Am Sonntag im Süden trüb, im Norden oft sonnig

PROGNOSE FÜR DIE SCHWEIZ

Heute Sonntag im Norden vielfach recht sonnig, am Nachmittag von Westen her vermehrt hohe Wolken. 9-11 Grad, mit Föhn leicht milder. Im Süden Wolken mit einzelnen Schauern.

AUSSICHTEN FÜR DIE SCHWEIZ

Am Montag viele Wolken mit in Richtung Westen und Nordrand erhöhtem Schauerrisiko. 8-11 Grad, in den Alpen mit Föhn milder. Im Süden trüb und nass, Schnee meist ab 700-1000 m.

Beitragsbild: Konkordiahütte @foto-webcam.eu

Lagebericht

Bodendruck- und Frontenkarte für Sonntag, 25. Februar 2024, 14 Uhr MEZ (Quelle: UBIMET)

Aktuelle Wetterlage

Am Sonntag verbleibt Deutschland an der Vorderseite eines umfangreichen Tiefdruckkomplexes über dem Nordatlantik in einer kühlen und leicht unbeständigen Südwestströmung. Dabei bleibt die Schauerneigung leicht erhöht. Am Sonntagabend zieht schließlich ein Tief vom Atlantik nach Frankreich, dessen Warmfront macht sich zu Wochenbeginn im Westen und Südwesten des Landes vorübergehend bemerkbar. Im weiteren Verlauf der neuen Woche verlagert sich das Tief langsam in Richtung Mittelmeer und das ruhige Wetter setzt sich in ganz Deutschland durch.

Überblick Warnungen

Es sind keine Warnungen aktiv.

Warnausblick

Der Sonntag hat generell eine Wetterberuhigung zu bieten, in der Mitte und im Osten ziehen teils gewittrige Schauer durch, später setzt im Südwesten Regen ein.

Am Montag ist ganz im Westen und Nordwesten mit ein paar Schauern zu rechnen, ansonsten stellt sich aber verbreitet warnfreies Wetter ein.

Der Dienstag gestaltet sich aus heutiger Sicht meist trocken und warnfrei.

Autor

Steffen Dietz
Sonntag, 25. Februar 2024, um 04:00 Uhr

Warnlagebericht

Bodendruck- und Frontenkarte für Sonntag, 25. Februar 2024, 14 Uhr MEZ (Quelle: UBIMET)

Aktuelle Wetterlage

Am Sonntag gerät Österreich an die Vorderseite eines Tiefs über Frankreich und bis zum Wochenbeginn stellt sich in der Alpenrepublik eine meist stabile, föhnige Südströmung ein. Im weiteren Verlauf der neuen Woche zieht das Tief von Frankreich in Richtung Mittelitalien und die Strömung in Österreich dreht allmählich von Süd auf Ost. Unser Land liegt allerdings bis in die zweite Wochenhälfte hinein nur am Rande des umfangreichen Mittelmeertiefs. Lediglich der Süden bekommt phasenweise etwas Niederschlag ab. Markante Wetterereignisse sind aber auch dort nicht in Sicht.

Überblick Warnungen

FÖHN
Die Informationen am Alpenhauptkamm gelten von Sonntagvormittag bis Montagnacht.

Warnausblick

Am Sonntag halten sich im Donauraum sowie im Wein- und Waldviertel zunächst Nebelfelder, nach deren Auflösung setzt sich tagsüber meist der freundliche und sonnige Wettercharakter durch. Nur im Südwesten dominieren weiterhin die Wolken und in Osttirol, Oberkärnten und vereinzelt auch in Nordtirol fallen gelegentlich ein paar Tropfen, oberhalb von etwa 1000 m Flocken. Zudem frischt lebhafter bis kräftiger Südföhn, im Osten Südostwind auf.

Der Montag verläuft im Nordosten überwiegend sonnig und trocken, von Vorarlberg bis in die Obersteiermark und Kärnten dominieren hingegen die Wolken. Am Alpenhauptkamm und in den südlichen Gebirgsgruppen fallen ab und zu ein paar Flocken bzw. unterhalb von 1200 m auch Tropfen, meist bleibt es aber trocken. Im Osten weht lebhafter bis kräftiger Südostwind, im Bergland bleibt es föhnig.

Am Dienstag scheint vom Tiroler Unterland bis ins westliche Niederösterreich zeitweise die Sonne, abseits davon dominieren die Wolken und vom Brenner bis zur Koralpe fällt vereinzelt etwas Schnee, unterhalb von 1200 m Regen. Im östlichen Flachland weht mäßiger bis lebhafter Südostwind, im Mostviertel ist es noch leicht föhnig.

Autor

Steffen Dietz
Sonntag, 25. Februar 2024, um 04:00 Uhr

Am Sonntag mehr Sonne, jedoch wechselhaft

Am Sonntag halten sich im Donauraum sowie im Wein- und Waldviertel zunächst lokale Nebelfelder. Nach deren Auflösung scheint hier zeitweise die Sonne, im Südwesten dominieren dagegen weiterhin die Wolken. Gelegentlich fällt in Oberkärnten, Osttirol und am Alpenhauptkamm etwas Regen, oberhalb von etwa 1000 m Schnee. Im Osten weht lebhafter bis kräftiger Südostwind, im Bergland wird es föhnig. Die Temperaturen steigen auf 6 bis 14 Grad.

Windig, und teils sonnig

Der Montag verläuft im Nordosten überwiegend sonnig und trocken, von Vorarlberg bis in die Obersteiermark und Kärnten dominieren hingegen die Wolken. Am Alpenhauptkamm und in den südlichen Gebirgsgruppen fallen ab und zu ein paar Flocken bzw. unterhalb von 1200 m auch Tropfen, meist bleibt es aber trocken. Im Osten weht lebhafter bis kräftiger Südostwind, im Bergland bleibt es föhnig. Die Höchstwerte liegen zwischen 6 und 15 Grad.

Beitragsbild: Seefeld in Tirol © foto-webcam.eu

Italientief bringt am Freitag kräftigen Regen und Schneefall

In der Nacht zum Freitag erstreckt sich die Kaltfront des Sturmtiefs WENCKE von Dänemark über die Alpen bis nach Portugal und zieht nördlich der Alpen rasch ostwärts. Südlich der Alpen wird die Kaltfront durch die Gebirgsketten gebremst, wodurch die Luftmassengrenze verwellt und es im Bereich von Genua zu einer sogenannten Lee-Zyklogenese kommt. Mit dem Druckfall über Norditalien wird feuchte Luft aus dem Mittelmeerraum zu den Alpen transportiert, wo es zu Staueffekten und damit zu teils großen Niederschlagsmengen kommt.

Boden- und Frontenkarte am Mittwoch, dem 21.02.2024 um 12 UTC © DWD
Durchziehende Kaltfront mit anschließender Lee-Zyklogenese über Norditalien

Wetterverlauf

Nach Zusammenbruch des Südföhns in der Nacht zum Freitag verläuft der Freitag verbreitet trüb und nass, trockene Abschnitte sind am ehesten im Rheintal zu erwarten. Die Schneefallgrenze liegt zunächst zwischen 800 und 1000 m in den Zentralalpen und bei 1500 m im Südosten. Die Niederschläge intensivieren sich noch am Vormittag und halten bis Freitagabend an. Dazu sinkt die Schneefallgrenze entlang der Nordalpen, in Osttirol sowie in Oberkärnten bei hohen Niederschlagsraten auf 500 bis 600 m, damit schneit es bis in viele Täler. Südöstlich der Mur-Mürz-Furche sowie in Unterkärnten schneit es durchwegs oberhalb von etwa 1200 bis 1500 m. Im Osten weht kräftiger Wind aus südlichen Richtungen. In der Nacht auf Samstag lassen die Niederschläge deutlich nach, ehe sich am Samstag eine deutliche Wetterbesserung einstellt.

Prognose der Niederschlagssumme für Freitag, den 23.2.2024 © UBIMET

Teils erhebliche Nassschneemengen

Am Freitag sind innerhalb von 24 Stunden in den Zentralalpen 30 bis 50 mm, im Süden 50 bis 80 mm und im Bereich der Karnischen Alpen auch bis zu 100 mm Niederschlag möglich.  In mittleren Lagen Osttirols, den Hohen Tauern oder in Oberkärnten fällt dieser als Nassschnee, auf dem Bergen schneit es kräftig. Der Nassschnee ist schwer und kann in manchen Tallagen zu Schneebruch führen. In tieferen Tallagen wie zum Beispiel im Inn- und Ennstal, in Villach und im unteren Salzachtal geht sich meist nur vorübergehend eine dünne Schneedecke aus. In Unterkärnten handelt es sich aufgrund der höheren Schneefallgrenze um Starkregen, dabei fallen dort Mengen von rund 50 Liter pro Quadratmeter, im Bereich der Karawanken auch mehr.

Sturmtief VIVIENNE bringt turbulenten Donnerstag

Aktuelle Situation

Mit der derzeit herrschenden Westwetterlage sind in den vergangen Tagen immer wieder schwächere Fronten von Westen aufgezogen und haben besonders im Norden und Westen etwas Regen gebracht. Nun deutet sich für Donnerstag eine deutlich markantere Kaltfront an. Diese gehört prinzipiell zu dem Tief VIVIENNE, welches sich derzeit über dem Atlantik entwickelt.

Aktuelles Satellitenbild von Dienstag, dem 20.2. um 16 MEZ © EUMETSAT

Dabei stellt sich die Übersicht ein wenig komplizierter da. Während das Tief VIVIANNE in Richtung ISLAND ziehen wird, hat sich quasi ein Begleiter in den Warmsektor des Tiefs geschummelt. Dieser führt einen Schwall sehr feuchter Subtropikluft nach Westeuropa. Die folgende Animation zeigt den Prozess, je höher das sog. niederschlagbare Wasser ist, desto feuchter und potentiell regenbringend ist die Luftmasse.

Niederschlagbares Wasser © https://tropic.ssec.wisc.edu/real-time/mtpw2/product.php?color_type=tpw_nrl_colors&prod=natl×pan=24hrs&anim=anigf#

Ablauf

In der Folge wird der Begleiter aber am Mittwoch über den Britischen Inseln von der Kaltfront des Tiefs eingebunden, die Feuchtigkeit bleibt aber vor Kaltfront erhalten. Derweil zieht am Abend die Warmfront des Tiefs über Deutschland hinweg, die jedoch kaum Regen bringen wird.

In der Nacht auf Donnerstag erreicht ein erster Schub teils kräftigen Regens mit der Kaltfront des Begleiters das Land. Um es nun noch komplizierter zu machen, bildet sich über dem westlichen Ärmelkanal am Donnerstagmorgen noch ein kleines Randtief an der Kaltfront, sodass die Kaltfront bei ihrem Vorankommen zur Landesmitte aufgehalten wird. Dabei regnet es um die Mittagszeit im Süden, vor der Front. Am Nachmittag zieht dann das Randtief zur Nordsee und der Wind frischt in der Westhälfte spürbar auf. Dann können im Westen auch vereinzelt Gewitter mit der Passage der eigentlichen Kaltfront des Tiefs VIVIENNE auftreten. In der Nacht auf Freitag beruhigt sich das Wetter von Westen wieder, da das Randtief nach Norwegen zieht.

Auswirkungen

Die folgenden zwei Karten geben die Prognose für den Donnerstag wieder. Dabei zeichnen sich besonders im Süden und Westen verbreitet zwischen 10 und 20, in den Staulagen der Mittelgebirge teils bis 40 L ab. Dies sind zwar nicht besonders große Mengen, da jedoch der Herbst und Winter nass waren, wir berichteten hier und hier, werden die kleineren Flüsse wieder anschwellen.

Zudem treten mit dem Randtief in der Westhälfte verbreitet stürmische Böen auf, vereinzelt sind auch Sturmböen zu erwarten. In den höheren Lagen der Mittelgebirge sowie an den Küsten und bei Schauern sind zudem schwere Sturmböen zu erwarten. An den Küsten und in den Hochlagen der Mittelgebirge zeichnen sich vereinzelt auch orkanartige Böen ab.

Regenprognose für Donnerstag, den 22.2.2024 © UBIMET
Böenprognose für Donnerstag, den 22.2.2024 © UBIMET

Italientiefs: Regen und Schnee in Österreich

Regen

Wenn kalte Luftmassen westlich der Alpen in den Mittelmeerraum vordringen, sind die Bedingungen für die Entstehung von Tiefdruckgebieten rund um dem Golf von Genua aufgrund der Lage und Ausrichtung des Alpenbogens besonders günstig („Lee-Zyklogenese“). Mit dem Druckfall über Norditalien wird feuchte Luft aus dem Mittelmeerraum zu den Alpen geführt, wo es zu Staueffekten und damit zu teils großen Niederschlagsmengen kommt. Italientief ist aber nicht gleich Italientief, so können die Auswirkungen auf unser Wetter je nach Zugbahn und Großwetterlage sehr unterschiedlich ausfallen.

Besondere Wetterlagen

Viele Italientiefs ziehen vergleichsweise schnell nach Osten oder Südosten ab und sorgen nur vorübergehend für kräftige Niederschläge im Süden Österreichs. Italientiefs stehen allerdings auch im Zusammenhang mit markanten Wetterlagen, welche gebietsweise mit großen Niederschlagsmengen verbunden sind:

  • Ergiebiger Südstau (v.a. in Osttirol und Oberkärnten)
  • Gegenstromlagen (im gesamten Alpenraum)
  • Vb-Tiefs bzw. „Fünf-b-Tiefs“ (v.a. im Osten und Südosten)

Südstau

Nahezu ortsfeste Tiefdruckgebiete über dem westlichen Mittelmeerraum sorgen in Österreich für eine anhaltende Südströmung. Bevor die Luft auf die Alpen prallt, nimmt sie über dem Mittelmeer viel Feuchtigkeit auf und wird in weiterer Folge in den Südalpen wie ein Schwamm ausgepresst. In Österreich sind davon Osttirol und Oberkärnten besonders stark betroffen.  Je nach Ausrichtung und Stärke der Höhenströmung gibt es dabei die größten Niederschlagsmengen meist im Gail- und Lesachtal oder am Loibl in den Karawanken. In den Nordalpen und im Osten Österreichs weht dagegen meist föhniger Südwind.

Solange keine kühle Luft aus NW eintrifft, weht in den Nordalpen Föhn.

Im Winterhalbjahr kann die Schneefallgrenze bei solchen Lagen selbst bei einer relativ hohen Nullgradgrenze um 2000 m Höhe bis in manche Tallagen absinken: Die Schmelzwärme des Schnees, die der Umgebung entzogen wird, sorgt nämlich in engen Tälern für eine Abkühlung der Luft bis auf 0 Grad.

Eine Südstaulage im Dezember 2020. Karten via wetter3.com

Niederschlagsabkühlung

Bei diesem Prozess wird die Luft vor Ort durch das Schmelzen der Schneeflocken nach und nach auf 0 Grad abgekühlt. Entscheidend dafür sind folgende Faktoren:

    • Anhaltende und starke Niederschläge (als Faustregel mind. 2 mm pro Stunde) bei einer Nullgradgrenze um oder unterhalb des Kammniveaus der Alpen
    • Windschwache Verhältnisse, damit der Wind die gekühlte Luft nicht verdrängt
    • Enge Tallagen, da hier wesentlich weniger Luft abgekühlt werden muss als beispielsweise über der gleichen Grundfläche im Flachland. Je enger das Tal, desto effektiver die Niederschlagsabkühlung.

Wenn der Niederschlag lange genug anhält, sinkt die Temperatur in den Tälern je nach Niederschlagsintensität mehr oder weniger rasch gegen 0 Grad ab, somit geht der Regen auch am Talboden in Schneefall über. Ab diesem Moment ist keine weitere Abkühlung mehr möglich und die Temperatur bleibt konstant bei 0 Grad, bis der Niederschlag wieder nachlässt. Meteorologen sprechen bei solchen Lagen auch von isothermen Schneefall, da die Temperatur vom Talniveau manchmal sogar bis in Höhenlagen um 2000 m konstant bei 0 Grad liegt (was oft einem Höhenunterschied von mehr als 1000 Metern entspricht!). Aus diesem Grund sind für Schneefall in den Alpen auch nicht zwingend markante Kaltlufteinbrüche erforderlich, welche ja in Zeiten des Klimawandels seltener werde.

Eine verwellte Kaltfront sorgt für Föhnende und eine beginnende Gegenstromlage mit Niederschlagsabkühlung im Februar 2024. Karten via wetter3.com
Ein Beispiel für die Niederschlagsabkühlung. Sobald die Schneefallgrenze bis zum Talboden absinkt, stabilisiert sich die Temperatur auf 0 Grad.

Gegenstromlagen

Bei vielen Südstaulagen weht in den Nordalpen Föhn. Wenn das dazugehörige Höhentief allerdings nahezu ortsfest über dem nördlichen Mittelmeerraum zu liegen kommt bzw. ein weiteres Randtief nördlich der Alpen ostwärts zieht, dann sickert an der Alpennordseite unterhalb des Kammniveaus aus Nordwesten allmählich kühle Luft ein, die den Föhn beendet. Die südliche Strömung im Kammniveau sinkt dann an der Alpennordseite nicht mehr ab, sondern gleitet über die eingeflossenen, kühle Luft in tiefen Schichten auf. Der Niederschlag kann aus Süden also auch auf die Alpennordseite übergreifen. Meteorologen sprechen dann von einer Gegenstromlage, da in den Tälern der Nordalpen eine schwache nördliche Strömung aufkommt, während in der Höhe starker Südwind weht.

Eine Gegenstromlage sorgt auch in den Nordalpen für Regen bzw. Schneefall.

Bei diesen Wetterlagen kann die Schneefallgrenze auch in den Nordalpen je nach Niederschlagsintensität dank der Niederschlagsabkühlung bis in manche Täler der Nordalpen absinken, so ist diese Wetterlage meist auch für den ersten Schnee der Saison etwa am Brenner oder im Pinz- und Pongau verantwortlich.

Eine Gegenstromlage im Mai 2019. Karten via wetter3.com

Vb-Tief

Wenn Italientiefs sich ost- bis nordostwärts über die Adria in Richtung Ungarn und schließlich Polen verlagern, bestehen auch im Osten Österreichs die größten Chancen auf kräftigen Regen bzw. Schneefall. Bei solch einer Zugbahn des Tiefkerns sprechen Meteorologen auch von einem Vb-Tief („Fünf-b-Tief“).

Die häufigsten Zugbahnen von Tiefdruckgebieten nach van Bebber und Köppen (1891).

Auch bei dieser Wetterlage gleiten feuchte Luftmassen auf der kühlen Luft in tiefen Schichten auf, aufgrund der Zugbahn des Tiefs sind die größten Niederschlagsmengen aber im Osten und Südosten Österreichs zu erwarten. Diese Wetterlage ist relativ selten, im Winter kann sie aber zu markanten Wintereinbrüchen führen. In seltenen Fällen sind selbst im Frühjahr noch Wintereinbrüche möglich, wie etwa im April 2017.

Ein Vb-Tief im April 2017. Karten via wetter3.com

Spezialfall VAIA

Ein folgenschweres Italientief mit einer ungewöhnlichen Zugbahn war Sturm VAIA im Oktober 2018. Zunächst stellte sich eine Südstaulage ein, in weiterer Folge zog das Mittelmeertief aber unter Verstärkung direkt über die Schweiz hinweg nach Deutschland. Die Kaltfront von VAIA erfasste die Südalpen aus Südwesten. In Oberkärnten führten extreme Regenmengen zu einer Hochwasserlage, auf den Bergen gab es einen Föhnorkan. Kurz vor bzw. mit Durchzug der Kaltfront kam dann auch in den Südalpen stürmischer Wind mit Böen teils um 200 km/h auf, in den Wäldern gab es schwere Schäden.

Sturm VAIA im Oktober 2018. Karten via wetter3.com

Titelbild © AdobeStock

Wochenausblick: unbeständig und mild, am Freitag in den Alpen Schnee

A rare Lenticularis clouds formation during the sunset over the European Alps, Biella, Piedmont, Italy - October 29, 2017 -- Adobe Stock

So wie schon in den vergangenen zwei Wochen präsentiert sich das Wetter auch in der letzten Woche der Semesterferien von seiner milden Seite. Atlantische Tiefausläufer bringen feuchtmilde Luft nach Österreich. Eine Umstellung der Wetterlage ist erst im Laufe der zweiten Wochenhälfte zu erwarten: Am Donnerstag nimmt der Tiefdruckeinfluss zu, dabei kündigt aufkommender Föhn einen Wetterumschwung an. Am Freitag zeichnet sich in den Alpen nach längerer Zeit wieder verbreitet Schneefall ab.

Eine Serie an atlantischen Tiefausläufern zieht in der ersten Wochenhälfte durch.

Zu Wochenbeginn unbeständig

Der Montag startet bewölkt und vor allem entlang der Nordalpen nass, oberhalb von 1100 bis 1300 m fällt Schnee. Auch abseits der Alpen regnet es anfangs ein wenig, tagsüber ziehen noch einzelne Schauer durch. Dazu frischt im Donauraum und im Osten kräftiger Westwind auf, im Süden wird es leicht föhnig. Die Temperaturen erreichen 7 bis 14 Grad. Auch der Dienstag gestaltet sich an der Alpennordseite und im Osten unbeständig, besonders von den Kitzbüheler Alpen bis zu den Niederösterreichischen Voralpen fällt häufig Regen und zeitweise bis knapp unter 1000 m herab Schnee. Wetterbegünstigt ist der Süden des Landes. Von Nord nach Süd werden 6 bis 14 Grad erreicht.

48h-Niederschlagsprognose für Montag und Dienstag.

Am Mittwoch dominieren in weiten Landesteilen die Wolken, von Oberösterreich bis ins Nordburgenland fallen ab und zu ein paar Regentropfen. Etwas häufiger wird der Regen im Tagesverlauf im Mühlviertel. Inneralpin und im Süden lockert es ab und zu auf, die meisten Sonnenstunden sind im Süden zu erwarten. Die Höchstwerte erreichen 7 bis 14 Grad.

Prognose der Höchstwerte am Mittwoch.

Am Donnerstag zunehmend föhnig

Der Donnerstag bringt ausgedehnte Wolken und in der ersten Tageshälfte fällt vom Bodensee bis ins Mühl- und Waldviertel sowie später dann vom Tiroler Alpenhauptkamm bis zu den Karnischen Alpen etwas Regen. Von Nordtirol bis an den Alpenostrand und im Südosten bleibt es dagegen trocken mit sonnigen Auflockerungen. Dort frischt zunehmend kräftiger, föhniger Süd- bis Südwestwind auf. Die Temperaturen steigen auf 8 bis 15 Grad, mit Föhn örtlich auch noch etwas höher.

Am Freitag in den Alpen Schneefall

Am Freitag erfasst eine Kaltfront Österreich und im Zusammenspiel mit einem Italientief zeichnet sich mit der Ausnahme vom äußersten Osten verbreitet Regen bzw. in den Alpen auch Schneefall ab. Die Schneefallgrenze sinkt rasch auf unter 1000 m ab, tagsüber schneit es vom Arlberg bis in die nördliche Obersteiermark sowie in Osttirol und Oberkärnten zeitweise bis in manche Täler. Auf den Bergen kündigt sich am Alpenhauptkamm ein halber Meter Neuschnee an, aber auch in den größeren Alpentälern sind ein paar Zentimeter Nassschnee möglich.

Eine erste Modellprognose für Freitag. Es gibt aber noch einige Unsicherheiten.
Auch im Inntal ist die Wahrscheinlichkeit für Schnee oder Nassschnee am Freitag erhöht. © ECMWF

Am kommenden Wochenende setzt sich der Tiefdruckeinfluss fort, die Temperaturen gehen im Flachland aber nur geringfügig zurück. Ein richtiger Kaltlufteinbruch ist nämlich nicht in Sicht, die tiefe Schneefallgrenze in den Alpen kommt nur aufgrund der starken Niederschlagsraten in windgeschützten Alpentälern zustande. Mehr dazu hier (siehe Niederschlagsabkühlung).

Zunehmende UV-Strahlung ab dem Spätwinter

Sonne, Berge und Schnee sorgen besonders im Frühling für erhöhte Sonnenbrandgefahr - pixabay.com

Die UV-Strahlung ist eine für den Menschen unsichtbare, elektromagnetische Strahlung mit einer Wellenlänge, welche kürzer ist als diejenige des für den Menschen sichtbaren Lichts. Diese Strahlung trifft als kurzwelliger Anteil der Sonnenstrahlung auf die Ozonschicht der Erde auf und wird nur teilweise von dieser absorbiert. Während der UV-A Anteil (Wellenlänge 380 bis 315 Nanometer) zu großen Teilen von der Ozonschicht nicht absorbiert wird und somit bis zur Erdoberfläche durchkommt, nehmen die Ozonmoleküle zu 90 % den UV-B Anteil (Wellenlänge 315 bis 280 Nanometer) und gar zu 100 % den UV-C Anteil (Wellenlänge 280 bis 200 Nanometer) auf.

Vor allem UV-A-Strahlung dringt bis zum Erdboden durch.
Vor allem UV-A-Strahlung dringt bis zum Erdboden durch.

Gefahren

Bereits als kleines Kind lernt so gut wie jeder, dass zu viel Sonnenstrahlung schädlich für die Haut ist. Dabei sorgt insbesondere die zuvor erwähnte UV-A Strahlung bei einer zu hohen Dosis für lichtbedingte Hautausschläge und Sonnenallergien. Im fortgeschrittenen Alter führt dies vermehrt zu Hautalterung und Faltenbildung, zudem hinterlässt die Strahlung Schäden im Erbgut und erhöht deutlich die Hautkrebsgefahr . Für den Sonnenbrand ist allerdings die UV-B Strahlung verantwortlich, das heißt selbst wenn jemand keinen Sonnenbrand erlitten hat, sind andere Schäden, insbesondere Spätschäden, in der Haut nicht ausgeschlossen!

UV-Index

Gemessen wird die UV-Belastung mit dem sog. UV-Index. Er hängt vor allem vom Sonnenstand ab und ändert sich daher am stärksten mit der Jahreszeit, der Tageszeit und der geografischen Breite. Die Bewölkung und die Höhenlage eines Ortes spielen ebenfalls eine Rolle, sowie weiters auch die Gesamtozonkonzentration in der Atmosphäre, welche im Frühjahr je nach Wetterlage etwas variieren kann! In Mitteleuropa werden im Sommer Werte von 8 bis 9, in den Hochlagen der Alpen sogar bis 11 erreicht. Am Äquator können Werte von 12 und höher auftreten.

UV-Index und Schutzmaßnahmen - bfs.de
UV-Index und Schutzmaßnahmen – bfs.de
Maximal erreichbarer UV-Index in den Alpen im Laufe des Jahres (angenommen perfekt sonniges Wetter und Schnee auf den Bergen) - UBIMET
Maximal erreichbarer UV-Index in den Alpen im Laufe des Jahres (angenommen perfekt sonniges Wetter und Schnee auf den Bergen) – UBIMET

Schutz

Den besten Schutz erhält man durch die Bedeckung der Haut durch Textilien und das Tragen einer Kopfbedeckung. Zudem sollte besonders die Mittagssonne gemieden werden bzw. man sollte sich soviel wie möglich im Schatten von Sonnenschirmen oder natürlichen Schattengebern aufhalten. Besonders sehr helle Hauttypen besitzen eine Eigenschutzzeit von lediglich 5 bis 10 Minuten. Eine ergänzende, aber durchaus notwendige Maßnahme, stellt das Sonnenschutzmittel dar. Je höher der Lichtschutzfaktor, umso länger kann man sich, abhängig vom jeweiligen Hauttyp in der Sonne aufhalten. Nachcremen bzw. nach einer gewissen Dauer die Sonne meiden ist jedoch unumgänglich. Ab einem UV-Index 3 ist stets an Sonnenschutz zu denken!

Klimatologie und Messwerte für 2024 des UV-Indexes am Hohen Sonnblick. Ab etwa Mitte Februar kann der Wert 3 wieder erreicht oder überschritten werden. Im Fkachland ist dies meist erst im März der Fall. Graphik: https://www.uv-index.at/

Aktuelle Messwerte zum UV-Index gibt es hier: http://www.uv-index.at/

Titelbild © pixabay.com

Die Sonne und ihr Einfluss auf unser Gemüt

Die Sonne ist gut für unser Gemüt und unsere Stimmung. @shutterstock

Tagtäglich wird es den meisten bewusst: Scheint die Sonne, ist die Laune automatisch besser; verdunkeln Wolken dagegen den Himmel und ist es dazu gar noch feucht-kalt, sind die Mundwinkel doch häufiger nach unten gezogen. Zahlreiche Studien gibt es zu diesem Thema. Und sie zeigen nicht nur, in welche Richtung sich unsere Mundwinkel bewegen: So ist bei Sonnenschein das Ausgabeverhalten größer, das Gedächtnis funktioniert besser und gar Flirtversuche sind erfolgreicher. Doch auf welchem Weg genau beeinflusst Sonnenlicht unsere Stimmung?

Melatonin, Serotonin und Vitamin D

Drei biologische Komponenten sind die Hauptakteure:

  • Melatonin
  • Serotonin
  • Vitamin D

Das Hormon Melatonin wird auch als ‚Schlafhormon‘ bezeichnet. Die Zirbeldrüse produziert es automatisch über Nacht bei Dunkelheit und erst am Morgen mit zunehmender Helligkeit wird die Bildung gehemmt und die Müdigkeit nimmt ab. Sind die Nächte im Winter also länger, bleibt auch der Melatoninspiegel tagsüber erhöht. Das Hormon Serotonin ist auch als ‚Glückshormon‘ bekannt und gehört zur Gruppe der Endorphine. Es steigert das allgemeine Wohlbefinden, reguliert den Zuckerstoffwechsel und vertreibt Ängste und Depressionen. Sonnenlicht fördert dessen Produktion. Vitamin D wird vom Körper gebildet, wenn Sonnenlicht mit ausreichender Intensität auf unsere Haut trifft. Je höher das Vitamin-D-Level ist, desto besser fühlen wir uns. Es ist möglich im Sommer einen Vorrat im Körperfett anzulegen, um den Mangel dann im dunklen Winterhalbjahr gering zu halten. Von Mitte Oktober bis Mitte März ist der Sonnenstand nämlich zu flach, um den Vitamin-D-Spiegel anzuheben. Als Fausregel gilt, dass dies erst ab einem UV-Index der Stufe 3 möglich ist.

Februar 2024: Vom Winter keine Spur

Erste Monatshälfte

Die erste Monatshälfte verlief deutschlandweit ausgesprochen mild. Die folgende Tabelle gibt die bisherigen Monatsmitteltemperaturen für ausgewählte Stationen an:

Stadt Mitteltemperatur [°C] Klimamittel 1991 bis 2020 [°C]
Hamburg 6,7 2,1
Berlin 7 1,2
Köln 9,4 4,1
München 8,1 1,3

Man erkennt insbesondere im Süden der Republik sind die Abweichungen in diesem Monat schon sehr groß. Aber generell in großen Teilen Europas verlief der Monat viel zu warm, außer in Skandinavien. Dort hat der Winter eindrucksvoll Einzug gehalten, wie auf der unten stehenden Karte zu sehen ist.

Abweichungen der Temperatur © http://www.karstenhaustein.com/reanalysis/gfs0p5/ANOM2m_europe/ANOM2m_pastMTH_europe.html

Gründe:

Eine Antwort warum es  derzeit so warm ist, liefert der sog. NAO (Nordatlatische Zirkulation) – Index. Ist er positiv, so herrscht eine Tendenz zur Westwetterlage, ist er negativ so nimmt die Wahrscheinlichkeit für Kälte in Mitteleuropa zu. Man erkennt, das insbesondere seit Ende Januar der Index positiv oder nur geringfügig negativ war. Somit herrschte eher eine Westwetterlage. Diese sorgte nicht nur für häufigen Regen (wir berichteten), sondern auch für überdurchschnittliche Temperaturen.

Nordatlantische Zirkulations Index © https://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/precip/CWlink/pna/nao.gefs.sprd2.png

Zudem ist auch der Atlantik sehr warm, wie die folgende Karte zeigt:

Abweichungen der Oberflächenwassertemperaturen © https://climatereanalyzer.org/clim/sst_daily/

Daher steht zum einen mehr Wärme in Form vom sensitiven Wärmestrom (Temperaturfluss) zur Verfügung, zum anderen auch mehr Feuchte durch den latenten Wärmestrom (Feuchtefluss/Verdunstung). Beide Flüsse/Ströme haben natürlich Einfluss auf die Entwicklung von Tiefdruckgebieten und deren Zugbahn. Die Niederschlagsanalyse zeigt das erwartete Bild einer positiven NAO-Phase, ein sehr nasses nördliches Mitteleuropa und ein eher trockener Mittelmeerraum.

Niederschlagsanalyse seit Monatsbeginn © https://ds.data.jma.go.jp/tcc/tcc/products/climate/rmap/hmonth/cont_latlon_pr_reg6.png

Dabei zogen viele Tiefs eher in Richtung Skandinavien, sodass auf deren Südseite die warme Luft und die Fronten auf Mitteleuropa übergriffen und Regen brachen. Zudem transportieren Tiefs auf ihrer Vorderseite warme Luft nach Norden. Dies bedeutet, bei einer generell eher nördlichen Zugbahn, dass die mitgebrachte Warmluft über Mittel- und Südeuropa verbleibt und nicht von Kaltfronten vertrieben wird, die dann generell häufig nur noch schwach ausfielen.

Prognose

Auch die kommenden Tage werden weiterhin zu warm ausfallen, wie die folgende Prognose zeigt:

Prognose der Temperaturanomalie © http://www.karstenhaustein.com/reanalysis/gfs0p5/ANOM2m_europe/ANOM2m_mean_europe.html

Dabei werden die Temperaturen zwar ein wenig zurück gehen, ein markanter Wintereinbruch ist nicht in Sicht. Dabei wird es zwar immer wieder auch etwas regnen, größere Mengen werden derzeit aber nicht prognostiziert.

Februar 2024 klar auf Rekordkurs

Tauwetter

Der Februar war in Europa bislang durch rege Tiefdrucktätigkeit über Nordeuropa geprägt. Die daraus resultierende westliche Strömung hat für einen ausgeprägten atlantischen Einfluss auf das Wetter im Alpenraum gesorgt. In Summe war die erste Februarhälfte in Österreich sogar um fast 7 Grad wärmer als im langjährigen Mittel von 1991 bis 2020 und damit rekordwarm.

Tiefdruckeinfluss über Nordeuropa hat zu einer überwiegenden westlichen Strömung in Mitteleuropa geführt.

Milder Atlantik wärmt Mitteleuropa

Einerseits ist für die hohen Temperaturabweichungen die Großwetterlage verantwortlich, andererseits spielt aber auch die Erderwärmung eine erhebliche Rolle, da die Wassertemperaturen des Nordatlantiks weiterhin rekordwarm für die Jahreszeit sind. Daher sind die Luftmassen, die uns aus Westen erreichen, noch eine Spur milder als sie es ohnehin schon sind.

V.a. südwestlich von Europa ist der Atlantik deutlich milder als üblich. Von einer Abkühlung aufgrund der schwächelnden Umwälzzirkulation ist vorerst noch nichts zu sehen.
Im Flächenmittel entspricht die Wassertemperatur des Nordatlantiks aktuell jener von Mitte Mai im langjährigen Mittel von 1982 bis 2011.

Die Abweichungen zum Mittel in Österreich liegen derzeit zwischen +4 Grad im Lavanttal und +9 Grad im südlichen Wiener Becken. Selbst wenn die zweite Monatshälfte durchschnittlich ausfallen sollte, wird der Februar 2024 der wärmste der Messgeschichte in Österreich.

Am Freitag nochmals sehr mild

Am Rande eines Nordseetiefs liegt der Alpenraum am Freitag weiterhin unter dem Einfluss sehr milder Luftmassen für die Jahreszeit, die Nullgradgrenze steigt auf gut 3000 m Höhe an. Regional wie etwa im Wald- und Mostviertel hält sich zwar Nebel, abseits davon scheint bei nur harmlosen Schleierwolken aber häufig die Sonne. Im Tagesverlauf werden die Wolken im Westen etwas dichter, es bleibt aber trocken. Die Höchstwerte liegen je nach Nebel und Sonne zwischen 8 Grad im Waldviertel und gut 18 Grad in den Nordalpen.

Die Höhe der Nullgradgrenze am Freitag.

Am Wochenende leicht unbeständig

Der Samstag verläuft meist bewölkt und an der Alpennordseite fällt zeitweise etwas Regen. Ein paar Auflockerungen sind am ehesten im äußersten Süden zu erwarten. Die Temperaturen gehen an der Alpennordseite leicht zurück und die Höchstwerte liegen von Nord nach Süd zwischen 8 und 15 Grad. Am Sonntag überwiegen zunächst die Wolken und stellenweise fallen im Süden ein paar Regentropfen. Tagsüber lockern die Wolken im Westen sowie im Donauraum aber langsam auf und zeitweise kommt die Sonne zum Vorschein. Die Höchstwerte liegen zwischen 8 und 15 Grad.

Kein Wintereinbruch in Sicht

Am Montag setzt sich der Tiefdruckeinfluss fort und im Tagesverlauf breitet sich von Westen her Regen auf weite Landesteile aus. Die Temperaturen gehen leicht zurück und liegen meist zwischen 6 und 12 Grad. Die Schneefallgrenze pendelt um etwa 1200 m.
Ein Wintereinbruch ist bis auf Weiteres nicht in Sicht, damit ist auch keine Besserung bei der teils mehr als dürftigen Schneelage in mittleren Höhenlagen der Alpen zu erwarten. Stattdessen zeichnet sich ein verfrühter phänologischer Frühlingsablauf und mittelfristig auch eine erhöhte Spätfrostgefahr für die Landwirtschaft ab.

Nur im Hochgebirge liegt derzeit viel Schnee. © www.foto-webcam.eu

Pollenbelastung: Vegetationsbeginn rückt immer näher

Die äußerst milde Witterung lässt die Vegetation heuer deutlich früher erwachen - visualhunt.com

Bislang war der Februar österreichweit knapp 7 Grad zu mild im Vergleich zum langjährigen Klimamittel 1991-2020. Schon jetzt kann man getrost davon ausgehen, dass der Februar 2024 der mildeste seit Messbeginn sein wird. Eine richtig unterkühlte Wetterphase ist zudem weiterhin nicht in Sicht.

Temperaturabweichung für Februar 2024 (bis zum 13.02.) - UBIMET
Temperaturabweichung für Februar 2024 (bis zum 13.02.) – UBIMET

Temperaturen wie im April

Das Temperaturniveau der ersten Februarhälfte 2024 entspricht in etwa dem von Mitte April. Die desaströse Schnee-Situation in den tieferen Lagen der Alpen (im Gegensatz zur überdurchschnittlichen Schneebedeckung der höheren Lagen ab etwa 2500 m) bestätigt die langanhaltend zu milde Witterung. Das hat natürlich auch gravierende Auswirkungen auf die Pflanzenwelt: Der Pollenflug von Hasel und Erle läuft schon auf Hochtouren und erreicht in tieferen Lagen eine mäßige bis hohe Belastung.

Abweichung der täglichen Mitteltemperatur in Wien im Jahr 2024. Die derzeitige außergewöhnlich warme Phase wäre im April normal - UBIMET
Abweichung der täglichen Mitteltemperatur in Wien im Jahr 2024. Die derzeitige außergewöhnlich warme Phase wäre im April normal – UBIMET

Vegetation etwa drei Wochen zu früh dran

Als Parameter für den phänologischen Start in den Frühling wird oft eine „Wärmesumme“ gleich 200 genommen. Die Wärmesumme ist dabei die „einfache“ Summe der täglichen Mitteltemperaturen, wenn sie über 0 Grad liegen – wobei die Werte für Januar und Februar anders gewichtet werden. Erreicht dieser Wert 200, werden die meisten Pflanzenarten aktiv in den neuen Vegetationszyklus starten. Im Bild unten kann man eine Statistik der Wärmesumme für Innsbruck, Klagenfurt, Wien und Graz finden. Man sieht: Im Vergleich zur Klimatologie der 70/80er Jahre wird der Wert „200“ – also der Phänologische Frühlingsbeginn – heutzutage im Schnitt 10 bis 12 Tage früher im Jahr erreicht. Heuer ist die Wärmesumme aber landesweit deutlich überdurchschnittlich, in Tal- und Beckenlagen der Alpen oft auf Rekordkurs (Innsbruck, Klagenfurt). Der Schwellenwert von 200 wird z.B. in Wien aller Voraussicht nach sogar in nur rund anderthalb Wochen und somit schon vor dem meteorologischen Frühlingsbeginn am 1. März erreicht!

Statistik der Wärmesumme (Ein Wert = 200 führt zum Erwachen der meisten Pflanzenarten) für Innsbruck, Klagenfurt, Wien und Graz. Das Jahr 2024 ist auf Rekordkurs – UBIMET
Statistik der Wärmesumme (Ein Wert = 200 führt zum Erwachen der meisten Pflanzenarten) für Innsbruck, Klagenfurt, Wien und Graz. Das Jahr 2024 ist auf Rekordkurs – UBIMET

Frostgefahr nimmt markant zu

Solche Nachrichten sind aber nicht nur für Allergiker schlecht, denn auch die Vegetation selbst wird durch das frühe Erwachen zum Beispiel gegen den Spätfrost deutlich empfindlicher. In einem immer wärmer werdenden Klima tritt natürlich auch der letzte Tag mit nennenswertem Frost (Tagestiefstwert unter -2 Grad) früher im Jahr auf. In den Jahren 1931-1960 passierte dies im Schnitt in den Niederungen gegen Ende März, heutzutage hingegen eher schon Mitte März. Doch entscheidend für die Vegetation und die damit verbundene Frostgefahr ist die Geschwindigkeit dieser beiden Veränderungen, denn diese ist unterschiedlich. Im Idealfall erwacht die Vegetation erst deutlich nach dem letzten nennenswerten Frost, zumindest im Durchschnitt („positive“ Differenz im Bild unten). Doch im Zuge des Klimawandels wird die Differenz zwischen dem letzten Tag mit nennenswertem Frost und dem Vegetationsbeginn immer kleiner. In manchen Fällen wird sie sogar umgedreht (im unteren Bild z.B. in Innsbruck). Die Gefahr, dass verspätete Wintereinbrüche die Vegetation mit Frost überraschen, nimmt also tendenziell zu. Das Risiko ist heuer nach diesem äußerst milden Februar besonders erhöht.

Statistik der Wärmesumme und des letzten, markanten Frosts unter -2 Grad zwischen dem Mittel 1931-1960 (orange) und dem Mittel 1991-2020 (blau). Im Zuge des Klimawandels erwachen die Pflanzen immer früher. Dadurch wird die Vegetation gegen den Spätfrost immer empfindlicher – UBIMET
Statistik der Wärmesumme und des letzten, markanten Frosts unter -2 Grad zwischen dem Mittel 1931-1960 (orange) und dem Mittel 1991-2020 (blau). Im Zuge des Klimawandels erwachen die Pflanzen immer früher. Dadurch wird die Vegetation gegen den Spätfrost immer empfindlicher – UBIMET

Golfstrom schwächer als je zuvor in den vergangenen 1000 Jahren

Wetterboje

Update 2024: Kipppunkt näher als gedacht?

Seit einigen Jahren gerät die Atlantische Umwälzströmung (AMOC) aufgrund potentieller Veränderungen im Zuge des Klimawandels wiederholt in die Schlagzeilen. Zunehmend aufwändige Studien und Simulationen geben nämlich Anzeichen, dass sich die AMOC nicht einfach nur kontinuierlich abschwächt, sondern dass sie nach dem Erreichen eines Kipppunkts rasch kollabieren kann. In den vergangenen Tagen sorgte eine neue Studie für  Aufsehen: Ein niederländisches Forschungsteam definierte mit Hilfe der bislang aufwändigsten Simulation mehrere Signale, die sich vor dem Erreichen eines solchen Kipppunkts zeigen. Entscheiden dabei ist das Salzgehalt des Wassers, das den südlichen Atlantik passiert, in etwa auf Höhe der Südspitze von Afrika: Frischwasserzufuhr durch Eisschmelze und erhöhten Niederschlägen lässt das Salzgehalt nämlich weiter sinken. Es wird zwar keine dezidierte Jahreszahl genannt, möglicherweise ist ein überschreiten dieses Kippunkts aber noch in diesem Jahrhundert möglich, wir bewegen uns also rasch darauf zu.

Ab einer bestimmten Zufuhr an Süßwasser im Nordatlantik könnte sich die AMOC abrupt abschwächen. Wie weit entfernt dieser Kipppunkt liegt, ist unsicher. © René M. van Westen

Über die möglichen Auswirkungen war zuletzt schon viel zu lesen. Kommt die Heizung Europas zum Erliegen, hätte dies vor allem für den Norden Europas fatale Folgen: Die Temperaturen würde deutlich sinken und sich jenen von Kanada auf gleichem Breitengrad annähern. Dabei würde es aber nicht nur kälter, sondern auch deutlich trockener. Durch den schlechteren Wärmeabtransport würde sich die Erwärmung in den niederen Breiten dagegen verstärken, besonders stark in der südlichen Hemisphäre. Trotz der regional deutlichen Abkühlung in Europa, was extremste Auswirkungen u.a. auf die Landwirtschaft hätte, würde es global gesehen aber weiterhin wärmer werden. Die Folgen wären jedenfalls verheerend und weltweit spürbar, so müsste man u.a. auch mit einer Verlagerung der tropischen Regengebiete rechnen. Wann bzw. ob überhaupt dieser unumkehrbare Kipppunkt erreicht wird, kann man aufgrund der Datenlage derzeit noch nicht sagen, es liegt aber an uns, dieses Risiko gar nicht erst einzugehen. Diese Studie verdeutlicht auch, wie komplex Klimaprognosen in Zeiten des Klimawandels sind und welche Gefahren zukünftigen Generationen bevorstehen können.

Modellierung der Veränderungen der Jahresmitteltemperaturen nach einem AMOC-Zusammenbruch. Nordeuropa wäre besonders extrem betroffen. © René M. van Westen

 

Überblick: Das Globale Förderband

Der Golfstrom und die atlantische Umwälzzirkulation sind ein Teil des globalen Förderbands, einem weltumspannenden Strömungssystem, welches von den Dichteunterschieden des Wassers innerhalb der Weltmeere angetrieben wird. Die Salzkonzentration des Wassers spielt dabei eine wichtige Rolle, da sie in Zusammenspiel mit der Temperatur die Dichte des Oberflächenwassers bestimmt. Allgemein ist kaltes und salzreiches Wasser schwerer als warmes und salzarmes Wasser, und neigt daher zum Absinken. Der Salzgehalt des Wassers wird durch die Bildung von Meereis erhöht, somit ist das Wasser in der Labrador- und Grönlandsee besonders salzig. Dies ist ein entscheidender Faktor um die atlantische Umwälzzirkulation und somit auch den Golfstrom anzutreiben.

Golfstrom im Nordatlantik. © shutterstock.us
Die AMOC im Nordatlantik. © shutterstock.us

Salzgehalt nimmt ab

Durch die globale Erwärmung kommt es im subpolaren Nordatlantik zu einer ansteigenden Zufuhr von Süßwasser, einerseits durch zunehmende Niederschlagsmengen, andererseits durch das Schmelzen des Grönland- und Polareises. Der abnehmende Salzgehalt erschwert in diesen Regionen das Absinken des Wassers und beeinträchtigt somit die gesamte atlantische Umwälzzirkulation. Um diese Abschwächung nachzuweisen, wurden in einer Studie vom Potsdamer-Institut für Klimafolgenforschung im Jahre 2018 die verfügbaren Messdatensätze der Meerestemperaturen seit dem 19. Jahrhundert mit einer Simulationsrechnung eines hochaufgelösten Klimamodells verglichen.

Golfstrom und beobachtete Änderung der Temperatur. © Caesar; Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung
Golfstrom und beobachtete Änderung der Temperatur. © L. Caesar; Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Die Ergebnisse zeigen eine Abkühlung des subpolaren Atlantiks südlich von Grönland und eine Erwärmung entlang der amerikanischen Ostküste, was laut den Forschern auf eine Abschwächung sowie Verschiebung des Golfstrom in Richtung Küste zurückzuführen ist. Die Änderung der Wassertemperaturen zeigt zudem, dass sich der Golfstrom seit Mitte des 20. Jahrhunderts um etwa 15% abgeschwächt hat. In einer weiteren neuen Studie wurden Bohrkerne von Sedimenten am Meeresgrund analysiert (paläoklimatischen Proxydaten) . Die Messgenauigkeit ist zwar geringer, dafür ermöglicht dies aber Rückschlüsse über einen wesentlich größeren Zeitraum von etwa 1.600 Jahren zu ziehen. Die analysierten Daten dieser Studie ergeben, dass der Golfstrom in den letzten 150 Jahren wesentlich schwächer geworden ist im Vergleich zu den vorherigen 1.500 Jahren.

Kurzfristige Folgen für Europa

Die Auswirkungen des sich abschwächenden Golfstroms betreffen derzeit in erster Linie die Wassertemperaturen im Nordatlantik. Diese spielen allerdings eine wesentliche Rolle für die großräumige Luftdruckverteilung und somit auch für die allgemeine atmosphärische Zirkulation über Europa. So deuten die Ergebnisse einer weiteren Studie darauf hin, dass die veränderte Luftdruckverteilung derzeit im Sommer Hitzewellen in Europa begünstigt, wie es etwa auch im Jahr 2015 der Fall war. Damals war der subpolare Atlantik so kalt wie noch nie zuvor seit Messbeginn und in Mitteleuropa gab es einen der bislang heißesten Sommer der Messgeschichte. Andere Forscher vermuten zudem, dass Winterstürme in Europa häufiger werden könnten.

Update 2021: Stabilitätsverlust

Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Atlantische Umwälzströmung in der Erdgeschichte neben dem aktuellen starken Zustand auch einen wesentlich schwächeren Zustand eingenommen hat. Der Übergang zwischen diesen beiden Zuständen dürfte allerdings abrupt verlaufen, man spricht auch von einem Kipppunkt. Das Szenario einer bevorstehenden, abrupten Abschwächung der AMOC galt bislang als eher unwahrscheinlich, eine neue Studie kommt allerdings zu dem Ergebnis, dass die Abschwächung der AMOC während des letzten Jahrhunderts wahrscheinlich mit einem Stabilitätsverlust verbunden sei. Das würde bedeuten, dass wir uns bereits einer kritischen Schwelle annähern, hinter der das Zirkulationssystem zusammenbricht. Eine Änderung in den schwachen Zirkulationsmodus würde langfristig weltweit schwerwiegende Folgen haben, das Klima in manchen Regionen würde regelrecht auf den Kopf gestellt werden.

Weiterführende Links:

Anmerkung: Dieser Artikel wurde im April 2018 veröffentlicht und im August 2021 sowie im Februar 2024 erweitert.

Mikroplastik in Wolken

Konfetti zu Fasching

Die Quellen für Mikroplastik sind vielfältig: In Kosmetika und Hygieneartikeln wird es oft absichtlich verwendet, sonst entsteht es im Rahmen des Alterungsprozesses von Kunststoffen – egal ob Plastikverpackung, Funktionsbekleidung oder auch schlichter Reifenabrieb von Millionen von Fahrzeugen (tatsächlich einer der grössten Verursacher). Durch mechanische, thermische und UV-Belastung zerfällt das primäre Mikroplastik (noch etwas gröbere Stücke) in immer feinere Partikel – bis es schliesslich zu Nanoplastik wird.

Mikroplastik ist überall

Mit Regen, Wind und Abwasser wurde Mikroplastik in den vergangenen Jahrzehnten nahezu überall hin verteilt. Es findet sich Meerwasser und daher auch im daraus gewonnenen Meersalz, in Fischen und anderen Organismen, selbst im Schnee der Arktis. Wir nehmen es mit der Nahrung und über Getränke auf. Durch den Wind wird es aufgewirbelt, wir atmen es ein. Es verteilt sich aber wohl noch wesentlich weiter in der Atmosphäre, als gedacht. Vor allem scheint es hier auch als Kondensationskeim zu fungieren.

Ein Plastikpartikel alle fünf Kubikmeter Wolken

Dieser Aspekt ist noch relativ neu und wurde zuletzt von Forschenden der Shandong University in Qindao untersucht. Diese Studie wurde im veröffentlicht. Die Arbeitsgruppe wählte dafür den Tài Shān, einen 1545 Meter hohen Berg im Osten Chinas. Sie fingen mit Hilfe von Teflonfäden das Wasser von Wolkentröpfchen auf und analysierten es. In 24 von 28 Proben fand sich Mikroplastik in verschiedenen Größen, im Mittel enthielt ein Liter 463 Partikel. Sie bestanden aus vielen unterschiedlichen Kunststoffarten (darunter Polystyrol und Polyamid), die meisten Teile waren zudem kleiner als 100 Mikrometer (Größen zwischen 8 und 1542 μm, 60 % kleiner als 100 μm).

Der Berg Tài Shan in China.

Im Labor wurde die Alterung der Partikel unter verschiedenen Bedingungen untersucht. Unter atmosphärischen Bedingungen (Sauerstoff, UV-Strahlung, Wasser und größere Temperaturschwankungen) war sie anders als beispielsweise im Meer oder Boden. Die Partikel wiesen im ersten Fall eine rauhere Oberfläche auf, was auf die photochemische Alterung zurückzuführen ist. Dadurch verbesserte sich die Adsorptionsfähigkeit für potentiell giftige Metalle wie Quecksilber und Blei. In Kombination scheinen diese feinen Partikel als Kondensationskeime zu fungieren, was wiederum die Wolkenbildung modifiziert. Und diese wiederum hat in weiterer Folge Einfluss auf Wetter und Klima (via Strahlungshaushalt und Niederschlag). Dieses Verhalten muss nun genauer untersucht werden.

Tiefststand beim Schnee in den Alpen

Die Schneebedeckung der Alpen ist Jahr für Jahr ein wichtiger Punkt, der besonders jetzt, in Zeiten des Klimawandels, intensiver Beobachtung unterliegt. Ein bedeutendes Beispiel für die Auswirkungen ist der Verlust eines Gletschers bei unseren deutschen Nachbarn. Der Südliche Schneeferner an der Zugspitze auf bayrischer Seite musste in den letzten Jahren derart an Eisdicke einbüßen, dass von keiner Eisbewegung mehr auszugehen ist und ihm somit der Status Gletscher entzogen werden musste.

Das herausragende Wetter samt neuer Rekordtemperaturen in den Herbstmonaten des vergangen Jahres setzte sich auch in diesem Winter fort. Dies hat deutliche Auswirkungen auf die Schneebedeckung in den Alpen, d.h. auf die mit Schnee bedeckte Gesamtfläche. Zu Beginn diesen Monats hat eben diese trotz eines verheißungsvollen Starts in den Winter einen für die Jahreszeit neuen Tiefststand erreicht. Die Grafiken aus obigen Tweets veranschaulichen neben dem neuen Tiefststand bzgl. der Schneebedeckung in den Alpen auch die beiden kälteren und somit wieder positiv auf die Schneebilanz auswirkenden Phasen – Anfang Dezember (manch einer wird sich sicher noch an die schneereichen Tage in Wien erinnern können), sowie Mitte Jänner.

Ursachenforschung – mangelnder Niederschlag?

Die Schneebedeckung hängt verständlicherweise stark von der Niederschlagsmenge ab. Bleibt der Niederschlag überwiegend aus, führt dies zu entsprechender Schneearmut. Die Analyse der Niederschlagsmenge des bisherigen Winters zeigt aber sogar gegenteiliges – in vielen Regionen Österreichs wurde das Niederschlagssoll schon erreicht, gar deutlich überschritten:

Niederschlagsbilanz laufend für den bisherigen Winter 2023/24

Herausragender Dezember: der erste Wintermonat hatte derart viel Niederschlag, dass er sich unter die Top 3 der niederschlagsreichsten Dezembermonate reihen kann. Auch der Jänner lag knapp über dem vieljährigen Durchschnitt. Warum aber dann dieses Minimum bzgl. schneebedeckter Fläche?

Die Temperaturen – positive Abweichung

Ein Blick auf die Temperaturverhältnisse bringt uns der Lösung nahe: die aktuellen Wintermonate setzen die Reihe der zu warmen Monate fort. Unter anderem sorgten anhaltende Wetterlagen mit sehr milder Strömung aus Südwesteuropa und nur wenigen Kaltlufteinbrüchen für eine bis zum aktuellen Tag laufende Abweichung von +2,6 Grad im Vergleich zur eh schon milderen Klimaphase der Jahre 1991 bis 2020. Der Dezember war trotz der anfangs kalten Wetterphase auf die Fläche gemittelt um 2,3 Grad zu warm. Ähnliches zeigte sich im Jänner. Dieser schnitt mit einem Plus von 1,3 Grad ab, wobei die Berge hier noch stärker herausstechen, als das Flachland.

Die Niederschlagsart – mehr Regen als Schnee

Als Fazit kann man sagen, dass aufgrund der überwiegend zu warmen Verhältnisse tiefere Lagen kaum einen Neuschnee verzeichnen konnten, in den höheren Lagen aber aufgrund des bisher eher niederschlagsreichen Winters sogar übermäßig viel Schnee liegt. Trotz der sehr milden Phasen war es dort aber noch kalt genug für Schneefall, bzw. konnten dort kurze sehr milde Phasen besser überstanden werden (mehr zum Thema Schneefall in Zeiten des Klimawandels gibt es hier). In Summe aber hat die anfangs erwähnte schneebedeckte Fläche in den Alpen ein Minimum erreicht.
Die Schneehöhe in höheren Lagen (auf den Bergen) liegt deutlich über dem Durchschnitt, die von Schnee bedeckte Fläche der Alpen hat aktuell aber das bisherige Minimum unterschritten.

Als Beispiel sei hier erneut der Jänner aufgeführt: in Lagen unter 1000 m Seehöhe erreichte dieser bei der Neuschneesumme eine Abweichung von bis -80% zum langjährigen Durchschnitt, dh. das meiste fiel in flüssiger Form als Regen.

Zuletzt auch noch zwei Gegenbeispiele für die höheren Lagen:
Der Pitztaler Gletscher auf knapp 3000 m Seehöhe hat übermäßig fiel Schnee, sogar knapp unter der Rekordschneehöhe.

Zeitlicher Verlauf der Schneehöhe – Quelle: Hydrographischer Dienst Tirol

Auf gut 1700 m Seehöhe sind die Mengen im Bereich des Mittels.

Zeitlicher Verlauf der Schneehöhe – Quelle: Hydrographischer Dienst Tirol

Unterhalb von etwa 1500 m sind die Schneehöhen aber verbreitet stark unterdurchschnittlich, etwa ist Hochfilzen erstmals zu dieser Jahreszeit schneelos (Daten seit 1991).

Zeitlicher Verlauf der Schneehöhe – Quelle: Hydrographischer Dienst Tirol
Auch in der Schweiz liegt in den Hochlagen mehr Schnee als üblich, in tiefen Lagen dagegen deutlich weniger. © SLF

Auch in den französischen Alpen ist das Wasseräquivalent der Schneedecke überdurchschnittlich groß aufgrund der großen Schneemengen in den Hochlagen. Für die Gletscher stellt dies zwar eine gute Ausgangslage dar, allerdings ist für die Massenbilanz hauptsächlich die Witterung in den Sommermonaten entscheidend.

Dauerregen lässt die Flüsse neuerlich anschwellen

Der nasse und milde Winter setzt sich auch zu Beginn des Februars weiter fort. Nachdem der Dezember deutschlandweit rund 2 Grad zu warm und 70 % zu nass verlief, folgte ein leicht zu warmer (etwa 0,5 Grad) und etwas zu nasser (etwa 15 %) Januar. Da auch schon der Herbst zu nass war (wir berichteten bereits), waren die Böden zu Monatsbeginn bereits sehr gut gefüllt. Da nun auch das erste Monatsdrittel sehr nass verlaufen ist, liegen die Pegel besonders von Niedersachsen bis nach Franken nun wieder deutlich höher.

Aktuelle Pegel © https://www.hochwasserzentralen.de/

Die Niederschlagskarten (anklicken zum vergrößern) geben die jeweils 48-stündigen Niederschlagssummen seit dem 4. Februar an. Dabei erkennt man, dass insbesondere vom Sauerland bis zum Schwarzwald, aber auch im Luv des Thüringer Waldes bis zum Vogtland viel Regen gefallen ist, zudem war es auch im Weserbergland und im Harz sehr nass. In den Staulagen der Mittelgebirge sind alleine seit Monatsbeginn über 100 L/m² gefallen.

Grund hierfür war eine wellende Luftmassengrenze, an der es teils kräftig geregnet hat. Auf der warmen Seite (südlich) wurde dabei sehr warme Luft aus subtropischen Breiten nach Mitteleuropa geführt. Da wärme Luft mehr Wasserdampf aufnehmen kann, führt wärmere Luft in der Regel zu heftigerem Regen. Diese Entwicklung wird sich mit fortschreitendem Klimawandel sehr wahrscheinlich verstärken.

Prognose

Die Prognosen der kommenden Tage sind jedoch durchaus positiv. Zwar kommt immer wieder etwas Regen, doch die Mengen bleiben insgesamt gering (meist nur 10 bis 20 L bis Donnerstag). Damit wird sich die Hochwassersituation zunächst nicht weiter verschlimmern.

 

Rückblick: Vor 4 Jahren zog Orkan Sabine über Europa

Der Winter ist die Hochzeit der Orkane. Aufgrund des großen Temperaturunterschiedes zwischen der Arktis und den Subtropen ist das Potential in dieser Jahreszeit besonders hoch, wie auch in der Zeit vom 7.2.2020 bis zum 12.2.2020. In diesem Zeitraum bildete sich das Orkantief SABINE über dem Atlantik und zog in der Folge nach Norwegen. Dabei lag der niedrigste Kerndruck vor der Küste Norwegens am Abend des 9.2.2020 etwas unterhalb von 945 hPa.

9.2.2020

Das Tief griff am 9.2. abends auf Deutschland mit seiner Kaltfront über. Diese war gewittrig durchsetzt und brachte verbreitet orkanartige Böen, lokal Orkanböen.

Höchste Windböen am 9.2.2020 © DWD/UBIMET
Blitzverlauf am 9.2.2020 © nowcast/UBIMET
Radarbild von 20.20 Uhr © UBIMET/DWD

10.02.2020

Am 10.2. zog die Kaltfront weiter landeinwärts. Da es auch hinter der Front labil blieb bildeten sich tagsüber zahlreiche Schauer und Gewitter, die von heftigen Böen begleitet wurden. Insbesondere im Süden des Landes wurde dabei auch einzelne Orkanböen gemessen. Diese führten besonders in Bayern zu Stromausfällen und an der Nordsee trat wie üblich eine Sturmflut auf.

Höchste Windböen am 10.2.2020 © DWD/UBIMET
Blitzverlauf am 10.2.2020 © nowcast/UBIMET

 

Außergewöhnlich mild, auch zum Wochenende mit Südföhn noch frühlingshaft

Föhnstimmung in Wien - foto-webcam.eu/UBIMET

Seit Ende Jänner präsentiert sich das Wetter in Österreich oft deutlich zu mild, die erste Februar-Woche verlief österreichweit im Mittel um 7 Grad zu mild – gebietsweise liegen die Abweichungen sogar bei 10 bis 11 (!) Grad. In den vergangenen Tagen wurde etwa im Südosten auch die 20-Grad-Marke geknackt – an einigen Stationen so früh im Jahr wie überhaupt noch nie seit Aufzeichnungsbeginn. Im langjährigen Mittel ist das erst Ende März/Anfang April der Fall. In Feldbach wurde der alte Rekord etwa um 18 Tage gebrochen, in Güssing um 16 Tage. Temperaturrekorde für den Februar wurden meist Ende des Monats verzeichnet, an manchen Stationen gab es aber Temperaturrekorde für die erste Februardekade.

Temperaturabweichung in der ersten Februarwoche im Vergleich zum langjährigen Mittel von 1991 bis 2020. Österreichweit war es im Mittel um 7 Grad, gebietsweise um fast 11 Grad zu mild. (Klick aufs Bild für größere Ansicht). - UBIMET
Temperaturabweichung in der ersten Februarwoche im Vergleich zum langjährigen Mittel von 1991 bis 2020. Österreichweit war es im Mittel um 7 Grad, gebietsweise um fast 11 Grad zu mild. (Klick aufs Bild für größere Ansicht). – UBIMET
Erster Tag mit Höchstwert von mindestens 20.0 Grad oder mehr im Jahr für ausgewählte Stationen im Südosten. (Klick auf Bild für größere Ansicht). Das rote "X" zeigt das mittlere Datum im Zeitraum 1991 bis 2020, das orange "X" jenes im Zeitraum 1961 bis 1990. Der erste 20er tritt also immer früher auf. (Klick aufs Bild für größere Ansicht) - UBIMET
Erster Tag mit Höchstwert von mindestens 20.0 Grad oder mehr im Jahr für ausgewählte Stationen im Südosten. (Klick auf Bild für größere Ansicht). Das rote „X“ zeigt das mittlere Datum im Zeitraum 1991 bis 2020, das orange „X“ jenes im Zeitraum 1961 bis 1990. Der erste 20er tritt also immer früher auf. (Klick aufs Bild für größere Ansicht) – UBIMET

Zum Wochenende mit Südföhn noch einmal extrem mild

In der Nacht auf Freitag dreht die Strömung allmählich auf Südwest, somit wird zunehmend lebhafter bis kräftiger Südföhn und im Südosten des Landes lebhafter bis kräftiger Südwestwind zum Thema.  Zudem verlaufen der Freitag und Samstag im Südwesten häufig trüb. Regen ist zunächst nur entlang des Tiroler Hauptkamms und entlang der Karnischen Alpen und Karawanken ein Thema, am Samstag greift dieser aber auch zunehmend auf Oberkärnten und in abgeschwächter Form auch Unterkärnten über. Somit dürfte auch der Villacher Fasching am Samstag eine trübe und nasse Angelegenheit werden. Sonst bleibt es noch meist trocken, am Freitag dominieren aber generell die Wolken. Am Samstag setzt sich hingegen von Salzburg ostwärts häufig die Sonne durch und mit dem lebhaften bis kräftigen, föhnigen Südwind wird es für die Jahreszeit noch einmal extrem mild. Selbst Höchstwerte um 20 Grad sind wieder in Reichweite.

Prognose der Höchstwerte am Samstag, 10.02.2024 (Klick aufs Bild für größere Ansicht). In Föhnregionen - etwa im Raum Salzburg und im nördlichen Alpenvorland - muss man noch 2 bis 3 Grad addieren. – ICON/UBIMET
Prognose der Höchstwerte am Samstag, 10.02.2024 (Klick aufs Bild für größere Ansicht). In Föhnregionen – etwa im Raum Salzburg und im nördlichen Alpenvorland – muss man noch 2 bis 3 Grad addieren. – ICON/UBIMET

Am Sonntag und in der neuen Woche Temperaturrückgang

In der Nacht auf Sonntag bricht der Föhn schließlich von Westen her allmählich zusammen, eine Kaltfront bringt am Sonntag in ganz Österreich trübes und zunehmend nasses Wetter. Die extrem milde und lang anhaltende Wetterphase geht zu Ende, die Temperaturen bewegen sich aber weiterhin auf einem überdurchschnittlichen Niveau – besonders im Südosten sind auch weiterhin zweistellige Höchstwerte in Sicht. Auch Schnee ist vorerst weiterhin kein großes Thema – die Schneefallgrenze sinkt aber zumindest langsam gegen 1000 m.

Föhnwolken – Altocumulus Lenticularis

A rare Lenticularis clouds formation during the sunset over the European Alps, Biella, Piedmont, Italy - October 29, 2017 -- Adobe Stock

Föhnwolken, im Fachjargon Altocumulus lenticularis, also “linsenförmige hohe Haufenwolken” genannt, entstehen, wenn ein in der Luftströmung stehender Berg von mäßig feuchter Luft überströmt wird und somit die Luft in eine Wellenbewegung (auch Leewelle genannt) gerät. Die zunächst nicht gesättigte Luft kühlt beim Aufsteigen bis zur Wolkenbildung ab, an der Rückseite des Berges sinkt sie hingegen wieder ab und die Wolke löst sich auf. Die Luft weht also durch diese ortsfeste Wolke hindurch und während sich die Wolke am windzugewandten Ende dauernd neu bildet, löst sie sich am windabgewandten Ende ständig auf. Im Alpenraum werden diese Wolken meist als Föhnfische bezeichnet, da ihre Form oft an den Körper eines Fisches ohne Flossen erinnert.

Diese Wolken entstehen speziell bei einer stabil geschichteten Atmosphäre, also vorwiegend zwischen Herbst und Spätwinter, und können bei ausreichender Feuchte auch mehrere Stockwerke aufweisen. Immer wieder kursieren dabei spektakuläre Aufnahmen im Internet, wie hier aus dem kanadischen Alberta:

Semesterferien starten in den Alpen mit vorfrühlingshaftem Wetter

Schneeglöckchen im Frühling - pixabay.com

Der Alpenraum liegt in den kommenden Tagen im Übergangsbereich zwischen einem Hoch über Südwesteuropa und einem umfangreichen Skandinavientief namens Nadine. Mit einer westlichen Höhenströmung gelangt in der kommenden Woche feuchtmilde Luft vom subtropischen Atlantik nach Österreich. Die Temperaturen steigen weiter an und erreichen lokal Spitzenwerte über 15 Grad. Neuschnee ist zwar nicht in Sicht, in vielen Skigebieten liegt aber ausreichend Schnee zum Skifahren, teils durch Kunstschnee und teils durch Altschnee.

Am Nordrand eines Hochs namens „Frank“ gelangt subtropische Luft nach Mitteleuropa.

Am Wochenende zweigeteilt

Das Wochenende hat im Westen und Süden bei nur harmlosen Wolken einige Sonnenstunden zu bieten. Von Oberösterreich bis ins Nordburgenland ziehen mit kräftigem Westwind hingegen dichte Wolken durch und im Norden fallen stellenweise auch ein paar Regentropfen. Die Höchstwerte liegen zwischen 5 Grad im Mühlviertel und 15 Grad im südlichen Bergland von Osttirol bis zum Joglland in der Oststeiermark.

Am Samstag gibt es die meisten Sonnenstunden im Westen und im zentralen Bergland.

Stürmisch und mild

Der Montag beginnt mit vielen Wolken und besonders von Oberösterreich bis ins Nordburgenland mit einzelnen Regenschauern, die tagsüber abklingen. Die Sonne zeigt sich aber kaum. Im Süden und Westen bleibt es dagegen weiterhin trocken, tagsüber lockert es auf und es wird zunehmend sonnig. Der Wind weht im Norden stürmisch aus West: Besonders in der Nacht auf Montag und am Montagvormittag sind von Wien bis ins Steinfeld auch schwere Sturmböen zu erwarten. Die Temperaturen erreichen 8 bis 16 bzw. rund ums Grazer Becken auch 17 Grad.

Prognose der Windspitzen von Sonntag auf Montag von ICON.

Frühlingshafte Wochenmitte

Am Dienstag nimmt der Hochdruckeinfluss etwas zu, damit bleibt es verbreitet trocken bei einem freundlichen Sonne-Wolken-Mix. Nur vereinzelt ist in inneralpinen Tälern und in den südlichen Becken mit Frühnebel zu rechnen. Der Wind lässt etwas nach und mit 9 bis 17 bzw. lokal auch 18 Grad wird es noch eine Spur milder, die höchsten Werte kündigen sich dabei im Süden Niederösterreichs an. Auch am Mittwoch bleibt es trocken und bei ein paar durchziehenden Wolkenfeldern scheint zeitweise die Sonne.

Prognose der Höchstwerte am Dienstag.

Zum Wochenende hin unbeständig

Am Donnerstag lässt der Hochdruckeinfluss nach und die Wahrscheinlichkeit für Regen steigt an. Die Temperaturen gehen zwar etwas zurück, sie verbleiben aber auch am Wochenende auf einem für die Jahreszeit hohen Niveau. Obwohl die Temperaturen kommende Woche für Frühlingsgefühle sorgen, sollte man den Winter aber noch nicht abschreiben. Im Laufe des zweiten Ferienabschnitts deuten die Modelle tendenziell auf eine Rückkehr des Winters in Mitteleuropa hin.

Im 2. Abschnitt der Ferien kündigt sich eine Umstellung an und mit Drehung der Strömung auf Nordwest geht es mit den Temperaturen tendenziell wieder abwärts. © ECMWF/UBIMET
In der Mittelfrist zeichnet sich eine Rückkehr des Winters ab. © ECMWF

 

 

Halos: Faszinierende optische Erscheinungen

Halos: Faszinierende optische Erscheinungen

Das Wort ‚Halo‘ kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie Rundung, grob übersetzt auch Ring. Diese optische Erscheinung entsteht durch die mehrfache Brechung und Reflexion des einfallenden Lichts  an Eiskristallen.

Sonne und Mond

In Mitteleuropa zeigen sich Halos vor allem in Zusammenspiel mit Cirruswolken in größeren Höhen von etwa 10 km, im Winter treten sie bei Polarschnee, Eisnebel oder in der Nähe von Schneekanonen aber manchmal auch auf Augenhöhe auf: Wenn Lichtstrahlen winzige Eiskristalle durchqueren, wird das Licht mehrfach gespiegelt und gebrochen. Die Sonne ist aber nicht die einzige Lichtquelle: Auch bei hellem Mondschein kann es zu Haloerscheinungen kommen.

Halo rund um den Mond
Ein Mondhalo. © www.foto-webcam.eu

Schlechtwetterbote?

Wenn sich ein Halo in einem milchigen, dünnen Schleier aus hochliegenden Wolken zeigt, dann droht etwa einen Tag später schlechtes Wetter: Ausgedehnte Cirruswolken kündigen nämlich häufig den Durchzug einer Warmfront an. Dies ist aber nur bei zunehmend dichten und verbreitet auftretenden Schleierwolken der Fall, da Cirruswolken durchaus auch während einer stabilen Wetterlage durchziehen können.

Halo als Schlechtwetterbot
Ein Halo als Schlechtwetterbote.

Halo ist nicht gleich Halo

Aufgrund der vielfältigen Formen der Eiskristalle gibt es mehr als 50 Haloarten. Je nach Form und Größe sowie Ausrichtung der Kristalle kann man sowohl Ringe, Säulen, Kreise oder Flecken beobachten. Eine Übersicht findet man hier: Haloarten.

Nebensonnen und Zirkumzenitalbogen

Besonders häufig treten Nebensonnen auf, auch Parhelia genannt. Man erkennt sie an hellen, oft auch farbigen länglichen Aufhellungen rechts und/oder links von der Sonne, die an der Innenseite rötlich sind. Auch der Zirkumzenitalbogen gehört zu den häufiger auftretenden Haloerscheinungen. Er tritt als farbenprächtiger Halbkreis in Erscheinung und ist nach unten hin gebogen. Man findet ihn oberhalb der Sonne. Ein Zirkumzenitalbogen kann nur bis zu einer Sonnenhöhe von ungefähr 32° entstehen, am besten ist er bei Sonnenhöhen zwischen 15° und 25° sichtbar.

Nebensonnen am Strand
Nebensonnen bzw. Parhelia.

Jänner 1,3 Grad milder als üblich, im Osten Rekord an Sonnenschein

Ski

Österreichweit betrachtet schließt der Jänner rund 1,3 Grad zu warm ab, vergleicht man ihn mit dem langjährigen Mittel von 1991 bis 2020. Die größten positiven Abweichungen von bis zu +2 Grad wurden im östlichen Flachland, im Oberinntal sowie in Osttirol und Oberkärnten gemessen. Nahezu durchschnittlich waren die Temperaturen lediglich im Pinz- und Pongau.

Nur vorübergehend winterlich

Nach einem sehr milden Start lagen die Temperaturen besonders in der zweiten Woche des Jahres unter dem jahreszeitlichen Mittel, wobei der Tiefpunkt im Flachland am 9. erreicht wurde, als etwa in Wien mit einem Höchstwert von -4,7 Grad der kälteste Wintertag seit sechs Jahren verzeichnet wurde. Zur Monatsmitte pendelten sich die Temperaturen zunächst wieder im Bereich des jahreszeitlichen Mittels ein und stiegen nachfolgend weiter an. Der wärmste Tag des Monats war der 24., als föhniger Westwind besonders in Tirol zu zahlreichen neuen Monatsrekorden geführt hat. In Haiming wurden 18,4 Grad erreicht, aber auch am Brenner wurde mit 11,3 Grad eine neuer Jännerrekord aufgestellt.

Höchste Temperaturen
  • 18,4 Grad Haiming (T, 24.)
  • 17,9 Grad Innsbruck, Imst (T, 24.)
  • 17,7 Grad Weyer (OÖ, 24.)
  • 17,6 Grad Ebensee (OÖ, 24.)
  • 17,5 Grad Wiener Neustadt (NÖ, 24.), Mattersburg (B, 24.)

Tiefste Temperaturen (<1500 m)
  • -21,1 Grad Schwarzau im Freiwald (NÖ, 9.)
  • -20,8 Grad Lech am Arlberg (V, 20.)
  • -19,8 Grad St. Jakob in Defereggen (T, 20.)
  • -19,3 Grad Schmirn (T, 20.)
  • -19,2 Grad Liebenau / Gugu (OÖ, 17.)

Sturm und Eisregen

Der Jänner war mehrfach durch turbulentes Wetter gekennzeichnet. Zunächst kam es am 4. zu einem schweren Weststurm in Wien sowie entlang der Thermenlinie: In der Wiener Innenstadt wurde mit einer orkanartigen Böe von 111 km/h sogar ein neuer Stationsrekord für den gesamten Winter verzeichnet. Stürmisch war es aber auch am 24. sowie am 26. Jänner.
Weiters kam es auch mehrmals zu gefrierendem Regen bzw. Glatteis, wie etwa am 18. oder auch am 23., als es im Osten und Südosten zu zahlreichen glättebedingten Unfällen kam. In Erinnerung bleibt zudem auch der sog. Industrieschnee in Wien am 17., ein Phänomen, dass in der Bundeshauptstadt nur etwa alle vier Jahre auftritt.

Stärkste Windspitzen Niederungen
  • 111 km/h Wien – Innere Stadt (W, 4.)
  • 107 km/h Wien – Unterlaa (W, 4.), Wolfsegg (OÖ, 24.)
  • 106 km/h Gumpoldskirchen (NÖ, 4.)
  • 104 km/h Reichenau an der Rax (NÖ, 26.)
  • 103 km/h Wiener Neustadt (NÖ, 24.)

Teils nass, teils trocken

Im landesweiten Flächenmittel brachte der Jänner knapp 15 Prozent mehr Niederschlag als üblich, wobei es regional große Unterschiede gab. Der relativ nasseste sowie auch der relativ trockenste Ort lagen beide in Kärnten: Während es in Obervellach nur die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge gab, wurde vom Klagenfurter Becken bis zu den Karawanken mehr als doppelt so viel Niederschlag wie üblich gemessen. Auch in der Südweststeiermark liegt die Bilanz bei 200 Prozent. Im östlichen Flachland, im Oberen Mühlviertel, in Rheintal und im Außerfern gab es meist ein Plus von 25 bis 75 Prozent, während der Monat im Norden vielerorts durchschnittlich nass war. Zu trocken war es vor allem in inneralpinen Lagen wie im Bezirk Landeck sowie in den Regionen vom nördlichen Osttirol über den Lungau bis zum Inneren Salzkammergut.

nasseste Orte
  • 207 Liter pro Quadratmeter Loibl (K)
  • 183 Liter pro Quadratmeter Mittelberg (V)
  • 182 Liter pro Quadratmeter Sulzberg (V)
  • 177 Liter pro Quadratmeter Schröcken (V)
  • 173 Liter pro Quadratmeter Warth (V)

Im Osten örtlich sonnigster Jänner

In weiten Teilen des Landes war der Jänner überdurchschnittlich sonnig, im Flächenmittel liegt die Bilanz bei 130 Prozent. Die größten Abweichungen wurden im Osten und Südosten verzeichnet, im Tullnerfeld und im Oberen Waldviertel gab es sogar doppelt so viele Sonnenstunden wie üblich. U.a. in St. Pölten, Eisenstadt, Wiener Neustadt, Neusiedl am See, Krems, Langenlebarn und Laa an der Thaya wurden auch neue Monatsrekorde aufgestellt. Auch in Wien war der Jänner mit über 120 Sonnenstunden der sonnigste seit mehr als 100 Jahren. Der absolut sonnigste Ort im Jänner war Graz mit 156 Sonnenstunden. Etwas weniger Sonne als üblich gab es lediglich entlang der Nordalpen vom Bregenzerwald bis nach Salzburg.

sonnigste bewohnte Orte
  • 156 Sonnenstunden Graz (ST)
  • 155 Sonnenstunden Feldkirchen (K)
  • 154 Sonnenstunden Deutschlandsberg (ST)
  • 154 Sonnenstunden Preitenegg (K)
  • 152 Sonnenstunden Villach (K)

Lawinen – die weiße Gefahr

Lawinen die weiße Gefahr

Derzeit herrscht im Bergland vom Karwendel bis in die nördliche Obersteiermark recht verbreitet Lawinenwarnstufe 4 und eine Entspannung der Lage ist aufgrund von weiterem Neuschnee und Sturm noch nicht in Sicht. Es ist also größte Vorsicht abseits der Pisten geboten!

Eine Schneebrettlawine. © Nikolas Zimmermann
Schneebrettlawinen auf einer Schwachschicht im Schnee. Bild © N. Zimmermann

Verschiedene Typen von Lawinen

Bei den meisten Lawinen handelt es sich um sog. Schneebrett- oder Lockerschneelawinen. Schneebretter kennzeichnen sich durch einen linienförmigen Abriss quer zum Hang aus, dabei rutscht eine ganze Schneeschicht auf einer anderer oder auf dem Grund ab. Wenn die gesamte Schneedecke am Boden abgleitet, spricht man auch von Gleitschneelawinen. Lockerschneelawinen haben ihren Ursprung in einem einzelnen Punkt, sie nehmen beim Abgang immer mehr Schnee auf und wachsen daher rasch an. Vor allem bei mildem Wetter im Winter sowie generell im Frühjahr auf Südhängen kommt es vermehrt zu Nassschneelawinen: Hauptauslöser ist dabei flüssiges Wasser, welches die Bindung innerhalb der Schneedecke schwächt. Staublawinen sind dagegen vergleichsweise selten und treten meist nur bei markanten Lagen mit sehr viel Neuschnee auf.

Eine kleine Lockerschneelawine. © Nikolas Zimmermann
Eine kleine Lockerschneelawine. Bild © N. Zimmermann

Hangneigung und Schneemenge

Grundsätzlich ist für eine Lawine eine gewisse Masse an Schnee notwendig, die sich an einem Hang mit einer Neigung von etwa 30° oder mehr ansammelt. Je größer die Neigung, desto öfter ist mit Lawinenabgängen zu rechnen. Andererseits können sich gerade auf mäßig steilen Hängen besonders große Schneemengen ansammeln, weshalb hier besonders viele Unfälle passieren. Ist der Hang zudem nach Norden ausgerichtet und damit weniger der Sonneneinstrahlung ausgesetzt, kann sich eine Schneedecke schlechter stabilisieren und eine mögliche Gefahrenstelle bleibt länger bestehen. Bei Lawinenwarnstufe 3 sind in den meisten Fällen besonders schattige Nordhänge oberhalb der Waldgrenze zu meiden!

Beispielbild eines Schneebretts @ https://pixabay.com/de/users/hans-2/
Eine Gleitschneelawine in steilem Gelände.

Schwachschichten

Fällt viel Neuschnee in kurzer Zeit, ist dieser mit einer vorhandenen, bereits gesetzten Schneedecke vorübergehend schlecht verbunden. Erst nach ein paar Tagen – je nach Höhe und Exposition – kann sich der Neuschnee setzen und mit dem Altschnee verbinden. Auch ohne Neuschnee können die verschiedenen Schneeschichten allerdings große Unterschiede in der Beschaffenheit aufweisen, beispielsweise kann es zu einem Festigkeitsverlust in einer Schneeschicht durch die sogenannte aufbauende Schneeumwandlung kommen. Zudem kann es auch eingelagerte Schwachschichten geben wie eingeschneiter Oberflächenreif. Manchmal reicht dann bereits ein geringes Zusatzgewicht wie beispielsweise ein Skifahrer aus, um eine Schneeschicht ins Rutschen zu bringen.

Staublawinen treten nur bei markanten Lagen mit viel Neuschnee auf.

Faktor Wind

Der Wind spielt für Lawinen eine ganz entscheidende Rolle: Verfrachteter Schnee lagert sich auf windabgewandten Seiten von Hängen ab und es bilden sich Treibschnee und Schneewächten. Diese sind in der Regel für ein paar Tage nur schlecht verbunden zur unteren Schneeschicht und sind somit besonders leicht zu stören. Wenn Triebschnee von frischem Neuschnee überlagert wird und somit schlecht zu erkennen ist, dann ist die Lage besonders brenzlig.

Wind und Schnee © Nikolas Zimmermann
Wind und Schnee stellen eine gefährliche Kombination dar. Bild © N. Zimmermann

Triebschnee

Triebschnee präsentiert sich im Vergleich zu Neuschnee eher matt (kein Glitzern der Schneekristalle) und weist eine gespannte Oberflächenstruktur auf. Wenn man eine Spur durch Treibschnee legt, entstehen scharfe Kanten. Risse in der Schneedecke, oft neben der Spur, sowie ein stumpfer Widerstand beim Skifahren sind ebenfalls ein Indiz für Triebschnee.

Foto: Kecko on Visual Hunt / CC BY

Immer weniger Tage mit geschlossener Eisdecke auf den heimischen Seen

Knapp 60 Millionen Seen sind weltweit zumindest saisonal von Eis bedeckt, so waren es auch Mitte Jänner mehrere Seen in Österreich. Die Grundvoraussetzung für die Eisbildung Mitte Jänner war ausgeprägter Hochdruckeinfluss über Mitteleuropa: Einerseits wurden mehrere Eistage verzeichnet, andererseits kam es in einigen Landesteilen in den teils sternenklaren Nächten zu strengem Frost.

See ist nicht gleich See

Ein einfaches Maß für die benötigte Kälte zum Zufrieren eines Sees stellen die sogenannten negativen Gradtage (NGT) dar: Hier werden die Grade der Tage mit einer Durchschnittstemperatur unter 0 Grad zusammengezählt. Ein Tag mit einer Durchschnittstemperatur von -2 Grad liefert so zum Beispiel 2 NGT. Seichte Seen wie die Alte Donau oder der Neusiedler See benötigen weniger als 25 NGT, während es etwa am Bodensee 370 NGT sind. Damit kann sich an seichten Gewässern wie dem Neusiedler See oder der Alten Donau auch in vergleichsweise milden Wintern zumindest vorübergehend eine geschlossene Eisecke bilden. Der Bodensee war zuletzt hingegen im Winter 1962/63 komplett zugefroren.

Eis am Neusiedler See im Jänner 2024.

Eisbildung hängt von mehreren Faktoren ab

Wie lange es dauert, bis ein See vollständig zufriert und sich eine tragfähige Eisdecke bildet ist von See zu See unterschiedlich. Die Wassertiefe spielt dabei die wichtigste Rolle: Je tiefer ein See ist, desto länger dauert es, bis sich darauf Eis bildet. Tatsächlich muss sich nämlich erst das gesamte Seewasser auf +4 Grad Celsius abkühlen, bevor das Wasser an der Oberfläche gegen 0 Grad abkühlen und anschließend gefrieren kann. Weiters spielt für große Seen auch die Wassertemperatur zu Saisonbeginn eine Rolle: Erwärmt sich ein See im Sommer überdurchschnittlich und kühlt aufgrund eines warmen Herbstes nur zögerlich ab, dauert es auch bei einer frostigen Wetterphase länger, bis sich eine Eisdecke bildet.

Tragfähige Neue Donau im Jänner 2017. Auch auf der Donau gab es Eisschollen. © N. Zimmermann

Immer selteneres Phänomen

Die globale Erderwärmung beeinflusst diese Faktoren allesamt negativ, weshalb die Seen auch in Zukunft immer seltener vollständig zufrierend werden: Das Eis bildet sich später und taut früher. Noch seltener wird es, dass die Eisdecke auch die nötige Tragfähigkeit erreicht, damit darauf gefahrlos Wintersport betrieben werden kann. In Österreich wird an drei Seen kontinuierlich die Seeeisbedeckung erfasst: am Weißensee in Kärnten, am Neusiedler See und am Lunzer See in den Ybbstaler Alpen. Den Trend zu immer wenigen Tagen mit einer Eisdecke lässt sich an allen erkennen.

Nur der seichte Westteil des Weissensees ist aktuell gefroren. In den 80er Jahren fror der Ostteil meist noch im Dezember zu. © https://weissensee.it-wms.com/

Der Neusiedler See kommt im Zehnjahresmittel auf 19 solcher Tage, im Winter 21/22 gab es dort keinen einzigen Tag mit geschlossener Eisfläche. Letzten Winter waren es acht Tage, heuer dürfte man sich dem Mittel wieder annähern. In den 1980ern wurden im Vergleich im Mittel noch 62 Tage pro Jahr erreicht. Ähnliches Bild zeigt sich am Lunzer See, hier finden seit über 100 Jahren kontinuierliche Messreihen statt. Vor 40 Jahren kam man hier noch im Schnitt auf knapp 90 Tage pro Jahr, in den letzten zehn Jahren sank dieser Schnitt auf magere 35 Tage pro Jahr.

Zeitreihe der Eisbedeckung am Lunzer See Quelle: WasserCluster Lunz / Kryomon.at

Auswirkungen noch wenig erforscht

Die saisonale Eisbedeckung wirkt sich nicht nur auf den örtlichen Tourismus oder die sportliche Erholung der Bevölkerung aus, sie spielt auch eine bedeutende Rolle im lokalen Ökosystem. Das Eis schützt den See vor äußeren Einflüssen wie Sonneneinstrahlung, Wind oder auch Nährstoffen die vom Land eingeschwemmt werden. Lebewesen und Pflanzen die im See leben, sind auf diese Bedingungen angepasst und eine Veränderung kann manche davon auf Dauer verdrängen.

Aussichten für die kommende Woche

In den vergangenen Tagen nagten die milden Temperaturen an der Eisbedeckung.  Auf vielen Seen ist das Eis entweder schon komplett verschwunden oder nur noch sehr dünn. Am Neusiedler See gibt es auch seitens der Behörden eine eindringliche Warnung: Die Tragfähigkeit ist stark beeinträchtigt und ein Betreten ist nicht mehr möglich. Die kommenden Tagen ändern an der Situation recht wenig, eine markante Abkühlung, die wieder für einen Zuwachs am Eis sorgen könnte, ist nicht in Sicht. Wer sich abseits von Kunsteisbahnen sportlich betätigen will: Aktuell kann man am am westlichen Weißensee in Kärnten noch gefahrlos Eislaufen, Eisstockschießen oder Eishockey spielen. Hier beträgt die Eisstärke aktuell 20 cm, ab so einer Stärke ist das Eis sogar für ein Auto tragfähig, mehr dazu hier.

Titelbild: See Eis – pixabay.com

 

Beginn der Pollensaison durch Hasel und Erle

Die Blühbereitschaft der Frühblüher Erle und Hasel ist weder von Schnee noch Frost abhängig sondern orientiert sich allein an der Tagestemperatur. Erreichen die Temperaturen 8 bis 10 Grad und scheint dazu noch die Sonne, beginnen die Sträucher zu blühen. Nach einer eher kurzen Belastungsspitze von 1 bis 2 Wochen lässt die Pollenkonzentration aber bald wieder nach.

Wo ist die Belastung am größten?

Besonders im Westen und Südwesten der Bundesrepublik wird die Belastung aktuell auf Mittel eingestuft. Aller Voraussicht nach steigt die Belastung sogar bis zur Mitte der Woche regional durch die milden Temperaturen weiter an.

ICON-Pollenrprognose für den 30.1.24. © DWD

Im Südosten ist die Pollenkonzentration in der Luft dagegen noch etwas geringer. Schuld daran sind die dort etwas niedrigen Temperaturen in den letzten Tagen. Aber auch hier werden in den kommenden Tagen teils Höchstwerte im zweistelligen Bereich erwartet und somit nimmt auch hier der Pollenflug von Hasel und Erle Fahrt auf.

2m Temperature für die kommenden Tage in München. © ECMWF
2m Temperature für die kommenden Tage in Düsseldorf. © ECMWF

Zwischenzeitliche Verschnaufpause

In der Nacht auf Donnerstag und am Donnerstag selbst zieht die okkludierte Front eines Tiefdruckgebiets über Nordskandinavien über Deutschland. Somit werden die derzeitigen Pollen in der Luft vorübergehend etwas ausgewaschen.

Durchzug der Okklusion am Donnerstag des Modells ECMWF mit den 3-stündigen Niederschlagssummen

 

Spanische Rekordhitze

Eis im Sommer - pixabay.com

Mit 30,7 Grad wurde in Gavarda in der spanischen Provinz Valencia am 25. Jänner die bisher höchste Jännertemperatur in Europas Messgeschichte registriert. Damit setzt sich auch eine andere beachtliche Reihe fort – es ist in Spanien bereits der vierte Monat in Folge mit Rekordtemperaturen.

Vielerorts sommerlich

Auch einige andere Stationen, besonders aber jene in der Provinz Valencia an der „Costa del Azahar“ (Küste der Orangenblüte) verzeichneten Temperaturen um 30 Grad, einzelne somit neue Rekorde für den Monat Januar. Hier die Liste der Tageshöchstwerte für den gestrigen 25.01.2024:

Die Station Villafranca registrierte etwa 23,9 Grad, überschritt damit den bisherigen Januarrekord. Beachtlich ist dieser Wert vor allem dann, wenn man bedenkt, dass diese Station üblicherweise einen Höchstwert von 8,4 Grad für einen 25. Januar aufweist.

Enorme Abweichung

Rekorde sind das eine, aber betrachtet man flächenmäßig ganz Spanien, fällt auf, dass das gesamte Land in den letzten Tagen teils im zweistelligen Bereich vom Klimamittel abwich.

In obiger Grafik ist die Abweichung der 2-Meter-Temperatur vom 1981-2010er Klimamittel dargestellt. Speziell Südwesteuropa sticht dabei mit Abweichung um bzw. über 10 Grad heraus.

Mittelt man die Tageshöchstwerte aller Stationen in Spanien und vergleicht die einzelnen Tage bis 1950 zurück, so ergibt sich ein weiterer Rekord – den die obige Grafik bereits vermuten lässt: über die Fläche Spaniens gemittelt war es an einem Januartag noch nie derart warm, wie an dem gestrigen 25.01.2024. In folgender Tabelle sind die Top 10 wärmsten Januartage gemittelt über ganz Spanien dargestellt – mit dem 25.01. als neuer Nummer 1.

Beständige Rekordwärme

Die letzten Tage brachten unter Hochdruckeinfluss enorme Temperaturabweichungen und damit setzt sich eine beachtliche Reihe von vier aufeinanderfolgenden Monaten mit neuen Rekordtemperaturen für Spanien fort.

Auswirkungen auf Deutschland

Das angesprochene Hoch ENNO verlagert sich an diesem Wochenende weiter nach Mitteleuropa. Für Spanien bedeutet dies einen Rückgang der Temperaturen, für Deutschland hingegen stehen nach den zuletzt eher stürmischen und unbeständigen wieder sehr sonnige und ruhige Tage bevor.

Prognostizierte Frontenkarte für den Samstag, 27.01.2024 – Quelle: DWD

Titelbild: Eis im Sommer – pixabay.com

Ausblick auf das Wochenende: Ideales Skiwetter und gute Fernsicht

Perfektes Skiwetter

Mit dem großräumigen Hoch ENNO beruhigt sich das Wetter zunehmend und eine Inversionslage stellt sich ein. Damit sind am Wochenende vor allem in den mittleren Höhenlagen immer bessere Bedingungen für winterliche Freizeitaktivitäten zu erwarten. Aus derzeitiger Sicht hält der Hochdruckeinfluss bis Mitte nächster Woche an.

Prognosekarte für Samstag: Hoch ENNO über Mitteleuropa bringt bestes Winterwetter.

Am Wochenende viel Sonnenschein

Am Samstag scheint von Osttirol bis ins Südburgenland oft ungetrübt die Sonne, weiter nördlich halten sich zunächst einige Wolken. Die letzten Schneeschauer um das Mariazellerland klingen jedoch in der Früh ab und tagsüber kommt zumindest zeitweise die Sonne zum Vorschein. Im Osten weht bis zum Nachmittag noch kräftiger Westwind, gegen Abend lässt der Wind auch dort nach. Von Nordwest nach Südost liegen die Höchstwerte zwischen 3 und 11 Grad.

Der Sonntag hat viel Sonnenschein zu bieten, die meisten Nebelfelder lösen sich rasch auf. Am ehesten bleibt es im Rheintal oder im Klagenfurter Becken längere Zeit trüb, ansonsten zeigen sich nur vereinzelt harmlose Wolken. Der Wind dreht von Nordwest allmählich auf östliche Richtungen, spielt aber allgemein keine große Rolle mehr. Maximal werden 3 bis 11 Grad erreicht, mit den höchsten Werten Richtung Westen und in Lagen um 1000 m. Zudem wird die Luft in den mittleren Höhenlagen von Westen her sehr trocken.

Im Westen in rund 1500 m unter 20 % Luftfeuchtigkeit am Sonntag – Modell: ICON

Zwei Vorteile der geringen Feuchtigkeit für das Skiwetter

Einerseits sind durch den geringeren Wasserdampf in der Luft und den sonnigen Bedingungen die besten Bedingungen für eine gute Fernsicht gegeben. Andererseits wird der Schnee trotz der teils zweistelligen Plusgrade in den mittleren Höhenlagen dennoch nicht feucht. Dafür müsste der Schnee beim Übergang in die Dampfphase zwischendurch flüssig werden, was auch eine positive Feuchtkugeltemperatur voraussetzt.  Da in den mittleren Höhenlagen sowohl die Feuchtkugeltemperatur als auch der Taupunkt bis in die nächste Woche hinein weit unter dem Gefrierpunkt liegen werden, sublimiert der Schnee höchstens und geht von der festen direkt in die gasförmige Form über. Infolgedessen wird der Schnee auf den Pisten nicht schwer.

Prognose des vertikalen Verlaufs des Taupunktes (blau) und der Temperatur (rot) über Salzburg am Sonntag um 13 Uhr zeigt die trockene Luft in den mittleren Hochlagen – Modell: ECMWF

Ausblick auf die nächste Woche

Am Montag verlagert sich das Hoch weiter Richtung Osten, damit steigen auch in den mittleren Hochlagen der östlichen Nordalpen die Temperaturen an. Die Bedingungen für sehr gute Fernsicht bleiben und zum Wochenstart erhalten. Am Bodensee, entlang und nördlich der Donau sowie in den südlichen Becken muss mit Nebel- und Hochnebelfeldern gerechnet werden, welche sich stellenweise zäh halten. Im Osten weht mäßiger bis lebhafter Südostwind. Die Höchstwerte liegen je nach Nebel, Sonne und Höhenlage zwischen 2 und 12 Grad. 

Verbreitet unter 20 % Luftfeuchtigkeit am Montag in rund 1500 m Höhe – Modell: ICON

Der Dienstag beginnt in den Niederungen wieder mit Nebel oder Hochnebel, besonders im Waldviertel erweist sich das trübe Grau als hartnäckig. Meist löst es sich bis Mittag auf, aber auch darüber ist der Sonnenschein nicht mehr ungetrübt. Vor allem im Westen ziehen ausgedehnte Wolkenfelder durch, dennoch bleibt es trocken. Der Südostwind frischt im Osten lebhaft auf, nördlich des Alpenhauptkamms wird es stellenweise leicht föhnig. Je nach Nebel und Sonne erreichen die Temperaturen 2 bis 12 Grad.

Die Nullgradgrenze steigt zu Wochenbeginn auf 3000 m Höhe an, in den Niederungen stellt sich aber eine Inversionswetterlage ein.

Am Mittwoch verbreitet Sturmböen

Frau steht bei starkem Sturm an der Küste eines Meeres @ https://stock.adobe.com

Zwischen einem Hoch über der Iberischen Halbinsel und einem Tiefdrucksystem über Skandinavien stellen sich am Mittwoch große Druckunterschiede ein, damit sind gute Bedingungen für verbreitete Sturmböen in Deutschland gegeben.

Tief JITKA über Skandinavien bringt stürmische Verhältnisse.

 

Bereits in der Nacht zum Mittwoch zieht eine Warmfront mit zahlreichen Schauern und stürmischen Böen aus Südwest über Deutschland hinweg, kurz darauf folgt schon am Mittwochvormittag eine Kaltfront, die weitere Schauer mit im Gepäck hat, dabei dreht der Wind auf West und legt noch an Stärke zu. Generell sind landesweit stürmische Böen um 70 km/h möglich, in der Nordhälfte und in den Mittelgebirgen sind auch Sturmböen bis 90 km/h möglich, lokal auch etwas mehr. An den Küsten können auch schwere Sturmböen bis 110 km/h auftreten. Am Nachmittag lässt der Wind in der Südhälfte nach, während es im Nordosten noch bis in die Nacht hinein stürmisch bleibt, dabei kann es vor allem an der Ostseeküste noch zu schweren Sturmböen kommen.  Es wird mild, die Tageshöchstwerte liegen zwischen 7 und 14 Grad.

 

Prognose der Windspitzen am Mittwoch © UBIMET

 

Warnungen vor Sturm am Mittwoch, Stand 23.01.2024, 20:20 Uhr @uwr.de
Warnungen vor Sturm am Mittwoch, Stand 23.01.2024, 20:20 Uhr @uwr.de

Sturm am Mittwoch und Donnerstag

Achtung Sturmschaden! @ https://stock.adobe.com

Das Skandinavientief JOCELYN greift bereits in der Nacht auf Mittwoch mit Durchzug seiner Warmfront ins österreichische Wettergeschehen ein. Sie leitet eine recht turbulente Phase ein, die für viele Landesteile viel Sturm im Gepäck hat. Entlang der Nordalpen sorgt das verwellende Frontensystem von JOCELYN zudem für nennenswerte Niederschlagsmengen.

Großwetterlage am Mittwoch - UBIMET
Großwetterlage am Mittwoch – UBIMET

Glatteisgefahr

Mit Durchzug der Warmfront von JOCELYN setzt in der Nacht auf Mittwoch entlang der Nordalpen Schneefall ein, der aber bis 1000 – 1500 m rasch in Regen übergeht. Dabei besteht in manchen Tälern vorübergehend eine erhöhte Glättegefahr durch gefrierenden Regen. Zum Morgen hin erreicht der Regen schließlich auch den Südosten des Landes, dann könnte es auch hier stellenweise vorübergehend glatt werden!

Glättegefahr durch gefrierenden Regen bis Mittwochmorgen, stand 23.01.2024 um 18 Uhr - www.uwz.at
Glättegefahr durch gefrierenden Regen bis Mittwochmorgen, Stand 23.01.2024 um 18 Uhr – www.uwz.at

Einsetztender Sturm

Tagsüber frischt dann auf der Rückseite der Warmfront vor allem nördlich der Alpen und am Alpenostrand verbreitet kräftiger bis stürmischer Westwind auf. Vom Bodensee und dem Außerfern bis in den Norden und Osten des Landes sind dabei Spitzenböen von 60 bis 80 km/h einzuplanen. In exponierten Lagen des Wienerwalds, im Wiener Becken und möglicherweise kurzzeitig auch in Wien sind aber schwere Sturmböen bis 100 km/h durchaus in Reichweite.

Prognose der maximalen Windböen am Mittwoch - UBIMET
Prognose der maximalen Windböen am Mittwoch – UBIMET

Mit Durchzug der Kaltfront von JOCELYN dreht der Westwind in der zweiten Tageshälfte auf Nordwest. Dann wird es auch in den Südalpen und im Südosten windig. Vor allem in den Föhnlagen vom Lungau bis zum Alpenostrand sowie vom Grazer Bergland über die Fischbacher Alpen bis zum Mittelburgenland sind dann auch Sturmböen bis 80 km/h in Sicht. In exponierten Lagen muss man aber auch in diesem Fall Spitzenböen bis 100 km/h berücksichtigen.

Sturmwarnungen für Mittwoch und Donnerstag, stand 23.01.2024 um 20:20 Uhr - www.uwz.at
Sturmwarnungen für Mittwoch und Donnerstag, stand 23.01.2024 um 20:20 Uhr – www.uwz.at

Regen und Schnee

Am Donnerstag verwellt die aufgezogene Kaltfront genau über Österreich und bleibt für einige Stunden an Ort und Stelle. Dies sorgt für eine Intensivierung der Niederschläge entlang der Nordalpen, mit nennenswerten und vereinzelt möglicherweise auch warnrelevanten Mengen. Schnee fällt dabei im Westen nur ab etwa 1500 m. Im zentralen und östlichen Bergland liegt die Schneefallgrenze deutlich tiefer bei etwa 800-1000 m. In manchen Tälern der östlichen Nordalpen kann es je nach Niederschlagsintensität sogar bis auf 600-700 m runterschneien.

Prognose der Niederschlagsmenge am Donnerstag - UBIMET
Prognose der Niederschlagsmenge am Donnerstag – UBIMET

Dabei verbleibt vor allem die Osthälfte Österreichs auch am Donnerstag weiterhin in einer straffen Nordwestströmung. Von den Südalpen über den Südosten bis in den Nordosten des Landes sind weiterhin teils stürmische Verhältnisse mit Windböen zwischen 60 und 80 km/h einzuplanen. Primär in exponierten Lagen des südöstlichen Berglands sowie am Alpenostrand sind Spitzenböen bis 90 km/h in Sicht.

Prognose der maximalen Windböen am Donnerstag - UBIMET
Prognose der maximalen Windböen am Donnerstag – UBIMET

Am Freitag ist zunächst eine kurzzeitige Beruhigung in Sicht, doch im Tagesverlauf erreicht uns aus Nordwesten bereits das nächste atlantische Frontensystem. Es bringt in den Nordalpen neuerlich Regen und später auch ein wenig Schnee. Vor allem wird es aber im Nordosten des Landes und in den Südalpen neuerlich stürmisch.

Glättegefahr in der Osthälfte Österreichs

Glatteis durch gefrierenden Regen © https://pixabay.com/de/users/Markus60138-17484/

+++ Update Montag 22.01.2024 – 12:00 Uhr +++

Im Laufe des Nachmittags setzt von Nordwesten her allmählich Regen ein, in den Niederungen halten sich zu Beginn noch kalte Luftmassen und somit ist ausgehend vom Mühl- und Waldviertel und dem westlichen Donauraum allmählich mit Glatteis durch gefrierenden Regen zu rechnen. In den späten Abendstunden und in der Nacht auf Dienstag verlagert sich der Schwerpunkt zunächst in den Osten und in inneralpine Täler wie das Salzach-, Enns-, Mur- oder Mürztal. In der zweiten Nachthälfte ist schließlich auch der Süden und Südosten betroffen. Am Dienstag beruhigt sich die Lage aber spätestens am Vormittag rasch, der Niederschlag zieht ab und die Temperaturen steigen mit teils auffrischendem Westwind rasch an.

Warnungen vor Eisregen von Montagnachmittag bis Dienstagmorgen. © www.uwz.at

+++ Stand Sonntag, 21.01.2024 +++

Viel Sonne in Österreich. @foto-webcam.eu

Noch präsentiert sich der Alpenraum meist ungetrübt sonnig. Jedoch gerät Österreich im Laufe des Montags bereits in den Einflussbereich eines Tiefs mit Kern über dem Nordatlantik.

Bodendruck- und Frontenkarte für Montag 22. Januar 2024, 13 Uhr MEZ (Quelle: UBIMET)

Dabei durchquert eine sogenannte maskierte Kaltfront Mitteleuropa – mit ihr wird es zwar in der Höhe kälter, am Boden jedoch erstmal wärmer. Die lagernde bodennahe Kaltluft wird also in der Osthälfte Österreichs langsam ausgeräumt.  Mit dem einsetzenden Regen besteht jedoch vorübergehend eine erhöhte Glättegefahr durch gefrierenden Regen. Erste Vorwarnungen für das bevorstehende Ereignis wurden bereits ausgesprochen. Warnungen der Stufe orange und rot werden noch folgen.

Vorwarnung vor gefrierenden Regen am Montag und Dienstag, Stand 21.01.2024, 12 Uhr @uwz.at

Updates folgen in regelmäßigen Abständen auf https://uwz.at/

Stürmische und unbeständige neue Woche

Sturm Orkan

Bereits in der Nacht zum Montag nähert sich ein kräftiges Tief der Nordsee, damit verschärfen sich die Druckunterschiede und eine starke Südwestströmung stellt sich über Deutschland ein. Sturmböen von 70 bis 90 km/h werden generell im Nordwesten und im Mittelgebirge erwartet, an der Nordseeküste sowie in exponierten Lagen ist mit schweren Sturmböen von 90 bis 110 km/h zu rechnen. In der zweiten Nachthälfte kommt von Westen her schauerartig verstärkter Regen auf. Zudem ist in besonders windgeschützten Lagen lokal noch gefrierender Regen möglich.

Prognose der Windspitzen am Montag © UBIMET

 

Warnungen vor Sturm am Montag, Stand 21.01.2024, 18 Uhr @uwr.de

 

Am Montag lässt der Wind etwas nach, weht aber immer noch stark bis stürmisch, in Küstennähe sowie in höheren Lagen des Mittelgebirges sind weiterhin Sturmböen einzuplanen. Dazu ziehen immer wieder Regenschauer durch, die vor allem im Norden vereinzelt von Blitz und Donner begleitet sein können. Vor allem vom Fichtelgebirge bis nach Niederbayern ist im Tagesverlauf mit gefrierendem Regen zu rechen. Von Südost nach Nordwest erreichen die Temperaturen höchstens 2 bis 11 Grad.

Am Dienstag beruhigt sich das Wetter vorübergehend etwas, nur am Vormittag ziehen bei frischem bis starkem Westwind ein paar Schauer durch. Die Höchstwerte liegen zwischen 2 und 9 Grad.

Neuerlicher Sturm am Mittwoch

Am Mittwoch verstärken sich die Druckunterschiede wieder. Mit einer Warm- und anschließender Kaltfront ziehen dann im ganzen Land bei starkem bis stürmischen Westwind immer wieder teils kräftige Schauer durch. Besonders am Vormittag sind in der Nordhälfte Sturmböen von 70 bis 90 km/h, an den Küsten und in höheren Lagen schwere Sturmböen zu erwarten. Dazu steigen die Höchstwerte auf 8 bis 14 Grad.

Prognose der Windspitzen am Mittwoch © ECMWF

Nach einer vorübergehenden Wetterberuhigung am Donnerstag zieht am Freitag erneut eine Kaltfront mit teils kräftigen Schauern durch, dabei sind besonders an den Küsten und in höheren Lagen des Mittelgebirges wieder stürmische Böen möglich.

 

Am Wochenende freundlich – in der neuen Woche unbeständig, windig und mild

Winterstimmung @ pixabay.com

Die langgezogene Kaltfront des Tiefs FARIMA mit Kern über Nordeuropa zieht nun langsam nach Südosten ab, der Schneefall in Kärnten und der südwestlichen Steiermark klingt allmählich ab. Am Wochenende setzt sich schließlich das ausgeprägte Hoch CORVIN durch, uns erwartet ruhiges Wetter mit viel Sonnenschein. Somit können auch die Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel unter besten Bedingungen über die Bühne gehen.

Bodendruck- und Frontenkarte für Samstag, 20. Januar 2024, 13 Uhr MEZ (Quelle: UBIMET)
Bodendruck- und Frontenkarte für Samstag, 20. Januar 2024, 13 Uhr MEZ (Quelle: UBIMET)

Am Samstag geht es häufig mit mäßigem bis strengem Morgenfrost in den Tag, in prädestinierten Tallagen – etwa im Lungau – sind Tiefstwerte von -20 Grad in Reichweite. Tagsüber scheint die Sonne von einem oft wolkenlosen Himmel, hochnebelartige Restwolken an der Alpennordseite sowie einzelne Nebelfelder in den inneralpinen Tälern und südlichen Becken lösen sich rasch auf. Im Norden und Osten weht bis zum Nachmittag noch lebhafter Wind aus West bis Nordwest und die Höchstwerte liegen zwischen -5 Grad in den inneralpinen Tälern und bis zu +6 Grad am Alpenostrand.

Prognose Temperaturminimum in der Nacht auf Samstag | UBIMET (Klick aufs Bild für größere Ansicht)
Prognose Temperaturminimum in der Nacht auf Samstag | UBIMET (Klick aufs Bild für größere Ansicht)

Der Sonntag verläuft nach einem verbreitet frostigen Start erneut freundlich, allfällige Nebelfelder lösen sich rasch auf. Tagsüber ziehen von West nach Ost aber Wolken durch, welche an der Alpennordseite vorübergehend auch kompakter ausfallen können. Es bleibt aber trocken und am Nachmittag lockert es von Westen her wieder auf. Der Wind dreht auf Südost und weht im Osten mäßig, ansonsten spielt er kaum eine Rolle. Mit -2 bis +7 Grad wird es vor allem in höheren Lagen allmählich eine Spur milder.

In der neuen Woche unbeständig, gebietsweise erneut Eisregen möglich

Zu Wochenbeginn nimmt der Hochdruckeinfluss schließlich ab, an der Alpennordseite dominieren häufig die Wolken und zeitweise fällt Regen. Schnee ist am Dienstag vorübergehend ab etwa 1000 m ein Thema. Im Laufe des Montags und bis in die Nacht auf Dienstag nimmt zudem die Gefahr vor Eisregen erneut zu. Zunächst an der Alpennordseite, besonders vom Innviertel bis ins Nordburgenland – in der Nacht ist dann auch in inneralpinen Täler und im Süden Glatteis möglich. Die Höchstwerte liegen an beiden Tagen meist zwischen 2 und 11 Grad.

Zur Wochenmitte bei stürmischem Westwind frühlingshaft?

Am Mittwoch erreichen nach aktuellem Stand außergewöhnlich milde Luftmassen den Alpenraum, die Temperaturen könnten an der Alpennordseite mit kräftigem bis stürmischem Westwind auf bis zu 16 Grad ansteigen. Die kurzzeitigen Frühlingsgefühle wären aber wohl nur von kurzer Dauer, gegen Abend deutet sich bereits die nächste Kaltfront an. Man darf in jedem Fall gespannt sein, ob sich die aktuellen Modelllösungen bewahrheiten.

Mögliche Höchstwerte am Mittwoch - Modellstand: Freitag | UBIMET (Klick aufs Bild für größere Ansicht)
Mögliche Höchstwerte am Mittwoch – Modellstand: Freitag | UBIMET (Klick aufs Bild für größere Ansicht)

Regional kräftiger Eisregen mit erheblicher Glättegefahr in Mitteleuropa

Mit der Warmfront des Tiefs GERTRUD strömen derzeit milde Luftmassen aus Südwesten nach Mitteleuropa, im Norden lagert hingegen weiterhin Luft arktischen Ursprungs.  Nördlich der Luftmassengrenze schneit es dabei besonders in der Mitte Deutschlands teils kräftig, entlang und südlich davon gleiten die äußerst milden Luftmassen hingegen auf die kalte Luft am Boden auf und somit besteht erhebliche Glättegefahr durch gefrierenden Regen.

Luftmassengrenze über Mitteleuropa - Temperaturen in rund 1500 m Höhe - Modell: ICON
Luftmassengrenze über Mitteleuropa – Temperaturen in rund 1500 m Höhe – Modell: ICON

Aus der Schweiz und aus Deutschland gab es bereits in den vergangenen Stunden hunderte Meldungen von Eispanzern auf Straßen und Autos. Während sich die Lage in der Schweiz nun langsam beruhigt, verschärft sie sich in Deutschland im Laufe des Nachmittags weiter. Regional ist mit großen Beeinträchtigungen im Straßen- und Bahnverkehr zu rechnen. Gebietsweise – etwa in Rheinland-Pfalz – sind mehrere Liter pro Quadratmeter bei Minusgraden zu erwarten, so könnten etwa auch Bäume bei großer Eislast zusammenbrechen.

Auch in Österreich zunehmende Glättegefahr

In den kommenden Stunden wird die Glättegefahr auch in Österreich immer mehr zum Thema, besonders vom nördlichen Flachgau und dem Innviertel bis ins Waldviertel ist mit mäßigem gefrierenden Regen zu rechnen.

Warnungen vor gefrierendem Regen am Mittwoch in Deutschland und Österreich - uwr.de + uwz.at
Warnungen vor gefrierendem Regen am Mittwoch in Deutschland und Österreich – uwr.de + uwz.at

In der Nacht auf Donnerstag nimmt die Gefahr auch vom Mostviertel bis ins nördliche Weinviertel und inneralpin vorübergehend zu, besonders im Salzach-, Enns- und Mürztal sowie in Unterkärnten besteht dann erhebliche Glatteisgefahr.

Warnungen und Vorwarnungen für gefrierenden Regen in Österreich am Donnerstag, dem 18.01.2024. Stand: 17.01.2024 um 17:00 Uhr - Updates auf www.uwz.at
Warnungen und Vorwarnungen für gefrierenden Regen in Österreich am Donnerstag, dem 18.01.2024. Stand: 17.01.2024 um 17:00 Uhr – Updates auf www.uwz.at

Inversionswetterlagen und Industrieschnee

Emissions und Industrieschnee. @shutterstock.com/Anatoliy Berislavskiy

Industrieschnee entsteht bei Hochdrucklagen mit tief liegendem Hochnebel oder Nebel durch Emissionen von Wasserdampf und/oder feinen Ruß- und Staubpartikeln vor allem aus größeren Industrieanlagen wie Kraft- oder Heizwerke. Voraussetzung ist eine ausgeprägte Temperaturinversion mit sehr kalter, frostiger Luft in den Niederungen und milder und trockener Luft in mittleren Höhenlagen. Häufig ist Industrieschnee nur auf wenige hundert Meter beschränkt, kann aber im Extremfall in kurzer Zeit eine mehrere Zentimeter dicke Schneeschicht verursachen.

Menschengemacht

Aufgrund des generell höheren Schadstoffausstoßes durch das größere Verkehrsaufkommen und die ausgeprägte Industrie hält sich über Städten oftmals eine drei- bis fünfmal höhere Konzentration an Kondensationskernen, was die Entstehung von Nebel und mitunter auch von Niederschlag begünstigt. Allerdings betrifft dies oft nur kleine Teile oder das nähere Umland der Städte, da sich der Niederschlag auf die windabgewandten Seiten der Industrieanlagen beschränkt. Dieser Schnee ist oft feinkörniger als normaler Schnee, da er aus deutlich geringeren Höhen stammt.

Luftmassengrenze über Deutschland: Zur Wochenmitte Eisregen und teils starker Schneefall

Eisregen und Glatteis - AdobeStock (Archivbild)

Am Mittwoch erreicht die Warmfront des Tiefs GERTRUD den Südwesten Deutschlands, gleichzeitig nähert sich von Norden her eine Kaltfront eines weiteren Skandinavientiefs, damit bildet sich über Deutschland eine Luftmassengrenze aus. Südlich der Warmfront ist verbreitet mit gefrierendem Regen zu rechnen, dabei besteht auf den gefrorenen Böden teils erhebliche Glättegefahr! Nördlich der Luftmassengrenze bleibt es auch in höheren Lagen kalt genug, sodass der Niederschlag meist in Form von mäßigem bis starkem Schneefall auftritt. Am Donnerstag schiebt sich die Kaltfront von Norden her weiter Richtung Süden, bis zum Abend geht der Regen auch im äußersten Südwesten in Schneefall über.

Am Mittwochmorgen zieht von Südwesten her die Warmfront auf.

Glättegefahr am Mittwoch

Bereits in der Nacht auf Mittwoch setzen im Südwesten leichte Niederschläge in Form von Schneefall ein, die sich rasch verstärken und in Regen übergehen. Nachfolgend breiten sich Regen und Schneefall innerhalb der Vormittagsstunden bis zu den Mittelgebirgen nach Norden und Nordosten aus. Durch die negativen Temperaturen in Bodennähe gefriert der teils kräftige Regen verbreitet von Rheinland-Pfalz bis Sachsen südostwärts an. In der gesamten Südhälfte besteht für alle Verkehrsteilnehmer teils erhebliche Glättegefahr! Am Nachmittag und Abend greift von Süden her frischer bis starker Südwestwind nach und nach in tiefere Schicht durch, eine Entschärfung der Situation ist aber eher nur im Südwesten und in höheren Lagen möglich. Die Temperaturen erreichen von Nordost nach Südwest maximal -2 bis +11 Grad.

Das größte Potenzial für Eisregen am Mittwoch herrscht in den rot- und violett eingefärbten Regionen.

Durchziehende Kaltfront am Donnerstag

Am Donnerstag schneit es in der Mitte zunächst teils kräftig, Richtung Süden fällt noch zeitweise Regen mit lokaler Glättebildung. Im Tagesverlauf zieht die Kaltfront und mit ihr der Niederschlagsschwerpunkt weiter Richtung Südwesten, damit geht der Regen auch im Süden nach und nach in Schneefall über. Der teils kräftige Südwestwind dreht mit Durchgang der Front auf Nordwest, zuvor steigen die Temperaturen im Süden nochmals auf +1 bis +8 Grad. In der Mitte bleibt es mit -4 bis 0 Grad durchwegs frostig. Im Norden scheint oft schon von Beginn an die Sonne, damit steigen die Höchstwerte auf +1 bis +3 Grad.

Am Donnerstagmorgen schiebt sich die Kaltfront Richtung Südwesten.

In der Mitte teils große Neuschneemengen

Die größten Neuschneemengen sind in der Mitte knapp nördlich der Luftmassengrenze, die sich entlang einer Linie von der Eifel über Thüringen bis Oberlausitz erstreckt, ab Mittwochvormittag zu erwarten. Dort fällt der Niederschlag durchwegs als Schnee und lässt erst ab Donnerstagnachmittag nach. Bis Donnerstagabend ist vor allem in der Mitte mit einer dicken Schneedecke von 10 bis 20 cm zu rechnen. Entlang der Luftmassengrenze sind auch mehr als 20 cm, knapp nördlich der Eifel sind sogar bis zu 30 cm Neuschnee möglich. Im Nordwesten bildet sich hingegen abgesehen von der Nordseeküste meist keine Schneedecke aus.

Neuschneeprognose am Mittwoch und Donnerstag. © UBIMET

 

Wochenausblick: Wechselhaftes Winterwetter, am Mittwoch Föhn und Eisregen

Wetterhahn

Zu Wochenbeginn lässt der Hochdruckeinfluss langsam nach und im Einflussbereich einer kühlen Nordwestströmung machen sich an der Alpennordseite die Ausläufer eines Tiefs über dem Baltikum bemerkbar. Zur Wochenmitte stellt sich die Wetterlage vorübergehend um: Ein Tief über dem Ostatlantik namens Gertrud führt am Mittwoch und Donnerstag milde Luft nach Mitteleuropa und in den Alpen wird es leicht föhnig. Der Donnerstag wird der mildeste Tag der Woche, nachfolgend zieht eine Kaltfront durch und am Wochenende breitet sich ein Hochdruckgebiet aus.

Zur Wochenmitte ziehen aus Südwesten milde Luftmassen auf.

Zu Wochenbeginn im Süden oft sonnig

Am Montag überwiegen an der Alpennordseite die Wolken und im Mühlviertel sowie entlang der Nordalpen schneit es immer wieder leicht. Am Abend ziehen auch im Norden ein paar Schneeschauer durch. Im Osten und Süden bleibt es dagegen trocken und zumindest zeitweise sonnig. Der Wind weht im Donauraum und im Osten lebhaft bis kräftig aus West und die Temperaturen erreichen -2 bis +6 Grad. Der Dienstag beginnt an der Alpennordseite bewölkt, bis auf ein paar Flocken im Norden bleibt es aber trocken. Im Süden und Osten gibt es einige Sonnenstunden, aber auch in Vorarlberg und Tirol lockert es auf. Der anfangs kräftige, am Alpenostrand in Böen auch stürmische Westwind lässt ab Mittag nach und die Temperaturen erreichen -3 bis +5 Grad.

Prognose der Windspitzen von Montag auf Dienstag.

Zur Wochenmitte Glättegefahr und Föhn

Am Mittwoch zeigt sich vom Salzkammergut ostwärts ab und zu die Sonne, meist überwiegen aber die Wolken. Am Bodensee beginnt es in den Morgenstunden leicht zu regnen, Richtung Böhmerwald fallen am Vormittag vorübergehend ein paar Flocken. Von Westen her steigt die Schneefallgrenze aber rasch auf 1500 m an. Vor allem in Teilen Oberösterreichs kündigt sich am Mittwochabend erhöhte Glättegefahr durch gefrierenden Regen an. Im östlichen Flachland kommt lebhafter Südostwind auf, im Bergland wird es föhnig. Die Temperaturen steigen auf -1 bis +8 Grad an mit den höchsten Werten in Vorarlberg.

Das größte Potential für Eisregen am Mittwoch herrscht in den rot- und violett eingefärbten Regionen.

Der Donnerstag startet vereinzelt mit Regenschauern, besonders an der föhnigen Alpennordseite aber auch sonnig aufgelockert. Tagsüber zeigt sich vor allem im Osten und Südosten ab und zu die Sonne, an der Alpennordseite breitet sich ab dem späten Nachmittag mit einer Kaltfront von Nordwesten her aber Regen aus. In der Nacht schneit es nach und nach wieder bis in tiefe Lagen. Mit der Front frischt kräftiger Nordwestwind auf, zuvor wird es mit 4 bis 13 Grad vor allem im Südosten vorübergehend sehr mild.

Prognose der Höchstwerte am Donnerstag.

Hochdruckeinfluss am Wochenende

In der Nacht auf Freitag zieht die Kaltfront über das ganze Land hinweg. In den Alpen fällt etwas Neuschnee, die Mengen halten sich aber in Grenzen. Am Wochenende breitet sich dann ein Hochdruckgebiet über Mitteleuropa aus, somit stellt sich frostiges, aber oft sonniges Winterwetter ein. Auch beim jährlichen Hahnenkammrennen in Kitzbühel kann man sich also auf günstige Wetterbedingungen freuen: Besonders bei der zweiten Abfahrt am Samstag kündigt sich sonniges Winterwetter an.

Temperaturtrend für Wien.

Ab welcher Eisdicke kann man Eislaufen?

Zugefrorener See @ b_hanakam on VisualHunt / CC BY-NC-SA

Üblicherweise nimmt die Dichte von Stoffen mit abnehmender Temperatur zu, weshalb sich beispielsweise die kühlste Luft bei einer ruhigen Hochdrucklage im Winter immer am Boden eines Tals ansammelt. Es gibt jedoch ein paar Stoffe, darunter Wasser, die ein gegenteiliges, anomales Verhalten zeigen. So rücken die Moleküle des Wassers bei einer Temperatur von +4 Grad besonders nah zusammen und erreichen die maximale Dichte. Bei Temperaturen unter 4 Grad nimmt die Dichte des Wassers wieder etwas ab.

Der Weissensee in Kärnten. © https://weissensee4.it-wms.com/

Die 4-Grad-Marke

Durch die Dichteanomalie des Wassers kühlt ein stehendes Gewässer im Laufe des Herbstes gänzlich auf 4 Grad ab, bevor sich das Wasser an der Oberfläche weiter in Richtung Gefrierpunkt abkühlen kann. Im Winter kommt es somit immer an der Oberfläche eines Gewässers zur Eisbildung, während am Seeboden eine 4 Grad „warme“ Schicht erhalten bleibt. Diese Eigenschaft des Wassers ist überlebenswichtig für die dortige Tier- und Pflanzenwelt.

Der Reifinger See im Chiemgau. © https://www.terra-hd.de/grassau4/

Freigabe

Die Freigabe einer Eisfläche erfolgt meist durch lokale Vereine. In der Regel wird aber nicht ein ganzer See freigegeben, sondern immer nur bestimmte, gekennzeichnete Bereiche, da die Eisdicke besonders im Uferbereich oder in der Nähe von Zuflüssen meist ungleichmäßig ist. Wer sich auf das glatte Parkett bewegt, sollte sich der damit verbundenen Gefahren aber bewusst sein! In der Regel soll das Eis eines stehendes Gewässers mindestens 8 cm dick sein, um es gefahrlos betreten zu können:

  • 5 cm: einzelne Personen
  • 8 cm: mehrere Personen
  • 12 cm: Schlittengespanne
  • 18 cm: Autos

Gefrorene Flüsse bzw. Fließgewässer sind viel gefährlicher als stehende Gewässer, diese sollte man also generell nicht betreten.

Der Ritzensee in Saalfelden. https://www.foto-webcam.eu/webcam/saalfelden/

Bisher wenige zugefrorene Seen

Der Winter 2023/24 war bislang recht mild, somit was es vielerorts nicht kalt genug für zugefrorene Seen. Lediglich in windgeschützten Tal- und Beckenlagen, wo es häufig zu starken Temperaturinversionen kam, sind ein paar wenige Seen tragfähig. In Österreich betrifft dies den Weissensee in Oberkärnten, sonst sind nur vereinzelt sehr kleine Seen tragfähig. Die meisten Seen sind aber noch nicht freigegeben, anbei eine Übersicht für Unterkärnten: www.evw.at

Der Frauenwieserteich im Waldviertel. © http://wetter-hausruckviertel.at/
Kaum Eis am Hintersee im Berchtesgadener Land. © https://www.terra-hd.de/hintersee/

Reif, Raureif und Raueis

Frost

Ein häufiges Phänomen bei stabilen Hochdruckwetterlagen mit klaren Nächten im Winterhalbjahr ist der Reif. Während er im Flachland meist tagsüber wieder sublimiert, kann er sich in schattigen Tallagen über mehrere Tage hinweg halten: Der Reifansatz wird nämlich Nacht für Nacht etwas mächtiger. In extrem feuchten und schattigen Lagen, etwa entlang von Bächen und Flüssen, können die Reifkristalle mehrere Zentimeter groß werden. Besonders in West-Ost ausgerichteten Tälern kann man den starken Kontrast zwischen grünen, sonnigen Südhängen und reifig-weißen, schattigen Nordhängen bzw. Talböden beobachten.

Raureif
Raureif und Nebel in der Buckligen Welt. © www.foto-webcam.eu

Entstehung von Reif

Die Luft kann je nach Temperatur nur eine bestimmte Menge an Wasserdampf aufnehmen. Dabei gilt: Je höher die Temperatur, desto mehr Wasserdampf kann sie fassen. Kommt die Luft jedoch in Kontakt mit kalten Oberflächen, dessen Temperatur kälter als der eigene Taupunkt ist, kühlt sie sich ab und kann den gespeicherten Wasserdampf nicht mehr halten (siehe auch Taupunkt). Der Wasserdampf wächst bei Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts in Form von Eiskristallen typischerweise an Grashalmen oder Autos an. Dabei handelt es sich um Eisablagerungen in Form von Schuppen, Nadeln oder Federn. Dieser Prozess, bei dem der Wasserdampf der Luft in den festen Zustand übergeht, nennt man Resublimation.

Raureif

Raureif ist ein fester Niederschlag, der bei hoher Luftfeuchtigkeit, wenig Wind und kalten Temperaturen unter etwa -8 Grad an freistehenden Gegenständen wie etwa Bäume oder Zäune durch Resublimation entsteht (oft innerhalb einer Wolke bzw. bei Nebel). Er besteht meist aus dünnen, an Gegenständen nur locker haftenden und zerbrechlichen Eisnadeln oder -schuppen.

Raureif
Raureif im Wienerwald am 2.12.2020. © N. Zimmermann

Raueis

Raueis bzw. Raufrost entsteht meist bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt und erhöhten Windgeschwindigkeiten, wenn unterkühlte Nebel- oder Wolkentropfen auf freistehende Gegenstände treffen. Raueis wächst entgegen der Windrichtung und ist relativ fest. Durch Lufteinschlüsse erscheint es milchig weiß.


Klareis

Eine weiter Form der Frostablagerung ist das Klareis. Es handelt sich um eine glatte, kompakte und durchsichtige Eisablagerung mit einer unregelmäßigen Oberfläche. Klareis entsteht bei Temperaturwerten zwischen 0 und -3 Grad durch langsames Anfrieren von unterkühlten Nebeltröpfchen an Gegenständen und kann zu schweren Eislasten anwachsen.

Klareis im Wienerwald am 19.12.2020. ©: M. Beisenherz

Titelbild © AdobeStock

2023 global wärmstes Jahr der Messgeschichte

Seit 1850 gibt es globale systematische Temperaturmessungen, 2023 ist dabei das neue wärmste Jahr der Messgeschichte. Die globale Durchschnittstemperatur lag im Vorjahr bei exakt 14,98 Grad, das bisherige Rekordjahr 2016 (Durchschnittstemperatur 14,81 Grad) wurde dabei um 0,17 Grad übertroffen.

Die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittel von 1991-2020 belief sich auf 0,6 Grad, gegenüber dem noch vom Klimawandel weitgehend unbeeinflussten vorindustriellen Mittel sogar auf fast 1,5 Grad.

Auf der nachfolgenden Karte sieht man die globale Verteilung der Anomalien 2023. Nahezu auf dem gesamten Globus war es zu warm, die markantesten Abweichungen von mehr als +2 Grad gegenüber dem Mittel von 1991-2020 ergaben sich über dem Norden Kanadas und Russlands. Auch rund um die Antarktis gab es recht große Anomalien. Das stützt einmal mehr die Tatsache, dass sich die Polarregionen schneller und stärker erwärmen als der Rest der Erde.

Temperaturabweichungen 2023 gegenüber dem langjährigen Mittel von 1991-2020.
Quelle: climate.copernicus.eu

Auf nachfolgender Grafik sieht man recht die Anomalien der einzelnen Jahre seit 1967 inkl. dem neuen Spitzenreiter 2023. Der Trend zu einem immer wärmeren Klima ist unverkennbar, ebenso in der Grafik links. Sie zeigt die Entwicklung seit 1850, auch hier ist der neue Peak 2023 gut zu sehen.

Temperaturabweichungen seit 1850 gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter (1850-1900)
Quelle: climate.copernicus.eu

Was 2023 markant war: Alle (!) Monate von Juni bis Dezember waren die jeweils wärmsten der Messgeschichte. Jänner bis Mai waren zwar nicht rekordwarm, aber doch unter den Top 10 angesiedelt. Dies ist gut in der nächsten Grafik zu sehen:

Temperaturabweichungen auf Monatsbasis 2023.
Quelle: climate.copernicus.eu

2023 war zudem das erste Jahr der Messgeschichte, in dem jeder einzelne Tag global gesehen um mindestens 1 Grad zu warm ausfiel. Fast 50% der Tage hatten sogar eine Abweichung von mehr als 1,5 Grad (entspricht den Zielen der Pariser Klimavereinbarung). Im November wurden sogar erstmals zwei Tage registriert, die eine Anomalie von mehr als 2 Grad hatten. Das gab es in den 173 Jahren zuvor kein einziges Mal!

Temperaturabweichung auf Tagesbasis im Jahr 2023.
Quelle: climate.copernicus.eu

Hauptverantwortlich für diese deutlich zu hohen Temperaturen hatte einmal mehr der ungebremste Ausstoß von Treibhausgasen. Nachfolgend sieht man links die Entwicklung der CO₂-Konzentrationen der vergangenen 20 Jahre. In diesem Zeitraum hat sie sich von 375pp auf 419ppm um 12% erhöht – ein neuer Rekord wurde auch hier 2023 erreicht. Ganz ähnlich verhält es sich mit dem zweiten wichtigen Treibhausgas Methan (in Bild rechts): auch hier waren die Konzentrationen noch nie so hoch wie 2023.

Entwicklung der Treibhausgasemissionen in den vergangenen 20 Jahren.
Quelle: climate.copernicus.eu

Doch auch das beginnende El-Nino-Event hatte 2023 einen großen Einfluss auf die neuerlich höchsten gemessenen globalen Durchschnittstemperaturen.

Extremer Frost in Skandinavien, Seerauch in Oslo

Im Norden Europas wurde in den vergangenen Tagen vom Höhepunkt der Kältewelle heimgesucht. In Finnland wurden in Enontekiö am Mittwoch -44,3 Grad gemessen, was der niedrigsten Temperatur entspricht, die in diesem Jahrhundert in Skandinavien gemessen wurde (genau genommen seit dem Jahre 1999). An einer Straßenwetterstation in der Umgebung wurden sogar -46,5 Grad gemessen. In der kommenden Woche wird es zumindest vorübergehend deutlich milder.


Auch in den Nachbarländern war es aber extrem kalt, etwa in Norwegen wurden in Kauteokeino -43,5 Grad gemessen und in Schweden in Naimakka -43,8 Grad. Es handelt sich dabei aber nicht um Landesrekorde, so wurden im vergangenen Jahrhundert in Nordschweden auch schon Temperaturen knapp unter -50 Grad verzeichnet (zuletzt wurden im Jänner 1999 in Karesuando -49 Grad erreicht). Aufgrund der anhaltenden Kälte ist auch der nördliche Bottnische Meerbusen bereits komplett gefroren. Zuletzt mehr Eis zu dieser Jahreszeit gab es hier im Jahre 2011.

Nahe Oslo -30 Grad

In Bjørnholt, etwa 15 km nördlich von Oslo, wurde in der Nacht auf den 6.1. ein Tiefstwert von -31,1 Grad verzeichnet, was einem neuen Stationsrekord entspricht. In Oslo selbst war es eine Spur weniger frostig, dennoch wurden etwa in Oslo-Blinden -23,1 Grad erreicht, was der tiefsten Temperatur seit Januar 1987 entspricht, als -23,2 erreicht wurden. Noch kälter war es hier im Februar 1966 und 1985 mit -24,9 Grad und im Februar 1941 mit -26 Grad.

Meerrauch
Meerrauch in Oslo. © oslohavn.no

Meerrauch in Oslo

Über dem vergleichsweise milden Wasser der Nordsee kam es in Oslo zu intensivem Seerauch bzw. in diesem Fall Meerrauch. Es handelt sich dabei um Verdunstungsnebel: Er entsteht, wenn sehr kalte Luft über relativ warmes Wasser fließt. Infolge des starken Taupunktgefälles zwischen der Wasseroberfläche und der kalten Luft setzt dann Verdunstung ein. In der wassernahen Luftschicht kommt es zur Übersättigung und zur Bildung von Nebeltröpfchen, die aber in der sehr trockenen Kaltluft rasch wieder verdunsten. So entsteht der Eindruck einer rauchenden Wasseroberfläche.


Kälte und Klimawandel

Auch im Zuge des Klimawandels kommt es noch zu ausgeprägten Kältewellen, sie werden aber seltener. Tatsächlich stellt Skandinavien in diesem Winter auf der Nordhalbkugel die einzige Region mit unterdurchschnittlichen Temperaturen dar, überall sonst war es zu mild. Beispielsweise haben Kanada und der Norden der USA den wärmsten Dezember seit Messbeginn gerade erst hinter sich.

Temperaturanomalien im Oktober und November. © ERA5/climatereanalyzer.org

Auch in Lappland sind starke Fröste in den letzten Jahrzehnten deutlich seltener gewordeb. Beispielsweise wurden in Sodankylä im 20. Jahrhundert durchschnittlich jeden zweiten Winter -40 Grad beobachtet, im 21. Jahrhundert jedoch nur einmal.

Auch in Zeiten des Klimawandels treten Kälterekorde auf, im Gegensatz zu Hitzerekorden werden sie aber deutlich seltener. © www.deutschesklimaportal.de

Wintercomeback am Wochenende mit Schnee und Frost

Schneefall, Quelle: pixabay.com

Der Dezember reihte sich auf Rang 15 der wärmsten aller Zeiten ein, auch die ersten Jännertage geizen mit winterlichen Temperaturen. Am Mittwoch zum Beispiel gingen sich am Alpenostrand lokal bis zu +16 Grad aus. Das viel zu milde Winterwetter hat aber ein klares Ablaufdatum, man könnte auch sagen, der Winter besinnt sich wieder auf seine eigentliche Aufgabe! Am Samstag erreicht nämlich ein Tiefdruckgebiet Mitteleuropa, zugleich strömt aus Nord- und Nordosteuropa immer kältere Luft in den Alpenraum. Im Zusammenspiel mit einem weiteren Tief über dem Mittelmeer, das die nötige Feuchtigkeit bereitstellt, stellen sich am Wochenende nach und nach in weiten Teilen des Landes winterliche Bedingungen ein.

Tief CHARLOTTE über dem zentralen Mittelmeer führt feuchte Luft zum Alpenraum.

Mittelmeertief trifft auf Kaltluft

Ein Mittelmeertief namens CHARLOTTE führt am Wochenende feuchte Luft ins Land. Die Niederschlagsmengen fallen aufgrund der vergleichsweise entfernt gelegenen Zugbahn des Tiefs zwar nicht extrem aus (es handelt sich nicht um ein klassisches Adriatief), dennoch wird es mit dem Einsickern von kontinentaler Kaltluft verbreitet winterlich.

Animation der Temperaturwerte in rund 1500 m Höhe von Donnerstag bis Sonntag. Die mildere Luft im Alpenraum (gelb/orange) wird von einer deutlich kälteren Luftmasse (blau/violett) ersetzt
Animation der Temperaturwerte in rund 1500 m Höhe von Donnerstag bis Sonntag. Die mildere Luft im Alpenraum (gelb/orange) wird von einer deutlich kälteren Luftmasse (blau/violett) ersetzt

Am Samstag regnet und schneit es im ganzen Land mit leichter bis mäßiger Intensität. Die Schneefallgrenze liegt anfangs zwischen 700 und 1200 m und sinkt in den Nordalpen im Laufe des Tages langsam gegen 500 m ab. Im Süden und Südosten liegt die Schneefallgrenze noch in 1000 bis 1200 m Höhe. In der Nacht auf Sonntag sinkt die Schneefallgrenze an der Alpennordseite immer öfter bis in tiefe Lagen ab.

In Wien geht der Regen (grün) am Sonntagmorgen in Schnee (blau/pink) über.

Am Sonntag schneit es an der Alpennordseite und im Nordosten mit leichter bis mäßiger Intensität verbreitet, im Süden und Südosten fällt anfangs noch Regen bzw. vereinzelt im äußersten Osten auch gefrierender Regen. Tagsüber sinkt die Schneefallgrenze auch im Süden langsam in tiefe Lagen ab, der Schneefall klingt hier aber rasch ab. Vom Außerfern bis zum Wienerwald sowie im Waldviertel schneit es hingegen weiter mit meist leichter Intensität, wobei der Schneefall immer pulvriger wird. Zu Wochenbeginn fallen vor allem im Norden noch ein paar Schneeflocken, sonst bleibt es bereits weitgehend trocken.

Auf den Bergen 20 bis 40 cm

In weiten Teilen des Landes bildet sich am Sonntag eine mehr oder weniger geschlossene Schneedecke. Ausnahme sind allerdings die Niederungen in Kärnten, der südlichen Steiermark und teils auch das Südburgenland, wo es zu lange zu mild ist und der Niederschlag am Sonntag bald wieder abklingt. Dort bleibt es also streckenweise grün. Ansonsten sind im Donauraum und im Osten meist um 5 cm Neuschnee zu erwarten, auch in Wien kündigen sich von Ost nach West zwischen knapp 5 und 10 cm im Wienerwald an. Generell mehr Schnee mit meist 15 bis 25 cm fällt im Oberen Waldviertel und in den Nordalpen oberhalb von etwa 800 Metern. Auf den Bergen fallen recht verbreitet 20 bis 40 cm Neuschnee.

Neuschneeprognose für das Wochenende (in Flachland fällt erst am Sonntag Schnee). Zum Vergrößern auf das Bild klicken. © UBIMET

Am Sonntag frischt im Osten zudem lebhafter bis kräftiger Nordwind auf, wobei besonders von den Fischbacher Alpen bis zum Günser Gebirge auch stürmische Böen zu erwarten sind. In exponierten Lagen der Oberen Waldviertels, des Wienerwalds und der Semmering-Wechsel-Gebiets kann es zu leichten Schneeverwehungen kommen.

Ausblick: Eiskalt, aber kein Neuschnee mehr

In der neuen Woche geht es sehr kalt weiter, auch tagsüber bleiben die Temperaturen meist unterhalb des Gefrierpunkts. Besonders die teils sternenklaren Nächte auf Dienstag und Mittwoch bringen dann weiten Teilen des Landes strengen Frost. In den Landeshauptstädten werden die Tiefstwerte zwischen -6 (Wien-City und Klagenfurt) und -12 Grad (Salzburg) liegen. In den klassischen Kältepolen (Freiwald, Lungau, Aichfeld) zeichnen sich lokal auch Temperaturen zwischen -15 und -20 Grad ab.

Ausblick auf die Tiefstwerte in der Nacht auf Mittwoch (zum Vergrößern auf das Bild klicken). © UBIMET

In der zweiten Wochenhälfte schwächt sich der Frost ab und die Temperaturen kommen tagsüber wieder immer öfter ins Plus. Neuschnee ist in der neuen Woche aber kein Thema mehr.

Wettertendenz der Temperatur (oben) und der akkumulierten Niederschläge (unten) für Bregenz für die kommenden 10 Tage
Wettertendenz der Temperatur (oben) und der akkumulierten Niederschläge (unten) für Bregenz für die kommenden 10 Tage
Wettertendenz der Temperatur (oben) und der akkumulierten Niederschläge (unten) für Wien für die kommenden 10 Tage
Wettertendenz der Temperatur (oben) und der akkumulierten Niederschläge (unten) für Wien für die kommenden 10 Tage

Hintergrundwissen: Eistage

Eistage gehören in Österreich zum Jänner wie Sommertage zum Juli, sind also völlig normal. Wir Meteorologen sprechen von einem Eistag, wenn die Temperaturen den ganzen Tag (und auch in der Nacht) unterhalb des Gefrierpunkts verharrt. Im langjährigen Mittel gibt es in den Landeshauptstädten im Jänner zwischen 5 Eistagen in Innsbruck und 12 in Klagenfurt, rund 6 bis 8 Eistage gibt es im Jänner je nach Bezirk in der Bundeshauptstadt. Bis dato waren Eistage in ebendiensen Landeshauptstädten eher noch Mangelware, im gesamten bisherigen Winter kommt St. Pölten mit drei Tagen samt Dauerfrost noch auf die meisten. Bregenz wartet indes noch immer auf seinen ersten Eistag.

Langzeitstatistik der Eistage (Tageshöchstwert unter 0 Grad) im Winter in Innsbruck
Langzeitstatistik der Eistage (Tageshöchstwert unter 0 Grad) im Winter in Innsbruck

Bis Samstag Schnee und Glätte von Hamburg bis Berlin

Hamburg mit Schneefall - visualhunt.com

Wer im Norden Deutschlands angesiedelt ist, hat es vermutlich schon bemerkt: Eine deutlich kältere Luftmasse hat in den letzten Stunden aus Nordosteuropa auch die Bundesrepublik erreicht. Bereits in der kommenden Nacht sorgt die eingeflossene Kaltluft im Zusammenspiel mit dem aus Westen aufziehenden Tief BRIGITTA für langsam einsetzten Schneefall etwa nordöstlich einer Linie Bremen – Hannover – Magdeburg.

Animation der 3-stündigen Niederschlagsart (grün/gelb = Regen, rosa/violett = Schneeregen oder gefr. Regen, hellblau/blau = Schnee) in Deutschland von Freitagmorgen bis Samstagnacht - ECMWF IFS Modell
Animation der 3-stündigen Niederschlagsart (grün/gelb = Regen, rosa/violett = Schneeregen oder gefr. Regen, hellblau/blau = Schnee) in Deutschland von Freitagmorgen bis Samstagnacht – ECMWF IFS Modell

Neuschnee im nördlichen Flachland

Bis Samstagmittag schneit es dann vor allem von der Elbebucht über Hamburg bis nach Mecklenburg oft mäßig. Hier sind dabei oft um 10 cm Neuschnee in Sicht. Eine dünne Schneedecke (2-5 cm, lokal etwas mehr) sollte sich aber bis dahin generell in einem breiten Streifen von der Nordsee bis nach Nordbrandenburg ausgehen.

Prognostizierte Neuschneemenge in 24 Stunden bis Samstagvormittag - UBIMET
Prognostizierte Neuschneemenge in 24 Stunden bis Samstagvormittag – UBIMET

Gebietsweise erhöhte Glättegefahr durch gefrierenden Regen

Am Südrand der Luftmassengrenze geht der Schneefall im Laufe des Freitags zeitweise in Regen oder Schneeregen über. Doch die kalte Luft bodennah bleibt hier unangetastet. Damit steigt die Gefahr von Glätte durch gefrierenden Regen oder Schneeregen in einem schmalen Streifen von der Nordsee über den Norden Sachsen-Anhalts bis nach Berlin vor allem in der zweiten Tageshälfte am Freitag an. In diesem Streifen fallen natürlich auch die Neuschneemengen entsprechend geringer aus.

Prognose der Glättegefahr durch gefrierenden Regen von Freitagmittag bis Freitagnacht (orange = mäßig, rot = erheblich, violett = extrem) - DWD ICON Modell
Prognose der Glättegefahr durch gefrierenden Regen von Freitagmittag bis Freitagnacht (orange = mäßig, rot = erheblich, violett = extrem) – DWD ICON Modell

Die neue Woche beginnt klirrend kalt

Ab dem Samstagnachmittag verlagert sich der Schwerpunkt des Schneefalls in Richtung Alpen, hier mit ergiebigen Neuschneemengen in Sicht bis Sonntag. Im Rest des Landes trocknet es ab Sonntag hingegen meistens ab. Die Temperaturen bleiben aber zumindest in der ersten Hälfte der neuen Woche auf einem tiefwinterlichen Niveau. Bei nahezu landesweitem Dauerfrost sind oft die -10 Grad in Reichweite, stellenweise – primär wo frisch gefallener Schnee reichlich vorhanden ist – sind aber auch Tiefstwerte zwischen -15 und -20 Grad möglich.

Tief Dietmar bringt kräftigen Regen, Gefahr von Hochwasser nimmt erneut zu

Die Hochwasserlage bleibt derzeit vor allem in Teilen Niedersachsens angespannt, während sich die Lage in der Mitte und im Süden über den Jahreswechsel entspannt hat. In den kommenden Tagen kommen aber neuerlich teils große Regenmengen zusammen, damit nimmt die Hochwassergefahr ausgehend von den Mittelgebirgen erneut zu.

Die aktuelle Hochwasserlage. © https://www.hochwasserzentralen.de/

Kräftiger Regen am Dienstag

Reger Tiefdruckeinfluss über Nordeuropa sorgt in den kommenden Tagen für eine feuchtmilde Westströmung in Mitteleuropa. Ein Tief namens „Dietmar“ zieht am Dienstag vom Atlantik zur Nordsee, weshalb es in einigen Regionen Deutschlands zeitweise kräftig regnet. Bereits in der Nacht zum Dienstag setzt von Rheinland-Pfalz bis Niedersachsen verbreitet Regen ein, der am Dienstag weite Teile des Landes erfasst. Besonders im Nordwesten und in der Mitte regnet es zeitweise kräftig mit nur vorübergehenden Unterbrechungen. Dazu frischt zunächst im Südwesten bzw. am Abend dann auch im Nordwesten und in der Mitte starker Südwestwind mit stürmischen Böen auf. In exponierten Lagen wie in der Eifel muss man mit Sturmböen rechnen, in Ostfriesland sind in der Nacht auch schwere Sturmböen zu erwarten.

48h-Niederschlagsprognose vom ICON-Modell.:

In der Nacht zum Mittwoch zieht das Niederschlagsgebiet langsam nach Nordosten ab, im Bereich der Mittelgebirge regnet es aber weiter. Auch am Mittwoch und Donnerstag ziehen aus Westen zahlreiche Schauer durch, welche sich in den Mittelgebirgen weiterhin stauen und für größere Regenmengen sorgen. Abseits der Mittelgebirge fallen die Mengen meist nur noch gering aus.

Lokal 100 l/m²

In Summe kommen bis inklusive Donnerstag in den Staulagen der Mittelgebirge (Schwarzwald, Sauerland, Rhön, Thüringer Wald, Fichtelgebirge, Bayerischer Wald) 40 bis 80, punktuell auch bis zu 100 mm Regen zusammen. In tiefen Lagen fallen regional 20 bis 40 mm. Da die Böden vielerorts schon gesättigt sind, nimmt die Hochwassergefahr ausgehend von den Mittelgebirgen neuerlich zu. Deutlich geringer bleiben die Niederschlagsmengen nur im Osten und Südosten.

Am Freitag setzt sich das wechselhafte Wetter mit zeitweiligem Regen fort, die Unsicherheiten sind aber noch erhöht. Flächendeckender und ergiebiger Regen ist aber nicht in Sicht. Am kommenden Wochenende stellt sich die Wetterlage um und aus Norden gelangt kalte, der Jahreszeit entsprechende Luft nach Deutschland.

Regen- und Sturmwarnungen für den Dienstag (weitere Warnungen werden am Montagabend ausgegeben). © www.uwr.de
Bereits in der Weihnachtswoche gab es regional ergiebige Niederschlagsmengen, entsprechend sind die Böden vielerorts schon gesättigt.

2023 wärmstes Jahr seit Messbeginn, Dezember 2 Grad wärmer als üblich

Global ist das Jahr 2023 das bislang wärmste der Messgeschichte und liegt nur knapp unter der 1,5-Grad-Marke des Pariser Klimaabkommens. Auch in Österreich schließt das Jahr 2023 mit einer Abweichung von +1,2 Grad gleichauf mit 2018 als das bislang wärmste der hiesigen Messgeschichte ab. An einigen Stationen liegt 2023 sogar allein auf Platz 1, wie etwa in Bregenz, Kremsmünster, Kufstein, Salzburg, St. Pölten und Wien.

Die langjährige Messreihe in Wien im Vergleich zum aktuellen Mittel von 1991 bis 2020.

Auf den Bergen war es das drittwärmste Jahr, die Messreihe geht hier bis 1851 zurück. Am Hohen Sonnblick liegt das Jahr 2022 gleichauf mit 2020 auf Platz 1.

Am Hohen Sonnblick war es das drittwärmste Jahr seit Messbeginn.

Wenn man sich den Verlauf im Detail anschaut, fällt einem sofort das Ungleichgewicht zwischen Wärme- und Kälterekorden auf. Etwa in Bregenz gab es heuer bei den Tiefstwerten einen einzigen Tag mit einem Kälterekord und ganze 15 Tage mit einem Wärmerekord.

Die täglichen Temperaturabweichungen zum Mittel 1991-2020 im Jahr 2023 in Wien.
Anzahl der Hitzetage pro Jahr in Wien.

Milder Dezember

Von den vergangenen 12 Monaten waren zwei rekordwarm (September und Oktober) und drei weitere unter den zehn wärmsten seit Messbeginn (Jänner, Juni und Juli). Mit dem April war nur ein Monat deutlich kühler als im langjährigen Mittel von 1991 bis 2020, wobei der April im Vergleich zum älteren, noch kühleren Klimamittel von 1961 bis 1990 sogar relativ unauffällig war. Auch der Dezember war österreichweit betrachtet sehr mild mit einer Abweichung von rund 2 Grad, vergleicht man ihn mit dem langjährigen Mittel von 1991 bis 2020. Die größten positiven Abweichungen haben wir von Oberösterreich bis ins Wiener Becken und auf den Bergen gemessen. Deutlich geringer fallen die Abweichungen in den südlichen Becken und der Mur-Mürz-Furche aus, da es hier häufiger Inversionswetterlagen gab.

Temperaturabweichungen im Dezember 2023. © UBIMET

Kalter Start, dann nur noch Wärme

Der Dezember hat heuer kalt und winterlich begonnen, so gab es am 2. an der Alpennordseite und in den Alpen verbreitet kräftigen Schneefall. Selbst in Wien wurde mit bis zu 21 cm die größte Schneehöhe seit Februar 2013 gemessen. Neben massiven Einschränkungen im Verkehr kam es auch zu Schneebruch, wobei hier besonders stark die Steiermark betroffen war: Etwa im Murtal kam es zu einem großräumigen Zusammenbruch des Strom- und Mobilfunknetzes. Am 4. folgte die bislang kälteste Nacht des Winters, als die Temperatur im Waldviertler Freiwald auf bis zu -25,4 Grad sank. Nach der ersten Monatsdekade geriet Mitteleuropa jedoch unter den Einfluss einer milden Westströmung mit Temperaturen über dem jahreszeitlichen Mittel. Besonders mild war es rund um den Christtag, als etwa in Wiener Neustadt und Eisenstadt neue Weihnachtsrekorde aufgestellt wurden. Der mildeste Tag des Monats war der Stefanitag mit bis zu 19 Grad in Kroisegg.

Höchste Temperaturen
  • 19,0 Grad Kroisegg (B, 26.)
  • 18,6 Grad Wiener Neustadt (NÖ, 25.)
  • 18,3 Grad Berndorf (NÖ, 25.)
  • 17,8 Grad Weyer (OÖ, 25.)
  • 17,7 Grad Eisenstadt (B, 25.)
Tiefste Temperaturen
  • -25,4 Grad Liebenau-Gugu (OÖ, 4.)
  • -24,2 Grad Schwarzau im Freiwald (NÖ, 4.)
  • -21,2 Grad Summerau (OÖ, 4.)
  • -20,9 Grad Radstadt (S, 4.)
  • -20,7 Grad Horn (NÖ, 4.)

Schwerer Sturm im Norden

Kurz vor Weihnachten geriet der Alpenraum unter den Einfluss eines Sturmtiefs namens Zoltan. Bereits mit Durchzug der Kaltfront des Tiefs kam es am Abend des 21. mit Durchzug von Gewittern zu teils schweren Sturmböen in Oberösterreich und im Flachgau. In der Nacht vom 22. auf den 23. kam im Norden neuerlich stürmischer Westwind auf: Örtlich gab es neue Monatsrekorde, wie beispielsweise in Mariazell, Weyer, Micheldorf, Aigen im Ennstal und Enns. Auf den Bergen wurden Böen teils über 200 km/h gemessen, zudem gab es besonders im östlichen Berg- und Hügelland ergiebige Regen- und Schneemengen. Allein in Ober- und Niederösterreich sowie in der Obersteiermark gab es tausende Feuerwehreinsätze. Hier findet man mehr Infos zu den Unwettern im Jahre 2023.

Stärkste Windspitzen Niederungen
  • 133 km/h Mariazell (ST, 23.)
  • 125 km/h Wolfsegg (OÖ, 23.)
  • 120 km/h Weyer (OÖ, 23.)
  • 119 km/h Straßwalchen-Ederbauer (S, 21.)
  • 119 km/h Kremsmünster, Micheldorf (beide OÖ, 23.)
  • 117 km/h Irdning-Gumpenstein (ST, 22.)
Schäden an der Mariazellerbahn im Dezember 2023. Bild:  NB/Danner

Extrem nasser Dezember

Mit der überwiegend westlichen Höhenströmung wurde jede Menge Feuchtigkeit vom subtropischen Atlantik nach Mitteleuropa gelenkt. Das regenreichste Bundesland im Dezember war Vorarlberg, der Monat bilanziert aber im gesamten Land deutlich zu nass, die Gesamtbilanz liegt im östlichen Berg- und Hügelland sogar zwischen +200 und +300 Prozent, in Zeltweg gab es sogar die vierfache übliche Niederschlagsmenge. In Summe gab es landesweit mehr als doppelt so viel Niederschlag wie üblich, damit war es einer der nassesten Dezembermonate der Messgeschichte.

Niederschlagsabweichung vom Klimamittel im Dezember. © UBIMET
nasseste Orte
  • 374 Liter pro Quadratmeter Warth (V)
  • 325 Liter pro Quadratmeter Mittelberg (V)
  • 318 Liter pro Quadratmeter Schröcken (V)
  • 289 Liter pro Quadratmeter Loibl (K)
  • 271 Liter pro Quadratmeter St. Anton am Arlberg (T)
  • 264 Liter pro Quadratmeter Tannheim (T)
trockenste Orte
  • 41 Liter pro Quadratmeter St. Radegund bei Graz (ST)
  • 43 Liter pro Quadratmeter Gleisdorf (ST)
  • 44 Liter pro Quadratmeter Graz, Feldbach (ST)
sonnigste bewohnte Orte
  • 115 Sonnenstunden Deutschlandsberg (ST)
  • 113 Sonnenstunden Graz (ST)
  • 111 Sonnenstunden Leibnitz (ST)

Jahresrückblick 2023: Die markantesten Unwetter in Österreich

Das Jahr 2023 geht in die Schlussphase und wir blicken zurück auf ein turbulentes Jahr mit einigen Unwettern. Anbei folgt eine Auswahl der 10 markantesten Wetterlagen in den vergangenen 365 Tagen (mit Sturm Zoltan kurz vor Weihnachten wurden es 11).

  • Jänner: Oststau auf der Pack am 23.
  • Februar: Nordlage mit Schnee und Sturm vom 2. bis 4.
  • März: Stürmischer Westwind im Donauraum am 11.
  • April: Vb-Tief mit Regen und Schnee am 13.
  • Juni: ortsfeste Gewitter mit Starkregen im Osten
  • Juli: Gewitterlinien mit Orkanböen im Alpenraum
  • August: Hochwasser im äußersten Süden sowie am Inn
  • Oktober: Föhnsturm in den Alpen am 20.
  • November: Starker Schneefall in den Nordalpen ab dem 25.
  • Dezember: Starker Schneefall von Vorarlberg bis Wien am 2.
  • Dezember: Weststurm an der Alpennordseite am 23.
Die Übersicht der Unwetterlagen. Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

In Erinnerung bleiben aber auch der sehr milde Start ins neue Jahr, das kühle Frühjahr sowie der rekordwarme Herbst mit neuen Rekorden sowohl im September als auch im Oktober. In Summe schließt das Jahr 2023 gemeinsam mit 2018 als das bislang wärmste der österreichischen Messgeschichte ab.

Jänner: Erst mild, dann Schnee

Das Jahr 2023 hat wie schon im Vorjahr von Beginn an für Rekorde gesorgt, so brachte der Neujahrstag zahlreiche Rekorde bei Temperaturen bis zu 19,7 Grad in Puchberg am Schneeberg. Generell verlief die erste Monatshälfte so warm wie noch nie zuvor, etwa in Graz und Innsbruck war sie um mehr als 4 Grad wärmer als üblich. In der zweiten Monatshälfte pendelten sich die Temperaturen dann im Bereich des jahreszeitlichen Mittels ein. In Erinnerung bleibt dabei vor allem der 23., als es auf der Pack bzw. der Koralpe starken Oststau mit knapp 1 Meter Neuschnee gab. In Preitenegg wurden mehr als 40 cm Neuschnee in 24 Stunden gemessen, aber auch in Unterkärnten wie etwa in Ferlach und Völkermarkt gab es größere Neuschneemengen. Durch Schneebruch wurden immer wieder Stromleitungen gekappt, zeitweise waren 5.000 Haushalte ohne Strom. Besonders betroffen waren Abschnitte des Lavanttals, das Jauntal sowie auch der Keutschacher Seental und das Gurktal.

Schnee
Viel Schnee in Teilen Unterkärntens am 24.1.. © Storm Science Austria

Februar: Erst Schnee und Sturm, dann Wärme

Der Februar wurde durch eine markante Nordwestlage vom 2. bis 4. geprägt. Zunächst kam es vor allem im östlichen Bergland zu starkem Schneefall, in Aflenz wurden 70 cm Neuschnee in 24 Stunden gemessen. Damit wurde hier der Rekord aus dem Februar 1986 eingestellt.

Schneemassen in Turnau am Abend des 2.2.. Ein Video dazu findet man auf Twitter.

Nachfolgend wurde der stürmische Wind zum Thema: Ein Tief namens „Pit“ sorgte am 3. in Wien für orkanartige Böen bis 112 km/h und am 4. kam von Osttirol über Kärnten und die Steiermark bis ins Burgenland stürmischer Nordföhn auf: In Zeltweg wurden orkanartige Böen bis 108 km/h erreicht, in Gröbming 103 km/h und in Millstatt sowie Kals am Großglockner 99 km/h. Im folgenden Video sieht man Schneeverwehungen in Prägraten am Großvenediger.

Ab der Monatsmitte ging es aber rasant bergauf mit den Temperaturen und am 18. wurde in Innsbruck mit bis zu 21,7 Grad der bislang wärmste Wintertag der Tiroler Messgeschichte verzeichnet.

März: Sturm im Donauraum

Der März verlief mild und vor allem im Osten sehr trocken. Das markanteste Wetterereignis gab es am 11., als ein Tief namens „Diethelm“ vor allem in einem Streifen von Oberösterreich über das südliche Wiener Becken bis ins Nordburgenland für stürmischen Westwind sorgte. In Podersdorf wurde eine Orkanböe von 118 km/h gemessen, in St. Pölten 102 km/h, in Wiener Neustadt 98 km/h. Allein in Ober- und Niederösterreich kam es zu mehr als 200 Feuerwehreinsätzen wegen Sturmschäden. In Linz deckte der Sturm das Dach der Kammerspiele beim Linzer Landestheater ab.

Ein umgestürzter Baum im Alois-Drasche-Park im 4. Bezirk Wiens. © M. Salmi

April: Vb-Tief

Der April bleibt in Erinnerung, weil es der einzige deutlich zu kühle Monat des Jahres war. Am 5. April gab es nochmals landesweiten Frost, auf dem Dachstein sank die Temperatur sogar auf -20,1 Grad. Dazu kam es wiederholt zu Regen bzw. im Bergland auch zu Schneefall. Besonders große Niederschlagsmengen gab es am 13., als ein Vb-Tief etwa in Gumpoldskirchen 103 l/m² in nur 48 Stunden brachte. Damit war der April im Norden und Osten der nasseste seit 1965, ein wahrer Glücksfall für den unter Trockenheit leidenden Neusiedler See.


Ende April kam es bei Oberfladnitz im Waldviertel am 29. auch zum ersten bestätigten Tornado des Jahres in Österreich. Der zweite Folgte dann exakt eine Woche später bei Ziersdorf im Bezirk Hollabrunn.

Tornado am 29. April 2023. Quelle: Wetter Weitersfeld

Juni: Gewitter mit extremen Regenmengen

Im ersten Sommermonat haben stationäre Gewitter lokal zu extremen Regenmengen in kurzer Zeit geführt. Etwa am 5. fielen in Wels 125 l/m² in 24 Stunden, davon 107 in nur zwei Stunden. Nur einen Tag später gab es in Bruckneudorf im Nordburgenland 111 l/m² in wenigen Stunden, aber auch in Wien kam es auf Bezirksebene zu großen Regenmengen wie etwa 19 l/m² in nur 10 Minuten in der Innenstadt. Bis zum ersten Hitzetag musste man sich dagegen bis zum 18, Juni gedulden, was dem spätesten ersten 30er seit dem Jahre 1990 entspricht. Während im Osten punktuell große Regenmengen gab, war der Juni von Vorarlberg bis Oberösterreich vielerorts knochentrocken.

Gewitter in Wien
Ein Gewitter mit Starkregen in Wien am 7.6.

Juli: Schwergewitterlagen mit Hagel und Orkanböen

Der Höhepunkt der Gewittersaison wurde heuer im Juli erreicht, als es rund um die Alpen immer wieder schwere Unwetter gab. In Österreich kam es dabei mehrmals zu Gewitterlinien mit schweren Sturm- und Orkanböen, in Summe wurden im Juli und August an mehr als 50 Wetterstationen neue monatliche Sturmrekorde aufgestellt. Etwa in der Nacht vom 11. auf den 12. Juli zog eine Gewitterlinie von Vorarlberg bis Oberösterreich, dabei wurden in Waizenkirchen 123 km/h bzw. in Enns 117 km/h gemessen. In der darauffolgenden Nacht sorgte eine Gewitterlinie in Bad Radkersburg für eine Orkanböe von 119 km/h. Am 18. folgten bereits die nächsten Sturmrekorde: Eine Gewitterlinie zog von Vorarlberg bis ins Burgenland, dabei wurden am Flughafen-Tower in Innsbruck 161 km/h gemessen. Orkanböen gab es aber u.a. auch in Gröbming mit 118 km/h und in Bad Eisenkappel mit 121 km/h.

Der Kirchturm von St. Marxen nach dem Unwetter am 17.7.23 . © Storm Science Austria

Dazu kam es rund um die Alpen auch mehrmals zu großem Hagel: Am 24. Juli wurde im benachbarten Friaul sogar ein Hagelkorn mit einer Größe von 19 cm dokumentiert, was einem neuen europäischen Rekord entspricht. Auch in Österreich wurde aber sehr großer Hagel beobachtet, wie etwa im Bezirk Voitsberg mit knapp 10 cm am 25. August oder im Bezirk Völkermarkt mit 8 cm am 23. Juni.

Eines der größten Hagelkörner in Österreich (25.8.23 im Bezirk Voitsberg). Bild © N. Koretic

August: Hochwasser und Gewitter

Im äußersten Süden kam es zwischen dem 3. und 5. zu ergiebigen Regenmengen in kurzer Zeit, als ein Mittelmeertief namens „Zacharias“ im Süden Kärntens und der Steiermark zu einem schweren Hochwasser führte. Innerhalb von nur 48 Stunden kamen dabei etwas am Loiblpass, in Bad Eisenkappel oder in Ferlach mehr als 200 l/m² Regen gemessen. Neue Rekorde gab es zudem auch in Völkermarkt und Klagenfurt.

Zwei Bilder aus der Südweststeiermark (Saggaubach und Sulm). Fotos: Hydrographie Steiermark


Zu einem weiteren Extremereignis kam es am 28. August, als ein weiteres Mittelmeertief namens „Erwin“ von Vorarlberg bis Salzburg für ein schweres Hochwasser sorgte. Bei einer sehr hohen Schneefallgrenze kam es besonders in Vorarlberg sowie am Alpenhauptkamm zu extremen Regenmengen wie etwa in Fraxern mit 196 l/m² oder Kolm-Saigurn in den Hohen Tauern mit 146 l/m².  Teils massive Vermrurungen und Hochwasser waren die Folge, auch am Inn kam es zu einem außergewöhnlichen Hochwasser.

Hochwasser
Hochwasser in Innsbruck am 28.8. Auf Twitter gibt es u.a. ein Video der Schäden im Ötztal.
Vermurungen und Hochwasser im Raurisertal. Bild: FF Rauris

Zwischendurch brachte der August aber auch heftige Gewitter: Am 12. wurde etwa Salzburg von einer starken Gewitterzelle getroffen, am Flughafen wurde mit einer Orkanböe von 126 km/h ein neuer Monatsrekord verzeichnet.


Der Höhepunkt wurde mit mehr als 93.000 Entladungen dann am 26. August erreicht, als eine Gewitterlinie über Oberösterreich und Teile Niederösterreichs hinwegzog. In Reichersberg wurden dabei Orkanböen bis 125 km/h gemessen.

Unwetterfront am 26.8.23 in Oberösterreich. © Storm Science Austria

Rekordherbst

Sowohl der September als auch der Oktober waren die bislang wärmsten der Messgeschichte in Österreich. Beide Monate brachten Rekorde bei der Anzahl an Sommertagen, zudem wurde im Oktober mit bis zu 30,3 Grad in Tulln auch ein neuer Monatsrekord aufgestellt. Aus UWZ-Sicht bleibt aber vor allem ein schwerer Föhnorkan in den Alpen am 20. Oktober in Erinnerung. Am Patscherkofel wurden Böen bis knapp 200 km/h erreicht, was nicht nur einem neuen Oktoberrekord für den sturmerprobten Hausberg der Innsbrucker darstellt, sondern zugleich die höchste Windböe in Österreich in einem Herbst seit 1997. Auch in vielen Tallagen kam es aber zu schweren Sturmböen, wie etwa in den Karawanken, im Bereich der Tauern oder auch im Ennstal.

Von Vorarlberg über Salzburg bis in die Obersteiermark sowie auch in Teilen Kärntens waren mehr als 30.000 Haushalte zeitweise ohne Strom, zudem gab es unzählige Feuerwehreinsätze wegen umgestürzter Bäume und abgedeckter Dächer. Auch einige Straßen mussten gesperrt werden, wie etwa die Katschberg-Straße oder auch der Tauern- und der Katschbergtunnel auf der A10.

Sturmschäden im Lungau. © FF Lungau

November: Starkregen und Schneefall

Der dritte Herbstmonat fiel nicht mehr so extrem warm aus, reger Tiefdruckeinfluss sorgte aber für teils ergiebige Niederschlagsmengen sowie für das Ausbleiben von Inversionswetterlagen. Zu Beginn des Monats kam es an der Gail zu einem 30-jährigen Hochwasser und vor allem im Bezirk Hermagor kam es zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen wegen überfluteter Keller und Straßen. In den Karawanken führte föhniger Wind zudem neuerlich zu Stromausfällen. Zum Ende des Monats kam es dann vermehrt zu Nordwestlagen und in höheren Tallagen kamen große Schneemengen zusammen. Das erste größere Ereignis gab es am 25. November, wobei es an diesem Tag auch im Flachland wie etwa in Wien den ersten Schnee der Saison gab.

Verlauf von Temperatur, Niederschlag und Schneehöhe Ende November in Warth am Arlberg.

Dezember: Starkschneefall von München bis Wien

Pünktlich zu Beginn des meteorologischen Winters gab es am 2. Dezember von Bayern über Oberösterreich bis nach Wien eine markante Grenzwetterlage mit kalten Luftmassen arktischer Herkunft an der Alpennordseite und feuchtwarmer Luft subtropischen Ursprungs an der Alpensüdseite. Ein Italientief sorgte dabei für starken Schneefall: In München wurde mit 46 cm Schnee die höchste Schneedecke seit März 2006 gemessen bzw. in Wien  mit 21 cm die höchste seit Februar 2013. Neben massiven Einschränkungen im Verkehr kam es auch zu Schneebruch, wobei hier besonders stark die Steiermark betroffen war: Etwa im Murtal kam es zu einem großräumigen Zusammenbruch des Strom- und Mobilfunknetzes, allein im Oberen Murtal waren mehr als 20.000 Haushalte ohne Strom und das teils mehr als 24 Stunden lang. In den Bezirken Murau und Murtal war der 4.12. wetterbedingt auch schulfrei. Der Gesamtschaden liegt in Millionenhöhe und bis zur vollständigen Behebung wird es noch mehrere Wochen dauern.

Schäden infolge von Schneebruch. © Energie Steiermark

Dezember: Schwerer Sturm im Norden

Kurz vor Weihnachten geriet der Alpenraum unter den Einfluss eines Sturmtiefs namens Zoltan. Bereits mit Durchzug der Kaltfront des Tiefs kam es am Abend des 21. mit Durchzug von Gewittern zu teils schweren Sturmböen in Oberösterreich. Nachfolgend etablierte sich eine Luftmassengrenze quer über dem Nordosten Österreichs und in der Nacht vom 22. auf den 23. kam im Norden neuerlich stürmischer Westwind auf. Örtlich gab es neue Monatsrekorde, wie beispielsweise:

  • 135 km/h Mariazell
  • 120 km/h Weyer
  • 118 km/h Micheldorf
  • 112 km/h Aigen im Ennstal

Auf den Bergen wurden Böen teils über 200 km/h gemessen, zudem gab es besonders im östlichen Berg- und Hügelland ergiebige Regen- und Schneemengen. Die Feuerwehren waren vor allem in Oberösterreich, in der Obersteiermark und in Niederösterreich im Dauereinsatz, allein in Oberösterreich gab es mehr als 1000 Einsätze. Die Behebung der Schäden dauert noch an, so ist etwa die Mariazellerbahn aufgrund des heftigen Windwurfs bzw. Oberleitungsschäden zum Teil noch gesperrt. Auch die Landesstraße über den Pogusch ist aufgrund von Hangrutschungen bis auf Weiteres gesperrt.

Schäden an der Mariazellerbahn. Bild:  NB/Danner
Hangrutsch am Pogusch. Bild © FF St. Lorenzen im Mürztal

Hier geht es zum Unwetter-Rückblick für die Jahre 2021 und 2022.

Titelbild: © Storm Science Austria, N. Koretic, FF St. Lorenzen im Mürztal, Energie Steiermark

Rückblick auf das Jahr 2023

Januar

Das Jahr begann mit einem deutlich zu warmem (knapp 3 Grad über dem Mittel) und besonders im Norden auch deutlich zu nassem Monat. Insbesondere in Schleswig-Holstein fiel mehr als das 1,5-fache des üblichen Regens, generell fiel in der Nordhälfte teils deutlich mehr als normal. Dazu wurde es am 15. stürmisch mit Böen von 101 km/h in Arkona und 112 km/h in List auf Sylt. Zum Monatsende blieb es zwar stürmisch, wirklich nennenswerte Böen blieben jedoch aus. Dabei zog eine recht blitzaktive Kaltfront mit über 1000 Entladungen durch.

Februar

Der Monat begann mit einer Nordwestlage in deren Zuge eine durchziehende Störung am 1. für stürmisches Wetter sorge, begleitet von Gewittern mit rund 6000 Blitzen. Dabei traten auch 2 Tornados auf, wir berichteten. Allgemein stürmisch blieb es bis zum 4. des Monats. Ein Tief brachte dann am 17. besonders im Norden und Osten Sturm meist mit Böen zwischen 80 und 100 km/h. In Summe verlief der Februar bundesweit leicht zu trocken (rund -20 %) und zu warm (rund 2 Grad).

März

Mit einem Tief am 7. begann ein recht turbulenter Wettermonat. Dabei wurden in List auf Sylt 103 km/h gemessen. In den Folgetagen verlagerte sich der Windschwerpunkt in den Süden, am 9. und 10. wurden in der Südhälfte Böen teils über 100 km/h (z.B. am 9.3. in Mühldorf) registriert. Grund war ein Tief, welches am 10. über die Mitte von West nach Ost zog. Etwas ungewöhnlich für den März war die Gewitterlage am 13. mit rund 45.000 Blitzen. Dazu gab es am 30. weitere Gewitter mit rund 33.000 Blitzen. In Summe war der Monat rund 1 Grad zu warm und deutschlandweit! knapp 1,5-fach zu nass.

April

Dieser in Summe recht ruhige Monat war im Durchschnitt etwas zu kalt (rund 1 Grad) und zu nass (rund 50 %). Dementsprechend gibt es hier nichts weiter zu berichten.

Mai

Die erste größere Gewitterlage (mehr als 100.000 Blitze in 24 Stunden) gab es am 5. des Monats. Dabei traten erste stürmische Böen und kräftiger Regen auf, wir berichteten. Die nächste gab es am 22. mit rund 113.000 Blitzen. Dabei fiel lokal teils mehr als 50 L/m². Die meisten Blitze gab es in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. In Summe war der Monat in etwa durchschnittlich temperiert und rund 40 % zu trocken. Dabei war es besonders im Osten des Landes sehr trocken mit teils nur 25 % des Üblichen.

Städte Anzahl Sommertage
Berlin 3
Hamburg 1
München 2
Köln 4

Info: Es traten landesweit keine heißen Tage im Monat Mai auf.

Juni

Der erste Sommermonat brachte amtliche Unwetterlagen. Die erste ereignete sich am 8. mit rund 180.000 Blitzen. Neuerlich lag der Schwerpunkt bei ergiebigem Starkregen mit lokal rund 60 L/m² und örtlichem kleinerem Hagel. Die meisten Blitze gab es an jenem Tag mit Abstand in Bayern.

Die erste Unwetterserie gab es vom 20. bis 22.. Mit einer Frontalzone, die von der Nordsee bis nach Spanien reichte, kam die erste Welle am Abend des 20. von Westen auf, in der Nacht verlagerten sich die Gewitter allmählich ostwärts (unser Liveticker dazu). Am 21. zog von der Schweiz her vormittags ein markantes Gewittersystem in Richtung Bayerischer Wald und brachte Böen teils weit über 100 km/h. Der Folgetag brachte dann die meisten Blitze an einem Tag des Jahres mit rund 748.000. Dabei gab es in Bayern rund 206.000 Blitze, in Hessen 131.000 und in Niedersachsen 107.000 Entladungen. Dabei fiel besonders in einem Streifen von Nordrhein-Westfalen über den Hatz bis zur Oder heftiger Starkregen. Dazu gab es mit Superzellen auch Hagel, hier noch einmal unser Liveticker vom Tage zum Nachlesen.

Des weiteren gab es im Nordosten am 26. noch eine Gewitterlinie, die stürmische Böen und kräftigen Regen brachte. Am nächsten Tag traten in einer kräftigen Nordwestanströmung weitere Gewitter auf, die rund 48.000 Blitze und etwas Regen brachten. Dabei war der Monat etwas mehr als 2 Grad zu warm. Außerhalb der kräftigen Gewitterniederschläge am 22. und 23., die zwischen Harz und Berlin für einen zu nassen Monat sorgen, verlief der Juni meist zu trocken (rund 35 %).

Städte Anzahl Sommertage Anzahl Heiße Tage Anzahl Tropennächte
Berlin 17 – 18 2 – 3 0
Hamburg 18 – 19 0 0
München 12 – 19 3 – 5 0
Köln 22 – 23 5 – 6 0 – 3

Info: Die städtische Wärmeinsel ist gut erkennbar, die meisten Sommer- und heißen Tage sind immer die Innenstadtstationen.

Juli

Der Juli begann mit einer für den Sommer recht ausgeprägten Westlage und am 5. mit einem ungewöhnlichen Sturmtief, welches für Böen von 80 bis 100 km/h an der Nordseeküste und im angrenzenden Binnenland sorgte. Anschließend begann eine Hitzewelle, in deren Folge weitere kräftige Gewitter niedergingen. Am 9. zogen kräftige Gewitter von Westen her auf und besonders vom Rhein bis zur Elbe gab es Starkregen, Sturmböen und Hagel. Der 11. brachte dann in Bayern und Baden-Württemberg ein heftiges Gewittersystem, welches Orkanböen und ergiebigen Starkregen brachte. Unser Liveticker dazu zum nachlesen.

Ab Monatsmitte wurde es in der Nordhälfte zeitweise herbstlich mit Höchstwerten teils unter 20 Grad, war doch am 15. noch die höchste Temperatur des Jahres mit 38.8 Grad in Möhrendorf in Franken erreicht worden. Auch ansonsten hielt sich die Hitze in der zweiten Monatshälfte zurück. Dabei traten immer wieder auch Gewitter auf, eine markante Unwetterlage trat jedoch nicht auf, obwohl am 24. und 29. jeweils mehr als 100.000 Blitze registriert wurden. Damit war der Monat im Mittel etwas zu nass (12 %) und nur geringfügig zu warm.

 

Städte Anzahl Sommertage Anzahl Heiße Tage Anzahl Tropennächte
Berlin 15 – 16 3 – 4 1
Hamburg 5 4 0
München 15 – 20 4 – 5 0
Köln 12 – 13 4 1

August

Der Monat begann durchaus unterkühlt, ab dem 12. stellte sich jedoch wieder hochsommerliche temperiertes Wetter ein. Dies wurde dann auch wieder von kräftigen Gewittern begleitet. Bis zum 17. wurden mehr als 1,1 Mio. Blitze registriert.

Abgeschlossen wurde der Monat mit einer heftigen Unwetterserie im Süden des Landes. Dabei zogen am 24. und 26. zwei markante Gewittersysteme von der Schweiz her auf und brachten teils Orkanböen und heftigen Starkregen. In Summe war der Monat nur etwas wärmer als im Durchschnitt, verlief aber um mehr als das 1,5-fache zu nass.

Städte Anzahl Sommertage Anzahl Heiße Tage Anzahl Tropennächte
Berlin 15 4 1 – 2
Hamburg 7 – 11 0 – 1 0
München 16 – 17 9 – 13 0 – 1
Köln 12 – 13 2 – 3 0 – 1

September

Der erste Herbstmonat brachte die Verlängerung des Sommers. Dabei trat in der ersten Monatshälfte eine Hitzewelle auf, dementsprechend kamen verbreitet einige Hitzetage zusammen. Zudem gab es am 12. noch eine amtliche Unwetterlage mit rund 283.000 Blitzen, die sich bis zum 13. hinzog. Dabei wurde dann in Summe der wärmste September seit Beginn der Aufzeichnungen in Deutschland erreicht. Dazu war es aber besonders im Osten und Süden deutlich zu trocken und im Mittel rund 45 %.

Städte Anzahl Sommertage Anzahl Heiße Tage
Berlin 15 – 16 3 – 4
Hamburg 8 – 10 2 – 5
München 12 – 16 0 – 2
Köln 13 – 14 4 – 6

Oktober

Mit dem Monatswechsel wendete sich aber das Blatt, der Monat brachte rund 50 % mehr Regen als im Durchschnitt, besonders die Nordhälfte wurde gewässert. Zudem blieb es mild bis warm für die Jahreszeit und daher endete der Monat rund 2,5 Grad wärmer als im Durchschnitt. Markant war die Wetterlage von 20. und 21. als ein Tief über der Mitte zu markantem Oststurm auf der Ostsee führte. Dabei wurden an der Küste teils orkanartige Böen verzeichnet. Dies führte zu einer erheblichen Sturmflut an der Ostsee.

November

Der letzte Herbstmonat brachte teils windiges und regnerisches Wetter. Zur Monatsmitte hin wurde es stürmisch, markante Böen wurden jedoch nicht beobachtet. Am 16. und 17. wurde es am Alpenrand nochmals sehr windig, hier wurden teils schwere Sturmböen gemessen. Am 23. und 24. zog dann im Norden ein Sturmtief durch. Zum Monatsende wurde es dann winterlich und selbst im Flachland gab es teils mehr als 10 cm Neuschnee zu bewundern. In der Nacht auf den 1. Dezember sorgte dann ein markanter Wintereinbruch in den südlichen Teilen Bayerns für massive Probleme. In Summe war der November etwa 1 Grad zu warm und 100 % zu nass.

Dezember

Der erste Wintermonat begann auch entsprechend. Verbreitet lag Schnee, besonders in Ober- und Niederbayern teils 40 cm und mehr, wir berichteten in unserem Blog darüber. Aber auch entlang der Osteeküste waren es strichweise über 10 cm.  Dazu kam zunächst in höheren Lagen etwas Nachschub, ehe ab dem 9. massives Tauwetter in Zusammenspiel mit wiederholtem Regen die Flüsse anschwellen ließ. Einen weiteren Höhepunkt wurde dann mit einem Orkantief am 21. und 22. erreicht. Dabei wurden teils mit Gewittern auch im Binnenland orkanartige Böen gemessen. An den Küsten traten generell Böen von 100 bis 120 km/h auf. Auch an den Weihnachtstagen blieb es windig und nass, sodass sich die Hochwasserlage weiter verschärfte.

Wechselhafter Jahreswechsel in Sicht

Noch ruhiges Wetter am letzten Tag des Jahres

Das Tief COSTA mit Kern über den Britischen Inseln sorgt heuer für einen sehr wechselhaften Jahreswechsel.

Die Großwetterlage am letzten Tag des Jahres.
Quelle: DWD

Tagsüber ist es noch relativ ruhig, besonders im Berg- und Hügelland auch mit zeitweiligem Sonnenschein recht freundlich. In den Niederungen erweisen sich dagegen Nebel und Hochnebel als sehr zäh. Dementsprechend unterschiedlich die Höchstwerte am letzten Tag des Jahres: 2 Grad im Dauergrau und manchen schattigen Tälern und bis zu 12 Grad im föhnigen Montafon und im Südosten der Steiermark.

Hier grafisch die Verteilung der Höchstwerte am Sonntag:

Höchstwerte am letzten Tag des Jahres.

Am Nachmittag und Abend trübt es sich dann im Westen und Süden mit der Kaltfront von COSTA ein und von Vorarlberg bis Kärnten setzt Regen ein. Die Schneefallgrenze liegt dann meist zwischen 900 und 1300 Meter.

Kaltfront bringt Regen und Schnee in Silvesternacht

In der Silvesternacht überziehen dichte Wolken allmählich ganz Österreich, ein Feuerwerk vor sternenklarem Himmel wird es heuer also im Großteil des Landes nicht geben. Im Laufe des Abends breiten sich zudem Regen und Schneefall weiter ostwärts aus, wobei die Schneefallgrenze auf 1000 bis 700 Meter sinkt. Am ehesten trocken kann man die Korken im Burgenland und im Südosten der Steiermark sowie in Vorarlberg und dem Tiroler Oberland lassen. Auch im Großraum Wien könnte es noch trocken bleiben. Besonders Richtung Rheintal gibt es sogar realistische Chancen, dass die Raketen sich mit Sternen und Mond den Nachthimmel teilen.

Hier die Verteilung des Niederschlags rund um den Jahreswechsel laut ICON-D2-Modell:

Einstündiger Niederschlag in der Silvesternacht zwischen 0 und 1 Uhr.

Die Thermometer um Mitternacht zeigen dazu zwischen 0 Grad in höheren Alpentälern und +8 Grad im Südosten.

Hier die simulierten Temperaturen um Mitternacht:

Prognostizierte Temperaturen zum Jahreswechsel.

Archiv: Rekordtemperaturen zum Jahreswechsel

Ein Blick in die meteorologischen Geschichtsbücher hinsichtlich besonders hoher oder tiefer Temperaturen zeigt die enorme Spannbreite, die in einer der wichtigsten Nächte des Jahres hierzulande möglich sind. Besonders herausragend waren die Jahreswechsel der vergangenen beiden Jahre. Beim Läuten der Pummerin während des Wechsels von 2021 auf 2022 wurden in Wien, Eisenstadt, St. Pölten und Linz Rekordtemperaturen gemessen. Gut 15 Grad zeigte das Thermometer zum Beispiel beim Jahreswechsel in Eisenstadt, knapp 10 Grad waren es in der Landeshauptstadt Oberösterreichs. Vor einem Jahr gab es besonders in etwas höheren Lagen extreme Wärme um Mitternacht, 16 Grad wurden sowohl in Brand (Vorarlberg) als auch auf der Hohen Wand in je rund 1000 Meter Seehöhe registriert. Besonders kalt fiel der Jahreswechsel hingegen 1996/1997 aus, als in Bregenz, Graz, Linz, Eisenstadt und Wien die jeweils tiefsten Temperaturen zum Neujahrsfeuerwerk gemessen wurden. In Graz hieß es bei rund -11 Grad warm anziehen, fast -10 Grad waren es in der Bundeshauptstadt.

Rekordtemperaturen in den Landeshauptstädten zum Jahreswechsel:

Höchst- und Tiefstwerte zum Jahreswechsel in den Landeshauptstädten.

Letztmalig Temperaturen unter 0 Grad im ganzen Land zum Jahreswechsel gab es übrigens vor gut 20 Jahren mit der Euro-Einführung von 2001 auf 2002.

Windiger Jahreswechsel steht Deutschland bevor

Sturm in Sicht

Nach der äußerst windigen und regional auch sehr nassen Phase in der Weihnachtszeit beruhigte sich das Wetter deutlich. Die Wetterbesserung ist aber aller Voraussicht nach nur von sehr kurzer Dauer, denn Deutschland gerät bereits am 28.12. in eine straffe Westströmung (siehe Animation der Großwetterlage unten).

Animation der Wetterlage in mittleren Höhen bis zum Jahreswechsel (blau = Tiefdruckeinfluss, rot = Hochruckeinfluss) - ECMWF IFS Modell, UBIMET
Animation der Wetterlage in mittleren Höhen bis zum Jahreswechsel (blau = Tiefdruckeinfluss, rot = Hochruckeinfluss) – ECMWF IFS Modell, UBIMET

Am Freitag, dem 29.12., steht dann der gesamten Nordhälfte des Landes ein erstes, markantes Sturmereignis bevor. Verbreitet sind dabei Spitzenböen zwischen 60 und 80 km/h aus West bis Südwest einzuplanen. Auch im Süden sind aber in exponierten Lagen stürmische Böen zu erwarten. Zum letzten Wochenende des Jahres hin verwellt die Westströmung im Atlantik. Die direkte Folge ist die Entstehung eines kräftigen Tiefs, dessen genaue Zugbahn noch mit einer gewissen Unsicherheit behaftet ist. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit überquert es aber genau zum Jahreswechsel Deutschland. Nach einer kurzen, etwas ruhigeren Phase am Samstag legt der Südwestwind am Sonntag in der Westhälfte mit Böen bis 80 km/h schrittweise zu. Das neue Jahr 2024 beginnt aus jetziger Sicht verbreitet windig aus westlichen Richtungen, mit maximalen Windgeschwindigkeiten oft zwischen 60 und 80 km/h.

Animation der täglichen maximalen Windböen in km/h vom 30.12. bis zum 01.01. - UBIMET
Animation der täglichen maximalen Windböen in km/h vom 30.12. bis zum 01.01. – UBIMET

Selbst die Silvesternacht dürfte nach derzeitigem Stand mit Ausnahme des Ostens und Südostens Deutschlands sehr windig verlaufen. Für eine genauere Prognose bezüglich Wolken und Niederschläge ist es aber noch zu früh.

 

#Dresden heute (27.12. um 10 Uhr, Elbpegel 5.86m) #Hochwasser pic.twitter.com/CVh3d2GGii

Hochwasserlage entspannt sich in den meisten Regionen

Eine positive Nachricht betrifft die prognostizierten Niederschlagsmengen. Die momentan sehr heikle Hochwasserlage entspannt sich nur sehr langsam wieder. Bis zum Jahreswechsel werden im Großteil des Landes, im Alpenraum und in Tschechien keine großen Regenmengen erwartet. Vor allem im Süden und Osten Deutschlands kehren Flüsse und Bäche somit langsam aber sicher auf normale Pegelstände zurück. Anders sieht es nur vom Sauerland bis zur Nordsee. Hier sind bis ins neue Jahr nennenswerte Niederschläge in Sicht, teils auch über 50 l/m² bis zum 01.01.2024. In NRW, Niedersachsen und Schleswig-Holstein bleibt die Lage vor allem im Küstenbereich sowie auch entlang von kleineren Flüssen und Bächen weiterhin angespannt.

Akkumulierte Niederschlagsmengen in l/m² vom 27.12.2023 bis zum 01.01.2024 - UBIMET
Akkumulierte Niederschlagsmengen in l/m² vom 27.12.2023 bis zum 01.01.2024 – UBIMET

Alle Jahre wieder: Weihnachten mit Tauwetter und bis zu 16 Grad

Weihnachten ohne Schnee im Flachland.

Beim Blick aus dem Fenster mag man es im Osten kaum glauben, aber Weiße Weihnachten bleiben auch heuer ein frommer Wunsch. Dabei hat es heute – 1 Tag vor Heiligabend – selbst in Wien noch für eine dünne Schneedecke gereicht.

Von Westen her setzt sich in den kommenden Stunden aber immer mildere Luft durch, der Schnee im Flachland wird den heutigen Tag so nicht mehr überleben.

Noch schlechter die Nachrichten für alle Schneefans, wenn man die morgigen Höchstwerte betrachtet. Verbreitet werden 5 bis 10 Grad erreicht, abseits der Berge gar 10-13 Grad.

Höchstwerte an Heiligabend.

Noch milder wird es dann sogar am Christtag. Mit starkem Westwind klettern die Temperaturen vielerorts über die 10-Grad-Marke, am Alpenostrand (Wien, Eisenstadt, Wiener Neustadt) sind auch Höchstwerte von 15 oder 16 Grad zu erwarten.

Höchstwerte am Christtag.

Doch nicht nur in Österreich wird der Christtag sehr mild, der Dauerfrost hat sich weit nach Nord- und Osteuropa zurückgezogen. Höchstwerte unter 0 Grad gibt es dann noch nördlich der Linie Oslo-Moskau. Rund ums Mittelmeer sind sogar Höchstwerte von rund 20 Grad drinnen.

Die Höchstwerte in Europa am 25.12.

Für Rekorde zu Weihnachten (24. – 26.12.) wird es zwar schwer, aber nicht unmöglich. Exakt 15,0 Grad beträgt der Rekord in Wien, dieser könnte am Montag ebenso fallen wie die 15,5 Grad in Eisenstadt. Auch die Christnacht wird im östlichen Flachland extrem mild mit Tiefst(!)werten von rund +10 Grad. Auch dies wäre ein neuer Rekord.

Rekorde der Tiefst- und Höchstwerte zu Weihnachten in den Landeshauptstädten.

Somit geht ein weiteres Jahr ohne Schneedecke in den Landeshauptstädten in die Statistik ein. Zuletzt Weiße Weihnachten gab es 2021 in Klagenfurt. In Wien war es 2012 so weit, in St. Pölten muss man gar bis 2007 zurückblicken, um Schnee an Weihnachten zu haben.

Statistik für Weiße Weihnachten bis 2022.

Weihnachtstauwetter

Der erste Schnee im Flachland fällt meist schon Ende November oder in der ersten Dezemberhälfte, dennoch gibt es im Flachland meist „grüne Weihnachten“. Neben der generellen Abnahme der Tage mit einer Schneedecke aufgrund des Klimawandels spielt dabei aber auch das sog. Weihnachtstauwetter eine wichtige Rolle. Es handelt sich um eine milde und teils auch nasse Witterungsperiode, bei der atlantische Luftmassen nach Mitteleuropa gelangen. Diese meteorologische Singularität (auch Witterungsregelfall genannt) tritt in Mitteleuropa in etwa sechs bis sieben von zehn Jahren rund um Weihnachten ein.

Weiße Weihnachten und Klimawandel

Weiße Weihnachten in den Niederungen sind generell selten. Allgemein spielt dabei die Seehöhe eine wichtige Rolle: Ab einer Höhe von etwa 500 m liegt die Wahrscheinlichkeit im Mittel bei 40 %, in 800 m Höhe bei 70 % und ab 1.200 m über 90 %.  Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten im Flachland nimmt im Zuge des Klimawandels weiter ab, so hat sich die Zahl der Tage mit Schnee am 24. Dezember seit Anfang der 80er Jahre in etwa halbiert und der Trend deutet weiter abwärts. Vor allem seit den 2000ern hat die Häufigkeit deutlich abgenommen.

Rekorde

Besonders in den 60er Jahren lag zu Weihnachten häufig Schnee, in Klagenfurt war es damals sogar jedes Jahr weiß. Die Rekorde aus dem Jahr 1969 im Norden und Osten haben bis heute Bestand: Damals gab es in Linz 24, in Wien 30 cm, in Eisenstadt 39 cm und in St. Pölten sogar 50 cm der weißen Pracht. Letztmals Schnee in allen Landeshauptstädten zu Weihnachten gab es hingegen im Jahr 1996.

Wie Vulkane das Klima beeinflussen können

Der Sommer 1816 fiel einem Vulkanausbruch zum Opfer.

Allgemein können Vulkanausbrüche klimawirksam sein und einen kühlenden oder auch wärmenden Effekt auf unser Klima haben. Entscheidend dabei ist einerseits die Stärke der Eruption bzw. die Höhe der Eruptionssäule, andererseits aber auch die Zusammensetzung der vulkanischen Gase.

Damit es zu einer messbaren Wirkung auf das globale Klima kommen kann, müssen die Auswurfmaterialien lange in der Atmosphäre bleiben. Das ist nicht der Fall, wenn der Ausbruch unterhalb der atmosphärischen Sperrschicht der Tropopause in etwa 10 bis 15 km Höhe bleibt. Bei sehr starken Eruptionen gelangen die Gase aber in höhere Stockwerke der Atmosphäre, wo sie dann deutlich länger verweilen können.

Sulfataerosole entscheidend

Manche gasförmige Materialien eines Vulkanausbruchs wie CO2 und Wasserdampf vermindern die langwellige Wärmeausstrahlung der Erde und erwärmen damit die Atmosphäre. Dagegen reagiert Schwefeldioxid in der Atmosphäre mit Wasserdampf zu Schwefelsäure, aus der dann kleine Schwefelsalz-Partikel entstehen (Sulfataerosole). Diese vermindern die einfallende kurzwellige Sonnenstrahlung und kühlen die Atmosphäre. Entscheidend ist also die anteilige Zusammensetzung der Gase bei einem starken Ausbruch.

Aktuell eher wärmender Effekt

Der Ausbruch des Hunga Tonga-Hunga Haʻapai im Jahre 2022 erreichte eine außergewöhnliche Höhe von teils mehr als 50 km, was der höchsten Eruptionswolke entspricht, die je vom Weltraum aus beobachtet wurde. Diese Ausbruch sorgte auch für den größten Eintrag von Wasserdampf in die Stratosphäre seit Beginn der Satellitenbeobachtungen. Aktuelle Studien zeigen, dass in diesem Fall der erwärmende Effekt des Wasserdampfs den kühlenden Effekt der Schwefelaerosole übertrifft und die globale Erwärmung vorübergehend leicht beschleunigt. Dieser Vulkanausbruch produzierte einfach zu wenig Sulfataerosole, um eine kühlende Wirkung zu erreichen, wie es etwa beim Ausbruch des Pinatubos im Jahr 1991 der Fall war (die globale Durchschnittstemperatur wurde damals für ein paar Jahre um etwa 0,5 Grad gesenkt).

Der hochreichende Ausbruch vom Hunga Tonga-Hunga Ha’apai im Januar 2022. © NASA

Aktuelle Lage in Island

Der aktuelle Vulkanausbruch in Island bei weitem nicht stark genug, um messbare Auswirkungen auf das globale Klima zu haben. Bei solchen Spalteneruptionen kommt es nämlich meist nicht zu großen Explosionen bzw. hochreichenden Aschewolken. Im Gegensatz zum Ausbruch des Eyjafjallajokull im Jahre 2010 handelt es sich diesmal auch nicht um einen Schildvulkan, der von einem Gletscher überlagert wird. Damals war es die Interaktion des Magmas mit dem Eis bzw. Schmelzwasser, die den Ausbruch so explosiv und gefährlich für die Luftfahrt machte.

Der Vulkanausbruch in Island am 19.12.2023.

Kurz vor Weihnachten: Regen, Sturm und auf den Bergen viel Schnee

Sturm mit Verwehungen im Gebirge.

Der Alpenraum gerät ab Donnerstag unter den Einfluss eines Sturmtiefs namens „Zoltan“ mit Kern über Nordeuropa und am Freitag stellt sich in Österreich eine ausgeprägte Nordwestlage ein. In den Alpen kommen am Freitag und Samstag große Regen- und Schneemengen zusammen, zudem lebt an der Alpennordseite und im Osten zunehmend stürmischer Wind auf. Zu Heiligabend breitet sich dann von Westen her wieder milde Luft auf das gesamte Land aus und zu Weihnachten steigen die Temperaturen auf bis 15 Grad.

Zwischen Tief „Zoltan“ und einem ausgeprägten Hoch über dem Atlantik stellt sich eine sehr starke Nordwestströmung ein. © ECMWF/UWZ

Zunehmend windig und nass

Am Donnerstag fällt im Norden von Beginn an zeitweise Regen. Im Tagesverlauf wird es an der gesamten Alpennordseite immer häufiger nass, dabei liegt die Schneefallgrenze zwischen 600 m im Mühlviertel und etwa 1000 m in Vorarlberg. Der Wind weht an der Alpennordseite lebhaft bis kräftig aus West und legt ab dem Nachmittag weiter zu, vom Bodensee bis ins Wiener Becken gibt es auch stürmische Böen. In den Abendstunden wird es an der Alpennordseite dann generell stürmisch.

Teils schwere Sturmböen um 100 km/h

Der Freitag bringt in weiten Teilen des Landes trübes und nasses Wetter, vom Arlberg bis in die Obersteiermark regnet es anhaltend und zeitweise kräftig. Der Niederschlag greift auch auf den Süden über, dabei besteht besonders in Unterkärnten die Gefahr von Glätte durch gefrierenden Regen. Die Schneefallgrenze liegt von Ost nach West weiterhin zwischen etwa 600 und 1000 m. Der Wind legt noch etwas zu und weht an der Alpennordseite und in einigen Tälern der Nordalpen kräftig mit Sturmböen aus West. In der Nacht zeichnen sich von Oberösterreich bis ins Wiener Becken teils schwere Sturmböen um 100 km/h ab. Auf den Bergen gibt es Orkanböen.

Regen und Schnee

Am Samstag weht anfangs noch stürmischer Westwind und in weiten Teilen des Landes regnet es, nur ganz im Süden bleibt es meist trocken. Die Schneefallgrenze liegt zunächst zwischen 700 und 1000 m, tagsüber sinkt sie im Norden und Osten aber zeitweise bis in einige Tallagen ab und besonders in der Obersteiermark schneit es kräftig. Am Nachmittag lässt der Regen im Westen nach, im östlichen Bergland sowie den Norden bleibt es dagegen noch oft nass.

1 Meter Schnee auf den Bergen

In Summe kommen bis zum 4. Advent auf den Bergen vom Arlberg bis in die Obersteiermark verbreitet 50 bis 100 cm Neuschnee zusammen bzw. regional wie etwa im Dachstein-Gebiet auch etwas mehr. Der Neuschnee wird durch den stürmischen Wind stark verfrachtet, daher muss man am Wochenende mit einer großen Lawinengefahr rechnen.

Allein von Freitagvormittag bis Samstagvormittag kommen auf den Bergen große Schneemengen zusammen. Die Prognose für Samstag ist noch unsicher.

Mildes Weihnachtsfest

Zu Heiligabend fällt an der Alpennordseite und im Osten zeitweise noch etwas Regen, die Mengen fallen aber nur noch gering aus und die Schneefallgrenze steigt gegen 1200 m an. Zu Weihnachten kommt dann vielerorts die Sonne zum Vorschein und bei teils lebhaftem Westwind steigen die Temperaturen auf bis zu 15 Grad im Norden und Osten des Landes. Damit zeichnet sich etwa in Wien und St. Pölten eines der bislang wärmsten Weihnachten der Messgeschichte ab.

Temperaturrekorde in der Weihnachtszeit (24.12. bis 26.12.) in den Landeshauptstädten bis Weihnachten 2022.

Historische Regenmassen und schwere Überflutungen in Australien

Sintflutartiger Regen in Cairns, Queensland, Australien - visualhunt.com

Vor etwa fünf Tagen, zwischen dem 12. und dem 13. Dezember 2023 erreichte der nicht außergewöhnlich kräftige Tropensturm JASPER den Nordosten Australiens. Die Küstenstädte Cairns, Port Douglas und Cooktown im Nordosten des Bundestaats Queenslands lagen ziemlich genau entlang der vorhergesagten Zugbahn. Mit prognostizierten Spitzenböen um 100-120 km/h war JASPER allerdings nur ein normaler Sturm für die tropische Küstenregion.

Von Anfang an war es allerdings klar, dass es vor allem durch die von JASPER verursachten Regenmassen zu Problemen kommen könnte. Denn alsbald der Tropensturm das Binnenland erreichte, verlangsamte sich deutlich und blieb als tropisches Tief bis zum heutigen 18. Dezember mehr oder weniger ortsfest. Im Zusammenhang mit der vom Pazifischen Ozean mitgebrachten Feuchtigkeit sorgte das Tief somit wiederholt für heftige Regenfälle. Binnen nur fünf Tagen kamen verbreitet 500 bis 1000 l/m² Regen zusammen. Zwischen Cairns und Cooktown gab es aber oft Spitzen zwischen 1500 und 2000 l/m²!

Zum Vergleich: In Berlin fielen im Rekordjahr 2007 (Rekord, kein Mittel!) insgesamt rund 800 l/m² Regen binnen 12 Monaten. Natürlich handelt es sich hier um eine ganz andere Klimazone. In den Tropen regnet es naturgemäß deutlich mehr binnen kürzester Zeit, vor allem im Zuge von Tropenstürmen. Dennoch sind solche Regenmassen auch für diese Region rekordverdächtig. Nehmen wir als Beispiel die rund 2100 l/m² binnen fünf Tagen, die an einer Station in der Nähe von Port Douglas verzeichnet wurden. Die Station hat eine lange Messreihe, die bis zum Jahr 1908 zurückgeht: Im Schnitt kommen hier etwa 2200 l/m² jährlich zusammen und das nasseste Jahr überhaupt (1911) sammelte rund 4150 l/m². Und weiter: Der nasseste Monat der Messgeschichte war bislang der Januar 1979 mit rund 1750 l/m² in 31 Tagen. In nur 5 Tagen wurde hier somit sowohl ein neuer Monatsrekord eingestellt als auch das mittlere Jahresniederschlagssoll erreicht!

Liste der höchsten Regensummen in mm (= l/m²) für die Woche bis zum 18.12.2023 - BOM http://www.bom.gov.au/
Liste der höchsten Regensummen in mm (= l/m²) für die Woche bis zum 18.12.2023 – BOM http://www.bom.gov.au/

Es ist somit wenig überraschend, dass es in der gesamten Region in den letzten Tagen zu schweren Überflutungen kam. Zum Glück wurden bislang keine Vermisste oder Verletzte gemeldet, die Infrastrukturen haben aber schwere Schäden gelitten. Nachfolgend ein paar beeindruckenden Aufnahmen aus der Region.

Peak river height at Barron Falls yesterday.

Sorry to take a while getting this video out but had fallen trees to chainsaw and helping friends with flooded homes.

This video was taken same time yesterday as previous post near the peak flood moment of 13.77m according to Myola flood gauge (the river did get to 14.02m shortly afterwards).

Pubblicato da Steven Nowakowski Panoscapes su Lunedì 18 dicembre 2023

 

The two fellas washed out of the Lions Den that we got out of the trees thought Jonesy was cactus. Yeah Nah. Jonesys magic moment.

Pubblicato da Gavin Dear su Lunedì 18 dicembre 2023

📍BARRON RIVER 🌧️ Cairns Floods 23 ©️ Liv Cole


#cairns #visitcairns #visitqueensland #exploretnq #explorecairnsgbr…

Pubblicato da Trendy Neo su Domenica 17 dicembre 2023

This is down at the ferry that’s the ferry toll booth floating away 😢. Photos taken by Charmaine Norris please credit…

Pubblicato da Solar Whisper Daintree River Crocodile & Wildlife Cruises su Domenica 17 dicembre 2023

Weiße Weihnachten: Wo gibt es die besten Chancen auf Schnee in Österreich?

Weihnachten im Schnee

Wenig Schnee in Mitteleuropa

Allgemein gibt es die größte Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten in Europa im Norden Skandinaviens, etwa in Lappland kann man sich jedes Jahr über eine geschlossene Schneedecke zu Heiligabend freuen. Derzeit werden beispielsweise in Rovaniemi 35 cm gemeldet, weiter nördlich in Inari sogar knapp 60 cm. In der finnischen Hauptstadt Helsinki werden aktuell rund 15 cm Schnee gemeldet, in der norwegischen Hauptstadt Oslo liegen immerhin 10 bis 20 cm. Die Niederungen in Mitteleuropa sind derzeit weitgehend schneefrei und die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten im langjährigen Mittel liegt meist nur noch bei etwa 20 Prozent.

Die Schneelage 8 Tage vor Weihnachten. © ECMWF
Die Schneelage 8 Tage vor Weihnachten. © ECMWF

Abwärtstrend

Die Schneewahrscheinlichkeit in Mitteleuropa ist sowohl von der geographischen Lage als auch von der Höhenlage abhängig: Sie steigt mit abnehmendem atlantischen Einfluss nach Osten/Nordosten sowie auch mit zunehmender Seehöhe an. Im äußersten Westen und Süden Europas hat es dagegen noch nie weiße Weihnachten gegeben.

Die Wahrscheinlichkeit für eine Schneedecke zu Heiligabend (1951-1980 sowie 1991-2020). © ERA5-Auswertung von Daan van den Broek

Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten nimmt im Zuge der globalen Erwärmung immer weiter ab, etwa in Südfinnland und im Osten von Lettland ist sie von >99 Prozent bereits auf etwa 70 Prozent gesunken. Im östlichen Flachland in Österreich ist sie von etwa 60 Prozent in den 50er und 60er Jahren auf mittlerweile 20 Prozent gesunken. Schnee bleibt zwar Teil unseres Klimas (mehr dazu hier), er schmilzt aber tendenziell schneller als damals, weshalb er auch zum richtigen Zeitpunkt fallen muss (nicht zu früh vor Weihnachten).

Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten in Mitteleuropa hat seit Mitte des letzten Jahrhunderts stark abgenommen. © ERA5-Auswertung von Daan van den Broek

Alpenraum stark höhenabhängig

In den Alpen liegt die Wahrscheinlichkeit ab einer Höhe von etwa 1200 m über 90 Prozent. In Höhenlagen um 800 m liegt die Wahrscheinlichkeit immerhin noch bei 70 Prozent, in Lagen um 600 m dann nur noch bei 40 Prozent. In den Niederungen treten weiße Weihnachten nur noch selten auf, im 30-jährigen Mittel liegt die Wahrscheinlichkeit etwa in Wien nur noch bei 20 Prozent und der Trend geht weiter abwärts. In den vergangenen 10 Jahren gab es nur noch in Innsbruck und Klagenfurt jeweils einmal weiße Weihnachten, zuletzt in Klagenfurt im Jahre 2021. Am längsten ohne Schnee zu Weihnachten auskommen muss man in St. Pölten, wo zuletzt im Jahre 2007 am 24. Dezember Schnee lag.

Weiße Weihnachten in Österreich (zum Vergrößern auf das Bild klicken).
Klimatologische Wahrscheinlichkeit für Weiße Weihnachten. © UBIMET

2023: Zyklonale Westlage zu Weihnachten?

In der kommenden Woche liegt der Alpenraum zunächst unter Hochdruckeinfluss und die Temperaturen liegen deutlich über dem jahreszeitlichen Mittel. Ab der Wochenmitte nimmt der Tiefdruckeinfluss über Nordeuropa aber deutlich zu und am letzten Adventwochenende deuten die Modelle auf eine Abkühlung hin. Besonders vom 21. bis zum 23.12. ist nach derzeitigem Stand in den Nordalpen zumindest ab mittleren Höhenlagen bzw. in der Obersteiermark sowie im Mühlviertel auch bis in Tallagen nennenswerter Schneefall möglich, während es sonst in tiefen Lagen bei starkem bis stürmischem Westwind  meist zu mild bleibt. Ab dem 24.12. nimmt die Wahrscheinlichkeit für atlantische Warmluft jedoch neuerlich zu, somit könnten pünktlich zu Heiligabend und am Christtag wieder Regen und Tauwetter zum Thema werden.

Entwicklung der Temperatur in etwa 1500 m Höhe (oben) und der Niederschläge (unten) in Innsbruck für die kommenden Tage - ECMWF Ensemble
Entwicklung der Temperatur in etwa 1500 m Höhe (oben) und der Niederschläge (unten) in Innsbruck für die kommenden Tage – ECMWF Ensemble

Gute Chancen im östlichen Bergland

Die Chancen für weiße Weihnachten in den Niederungen sind heuer generell trotz der kühlen und unbeständigen Witterung also einmal mehr gering. Deutlich besser sieht die Lage in den Nordalpen in Lagen oberhalb von etwa 900 m im Westen bzw. 600 m im Osten aus. Bei den Landeshauptstädten besteht eine Chance vor allem noch in Innsbruck und Klagenfurt, während die Großwetterlage besonders für das östliche Flachland und das Rheintal ungünstig ist. Die Unsicherheiten sind derzeit aber noch erhöht, vor allem was die Schneefallgrenze am kommenden Wochenende angeht. Wir werden euch in den kommenden Tagen hier weiterhin auf dem Laufenden halten!

Trend der 2 Meter Temperatur und der akkumulierten Niederschläge bis Weihnachten in Linz - ECMWF Ensemble, UBIMET
Trend der 2 Meter Temperatur und der akkumulierten Niederschläge bis Weihnachten in Linz – ECMWF Ensemble, UBIMET
Trend der 2 Meter Temperatur und der akkumulierten Niederschläge bis Weihnachten in Wien - ECMWF Ensemble, UBIMET
Trend der 2 Meter Temperatur und der akkumulierten Niederschläge bis Weihnachten in Wien – ECMWF Ensemble, UBIMET

Ab den mittleren Lagen weiße Weihnachten

Momentan liegen vor allem in den Nordalpen ab etwa 800-1000 m oft 20 bis 40, am Arlberg sogar bis zu 90 cm Altschnee. Hier ist die Wahrscheinlichkeit für neue Schneefälle zum kommenden Wochenende hin sehr hoch. Oberhalb von rund 1200 m sind 30 cm Neuschnee aus jetziger Sicht durchaus im Bereich des Möglichen. Von Schröcken über Seefeld bis nach Saalbach und Ramsau am Dachstein sowie teils auch in der Obersteiermark steht also einem weißen Fest (höchstwahrscheinlich auch mit frisch gefallenem Schnee) trotz der möglichen Milderung zum Christtag hin nichts mehr im Wege.

Wahrscheinlichkeit in Prozent für mehr als 20 cm Neuschnee in 48 Stunden (am 23.12 und am 24.12). In den mittleren Lagen der Nordalpen könnte zu Weihnachten heuer sogar viel frisch gefallener Schnee liegen - ECMWF Ensemble
Wahrscheinlichkeit in % für mehr als 20 cm Neuschnee in 48 Stunden (am 23.12 und am 24.12). In den mittleren Lagen der Nordalpen könnte zu Weihnachten heuer sogar viel frisch gefallener Schnee liegen – ECMWF Ensemble

Rekorde in Österreich

Besonders in den 60er Jahren lag zu Weihnachten häufig Schnee, in Klagenfurt war es damals sogar jedes Jahr weiß. Die Rekorde aus dem Jahr 1969 im Norden und Osten haben bis heute Bestand: Damals gab es in Linz 24, in Wien 30 cm, in Eisenstadt 39 cm und in St. Pölten sogar 50 cm der weißen Pracht. Letztmals Schnee in allen Landeshauptstädten zu Weihnachten gab es hingegen im Jahr 1996. Wenn man die Wetterextreme zu Weihnachten betrachtet, stechen besonders die Jahre 1962, 1969 sowie 2013 hervor:

  • Die maximale Schneehöhe in einer Landeshauptstadt: 96 cm am Flughafen Innsbruck im Jahre 1962
  • Die kälteste Weihnachtsnacht: -27,9 Grad in Kitzbühel im 1962
  • Kältester Tag: Maximal -19.8 Grad in Vils (Tirol) im 1962.
  • Die maximale Schneehöhe in Wien bzw. im Flachland wurde im 1969 verzeichnet mit etwa 30 cm in Wien und 50 cm in St. Pölten.
  • Wärmerekord: Im Jahre 2013 trieb der Föhn die Temperatur in Salzburg auf bis zu 19,1 Grad
  • Auf den Bergen wurden am 25.12.2013 Orkanböen verzeichnet, am Patscherkofel etwa wurden 177 km/h erreicht! Auch in den Tälern war es stürmisch mit bis zu 100 km/h in Innsbruck.
Temperaturrekorde in der Weihnachtszeit (24.12. bis 26.12.) in den Landeshauptstädten bis Weihnachten 2022.
Temperaturrekorde in der Weihnachtszeit (24.12. bis 26.12.) in den Landeshauptstädten bis Weihnachten 2022.
Die größte Wahrscheinlichkeit für Schnee im Osten (grüne Linie) herrscht im Mittel erst Ende Jänner. © UBIMET

Die Lawinenwarnstufen

Lawinenwarnschild. @Wikimedia Commons/Root5.5

Die Lawinensituation wird von den regionalen Lawinenwarndiensten beurteilt und dementsprechend die Warnstufe in Kombination mit einem Lagebericht ausgegeben. In der Regel wird die Lawinengefahr ab dem ersten großen Schneefall täglich aktualisiert. Die Informationen kann man auf den Homepages der jeweiligen Dienste abrufen.

Seit 1993 dient die ‚Europäische Gefahrenskala für Lawinen‘ zur Einschätzung der Lawinengefahr in den Bergen. Diese Skala gliedert sich nach der Lawinengefahr aufsteigend in fünf Stufen:

  • Stufe 1: gering
    Die vorhandene Schneedecke ist sehr gut verfestigt und stabil, somit ist die Lawinengefahr gering. Nur an wenigen, sehr steilen Hängen sind aufgrund hoher Zusatzbelastung (z.B. einer Skitourengruppe ohne Abstand) Lawinen möglich. Ansonsten kann es lediglich zu kleinen Rutschungen kommen.
  • Stufe 2: mäßig
    In einigen Hängen, welche steiler sind als 30 Grad, ist die Schneedecke nur mäßig verfestigt. Insbesondere in diesen Hängen sind bei großer Zusatzbelastung Lawinen möglich, ansonsten herrschen aber gute Tourenbedingungen vor. Einzelne spontane, nicht allzu große Lawinen sind dennoch nicht ausgeschlossen.
@ https://stock.adobe.com
  • Stufe 3: erheblich
    Eine Auslösung von Lawinen ist in Steilhängen mit einer Neigung von mehr als 30 Grad bereits von einzelnen Skifahrern möglich. Die Tourenmöglichkeiten sind somit eingeschränkt und erfordern lawinenkundliches Beurteilungsvermögen. Selbst ohne Fremdeinwirkung sind mittlere, vereinzelt auch größere Lawinen an exponierten Stellen möglich. Die Stufe 3 ist besonders heimtückisch und wird meist unterschätzt, so passieren bei Lawinenwarnstufe 3 die meisten tödlichen Unfälle!
  • Stufe 4: groß
    Eine Lawine kann bereits bei geringer Zusatzbelastung ausgelöst werden. Auch spontane Auslösungen, also ohne menschliches Zutun, sind wahrscheinlich. Die Tourenbedingungen sind somit stark eingeschränkt!
  • Stufe 5: sehr groß
    Die Schneedecke ist allgemein nur schwach verfestigt und instabil, somit kann es selbst ohne Zusatzbelastung zu großen bis sehr großen Lawinen kommen. Diese sind auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Von Skitouren ist somit ausdrücklich abzuraten, insbesondere da man bei einem etwaigen Unglück auch die Bergretter in Gefahr bringt!

Die unterschiedlichen Webauftritte der regionalen Lawinenwarndienste von Österreich, der Schweiz und Deutschland sowie anderen Gebieten Europas sind unter diesem Link verfügbar.

Die Geminiden: Sternschnuppen in der Vorweihnachtszeit

Webcambild von der Turracher Höhe, wo am 29.11.2018 ein Meteorit aufgenommen werden konnte @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/turrach-ost

Immer wieder kommt es im Jahresverlauf zu einer Häufung von Sternschnuppen durch Meteorströme, doch gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit haben sie einen besonderen Charme. Immerhin soll ein Wunsch dabei in Erfüllung gehen und davon dürfte es vor Weihnachten wohl so einige geben.

Bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde

Der Höhepunkt der Geminiden steht in der Nacht von Donnerstag auf Freitag bevor. Bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde sind laut Astro-Experten möglich und dies vor allem am östlichen Horizont im Sternbild Zwillinge, welches auf Latein ‚gemini‘ heißt und folglich dem Meteorstrom seinen Namen gegeben hat. Die beste Beobachtungszeit ist um 20 Uhr herum gegeben, vorausgesetzt, das Wetter spielt mit.

Höchstens ein paar Auflockerungen

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag gibt es am ehesten südöstlich einer Linie Lienzer Becken – Südburgenland Auflockerungen, stellenweise können sich aber in Tallagen Nebel- und Hochnebelfelder bilden. Die Chancen auf Wolkenlücken sind auch im Mur- und Mürztal, in der Buckligen Welt sowie im Mittel- und Nordburgenland nicht gänzlich ausgeschlossen. Sonst zieht sich meist eine geschlossene Wolkendecke über den Himmel und vor allem entlang der Alpennordseite schneit es zeitweise. Bei Tiefstwerten von -5 bis +4 Grad ist warme Kleidung in Freien zu empfehlen. Falls sich eine Sternschnuppe durch eine Wolkenlücke beobachten lässt, darf der Wunsch vor Weihnachten dann besonders groß sein.

Prognose des Bewölkungsgrades am Donnerstagabend.

 

Titelbild: Webcambild von der Turracher Höhe, wo am 29.11.2018 ein Meteorit aufgenommen werden konnte @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/turrach-ost

Tauwetter führt zu Hochwasser

Nasser Herbst

Das Jahr 2023 ist bisher ein eher nasses Jahr in Deutschland. Nachdem der Frühling im Mittel über das gesamte Land nur geringfügig zu nass war, präsentierte sich der Sommer bereits regional deutlicher zu nass. Insbesondere im Westen und Nordwesten war der Sommer rund 30 % zu nass. Im Süden verlief der Sommer hingegen durchschnittlich nass, bzw. sogar leicht unterdurchschnittlich (~ -5 %).

Der Herbst brachte dann verbreitet mehr Regen als üblich. Im Mittel über die Bundesrepublik war der Herbst rund 30 % zu nass. Dabei sticht wieder der Norden und Nordwesten heraus , hier gab es rund 40 bis 50 % mehr Regen als üblich. Somit waren hier die Böden bereits gut gesättigt. Weniger stark waren die Abweichungen im Süden des Landes hier verlief der Herbst rund 10 bis 20 % zu nass.

Im Süden Schnee

Im Süden und hier besonders vom Bodensee bis zum Bayerischen Wald fiel nun zum Monatswechsel ordentlich Schnee, wir berichteten . Mit der nun eingeflossenen milden Luft ist dieser Schnee nun wieder getaut. Da zudem noch ordentlich Regen mit einem sog. atmosphärischen Fluss in den Süden geleitet wurde und auch die Schneefallgrenze in den Alpen auf rund 1500 m anstieg sind gute Bedingungen für Hochwasser gegeben.

Dabei fließt nun viel Wasser in die großen Flüsse, die die Alpen entwässern, nämlich Donau und Rhein. Bei Rhein kommt noch hinzu, da der meiste Regen der vergangen Tage in der Schweiz gefallen ist und auch hier Tauwetter eingesetzt hat.

Aktuelle Karte © https://www.hochwasserzentralen.de/

Donau

Rhein

Im Norden gesättigte Böden

Die höheren Pegelstände der kleineren Flüsse, die die Mittelgebirge entwässern lässt sich zum einen natürlich auch mit dem Tauwetter erklären, zum anderen aber auch, wie oben bereits geschrieben mit der nassen Vorgeschichte. Hier sind die Böden teils gut gesättigt, sodass kaum bis kein Wasser mehr aufgenommen werden kann.

Nun Hochdruck

Ein zumindest zeitweises Ende des Regens ist in jedoch Sicht. In den kommenden Tagen wird nun das Hoch FIONA für eine deutliche Wetterberuhigung sorgen. Dabei werden sich dann jedoch häufig trübe Verhältnisse einstellen.

 

Deutliche Milderung in Sicht

Rückzug der Kälte auf Raten – mit gefährlichem Glatteis

Noch sichert die Kälte samt verbreiteter Schneedecke in Österreich bestes Winterfeeling, Tiefdruckgebiete vom Atlantik schaufeln aber nach und nach immer mildere Luft nach Mitteleuropa.

Hier die Schneebedeckung am heutigen Morgen: Mit wenigen Ausnahmen (Lienzer Becken, Mölltal, Nordburgenland) liegt noch verbreitet eine Schneedecke:

Aktuelle Gesamtschneehöhe.

Dabei ist im Übergangsbereich mit gefährlichem Glatteis durch gefrierenden Regen zu rechnen. Am morgigen Samstag besteht die größte Gefahr hierfür im Flachgau, in Oberösterreich und im westlichen Mostviertel. Von Ost nach West steigen die Temperaturen auf -2 bis +7 Grad.

In der Nacht auf Sonntag und am Sonntagvormittag droht dann vom Waldviertel über Wien bis in die Südsteiermark Glatteis durch mäßigen gefrierenden Regen, doch auch hier setzt sich tagsüber die Milderung durch.

Hier eine Karte mit dem Niederschlagstyp in der Nacht auf Sonntag (rot = gefrierender Regen, grün = Schnee, blau = Regen):

Niederschlagstyp in der Nacht auf Sonntag.

Mit 2 bis 9 Grad ist kein Dauerfrost mehr zu erwarten. Doch das war nur der Anfang…

Neue Woche – milde Luft vom Atlantik

In der neuen Woche setzt sich die milde Westströmung im ganzen Land durch, dementsprechend unwinterlich zeigen sich die Höchstwerte dann. Meist werden 5 bis 11 Grad erreicht, etwas kälter bleibt es dabei stets in manchen Alpentälern oder geschützten Beckenlagen.

Die Trajektorien am Beispiel München zeigen, woher der Wind weht: vom milden mittleren Atlantik:

Vom Atlantik erreicht uns milde Luft.

Fronten atlantischer Tiefs bringen dazu wiederholt Regen, die Schneefallgrenze zieht sich jenseits der 1500 Meter zurück. Mit Wind, Regen und milder Luft geht es dem Schnee im Flachland dann endgültig an den Kragen, in Lagen unterhalb von 700 m wird wohl in der kommenden Woche jegliche weiße Pracht wegschmelzen. Erst in der zweiten Wochenhälfte dürfte es aus Norden wieder kälter werden, mit einem kräftigen Hochdruckgebiet zum 3. Advent hin sind dann aber keine nennenswerten Niederschläge in Sicht.

Die Frage aller Fragen nach Weißen Weihnachten…

…lässt sich zum derzeitigen Stand natürlich noch immer nicht seriös beantworten. Prognosen mehr als zwei Wochen im Voraus gleichen einem Glücksspiel. Stattdessen können wir aber die Statistik bemühen, sie hält bereits einige spannende Details parat.

In den Landeshauptstädten liegt die Wahrscheinlichkeit für ein weißes Weihnachtsfest in den vergangenen 30 Jahren bei rund 20 bis 30%. Eine Spur mehr Hoffnung besteht für Schneefans in Innsbruck, hier fällt Weihnachten zu gut 40% schneebedeckt aus. Allgemein spielt die Seehöhe eine wichtige Rolle: Ab einer Höhe von etwa 500 m liegt die Wahrscheinlichkeit im Mittel bei ebenjenen 40 %, in 800 m Höhe bei 70 % und ab 1.200 m über 90 %.

Generell werden weiße Weihnachten in den Niederungen aber immer unwahrscheinlicher: In Wien beispielsweise halbierte sich deren Eintrittswahrscheinlichkeit von 40 auf 20%, wenn man die Zeiträume 1961-1990 mit 1991-2020 vergleicht.

Besonders in den 60er Jahren lag zu Weihnachten häufig Schnee, in Klagenfurt war es damals sogar jedes Jahr weiß. Vor allem die Rekorde aus dem Jahr 1969 im Norden und Osten haben bis heute Bestand: Damals gab es in Linz 24, in Wien 30 cm, in Eisenstadt 39 cm und in St. Pölten sogar 50 cm der weißen Pracht.

Hier die Statistik seit 1961 für weiße bzw. grüne Weihnachten in den Landeshauptstädten:

Statistik über Weiße Weihnachten.

Letztmals Schnee in allen Landeshauptstädten zu Weihnachten gab es demzufolge im Jahr 1996.

Starker Schneefall und Klimawandel: Ein Widerspruch?

Der Klimawandel wirkt sich in den Alpen bereits stark aus, dennoch kommt es nahezu jährlich zu ausgeprägten Staulagen oder Italientiefs mit regional starkem Schneefall, wie etwa am letzten Wochenende. In den Medien wird dann mitunter von „einem Winter wie damals“ berichtet und in sozialen Medien erscheint regelmäßig als Kommentar „Wo bleibt denn der Klimawandel?“, um darauf hinzudeuten, dass doch alles normal sei. Doch wie beeinflusst der Klimawandel tatsächlich den Schnee in Österreich?

Starker Schneefall in Thal bei Turnau am 2.2.2023. © Christian Rechberger

Wasserkreislauf intensiviert sich

Im allgemeinen wird durch die globale Erwärmung der Wasserkreislauf intensiviert: Einerseits verdunstet mehr Wasser, andererseits fällt Niederschlag tendenziell kräftiger aus. Für jedes Grad Celsius an Erwärmung kann die Atmosphäre etwa 7% mehr Wasserdampf aufnehmen. Der Wassernachschub (die Verdunstungsrate) steigt aber nur um etwa 3 bis 4% pro Grad Erwärmung an, die Verdunstung kommt der gesteigerten Aufnahmekapazität der Atmosphäre also nicht ganz nach. Dieses Ungleichgewicht führt dazu, dass es tendenziell seltener regnet, aber dafür stärker. Besonders gut kann man das an der zunehmenden Häufigkeit von Unwettern im Sommer beobachten. Paradoxerweise werden also sowohl die trockenen Phasen als auch die starken Regenereignisse intensiver und häufiger, da sich der Niederschlag auf weniger Tage konzentriert und mitunter auch nur lokal auftritt.

Die Zahl der Tage mit wenig Regen hat im Sommer abgenommen, Tage mit großen Regenmengen sind deutlich häufiger geworden. Die Einteilung erfolgt in Perzentilen, z.B. sind in der Gruppe „extrem“ alle Regenmengen enthalten, die größer als 98% aller Ereignisse sind (Daten: GSA)

Die steigenden Wassertemperaturen rund um Mitteleuropa (Nordsee, Mittelmeer) führen zudem bei Kaltluftvorstoßen zu einer labilen Schichtung der Luft, was die maximalen Niederschlagsraten zusätzlich erhöhen kann.

Schneefall in Mariazell Ende November 2023.

Mittlere Nullgradgrenze steigt an

Die mittlere Nullgradgrenze steigt im Zuge der Klimaerwärmung in allen Jahreszeiten an, im Winter ist sie in den vergangenen 50 Jahren bereits von etwa 600 auf 850 m angestiegen und laut Prognose wird sie noch innerhalb dieses Jahrzehnts die 1000-Meter-Marke erreichen. In tiefen Lagen fällt dadurch immer häufiger Regen statt Schnee, zudem taut gefallener Schnee in tiefen Lagen meist in nur wenigen Tagen. Ab einer bestimmten Höhenlage schneit es bei passender Wetterlage aber besonders kräftig, da die Luft eben tendenziell feuchter ist und es in den Alpen ab einem bestimmten Höhenniveau immer kalt genug für Schnee ist. Etwa am Hohen Sonnblick sind die Temperaturen sogar stärker als im Flachland angestiegen, dennoch fällt hier meterweise Schnee im Winter. Es kommt eben auf die Ausgangslage an, und entgegen der Vorstellungen vieler Menschen hatte das Flachland in Österreich im vergangenen Jahrhundert kein mediterranes Klima vorzuweisen.

Schneefall im Wienerwald im Dezember 2023.

Während für die Niederungen in Zukunft also vor allem der Temperaturanstieg entscheidend für die Schneemengen ist, spielt auf den Bergen vor allem der Niederschlagstrend eine entscheidende Rolle. Tendenziell wird in kommenden Jahrzehnten eine Abnahme vom Winterniederschlag erwartet, in den meisten Regionen der Alpen ist derzeit aber noch kein klarer Trend zu erkennen.

Als Folge der Erwärmung ist die Nullgradgrenze seit 1871 bis 2019 in der Schweiz um 300 bis 400 Meter gestiegen, im Winter sogar bis 700 Meter. Quelle: MeteoSchweiz.

Bei ausgeprägten Staulagen schneit es auf den Bergen also besonders intensiv, während es in den großen Tallagen oft nur noch für Regen oder Schneeregen reicht. An dieser Stelle sei auch angemerkt, dass es für starken Schneefall nicht extremen Frost braucht, da sehr kalte Luft nur wenig Wasserdampf enthalten kann. Ohne Klimaerwärmung würde der Schneefall im Bergland also etwas weniger intensiv ausfallen, es würde aber tiefer herab schneien. Starke Schneefallereignisse bleiben also Teil unseres Klimas, auch wenn die Pausen zwischen den Ereignissen länger werden und der Schnee in den Niederungen schneller schmilzt. Tauwetter wird in Zukunft also ebenfalls intensiver ausfallen und das auch mitten im Winter.

Schneefall in Wien im Dezember 2023.

Tage mit Schneedecke nehmen ab

Der Temperaturanstieg im Zuge des Klimawandels erfolgt in den Alpen schneller als im globalen Durchschnitt, auf dem Sonnblick sind die Temperaturen etwa im letzten Jahrhundert um mehr als 1,5 Grad gestiegen. Dadurch nimmt die Länge des Winters ab, gemessen an der Anzahl von Tagen mit einer Schneedecke: Der Schnee kommt später und schmilzt früher. Etwa in Arosa in der Schweiz hat sich die Periode mit einer Schneedecke von mindestens 40 cm bereits von fünfeinhalb Monaten auf etwas mehr als drei Monate verkürzt. Studien aus der Schweiz zeigen, dass derzeit Lagen unterhalb von 1300 m davon besonders stark betroffen sind, zudem werden auch die Zeitfenster für künstliche Beschneiung in diesen Höhenlagen immer kürzer. In Lagen oberhalb von etwa 2000 m gibt es dagegen keinen klaren Trend, da es hier auch bei einem mittleren Temperaturanstieg von 2 Grad immer noch kalt genug für Schneefall ist.

Klimawandel in Arosa
Mittlerer Verlauf der Schneehöhe in Arosa. Mehr Details dazu gibt es hier: Meteoschweiz

Besonders markant fällt die Abnahme an Tagen mit Schneedecke im Flachland auf: Immer häufiger ist es hier es eine Spur zu mild für Schneefall und wenn er mal liegen bleibt, ist er nach wenigen Tagen wieder weg. Der Wind lässt hier meist auch keine Niederschlagsabkühlung zu, wie es etwa in Osttirol und Oberkärnten oft der Fall ist. Eine internationale Studie hat neulich ergeben, dass die Zahl der Tage mit einer Schneedecke etwa in Wien oder München in weniger als 100 Jahren um etwa 30 Prozent abgenommen hat, und der Trend geht weiter bergab. Einzelne schneereiche Jahre sind zwar weiterhin möglich, aber immer mehr Winter verlaufen schneearm.

Anzahl der Tage mit Schneedekce in München. © DWD

Schneechaos in Bayern

Selten präsentierte sich Deutschland Anfang Dezember derart winterlich wie in diesen Tagen. Mit nur wenigen Ausnahmen im Westen des Landes liegt das Land unter einer mehr oder weniger mächtigen Schneedecke, frostig kalt ist es überall. Und insbesondere südlich der Donau ist in den vergangenen 24 Stunden nochmal einiges an Schnee dazugekommen – einer langen Zeit stationären Luftmassengrenze und einem Italientief sei Dank.

Analyse der Schneehöhe am Samstagnachmittag @ UBIMET

Von der Schwäbischen Alb bis zum Bayerischen Wald zeigt sich die Landschaft nun dick eingeschneit, häufig ist die Schneedecke 30 bis 50 cm mächtig. Vor allem vom Bodensee und vom Allgäu bis nach Niederbayern sind in den vergangenen 24 Stunden wirklich beachtliche Mengen gefallen. In Oberstdorf etwa kamen in dieser Zeit 67 cm Neuschnee zusammen!

Ganz so viel war es in der Landeshauptstadt München zwar nicht, mit 40 cm Neuschnee innerhalb eines Tages war es hier aber das kräftigste Schneefallereignis seitdem an der Wetterstation der Stadt 1954 mit Wetteraufzeichnungen begonnen wurde. Mit einer Gesamtschneehöhe von aktuell 46 cm liegt hier nun fast ein halber Meter – ein neuer Rekord für den Monat Dezember. Und in der Historie der Station gab es erst dreimal überhaupt mehr Schnee:

Der öffentliche Verkehr kam damit zum Erliegen und auch der Flughafen ist noch bis morgen geschlossen. Nachfolgend ein paar Eindrücke aus der Stadt:

 

 

 

Titelbild @ https://twitter.com/LudwigHartmann/status/1730692757113508086/photo/1

Wintereinbruch: Auf Schnee folgt Kälte

Eisige Nächte stehen bevor.

Der Alpenraum liegt derzeit unter dem Einfluss eines Tiefs über Norditalien. Damit hat es seit Freitagabend an der Alpennordseite zum Teils intensiv geschneit, von Vorarlberg bis nach Salzburg und Oberösterreich gab es teils mehr als einen halben Meter Schnee.

Schnee im Waldviertel. © Storm Science Austria
24h-Neuschnee bis Samstagnachmittag (Auswahl):
  • 60 cm Gaschurn (V)
  • 53 cm Krimml (S)
  • 52 cm Mittelberg (V)
  • 51 cm Westendorf (T)
  • 50 cm Böckstein (S)
  • 38 cm Reutte (T)
  • 36 cm Felkirchen bei Mattighofen (OÖ)
  • 31 cm Irdning/Gumpenstein (ST)
  • 31 cm Seckau (ST)
  • 23 cm Kernhof (NÖ)
  • 20 cm Rekawinkel (NÖ)
  • 18 cm Wien Döbling (W)
  • 18 cm Dornbirn (V)
  • 7 cm Völkermarkt (K)

Am späten Nachmittag lässt der Schneefall zunächst im Süden und im Tiroler Oberland langsam nach und am späten Abend dann auch an der Alpennordseite.

Vielerorts Eistag am 1. Advent

Am Sonntag überwiegen von Oberösterreich bis in die nördliche Obersteiermark die Wolken und in der ersten Tageshälfte fällt noch ein wenig Schnee, im Westen und Süden verläuft der Tag hingegen trocken und häufig sonnig. Auch im Osten klingen die letzten Schneeschauer in der Früh ab und dann stellt sich ein freundlicher Sonne-Wolken-Mix ein. Der anfangs noch lebhafte bis kräftige Nordwestwind lässt nach und mit -6 bis 0 Grad stellt sich häufig Dauerfrost ein, nur ganz im Osten und Südosten werden zarte Plusgrade erreicht.

Prognose der Höchstwerte am 1. Advent.

Strenger Frost

In der Nacht auf Montag lockern die Wolken auch im Norden auf und bei abflauendem Wind muss man vielerorts mit teils strengem Frost rechnen. Besonders von den Kitzbüheler Alpen über die Obersteiermark bis zum Wienerwald sind Tiefstwerte zwischen -10 und -15 Grad in Sicht, aber auch am Wiener Stadtrand, im Wiener Becken und im Weinviertel ist strenger Frost um -10 Grad  zu erwarten. Noch eisiger wird es im Oberen Waldviertel, in den flachen Senken des Freiwalds kündigen sich lokal sogar Tiefstwerte um -25 Grad an.

Prognose der Tiefstwerte am Montagmorgen vom ICON-D2-Modell (auf das BIld klicken zum Vergrößern).

Im Laufe der kommenden Woche steigen die Temperaturen in der Höhe und in Vorarlberg etwas an. Im Norden und Nordosten, in Kärnten sowie in den Tallagen des zentralen und östlichen Berglands hält sich dagegen meist kalte Luft und regional ist zur Wochenmitte auch wieder ein wenig Schnee möglich. So große Mengen wie an diesem Wochenende sind aber nicht zu erwarten.

Grenzwetterlage bringt Regen und Schnee, am 1. Advent winterlich kalt

Grenzwetterlage

Der Alpenraum gerät am Donnerstag unter den Einfluss einer markanten Luftmassengrenze: Während an der Alpennordseite kalte Luftmassen arktischer Herkunft eintreffen, breitet sich im Mittelmeerraum feuchtwarme Luft subtropischen Ursprungs aus. Solch eine Wetterlage wird von Meteorologen als „Grenzwetterlage“ bezeichnet, da es zu markanten Wettergegensätzen auf engem Raum kommt.

Die Entiwcklung der Luftmassengrenze am Donnerstag, Freitag und Samstag. © UBIMET/ECMWF

Entlang der Luftmassengrenze zieht am Freitag ein Tief über Norditalien auf, welches die milde Luft in höheren Luftschichten vorübergehend bis nach Österreich bringt. Die Schneefallgrenze steigt im Süden Österreich zeitweise auf über 2000 Meter an, während im Oberen Waldviertel noch bis in tiefe Lagen Schnee fällt. In der Nacht auf Samstag sinkt die Schneefallgrenze dann rasch wieder in tiefe Lagen ab und regional schneit es kräftig.

Die Höhe der Nullgradgrenze im ICON-Modell am Freitagabend.

Am Donnerstag etwas Regen und Schnee

Am Donnerstag setzt bereits in den Morgenstunden in Vorarlberg und Tirol sowie im äußersten Süden Schneefall ein, der sich tagsüber mit meist leichter Intensität allmählich bis ins Innviertel und das Burgenland ausbreitet. Im Donauraum und im Nordosten bleibt es dagegen meist noch trocken. Die Schneefallgrenze steigt im äußersten Süden und Westen im Laufe des Tages allmählich auf über 1000 m an, lokal kann es von Unterkärnten über die Mur-Mürz-Furche bis ins Süd- und Mittelburgenland bzw. am Abend dann im Norden auch zu leichtem gefrierendem Regen oder Schneeregen kommen. Die Höchstwerte liegen zwischen -2 Grad im Oberen Waldviertel und +4 Grad in Vorarlberg.

Am Freitag Regen, Eisregen und Schneefall

Am Freitag fällt aus dichten Wolken verbreitet Regen und Schnee, wobei die Schneefallgrenze zwischen tiefen Lagen im Wald- & Mühlviertel, 1000 m in den Nordalpen und gut 2000 m im äußersten Süden liegt. Besonders im Nordosten und am Alpenostrand kann es bis etwa Freitagvormittag auch zu gefrierendem Regen kommen! Im Laufe des Abends werden Regen und Schneefall stärker, dabei sinkt die Schneefallgrenze im Norden allmählich wieder in tiefe Lagen ab. Die Höchstwerte liegen von Nord nach Süd zwischen 0 und +5 Grad. In der Nacht geht der Regen dann an der gesamten Alpennordseite und im Osten in Schneefall über, nur im Süden fällt weiterhin kräftiger Regen. Im zentralen und östlichen Bergland schneit es zeitweise intensiv, hier kommen einige Zentimeter Neuschnee zusammen, vom Pongau bis in die Obersteiermark teils sogar mehr als ein halber Meter bzw. auf den Bergen auch über 1 Meter.

Schneeprognose von Freitag- bis Samstagabend.

Winterliches 1. Adventwochenende

Der Samstag startet trüb und häufig winterlich, die Schneefallgrenze liegt anfangs zwischen tiefen Lagen und etwa 800 m im Süden, sinkt tagsüber aber überall bis in die Niederungen ab. Im Laufe des Nachmittags lässt der Schneefall von Westen her nach, im Norden und Nordosten fällt aber bis in den Abend hinein zeitweise noch etwas Schnee. Die Temperaturen erreichen von Nord nach Süd -3 bis +3 Grad. In der Nacht lockert es regional auf, damit kündigt sich im Westen und Süden teils strenger Frost an.

Der 1. Advent verläuft dann meist trocken und zumindest zeitweise sonnig, die Temperaturen kommen selbst im Flachland höchstens knapp über den Gefrierpunkt hinaus. In der Nacht auf Montag zeichnet sich dann in weiten Teilen des Landes mäßiger bis strenger Frost ab. In den typischen Kältepolen wie im Lungau. in Osttirol oder im Freiwald sind zu Wochenbeginn Tiefstwerte unter -20 Grad möglich.

Prognose der Höchstwerte am Sonntag.

Am Mittwoch im Norden Schnee bis in tiefe Lagen

Nachdem das Tief OLIVER, das am Montag vor allem in den Mittelgebirgen größere Neuschneemengen gebracht hat, weiter nach Osten abgezogen ist, erreicht am Mittwoch das Tief QUINTIUS mit zahlreichen Schneeschauern den Norden Deutschlands.

Prognose der Fronten und Bodendruckkarte für Mittwoch, den 29.11 um 13 Uhr MESZ – © DWD

Bereits in der Nacht zum Mittwoch treffen im Nordwesten von der Nordsee her Schneeschauer ein, die sich bis Mittwochvormittag auf die gesamte Nordhälfte ausbreiten. Auch in der Mitte sind ein paar Schneeschauer, in ganz tiefe Lagen Regenschauer, möglich. Die leichten bis mäßigen Schneefälle halten vor allem im Nordosten bis zum Abend an.  Nur südlich einer Linie Karlsruhe-Passau bleibt es meist trocken und aufgelockert. Die Temperaturen erreichen bei mäßigem bis frischem Nord- bis Südwestwind maximal -2 Grad im Nordosten und 5 Grad im äußersten Westen und Süden.

Neuschneeprognose bis Mittwochabend. © UBIMET

Die größten Neuschneemengen um 5 cm kommen in Bremen, nordwestliche Teile Niedersachsens und nördliche Teile Sachsen-Anhalts und Brandenburgs zusammen, auch in der restlichen Nordhälfte bildet sich eine dünne Schneedecke. Am Harz können lokal auch mehr als 10 cm Neuschnee fallen.

 

 

Frühwinterliches Wetter setzt sich fort, in den Nordalpen weiterer Schnee

Schneefall im Herbst - Adobe Stock

Das kühle Wetter in Österreich setzt sich auch in der neuen Woche fort. Nach dem winterlichen Wochenende konnte sich in den Alpen am Montag zwar kurzzeitig ein Zwischenhoch bemerkbar machen, in den Nordalpen zieht aber bereits Montagnacht ein weiteres Tiefdruckgebiet namens OLIVER auf. Die Warmfront des Tiefs erfasst Montagnacht mit Regen und Schneefall den Westen Österreichs, wobei die Schneefallgrenze in Vorarlberg rasch gegen 800 m ansteigt.

Tief Oliver zieht am Dienstag von Deutschland über Österreich zum Balkan. © ECMWF/UBIMET

Viel Schnee am Arlberg

Am Arlberg schneit es in der Nacht auf Dienstag oberhalb von etwa 1000 bis 1200 m kräftig, hier kommen nochmals einige Zentimeter Neuschnee zusammen. Während die Schneefallgrenze auf Vorarlberger Seite rasch auf 600 bis 800 m ansteigt, fällt im Tiroler Oberland bis in die Tallagen Schnee. Am Dienstag breiten sich Regen und Schneefall auf weite Teile des Landes aus, wobei die Schneefallgrenze an der gesamten Alpennordseite vorübergehend ansteigt.

Am Südrand des Tiefkerns steigt die Nullgradgrenze vorübergehend an. © ECMWF/UBIMET

Auf Warmfront folgt Kaltfront

Der Dienstag beginnt häufig nass, die Schneefallgrenze liegt meist zwischen 600 und 800 m, nur im Norden fällt anfangs noch bis in tiefe Lagen Schnee oder Schneeregen. Im Süden trocknet es am Vormittag ab, die Sonne lässt sich vor allem in Osttirol und Kärnten ab und zu blicken. An der Alpennordseite bleibt es dagegen trüb und von Nordwesten her sinkt die Schneefallgrenze im Laufe des Nachmittags und Abends bei lebhaft bis kräftig auffrischendem Nordwestwind wieder bis in die Täler.

Neuschneeprognose für Dienstag. © UBIMET

Dienstagnacht lässt der Schneefall langsam nach, bis dahin kommt am Arlberg oberhalb von etwa 1200 m bis zu einem halben Meter Schnee zusammen. In Lagen oberhalb von etwa 700 m sind in den Nordalpen ab Dienstagnachmittag  recht verbreitet 10 bis 15 cm Schnee zu erwarten, aber auch im Inn- und Salzachtal sowie im Mühl- und Hausruckviertel kommen Dienstagabend ein paar Zentimeter Schnee zusammen.

Schnee
Schneefall in Mariazell am 26. November 2023. © N. Zimmermann

Keine Ruhe

Der Mittwoch verläuft unter Zwischenhocheinfluss vorübergehend trocken und vor allem in den Alpen und im Süden häufig sonnig, bereits ab Donnerstag kündigt sich aber bereits das nächste Tiefdruckgebiet an. Damit kündigt sich weiterer Regen bzw. immer häufiger auch in tiefen Lagen Schneefall an.

 

Am Montag Schnee bis in tiefe Lagen

In der Nacht zum Montag steuert das Tief OLIVER auf den Ärmelkanal zu und zieht langsam weiter über die Beneluxstaaten nach Deutschland, mit viel feuchter Luft im Gepäck. An dessen Vorderseite steigt innerhalb eines kleinräumigen Warmluftsektors im Westen und Süden die Schneefallgrenze vorübergehend etwas an. Von Nordosten her fließt aber allmählich kältere Luft in das Landesinnere, damit sinkt auch die Schneefallgrenze teils bis in tiefe Lagen und winterliche Verhältnisse stellen sich ein.

Prognose der Fronten und Bodendruckkarte für Montag, den 27.11 um 13 Uhr MESZ – © DWD

Ablauf des Wettergeschehens

Im Nordwesten, etwa in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, regnet es bereits aus der Nacht heraus. In der Früh und am Vormittag breitet sich bei frischem bis kräftigem Südwest- bis Südostwind der teils kräftige Niederschlag auf die gesamte Westhälfte aus. Die Schneefallgrenze liegt anfangs noch zwischen 600 und 800 m, sinkt aber vor allem in der Mitte des Landes mit zunehmender Niederschlagsintensität rasch auf etwa 300 bis 400 m ab. Ab dem Nachmittag ist dann im ganzen Land mit Regen oder Schneefall zu rechnen. Während es ganz im Norden und Nordosten bis in tiefe Lagen schneit, regnet es südwestlich vom Teutoburger Wald sowie Odenwald und im Alpenvorland unterhalb von 600 bis 800 m. Die Tageshöchstwerte liegen zwischen 0 Grad im Mittelgebirge und Nordosten und 6 Grad im Westen und Süden.

3-stündiger Niederschlagstyp von Montag 00 UTC bis Dienstag 12 UTC: Schneefall ist dargestellt in blau, Schneeregen in violett und Regen in grün sowie gelb.

In der Nacht zum Dienstag ziehen die Niederschläge weiter Richtung Südosten, dabei sinkt die Schneefallgrenze von Norden her allmählich bis in tiefe Lagen. Nur ganz im Süden bleibt die Schneefallgrenze höher. Am Dienstag regnet und schneit es anfangs bei frischem bis kräftigem Nordwest- bis Westwind vor allem in der Südhälfte, ab Mittag verlagern sich die Schneefälle zunehmend in die Alpen. Die Temperaturen steigen auf maximal -2 Grad im Norden und in den Mittelgebirgen und +4 Grad Richtung Süden.

Teils größere Neuschneemengen

Bis Dienstagmittag kommen die größten Neuschneemengen in den Mittelgebirgsregionen zusammen, wo verbreitet 5-10 cm Schnee fallen werden. Westlich der Linie Rothaargebirge-Odenwald können stellenweise bis zu 15 cm, im Harz, Thüringer Wald, Bayerischer Wald und im Erzgebirge teils über 20 cm Neuschnee fallen. Selbst im nördlichen Flachland ist eine dünne Schneedecke mit wenigen Zentimetern Schnee zu erwarten. Im Westen und Süden hingegen ist nur in höheren Lagen ab 600 bis 800 m, etwa im Schwarzwald, mit nennenswertem Neuschnee zu rechnen.

Prognose des Neuschnees von der Nacht auf Montag bis Dienstagvormittag @ UBIMET

Viel Schnee am Wochenende

Am Freitag dominieren an der Alpennordseite und im Osten die Wolken und häufig fällt Regen. Die Schneefallgrenze liegt anfangs noch in gut 1000 m Höhe, im Laufe der zweiten Tageshälfte sinkt sie aber langsam gegen 800 bis 600 m ab und in der Nacht dann bis in die Tallagen. Zuvor werden noch 4 bis 13 Grad erreicht.

Prognose des Neuschnees am Freitag bis Mitternacht @ UBIMET – Zunächst sind also die tiefen Lagen kaum betroffen.

Freitagnacht und am Samstag schneit es vom Arlberg bis in die nördliche Obersteiermark anhaltend, nur am Samstagvormittag lässt die Intensität vorübergehend nach. Vor allem im Arlberggebiet sowie von den Kitzbüheler Alpen bis ins Innere Salzkammergut kommen einige Zentimeter Schnee zusammen. Die Schneefallgrenze pendelt zwischen tiefen Lagen und etwa 500 m in Vorarlberg. Auch im Norden fällt zeitweise Schnee, somit ist in Oberösterreich auch in tiefen Lagen der erste Schnee der Saison in Sicht. Im Süden und Osten bleibt es bis auf ein paar Flocken dagegen noch überwiegend trocken. Hier werden noch bis zu +6 Grad erreicht, inneralpin kommen die Temperaturen lokal aber nicht mehr über -2 Grad hinaus.

Prognose des Neuschnees am Samstag @ UBIMET – ein sehr winterlicher Tag steht den Alpen bevor und auch im nördlichen Flachland deutet sich Schnee an

Auch am Sonntag fällt in den Nordalpen anfangs noch häufig Schnee, nur in Vorarlberg unterhalb von etwa 500 m weiterhin auch Regen. Im Laufe des Tages sind dann auch im Norden und Osten Schneeschauer zu erwarten, vor allem im südlichen Wiener Becken kann es in den Abend- und Nachtstunden zur ersten dünnen Schneedecke der Saison kommen. Entlang der Alpennordseite lässt die Intensität generell nach und in der zweiten
Tageshälfte setzt sich im Westen gar trockenes Wetter durch. Die Temperaturen bleiben unverändert.

Prognose des Neuschnees am Sonntag @ UBIMET – die Intensität lässt langsam wieder nach

Rund 1 Meter Neuschnee am Arlberg

Am Arlberg kommt von Freitagnachmittag bis Sonntagmittag in Lagen oberhalb von etwa 1000 m teils mehr als 1 Meter Neuschnee zusammen. Auch sonst ist in den Nordalpen oberhalb von etwa 1000 m bis zu einem halben Meter Schnee in Sicht und auch in den größeren Tallagen wie dem Inntal und dem Ennstal kommt es zu einer markanten geschlossenen Schneedecke. Der Schnee wird hier aber vergleichsweise feucht sein, da die Temperaturen untertags um den Gefrierpunkt liegen.

Schneewarnungen und -vorwarnungen für das Wochenende. Updates auf www.uwz.at
Schneewarnungen und -vorwarnungen für das Wochenende. Updates auf www.uwz.at

Auch im Flachland mancherorts weiß

Im Flachland sind vor allem in Oberösterreich etwa 5 bzw. in Richtung Alpenrand auch 10 cm zu erwarten, ab Sonntag sind aber auch im östlichen Flachland vorübergehend ein paar wenige Zentimeter Nassschnee möglich. Im Hochgebirge nimmt die Lawinengefahr im Laufe des Wochenendes deutlich zu, v.a. im Arlberggebiet. In den größeren Tallagen der Nordalpen kann es zudem stellenweise zu Schneebruch kommen.

Summe des prognostizierten Neuschnees über rund 48 Stunden @ UBIMET

 

In der neuen Woche setzt sich das frühwinterliche Wetter fort. Dabei deuten sich nach aktuellem Stand für Montag vorübergehend ruhigere Bedingungen an, ehe am Dienstag mit einem nächsten Tief neuer Schneefall aufkommt. Zur Wochenmitte sind dann sogar selbst tagsüber Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts im Flachland nicht ausgeschlossen.

 

Titelbild @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/oberlech

Am Wochenende Wintereinbruch, regional Schnee bis in tiefe Lagen

Schneefall im Herbst - Adobe Stock

Nach mehreren Wochen mit einer Westwindwetterlage stellt sich die Großwetterlage über Mitteleuropa in den kommenden Tagen grundlegend um. Am Freitag zieht eine Kaltfront über Deutschland hinweg und am Wochenende strömen zwischen einem Hoch über dem Ostatlantik und reger Tiefdrucktätigkeit über Russland bzw. Osteuropa kalte Luftmassen arktischen Ursprungs ins Land.

Am Wochenende stellt sich eine ausgeprägte Nordlage ein.

Am Freitag sind zunächst nur die höheren Lagen der Mittelgebirge und die Alpen betroffen, ein paar Schneeschauer bis in tiefe Lagen sind aber auch im Norden möglich. Freitagnacht sinkt die Schneefallgrenze mit der Ausnahme vom äußersten Westen bis in tiefe Lagen ab und am Wochenende ist in der Südosthälfte und in der Mitte dann vielerorts die erste Schneedecke der Saison in Sicht.

Arktische Luftmassen erfassen Deutschland. (GFS-Prognose via wetter3.com)

Vor allem in Bayern zeichnen sich je nach Höhenlage etwa 5 bis 10 cm ab, in höheren Lagen der Mittelgebirge (wie etwa im Erzgebirge und im Thüringer Wald) kommen 10 bis 15 bzw. in Gipfellagen auch 20 cm zusammen. Im Flachland zeichnen sich im Osten Deutschlands ein paar wenige Zentimeter ab, meist schneefrei bleibt es im äußersten Westen und Nordwesten.

Schneeprognose für das Wochenende. © UBIMET

Zu Wochenbeginn setzt sich das frühwinterliche Wetter fort, die Unsicherheiten sind jedoch noch groß. Mit Durchzug eines weiteren Tiefs ist am Montag vor allem im Süden und im Mittelgebirgsraum verbreitet Schneefall möglich, wobei die Schneefallgrenze von Ost nach West zwischen tiefen Lagen und etwa 600 m liegt. Besonders von der Schwäbischen Alb ostwärts sind nochmals um 10 bzw. in höheren Lagen auch 15 cm Schnee möglich, dies ist aber noch nicht abgesichert.

Erster Schneeausblick für Montag (Stand: Mittwoch 13 Uhr). © UBIMET

In den Alpen >1 Meter Schnee

Die größten Schneemengen in Mitteleuropa kommen in den kommenden Tagen in den Staulagen der Nordalpen zusammen, besonders am Arlberg bzw. in den Allgäuer Alpen zeichnet sich in Lagen oberhalb von 1000 m von Freitagnachmittag bis Dienstagmittag teils mehr als 1 Meter Neuschnee ab bzw. auf den Bergen 1,5 Meter inklusive Verwehungen. Auch sonst sind in den Nordalpen oberhalb von etwa 1000 m recht verbreitet 50 bis 80 cm bzw. im Gebirge gut 1 Meter Schnee in Sicht.

Wärmster Herbst der Messgeschichte endet frühwinterlich

Schnee und Sonne im Herbst - pixabay.com

Herbst der Extreme

Wärmster September der Messgeschichte, gefolgt vom wärmsten Oktober der Historie in Österreich. Der Herbst strotzte bislang nur so mit Superlativen der Temperatur. Fast schon normal kommt einem da der laufende November vor, doch auch dieser weist aktuell eine Temperaturabweichung von gut +1 Grad zum langjährigen Mittel von 1991 bis 2020 auf. Somit steht schon jetzt – wenige Tage vor Ablauf des meteorologischen Herbstes am 30.11. – fest: Der Herbst 2023 wird in Österreich der wärmste der Messgeschichte seit 1767. Aktuell hält die Übergangsjahreszeit zwischen Sommer und Winter bei einer Anomalie von +3,2 Grad im Vergleich zum oben genannten langjährigen Mittel.

Abweichungen der Temperatur im Herbst bislang.

Was sich in den kommenden Tagen höchstens noch ändern wird, ist der Vorsprung auf den bisherigen Spitzenreiter. Anno 2014 wurde bislang der wärmste Herbst der Messgeschichte registriert, dazumal „nur“ mit einer Abweichung von +1,8 Grad. Selbst mit den kommendem kalten Finish wird dieser zweifelhafte Rekord klar überboten.

Erster Schwung Kaltluft am Mittwoch

Auf seine alten Tage besinnt sich der Spätherbst dann doch noch auf seine eigentliche Aufgabe. Normal wären jetzt im letzten Novemberdrittel je nach Höhenlage Tageshöchstwerte von +4 bis +7 Grad. Temperaturen wie +16 Grad gestern in Leoben oder erwartete +11 Grad in Wien sind alles andere als normal! Morgen erreicht uns aus Norden ein erster Schwall Kaltluft, nur noch 0 bis +9 Grad werden erreicht und zumindest die Hochtäler der Nordalpen bekommen auch etwas Schnee. Am Donnerstag sorgt ein Zwischenhoch für sonnige Bedingungen und noch einmal recht milde 3 bis 10 Grad.

Ab Freitag frühwinterlich kalt mit Schnee

Im Gegensatz zum Alpenraum verlief der Herbst in Skandinavien bislang deutlich unterkühlt, erste Tiefstwerte von -20 bis -30 Grad wurden im Norden Schwedens, Finnlands und Norwegens in den vergangenen Wochen gemessen. Diese extrem kalte Luft wird am Freitag mit Durchzug einer Kaltfront angezapft und sorgt für ein frühwinterliches Wochenende. Wiederholt ziehen ab Freitagfrüh entlang der Alpennordseite Schauer durch, die Schneefallgrenze sinkt dabei nach und nach von 1200 m auf rund 500 m. Am Wochenende bleibt uns die feucht-kalte Nordströmung erhalten, mehr als -2 bis +6 Grad gehen sich nicht mehr aus. Erste Schneeflocken könnten sich sogar bis in den Donauraum wagen, im Nordstau der Alpen kommen sogar respektable Neuschneemengen zusammen.

Hier die berechneten Neuschneemengen von Freitag bis inkl. Montag:

Neuschnee am Wochenende.

Straßenverhältnisse im Herbst: 5 Herausforderungen für Autofahrer

Straße im Herbst

Die Tage werden im Oktober  und November merklich kürzer. Der Pendelverkehr verlagert sich damit zunehmend in die Dunkelheit. Mehrere Gefahrenquellen werden somit für Autofahrer zunehmend zum Thema:

  1. Wildwechsel
  2. Nebel
  3. Eis
  4. Laub
  5. Sonnenblendung

Wildwechsel

Besonders jetzt im Herbst ist zur Dämmerung viel Wild unterwegs. Da Wildtiere oft auf bekannten Wegen die Verkehrsstraßen der Menschen passieren, warnen Hinweisschilder an besonders gefährlichen Stellen vor dem Wildwechsel. Mit angepasster Fahrgeschwindigkeit sowie besonderer Bremsbereitschaft kann die Gefahr von Zusammenstößen zwischen Autos und Wildtieren zumindest minimiert werden, nichtsdestotrotz gibt es Jahr für Jahr zahlreiche Unfälle, allein in Österreich kamen in der Saison 2018/19 mehr als 75.000 Wildtiere durch eine Kollision mit einem Fahrzeug zu Schaden. Wenn Wild unmittelbar vor dem Auto über die Straße läuft, sollte man versuchen nur zu Bremsen und nicht zu lenken, da man sonst riskiert von der Straße abzukommen (was meist noch gefährlich ist).

Gefahr von Wildwechsel auf den Straßen.
Gefahr von Wildwechsel auf den Straßen. © pixabay.com

Nebel

In den kommenden Wochen nimmt die Nebelanfälligkeit kontinuierlich zu. Bekannte Nebelregionen sind beispielsweise der Bodenseeraum, der Donauraum, das Klagenfurter Becken und das Schweizer Mittelland. Die Sichtweite kann dabei drastisch abnehmen, besonders auf Schnellstraßen muss man also stets einen ausreichenden Sicherheitsabstand halten!

Raureif und Nebel
Reif und Nebel im Herbst. © Adobe Stock

Frost

Frost ist ein Wetterparameter, der erst zum Ende des Herbstes wirklich verbreitet auftritt, in Tal- und Beckenlagen kann es aber bereits jetzt Bodenfrost geben. Besonders auf Brücken kann es dann in den Nächten nach Durchzug einer Wetterfront glatt werden und in klaren Nächten kann sich Reif bilden. Dies ist besonders gefährlich, wenn man im Herbst noch mit Sommerreifen unterwegs ist, daher empfiehlt es sich bereits jetzt auf Winterreifen umzusteigen.

Feuchtes Laub

Herabfallendes Laub ist vor allem im Oktober und November ein Problem. Gerade nach windigen Tagen sowie kalten Nächten präsentieren sich viele Straßen übersät von bunten Blättern. In Kombination mit Regen oder Tau wirkt das nasse Laub wie ein natürliches Schmiermittel. Ein rechtzeitige Abnahme der Fahrgeschwindigkeit schafft Abhilfe. Allgemein bleiben die Straßen nach einem Frontdurchgang in dieser Jahreszeit immer länger feucht, da die Sonne kaum noch Kraft und Zeit hat, um den Boden zu erwärmen. Spätesten wenn der Winterdienst unterwegs ist, muss man häufiger die Scheiben putzen, man sollte also stets ausreichend Scheibenwaschflüssigkeit haben.

Laub auf den Straßen im Herbst.
Laub auf den Straßen im Herbst. © Adobe Stock

Sonnenblendung

Die Sonne geht immer später auf und immer früher unter, dadurch kann es am Weg zur Arbeit häufiger passieren, dass man beim Autofahren an manchen Stellen direkt in die Sonne schaut. Dies wirkt sich negativ auf die Sichtweite aus, im Extremfall kann sie sogar schlechter als bei Nebel sein! Selbst die Sonnenblende hilft manchmal nicht, sondern nur eine deutliche Verminderung der Fahrgeschwindigkeit.

Titelbild © Adobe Stock

Schnee und Warmluft: Achterbahnfahrt der Temperaturen am Wochenende

Wetterlage

Am Freitag hat die Kaltfront eines kleinräumigen Tiefs namens KNUD den Alpenraum erfasst, weshalb sich das Wetter vor allem in den Nordalpen nasskalt gestaltet. Das Tief zieht nun weiter nach Osten und mit einer kräftigen Nordwestströmung gelangen bis Samstagvormittag kühle, aber auch trockenere Luftmassen in den Norden und Osten Österreichs. Im Westen stauen sich dagegen weiterhin feuchte Luftmassen, weshalb sich das Wetter zweigeteilt präsentiert.

Hinter der Kaltfront gelangt am Freitagnachtmittag trockene Luft in den Osten. © ECMWF/UBIMET
Hinter der Kaltfront gelangt am Freitagnachtmittag trockene Luft in den Osten. © ECMWF/UBIMET

Schneefall bis in einige Alpentäler

Aktuell schneit es vor allem im Arlberggebiet kräftig, wobei die Schneefallgrenze zwischen 500 und 800 m Höhe liegt. In den Hochtälern wie beispielsweise in Warth am Arlberg sind seit Mitternacht bereits mehr als 30 cm Schnee gefallen. Abseits von Vorarlberg bleiben die Mengen aber deutlich geringer, etwa in Puchenstuben in den Niederösterreichischen Voralpen sind nur ein paar Zentimeter gefallen.

Webcam Puchenstuben.

Die Niederschlagsintensität lässt nun nach und ab dem Nachmittag bleibt es im Norden und Osten weitgehend trocken. Von Vorarlberg bis ins Salzkammergut muss man bis Samstagmorgen dagegen noch mit weiteren Schauern rechnen. Die Schneefallgrenze sinkt in der Nacht auch in den zentralen Nordalpen auf etwa 600 m ab, nennenswerte Mengen kommen dann aber nur noch von den Kitzbüheler Alpen bis zum Dachstein zusammen. Die Höchstwerte liegen von Nordwest nach Süd zwischen 2 und 13 Grad.

Prognose der 24-stündigen Neuschneemenge bis Samstagfrüh – UBIMET

Am Arlberg kommt bis Freitagnacht in Summe bis zu einem halben Meter Neuschnee zusammen, sonst sind in den Nordalpen recht verbreitet 15 bis 25 cm oberhalb von etwa 1200 m zu erwarten.

Ausblick auf das Wochenende

Am Samstag hält sich bei kräftigem Nordwestwind die kalte Luft in  Österreich. Vom Kaiserwinkl bis ins Mariazellerland schneit es anfangs noch etwas bis etwa 600 m herab, sonst bleibt es unter Zwischenhocheinfluss meist trocken. Die Höchstwerte liegen zwischen 3 und 10 Grad. Von Westen nähert sich in der zweiten Tageshälfte jedoch eine markante Warmfront, die von Samstagabend bis Sonntagvormittag den Alpenraum überqueren wird.

Von Samstagnachmittag bis Sonntagvormittag zieht die Warmfront über Österreich hinweg. © ECMWF/UBIMET

Neuerliche Milderung

Am Samstagabend setzen im äußersten Westen Regen ein, die sich in der Nacht auf Sonntag an der Alpennordseite ostwärts ausbreitet. Besonders im Norden und Nordosten sind in der Nacht bzw. Sonntagfrüh selbst in den Niederungen kurzzeitig ein paar nasse Schneeflocken möglich, zudem ist im Mühl- und Waldviertel sowie in der Oststeiermark lokal leichter gefrierender Schneeregen möglich. Ein paar Zentimeter Schnee gehen sich vorübergehend aber nur in inneralpinen Tallagen vom Pinzgau bis in die nördliche Obersteiermark aus. Die Schneefallgrenze steigt aber noch am Vormittag rasch auf 1500 bis 2000 m an, somit setzt bei zeitweiligem Regen selbst in höheren Lagen wieder Tauwetter ein. Die Temperaturen steigen auf 5 bis 14 Grad mit den höchsten Werten im Westen.

Einsetzender Schneefall und Regen in der Nacht auf Sonntag – UBIMET

Am Montag ziehen anfangs besonders in der Osthälfte und am Nachmittag dann erneut von Westen ein paar Schauer durch. Dazwischen scheint ab und zu die Sonne, im Süden bleibt es weiterhin meist trocken bei einem Sonne-Wolken-Mix. Der Wind weht an der Alpennordseite und im Osten zeitweise kräftig aus westlicher Richtung, damit wird es auch im Osten mit bis zu 14 Grad spürbar milder.

 

Kleines Tief LINUS bringt am Abend im Süden Sturm

Derzeit liegt der Tiefkern in etwa über Paris und zieht allmählich ostwärts. Dabei traten am Vormittag knapp südlich des Kerns in einem Streifen von der Biskaya bis ins zentrale Frankreich orkanartige Böen auf, vereinzelt sogar Orkanböen.

In den kommenden Stunden greift das Windfeld nun auf den Süden des Landes über. Dabei muss vom Breisgau bis zum Allgäu kurzzeitig mit schweren Sturmböen gerechnet werden. Zudem staut sich der Regen im Weststau des Schwarzwaldes, hier hatte es in den vergangenen Tagen bereits ordentlich geregnet. In den Hochlagen sinkt die Schneefallgrenze allmählich ab, sodass hier in der Früh mit einer dünnen Schneedecke zu rechnen ist.

Prognose der Böen für die kommende Nacht. © UBIMET

Unsere Prognose der Böen gilt zwar für den morgigen Tag, jedoch zieht das Tief in der Früh nach Osten ab und somit lässt der Wind dann zügig wieder nach.

Der Atlantik übernimmt Regie: Sturm, Regen und milde Luft

Auf der Bodenwetterkarte für Montag sieht man gut, woher in den kommenden Tagen „der Wind weht“. Tiefs über dem Atlantik zwischen Großbritannien und Grönland übernehmen das Zepter und lenken wiederholt sehrt feuchte Meeresluft (grüner Pfeil) nach Mitteleuropa.

Die Großwetterlage am Montag gilt exemplarisch für fast die ganze Woche. Quelle: DWD

Folglich ist es auch wenig überraschend, dass die kommende Woche in einem breiten Korridor vom Atlantik über die Britischen Inseln und Frankreich und Deutschland bis weit nach Osteuropa deutlich nasser ausfallen wird als im langjährigen Mittel (grüne Farbtöne). Zu trocken ist es sowohl südlich dieses Feuchtebandes (Mittelmeer) als auch nördlich (Skandinavien+Baltikum) mit je braunen Farbtönen.

Niederschlagsabweichungen der kommenden Woche in Europa. Quelle: ECMWF

Wieviel Regen kommt da nun auf uns zu? Hier mal eine erste Schätzung der Niederschlagsmengen bis kommenden Freitag. In erster Linie bekommt die Alpennordseite eine Front nach der anderen ab, von Lienz bis ins Mittelburgenland fällt dagegen nur wenig Regen. Vom Bodensee bis zum Mostviertel kommen verbreitet 40 bis 70 l/m² zusammen, noch deutlich mehr aber in Vorarlberg. Hier dürften sich in der neuen Woche weit mehr als 100 l/m² aufsummieren.

Prognostizierte Niederschlagsmengen bis Freitag.

Während in den Tälern meist bei Regen bleiben wird, kündigen sich für die Berge (grob oberhalb von 1700-2000 m) große Neuschneemengen von teils mehr als 100 cm an.

Prognostizierte Neuschneemengen bis Freitag.

Mit der feuchten Meeresluft bleiben aber die Temperaturen bis auf Weiteres deutlich überdurchschnittlich – und das in weiten Teilen Europas. Auf der folgenden Karte sind all diese Regionen rot markiert, den Gegenpol bildet Skandinavien, wo die Luft unter dem Hoch sehr effektiv abkühlen kann.

Temperaturabweichungen der kommenden Woche in Europa. Quelle: ECMWF

Winter für das Flachland ist somit weit und breit nicht in Sicht, im Gegenteil. Besonders mild wird es am Dienstag und Donnerstag (im Bild) mit je rund 15 Grad in den tiefen Lagen.

Sehr mild! Die Höchstwerte am Donnerstag.

Der Donnerstag wird nach aktuellem Stand auch ein sehr windiger Tag mit Böen von 60-80 km/h an der Alpennordseite – perfekt zum Drachensteigen.

Ein stürmischer Donnerstag steht uns wohl bevor.

Warmer Herbst: Im Flachland viel Sonne und wenig Nebel

Mit eine Temperaturabweichung von knapp über +3 Grad zum Mittel von 1991 bis 2020 liegt der Herbst derzeit klar auf Rekordkurs, da sowohl der September als auch der Oktober die wärmsten der Messgeschichte Österreichs waren. Selbst wenn der November durchschnittlich abschließen sollte – was sich derzeit nicht abzeichnet – wird der bisherige Rekord aus dem Jahre 2014 überboten.

Herbstsoll an Sonne bereits erreicht

Im Norden und Osten Österreichs wurde das Soll an Sonnenstunden im Herbst bereits übertroffen, etwa in Wien gab es Stand heute (Update vom 12.11.) bereits mehr als 460 Sonnenstunden. Üblich sind hier in den drei Herbstmonaten 390 Sonnenstunden. Selbst wenn es also ab sofort bis zum Monatsende durchgehend trüb bleiben würde, wird der Herbst überdurchschnittlich sonnigen bilanzieren.

Sonnenstunden im Herbst 2023 (Stand 12.11., 12 Uhr) Mittlere Sonnenstunden im Herbst (1991-2020)
Wien 460 389
Eisenstadt (B) 461 408
St. Pölten (NÖ) 459 366
Graz (ST) 469 427
Wels (OÖ) 455 283
Krems (NÖ) 422 331
Wiener Neustadt (NÖ) 451 357
Poysdorf (NÖ) 470 395
Bad Gleichenberg (ST) 427 393
Salzburg (S) 390 378
Innsbruck (T) 472 453
Bregenz (V) 401 349
Klagenfurt (K) 377 395

In der Tabelle sieht man eindrücklich, wie v.a. im Norden und Osten das Soll an Sonnenstunden bereits übertroffen wurde. Nur am Alpenhauptkamm bzw. vor allem im Süden Österreichs fallen die Abweichungen u.a. aufgrund zahlreicher Italientiefs geringer aus, so wurde das Herbstsoll im Klagenfurter Becken noch nicht erreicht (im Süden war es bisher durchschnittlich sonnig).

Abweichung der Sonnenscheindauer vom Klimamittel im Herbst (laufend bis 11.11.23). © UBIMET

Wenig Nebel

Spätestens ab Mitte Oktober beginnt in den Niederungen meist die Nebelhochsaison, besonders der November ist berüchtigt für Inversionswetterlagen mit beständigem Hochnebel. In den vergangenen Wochen hat rege Tiefdrucktätigkeit zwar mehrfach für Wolken und Niederschlag gesorgt, dazwischen haben sich aber immer wieder Schönwetterphasen durchgesetzt. Stand heute (Update vom 12.11.) hat auch der November im Osten schon mehr als 75 Prozent der üblichen Sonnenscheindauer gebracht, etwa in Wien gab es bereits 56 Sonnenstunden, üblich wären im gesamten November 68. Auch im häufig trüben Waldviertel wie etwa in Allentsteig gab es bereits 55 Sonnenstunden, das Monatssoll liegt hier bei 58. Damit wird heuer an der Alpennordseite und im Nordosten jeder einzelne Herbstmonat überdurchschnittlich sonnig abschneiden.

Abweichung der Sonnenscheindauer vom Klimamittel im November (laufend bis 11.11.23). © UBIMET

Auch in den kommenden Wochen deuten die Modelle nämlich auf rege Tiefdrucktätigkeit über dem Nordatlantik und Mitteleuropa hin, damit zeichnet sich bis auf Weiteres ein feuchtmilder, unbeständiger Wettercharakter ab. Da keine beständigen Hochdruckgebiete in Sicht sind und die überwiegend westliche Strömung etwaigen Nebel tendenziell vertreibt, lässt die Nebelhochsaison weiterhin auf sich warten.

Der Trend für kommende Woche deutet auf Tiefdruckeinfluss über dem Atlantik bzw. dem nördlichen Mitteleuropa hin. Dies hat westwinddominiertes, feuchtmildes Wetter zur Folge. © ECMWF
In Wien überwiegt bis auf Weiteres westlicher Wind. © ECMWF

Der trübste Monat des Jahres ist im Mittel allerdings der Dezember, somit kann es heuer durchaus noch zu ausgeprägten Inversionswetterlagen kommen.

Großglockner
Zwischenhocheinfluss mit Sonnenschein in den Alpen. © www.foto-webcam.eu

 

Herbst und Winter: Zeit der Orkantiefs

Die Beaufort-Skala

Die Einteilung des Windes erfolgt in der Meteorologie in der sog. Beaufort-Skala. Diese besitzt 12 Windstärken von der Flaute bis zum Orkan. Dabei kann sie anhand von festgelegten Kriterien sowohl an Land, wie auch auf See, bestimmt werden. Dabei ist sie auf ganze Knoten und nicht wie sonst üblich in der aus SI-Einheiten bestehenden Definition der Geschwindigkeit m/s definiert. Im Folgenden werden nur die hohen Windstärken angegeben:

Beaufort Skala Geschwindigkeit in kn Bezeichnung in Texten
8 34 – 40

62 – 74 km/h

stürmischer Wind (Böen)
9 41 – 47

75 – 88 km/h

Sturm (Böen)
10 48 – 55

89 – 102 km/h

schwerer Sturm (Böen)
11 56 – 63

103 – 117 km/h

orkanartiger Sturm (Böen)
12 > 64

> 118 km/h

Orkan (Böen)

 

Im Folgenden wollen wir nun die Einwicklung eines Orkantiefs anhand des kürzlich aufgetretenen Orkantiefs Ciaran nachempfinden, wir beschränken uns dabei auf den Atlantik (selbiges lässt sich natürlich auch über dem Pazifik beobachten). Dabei lässt sich die Entwicklung in drei Phasen einteilen:

Entstehungsphase

Der Beginn einer Tiefdruckentwicklung (Fachwort Zyklogenese) findet dabei häufig auf der Westseite des Atlantiks, genauer vor Neufundland statt. Dabei wird sehr umgangssprachlich auch von „Stapellauf“ gesprochen. Hier kommen von der Ostküste der USA her kleine Tiefs hingezogen. Im Fall des Tiefs Ciaran sah die Bodendruckkarte am 31.10.2023 wie folgt aus.

Bodendruckanalyse des DWD für den 31.10.2023 um 13 MEZ © DWD/wetter3.de

Am 31. Oktober liegt unser Tief mit knapp unter 1000 hPa Kerndruck als sog. Randtief vor der Küste Neufundlands. Im Fall günstiger Bedingungen, ist dies der Beginn der Entwicklung zu einem Orkantief. Man erkennt den breiten Warmsektor (Bereich zwischen Warm- und Kaltfront).

Auf der Vorderseite des Tiefs wird zu diesem Zeitpunkt sehr warme Luft nach Nordosten geführt und über Neufundland wird kalte Luft auf den Atlantik geführt. Zudem herrscht hier ein großer Nord-Süd Temperaturunterschied, der für einen sehr starken Jet (Starkwindband in der Höhe) sorgt. Damit wird unser junges Tief in den kommenden Stunden rasch nach Osten in Richtung Europa geführt.

Bodendruckanalyse des DWD für den 01.11.2023 um 01 MEZ © DWD/wetter3.de

Dabei fand zunächst nur wenig Bodendruckfall statt, da nicht alle notwendigen Prozesse Hand in Hand gingen. Bisher hat hauptsächlich die sog. Warmluftadvektion (Herbeiführung von wärmerer Luft) für etwa 10 hPa Bodendruckfall in 12 Stunden gesorgt.

Reifestadium

Nachdem sich das Tief bisher kaum entwickelt hat, werden nun die Bedingungen deutlich besser. Dies heißt, das, nun alle Prozesse Hand in Hand gehen, die für die rasche Entwicklung von Nöten sind. Vor der Küste Frankreichs liegt an jenem 1. November ein sog. Jet-Ausgang (Abnahme der Geschwindigkeit in der Höhe nach Osten hin). Auf dessen linker Seite fließt die Strömung in der Höhe auseinander (Divergenz) und dies führt zum deutlichen Abfall des Bodendrucks. Zudem kommen noch weitere Effekte hinzu, die hier aufgrund ihrer Komplexität nicht weiter diskutiert werden sollen. In der Folge sinkt nun der Bodendruck rapide auf unter 960 hPa. In diesem Fall sind dies rund 30 hPa in 24 Stunden. So eine Entwicklung wird auch Bombogenese genannt.

Bodendruckanalyse des DWD für den 02.11.2023 um 01 MEZ © DWD/wetter3.de

Dabei brachte das Orkantief in Frankreich, u.a. die in folgendem Tweet aufgeführten Böen:

Zerfallsstadium

Nach einer Weile klingen die oben genannten Prozesse über dem Tiefkern ab. Damit beginnt sich das Tief wieder aufzufüllen und somit abzuschwächen. Dabei sorgt insbesondere die Bodenreibung dafür, dass mehr Masse in den Kern transportiert wird, als in den höheren Schichten abfließt. Unser Tief ist dabei nun zur Nordsee gezogen. Der Kerndruck liegt nun bei rund 960 hPa.

Bodendruckanalyse des DWD für den 03.11.2023 um 01 MEZ © DWD/wetter3.de

 

Polarlichter in Österreich – die besten Bilder

Besonders gut zu sehen waren die Polarlichter am gestrigen Abend zwischen 18 und 19 Uhr, vorausgesetzt ein wolkenloser oder -armer Himmel Richtung Norden, ausreichend Dunkelheit (keine Lichtverschmutzung) und eine freie Sicht.

Hier die besten Aufnahmen aus Österreich, rund um den Großglockner:

Quelle: foto-webcam.eu

Hohe Tauern:

Quelle: foto-webcam.eu

Lienzer Dolomiten werden beleuchtet:

Quelle: foto-webcam.eu

Noch einmal nahe des Großglockners:

Quelle: foto-webcam.eu

Aber nicht nur im Hochgebirge gab es einen farbenfrohen Himmel zu bestaunen, auch beispielsweise am Wörthersee:


Toller Zeitraffer aus der Slowakei:


Selbst in Wien konnte man Polarlichter erspähen:

Wie Polarlichter entstehen

Bei hoher Sonnenaktivität kommt es häufig zu Koronalen Massenauswürfen, bei denen Teilchen auf das Erdmagnetfeld treffen. Wenn diese Teilchen auf die Moleküle unserer Atmosphäre stoßen, beginnen diese zu leuchten.

Schematische Darstellung der Polarlichter. Quelle: https://www.timeanddate.de/astronomie/polarlichter

Normalerweise sind Polarlichter in höheren Breitengraden häufiger beobachtbar, da dort die Teilchen aufgrund des schwächeren Magnetfeldes am ehesten auf die Moleküle der Atmosphäre treffen. Falls der Sonnenwind aber relativ stark ausfällt, können in selteneren Fällen auch in Mitteleuropa vereinzelt Polarlichter beobachtet werden. Statistisch treten Polarlichter über Mitteleuropa und Österreich am ehesten in den Übergangszeiten (Herbst und Frühling) nahe zur Tag-und-Nacht-Gleiche auf.

Mehr Infos zu diesem Thema gibt es hier: Vom Sonnenwind zum Sonnensturm.

Außergewöhnlich viele Novemberrekorde verzeichnet

Temperaturrekorde auf Kreta und Zypern

Durch eine Südwestströmung gelangten im Vorfeld einer Kaltfront außergewöhnlich warme Luftmassen in den südöstlichen Mittelmeerraum, somit wurden in Teilen Griechenlands und Zyperns neue Novemberrekorde aufgezeichnet.

Bodendruck- und Frontenkarte am 4. November, 2023 um 00 UTC. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Die höchsten Temperaturen wurden am 4. November in Sisi, einem Ort auf Kreta, mit hochsommerlichen 35,1 °C gemessen. Seit Beginn der Aufzeichnungen wurde im November in Griechenland kein höherer Wert registriert, auch europaweit nicht. Bemerkenswert ist auch der Novemberrekord auf Zypern, so wurden am 1. November in Kouris 34,3 °C gemessen.

Novemberrekorde auch in anderen Ländern

Auch in vielen anderen Ländern der östlichen Hemisphäre wurden in den vergangenen Tagen, wie in der Karte der Temperaturabweichungen am 4. November dargestellt, außergewöhnlich hohe Temperaturen verzeichnet. Grund dafür ist die viel zu hohe globale Durchschnittstemperatur, die aktuell bei 14,5 °C liegt und in keinem anderen Jahr seit Messbeginn zur selben Jahreszeit höher lag.

Globale Anomalie der 2-m Temperatur am 4. November, 2023. Quelle: ClimateReanalyzer.org (Climate Change Institute)
Täglicher globaler Mittelwert der 2-m Temperatur – Daten: NCEP Climate Forecast System. Quelle: ClimateReanalyzer.org

 

Folglich wurden an vielen Messstationen Novemberrekorde gebrochen.  Beispielsweise wurden in Sitakunda, Bangladesh, 35.8°C, in Zamboanga, Philippinen, 37.4°C und in Medenine, Tunesien, 36.4 °C gemessen. Auch in Japan wurden bis 3. November an über 300 Messtationen, die über ein Drittel des Landes abdecken, ein neuer Novemberrekord aufgestellt.

 

Wechselhaftes Wochenende mit Sturm und Regen

Herbstliche Witterung in Thüringen: http://4sh845y3jbnoowbs.myfritz.net:8080/webcam/kaltennordheim/

Das Frontensystem eines Atlantiktiefs namens FRED zieht momentan über den Südwesten Deutschlands hinweg und sorgt hier schon für schauerartigen Regen sowie für lokal stürmische Windböen aus Süd. Im Vorfeld der Störung weht in den Alpen bereits kräftiger Südföhn.

Satellitenbild und Blitzaktivität um 13:05 Uhr MEZ - EUMETSAT, UBIMET
Satellitenbild und Blitzaktivität um 13:05 Uhr MEZ – EUMETSAT, UBIMET

Am Sonntag verbleibt die Bundesrepublik unter dem Einfluss des Tiefs FRED. Über den Tag verteilt gehen vor allem im Westen und Süden immer wieder teils gewittrige Regenschauer nieder. In exponierten Weststaulagen wie z.B. im Sauerland und im Schwarzwald kommen dabei teils nennenswerte Mengen zusammen.

Prognose der Regensumme am Sonntag - UBIMET
Prognose der Regensumme am Sonntag – UBIMET

Der Süd- bis Südwestwind weht im westlichen Mittelgebirgsraum und im Schwarzwald momentan schon teils kräftig. Morgen Sonntag frischt er aber generell aus Südwest bis West auf. Dann sind in der Südhälfte vielerorts maximale Böen zwischen 60 und 80, im Süden Baden-Württembergs und im Allgäu auch bis zu 90 km/h einzuplanen.

Windwarnungen und -vorwarnungen für Sonntag, Stand 04.11.2023 um 14 Uhr - Updates auf www.uwr.de
Windwarnungen und -vorwarnungen für Sonntag, Stand 04.11.2023 um 14 Uhr – Updates auf www.uwr.de
Prognose der maximalen Windböen am Sonntag - UBIMET
Prognose der maximalen Windböen am Sonntag – UBIMET

Unbeständiges Wochenende mit Sturm und Starkregen

Webcam Traunstein (Oberösterreich): https://www.foto-webcam.eu/webcam/traunstein-sued/

In den letzten Stunden hat sich das Wetter vorübergehend beruhigt. Nach Abzug der letzten Störung mit Schneefall teils unter 1000 m präsentieren sich die Berge ab den mittleren Lagen heute endlich richtig herbstlich.

Webcam Defereggental (Osttirol): https://www.foto-webcam.eu/webcam/stveit/
Webcam Defereggental (Osttirol): https://www.foto-webcam.eu/webcam/stveit/

Gemessene Schneehöhen um 6 Uhr MEZ am 04.11.2023 (nur Stationen unterhalb 2000 m):

  1. Katschberg – 1635 m – 41 cm
  2. Feuerkogel – 1618 m – 32 cm
  3. Obergurgl – 1942 m – 19 cm
  4. Böckstein – 1175 m – 18 cm
  5. Warth – 1478 m – 18 cm
  6. Ramsau/Dachstein – 1207 m – 18 cm
Satellitenbild und Blitzaktivität um 13:05 Uhr MEZ - EUMETSAT, UBIMET
Satellitenbild und Blitzaktivität um 13:05 Uhr MEZ – EUMETSAT, UBIMET

Doch aus Westen erreicht uns bereits das nächste, kräftige Tief. Im Vorfeld der aufziehenden Front weht im Westen lokal schon teils stürmischer Südföhn. In Brand z.B. wurden bereits Sturmböen um 85 km/h verzeichnet. In den Nordalpen von Vorarlberg bis zum Alpenostrand und auch in den Karawanken muss man in den kommenden Stunden weiterhin mit Böen zwischen 60 un 80, vereinzelt auch bis 90 km/h aus Süd bis Südwest rechnen.

Windwarnungen und -vorwarnungen für Samstag, Stand 04.11.2023 um 12:30 Uhr - Updates auf www.uwz.at
Windwarnungen und -vorwarnungen für Samstag, Stand 04.11.2023 um 12:30 Uhr – Updates auf www.uwz.at

Mit Eintreffen des Frontensystems regnet es ab dem Samstagabend und in den Nacht auf Sonntag vor allem im Süden des Landes vorübergehend kräftig mit lokalen Gewittern. Entlang bzw. südlich einer Linie Villach-Klagenfurt-Koralpe kommen auch ergiebige Mengen um 30, in Richtung Karawanken auch bis 60 l/m² Regen zusammen.

Prognose der Regensumme in den kommenden Stunden bis Sonntagnachmittag - UBIMET
Prognose der Regensumme in den kommenden Stunden bis Sonntagnachmittag – UBIMET

Die Schneefallgrenze liegt dabei im Bereich des Hautpkamms bei etwa 1300 m, ganz im Süden ist sie hingegen deutlich höher, um die 2000 m.

Regenwarnungen und -vorwarnungen für Samstag, Stand 04.11.2023 um 12:30 Uhr - Updates auf www.uwz.at
Regenwarnungen und -vorwarnungen für Samstag, Stand 04.11.2023 um 12:30 Uhr – Updates auf www.uwz.at

Am Sonntag trocknet es im Süden und Südosten am Vormittag langsam aber sicher wieder ab. Ausgehend vom Bodensee und dem Außerfern frischt im Tagesverlauf kräftiger Westwind auf, der am Abend und in der Nacht auf Montag mit Böen um 60-70 km/h auch den Alpenostrand und Wien erreicht.

Vorhersage der maximalen Windböen am Sonntag (hauptsächlich Westwind) - UBIMET
Vorhersage der maximalen Windböen am Sonntag (hauptsächlich Westwind) – UBIMET

Wärmster Oktober der Messgeschichte

Warm, wärmer, Oktober

Österreichweit betrachtet schließt der Oktober rund 3,5 Grad zu warm ab, vergleicht man ihn mit dem langjährigen Mittel von 1991 bis 2020. Die größten positiven Abweichungen haben wir in Niederösterreich, Wien und im Nordburgenland gemessen. Hier im Nordosten gab es zum Teil Anomalien von über 4 Grad.

Der Oktober verlief viel zu warm.

Damit nimmt der Oktober 2023 eine neue Spitzenposition ein, noch nie zuvor in der über 250-jährigen Messgeschichte Österreichs gab es einen wärmeren Oktober. Bemerkenswert dabei ist der Abstand zum neuen Zweitplatzierten. Erst vergangenes Jahr wurde mit einer Anomalie von +2,8 Grad ein neuer Rekord aufgestellt, nun also wurde dieser Wert noch einmal um mehr als ein halbes Grad getoppt. Auch der heurige September war schon rekordwarm, zwei solcher Monate in einem Jahr gab es zuvor ebenfalls noch nie.

Selbst wenn der gestern begonnene November auch nur durchschnittlich ausfällt, wird der Herbst 2023 (bestehend aus September, Oktober und eben November) der wärmste seit Messbeginn.

Rekord an Sommertagen – Rekord bei Höchstwert

Das rekordwarme Temperaturniveau war im Oktober allgegenwärtig: Am 3. des Monats wurde mit 30,3 Grad ein neuer Österreichrekord aufgestellt, noch nie zuvor war es derart heiß. Langenlebarn bei Tulln kommt diese zweifelhafte Ehre zuteil, lange Zeit hielt der Oktoberrekord aus Fussach (Vorarlberg, 30,2 Grad anno 1966). Ganze 9 Mal kletterten die Temperaturen in Leibnitz und Bad Radkersburg über die 25-Grad-Marke, per Definition ein Sommertag. Solche sind im Oktober klimatologisch gesehen eigentlich eine Seltenheit, alle 3 bis 4 Jahre gibt es im Normalfall mal einen. 9 Sommertage im Oktober gab es vorher jedoch noch nie, an keiner Station in Österreich. Auch hier gibt es also einen neuen Rekord, der bisherige lag bei 7 Sommertagen in Windischgarsten 1942. Doch auch auf der Hohen Warte in Wien gab es eine Rekordzahl an Sommertagen. Fünf Mal wurde die 25-Grad-Marke geknackt, ebenso in Salzburg.

Sommer im Oktober, hier die Zahl jener Tage mit 25 Grad oder mehr.

Föhnsturm am Monatsende

Die häufigen Südwestwetterlagen hatten aber nicht nur spätsommerliche Wärme zur Folge, auch der Föhn mischte v.a. in der zweiten Monatshälfte wiederholt mit. Am 20. Oktober gab es dabei einen schweren Föhnsturm, 197 km/h wurden auf dem Patscherkofel gemessen. Das ist nicht nur ein neuer Oktoberrekord für den sturmerprobten Hausberg der Innsbrucker, sondern zugleich die höchste Windböe in Österreich in einem Herbst seit 1997.

Die höchsten Windböen auf den Bergen.

Nasser Süden und Südwesten

Mit den Südwestlagen wurde auch jede Menge Feuchtigkeit aus dem Mittelmeer von Süden her gegen die Alpen gelenkt, der perfekte Nährboden für markante Niederschlagsmengen in Kärnten. Wenig überraschend ist dies auch das regenreichste Bundesland im Oktober, am Loibl kamen 438 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen. Mehr als 250 l/m² waren es aber auch in Rosenbach, Kötschach-Mauthen und Kornat. Generell bilanziert der Oktober vom Tiroler Alpenhauptkamm über Osttirol und Kärnten bis zum Neusiedler See deutlich zu nass, die Abweichungen liegen hier bei +50 bis +100 Prozent. Der Föhn sorgte dagegen dafür, dass an der Alpennordseite ein Defizit in der Regenbilanz klafft. Von Kufstein bis Mariazell fehlen oft um die 50% auf das Niederschlagssoll.

Nasser Süden, trockener Norden im Oktober

Extremwerte Oktober 2023 (Bundesland, Tag des Auftretens)

Höchste Temperaturen

  • 30,3 Grad Langenlebarn (NÖ, 03.)
  • 29,3 Grad Klausen-Leopoldsdorf (NÖ, 03.)
  • 29,2 Grad Pottschach-Ternitz (NÖ, 13.)

Tiefste Temperaturen

  • -7,8 Grad Liebenau-Gugu (OÖ, 18.)
  • -6,5 Grad Schwarzau im Freiwald (NÖ, 16.)
  • -5,7 Grad St. Michael im Lungau (S, 17.)

Nasseste Orte

  • 438 Liter pro Quadratmeter Loibl (K)
  • 288 Liter pro Quadratmeter Rosenbach (K)
  • 272 Liter pro Quadratmeter Kötschach-Mauthen (K)

Trockenste bewohnte Orte

  • 13 Liter pro Quadratmeter Retz (NÖ)
  • 19 Liter pro Quadratmeter Raabs/Thaya (NÖ)
  • 22 Liter pro Quadratmeter Irnfritz (NÖ)

Absolut sonnigste Orte

  • 175 Sonnenstunden Mondsee (OÖ) + Feldkirchen bei Mattighofen (OÖ)
  • 174 Sonnenstunden Aspach (OÖ)
  • 173 Sonnenstunden Innsbruck-Flughafen (T)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 123 km/h Schmirn (T, 20.)
  • 107 km/h Brand (V, 30.)
  • 105 km/h Eisenkappel (K, 20.) + Irdning (ST, 08.)

Atlantisches Orkantief führt zu Föhnsturm und Starkregen in den Alpen

Nach dem September war auch der Oktober in Österreich der wärmste der Messgeschichte. Der Oktober brachte zudem am Alpenhauptkamm und im Süden Österreichs auch deutlich mehr Regen als üblich. Am Tiroler Alpenhauptkamm und in Unterkärnten gab es örtlich sogar doppelt so viel Regen wie üblich. Am Donnerstag zieht bereits das nächste Italientief auf, damit bleibt die Gefahr von Vermurungen und kleinräumigen Überflutungen erhöht.

Anteil vom klimatologischen Niederschlag im Oktober. Am Alpenhauptkamm und im Süden gab es deutlich mehr Regen als üblich. © UBIMET

Orkantief Ciarán

Unter dem Einfluss eines außergewöhnlich stark ausgeprägten Jetstreams mit teils mehr als 300 km/h über dem Nordatlantik entsteht derzeit unter rascher Verstärkung ein Tief namens Ciarán, das in der Nacht auf Donnerstag als Orkantief auf Westeuropa trifft. Vor allem an den Atlantikküsten Frankreichs und hier insbesondere in der Bretagne sind dabei Orkanböen um 150 km/h und teils über 10 Meter hohe Wellen zu erwarten.

Die Lage des Orkantiefs in der Nacht auf Donnerstag inkl. Prognose der Windspitzen (teils um 200 km/h). © DWD/UBIMET

Am Donnerstag liegt das Tief über den Britischen Inseln und sorgt im Alpenraum für zunehmend kräftigen Föhn. Der Höhepunkt des Föhnsturms steht am Donnerstagabend von den Hohen Tauern bis zu den Niederösterreichischen Voralpen an, auf exponierten Bergen sind Orkanböen zu erwarten und auch in manchen Tallagen kommt es zu schweren Sturmböen bis 100 km/h. Im östlichen Flachland  sowie in Kärnten sind ebenfalls teils stürmische Böen um 70 bzw. lokal wir in den Karawanken auch 90 km/h zu erwarten.

Am Donnerstagabend kommt vor allem im östlichen Bergland stürmischer Föhn auf.

Ergiebiger Regen, auf den Bergen Schnee

Am Donnerstagnachmittag beginnt es am Alpenhauptkamm sowie in Osttirol und Oberkärnten allmählich zu regnen. Am Abend breitet sich der Regen auf den gesamten Westen und Südwesten aus, vor allem in Oberkärnten regnet es zunehmend intensiv und gewittrig durchsetzt. In der Nacht erfasst der Niederschlag weite Teile des Landes und die Schneefallgrenze sinkt bis Freitagmorgen in den Nordalpen gegen 1200 bis 1000 Meter bzw. bei stärkerer Niederschlagsintensität lokal auch 800 Meter ab.
Am Freitag fällt anfangs Regen und auf den Bergen Schnee, tagsüber macht sich im Westen dann eine Wetterbesserung bemerkbar. In Summe kommen vor allem in Teilen Kärntens sowie im Bereich der Hohen und Niederen Tauern neuerlich große Niederschlagsmengen zusammen, im Gailtal sind Mengen um 100 l/m² zu erwarten. Die Gefahr von Überflutungen und Vermurungen bleibt am Alpenhauptkamm und im Süden erhöht, an manchen Flüssen in Kärnten kann es zu Hochwasser kommen.

Auf den Bergen schneit es hingegen kräftig, im Hochgebirge kommt am Alpenhauptkamm bis zu einem halben Meter Neuschnee zusammen, aber auch in manchen Hochtälern sind am Freitagmorgen ein paar Zentimeter Schnee in Sicht.

Turbulenter Sonntag mit Sturm, Regen und Gewittern

Regenschirme am Himmel - pexels.com

Deutschland gerät am Sonntag unter den Einfluss eines kräftigen Tiefdruckkomplexes im Atlantik. Die Strömung dreht zunehmend auf Südwest und deutlich mildere Luftmassen aus Südeuropa treffen auf feucht-kühle Atlantikluft. Diese Mischung sorgt in der Bundesrepublik regional für Sturm, Starkregen und Gewitter.

Großwetterlage am Sonntag, 29.10.2023 - UBIMET
Großwetterlage am Sonntag, 29.10.2023 – UBIMET

Teils stürmischer Südwestwind

Bereits in der kommenden Nacht auf Sonntag frischt in der Eifel kräftiger Südwind auf. Dieser dreht dann am Sonntag immer mehr auf Südwest und lebt generell vom Saarland und dem Ruhrgebiet bis zum Harzvorland und dem Vogtland sowie auch an der Nordsee stark, in Böen auch teils stürmisch auf. Meist sind Böen um 60-70 km/h in Sicht, in sehr exponierten Lagen der Eifel und des Harzes sind aber Spitzengeschwindigkeiten bis 90 km/h in Reichweite. Der starke bis stürmische Südwestwind lässt dann am Sonntagabend und in der Nacht auf Montag generell wieder nach. Auch in den Alpen macht sich der Südföhn am Sonntag tagsüber bemerkbar, dieser weht aber auch am Montag weiterhin teils kräftig.

Windwarnungen und -vorwarnungen für Sonntag, Stand 28.10.2023 um 15 Uhr - Updates auf www.uwr.de
Windwarnungen und -vorwarnungen für Sonntag, Stand 28.10.2023 um 15 Uhr – Updates auf www.uwr.de

Lokal kräftige Gewitter möglich

Vor allem im Westen und Norden sind schon in der Nacht auf Sonntag vereinzelt Blitze möglich. Am Sonntag tagsüber muss man dann vom Saarland bis nach Schleswig-Holstein lokal mit regelrechten Gewittern rechnen. Diese können stellenweise durchaus Sturmböen bringen und selbst ein kurzer, eher schwacher Tornado ist dabei nicht ganz auszuschließen.

Gebietsweise gewittriger Starkregen

Die Grenze zwischen der kühleren Atlantikluft und der milden Luft aus Südeuropa liegt am Sonntag ziemlich genau vom Saarland und dem Oberrheingraben bis in den Osten des Landes. Diese Luftmassengrenze bleibt für etwa 48 Stunden mehr oder weniger ortsfest und sorgt von der Nacht auf Sonntag bis Montagnacht für ergiebige, teils auch gewittrig durchsetzte Niederschläge. Der Schwerpunkt des Starkregens mit lokal über 40-50 l/m² Regen liegt dabei im Saarland und im Pfälzerwald, aber auch von dieser Region bis zur Rhön und dem Thüringer Wald können durchaus 20-40 l/m² Regen fallen.

Prognose der 48-stündigen Niederschlagssumme am Sonntag und Montag - UBIMET
Prognose der 48-stündigen Niederschlagssumme am Sonntag und Montag – UBIMET

Laubverfärbung im Herbst

Blattverfärbung im Herbst @ pixabay.com

Herbstverfärbung zur Vermeidung von winterlichem Wassermangel

Im Sommer werden bei großen Bäumen mehrere hundert Liter Wasser pro Tag verdunstet. Wenn im Winter der Boden gefriert, bleibt der Wassernachschub aus, die Bäume und Sträucher können nicht mehr genug Wasser aufnehmen und würden vertrocknen. Deshalb entledigen sie sich im Herbst ihrer Blätter und stoppen so die Wasserabgabe. Für das Abwerfen der Blätter braucht es einen niedrigen Sonnenstand und kürzere Tage, nächtliche Temperaturen im einstelligen Bereich und mehrere sehr kühle Nächte hintereinander. Zudem wird der Vorgang auch durch Hormone gesteuert. Das Maximum der Herbstverfärbung ist im Oktober, in höheren Lagen etwas früher, in tiefen Lagen etwas später.

Blattverfärbung im Herbst @ pixabay.com

Vorgänge bei der herbstlichen Laubverfärbung

Der stickstoffreiche grüne Blattfarbstoff (Chlorophyll), mit dem die Pflanzen die Energie des Sonnenlichts für die Bildung von Zucker nutzen (Photosynthese), wird bei der Blattverfärbung in seine Bestandteile zerlegt und eingelagert. Im Laufe dieses Prozesses wird sichtbar, dass die Blätter auch orange und gelbe Farbstoffe enthalten: Karotinoide (gelb, orange, rot), Xanthophylle (gelb) und Anthocyane (oft rot). Pappel- und Ahornblätter werden beispielsweise gelb, Roteichen und Essigbäume oft orange bis rot.

Herbstliche Farben auch in Wien am Bisamberg @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/bisamberg/

Das leuchtende Farbenspiel des Herbstes beruht in erster Linie auf einer Änderung des Mengenverhältnisses dieser Blattfarbstoffe. Im Frühling und Sommer überwiegt der grüne Farbstoff, das für die Photosynthese unabdingbare Chlorophyll. Es überdeckt alle anderen Pigmente. Mit dem Verschwinden des Chlorophylls kommen jetzt die anderen Pigmente voll zur Geltung und verursachen die beeindruckende herbstliche – zumeist gelbliche – Laubfärbung. Der Blattabwurf ist dabei nicht nur ein wirksamer Verdunstungsschutz, sondern hat noch weitere Vorteile für die Pflanzen: Er entsorgt giftige Stoffwechsel-Endprodukte und gespeicherte Umweltgifte. Auch können kahle Bäume im Winter besser grosse Schneelasten aushalten, ohne dass Äste oder sogar Stämme brechen. Ausserdem erhalten die im Frühjahr austreibenden Knospen durch den herbstlichen Laubfall ausreichend Licht für ihre Entwicklung.

Während die meisten Laubbäume ihre Blätter im Herbst abwerfen, ist dies mit Ausnahme der Lärche bei den Nadelbäumen nicht der Fall. Die Blätter der Nadelbäume verfügen nämlich über eine dicke Wachsschicht und eine sehr feste Haut, welche die Verdunstung hemmt. Ausserdem sind die sogenannten Spaltöffnungen, über die der Baum Wasser verdunstet, im Blatt versenkt, sodass die Verdunstung weiter gebremst wird. Hinzu kommt die kleine Oberfläche der Nadeln, wodurch sich die Verdunstung nochmals verringert. Deshalb ist ein herbstlicher Nadelfall nicht nötig. Dies gilt jedoch nicht für die Lärche, die oft in sehr kalten Regionen wächst, sodass die genannten Mechanismen nicht mehr wirken. Damit sie kein Wasser verdunstet, wirft sie im Herbst ihre Nadeln ab.

Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/heidi-chalets

Warum meist intensivere Verfärbung in Nordamerika?

Besonders intensiv zeigt sich die herbstliche Verfärbung in Nordamerika, hier unter dem Namen „Indian Summer“ bekannt (vgl. Abb. 4). Der Grund liegt darin, dass unsere Bäume weniger Farbstoffe produzieren. Diese sind nämlich auch dazu da, die Wirkung des Sonnenlichtes abzuschirmen, sodass das lichtempfindliche Chlorophyll nicht angegriffen wird. Je sonniger es ist, desto intensiver sind so die Farben. Bei uns ist es durchschnittlich häufiger bewölkt, so dass sich ein intensiverer Sonnenschutz zumeist erübrigt.

Besonders intensive herbstliche Laubverfärbung in den USA (Lake Elmore in Neuengland); Quelle: pixabay

Dieses Jahr sehr späte Herbstverfärbung

Dieses Jahr hat die Verfärbung Mühe, in die Gänge zu kommen, dies sowohl in den Bergen, als auch im Flachland. Der Grund liegt am bisher sehr warmen Herbst (im Mittel bis dato 3,8 Grad zu warm und damit bei weitem bisher wärmster Herbst seit Messbeginn) sowie dem in tiefen Lagen bis dato fehlenden Frost und dem Ausbleiben einer längeren Serie von sehr kühlen Nächten.

Abweichung der Temperatur vom Klimamittel im Herbst 2023, laufend bis 27.10. @ UBIMET

Sommerlicher Blattfall – Stressreaktion

Insbesondere bei längeren Hitzewellen oder Trockenphasen, wie in diesem Sommer oder 2018, kam es auch bei uns immer wieder zu vorzeitigem Laubfall durch Vertrocknen der Blätter. Solche Ereignisse sind im Zuge der weiteren Klimaerwärmung mit immer längeren Hitzewellen und sommerlichen Trockenphasen in Zukunft immer häufiger zu erwarten.

Und täglich grüßt das Murmeltier: Auf kräftigen Südföhn folgt Starkregen

Murmeltier in den Alpen - pixabay.com

Derzeit ähnelt das Wetter dem berühmten Hollywood-Film, wo jeder Tag  einfach gleich verläuft („Und täglich grüßt das Murmeltier“). Man ersetzt „Tag“ mit „Wetterlage“ und schon hat man die perfekte Beschreibung der derzeitigen Wetterphase. Eine gefühlt endlose Schleife, die aus Südföhn-Starkregen-Kaltfront besteht. Solch eine Schleife ist aber recht typisch für einen normalen Herbst. Man darf sich also als Meteorologe diesbezüglich nur wenig aufregen.

Wir befinden uns momentan am Ende einer dieser Schleifen, die nächste steht aber schon in den Startlöchern. Denn ab Sonntag gerät Österreich zunehmend an die Vorderseite eines kräftigen Atlantiktiefs und der föhnige Süd- bis Südwestwind frischt neuerlich teils kräftig auf.

Großwetterlage am Sonntag, 29.10.2023 - UBIMET
Großwetterlage am Sonntag, 29.10.2023 – UBIMET

Teils stürmischer Südföhn

Sowohl der Sonntag als auch der Montag verlaufen vor allem in den Nordalpen (Südföhn) sowie stellenweise auch im Südosten (Jauk/Südwestwind) windig. In einzelnen, prädestinierten Tälern des Westens wie z.B. im Brandner Tal sowie generell auf den Bergen sind auch teils schwere Sturmböen um 100 km/h zu erwarten. Meist bewegen sich aber die maximalen Böen zwischen 60 und 80 km/h.

Windwarnungen und -vorwarnungen für Sonntag/Montag, Stand 28.10.2023 um 12:15 Uhr - Updates auf www.uwt.at
Windwarnungen und -vorwarnungen für Sonntag/Montag, Stand 28.10.2023 um 12:15 Uhr – Updates auf www.uwt.at

Neuerlich Starkregen in Sicht

Bereits im Laufe des Montags beginnt es aber in Osttirol und Oberkärnten kräftig, teils auch gewittrig durchsetzt zu regnen. In der Nacht auf Dienstag breitet sich der Niederschlag mit Eintreffen einer Kaltfront aus Westen allmählich auf das gesamte Land aus. Erneut sind bis Dienstagabend vor allem in Oberkärnten ergiebige Niederschlagsmengen von 50-100 l/m² in Sicht. Aber auch sonst kommen im Bergland recht verbreitet 20 bis 40 l/m² Regen zusammen. Die Schneefallgrenze sinkt mit der Kaltfront in den Nordalpen auf rund 1600 bis 1400 m ab, was für die Jahreszeit eigentlich kaum erwähnenswert ist.

Prognose der Niederschlagssumme am Montag und Dienstag - UBIMET
Prognose der Niederschlagssumme am Montag und Dienstag – UBIMET

Mittelfristprognose

Zur Wochenmitte beruhigt sich die Lage nur vorübergehend, denn nach Abzug der Kaltfront dreht die Strömung an der Vorderseite der nächsten atlantischen Störung allmählich wieder auf Süd: Eine neue Schleife bahnt sich schon an. Auch die zweite Wochenhälfte gestaltet sich somit zunächst (leicht) föhnig, dann zunehmend nass. Dabei bleiben die Temperaturen bis auf Weiteres überdurchschnittlich.

Mittelfristige Prognose der Temperaturen (oben) und der akkumulierten Niederschläge (unten) für die kommenden 7 Tage für Wien - IFS Ensemble, UBIMET
Mittelfristige Prognose der Temperaturen (oben) und der akkumulierten Niederschläge (unten) für die kommenden 7 Tage für Wien – IFS Ensemble, UBIMET
Mittelfristige Prognose der Temperaturen (oben) und der akkumulierten Niederschläge (unten) für die kommenden 7 Tage für Bregenz - IFS Ensemble, UBIMET
Mittelfristige Prognose der Temperaturen (oben) und der akkumulierten Niederschläge (unten) für die kommenden 7 Tage für Bregenz – IFS Ensemble, UBIMET

Partielle Mondfinsternis am Samstagabend

Wer sich für astronomische Beobachtungen und allgemein für Himmelserscheinungen interessiert, sollte sich den Samstagabend vielleicht einmal von gesellschaftlichen Verpflichtungen freihalten. Der Vollmond wird vom Erdschatten getroffen und bietet somit zumindest eine partielle Mondfinsternis.

Grafik partielle Mondfinsternis @ https://www.timeanddate.de

Zwar nur gering, aber…

Allzu spektakulär fällt sie nicht aus, wird der Mond doch nur zu einem geringen Teil vom Kernschatten der Erde getroffen. Aus unserer Sicht ist er mit maximal 13 % seines Durchmessers verfinstert zu sehen. Allerdings erscheint auch der Rest etwas dunkler als sonst, weil er sich im Halbschatten befindet. Von dort aus gesehen würden hypothetische Astronauten eine teilweise, im Kernschatten hingegen eine totale Bedeckung der Sonne durch die Erde erleben.

… dafür zur Primetime

Die Finsternis findet genau in der Nacht der Zeitumstellung statt, aber noch während der Gültigkeit der Sommerzeit. Somit erreicht der Erdschatten um 20 Uhr erstmals den Mond, was aber zunächst unbeobachtbar bleibt. Im Verlauf der folgenden eineinhalb Stunden lässt sich aber doch verfolgen, wie der Vollmond von Osten her (von „links“) allmählich an Helligkeit nachlässt. Um 21.35 MESZ trifft schließlich der Kernschatten ein (auf dem entsprechenden Teil des Mondes beginnt damit eine totale Sonnenfinsternis) und aus unserer Sicht wird der runde Vollmond quasi „angebissen“. Um 22.14 ist dann die größte Verfinsterung erreicht, um 22.53 verlässt der Kernschatten den Mond wieder.

Prognose der Bewölkung am Samstagabend gegen 23 Uhr @ UBIMET, ECMWF (blau: tiefe Wolken, braun: mittelhohe Wolken, schraffiert: dünne hohe Wolken)

Wetter spielt zumindest teilweise mit

Prinzipiell setzt sich am Samstag wieder ein Zwischenhoch durch, sodass in den meisten Landesteilen genügend Wolkenlücken für die Beobachtung zu erwarten sind. Etwas hartnäckiger sind die Wolken im Süden und in der fortgeschrittenen Jahreszeit lässt sich im Flachland oder in Tallagen auch  Nebel nicht ausschließen.

Titelbild: pixabay.com

Am Freitag im Süden und Osten teils kräftiger Regen

Ein ausgeprägter Tiefdruckkomplex erstreckt sich vom Atlantik bis nach Europa und sorgt mit einigen Fronten weiterhin für oft unbeständiges und teils nasses Wetter. In der Nacht auf Freitag nähert sich dem Alpenraum aus Westen schon die nächste Kaltfront, über Oberitalien bildet sich zudem neuerlich ein Tiefdruckgebiet. Dieses verlagert sich im weiteren Verlauf langsam nach Nordosten und zieht am Freitag und Samstag in Richtung Ukraine ab.

Bodendruck- und Frontenkarte für Freitag, den 27. Oktober 2023, 14 Uhr MESZ (Quelle: UBIMET)
Bodendruck- und Frontenkarte für Freitag, den 27. Oktober 2023, 14 Uhr MESZ (Quelle: UBIMET)

Am heutigen Donnerstag breitet sich gegen Abend zunächst im Westen, im Laufe der Nacht auch von Süden her schauerartiger und teils kräftiger Regen auf weite Landesteile aus. Die größten Mengen kommen erneut im Süden und besonders in Kärnten zusammen, hier sind auch Gewitter eingelagert. Meist kommen etwa 20 bis 50 mm zusammen, der Schwerpunkt liegt aber mit Mengen zwischen 40 und 70 mm erneut entlang der Karawanken – direkt in den Staulagen ist auch mit noch größeren Mengen zu rechnen. Auch von der Steiermark bis nach Niederösterreich und Wien regnet es in der ersten Tageshälfte teils kräftig. Ohne Regenjacke und Schirm kommt man also am Freitagmorgen und auch noch am Vormittag kaum aus dem Haus, auch die morgendliche Gassirunde fällt ordentlich ins Wasser. Zudem macht sich am Alpenostrand und generell im Osten ab dem Vormittag auch kräftiger bis stürmischer West- bis Nordwestwind bemerkbar.

Niederschlagspronose - Donnerstagnacht bis Freitagmittag © UBIMET
Niederschlagsprognose – Donnerstagnacht bis Freitagmittag © UBIMET
Warnungen der österreichischen Unwetterzentrale (UWZ) - Stand 26.10.2023, 11:30 Uhr
Warnungen der Österreichischen Unwetterzentrale (UWZ) – Stand 26.10.2023, 11:30 Uhr

Am Freitagnachmittag lässt der Regen rasch nach und von Westen her lockert es auf, es bleibt aber mit ein paar Schauern noch unbeständig. Am Wochenende setzt sich schließlich allmählich ein Zwischenhoch durch, der Alpenraum gelangt aber wieder zunehmend in eine föhnige Südströmung. Damit wiederholt sich am Sonntag und zu Wochenbeginn die Wetterlage erneut, schon am letzten Freitag (https://uwz.at/de/a/stuermischer-suedfoehn-am-donnerstag-und-freitag) und am Montag (https://uwz.at/de/a/am-montag-im-westen-neuerlich-kraeftiger-suedfoehn) hatten wir es schon mit einer ähnlichen Lage zu tun. So kräftig wie jenes Ereignis in der letzten Woche wird es aber bei weitem nicht, auf den Bergen und in den prädestinierten Tallagen ist aber erneut mit Sturmböen zu rechnen und auch die Temperaturen steigen mit Föhnunterstützung gebietsweise wieder über die 20-Grad-Marke an.

Acapulco: Hurrikan OTIS trifft mit Stärke 5 auf Land

Hurrikan OTIS kurz vor dem Landfall bei Acapulco, Mexiko @ https://www.tropicaltidbits.com

Überraschungen solchen Ausmaßes kommen in der Welt der Meteorologie heutzutage kaum mehr vor. „Verrückt“ war wohl der am häufigsten verwendete Ausdruck im Kollegenkreis am Mittwochmorgen, als die neuesten Infos aus Mexiko gesichtet wurden. Über Nacht hatte sich über dem Ostpazifik vor der mexikanischen Küste der bis zuletzt als ‚tropische Sturm‘ eingeordnete OTIS derart rasch und massiv verstärkt, dass er plötzlich als Hurrikan der höchsten Kategorie 5 auf Land traf. Nur 12 Stunden hat er dafür gebraucht, damit dürfte er als einer der am schnellsten sich entwickelten Hurrikans in die Geschichte eingehen.

Diese Intensivierung wurde de facto von keinem Vorhersagemodell oder Wetterdienst vorhergesehen, nach übereinstimmender Meinung hätte OTIS ein tropischer Sturm bleiben oder sich maximal zu einem Hurrikan der Stufe 1 verstärken sollen. Die Ursache dieser rapiden Intensivierung ist derzeit noch nicht geklärt.

Und damit nicht genug: Das Auge des Hurrikans traf ausgerechnet auf die Millionenstadt Acapulco, auch hierzulande bekannt als Bade- und Urlaubsort, der auch heute noch von unzähligen Kreuzfahrtschiffen angesteuert wird. Mit maximalen Böen um 300 km/h traf der Hurrikan hier in der Nacht auf Land, für Acapulco war dies sozusagen das ‚worst case scenario‘. Über Twitter verbreiten sich aktuell diverse Aufnahmen aus der Stadt, das ganze Ausmaß der Zerstörung wird aber erst tagsüber sichtbar werden.

Acapulco, Mexiko @ holidaycheck

Titelbild: Vorher-nachher-Vergleich eines Gebäudes in Acapulco, Mexiko @ https://twitter.com/Justa_Guy907/

Hurrikan OTIS trifft Millionenstadt Acapulco

Überraschungen solchen Ausmaßes kommen in der Welt der Meteorologie heutzutage kaum mehr vor. „Verrückt“ war wohl der am häufigsten verwendete Ausdruck im Kollegenkreis am Mittwochmorgen, als die neuesten Infos aus Mexiko gesichtet wurden. Über Nacht hatte sich über dem Ostpazifik vor der mexikanischen Küste der bis zuletzt als ‚tropische Sturm‘ eingeordnete OTIS derart rasch und massiv verstärkt, dass er plötzlich als Hurrikan der höchsten Kategorie 5 auf Land traf. Nur 12 Stunden hat er dafür gebraucht, damit dürfte er als einer der am schnellsten sich entwickelten Hurrikans in die Geschichte eingehen.

Diese Intensivierung wurde de facto von keinem Vorhersagemodell oder Wetterdienst vorhergesehen, nach übereinstimmender Meinung hätte OTIS ein tropischer Sturm bleiben oder sich maximal zu einem Hurrikan der Stufe 1 verstärken sollen. Die Ursache dieser rapiden Intensivierung ist derzeit noch nicht geklärt.

Und damit nicht genug: Das Auge des Hurrikans traf ausgerechnet auf die Millionenstadt Acapulco, auch hierzulande bekannt als Bade- und Urlaubsort, der auch heute noch von unzähligen Kreuzfahrtschiffen angesteuert wird. Mit maximalen Böen um 300 km/h traf der Hurrikan hier in der Nacht auf Land, für Acapulco war dies sozusagen das ‚worst case scenario‘. Über Twitter verbreiten sich aktuell diverse Aufnahmen aus der Stadt, das ganze Ausmaß der Zerstörung wird aber erst tagsüber sichtbar werden.

Acapulco, Mexiko @ holidaycheck

Titelbild: Hurrikan OTIS kurz vor dem Landfall bei Acapulco, Mexiko @ https://www.tropicaltidbits.com

Kräftiger Regen im Süden

Ein Frontensystem erstreckt sich von der Nordsee bis in den Mittelmeerraum, entlang dieser Luftmassengrenze bildet sich über dem Ligurischem Meer ein kleinräumiges Tiefdruckgebiet. Es verlagert sich am Dienstagnachmittag weiter Richtung Nordosten und schaufelt feuchte Luft nach Österreich.

Infrorot-Satellitenbild mit Blitzen vom Dienstag, 24.10.2023, 10:00 Uhr MESZ @ UBIMET, EUMETSAT
Bodendruck- und Frontenkarte für Dienstag, den 24. Oktober 2023, 14 Uhr MESZ (Quelle: UBIMET)

Am Nachmittag ist vor allem im Süden des Landes aufgrund lokaler Staueffekte mit teils kräftigem Regen zu rechnen, auch einzelne Gewitter können eingelagert sein. Wie in der 24-Stunden-Prognose von Dienstag 8 Uhr MESZ bis Mittwoch 8 Uhr MESZ zu sehen ist, ist etwa im Bereich der östlichen Karnischen Alpen punktuell mit bis zu 100 Litern pro Quadratmeter zu rechnen. Auch in anderen Teilen Kärntens werden größere Regenmengen erwartet, so können etwa im Gailtal zwischen 50 und 75 oder im Drautal zwischen 30 und 50 Liter zusammenkommen. Die Regenwarnungen gelten bis die Nacht auf Mittwoch. Auch in den übrigen Teilen des Landes fallen verbreiten 10 bis 20 Liter Regen, diese liegen aber unterhalb der Warnschwellen, weshalb hier keine Warnungen gesetzt sind.

24-h Prognose der Niederschlagssumme ab Dienstag, 08 Uhr MESZ (Quelle: UBIMET)
UWZ-Warnkarte am Dienstag, dem 24. Oktober 2023

 

Bereits am Mittwochmorgen zieht letzter Regen im Südosten ab, doch bereits für die Nacht von Donnerstag auf Freitag deutet das nächste Italientief an. Dann sind im Süden noch einmal größere Niederschlagsmengen zu erwarten.

 

Titel: Webcambild St. Jakob in Defereggen @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/stjakob

Am Montag im Westen neuerlich kräftiger Südföhn

Föhnwolken - Archivbild

Der Alpenraum gerät in den kommenden Stunden zunehmend in den Warmsektor des von der Iberischen Halbinsel in Richtung Nordsee ziehenden Tiefs XANTHOS.

Großwetterlage am Montag, 23.10.2023 - UBIMET
Großwetterlage am Montag, 23.10.2023 – UBIMET

Dabei dreht die Strömung zu Beginn der neuen Woche neuerlich auf Süd und deutlich mildere Luftmassen aus Nordafrika werden nach Mitteleuropa geführt. Aufgrund des streifenden Tiefs nehmen auch die Druckgegensätze zwischen Norditalien und den westlichen Nordalpen vorübergehend zu.

Zeitverlauf der prognostizierten Bodendruck-Differenz in dern kommenden drei Tagen zwischen München und Bozen in hPa (ab etwa 5 hPa Unterschied wird der Fön relevant) - UBIMET, ECMWF IFS
Zeitverlauf der prognostizierten Bodendruck-Differenz in den kommenden drei Tagen zwischen München und Bozen in hPa (ab etwa 5 hPa Unterschied wird der Föhn relevant) – UBIMET, ECMWF IFS

Die prognostizierten Druckunterschiede  zwischen der Nord- und der Südseite erreichen im westlichen Alpenraum zwischen Montagnachmittag und Dienstagfrüh verbreitet 8 bis 12 hPa. Zwar werden solche Werte nur für kurze Zeit geknackt, sie sollten aber durchaus reichen, um ein kurzes, aber durchaus kräftiges Südföhnereignis zu fördern.

Zeitverlauf der prognostizierten Bodendruck-Differenz in dern kommenden drei Tagen zwischen Zürich und Mailand in hPa (ab etwa 5 hPa Unterschied wird der Fön relevant) - UBIMET, ECMWF IFS
Zeitverlauf der prognostizierten Bodendruck-Differenz in den kommenden drei Tagen zwischen Zürich und Mailand in hPa (ab etwa 5 hPa Unterschied wird der Föhn relevant) – UBIMET, ECMWF IFS

In den Nordalpen von der Schweiz bis nach Vorarlberg wird es somit im Laufe der zweite Montaghälfte ausgehend vom Westen zunehmend föhnig. In der Nacht auf Dienstag erreichen dann die Druckgegesätze auch in den Tauern ihren Höhepunkt. Besonders betroffen werden die Schweizer Alpen sowie die von Südwest nach Nordost gerichteten Tälern südlich des Walgaus in Vorarlberg. Hier sind in prädestinierten Lagen Spitzenböen von 80-100 km/h in Reichweite. In den meisten Föhnlagen Vorarlbergs und Nordtirols werden hingegen oft 60 bis 80 km/h Böen erwartet, weiter östlich in Richtung Tauern eher bis 70 km/h.

Einschätzung der Föhnstärke am Montag und Dienstag, Stand 22.10.2023 12:30 Uhr - Updates folgen auf www.uwz.at
Einschätzung der Föhnstärke am Montag und Dienstag, Stand 22.10.2023 12:30 Uhr – Updates folgen auf www.uwz.at

Am Dienstag flaut der Südföhn ausgehend von Vorarlberg rasch ab, denn aus Westen nährt sich eine Kaltfront mit zahlreichen und teils gewittrigen Regenschauern Österreich. Dabei dreht der Wind allmählich wieder auf West. Mit Eintreffen der Störung bildet sich aber im Laufe des Dienstags ein Italientief, das primär in Kärnten für zunehmend kräftige und teils gewittrig durchsetzte Regengüsse sorgt. Bis Mittwoch bleibt es hier recht unbeständig und vor allem in Oberkärnten sind markante Niederschlagsmengen von 50 bis 100 l/m² in Sicht.

Prognose der Niederschlagssumme am Dienstag und Mittwoch - UBIMET
Prognose der Niederschlagssumme am Dienstag und Mittwoch – UBIMET

Sowohl der Südföhn am Montag und Dienstag als auch der Starkregen am Dienstag und Mittwoch werden in den kommenden Stunden von den Meteorologen der Österreichischen Unwetterzentrale analysiert und gegebenenfalls bewarnt. Auf https://www.uwz.at/ könnt ihr immer die aktuellsten Warnungen aufrufen.

Rückblick Sturmhochwasser an der Ostsee

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag kam es an der Ostseeküste von Schleswig-Holstein zu einem markanten Hochwasserereignis. Verursacht wurde dieses Hochwasser durch einen besonders starken Sturm auf der Ostsee.

Sturmflut oder Sturmhochwasser

Von einer Sturmflut spricht man, wenn die Faktoren Flut und Wind auftreten und in der Folge zu einem ungewöhnlich hohen Anstieg des Wassers an Küsten oder Tidenflüssen führt. In Deutschland treten Sturmfluten immer an den Nordseeküsten auf.  Hingegen kommt es an der Ostsee kaum zu einem nennenswerten Tidenhub ( Unterschied zwischen Ebbe und Flut), folglich spricht man hier meist von einem Sturmhochwasser. Ob nun Sturmflut oder Sturmhochwasser, die Auswirkungen an den Küsten sind aber dieselben.

Straffe Ostströmung

Zwischen einem kräftigen Tief über den Britischen Inseln und einem ausgedehnten Hochdruckgebiet über Skandinavien stellte sich von Donnerstag auf Freitag eine straffe Ostströmung im äußersten Norden von Deutschland ein. In der Folge kam es zu einem Sturm, dieser drückte das Meerwasser mit Orkanböen an die Ostseeküste von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern heran und lies die Pegel stark ansteigen. Verbreitet wurden entlang der Küsten Windspitzen über 100 km/h gemessen, die stärkste Böe mit 133 km/h wurde dabei auf Kap Arkona verzeichnet. Gleichzeitig kam es an der Nordsee zum gegenteiligen Effekt, hier drückte der Herbststurm das Meerwasser von der Küste weg und es machte sich ein außergewöhnliches Niedrigwasser bemerkbar. Hier wurden Fahrrinnen stellenweise so flach, dass der Fährbetrieb auf die ostfriesischen Inseln vorübergehend eingestellt werden musste.

Maximale Böen am 20.10.23 – QUELLE: UBIMET

Jahrhunderthochwasser

An der Ostseeküste waren die Auswirkungen im Vergleich zur Nordsee dagegen katastrophal. An mehreren Küstenorten überschreitete der Pegel die 2 Meter Marke. Dabei gerieten die schützenden Deiche an ihre Grenzen und ca. 2000 Personen mussten vorsorglich aus ihren Häusern evakuiert werden.  In der Stadt Flensburg stellte der Wasserstand in der Nacht auf Freitag mit 2.27 Metern einen Jahrhundertrekord ein.

Wasserstand Flensburg Quelle: Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie

Im benachbarten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern gab es zwar auch ein Sturmhochwasser, die Auswirkungen waren hier aber geringer als in Schleswig-Holstein. Spektakuläre Bilder gab es dabei von der Insel Rügen, hier lösten sich in Sassnitz durch die Wassermassen die Betonplatten der Strandpromenade und wurden teilweise weggeschwemmt.

Zahlreiche Schäden

Zusätzlich zu den Wassermassen sorgten auch die Orkanböen für schwere Schäden und forderten auf Fehrmann sogar ein Todesopfer. Noch lässt sich der materielle Gesamtschaden schwer abschätzen, Behörden gehen aber von einer dreistelligen Millionensumme aus.

Titelbild:  Hohe Wellen – pixabay.com

Am Freitag Föhnsturm in den Alpen

Zunehmend stürmisch in den Nordalpen

Bereits am Donnerstag macht sich der Südföhn in den prädestinierten Tälern der Nordalpen – etwa dem Wipptal und bis Innsbruck – mit ersten Sturmböen bemerkbar, im Bergland sind auch schwere Sturmböen zu erwarten.

Prognose der maximal zu erwartenden Windböen am 19.10.2023 QUELLE: UBIMET
Prognose der maximal zu erwartenden Windböen am Donnerstag – QUELLE: UBIMET

Am Freitag bleibt es entlang und südlich des Alpenhauptkamms meist trüb und zeitweise nass, auch Blitz und Donner können dabei sein. An der föhnigen Alpennordseite sind zumindest ein paar sonnige Auflockerungen zu erwarten. Mit der Annäherung des ausgeprägten Tiefdruckkomplexes aus Westen verstärkt sich aber auch der Druckunterschied entlang der Alpen und folglich der Südföhn weiter, vom Brandnertal über den Großraum Innsbruck bis zu den Salzburger Tauerntälern muss man mit Böen von 80 bis 100 km/h. In den exponierten Lagen der Nordalpen muss man auch mit Böen bis zu 150 km/h einplanen. Auch entlang der östlichen Nordalpen frischt stürmischer Südwind auf, welcher mit kräftigen bis stürmischen Böen zudem auf das Flach- und Hügelland übergreifen kann. Am Freitagnachmittag und in der Nacht auf Samstag bricht der Föhn von Westen her schließlich zusammen und das Wetter beruhigt sich. Am Samstag gehen auch die Temperaturen mit dem Eintreffen einer Kaltfront wieder zurück.

Prognose der maximal zu erwartenden Windböen am 20.10.2023 QUELLE: UBIMET
Prognose der maximal zu erwartenden Windböen am 20.10.2023 QUELLE: UBIMET

 

Deutlich zu warm

Der Föhn lässt auch die Temperaturen wieder stark ansteigen. Bereits am Donnerstag wird die 20-Grad-Marke im Westen schon wieder überschritten, auch im äußersten Osten und Südosten kommt sie in Reichweite.

Prognose der maximal zu erwartenden Temperatur am 20.10.2023 QUELLE: UBIMET
Prognose der maximal zu erwartenden Temperatur am 19.10.2023 QUELLE: UBIMET

Am Freitag liegen die Höchstwerte entlang der Alpennordseite und generell in der Osthälfte oft zwischen 21 und 24 Grad, vereinzelt ist mit dem kräftigen bis stürmischen Südwind mit 25 Grad sogar ein Sommertag möglich. Derzeit wären Höchstwerte um 14 oder 15 Grad zu erwarten, somit liegen die Temperaturen am Donnerstag und Freitag wieder um 5 bis 10 Grad über dem langjährigen Mittel.  

Prognose der maximal zu erwartenden Temperatur am 20.10.2023 QUELLE: UBIMET

Titelbild:  Wind – Quelle: Pixabay.com

 

Zu Wochenbeginn im Berg- und Hügelland regional erster Frost

In der Nacht auf Sonntag haben kühle Luftmassen arktischen Ursprungs Österreich erfasst, der Tiefdruckeinfluss lässt am Sonntagabend aber nach. Zu Wochenbeginn liegt der Alpenraum unter dem Einfluss eines Zwischenhochs namens VERENA und es stellt sich wieder überwiegend sonniges Wetter ein.

Im Bergland leichter Frost

In der Nacht auf Montag lockern die Wolken abseits der Nordalpen auf und in inneralpinen, windgeschützten Tallagen sowie im Mühl- und Waldviertel zeichnet sich leichter Frost ab. In der Nacht auf Dienstag ist leichter Frost dann vor allem im südlichen sowie östlichen Berg- und Hügelland zu erwarten, wie etwa in Osttirol, im Pongau, in der Obersteiermark sowie im Mühl- und Waldviertel. Im Lungau und im Freiwald ist lokal auch mäßiger Frost in Reichweite. Im Flachland wäre Frost zu dieser Jahreszeit auch schon möglich, die Tiefstwerte liegen hier allerdings meist  zwischen +1 und +4 Grad bzw. in der Wiener Innenstadt bei +5 Grad.

Prognose der Tiefstwerte am Dienstag. © UBIMET

Frostarmer Herbst, Milderung in Sicht

In Summe brachte dieser Herbst bislang weniger Frost als üblich. selbst in Lagen um 1500 m gab es bislang nahezu keinen Frost. Etwa im Lungau kommt es meist noch im September zum ersten Herbstfrost, heuer ist es kommende Nacht erstmals der Fall. In Obertauern wurde heute der erste Frost des Herbsts verzeichnet. Im gesamten Monat wären hier durchschnittlich 12 Frosttage zu erwarten, was sich heuer aber nicht ausgehen wird: In den kommenden 10 Tagen kommen voraussichtlich nur zwei bis drei weitere dazu. Tatsächlich steigen die Temperaturen zur Wochenmitte wieder spürbar an, in der zweiten Wochenhälfte zeichnen sich auch wieder Höchstwerte um 20 Grad ab.

Mittlerer erster Herbstfrost. Daten: GSA

Der erste Frost in Österreich

In den höher gelegenen Alpentälern wie etwa am Arlberg oder im Lungau tritt der erste Frost miest im September auf, in den größeren Tallagen sowie im Flachland ist es meist in der zweiten Oktoberhälfte der Fall. Nur in den größeren Ballungsräumen wie in Wien und Linz sowie im Bereich des Bodensees kommt es meist erst im November erstmals zu Frost.

 Ort (Auswahl) Erster Frost im langjährigen Mittel (1961-90)
 Waizenkirchen (OÖ) 10.10.
 Bruck / Mur  (ST) 16.10.
 Innsbruck (T) 23.10.
 St. Pölten (NÖ) 24.10.
 Flughafen Wien-Schwechat (NÖ) 25.10.
 Enns (OÖ) 25.10.
 Gmunden (OÖ) 26.10.
 Kremsmünster (OÖ) 26.10.
 Linz Stadt (OÖ) 6.11.
Tiefstwerte in der ersten Monatshälfte. (<1600 m).  Zu Wochenbeginn werden diese unterboten.

Kältepol Freiwald

In den flachen Senken des Oberen Waldviertels bzw. Unteren Mühlviertels kann es bei passenden Bedingungen das ganze Jahr über zu leichtem Frost kommen. Etwa in Schwarzau im Freiwald wurde heuer am 13. sowie 15. Juni leichter Frost gemessen und  in Liebenau/Gugu gab es im Oktober immerhin schon 7 Frosttage. Es handelt sich dabei zwar um sehr kleinräumige, aber durchaus bewohnte, flache Kaltluftseen.

Ein flacher Kaltluftseen im Oberen Waldviertel. © www.wetter-hausruckviertel.at

Kaltfront beendet am Wochenende das sommerliche Wetter

Nasser Herbsttag - pixabay.com

Der Alpenraum liegt derzeit am Rande eines Hochs namens TORA und mit einer westlichen Strömung gelangen einmal mehr ungewöhnlich warme Luftmassen nach Österreich. Am Wochenende lässt der Hochdruckeinfluss aber nach und in der Nacht auf Sonntag zieht eine Kaltfront eines Tiefs namens TINO durch. Damit wird eine nachhaltige Umstellung der Großwetterlage eingeleitet: Der anhaltende Tiefdruckeinfluss über Nordeuropa klingt langsam ab und im Laufe der kommenden Woche etabliert sich über Skandinavien ein mächtiges Hochdruckgebiet, was hierzulande oft unterdurchschnittliche Temperaturen zur Folge hat.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag zieht die Kaltfront über Österreich hinweg. © ECMWF/UBIMET

Bis Samstag spätsommerlich warm

Unter Hochdruckeinfluss verläuft der Donnerstag ruhig und meist trocken. Lokale Frühnebelfelder lichten sich rasch und bei nur harmlosen Wolken scheint häufig die Sonne. An der Alpennordseite werden die Wolken ab dem Nachmittag dichter, aber erst am späten Abend fällt im äußersten Norden stellenweise ein wenig Regen. Die Höchstwerte erreichen vom Wiener Becken bis zum Rax-Schneeberg-Gebiet bis zu 28 Grad und liegen damit um teils mehr als 10 Grad über dem jahreszeitlichen Schnitt. Am Freitag ziehen im Norden und Osten anfangs noch einige Wolken durch, sonst scheint nach Auflösung lokaler Nebelfelder bereits häufig die Sonne. Im Tagesverlauf kommt im gesamten Land wieder häufig die Sonne zum Vorschein und die Temperaturen erreichen 22 bis 27 Grad mit den höchsten Werten am Alpennordrand vom Flachgau bis ins Mostviertel.

Umstellung am Wochenende

Der Samstag beginnt im Süden und Osten häufig mit Nebel, dieser lockert am Vormittag aber auf und macht der Sonne Platz. Im Westen ziehen hingegen vermehrt Wolken auf und ab dem Nachmittag breiten sich von Vorarlberg bis Oberösterreich Regenschauer aus. Im Südosten wird es leicht föhnig, damit erreichen die Temperaturen von West nach Ost maximal 17 bis 26 Grad. In der Nacht zieht die Kaltfront über ganz Österreich hinweg, dabei sinkt die Schneefallgrenze in den Nordalpen gegen 1300 m ab. Am Sonntag überwiegen zunächst die Wolken und im Südosten sowie stellenweise auch in den Alpen fällt zeitweise Regen. Nördlich der Donau lockert es tagsüber etwas auf, bei lebhaftem Nordwestwind kommen die Temperaturen aber nicht mehr über 8 bis 15 Grad hinaus.

Prognose der Höchstwerte am Samstag & Sonntag (zum Vergrößern auf das Bild klicken). © UBIMET

Kühler Wochenstart

Der Beginn der neuen Woche gestaltet sich nach aktuellem Stand unter Zwischenhocheinfluss wieder ruhig bei zeitweiligem Sonnenschein. Tagsüber bleiben die Temperaturen auf einem grob der Jahreszeit entsprechenden Niveau von etwa 10 bis 15 Grad. Nachts kühlt es jedoch schon markant ab, im Berg- und Hügelland kann es vielerorts zum ersten leichten Frost kommen.

Temperaturtrend in Wien. © ECMWF/UBIMET

Der goldene Oktober

Im Oktober sorgen Vegetation und Sonne für goldenes Licht

Der Ausdruck „goldener Oktober“ hat im deutschsprachigen Raum eine sehr lange Tradition. Er wurde nachweislich bereits vor mehreren hundert Jahren verwendet, wobei das exakte Datum des Aufkommens jedoch nicht gesichert ist. Entscheidend für den goldenen Eindruck in dieser Jahreszeit sind zwei Faktoren:

  • Die Laubfärbung
  • Der Sonnenstand
Herbst
Goldener Oktober bei Oberstdorf. © www.foto-webcam.eu/

Faktor Vegetation

Die Laubverfärbung der Laubwälder erreicht ab Mitte Oktober vielerorts ihren Höhepunkt. Mit der abnehmenden Sonnenstrahlung lässt die Photosynthese nach: Um den dazu benötigten, wichtigen grünen Farbstoff Chlorophyll über den Winter nicht zu verlieren, wird dieser den Blättern entzogen und andere Farbstoffe werden sichtbar. Bei Lärchen und Birken etwa kommt es durch Karotin zu einer gelb bis goldgelben Färbung, bei Eiche und Ahorn hingegen sorgt der Stoffe Anthocyan für einen deutlich rote Farbe, während Buchen und Eichen aufgrund von Gerbstoffen eher ins Bräunliche gehen.

Herbst
Goldener Oktober in Kärnten. © www.foto-webcam.eu

Faktor Sonne

Die Färbung der Blätter wird durch die verstärkte Streuung des Sonnenlichts in dieser Jahreszeit zusätzlich hervorgehoben, insbesondere in den Morgenstunden sowie am späten Nachmittag bzw. Abend. Dadurch überwiegt die gelb-rötliche Strahlung, welche die Blattverfärbung noch besser und intensiver zur Geltung bringt, und oftmals geht der Farbton sogar ins Goldene. Ruhige Hochdrucklagen sowie auch Föhnlagen im Herbst garantieren meist diesen Sonnenschein, sofern der Nebel keinen Strich durch die Rechnung macht.

Goldenes Licht in Wien am Dienstagabend.
Goldenes Licht in Wien. © foto-webcam.eu

Ungemütliche Wochenmitte im Norden mit Regen und Wind

Nasser Herbsttag - pixabay.com

Deutschland gerät in den kommenden Stunden immer mehr unter den Einfluss des Skandinavientiefs ROLF. Mit Durchzug der Warmfront wird vor allem in der Südhälfte neuerlich außergewöhnlich warme Luft aus Südwesten herangeführt. Im Norden sorgt hingegen die aufkommende Kaltfront im Laufe des Tages für einsetzenden Regen und teils stürmischen Westwind.

Großwetterlage am Mittwoch, dem 11. Oktober 2023 um 14 Uhr MESZ - UBIMET
Großwetterlage am Mittwoch, dem 11. Oktober 2023 um 14 Uhr MESZ – UBIMET

Nochmals spätsommerlich

In der Mitte und im Süden Deutschlands wird es am Mittwoch spätsommerlich warm. Verbreitet ist hier die 25-Grad-Marke in Reichweite, im Oberrheingraben sind sogar 28 Grad möglich! Ganztags unter 20 Grad wird es nur im äußersten Norden bleiben.

Prognose der Tageshöchstwerte für den Mittwoch - UBIMET
Prognose der Tageshöchstwerte für den Mittwoch – UBIMET

Auffrischender Wind

Bereits mit Durchzug der Warmfront frischt in der Nordhälfte am Vormittag teils starker Südwestwind auf. Im Küstenbereich sind auch schon stürmische Böen möglich. In der zweiten Tageshälfte dreht der Wind hier ausgehend von der Nordsee mit Eintreffen der Kaltfront auf Nordwest. Dann sind vereinzelt in sehr exponierten Lagen im Umfeld der Nordsee auch Sturmböen möglich.

Prognose der maximalen Windböen am Mittwoch - UBIMET, UWR.de
Prognose der maximalen Windböen am Mittwoch – UBIMET, UWR.de

Gebietsweise viel Regen, aber wo genau?

In der zweiten Hälfte des Mittwochs beginnt es im Norden mit Durchzug der Kaltfront teils schauerartig verstärkt zu regnen. Die Front verbleibt dann einige Stunden mehr oder weniger an Ort und Stelle und sorgt somit bis in die Nacht zum Donnerstag für lokal ergiebige Regenmengen. Doch wo genau der Schwerpunkt des Niederschlags liegen wird und wie hoch die Mengen sein werden, ist noch recht unsicher! Die größten Chancen für nennenswerte Regensummen binnen weniger als 12 Stunden bestehen aber eindeutig im Norden Niedersachsens und in Bremen. Ob es auch in Richtung Hamburg und Hannover kurzzeitig so kräftig regnen kann, ist noch nicht abgesichert.

Prognose der 24-stündigen Niederschlagssumme am Mittwoch lauf verschiedenen Modellen - oben links ECMWF, oben rechts UBIMET-RACE, unten links DWD-ICON, unten rechts DWD-ICOND2
Prognose der 24-stündigen Niederschlagssumme am Mittwoch laut verschiedenen Modellen – oben links ECMWF, oben rechts UBIMET-RACE, unten links DWD-ICON, unten rechts DWD-ICOND2

Aktuelle Warnungen für Wind und Regen könnt ihr immer auf www.uwr.de finden.

 

Titelbild: Nasser Herbsttag – pixabay.com

Spätsommerliche Temperaturen auch in der neuen Woche

21,3 Grad betrug die Tiefsttemperatur der vergangenen Nacht in Eisenstadt, auch an einigen anderen Orten im Osten wurde eine so genannte Tropennacht mit mehr als 20 Grad registriert. Der beständig wehende Westföhn machte es möglich, in Wiener Neustadt konnte man die morgendliche Gassirunde bei 23 Grad genießen.

Inzwischen hat eine Kaltfront den Alpenraum erreicht und die Temperaturen sinken, doch von einer Wetterumstellung kann keine Rede sein. Bereits ab morgen steigen die Temperaturen wieder verbreitet über die 20 Grad-Marke an, ab Dienstag setzt sich auch im Osten wieder Hochdruckeinfluss mit Sonnenschein durch. Aktuell erscheinen ab Mittwoch in den Niederungen häufig Höchstwerte von 25 Grad und mehr realistisch, üblich wären zu dieser Zeit im Jahr etwa 16 bis 17 Grad. Damit zeichnet sich selbst jetzt schon ab, dass auch dieser Monat mit großer Wahrscheinlichkeit deutlich zu warm ausfallen wird. Der bis dato wärmste Oktober der Messgeschichte wurde erst letztes Jahr erreicht.

Zur Abwechslung sind in Wien mal Wolken aufgezogen – Webcam vom Bisamberg @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/bisamberg

Die Aussichten im Detail:

Am Montag dominieren im Norden und Osten nach einem noch teils freundlichen Start rasch die Wolken und ab Mittag breitet sich von Nordosten her Regen aus. Sonst bleibt es meist trocken und nach Auflösung lokaler Nebelfelder stellt sich ein teils freundlicher Sonne-Wolken-Mix ein, am längsten zeigt sich die Sonne von Vorarlberg bis Oberkärnten. Der Wind lebhaft bis kräftig aus West- bis Nordwest, im Osten zunächst noch mäßig aus Süd und die Temperaturen erreichen von Nord nach Südwest maximal 17 bis 27 Grad.

Am Dienstag geht es in der Osthälfte mit vielen Wolken und gebietsweise noch mit etwas Regen in den Tag, im Westen dominiert hingegen rasch der Sonnenschein. Im Tagesverlauf trocknet es ab und von Westen her setzt sich nach und nach die Sonne durch, am Nachmittag überwiegt schließlich verbreitet ein freundlicher Mix aus Sonne und Wolken. Bei mäßigem bis lebhaften Wind aus meist westlichen Richtungen erreichen die Temperaturen 19 bis 27 Grad, mit den höchsten Werten im Südwesten.

Der Mittwoch hat zunächst einige Nebel- bzw. Hochnebelfelder zu bieten, etwa in den südlichen Becken oder im Donauraum. Diese lösen sich aber spätestens am Vormittag auf und anschließend dominiert der Sonnenschein, hochliegende und harmlose Schleierwolken trüben den freundlichen Eindruck kaum. Der Wind weht schwach bis mäßig aus westlichen bis südlichen Richtungen und es wird erneut außergewöhnlich warm, die Höchstwerte liegen zwischen 21 und 27 Grad.

Prognose der Höchstwerte am Donnerstag nach dem ICON-Modell @ UBIMET, DWD

Am Donnerstag halten sich in den Tälern und Becken zunächst ein paar Nebelfelder, diese lichten sich aber am Vormittag und anschließend setzt sich besonders im Süden und Westen ein freundlicher Mix aus Sonne und Wolken durch. Sonst können sich ab Mittag auch mehr Wolken bemerkbar machen. An der Alpennordseite frischt mäßiger bis lebhafter Westwind auf, die Temperaturen erreichen maximal 21 bis 27 Grad.

Und auch der Freitag hat nach mitunter bewölktem Start wieder viel Sonnenschein und ungewöhnlich hohe Temperaturen zu bieten. Meist werden Höchstwerte von 22 bis 27 Grad erwartet, selbst in mittleren Höhenlagen sind sommerliche Temperaturen um 25 Grad möglich.

Schneelage der Alpen: Auf unseren Bergen setzt sich der Sommer fort

Sommerlich anmutender Blick in die Niederen Tauern am 07. Oktober 2023 - https://www.foto-webcam.eu/webcam/obertauern2/

Am Hohen Sonnblick (3109 m Seehöhe) wird momentan keine Schneedecke beobachtet und die Mitteltemperatur liegt seit 13 Tagen über 0 Grad. Im meteorologischen Herbst (also ab dem 1. September) gab es hier bereits 9 rekordwarme Tage (rote Balken im Diagramm unten) und lediglich zwei Tage, an denen die Mitteltemperatur unter dem langjährigen Klimamittel lag. Das derzeitige Temperaturniveau ist vergleichbar mit Mitte/Ende August.

Tägliche Mitteltemperaturn am Hohen Sonnblick im Verlauf des heurigen Jahres im Vergleich zum langjährigen Klimamittel (orange/rot = zu mild) - UBIMET, Daten GSA
Tägliche Mitteltemperaturen am Hohen Sonnblick im Verlauf des heurigen Jahres im Vergleich zum langjährigen Klimamittel (orange/rot = zu mild) – UBIMET, Daten GSA

Der Sonnblick ist aber kein Einzelfall. Der gesamte Alpenraum präsentiert sich momentan selbst im Hochgebirge immer noch im spätsommerlichen Gewand. Im Schnitt sollte die Saison der Schneeakkumulation in den Nordalpen – von der Schweiz bis zu den Tauern – oberhalb von rund 2500 m genau Anfang bis Mitte Oktober starten. Heuer ist aber die Schneelage so mager wie seit mindestens Oktober 2014 nicht mehr. Im gesamten Alpenraum gibt es momentan keine nennenswerte Schneedecke.

Gesamtschneehöhe am Pitztaler Gletscher (Tirol). Vergleich 2023 mit langjährigem Mittel und Min/Max - https://wiski.tirol.gv.at/hydro/#/Schneehöhe?
Gesamtschneehöhe am Pitztaler Gletscher (Tirol). Vergleich 2023 mit langjährigem Mittel und Min/Max – https://wiski.tirol.gv.at/hydro/#/Schneehöhe?
Gesamtschneehöhe am Gornergratsee (Schweiz). Vergleich 2023 mit langjährigem Mittel und Min/Max - https://whiterisk.ch/de/conditions/measurements/new-snow
Gesamtschneehöhe am Gornergratsee (Schweiz). Vergleich 2023 mit langjährigem Mittel und Min/Max – https://whiterisk.ch/de/conditions/measurements/new-snow
Gesamtschneehöhe am Weissfluhjoch (Schweiz). Vergleich 2023 mit langjährigem Mittel und Min/Max - https://whiterisk.ch/de/conditions/measurements/new-snow
Gesamtschneehöhe am Weissfluhjoch (Schweiz). Vergleich 2023 mit langjährigem Mittel und Min/Max – https://whiterisk.ch/de/conditions/measurements/new-snow

Die zu dieser Jahreszeit rekordverdächtig schneefreien Alpen sieht man ganz gut auch am Satellitenbild. In der Animation unten ist ein Oktober-Satellitenbild pro Jahr von 2017 bis 2023 dargestellt. Den Schnee auf den Bergen kann man dabei in weiß erkennen (Achtung: Auch die Wolken/Nebelfelder werden weiß dargestellt!). Der Oktober 2020 sticht dabei deutlich heraus: Damals gab es schon reichlich Schnee bis in mittlere Lagen. Der Oktober 2023 ist hingegen eindeutig Schlusslicht, zumindest seit 2017.

Animation der Schneelage in den Alpen vom Satellit (2017 bis 2023) - Copernicus/Sentinel 1
Animation der Schneelage in den Alpen vom Satellit (2017 bis 2023) – Copernicus/Sentinel 1

Diese Entwicklung kann man auch aus der Sicht einer Webcam betrachten, wie in der Animation unten entlang der Großglockner Hochalpenstraße zwischen 2014 und 2023. In diesem Fall gibt es ein Webcam-Bild pro Jahr immer rund um den 7. Oktober. Auch hier fällt der Oktober 2020 (und an zweiter Stelle 2021) als besonders schneereich auf. Im Jahr 2014 war die Schneelage im Hochgebirge hingegen ähnlich mager wie heuer.

Blick auf die Großglockner Hochalpenstraße (Animation 2014-2023, 1 Bild pro Jahr rund um den 7. Oktober) - https://www.foto-webcam.eu/webcam/wallackhaus/
Blick auf die Großglockner Hochalpenstraße (Animation 2014-2023, 1 Bild pro Jahr rund um den 7. Oktober) – https://www.foto-webcam.eu/webcam/wallackhaus/

Die Aussichten für die kommenden Tage sind dabei nicht vielversprechend. Nennenswerte Niederschlagsmengen sind nicht in Sicht. Zudem bleibt die Nullgradgrenze (die Höhe, auf der 0°C zu erwarten sind) nahezu durchgehend zwischen 3000 m und 4000 m. Eine nachhaltige Änderung der Großwetterlage könnte erst nach der Monatsmitte stattfinden, ob es auch zu nennenswertem Schnee in mittleren und höheren Lagen führen würde ist aber noch unklar.

Prognose der Nullgradgrenze für die kommenden 7 Tage in der Tauernregion - ECMWF IFS, UBIMET
Prognose der Nullgradgrenze für die kommenden 7 Tage in der Tauernregion – ECMWF IFS, UBIMET

Tief PATRICK bringt Ostseeraum ersten Herbststurm

Der Oktober ist der erste meteorologische Herbstmonat, in dem regelmäßig die ersten kräftigeren Stürme in Europa auftreten. So auch dieses Jahr, allerdings zunächst recht weit nördlich. Somit wird zunächst Skandinavien und das Baltikum betroffen sein. In abgeschwächter Form aber auch der Norden und Osten von Deutschland.

Aktuell

Derzeit befindet sich das Tief über Südnorwegen und besitzt weniger gut definierte Strukturen, wie man im Titelbild dieses Blogs (Aufnahmezeitpunkt 6.10.2023 14 Uhr MESZ) erkennen kann. Lediglich die Warmfrontbewölkung, die in etwa von Südschweden bis in den Nordosten Deutschlands reicht ist einfach auszumachen.

Entwicklung

In den kommenden Stunden wird das Tief relativ gerade nach Osten ziehen und dabei Süd- und Mittelschweden überqueren. Dabei wird es sich deutlich verstärken. Grund hierfür sind zwei generelle Prozesse, zum einen die markante Zufuhr von warmer Luft (für Kenner: Warmluftadvektion) und zum anderen die Verstärkung/Bildung von Tiefs im Lee von Gebirgen (für Kenner: Lee-Zyklogenese), hier die norwegischen Berge.

Die folgende Animation zeigt nun die Prognose der Böen bis zum Montag. Dabei deuten sich insbesondere für die Seegebiete von Mittelschweden, über die Schären bis ins Baltikum orkanartige Böen an. Mit Spitzenböen nahe 120 km/h und Wellenhöhen bis zu 6 m werden die Bedingungen auf See schon sehr rau sein, allerdings nicht so ungewöhnlich für die Ostsee wie mancher denken wird. Zudem wird auch eine Sturmflut entlang der baltischen Küste erwartet.

Prognose der Böen nach dem ECMWF-Modell © ECMWF/UBIMET

 

 

 

 

 

 

 

Signifikante Wellenhöhe Sonnabendvormittag nach dem ECMWF © ECMWF

Die Kaltfront des Tiefs wird dabei insbesondere von der Nordsee bis nach Sachsen teils kräftigen Regen bringen, örtlich sind hier 20 bis 30 L zu erwarten. Zudem weht speziell in der kommenden Nacht an der vorpommerschen Ostseeküste stürmischer Westwind.

Mit dem Weiterzug des Tiefs gen Osten dreht die Strömung auf nördliche Richtungen und es erfolgt ein erster Kaltluftausbruch nach Osteuropa. Dieser wird auch den Osten Norden von Deutschland streifen.

Dies wird sich insbesondere in der Nacht auf Sonntag bemerkbar machen. Dann werden örtlich nur mehr +1 Grad erwartet, örtlich ist Bodenfrost möglich. In diesem bisher milden Herbst doch eher eine Ausnahme.

Temperaturentwicklung in rund 1500 m Höhe © ECMWF/UBIMET
Prognostizierte Tiefstwerte am Sonntagmorgen © UBIMET

Milder Oktober setzt sich weiter fort

Der sommerliche Charakter des diesjährigen Oktobers wird sich auch die kommenden Tage weiter fortsetzen. Die Höchstwerte liegen weiterhin über 20 Grad, ja teils sogar über 25 Grad.

Prognose der Höchstwerte (zum Vergrößern auf die Karte klicken). © UBIMET

Grund hierfür ist das wetterbestimmende Hoch TORA, welches ihr Zentrum zu den Alpen verlagert. Dabei erfasst neuerlich subtropische Luft das Land. Lediglich am Sonntag erfahren die Temperaturen im Osten des Landes einen kleinen Dämpfer. Nördlich des angesprochenen Hochs verlagert sich das Tief PATRICK vom Atlantik, über Südnorwegen und -schweden zum Baltikum und weiter nach Russland.

Am Sonntag im Osten vorübergehend kühler

Am Sonntag stößt eine Kaltfront über Osteuropa nach Süden vor und erreicht dabei auch den Osten Österreichs. Kurzzeitig dreht die Strömung auf Nord und die Höchstwerte liegen im Norden und Osten bei 16 bis 20 Grad. Dann ist auch etwas Regen zu erwarten, meist bleibt es bei ein bis zwei Litern, lediglich in Richtung Mostviertel deuten sich teils 10 Liter an. Dabei wird es in den prädestinierten Nordföhntälern föhnig und im Süden steigen die Höchstwerte auf bis zu 28 Grad.

Ausblick

Am Montag erreicht dann von Westen schon die nächste Warmfront das Land. Dann werden im Westen teils mehr als 25 Grad erwartet. Am Dienstag wird schließlich eine schwache Kaltfront außer im Westen für ein wenig Abkühlung sorgen. Dennoch liegen wir weiterhin überdurchschnittlich temperiert.

Temperaturprognose für Wien © ECMWF/UBIMET
Temperaturprognose für Bregenz © ECMWF/UBIMET

Wie in beiden Graphiken (für Wien und Bregenz) zu sehen ist, nimmt die Wahrscheinlichkeit für Höchstwerte über 25 Grad erst zum übernächsten Wochenende deutlich ab. Somit scheint sich die Langfristprognose des ECMWF zu bestätigen.

Langfristprognose des ECMWF © https://charts.ecmwf.int/streaming/20231004-1050/36/ps2png-worker-commands-77969c47cb-j9gnm-6fe5cac1a363ec1525f54343b6cc9fd8-690Md5.png

 

30,3 Grad im Oktober: Neuer Temperaturrekord bei Tulln

Altweibersommer

Mit einem Höchstwert von 30,3 Grad wurde am Dienstag in Langenlebarn ein neuer Oktober-Rekord aufgestellt. Der Winddrehung von Südost auf Süd bis Südwest ist es zu verdanken, dass um 15:40 Uhr die 30-Grad-Marke erreicht wurde, kurz vor 16 Uhr kletterte die Temperatur sogar bis auf 30,3 Grad.


Damit ist der Uralt-Rekord vom 4. Oktober 1956, der bei 30,2 Grad aus dem Jahre 1966 datiert, Geschichte. Gemessen wurde dieser Wert in Fußach am Bodensee. Diese Station gibt es inzwischen nicht mehr, bzw. wird jetzt unweit davon am Rohrspitz gemessen. Anbei bis bislang höchsten gemessenen Temperaturen in Österreich im Oktober:

  • 30,3 Grad Langenlebarn (NÖ, 3.10.2023)
  • 30,2 Grad Fußach (V, 4.10.1966)
  • 30,1 Grad Eisenstadt (B, 1.10.1956)
  • 30,0 Grad Deutschlandsberg (ST, 5.10.1983)

Auch an einigen anderen Stationen wurden neue Oktober-Rekordwerte erreicht, und das sowohl in tiefen Lagen als auch auf den Bergen, wie etwa auf der Rax mit 22,1 Grad oder auf der Rudolfshütte mit 16,8 Grad.

Hitliste mit den Höchstwerten am Dienstag, den 3.10.2023:

  • 30,3 Grad Langenlebarn (NÖ) OKTOBER-ÖSTERREICHREKORD
  • 29,4 Grad St. Aegyd am Neuwalde (NÖ)
  • 29,3 Grad Klausen-Leopoldsdorf (NÖ)
  • 29,1 Grad Kirchberg an der Pielach (NÖ)
  • 28,6 Grad St. Pölten (NÖ), Raabs/Thaya (NÖ), Weyer (OÖ)

Tief NOAH bringt am Dienstag regional Sturm und lokale Gewitter

Sturm

Deutschland liegt derzeit noch unter dem Einfluss eines Hochs namens SONJA, dessen Kern mittlerweile über Südosteuropa liegt. Mit einer südwestlichen Strömung gelangen dabei sehr milde Luftmassen ins Land und die Temperaturen liegen deutlich über dem jahreszeitlichen Mittel.

Prognose der Höchstwerte am Montag (zum Vergrößern auf das Bild klicken).

Noah zieht auf

Vor den Küsten Frankreichs entsteht aktuell ein Wellentief, welches in der Nacht zum Dienstag unter Verstärkung über den Ärmelkanal hinwegzieht und am Dienstagmittag bereits über Südschweden liegt.

Bodenwetterkarte am Dienstagmittag (zum Vergrößern auf das Bild klicken).

Damit kommt auch in Deutschland verbreitet frischer bis starker Südwestwind auf, besonders im östlichen Niedersachsen sowie generell im Bereich der Mittelgebirge wie etwa im Harzvorland und im Thüringer Wald sind auch stürmische Böen zu erwarten. In der Südosthälfte wird es zudem nochmals sehr warm für Anfang Oktober.

Prognose der Höchstwerte am Dienstag (zum Vergrößern auf das Bild klicken).

Sturmböen und lokale Gewitter

Mit Durchzug der Kaltfront kommt im Laufe der zweiten Tageshälfte vorübergehend starker West- bis Nordwestwind auf, wobei sich die Kaltfront auf ihrem Weg südostwärts voraussichtlich immer mehr zu einer geschlossenen Schauerlinie mit eingelagerten Gewittern verstärken wird. Vor allem in der Mitte bzw. in der Südosthälfte ist daher recht verbreitet mit stürmischen Böen zu rechnen, mancherorts wie etwa  in Sachsen und Franken sind in Gewitternähe aber auch teils schwere Sturmböen möglich!

Aktuelle Böenprognose von ICON-D2 von Dienstagvormittag bis Dienstagnacht. Achtung: Andere Lokalmodelle wie etwa AROME berechnen auch in Bayern stärkere Böen.

Am Dienstagabend ziehen im äußersten Norden weitere gewittrige Schauer durch, dabei sind auch an der Ostsee örtlich Sturmböen zu erwarten. Sonst ist nach Durchzug der Kaltfront eine rasche Wetterberuhigung in Sicht und im Laufe der Nacht zum Mittwoch zieht die Front nach Polen, Tschechien un