Warnlagebericht

Aktuelle Wetterlage

Ein Kaltluftvorstoß in den Mittelmeerraum führt zur Bildung eines Tiefs über dem Golf von Genua. Von Süden her gleitet dann feuchte Luft über dem Alpenraum auf, Mittwoch und Donnerstag fällt somit besonders im Süden und Südosten häufig Schnee bis in die Niederungen. Ab Freitag liegt Österreich dann am Rande eines ausgeprägten Tiefs über den Britischen Inseln. Dies hat eine kräftige Südströmung zur Folge. An der Alpennordseite wird es somit mild und stürmisch, im Süden und Südwesten des Landes zeichnet sich ergiebiger Regen und Schneefall ab.

Überblick Warnungen

SCHNEEFALL
Die Vorwarnungen und Warnungen sind von Mittwochvormittag bis Donnerstag gültig.

Warnausblick

Der Mittwoch bringt wieder viele Wolken, dazu setzt am späten Vormittag von den Ötztaler Alpen bis nach Unterkärnten zunächst leichter Schneefall bis in tiefe Lagen ein. Während sich im Tagesverlauf an der Alpennordseite ein paar Auflockerungen abzeichnen, verdichten sich die Wolken im Süden und Südosten.

In der Nacht auf Donnerstag breitet sich der Schneefall dann weiter aus und in der Südhälfte des Landes sowie im Westen schneit es bis in tiefe Lagen hinab. Besonders von Oberkärnten bis in die Südsteiermark muss zeitweise mit mäßigem, im äußersten Süden auch mit kräftigem Schneefall gerechnet werden. Zum Morgen hin steigt dann primär im Burgenland die Gefahr von Glätte durch gefrierenden Regen an.

Der Donnerstag beginnt also im Süden und Südosten winterlich, hier schneit es bis in tiefe Lagen. Der Schwerpunkt liegt am Vormittag in der Süd- und Oststeiermark. Tagsüber verlagert sich der Schneefall aber unter Abschwächung in den Osten und Nordosten des Landes, hier ist weiterhin teils auch mit Regen bzw. gefrierendem Regen zu rechnen.

Am Freitag setzt in der zweiten Tageshälfte entlang des Hauptkamms, von der Silvretta bis zu den Tauern, sowie im Südwesten verbreitet und teils kräftiger Schneefall bis in die Täler ein. Tagsüber frischt zudem kräftiger, föhniger Süd- bis Südostwind auf. Nördlich des Hauptkamms vom Brandnertal bis zum Alpenostrand sowie im östlichen Flachland sind auch stürmische Böen einzuplanen, im Bereich der Tauern sind in den prädestinierten Tälern teils schwere Sturmböen möglich.

Freitagabend und in der Folgenacht breitet sich der Schneefall nach heutigem Stand weiter in Richtung Vorarlberg und nach Norden in Richtung Pinz- und Pongau aus. In Osttirol und Oberkärnten schneit es besonders ergiebig: Hier sind allein bis Samstagmorgen teils mehr als 50 cm Neuschnee in 12 Stunden zu erwarten!

Autor

Roland Reiter
Mittwoch, 2. Dezember 2020 um 01:25 Uhr

Lagebericht

Aktuelle Wetterlage

Am Mittwoch zieht das zuletzt wetterwirksame Tief nach Süden ab und das Wetter beruhigt sich vorübergehend. Über den Britischen Inseln etabliert sich aber bereits der nächste ausgeprägte Tiefdruckkomplex, welcher am Donnerstag und Freitag vor allem in der Westhälfte für nasse, teils auch winterliche Verhältnisse sorgen wird.

Überblick Warnungen

Derzeit sind keine Warnungen in Kraft.

Warnausblick

Am Mittwoch beruhigt sich das Wetter wieder. Verbreitet halten sich Restwolken, die tagsüber besonders im Osten der Sonne Platz machen.

Der Donnerstag verläuft dann wieder häufig trüb, vor allem im westlichen Mittelgebirgsraum fällt unergiebiger Schnee oder Schneeregen.

Am Freitag fällt im Südwesten häufig Schnee oder Schneeregen, in tiefen Lagen auch Regen. Vor allem von der Eifel bis zum Saarland sind aus heutiger Sicht stellenweise 5 bis 10 cm Neuschnee möglich. In der Mitte besteht lokal die Gefahr von Glätte durch leichten gefrierenden Regen. Vom Pfälzerwald bis zum Emsland frischt starker Südwind mit teils stürmischen Böen auf.

Autor

Roland Reiter
Mittwoch, 2. Dezember 2020 um 00:50 Uhr

Am Mittwoch trüb und teils Schneefall

Prognose für die Schweiz

Auf Mittwoch Wetterberuhigung, tagsüber viele Wolken und wenig Sonne, im Süden und angrenzenden Regionen Niederschlag. Um 4 Grad.

Aussichten für die Schweiz

Am Donnerstag im Norden und Süden wechselnd bewölkt mit sonnigen Abschnitten, bei einer Temperatur um 3 bis 4 Grad.

 

Titelbild: Jungfrau Aletsch @ www.foto-webcam.eu

Am Mittwoch Schneefall im Süden

Der Mittwoch beginnt meist trocken, von Osttirol bis in die südliche Steiermark setzt jedoch spätestens ab Mittag neuerlich Schneefall ein. Vor allem in Kärnten schneit es am Nachmittag ergiebig.
Im östlichen Bergland wird es vorübergehend leicht föhnig, am Alpenostrand und im Mühlviertel zeigt sich somit am ehesten die Sonne. Die Temperaturen kommen nicht über -3 bis +4 Grad hinaus.

Am Donnerstag in der Osthälfte verbreitet winterlich

Am Donnerstag stellt sich verbreitet winterliches Wetter ein, besonders vom Alpenhauptkamm und Kärnten bis in die Steiermark und das südliche Niederösterreich schneit es verbreitet. Ganz im Osten kann sich auch teils gefrierender Regen dazumischen. Im Westen und nördlich der Alpen fallen höchstens ein paar Flocken, die Sonne zeigt sich aber nur vereinzelt.
Der Wind lässt vorübergehend nach, ab dem späten Abend wird es im Bergland aber neuerlich föhnig. Mit maximal -3 bis +3 Grad bleibt es frühwinterlich kalt.

Titelbild: Koralpe im Winter @ www.pixabay.com

Italientief: Im Süden und Südosten Schnee bis in tiefe Lagen

Italientief bringt kräftigen Schneefall im Süden

Mit dem Vorstoß von kalter Luft in den Mittelmeerraum bildet sich über dem Golf von Genau in der Nacht auf Mittwoch ein Tief. In der Nacht auf Donnerstag setzt von Süden her kräftiger Schneefall ein. Der Schwerpunkt liegt in Ober- und Unterkärnten. Im Raum Klagenfurt kommen etwa 10 bis 15 cm Schnee zusammen, in Richtung Karnische Alpen und Karawanken sind lokal auch 25 bis 30 cm zu erwarten.

Donnerstag Schneefall im Südosten, weniger im Osten

Im Laufe des Donnerstags verlagert sich der Schneefall dann in den Südosten und Osten des Landes. Auch hier fällt der Schnee bis in tiefe Lagen und so ist von Graz über das Mürztal und dem Wechsel/Semmering mit 5 bis 10 cm Schnee zu rechnen.

Richtung Burgenland und Wiener Becken bzw. Wien sind die Niederschlagsmengen sehr gering, hier bildet sich höchstens eine dünne Schneedecke. Besonders vom Südburgenland über den Seewinkel bis ins Weinviertel kann es dagegen durch die mildere Luft in der Höhe zu gefrierendem Regen kommen! Dies zeigt sich auch in der scharfen Grenze zwischen der Oststeiermark und dem Südburgenland.

Markanter Südstau am Wochenende

Am Wochenende befindet sich der Alpenraum dann am Rande eines ausgeprägten Tiefs über Frankreich ab.  In den Alpen stellt sich eine kräftige Südströmung ein. An der Alpennordseite hat dies stürmischen Südföhn zu bedeuten, im Süden und Südwesten kräftigen Niederschlag. Von Freitagnachmittag bis Sonntagabend sind in Osttirol und Oberkärnten  150-200 mm Niederschlag zu erwarten, punktuell gibt es auch bis zu 250 mm. Somit sind auf den Bergen über 2 Meter Neuschnee zu erwarten, inklusive stark ansteigender Lawinengefahr.

Titelbild: stock.adobe.com

In der Nacht Schnee und Regen

Heute Abend begibt sich ein kleinräumiges Tief von der Nordsee über Westdeutschland in Richtung Süden und bringt pünktlich zum meteorologischen Winterbeginn am 01. Dezember reichlich Schneefall.

Bodenwetterkarte für die Nacht auf Dienstag. Quelle: DWD.

Aktuelles Radarbild und Temperaturen um 17:30 Uhr. @ DWD

Die Kaltfront des Tiefs erfasst in den kommenden Stunden weite Teile des Landes und sorgt im Norden für Regen, weiter nach Süden in weiterer Folge meistens für Schneefall. Ein Blick auf die aktuelle Temperatur, im Bild unten, zeigt, dass in der Mitte und im Südwesten noch teils Temperaturen unter dem Gefrierpunkt liegen und dies bedeutet Glatteisgefahr!

Aktuelle Lufttemperatur in Deutschland um 17 Uhr.

Vor allem in Rheinland-Pfalz und im Saarland ist heute Nacht die Gefahr von gefrierendem Regen sehr hoch, deswegen laufen hier entsprechende Warnungen.

Warnkarte für gefrierdenden Regen @ UWR.de.

Morgen Dienstag schneit es in der Südhälfte verbreitet, in den höheren Lagen der Mittelgebirge und im Schwarzwald sind bis zu 15 cm Neuschnee zu erwarten, wie die aktuelle Prognosekarte zeigt. Aber auch in den Niederungen sind bis zu 5 cm Schnee möglich.

Prognose der Neuschneehöhe in der kommenden Nacht und bis Dienstag 10 Uhr. Quelle: UBIMET.

Titelbild: Winter wonderland @ www.pixabay.com

Montagnacht verbreitet Schneefall

Verantwortlich für das winterliche Intermezzo am Montagabend und in der Nacht zum Dienstag ist ein kleines Randtief mit Kern ziemlich genau über Sylt. Zu sehen auf der Bodenwetterkarte von Dienstag 01 Uhr:

Ein Randtief über der Nordsee lenkt nasskalte Luft heran.

Ebenfalls gut zu sehen ist die Front des Tiefs (violett/blau), die uns von Nordwesten her mit jeder Menge Feuchtigkeit erreicht.

Die Temperaturen passen in jedem Fall für Schnee, zumindest von der Eifel, dem Sauerland und Harz südwärts. Hier liegen die Temperaturen in der Nacht auf Dienstag zwischen -5 und 0 Grad, weiter im Norden und Nordwesten bleibt es dagegen zu mild für Schnee. Im Südwesten und in der Mitte besteht gebietsweise allerdings auch Glättegefahr durch gefrierenden Regen.

Frostige Temperaturen in der Südhälfte.

Bleibt die Antwort auf die spannende Frage, wo denn nun wie viel Schnee fällt! Hier die Auflösung: In der gesamten Südhälfte kann sich eine dünne Schneedecke ausbilden, ausgenommen dürfte davon wohl nur der Rheingraben sein. Mehr als 1 bis 5 cm werden es in den Niederungen wohl kaum, etwas mehr (bis zu knapp 10 cm) Neuschnee kündigt sich dagegen im Thüringer Wald, im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb sowie am Alpenrand an.

Erwartete Neuschneemengen in der Nacht von Montag auf Dienstag.

November 2020 deutlich zu warm und trocken

Einer der 10 wärmsten November

Verglichen mit dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 bilanziert der November 2020 mit einer Abweichung von rund +2 Grad deutlich zu warm. Damit reiht sich der zurückliegende Monat in die Top 10 der wärmsten Novembermonate seit Messbeginn ein. Die größten Abweichungen finden sich auf den heimischen Gipfeln wieder, wo der November sogar die Top 5 entert: Am Feuerkogel in über 1600 m Seehöhe bilanziert der November um rund 5 Grad zu warm, ein ähnliches Bild zeigt sich mit Abweichungen jenseits der +4 Grad auf dem Patscherkofel, dem Sonnblick und der Villacher Alpe. Die relativ gesehen kühlsten Regionen waren dagegen so manche Alpentäler. Hier konnte die Luft in den oftmals sternenklaren Nächten stark auskühlen, die schwache Novembersonne vermochte es nur bedingt, die Luft tagsüber kräftig zu erwärmen. Zell am See und Aigen im Ennstal schließen den Monat ausgeglichen, zu kalte Orte sucht man im November vergeblich.

Hinweis: Um die Bilder in voller Auflösung und somit besser lesbar genießen zu können, einfach anklicken/antippen…

Temperaturabweichungen im November 2020.

Anfang des Monats war es noch einmal fast schon spätsommerlich, hier die Höchstwerte der Bundesländer im November:

Gemessene Höchstwerte in den Bundesländern.

Doch auch mäßiger bis strenger Frost war schon mit dabei, wie der Blick auf die gemessenen Tiefstwerte zeigt:

Gemessene Tiefstwerte in den Bundesländern.

Kaum Niederschlag

Der anhaltende Hochdruckeinfluss hielt auch die meisten wetteraktiven Fronten vom Alpenraum fern, Mittelmeertiefs blieben ebenso Mangelware. Folglich verwundert es kaum, dass der November 2020 mit einer landesweiten Abweichung von rund 70 Prozent viel zu trocken ausfiel. Damit reiht sich der ablaufende Monat auf Platz 2 der trockensten November der vergangenen 60 Jahre. Lediglich anno 2011 bilanzierte der November österreichweit noch deutlich trockener. Besonders markant sind die Abweichungen in den Alpen: Zwischen der Silvretta im Westen und dem Wechsel im Osten belaufen sich die Defizite auf 90 bis 95%. Prutz und Döllach beispielsweise schrammten nur haarscharf an einem Totalausfall in Punkto Niederschlag vorbei, rund 1 Liter pro Quadratmeter wurde hier gemessen. Selbst in den typischerweise niederschlagsreichen Staulagen der Nordalpen füllten sich die Messkübel nur spärlich. Schröcken zum Beispiel weist einen durchschnittlichen Novemberniederschlag von 162 l/m² auf, heuer waren es hier auch nur knapp 50 l/m² bzw. -70%.

Niederschlagsabweichungen im November 2020.

Hier noch die absoluten Niederschlagsmengen im November:

Monatsniederschlag November 2020.

Viel Sonne im Bergland, Grauer November im Flachland

Passend zum beständigen Hochdruckwetter mit viel Nebel und Hochnebel in den Niederungen und oftmals strahlendem Sonnenschein in sowie auf den Bergen präsentiert sich auch die Bilanz der Sonnenscheindauer zweigeteilt. Im Flachland hinken die Sonnenstunden im ablaufenden Monat dem Soll hinterher, Wien beispielsweise weist ein Defizit von gut 10% auf. Ganz anders dagegen das Bild auf den heimischen Gipfeln: Auf der Kanzelhöhe in Kärnten schien die Sonne bis dato schon 196 Stunden lang, 118 Stunden sind es hier im langjährigen Mittel im gesamten November. Eine Abweichung von mehr als +50% verzeichnen auch die Schmittenhöhe in Salzburg sowie der Schöckl in der Steiermark. Deutlich häufiger als im langjährigen Mittel konnte man die Sonne aber auch in den Alpentälern genießen, exemplarisch hierfür dienen Feldkirch (+50%), Bad Ischl (+60%) und Bischofshofen (+40%). Das absolut sonnigste Fleckerl in Österreich war der Brunnenkogel, 205 Sonnenstunden wurden an der höchstgelegenen Station des Landes schon gemessen, nur der April war dort oben auf 3.400 m heuer noch sonniger.

Anzahl der Sonnenstunden.

Extremwerte November 2020 (Bundesland, Tag des Auftretens):

Höchste Temperaturen

    • 23,3 Grad Leibnitz-Wagna (ST, 03.)
    • 23,1 Grad Bad Gleichenberg (ST, 03.)
    • 23,0 Grad Dornbirn (V, 02.)
    • 22,5 Grad Bregenz (V, 02.)
    • 22,2 Grad Deutschlandsberg (ST, 03.)

Tiefste Temperaturen Hochtäler

    • -13,0 Grad Lech/Arlberg (V, 21.)
    • -11,9 Grad Galtür (T, 21.)
    • -11,8 Grad Schmirn (T, 21.)
    • -11,3 Grad Warth (V, 21.)
    • -10,3 Grad St. Jakob im Defereggental (T, 21.)

Tiefste Temperaturen unter 1000 m Seehöhe

    • -9,1 Grad Radstadt (S, 25.)
    • -8,8 Grad Zeltweg (ST, 22.)
    • -8,5 Grad Weitensfeld (K, 25.)
    • -8,4 Grad Turnau (ST, 22.), Mittersill (S, 25.)
    • -8,3 Grad Puchberg/Schneeberg (NÖ, 22.), Kindberg (ST, 22.)

Anzahl Frosttage (Tiefstwert kleiner 0 Grad)

    • 25 St. Michael im Lungau, Böckstein, Rauris (alle S), Neumarkt, Bad Mitterndorf, Irdning/Gumpenstein, Turnau (alle ST), St. Jakob im Defereggental, St. Leonhard im Pitztal, Nauders (alle T)
    • 24 Schmirn, Seefeld (beide T), Zell am See, Mittersill, Radstadt, Bad Hofgastein (alle S), Semmering (NÖ), Aigen/Ennstal, Oberwölz, Gröbming, Kalwang, Zeltweg, Rottenmann, Mariazell, Pichl, Seckau (alle ST), Lech/Arlberg (V), Flattnitz (K)
    • 23 Mallnitz (K), Saalbach, Mariapfarr, Bad Gastein, Taxenbach, Tamsweg (alle S), Aflenz (ST), Bichlbach, Galtür, Westendorf, Tannheim (alle T)

Anzahl Eistage (Höchstwert kleiner 0 Grad)

    • 8 Bad Bleiberg (K), Saalbach (S)
    • 7 Holzgau, Mittewald an der Drau (beide T)
    • 6 Gstatterboden (ST)

Nasseste bewohnte Orte

    • 49 Liter pro Quadratmeter Schröcken (V)
    • 44 Liter pro Quadratmeter Loibl (K)
    • 41 Liter pro Quadratmeter Sulzberg (V)

Trockenste Orte

    • 1 Liter pro Quadratmeter Prutz (T), Döllach (K)
    • 2 Liter pro Quadratmeter Nauders (T), Leoben (ST), Kals (T)
    • 3 Liter pro Quadratmeter Gröbming (ST), Brunn am Gebirge (NÖ), Aigen/Ennstal (ST)

Absolut sonnigste bewohnte Orte

  • 163 Sonnenstunden Preitenegg (K)
  • 152 Sonnenstunden Sulzberg (V)
  • 150 Sonnenstunden Neumarkt (ST)

Kontinentale Luftmassen erfassen am Sonntag Österreich

Frost in Australien

In weiten Teilen Mitteleuropas war der November bislang durch außergewöhnlich viele Hochdrucklagen mit sonnigem und mildem Wetter in den Bergen sowie viel Nebel im Flachland geprägt. Im Donauraum und im Klagenfurter Becken gab es im Mittel etwa an jedem zweiten Tag keine einzige Minute Sonnenschein. Ganz anders sieht es im Bergland aus, so konnte man etwa auf der Villacher Alpe mit 190 Sonnenstunden fast viermal so viel Sonnenschein wie in Klagenfurt genießen.

Vorläufige Anzahl an trübe Tagen (weniger als 20% rel. Sonnenscheindauer) im November.

Am Samstag noch kaum Änderungen

Am Samstag überwiegt noch der Hochdruckeinfluss, somit setzt sich das oft nebelig-trübe Novemberwetter in den Niederungen und in den südlichen Becken fort. Besonders im Osten fällt im Tagesverlauf stellenweise auch etwas Nieselregen oder Schneegriesel und die Nebelobergrenze steigt auf über 1000 m an. Inneralpin und vor allem auf den Bergen einmal mehr strahlenden Sonnenschein. Die Temperaturen erreichen -1 bis +9 Grad mit den höchsten Werte im westlichen Bergland.

Prognose der Höchstwerte am Samstag. © UBIMET

Tief TANJA bringt kontinentale Luft

Ein Tief über Russland namens TANJA führt am ersten Advent aus Nordosten kalte Luftmassen kontinentalen Ursprungs in den Osten des Landes. Im Norden und Osten kommt dabei wieder zeitweise die Sonne zum Vorschein, während sich am Alpenrand vom Rheintal bis in den Flachgau sowie im Süden weiterhin zäher Hochnebel hält. Die Obergrenze steigt weiter an, somit werden hier mehr Tallagen als zuletzt mit dem Nebel geflutet. Die Temperaturen gehen vor allem in den Nordalpen zurück und erreichen maximal -1 bis +6 Grad mit den mildesten Werten in höheren Tallagen südlich der Tauern.

Rückwärtstrajektorien dienen zur Herkunftsanalyse von Luftmassen. ©wetter3.de

Zunehmender Tiefdruckeinfluss

Der Montag bringt wenig Änderungen, am Dienstag gerät Mitteleuropa aber zunehmend unter Tiefdruckeinfluss und im Tagesverlauf ziehen im gesamten Land Wolken auf. Nach derzeitigem Stand zeichnet sich an der Alpennordseite auch etwas Schneefall bzw. in tiefsten Lagen wie am Bodensee vorübergehend auch Schneeregen ab. Vorerst trocken bleibt es im Süden, zur Wochenmitte nimmt der Tiefdruckeinfluss aber auch hier zu. Die Chancen auf Schneefall steigen somit selbst in tiefen Lagen an.

Besonders zur Wochenmitte nehmen die Chancen für Schneefall zu. © ECMWF

Novembersonne – eine Zwischenbilanz

Sonnenuntergang über dem Nebelmeer. Quelle: www.foto-webcam.eu

Die Begriffe Nebel und Hochnebel sind ein fester Bestandteil der Wettertexte im November, insbesondere in diesem November. Doch nicht überall war dieser Monat bisher so trüb, wie man es aus den Wettermeldungen zu vernehmen mag.

Im Bergland sonnig, in den Niederungen trüb

In Verbindung mit beständigen Hochdruckwetterlagen war die sogenannte Inversionswetterlage in den letzten Wochen sehr oft in den Wetterberichten zu hören – diese zeichnet sich durch eine Umkehr der normalerweise vorherrschenden Abnahme der Temperatur mit der Höhe aus, so ist es in mittleren Höhenlagen milder und oft sonniger als in den Tal- und Beckenlagen.

Gesamtanzahl der trüben Tage im November. Quelle: UBIMET
Gesamtanzahl der trüben Tage im November. Quelle: UBIMET

Die bisherige Bilanz der Sonnenscheindauer fällt daher in den typischen Nebelregionen Österreichs, im Donauraum und im östlichen Flachland sowie in den südlichen Beckenlagen mit knapp 30 % relativ mager aus.

Die relative Sonnenscheindauer in Prozent der maximal möglichen. Quelle: UBIMET
Die relative Sonnenscheindauer in Prozent der maximal möglichen. Quelle: UBIMET

Im Bergland war der November insgesamt freundlich, je weiter in Richtung Westen, umso freundlicher.

Trockene Zwischenbilanz

Niederschlagsmäßig bilanziert der November insbesondere im Burgenland und der Steiermark bisher relativ trocken, nur im äußersten Norden kommt man mit etwa 60 bis 70 % des Solls der Klimatologie etwas näher.

Aktuelle Niederschlagssumme im November 2020. Quelle: UBIMET.
Aktuelle Niederschlagssumme im November 2020. Quelle: UBIMET.

Titelbild: Sonnenuntergang über dem Nebelmeer. Quelle: www.foto-webcam.eu

Bergwetter am Wochenende

Sonne

Freitag, 27. November 2020

Der Freitag bringt in den Niederungen verbreitet zähen Nebel oder Hochnebel, im Osten und Südosten bleibt es meist ganztags trüb. Die Nebelobergrenze liegt zwischen etwa 700 m im Rheintal und 900 m am Alpenostrand. Inneralpin und vor allem auf den Bergen gibt es dagegen strahlend sonniges Herbstwetter, oft ist der Himmel sogar wolkenlos. Bei meist nur schwachem Wind erreichen die Temperaturen in 3.000 m Höhe -5 bis -3 Grad, in 2000 m gibt es maximal 0 bis +4 Grad mit den höchsten Werten am Alpenhauptkamm.

Bergwetter am Freitag.

Samstag, 28. November 2020

Der Samstag bringt wenig Änderungen, die spätherbstliche Hochdrucklage mit Nebel in den Niederungen und viel Sonnenschein im Bergland hält an. Die Nebelobergrenze steigt allerdings gegen 1000 m an und im Tagesverlauf ziehen am Alpenostrand auch Wolken durch. Der Wind weht besonders im östlichen Bergland und am Alpennordrand mäßig aus Nord bis Nordost. Die Temperaturen steigen in 3.000 m auf -5 bis -3 Grad an, in 2.000 m liegen die Höchstwerte zwischen -1 Grad am Schneeberg und +3 Grad am Arlberg.

Sonntag, 29. November 2020

Der Sonntag bringt in vielen Tallagen zähen Hochnebel mit eine Obergrenze in etwa 1500 m Höhe, auf den Bergen vom Arlberg bis zum Dachstein sowie in inneralpinen Hochtälern überwiegt dagegen weiterhin der Sonnenschein. Im Tagesverlauf lockert der Hochnebel dann auch im östlichen Bergland etwas auf. Der Wind frischt teils lebhaft aus Nord bis Nordost auf. Die Temperaturen kommen in 3.000 m Höhe nicht über -8 bis -5 Grad hinaus, in 2.000 m gibt es große Unterschiede von Ost nach West: Während die Temperaturen auf der Rax bei -7 Grad liegen, gibt es im Arlberggebiet Werte um oder knapp über 0 Grad.

Bergwetter-Tipp

Mit dem Monatswechsel beginnt kommende Woche für die Meteorologen schon der Winter und immer häufiger kommt die Frage auf, wie dieser ausfallen wird. Derzeit berechnen die meisten Wetterrechenzentren einen überdurchschnittlich warmen Winter. Demnach ist in Österreich mit einer um +0,5 bis +1 Grad höheren Mitteltemperatur gegenüber dem langjährigen Mittel zu rechnen, was auf eine ganze Jahreszeit bezogen nicht wenig ist. Vor allem in tiefen Lagen stehen die Chancen auf viel Schnee also eher schlecht. Niederschlagsmäßig ist die Tendenz hingegen nicht so klar, die meisten Modelle sehen keine markanten Abweichungen vom Soll. Der Gesamtniederschlag ist jedoch maßgeblich für den Schnee im Bergland, da es oberhalb von etwa 1500 m fast immer kalt genug für Schneeakkumulation ist. Demnach würde es auf den Bergen für einen durchschnittlich schneereichen Winter reichen. Mehr Infos dazu gibt es hier: Wie wird der Winter?

Titelbild © AdobeStock

Südweststeiermark: Schnee aus der Nebelschicht

Reif und Schnee im Winter - Larisa-K / pixabay.com

Das kräftige Hoch VALENTIN über Osteuropa sorgt verbreitet für ruhige Verhältnisse. Im Herbst heißt das: Inversionswetterlage. In den Niederungen sammelt sich in den langen Nächsten rasch sehr kalte, schwerere Luft, während auf den Bergen deutlich mildere und sehr trockene Verhältnisse herrschen. Dies ist besonders am heutigen Mittwoch der Fall: Oberhalb von 1000 – 1500 m wurde bei strahlendem Sonnenschein sogar die 10-Grad-Marke geknackt. Im Mühl- und Walviertel sowie in den südlichen Beckenlagen bleiben die Höchstwerte hingegen oft im negativen Bereich!

Dabei ist die Nebelschicht gebietsweise dick genug, um leichten Niederschlag zu verursachen. Im Nordosten und hier vor allem im Waldviertel handelt es sich meist um teils gefrierenden Nieselregen, im Grazer Becken gab es hingegen oft Meldungen von Reifbildung oder sogar leichtem Schneefall!

Temperaturen um 11:40 Uhr am 25.11. - UBIMET
Temperaturen um 11:40 Uhr am 25.11. – UBIMET
Frosttag (Tiefstwert unter Null Grad) oder Eistag (Höchstwert unter Null Grad) am 25.11. bis 11:40 Uhr - UBIMET
Frosttag (Tiefstwert unter Null Grad) oder Eistag (Höchstwert unter Null Grad) am 25.11. bis 11:40 Uhr – UBIMET
Niederschlagssume bis 11 Uhr am 25.11. - UBIMET
Niederschlagssume bis 11 Uhr am 25.11. – UBIMET

Auf der steirischen Seite der Koralpe und hier vor allem im Bezirk Deutschlandsberg war der Niederschlag aus der Nebelschicht lokal kräftig genug, um eine dünne Schneedecke zu bilden! An der lokalen Wetterstation kamen heute binnen rund 6 Stunden 0.5 l/m² zusammen.

Wetterdaten aus Deutschlandsberg für den 25.11.2020 - ZAMG, UBIMET
Wetterdaten aus Deutschlandsberg für den 25.11.2020 – ZAMG, UBIMET
Vertikalprofil der Atmosphäre um 4 Uhr MEZ am 25.11. in Graz - Universität Innsbruck http://ertel2.uibk.ac.at:8080/raso/
Vertikalprofil der Atmosphäre um 4 Uhr MEZ am 25.11. in Graz – Universität Innsbruck http://ertel2.uibk.ac.at:8080/raso/

Das Vertikalprofil – hier von 04 Uhr Lokalzeit aus Graz – zeigt das Temperaturprofil und den Feuchtegehalt in den einzelnen Schichten der Atmosphäre bis 16 km Höhe. Zu erkennen ist eine dünne, kalte und sehr feuchte Schicht in Bodennähe und der deutliche Temperaturanstieg ab ca. 1 km über dem Boden bei viel trockeneren Bedingungen  – die Inversion.

Oberhalb der Inversion auf dem Schoeckl bei +9 Grad und bester Fernsicht - https://schoeckl.it-wms.com/
Oberhalb der Inversion auf dem Schoeckl bei +9 Grad und bester Fernsicht – https://schoeckl.it-wms.com/

Auch in den kommenden Tagen setzt sich die Inversionswetterlage  vor allem im Osten und Süden Österreichs fort. Das Potential für Schnee oder Nieselregen aus der Hochnebelschicht nimmt aber etwas ab im Vergleich zum heutigen Mittwoch.

 

Titelbild: Reif und Schnee im Winter – Larisa-K / pixabay.com

Der herbstliche Sumpf

Eine kleine Einführung in die Meteorologie: Horizontale Luftbewegungen (und das ist nichts anderes als Wind) sind immer die Folge von Druckunterschieden. Bekanntlich weht der Wind auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn um die Tiefs und entgegen dem Uhrzeigersinn um Hochdruckgebiete. Sind also Hochs und Tiefs bei uns in Mitteleuropa stark ausgeprägt, ist auch der Wind spürbar. Mit dem Wind verlagern sich auch Wolken, Regengebiete und allgemein Luftmassen. Meteorologen sprechen dann von einer dynamischen Wetterlage, jetzt im Herbst wären das Fronten, die uns im Tagesrhythmus überqueren.

Sind die Druckunterschiede (Gradienten) über eine große Fläche gesehen dagegen sehr gering, gibt es folglich auch nur schwache Luftbewegungen. Eine solche Großwetterlage, auch gradientschwache oder „Sumpfwetterlage“ genannt, haben wir derzeit über Mitteleuropa.

Prognose der Verteilung von Nebel/Hochnebel (blau) am Mittwochmorgen nach dem ICON-Modell des DWD

In den Niederungen lichten sich Nebel und Hochnebel, die sich in den langen Nächten gebildet haben, auch tagsüber oft gar nicht mehr. Die Sonne ist Ende November einfach zu schwach, um gegen das Dauergrau ankämpfen zu können. In etwas höheren Lagen ist es dagegen häufig sonnig, eine Sonnengarantie gibt es in den Bergen oberhalb von rund 800 bis 1000 m. Ein weiteres Merkmal der Sumpflage ist neben der ungewöhnlichen Sonnenverteilung eine verkehrte Welt bei den Temperaturen. In den Niederungen bleiben die Temperaturen heute und in den kommenden Tagen bei 0 bis +5 Grad hängen. In Lagen um 1000 m darf man sich sogar auf teils zweistellige Höchstwerte freuen.

Wie wird der Winter?

Wenn in Mitteleuropa winterliches, kaltes Wetter vorherrschen soll, braucht es eine Kaltluftzufuhr aus nördlichen Breiten. Diese kommt dann üblicherweise aus a) Russland/Sibirien, ist dann aber eher trocken, oder b) aus dem Bereich Nordpolarmeer/Arktis. In letzterem Fall kann mit einem Transport nach Mitteleuropa über den Meeresflächen Feuchtigkeit aufgenommen werden, was hier auch Schnee zur Folge hat.

 

Arktis aktuell deutlich zu warm

Insofern kann die aktuelle Temperaturverteilung im Bereich der Arktis bereits als ein Indiz für unseren Winter betrachtet werden. Denn die Luft ist aktuell deutlich wärmer, als es zu dieser Jahreszeit üblich wäre. Die nachfolgende Grafik zeigt: In 2m Höhe liegen die Temperaturen derzeit zwischen 5 und teils über 10 Grad über dem Mittel.

@ https://climatereanalyzer.org
@ https://climatereanalyzer.org

 

Doch auch der ganze bisherige November war dort und im angrenzenden Sibirien deutlich zu warm, der nachfolgende Tweet zeigt die Temperaturabweichung in 925 hPa, also rund 800 m Höhe über etwa 3 Wochen:

Ein Grund bzw. auch eine Folge dessen könnte sein, dass es einfach viel zu wenig Meereis gibt:

Langfristmodelle einheitlich

Im Umkehrschluss heißt das für unser mittelfristiges Wetter: Wo soll die Kälte herkommen, wenn nicht aus den üblicherweise dafür zuständigen kalten Regionen? Es ist also zu befürchten, dass es mit einem knackigen Winter mal wieder nichts und selbst ein normaler Winter schwierig wird. Und genau das bestätigen auch die diversen Langfristmodelle. Diese sind zwar immer mit Vorsicht zu genießen bzw. zu interpretieren, aber doch in gewisser Weise hilfreich.

Im nachfolgenden Bild ist die gemittelte Prognose aller Langfristmodelle der diversen nationalen Wetterdienste für die Temperaturabweichung in 2m Höhe im Zeitraum Dezember-Jänner-Feber 2020/2021 zu sehen. Demnach ist im DACH-Raum diesen Winter mit einer um +0,5 bis +1 Grad höheren Mitteltemperatur gegenüber dem langjährigen Mittel zu rechnen, was auf Sicht einer Jahreszeit nicht gerade wenig ist. In den Niederungen hätte dies entsprechend weniger winterliches Wetter zur Folge, weniger Frost und weniger Schnee – zugegebenermaßen keine allzu riskante Aussage in Zeiten des Klimawandels.

 

@ https://climate.copernicus.eu

 

Was den Parameter Niederschlag angeht, so sehen die Langfristmodelle keine markanten Abweichungen vom Soll. Dieser ist jedoch für den Schnee im Bergland maßgeblich, da es im Winter ab einer gewissen Höhe so oder so kalt genug ist. Demnach würde es hier für einen durchschnittlichen Winter reichen.

 

Titelbild @ stock.adobe.com

Planeten-Rendezvous im Dezember 2020

Sternenhimmel

Jupiter und Saturn am frühen Abendhimmel

Nach dem frühen Sonnenuntergang, der in Wien etwa schon um vier Uhr nachmittags stattfindet, fallen zurzeit in der hereinbrechenden Nacht ungefähr eine Stunde später zwei helle, tief stehende „Sterne“ Richtung Süd bis Südwest auf: die Planeten Jupiter und Saturn. Dass es sich nicht um Fixsterne handelt, wird schnell klar, denn von Tag zu Tag verringert sich der Abstand zwischen den beiden. Wenn das Wetter mitspielt, bietet sich also eine schöne Gelegenheit an, um die Planetenbewegungen selbst zu verfolgen!

Große Konjunktion

Der hellere Jupiter steht zunächst rechts unterhalb von Saturn, bis er am 21.12.2020 ganz knapp am Saturn vorbeizieht. Wer nicht genau hinsieht oder keine guten Augen hat, sieht an diesem Abend wohl nur einen, vielleicht etwas länglich erscheinenden Lichtpunkt. Selbst im Teleskop zeigen sie sich bei nicht zu starker Vergrößerung gemeinsam im Gesichtsfeld. Dann sind auch ihre Ringe bzw. Monde zu sehen, wie sie von Abbildungen bekannt sind. Mit freien Augen oder auch mit einem kleineren Feldstecher sehen sie einfach aus wie zwei helle Sterne. Allerdings muss man sich nach Sonnenuntergang beeilen, sie noch am Südwesthimmel zu sehen, bevor sie bereits gegen 18:00 MEZ untergehen. Anfang Jänner 2021 beenden sie schließlich gemeinsam ihre Abendsichtbarkeit bis zum Spätsommer. Dann steht Jupiter östlich („links“) vom Saturn und läuft ihm langsam davon, d.h. der Abstand vergrößert sich in der Folgezeit wieder.

Bereits Anfang Dezember kommen sich Jupiter und Saturn sehr nahe (Blick nach SW). © www.stellarium-web.org

Nur Perspektive

Tatsächlich kommen sich die beiden großen Planeten nicht wirklich nahe, ihr räumlicher Abstand beträgt stolze 833 Millionen Kilometer. Von unserem Standpunkt auf der Erde aus gesehen, steht Saturn aber fast genau hinter seinem sonnennäheren Kollegen. Diese Phänomen, das auch als „Große Konjunktion“ bezeichnet wird, tritt etwa alle 20 Jahre auf. In der Perspektive (an den irdischen Himmel projiziert) ist dies allerdings ihr engstes Treffen seit fast 400 Jahren!

Titelbild © AdobeStock

Hoch UDO sorgt verbreitet für Frost

Frost

In den vergangenen 24 Stunden haben kalte Luftmassen arktischen Ursprungs Österreich erfasst, so wurden im Hochgebirge wie etwa am Brunnenkogel oder auf der Adlersruhe Temperaturen bis -19 Grad gemessen. Auch in den Tallagen gab es in der Nacht auf Samstag  aber Frost, der kälteste bewohnte Ort war Lech am Arlberg mit -13 Grad. Im zentralen und östlichen Bergland haben Restwolken und Wind allerdings eine nennenswerte Abkühlung verhindert und örtlich verlief die Nacht im Wiener Becken sowie im Burgenland auch frostfrei.

Tiefstwerte in der Nacht auf Samstag (zum Vergrößern auf die Karte klicken).

Eisige Nacht

In der Nacht auf Sonntag herrschen auch in der Osthälfte sehr gute Bedingungen für eine starke Abkühlung:

  • Keine Wolken
  • Höchstens schwacher Wind
  • Trockene, kühle Luftmasse

In den Hochtälern gibt es mancherorts auch eine geschlossene Schneedecke, ein Faktor der die nächtliche Abkühlung zusätzlich verstärkt. Somit ist kommende Nacht erstmals in der Saison im gesamten Land mit Frost zu rechnen, wobei es in den Alpen verbreitet mäßigen und gebietsweise auch strengen Frost gibt. Im Westen des Landes wird es allerdings nicht mehr ganz so kalt wie noch in der Nacht zuvor, da hier ein paar hochliegende Wolken durchziehen.

MOS-Prognose der Tiefstwerte für die Nacht auf Sonntag. © UBIMET

Die Kältepole liegen kommende Nacht im zentralen Bergland vom Lungau bis zum Ausseerland, wo in manchen Tallagen mit strengem Frost zwischen -13 und -10 Grad zu rechnen ist, auch sonst gibt es aber verbreitet Tiefstwerte zwischen -4 und -9 Grad. Erstmals in diesem Herbst ist zudem auch in der Wiener Innenstadt mit Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt zu rechnen. Frostfrei bleibt es lediglich auf manchen Bergen im Westen des Landes, da hier in der Höhe bereits zunehmend milde Luftmassen eintreffen.

Bilder: Massiver gefrierender Regen in Wladiwostok

 

 

 

 

Inwiefern der Eisregen den folgenden Vorfall ausgelöst haben könnte, ist uns jedoch nicht ganz klar. Der Autobesitzer hat jedenfalls großes Glück gehabt:


Titelbild @ https://twitter.com/siberian_times/status/1329663347982168064

Ex-Hurrikan ETA bringt Sturm im Norden

Windig ist es an den Küsten von Nord- und Ostsee bereits, Böen liegen im Bereich der Ost- und Nordfriesischen Inseln schon bei 70 bis 90 km/h. Im Laufe der nächsten Stunden dreht der Wind hier von Südwest auf Nordwest und erreicht seinen Höhepunkt, über Mittag sind dann an den Küsten gebietsweise schwere Sturmböen um 100 km/h zu erwarten.

Maximale Böen nach dem ECMWF-Wettermodell für Donnerstag, den 19.11.2020 @ UBIMET, ECMWF

 

Aber auch in einem breiten Streifen von der Nordsee bis nach Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt frischt der Wind am Nachmittag stürmisch auf, vor allem mit der Kaltfront muss man sich hier auf Böen zwischen 60 und lokal 80 km/h einstellen. Für Teile Brandenburgs und Berlins gilt aktuell nur eine Vorwarnung, womöglich sind aber auch hier am frühen Abend 60 oder 70 km/h möglich.

UWR-Warnungen, Stand 11:00 Uhr, 19.11.2020 @ UBIMET

 

Übrigens: (Ex-)ETA hat bereits eine lange Lebensgeschichte – bereits vor mehr als zwei Wochen am 03.11.2020 ist der Hurrikan mit Stufe 4 auf der Saffir-Simpson-Skala auf Nicaragua getroffen und hat dort schwere Verwüstungen verursacht. Nachfolgend schwenkte er über Kuba nach Florida und verlagerte sich daraufhin über den Atlantik nach Europa.

 

Titelbild @ https://stock.adobe.com

Kaltfront bringt am Donnerstagabend Wind und Regen

Windsack im Sturm

Hoch THODO hat am Mittwoch in weiten Teilen des Landes für strahlend sonniges Herbstwetter gesorgt, nur in Unterkärnten gab es einmal mehr beständigen Hochnebel. Die Karte mit der heutigen Anzahl an Sonnenstunden findet ihr hier.

Hochnebel
Diex liegt in etwa 1150 m Höhe knapp oberhalb der Inversion. © www.diex.gv.at

Kaltlufteinbruch

Am Donnerstag lässt der Hochdruckeinfluss nach und im Tagesverlauf erfasst die Kaltfront des Skandinavientiefs Ex-ETA den Alpenraum. In der Nacht folgt bereits eine weitere Kaltfront eines Randtiefs und kalte Luftmassen arktischen Ursprungs erfassen Österreich. Die Schneefallgrenze sinkt am Donnerstagabend in den Nordalpen gegen 1100 bis 900 m ab und am Freitagmorgen schließlich gegen 600 m. Besonders in höheren Tallagen der Nordalpen kommen dabei 5 bis 10, im Arlberggebiet auch 15 cm Neuschnee zusammen.

Neuschneeprognose bis Freitagmittag. © UBIMET

Stürmische Böen

Am Donnerstag weht besonders im östlichen Flachland zunächst noch mäßiger Wind aus südlicher Richtung, im Tagesverlauf kommt im Grenzbereich zu Bayern allerdings lebhafter Westwind auf. Am Abend frischt auch im Donauraum kräftiger West- bis Nordwestwind auf, dabei sind besonders vom Mostviertel bis ins Wiener Becken sowie später auch im Seewinkel und in manchen Nordföhntälern stürmische Böen zwischen 60 und 70, in exponierten Lagen auch 80 km/h zu erwarten.

Modellprognose der Windspitzen von Donnerstagabend bis Freitagabend. © UBIMET

Die Temperaturen gehen am Wochenende spürbar zurück: Während am Donnerstag noch 7 bis 14, lokal auch 15 Grad erreicht werden, liegen die Höchstwerte am Freitag nur noch zwischen 1 Grad in den Nordalpen und 9 Grad bei föhnigem Nordwind im Süden des Landes.

Von Donnerstag auf Freitag kühlt es spürbar ab.

An dem Wochenende erfassen dann von Westen her wieder mildere Luftmassen das Land, somit geht es mit den Temperaturen ab Sonntag langsam wieder bergauf. In den Nächten zeichnet sich allerdings verbreitet Frost ab, in der Nacht auf Samstag ist in den Hochtälern im Westen lokal auch strenger Frost um -10 Grad in Sicht.

IOTA: Stärkster Hurrikan der Saison trifft auf Nicaragua

Sturmschäden durch Hurrikan IOTA - MorecastUS

Nach dem Allzeit-Rekord für die meisten benannten Stürme, erzeugte die Hurrikansaison 2020 den 30. und bislang stärksten Hurrikan des Jahres. Hurrikan IOTA erreichte in den letzten Stunden mit Wingeschwindigkeiten über 250 km/h sogar die Kategorie 5 der Saffir-Simpson-Skala. Einen Kat-5 so spät im Jahr hat es seit Beginn der Aufzeichnungen noch nie gegeben!

IOTA zieht gerade mit zerstörerischen Winden von bis zu 200 km/h über den Norden Nicaraguas hinweg. An der Küste verursacht der Wirbel einen 3 bis 5 m hohen Sturmflut, im Landesinneren sind bis zu 700 l/m² Regen binnen wenigen Stunden möglich.

Das schlimmste daran: IOTA erreichte das Land nur rund 25 km südlich der Stelle, wo genau vor zwei Wochen auch Kategorie-4-Hurrikan ETA eine Spur der Verwüstung hinterließ.

 

 

Titelbild: Sturmschäden durch Hurrikan IOTA – MorecastUS

Erster gefrierender Regen in manchen Alpentälern

Gefrierender Regen - pixabay.com

Wer gern auf den Bergen unterwegs ist, weiß es vermutlich schon: In den letzten Tagen waren die Temperaturen in den mittleren und höheren Lagen außergewöhnlich mild. In den Tal- und Beckenlagen sorgte hingegen eine sogenannte Inversionswetterlage oft für deutlich kühlere Verhältnisse. Mit Durchzug der heutigen Kaltfront wurde die Inversion von West nach Ost allmählich ausgeräumt, wobei die Schneefallgrenze nur auf etwa 1400 m sank.

Wie man in den unteren beiden Karten gut erkennen kann, waren die Temperaturen in der ersten Montaghälfte bei aufkommenden (und bis auf rund 1400 m auch flüssigen) Niederschlägen in vielen inneralpinen Tälern nach wie vor im negativen Bereich. Die eisigen Kaltluftseen in den Tälern wurden erst gegen Mittag komplett ausgeräumt. Dies sorgte in diesen Regionen gebietsweise für leichten gefrierenden Regen.

Mitteltemperatur am Montag bis 9 Uhr MEZ - UBIMET
Mitteltemperatur am Montag bis 9 Uhr MEZ – UBIMET
Akkumulierte Niederschlagsmengen am Montag bis 11 Uhr MEZ - UBIMET
Akkumulierte Niederschlagsmengen am Montag bis 11 Uhr MEZ – UBIMET

Als Paradebeispiel nehmen wir die Daten aus den Wetterstationen in Mariapfarr und in Lienz. Hier sieht man ganz gut wie die Temperaturen mit Kaltfrontdurchzug steigen (deswegen ist hier die Rede von „maskierten“ Kaltfronten). An den beiden Standorten kamen bis in den Vormittagsstunden 1 bis 2 l/m² gefrierender Regen zusammen. Glücklicherweise ist gefrierender Regen im Herbst nur in äußerst seltenen Fällen und meistens nur für Bäume und Stromleitungen ein ernstes Problem. Denn der Boden hat nach der warmen Jahreszeit viel Wärme gespeichert und braucht daher Zeit, um in den negativen Bereich zu kommen. Montagvormittag lagen z.B. die Bodentemperaturen in rund 10 cm Höhe in den betroffenen Regionen zwischen +2 und +5 Grad.

Wetterdaten am Montag | Wetterstation Mariapfarr - UBIMET, ZAMG
Wetterdaten am Montag | Wetterstation Mariapfarr – UBIMET, ZAMG
Wetterdaten am Montag | Wetterstation Lienz - UBIMET, ZAMG
Wetterdaten am Montag | Wetterstation Lienz – UBIMET, ZAMG
Webcam Mautendorf im Lungau am Montagvormittag - https://binggl.panomax.com/#
Webcam Mautendorf im Lungau am Montagvormittag – https://binggl.panomax.com/#
Webcam Lienz Hauptplatz am Montagvormittag - https://www.lienz.gv.at/tourismus/webcams.html
Webcam Lienz Hauptplatz am Montagvormittag – https://www.lienz.gv.at/tourismus/webcams.html

 

 

Titelbild: Gefrierender Regen – pixabay.com

Nach Kaltfront weiteres Hoch in Sicht

Alpen im Herbst

In weiten Teilen Mitteleuropas war der November bislang durch außergewöhnlich viele Hochdrucklagen mit sonnigem und mildem Wetter in den Bergen sowie viel Nebel im Flachland geprägt. Die erste Novemberhälfte war auf den Bergen mehr als 5 Grad wärmer als im klimatologischen Mittel. Im Flachland liegen die Abweichungen aufgrund der häufigen Inversionswetterlagen dagegen meist zwischen 1 und 2 Grad, besonders im Murtal war der Monat örtlich sogar durchschnittlich.

Temperaturabweichungen in der ersten Novemberhälfte. © UBIMET

Die erste Monatshälfte war zudem deutlich zu trocken, in weiten Teilen des Landes gab es weniger als 10% der üblichen Niederschlagsmenge. Stellenweise wie etwa im Hochpustertal oder in Nauders gab es noch gar keinen messbaren Niederschlag.

Der Monat war bislang viel zu trocken.

Maskierte Kaltfront zu Wochenbeginn

Am Montag zieht die Kaltfront von Tief ROSWITHA über Österreich hinweg. Zunächst regnet es vor allem an der Alpennordseite zeitweise, ab Mittag verlagert sich der Schwerpunkt dann in den Süden und Südosten des Landes. Die größten Mengen sind im Bereich der Karawanken zu erwarten, Schnee fällt nur oberhalb von knapp 1500 m. Auf den Bergen kühlt es spürbar ab, in den Niederungen wird es dagegen bei auffrischendem Westwind mit bis zu 12 Grad etwas milder als zuletzt, da hier die kalte Luft der Inversionswetterlage ausgeräumt wird. Meteorologen sprechen bei solchen Lagen auch von einer maskierten Kaltfront, da nur in der Höhe eine Abkühlung stattfindet. Dieses Phänomen ist typisch für den Winter, wenn eine Kaltfront mit gemäßigter Atlantikluft eine vorgelagerte Warmluftmasse über Land wegräumt, in der sich am Boden eine flache interne Kaltluftschicht gebildet hat.

Maskierte Kaltfront: Auf den Bergen kühlt es am Montag ab, im Flachland wird es milder.

Neues Hoch zur Wochenmitte

Ab Dienstag gerät Österreich allmählich unter den Einfluss von Hoch THODO. Zunächst überwiegen an der Alpennordseite zwar noch die Wolken, von Vorarlberg bis Oberkärnten sowie im Osten und Südosten lockern die Wolken aber immer häufiger auf und die Temperaturen erreichen 6 bis 14 Grad. Am Mittwoch und Donnerstag scheint dann verbreitet die Sonne, nur in den südlichen Becken sowie teils auch im Osten breitet sich gebietsweise wieder Hochnebel aus. Die Höchstwerte liegen zwischen 7 Grad im Klagenfurter Becken sowie im Waldviertel und 15 Grad in den westlichen Nordalpen.

Hoch THODO erfasst uns zur Wochenmitte. © FU Berlin / DWD

Kaltfront in Sicht

Am Donnerstagabend zieht aus Westen eine weitere Kaltfront auf, welche nach derzeitigem Stand am kommenden Wochenende im ganzen Land für eine spürbare Abkühlung sorgen wird. Die Temperaturen kommen dann nirgendwo mehr über die 10-Grad-Marke hinaus und im Bergland steigen auch die Chancen für etwas Neuschnee an.

Temperatur- und Niederschlagstrend am Feuerkogel in Oberösterreich (Höllengebirge). © ECMWF

30. Sturm der Saison: Hurrikan IOTA nimmt Kurs auf Nicaragua

Der Höhepunkt der atlantischen Hurrikansaison findet im Mittel im September statt, die Aktivität lässt heuer aber selbst im November kaum nach. Am Sonntag trifft der tropische Sturm THETA unter Abschwächung auf Madeira, wie berichteten darüber bereits hier. Er sorgt dort bis einschließlich Montag für starken Südwind mit stürmischen Böen in exponierten Lagen sowie für teils gewittrig durchsetzten Regen. Mittlerweile hat sich über dem Karibischen Meer allerdings schon der 30. tropische Sturm der Saison gebildet: Der Rekordsturm IOTA verstärkt sich aktuell rasch zu einem Hurrikan und wird zu Wochenbeginn zum Major Hurricane, also zu einem starken Hurrikan der Kategorie 3 oder höher.

IOTA folgt auf ETA

Der Hurrikan zieht derzeit mit etwa 7 km/h in westliche Richtung und weist im Kern mittlere Windgeschwindigkeiten von etwa 120 km/h auf. In den kommenden Stunden wird er sich über dem etwa 29 Grad warmen Wasser des Karibischen Meeres allerdings weiter verstärken und zu Wochenbeginn zu einem Hurrikan der Kategorie 3 mit mittleren Windgeschwindigkeiten um 200 km/h heranwachsen. Voraussichtlich Montagnacht wird er dann auf Nicaragua und Honduras treffen, wo neben Orkanböen auch Regenmengen von teils über 300 Liter pro Quadratmeter zu erwarten sind. Es ist zu befürchten, dass die Auswirkungen zusätzlich verschärft werden, da in diesen Regionen erst am 3. November der Hurrikan ETA auf Land getroffen ist. In Mittelamerika waren die Überflutungen und Vermurungen dabei für mindestens 150 Todesopfer verantwortlich.

Die Prognose der Zugbahn von IOTA ähnelt jener von ETA. © NOAA
IOTA
Modellprognose vom akkumulierten Niederschlag bis Mittwoch. © ECMWF
Aktuelle Wassertemperaturen weltweit (zum Vergrößern auf das Bild klicken). © NOAA

Der Taupunkt und der Tau

Morgentau auf eine Wiese

Als Tau bezeichnet  man einen beschlagenden Niederschlag aus flüssigem Wasser. Er entsteht durch Kondensation von in der Atmosphäre unsichtbar enthaltenem Wasserdampf an unterkühlten Oberflächen. Förderlich für dieses Phänomen sind folgende Faktoren:

  • Lange Nächte im Spätsommer und Herbst
  • Windschwache Verhältnisse
  • Wolkenloser Himmel

Die Luft kann je nach Temperatur nur eine bestimmte Menge an Wasserdampf aufnehmen. Dabei gilt: Je höher die Temperatur, desto mehr Wasserdampf kann sie fassen. Kommt etwas wärmere und feuchte Luft jedoch in Kontakt mit kühleren Oberflächen wie etwa Grashalme oder Autos, kühlt sie sich ab und kann den gespeicherten Wasserdampf nicht mehr halten. Dieser fällt aus und lagert sich dann in Form von Tautropfen ab. Passiert das ganze bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, entsteht übrigens weißlicher Reif.

Der Taupunkt

Der Tau hat in der Meteorologie sogar zur Namensgebung einer physikalischen Größe beigetragen: Unter der „Taupunkttemperatur“ versteht man nämlich jene Temperatur, auf die sich die Luft abkühlen müsste, um vollständig mit Wasserdampf gesättigt zu sein. Ab dieser Temperatur beträgt die relative Feuchte der Luft bereits 100 %. Kühlt sich die Luft nur um wenige Zehntel weiter ab, beginnt Wasser an Oberflächen oder Kondensationskernen in der Umgebung zu kondensieren und es entsteht Nebel bzw. Tau.

Abschätzung der Tiefsttemperatur

Da beim Phasenübergang vom gasförmigen Wasserdampf zu flüssigem Wasser Wärme freigesetzt wird, wird die nächtliche Abkühlung bei einsetzender Taubildung gebremst oder sogar gestoppt. Daher gibt es in der Wettervorhersage auch eine Faustregel, welche die Taupunktstemperatur am Nachmittag als grobe Abschätzung für die nächtlichen Tiefstwerte heranzieht. Dies funktioniert natürlich nur dann, wenn die Luftmasse über einem Ort in den Stunden zwischen Nachmittag und dem folgenden Morgen nicht durch eine Wetterfront ausgetauscht wird. Auch bei bewölktem Himmel oder Wind ist diese Abschätzung nicht möglich, beides führt zu milderen Nächten.

Advektionstau

Der Morgentau, der nach ruhigen und windschwachen Nächten entsteht nennt man Strahlungstau. Es gibt aber noch einen weiteren Prozess, der zu Tau führen kann: Wenn nach einer kühlen Wetterphase plötzlich warme, feuchte Luft zugeführt wird, deren Taupunkt oberhalb der Bodentemperatur liegt, kommt es zur Kondensation des Wasserdampfes. Dieses Phänomen kann auch sämtliche Straßen nass machen und man nennt es Advektionstau.


Titelbild: Robert Körner on VisualHunt / CC BY-NC-SA

Kaltfrontdurchzug bringt Sturm, Regen und Gewitter

Nasses Herbstwetter - pixabay.com

Sturmtief ROSWITHA zieht am Sonntag knapp nördlich der Britischen Inseln vorbei. Die dazugehörige, kräftige Kaltfront erfasst morgen Frankreich und erreicht in den Abendstunden auch den Westen Deutschlands. Die warme, föhnige Südströmung (gelbe Pfeile im Bild unten) im Vorfeld der aufziehenden Front wird somit in der Nacht zum Montag durch eine straffe und deutlich kühlere  Westströmung (in Blau) abgelöst.

Wetterlage am Sonntag - UWR.de
Wetterlage am Sonntag – UWR.de

Auffrischender Wind

Bereits im Vorfeld der Kaltfront frischt somit im Laufe des Sonntags vom Schwarzwald und der Eifel bis zum Harz sowie auch in der Oberlausitz starker Südwind auf. In exponierten Lagen sind auch Sturmböen möglich. Mit Eintreffen der Kaltfront dreht der Wind auf West und weht dann in der Westhälfte generell stark bis stürmisch. Am Montag setzt sich hinter der Kaltfront landesweit eine straffe Westströmung durch, in exponierten Lagen sind nach wie vor Sturmböen einzuplanen.

Spitzenböen am Sonntag 15.11. - UBIMET
Spitzenböen am Sonntag, 15.11. – UBIMET
Spitzenböen am Montag 16.11. - UBIMET
Spitzenböen am Montag, 16.11. – UBIMET

Kurzzeitig Starkregen, einzelne Gewitter

Am Sonntagabend setzt ganz im Westen schauerartiger Regen ein, der sich dann in der Nacht zum Montag rasch nach Osten ausbreitet. Besonders im Schwarzwald sowie vom Saarland bis zur Nordsee regnet es kurzzeitig auch kräftig. Mit Kaltfrontdurchzug sind im Westen vereinzelt auch eingelagerte Gewitter nicht ganz auszuschließen. Am Montag geht es auf der Rückseite der Front unbeständig weiter: In der straffen Westströmung gehen besonders in der Nordhälfte weiterhin teils kräftige Schauer nieder.

Akkumulierte Niederschlagsmengen am Sonntag 15.11. - UBIMET
Akkumulierte Niederschlagsmengen am Sonntag, 15.11. – UBIMET
Akkumulierte Niederschlagsmengen am Montag 16.11. - UBIMET
Akkumulierte Niederschlagsmengen am Montag, 16.11. – UBIMET

Im Vorfeld der Front wird es am Sonntag neuerlich sehr mild. Im Westen stehen verbreitet 14 bis 18, vereinzelt sogar bis zu 20 Grad auf dem Programm. Im Nordosten sowie auch im Südosten hält hingegen die Inversionswetterlage durch: Hier ist es in den Niederungen deutlich kühler als in höheren Lagen. Mit Kaltfrontdurchzug wird es am Montag im Westen um 5 bis 10 Grad kühler als am Vortag. In der Osthälfte wird der Unterschied deutlich geringer ausfallen. Vor allem entlang der Donau räumt die Kaltfront die Inversion aus, so wird es am Montag hier nach der Kaltfrontpassage sogar wärmer! In solchen Fällen reden Meteorologen von „maskierten Kaltfronten“.

Höchstwerte am Sonntag 15.11. - UBIMET
Höchstwerte am Sonntag, den 15.11. – UBIMET
Höchstwerte am Montag 16.11. - UBIMET
Höchstwerte am Montag, den 16.11. – UBIMET

 

 

Titelbild: Nasses Herbstwetter – pixabay.com

November 2019: Extrem viel Regen und Schnee in den Südalpen

Schnee

Der November 2020 war bislang außergewöhnlich mild und trocken, so lagen die Temperaturen im westlichen und südlichen Bergland in der ersten Monatshälfte vielerorts 4 bis 6 Grad über dem klimatologischen Mittel. Dazu gab es stellenweise noch keinen messbaren Niederschlag, wie etwa im Hochpustertal, im Ennstal oder auch in Nauders.

2019: Italientiefs am laufenden Band

Vor einem Jahr präsentierte sich das Wetter völlig gegensätzlich zu heuer. Bereits zu Monatsbeginn etablierte sich über Westeuropa ein umfangreiches Tiefdruckgebiet und in weiterer Folge gelangten wiederholt kühle Luftmassen bis in den Mittelmeerraum. Dort bildeten sich kräftige Italientiefs, welche extrem feuchte Luft von Süden her gegen die Alpen lenkten. Die Folge waren immense Regen- und Schneemengen vor allem in Osttirol und Kärnten sowie am Alpenhauptkamm.

Druckanomalien im November 2019 sowie vom 1. bis 11. November 2020. © NOAA

Extrem nass

In Summe kam im November 2019 besonders in Osttirol und Oberkärnten die drei- bis vierfache mittlere Monatsniederschlag zusammen und auch am Alpenhauptkamm und im Südosten gab es vielerorts mehr als doppelt soviel Niederschlags wie üblich. Knapp unterhalb vom Plöckenpass in den Karnischen Alpen wurden sogar über 1000 Liter pro Quadratmeter Niederschlag gemessen! Am Loibl wurden 741 Liter pro Quadratmeter verzeichnet und in Kötschach-Mauthen 616. Für einige Stationen war es sogar der nasseste Monat der jeweiligen Messgeschichte, wie etwa Spittal an der Drau, Mallnitz, Millstatt, Lienz oder auch Weißensee. Die großen Wassermengen sorgten für Hochwasser etwa an der Gurk sowie für viele Schäden durch Hangrutschungen und Muren.

Niederschlags- und Temperaturabweichungen im Nov. 2019 und 2020 (vorläufig). Klicken zum Vergrößern.

Schneerekorde

Auf den Bergen gab es in diesen Regionen ungewöhnlich viel Schnee, stellenweise lag auf den Bergen bereits fast das Doppelte derjenigen Schneemenge, die es im Schnitt erst zur schneereichsten Zeit des Winters Ende Februar hat. In den Südalpen wurden neue Rekorde aufgestellt, am Zettersfeld wurde der alte Rekord um fast 70 cm übertroffen und selbst in Lienz gab es mit rund 66 cm Neuschnee 3,5-mal mehr Neuschnee als im Mittel. In manchen Hochtälern in Osttirol wie in  St. Jakob im Defereggental wurden in Summe knapp 2 Meter Neuschnee verzeichnet.

Die maximale Schneehöhe des Winters am Zettersfeld wurde Mitte November erreicht. © Land Tirol

Der Lawinenwarndienst musste kurzfristig mit der Erstellung von Lageberichten beginnen, so wurde am 16. November beim ersten Bericht gleich Lawinenwarnstufe 4 für ganz Süd- und Osttirol ausgegeben. Manche Lawinen erreichten sogar höhere Ortschaften wie etwa Prägraten am Grossvenediger oder Martell in Südtirol. Durch den often nassen Schnee kam es zudem zu Schneebruch und etlichen Stromausfällen.

Vielerorts in Osttirol kam es zu Schneebruch. Bilder: Land Tirol
Hochwasser an der Gurk.
Unwetterkarte
Regen- und Schneewarnungen vom 16-17. November 2019. © www.uwz.at

Optische Phänomene im Nebel

Nebel und Sonne

Bei Wanderungen durch eine Nebelschicht ist es empfehlenswert, an der Nebelobergrenze auf optische Effekte zu achten. Um diese zu beobachten muss man meist wie bei einem Regenbogen mit dem Rücken zur Sonne stehen. Anbei eine Übersicht der häufigsten optischen Phänomene im Nebel:

  • Glorie
  • Brockengespenst
  • Nebelbogen
  • Schattenstrahlen
Flugzeug über den Wolken
Auch aus dem Flugzeug lassen sich viele optische Phänomene beobachten. © AdobeStock

Glorie

Es handelt sich dabei um farbige Lichtbögen bzw. -kreise um den eigenen Schatten, welche wie der Regenbogen durch die Rückstreuung der Sonnenstrahlung und ihrer anschließenden Beugung an kleinen Wassertröpfchen entstehen. Man kann diese optische Erscheinung vor allem am Nebelrand beobachten, wenn man mit dem Rücken zur Sonne steht und die Sonnenstrahlen von hinten auf die Wolken fallen. Das gleiche Phänomen kann man oft aber auch aus einem Flugzeug, beobachten, wenn man Wolken nach oben durchbricht. Eine ähnliche Lichterscheinung ist der sog. Heiligenschein, dessen Ursache Tautropfen etwa auf einer Wiese sind.

Glorie
Ein Glorie an der Wolkenoberseite. © AdobeStock

Brockengespenst

Die Glorie geht oft einher mit dem sogenannten Brockengespenst. Es handelt sich dabei um den Schatten des Beobachters, der in eine tiefer gelegene Nebelschicht projiziert wird. Im Gegensatz zum Schattenwurf auf festen Oberflächen erscheint der Schatten in die Tiefe projiziert und dadurch perspektivisch vergrößert. Insbesondere wenn man sich nahe an der Nebelschicht befindet, kann es dazu kommen, dass man sich über die Größe und die Bewegungen des eigenen Schattens erschrickt. Das Phänomen wurde erstmals auf dem Brocken von Johann Esaias Silberschlag im Jahre 1780 beobachtet und beschrieben.

Brockengespenst
Ein Brockengespenst inkl. Glorie. © AdobeStock

Nebelbogen

Bei einem Nebelbogen handelt es sich um einen kreisförmigen, weiß leuchtenden Bogen, der ganz ähnlich zu einem Regenbogen entsteht. Er wird daher manchmal auch „weißer Regenbogen“ genannt. Neben der Brechung und Reflexion des Lichtes spielen dabei auch Beugungseffekte eine Rolle. Auch dieses Phänomen kann man beobachten, wenn man sich am Nebelrand mit dem Rücken zur Sonne befindet. Der Nebelbogen ist breiter als ein Regenbogen und schimmert außen gelblich und am Innenrand bläulich, dazwischen ist er weiß. Je kleiner die Tröpfchen sind, desto lichtschwächer erscheint er. Ab etwa 5 Mikrometern Tröpfchengröße wird das Licht so schwach, dass man es nicht mehr wahrnehmen kann.

Nebelbogen
Ein Nebelbogen. © AdobeStock

Schattenstrahlen

Im Gegensatz zu den bisher beschrieben Phänomenen sieht man Schattenstrahlen, wenn man in Richtung Sonne blickt. Diese optische Erscheinung trägt viele Namen wie etwa Strahlenbüschel oder auch Nebelstrahlen (engl. allg. „crepuscular rays„). Meist kann man diese Strahlen beobachten, wenn man sich im Schatten von Bäumen befindet und in Richtung Sonne blickt. An den von der Sonne beschienen Bereichen wird das Licht an den kleinen Nebeltröpfchen gestreut und es entsteht ein scheinwerferähnlicher Effekt, als ob man die Sonnenstrahlen tatsächlich sehen könnte.

Schattenstrahlen im Nebel
Nebelstrahlen. © AdobeStock

 

November: Ist dieser Monat wirklich so grau?

Im November gibt es viel Nebel und Hochnebel

Der November stellt den dritten und damit letzten Herbstmonat dar. Die durchschnittliche tägliche Sonnenscheindauer geht bis Monatsende  spürbar zurück: Von etwas über drei Stunden zu Monatsbeginn auf nur noch eineinhalb Stunden im Mittel am Monatsende. In typischen Nebelregionen wie etwa der Donauraum, das Schweizer Mittelland oder der Bodensee scheint die Sonne noch seltener, mehr Sonnenstunden gibt es dagegen auf den Bergen. Wie ein Blick auf die folgende Tabelle zeigt, ist der November allerdings nicht der trübste Monat des Jahres.

Mittlere Sonnenscheindauer (h) November Dezember Januar
Wien (A) 66 51 70
Innsbruck (A) 101 83 100
Graz (A) 75 56 76
Berlin (D) 55 41 51
Hamburg (D) 49 32 45
Köln (D) 54 40 50
Konstanz (D) 53 41 49
Zürich (CH) 50 35 48
Basel (CH) 68 52 67

Ein paar allgemeine Infos zum Thema Inversionswetterlage gibt es hier.

Stimmungstief

Obwohl der Dezember und gebietsweise auch der Januar grauer sind, wird besonders der November mit gedrückter Stimmung verbunden. Dies liegt vor allem an der raschen Veränderung der Lichtverhältnisse im Herbst, zudem wird es nach der jährlichen Zeitumstellung sehr früh dunkel. Mit den dunklen Tagen kommt es bei einem kleinen Teil der Mitmenschen zum sogenannten „Novemberblues“, einem Seelentief. Studien zeigen, dass in Mitteleuropa etwa zehn Prozent der Bevölkerung im Winter unter Symptomen wie Müdigkeit, Energielosigkeit oder Konzentrationsschwäche leiden.

Die besten Tipps

Gegen den Novemberblues hilft in vielen Fällen der Aufenthalt im Freien, selbst an einem trüben Novembertag ist es draußen in der Regel deutlich heller als in den Innenräumen. Das Licht wirkt dem Stimmungstief entgegen. Zusätzlich zu empfehlen sind sportliche Betätigungen im Freien: Die kühle Luft kurbelt das Immunsystem an und stärkt somit die körpereigenen Abwehrkräfte. Manche Menschen schaffen sich auch mittels kurzer Aufenthalte im Solarium Abhilfe, wesentlich empfehlenswerter sind allerdings Ausflüge in die Berge, wo man oberhalb des Nebels ebenfalls Vitamin D tanken kann.

Die nebeligsten Orte weltweit

Die vermutlich nebeligste Region der Welt ist die Neufundlandbank (Grand Banks) südöstlich von Neufundland, wo durch das Aufeinandertreffen von Labrador- und Golfstrom an mehr als 120 Tagen pro Jahr Sichtweiten von weniger als einem Kilometer herrschen. Auch manche Berge stecken allerdings oft in den Wolken, so soll der schottische Berg Ben Nevis sogar an 300 Tagen pro Jahr in Nebel gehüllt sei.

Tropischer Sturm THETA nähert sich Madeira

Die aktuelle Hurrikan-Saison auf dem Atlantik ist außergewöhnlich aktiv, so gab es seit Beobachtungsbeginn noch nie so viele tropische Stürme wie heuer. Der bisherige Rekordhalter war das Jahr 2005 mit 28 tropischen Stürmen, mittlerweile ist über dem Nordatlantik aber schon der 29. Sturm der Saison unterwegs und sogar der 30. könnte bald über dem Karibischen Meer entstehen. Während die ersten 21 davon vordefinierte Namen vom National Hurricane Center erhalten haben, wird seit dem 22. das griechische Alphabet verwendet. Erstmals in der Geschichte wird also derzeit der Name THETA verwendet. Der nächste Name für den 30. Sturm wird dann IOTA.

Kurs Richtung Osten

Der Kern des tropische Sturms THETA liegt derzeit knapp 800 km südlich der Azoren und verlagert sich mit etwa 20 km/h in östliche Richtung. Im Kern herrschen mittlere Windgeschwindigkeiten von etwa 100 km/h mit Böen teils in Orkanstärke. Der Sturm nimmt damit langsam, aber sicher Kurs auf die Insel Madeira, erst zu Beginn der kommenden Woche deuten die Modelle etwa 250 km westlich der Insel auf einen Kurswechsel nach Norden hin. Damit sollte der Kern des Tiefs unter Abschwächung westlich der portugiesischen Insel vorbeiziehen.

Der tropische Sturm THETA südlich der Azoren. © www.tropicaltidbits.com

Madeira mit Streifschuss?

Die Modelle sind derzeit noch sehr unsicher, je nachdem wie nahe der Tiefkern an Madeira vorbeizieht, kann es auch auf der Insel noch zu Sturmböen und gewittrigem Starkregen kommen, zudem muss man an der Südküste mit einem hohen Wellengang rechnen. Sollte der Kern weiter westlich als wie etwa derzeit von ICON berechnet vorbeiziehen, wären die Auswirkungen dagegen gering.

Ensemble-Prognose der weiteren Zugbahn von THETA. © ECMWF

Im weiteren Verlauf zieht das Tief dann kommende Woche unter weiterer Abschwächung über den immer kühleren Gewässern nördlich von Madeira in Richtung Portugal. Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass die Reste des Tiefs das Festland erreichen, laut den meisten Modellen löst es sich allerdings unter dem Einfluss von trockener Luft noch über dem Ostatlantik langsam auf.

Wochenendausblick: Der Südföhn meldet sich wieder

Schruns an einem sonnigen Herbsttag - https://www.foto-webcam.eu/webcam/schruns/

Im Laufe der zweiten Wochenhälfte nehmen die Druckgegensätze  zwischen dem Hoch SCOTT über Weißrussland und der regen Tiefdrucktätigkeit im Atlantik zu. Im Westen Österreichs dreht somit die Strömung immer mehr auf Südwest und es wird zunehmend föhnig. Nach Osten und Südosten zu bleibt hingegen die feucht-kalte Südostströmung teilweise erhalten.

Animation der Bodendruck-Verteilung über Europa von Mittwoch 11.11. bis Montag 16.11. - ECMWF, UBIMET
Animation der Bodendruck-Verteilung über Europa von Mittwoch 11.11. bis Montag 16.11. – ECMWF, UBIMET

Dies lässt sich auch ganz gut damit verdeutlichen, indem man die vorhergesagte Druckdifferenz zwischen den Nord- und den Südalpen bis zum Wochenende betrachtet (siehe Grafik unten). Ist der Luftdruck in Salzburg deutlich niedriger als im Nordosten Italiens (Udine, in diesem Fall), so greift der Südföhn durch. Wie man sieht, wird der Südföhn seinen Höhepunkt im Laufe des Sonntags im Vorfeld einer aufziehenden Kaltfront erreichen. Ein Druckunterschied von 6 bis 8 hPa ist normalerweise genug, um teils stürmische Böen in den prädestinierten Tälern der Nordalpen hervorzurufen.

Zeitlicher Verlauf des Druckgradients zwischen Salzburg und Udine (IT) bis zum Wochenende - ECWMF, UBIMET
Zeitlicher Verlauf der Druckdifferenz zwischen Salzburg und Udine (IT) bis zum Wochenende – ECWMF, UBIMET

Mit Drehung der Strömung auf Süd bis Südwest werden Nebel und Hochnebel bis zum Wochenende im Westen und zum Teil auch im westlichen Donauraum Geschichte. Somit ist hier sowie auch generell im Bergland ein sehr freundliches, trockenes und zunehmend föhniges Wochenende in Sicht. Dazu werden die Temperaturen auf einem überdurchschnittlich milden Niveau bleiben. Mit Föhnunterstützung sind bis Sonntag entlang der Nordalpen gebietsweise 14 bis 16 Grad in Reichweite!

Prognostizierte Höchstwerte für den Freitag - UBIMET
Prognostizierte Höchstwerte für den Freitag – UBIMET
Prognostizierte Höchstwerte für den Samstag - UBIMET
Prognostizierte Höchstwerte für den Samstag – UBIMET
Prognostizierte Höchstwerte für den Sonntag - UBIMET
Prognostizierte Höchstwerte für den Sonntag – UBIMET

In den Niederungen des Ostens und Südens Österreichs ist der Ausblick noch eine Spur unsicherer. Hier bleibt es auf alle Fälle deutlich nebelanfälliger als im Westen. Vor allem im Weinviertel und in den südlichen Beckenlagen könnte gebietsweise die feucht-kalte und trübe Luftmasse in den niedrigsten Schichten sogar bis Sonntag durchhalten!

 

Titelbild: Schruns an einem sonnigen Herbsttag – https://www.foto-webcam.eu/webcam/schruns/

Subtropensturm THETA bricht Rekord im Atlantik

Tropensturm THETA am 10.11.2020 - NASA Worldview: https://worldview.earthdata.nasa.gov/

Wie bereits in früheren Beiträgen angedeutet wurde, ist die heurige Hurrikan-Saison außergewöhnlich aktiv. Da es mehr als 21 zu benennende Stürme gab, wird das griechische Alphabet als Folge einer zuvor durchlaufenen Liste mit festgelegten Namen verwendet.

Seit Beginn der Saison am 16. Mai gab es einen Subtropensturm, 15 Tropenstürme und 12 Hurrikans (davon 5 sogenannte Major Hurricanes [Kategorie 3 und höher]). Nun hat sich der zweite Subtropensturm der Saison auf dem offenen Atlantik gebildet, wie auf dem Satellitenbild zu sehen ist.

Satellitenanimation von THETA am 10.11.2020 - EUMETSAT, CIRA https://rammb-slider.cira.colostate.edu/?sat=meteosat-11
Satellitenanimation von THETA am 10.11.2020 – EUMETSAT, CIRA https://rammb-slider.cira.colostate.edu/?sat=meteosat-11

Der Subtropensturm wird in den nächsten Tagen nordostwärts ziehen und möglicherweise die Insel Madeira treffen oder streifen. Als ein Tropen- bzw. Subtropensturm wird Tiefdruckgebiet bezeichnet, dass Ein-Minuten Mittelwinde zwischen 63 und 118 km/h aufweist und seine Energie aus konvektiven Prozessen bezieht. Mitunter sind aber auch einzelne Orkanböen möglich. Ob das Tief in der kommenden Woche Portugal erreicht ist noch unsicher, dann jedoch wahrscheinlich schon abgeschwächt.

Wahrscheinliche Zugbahn von THETA bis Samstag 00UTC - ECMWF
Wahrscheinliche Zugbahn von THETA bis Samstag 00UTC – ECMWF

Denn die Oberflächentemperaturen des Atlantiks, über die der Subtropensturm ziehen wird, nehmen nach Nordosten zu ab und liegen an der Küste Portugals nur bei 17 bis 19 Grad, derzeit befindet sich der Sturm noch über rund 25 Grad warmem Wasser. Dies ist entscheidend, denn Tropenstürme und ihre stärkeren Vertreter, die Hurrikans, gewinnen ihre Energie quasi aus der Oberflächentemperatur der Ozeane. Zudem befindet sich im Umfeld des Sturms trockene Luft in der Höhe, was ebenfalls das Entwicklungspotential für tropische System mindert.

Die Hurrikan-Saison ist jedoch noch nicht vorbei, in der Karibik steht bereits das nächste aussichtsreiche System in den Startlöchern. Hier könnte sich nächste Woche dann der Tropensturm IOTA bilden.

 

Titelbild: Tropensturm THETA am 10.11.2020 – NASA Worldview: https://worldview.earthdata.nasa.gov/

Nieselregen: Wenn es trotz Hochdruckeinfluss nass wird

Die Donauschlinge in Schlögen (OÖ) an einem nebligen Herbsttag - https://donauschlinge.panomax.com/

Vor allem in den Niederungen des Ostens ist es heute trotz Hochdruckeinfluss oft nass. Viele Wetterstationen vom Weinviertiel bis ins Nordburgenland melden sogar messbaren Niederschlag. Im Nordosten Wiens ist seit Mitternacht mittlerweile schon fast 1 l/m² gefallen.

Akkumulierte Niederschlagsmengen bis 8 Uhr MEZ am 10.11.2020 - UBIMET, ZAMG
Akkumulierte Niederschlagsmengen bis 8 Uhr MEZ am 10.11.2020 – UBIMET, ZAMG

Kräftiges Hoch und Niederschlag: Wie geht das? Schuld daran ist die mächtige Hochnebeldecke, die derzeit weite Teile Mittel- und Osteuropas fest im Griff hat. Durch äußerst stabile Wetterlagen und den im Herbst sehr niedrigen Sonnenstand bilden sich in den Niederungen oft sogenannte Kaltluftseen. Dadurch sind die Temperaturen in den Tal- und Beckenlagen niedriger als auf den Bergen (= „Inversionswetterlage“). Hält die Inversionswetterlage mehrere Tage an, so wird die Inversion und die damit verbundene Nebel- und Hochnebeldecke von Tag zu Tag dicker.

Satellitenbild um 10 Uhr MEZ am 10.11.2020 - EUMETSAT, UBIMET
Satellitenbild um 10 Uhr MEZ am 10.11.2020 – EUMETSAT, UBIMET
Luftschichtung bei einer Inversionswetterlage. © UBIMET

Wenn die – meist schwache – Strömung innerhalb der Inversion auf eine Berg- oder Hügelkette trifft oder ein schwaches Tiefdrucksystem in höheren Schichten oberhalb der Inversion durchzieht, so wird der Hochnebel weiter angehoben. Diese zusätzliche, leichte Hebung reicht in den meisten Fällen um weitere Kondensationsprozesse in der Nebelschicht zu erzeugen. Dies führt in der Folge zur Bildung von sehr kleinen Regentröpfchen, die dann als Nieselregen zu Boden fallen.

Morgen noch eine Spur nasser

Am morgigen Mittwoch ist in den Niederungen weiterhin verbreitet mit Hochnebel zu rechnen und noch dazu: Die beiden oben genannten Prozesse werden vorhanden sein. Einerseits nimmt die schwache Südostströmung in der Inversion vor allem im Osten und Südosten zu. Anderseits zieht ein sehr schwacher Höhentrog aus Westen auf. Durch die damit erzeugte, leichte Hebung ist morgen vielerorts Nieselregen einzuplanen.

Vorhergesagte Niederschlagsmengen für morgen 11.11.2020 - UBIMET
Vorhergesagte Niederschlagsmengen für morgen 11.11.2020 – UBIMET

 

Titelbild: Die Donauschlinge in Schlögen (OÖ) an einem nebligen Herbsttag – https://donauschlinge.panomax.com/

Außergewöhnlich mildes Wetter im Bergland setzt sich fort

Nebel

Österreich liegt seit mehreren Tagen unter Hochdruckeinfluss und eine nennenswerte Änderung ist nicht in Sicht. Während Hoch RAMESH mit Kern über Mitteleuropa am Wochenende allerdings vielerorts noch für sonniges Herbstwetter gesorgt hat, liegt der Kern vom nachfolgenden Hoch SCOTT nun über Osteuropa. Diese Position sorgt in Österreich für eine schwache, südöstliche Strömung, die im Flachland verbreitet zähen Hochnebel verursacht.

Nebel
Am heutigen Satellitenbild sieht man eine typische Nebel- und Hochnebelverteilung. © EUMETSAT/UBIMET

Milder November

Der November hat in Österreich sehr mild begonnen: Besonders im Gebirge, wo der Oktober etwas zu kühl ausgefallen war, lagen die Temperaturen in der erste Woche meist 5 bis 6 Grad über dem klimatologischen Mittel. Zumindest bis zur Monatsmitte ist auch weiterhin mit ungewöhnlich hohen Temperaturen zu rechnen: Bei viel Sonnenschein erreichen die Höchstwerte bis zu 14 Grad im Westen. Selbst in Lagen um 2000 Meter Höhe ist nahezu kein Frost in Sicht, so bleiben die Temperaturen etwa auf der Schmittenhöhe durchgehend über dem Gefrierpunkt.

Inversionswetterlage

Während der Herbst sich in den Alpen von seiner goldenen Seite zeigt, hat sich seit Sonntag im Flachland eine Inversionswetterlage etabliert und die Temperaturen liegen im Donauraum sowie im östlichen und südöstlichen Flachland nun knapp unterhalb des jahreszeitlichen Mittels. Die Höchstwerte kommen hier kaum über 8 Grad hinaus. Um dem Nebel zu entkommen muss man im Osten und Südosten Österreichs auf über 1000 m steigen, da die Nebelobergrenze in den kommenden Tagen noch etwas nach oben wandert. In der zweiten Wochenhälfte lässt der Hochdruckeinfluss vorübergehend nach und von Westen her ziehen ein paar Wolken durch. Zum Wochenende hin etabliert sich aber das nächste Hoch über Europa, somit stehen Nebel und Hochnebel weiterhin an der Tagesordnung.

Temperaturabweichung am Sonntag.

Hintergrundwissen

Allgemein spricht man bei einer horizontalen Sichtweite von unter einem Kilometer von Nebel. Er besteht aus kondensiertem Wasserdampf in bodennahen Luftschichten. Nebel entsteht durch einen Rückgang der Temperatur bis zum sogenannten Taupunkt oder durch eine Zunahme des Wasserdampfes etwas durch Verdunstung. Manchmal kann zudem auch die Mischung von feuchtwarmer und kalter Luft zu Nebel führen.

Nebel
Nebelentsthehung ()zum Vergrößern auf das Bild klicken). © UBIMET

In Österreich treten vor allem die ersten beiden Fälle häufig auf: Strahlungsnebel bildet sich typischerweise nachts in Tal- und Beckenlagen, orographischer Nebel ist hingegen in Ostösterreich typisch: Das Gelände steigt von der Pannonischen Tiefebene in Ungarn bis zum Alpenostrand sowie zum hügeligen Wald- und Weinviertel in Österreich an, wodurch die Luft bei Südostanströmung sanft, aber stetig angehoben wird. Kondensation und in weiterer Folge Nebel ist die Konsequenz. Wenn die Wolkenschicht nicht direkt am Boden aufliegt und die horizontale Sicht über einem Kilometer liegt, spricht man von Hochnebel.

Luftschichtung bei einer Inversionswetterlage. © UBIMET

Titelbild © www.foto-webcam.eu

Hurrikan ETA trifft Florida zweimal

Bereits vor knapp einer Woche traf Hurrikan ETA auf Mittelamerika und zog dort eine Spur der Verwüstung. Über Land schwächte sich der Sturm stark ab, brachte aber weiterhin enorme Regenmengen und somit Überschwemmungen mit sich.

In weiterer Folge zog der Sturm wieder auf das Meer hinaus und zog Nordostwärts über Kuba hinweg. Nun liegt ETA an der Südspitze von Florida und sorgt hier vor allem in Miami, das teilweise unter dem Meeresspiegel liegt, für massive Überschwemmungen.


Der eine oder andere Sportwagen wird da dann schnell zum U-Boot.

ETA zieht nun wieder nach Westen in den Golf von Mexiko. Dabei verstärkt sich der Sturm über dem sehr warmen Wasser wohl wieder zu einem Hurrikan.

Trifft ETA ein zweites Mal auf Florida

In welche Richtung der Hurrikan in den kommenden Tagen zieht, ist noch ungewiss. Ein Hoch über der US-Ostküste blockiert nämlich den Sturm auf seinem Weg nach Norden. Erst wenn sich das Hoch auf den Atlantik verlagert, dürfte der Tropensturm nach derzeitigen Berechnungen am Donnerstag oder Freitag auf den Norden von Florida treffen.

Interessant ist auch, dass sich wohl am Ostrand des mächtigen Hochs über der Mitte des Atlantik ein weiterer Tropensturm entwickelt. Dieser zieht dann in Richtung Europa und könnte die Blumeninsel Madeira treffen. Das interessante an diesem Sturm ist, dass es bereits der 29. Tropensturm im Atlantik in dieser Saison ist. So viele Tropenstürme gab es seit der modernen Wetteraufzeichnung noch nie und übertrifft die Rekordsaison 2005!

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Hochnebel und Sonne: Zweigeteiltes Wetter setzt sich fort

Nebel im Herbst

Hoch RAMESH wird zu Wochenbeginn durch Hoch SCOTT ersetzt und die Inversionswetterlage in Österreich setzt sich fort. Während es in den Niederungen herbstlich kühl bleibt, gibt es im Bergland goldenes Herbstwetter mit viel Sonnenschein und milden Temperaturen. Am Sonntag wurde etwa die höchste Temperatur mit 15,9 Grad in Reutte gemessen, während in Enns oder Amstetten nur 3 Grad erreicht wurden.

Die Temperaturen am Nachmittag zeigen den Kaltluftsee im Flachland (zum Vergrößern auf die Karte klicken).
Die wärmste Orte lagen heute oft oberhalb von 800 m Seehöhe.

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei der Sonnenscheindauer: Während auf den Bergen wie etwa der Schmittenhöhe oder der Hohen Wand rund 9 Stunden verzeichnet wurden, gab es in weiten Teilen des Donauraums keine einzige Minute Sonnenschein.

Die Sonnenstunden am Sonntag.
Nebel und Glorie
Nebel und Glorie über Klagenfurt. © https://pyramidenkogel.it-wms.com/

Grau in grau

In den kommenden Tagen sind wenig Änderungen in Sicht, somit muss man im Flachland bis auf Weiteres mit zähem Nebel oder Hochnebel rechnen. Im Vergleich zu heute steigt die Obergrenze der Wolkendecke zudem gegen 800, am Dienstag im Osten und Südosten auch auf über 1000 m an, somit bleibt es auch direkt am Alpenrand oft grau in grau. In den Alpen scheint dagegen verbreitet die Sonne und die Temperaturen liegen bei Höchstwerte bis zu 15 Grad deutlich über dem jahreszeitlichen Mittel. Selbst in Lagen um 2000 Meter Höhe ist kein Frost in Sicht, so bleiben die Temperaturen etwa am Patscherkofel oder auf der Schmittenhöhe durchgehend über dem Gefrierpunkt.

Am Montag wird es im Westen wieder am mildesten.
Goldenes Hertstwetter in Heiligenblut. © www.foto-webcam.eu

Titelbild: Knapp unter der Nebelobergenze im Wienerwald  © N. Zimmermann

Probleme beim Aufstehen? Das hilft!

Wenn ihr euch morgens aus dem Bett quält, dann spielt euer Verhalten am Abend davor sicherlich eine Rolle. Viele Menschen unterschätzen nämlich die Rolle eines geregelten Schlafrhythmus‘. Das bedeutet nichts Anderes als täglich zur gleichen Zeit zu Bett zu gehen und aufzustehen, zumindest unter der Woche. Ihr erleichtert eurem Körper somit, sich an eine Schlafroutine zu gewöhnen. Manche Menschen brauchen am nächsten Morgen auch gar keinen Wecker mehr, da sie bereits von selbst aufwachen.

Lesen und Musikhören statt Internet und TV

Wer sich von der Fernsehcouch direkt ins Schlafzimmer begibt, macht es dem Körper schwer. Innere Ruhe fehlt und zu viele Gedanken kreisen im Kopf. Auch das Surfen im Internet solltet ihr eine halbe Stunde bis Stunde vor dem Zubettgehen beenden.

Stattdessen verbringt die Zeit mit einem Buch, einer Zeitschrift oder einem Gespräch in der Familie. Auch beruhigende Musik hilft, den Körper auf die bevorstehende Schlafphase einzustimmen.

Ernährung

Fettiges Essen und Alkohol sind für einen erholsamen Schlaf Gift, deswegen entweder früher zu Abend essen oder auf Alkohol, Kaffee, scharfe und fettige Speisen verzichten.

Fit in den Tag starten

Nachdem der Wecker geklingelt hat, bleibt noch ein paar Minuten liegen, aber mit offenen Augen. So könnt ihr euren Körper beim Start in den Tag unterstützen. Besonders wichtig: Ein gesundes Frühstück mit Vollkornbrot, Obst und Gemüse sowie Müsli mit Joghurt.

Ihr seht, auch wenn es draußen grau und grau ist und es schon früh dunkel wird, gibt es einige Dinge, die ihr für einen erholsamen Schlaf und einen erfolgreichen Start in den Tag am nächsten Morgen tun könnt.

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Inversionswetterlage sorgt für Nebel und Hochnebel

Nebel und Hochnebel im Herbst - pixabay.com / Hans

Am heutigen Samstag führten ruhige, herbstliche Verhältnisse zu beachtlichen Temperaturgegensätzen zwischen den sonnigen Mittelgebirgsregionen und den teils nebligen Niederungen im Süden und im Nordosten. Vor allem im Nordrhein-Westfahlen wurden verbreitet 15 bis 19 Grad erreicht. Entlang der Donau in Baden-Württemberg und in Bayern blieben die Höchswerte hingegen zum Teil unter 4 Grad!

Höchstwerte am heutigen Samstag - UBIMET, DWD
Höchstwerte am heutigen Samstag – UBIMET, DWD
Sonnestunden am heutigen Samstag - UBIMET, DWD
Sonnenstunden am heutigen Samstag – UBIMET, DWD
Wetterlage am Sonntag - UWR.de
Wetterlage am Sonntag – UWR.de

Keine Änderung in Sicht

Hoch RAMESH über Osteuropa bleibt auch morgen sowie zu Beginn der neuen Woche wetterbestimmend. Eine nennenswerte Änderung der Großwetterlage ist nicht in Sicht. Lediglich der Westen des Landes wird bis zur Wochenmitte von schwachen Atlantikfronten gestreift. Hier sind in den kommenden Tagen ein paar Tropfen sowie sehr milde Höchstwerte zwischen 14 und 19 Grad zu erwarten. Ansonsten geht es verbreitet trocken und ruhig weiter. In den Niederungen im Osten und Süden muss man sich aber auf immer zähere Nebel- und Hochnebelfelder einstellen. Hier bleiben die Temperaturen auch dementsprechend gedämpft.

Vorhergesagte Höchstwerte für den Sonntag - UBIMET
Vorhergesagte Höchstwerte für den Sonntag – UBIMET
Vorhergesagte Höchstwerte für den Montag - UBIMET
Vorhergesagte Höchstwerte für den Montag – UBIMET
Akkumulierte Niederschlagsmengen bis inklusive Mittwoch - DWD-ICON, UBIMET
Akkumulierte Niederschlagsmenge bis inklusive Mittwoch – DWD-ICON, UBIMET

 

 

Titelbild: Nebel und Hochnebel im Herbst – pixabay.com / Hans

Maximale Fernsicht in den Alpen

Fernsicht

Hoch RAMESH sorgt derzeit für sehr trockene Luft auf den Bergen, somit kann man hier eine ausgezeichnete Fernsicht genießen. Von exponierten Bergen kann man dann nicht selten über 150 km entfernte Gipfel erblicken, manchmal auch über 200 km. Bei perfekten Bedingungen ist es etwa möglich von der Villacher Alpe aus die Wildspitze in den Ötztaler Alpen zu erspähen oder auch vom Bayerischen Wald aus den Großglockner (etwa 215 km).

Auf der Zugspitze gibt es heute eine gute Fernsicht. © www.foto-webcam.eu

Erdkrümmung

Die maximal mögliche Fernsicht hängt in erster Linie von der Erdkrümmung ab, so entfernt sich der sichtbare Horizont mit zunehmender Beobachtungshöhe. Beispielsweise liegt der Horizont für einen stehenden Menschen am Strand in einer Entfernung von etwa 5 Kilometern, während er von einer hundert Meter hohen Klippe schon 39 Kilometer entfernt liegt. Von einem Flugzeug in 10 Kilometern Höhe sind es dann sogar 360 Kilometer.

Atmosphärische Refraktion

Neben der Erdkrümmung spielt auch die unterschiedliche Dichte der Luft in Abhängigkeit von der Höhe eine Rolle. Dies führt nämlich zu einer Änderung des Brechungsindexes der Luft entlang des Strahlverlaufs und bewirkt eine bogenförmige Krümmung des Strahls. Dadurch können entfernte Gegenstände höher erscheinen, als sie tatsächlich sind, weshalb die horizontale Sichtweite etwas erhöht werden kann. Ein Spezialfall davon ist die astronomische Refraktion, die dazu führt, dass der obere Rand der Sonne sichtbar wird, obwohl er sich tatsächlich noch knapp unterhalb des Horizonts befindet. Bei wolkenlosem Himmel ist die Sonne also schon ein paar Minuten vor dem tatsächlichen Sonnenaufgang zu sehen.

Ein Beobachter auf der Erde sieht die Sonne dank der Lichtbrechung schon vor ihrem Aufgang.

300 km und mehr

Innerhalb der Alpen kann man bei perfekten Bedingungen an manchen Standorten sogar 300 km weit sehen, sofern keine anderen Berge im Weg sind. Beispielsweise kann man von den Ligurischen Alpen über die Po-Ebene hinweg bis zu den Südalpen in Italien blicken: Auf manchen Bildern etwa von der Cima Durand sieht man sogar den 304 km entfernten Monte Adamello. Im Extremfall kann man bei perfektem Kontrast kurzzeitig sogar über 400 km weit sehen, wie auf dem folgenden Bild vom Pic de Finestrelles (2826 m) in den Pyrenäen östlich von Andorra mit Blick bis zu den französischen Alpen.



Die beste Fernsicht gibt es meist zur Dämmerung bei herbstlichen oder winterlichen Inversionswetterlagen. Dazu sind exponierte, hohe Berge am Rande eines Gebirges besonders geeignet, wenn man von dort aus über eine Ebene hinweg zu einem anderen Gebirge blicken kann. Ein paar Bilder vom Schneeberg aus 270 km Entfernung gibt es hier.


Quelle Titelbild: www.foto-webcam.eu

Hoch bringt Nebelmeer und Sonnenschein

Hochnebel im Herbst

Österreich liegt derzeit unter Hochdruckeinfluss und besonders in den Bergen kann man nahezu ungetrübten Sonnenschein genießen. Während es normalerweise mit zunehmender Höhe immer kälter wird, sammelt sich bei einer herbstlichen Hochdrucklage die vergleichsweise schwere Kaltluft aber in den Tälern und Niederungen, sodass sich die übliche Temperaturschichtung in einem bestimmten Niveau umkehrt. Die höchsten Temperaturen werden knapp oberhalb dieses Niveaus erreicht, was etwa am Samstag in sonnigen Lagen um etwa 900 m Höhe der Fall ist. Dank der Subsidenz der Luft im Kern des Hochdruckgebiets kann man zudem eine ausgezeichnete Fernsicht genießen.

Hochnebel
V.a. knapp oberhalb der Inversion wird es sehr mild für die Jahreszeit. © www.foto-webcam.eu

Kaltluftproduktion

Aufgrund der von der Erde emittierten, langwelligen Strahlung kühlt sich der Boden und damit auch die Luft in den unteren Luftschichten wesentlich schneller ab, als die Luftmassen in der Höhe. Bevorzugt in Tal- und Beckenlagen entstehen dabei sogenannte Kaltluftseen, die beim niedrigen Sonnenstand im Herbst und Winter auch tagsüber bestehen bleiben. Tatsächlich kühlt sich die bodennahe Luft bei beständigen Inversionswetterlagen im Winter sogar langsam weiter ab, die Kaltluft wird also an Ort und Stelle produziert. Dieser Prozess ist besonders effektiv, wenn am Boden Schnee liegt und der Hochnebel in den Nächten vorübergehend auflockert.

Prognose der Tiefstwerte am Samstag (zum Vergrößern auf die Karte klicken).

Nebelmeer

Bei einer ausgeprägten Inversionswetterlage ist der Übergang von Warm- zu Kaltluft meist sehr scharf. An der Grenze der beiden unterschiedlichen Luftmassen bilden sich oft Wolken, in den Wetterberichten ist dann von Hochnebel die Rede. Aber auch ohne Wolkenschicht ist es unterhalb der Inversion häufig dunstig, denn durch die fehlende Durchmischung mit der oberen Atmosphäre sammeln sich Schadstoffe langsam an und die Sicht ist getrübt. Eine beständige Inversionswetterlage führt daher auch zu einer schlechten Luftqualität.

Hochnebel
Der Kaltluftsee im Pongau. © www.foto-webcam.eu

Ab Sonntag im Osten viel Nebel

Am Freitag gibt es den meisten Hochnebel aufgrund der nordöstlichen Strömung vor allem entlang der westlichen Nordalpen im Grenzbereich zu Bayern. Am Wochenende dreht die Strömung allerdings auf Südost: Nach einem verbreitet sonnigen Samstag verlagert sich somit der Nebelschwerpunkt ab Sonntag in den Osten Österreichs, besonders im Wald- und Weinviertel bleibt es dann oft ganztags trüb. Zu Wochenbeginn fällt im Osten und Südosten dann bei beständigem Hochnebel stellenweise auch ein wenig Nieselregen. Die Nebelobergrenze liegt am Wochenende bei 600 bis 800 m und steigt zu Wochenbeginn auf rund 1000 m an.

Barometer

In der Regel verbindet man tiefen Luftdruck mit schlechtem Wetter und hohen Luftdruck mit schönem Wetter. Besonders im Winterhalbjahr ist dies allerdings irreführend, da sich das Wetter in den Niederungen bei Hochdrucklagen oft grau in grau zeigt. Paradoxerweise gibt es im Winter meist sogar bei Tiefdruckeinfluss die besten Chancen auf Sonnenschein im Flachland, so kommt etwa im Osten Österreichs vor allem nach Durchzug von Kaltfronten bei lebhaftem Westwind häufig die Sonne zum Vorschein. Die Wetterangaben auf Barometern sind im Winter also oft nicht korrekt. Allgemein ist für Wetterprognosen nicht der absolute Luftdruck relevant, sondern vielmehr seine Änderung mit der Zeit. Beispielsweise kündigt schnell fallender Luftdruck meist Wind und Regen an.

Luftdruck
Hoher Luftdruck bringt im Herbst und Winter im Flachland wenig „Schön Wetter“. © AdobeStock

Titelbild © www.foto-webcam.eu

Inversionswetterlage mit Nebel und Hochnebel

Hochnebel im Land Salzburg

Zu dieser Jahreszeit stellt sich unter beständigem Hochdruckeinfluss immer öfter eine sogenannte Inversionswetterlage ein. Diese zeichnet sich durch eine Umkehr der normalerweise vorherrschenden Abnahme der Temperatur mit der Höhe aus, so ist es in mittleren Höhenlagen milder als in den Tal- und Beckenlagen. Dies hat zwei Ursachen:

  • Den Sonnenstand
  • Die Subsidenz bei Hochdrucklagen

Lange Nächte

Die Nächte in Mitteleuropa sind bereits über 14 Stunden lang und die Sonne steht tagsüber etwa in Wien maximal 27 Grad über dem Horizont. Die unteren Luftschichten kühlen in den langen Herbstnächten stark aus und besonders in den Tal- und Beckenlagen entstehen sogenannte Kaltluftseen, die durch die immer schwächere Sonne erst spät oder gar nicht mehr ausgeräumt werden können.

Im Herbst gibt es viel Nebel
Nebel im Rheintal. © www.foto-webcam.eu

Subsidenz

Kräftige Hochdruckgebiete im Herbst sorgen in der freien Atmosphäre für eine absinkende Bewegung der Luft („Subsidenz“). Wenn Luft absinkt, dann gelangt sie unter höheren Luftdruck und wird demzufolge komprimiert und erwärmt. Dies hat zur Folge, dass die Luft im Gebirge oft sehr trocken und die Fernsicht ausgezeichnet ist. Die Grenze zum darunterliegenden Kaltluftsee wird dann besonders markant und fördert beständigen Nebel oder Hochnebel.

In den Tallagen hält sich Nebel
Inversion mit Subsidenz. © UBIMET / www.foto-webcam.eu

Während in den Tälern und Niederungen also graues und kaltes Wetter herrscht, kann es in mittleren Höhenlagen tagsüber bei Sonnenschein mitunter auch mehr als 15 Grad milder sein! Aber auch ohne Hochnebel ist es unterhalb der Inversion häufig dunstig, denn durch die fehlende Durchmischung mit der oberen Atmosphäre sammeln sich Feuchte und Schadstoffe langsam an und die Sicht ist getrübt.

Eine Inversionswetterlage
Eine Dunstschicht im Zuge einer Inversionswetterlage in Osttirol. © www.foto-webcam.eu

Klare Nacht bringt örtlich den ersten Frost der Saison im Flachland

Der Tiefdruckeinfluss lässt derzeit nach und die Wolken lockern besonders in der Osthälfte auf. Die Nacht auf Freitag verläuft im Donauraum sowie generell im östlichen Berg- und Flachland sternenklar. Bei nur schwachem Wind gibt es also beste Voraussetzungen für eine markante Abkühlung der Luft und im Flachland kündigt sich gebietsweise der erste Frost der Saison an.

Prognose der Tiefstwerte am Freitag (zum Vergrößern auf die Karte klicken).

Am kältesten wird es kommende Nacht in erhöhten Beckenlagen des Mühl- und Waldviertels, so liegen die Temperaturen in den frühen Morgenstunden etwa in den Bezirken Zwettl, Gmünd und Freistadt örtlich um -5 Grad. Auch im Flachland gehen die Temperaturen aber gegen 0 Grad zurück, so ist etwa auch in Mariabrunn in der Westeinfahrt Wiens der erste leichte Frost der Saison möglich. Innerhalb von Wien sowie in der näheren Umgebung blieben die Temperaturen dagegen meist noch knapp oberhalb des Gefrierpunkts, da sich einerseits der Stadteffekt und andererseits auch ein Hauch an Nordwestwind ungünstig auf eine völlig ungestörte Abkühlung auswirken.

Ort (Auswahl aus Nordost-AT) Bisheriger Tiefstwert im Herbst (Stand 5.11.)
Summerau (OÖ) -3,9 Grad
Aigen im Ennstal (ST) -3,8 Grad
Freistadt (OÖ) -3,3 Grad
Zwettl (NÖ) -1,9 Grad
Klausen-Leopoldsdorf (NÖ) -0,2 Grad
Kremsmünster (OÖ) -0,2 Grad
Gars am Kamp (NÖ) +0,8 Grad
Wiener Neustadt (NÖ) +0,8 Grad
Wels (OÖ) +1,6 Grad
Wien – Mariabrunn (W) +2,0 Grad
Mistelbach (NÖ) +2,4 Grad
Zwerndorf (NÖ) +2,8 Grad
St. Pölten (NÖ) +3,0 Grad
Wien – Botanischer Garten (W) +5,8 Grad

 

——- Update Freitag, 14 Uhr ——-

Anbei eine Auswahl an gemessen Tiefstwerten in der Nacht auf Freitag:

Ort (Auswahl) Tiefstwert am 6.11.2020
Oberlainsitz (NÖ) -5,5 Grad
Puchberg am Schneeberg (NÖ) -3,9 Grad
Zwettl (NÖ) -3,3 Grad
Turnau (ST) -3,2 Grad
Klausen-Leopoldsdorf (NÖ) -2,9 Grad
Freistadt (OÖ) -2,7 Grad
Wiener Neustadt Flugplatz (NÖ) -2,4 Grad
Loosdorf (NÖ) -1,6 Grad
Wien Mariabrunn (W) -0,6 Grad
St. Pölten (NÖ) 0,0 Grad
——- Update Ende ——-

Ähnlich kühl verläuft auch die Nacht auf Samstag, ab dem Wochenende sorgt die zunehmende Nebelneigung im Flachland dann für eine abnehmende Frostgefahr. Im Westen und Süden bleibt es Donnerstagnacht dagegen meist frostfrei, da hier hochnebelartige Wolken die Abkühlung der bodennahen Luft verlangsamen. Die Nacht auf Samstag verläuft dann auch hier kühler.

Bisherige Frosttage im Herbst 2020.

Im Mittel tritt der erste Frost in den höher gelegenen Alpentälern schon im September auf, im Flachland ist es meist im Oktober der Fall. In den größeren Ballungsräumen wie in Wien und Linz sowie im Bereich des Bodensees kommt es allerdings meist erst im November erstmals zu Frost.

Ort (Auswahl) Erster Frost im langjährigen Mittel (1961-90)
Waizenkirchen (OÖ) 10.10.
St. Pölten (NÖ) 24.10.
Flughafen Wien-Schwechat (NÖ) 25.10.
Enns (OÖ) 25.10.
Gmunden (OÖ) 26.10.
Kremsmünster (OÖ) 26.10.
Linz Stadt (OÖ) 6.11.
Bisherige Tiefstwerte pro Bundesland im Herbst 2020.

Inverser Temperaturgang: Nachts wärmer als tagsüber

In der Wettervorhersage spielt beispielsweise nicht nur wie viel Niederschlag wo fallen wird oder wie der stark der Wind wehen wird eine Rolle, sondern sehr oft geht es auch um den Zeitpunkt. Besonders beim Schneefall ist dieser Faktor sehr wichtig. So macht es einen deutlichen Unterschied beim Bestimmen der Schneefallgrenze, ob der Niederschlag in der Früh oder am Abend fällt, so kann es im ersten Fall aufgrund der tiefen Temperaturen am Morgen schnell mal bis in die Täler schneien.

Auch gestern, mit Ankunft der Kaltfront aus Westen, spielte das Timing beim Temperaturgang eine interessante Rolle. Während die Kaltfront den Westen des Landes am Abend und in der Nacht zum heutigen Mittwoch erreichte, kam die kalte Luft in der Osthälfte des Landes erst heute Früh an.

So ergab sich etwa im Raum Wien ein sogenannter inverser Temperaturgang. Dies bedeutet, in der Nacht ist es wärmer als am Tag. Am aktuellen Beispiel führte die Kaltfront als zu einer stärkeren Abkühlung als die Erwärmung am Tag, die übrigens durch die dichte Wolkendecke auch sehr gehemmt war.

Der Vergleich der beiden folgenden Temperatur-Karten zeigt nun den Unterschied: Die erste Karte zeigt die Temperaturen am Dienstag um 23 Uhr und die zweite die heutigen Höchstwerte. Wenn es auch nur 0.2 Grad sind, so war es in der Nacht in Wien wärmer als heute tagsüber.

Auch die beiden Temperatur an den Wetterstationen in Wien sowie in Innsbruck zeigen verschiedene Verläufe. Im Westen ist der Tagesgang deutlich zu erkennen, in Wien wird es hingegen im Tagesverlauf kühler.

Innsbruck:

Wien:

Titelbild: foto-webcam.eu/webcam/bisamberg

Stabiles Hoch bringt ruhiges Herbstwetter

Monatsstart deutlich zu mild

23,3 Grad wurden Dienstagmittag noch in Leibnitz-Wagna in der südlichen Steiermark gemessen, damit wurde hier wie auch an einzelnen anderen Wetterstationen im Land ein neuer Rekord für den Monat November aufgestellt. Üblich wären zu dieser Jahreszeit Höchsttemperaturen um 10 Grad. Diese Werte werden in den nächsten Tagen auch häufig erreicht, das Temperaturniveau pendelt sich etwa zwischen 6 und 16 Grad ein.

Abweichung der Höchsttemperaturen am Dienstag von den mittleren Höchsttemperaturen an einem 03. November (gemäß der aktuellen Klimareferenzperiode 1981-2010)

Kein Regen in Sicht

Mit einem ab Donnerstag nachrückenden Hochdruckgebiet namens RAMESH präsentieren sich die kommenden Tage ausgesprochen ruhig. Stellenweise halten sich in den ersten Tagesstunden zwar Nebel- und Hochnebelfelder, häufig scheint aber die Sonne. Erst ab Sonntag deutet sich im Flach- und Hügelland im Norden und Osten auch mitunter hartnäckiger Hochnebel an, mit welchem sonnige Abschnitte hier deutlich seltener werden. Lokal ist etwas Sprühregen aus den Nebel möglich, in Summe zeigen die aktuellen Wettermodelle aber bis weit in den November hinein keinen signifikanten Niederschlag für Österreich.

Erster Frost im Wiener Umland

Da zumindest die kommenden Nächte auf Freitag und Samstag auch im Nordosten noch weitgehend klar und windschwach verlaufen, kann sich die Luft hier gut abkühlen. So kündigt sich in diesen Nächten in Teilen von Ober- und Niederösterreich, am Wiener Stadtrand und im Südosten zumindest örtlich der erste leichte Morgenfrost der Saison an.

 

Titelbild: Webcam Schwarzenbach @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/schwarzenbach

Kleines Tief bringt am Abend Sturm an der Nordsee

Nachdem es vor allem am Montag bereits windig bis stürmisch war im Westen und Nordwesten, kommt bereits das nächste Tief mit Sturmböen auf. Erwartet werden dabei direkt an der Küste 80 bis 100 km/h. Im angrenzenden Binnenland sind meist noch 70 bis 90 km/h möglich. Das Tief zog, wie im Satellitenfilm zu sehen ist, am Dienstag bereits vom Ärmelkanal rasch zur Nordsee. Dabei kommt es in der Nähe des Tiefkerns auch zu einzelnen Gewittern, da hier etwas Labilität vorliegt.

Unsere Warnkarte zeigt die Warnungen nur direkt an der Nordsee. Hier sind Böen bis/um 100 km/h im Herbst nichts besonderes, deswegen werden hier keine Unwetterwarnungen (Rot) ausgegeben.

Warnkarte © UBIMET

 

Im weiteren Verlauf des Abends wird es dann in Richtung Dänemark ziehen. Hier ist die Böenprognose des ICON-Modells zu sehen:

Maximale Böe des letzten Stunde © DWD/UBIMET

Titelbild: © Eumetsat

Hurrikan ETA bedroht Mittelamerika

Der Hurrikan ETA ist aufgrund mehrerer Gründe rekordverdächtig. So entwickelte sich innerhalb der vergangenen 36 Stunden ein tropisches Tief zu einem starken Hurrikan der Kategorie 4 und könnte sich kurz vor Landgang sogar noch zu einem Sturm der höchsten Kategorie 5 verstärken.

Dabei gab es bisher nur einen Hurrikan 1932 der im November noch die höchste Kategorie erreichen konnte (die stärksten Hurrikans treten meist im August und September auf).

Zudem ist ETA bereits der 28 Tropensturm der Saison, damit wurde der Rekord an Tropenstürmen aus dem Jahr 2005 eingestellt und ein paar Wochen lang herrschen noch gute Bedingungen für weitere Tiefs.

Extreme Zerstörungskraft

Ein Hurrikan der Kategorie 4 oder 5 besitzt eine enorme Zerstörungskraft, wie man erst vor wenigen Tagen auch durch Supertaifun GONI auf den Philippinen beobachten konnte. An der Küste von Nicaragua und Honduras werden Windspitzen von bis zu 270 km/h sowie eine 3-4 Meter hohe Sturmflut erwartet. Im Landesinneren schwächt sich der Hurrikan dann rasch ab, verlangsamt allerdings auch seine Geschwindigkeit, womit enorme Regenmengen vom Himmel prasseln. Verbreitet werden 500-700 mm prognostiziert, lokal sind bis zu 1000 mm zu erwarten.

Ungünstige weitere Zugbahn

Nach Landgang zieht der Sturm nach Nordwesten über Honduras hinweg nach Guatemala.

Dabei schwächt sich der Sturm weiter ab, sorgt aber für weiterhin enorme Regensummen. Von dort aus scheint er nach derzeitigem Modellstand einen Schwenk nach Osten auf das offene Meer zu machen.

In weiterer Folge zieht ETA wohl im Zickzackkurs nach Norden und überquert dabei auch Kuba. Ob sich dann der Sturm im Golf von Mexiko neuerlich zu einem gefährlichen Hurrikan verstärkt, bleibt noch abzuwarten.

Kontrastreicher November

Große Temperaturunterschiede möglich

Die Extremwerte weisen an einzelnen Stationen in der Vergangenheit eine Spanne von 45 Grad auf. Am größten sind die Unterschiede in klassischen Südföhnregionen von der Pyhrn-Eisenwurzen in Oberösterreich bis zum Mariazellerland in der nördlichen Obersteiermark. Hier sind mit dem Föhn selbst im November noch mehr als +20 Grad möglich. Absoluter Spitzenreiter bei den Höchstwerten ist Weyer im Südosten Oberösterreichs: Hier wurden am 7.11.1997 sommerliche 26,3 Grad gemessen.

Andererseits bildet sich in den Voralpen und natürlich auch in den Alpentälern mitunter schon eine Schneedecke. In klaren Nächten mit Schneebedeckung kann es hier schon bitterkalt werden. Die größte Temperaturdifferenz zwischen Minimum und Maximum des Monats liegt in Weyer bei 44,7 Grad, denn am 23.11.1988 wurden hier schon -18,4 Grad gemessen. Es geht aber noch extremer: In St. Jakob im Defereggental in Osttirol ist der Unterschied zwischen Monatshöchst- und -tiefstwert sogar 46,6 Grad, wobei das absolute Minimum mit -27 Grad vom 24.11.1975 datiert.

Sonnenscheinmangel?

Die Nordhalbkugel der Erde wendet sich jedenfalls unweigerlich immer weiter von der Sonne ab. So werden die Tage kürzer und kürzer. Zur abnehmenden Tageslänge kommt in den Niederungen auch noch häufig Nebel, manche Täler erhalten hingegen aufgrund ihrer Ausrichtung und durch die umliegenden Berge immer weniger direktes Sonnenlicht. Besonders rar gesät ist November-Sonnenschein vom Eferdinger Becken in Oberösterreich entlang der Donau bis zum Westrand des Wienerwaldes. So wurden beispielsweise im gesamten November 2005 in Wels nur fünf Sonnenstunden gemessen, während auf den Bergen bei stabiler Hochdrucklage im Äußersten sogar über 200 Stunden möglich sind. In einem der sonnenreichsten Jahre 2011 wurden auf der Schmittenhöhe unglaubliche 263 Stunden Sonnenschein registriert.

Von Trockenheit bis Hochwasser

2011 war auch das Jahr, in dem viele Stationen des Landes im November aufgrund andauernder Trockenheit keinen oder nahezu keinen Niederschlag gemessen haben. 17 Waldbrände allein im November waren damals die Folge, mehr als in Summe in den vier vorangegangen Jahren im November. Aber das andere Extrem ist ebenfalls möglich, denn auch Hochwasser war im November schon Thema: Vielen ist sicherlich noch das letzte Jahr in Erinnerung, in dem es in Osttirol und Oberkärnten zu Rekordschneefall und Rekordregen gekommen ist sowie unzählige Erdrutsch und auch Häuser musste evakuiert werden.

Quelle Titelbild: https://www.foto-webcam.eu/webcam/flattach

Kurzes Sommerfeeling im November

Die Warmfront von Ex-Hurrikan ZETA zog am Vormittag noch über den Osten hinweg, nun zu Mittag liegt aber das ganze Land im Warmsektor. Dabei ist die Luftmasse äußerst mild für Anfang November und die Temperaturen liegen zu Mittag verbreitet zwischen 18 und 22 Grad. Doch bereits die Nacht verlief in Westdeutschland ungewöhnlich mild, so sank die Temperatur entlang des Rheins kaum unter 17 Grad:

Kaltfront und Sturm am Abend

Tagsüber ist es bereits in den Hochlagen der Mittelgebirge sehr windig und besonders im Lee von Eifel und Rothaargebirge kommt es auch zu ersten Sturmböen. Ab etwa 16 Uhr greift dann die kräftige Kaltfront des Tiefs von Westen her auf Deutschland über und sorgt mit kräftigem bis stürmischem Wind für eine nachhaltige Abkühlung. Besonders westlich der Linie Bonn-Hamburg muss man also in den Abendstunden mit lokalen Sturmböen während des Kaltfrontdurchgangs rechnen.

Am Dienstag gut 10 Grad kühler

Am Dienstag kommt die Kaltfront ostwärts voran und somit gehen die Temperaturen landesweit zurück. Dabei stellen sich wieder durchschnittliche Temperaturen ein, die knapp 10 Grad unter den heutigen liegen.

Die Höchstwerte am Dienstag werden oftmals schon am Morgen erreicht

Ab Mittwoch setzt sich ein mächtiges Hochdruckgebiet in Szene, das am Wochenende direkt über Deutschland zu liegen kommt und für ein paar ruhige und oftmals sonnige Novembertage sorgt.

Titelbild: Adobe Stock – Stadt Fulda

Milde 20 Grad im November

Derzeit prägen atlantische Tiefdruckgebiete das Wetter in Österreich und sorgen für recht mildes Wetter. So auch zu Allerheiligen, wo eine Warmfront sich von Westen nähert.

Aktuelles Satellitenbild vom 1. November

Ganz im Osten des Landes liegt hingegen noch dichter Nebel über den Niederungen, nur dazwischen von Kärnten über die Steiermark bis zu den niederösterreichischen Nordalpen scheint etwas die Sonne. Die Warmfront breitet sich am Nachmittag ostwärts aus und sorgt nördlich der Alpen für etwas Regen. Wie der Name schon verspricht, bringt die Front wärmer Luft zu uns und das macht sich zu Wochenbeginn bemerkbar.

Verbreitet um die 20 Grad in den Niederungen

Nach Durchzug der Warmfront liegt Österreich am Montag und Dienstag im sogenannten Warmsektor und es wird dadurch ausgesprochen mild für Anfang November.

Am Montag steigen die Temperaturen vom Bodensee bis nach Wien und ins Südburgenland auf rund 20 Grad. Im Südosten wird es mancherorts noch eine Spur milder. Rekorde werden dabei aber keine getroffen, da es bei Föhn im November noch eine Spur wärmer werden kann.

Am Dienstag bleibt es dann im Osten und Südosten ähnlich warm wie am Vortag, im Westen gehen die Temperaturen mit der Annäherung einer Kaltfront schon etwas zurück. In der Nacht auf Mittwoch überquert dann die Kaltfront mit starkem Wind ganz Österreich, sodass zur Wochenmitte nur mehr durchschnittliche Temperaturen für November erreicht werden.

Böen über 300 km/h: Supertaifun Goni trifft auf die Philippinen

Hurrikan

Der Supertaifun Goni ist einer der stärksten tropischen Wirbelstürme der vergangenen Jahre, so übertrifft er auch den Supertaifun Mangkhut, der im September 2018 auf die Philippinen traf. Im Kern von Goni herrschen derzeit Windgeschwindigkeiten um 280 km/h und Böen bis 350 km/h. Das ist vergleichbar mit einem Hurrikan der höchsten Kategorie 5 auf der amerikanischen Saffir-Simpson-Skala. Der Kern des Sturms verlagert sich aktuell mit etwa  25 km/h in Richtung Philippinen.


Evakuierungen im Gange

Der Landgang wird in der Nacht auf Montag mitteleuropäischer Zeit erwartet. Bis dahin schwächt sich der Wirbelsturm kaum ab, somit zeichnen sich vor allem in der Bicol-Region mittlere Windgeschwindigkeiten über 250 km/h bzw. Böen über 300 km/h ab. Dazu fällt ergiebiger Regen und am Nordrand des Tiefkerns muss man mit einer schweren Sturmflut rechnen. Die Behörden haben am Samstag die Evakuierung von Tausenden von Einwohnern im südlichen Teil der Hauptinsel Luzon angeordnet. Goni wird vermutlich der stärkste Taifun auf den Philippinen seit Haiyan, bei dem im Jahre 2013 mehr als 6.300 Menschen ums Leben kamen.

Was Hurrikans, Zyklone und Taifune unterscheidet

Als Hurrikan wird ein tropischer Wirbelsturm bezeichnet, der im einminütigen Mittel eine Windgeschwindigkeit von mindestens 118 km/h aufweist und im Bereich des Atlantiks und des Nordostpazifiks auftritt. Der Begriff Hurrikan leitet sich von Huracán ab, dem Maya-Gott des Windes, des Sturmes und des Feuers. In anderen Regionen der Erde ist der Hurrikan hingegen unter anderen Namen bekannt: So heißt das gleiche Phänomen in Ostasien und im Westpazifik Taifun, im Indischen und im Südpazifik Zyklon und in Australien und Indonesien Willy-Willy (inoffizielle Bezeichnung).

Entstehung und Auftreten

Tropische Wirbelstürme entstehen für gewöhnlich in der Passatwindzone über den Weltmeeren. Eine Grundvoraussetzung für deren Bildung sind hohe Wassertemperaturen  (besonders effektiv ab etwa 26 Grad), da dann große Wassermengen verdunsten, die dem thermodynamischen System bei seiner Entwicklung enorme Energiemengen bereitstellen. Entsprechend treten die meisten tropischen Wirbelstürme in den Sommer- und Herbstmonaten der jeweiligen Regionen auf.

Struktur und Auswirkungen

Mit einem Durchmesser von einigen hundert Kilometern und einer Lebensdauer von mehreren Tagen gehören tropische Wirbelstürme zu den größten und langlebigsten meteorologischen Erscheinungen. Sie sind gekennzeichnet durch großflächige organisierte Konvektion und weisen eine geschlossene zyklonale Bodenwindzirkulation auf. Darüber hinaus kommt es bei entsprechender Intensität zur Ausbildung eines wolkenarmen Auges im Zentrum des Sturms, wo der Luftdruck im Extremfall unter 900 hPa sinkt. Am Rande des Auges treten die höchsten Windgeschwindigkeiten von teils mehr als 300 km/h auf. Neben dem starken Wind sind vor allem sintflutartige Regenfälle sowie Sturmfluten die größte Gefahr.

Saffir-Simpson-Skala

Es gibt unterschiedliche Skalen für die Klassifizierung der  Windstärken von tropischen Wirbelstürmen. Im Atlantik erfolgt dies mittels der sogenannten Saffir-Simpson-Skala, die in fünf Kategorien unterteilt ist. Nicht verwechseln darf man allerdings einen Hurrikan bzw. Taifun mit einem Tornado! Dieser entsteht auf völlig unterschiedliche Art und Weise im Bereich von Superzellengewittern und weist somit entsprechend andere Eigenschaften auf. Allein seine horizontale Ausdehnung ist um etwa das Tausendfache geringer.

 

Schweres Erdbeben und Tsunami in der Ägäis

Erdbeben - pixabay.com / Angelo_Giordano

Freitagmittag kam es in der Ägäis zu einem starken Erdbeben. Mit einer Stärke von etwa 7 auf der Richterskala war das Beben sogar bis Athen und Istanbul zu spüren. Ein Erdbeben dieser Stärke tritt global gesehen im Schnitt 18-mal pro Jahr auf. Besonders in Europa sind Beben von dieser Stärke eigentlich relativ selten, aber gerade in diesem Bereich befindet sich eine Verwerfung. Einige hundert Kilometer südliche des Epizentrums schiebt sich nämlich die afrikanische Platte unter die eurasische.

Im Zuge des Erdbebens kam es dann auch zu einem Tsunami der besonders die Insel Samos hart traf. So zog sich nach dem Erdbeben das Wasser an den Küsten zurück, dies ist ein unverkennbares Zeichen für einen bevorstehenden Tsunami.

Generell war die Region um die Insel Samos am stärksten von dem Erdbeben betroffen, so auch die Großstadt Izmir. Hier sind leider auch bereits einige Todesopfer zu beklagen, über 300 Menschen wurden verletzt.

Titelbild: Erdbeben – pixabay.com / Angelo_Giordano

Erdbeben erschüttert Türkei, Tsunami in der Ägäis

Freitagmittag kam es in der Ägäis zu einem starken Erdbeben. Mit einer Stärke von etwa 7 auf der Richterskala war das Beben sogar bis Athen und Istanbul zu spüren. Ein Erdbeben dieser Stärke tritt global gesehen im Schnitt 18-mal pro Jahr auf. Besonders in Europa sind Beben von dieser Stärke eigentlich relativ selten, aber gerade in diesem Bereich befindet sich eine Verwerfung. Einige hundert Kilometer südliche des Epizentrums schiebt sich nämlich die afrikanische Platte unter die eurasische.

Im Zuge des Erdbebens kam es dann auch zu einem Tsunami der besonders die Insel Samos hart traf. So zog sich nach dem Erdbeben das Wasser an den Küsten zurück, dies ist ein unverkennbares Zeichen für einen bevorstehenden Tsunami.

Generell war die Region um die Insel Samos am stärksten von dem Erdbeben betroffen, so auch die Großstadt Izmir. Hier sind leider auch bereits einige Todesopfer zu beklagen, über 300 Menschen wurden verletzt.

Quelle Titelbild: pixabay.com

Oktober 2020 im Osten extrem nass und auf den Bergen kühler als üblich

Regenwetter im Herbst

Der Oktober 2020 passt mit einer Abweichung von nahezu 0 Grad im Flach- und Hügelland sehr gut zum langjährigen Mittel von 1981 bis 2010. Der Monat ging zunächst aber sehr mild los, besonders turbulent ging es dabei am 3. zur Sache, als Tief BRIGITTE in den Nordalpen für einen schweren Föhnsturm sorgte. Im Gesäuse wurden orkanartige Böen bis 110 km/h gemessen und die Temperaturen kletterten in Niederösterreich auf bis zu 27 Grad. Auf exponierten Berggipfeln wurden sogar Böen um 200 km/h erreicht. Am Alpenhauptkamm und in Oberkärnten gab es zudem intensiven Dauerregen und am Abend zogen im Vorfeld einer Kaltfront vor allem im Südosten teils kräftige Gewitter durch. Landesweit wurden 17.272 Blitzentladungen erfasst, davon allein 9.006 im Burgenland. Selbst im Sommer gab es hier nur an drei Tagen mehr Blitze.

Blitzdichte am 3. Oktober 2020. © UBIMET

Viel Regen und Schnee

Nach dem milden Start stellte sich die Wetterlage ab dem 10. um und unter anhaltendem Tiefdruckeinfluss erreichten sehr kühle Luftmassen das Land. Zahlreiche Tiefdruckentwicklungen über Norditalien brachten dabei vor allem im Süden und Osten ergiebige Niederschlagsmengen. In Wien sind innerhalb von 7 Tagen rund 109 Liter pro Quadratmeter Regen gefallen, das entspricht etwa dem dreifachen, mittleren Monatsniederschlag. Besonders das Vb-Tief GISELA sorgte dabei für große Regen- und Schneemengen, zudem lagen die Temperaturen auf den Bergen an manchen Tagen sogar 9 Grad unter den jahreszeitlichen Mittelwerten. In Summe schließt der Monat von den Ötztaler Alpen bis zu den Hohen Tauern mit einer Abweichung von -1,5 bis -2 Grad zum langjährigen Mittel ab, während die Abweichungen von der Südoststeiermark bis in Wald- und Weinviertel um +1 Grad liegen.

Vorläufige Temperaturabweichung im Oktober 2020. (Stand: 29.10.2020)

Erster Schnee in Innsbruck

Durch die Kombination aus kühlen Luftmassen und teils intensiver Niederschlagsraten konnte die Schneefallgrenze an der Alpennordseite zum Teil auch bis in die Tallagen absinken, wie etwa im Zusammenhang mit Tief LUCY am 27., als es in Innsbruck den ersten Schnee der Saison gab. Durchschnittlich ist dies meist erst Mitte November der Fall. Am Brenner kamen innerhalb von 12 Stunden sogar 40 cm Neuschnee zusammen. Im Hochgebirge wie beispielsweise am Pitztaler Gletscher gab es heuer sogar über den gesamten Monat hinweg eine geschlossene Schneedecke, eine Rarität in diesem Jahrhundert.

Neuschnee im Oktober. © UBIMET

Verbreitet große Regenmengen

Der Monat brachte landesweit etwas mehr als 150 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge, wobei es die größten Abweichungen im Osten gab. Vom Weinviertel bis ins Nordburgenland kam meist die dreifache, mittlere Monatsniederschlagsmenge, lokal wie etwa in Poysdorf sogar die vierfache zusammen. Doppelt so viel Niederschlag wie üblich gab es auch von den Ötztaler Alpen über das Wipptal bis nach Oberkärnten, während in Oberösterreich und der Obersteiermark nahezu durchschnittliche Regenmengen fielen.

Niederschlagsabweichung im Oktober 2020. (Stand: 30.10.2020, 8 Uhr)

Weniger Sonne als üblich

Durch den häufigen Tiefdruckeinfluss kam die Sonne im Oktober weniger als üblich zum Vorschein. An der Alpennordseite und im östlichen Flachland gab es vielerorts nur 60 bis 70% der üblichen Sonnenstunden, nahezu durchschnittliche Werte wurden lediglich in den Hochlagen des Alpenhauptkamms sowie örtlich im Klagenfurter Becken und in der Südoststeiermark verzeichnet. Der sonnigste Ort des Landes lag im Gebirge: Am Hohe Sonnblick konnte man knapp 170 Sonnenstunden genießen. In den Niederungen konnte da nur Lienz mit 132 Sonnenstunden halbwegs mithalten, während es im Donauraum meist nur 70 bis 90 Sonnenstunden gab.

Vorläufige Sonnenstunden im Oktober.

Extremwerte Oktober 2020

Stand: 30.10.2020, 10 Uhr (Bundesland, Tag des Auftretens)

Höchste Temperaturen

  • 27,0 Grad Amstetten, Tullnerfeld (beide NÖ, 3.)
  • 26,9 Grad Unterach am Attersee (OÖ, 3.)
  • 26,7 Grad Wieselburg (NÖ, 3.)

Tiefste Temperaturen Hochtäler

  • -7,5 Grad Obergurgl (T, 14.)
  • -7,1 Grad Galtür (T, 27.)
  • -6,6 Grad St. Leonhard im Pitztal (T, 28.)

Tiefste Temperaturen unter 1000 m Seehöhe

  • -5,7 Grad Ehrwald (T, 14.)
  • -3,9 Grad Summerau (OÖ, 20.),
  • -3,8 Grad Aigen im Ennstal (ST, 20.)

Anzahl Frosttage (Tiefstwert unter 0 Grad)

  • 18 St. Leonhard im Pitztal, St. Jakob/Defereggen (beide T)
  • 17 Obertauern (S)
  • 16 Obergurgl, Galtür (beide T)

Nasseste Orte

  • 355 Liter pro Quadratmeter Kötschach-Mauthen (K)
  • 311 Liter pro Quadratmeter Loibl (K)
  • 310 Liter pro Quadratmeter Dellach (K)

Trockenste Orte

  • 38 Liter pro Quadratmeter Jauerling (NÖ)
  • 44 Liter pro Quadratmeter Melk (NÖ)
  • 45 Liter pro Quadratmeter Gars am Kamp (NÖ)

Absolut sonnigste Orte

  • 163 Sonnenstunden Sonnblick (S)
  • 132 Sonnenstunden Lienz (T)
  • 130 Sonnenstunden Brunnenkogel (T)
  • 128 Sonnenstunden Sillian (T)
  • 127 Sonnenstunden Hollenthon/Bucklige Welt (NÖ)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 110 km/h Gstatterboden/Gesäuse (ST, 3.)
  • 106 km/h Schmirn (T, 3.)
  • 104 km/h Saalbach (S, 3.)

Stärkste Windspitzen Berge

  • 175 km/h Patscherkofel (T, 3.)
  • 158 km/h Rudolfshütte (S, 3.)
  • 150 km/h Loferer Alm (S, 3.)
Spezielle Tage im Oktober 2020.

Titelbild  © N. Zimmermann

Riesiger Hagel in Libyen am 27. Oktober 2020

Am 27. Oktober 2020 waren die Bedingungen perfekt für sehr schwere Gewitter im südlichen Mittelmeer zwischen Italien und Libyen. Aufgrund des Zustroms feuchter Luftmassen vom Mittelmeer und des sich zudem noch mit der Höhe drehenden Windes (um nur zwei jener Bedingungen zu nennen) konnte sich in der äußerst instabilen Luftmasse ein Superzellengewitter organisieren, das Hagelkörner von 20cm im Durchmesser zur Folge hatte.

Rasch waren die sozialen Medien voll von Fotos und Videos. Anhand mancher dieser Videos (man achte dabei auf den Ton!) kann man sehr gut begreifen, welchen Impuls und welche Wucht diese Hagelkörner haben. Man kann sich dann auch gut vorstellen, welche Schäden diese anrichten können.

Auf einigen Fotos kann man den ungefähren Durchmesser der Hagelkörner abschätzen. Es ist somit wahrscheinlich, dass einige der Hagelkörner einen Durchmesser von 20 cm und mehr hatten.

Wie entsteht Hagel?

Auch hier ist ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren wichtig: stark unterkühltes Wasser, dh. noch flüssiges Wasser bei Temperaturen weit unter 0 Grad Celsius, befindet sich im Aufwindbereich solch einer Superzelle. Stoßen solche Wassertropfen mit sogenannten Keimen zusammen, gefrieren sie an diesen sofort – ein Hagelkorn entsteht. Wird dieses durch den in Superzellen meist sehr starken Aufwind wiederholt in höhere Schichten der Atmosphäre befördert, gefrieren weitere Wassertropfen an dem Hagelkorn, es beginnt zu wachsen – solange bis es zu schwer für den Aufwind wird und zu Boden fällt.

Hagelrekorde

Unter perfekten Bedingungen können Hagelkörner zu zerstörerischen Ausmaßen anwachsen. Bei solchen Bedingungen wurde im Februar 2018 aus Argentinien ein Hagelkorn mit 23,6 cm im Durchmesser gemeldet – dem  bisheriger Rekordhalter.
Das schwerste Hagelkorn stammt laut offiziellen Berichten aus Bangladesch. Ein intensives Hagelunwetter, bei dem 92 Todesfälle zu beklagen waren, brachte ein Hagelkorn mit 1,0 kg hervor.

 

 

 

 

Wetterextreme USA: 4 cm dicker Eisregen

Eisregen in Oklahoma City - Quelle: Tina Pinkerton - twitter https://twitter.com/TinaPinkerton6/status/1321132554875998209/photo/1

Am Ostrand der Rocky Mountains kommt es vom kanadischen Calgary bis nach Texas oftmals zu Wetterextremen, da die arktische Kaltluft an Ostrand des Gebirges ungehindert und rasch nach Süden vorankommen kann. Dabei trifft die arktische Luft früher oder später auf die subtropische und feuchte Luft aus dem Golf von Mexiko. Tornados, Riesenhagel, Schnee- oder Eisstürme sind also keine Seltenheit in dieser Region.

Extremer Eisregen legt Oklahoma lahm

Am Wochenende kam es zu einem ersten kräftigen Kaltluftvorstoß, der von Montana bis Colorado für reichlich Schnee sorgte.

Vertikalprofil der Atmosphäre in Norman, Oklahoma am 27.10.2020 um 7 Uhr MEZ - UBIMET, NOAA
Vertikalprofil der Atmosphäre in Norman, Oklahoma am 27.10.2020 um 7 Uhr MEZ – UBIMET, NOAA

Weiter nach Süden war die Kaltluft aber nur mehr bodennah vorhanden und so kam es zu lang anhaltenden und kräftigen Eisregen. So ein Ereignis ist Ende Oktober sehr ungewöhnlich.

Modellprognose für die 12-stündigen akkumulierten Niederschlag als Eisregen bis 27.10.2020 19 Uhr MEZ - UBIMET, ECMWF
Modellprognose für die 12-stündigen akkumulierten Niederschlag als Eisregen bis 27.10.2020 19 Uhr MEZ – UBIMET, ECMWF

Durch den Eisregen bildete sich ein teils mehrere Zentimeter dicker Eispanzer auf Bäume oder Stromleitungen, die dem enormen Gewicht nicht standhalten konnten. Die Schäden sind enorm und allein in Oklahoma waren über 500.000 Haushalte ohne Strom.

Wetterdaten aus Oklahoma City, USA für das Eisregenereignis - UBIMET, NOAA
Wetterdaten aus Oklahoma City, USA für das Eisregenereignis – UBIMET, NOAA

Mit dem Eisregen ist es nun aber vorbei und die Temperaturen legen wieder zu, so werden am Wochenende wieder Höchstwerte um die 20 Grad erreicht. Ein Grund dafür ist auch Hurrikan ZETA, der Mittwochnacht nur nrund 650 km vom Eisregen entfernt auf die Küste von Louisiana trifft.

Hier noch ein paar beeindruckende Bilder aus der Region:

 

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So this is where I typically park my car. How @izetavictor captured this i will never know. #icestorm #oklahomaweather #ifatreefallsinthewoods #fml #icelandnature

Un post condiviso da Salli_K8 (@salli_kate) in data:

Titelbild: Eisregen in Oklahoma City – Quelle: Tina Pinkerton – twitter https://twitter.com/TinaPinkerton6/status/1321132554875998209/photo/1

Hurrikan ZETA: Vom Tropensturm zum Schneesturm

Hurrikan ZETA ist der bereits 27. Tropensturm in dieser Saison am Atlantik, somit fehlt nur mehr ein Sturm auf den Rekord von 2005. Zudem hat ZETA nahezu die gleiche Zugbahn wie Hurrikan DELTA vor drei Wochen. Zunächst zog der Sturm über die mexikanische Halbinsel Yucatan hinweg nordwärts in den Golf von Mexiko. Hier verstärkt sich das Tief wieder und trifft wohl als Hurrikan der Stufe 1 auf die Küstenregion von New Orleans auf Land.

Durch den Sturm kommt es zu einer 2 bis 3 Meter hohen Flutwelle, Orkanböen bis 140 km/h und sintflutartigem Regen. Damit ist ZETA bereits der sechste Hurrikan in diesem Jahr der auf das amerikanische Festland trifft. Das gab es zuvor nur 1896 und 1985.

Aus Tropensturm wird Schneesturm

Im Landesinneren schwächt sich der Tropensturm rasch ab und wandelt sich zusehends in ein normales Sturmtief um. Dabei zapft das Tief auf seinem Weg an die US-Ostküste kalte Luft aus Norden an.

Dabei wird es so kalt, dass es am Nordrand des Tiefs zum ersten Schnee der Saison im Nordosten der USA kommt. Solche eine Umwandlung von einem Tropensturm zu einem Schneesturm kommt nicht alle Tage vor, gab es aber auch schon in der Vergangenheit. Im Jahr 2012 sorgte Hurrikan SANDY nicht nur für enorme Schäden in New York und Umgebung sondern brachte später den Appalachen auch über 50 cm Neuschnee.

Quelle Titelbild: NOAA

Auf Wintereinbruch folgt wechselhaftes Westwetter

Eine Kaltfront in Verbindung mit einem Tief über Oberitalien sorgte in den vergangenen 24 Stunden von Vorarlberg bis Kärnten für kräftige Niederschläge. Dabei sickerte nördlich der Alpen deutlich kältere Luft in die Täler ein und die Schneefallgrenze sank bis in tiefe Lagen.

Selbst in Innsbruck konnte sich eine dünne Schneedecke ausbilden. Das letzte Mal Oktoberschnee gab es in der Tiroler Landeshauptstadt im Jahr 2013. Deutlich mehr Schnee fiel in Lagen über 1000 m, so wurden etwa am Brenner 36 cm Neuschnee gemessen und auf den Bergen verbreitet über ein halben Meter.


In Osttirol und Oberkärnten konnte sich die kalte Luft nur in den Tälern direkt am Alpenhauptkamm durchsetzen, sonst gab es nur Schnee im Hochgebirge. Dafür gab es hier mit rund 80 l/m² die größten Niederschlagsmengen.

Rasch milder, aber unbeständig

In den kommenden Tagen bestimmen Tiefdruckgebiete am Atlantik unser Wetter. Dabei wird mit einer westliche Strömung milde Luft zu den Alpen geführt, die Temperaturen liegen meist zwischen 8 und 16 Grad. Vor allem am Donnerstag und Freitag sorgen gleich mehrere Fronten an der Alpennordseite für Regen, der Süden ist hingegen wetterbegünstig. Insgesamt bleiben die Regenmengen aber überschaubar.

Deutlich freundlicher verläuft dann das Wochenende, ein Zwischenhoch sorgt für viel Sonnenschein und auf den Bergen wird es ausgesprochen mild. Nur im Osten muss man Abstriche machen, hier sorgen Wolken und Nebel für meist trübe Bedingungen.


Titelbild: Adobe Stock

Wintereinbruch: Im Westen derzeit kräftiger Schneefall

In den kommenden Stunden stellt sich in den Alpen eine sogenannte Gegenstromlage ein. Während es im Westen derzeit schon bis auf knapp 700 Meter herab schneit, sinkt in der Nacht dann mit zunehmender Niederschlagsintensität die Schneefallgrenze von den Kitzbüheler Alpen bis zum Pongau auch allmählich bis in die Täler ab.

Neuschneemenge bis Dienstag den 27.10.2020, 13 MESZ © UBIMET

Gefahr von Schneebruch durch erhöhte Schneelast

Vor allem in den höheren Tälern direkt am Alpenhauptkamm sind bis bis zu 20 cm Nassschnee zu erwarten. Auf den Bergen wird es wieder tiefwinterlich, die Gletscherregionen können sich auf mehr als einen halben Meter Neuschnee einstellen. In der Abbildung unten sind die Warnungen vor starkem Schneefall zu sehen. Besonders in den rot markierten Gebieten kann es aufgrund der belaubten Bäumen und der erhöhten Schneelast zu Schneebruch kommen!

Warnungen vor starkem Schneefall © UWZ

Im Osten und Südosten noch mild

Wie an der Karte der aktuellen Temperatur nur unschwer zu erkennen ist, zeigt sich der Osten und Südosten derzeit noch recht unbeeindruckt von der Kaltfront. Hier hält sich derzeit noch deutlich milderer Luft. Diese wird es im Verlauf des morgigen Tages von der Kaltfront ausgeräumt.

Anbei haben wir noch ein paar winterliche Eindrücke zusammengestellt:

Aufgenommen um 07:20 in Damüls:

© https://www.foto-webcam.eu/webcam/hasenbuehel/

Ein paar Stunden später:

© https://www.foto-webcam.eu/webcam/hasenbuehel/

Oder auch hier in St. Anton um 10:00:

© https://www.foto-webcam.eu/webcam/ewa

Nur wenige Stunden später:

© https://www.foto-webcam.eu/webcam/ewa

Tschagguns (680m)  um 13:40:

© https://www.foto-webcam.eu/webcam/tschagguns/

Tief winterlich ein paar Stunden später:

© https://www.foto-webcam.eu/webcam/tschagguns/

Quelle Titelbild: https://www.kristberg.at/wetter-webcam-montafon

Regen und Schnee im Anmarsch

Die Kaltfront von Tief LUCY hat Vorarlberg mit kräftigem Regen bereits erreicht und der Regen breitet sich bis zum Abend bis nach Salzburg und Oberkärnten aus.

Aktuelles Satellitenbild mit Kaltfront

Im Vorfeld der Front liegt der Großteil von Österreich noch in einer kräftigen Südströmung, die sich durch Südföhn in den Nordalpen bemerkbar macht. Dazu sorgt der auffrischende Südwind auch dafür, dass sich der Nebel im Nordosten zusehends lichtet.

Der Wind sorgt auch noch für angenehm mildes Wetter am Feiertag. So werden jetzt schon 18 Grad im Südosten oder auch im föhnigen Mayrhofen im Zillertal gemessen.

Starkregen und reichlich Neuschnee

Die Kaltfront hat es aber in sich und mit der Bildung eines Tiefs über Oberitalien kommt es bis Dienstagvormittag zu ergiebigen Regen entlang des Alpenhauptkamms sowie in Osttirol und Oberkärnten. Gerade in Oberkärnten sind stellenweise bis zu 80 mm an Regen möglich. Nördlich des Alpenhauptkamms fließt hingegen kalte Luft ein und mit dem starken Niederschlag sinkt hier die Schneefallgrenze deutlich ab.

Schneewarnungen für die Tallagen (Stand: Mo. 12 Uhr). www.uwz.at

Besonders in der Nacht auf Dienstag schneit es dann von den Ötztaler Alpen bis in den Pinz- und Pongau nach und nach bis in alle Tallagen kräftig. Vor allem in den höheren Tälern direkt am Alpenhauptkamm sind bis zu nasser 20 cm Neuschnee zu erwarten. Auf den Bergen wird es wieder tiefwinterlich, die Gletscherregionen können sich auf mehr als einen halben Meter Neuschnee einstellen.

Quelle Titelbild: Adobe Stock

LUCY bringt am Nationalfeiertag Föhn, Regen und Schnee

Österreich Berge

Der Alpenraum liegt derzeit zwischen einem umfangreichen Tiefdruckkomplex names LUCY über Nordwesteuropa und einem Höhentief über dem Balkan. Im Übergangsbereich herrscht bei nur geringen Durckgegensätzen ruhiges Herbstwetter mit Sonne und teils zähem Nebel.

Satellitenbild um 13:30 Uhr (zum Vergrößern auf das Bild klicken). Daten EUMETSAT / UBIMET)

Zunehmend föhnig im Osten

Die langgezogene Kaltfront kommt nur langsam ostwärts voran, am Montagvormittag erfasst sie aber allmählich Vorarlberg. Vom Brenner ostwärts weht zunächst noch kräftiger, in manchen Föhntälen der Tauern sowie am Alpenostrand in Böen auch stürmischer Süd- bis Südwestwind. Auch im äußersten Südosten kommt lebhafter bis kräftiger Südwestwind auf. Der Wind vertreibt im Tagesverlauf die feuchte, nebelanfällige Luft und somit kommt am Montagnachmittag auch im Osten wieder die Sonne zum Vorschein. Die Temperaturen steigen dabei auf 18 bis 20 Grad im Wiener Becken und sogar auf bis zu 21 Grad in der Südsteiermark!

Föhnwarnungen für Montag (Stand: So, 14 Uhr). Daten: www.uwz.at

Im Westen Regen und Schnee

Mit dem Einsickern der kühlen Luft greift der Regen im Laufe des Vormittags auf Vorarlberg und am Nachmittag dann auch auf Tirol über. Auf den Bergen weht gleichzeitig noch Südwind, somit stellt sich im Westen eine sog. Gegenstromlage ein. Je nach Niederschlagsintensität sinkt die Schneefallgrenze dabei gegen 1300 bis 1000 m ab. In der Nacht greift der kräftige Regen auch zunehmend auf Oberkärnten und Salzburg über, dabei sinkt die Schneefallgrenze von den Kitzbüheler Alpen bis zum Dachstein zum Morgen hin bis in viele Täler. Am Dienstag verlagert sich der Niederschlag unter Abschwächung in den Südosten des Landes und die Schneefallgrenze steigt wieder auf rund 1000 m an.

Niederschlagsprognose von Mo.vormittag bis Di.vormittag von UCM (UBIMET).

Viel Schnee in den Hochlagen

Auf den Bergen schneit es in der Nacht auf Dienstag anhaltend und kräftig, in den Hochlagen des Alpenhauptkamms kommen dabei teils mehr als 70 cm Neuschnee zusammen. Auch in den Hochtälern des Westen kommen Mengen um 10 cm Neuschnee zusammen, zudem ist am Dienstagmorgen von den Kitzbüheler Alpen bis in den Pongau in sämtlichen Tälern vorübergehend ein wenig Nassschnee möglich.

Neuschneeprognose von Mo.vormittag bis Di.vormittag von UCM ( UBIMET).

Titelbild: Adobe Stock

Maskierte Kaltfront überquerte heute Österreich

Wenn man sich die heutigen Höchstwerte ansieht, würde man zunächst nicht auf die Idee kommen, dass eine Kaltfront durchgegangen ist. Besonders im Osten verdeutlicht sich aber der umgekehrte Temperaturverlauf bei der Betrachtung der gestrigen und heutigen Temperaturmaxima. Leicht abgekühlt hat es aber im Westen, hier fiel auch etwas mehr Regen.

Höchstwerte am Freitag, den 23.10.2020 © UBIMET
Höchstwerte am Samstag, den 24.10.2020 © UBIMET
Niederschlagssumme am 24.10.2020 © UBIMET

Dennoch ist dies der Fall. Die Erklärung findet man in den beiden Radiosondenaufstiegen, die der unten stehenden Grafik gezeigt werden. Die schwarze durchgezogene Linie ist das Temperaturprofil heute Morgen um 2 Uhr, die rote durchgezogene Linie das Temperaturprofil von 14 Uhr. Man erkennt, dass es in der Höhe kälter geworden ist, in Bodennähe aber wärmer. Zudem stieg auch der Taupunkt an (gestrichelte Linien). Somit handelt es sich um eine sog. maskierte Kaltfront, da der auffrischende Wind den Kaltluftsee in den Niederungen (welcher oft durch Nebel bzw. Hochnebel sichtbar wird) ausgeräumt hat und damit dort eine Erwärmung verursacht hat.

Radiosondenaufstiege Wien 24.10.2020 00 UTC (Schwarz) und 12 UTC (Rot)

Nordostpassage bereits 100 Tage eisfrei

Die Nordostpassage ist ein Seeweg im Nordpolarmeer entlang der Nordküste Eurasiens, der Atlantik und Pazifik verbindet. Dieser Seeweg ist rund 6.000 Kilometer kürzer als der traditionelle Seeweg von Asien nach Europa über den Suezkanal. Somit wird nicht nur Zeit sondern auch Kosten druch den verkürzten Seeweg gespart.  Bis zu den 90er Jahren war eine Fahrt über diese Route ohne Eisbrecher undenkbar, erst 1995 war die Route erstmals längere Zeit eisfrei.

Schon 100 Tage eisfrei

Nach 1995 war die Nordostpassage in manchen Jahren zunächst wieder unpassierbar, seit 2007 ist sie allerdings jedes Jahr ein paar Wochen lang offen – Tendenz steigend. Heuer wurde dabei ein neuer Rekord aufgestellt: Mittlerweile ist dieser zunehmend wichtige Seeweg schon seit mehr als 100 Tagen eisfrei! Diese Abnahme steht im direkten Zusammenhang mit dem Klimawandel, der in der Arktis besonders schnell abläuft.

Noch kein Eis in Sicht

Der arktische Ozean nördlich von Sibirien ist aktuell noch verbreitet eisfrei. Im Mittel von 1981 bis 2010 lag die Ausdehnung des arktischen Meereises zu dieser Jahreszeit noch bei 9 Millionen km². Neuesten Satellitenmessungen zufolge sind es derzeit nur 5,6 Millionen km². Wenn das Wasser im Sommer länger eisfrei ist, nimmt es aufgrund seiner dunklen Farbe mehr Wärme auf, als es bei weißem Eis der Fall wäre. Im Herbst muss der Ozean diese Wärme erst wieder an die Luft abgeben, ehe das Eis wieder zufrieren kann (Eis-Albedo-Rückkopplung).

Eisausdehnung im Vergleich zum 30-Jahres-Mittel (orange Linie) am 15.9. und 21.10. (NSIDC).

Anmerkung zu der Graphik: Die Schwelle pro Datenzelle liegt bei 15%, wenn also 16% einer Zelle mit Eis bedeckt sind, wird sie als gefroren bzw. weiß angezeigt.

Absolutes Minimum im 2012

Zu dieser Jahreszeit gab es seit Messbeginn noch nie so wenig Eis wie aktuell. Das absolute jährliche Minimum im September aus dem Jahre 2012 wurde heuer allerdings knapp nicht erreicht, wir berichteten darüber bereits hier: Zweitniedrigste Eisausdehnung seit Messbeginn.

Titelbild: AdobeStock

Herbst: Zeit der Inversionen

Zu dieser Jahreszeit stellt sich unter Hochdruckeinfluss immer öfter eine sogenannte Inversionswetterlage ein. Diese zeichnet sich durch eine Umkehr der normalerweise vorherrschenden Abnahme der Temperatur mit der Höhe aus, d.h. „leichte“ Warmluft lagert oberhalb von „schwerer“ Kaltluft. Die Ursache hierfür ist, dass aufgrund der Ausstrahlung die unteren Luftschichten wesentlich schneller abkühlen als die Luftmassen in der Höhe. Bevorzugt in Tal- und Beckenlagen entstehen so bodennahe Kaltluftseen, die durch die immer schwächere Sonne erst spät oder gar nicht mehr ausgeräumt werden können.

Scharfe Wetterscheide

Bei einer ausgeprägten Inversionswetterlage ist der Übergang von Warm- zu Kaltluft teils sehr scharf. An der Grenze der beiden unterschiedlichen temperierten Luftmassen bilden sich oft Wolken. In den Wetterberichten ist dann von Hochnebel die Rede. Während in den Tälern und Niederungen graues und kaltes Wetter herrscht, sind tagsüber in mittleren und hohen Lagen bei Sonnenschein und ausgesprochen guter Fernsicht ungewöhnlich hohe Temperaturen anzutreffen.
Aber auch ohne Wolkenschicht ist es unterhalb der Inversion häufig dunstig, denn durch die fehlende Durchmischung mit der oberen Atmosphäre sammeln sich Feuchte und Schadstoffe langsam an und die Sicht ist getrübt.

Quelle Titelbild: www.foto-webcam.eu/webcam/wilder-kaiser

100 Tage eisfrei: Rekord an der Nordostpassage

Eisbrecher

Die Nordostpassage ist ein Seeweg im Nordpolarmeer entlang der Nordküste Eurasiens, der Atlantik und Pazifik verbindet. Dieser Seeweg ist rund 6.500 Kilometer lang und führt vom Europäischen Nordmeer durch Barents-, Kara-, Laptew-, Ostsibirische und Tschuktschensee bis zur Beringstraße. Bis zu den 90er Jahren war eine Fahrt über diese Route ohne Eisbrecher undenkbar, erst 1995 war die Route erstmals längere Zeit eisfrei.

100 Tage eisfrei

Nach 1995 war die Nordostpassage in manchen Jahren zunächst wieder unpassierbar, seit 2007 ist sie allerdings jedes Jahr ein paar Wochen lang offen – Tendenz steigend. Heuer werden nun gleich zwei neue Rekorde aufgestellt: Sowohl das früheste Aufbrechen des Eises als auch das späteste Zufrieren. Mittlerweile ist dieser zunehmend wichtige Seeweg schon seit mehr als 100 Tagen eisfrei! Diese Abnahme steht im direkten Zusammenhang mit dem Klimawandel, der in der Arktis besonders schnell abläuft (wie etwa auf Spitzbergen).

Noch kein Eis in Sicht

Der arktische Ozean nördlich von Sibirien ist aktuell noch verbreitet eisfrei. Im Mittel von 1981 bis 2010 lag die Ausdehnung des arktischen Meereises zu dieser Jahreszeit noch bei 9 Millionen km². Neuesten Satellitenmessungen zufolge sind es derzeit nur 5,6 Millionen km². Damit wird das  jahreszeitliche Rekordminimum vom Vorjahr um fast 500.000 km² unterboten. Wenn das Wasser im Sommer länger eisfrei ist, nimmt es aufgrund seiner dunklen Farbe mehr Wärme auf, als es bei weißem Eis der Fall wäre. Im Herbst muss der Ozean diese Wärme erst wieder an die Luft abgeben, ehe das Eis wieder zufrieren kann (Eis-Albedo-Rückkopplung).

Eisausdehnung im Vergleich zum 30-Jahres-Mittel (orange Linie) am 15.9. und 21.10. (NSIDC).

Anmerkung zu der Graphik: Die Schwelle pro Datenzelle liegt bei 15%, wenn also 16% einer Zelle mit Eis bedeckt sind, wird sie als gefroren bzw. weiß angezeigt.

Absolutes Minimum im 2012

Zu dieser Jahreszeit gab es seit Messbeginn noch nie so wenig Eis wie aktuell. Das absolute jährliche Minimum im September aus dem Jahre 2012 wurde heuer allerdings knapp nicht erreicht, wir berichteten darüber bereits hier: Zweitniedrigste Eisausdehnung seit Messbeginn. Wenn man die aktuelle Situation betrachtet, ist es allerdings nur eine Frage von wenigen Jahren, bis auch dieser Wert unterboten wird.

Titelbild: AdobeStock

Der goldene Oktober

Im Oktober sorgen Vegetation und Sonne für goldenes Licht

Der Ausdruck „goldener Oktober“ hat im deutschsprachigen Raum eine sehr lange Tradition. Er wurde nachweislich bereits vor mehreren hundert Jahren verwendet, wobei das exakte Datum des Aufkommens jedoch nicht gesichert ist. Entscheidend für den goldenen Eindruck in dieser Jahreszeit sind zwei Faktoren:

  • Die Laubfärbung
  • Der Sonnenstand
Herbst
Goldener Oktober bei Oberstdorf. © www.foto-webcam.eu/

Faktor Vegetation

Die Blattverfärbung der Laubwälder erreicht im Oktober vielerorts ihren Höhepunkt. Mit der abnehmenden Sonnenstrahlung lässt die Photosynthese nach: Um den dazu benötigten, wichtigen grünen Farbstoff Chlorophyll über den Winter nicht zu verlieren, wird dieser den Blättern entzogen und andere Farbstoffe werden sichtbar. Bei Lärchen und Birken etwa kommt es durch Karotin zu einer gelb bis goldgelben Färbung, bei Eiche und Ahorn hingegen sorgt der Stoffe Anthocyan für einen deutlich rote Farbe, während Buchen und Eichen aufgrund von Gerbstoffen eher ins Bräunliche gehen.

Herbst
Goldener Oktober in Kärnten. © www.foto-webcam.eu

Faktor Sonne

Die Färbung der Blätter wird durch die verstärkte Streuung des Sonnenlichts in dieser Jahreszeit zusätzlich hervorgehoben, insbesondere in den Morgenstunden sowie am späten Nachmittag bzw. Abend. Dadurch überwiegt die gelb-rötliche Strahlung, welche die Blattverfärbung noch besser und intensiver zur Geltung bringt, und oftmals geht der Farbton sogar ins Goldene. Ruhige Hochdrucklagen sowie auch Föhnlagen im Herbst garantieren meist diesen Sonnenschein, sofern der Nebel keinen Strich durch die Rechnung macht.

Goldenes Licht in Wien am Dienstagabend.
Goldenes Licht in Wien. © foto-webcam.eu

Am langen Wochenende mild und leicht unbeständig

Sonne im Herbst

Österreich liegt derzeit am Rande einer Hochdruckbrücke, die sich vom zentralen Mittelmeer bis nach Russland erstreckt. Mit einer südwestlichen Strömung gelangen dabei milde Luftmassen in den Alpenraum und in den Nordalpen ist es leicht föhnig. Am Mittwoch wurde in Bludenz bei einem Höchstwert von 25,8 Grad sogar ein Sommertag verzeichnet. In den kommenden Tagen wird es zwar nicht mehr ganz so mild, die Temperaturen liegen aber meist über dem jahreszeitlichen Mittel.

Tauwetter bei Föhn
Tauwetter am Traunstein. © www.foto-webcam.eu

Am Freitag im Südosten sonnig

Der Freitag verläuft im Westen und Norden bewölkt, in Vorarlberg und in den Nordtiroler Kalkalpen fällt in der Früh etwas Regen. Im Donauraum und im Flachland hält sich bis etwa Mittag gebietsweise Hochnebel, die Sonne zeigt sich vor allem im Südosten und am Alpenostrand. In der Weststeiermark frischt lebhafter Südwestwind auf. Am Abend zieht eine schwache Kaltfront auf und aus Westen setzt neuerlich Regen ein. Zuvor erreichen die Temperaturen 11 bis 20 Grad mit den höchsten Werten in der Südsteiermark.

Im Vorfeld einer schwachen Kaltfront wird es in den Alpen wieder föhnig.

Am Samstag anfangs nass

Am Samstag regnet es zunächst zeitweise, am Vormittag zieht der Regen aber nach Osten ab und die Wolken beginnen aufzulockern. Vor allem im Norden und inneralpin kommt die Sonne zum Vorschein, von Unterkärnten bis ins Südburgenland sind die Wolken teils hartnäckig und entlang der Nordalpen ziehen noch einzelne Regenschauer durch. Der Wind weht mäßig, am Vormittag im Norden und Osten vorübergehend lebhaft aus West bis Nordwest. Dazu gibt es 11 bis 18 Grad.

Regenprognose für Samstag. © UBIMET

Goldener Oktober am Sonntag

Am Sonntag setzt sich neuerlich ein Zwischenhoch durch und verbreitet gibt es ruhiges Herbstwetter. Anfangs halten sich in den Niederungen einige Nebelfelder, diese lösen sich aber meist noch am Vormittag auf. Tagsüber scheint verbreitet die Sonne, nur im Süden machen sich ein paar harmlose Wolken bemerkbar. Am Alpenhauptkamm wird es neuerlich leicht föhnig und bei Höchstwerten zwischen 12 und 20 Grad bleibt es mild für die Jahreszeit.

Am Nationalfeiertag zweigeteilt

Am Montag überwiegen in der Westhälfte die Wolken und am Vormittag setzt in Vorarlberg Regen ein. Dieser wird im Tagesverlauf kräftig, ganz im Westen schneit es allmählich bis auf 1200 bis 1000 m herab. Etwa östlich von Kufstein und Villach scheint dagegen zeitweise die Sonne, im äußersten Osten hält sich aber teils bis zum Nachmittag Nebel oder Hochnebel. Im Osten frischt lebhafter Südwind auf und die Höchstwerte liegen zwischen 5 Grad im Bregenzerwald und 18 Grad in der Südsteiermark.

Der Temperaturtrend am Traunstein zeigt den wechselhaften Wettercharakter. © ECMWF

Titelbild © AdobeStock

+25.8 Grad: Südföhn sorgt für Sommertag!

Tschagguns (Bludenz) bei föhnigem Herbstwetter - https://www.foto-webcam.eu/webcam/tschagguns/

Sehr warm war es heute in den Nordalpen und hier vor allem in manchen Tälern Vorarlbergs und Tirols. Vielerorts wurde föhnbedingt die 20-Grad-Marke übertroffen, in Bludenz wird der heutige Tag mit +25.8 Grad sogar als Sommertag (Höchstwert von mehr als 25 Grad) in den Aufzeichnungen archiviert.

Höchstwerte des heutigen Mittwochs - UBIMET, ZAMG
Höchstwerte des heutigen Mittwochs.
Höchstwerte des heutigen Mittwochs - UBIMET, ZAMG
Höchstwerte des heutigen Mittwochs.

Der Föhn macht es möglich

Schuld daran ist die derzeitige, wenngleich nicht außergewöhnlich kräftige Südföhnlage. Denn der Alpenraum liegt heute zwischen Sturmtief JADRANKA über der Nordsee und Hoch OTMAR über dem Schwarzen Meer in einer straffen, föhnigen Südströmung. Mit dieser gelangen aus Nordafrika sehr warme Luftmassen sowie auch mehrere Tonnen Saharastaub zu uns.

Die Wetterlage am Mittwoch - UWR, UBIMET
Die Wetterlage am Mittwoch – UWR, UBIMET

Warm, aber nichts Außergewöhnliches

Der Südföhn stellt besonders im Herbst keine Seltenheit in den Alpen dar. Daher sind solche Höchstwerte, wenngleich immer beeindruckend, noch weit entfernt von Rekorden. Als Beispiel kann Bludenz genommen werden: In der Tabelle sind alle in Bludenz gemessene Sommertage der letzten 12 Oktober-Tage (also vom 20. bis zum 31. Oktober) zwischen 2008 und 2019 gelistet:

Jahr Tag Höchstwert
2019 23.10. +27.4°C
2013 22.10. +26.3°C
2019 20.10. +25.9°C
2020* 21.10. +25.8°C
2013 28.10. +25.4°C
2019 24.10. +25.0°C

Wie man sieht: Sommertage sind keine Seltenheit in den letzten Jahren selbst im fortgeschrittenen Oktober. Am 22.10.2013 lag die Temperatur um 23 Uhr föhnbedingt sogar noch bei sommerlichen +24 Grad!

Ab morgen nimmt der Südföhn schon wieder ab, somit werden solche Spitzenwerte nicht mehr erreicht. Dennoch bleiben die Temperaturen vor allem in mittleren und hohen Lagen bis zum Wochenende auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau. In den Niederungen muss man hingegen weiterhin mit Inversionen, Nebel und Hochnebel rechnen.

Titelbild: Tschagguns (Bludenz) bei föhnigem Herbstwetter – https://www.foto-webcam.eu/webcam/tschagguns/

Der Indian Summer

Bunte Blätter ©unsplash.com - https://unsplash.com/photos/5IHz5WhosQE

Als Indian Summer bezeichnet man eine trockene und milde Wetterperiode im späten Herbst auf dem nordamerikanischen Kontinent. Durch die immer kälteren Nächte nehmen die Blätter der verschiedenen Birken- und Ahornarten während des „Indian Summer“ die unterschiedlichsten Schattierungen von Rot, Orange und Gelb an.


Zum Höhepunkt dieser Zeit kann man die rötliche Färbung der Wälder sogar vom Weltraum aus beobachten, wie man im folgenden Bild des Satelliten NOAA-20 aus einer Höhe von etwa 830 km sieht.

Der Winter naht

Der Begriff stammt aus dem Süden Kanadas und dem Nordosten der USA, wobei die genaue Wortherkunft ungeklärt ist. Eine Theorie besagt, dass die Indianer diese Zeit zur Jagd oder Ernte genutzt hätten. Der Indian Summer wird in der Regel durch ausgedehnte Hochdruckgebiete entlang der amerikanischen Ostküste ausgelöst. Vor allem im Landesinneren gibt es in dieser Zeit zwar schont die ersten Nachtfröste, für die Menschen dort ist es aber die letzte milde Zeit vor einem oft langen und kalten Winter. Vergleichbar ist dieses Phänomen mit dem Goldenen Oktober in Zentraleuropa.

Bunter Wald mit Straße in der Mitte, Vogelperspektive. ©unsplash.com - https://unsplash.com/photos/Qy-CBKUg_X8
Der Indian Summer ist unser Altweibersommer. ©unsplash.com

 

Subtropische Luft: Saharastaub und Tauwetter auf den Bergen

Die Großwetterlage über Europa hat sich seit dem Wochenende vollständig umgestellt. Gelangte am Wochenende noch kühle Luft arktischen Ursprungs in den Alpenraum, erfassen derzeit milde Luftmassen aus der entgegengesetzten Richtung das Land. Ein Teil dieser Luft stammt aus den Subtropen, so steigt die Nullgradgrenze am Mittwoch sogar gegen 4000 m an! Selbst auf den höchsten Bergen des Landes gibt es also zarte Plusgrade.

Die höchste Wetterstation des Landes auf der Adlersruhe meldet aktuell Temperaturen von knapp +2 Grad. Bild: foto-webcam.eu
Die Trajektorien, welche die Herkunft der Luftmassen in Mitteleuropa zeigen, haben seit Samstag ein 180°-Drehung gemacht. © www.wetter3.de

Starkes Tauwetter in den Nordalpen

Bei föhnigem Südwind hat mittlerweile besonders in den Nordalpen starkes Tauwetter eingesetzt. Die Temperaturen sind hier seit vergangenem Wochenende um 15, teils sogar um 20 Grad angestiegen! Etwas geringer fallen die Unterschiede am Alpenhauptkamm und in den Südalpen aus, da hier im Stau der Alpen vergleichsweise kühle Luft zurückgeblieben ist.

Höchstwert am 18.10. Höchstwert am 21.10.
Brunnenkogel, 3437 m -6,4 Grad 4 Grad
Sonnblick, 3109 m -5,9 Grad 2 Grad
Rudolfshütte, 2317 m -3,3 Grad 8 Grad
Dachstein / Schladminger Gletscher, 2520 m -6,2 Grad 11 Grad
Hahnenkamm / Ehrenbachhöhe, 1794 m -0,7 Grad 15 Grad
Rax / Bergstation, 1547 m -1,0 Grad 18 Grad
Kolomansberg, 1113 m +3,0 Grad 20 Grad

Die milde Luft setzt sich bei föhnigem Wind auch in manchen Tallagen durch, so gibt es etwa im Walgau lokal spätsommerliche Höchstwerte um 25 Grad. In den Niederungen stellt sich allerdings gebietsweise eine Inversionswetterlage ein, somit halten sich in tiefen Lagen mitunter deutlich kühlere Luftmassen.

Föhn und milde Bodentemperaturen lassen dem Neuschnee keine Chance. Bild: foto-webcam.eu

Saharastaub

Mit der südwestlichen Strömung gelangt in der Höhe derzeit auch Saharastaub ins Land. Der Staub wirkt sich einerseits auf die Ausprägung der hochliegenden Wolken, andererseits auch auf die Fernsicht aus, so präsentiert sich der Himmel in den kommenden Tagen meist diesig. Vorerst ist kein Niederschlag in Sicht, am Freitag kann es mit Durchzug einer Warmfront bzw. am Abend mit Ankunft einer Kaltfront vor allem im Westen auch zu dünnen Ablagerungen kommen. Am Samstag verlagert sich die staubige Luft dann nach Südosten und im Alpenraum macht sich vergleichsweise klare atlantische Luft bemerkbar.

Am Samstag erreicht Atlantikluft das Land. Daten: Univ. of Athens
Typisch diesiger Himmel bei Saharastaub und Föhn in Innsbruck. Bild: foto-webcam.eu
Der Schnee auf den Bergen wie auf der Rax ist vielerorts bald weg. (Bild: 20.10. © N. Zimmermann)

Randtief JADRANKA bringt Sturm im Nordwesten

Stürmisches Wetter an der Nordsee - pixabay.com / 9685995

Über dem Atlantik herrscht derzeit rege Tiefdrucktätigkeit. Südlich des kräftigen Tiefdruckkomplexes IMKA über den Britischen Inseln vertieft sich in den kommenden Stunden Randtief JADRANKA.

Die Wetterlage am Mittwoch - UWR, UBIMET
Die Wetterlage am Mittwoch – UWR, UBIMET

JADRANKA verlagert sich am Mittwoch von der Biskaya bis zur Nordsee und erfasst dann am Mittwochabend und in der Nacht auf Donnerstag mit dessen Sturmfeld vor allem den Westen und Nordwesten Deutschlands.

Animation der Zugbahn von Randtief JADRANKA von Dienstag bis Donnerstag - ECMWF, UBIMET
Animation der Zugbahn von Randtief JADRANKA von Dienstag bis Donnerstag – ECMWF, UBIMET

Teils schwere Sturmböen bis 100 km/h

Besonders im Umfeld der Nordsee sind verbreitet Sturmböen von 70 bis 80 km/h einzuplanen. Im Küstenbereich und im Norden Schleswig-Holsteins sind sogar schwere Sturmböen bis 100 km/h möglich!

Vorhergesagte maximale Windböen am Mittwochabend und in der Nacht auf Donnerstag - UBIMET
Vorhergesagte maximale Windböen am Mittwochabend und in der Nacht auf Donnerstag – UBIMET

Lage noch recht unsicher

Über die genaue Zugbahn und Stärke von Tief JADRANKA sind sich die Wetterberechnungen allerdings noch nicht einig. Zwar ist das Potential für ein markantes Sturmereignis mit schweren Sturmböen gegeben, viele Modelle rechnen aber mit einem schwächeren und nördlicher verlaufenden Tief. So ist die berechnete Wahrscheinlichkeit für mehr als 70 km/h (Bild links unten) an der Nordsee sehr hoch. Ob dann tatsächlich schwere Sturmböen bis 100 km/h auch dabei sein werden, ist noch nicht sicher (Bild rechts unten). Wir werden daher für unsere UWR-Warnungen noch abwarten und sie voraussichtlich zwischen Dienstagabend und Mittwochfrüh setzen.

Wahrscheinlichkeit für mehr als 70 ( links) und 100 (rechts) km/h Böen am Mittwochabend und in der Nacht auf Donnerstag - ECWMF, UBIMET
Wahrscheinlichkeit für mehr als 70 ( links) und 100 (rechts) km/h Böen am Mittwochabend und in der Nacht auf Donnerstag – ECWMF, UBIMET

Sturmtief IMKA fegte über Irland

Die Auswirkungen von Sturmtief IMKA, das am heutigen Dienstag Irland überquert hat, waren vor allem in der Stadt Cork, an der Südküste zu spüren. Hier wurden schwere Sturmböen bis 110 km/h gemessen und durch die außergewöhnlich starke Sturmflut standen große Teile der Stadt stundenlang unter Wasser.

 

Titelbild: Stürmisches Wetter an der Nordsee – pixabay.com / 9685995

20 Grad und mehr: Föhn bringt Spätsommerwärme

Föhnwolken

Die Wetterlage, die sich morgen etabliert und am Mittwoch ihren Höhepunkt findet, ist typisch für den Herbst und auf der Bodenwetterkarte des DWD für Mittwoch gut zu erkennen. Kräftige Tiefs tummeln sich zwischen Irland und Schweden, wir liegen dabei an deren Vorderseite in einer warmen Südwestströmung (roter Pfeil).

Die Großwetterlage am Mittwoch.

Die Folge ist Föhn an der Alpennordseite. Wie kräftig dieser Föhn ausfällt, kann man vereinfacht gesagt am Druckunterschied zwischen München und Bozen festmachen. Ist diese Differenz deutlich kleiner als 0 (sprich der Luftdruck in Südtirol höher als in Oberbayern), sind die Bedingungen für Föhn gegeben. Grundsätzlich gilt zudem: Je größer der Druckunterschied, desto stärker weht der Föhn. Im folgenden Diagramm kann man den Verlauf dieser Druckdifferenz gut nachverfolgen: Mit bis zu 9 Hektopascal herrscht am Mittwoch der größte Wert, dann pfeift auch der Föhn mit Böen bis zu 80 km/h durch die prädestinierten Täler der Nordalpen.

Verlauf der Luftdruckgegensätze im Alpenraum.

Der Föhn sorgt aber auch für ziemlich hohe Temperaturen von Vorarlberg bis zur nördlichen Obersteiermark. Bereits am Dienstag sind dort 17 bis 20 Grad zu erwarten, zum Föhnhöhepunkt am Mittwoch dann sogar 20 bis 24 Grad (siehe orange Farbtöne in der Grafik)!

Die Höchstwerte am Mittwoch (zum Vergrößern Klicken bzw. Tippen).

Einen Wermutstropfen könnte es aber geben. Saharastaub ist nämlich auch in der Luft (siehe abschließende Grafik), sodass sich doch ein paar mehr Wolken bilden könnten, als die Wettermodelle derzeit berechnen. Dies hätte dann widerum einen negativen Einfluss auf die Höchsttemperaturen.

Saharastaub am Mittwoch.

Warum gibt es Nebel im Herbst?

Nebel kommt im Herbst besonders oft vor.

In den Tälern der Alpen kam es schon im Spätsommer und Frühherbst öfters zu Frühnebel, jetzt inmitten des Herbsts beginnt die Nebelsaison dann so richtig.

Typische Verteilung von Frühnebel

Nebel am Morgen gibt es in Österreich besonders häufig entlang von Mur und Mürz sowie in den Tal- und Beckenlagen Kärntens. Die Alpentäler sind generell anfälliger für Frühnebel als das Flach- und Hügelland. Hochnebel dagegen ist auch oft im östlichen Flachland ein Thema, inklusive Wien.

Temperaturunterschiede

Im Spätsommer und Herbst werden die Tage kürzer und die Nächte länger. Bei windstillen Verhältnissen und klaren Nächten kühlt die Luft stark ab und sammelt sich in den Tälern. Immer öfter bildet sich dort eine Art Kaltluftsee, indem es kühler ist als auf den umliegenden Hügeln und Bergen. Hinzu kommt, dass kalte Luft weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann und somit schnell vollständig mit Wasserdampf gesättigt ist. Dadurch beginnt die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit zu kondensieren, also vom gasförmigen in den flüssigen Zustand überzugehen. Die daraus entstandenen, feinen Wassertröpfchen bezeichnen wir als Nebel.

Im Laufe des Herbstes werden Nebelfelder immer langlebiger und zäher, da die Sonne nicht mehr die nötige Energie liefert, um diese „wegzuheizen“. Die Kaltluftseen können sich dann oft von Tag zu Tag weiter ausdehnen, wodurch die Nebelwahrscheinlichkeit weiter ansteigt.

Wind und Nebel

Zur Nebelauflösung kommt es dann meist erst, wenn starker Wind die bodennahe Kaltluft „verbläst“. Häufig ist das im Zuge von Kaltfronten oder durch Föhn der Fall. Aber auch eine Wolkenschicht über dem Nebel reicht, damit sich die Nebelfelder lichten. Gerade der Wind ist auch der Grund, warum das Flachland in der Regel seltener von Nebel betroffen ist.

Zusammengefasst: Die Gründe, warum es im Spätsommer und Herbst häufiger in den Tälern nebelig ist, sind große Temperaturunterschiede zwischen bodennahen und höheren Luftschichten und das Fehlen von Wind.

Quelle Titelbild: pixabay

20 Grad Temperaturanstieg in den Nordalpen: Goldener Oktober in Sicht

Zeller See

Österreich lag in den vergangenen Tagen unter dem Einfluss von Tiefdruckgebieten über Norditalien und Osteuropa, dabei lagen die Temperaturen besonders im Bergland zum Teil deutlich unter dem langjährigen Mittel, wir berichteten darüber bereits hier. Der Tiefdruckeinfluss lässt am Sonntag aber nach: An der Alpennordseite überwiegen zwar noch die Wolken und vom Salzkammergut bis ins Mariazellerland fällt gelegentlich auch noch ein wenig Regen, im Tagesverlauf gibt es aber erste Auflockerungen. Die meisten Sonnenstunden sind im Süden und im Tiroler Oberland zu erwarten, dabei erreichen die Temperaturen 8 bis 15 Grad.

Die Druckverteilung von Samstag bis Mittwoch in etwa 5000 m Höhe. © ECMWF

Wetterumstellung

Mitteleuropa gerät zu Wochenbeginn unter den Einfluss eines umfangreichen Tiefdruckgebiets, welches sich von den Britischen Inseln bis vor die Küste Portugals erstreckt. Im Alpenraum dreht die Strömung dabei auf West bis Südwest und ab Dienstag wird es in den Nordalpen föhnig. Zur Wochenmitte gelangen sogar Luftmassen subtropischen Ursprungs ins Land und die Nullgradgrenze steigt gegen 4000 m an. Im Vergleich zu heute steigen die Temperaturen auf den Bergen bis Mittwoch um 15, in den Nordalpen bei Föhn wie etwa am Gaisberg auch bis zu 20 Grad an.

Die Trajektorien, welche die Herkunft der Luft in 850 hPa zeigen, machen eine 180°-Drehung. © www.wetter3.de

Sonne und Nebel

Mit der Umstellung der Wetterlage kann man sich in weiten Teilen des Landes auf deutlich mehr Sonnenschein als zuletzt freuen. Während am Montag im Nordosten zwar noch einige Wolken durchziehen, überwiegt im Westen bereits der Sonnenschein. Ab Dienstag ziehen dann nur noch ein paar harmlose, hochliegende Wolken durch, allerdings werden in den Niederungen gebietsweise Nebel und Hochnebel zum Thema. Besonders betroffen davon sind die Regionen vom Salzburger Seengebiet über den Donauraum bis ins Wald- und Weinviertel sowie die südlichen Becken.

In den Nordalpen 20 Grad und mehr

Die Temperaturen weisen kommende Woche große Unterschiede je nach Nebel und Sonne auf, so liegen die Höchstwerte am Dienstag zwischen 9 Grad in den länger nebeligen Regionen des Waldviertels und 19 Grad im föhnigen Walgau. Am Mittwoch wird es noch wärmer, in den Nordalpen kündigen sich verbreitet Höchstwerte über der 20-Grad-Marke an. Von Vorarlberg bis Salzburg sind dabei lokal sogar spätsommerliche Spitzenwerte von bis zu 24 Grad in Sicht. Deutlich kühler bleibt es allerdings bei teils zähem Hochnebel im Nordosten des Landes.

Modellveregleich der Höchstwerte von Samstag und Mittwoch (zum Vergrößern auf das Bild klicken),

Nach derzeitigem Stand präsentiert sich auch die zweite Wochenhälfte von seiner milden Seite, die Temperaturen gehen dabei nur geringfügig zurück. Der Schnee auf den Bergen wird in mittleren Höhenlagen also besonders in den Föhnschneisen sowie generell auf Südhängen bald wieder weg sein.

Derzeit liegt recht viel Schnee für die Jahreszeit auf den Bergen.
Temperaturtrend am Gaisberg. © ECMWF

Titelbild © Adobe Stock

Oktober auf den Bergen bislang 3 Grad zu kühl

Schnee und Sonne im Herbst - pixabay.com

Österreich lag in den vergangenen Tagen unter dem Einfluss von Tiefdruckgebieten über Norditalien bzw. Osteuropa. Mit einer nördlichen Strömung wurden dabei für die Jahreszeit sehr kühle Luftmassen herangeführt und die Temperaturen liegen seit vergangenem Sonntag österreichweit 3 bis 4 Grad unterhalb des klimatologischen Mittels.

Tägliche Temperaturabweichung vom 10. bis 16. Oktober. © UBIMET

Der Tag mit der österreichweit absolut größten Abweichung war der 12. Oktober, als aus Süden ein Vb-Tief namens GISELA aufzog. Auf den Bergen lagen die Temperaturen teils sogar um 8 Grad tiefer als zu der Jahreszeit üblich.

Min. & max. Temperaturabweichungen am 12.10. (zum Vergrößern auf das Bild klicken).

Milder Monatsbeginn im Osten

Der Oktober hat im Osten Österreichs allerdings sehr mild begonnen, so gab es etwa am 3. vergleichbare positive Temperaturabweichungen. Besonders von der Eisenwurzen über das Tullnerfeld bis ins Weinviertel lagen die Temperaturen teils sogar 8 bis 9 Grad über dem Mittel, dabei wurden Tageshöchstwerte um 25 Grad erreicht.

Temperaturabweichungen am 3.10.2020 (zum Vergrößern auf das Bild klicken),

Zweigeteilt

In Summe war der Monat bislang besonders auf den Bergen im Westen deutlich zu kühl, hier liegen die Abweichungen um -3 K zum klimatologischen Mittel und auch in den Tälern war es 1 bis 2 Grad kühler als üblich. Im Osten lagen die Temperaturen in Summe dagegen knapp über dem Mittel, so liegen die Abweichungen zwischen +0.5 und +1.5 K. In Summe war der Monat in Österreich bislang also leicht zu kühl mit etwa -0.5 K zum Mittel.

Temperaturabweichungen vom 1. bis 16.10.2020 (zum Vergrößern auf das Bild klicken),

Kommende Woche sind allerdings besonders auf den Bergen deutlich überdurchschnittliche Temperaturen in Sicht, somit wird die letzte Woche entscheiden, ob der Monat am Ende zu kühl oder zu mild abschließen wird.

Temperaturtrend am Gaisberg. © ECMWF

Viel Regen im Süden und Osten

Bereits jetzt steht fest, dass der Oktober im Osten Österreichs ungewöhnlich nass abschließen wird. Das Monatssoll wurde hier schon deutlich überschritten, mancherorts ist in der ersten Oktoberhälfte sogar dreimal soviel Regen gefallen, wie im klimatologischen Mittel im gesamten Monat zu erwarten ist! Auch im Süden wurde das Soll bereits übertroffen, von Vorarlberg bis Oberösterreich sind die Werte bis dato recht durchschnittlich.

Niederschlagsabweichungen vom 1. bis 16.10.2020.

Kommende Woche Wetterumstellung mit Temperaturanstieg

Schauer

Das Vb-Tief GISELA hat Mitte der Woche besonders von der Oberlausitz bis zum Erzgebirge sowie im östlichen Harzvorland für ergiebige Regenmengen von teils über 50 Liter pro Quadratmeter gesorgt. Mit einer nordöstlichen Strömung wurden zudem verbreitet kühle Luftmassen  aus Skandinavien herangeführt.

Die Temperaturen liegen derzeit meist unterhalb des langjährigen Mittels und auch am Wochenende ist noch keine nennenswerte Änderung in Sicht. So liegen die Höchstwerte am Samstag zwischen 7 Grad am Alpenrand bzw. im östlichen Mittelgebirge bei leichtem Regen und 13 Grad im Norden bei zeitweiligem Sonnenschein. Die meisten Sonnenstunden gibt es an der Nordsee. Am Sonntag fällt im Norden vorübergehend etwas Regen, ein paar Sonnenstunden gibt es einerseits im Ostseeumfeld, anderseits auch im Südwesten. Die Temperaturen erreichen 8 bis 14 Grad.

Südwestlage mit zweigeteiltem Wetter

Kommende Woche etabliert sich über dem Ostatlantik ein Tiefdruckgebiet und die Strömung in Deutschland dreht auf Südwest. Damit gelangen allmählich wieder milde Luftmassen subtropischen Ursprungs ins Land und die Temperaturen steigen besonders im Süden sowie in weiterer Folge auch im Osten deutlich an. Am Dienstag gibt es im Südwesten bereits Temperaturen bis zu 19 Grad, etwas kühler bleibt es dagegen noch im Westen und Norden. Am Mittwoch sind im Breisgau und am Alpenrand sogar spätsommerliche Temperaturen zwischen 20 und 24 Grad in Sicht.

Ensemble-Prognose von Temperatur in der freien Atmosphäre und Niederschlag in Berlin. © ECMWF

Von der Eifel über Niedersachsen bis zur Nord- und Ostsee gestaltet sich das Wetter voraussichtlich wechselhaft mit zeitweiligem Regen, auch hier geht es mit den Temperaturen tendenziell bergauf.

Ensemble-Prognose von Temperatur in der freien Atmosphäre und Niederschlag in München. © ECMWF

Vor allem südlich der Mittelgebirge steigt allerdings in den kommenden Tagen in den prädestinierten Niederungen die Nebelwahrscheinlichkeit an, das den freundlichen Eindruck mitunter dämpfen kann.

Italientiefs: Regen und Schnee in Österreich

Regen

Wenn kalte Luftmassen westlich der Alpen in den Mittelmeerraum vordringen, sind die Bedingungen für die Entstehung von Tiefdruckgebieten rund um dem Golf von Genua aufgrund der Position und Ausrichtung der Alpen besonders günstig. In Österreich kommt dabei meist eine südliche Höhenströmung auf, welche feuchte Mittelmeerluft zu den Alpen führt. Italientief ist aber nicht gleich Italientief, so können die Auswirkungen auf unser Wetter sehr unterschiedlich ausfallen.

Besondere Wetterlagen

Die meisten Italientiefs ziehen vergleichsweise schnell nach Osten oder Südosten ab und sorgen nur vorübergehend für kräftige Niederschläge im Süden Österreichs. Italientiefs stehen allerdings auch im Zusammenhang mit markanten Wetterlagen, welche gebietsweise mit großen Niederschlagsmengen verbunden sind:

  • Ergiebiger Südstau (v.a. Osttirol und Oberkärnten)
  • Gegenstromlage (generell die Alpen)
  • Vb-Tief bzw. „Fünf-b-Tief“ (v.a. Osten und Südosten)

Südstau

Nahezu ortsfeste Tiefdruckgebiete über dem westlichen Mittelmeerraum sorgen in Österreich für eine anhaltende Südströmung. Bevor die Luft auf die Alpen prallt, nimmt sie über dem Mittelmeer viel Feuchtigkeit auf und wird in weiterer Folge in den Südalpen wie ein Schwamm ausgepresst. In Österreich sind davon Osttirol und Oberkärnten besonders stark betroffen.  Je nach Ausrichtung und Stärke der Höhenströmung gibt es dabei die größten Niederschlagsmengen in der Regel im Gail- und Lesachtal oder am Loibl in den Karawanken. Erst Ende August gab es etwa am Nassfeld in Kärnten rund 300 mm Regen in nur zwei Tagen.

Solange keine kühle Luft aus NW eintrifft, weht in den Nordalpen Föhn.

Im Winterhalbjahr kann die Schneefallgrenze bei solchen Lagen selbst bei einer relativ hohen Nullgradgrenze um 2000 m Höhe bis in manche Tallagen absinken: Die Schmelzwärme des Schnees, die der Umgebung entzogen wird, sorgt nämlich in engen Tälern für eine Abkühlung der Luft bis auf 0 Grad. Weitere Hintergründe zum Thema Niederschlagskühlung haben wir kürzlich hier zusammengefasst.

Gegenstromlage

Bei vielen Südstaulagen weht in den Nordalpen gleichzeitig Föhn. Wenn das dazugehörige Höhentief allerdings nahezu ortsfest knapp westlich von Österreich zu liegen kommt, sickert an der Alpennordseite aus Nordwesten kühle Luft ein, die den Föhn abheben lässt. Die südliche Strömung im Kammniveau sinkt dann an der Alpennordseite nicht mehr ab, sondern gleitet über die kühle Luft in tiefen Schichten auf. Der Niederschlag kann aus Süden also auch auf die Alpennordseite übergreifen. Meteorologen sprechen dann von einer Gegenstromlage, da in den Tälern der Nordalpen eine schwache nördliche Strömung aufkommt, während in der Höhe starker Südwind weht. Bei diesen Wetterlagen kann die Schneefallgrenze je nach Niederschlagsintensität dank der Niederschlagsabkühlung bis in manche Täler der Nordalpen absinken, so ist diese Wetterlage meist auch für den ersten Schnee der Saison etwa am Brenner oder im Pinz- und Pongau verantwortlich.

Eine Gegenstromlage sorgt auch in den Nordalpen für Regen bzw. Schneefall.

Vb-Tief

Wenn Italientiefs sich ost- bis nordostwärts über die Adria in Richtung Ungarn und schließlich Polen verlagern, bestehen auch im Osten Österreichs die größten Chancen auf kräftigen Regen bzw. Schneefall. Bei solch einer Zugbahn des Tiefkerns sprechen Meteorologen auch von einem Vb-Tief („Fünf-b-Tief“).

Vb-Tief
Bereits vor über 100 Jahren hat Van Bebber die häufigsten Tief-Zugbahnen analysiert.

Auch bei dieser Wetterlage gleiten feuchte Luftmassen auf der kühlen Luft in tiefen Schichten auf, aufgrund der Zugbahn des Tiefs sind die größten Niederschlagsmengen aber im Osten und Südosten Österreichs zu erwarten. Erst zur Wochenmitte hat etwa das Vb-Tief GISELA im Nordosten Österreichs für kräftigen Regen gesorgt und auch aktuell sorgt das nachfolgende Tief FOELKE auf einer ähnlichen Zugbahn in abgeschwächter Form für anhaltenden Regen im Osten des Landes. Diese Wetterlage ist relativ selten, im Winter kann sie aber zu markanten Wintereinbrüchen führen.

Tief GISELA hat im Osten am Dienstag und Mittwoch viel Regen gebracht. (Karte: FU Berlin)
Regenmengen durch Tief GISELA von Dienstag auf Mittwoch.

Titelbild © AdobeStock

Straßenverhältnisse im Herbst: 5 Herausforderungen für Autofahrer

Straße im Herbst

Die Umstellung von Sommerzeit auf Winterzeit findet zwar erst in drei Wochen statt, doch schon jetzt werden die Tage merklich kürzer. Der Pendelverkehr verlagert sich nun zunehmend in die Dämmerung. Mehrere Gefahrenquellen werden somit für Autofahrer zunehmend zum Thema:

  • Wildwechsel
  • Nebel
  • Eis
  • Laub
  • Sonnenblendung

Wildwechsel

Besonders jetzt im Herbst ist zur Dämmerung viel Wild unterwegs. Da Wildtiere oft auf bekannten Wegen die Verkehrsstraßen der Menschen passieren, warnen Hinweisschilder an besonders gefährlichen Stellen vor dem Wildwechsel. Mit angepasster Fahrgeschwindigkeit sowie besonderer Bremsbereitschaft kann die Gefahr von Zusammenstößen zwischen Autos und Wildtieren zumindest minimiert werden, nichtsdestotrotz gibt es Jahr für Jahr zahlreiche Unfälle, allein in Österreich kamen in der Saison 2018/19 mehr als 75.000 Wildtiere durch eine Kollision mit einem Fahrzeug zu Schaden. Wenn Wild unmittelbar vor dem Auto über die Straße läuft, sollte man versuchen nur zu Bremsen und nicht zu lenken, da man sonst riskiert von der Straße abzukommen (was meist noch gefährlich ist).

Gefahr von Wildwechsel auf den Straßen.
Gefahr von Wildwechsel auf den Straßen. © pixabay.com

Nebel

In den kommenden Wochen nimmt die Nebelanfälligkeit kontinuierlich zu. Bekannte Nebelregionen sind beispielsweise der Bodenseeraum, der Donauraum, das Klagenfurter Becken und das Schweizer Mittelland. Die Sichtweite kann dabei drastisch abnehmen, besonders auf Schnellstraßen muss man also stets einen ausreichenden Sicherheitsabstand halten!

Raureif und Nebel
Reif und Nebel im Herbst. © Adobe Stock

Frost

Frost ist ein Wetterparameter, der erst zum Ende des Herbstes wirklich verbreitet auftritt, in Tal- und Beckenlagen kann es aber bereits jetzt Bodenfrost geben. Besonders auf Brücken kann es dann in den Nächten nach Durchzug einer Wetterfront glatt werden und in klaren Nächten kann sich Reif bilden. Dies ist besonders gefährlich, wenn man im Herbst noch mit Sommerreifen unterwegs ist, daher empfiehlt es sich bereits jetzt auf Winterreifen umzusteigen.

Rutschiges Laub

Herabfallendes Laub ist vor allem im Oktober und November ein Problem. Gerade nach windigen Tagen sowie kalten Nächten präsentieren sich viele Straßen übersät von bunten Blättern. In Kombination mit Regen oder Tau wirkt das nasse Laub wie ein natürliches Schmiermittel. Ein rechtzeitige Abnahme der Fahrgeschwindigkeit schafft Abhilfe. Allgemein bleiben die Straßen nach einem Frontdurchgang in dieser Jahreszeit immer länger feucht, da die Sonne kaum noch Kraft und Zeit hat, um den Boden zu erwärmen. Spätesten wenn der Winterdienst unterwegs ist, muss man häufiger die Scheiben putzen, man sollte also stets ausreichend Scheibenwaschflüssigkeit haben.

Laub auf den Straßen im Herbst.
Laub auf den Straßen im Herbst. © Adobe Stock

Sonnenblendung

Die Sonne geht immer später auf und immer früher unter, dadurch kann es am Weg zur Arbeit häufiger passieren, dass man beim Autofahren an manchen Stellen direkt in die Sonne schaut. Dies wirkt sich negativ auf die Sichtweite aus, im Extremfall kann sie sogar schlechter als bei Nebel sein! Selbst die Sonnenblende hilft manchmal nicht, sondern nur eine Verminderung der Fahrgeschwindigkeit.

Titelbild © Adobe Stock

Tornado bei Venedig

Am Donnerstag in der Früh gab es in der Lagune von Venedig im Zuge eines Gewitters einen Tornado.

Satellitenbild von Donnerstagfrüh mit Blitzentladungen

Der Tornado entstand über der noch relativ warmen Adria, war also zunächst eine Wasserhose. Die Wasserhose zog dann über das Land und brachte ein paar größere Schäden. In diesem Video erkennt man gut die Zugbahn des Tornados:

Hier ein Video über die entstandenen Schäden:

Regen und Schnee in Österreich

Das Italientief steuert auch wieder feuchte Luft nach Österreich. Im Süden des Landes regnet es schon seit ein paar Stunden und der Niederschlag breitet sich über Nacht nach Norden aus. Auch Schnee ist in höheren Tallagen wieder ein Thema, so schneit es derzeit in Kärnten stellenweise bis auf 600 m. Wie z.B. hier in Bad Bleiberg:

Schneefall in Bad Bleiberg (https://badbleiberg.it-wms.com/)

Am Freitag zieht ein Randtief von FÖLKE über den Osten von Österreich  in die Slowakei. Somit dreht die Strömung von Süd auf Nord und besonders entlang der Alpennordseite und im Osten regnet es wieder verbreitet. Die Schneefallgrenze pendelt dabei zwischen 1000 und 1200 m. Am Wochenende lässt der Tiefdruckeinfluss dann langsam nach, am freundlichsten wird es leebedingt im Süden von Österreich.

Titelbild Quelle: imago stock&people

Oktober zeigt uns die nass-kalte Schulter

 

Satellitenbild vom 14.10.2020, 11:20 Uhr mit Tief GISELA über Polen und den zwei wettertechnisch höchst unterschiedlichen Regionen in Österreich @ UBIMET

Seit mehr als 30 Stunden regnet es inzwischen ohne Unterbrechung in Wien, das kommt nicht allzu häufig vor. Ein typischer Landregen also. Interessant ist dabei auch die Verteilung der Niederschlagsmengen im Stadtgebiet. Sieht man mal von den 9 l/m² in Stammersdorf ab, welche verdächtig falsch erscheinen, so ergibt sich ein schöner Unterschied zwischen dem Südosten und dem Nordwesten. Während also von Oberlaa über Schwechat bis Groß-Enzersdorf 15-20 l/m² innerhalb von 24 Stunden gefallen sind, hat es im Wienerwald über 50 l/m² geregnet und in weiten Teilen des Zentrums 30 bis 40 l/m². Ursache hierfür ist die Orographie.

Gemessene Regenmengen über 24 Stunden bis Donnerstag, 10 Uhr @ UBIMET

 

Im Süden, aber gerade auch im Osten von Österreich hat es damit schon äußerst viel in dieser ersten Oktoberhälfte geregnet. Vom Weinviertel bis ins Mittelburgenland ist bereits jetzt die zwei- bis dreifache Menge an Regen eines durchschnittlichen Oktobers gefallen:

Anteil des bis zum 14.10.2020 gefallenen Niederchlags am klimatologischen Monatsniederschlag vom Oktober @ UBIMET

 

Am Donnerstag folgt schon das nächste Tief namens FOELKE von Italien her. Folglich verdichten sich aus Süden neuerlich die Wolken und im Tagesverlauf breitet sich Regen auf weite Teile Österreichs aus. Am Freitag bleibt es meist grau und nass, nur im Süden klingt der Regen ab. Die Temperaturen bleiben auf einem bescheidenen Niveau, mehr als 3 bis 13 Grad gibt es nicht. Normalerweise belaufen sich die Höchstwerte jetzt zur Mitte des Monats in den Landeshauptstädten auf 15 oder 16 Grad, der nachfolgenden Tabelle kann man die folglich zu erwartende Abweichung bei den Höchsttemperaturen am Freitag entnehmen:

Stadt Höchstwert am Freitag Höchstwert an einem 16. Oktober im langjährigen Mittel (1981 – 2020) Abweichung
Wien 8 Grad 15 Grad -7 Grad
St. Pölten 8 Grad 15 Grad -7 Grad
Eisenstadt 9 Grad 16 Grad -7 Grad
Linz 9 Grad 15 Grad -6 Grad
Graz 11 Grad 16 Grad -5 Grad
Klagenfurt 10 Grad 15 Grad -5 Grad
Salzburg 9 Grad 16 Grad -7 Grad
Innsbruck 9 Grad 16 Grad -7 Grad
Bregenz 9 Grad 15 Grad -6 Grad

 

Noch hält der Oktober bei einem knappen Plus, die milden ersten Tage des Monats machen sich hier noch bemerkbar. Die aktuelle Temperaturabweichung von +0,2 Grad wird sich aber in den nächsten Tagen ins Minus kehren.

 

Am Wochenende wenig Änderung

Auch das Wochenende steht im Zeichen von tiefem Luftdruck, das Tief verlagert sich im Vergleich zum Donnerstag von Italien Richtung Ungarn. Die Folge: Weiterhin viele Wolken, berechtigte Hoffnungen auf zeitweiligen Sonnenschein darf sich der Südwesten machen. Auch Regen bleibt ein Thema, in erster Linie an der Alpennordseite.

Licht am Ende des Tunnels

Die Großwetterlage dürfte sich nach derzeitigem Stand erst zu Beginn der kommenden Woche grundlegend umstellen. Ein kräftiges Tief platziert sich dann über dem Ostatlantik, der Alpenraum gerät demzufolge an dessen Vorderseite in eine zunehmend föhnige Südwestströmung. Die Temperaturen nähern sich zumindest wieder den jahreszeitlichen Normalwerten, mit Föhnunterstützung sind an der Alpennordseite im Laufe der Woche sogar noch einmal rund 20 Grad möglich.

 

Titelbild: Webcambild Wien @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien/

Tief GISELA bringt Sturmböen, Starkregen und Sturmflut im Nordosten

Sturmflut in Deutschland - pixabay.com / Wickedgood

Derzeit befindet sich Tief GISELA noch zwischen Süditalien und Griechenland. Am Dienstag verlagert sich das Tief aber rasch nach Norden und kommt dann am Mittwoch unter Verstärkung über Südpolen zum liegen. Hier eine Animation der Zugbahn des Tiefs bis Donnerstagmittag (auf das Bild klicken um die Animation zu starten):

Zugbahn des Tiefs GISELA von Montagabend bis Donnerstagmittag (auf dem Bild klicken um die Animation zu starten) - ECMWF, UBIMET
Zugbahn des Tiefs GISELA von Montagabend bis Donnerstagmittag (auf das Bild klicken um die Animation zu starten) – ECMWF, UBIMET

Starkregen im Osten

Das Frontensystem des Tiefs erfasst somit am Mittwoch den Osten des Landes. Der Niederschlagsschwerpunkt liegt dabei aus heutiger Sicht von Vorpommern über Brandenburg und Berlin bis nach Sachsen: Hier sind verbreitet 20 bis 40 l/m² binnen 24 Stunden zu erwarten. Vor allem im Bereich des Erzgebirges sind aber lokal bis zu 50 l/m² durchaus möglich.

Prognose der akkumulierten Niederschlagsmengen für den Mittwoch - UBIMET
Prognose der akkumulierten Niederschlagsmengen für den Mittwoch – UBIMET

Teils schwere Sturmböen im Nordosten

Die prognostizierte Zugbahn des Tiefs sorgt am Mittwoch zudem für eine Intensivierung der Druckgegensätze zwischen GISELA und einem kräftigen Hochdruckgebiet über der Nordatlantik. Somit sind in der Nordhälfte des Landes am Mittwoch teils stürmische Böen zwischen 60 und 80 km/h einzuplanen. Im Bereich der Ostsee und vor allem rund um Rügen sind lokal auch teils schwere Sturmböen von bis zu 100 km/h aus Nordost möglich!

Prognose der maximalen Windböen für den Mittwoch - UBIMET
Prognose der maximalen Windböen für den Mittwoch – UBIMET

Sturmflut an der Ostsee

Neben Starkregen und Sturmböen ist am Mittwoch und Donnerstag auch eine nennenswerte Sturmflut für die Ostsee in Sicht. Durch die anhaltende, starke Nordostströmung über der Ostsee wird viel Wasser an die deutschen Küste gedrückt. Laut Vorhersagen des BSH (Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie) werden die Pegelstände vor allem im äußersten Nordosten auf 100 bis 130 cm über dem mittleren Wasserstand steigen, was lokal (z.B. in Greifswald) für eine „mittlere Sturmflut“ reicht. Noch dazu sind verbreitet Wellen von 4 bis 6 m in Sicht.

Wasserstandsvorhersage östlich der Insel Rügen - BSH https://www.bsh.de/DE/DATEN/Wasserstand_Ostsee/wasserstand_ostsee_node.html
Wasserstandsvorhersage östlich der Insel Rügen – BSH https://www.bsh.de/DE/DATEN/Wasserstand_Ostsee/wasserstand_ostsee_node.html
Wasserstandsvorhersage westlich der Insel Rügen - BSH https://www.bsh.de/DE/DATEN/Wasserstand_Ostsee/wasserstand_ostsee_node.html
Wasserstandsvorhersage westlich der Insel Rügen – BSH https://www.bsh.de/DE/DATEN/Wasserstand_Ostsee/wasserstand_ostsee_node.html

 

Titelbild: Sturmflut in Deutschland – pixabay.com / Wickedgood

Auf Regen folgt noch mehr Regen

Am Sonntag zog ein Tief von Italien über Ostösterreich nach Norden und sorgte im Süden und Osten für reichlich Niederschlag. Lokal kamen in nur wenigen Stunden über 50 l/m² zusammen.

Die Kombination aus starkem Niederschlag und kühler Luft drückte die Schneefallgrenze stellenweise auf 600 bis 400 m hinunter. Richtig winterlich wurde es für ein paar Stunden auf den Passstraßen von Kärnten bis Niederösterreich.

Tief GISELA sorgt für neuen Regen

Derzeit liegt Tief GISELA noch über dem Süden von Italien, wandert aber über Nacht nach Griechenland und Bulgarien. Von dort verlagert sich das Tief am Dienstag weiter über Ungarn nach Südpolen und führt sehr feuchte Mittelmeerluft nach Mitteleuropa. Somit setzt am Dienstag von Osten her wieder Regen ein, der besonders in Niederösterreich und Wien  wieder ergiebig ausfällt.


Besonders in den niederösterreichischen Voralpen sowie im Norden des Wein- und Waldviertels kommen bis Mittwochmittag 30-50 l/m² zusammen. Dabei schwankt die Schneefallgrenze meist zwischen 700 und 1000 m, oberhalb kommen wieder einige Zentimeter Neuschnee hinzu.

Geht unbeständig weiter

Am Mittwochnachmittag schwächt sich das Tief über Polen merklich ab und somit geht auch der kräftige Regen zu Ende. Nach einer kurzen Pause nähert sich im Laufe des Donnerstags wieder ein Italientief dem Ostalpenraum an. Ob dieses Tief aber neuerlich für größere Regenmengen sorgt, bleibt noch abzuwarten. Sicher ist aber, dass es in dieser Woche zu kühl und trüb weiter geht.

Bild von Cornell Frühauf auf Pixabay

Der Herbst macht ernst: Temperatursturz von bis zu 16 Grad in 24 Stunden

Webcambild aus Bad Eisenkappel (Kärnten) - https://www.bad-eisenkappel.info/sonstiges/webcams/hauptplatz-bad-eisenkappel.html

Viel Regen ist heute vor allem im Süden zusammengekommen. Dabei ist die Schneefallgrenze mit einfließender Kaltluft aus Norden allmählich auf 900 bis 600 m abgesunken (mehr Infos hier: Viel Regen und Schnee im Süden und Osten).

Bemerkenswert war aber auch der Temperatursturz am Wochenende. Im Osten und Süden wurden am gestrigen Samstag noch frühherbstliche 16 bis 21 Grad erreicht. Am heutigen Sonntag lagen die Höchstwerte nur noch zwischen 4 und 13 Grad! Auf das folgende Bild klicken, um die Animation zu starten:

Vergleich der Temperaturmaxima zwischen Samstag 10.10. und Sonntag 11.10. - UBIMET
Vergleich der Temperaturmaxima zwischen Samstag 10.10. und Sonntag 11.10. (zum Vergrößern und Animieren klicken) – UBIMET

Noch spannender ist aber der 24-stündige Temperaturrückgang zwischen 16 Uhr am Samstag und 16 Uhr am Sonntag in Kärnten:

Ort Samstag 16 Uhr Sonntag 16 Uhr Differenz
Bad Eisenkappel +17.0°C +0.6°C -16.4°C
Villach – Süd +18.8°C +2.6°C -16.2°C
Ferlach +18.0°C +2.1°C -15.9°C
Villach – Stadt +18.8°C +3.2°C -15.6°C
Arriach +15.0°C +0.1°C -14.9°C

 

Titelbild: Webcambild aus Bad Eisenkappel (Kärnten) – https://www.bad-eisenkappel.info/sonstiges/webcams/hauptplatz-bad-eisenkappel.html

Viel Regen und Schnee im Süden und Osten

In den vergangenen Stunden regnete es von Tirol über Salzburg bis nach Kärnten verbreitet, dabei lag der Schwerpunkt im Süden von Osttirol und Oberkärnten.

Die Schneefallgrenze pendelte dabei meist zwischen 1100 und 1400 m, viel Neuschnee gab es dabei mit bis zu 40 cm von den Lienzer Dolomiten bis zu den Hohen Tauern.

Schnee bis auf 900 m in Kärnten

Am Nachmittag verlagert sich der Niederschlagsschwerpunkt langsam ostwärts und liegt in Unterkärnten un dem Westen der Steiermark. Durch den starken regen sinkt die Schneefallgrenze teilweise bis auf 900 m. So fallen dicke Flocken etwa in Bad Bleiberg oder Arriach.

Webcam oberhalb von Arriach
Am Loiblpass gibt es schon eine Schneefahrbahn

In der Nacht starker Regen und Schneefall im Osten

In der Nacht auf Montag sorgt dann das nach Norden ziehende Randtief von der südlichen Steiermark und dem Burgenland über den Wechsel bis ins Weinviertel für ergiebigen Regen von rund 30 l/m² in nur wenigen Stunden.

Niederschlagsprognose bis Montagmittag

Dabei sinkt die Schneefallgrenze in Kärnten der Obersteiermark un in den Salzburger Gebirgsgauen teilweise bis auf 700 m ab. Somit kann es in der Nacht z.B. auch über den Semmering kurzzeitig winterlich werden. Am Montag selbst klingen Regen und Schneefall von Süden her dann bald ab.

Titelbild: badbleiberg.it-wms.com/Titelbild:

Schnee im Oktober

Ob ruhiges Herbstwetter, Föhnstürme oder auch Wintereinbrüche, im Oktober ist alles möglich. So ist es auch wenig verwunderlich, dass der Oktober vielerorts die ersten Nächte mit Luft- und Bodenfrost bringt. In Mittelgebirgslagen oberhalb von 1.000 bis 1.300 Meter bringt der Oktober zudem häufig eine erste dünne Schneedecke. Selten kann es sogar schon vorkommen, dass selbst in tiefen Lagen erster Schnee fällt.

Schneehäufigkeit im Oktober

Die Häufigkeit von Schneefall im Oktober hängt stark von der Seehöhe ab. Am Arlberg gibt es fast jedes Jahr eine dünne Schneedecke im Oktober, aber auch im Außerfern, im Lungau oder in Mariazell kommt das statistisch gesehen immerhin alle zwei Jahre vor. In den größeren Tälern wie dem Unterinntal oder dem Murtal gibt es eine dünne Schneedecke dagegen nur alle 5 bis 10 Jahre. Entlang der Donau ist Schnee im Oktober hingegen ein äußerst ungewöhnliches Ereignis und kommt etwa nur alle 50 Jahre vor.

Markante Ereignisse

Allein in den letzten 15 Jahren gab es mehrmals heftige Wintereinbrüche im Oktober. So fielen beispielsweise am 14. Oktober 2009 rund 30 cm Neuschnee in Seefeld, 20 cm in Turnau und 10 cm in Mariazell. Noch heftiger verlief der Wintereinbruch am 10. Oktober 2013 im Westen Österreichs, als in Seefeld und Patsch bis zu 50 cm Neuschnee fielen und es selbst in Innsbruck etwa 15 cm Nassschnee gab.

In Wien wurde im Oktober bislang zweimal eine Schneedecke gemessen: am 30.10.1940 sowie am 24.10.2003. Eine unterbrochene, dünne Schneedecke gab es in den westlichen Randbezirken aber auch am 28.10.2012.

Bild von Free-Photos auf Pixabay

USA: Hurrikan DELTA ist auf Land getroffen

DELTA ist als Hurrikan der Kategorie 2 auf Louisiana getroffen, zunehmende Scherung und kühlere Wassertemperaturen haben vor dem Landgang noch zu einer Abschwächung des gesamten Systems geführt. Dennoch kam es zu Böen bis zu 160 km/h und verbreitet zu Niederschlagsmengen von 350 bis 400 l/m². Zu den daraus resultierenden Überschwemmungen gesellte sich eine bis zu 3 m hohe Sturmflut. Die Region ist relativ dünn besiedelt. Dennoch wurden aus dem Südwesten von Texas über Louisiana bis in den Südwesten von Mississippi fast eine halbe Million Stromausfälle gemeldet.

 

 

Schwarze Bora zur 52. Barcolana im Golf von Triest

Segelwetter

Jährlich am zweiten Sonntag im Oktober findet in Triest die Barcolana statt. Es handelt sich um die größte Segelregatta weltweit: Zum 50-jährigen Jubiläum wurde im Jahr 2018 mit 2.689 Teilnehmerbooten sogar ein neuer Rekord aufgestellt und die Barcolana wurde im „Guinness Buch der Rekorde“ als größte Segelregatta der Welt aufgenommen. Die Teilnehmer werden je nach Bootsgröße in unterschiedliche Kategorien aufgeteilt, sowohl Profis als auch Hobby-Segler starten allerdings gleichzeitig. Erstmals fand der Wettbewerb im Jahr 1969 statt. Heuer haben sich bislang knapp über 1.400 Boote  angemeldet, also etwas weniger als sonst, was in erster Linie mit der Corona-Situation sowie dem prognostizierten Wetter zusammenhängt.

UPDATE Sonntag, 8 Uhr: Die Regatta wird aufgrund der Witterung kurzfristig abgesagt.Segelboote

Die zu bewältigende Strecke am Sonntag (zum Vergrößern auf das Bild klicken).

Nasskalt und stürmisch

Zur Barcolana präsentiert sich das Wetter heuer von seiner nasskalten und zunehmend stürmischen Seite. Ein Tief über Norditalien sorgt nämlich für dichte Wolken und teils kräftigen Regen, dazu kommt in den Morgen- und Vormittagsstunden zunehmend stürmische Bora auf. Für viele Teilnehmer dürfte der Wind durchaus problematisch ausfallen, so muss man zum Ende der Regatta sogar mit mittleren Windgeschwindigkeiten um 20 kt und Sturmböen um 40 kt (ca 75 km/h) rechnen. Am Nachmittag legt der Wind noch etwas zu, dann sind auch schwere Sturmböen zu erwarten. Die Temperaturen liegen am Vormittag bei knapp 14 Grad und gehen im Tagesverlauf weiter zurück, am Abend gibt es nur noch 10 Grad. Die Regatta wird in der Regel als Livestream im Internet übertragen.

Am Sonntag kommt stürmische Bora im Golf von Triest auf. © ECMWF

Schwarze Bora

Der bekannteste Wind in Triest ist die Bora. Es handelt sich dabei um einen kalten, böigen Wind aus nordöstlicher Richtung, der je nach Wetterlage an der Adriaküste zwischen Triest, Kroatien und Montenegro auftritt. Besonders im Winter ist er meist schneidend kalt und erreicht in Böen sogar Orkanstärke. Die Bora wird anhand ihres Auftretens in zwei Typen klassifiziert: Die „dunkle“ bzw. „schwarze Bora“ (Bora scura) wird durch ein Tief über dem Mittelmeerraum ausgelöst und wird von Regen oder manchmal auch Schnee begleitet, die „helle“ bzw. „weiße Bora“ (Bora chiara) wird dagegen in erster Linie durch ein markantes Hoch über Osteuropa hervorgerufen und tritt bei meist wolkenlosen Bedingungen auf. Die Barcolana hatte bereits mehrmals mit der Bora zu kämpfen, wie beispielsweise auch im Jahr 2000, als zahlreiche Teilnehmer nicht das Ziel erreichen konnten. Durchschnittlich kam es im Zeitraum von 1994 bis 2018 in 42% der Fälle zu Bora, während bei etwa jeder vierten Regatta nahezu Windstille herrschte. Heuer steht also mal wieder schwarze Bora an, vergangenes Jahr musste die Regatta dagegen verkürzt werden, da nahezu Windstille herrschte, siehe auch hier.


Temperatursturz, nachfolgend kühl

Herbstliche Landschaft im Berchtesgadener Land knapp hinter der Grenze @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/vorderloiplsau/

Auf dem Satellitenbild von 10:45 Uhr ist die Kaltfront des Tiefs ESTHER schön über Deutschland zu erkennen, auch in Vorarlberg und im Außerfern regnet es schon. Sonst scheint noch gebietsweise die Sonne, die Schleierwolken im Osten werden allmählich dünner. Im Tagesverlauf kommt die Front weiter voran, Wolken und Regen kommen nahezu überall auf.

Satellitenbild vom Samstag, 10:45 Uhr @ EUMETSAT, UBIMET

Im Süden und Südosten sind heute nochmal bis zu 21 Grad zu erwarten, morgen hingegen sind hier Dauerregen und teils auch Schnee ein Thema. Die Temperaturen liegen dann zur Mittagszeit um mehr als 10 Grad niedriger als noch heute:

Differenz der Mittagstemperatur vom Sonntag gegenüber Samstag @ ECMWF, UBIMET

In der neuen Woche liegen die Tageshöchstwerte im Schnitt häufig um 10 Grad. Das ist nicht nur kälter als zuletzt, sondern auch kälter als für diese Jahreszeit üblich – gemäß Klimamittel von 1981 bis 2010 liegen die Höchstwerte an einem 12.10. zwischen 15 und 17 Grad:

Übliche Höchstwerte für einen 12.10. @ UBIMET

 

Titelbild @ https://stock.adobe.com/

Regen und Schnee am Wochenende

Am gestrigen Donnerstag haben wir bereits ausführlich über die sich anbahnende Umstellung der Wetterlage berichtet, siehe hier. An den Prognosen hat sich derweil nicht allzu viel geändert: Während der Süden und Osten am Samstag noch einmal Sonne und bis zu 21 Grad sehen, kommt von Nordwesten her die Kaltfront mit schauerartigem Regen auf. In der Nacht verstärkt sich der Regen zudem im Süden und mit der einfließenden Kaltluft sinkt die Schneefallgrenze generell bis auf 1000 bis 800 m. Am Sonntag regnet und schneit es im Süden zeitweise kräftig, durch die so genannte Niederschlagskühlung kann es in manchen Tälern jedoch auch deutlich tiefer als 800 m schneien. Speziell im Bereich der Tauern und in Kärnten kann die Schneefallgrenze zeitweise gegen 500 m absinken, somit kann es vorübergehend auch in den Tälern Oberkärntens und der Karawanken eine dünne Schneedecke geben.

Regen und Schnee

Nachfolgend sieht man zunächst die reine prognostizierte Niederschlagsmenge für das gesamte Ereignis bis Montagmorgen, sie umfasst also sowohl Regen, als auch Schnee. Insbesondere vom Brenner bis ins Mariazellerland und zur Koralpe deuten sich also markante Mengen über 30 l/m² an, im typischen Südstau von den Karnischen Alpen und Karawanken bis zu den Hohen Tauern werden es auch über 50 l/m²:

Prognose der aufsummierten Niederschlagsmenge von Samstagmorgen bis Montagmorgen @ UBIMET

Durch die sinkende Schneefallgrenze wird jedoch nur ein Teil davon in den Bächen und Flüssen bzw. in den tiefsten Lagen landen, im Bergland bleibt ein Großteil des Wassers als Schnee gebunden. Nachfolgend dazu die Prognose der aufsummierten Neuschneemenge:

Prognose der aufsummierten Neuschneemenge von Samstagabend bis Montagmorgen @ UBIMET

Niederschlagsabkühlung

Man erkennt: In einigen Tälern besonders im Süden wird kein Neuschnee simuliert, weil die Temperaturen in den tiefen Höhenlagen laut Modellberechnungen zu warm für eine Schneeakkumulation sind. Dennoch kann es auch hier am Sonntag mancherorts bis runter schneien und vorübergehend sogar eine geringe Akkumulation geben: Entscheidend für das markante Absinken der Schneefallgrenze ist die sog. Niederschlagskühlung. Bei diesem Prozess wird die Luft vor Ort durch das Schmelzen der Schneeflocken nach und nach auf 0 Grad abgekühlt. Entscheidend dafür sind folgende Faktoren:

  • Anhaltende und starke Niederschläge (als Faustregel mind. 2 mm pro Stunde)
  • Windschwache Verhältnisse, damit der Wind die gekühlte Luft nicht mit der ursprünglich milderen Luftmasse vermischt
  • Enge Tallagen, da hier wesentlich weniger Luft abgekühlt werden muss als beispielsweise über der gleichen Grundfläche im Flachland. Je enger das Tal, desto effektiver die Niederschlagsabkühlung!

Wenn der Niederschlag lange genug anhält, sinkt die Temperatur in den Tälern proportional zur Niederschlagsintensität gegen 0 Grad ab und gleichzeitig geht der Regen auch am Talboden in reinen Schneefall über. Ab diesem Moment ist keine weitere Abkühlung mehr möglich und die Temperatur bleibt konstant bei 0 Grad oder ganz knapp darüber, bis der Niederschlag wieder nachlässt. Meteorologen sprechen bei solchen Lagen auch von isothermen Schneefall, da die Temperatur vom Talniveau manchmal sogar bis in Höhenlagen um 2000 m konstant bei 0 Grad liegt (was oft einem Höhenunterschied von mehr als 1000 Metern entspricht!).

Titelbild © https://www.gasteinertal.com/webcam/golf.html

Wetter am Wochenende: Tief ESTHER bringt in den Alpen Kaltlufteinbruch

Schneefall

Schwacher Hochdruckeinfluss sorgt derzeit für ruhiges Herbstwetter in Österreich, dabei steigen die Temperaturen am Freitag bei zeitweiligem Sonnenschein auf bis zu 22 Grad. Im Tagesverlauf ziehen besonders im Westen ausgedehnte, hochliegende Wolken auf, es bleibt aber überall trocken.

Am Freitag gibt es nochmals milde Höchstwerte bis 22 Grad.

Bereits am Samstag nimmt der Tiefdruckeinfluss jedoch wieder zu, so greift im Tagesverlauf die Kaltfront eines Nordseetiefs namens ESTHER auf den Alpenraum über. Mit dem Vorstoß der kalten Luftmassen in den Mittelmeerraum bildet sich am Samstagabend ein Tief über Oberitalien. Am Sonntag gelangen sehr feuchte Luftmassen ins Land und die Schneefallgrenze sinkt im Bereich der Tauern und in Kärnten bis in manche Tallagen.

Bodenwetterkarte für Freitag. © FU Berlin / DWD

Am Samstag zweigeteilt

Der Samstag startet im Großteil des Landes noch mit einem Mix aus Sonne, ausgedehnten Wolken und lokalen Nebelfeldern. In Vorarlberg ziehen dagegen schon in der Früh dichte Wolken und Regenschauer einer Kaltfront auf. Im weiteren Verlauf kommt die Front nach Osten voran und erfasst bis zum Nachmittag auch Tirol, Salzburg und Oberösterreich. Am längsten sonnig bleibt es im Südosten, zum Abend hin nimmt die Schauerneigung dann auch hier zu. Die Schneefallgrenze sinkt in den Nordalpen bereits gegen 1300 m ab, die Höchstwerte liegen zwischen 9 Grad im Bregenzerwald und 21 Grad im Südosten.

Im Westen kühlt es bereits am Samstag spürbar ab.

Regen und Schnee am Sonntag

Am Sonntag regnet es besonders in Kärnten, Salzburg und der Steiermark von der Früh weg häufig und zeitweise kräftig. Schnee fällt zunächst oberhalb von 800 bis 1100 m, im Tagesverlauf schneit es besonders im Bereich der Tauern und in Kärnten zeitweise bis in manche Täler. Selbst in Lagen um 500 m ist in Kärnten vorübergehend Schneeregen möglich. Ein paar Zentimeter Nassschnee sind vor allem in den Karawanken sowie generell im zentralen und südlichen Bergland in Lagen ab etwa 800 m aufwärts zu erwarten.

Neuschneeprognose von Samstagmittag bis Sonntagnacht. © UBIMET

Auch im Osten regnet es in der zweiten Tageshälfte wieder häufig, nur wenig Regen fällt dagegen in Vorarlberg sowie vom Inn- bis ins Obere Waldviertel. Die Temperaturen erreichen bei teils lebhaftem Nordwestwind maximal 3 bis 11 Grad. Von den Zillertaler Alpen über die Tauern bis zu den Gurktaler Alpen kommen oberhalb von knapp 2000 m rund 20 bis 30, in den Hochlagen der Steiner und Julischen Alpen sowie der Hohen Tauern teils auch über 40 cm Schnee zusammen.

Kühler Start in die neue Woche

Unter überwiegendem Tiefdruckeinfluss setzt sich der unbeständige Wettercharakter in Mitteleuropa kommende Woche fort und die Temperaturen verbleiben vorerst unterhalb des langjährigen Mittels. Der Montag verläuft bei einem Mix aus vielen Wolken und nur vereinzelten Schauern im Bergland aber überwiegend trocken.

Temperaturtrend in ca 1500 m Höhe und Niederschlagstrend für Wien. © ECMWF

Titelbild © N. Zimmermann

Hurrikan Delta bedroht Cancun und die USA

Der Sturm Delta entwickelte sich am Dienstag im karibischen Meer in rekordverdächtiger Geschwindigkeit von einem tropischen Tief zu einem Hurrikan der Kategorie 4. Auf seinem Weg nach Nordosten traf er zu Mittag auf die beliebte mexikanische Urlaubsmetropole Cancun auf der Halbinsel Yucatan. Beim Landgang hatte Delta noch die stärke eines Hurrikans der Stufe 2, dass bedeutet Windgeschwindigkeiten bis zu 170 km/h!

Zugbahn Richtung USA

Nach dem kurzen Landgang auf Yucatan gelangt Hurrikan Delta bald wieder in den Golf von Mexiko über 30 Grad warmes Meerwasser. Dadurch kann er sich nach den derzeitigen Prognosen wieder zu einem Hurrikan der Stufe 4 oder sogar 5 verstärken. Hier ein Video zur wahrscheinlichsten Zugbahn von Delta:

Am Freitag trifft Delta dann als äußerst gefährlicher Hurrikan der Stufe 3 oder 4 auf die Grenzregion zwischen Texas und Louisiana. Damit trifft es auf die gleiche Region, die Ende August schon durch Hurrikan Laura (Kategorie 4) verwüstet wurde. Dabei sind Windgeschwindigkeiten bis zu 200 km/h, eine meterhohe Flutwelle sowie enorme Regenmengen zu befürchten.

Ungewöhnliche Hurrikansaison

Delta ist bereits der 25. Tropensturm im Atlantik in dieser Saison und dazu auch nach Laura der stärkste. So spät im Jahr wurde in dieser Region noch kein Hurrikan mit solch einer Stärke registriert.

Im Durchschnitt gibt es 12 Hurrikans pro Saison, doch 2020 steuert auf einen Rekord zu. Bisher gab es nur im Jahr 2005 mit insgesamt 28 Tropenstürme noch mehr. Allerdings ist davon auszugehen, dass in den verbleibenden zwei Monaten dieser Rekord ins Wanken gerät.

Bild von David Mark auf Pixabay

Aktuelle Wetterlage

Ein Blick auf das Satellitenbild von heute Mittag gibt schon mal einen ersten Eindruck von der aktuellen Wetterlage. Das geschulte Auge erkennt dabei noch das Frontensystem, das uns am vergangen Samstag besonders im Osten des Landes mit Gewittern beeinträchtigt hat. Inzwischen liegt dieses über Osteuropa.

Satbild 14 Uhr, 06.10.2020 – Quelle: EUMETSAT

Über Westeuropa sickern hingegen derzeit kalte Luftmassen in den höheren Schichten ein, die dort heute für gewittrige Schauer sorgten. Zu erkennen ist dies an der zellularen Wolkenstruktur über den Britischen Inseln, Frankreich und Deutschland.

Zwischen den Fronten

… lag heute Österreich. Besonders der Osten bekam dabei einige Sonnenstunden ab,

Relative Sonnenscheindauer, 06.10.2020 – Quelle: UBIMET

… weshalb die Temperaturen im Osten auch wieder Werte über 20 Grad erreichten. Je weiter man nach Westen kam, umso dichter wurden die Wolken und auch die Temperaturen niedriger. Folgende Tabelle gibt die Maxima des heutigen Tages in den einzelnen Bundesländern wieder:

Temperaturmaxima, 06.10.2020

Unbeständige Nacht

In der Nacht werden die Wolken aber überall dichter. Eine über das Land ziehende Kaltfront bringt in weiterer Folge überall Schauer. Auch der Mittwoch verläuft landesweit unbeständig, besonders im Süden unter leichtem Föhneinfluss hingegen noch am beständigsten. Der Tiefdruckeinfluss lässt zum Abend hin aber wieder nach, die Kaltfront zieht nach Osten ab und von Westen greift ein Hochdruckgebiet ins Wettergeschehen ein.

Bodendruckkarte für 07.10.2020, 14 Uhr – Quelle: GFS

Die Tief über der Nordsee verliert an Einfluss, ein Hochdruckgebiet gewinnt von den Azoren aus an Oberhand über das Wettergeschehen in Österreich. Somit stehen ein überwiegend trockener und sonniger Donnerstag und Freitag bevor.

Tornado in Belgien

Bei der Bildung eines Tornados spielt vor allem die Windscherung am Boden eine wichtige Rolle. Dreht der Wind mit der Höhe und nimmt dabei noch zu, ist dies die beste Voraussetzung für rotierende Gewitter. Diese werden in der Meteorologie auch Mesozyklone genannt. Grund für die Entwicklung eines so starken Gewitter ist meist ein kräftiges Tiefdruckgebiet, weil hier die nötige Richtungsänderung des Windes am Boden vorhanden ist.

Das Tief BRIGITTE, welches uns schon seit einige Tagen beschäftigt, lieferte nun in Belgien die nötige Windscherung. So kam es gestern um etwa 17:30 nordöstlich von Antwerpen zu einem Tornado.

Hier ein paar Eindrücke:

 

Über größere Schäden wurde bisher noch nicht berichtet. Aufgrund der Entwicklung abseits von Städten oder größerer Infrastruktur sind dies aber auch nicht zu erwarten.

Für Anfang Oktober ein eher seltenes und imposantes Naturschauspiel.

Quelle Titelbild: https://twitter.com/KerkhofWouter

Die nassesten Regionen in Europa

Auto im Regen

Der mittlere Jahresniederschlag in den Landeshauptstädten Österreichs reicht von etwa 650 Litern pro Quadratmeter in Wien bis hin zu 1500 mm in Bregenz. In den klassischen Staulagen wie im Bregenzerwald oder im Salzkammergut regnet es aber deutlich mehr, so gibt es in Schröcken im Bregenzerwald sogar 2224 Liter pro Quadratmeter Niederschlag jährlich. Noch mehr Regen und Schnee fällt im Laufe eines Jahres nur auf den Bergen wie etwa in den Hohen Tauen, da Niederschlag mit den Höhe generell zunimmt.  Im Vergleich zu den nassesten Orten weltweit stellen das allerdings nur geringe Mengen dar, so fallen in den Tropen teils sogar mehr als 10.000 Liter pro Quadratmeter jährlich!

Mittlerer Jahresniederschlag in Österreich.

Nasseste Orte Europas

Allgemein gibt es in Europa einerseits an den atlantisch geprägten Westküsten von Nordwestspanien über Schottland bis nach Norwegen viel Jahresniederschlag, andererseits auch im Stau der großen Gebirgsketten nahe zum Mittelmeerraum wie die Alpen oder das Dinarische Gebirge.

Analyse vom mittleren Jahresniederschlag. Daten: EEA

Es gibt aber ein paar Orte, die besonders herausstechen:

  • Als niederschlagsreichster Ort Europas gilt das Dorf Crkvice in der Gemeinde Kotor in Montenegro. Der Ort liegt in etwa 1000 m Höhe am Rande des Dinarischen Gebirges. Besonders von Oktober bis März regnet sich hier bei vorwiegend westlichen Winden sehr feuchte Mittelmeerluft aus, allein im November fallen durchschnittlich 720 Liter pro Quadratmeter Regen. Jährlich kommen sogar 4622 mm zusammen!
  • Die Stadt Bergen in Norwegen gilt als die regnerischste Stadt Europas. Tatsächlich gibt es in Bergen sehr viele Regentage (an fast 196 Tagen jährlich fällt mind. 1 mm), allerdings kann die Stadt mit 2413 Litern pro Quadratmeter nicht mit den absolut nassesten Orten Europas mithalten. Mengen teils um 4000 mm fallen allerdings auf dem angrenzenden Skandinavischen Gebirge.
  • In den westlichen Highlands von Schottland fallen ebenfalls vereinzelt Niederschlagsmengen bis zu 4000 mm jährlich, in den meisten bewohnten Orten in Argyll fallen die Mengen aber mit knapp 2300 mm geringer aus.
  • Nicht weit von Österreich entfernt kommen in den Julischen Voralpen zwischen Italien und Slowenien jährlich sehr große Regenmengen zusammen. Im Ort Uccea (UD) in Friaul, Italien, fallen durchschnittlich 3094 Liter pro Quadratmeter pro Jahr (1961-2000). Der Rekord aus dem Jahre 1960 liegt sogar bei 6103 mm!
Mittlerer Jahresniederschlag in Friaul-Julisch Venetien. (Daten: ARPA FVG)

Extremniederschlag

Die größten Niederschlagsspitzen innerhalb weniger Stunden oder Tage stammen in der Regel vom Mittelmeerraum oder den Südalpen. Besonders im Herbst stauen sich hier immer wieder extrem feuchte Luftmassen, oft regnet es auch gewittrig durchsetzt. Besonders häufig sind die exponierten Gebiete von den Seealpen in Frankreich bis nach Ligurien in Italien sowie die Südalpen in nördlichen Piemont und Tessin betroffen, da sie nahe zum Golf von Genua liegen, einem klassischen Entstehungsort von Tiefdruckgebieten. Aber auch an der Ostküste Spaniens, in Südfankreich im Bereich der Cevennen, in Mittel- und Süditalien oder von Kroatien bis Griechenland kommt es immer wieder zu lokalen Extremereignissen. Dabei spielen folgende Parameter eine entscheidende Rolle:

  • Tiefdruckeinfluss mit anhaltendem, auflandigem Wind
  • milde Wassertemperaturen
  • ein Gebirge in Küstennähe, welches für zusätzliche Hebung und Staueffekte sorgt

In Italien liegt der 24h-Niederschlagsrekord etwa in Genua mit 948 Litern pro Quadratmeter vom 7. auf den 8. Oktober 1970. Auch in den vergangenen Wochen gab es mehrmals Extremereignisse im Mittelmeerraum, wie etwa mehr als 500 mm in 7 Stunden am 19.9. im Bereich der Cevennen in Valleraugue (Frankreich), oder teils mehr als 600 mm in 24 Stunden am 18.9. auf Kefalonia (Griechenland) sowie am 2.10. in Piemont (Italien).

Titelbild: Adobe Stock

Schweres Hochwasser: Extreme Schäden in den Seealpen

An der Südostflanke von Tief BRIGITTE mit Kern über Frankreich lag der Alpenraum am Freitag und Samstag unter dem Einfluss einer kräftigen, südlichen Höhenströmung. Während es in den Nordalpen dabei einen schweren Föhnsturm gab, stauten sich südlich der Alpen sehr feuchte, subtropische Luftmassen. Besonders im Bereich der Seealpen zwischen Frankreich und Italien sowie im Norden von Piemont kam es dabei am Freitag bzw. Freitagnacht zu extremen Regenmengen von teils über 600 Liter pro Quadratmeter in nur 24 Stunden:

  • 630 mm Sambughetto (VB, Italien)
  • 598 mm Candoglia (VB, Italien)
  • 580 mm Limone Piemonte (CN, Italien)
  • 577 mm Mons (Dep. Var, Frankreich)

Solche Niederschlagsmengen entsprechen etwa dem mittleren Jahresniederschlag Wiens! Diese Wassermassen sind in den Tälern der Seealpen sowie der südlichen Penninischen Alpen zusammengeflossen und haben dort mancherorts zu einem extremen Hochwasser geführt. Besonders in den Seealpen, wo der Regen gewittrig durchsetzt ausfiel, wurde durch die starke Erosion teils sogar die Landschaft am Talboden völlig verändert. Einige Straßen in den tief eingeschnittenen Tälern sind nicht mehr passierbar und manche Dörfer sind weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten.

Der Ort Saint-Martin-Vésubie in den Seealpen vor und nach dem Unwetter.



Schlamm vom Weltraum sichtbar

Im Zuge des Hochwassers wurden riesige Mengen an Schlamm von den Flüssen bis ins Mittelmeer getragen. Selbst auf Satellitenbildern konnte man am vergangenen Wochenende die Mündung der dortigen Flüsse aufgrund der bräunlichen Färbung des Wassers gut erkennen (auf dem folgenden Bild sieht man von links nach rechts die Mündungen der Flüsse Var, Roya, Fora di Taggia und Impero).

Satellitenbild am 3. Oktober 2020.

Weitere Bilder aus Italien gibt es auch in diesem Artikel.

Bis zu 600 l/m² binnen 24 Stunden: Schwere Überschwemmungen in Frankreich und Norditalien

Überflutungen in Italien - https://www.vigilfuoco.tv/

Der Herbst ist im Mittelmeerraum vielerorts die nasseste Jahreszeit. Hier steht am Ende des Sommers aufgrund des immer noch sehr warmen Meereswassers viel Energie und Feuchtigkeit zur Verfügung. Was dies bedeuten kann, mussten viele Menschen in Frankreich und Italien in den letzten Tagen wieder einmal erfahren.

Enorme Wassermassen durch Südstau an den Alpen

In einer straffen, langanhaltenden Süd- bis Südostströmung gelangten im Laufe der vergangenen Woche im Vorfeld des kräftigen Tiefs BRIGITTE über Westeuropa warme und feuchte Luftmassen nach Südfrankreich und Nordwestitalien. Vor allem im Norden der Provinz Piemont und im Kanton Tessin stauten sich somit besonders am 1. und 2. Oktober heftige Niederschläge an den Südalpen. Hier kamen verbreitet 300 bis 600 l/m² binnen 24 Stunden zusammen. Dies entspricht etwa dem Jahresniederschlag von Berlin an nur einem Tag!

Gleichzeitig gingen in den Seealpen zwischen der Côte d’Azur in Frankreich und die Regionen Ligurien und Piemont in Italien langsam ziehende, kräftige Gewitter nieder. Diese brachten gebietsweise enormen Regenmassen von 200 bis 500 l/m² in 10 bis 20 Stunden.

Eine gute Nachtricht zum Schluss: Während dieser Unwetter-Phase wurde erstmals das Sturmflutsperrwerk namens MOSE zum Schutz der Lagune von Venedig vor Hochwasser erfolgreich getestet.

 

Titelbild: Überflutungen in Limone Piemonte, Italien – https://www.vigilfuoco.tv/

Unwettertief BRIGITTE – ein Rück- und Ausblick

An der Vorderseite von Tief Brigitte kam es am Samstag von der Cote d’Azur bis Ligurien bzw. entlang der gesamten Alpensüdseite zu enormen Regenmengen und Überflutungen. Am Rande davon betroffen war auch Österreich.

Regensummen am Samstag

In Kärnten im Gailtal fielen örtlich bis zu 100 l/m² und brachten lokale Überschwemmungen sowie überflutete Keller. Auch in Tirol im Gschnitz- und Stubaital gab es durch den starken Regen vorübergehend Probleme.

Föhnsturm in den Nordalpen

Während es im Süden regnete, tobte in den Nordalpen der Föhnsturm. Dabei traten in den Tallagen wie etwa im Glemmtal oder im Gesäuse schwere Sturmböen um die 100 km/h auf. Örtlich wurden Dächer abgedeckt oder umgestürzte Bäume blockierten Straßen und Bahngleise.

Maximale Windböen am Samstag

Auf den Bergen tobte der Sturm in Orkanstärke mit Böen um die 150 km/h, in exponierten Lagen wurden sogar Böen über 200 km/h registriert.

Gewitter wie im Sommer – 17.271 Blitzentladungen

Am Abend sorgte die Kaltfront des Tiefs dann in der südöstlichen Steiermark und im Burgenland für heftige Gewitter.  Möglich machte das die perfekte Kombination aus warmer Mittelmeerluft und starkem Höhenwind. Hier gab es also nochmals Gewitter wie im Hochsommer mit Starkregen, Sturm und sogar lokal größerem Hagel.

Insgesamt registrierte das Blitzmesssystem von UBIMET 17.272 Blitzentladungen, wobei es allein im Burgenland zu unglaublichen 9.006 Entladungen kam. Nur an drei Sommertagen gab es im Burgenland mehr Blitze, nämlich am 1. Juli sowie am 17. und 29. August.

Tief bleibt bis zur Wochenmitte

Tief Brigitte verlagert ihren Kern zu den Britischen Inseln, somit liegt der Alpenraum an dessen Vorderseite bis zur Wochenmitte in einer wechselhaften Südwest- bis Westströmung. Am Sonntag bleibt es in den Nordalpen föhnig, in den prädestinierten Lagen sind immer noch stürmische Böen zu erwarten. Im Südwesten hat der Regen eine Pause eingelegt, in der Nacht auf Montag regnet es aber in Osttirol und Oberkärnten für ein paar Stunden wieder intensiv.

Regenmengen von Sonntagabend bis Montagmittag

Hier sind in wenigen Stunden wieder bis zu 50 l/m² zu erwarten, lokale Überflutungen sind dabei nicht ausgeschlossen. Am Montag selbst geht es wechselhaft weiter, im Südosten und Osten kann es dabei auch zu kurzen Gewitter kommen.

Quelle Titelbild: Stock Adobe

Kräftige Gewitter im Südosten

An der Vorderseite des Tiefs stellte sich eine kräftige Südströmung ein und somit kam es in den Alpen zu stürmischem Südföhn. Bis zu 200 km/h wurden dabei auf den Bergspitzen gemessen. Die Kaltfront des Tiefs im Westen aber bereits durchgezogen, hier zeigte sich am Nachmittag auch wieder die Sonne.

Kräftige Gewitter im Südosten und Osten

Derzeit liegt die Kaltfront etwa auf einer Linie Unterkärnten – östliche Obersteiermark. Ausgehend von Slowenien gehen gerade kräftige in der Südsteiermark nieder und ziehen weiter in nordöstlicher Richtung. Somit muss man demnächst  auch vom Südburgenland bis zum Seewinkel mit teils kräftigen Gewitter rechnen. Auch vom Wiener Becken bis zum Weinviertel sind Blitz und Donner möglich. Begleitet werden diese Gewitter von stürmischen Böen sowie lokal auch von Hagel.

Aktuelle Gewitterwarnungen für Österreich ©UWZ

 

Wetterberuhigung in der Nacht

In der ersten Nachthälfte ziehen die Schauer und Gewitter aber in Richtung Ungarn und Slowakei ab. Das Wetter beruhigt sich somit zumindest vorübergehend wieder. Morgen bleibt es zwar in den Alpen föhnig, der Wind ist aber deutlich schwächer als heute.

200 km/h: Föhn tobt in den Alpen

Föhnwolken

Die offiziellen Wetterstationen im Land können da zwar nicht ganz mithalten, markant ist der Föhn aber auch hier. Die Tabelle zeigt die 10 höchsten Spitzenböen aller 288 Wetterstationen, an der Spitze wie so oft der Patscherkofel mit 175 km/h!

Windspitzen der offiziellen Messstationen.

Auf der Karte mit den Spitzenböen je Bundesland erkennt man gut den Föhn in den Nordalpen, Schwerpunkt waren und sind Nordtirol und das Salzburger Land:

Windspitzen in Österreich am Samstag.

Betrachtet man zusätzlich noch die zahlreichen Messstationen der verschiedenen Lawinenwarndienste, so stechen 2 Gipfel noch einmal heraus. Auf der Elferspitze hoch über dem Stubaital wurde in der Nacht eine Windböe von 224 km/h gemessen, über 200 km/h waren es auch an der Schwarzen Schneid in den Ötztaler Alpen!

Windspitzen in Tirol.

Südföhn sorgt für sommerliche Nacht

In den Südföhnregionen kann man bereits jetzt in der Früh mit dem T-Shirt außer Haus gehen, denn durch den stürmischen Wind liegen die Temperaturen teilweise schon über der 20-Grad-Marke.

Am wärmsten ist es derzeit zwischen der Stadt Salzburg und Weyer mit bis zu 22 Grad. Rein klimatologisch gesehen hat es heute aber nicht für eine Tropenacht (Temperatur sinkt nicht unter 20 Grad) gereicht, da an allen Stationen Freitagabend die Temperatur kurzzeitig etwas gesunken ist. Beinahe eine Tropenacht erlebte Micheldorf (OÖ), hier lag das Minimum bei 19,9 Grad.

Im Osten sommerlich

Während der Föhn im Westen bald zu Ende geht, bleibt es nach Osten zu den ganzen Tag über föhnig und hier wird es auch sommerlich warm.

Höchsttemperaturen am Samstag

Von der südlichen Steiermark bis nach Wien und ins Marchfeld werden verbreitet 24 bis 26 Grad erreicht. Gerade in diesen Regionen kann es am Abend aber im Zuge einer Kaltfront nochmals zu kräftigen Gewittern kommen.

Quelle Titelbild: www.foto-webcam.eu/webcam/salzburg/

Oktober ist Föhnzeit

Föhnwolken bei Sonnenuntergang, aufgenommen von einer Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/roethis-west

Gebirgskette und Druckdifferenz sind Voraussetzung

Im Allgemeinen ist Föhn ein Fallwind. Wenn sich Gebirgsketten der Luftströmung  in den Weg stellen, wird die Luft zunächst auf der windzugewandten Seite (Luv) zum Aufsteigen gezwungen, um dann auf der windabgewandten Seite des Gebirges (Lee) wieder talwärts zu strömen, was sich als Fallwind bemerkbar macht. In Europa sind es die über weite Strecken West-Ost verlaufenden Alpen, die namensgebend für dieses Phänomen sind, das sich somit je nach Anströmung als Süd- oder Nordföhn äußert. An diesem Freitag und Samstag gibt es einen ausgeprägten Föhnsturm in den Nordalpen.

Erscheinungsbilder

Die bekannteste Form ist wohl der Südföhn, wenn Luft von Italien über die Alpen strömt. Typisch dafür ist die Annäherung eines kräftigen Tiefs über Westeuropa. An dessen Vorderseite baut sich über dem Alpenraum eine straffe Südströmung auf. Der Luftdruckunterschied zwischen Alpensüd- und Alpennordseite setzt die Föhnströmung in Gang. Beim Aufsteigen an der Alpensüdseite kühlt die Luft ab, wobei es vielfach zur Kondensation und oft auch zur Niederschlagsbildung kommt (auch wenn dies keine Grundvoraussetzung darstellt, es kann auch ohne Niederschlag an der Alpensüdseite Föhn geben). Auf der anderen Seite des Gebirgskamms rauscht die Luft jedenfalls als turbulenter Fallwind talwärts, wobei sich diese, ihrer Feuchtigkeit mittlerweile entledigt, schneller erwärmen kann, als sie sich zuvor abgekühlt hat. So kommt es dass die Luft bei gleicher Höhenlage an der Alpennordseite deutlich wärmer als beispielsweise in Südtirol ist.

Frühjahr und Herbst

Speziell im Winter steigt die Wahrscheinlichkeit für Kaltluftseen in den tieferen Tallagen. Dann kommt es bei schwach ausgeprägten Luftdruckunterschieden vor, dass sich der Föhn nicht mehr gegen die kalte Talluft durchsetzen kann und sich auf die Hochtäler beschränkt. Gut zu sehen ist dieses winterliche Minimum auch im folgenden Bild, es zeigt die Häufigkeit für Südföhn in Innsbruck im Laufe eines Jahres: Die „föhnigste“ Jahreszeit ist demnach der Frühling, ein zweites Maximum gibt es im Oktober.

Der typische Jahresgang des Südföhns in Innsbruck.
Der typische Jahresgang des Südföhns in Innsbruck.

Des einen Freud, des anderen Leid

Im Gegensatz zur Luv-Seite, wo der Himmel meist bewölkt ist und zum Teil auch der nasse Wettercharakter dominiert, bewirkt Föhn als trockener Wind im Lee oft freundliche Wetterbedingungen. Dabei zeigt sich der Himmel häufig wolkenarm und somit kommen Sonnenhungrige auf ihre Rechnung. Allerdings kann der Föhn in Sachen Windstärke Probleme bereiten, und örtlich durchaus auch für Sturmschäden verantwortlich zeichnen. Überdies ist der Föhn bei manchen Menschen in Verruf geraten, denn er steht in Verdacht, den Organismus zu beeinflussen. Empfindliche Menschen leiden bei Föhn unter Nervosität, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, innerer Unruhe und mitunter auch unter Kreislaufbeschwerden.

Titelbild: Föhnwolken bei Sonnenuntergang, aufgenommen von einer Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/roethis-west

Orkan BRIGITTE bringt ab Freitag Föhnsturm in den Alpen

Sturmgefahr

Ein umfangreiches Tiefdruckgebiet namens ANDREA mit Kern über den Britischen Inseln sorgt derzeit für eine Umstellung der Großwetterlage in Mitteleuropa. Im Zusammenspiel mit einem Randtief über der Biskaya namens BRIGITTE, das in der Nacht auf Freitag im äußersten Westen Frankreichs für Orkanböen sorgt, stellt sich im Alpenraum eine ausgeprägte Südströmung ein. Damit wird es an der Alpennordseite am Freitag zunehmend föhnig, ab dem Abend muss man mit Föhnsturm rechnen.

An der Ostflanke des Tiefs stellt sich eine starke Südströmung ein.

Orkanböen im Gebirge

Am Freitag kommt im Tagesverlauf in weiten Teilen des Landes lebhafter, föhniger Südwind auf. In den typischen Föhntälern der Alpennordseite von Vorarlberg bis Salzburg muss man bereits am Nachmittag mit stürmischen Böen rechnen, zum Abend hin legt die Höhenströmung aber deutlich zu. Damit wird auch der Föhn stärker und greift zunehmend auch auf die Nordalpen vom Arlberg bis zu den Niederösterreichischen Voralpen über. In manchen Tallagen ist mit schweren Sturmböen um 90 km/h zu rechnen. Im Gebirge tobt der Föhn teils sogar in Orkanstärke: Auf dem Patscherkofel, dem föhnexponierten Hausberg Innsbrucks, gibt es in der Nacht auf Samstag Böen bis 170 km/h.

Modellprognose der Windspitzen am Freitag und Samstag. © UBIMET
MOS-Prognose von Temperatur und Wind für den Patscherkofel mit Böen um 180 km/h.
Sturmwarnungen für Freitag und Samstag (Stand: Fr, 10 Uhr). © www.uwz.at

Kräftiger Regen im Süden

Während in den Nordalpen der Föhnsturm tobt, fällt in Osttirol und Oberkärnten sowie im Bereich des Alpenhauptkamms häufig Regen. Am Samstag erfasst schließlich eine Kaltfront aus Westen das Land, dabei lässt der Föhn im Westen nach und der teils kräftige Regen greift aus Süden auch auf die Alpennordseite über. Die größten Regenmengen um 100 Liter pro Quadratmeter sind im südlichen Oberkärnten wie etwa im Gailtal zu erwarten. Die Temperaturen kommen in Vorarlberg sowie in Osttirol und Oberkärnten nicht über 11 bis 17 Grad hinaus. Vom Toten Gebirge bis ins östliche Flachland weht dagegen bis zum Abend noch teils stürmischer Föhn und die Temperaturen steigen auf 20 bis 24, im Südosten lokal auch 26 Grad. Am Abend sind im Osten und Südosten dann Schauer und Gewitter zu erwarten.

Niederschlagsprognose bis Samstagabend. © UBIMET

Am Sonntag weiterhin föhnig

Am Sonntag liegt die Kaltfront bereits über Osteuropa und im Alpenraum wird es neuerlich föhnig. Im Vergleich zu Samstag fällt der Föhn aber wesentlich schwächer aus, nur noch auf den Bergen und in den klassischen Föhntälern gibt es stürmische Böen. Vor allem von Oberösterreich bis ins Burgenland scheint dabei häufig die Sonne, südlich des Alpenhauptkamms stauen sich dagegen weiterhin viele Wolken und mitunter gehen ein paar Regenschauer nieder. Die Temperaturen erreichen maximal 13 bis 22 Grad.

September 2020: Zu warm, zu trocken und zu sonnig

Gegenüber dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 war der diesjährige September verbreitet etwa 1 bis 2 Grad zu warm (vgl. nachfolgende Grafiken). Lange Zeit war der Überschuss deutlich grösser, eine markant kühlere Phase ab dem 25. September sorgte dann aber dafür, dass der Überschuss kleiner wurde. Am 25. September fiel im Bündnerland teils Schnee bis unter 1000 Meter!

Abweichungen von Lufttemperatur, Nieder schlag und Sonnenschein für ausgewählte Orte der Schweiz @ MeteoNews

 

Bezüglich Niederschlag wurde mit Ausnahme der Station St. Gallen ein Defizit verzeichnet. Am grössten war dieses mit 61% zu wenig Niederschlag in Luzern. Bis zur letzten Dekade gab es allgemein nur wenig Regen, dann fiel teilweise auch recht kräftiger Niederschlag. Die Sonnenscheindauer schliesslich war verbreitet überdurchschnittlich, der Überschuss beträgt lokal bis knapp 30%.

Abweichungen von Lufttemperatur, Nieder schlag und Sonnenschein für ausgewählte Orte der Schweiz @ MeteoNews

Gefährlicher Sturm in der Biskaya

Wetterlage

Zur Zeit kreist ein kräftiges Tief im Norden der Britischen Inseln. Eine Welle dieses Systems bildet laut den aktuellen Modellrechnungen bis Freitag ein Sturmtief aus, das südostwärts in Richtung Frankreich zieht und über der Biskaya seine volle Kraft entfaltet.

Prognose der Luftdruckverhältnisse in Europa am Freitagvormittag, 2. Oktober 2020. Quelle: UBIMET GmbH

Bombogenese

Diese schnelle Entwicklung eines Sturms wird rapide Zyklogenese (engl. „Rapid Cyclogenesis“) oder auch Bombogenese genannt. Voraussetzung hierfür sind kalte, kontinentale Luftmassen und maritime, feuchtwarme Luftmassen, die aufeinander treffen. Die Folge ist die zügige Bildung eines Sturmtiefs mit einem geringen atmosphärischen Druck im Inneren. Der prognostizierte Druckabfall innerhalb von 24 Stunden beträgt in diesem speziellen Fall über 30 hPa.

Stingjet

Statt einer Okklusionsentwicklung könnte sich die Warmfront dieses Tiefdrucksystems in den Kern eindrehen, ohne die Kaltfront zu erreichen. In dieser Kombination können außergewöhnlich hohe Windgeschwindigkeiten auftreten, in diesem Fall werden je nach Wettermodell Böen von rund 130 km/h oder mehr über der Biskaya berechnet. Dieses über bewohnten Gebieten oft zerstörerische – und damit wie ein Skorpion „stechende“ – Windphänomen wird als „sting jet“ bezeichnet.

Nachfolgende Grafik zeigt eine Berechnung der Windspitzen für Freitag in Europa:

Prognose der 10 m Windböen in Europa am Freitag, den 2. Oktober 2020. Quelle: UBIMET GmbH

 

Titelbild @ https://stock.adobe.com

Gewitter brachten 76.601 Blitze im September in Österreich

Vom 1. bis 30. September registrierte das Blitzortungssystem LINET (Lightning Detection Network) von nowcast, dem Blitzspezialisten der UBIMET-Gruppe, im Hochpräzisionsmessbereich über ganz Österreich verteilt exakt 76.601 Blitzentladungen (Wolken- und Erdblitze). Das sind fast 40.000 Blitzentladungen mehr als im September 2019. Zuletzt mehr Blitze im September gab es im Jahr 2018, als sogar 97.212 Entladungen registriert wurden.

  • Niederösterreich 19.155
  • Oberösterreich 15.256
  • Steiermark 13.027
  • Tirol 9.933
  • Kärnten 8.375
  • Salzburg 7.501
  • Vorarlberg 1.791
  • Burgenland 1.436
  • Wien 127
Blitze im September 2020. © UBIMET

Vergleicht man die Anzahl der Blitzentladungen im heurigen September mit dem Mittel der vergangenen 10 Jahre (rund 44.000 Blitze), so geht der September 2020 als ausgesprochen gewittriger Monat in die Statistik ein. Im September sind die meteorologischen Voraussetzungen für Gewitter eigentlich schlecht, da die Sonne nur noch tief steht und die Nächte lang sind. Die überdurchschnittlichen Temperaturen haben heuer aber zu ein paar ausgeprägten Gewitterlagen beigetragen. Im Mittel sind die blitzreichsten Monate des Jahres in absteigender Reihenfolge Juli, August, Juni, Mai und September (siehe auch Blitzrückblick Sommer 2020). Im Mittel ist der Mai also gewitterreicher als der erste Herbstmonat, wie schon im Vorjahr wurde er auch heuer allerdings vom September überboten.

Analyse der max. stündlichen Niederschlagssumme und max. Messwerte pro Bundesland.

Niederösterreich auf Platz 1

Mit exakt 19.155 Blitzentladungen führt Niederösterreich das Bundesländer-Ranking an, gefolgt von Oberösterreich mit 15.256 und der Steiermark mit 13.027 Entladungen. An letzter Stelle befindet sich mit Wien einmal mehr das flächenmäßig kleinste Bundesland, hier gab es nur 127 Blitze. Der gewitterreichste Tag des Monats war der 17., als die Kaltfront von Tief TIMONA Österreich erfasste und landesweit für gut 30.000 Entladungen sorgte. Die am stärksten betroffenen Gebiete waren das westliche Mostviertel und das südliche Traunviertel. Punktuell gab es aber auch im Süden viele Blitze wie etwa in Klagenfurt. Im Ranking der Blitzdichte auf Bezirksebene liegt Waidhofen an der Ybbs an erster Stelle:

  • 8,4 Blitze/km² Waidhofen an der Ybbs (NÖ
  • 5,5 Blitze/km² Scheibbs (NÖ)
  • 4,8 Blizte/km² Amstetten (NÖ)
  • 4,7 Blitze/km² Klagenfurt Stadt (K)
  • 4,1 Blitze/km² Kirchdorf an der Krems (OÖ)

Stärkster Blitz in Steyr-Land

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in Oberösterreich im Bezirk Steyr-Land gemessen: Spitzenreiter ist eine Entladung mit rund 260 kA am 17. September in Weyer. Kurzzeitig gab es dabei eine gut 16.000 mal höhere Stromstärke, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.

  • 260.300 Ampere Weyer (OÖ)
  • 242.200 Ampere Nußdorf-Debant (T)
  • 240.100 Ampere Lichtenegg (NÖ)
  • 236.800 Ampere Holzgau (T)
  • 234.000 Ampere Gitschtal (K)
Blitzdichte im September 2020. © UBIMET

September 2020 – nass, aber auch sonnig

Herbstmorgen

Wie bereits berichtet, reiht sich der zurückliegende Monat in die Top 25 der wärmsten Septembermonate seit Messbeginn ein. Durch ein Starkregenereignis am Anfang des Monats und der nassen Wetterlage zum Abschluss bilanziert der September über ganz Österreich gemittelt zudem um rund 30 Prozent zu nass.

Betrachtet man die Niederschlagsabweichungen näher, so stechen zwei Regionen deutlich hervor: Rund doppelt so viel Regen wie üblich kam in den Nordalpen vom Karwendel bis zum Schneeberg zusammen, selbiges gilt auch für das Waldviertel. Herausragend bei den absoluten Mengen ist dabei Lunz am See, hier kamen rund 275 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen.

Gesamtniederschlagsumme im September

Die höchste Tagesniederschlagsmenge wurde hingegen wie so oft am Loiblpass in Kärnten registriert, am vergangenen Freitag gab es hier rund 120 Liter Regen pro Quadratmeter binnen 24 Stunden. Zu trockene Regionen gab es im zurückliegenden Monat nur sehr wenige, in Vorarlberg, Osttirol und Oberkärnten fehlen lokal rund 25% auf eine ausgeglichene Bilanz.

Sonnensoll übertroffen

Die lange warme Phase im zurückliegenden Monat ging auch mit jeder Menge Sonnenschein einher, im nahezu gesamten Land machte die Sonne im September Überstunden. Davon ausgenommen ist lediglich der Südwesten Österreichs, so wurde in Osttirol und Kärnten das Soll so gerade erreicht.

Sonnenstunden im September

Sonst belaufen sich die Abweichungen bei der Sonnenscheindauer meist auf +10 bis +30 Prozent, letzteres gilt exemplarisch für einige andere Orte auch für Bad Gleichenberg. Hier schien die Sonne im September rund 235 Stunden lang, im langjährigen Mittel kommt die steirische Gemeinde auf 179 Sonnenstunden. Der absolut sonnigste Ort des Landes war jedoch Güssing, hier schien die Sonne in Summe gut 250 Stunden und somit fast so häufig wie in einem durchschnittlichen Juni oder August.

Auch bei einem Blick auf den Vergleich trübe Tage zu sonnigen Tagen erkennt man, dass es in den meisten Regionen deutlich mehr Tage mit überwiegend sonnigen Verhältnissen gab, als Tage an denen die Wolken dominierten.

Anzahl der Tage mit überwiegendem Sonnenschein
Anzahl an trüben Tagen

Quelle Titelbild: Adobe Stock

September 2020 – warm trotz kaltem Ende

Verglichen mit dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 bilanziert der September 2020 mit einer Abweichung von knapp +2 Grad deutlich zu warm.

Temperaturabweichung September

Damit reiht sich der zurückliegende Monat in die Top 25 der wärmsten Septembermonate seit Messbeginn ein. Lange Zeit steuerte der September dabei sogar auf eine Podiumsplatzierung zu, der massive Kaltlufteinbruch am Monatsende verhinderte dies jedoch. Hauptursache für den zu warmen September war eine lange Phase deutlich überdurchschnittlicher Temperaturen zwischen dem 4. und 24., davor und danach herrschten hingegen unterkühlte Septembertemperaturen.

30,4 Grad in Wien

Selbst die 30-Grad-Marke wurde noch mehrmals im September geknackt, mit 30,4 Grad war es am 5. September in der Wiener Innenstadt am heißesten.

Absoluter Höchstwert im September pro Bundesland

Auch Weyer, Hohenau und Waidhofen an der Ybbs schafften im September noch einen letzten Hitzetag mit 30 Grad.

Das über weite Strecken sehr hohe Temperaturniveau schlägt sich auch in der Anzahl der Sommertage nieder. Bei dieser Statistik liegt das Burgenland in Führung: So konnten in Andau, Neusiedl und Güssing stolze 15 Sommertage registriert werden.

Anzahl andSommertage im September

An vielen Wetterstationen im Land wurden damit im Herbstmonat September häufiger Temperaturen von 25 Grad oder mehr verzeichnet werden als im eigentlichen Sommermonat Juni. Darunter fallen u.a. Wien-Hohe Warte (11 Sommertage im September vs. 10 Sommertage im Juni), Eisenstadt (14 vs. 11) und Innsbruck-Universität (14 vs. 11).

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Fit und gesund durch den Herbst

Sport im Herbst.

Gerade in der Übergangsjahreszeit machen es einem die häufigen Wetterwechsel schwer, zur richtigen Garderobe zu greifen. Die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht erschweren die Wahl der richtigen Kleidung noch weiter. Wer sich also nicht nach dem Zwiebelschalenprinzip kleidet, damit er tagsüber ein paar Schichten ablegen kann, bekommt zunehmend ein Problem. Die Sonne hat nämlich noch genug Kraft und ihr kommt leicht ins Schwitzen. Wer allerdings zu viele Kleidungsstücke ablegt, wird rasch vom kühlen Wind überrascht und die Erkältungsgefahr steigt.

Nasskalte Witterung besonders gefährlich

Die Gefahr den Körper zu unterkühlen und damit das Immunsystem zu schwächen, ist besonders bei nasskalter, windiger Witterung hoch.

  • Bei tiefen Temperaturen neigt der Körper dazu auszukühlen.
  • Wird Kleidung oder die Haut nass, verdunstet das Wasser. Dabei entzieht es der Haut Wärme und kühlt diese zusätzlich.

Ansteckungsgefahr

Gerade in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen kann die Virenlast sehr hoch werden, das weiß man nicht erst seit Corona. Besonders viele Viren lauern auf Türschnallen oder Liftknöpfen. Ist das Immunsystem bereits geschwächt, kommt es zum Ausbruch von Erkältungen bis hin zu grippalen Infekten oder gar der Grippe. Um dem vorzubeugen, ist regelmäßiges Händewaschen Pflicht.

Was schwächt unser Immunsystem?

  • Kälte: Kühlt der Körper aus, ist er empfindlicher gegenüber Viren. Bitte also immer genug anziehen!
  • Schlafmangel: Schlafen sie weniger als sieben Stunden pro Nacht, ist ihr Risiko zu erkranken um das Dreifache erhöht.
  • Stress: Stress greift die Abwehrkräfte an. Das Einlegen von Pausen hilft, auch so manches gelassener hinzunehmen.
  • Bewegungsmangel: Zu wenig Freizeit an der Natur schwächt uns. Mindestens eine halbe Stunde pro Tag sollten wir an der frischen Luft verbringen und/oder joggen oder schwimmen.
  • Falsche Ernährung: Nicht nur das falsche Essen, auch zu wenig Essen schwächt unsere Abwehrkräfte. Um einem Vitaminmangel vorzubeugen, empfehlen sich einige Portionen Obst und Gemüse pro Tag. Aber auch Vollkornprodukte, Eiweiß und gesunde Fette sollen täglich auf dem Speiseplan stehen.

Stärkung des Immunsystems

Kurz zusammengefasst sollte man auf Folgendes achten:

  • Vitaminreiche Nahrung
  • Sport (einmal pro Tag außer Atem kommen wirkt Wunder)
  • Frischluft (Spaziergänge im Wald helfen)
  • Psychisches Wohlbefinden (kein Stress!)
  • Ausreichend Schlaf (mindestens sieben Stunden)
  • Menschenansammlungen meiden (Infektionsgefahr!)
  • Bei ersten Anzeichen einer Erkältung auf Sport verzichten

Quelle Titelbild: pixabay

Winterlandschaften im September

Am meisten Schnee hat es seit Freitag vom Arlberg bis zum Karwendel und entlang des zentralen Alpenhauptkamms gegeben, hier sind in Hochlagen um 50 cm gefallen, teils auch mehr. Nachfolgend dazu eine Karte mit der analysierten aktuellen Gesamtschneehöhe (im Vergleich zu Samstag ist jedoch schon wieder ein wenig getaut):

Analysierte Gesamtschneehöhe am Sonntag, den 27.09.2020 @ UBIMET

 

Die Wolken haben sich inzwischen verzogen, in der eingeflossenen kalten, klaren Luft ergeben sich aktuell schönste Winterlandschaften:

Webcambild vom Körbersee @ https://www.foto-webcam.eu
Webcambild vom Großglockner @ https://www.foto-webcam.eu
Webcambild vom Hochkönig @ https://www.foto-webcam.eu

 

Auch die ersten Skitourengeher sind bereits unterwegs:

Webcambild Vom Seekarhaus bei Obertauern @ https://www.foto-webcam.eu

 

Und selbst von Wien aus ist Schnee bereits zu sehen. Man braucht dafür nicht zwangsläufig ein gutes Objektiv, auch mit bloßen Augen ist der Schneeberg häufig in Sichtweite:

 

Wie geht’s nun weiter?

Aktuell wird Österreich von drei Tiefs umkreist, heute profitieren wir sozusagen vom sonnigen Fenster dazwischen. Doch das Italientief nimmt bereits Kurs und so setzt am Sonntagbend im Süden wieder kräftiger Regen ein, der sich über Nacht auf weite Landesteile ausbreitet. Morgen bleibt es unbeständig und nass, der kräftige Regen zieht jedoch rasch nach Norden ab. Tagsüber gibt es in der Osthälfte vermehrt Schauer.

An der Koralpe und im westlichen Steirischen Randgebirge sind mit rund 30 l/qm die größten Regenmengen zu erwarten. Schnee fällt am Montagmorgen bis auf etwa 1200 m herab, tagsüber steigt die Schneefallgrenze auf 1500 bis 1700 m an.

Bis Mittwochvormittag bleibt es unbeständig, dann setzt sich jedoch ein Zwischenhoch durch. Nach einem noch kühlen Montag steigen die Temperaturen ab Dienstag wieder an, am Donnerstag werden häufig bereits wieder um 20 Grad erreicht.

 

Titelbild: Webcambild vom Gernkogel @ https://www.foto-webcam.eu

Leichter Frost in den Alpen

Der Kaltluftvorstoß von Freitag auf Samstag hat vom Bregenzerwald bis in die Tauerntäler und teils bis in die Obersteiermark für ein frühwinterliches Erwachen heute morgen gesorgt. Wie sah es heute mit den Temperaturen aus? Tja, auch diese beugten sich der Kaltluft aus Nordwest, mehr als knapp 10 Grad konnten die Thermometer heute in Nordtirol und Salzburg nicht bieten:

Im Westen erreichte die Tempoeratur nur mehr knappe 10 Grad. (Karte: Höchsttenperaturen, Samstag 26. September 2020; Quelle: UBIMET)

Mit dieser kühlen Ausgangslage sowie der zu erwartenden Wolkenauflösung in den Alpen, garniert mit nur schwachem Wind, sind die Bedingungen für leichten Frost in der kommenden Nacht gegeben. In den Hochtälern des Westens sowie von Osttirol  über den Lungau bis in die Obersteiermark zeigt das Thermometer Sonntagfrüh durchaus negative Werte:

Leichter Frost in vielen Hochtälern der Alpen. (Karte: Tiefstwerte bis Sonntag 27, 8 Uhr MESZ. September 2020; Quelle: UBIMET)
Leichter Frost in vielen Hochtälern der Alpen. (Karte: Tiefstwerte bis Sonntag 27, 8 Uhr MESZ. September 2020; Quelle: UBIMET)

 

Titelbild: Die Turrach (St) am Samstagabend, (Quelle: foto-webcam.eu)

Erster Schnee bis in die Täler

Derzeit liegt die Schneefallgrenze zwischen 800 und 1100 m, am Freitagabend drückte es den Schnee bei starkem Niederschlag teilweise aber noch weiter hinunter. So fiel im Pinzgau bis in die Täler Schnee, selbst in Bischofshofen oder Pfarrwerfen auf 550 m wurde es weiß:

Samstagfrüh in Pfarrwerfen (Webcam Feratel)

in den übrigen Regionen der Nordalpen lag die Schneefallgrenze aber etwas höher, hier ein paar aktuelle Bilder:

Puchenstuben in NÖ
Bad Mitterndorf in der Steiermark
Going am Wilden Kaiser

Deutlich mehr Schnee fiel in den Hochlagen des Arlbergs oder auf den Gletschern mit rund 50 cm Neuschnee. Hier die aktuelle Webcam von Zürs auf rund 1700 m:

Zürs am Arlberg

Schneefall und Starkregen gehen zu Ende

Am Samstagvormittag schwächen sich Regen und Schneefall langsam ab und gehen im Süden und Osten bis Mittag zu Ende. Von Vorarlberg bis Oberösterreich bleibt es noch zeitweise nass. Größere Niederschlagsmengen sind besonders im Arlberggebiet noch möglich. Doch auch bisher sind die Regen- und Schneemengen seit Donnerstagabend schon beachtlich.

Neuschneemengen am Freitag
Neuschneemengen am Samstag bis 06 Uhr

Erster winterlicher Gruß

Ein Blick auf die Großwetterlage und die aktuelle Verteilung der Hochs und Tiefs verrät schon, wie es zum ersten Schneefall in den höheren Lagen in dieser Saison kommen konnte:
Ein recht kräftiges Hochdruckgebiet bei den Azoren sorgt im Zusammenspiel mit einem Tief über Norddeutschland derzeit für ein Einfließen kalter Luftmassen polaren Ursprungs – zu erkennen an den Farben.

Animation der Temperatur- & Druckverteilung von Freitag bis Sonntag

Ein weiteres Tief mit Kern über Norditalien liefert zudem diejenige Menge an Feuchtigkeit, die im Laufe des heutigen Freitags teils als ergiebiger Starkregen, teils als Schnee vom Himmel kam.

Große Niederschlagsmengen, Gewitter, Temperatursturz

Niederschlagssummen am Freitag, 25.09.2020

Seit Mitternacht kamen allgemein in Österreich große Niederschlagsmengen zusammen. Lokal fielen diese noch deutlich höher aus, was einerseits auf die Gewitter in Kärnten und andererseits auf die Stauniederschläge im Westen entlang der Nordalpen zurückzuführen ist. Dort fielen diese oberhalb von etwa 900 bis 1000 m aber bereits in fester Form als Schnee. Ein Blick auf die Temperaturkarte zeigt, dass die kalte Luftmassen den Westen zur aktuellen Stunde bereits „geflutet“ haben, während sich im Osten immer noch wärmere Luftmassen befanden:

Temperaturverteilung, 25.09.2020 – 17:40 Uhr

Von Grün zu Weiß in 10 Stunden

Ein unterstützendes Hilfsmittel für Meteorologen sind bei solchen Wetterlagen die Webcams. Anhand dieser lässt sich besonders inneralpin die dort je nach Intensität des Niederschlages stark schwankende Schneefallgrenze besser abschätzen. Während im Tal noch alles grünt, sind die Bäume an den Hängen darüber bereits angezuckert.

Schneefallgrenze, Schruns

So konnte man sehr gut mitverfolgen, wie binnen 10 Stunden mit Einfließen der kalten Luftmassen die Schneefallgrenze in der Arlbergregion absank.

Schneefall in Damüls, Vorarlberg

Ausblick

In der Nacht auf Samstag liegt die Schneefallgrenze in den Nordalpen auf etwa 900 m, stellenweise in manch engen Tälern auch etwas tiefer. Dementsprechend ist selbst in Mariazell nasser Schnee möglich.
Die größten Neuschneemengen mit bis zu 50 cm sind aber am Alpenhauptkamm in den Gletscherregionen zu erwarten. Von 20 bis 25 cm Neuschnee bis Samstagmittag kann man hingegen in Lech am Arlberg ausgehen.

Neuschneesummen ohne Setzung bis Samstagmittag

Flächendeckender Regen in Deutschland

Wetterlage

Ein Tief im Norden des Landes zieht ostwärts und bildet gemeinsam mit einem Italientief eine ausgeprägte Tiefdruckzone in Mitteleuropa. Das Frontensystem des ersten Tiefs brachte innerhalb von 48 Stunden nahezu flächendeckenden Niederschlag in Deutschland, stellenweise wurden deutlich über 40 Liter pro Quadratmeter gemessen:

48-stündige Niederschlagssumme von Mittwochvormittag bis Freitagvormittag. © UBIMET

Am Freitag im äußersten Süden bereits über 30 l/qm

Die folgende Karte zeigt die heutigen Spitzenreiter unter den Messstationen. Vor allem in der Staulage an den Alpen wurden bis Mittag beachtliche Regenmengen erreicht:

Niederschlagssumme am Freitag bis 11 Uhr. © UBIMET

Die Aussichten: es bleibt nass

Das Wochenende steht im Zeichen von tiefem Luftdruck und Regen. Vor allem in der Mitte und im Osten des Landes kommen ergiebige Regenmengen zusammen, örtlich sind bis Sonntagabend 30 bis 60 l/qm Regen möglich.

Prognose der Regenmengen für Samstag, 26. September 2020. © UBIMETAm Samstag kommt in der Südhälfte zudem starker Westwind auf, damit wird es auch deutlich kühler als zuletzt. In den Alpen fällt oberhalb von etwa 1000 m Schnee.

Der Sonntag zeigt sich ebenfalls unbeständig, dabei ist vor allem an der Nord- und Ostsee mit starken Windböen aus nordöstlicher Richtung zu rechnen.

Prognose der Regenmengen für Sonntag, 27. September 2020. © UBIMET

 

Titelbild: Eibsee, Grainau. Quelle: foto-webcam.eu

Am Freitag ergiebiger Regen und Schneefall

Bereits in der Nacht auf Freitag erfasste Österreich die Kaltfront von Tief WICCA über der Nordsee und brachte vor allem im Westen und Süden ergiebigen Regen. Hier fielen verbreitet schon 20 bis 40 mm.

Regenmengen seit Mitternacht

Auch in den kommenden Stunden regnet es kräftig weiter, dabei erfasst nun den Westen deutlich kältere Luft und die Schneefallgrenze sinkt von 2.200 auf 1.200 m ab.  Mit dem Vorstoß der kalten Luft nach Süden bildet sich am Freitag über Oberitalien ein Tief, das dann in der Nacht auf Samstag über Ostösterreich nach Norden zieht.

Regenmengen von Freitagmittag bis Samstagmittag

Mit diesem Tief verstärkt sich in der Nacht nochmals der Regen, bevor dieser am Samstag deutlich nachlässt. Zunächst klingt der Regen am Samstag im Süden und Osten ab, am Nachmittag allmählich an in den Nordalpen.

Schneefall bis knapp unter 1.000 m

In der Nacht auf Samstag sinkt die Schneefallgrenze in den Nordalpen gegen 1000 m ab, stellenweise sogar etwas tiefer. So sind vorübergehend selbst in Mariazell nasse Schneeflocken möglich. Am meisten Neuschnee fällt in den Gletscherregionen am Alpenhauptkamm mit bis zu 50 cm Neuschnee.

Neuschneesummen ohne Setzung bis Samstagmittag

Auch am Arlberg wird es in den Wintersportorten erstmals weiß, so sind etwa in Lech gute 20-25 cm Neuschnee bis Samstagmittag zu erwarten.

Quelle Titelbild: Stock Adobe

Italientief bringt über 50 cm Schnee in den Hochlagen der Alpen

Der Einfluss von Hoch Manfred lässt in den kommenden Stunden langsam nach und eine Kaltfront erfasst am Freitag den Alpenraum. Im Zusammenspiel mit einem Randtief über Norditalien stellt sich eine sog. Gegenstromlage ein: Während bodennah kühle Luftmassen aus Nordwesten in die Täler der Nordalpen einfließen, gleitet oberhalb des Kammniveaus der Alpen aus Süden feuchte Mittelmeerluft darüber hinweg auf. Am Samstag dreht die Strömung dann auch in der Höhe auf Nordwest, dabei stauen sich am Arlberg sowie entlang den Nordalpen weiterhin feuchtkühle Luftmassen.

Entwicklung der Wetterlage von Donnerstag bis Samstag. © UBIMET / DWD

Spätsommerlich am Donnerstag

Am Donnerstag kann man sich im Osten Österreichs nochmals auf überwiegend sonniges Wetter und spätsommerliche Temperaturen bis zu 27 Grad freuen, im Westen und Südwesten kündigen aufziehende Wolken allerdings den bevorstehenden Wetterumschwung an. In in der zweiten Tageshälfte steigt die Schauer- und Gewitterneigung im äußersten Westen sowie im südlichen Bergland an und in der Nacht breitet sich von Vorarlberg bis Kärnten Regen aus.

Schnee bis 1000 m

Am Freitag dominieren die Wolken und in den Alpen fällt von Beginn an kräftiger Regen. Tagsüber breitet sich der Regen auch auf den Osten aus und besonders im Süden regnet es intensiv und gewittrig durchsetzt. Ein paar Auflockerungen sind zwischendurch höchstens von Unterkärnten bis ins Burgenland zu erwarten, dafür sind hier dann auch kräftige Gewitter möglich. Die Schneefallgrenze sinkt zunächst in Vorarlberg, im Laufe des Nachmittags dann generell in den Nordalpen auf 1400 bis 1200 m ab. Bei stärkerer Niederschlagsintensität ist allerdings zeitweise sogar bis knapp 1000 m herab etwas Nassschnee in Sicht (zum Vergrößern auf die Karte klicken).

Neuschneeprognose für Freitag und Samstag. © UBIMET

Viel Schnee auf den Bergen

Der Samstag beginnt auf manchen Passstraßen wie dem Arlberg oder dem Brenner winterlich und auch tagsüber fällt von Vorarlberg bis in die nördliche Obersteiermark noch häufig Regen und Schnee. Die Schneefallgrenze schwankt hier zwischen 1000 und 1300 m. Da der Schnee sehr nass ist und die Bäume noch belaubt sind, kann es zu Behinderungen durch Ast- bzw. Schneebruch kommen. In Lagen oberhalb von etwa 2000 m sind in den Nordalpen 30 bis 50 cm Neuschnee zu erwarten. In den Staulagen des Arlbergs sowie in den Hochlagen des Alpenhauptkamms sind sogar Mengen teils über einen halben Meter in Sicht. Im Osten und Süden klingt der Regen dagegen im Tagesverlauf langsam ab und bei kräftigem Nordwestwind mit Böen um 60 km/h lockern die Wolken etwas auf. Die Temperaturen kommen jedoch nicht mehr über 4 bis 16 Grad hinaus mit den höchsten Werten im Südosten.

Temperaturen am frühen Nachmittag am Donnerstag, Freitag und Samstag. © UBIMET

Am Sonntag lässt der Tiefdruckeinfluss dann etwas nach, die Temperaturen bleiben aber gedämpft. Kommende Woche setzt sich das unbeständige Wetter fort, die Temperaturen steigen dabei tendenziell wieder leicht an, vergleichbare Werte wie zuletzt sind allerdings nicht mehr in Sicht.

Erster Schnee am Wochenende

Die Wetterlage, die zu diesem frühen Wintereinbruch führt, ist klassisch für den Herbst. Eine Kaltfront (blaue Linie mit Dreiecken auf der folgenden Karte) erreicht Österreich von Nordwesten her, gleichzeitig bildet sich ein Tief über Norditalien. Diese Kombination führt am Freitag und Samstag zu flächendeckendem Regen im Land, wobei die Schneefallgrenze immer weiter absinkt. Diese Entwicklung haben wir an dieser Stelle vor ein paar Tagen schon angedeutet.

Die frühwinterliche Wetterlage am Freitag

Los geht’s mit dem Schnee im Laufe des Freitagabends, dann sinkt die Schneefallgrenze von Vorarlberg bis ins Salzkammergut schon von Mittelgebirgslagen auf rund 1400 bis 1200 m ab. In der Nacht auf Samstag und am Samstag selbst schneit es dann in den Nordalpen sogar schon oberhalb von 1000 bis 1200 m. Sonst bleibt die Schneefallgrenze deutlich höher!

Zu den Mengen: Am meisten fällt naturgemäß auf den Bergen, so kommen in den Nordalpen vom Rätikon bis zum Dachstein in Lagen über 1500-1700 m verbreitet 30 bis 50 cm zusammen. Lokal, so zum Beispiel rund um den Arlberg ist auch bis zu 1 Meter Neuschnee möglich. In den Hochtälern oberhalb von rund 1200 m bildet sich aber auch eine geschlossene Schneedecke.

Hier die aktuellste Prognose der Schneemengen (zum Vergrößern Anklicken bzw. Antippen):

Erwartete Neuschneemengen am Wochenende.

Da der Schnee sehr nass sein wird und die Bäume zu Beginn des Herbstes praktisch noch vollständig belaubt sind, besteht erhöhte Schneebruchgefahr. So können einzelne Äste abbrechen, in manchen Hochtälern können auch umstürzende Bäume für Behinderungen sorgen.

Ungewöhnlich ist solch ein früher Wintereinbruch in den Hochtälern der Alpen übrigens nicht. So sind bei extremen Wetterlagen selbst im August Schneeflocken bis rund 1000 m durchaus möglich.

Quelle Titelbild: pixabay

Arktis: Zweitniedrigste Eisausdehnung seit Messbeginn

Nordpol

Am Ende des arktischen Sommers erreicht das Meereis der Arktis, ähnlich wie ein Alpengletscher, jährlich im September seine minimale Ausdehnung. Spätestens mit dem astronomischen Herbstbeginn wird das Minimum erreicht, anschließend baut sich das Meereis langsam wieder auf und erreicht etwa zum Frühlingsbeginn sein Maximum. In den vergangenen Tagen wurde mit 3,74 Mio. km² die zweitgeringste Ausdehnung seit Messbeginn im Jahre 1979 beobachtet. Weniger als 4 Mio km² Eis wurden bislang erst einmal erfasst, nämlich beim Rekordminimum im Jahre 2012 mit 3,39 Mio. km².

https://nsidc.org/arcticseaicenews/charctic-interactive-sea-ice-graph/
Eisausdehnung am 15.9. im Vergleich zum Mittel von 1981 bis 2010. © NSIDC

Rekord in der Zentralarktis

Wenn  man nur das Eis in der zentralen Arktis betrachtet, also jenen Gebieten in etwa nördlich von 80° N, dann wurde heuer sogar ein neuer Negativrekord aufgestellt. Besonders auf der Russischen Seite vom Arktischen Ozean fallen die Abweichung nämlich extrem aus, da hier u.a. im Sommer außergewöhnlich hohe Temperaturen verzeichnet wurden, siehe auch hier: Extreme Hitze am Kältepol Sibiriens.

Dünnes Eis

Nicht nur die Eisfläche wird tendenziell immer kleiner, sondern auch die mittlere Dicke des Meereises. So findet man immer weniger Fläche mit dickem, mehrjährigem Eis, welches durch Strömungen und Wind aufgetürmt wird und eine gewisse Zeit lang auch Temperaturen über dem Gefrierpunkt gut übersteht. Besonders nördlich von Russland und Alaska bildet sich neues Eis im Herbst jedoch immer später und schmilzt dann im folgenden Sommer umso schneller. Zudem ist dünnes Eis auch empfindlicher gegen den Wind, der es bei entsprechenden Windstärken selbst in den Übergangsjahreszeiten in Stücke zerreißen kann.

Alter des Meereis und deren zeitlicher Verlauf © www.meereisportal.de

Titelbild: Das Forschungsschiff Polarstern in der Nähe des Nordpols am 19.8.2020 im Zuge der MOSAiC-Expedition. Bild: Steffen Graupner

Am 22. September ist astronomischer Herbstbeginn

Bunte Wälder im Herbst - pixabay

Der astronomische Herbst beginnt auf der Nordhalbkugel in der letzten Septemberdekade stets am 22., 23. oder 24. September. Er fällt immer auf das Äquinoktium, also auf den Tag, an dem der lichte Tag und die Nacht mit je 12 Stunden exakt gleich lang sind. In diesem Jahr wechselt die Sonne auf die südliche Seite des Himmelsäquators am 22. September um 15:30 Uhr. Auf der Südhalbkugel ist es übrigens andersrum, hier verabschiedet sich mit der gleichbedeutenden Tagundnachtgleiche der Winter und der Frühling kehrt ein.

Lange Nächte

Ende September und Anfang Oktober stellt sich oftmals ruhiges und stabiles Hochdruckwetter ein. Der Altweibersommer ist im deutschen Sprachraum eine sogenannte meteorologische Singularität, also eine regelmäßig wiederkehrende Wettererscheinung. Heuer war der Altweibersommer besonders gut ausgeprägt, die vergangenen Wochen waren nämlich viel zu warm. Der Übergang in den Goldenen Oktober findet bei entsprechender Wetterlage fließend statt, heuer wird der Altweibersommer aber durch einen Kaltlufteinbruch am kommenden Wochenende beendet. Die Tageslänge nimmt in dieser Jahreszeit besonders schnell ab, so verlieren wir derzeit etwa 3 bis 4 Minuten Licht pro Tag.

Die Tage werden langsam wieder länger
Die Änderung der Tageslänge im Jahresverlauf.

Astronomische vs. meteorologische Jahreszeiten

Für uns Meteorologen ist der Herbst schon rund drei Wochen alt, er begann am 1. September. Warum es neben den astronomischen Jahreszeiten auch die sogenannten meteorologischen gibt, hat einen einfachen Grund. Meteorologische Statistiken über die Jahreszeiten lassen sich nur schwer erstellen, wenn der Beginn ebendieser mitten in einem Monat liegt und dann auch noch von Jahr zu Jahr schwankt. Deshalb wurde noch in Zeiten ohne Computer die Entscheidung getroffen, die meteorologischen Jahreszeiten immer an den Monatsersten beginnen zu lassen.

Quelle Titelbild: pixabay

12.000 Liter Regen pro Jahr: der nasseste Ort der Welt

Überschwemmung

Nasse Tropen

Wo die nassesten Regionen der Erde liegen, lässt sich relativ einfach sagen. Generell sind die Tropen rund um den Äquator mit ihren warmen und extrem feuchten Luftmassen die mit Abstand regenreichsten Gebiete. Dies ist übrigens auch der Grund, warum dort der immergrüne Regenwald heimisch ist. Hier zur Illustration eine Karte mit den mittleren Jahresniederschlägen (siehe die dunkelgrünen Streifen von Kolumbien über Brasilien und Zentralafrika bis nach Indonesien):

Blick auf die Regenverteilung der Erde.
Blick auf die Regenverteilung der Erde.

Das Band mit den größten Jahresniederschlägen erstreckt sich

  • in Südamerika von Kolumbien über das Amazonasgebiet Brasiliens bis zum Atlantik
  • in Afrika von etwa Äquatorialguinea bis zum Kongo
  • in Südostasien von Indien bis Indonesien

Auch an den Westküsten Europas und Kanadas sowie in Neuseeland oder auch im Weststau der Anden kommen im Laufe eines Jahres ganz ordentliche Regen- bzw. zum Teil auch Schneemengen zusammen, so hohe Spitzen wie in den Tropen gibt es hier aber nicht.

Nass, nasser, Mawsynram

Den offiziellen Weltrekord für den größten Jahresniederschlag hält die Ortschaft Mawsynram im indischen Bundestaat Meghalaya. Dort sorgt der Monsun Jahr für Jahr im Sommerhalbjahr für schier unglaubliche Regenmengen. Feuchte Luft aus dem Golf von Bengalen strömt nordwärts, wird an den Khasi-Bergen (einem Ausläufer des Himalaya) gehoben und regnet sich aus. Hier regnet es durchschnittlich 11,87 m pro Jahr, also 11.870 Millimeter. Zum Vergleich: der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt in Berlin 570 mm, in Wien 550 mm und in Zürich 1.000 mm. Allerdings sind die Messungen in Indien nicht immer frei von Fehlern, weshalb auch andere Orte in der Welt Anspruch auf den Titel „Nassester Ort der Erde“ erheben.

Mount Waialeale – der nasse Berg

Die Vulkaninseln von Hawaii ragen weit aus dem Pazifik heraus, an ihren steilen Hängen stauen sich feuchte Luftmassen, die der Nordost-Passat zu den Inseln lenkt. Über einen Zeitraum von 32 Jahren wurden am Mount Waialeale auf Kauai durchschnittlich 11.684 mm Regen pro Jahr gemessen. Aufgrund der fehlerhaften Regenmessung in Indien sind die Hawaiianer der Überzeugung, sie beherbergen den nassesten Ort der Welt.

Titelbild: Adobe Stock

Wetter-Wochenausblick: Auf Spätsommer folgt Kaltlufteinbruch

Der September war bislang außergewöhnlich warm, so liegt die landesweite Temperaturabweichung bislang bei fast +3 Grad. Tatsächlich war der September bislang besonders im Westen sogar milder als der Juni. Innsbruck weist mit dem heutigen Sonntag schon 13 Sommertage in diesem Monat auf, im gesamten Juni waren es 11. Auch im Osten wird der erste Sommermonat kommende Woche aber noch überboten. Der September liegt derzeit auf Rekordkurs, allerdings kündigt sich am letzte Wochenende des Monats ein Kaltlufteinbruch an.

Höchste und niedrigste Temperaturabweichungen zum Mittel vom 1. bis 19.9.20.

Sonniger Wochenbeginn im Osten

Am Montag scheint nach Auflösung inneralpiner Frühnebelfelder vor allem im Osten verbreitet die Sonne. Im Westen ist es nur zeitweise sonnig und ab dem Nachmittag bilden sich über den Bergen lokale gewittrige Schauer. Die Temperaturen steigen auf spätsommerliche 20 bis 26 Grad.

Hoch MANFRED sorgt vor allem im Osten für ruhiges Spätsommerwetter. Daten: DWD

Auch der Dienstag gestaltet sich im Donauraum und im östlichen Flachland bis auf ein paar harmlose Schleierwolken den ganzen Tag über sonnig. In Osttirol und Kärnten kommt die Sonne dagegen nur zeitweise zum Vorschein und bereits am Vormittag entstehen örtlich Schauer oder Gewitter. Am Nachmittag nimmt die Gewitterneigung auch im Westen wieder zu, im Norden und Osten bleibt es dagegen sonnig. Die Temperaturen erreichen 19 bis 27 Grad und liegen besonders im Osten deutlich über dem jahreszeitlichen Mittel. Die Wassertemperaturen liegen meist noch um 20 Grad, so weist etwa die Alte Donau in Wien 21 Grad auf. Die kommenden Tage bieten sich also nochmals für einen Sprung ins kühle Nass an.

Prognose der Höchstwerte am Dienstag.

Gewittrige Wochenmitte

Der Mittwoch beginnt an der Alpennordseite und im Süden bereits unbeständig mit schauerartigem Regen, nur im Osten und Südosten scheint noch längere Zeit die Sonne. Am Nachmittag nimmt die Gewitterneigung im östlichen Bergland und im Osten generell zu, nur in der Südsteiermark und im Südburgenland bleibt es weitgehend trocken. Mit 19 bis 26 Grad bleibt es mäßig warm. Auch der Donnerstag beginnt in der Osthälfte meist sonnig, im Westen ziehen dagegen vermehrt Wolken auf und tagsüber setzt in Vorarlberg Regen ein. Am Nachmittag sind im Berg- und Hügelland neuerlich Gewitter zu erwarten, im Südosten überwiegt dagegen noch der Sonnenschein. Die Temperaturen erreichen von West nach Ost 15 bis 26 Grad.

Markanter Kaltlufteinbruch

Am Freitag erfasst aus Westen eine Kaltfront das ganze Land und im Zusammenspiel mit einem Italientief breitet sich teils kräftiger Regen aus. Am kommenden Wochenende stellt sich dann kühles und unbeständiges Wetter ein. Nach derzeitigem Stand sinkt die Schneefallgrenze in der Nacht auf Samstag im westlichen Bergland teils unter 1500 m ab, der Samstag beginnt in höheren Tallagen sowie auf manchen Passstraßen voraussichtlich frühwinterlich. Tagsüber kommen die Temperaturen selbst im Flachland kaum noch über 15 Grad hinaus.

Temperaturtrend in etwa 1500 m Höhe im Osten Österreichs. © NCEP

Titelbild © Adobe Stock

Massive Überschwemmungen in Frankreich

Im Süden von Frankreich kommt es von September bis November nahezu jährlich zu Überflutungen. Grund dafür ist die deutlich erhöhte Tiefdrucktätigkeit über Südwesteuropa und das immer noch warme Mittelmeer. An der Vorderseite eines Tiefs wird dabei feucht-warme Mittelmeerluft an den Südhängen des Zentralmassivs gehoben und es kommt zu Starkregen. Oftmals wird der Effekt noch durch stationäre Gewitter verstärkt.

Hier rot umrandet der stationäre Gewittercluster, der für die enormen Wassermassen sorgt.

500 mm in nur 7 Stunden

Mit den Gewittern kam es am Samstagvormittag zu enormen Regenmengen. Lokal kamen bis zu 500 mm in nur sieben Stunden zusammen. Zum Vergleich, der Jahresniederschlag von Wien beträgt knapp 660 mm. Solche Wassermassen sind selbst für diese starkregenerprobte Region ungewöhnlich.

Gefährliche Sturzfluten

Durch die enormen Regenmengen in kurzer Zeit kam es zu regelrechten Sturzfluten, auch außerhalb des Gewittergebiets. Stellenweise steigen die Pegel der Flüsse in kürzester Zeit um bis zu 5 m an.

Der sintflutartige Regen hält in den kommenden Stunden noch an, somit sind noch weitreichendere Überflutungen zu befürchten. Erst am Sonntagmorgen geht der Starkregen mit Verlagerung des Tiefs zu Ende.

Titelbild: Twitter: Guillaume Séchet

Arktisches Meereis erreicht Minimum

Dieses Jahr wurde vor Kurzem die zweit geringste Ausdehnung mit 3,74 Mio. km² gemessen, das Rekordminimum stammt aus dem Jahr 2012 mit 3,39 Mio. km². Die Daten werden von einem sogenannten polarumlaufenden Satelliten seit 1979 gemessen (siehe Beitragsende).

Ausdehnung des arktischen Meereis am Tag des Minimums. © NSIDC

In der Graphik erkennt man, dass vor allem im Russischen Bereich viel Eis fehlt. Dies ist jedoch nicht überraschend, denn im Juli gab es hier eine außergewöhnliche Hitzewelle.

Hitzewelle in Russland

Abweichung der Sommer Temperaturen vom Klimamittel
Abweichung der Sommer Temperaturen vom Klimamittel

Die Karte zeigt die Abweichungen der Sommermitteltemperatur vom Klimamittel des Jahres 1981 bis 2010. Man erkennt, dass besonders der Norden von Russland enorme Abweichungen von rund 4 Grad aufweist. Hier gab es dann auch Moorbrände, bei denen zusätzlich viel Kohlenstoffdioxid und vor allem Methan frei wurde, dass im Permafrostboden gespeichert ist.

Junges Eis schmilzt schneller

Ein weiterer Effekt des Schmelzens ist, dass das Eis in der Arktis immer jünger wird. Dabei gilt: Je jünger das Eis ist, desto rascher schmilzt es ab. Mehrjähriges durch die Strömung und Wind aufgetürmtes Meereis kann ein gewisse Zeit auch Temperaturen über dem Gefrierpunkt gut überstehen, da es die allermeiste Sonnenstrahlung reflektiert.

Alter des Meereis und deren zeitlicher Verlauf © https://www.meereisportal.de/en/archive/2019-kurzmeldungen-gesamttexte/arctic-sea-ice-extent-at-a-record-low/

Junges und dünnes Meereis dagegen schmilz schnell. Nimmt über die Zeit aufgrund des Klimawandels das Alter des Eises ab, so ergibt sich eine Rückkopplung (engl.: feedback loop), die das Eis schneller schmelzen lässt als zu Anfang. Da damit mehr Wasseroberfläche frei wird und flüssiges Wasser Wärme besser aufnehmen kann, erwärmt sich so der arktische Ozean schneller und noch weniger Eisfläche entsteht im Winter. Zudem beeinflusst die Erwärmung der Arktis auch das Schmelzen des Grönländischen Eisschildes.

Beides zusammen wird als ein Kipppunkt im Klimasystem gesehen. Sollte es hier zu einer unumkehrbaren Schmelze kommen kann die erde nicht wieder in den Klimazustand wie vor der Industrialisierung zurückkehren.

Animation: Polarumlaufende Satelliten

Titelbild: pixabay.com

Medicane IANOS trifft mit Hurrikanstärke auf Griechenland

Medicane_Ianos

In den vergangenen zwei Tagen hat sich im Ionischen Meer zwischen Malta und Griechenland ein kräftiger Medicane entwickelt. Bei einem Medicane handelt es sich um einen Subtropensturm der an seinem Höhepunkt viele Eigenschaften eines Hurrikans der Stufe 1 aufweist. Der aktuelle Medicane bekam verschiedene Namen. In Italien wurde er auf Cassilda getauft, in Deutschland Udine, er griechische Wetterdienst gab dem Sturm den Namen Ianos. Da der Sturm in Griechenland tobt, ist wohl Ianos der passendste Name für den Medicane.

Orkan, Sturmflut und Überschwemmungen

Am stärksten von Ianos betroffen sind die griechischen Inseln Kefalonia und Zakynthos die westlich der Peloponnes liegen und direkt vom Auge des Medicanes getroffen werden. Dabei kommt es zu Orkanböen von bis zu 120 km/h und einer Sturmflut. In der Westhälfte der Peloponnes sorgt der Subtropensturm hingegen für enorme Regenmengen. In nur wenigen Stunden fallen bis zu 300 mm und sorgen für weitreichende Überschwemmungen und Vermurungen.

Zugrichtung nach Süden

Da der Sturm nun auf Land getroffen ist, schwächt er sich durch die Reibung und dem Fehlen des warmen Meerwasser etwas ab und dürfte nach neuesten Berechnungen bis Samstag am Westrand der Peloponnes nach Süden ziehen. Da die atmosphärischen Bedingungen ungünstig für den Sturm sind, dürfte er sich am Samstag und Sonntag über dem offenen Meer weiter abschwächen.

Wien: späteste Tropennacht seit Messbeginn

Hitze

Obwohl wir bereits Mitte September haben und die Sonne zu Mittag nur noch so hoch wie Ende März steht, gab es in den vergangenen Tagen in Westeuropa eine regelrechte Hitzewelle mit zahlreichen neuen Monatsrekorden teils bis 35 Grad in Nordfrankreich, Westdeutschland, den Niederlanden und Belgien.

Höchstwerte am 15. September 2020. (ogimet.com)

Auch in Österreich gab es in den vergangenen Tagen Höchstwerte um 30 Grad, zudem lagen die Temperaturen in mittleren Höhenlagen und in den Ballungsräumen selbst in den Nächten um oder nur knapp unterhalb der 20-Grad-Marke. In Summe war der September bislang fast 3 Grad milder als im langjährigen Schnitt, wobei die Abweichungen vom 13. bis zum 16. September sogar um +6 Grad lagen!

Temperaturabweichung vom 1. bis 16. September 2020.

Rekordnacht in Wien

Im Vorfeld einer Kaltfront gab es in der Nacht auf Donnerstag zahlreiche Schauer und Gewitter an der Alpennordseite und in den frühen Morgenstunden dann örtlich auch im östlichen Flachland. Dabei sank die Temperatur in der Wiener Innenstadt aufgrund der Kombination aus milder Luftmasse, vielen Wolken und der Wiener Wärmeinsel (Stadteffekt) nicht unter 20,7 Grad ab. Seit Messbeginn vor über 30 Jahren gab es noch nie so spät im Jahr eine sog. Tropennacht mit einem Tiefstwert über 20 Grad.

Kühle Nächte in Sicht

Am Donnerstagabend erfasst ausgehend von Tschechien eine Kaltfront das Land, welche trockene und etwas kühlere Luftmassen heranführt. Damit kann die Temperatur bei windschwachen und klaren Verhältnissen in den mittlerweile langen Septembernächten wieder gut auskühlen.

Satellitenbild um 15:25 Uhr MESZ mit der heranströmenden Kaltluft über Polen sowie auch Medicane JANUS über dem Ionischen Meer. (EUMETSAT)

Bereits in der Nacht auf Freitag sinken die Temperaturen in Niederösterreich auf 9 bis 5, im Waldviertel auch 3 Grad ab. In der Nacht auf Samstag wird es dann besonders von Oberösterreich und Kärnten ostwärts herbstlich frisch mit Tiefstwerten meist zwischen 3 und 8 Grad, dabei kündigt sich auch an der klimatologischen Station Wiens in Döbling erstmals seit dem 30. Mai wieder ein Tiefstwert unter 10 Grad an. Am kühlsten wird es wieder im Oberen Mühl- und Waldviertel mit Tiefstwerten um +2 Grad und lokalem Bodenfrost.

Prognose der Tiefstwerte am Samstag.

Waldbrände: Kalifornien vs. Österreich

Waldbrand nahe Malibu

Kalifornien hat heuer mit einer extremen Waldbrandsaison zu kämpfen, so haben Feuer bereits eine Fläche von mehr als 12.000 Quadratkilometer – der Fläche ganz Oberösterreichs – abgebrannt und die gesamte Westküste hat mit teils extremer Luftverschmutzung zu kämpfen. Dieser Wert stellt den bislang größten seit Beginn der Aufzeichnungen vor mehr als 30 Jahren dar. Auch der bislang größte, je beobachtete Waldbrand, der sogenannte „August Complex“, ist noch immer aktiv. Der Präsident der Vereinigten Staaten hat in einem Interview am Dienstag gesagt, dass man im Umgang mit den Wäldern Österreich als Beispiel nehmen solle: Obwohl die Menschen hier im Wald leben, haben sie nicht mit Waldbränden zu kämpfen.
Tatsächlich kommt es in den Alpen vergleichsweise selten zu Waldbränden, dies hat aber völlig andere Ursachen.

Kalifornien liegt südlicher als Mitteleuropa, so befindet sich etwa die Großstadt San Francisco auf einer geographischen Breiten von 37.8°, was vergleichbar ist mit Sizilien, während beispielsweise Wien bei 48.2° liegt. Dadurch liegt der Alpenraum wesentlich näher zum polarumlaufenden Jetstream, ein Starkwindband in etwa 10 km Höhe, welches maßgeblich an der Entstehung von Tiefdruckgebieten beteiligt ist.

Trockenzeit

Das Westwindband verlagert sich im Laufe des Sommers auf der Nordhalbkugel nordwärts und macht den Weg frei für den subtropischen Hochdruckgürtel. Während sich aber im Alpenraum Hochs und Tiefs weiterhin abwechseln, setzt sich in Kalifornien stabiles Hochdruckwetter mit sehr heißen Temperaturen abseits der Küste durch. Aus diesem Grund gibt es dort eine Trockenzeit, welche etwa von Mai bis Oktober anhält. In der Hauptstadt Kaliforniens Sacramento fallen etwa im gesamten Sommer (Juni bis August) durchschnittlich nur 6 Liter pro Quadratmeter Regen! Die Alpen begünstigen zudem selbst bei vergleichsweise stabilen Wetterlagen die Entstehung von Wärmegewittern, während in Kalifornien die kühlen Wassertemperaturen im Westen und die trockene Luft im Osten eine sehr ungünstige Kombination für Gewitter darstellen.

Mittlerer Sommerniederschlag (J-J-A)
Wien 212 mm
Graz 389 mm
Innsbruck 381 mm
Sacramento (Kalifornien) 6 mm
San Francisco (Kalifornien) 5 mm
Los Angeles (Kalifornien) 5 mm
Klimadiagramm von Sacramento. © WMO

Die anhaltende Trockenheit im Zusammenspiel mit der hohen Verdunstung in den Sommermonaten sind also entscheidend für die Waldbrände in Kalifornien. Auch der Klimawandel spielt dabei eine wichtige Rolle: Durch den Trend zu immer heißeren und trockeneren Wetterbedingungen auch in den Übergangsjahreszeiten wird die Waldbrandsaison nämlich tendenziell länger und intensiver.

September-Hitze bringt neue Stationsrekorde

Hitze im Sommer

So wurden heute an vielen Stationen Werte über 30 Grad gemessen, an einigen Stationen gab es sogar neue Monatsrekorde. Dabei sind die höchsten Werte im Westen aufgetreten. Zudem wenig überraschend, an den schon aus dem Hochsommer bekannten Stationen.

Station Neuer Rekord/Messwert am 15.9.2020 Alter Rekord Datum alter Rekord
Geilenkirchen (NRW)
35°
   
Trier-Petriesberg (RLP) 34,8° 34,2° 13.9.2016
Heinsberg- Schleidern (NRW) 34,6° 33,9° 13.9.2016
Bad Neuenahr-Ahrweiler (RLP) 34,5° 33,5° 5.9.1973
Weilerswist-Lommersum (NRW) 34,3° 34° 5.9.1949
Trier-Zewen (RLP) 34,3°
Tönisvorst (NRW) 34,3° 33,3° 13.9.2016
Geldern-Walbeck (NRW) 34,2° 31,9° 14.09.2016
Kaiserslautern (RLP) 34,2° 32,2° 13.9.2016
Köln-Stammheim (NRW) 34,2°
Saarbrücken-Burbach (SL) 34,1° 33,3° 13.9.2016
Perl-Nenning (SL) 34° 32,5° 4.9.1973
Düsseldorf (NRW) 34° 32,9° 6.9.2013

Morgen wird es im Westen nochmals heiß, bevor dann eine Kaltfront für eine deutliche Abkühlung sorgt. Diese geschieht jedoch leider meist ohne nennenswerten Regen. Die Dürre geht also weiter.

Frankreich

Auch bei unseren Nachbarn in Frankreich ist es mächtig heiß. Hier wurden ebenfalls neue Rekordtemperaturen für einen September gemessen. Besonders in der Mitte und im Großraum Paris wurden gestern bereits Temperaturen teils über 35 Grad gemessen. Noch heißer, wenn auch nicht rekordbrechend heiß war es im Südwesten, hier wurden teils 37 Grad gemeldet.

Wetterpatenschaften für 2021

Kyrill Wetterkarte

Bereits seit mehr als 60 Jahren erhalten die in Mitteleuropa aktiven Hoch- und Tiefdruckgebiete einen Namen, in Anlehnung an die dazumal schon gängige Praxis in den USA um eine klare und einfache Kommunikation zu ermöglichen. Die breite Öffentlichkeit wurde im deutschsprachigen Raum erst 1990 durch die Orkantiefs VIVIAN und WIEBKE darauf aufmerksam. Seitdem ist  die Verwendung der Namen in den Medien quasi Standard. Seit 2002 können schließlich die Bürger im Rahmen der Aktion „Wetterpate“ Namen für die Druckgebiete wählen und sich so ein Hoch oder Tief selbst gönnen oder verschenken. Die Preise für ein Tief liegen bei 240 bzw. für die etwas selteneren, aber oft großräumigeren Hochs bei 360 €.

Hier im Berliner Wetterturm des Met. Instituts der FU Berlin werden die Patenschaften vergeben und wird das Wetter beobachtet, @ www.wetterpate.de
Im Berliner Wetterturm des Met. Instituts der FU Berlin werden die Patenschaften vergeben: www.wetterpate.de

Manuelle Wetterbeobachtung

Die Einnahmen kommen einem guten Zweck zu Gute: Am Meteorologischen Institut der FU Berlin gibt es noch eine praxisnahe Ausbildung der angehenden Meteorologen. U.a. gibt es hier eine eigene Wetterstation, deren Daten und Beobachtungen in das weltweite Netz einfließen. Diese ist rund um die Uhr besetzt, es gibt also Augenbeobachtungen über Parameter wie den Wetterzustand, die Wolkenart und -höhe, die Sichtweiten usw., welche von Studenten aufgenommen und international verschlüsselt werden. Solche manuellen Beobachtungen werden heutzutage immer seltener, denn die nationalen Wetterdienste ersetzen immer mehr Wetterbeobachter durch automatisierte Instrumente, deren Qualität oftmals zu wünschen übrig lässt. Langzeitreihen wie etwa die jährliche Anzahl an Nebel- und Gewittertagen gehen dabei verloren.

Abschlusspaket für einen Paten, @ www.wetterpate.de
Abschlusspaket für einen Paten, @ www.wetterpate.de

Medicanes: Tropische Stürme im Mittelmeer

Tropische Stürme im Mittelmeer

Der Mittelmeerraum ist vor allem im Winterhalbjahr eine regelrechte Brutstätte von Tiefdruckgebieten. Dies ist einerseits der Lage des Mittelmeers zwischen den mittleren Breiten und den Subtropen zu verdanken, andererseits auch der zahlreichen, angrenzenden Gebirgsketten, die den Prozess der Tiefdruckentwicklung begünstigen. In der Regel entstehen Tiefdruckgebiete über dem Mittelmeer im Zuge von Kaltluftvorstößen, welche von Tiefs der mittleren Breiten eingeleitet werden. Diese Tiefdruckgebiete weisen im Gegensatz zu tropischen Tiefs einen kalten Kern auf und haben eine unsymmetrische Struktur mit einer Warm- sowie Kaltfront.

Medicanes

Unter bestimmten Bedingungen können sich auch im Mittelmeerraum subtropische oder gar tropische Tiefdrucksysteme entwickeln. Obwohl sie die Stärke eines Hurrikans der Kategorie 1 nur in absoluten Ausnahmefällen erreichen, werden sie Medicanes (Mediterranean hurricane) genannt. Sie treten vor allem im Herbst auf und dann bevorzugt im Bereich der Balearen und über dem Ionischen Meer. In den meisten Fällen entstehen sie in Folge von Kaltlufteinbrüchen im Mittelmeerraum im Zusammenspiel mit zurückbleibenden Höhentiefs. Ähnlich wie bei tropischen Tiefdruckgebieten stellt die Kondensation des Wasserdampfs in den Gewitterwolken die treibende Kraft dar, welche von den Temperaturunterschieden zwischen der Meeresoberfläche und der Luft angetrieben wird.

Aktueller Fall

Die Reste des Höhentiefs, welches in der vergangene Woche für heftige Gewitter auf den Balearen sowie auf Sardinien gesorgt hat, befindet sich mittlerweile über dem südlichen Mittelmeer zwischen Sizilien und Libyen. Im Zusammenspiel mit einem kleinräumigen Tief und den überdurchschnittlich hohen Wassertemperaturen sorgt es derzeit für kräftige Gewitter.

Hochreichende Gewitterwolken (rosa Farbton) im Bereich des Tiefs am Dienstagmorgen..

Am Dienstag bleibt das Tief nahezu ortsfest, am Mittwoch wird es sich dann laut aktuellen Modellprognosen unter Verstärkung langsam in nördliche bis nordöstliche Richtung verlagern. Die Bedingungen für die Entwicklungen zu einem tropsichen Tief sind aufgrund der starken Windscherung nicht ideal, somit können sich die Gewitter wohl nicht symmetrisch um den Tiefkern anordnen, dennoch weist das Tief tropische Eigenschaften mit einem warmen Kern auf.

Extremlösung von ICON 0z mit Landgang als Hurrikan der Kategorie 1. © DWD

Am Donnerstagabend oder Donnerstagnacht dürfte das Tief laut aktuellen Modellberechnungen auf die Westküste Griechenlands treffen. Die Unsicherheiten sind allerdings noch groß: Laut dem aktuellen ECMWF-Modellauf wäre die Peloponnes betroffen, laut ICON würde dagegen ein voll entwickelter Medicane auf die Ionischen Inseln bei Kefalonia trefffen. Bei einem Landgang drohen jedenfalls schwere Sturmböen und gewittriger Starkregen.

Das Wasser im Mittelmeer ist derzeit überdurchschnittlich warm. © CEAM

 

Update:

Inzwischen sind schon erste Strukturen des Medicanes zu sehen.

Satellitenbild vom 16.9.2020 um 17.15 Uhr © Eumetsat

Titelbild: Medicane Qendresa im 2014 (© NASA/ EOSDIS)

Sonnenbrandgefahr im September

Auch im September kann man sich noch einen Sonnenbrand holen

Am Ende der Badesaison denken sich wohl so manche, dass nun auch die Gefahr eines Sonnenbrandes gebannt ist. Gerade dieses Denken verleitet aber zur Sorglosigkeit und trägt dazu bei, dass sich gerade im Herbst empfindliche Personen noch einmal einen Sonnenbrand einfangen.

UV-Index ausschlaggebend

Mitte September gelangt, genauso wie etwa Anfang April, um die Mittagszeit noch immer etwas mehr als die Hälfte des Betrags der ultravioletten (UV) Sonnenstrahlung zu uns. Neben der Dicke der Ozonschicht, die uns grundsätzlich vor der UV-Strahlung schützt, ist auch die geographische Breite ein maßgeblicher Faktor. Da sich die Nordhalbkugel der Erde im Herbst langsam wieder von der Sonne abwendet und sich das Strahlungsmaximum Richtung Äquator verschiebt, nimmt logischerweise auch die Belastung Richtung nördlichen Wendekreis rascher ab als weiter südlich.

Seehöhe und Wolken spielen ebenfalls Rolle

Gerade der Herbst zieht ja viele in die Berge zum Wandern. Mit zunehmender Seehöhe nimmt aufgrund des kürzeren Weges des Sonnenlichtes durch die Atmosphäre auch die ultraviolette Strahlungsbelastung zu, da weniger UV-Strahlung durch die Atmosphäre gefiltert wird. Je 1000 Höhenmeter ist somit ein Anstieg um 10 bis 20 Prozent zu erwarten. Im Gegensatz dazu schützen die meisten Wolken etwas. Leichte Bewölkung oder etwa hohe Schleierwolken streuen und reflektieren die Strahlung hingegen eher und sorgen somit sogar für größeres Sonnenbrandrisiko als an klaren Tagen.

Gletscherbrand?

Auch erster Neuschnee, wie er im Herbst in höheren Lagen durchaus schon auftritt, kann die Sonnenbrandgefahr verstärken. Dies kann auch durch Eis auf einem Gletscher erfolgen, wobei ein Sonnenbrand, der durch die Reflexion der UV-Strahlung durch Schnee oder Eis hervorgerufen wird, als Gletscherbrand bezeichnet wird.

Hier noch ein  Vergleich des durchschnittlichen UV-Index zwischen Wien und dem Sonnblick:

 

Monat Wien (150 m) Sonnblick (3100 m)
Januar 1 2
Februar 2 3
März 3 5
April 5 7
Mai 6 8
Juni 7 9
Juli 7 8
August 6 8
September 5 6
Oktober 3 4
November 2 3
Dezember 1 2

Hitze im September: Bis zu 30 Grad

Wenige Wolken, viel Sonnenschein

Spätsommer dank LEIKI

Das derzeit herrschende Hochdruckgebiet trägt den Namen LEIKI und befindet sich über dem östlichen Mitteleuropa. Uns erreichen dabei bis einschließlich Mittwoch für die Jahreszeit sehr warme Luftmassen. Normalerweise pendeln sich die Höchsttemperaturen im Flachland sowie den breiten Alpentälern jetzt Mitte September bei rund 20 bis 22 Grad ein. Mit bis zu 30 Grad heute sowie an den beiden kommenden Tagen liegen wir folglich um 7 bis 10 Grad über diesen langjährigen Mittelwerten.

Stadt Höchstwert am Dienstag Durchschnittlicher Höchstwert Mitte September
Wien 29 Grad 21 Grad
St. Pölten 29 Grad 21 Grad
Eisenstadt 29 Grad 22 Grad
Linz 28 Grad 20 Grad
Graz 28 Grad 21 Grad
Klagenfurt 27 Grad 21 Grad
Salzburg 30 Grad 20 Grad
Innsbruck 30 Grad 21 Grad
Bregenz 28 Grad 20 Grad

Hier die prognostizierten Höchstwerte für Dienstag in Kartenform:

Sommerliche Wärme am Dienstag in Österreich.

Septemberhitze nicht (mehr) ungewöhnlich

30 Grad im September sind nicht so außergewöhnlich, wie man vielleicht denken mag. So gab es in den vergangenen zehn Jahren gleich sieben September mit einem 30er, dem gegenüber stehen drei September ohne Hitzetag seit 2010. Der absolute Temperaturrekord für den September bleibt jedoch in weiter Ferne, er stammt aus der jüngeren Vergangenheit. Am Monatsersten vor fünf Jahren wurden in Pottschach-Ternitz sogar 36 Grad gemessen. Die 30-Grad-Marke liegt hierzulande übrigens bis in den Oktober hinein in Reichweite: Der späteste Termin für einen 30er in Österreich datiert vom 5.10.1983 aus Deutschlandsberg.

Kaltfront am Donnerstag

Bereits am Mittwoch ist es nicht mehr im ganzen Land sonnig und warm. Besonders in Tirol, Salzburg und Oberösterreich entstehen nämlich am Nachmittag ein paar Regenschauer und Gewitter, die höchsten Temperaturen mit weiterhin bis zu 30 Grad konzentrieren sich dann auf den Osten. Der Donnerstag bringt dann einen vorübergehenden Wetterumschwung: An der Alpennordseite ziehen von Beginn an dichte Wolken samt Regenschauern durch, freundlich bleibt es im äußersten Westen sowie anfangs auch von Osttirol bis ins Burgenland. Doch auch im Süden und Südosten entwickeln sich am Nachmittag Schauer und Gewitter. Mit 18 bis 26 Grad kühlt es zwar überall ab, die Temperaturen bleiben damit aber auf einem überdurchschnittlichen Niveau.

Auf LEIKI folgt MANFRED

Am Freitag ist die Kaltfront schon wieder Geschichte. Hoch MANFRED beschert uns nicht nur einen letzten strahlend sonnigen Werktag, auch das Wochenende verspricht aus heutiger Sicht die meiste Zeit über Sonnenschein bei angenehm warmen 20 bis 28 Grad.

Quelle Titelbild: pixabay

Aktiver tropischer Atlantik: Hurrikans bedrohen Bermuda und US-Golfküste

 

Aktuelle Position von Hurrikan PAULETTE und Tropensturm SALLY mit eingezeichneten Zugbahnen @ UBIMET

 

PAULETTE ist seit Samstagabend ein schwacher Hurrikan, doch die Bedingungen für eine stetige Verstärkung in den nächsten Tagen sind günstig. PAULETTE wird sich weiter nordwestwärts bewegen und das Zentrum des Sturms bis Montagmorgen direkt über die Bermudas bringen. Hurrikan-Landungen sind für den winzigen Inselstaat keine Seltenheit, die alle paar Jahre auftreten, und die Anwohner verfügen über gut eingeübte Verfahren, um mit den Auswirkungen umzugehen. Starke Winde, heftige Regenfälle und Überschwemmungen können jedoch immer noch zu größeren Störungen einschließlich Stromausfällen führen. Nach dem Passieren der Bermudas dreht Paulette nach Nordosten und beschleunigt auf den nördlichen Atlantik.

 

Niederschlagsvorhersage über die kommenden 5 Tage @ NOAA

 

Der Tropensturm SALLY hingegen hat am Samstag bereits sehr starke Regenfälle und stürmischen Wind in Südflorida gebracht. Aktuell ist der Sturm in den östlichen Golf von Mexiko eingedrungen, mit warmem Wasser und geringer Scherung voraus. Eine Intensivierung ist wahrscheinlich, und SALLY könnte bis Montag ein Hurrikan werden. Die steuernden Winde sind nicht sehr stark und werden in den kommenden Tagen weiter nachlassen. Folglich wird sich SALLY verlangsamen, wenn er sich der zentralen Golfküste nähert. Der so genannte ‚Landfall‘ wird voraussichtlich am Dienstag irgendwo zwischen Südost-Louisiana und dem westlichsten Florida stattfinden.

 

 

Durch die langsame Verlagerung werden große Niederschlagsmengen erwartet, die in einigen Gebieten (siehe Karte oben) 300 l/m² übersteigen, was zu schweren Überflutungen führen wird. Eine lebensbedrohliche Sturmflut und zerstörerische Winde werden auch in der Nähe und unmittelbar östlich des Landfalls auftreten.

 

Titelbild mit freundlicher Genehmigung des Flickr-Nutzers Jerry Angelica.

 

Variierende Tageslänge

Ursache

An der variierenden Tageslänge an einem bestimmen Ort ist die Neigung der Erdachse (in etwa 23 Grad) schuld. Während die Sonne im Hochsommer im Alpenraum etwa 16 Stunden lang scheint (um die Sommersonnenwende Ende Juni), dauert der Tag im Dezember nur noch 8 Stunden.

In Wien büßt man im September pro Tag durchschnittlich vier Minuten Tageslänge ein. Sind zu Beginn des Monats noch fast 13,5 Stunden Sonnenschein möglich, stehen Ende September nur noch 11,5 Stunden zur Verfügung. Am Ende des meteorologischen Herbstes, also Ende November dauert der Tag dann überhaupt nur noch 9 Stunden.

@ https://stock.adobe.com

Auswirkungen

Aufgrund der damit verbundenen länger werdenden Nächte kann die Luft bodennah stärker auskühlen als in den Sommermonaten. Somit bilden sich vermehrt Nebelfelder, da die bodennahe Temperatur bis zum sogenannten Taupunkt sinkt. Grundvoraussetzung für Nebelbildung ist jedenfalls neben der eben genannten nächtlichen Abkühlung genügend Feuchtigkeit in den unteren Luftschichten sowie nur schwacher Wind.

 

Titelbild @ https://stock.adobe.com

Spätsommerwetter open end

JURIJ, KEVIN und LEIKI – so die Namen der Hochdruckgebiete. Sie bringen uns dieser Tage feinstes Spätsommerwetter. Zwar halten sich in den Morgenstunden schon vielerorts Nebelfelder, tagsüber scheint aber doch die meiste Zeit die Sonne. Häufig sind so theoretisch 12 Sonnenstunden drin, was dem astronomisch Möglichen entspricht. Immerhin nähern wir uns der Tag- und Nachtgleiche zum kalendarischen Herbstbeginn am 22. September.

Abweichung der Höchsttemperaturen am Donnerstag vom klimatologischen mittleren Maximum für diesen Tag @ UBIMET

Normal wären zu dieser Jahreszeit Tageshöchstwerte von rund 21 Grad in den Niederungen und Tälern, wie man der nachfolgenden Grafik entnehmen kann. Bis inklusive Mittwoch stehen jedoch Temperaturen zwischen 24 und 30 Grad an, mit durchschnittlich 28 Grad in den Landeshauptstädten fallen die nächsten Tage also grob um 7 Grad zu warm aus.

Mittleres klimatologisches Temperaturmaximum an einem 11. September @ UBIMET

 

Ab Donnerstag deuten sich nach einigen Wettermodellen zwar wieder kühlere Temperaturen an, aber selbst eine Fortsetzung der ruhigen und warmen Wetterphase bis zum folgenden Wochenende ist derzeit nicht ausgeschlossen.

 

Titelbild: Webcam Lucknerhaus @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/lucknerhaus/

Massive Waldbrände in USA – Ruß erreicht auch Europa

Anfang des Jahres haben wir noch über die verheerenden Buschbrände in Australien berichtet. Im Spätsommer der Nordhalbkugel hingegen sind Waldbrände in den USA keine Seltenheit, zumindest in der jüngeren Vergangenheit kam es immer wieder dazu. Doch in diesem Jahr sind sie noch massiver als je zuvor. In Kalifornien schlossen sich nun mehrere Wald- und Buschfeuer zum flächenmäßig größten, jemals im Bundesstaat verzeichneten Feuer zusammen. Das so genannte August Complex Fire im Bezirk Mendocino County wütete am Donnerstag auf einer Fläche von knapp 2000 Quadratkilometern, was in etwa den Flächen von Berlin, Hamburg und Bremen zusammen entspricht.

 

Noch unter der Woche gingen Bilder aus San Francisco um die Welt, wo eine Kombination aus Rauch und darunter liegendem Nebel zu gespenstischen Szenen führte. Nachfolgende Bilder wurden mitten am Tag aufgenommen:

 

Die enormen Rauchschwaden wurden zuletzt zwar primär auf den Pazifik hinaus getrieben, über Umwege und primär in höheren Atmosphärenschichten erreichen Rußpartikel inzwischen aber auch Europa. Teilweise sorgen sie hier für einen eher grauen, milchigen statt blauen Himmel.

 

Titelbild @ https://twitter.com/leoletailleur

Waldbrände in Kalifornien: Himmel über San Francisco färbt sich orange

Im Westen der USA wüten derzeit zahlreiche, teils sehr große Waldbrände, besonders betroffen sind die Staaten Kalifornien und Oregon. Der Höhepunkt der Feuersaison steht zwar noch bevor, in Kalifornien wurde aber bereits jetzt so viel vernichteter Wald dokumentiert wie noch nie zuvor in einem Jahr.


Marshimmel

Der dichte Rauch der Feuer in Oregon und Kalifornien hat sich über weite Teiler der Westküste ausgebreitet. Im Raum San Francisco färbte sich der Himmel orange, weshalb es am Mittwoch den ganzen Tag über nie richtig hell wurde. In den sozialen Medien schreiben die Anwohner von einer apokalyptischen Stimmung oder auch von einem „Marshimmel“.

Der erste Nebel der Saison

Hochnebel im Herbst

Hoch JURIJ sorgt am Dienstag und Mittwoch für stabile Wetterbedingungen in ganz Österreich. Typisch für die Jahreszeit präsentiert sich das Wetter dabei in den Morgenstunden von seiner frühherbstlichen Seite mit Tau auf den Wiesen und kühlen Temperaturen, zudem gab es heute erstmals in der Saison verbreitet Nebel und Hochnebel im Alpenraum.

Satellitenbild am Dienstag um 8 Uhr. © EUMETSAT / UBIMET

Nach dem frühherbstlichen Start sorgen Sonnenschein und milde Temperaturen in den Nachmittagsstunden dann aber für einen spätsommerlichen Wettercharakter. Die höchsten Temperaturen um 26 Grad gibt es am Dienstag im Inntal.

Tiefstwerte in der Nacht auf Dienstag. © UBIMET

Nebel und Hochnebel

Während im Alpenvorland und im Donauraum der Nebel sehr flach war uns teils nur Sichtweiten von 200 m zugelassen hat, handelt es sich in den Gebirgstälern wie dem Inntal, dem Salzachtal oder dem Ennstal um Hochnebel mit einer Obergrenze bei etwa 1900 m. An der Alpensüdseite liegt die Hochnebel noch höher bei etwa 2500 m, so befindet sich selbst der Gipfel der Villacher Alpe noch mitten in den Wolken.

Hochnebel
Der Blick vom Hochkönig zu den Hohen Tauern. © www.foto-webcam.eu
Nebel in Wien
Nebel im Norden Wiens. © www.foto-webcam.eu
Hochnebel
Hochnebel im Salzburger Land. © www.foto-webcam.eu
Nebel
Hochnebel südlich des Alpenhauptkamms. © www.foto-webcam.eu

Auch am Mittwoch geht es in einigen Tal- und Beckenlagen weder mit Frühnebel los, in Summe wird die betroffene Fläche aber geringer und Hochnebel ist kaum noch zu erwarten. Tagsüber erwärmt sich die Luft dann auf 22 bis 27, im Inntal auch 28 Grad.

Hoch JURIJ bringt ab Dienstag ruhiges Spätsommerwetter

Bergsee

In den kommenden Tagen gelangt Mitteleuropa unter den Einfluss eines Ablegers des Azorenhochs namens JURIJ. Die Höhenströmung dreht am Mittwoch allmählich wieder auf südwestliche Richtungen, wodurch den Alpenraum milde Luftmassen aus dem nördlichen Mittelmeerraum erfassen.

Bodenwetterkarte am Dienstag. © FU Berlin / DWD

Frischer Start in den Dienstag

Der Dienstag beginnt besonders in vielen Tal- und Beckenlagen herbstlich kühl, so liegen die Tiefstwerte im Mühl- und Waldviertel oder im Wienerwald teils nur bei 4 Grad. Eine Spur milder verläuft die Nacht von Kärnten bis ins Burgenland, hier liegen die Frühtemperaturen am Dienstag meist zwischen 9 und 13 Grad.

Prognose der Tiefstwerte in der Nacht auf Dienstag. © UBIMET

Nach Auflösung lokaler Frühnebelfelder scheint tagsüber aber verbreitet die Sonne, nur von Oberkärnten bis ins Obere Murtal halten sich mitunter bis zum Vormittag ein paar Hochnebelfelder. Die Temperaturen erreichen maximal 20 bis 26 Grad mit den höchsten Werten im Oberinntal. Ähnlich präsentiert sich das Wetter auch am Mittwoch, dabei steigen die Temperaturen bei strahlendem Sonnenschein auf 22 bis 27, im Inntal auch bis 28 Grad an.

Prognose der Höchstwerte am Mittwoch. © UBIMET

In der zweiten Wochenhälfte setzt sich das ruhige Wetter im Osten und Südosten fort, in der Westhälfte lässt der Hochdruckeinfluss etwas nach. Bei ein paar durchziehenden Wolkenfeldern steigt die Schauerneigung besonders vom Arlberg bis nach Oberkärnten jeweils in den Nachmittagsstunden leicht an. Die Tageshöchstwerte gehen aber nur an der Alpennordseite geringfügig zurück und liegen zwischen 19 und 27 Grad.

Titelbild © Adobe Stock