die Energie ist dort also ausreichend für ebenso kräftige Gewitter – demnächst.

Blitzverlauf bis 17 Uhr
Temperaturen von 17 Uhr, Quelle: DWD, UBIMET

+++ Update 16:50 Uhr +++

Das aktuelle Radarbild zeigt, wieviele Schauer und Gewitter derzeit über die Südhälfte Deutschlands ziehen. Neben einigen lokalen Gewittern fällt besonders eine gewittrige Schauerlinie in Hessen auf, die südlich an Frankfurt vorbeiziehen wird, sowie die weiterhin sehr kräftige Gewitterlinie an den Alpen, die derzeit im Landkreis Miesbach für größeren Hagel und Sturmböen sorgt.
Für den Landkreis Rosenheim gilt daher jetzt eine Warnung vor sehr starkem Gewitter mit größerem Hagel und Sturmböen. Für den Chiemsee gilt: Steuern Sie jetzt das Ufer an!

Radarbild, Quelle: DWD, UBIMET

+++ Update 16:28 Uhr +++

Video aus Garmisch-Partenkirchen:

 

+++ Update 16:25 Uhr +++

Ein Video aus Oggersheim bei Mannheim:

+++ Update 16:15 Uhr +++

Wie an einer Perlschnur aufgereiht sind weitere Zellen im Rhein-Neckar und Rhein-Main-Gebiet entstanden. Diese ziehen mit Starkregengefahr weiter nach Nordosten bzw. Norden.

Radarbild von 16:10 Uhr © DWD

++ Update 16:10 Uhr +++

In den letzten 3 Stunden sind im Bereich Pforzheim lokal um die 50 L/m² an Regen gefallen.

+++ Update 16:00 Uhr +++

Weitere Hagelbilder aus dem Allgäu:

 

+++ Update 15:20 Uhr +++

Hagel im Allgäu:

 

+++ Update 15:15 Uhr +++

Im Allgäu gehen derzeit schwere Gewitter nieder, wie hier am Hanusel Hof:

Webcam: © https://www.foto-webcam.eu/webcam/hanuselhof/

+++ Update 15:10 Uhr +++

 

+++ Update 15:05 Uhr +++

Die Gewitter im Allgäu mit einer schönen Shelfcloud:

 

+++ Update 14:55 Uhr +++

Derzeit gehen im Allgäu, am Wettersteingebirge, im Rhein-Neckar-Gebiet und in der Pfalz kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen nieder. Besonders die Zellen im Allgäu gilt es gut im Auge zu behalten.

Radarbild von 14:50 Uhr © DWD

+++ Update 14:30 Uhr +++

Das Satellitenbild zeigt, dass erste Gewitter nun wieder bis auf ungefähr 11 km, dies entspricht rund -60°C, herauf reichen. Damit wird deutlich, dass die Aufwind kräftig sind und Hagel sehr wahrscheinlich ist.

Satellitenbild der Wolkenhöhe in Grad Celsius © EUMETSAT

+++ Update 14:20 Uhr +++

Gewitter bei Mannheim:

 

+++ Update 14:10 Uhr +++

Gewitterwalze über dem Bodensee

Webcam bei Friedrichshafen © http://webcam.langenargen.de/

+++ Update 14:10 Uhr +++

Einige kräftige Zellen sind nun auch in der Pfalz und im nördlichen Schwarzwald unterwegs. Dabei muss mit Hagel und Starkregen gerechnet werden.

Radarbild von 14:05 Uhr © DWD

+++ Update 13:40 Uhr +++

Hier das aktuelle Satellitenbild, derzeit kann es noch gut einstrahlen. Damit steigt die Unwetterfefahr an. Im Rot und Violett markierten Bereich sind in den nächsten Stunden Unwetter zu erwarten.

Satellitenbild von 13:15 Uhr © EUMETSAT und Gefahrengebiete der nächsten Stunden

+++ Update 12:45 Uhr +++

An der Schwäbischen Alb hat sich eine Gewitterlinie gebildet, die in Richtung Alpenvorland zieht. Dabei besteht die Gefahr von Starkregen.

Radarbild von 12:40 Uhr © DWD

 

 

+++ Update 12:30 Uhr +++

Hier die Analyse des Tiefs MAYA mit Warmfront in Rot und Kaltfront in Blau.

Händische Analyse des Tiefs MAYA um 12 Uhr MESZ

+++ Update 12:00 Uhr +++

Der Gewitterkomplex hat sich über Franken zu einem MCV (Messkaliger Konvektiver Wirbel) weiterentwickelt. Dies bedeutet, dass sich in den mittleren Lagen ein kleines Tief gebildet hat.

Radarbild von 11:55 Uhr © DWD/UBIMET

+++ Update 11:55 Uhr +++

Die Zelle am Bodensee von Heiligenberg bei Ravensburg aus gesehen.

Webcam © https://www.heiligenberg.de/data/cam.htm

+++ Update 11:45 Uhr +++

Zwei kräftige Zellen haben sich gebildet. Die nördlichere zieht in Richtung Pfalz  die südliche erreicht den Bodensee.

Radarbild von 11:40 Uhr © DWD/UBIMET

+++ Update 11:25 Uhr +++

In der Schweiz bilden ziehen nun weitere Gewitter nordostwärts. Diese werden sich in den kommenden Stunden verstärken und in Bayern für Unwetter sorgen.

Blitze der letzten Stunde © NOWCAST/UBIMET

+++ Update 11:15 Uhr +++

Blitze der letzten 3 Stunden © NOWCAST/UBIMET

+++ Update 10:50 Uhr +++

Ein Video aus Titisee-Neustadt:

 

+++ Update 10:45 Uhr +++

Mit dem Gewitterkomplex sind in der Früh bereits größere Regenmengen gefallen, örtlich in Summe bereits nahe 50 L/m².

Niederschlagssumme seit Mitternacht © UBIMET

+++ Update 10:25 Uhr +++

Das derzeitige Radarbild zeigt einen Gewitterkomplex, der in Richtung Franken und Oberpfalz zieht und von heftigem Starkregen begleitet wird. Dahinter bilden sich über der Schweiz weitere Schauer und Gewitter, die neuerlich den äußersten Südwesten erreichen werden.

Radarbild von 10:20 Uhr © DWD

+++ Update 10:15 Uhr +++

Mit dem aktuellen Satellitenbild begrüßen wie euch heute zu unserem Liveticker zu den erwarteten Unwettern am Pfingstsonntag.

Satellitenbild von 9:55 Uhr © EUMETSAT

Titelbild: Webcam: https://www.wetter-wittighausen.de/images/cam.jpg

Am Freitag und in der Nacht auf Samstag aus Westen teils schwere Gewitter

Gewitter im Süden Österreichs am 02.06.2022 - UBIMET / Storm Science Austria

+++ Update 22:00 Uhr +++

Mit der Anzahl der Blitze pro Bundesland beenden wir unseren Liveticker für heute.

+++ Update 21:30 Uhr +++

Derzeit fällt bei den Gewittern in Oberösterreich teils kräftiger und ergiebiger Starkregen, lokal besteht Überflutungsgefahr, demnächst auch in Linz.

Radarbild von 21:!5 Uhr © Austrocontrol

+++ Update 21:00 Uhr +++

Wie angekündigt, im Innviertel und im Flachgau regnet es kräftig, hier die Top3 der letzten Stunde:

Feldkirchen bei Mattighofen (OÖ) 22,1 L/m²
Ranshofen (OÖ) 12,3 L/m²
Aspach (OÖ) 10,7 L/m²

+++ Update 20:30 Uhr +++

Inzwischen hat sich im Westen eine Gewitterlinie mit Starkregen gebildet.

Blitze der letzten Stunde © NOWCAST

+++ Update 19:30 Uhr +++

Direkt an der Grenze zu Deutschland haben sich Gewitter gebildet, die nun auf das Flachgau und Innviertel übergreifen. Dabei besteht die Gefahr von Starkregen.

Radarbild von 19:20 Uhr © Austrocontrol

+++ Update 19:00 Uhr +++

Im Berchtesgadener Land hat sich eine Gewitterzelle gebildet, dies zieht in Richtung Flachgau.

Radarbild von 18:50 Uhr © Austrocontrol

+++ Update 17:15 Uhr +++

Derzeit gehen in Österreich nur im Bereich der Tauern einzelne Gewitter nieder. Die kräftigen Gewitter sind inzwischen ins bayerische Alpenvorland gezogen, später besteht in Oberösterreich und im Flachgau dann Unwettergefahr.

+++ Update 15:45 Uhr +++

Gewitterzelle in Richtung Seefeld © foto-webcam.eu

+++ Update 15:30 Uhr +++

Im Tiroler Oberland und in Osttirol gehen derzeit erste Gewitter nieder. Dies ziehen nach Nordost bzw. Ost. Derzeit bringen sie kräftigen Regen.

Radarbild 15:20 Uhr © Austrocontrol

+++ Update 14:45 Uhr +++

Herzlich Willkommen zu unserem Live-Ticker zur heutigen Gewitterlage. Aktuell haben sich bereits erste Schauer und Gewitter in Baden-Württemberg und in den südlichen Alpen gebildet. Diese werden sich in den kommenden Stunden nach Osten verlagern und dabei deutlich intensivieren.

Satellitenbild von 14:40 Uhr. © EUMETSAT

Blog

Am Freitag zieht ein Tief von Frankreich in Richtung Alpenraum und im Zusammenspiel mit der bereits vorhandenen warmen, feuchten Luft sorgt für aufziehende, heftige Gewitter.

Wetterlage am Freitag, ein Tief zieht von Frankreich in Richtung Alpenraum und bringt teils schwere Gewitter mit sich - UBIMET
Wetterlage am Freitag, ein Tief zieht von Frankreich in Richtung Alpenraum und bringt teils schwere Gewitter mit sich – UBIMET

Auf dem Satellitenbild ist bereits das Wolkenband mit einzelnen kräftigen Gewittern zu erkennen. Dieses zieht am Nachmittag ostwärts weiter und erreicht in der Nacht auf Samstag samt schweren Gewittern auch den westlichen Donauraum sowie den Süden Österreichs. Samstagfrüh könnte es dann sogar im Osten und Südosten des Landes gewittrig werden.

Satellitenbild um 12:10 Uhr MESZ - Aus Westen ziehen Wolken und erste Schauer/Gewitter auf - EUMETSAT, UBIMET
Satellitenbild um 12:10 Uhr MESZ – Aus Westen ziehen Wolken und erste Schauer/Gewitter auf – EUMETSAT, UBIMET

Die Störung zieht in eine Region mit außergewöhnlich feuchter und warmer Luft. Damit ist reichlich Energie vorhanden, um heftige Gewitter zu bilden. Besonders vom Rheintal über das Außerfern bis zum westlichen Donauraum (hier aber erst am späten Abend und in der Nacht auf Samstag) drohen lokal unwetterartige Entwicklungen mit großem Hagel, Starkregen und auch schweren Sturmböen aus West. Der zweite Schwerpunkt ist der Süden des Landes, wo vor allem am Abend und in der Nacht auf Samstag lokal viel Hagel und/oder große Regenmengen in kurzer Zeit möglich sind.

Unwettergefahr am Freitag und in der Nacht auf Samstag - UBIMET, uwz.at
Unwettergefahr am Freitag und in der Nacht auf Samstag – UBIMET, uwz.at

 

Titelbild: Gewitter im Süden Österreichs am 02.06.2022 – UBIMET / Storm Science Austria

Kräftige Gewitter am Freitag im Süden

+++ Update 21:00 Uhr +++

Mit dem Verlauf der Blitze beenden wir für heute den Liveticker. In Summe gab es heute knapp 35.000 Blitze, die meisten in Bayern. Am Pfingstsonntag sind wird dann voraussichtlich wieder mit einem Liveticker zur Stelle, neue Unwetter drohen.

Verlauf der Blitze © NOWCAST/UBIMET

+++ Update 20:30 Uhr +++

In Bayern sind noch einige kräftige Gewitter mit Starkregen und Hagel unterwegs.

Radarbild von 20:30 Uhr © DWD

+++ Update 19:30 Uhr +++

 

+++ Update 18:20 Uhr +++

In Franken ziehen auch kräftige Gewitter durch, dabei muss mit Starkregen und Hagel gerechnet werden.

Radarbild von 18:20 Uhr © DWD

+++ Update 18:15 Uhr +++

 

+++ Update 18:10 Uhr +++

Derzeit ist Starkregen das Hauptthema bei den Geittern, hier die To3 der letzten Stunde:

Leutkirchen-Herlazhofen (BW) 38,8 L/m²
Vilgertshofen-Pflugdorf (BY) 36,4 L/m²
Mergentheim (BW) 18,6 L/m²

+++ Update 17:55 Uhr +++

 

+++ Update 17:45 Uhr +++

Auch in Unterfranken gehen kräftige Gewitter mit Starkregen und Hagel nieder.

Webcam © https://www.wetter-wittighausen.de/images/cam.jpg

+++ Update 17:40 Uhr +++

Gewitteraufzug in München.

Webcam © http://cam.kriemhild.de/record/current.jpg

+++ Update 17:30 Uhr +++

 

+++ Update 17:05 Uhr +++

In Friedrichshafen am Bodensee sind in der letzten Stunde 31 L/m² gefallen und ein Böe mit 77 km/h wurde registriert.

+++ Update 17:00 Uhr +++

Auch vom Spessart bis zur Fränkischen Alb bilden sich nun erste Zellen. Dabei muss mit kräftigem Regen gerechnet werden.

Radarbild von 16:50 Uhr © DWD

+++ Update 16:50 Uhr +++

Die Shelfcloud der Gewitter nördlich des Bodensees © https://www.bergfex.de/sommer/bodensee-deutschland/webcams/c7284/

+++ Update 16:45 Uhr +++

Der derzeitige Hotspot der Gewitter liegt nördlich vom Bodensee.

Blick auf die Gewitter am Bodensee vom österreichischen Dornbirn aus gesehen. © foto-webcam.eu

+++ Update 16:30 Uhr +++

Vom Bodensee bis zu den Wettersteingebirge bilden sich nun vermehrt Gewitter.

Blitze der letzten Stunde © NOWCAST/UBIMET

+++ Update 16:20 Uhr +++

Entlang der Alpen ziehen nun erste kräftige Zellen allmählich ins Alpenvorland hinaus. Dabei besteht die Gefahr von Starkregen und kleinem Hagel. 

Radarbild von 16:00 Uhr © DWD

Titelbild: pixabay.com

Kräftige Gewitter: am langen Wochenende regional Unwetter

Blitz

Österreich liegt seit mehreren Tagen im Bereich einer Luftmassengrenze, welche feuchtwarme Luftmassen im Mittelmeerraum von kühler, maritimer Luft über dem nördlichen Mitteleuropa trennt. Im Vorfeld eines Tiefs über Westeuropa namens JASNA erfasst die energiereiche Luft derzeit weite Teile Österreichs, so sind am Donnerstag vor allem in Kärnten und der Steiermark erste kräftge Gewitter zu erwarten. Am Freitag steigen die Temperaturen wieder landesweit  auf ein sommerliches Niveau, allerdings wird die warme Luft nicht von einem Hoch begleitet, weshalb regional wieder kräftige Gewitter zu erwarten sind.

Am Freitagnachmittag und -abend herrscht entlang der Nordalpen erhöhte Hagelgefahr. © UBIMET

Vor allem von Vorarlberg bis ins Innviertel herrscht am Freitagnachmittag und -abend örtlich Unwettergefahr. Stellenweise kann es am Alpennordrand zu Starkregen, großem Hagel und Sturmböen kommen.  Auch sonst entstehen im Bergland lokale Hitzegewitter, vorerst ruhig und mit bis zu 30 Grad sommerlich warm gestaltet sich das Wetter in den südlichen Becken sowie im Osten. In der Nacht steigt die Gewitterneigung dann auch hier an.

Sonne und Gewitter

Der Samstag hat sommerliche Bedingungen zu bieten, über weite Strecken des Tages scheint die Sonne. Allerdings ist weiterhin kein beständiges Wetter zu erwarten, so muss man im Laufe des Tages vor allem im Berg- und Hügelland lokal mit kräftigen Hitzegewittern rechnen. Oft trocken bleibt es bevorzugt im äußersten Süden sowie im westlichen Donauraum. Die Temperaturen steigen auf 25 bis 31 Grad.

Am Samstag wird es schwülwarm mit Höchstwerten um 30 Grad. © UBIMET

Zu Pfingsten neuerlich Unwettergefahr

Am Pfingstsonntag setzt sich das sommerliche Wetter fort, allerdings nimmt die Unwettergefahr aus Westen wieder zu. Besonders von Vorarlberg bis nach Oberösterreich und in der Obersteiermark sind ab dem Nachmittag kräftige Gewitter zu erwarten. Streckenweise besteht die Gefahr von ergiebigen Regenmengen, Hagel und stürmischen Böen. Im Süden und Osten scheint weiterhin häufig die Sonne, ab dem Abend steigt die Gewitterneigung generell an. Die Höchstwerte liegen zwischen 23 und 30 Grad.
Der Pfingstmontag präsentiert sich von seiner unbeständigen Seite, von der Früh weg sind teils kräftige Schauer und Gewitter einzuplanen, regional sind auch große Regenmengen möglich. Die Sonne zeigt sich vor allem im Flachland zeitweise und die Temperaturen gehen leicht zurück.

Am Dienstag Sommer-Rückkehr und erste Gewitter

Blitze erleuchten den Nachthimmel © pixabay

Der Mai war zwar außergewöhnlich warm, die vergangenen drei Tage waren aber kühler als üblich und zuletzt wurde am 27.5. ein Sommertag verzeichnet. Der kurze, kühle Wetterabschnitt wird aber bereits heute beendet, so steigen die Temperaturen am Nachmittag bei überwiegend sonnigem Wetter auf 25 bzw. lokal auch 26 Grad im Osten des Landes, was per Definition einem Sommertag entspricht.

Gewitter in der Nacht

Im Laufe des Nachmittags entstehen im westlichen Bergland aber erste Regenschauer, die sich im Laufe des Abends unter Verstärkung entlang der Nordalpen ostwärts ausbreiten. Auf dem Weg nach Osten treffen sie auf zunehmend feuchtwarme Luft, somit steigt die Gewitterbereitschaft vor allem ab etwa Salzburg ostwärts an. Bei starker Höhenströmung werden die Bedingungen für Gewitter also am Abend günstiger und kurz vor Mitternacht zeichnen sich dann besonders im östlichen Flachland Schauer und Gewitter ab. Die Unwettergefahr hält sich in Grenzen, vom Traunviertel bis ins östliche Flachland kann es aber dennoch streckenweise zu teils stürmischen Windböen um 60 km/h, Starkregen und kleinem Hagel kommen.

Wetterradar-Modellprognose von Dienstagnachmittag bis Dienstagnacht. © RACE/UBIMET

Beständig unbeständig

Wie bereits am Wochenende angekündigt, steigen die Temperaturen im Laufe der zweiten Wochenhälfte weiter an und zum Wochenende hin wird es schwülwarm. Ab Freitag ist regional auch die 30-Grad-Marke in Reichweite. Das Wetter gestaltet sich allerdings nach wie vor unbeständig, da wir weiterhin im Bereich eine Luftmassengrenze liegen, die sich quer über Mitteleuropa erstreckt. Diese kommt zwar langsam nordwärts voran, weshalb die Temperaturen hierzulande ansteigen, die warme Luft wird aber nicht von einem Hoch begleitet. Kleine Randtröge (Tiefausläufer) nördlich der Alpen sorgen dagegen nahezu täglich vor allem im Bergland für Schauer und Gewitter, wobei die Unwettergefahr in der zunehmend energiereichen Luft speziell ab Donnerstag zunimmt.

Eine Luftmassengrenze liegt quer über dem Alpenraum. © GFS/UBIMET

Tornadoausbruch im Norden der USA erwartet

Wetterlage

Derzeit liegt ein kleines Tief über Nebraska auf dessen Vorderseite sehr feucht Luft vom Golf von Mexiko bis zur kanadischen Grenze geleitet wird (grüner Pfeil in der Grafik). In Folge dessen kann sich im breiten Warmsektor (Bereich zwischen Warm- und Kaltfront) in den kommenden Stunden hohe Labilität von Kansas bis Minnesota und Wisconsin aufbauen.

Wetterlage am 30.5.2022 um 16.00 Uhr MESZ mit Rot der Warmfront und Blau der Kaltfront

Der Hodograph zeigt die große Scherung, die bereits jetzt im Warmsektor vorhanden ist. Dabei gibt es in 3000 m Höhe Winde mit über 70 Knoten, also rund 130 km/h. Allein diese Scherung macht die Lage brandgefährlich, denn mit der hohen Labilität ist die Gefahr von langlebigen Superzellen gegeben.

Hodograph des Radiosondenaufstiegs in Valley Nebraska

Gefahren

In den roten Bereichen in der Grafik unten besteht die Gefahr von orkanartigen Böen, größerem Hagel, Starkregen und Tornados. Im violetten Bereich muss mit starken Tornados, Riesenhagel und Orkanböen gerechnet werden. Im laufe des Abends sollte sich ein Bow Echo bilden und bis nach Kanada ziehen. Dabei muss schließlich verbreitet mit Böen über 120 km/h gerechnet werden.

Gefahrengebiete

Titelbild: http://© https://twitter.com/ReedTimmerAccu/status/1469580898546995203/photo/1

Mai 2022 brachte erste Hitze und kräftige Gewitter

Der Mai 2022 schließt mit einer Abweichung von +2 Grad zum langjährigen Mittel von 1991 bis 2020 wärmer als üblich ab. Eine regional vergleichbare bzw. landesweit noch ausgeprägtere Abweichung gab es zuletzt im Mai 2018, welcher der wärmste Mai seit mehr als 150 Jahren war. Besonders markante Abweichungen teils über +2,5 Grad wurden heuer von Vorarlberg bis Oberkärnten beobachtet. In diesen Regionen war es einer der wärmsten bzw. lokal wie in Bregenz und Lienz sogar der wärmste Maimonat seit Messbeginn. Etwas geringer fallen die Abweichungen mit +1,5 bis +2 Grad dagegen im äußersten Norden sowie im östlichen Bergland aus.

Temperaturabweichung im Mai 2022. © UBIMET

Hochsommerliche Temperaturen

Verantwortlich für die milde Gesamtbilanz waren zahlreiche Tiefs über dem Ostatlantik bzw. Hochdruckgebiete über dem Mittelmeerraum, wobei mit einer südwestlichen Strömung wiederholt warme Luftmassen nach Österreich gelangten. Am 11. Mai wurde in Wien und Innsbruck erstmals die 30-Grad-Marke erreicht. Zur Einordnung: Im Mittel von 1991 bis 2020 wäre der erste Hitzetag etwa in der Tiroler Landeshauptstadt am 27. Mai zu erwarten, im Klimamittel von 1961 bis 1990 gar erst am 21. Juni. Der Mai 2022 bestätigt den allgemeinen Trend, dass die ersten Hitzetage immer früher auftreten. In Summe wurde in jeder Landeshauptstadt mindestens ein Hitzetag verzeichnet, wobei Innsbruck mit 4 an der Spitze liegt. Einige neue Monatsrekorde wurden zudem in Vorarlberg aufgestellt, wo am 20. Mai in Bludenz bis zu 33,7 Grad und in Schoppernau 30,8 Grad erreicht wurden. Ein nennenswerter kühler Wetterabschnitt wurden erst am Monatsende beobachtet, wobei die Schneefallgrenze kurzzeitig gegen 1600 m sank. Auch von den Eisheiligen fehlte jede Spur und die Schneelage im Hochgebirge ist sehr gering für die Jahreszeit.

Höchstwerte pro Bundesland im Mai.

Teils nass, teils trocken

Der Mai brachte im Flächenmittel nahezu durchschnittliche Regenmengen, allerdings gab es große regionale Unterschiede. So war der Monat von Tirol über das zentrale und östliche Bergland bis ins Mittelburgenland sowie im äußersten Nordosten niederschlagsreicher als üblich, während es vor allem in Teilen Vorarlbergs sowie von Oberösterreich bis ins Nordburgenland meist zu trocken war. Verantwortlich für die markanten Unterschiede waren mehrere intensive Gewitterlagen, wie sie sonst meist erst im Sommer vorkommen. So gab es im Bereich der Tauern und im Aflenzer Becken ein Plus von fast 70%, während im Norden und Osten, wie etwa in Wolfsegg oder Groß-Enzersdorf, örtlich weniger als die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge fiel.

Niederschlagsabweichung im Mai 2022. © UBIMET

Kräftige Gewitter

In Summe wurden österreichweit 220.600 Blitzentladungen erfasst, davon allein 72.000 in der Steiermark. Dieser Wert liegt deutlich über dem Mittel von 2011 bis 2020 und stellt den höchsten Wert seit Mai 2018 dar. Örtlich gab es auch heftige Gewitter mit ergiebigen Regenmengen in kurzer Zeit und teils großem Hagel, wie etwa in Kärnten am 27.5.

Blitzdichte im Mai 2022. © UBIMET

Das Soll an Sonnenstunden wurde vom Bodensee über Oberösterreich bis ins östliche Flachland erreicht oder übertroffen. Teils etwas weniger Sonnenschein als üblich gab es dagegen am Alpenhauptkamm sowie im Süden und Südosten des Landes.

Sonnenscheinabweichung im Mai 2022. © UBIMET

Extremwerte Mai 2022

Stand: Montag, 30.05.2022, 10 Uhr (Bundesland, Tag des Auftretens)

Höchste Temperaturen
  • 33,7 Grad Bludenz (V, 14.); entspricht neuem Monatsrekord für Vorarlberg
  • 32,9 Grad Haiming (T, 14.)
  • 32,6 Grad Innsbruck (T, 14.)
Tiefste Temperaturen unter 1000 m Seehöhe
  • -2,8 Grad Schwarzau / Moorbad Harbach (NÖ, 3.)
  • -0,6 Grad Radstadt (S, 3.)
  • -0,4 Grad Zwettl (NÖ, 19.)
Sommertage (Höchstwert >25 Grad)
  • 16 St. Andrä im Lavanttal (K)
  • 14 Bad Radkersburg (ST), Ferlach (K)
  • 13 u.a. Innsbruck (T), Klagenfurt (K), Lienz (T)
Vorläufig nasseste Orte
  • 181 Liter pro Quadratmeter Präbichl (ST)
  • 163 Liter pro Quadratmeter Reichenau an der Rax (NÖ), Hochfilzen (T)
  • 153 Liter pro Quadratmeter Semmering (NÖ)
Vorläufig trockenste Orte
  • 17 Liter pro Quadratmeter Groß-Enzersdorf (NÖ)
  • 23 Liter pro Quadratmeter Melk (NÖ)
  • 26 Liter pro Quadratmeter Eisenstadt (B)
Vorläufig sonnigste Stationen
  • 264 Sonnenstunden Mörbisch (B)
  • 256 Sonnenstunden Neusiedl am See (B)
  • 255 Sonnenstunden Podersdorf (B)
Stärkste Windspitzen Niederungen
  • 99 km/h Hartberg (ST, 21.)
  • 94 km/h Golling (S, 20.)
  • 93 km/h Haiming (T, 20.)
Sommertage im Mai 2022. © UBIMET


Titelbild: Gewitter nahe Graz am 25.5.22 © Storm Science Austria

Neue Woche bringt Sommer und Gewitter

Sommertag mit Cumulonimbus - pixabay.com

Österreich liegt im Laufe der kommenden Woche zwischen reger Tiefdrucktätigkeit über Nordeuropa und einem sich verstärkenden Hoch über dem Mittelmeerraum. Mit einer südwestlichen Strömung gelangen dabei bereits in der ersten Wochenhälfte wieder warme Luftmassen nach Österreich. Pünktlich zu Beginn des meteorologischen Sommers am 1. Juni sind somit vielerorts wieder sommerliche Temperaturen in Sicht.

Die Temperaturen in der freien Atmosphäre (etwa 1500 m) steigen deutlich an. © ECMWF

Zunehmende Gewitterneigung

In der zweiten Wochenhälfte steigen die Temperaturen noch etwas an, vor allem im Süden und Osten zeichnen sich auch Spitzen um 30 Grad ab. Das Wetter bleibt jedoch unbeständig und in der zunehmend schwülen Luft zeichnen sich regional kräftige Gewitter samt Unwettergefahr ab.

Das Potential für kräftige Gewitter nimmt ab Donnerstag zu (im Loop: Mi, Do, Fr & Sa,). © ECMWF

Der Ausblick im Detail

Am Montag scheint im Osten, im Donauraum und am Bodensee zeitweise die Sonne. In den Alpen überwiegen dagegen die Wolken und vor allem in der zweiten Tageshälfte gehen vom Tiroler Alpenhauptkamm bis in die Obersteiermark einige Regenschauer nieder. Mit 14 bis 22 Grad beginnt sich die Luft langsam wieder zu erwärmen.

Der Dienstag hat vor allem im Norden und Osten einige Sonnenstunden zu bieten. Von Vorarlberg bis in die Steiermark ziehen einige Wolken durch und ab Mittag gehen im Bergland erste Regenschauer nieder. Gegen Abend wird es an der Alpennordseite von Westen her vermehrt nass und stellenweise gewittrig, im Süden bleibt es dagegen meist trocken. Die Höchstwerte liegen von West nach Ost zwischen 18 und 26 Grad.

Am Mittwoch kommt vor allem im Flach- und Hügelland häufig die Sonne zum Vorschein. Im Tagesverlauf werden die Wolken aus Westen aber neuerlich dichter und über den Bergen bilden sich Quellwolken. In der zweiten Tageshälfte breiten sich von Vorarlberg bis Oberösterreich Schauer und lokale Gewitter aus, meist trocken bleibt es dagegen in den südlichen Becken und im östlichen Flachland. Die Temperaturen erreichen maximal 20 bis 28 Grad.

Der Donnerstag beginnt gebietsweise mit Restwolken, an der Alpennordseite und im Nordosten vereinzelt auch mit Regenschauern. Am Vormittag kommt verbreitet die Sonne zum Vorschein, nachfolgend bilden sich aber neuerlich Regenschauer und teils kräftige Gewitter, dabei besteht örtlich die Gefahr von Sturmböen und Hagel. Die Temperaturen steigen auf 22 bis 30 Grad.

Am Freitag und zu Beginn des Wochenendes setzt sich das sommerliche, aber unbeständige Wetter fort. Im Westen und Norden geht es am Wochenende mit den Temperaturen tendenziell wieder langsam etwas bergab. Im Süden und Osten wird es schwül und sommerlich heiß, allerdings drohen hier auch heftige Gewitter.

Titelbild © pixabay.com

Hagelunwetter im Süden

Bis zu 31 l/qm zeigten die Wetterstationen im Süden, dazwischen dürfte es aber nicht selten für deutlich höhere Mengen gereicht haben. Vollgelaufene Keller und vermurte Straßen waren die Folge, in Mogersdorf im Bezirk Güssing wurde ein Auto von den Wassermassen eingeschlossen und der Fahrer musste gerettet werden.

Niederschlagsmenge über 24 Stunden bis Sonntag, 11 Uhr @ UBIMET

 

Beachtlich war zudem der Hagel, der vor allem am Wörthersee fiel und Klagenfurt mit den größten Geschossen nur knapp verschonte, wenngleich es auch hier zu Schäden kam. Allein in der Landwirtschaft Kärntens verursachte der gestrige Hagel Schäden von rund einer halben Million Euro.

 

Zu erkennen sind die betroffenen Gebiete in unserer automatischen Hagelanalyse sehr gut:

Hagelanalyse vom 27.05.2022 @ UBIMET

 

Schöne Aufnahmen gelangen dagegen einem Kollegen von einer blitzintensiven Zelle bei Hartberg:

 

Titelbild: Abendliche Gewitterzelle bei Hartberg @ Christoph Matella

Aufziehende Kaltfront sorgt für unterkühltes Wetter am Wochenende

Koblach im Rheintal - pixabay.com

Die Kaltfront des Tiefs INGE über dem Baltikum liegt momentan knapp nördlich von Österreich, gut zu erkennen an dem langgezogenen Wolkenband. Die Störung überquert in den kommenden Stunden die Alpen und sorgt im Süden Österreichs am heutigen Freitagabend und in der ersten Nachthälfte für ein paar Gewitter.

Satellitenbild um 16Uhr mit voranschreitender Kaltfront - EUMETSAT, UBIMET
Satellitenbild um 16 Uhr mit voranschreitender Kaltfront – EUMETSAT, UBIMET

Deutliche Abkühlung in Sicht

Hinter der Kaltfront fließt am Samstag deutlich kühlere Luft aus Norden ein. Nach den heutigen, sommerlichen Höchstwerten wischen 23 und 27 Grad sind am Samstag maximal nur noch 16 bis 22 Grad in Reichweite, letztere sogar nur im Burgenland: Ein beachtlicher Temperatursturz von 5 bis 8 Grad! Am Sonntag wird es noch eine Spur kühler, dann könnte die 20-Grad-Marke landesweit unangetastet bleiben.

Animation der gemessenen Höchstwerte am Freitag und der Prognose für Samstag und Sonntag - UBIMET
Animation der gemessenen Höchstwerte am Freitag und der Prognose für Samstag und Sonntag – UBIMET

Die Abkühlung wird zweifellos spürbar sein, doch die gedämpften Höchstwerte am Wochenende sind nicht so weit entfernt vom langjährigen Klimamittel.
Nehmen wir Wien als Beispiel: Heute wurden sommerlich warme 26 Grad verzeichnet, am morgigen Samstag sind dann nur noch 20 Grad in Reichweite, doch im langjährigen Klimamittel sollten 22 Grad „normal“ sein! Man sieht: Die heutigen 26 Grad sind hier deutlich außergewöhnlicher als die morgigen 20 Grad.

Klimatologisch normale Höchstwerte, die an einem 27. Mai zu erwarten sind (Klimamittel 1981-2010) - UBIMET
Klimatologisch normale Höchstwerte, die an einem 27. Mai zu erwarten sind (Klimamittel 1981-2010) – UBIMET

Kühl ja, aber auch unbeständig

Mit Eintreffen der Kaltfront sind in der kommenden Nacht – nach den Gewittern im Süden – nahezu landesweit Regenschauer einzuplanen. Am Samstag bleibt es dann vor allem entlang der Nordalpen und im Süden auch tagsüber am längsten unbeständig.

Prognose der Niederschlagssumme am Samstag - UBIMET
Prognose der Niederschlagssumme am Samstag – UBIMET

Am Sonntag etabliert sich ein ausgeprägtes Tiefdrucksystem ziemlich genau über der Mitte Deutschlands. Dessen Randtiefs sorgen auch bei uns für oft trübes und teils regnerisches Wetter.

Prognose der Niederschlagssumme am Sonntag - UBIMET
Prognose der Niederschlagssumme am Sonntag – UBIMET

 

 

Titelbild: Koblach im Rheintal – pixabay.com

Am Mittwoch im Süden neuerlich teils heftige Gewitter

Gewitterzelle in der Nähe von Graz am 25.05.2022 © Storm Science Austria

Nach dem gestrigen, gewitterreichen Dienstag steht uns heute regional erneut Unwettergefahr bevor. Denn Österreich liegt derzeit im Bereich einer Luftmassengrenze, die das Land teilt. Nach Westen und Norden zu ist bereits kühlere Luft angekommen: Hier verläuft der Nachmittag zwar oft trüb, die Unwettergefahr ist aber aufgrund der stabileren Luft verbannt. Südlich der Luftmassengrenze hält sich hingegen noch eine schwül-warme Luftmasse, die reichlich Energie für etwaige Gewitter bereitstellt.

Satellitenbild um 11:15 MESZ mit Wetterfronten - Eumetsat, UBIMET
Satellitenbild um 11:15 MESZ mit Wetterfronten – Eumetsat, UBIMET

Die ersten Gewitter bilden sich derzeit zwischen dem Oberen Murtal und Unterkärnten, sowie auch im Nordosten Italiens. Diese ziehen dann am Nachmittag und Abend unter Verstärkung nach Osten und Südosten weiter. Dementsprechend muss man heute vor allem von Unterkärnten über die Südhälfte der Steiermark bis ins Mittel- und Südburgenland neuerlich mit lokal heftigen Gewittern samt Hagel, Starkregen und Sturmböen rechnen.

Unwettergefahr am Mittwoch, 25. Mai 2022 - uwz.at
Unwettergefahr am Mittwoch, 25. Mai 2022 – uwz.at

Verbreitet sind in diesen Regionen ein paar Liter pro Quadratmeter Regen in Sicht, örtlich können die Gewitter aber neuerlich sehr große Regenmengen binnen wenigen Minuten bringen!

Prognose der 12-stündigen Niederschlagsmenge am Mittwochnachmittag und - abend - UBIMET
Prognose der 12-stündigen Niederschlagsmenge am Mittwochnachmittag und – abend – UBIMET

 

 

Titelbild: Gewitterzelle in der Nähe von Graz am 25.05.2022 © Storm Science Austria

Gewitter am Dienstag von Lienz und Graz bis nach Wien und Eisenstadt

Unwettergefahr am Dienstag, 24. Mai 2022 - uwz.at

+++ Update 21:00 Uhr +++

Der Tag geht allmählich zu Ende. Besonders im östlichen Bergland und im angrenzenden Flachland gab es heftige Gewitter mit ergiebigem Starkregen. Lokal sind mehr als 50 L/m² zusammengekommen. In Summe gab es seit Mitternacht rund 40.000 Blitze. Wir danken für Ihre/Eure Aufmerksamkeit und wünschen noch einen schönen Abend.

Niederschlagssumme seit Mitternacht © UBIMET
Zeitlicher Ablauf der Blitze am Dienstag © NOWCAST/UBIMET

Die 42.8 l/m² Regen binnen 3 Stunden in Wiener Neustadt sind ein neuer Rekord für die Station.

Rekorde der 3h-Regenraten in Wiener Neustadt - UBIMET, ZAMG
Rekorde der 3h-Regenraten in Wiener Neustadt – UBIMET, ZAMG

Auch die 43.9 l/m² Regen binnen 60 Minuten in Hartberg sind außergewöhnlich. Seit Beginn der 10-minütigen Messungen gab es im Mai hier noch nie mehr als 35 l/m² Regen in einer Stunde!

Rekorde der 1h-Regenraten in Hartberg - UBIMET, ZAMG
Rekorde der 1h-Regenraten in Hartberg – UBIMET, ZAMG

+++ Update 20:40 Uhr +++

Derzeit im Südburgenland

Webcam Güssing © http://www.logg.at/index.php/flugplatz/webcam-wetter

+++ Update 20:10 Uhr +++

In der letzten Stunde gab es besonders im Südosten nochmals große Regenmengen.

Hartberg 36 L/m²
Wörterberg 26 L/m²
Bernstein 16 L/m²
Lutzmannsburg 16 L/m²

+++ Update 20:00 Uhr +++

Überschwemmungen in Hartberg

 

+++ Update 19:15 Uhr +++

Gewitterzelle von Bad Waltersdorf aus gesehen © Storm Science Austria

+++ Update 19:05 Uhr +++