Am Sonntag viel Sonne, föhnig und frühsommerlich warm

Föhnsturm in den Alpen - pixabay.com

Prognose für die Schweiz

Am Sonntag recht sonnig mit hohen Wolken. Frühsommerliche 24-28 Grad. In den Alpen Föhn. Im Süden Sonne und Wolken. 19-20 Grad.

Aussichten für die Schweiz

Morgen in der Zentral- und Ostschweiz föhnige Auflockerungen, nach Westen zu erster Regen. 16-20, mit Föhn 25 Grad. Süden 16 Grad.

 

Titelbild: Föhnsturm in den Alpen – pixabay.com

Warnlagebericht

Aktuelle Wetterlage

Am Sonntag liegt Österreich unter dem Einfluss eines Hochs mit Kern über Südosteuropa. Im Zusammenspiel mit einem Tief über den Britischen Inseln dreht die Höhenströmung auf Süd und zunehmend warme Luftmassen subtropischen Ursprungs gelangen nach Mitteleuropa. In den Nordalpen wird es dabei zunehmend föhnig, besonders am Montag und Dienstag ist teils sogar ein Föhnsturm in Sicht. Im Laufe des Dienstags erreicht eine Kaltfront des Westen des Landes, während es im Norden und Osten vorerst noch föhnig bleibt. Zur Wochenmitte kündigt sich dann recht verbreitet unbeständiges und kühleres Wetter an.

Überblick Warnungen

STURM
Die Warnungen gelten meist von Sonntagnachmittag bis Dienstag.

Warnausblick

Am Sonntag dominiert im gesamten Land bei höchstens harmlosen Schleierwolken der Sonnenschein. Nördlich des Alpenhauptkamms und im östlichen Flachland frischt lebhafter bis kräftiger, föhniger Südwind auf, in den klassischen Föhntälern vom Rätikon über den Großraum Innsbruck bis in südliche Pongau sind ab dem Nachmittag örtlich Sturmböen zu erwarten.

Der Montag verläuft in weiten Teilen des Landes sonnig, nur im äußersten Westen ziehen zeitweise Wolken durch und auch am Alpenhauptkamm von den Ötztaler Alpen bis zu den Tauern stauen sich allmählich Wolken. Gegen Abend ist vom Rätikon bis zu den Ötztaler Alpen auch ein wenig Regen möglich. Der Wind legt im Tagesverlauf weiter zu und weht in den Nordalpen sowie im östlichen Flachland kräftig mit stürmischen Böen aus Süd, in manchen Tallagen sind besonders in den Abendstunden auch schwere Sturmböen möglich. Auf den Bergen herrscht im Westen Föhnsturm.

Am Dienstag lässt der Föhn westlich von Innsbruck nach und besonders im Bereich des Alpenhauptkamms sowie in Osttirol setzt  Regen ein. Im Tagesverlauf gehen auch in Vorarlberg sowie in den westlichen Nordalpen Schauer und einzelne Gewitter nieder,  in der Osthälfte scheint dagegen verbreitet die Sonne. Der föhnige Südwind weht vor allem von den Zillertaler Alpen über die nördliche Obersteiermark bis in den Nordosten kräftig mit stürmischen Böen aus Süd, wobei sich der Schwerpunkt des Föhnsturms in den Alpen vom Westen ins zentrale Bergland verlagert. Am Abend steigt die Gewitterneigung auch in Oberösterreich an und im Westen breitet sich kräftiger Regen aus.

Autor

Steffen Dietz
Sonntag, 9. Mai 2021 um 04:00 Uhr

Lagebericht

Aktuelle Wetterlage

Am Sonntag liegt Deutschland an der Vorderseite des ausgeprägten Tiefs HUBERTUS knapp westlich der Britischen Inseln. Mit einer straffen Südströmung gelangen frühsommerlich warme und meist stabile Luftmassen ins Land. Erst in der Nacht auf Montag nähert sich aus Westen die Kaltfront des Tiefs und überquert dann zu Beginn der neuen Woche den Westen der Bundesrepublik. Die Front kommt aber in weiterer Folge kaum nach Osten voran und verwellt bis zur Wochenmitte über Deutschland. Dabei sind regional große Regenmengen sowie auch teils kräftige Gewitter mit Hagel, Starkregen und Sturmböen einzuplanen.

Überblick Warnungen

Derzeit sind keine Warnungen in Kraft.

Warnausblick

Am Sonntag herrschen landesweit sonnige, ruhige und frühsommerlich warme Wetterverhältnisse. Einzig vom Ruhrgebiet bis zur Nordsee steigt die Gewittergefahr im Vorfeld einer langsam aufziehenden Kaltfront an und bleibt selbst in der Nacht auf Montag erhöht. Der Wind frischt teils stark aus südlichen Richtungen auf, vor allem von der Eifel bis zum Saarland sind in exponierten Lagen auch stürmische Böen möglich.

Der Montag beginnt ganz im Westen bereits unbeständig mit Schauern und einzelnen Gewittern. Diese breiten sich im Tagesverlauf unter Verstärkung ostwärts aus und erreichen am späten Abend auch die neuen Bundesländer. Dabei sind lokal Hagel, Starkregen und Sturmböen möglich. Den ganzen Tag trocken bleibt es am ehesten entlang der Alpen. Hier weht teils starker Südföhn.

Am Dienstag regnet es aus der Nacht heraus in einem Streifen von der Ostsee bis zum Schwarzwald teils schauerartig verstärkt und gewittrig durchsetzt. Im Laufe des Tages verschiebt sich der Streifen in den Westen des Landes, bevor am Nachmittag ausgehend von der Mitte teils kräftige Gewitter nordostwärts ziehen.

Autor

Steffen Dietz
Sonntag, 9. Mai 2021 um 04:00 Uhr

Am Muttertag an der Alpennordseite sommerlich

Sommer

Am Sonntag scheint in ganz Österreich die Sonne, dabei zeigen sich höchstens ein paar harmlose Federwolken am Himmel. Nördlich des Alpenhauptkamms und im östlichen Flachland frischt lebhafter bis kräftiger, föhniger Südwind auf, in den klassischen Föhntälern vom Rätikon über den Großraum Innsbruck bis in südliche Pongau sind ab dem Nachmittag örtlich Sturmböen zu erwarten. Mit den Temperaturen geht es deutlich bergauf: Die Höchstwerte liegen zwischen 20 Grad in höheren Ortschaften im Semmering-Wechsel-Gebiet und 29 Grad im Walgau!

Zu Wochenbeginn stürmischer Föhn

Der Montag verläuft in weiten Teilen des Landes sonnig, nur im äußersten Westen sowie südlich des Alpenhauptkamms machen sich ein paar Wolken bemerkbar. Im Tagesverlauf sind vom Rätikon bis zu den Ötztaler Alpen auch ein paar Tropfen möglich. Der Wind legt im Tagesverlauf weiter zu und weht in den Nordalpen sowie im östlichen Flachland kräftig mit stürmischen Böen aus Süd, in manchen Tallagen sind besonders in den Abendstunden auch schwere Sturmböen möglich. Die Höchstwerte erreichen 21 bis 31 Grad mit den höchsten Werten vom Flachgau bis ins Mostviertel.

Titelfoto © AdobeStock

Premiere: Die 30 Grad kommen!

30 Grad in Sicht - AdobeStock

Bis dato halten Kleinzicken und Güssing (beide Südburgenland) mit je 26,9 Grad noch immer den absoluten Höchstwert im laufenden Jahr. Beachtlich hierbei ist, dass diese Temperatur bereits am 01. April gemessen wurde. Im Mai wurden bisher gut 25 Grad in Bad Gleichenberg als Maximum verzeichnet.

Doch das ändert sich in den kommenden Tagen! Der Blick auf die morgige Bodenwetterkarte exemplarisch auch für den Wochenbeginn verrät dem geneigten Leser, wohin die Reise geht. Im Vorfeld von Tief HUBERTUS vor Irland wird sehr warme Luft aus Nordafrika Richtung Alpen gelenkt (roter Pfeil).

Die Großwetterlage am Sonntag.

Bereits am morgigen Sonntag sind die 30 Grad nicht völlig ausgeschlossen, so etwa im Montafon, in Nordtirol oder auch im Flachgau.

Deutlich wahrscheinlicher werden sie dann am Montag: Aus heutiger Sicht liefern sich dann die Regionen vom Unterinntal über den Flachgau, das Salzkammergut, die Voralpen Ober- und Niederösterreichs bis hin zum Tullnerfeld ein Rennen um den ersten 30er anno 2021.

Die prognostizierten Höchstwerte am Montag.

Bereits im April möglich

30 Grad im Frühjahr sind eine Seltenheit, doch bereits ab Mitte April möglich. In allen Bundesländern mit Ausnahme von Kärnten wurden die frühesten 30-Grad-Tage im April verzeichnet. Dabei hat die Stadt Salzburg die Nase vorne, hier wurden schon am 17. April 1934 30,0 Grad gemessen und damit hält die Mozartstadt schon seit über 80 Jahren den Österreich-Rekord. Der Zeitpunkt des ersten Hitzetages liegt allerdings im langjährigen Durchschnitt je nach Region erst zwischen Anfang und Mitte Juni.

Übersicht des Termins für den „Ersten 30er“ seit 2010:

Jahr Erster 30er des Jahres
2021 voraussichtlich am 10. Mai
2020 23. Mai
2019 03. Juni
2018 20. April
2017 19. Mai
2016 22. Mai
2015 05. Mai
2014 21. Mai
2013 13. Juni
2012 27. April
2011 24. Mai
2010 25. Mai

 

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Wann fallen die 30 Grad?

Bereits im April möglich

30 Grad im Frühjahr sind eine Seltenheit, doch bereits ab Mitte April möglich. In allen Bundesländern mit Ausnahme von Kärnten wurden die frühesten 30-Grad-Tage im April verzeichnet. Dabei hat die Stadt Salzburg die Nase vorne, hier wurden schon am 17. April 1934 30,0 Grad gemessen und damit hält die Mozartstadt schon seit über 80 Jahren den Österreich-Rekord.

Meist erst im Juni

Der Zeitpunkt des ersten Hitzetages liegt allerdings im langjährigen Durchschnitt je nach Region erst zwischen Anfang und Mitte Juni. Dabei machte sich in den letzten Jahren die Klimaerwärmung deutlich bemerkbar. In der Stadt Salzburg zum Beispiel gab es den ersten 30er in den 1990er Jahren im Mittel am 12. Juni, im letzten Jahrzehnt hingegen schon durchschnittlich am 1. Juni.

@ https://stock.adobe.com

Seehöhe wichtiger Faktor

Aufgrund der Seehöhe sind Hitzetage oberhalb von etwa 800 Meter auch im Hochsommer eine Seltenheit und können an einer Hand abgezählt werden. Bei extremen Hitzewellen kann die Temperatur aber sogar noch in 1.500 Meter Höhe über die 30 Grad steigen. So liegt der Temperaturrekord in Galtür (T, 1587 m) bei 31 Grad (gemessen am 6. Juli 1957) oder in Flattnitz (K, 1442 m) bei genau 30 Grad (27. Juli 1983).

Heuer Premiere am 10. Mai

Die Temperaturen steigen in den kommenden Tagen deutlich an und erreichen frühsommerliche Werte um 25 Grad, der erste Hitzetag dürfte sich in Österreich am Montag an der Alpennordseite ausgehen.

Am Sonntag erstmals 30 Grad, danach heftige Gewitter

30 Grad in Sicht - AdobeStock

Die kühle Wetterphase bleibt uns morgen noch erhalten. In den frühen Morgenstunden gibt es am Samstag gebietsweise nochmals leichten Frost. Tagsüber erreichen die Temperaturen durchschnittlich temperierte 15 bis 20 Grad. Es bleibt landesweit trocken, erst am Abend setzt im Nordwesten Regen ein.

Tiefstwerte Samstagmorgen: Regional ist leichter Frost zu erwarten! - UBIMET
Tiefstwerte Samstagmorgen: Regional ist leichter Frost zu erwarten! – UBIMET
Höchstwerte am Samstag - UBIMET
Höchstwerte am Samstag – UBIMET

Doch bereits im Laufe des Samstags stellt sich die Wetterlage über Mitteleuropa um. An der Vorderseite eines umfangreichen Tiefdrucksystems über dem Atlantik (bläuliche Töne im Bild unten) dreht die Strömung auf Südwest. Somit gelangen am Sonntag und zu Beginn der neuen Woche ungewöhnlich warme Luftmasse aus Nordafrika nach Deutschland, die unter anderem auch große Mengen an Saharastaub enthalten.

Großwetterlage in der Nacht auf Montag: Im Vorfeld eines ausgeprägten Tiefs über dem Atlantik wird sehr warme Luft aus Südwest herangeführt - ECMWF IFS, UBIMET
Großwetterlage in der Nacht auf Montag: Im Vorfeld eines ausgeprägten Tiefs über dem Atlantik wird sehr warme Luft aus Südwest herangeführt – ECMWF IFS, UBIMET

Am Sonntag lokal 30 Grad

Bereits am Sonntag könnte die 30-Grad-Marke im Südwesten des Landes geknackt werden, aber auch sonst werden die 25 Grad verbreitet überschritten. Zum Abend hin und in der Nacht auf Montag nimmt aber die Gewittergefahr im Vorfeld einer aus Westen aufziehenden Kaltfront zu. Vor allem im Emsland sind aus heutiger Sicht durchaus kräftige Gewitter möglich.

Höchstwerte am Sonntag - UBIMET
Höchstwerte am Sonntag – UBIMET
Einschätzung der Gewittergefahr am Sonntag - UWR, UBIMET
Einschätzung der Gewittergefahr am Sonntag – UWR, UBIMET

Kräftige Gewitter

Die Kaltfront kommt am Montag nur langsam nach Osten voran. Somit sind die 30 Grad auch in der Osthälfte zu Beginn der neuen Woche wahrscheinlich. Im Tagesverlauf nimmt aber die Gewitterneigung rasch zu. Vor allem von Franken bis zur Ostsee können die Gewitter kräftig ausfallen und mit Hagel, Sturmböen und großen Regenmengen in kurzer Zeit niedergehen.

Höchstwerte am Montag - UBIMET
Höchstwerte am Montag – UBIMET
Einschätzung der Gewittergefahr am Montag - UWR, UBIMET
Einschätzung der Gewittergefahr am Montag – UWR, UBIMET

 

Titelbild: 30 Grad in Sicht – AdobeStock

Bauernregel „Mairegen bringt Segen“

Regen im Frühling tut den Pflanzen gut.

Die alte Wetterregel beschreibt die Wichtigkeit ausreichender Regenmengen im späten Frühling für Natur und Landwirtschaft. Die vollständige Weisheit lautet:

Mairegen bringt Segen, da wächst jedes Kind, da wachsen die Blätter und Blumen geschwind„.

Heutzutage wünschen sich viele Menschen möglichst immer Sonne und Wärme, aber längere Trockenheit kann trotz moderner Technik gravierende Folgen haben.

Steigender Wasserbedarf

Im Winter verdunstet nur wenig Wasser, somit sind auch im zeitigen Frühjahr die Böden durch Wasser aus Regen und Schnee meist feucht. Mit steigendem Sonnenstand kann jedoch täglich immer mehr Wasser verdunsten, das dann durch ausreichende Niederschläge nachgeliefert werden muss. Zudem beginnen die Pflanzen zu wachsen und bilden Blätter, über die weiteres Wasser verdunstet. Daher ist nun für gutes Pflanzenwachstum häufiger Regen besonders wichtig. Das widerspricht zwar dem Bild vom Wonnemonat Mai mit Sonnenschein und bestem Outdoor-Wetter, aber neben Landwirten wissen besonders Gartenbesitzer um die Wichtigkeit des Regens in dieser Zeit des Jahres.

Feuchtes Klima

In Mitteleuropa herrscht in den meisten Jahren gutes Wachstums-Wetter, denn im Laufe des Frühlings nehmen die Regenmengen im Mittel deutlich zu, um im Sommer ihr Maximum zu erreichen. Damit wird die mit dem Sonnenstand ansteigende Verdunstung ausgeglichen, als Folge davon haben wir dichte grüne Wälder und intensive und ertragreiche landwirtschaftliche Nutzung. Allerdings kann es auch zu viel des Guten geben: Hin und wieder kommt es im Spätfrühling oder Frühsommer zu anhaltendem, starkem Regen und in weiterer Folge zu Hochwasser. Zuletzt war das Ende Mai / Anfang Juni 2013 der Fall.

Und 2021?

Das Frühjahr war bislang deutlich zu trocken, besonders im Osten Österreichs gab es deutlich weniger Niederschlag als üblich. Von März bis Anfang Mai gab es etwa von der Weststeiermark bis ins Weinviertel teils weniger als 40% der üblichen Niederschlagsmenge. In diesen Regionen ist in den kommenden Wochen nennenswerte Regenmengen also besonders wichtig!

Vorläufige Niederschlagsabweichung vom Klimamittel im Frühjahr 2021.

Quelle Titelbild: pixabay

Am Wochenende zunehmend sommerlich

Wetterhahn

Das Frühjahr war bislang durch zahlreiche Nordlagen geprägt, weshalb die landesweite Temperaturabweichung zum Mittel von 1981 bis 2010 bei -0,7 Grad liegt. Eine Umstellung der Großwetterlage ist aber in Sicht und die Temperaturen steigen am Wochenende deutlich an.

Vorläufige Temperaturabweichungen im Frühjahr 2021. © UBIMET

Ab Sonntag gerät Österreich unter den Einfluss einer ausgeprägten Südlage und in den Nordalpen kommt föhniger Südwind auf. Die Kombination aus subtropischen Luftmassen und Föhn ist ein Garant für sommerliche Temperaturen.

Am Samstag örtlich Morgenfrost

Die Kaltfront eines Tiefs namens GREGOR sorgt am Freitag nochmals für unbeständige Wetterbedingungen mit zahlreichen Regenschauern und kräftigem Wind mit teils stürmischen Böen. Im Laufe des Nachmittags lockern die Wolken ausgehend vom Norden aber langsam auf und in der Nacht klart es unter zunehmendem Hochdruckeinfluss auf. Der Samstag beginnt in einigen Alpentälern sowie im Mühl- und Waldviertel mit leichtem Frost. Tagsüber steigen die Temperaturen bei einem freundlichen Mix aus Sonne und Wolken auf 14 bis 21 Grad mit den höchsten Werten im Oberinntal.

Aktuelle MOS-Prognose der Tiefstwerte am Samstag. © UBIMET

Am Sonntag sommerlich

Am Muttertag dominiert dann landesweit der Sonnenschein und bei aufkommendem, föhnigem Südwind wird es vor allem an der Alpennordseite sommerlich warm: Die Höchstwerte liegen zwischen 20 Grad im südlichen Bergland und 29 Grad in den westlichen Nordalpen

Ab Sonntag wird es zunehmend föhnig in den Nordalpen. © ECMWF

Lokal 30 Grad und Föhnsturm

Zu Wochenbeginn gerät der Alpenraum unter den Einfluss einer kräftigen Südströmung. In den Nordalpen kommt teils stürmischer Föhn auf, der die Temperaturen in die Höhe treibt. Meist dominiert der Sonnenschein, nur von Vorarlberg über die Ötztaler Alpen bis nach Osttirol verdichten sich die Wolken zunehmend und mitunter gehen schon erste Regenschauer nieder. Die Höchstwerte erreichen 21 bis 31 Grad, der erste Hitzetag des Jahres wird u.a. in der Stadt Salzburg erwartet.

Aktuelle MOS-Prognose der Höchstwerte am Montag. © UBIMET

Die ersten 30er der Messgeschichte

Ein Hitzetag Anfang Mai ist durchaus ungewöhnlich, da die 30-Grad-Marke im Mittel erst Anfang Juni erreicht wird. Es stellt aber keinen Rekord dar: Der früheste Hitzetag der Messgeschichte wurde am 17. April 1934 in der Stadt Salzburg verzeichnet. Auf Platz 2 liegt ebenfalls Salzburg mit 30,0 Grad am 20. April 2018. Im östlichen Flachland wurde am 23. April 1968 erstmals die 30-Grad-Marke erreicht.

Abkühlung in Sicht

Am Dienstag herrscht vor allem von den Tauern ostwärts weiterhin Föhnsturm, somit ist auch im Nordosten örtlich die 30-Grad-Marke in Reichweite. Im Westen zieht allerdings die nächste Kaltfront auf und ausgehend vom Alpenhauptkamm breitet sich Regen aus. Am Mittwoch kühlt es dann landesweit ab.

Aktuelle MOS-Prognose der Höchstwerte am Dienstag. © UBIMET

Titelbild © AdobeStock

Bergwetter am Wochenende

Krokusse in den Alpen

Freitag, 7. Mai

Am Freitag steht wechselhaftes Wetter am Programm. Von Beginn an dominieren die Wolken und zeitweise fällt etwas Regen. Am Vormittag lockern die Wolken vorübergehend auf, längere sonnige Abschnitte sind aber nur vom Tiroler Oberland bis nach Osttirol in Sicht, während ausgehend von Vorarlberg und dem Allgäu rasch wieder teils kräftige Schauer aufziehen. In den Südalpen sind auch einzelne Gewitter möglich. Die Schneefallgrenze sinkt in den Nordalpen kurzzeitig auf 1500 bis 1200 m ab. Gegen Abend lockert es abseits der Nordalpen allmählich auf. Der Wind frischt in den Nordalpen und am Alpenostrand zeitweise kräftig mit stürmischen Böen aus West bis Nordwest auf, in den Südalpen weht lebhafter Westwind. Die Temperaturen kommen in 3.000 m Höhe von Nord nach Süd nicht über -8 bis -4 Grad bzw. in 2.000 m Höhe über -2 bis +4 Grad hinaus.

Samstag, 8. Mai

Der Samstag startet in den östlichen Nordalpen mit ein paar Restwolken, sonst scheint bereits häufig die Sonne. Tagsüber ziehen vor allem entlang der Nordalpen zeitweise hochliegende Wolken durch, es bleibt aber überall trocken und meist überwiegt der freundliche Eindruck. Südlich des Alpenhauptkamms überwiegt meist ganztags der Sonnenschein. Der Wind weht meist nur noch mäßig aus westlicher Richtung, lediglich auf exponierten Gipfeln der westlichen Nordalpen gibt es mitunter noch kräftige Böen. Die Temperaturen liegen in 3.000 m Höhe zwischen -5 und -2 Grad, in 2.000 m liegen die Höchstwerte zwischen 1 Grad am Wiener Schneeberg und 8 Grad in der Silvretta.

Sonntag, 9. Mai

Am Sonntag stellt sich verbreitet sonniges Hochdruckwetter ein. Tagsüber zeigen sich höchstens ein paar harmlose Schleierwolken am Himmel, oft ist der Himmel wolkenlos. Der Wind frischt am Alpenhauptkamm und in den Nordalpen im Tagesverlauf lebhaft bis kräftig aus Süd auf, ab dem Nachmittag gibt es in den klassischen Föhntälern auch stürmische Böen. Die Temperaturen steigen deutlich an: In 3.000 m Höhe werden von Süd nach Nord 3 bis 6 Grad erreicht, in 2.000 m gibt es 9 bis 14 Grad mit den höchsten Werten in den westlichen Nordalpen. In den Tallagen von Vorarlberg bis zu den Niederösterreichischen Voralpen wird es sommerlich warm.

Bergwetter am Sonntag. © UBIMET

Bergwetter-Tipp

Die ersten Prognosen für den meteorologischen Sommer von Anfang Juni bis Ende August deuten auf eine Zweiteilung beim Wetter in Europa hin. Während zwischen Schottland und Skandinavien die Modelle einen durchschnittlichen Sommer mit reger Tiefdrucktätigkeit berechnen, sollte die warme Jahreszeit im Südwesten Europas mehrheitlich hochdruckbestimmt verlaufen. Die Temperaturen sollten damit in Mittel- und Südeuropa generell über dem klimatologischen Mittel liegen, im Alpenraum sind etwa nennenswerte positive Temperaturanomalie zwischen +1 und +1,5 Grad wahrscheinlich. In Österreich könnte die heiße Jahreszeit jedoch vor allem abseits der Alpen auch zu trocken ausfallen mit weniger Gewittertagen als üblich und entsprechender Dürregefahr.

Titelbild © piaxaby.com

Liveticker Nachlese: Sturm EUGEN erfasst Deutschland

Sturmschaden - umgestürzter Baum

—Zusammenfassung—

Für Anfang Mai war das heutige Sturmtief EUGEN ungewöhnlich stark. Im Flachland gab es verbreitet Böen um 80 und 90 km/h, auf den Bergen auch über 100 km/h. Eine Orkanböe mit 138 km/h wurde auf dem Gipfel des Brocken gemessen. An einigen Stationen wurden die bisherigen Monatsrekorde für den Mai übertroffen. Die Station Wasserkuppe, welche seit 1959 Daten liefert, verzeichnete eine orkanartige Sturmböe mit 110 km/h (der alte Rekord stammte aus dem Jahr 2007 mit 109 km/h). Auch zahlreiche andere  Stationen verzeichneten neue Monatsrekorde, wie etwa die relativ jungen Stationen Haaren und Aachen-Orsbach in NRW mit 108 bzw. 100 km/h.

Die Auswirkungen waren auch aufgrund der bereits belaubten Bäume dementsprechend höher. Viele Äste und Bäume sowie auch Gegenstände verursachten Behinderungen im Auto- und Bahnverkehr.

—Update 18:30—

Auch in Hamburg gibt es zahlreiche Meldungen von Schäden durch umgestürzte Bäume. Bereits 59 Sturm-Einsätze melden die Feuerwehren in Hamburg.

—Update 18:00—

Mit der Verlagerung des Tiefs Richtung Nordosten verlagert sich auch das Sturmfeld in den Norden und Osten des Landes. In Brandenburg wurden in der letzten Stunde etwa 85 km/h gemessen. Vorsicht ist auch weiter im Süden von Niedersachsen geboten, rund um Hannover gibt es noch immer Sturmböen um 90 km/h.

Die höchsten Windgeschwindigkeiten der letzten Stunde:

Station Böen
Belm (Niedersachsen) 95 km/h
Celle (Niedersachsen) 90 km/h
Brandenburg/Havel (Brandenburg) 85 km/h
Wunstorf u. Bückeburg (Niedersachsen) 83 km/h

—Update 17:00—

Zum Glück halten die Fahnenmasten den Windgeschwindigkeiten stand. So manch größerer Ast ist Sturm Eugen aber bereits zum Opfer gefallen.

—Update 16:15—

In der labil geschichteten Luft hinter der Kaltfront des Tiefs (löchrige Wolkenstruktur im Satellitenbild) kommt es zu einzelnen Gewitter. In deren Umfeld sind Sturmböen möglich. In Hamburg wurden somit in der letzten Stunde 79 km/h gemessen.

Satellitenbild und Blitzverlauf der letzten Stunde © UBIMET / Nowcast / EUMETSAT

—Update 15:40—

Anbei unsere aktuelle Graphik mit den bisherigen Spitzenböen.

Diese Daten bzw. Graphiken werden automatisch hier aktualisiert: Wetterdaten

—Update 15:20 —

Im Nordwesten sorgen die Schauer nun immer häufiger auch für Blitze, damit steht der Höhepunkt des Sturms an. Vor allem in Gewitternähe muss man mit teils schweren Sturmböen rechnen! Anbei das aktuelle Satellitenbild samt Blitzentladungen (zum Vergrößern auf das Bild klicken):

Satellitenbild und Blitze um 15:20. © UBIMET / EUMETSAT

Der Sturm sorgt derzeit für zahlreiche Feuerwehreinsätze.


Schäden werden allerdings auch aus den Nachbarländern gemeldet:

—Update 14:40—

In Schauer- und Gewitternähe kommt es derzeit örtlich zu schweren Sturmböen, so wurden vor wenigen Minuten etwa 96 km/h am Flughafen Bremen und 95 km/h in Werl gemessen.


—Update 14:20—

—Update 13:35—

Anbei das Satellitenbild von 13:30 Uhr inkl. Blitze. Wie man sieht wurden im Norden zwischen Bremerhaven und Hamburg mittlerweile erste Blitzentladungen erfasst.

Satellitenbild und Blitze um 13:30. © EUMETSAT/UBIMET

—Update 13:05—

In Aachen wurde vergangene Stunde mit exakt 100 km/h die erste 100er Böe des Tages im tiefen Lagen gemessen!

—Update 12:10—

Anbei die bisherigen Windspitzen des Tages:

  • 89 km/h Eisenach (TH)
  • 89 km/h Dörrmoschel-Felsbergerhof (R-P)
  • 89 km/h Würzburg (BY)
  • 88 km/h Trier-Petrisberg (R-P)
  • 87 km/h Alsfeld (H)
  • 86 km/h Chemnitz (SA)

Und auf den Bergen:

  • 130 km/h Brocken
  • 114 km/h Weinbiet
  • 111 km/h Feldberg im Schwarzwald

Die höchsten Spitzen im Flachland werden in den kommenden Stunden erwartet.

—Update 11:55—

—Update 11:20—

Anbei der aktuelle Blick auf Wetterradar. Aus Westen ziehen nun vermehrt Schauer auf, in den kommenden Stunden erwarten wir auch einzelne Gewitter. Diese mischen den starken Höhenwind als teils schwere Sturmböen bis ins Flachland runter.

Wetterradar um 11:20 Uhr. © DWD / UBIMET

—Update 10:15—

Anbei die aktuellste Modellprognose der höchsten Windspitzen am Dienstag.

Modellprognose der Windspitzen am Dienstag. © UBIMET

—Update 9:40—

Obwohl die heutigen Windspitzen mit etwa 80 bis 100 km/h wesentlich geringer als bei winterlichen Tiefdruckgebieten ausfallen, handelt es sich für die Jahreszeit dennoch um ein ungewöhnliches Ereignis. Das unterstreicht auch der sogenannte EFI (= Extreme Forecast Index): Es handelt sich dabei um eine Kennzahl, die zwischen -1 und +1 liegt. Beim Wert 0 handelt es sich um ein alltägliches Ereignis, bei -1 und +1 dagegen um außergewöhnliche Ereignisse, wie beispielsweise extrem tiefe oder hohe Temperaturen. Wir sehen: Heute liegt der EFI in Nordwestdeutschland teils über 0,9. Wie bereits berichtet leisten die Bäume aufgrund der Belaubung in dieser Jahreszeit auch mehr Widerstand gegen den Wind als im Winter. Vorsicht im Wald und in Parks!

EFI-Index für die Windböen am Dienstag. © ECMWF

—Update 8:45 —

Anbei ein aktuelles Satellitenbild von Tief EUGEN.

Tief EUGEN über der Nordsee um 8:45 Uhr. © EUMETSAT

— Update 8 Uhr —

Im Westen hat der Wind bereits deutlich zugelegt: In NRW, dem Saarland und Rheinland-Pfalz werden bereits Windspitzen um 80 km/h gemessen. Anbei die bisherigen maximalen Böen im Flachland:

    • 88 km/h Düsseldorf Flughafen
    • 84 km/h Tholey
    • 82 km/h Aachen

Aktuelle Wetterdaten gibt es stets hier: Wetterdaten aus Deutschland

— Übersicht —

Deutschland liegt am Dienstag unter dem Einfluss von Tief EUGEN, das sich von den Britischen Inseln über die Nordsee hinweg nach Südschweden verlagert. Bereits in den Morgenstunden frischt im Westen starker Südwestwind mit stürmischen Böen auf, tagsüber muss man dann besonders im Westen und Norden in Schauer- und Gewitternähe auch mit schweren Sturmböen um 100 km/h rechnen!

Frontenkarte für Dienstag, den 4.5.2021

Im Laufe des Nachmittags ziehen die Schauer und Gewitter dann nordostwärts in Richtung Mecklenburg-Vorpommern und Nordbrandenburg. Generell treten die höchsten Windspitzen im Nordosten nicht so flächig auf wie etwa im Westen, weshalb in diesen Regionen bislang nur eine Sturmwarnung der Stufe „orange“ ausgegeben wurde. In diesen Regionen rechnen wir aber aufgrund der örtlich hohen Sturmgefahr mit Gewitterwarnungen der Stufe „rot“, die meist knapp 1 Stunde vor Eintreffen der Gewitterzellen verschickt werden. Vorsicht: Da einige Bäume bereits belaubt sind, ist die Astbruchgefahr größer als im Winter, da die Blätter dem Wind mehr Angriffsfläche bieten!

Am Mittwoch Kaltfront, zum Muttertag kommt der Sommer

Hitze

In den kommenden Tagen liegt Österreich im Einflussbereich eine westlichen Höhenströmung, dabei löst ein Tiefdruckgebiet das nächste ab. Das Wetter gestaltet sich entsprechend unbeständig und die Temperaturen bleiben gedämpft. Am kommenden Wochenende macht sich aber ein Hochdruckgebiet bemerkbar und nach langer Zeit ist auch wieder eine ausgeprägte Südwestlage in Sicht. Pünktlich zum Muttertag kommt der Sommer zu Besuch.

Kaltfront am Mittwoch

Der Mittwoch hat neuerlich unbeständiges und bewölktes Wetter zu bieten, nur im Südosten bleibt es tagsüber noch weitgehend trocken und zeitweise sonnig. Von Vorarlberg bis ins Innviertel regnet es bereits am Vormittag kräftig, Schnee fällt in den westlichen Nordalpen teils bis 1100 m herab. Tagsüber breitet sich der Regen bei teils stark auffrischendem Westwind auf die gesamte Alpennordseite und den Osten aus, im südlichen Bergland gehen ab dem Nachmittag auch lokale Gewitter nieder. Die Höchstwerte liegen zwischen 8 Grad in Vorarlberg und 21 Grad in der Südsteiermark.

Auf den Bergen fällt am Mittwoch etwas Schnee. © UBIMET

Nächstes Tief am Freitag

Am Donnerstag ziehen viele Wolken durch, bis auf etwas Regen im Süden bleibt es aber meist trocken und mitunter lockern die Wolken an der Alpennordseite und im Nordosten etwas auf. Die Temperaturen kommen jedoch nicht über 8 bis 17 Grad hinaus und bereits in der Nacht bringt ein weiteres Tief ausgehend von Vorarlberg wieder Regen. Der Freitag verläuft verbreitet unbeständig und zeitweise nass, erst am Nachmittag lockern die Wolken im Norden stellenweise etwas auf. Die Temperaturen gehen nochmals leicht zurück und liegen unterhalb des jahreszeitlichen Mittels.

In den kommenden Tagen ziehen mehrere Tiefs entlang einer Luftmassengrenze über Mitteleuropa. © FU Berlin

Sommerlicher Muttertag

Der Samstag bringt im Norden und Osten zunächst noch ein paar Wolkenfelder, sonst scheint bereits häufig die Sonne und die Temperaturen steigen an: „Die Höchstwerte liegen zwischen 14 Grad im Mühlviertel und 21 Grad im Oberinntal“, so Spatzierer. Am Muttertag dominiert dann verbreitet der Sonnenschein und bei föhnigem Südwind wird es an der Alpennordseite sommerlich warm. Entlang der Nordalpen wie in der Stadt Salzburg sind bereits 28 Grad in Reichweite, eine Spur kühler mit Temperaturen zwischen 19 und 24 Grad bleibt es im Süden und Osten des Landes. Zu Beginn der kommenden Woche kündigt sich dann landesweit ausgezeichnetes Badewetter an, örtlich dürfte erstmals in diesem Jahr auch die 30-Grad-Marke erreicht werden.

Ensemble-Prognose der Temperatur in der freien Atmosphäre und Niederschlag für Wien. © ECMWF

Wetter-Trend: Wie wird der Sommer?

Zusammenfassung der Tendenz für den Sommer - UBIMET

Die ersten Prognosen für den meteorologischen Sommer 2021 (von Anfang Juni bis Ende August, Abk. „JJA“) deuten auf eine Zweiteilung beim Wetter in Europa hin. Im Nordwesten, etwa über der Nordsee und in Skandinavien, wird im Laufe des Sommers im Modell-Mittel eher tieferer Luftdruck herrschen (weiß bis gelb auf der Karte), während im Südwesten Europas die warme Jahreszeit nach aktuellem Stand mehrheitlich hochdruckbestimmt verlaufen sollte (rot auf der Karte).

Anomalie der Wetterlage über Europa für den Sommer. Gelbliche Töne stehen für Tiefdruckeinfluss, rot eher für eine Häufung von Hochdruckgebieten - C3S-Copernicus - https://climate.copernicus.eu/
Anomalie der Wetterlage über Europa für den Sommer. Gelbliche Töne stehen für Tiefdruckeinfluss, rot eher für eine Häufung von Hochdruckgebieten – C3S-Copernicus – https://climate.copernicus.eu/

Dies würde zu einer Häufung von West- bis Südwestwetterlagen über Mitteleuropa führen, die oft für starke Temperaturunterschiede zwischen dem Alpenraum und Nordwesteuropa sorgen. Der Sommer sollte zwar über weiten Teilen Europas generell wärmer als im klimatologischen Mittel verlaufen, was in Zeiten des Klimawandels keine Überraschung mehr ist, doch die obige prognostizierte Druckverteilung führt zu nennenswerten Differenzen über Mitteleuropa: Während im Alpenraum die vorhergesagte positive Temperaturanomalie zwischen +1 und +1,5 Grad liegt, beträgt die Abweichung im Norden von Deutschland nur noch rund +0,5 Grad. Direkt an der Nordsee bzw. auf den Britischen Inseln ist sogar ein durchschnittlich temperierter Sommer möglich.

Anomalie der 2 m Temperatur über Europa für den Sommer - C3S-Copernicus - https://climate.copernicus.eu/
Prognose der Temperaturanomalien über Europa im kommenden Sommer – C3S-Copernicus – https://climate.copernicus.eu/

Solche Wetterlagen mit starken Temperaturgegensätzen bringen gebietsweise kräftige Gewitter mit sich. Starke Signale für einen gewitterreichen Sommer gibt es nach derzeitigem Stand aber eher in Nordfrankreich bzw. in der Mitte und im Norden Deutschlands. In Österreich könnte die heiße Jahreszeit hingegen vor allem abseits der Berge (im Donauraum und im Südosten) eher zu trocken ausfallen mit weniger Gewittertagen als üblich und entsprechender Dürregefahr.

Anomalie der Niederschläge über Europa für den Sommer. Gelbliche Töne stehen für trockene Verhältnisse, grün eher für einen nassen Sommer - C3S-Copernicus - https://climate.copernicus.eu/
Anomalie der Niederschläge über Europa für den Sommer. Gelbliche Töne stehen für trockene Verhältnisse, grün eher für einen nassen Sommer – C3S-Copernicus – https://climate.copernicus.eu/

Solche langfristigen Berechnungen sind allerdings mit großer Vorsicht zu genießen, so sind die Unsicherheiten besonders beim Niederschlagstrend groß!

Titelbild: Zusammenfassung der Tendenz für den Sommer. © UBIMET

Sturmtief EUGEN bringt turbulenten Dienstag

Dabei treten vor allem in einem Streifen in der Mitte des Landes Böen von 80 bis 100 km/h auf. Die kräftigsten Böen werden im Umfeld von Schauern und Gewittern an der Kaltfront und in den Hochlagen der Mittelgebirge erwartet. In letzterer Region sind am Abend auch ein paar Schneeflocken möglich.

Erwartete Spitzenböen am Dienstag nach dem ECMWF © ECMWF

Da die ersten Bäume belaubt sind, gilt es in Wäldern und Parks Vorsichtig zu sein und auch Gartenmöbel können herum fliegen bei solchen Windgeschwindigkeiten.

Am Abend lässt der Wind dann großteils wieder nach, nur entlang der Nordseeküste bleibt es auch die Nacht hindurch stürmisch.

 

Titelbild: shutterstock

Sturm in Wien durch Tief DANIEL

Das Tief DANIEL entwickelte sich vergangene Nacht auf seinem Weg von Norditalien über die Alpen in Richtung Polen zu einem richtigen Sturmtief und mit Durchzug der dazugehörigen Kaltfront frischte Sonntagmorgen stürmischer Westwind auf.

Die betroffenen Gebiete waren vor allem der südliche Donauraum entlang der Nordalpen sowie das Gebiet von St. Pölten bis zum Neusiedler See. Am stärksten betroffen vom Sturm war aber eindeutig Wien.

112 km/h – orkanartige Böen in Wien

Tief DANIEL geht als schwerster Sturm in Wien im Mai seit Aufzeichnungsbeginn in die Geschichtsbücher ein. Mit einer orkanartigen Böe von 112 km/h wurde der alte Rekord von 104 km/h aus dem Jahr 1955 an der Hohen Warte deutlich überboten. Auch an vielen anderen Stationen der Stadt und im Wiener Umfeld wurden neue Rekorde aufgestellt:

• 112 km/h Wien – Hohe Warte (alter Rekord: 104 km/h, 1955)
• 104 km/h Wien – Innere Stadt (alter Rekord: 86 km/h, 1993)
• 102 km/h Gumpoldskirchen, NÖ (alter Rekord: 98 km/h, 1993)
• 101 km/h Wien – Unterlaa (alter Rekord: 101 km/h, 1992)
• 93 km/h Wien – Stammersdorf (alter Rekord: 75 km/h, 2016)

Noch heftiger tobte der Sturm auf den Anhöhen des Wienerwalds. So wurde etwa auf der Wiener Jubiläumswarte sogar eine Orkanböe von 124 km/h gemessen, auch das ein neuer Mairekord!
Bemerkenswert ist auch, dass aus Mangel an Winterstürmen Tief DANIEL auch die höchsten Windgeschwindigkeiten im Flachland seit mehreren Monate brachte.

Regen und Schnee im Westen

Während das Tief im Osten für Sturm sorgte brachte es von Vorarlberg bis Oberkärnten reichlich Regen und dazu sank die Schneefallgrenze in Vorarlberg bis auf 800 m ab.

Sturmhöhepunkt überschritten, freundlicher Wochenstart

In den kommenden Stunden lässt der Sturm deutlich an Stärke nach, da sich Tief DANIEL immer weiter von Österreich entfernt. Zu Wochenbeginn sorgt dann Zwischenhoch TRUDI für deutlich freundlicheres Wetter und vor allem am Dienstag wird es vorübergehend auch frühlingshaft mild mit Höchstwerten um die 22 Grad in Ostösterreich. Am Mittwoch erfasst aber die nächste kräftige Kaltfront das Land und bringt neuerlich Regen und kräftigen, vielleicht auch wieder stürmischen Wind.


Quelle Titelbild: Adobe Stock

Erste Prognose: Wie wird der Sommer?

Zusammenfassung der Tendenz für den Sommer - UBIMET

Die ersten Prognose für den Sommer 2021 (Monate Juni, Juli und August, Abk. „JJA“) deuten eine eindeutige Zweiteilung Europas an. Im Nordwesten, etwa über der Nordsee und in Skandinavien, wird im Laufe des Sommers laut Modellen oft tieferer Luftdruck herrschen (gelb auf Karte), während in Richtung Gibraltar und Balearen die Jahreszeit nach aktuellem Stand mehrheitlich hochdruckbestimmt bleiben sollte (rot auf Karte).

Anomalie der Wetterlage über Europa für den Sommer. Gelbliche Töne stehen für Tiefdruckeinfluss, rot eher für eine Häufung von Hochdruckgebieten - C3S-Copernicus - https://climate.copernicus.eu/
Anomalie der Wetterlage über Europa für den Sommer. Gelbliche Töne stehen für Tiefdruckeinfluss, rot eher für eine Häufung von Hochdruckgebieten – C3S-Copernicus – https://climate.copernicus.eu/

Dies würde zu einer Häufung von Südwest-Wetterlagen über Mitteleuropa führen, die wiederum normalerweise für starke Temperaturgradienten zwischen dem Alpenraum und Nordwesteuropa sorgen können. Der Sommer sollte über weiten Teilen Europas generell wärmer als im klimatologischen Mittel verlaufen, was in Zeiten des Klimawandels eigentlich keine Überraschung mehr ist.

Doch die obige prognostizierte Druckverteilung führt zu nennenswerten Differenzen über Mitteleuropa: Während im Alpenraum die vorhergesagte positive Temperaturanomalie zwischen +1 und +1,5 Grad liegt, beträgt die Abweichung im Norden von Deutschland nur noch rund +0,5 Grad. Direkt an der Nordseeküste ist sogar ein durchschnittlich temperierter Sommer nicht ausgeschlossen.

Anomalie der 2 m Temperatur über Europa für den Sommer - C3S-Copernicus - https://climate.copernicus.eu/
Anomalie der 2 m Temperatur über Europa für den Sommer – C3S-Copernicus – https://climate.copernicus.eu/

Solche Wetterlagen mit starken Temperaturgegensätzen bringen zudem oft kräftige Gewitter mit sich. Starke Signale für einen gewitterreichen Sommer gibt es somit nach derzeitigem Stand vor allem in der Mitte und im Norden Deutschlands. In Richtung Alpenraum könnte die heiße Jahreszeit hingegen vor allem abseits der Berge eher zu trocken ausfallen mit wenigen Gewittertagen und etwas erhöhter Dürregefahr. Solche langfristigen Berechnungen sind allerdings mit großer Vorsicht zu genießen, so sind die Unsicherheiten besonders beim Niederschlagstrend groß.

Anomalie der Niederschläge über Europa für den Sommer. Gelbliche Töne stehen für trockene Verhältnisse, grün eher für einen nassen Sommer - C3S-Copernicus - https://climate.copernicus.eu/
Anomalie der Niederschläge über Europa für den Sommer. Gelbliche Töne stehen für trockene Verhältnisse, grün eher für einen nassen Sommer – C3S-Copernicus – https://climate.copernicus.eu/

 

Titelbild: Zusammenfassung der Tendenz für den Sommer – UBIMET

Unbeständiger Start in den Mai: Tief DANIEL bringt Regen und Wind

@ https://stock.adobe.com

Der Staatsfeiertag beginnt mit dichten Wolken und vor allem von Vorarlberg bis ins Mühl- und Waldviertel sowie in Oberkärnten auch mit einigen Regenschauern. Tagsüber kommt bevorzugt im Südosten zeitweise die Sonne zum Vorschein und auch von Nordtirol ostwärts gibt es ein paar Auflockerungen. Am Nachmittag werden die Wolken in der Westhälfte aber dichter und die Schauerneigung steigt neuerlich an. In den Abendstunden zieht die Kaltfront von Tief DANIEL auf. Im Südosten und im äußersten Osten ziehen am späten Abend Schauer und Gewitter durch, im Westen fällt dagegen zunehmend kräftiger Regen. Zuvor steigen die Temperaturen von West nach Südost noch auf 12 bis 23 Grad.

Die DANIEL führt am Sonntag kühle Luft nach Mitteleuropa. © ECMWF / UBIMET

Stürmischer Wind

Der Sonntag startet im Südosten noch teils sonnig, meist dominieren aber die Wolken und vor allem im Westen sowie generell im Bergland fällt verbreitet Regen. Nach dem trockenen April ist dieser Niederschlag allerdings auch dringend notwendig. Auch im Norden und Osten ziehen am Vormittag ein paar Regenschauer durch, dabei frischt kräftiger bis stürmischer Westwind auf. Besonders in Niederösterreich, Wien und im Nordburgenland muss man mit Sturmböen von 70 bis 90, in exponierten Lagen auch 100 km/h rechnen. Im Westen und Norden wird es zudem spürbar kühler, nur im äußersten Südosten wird es nochmals frühlingshaft mild: Die Höchstwerte liegen zwischen 7 und 21 Grad. Die Schneefallgrenze sinkt in den Nordalpen auf 1500 bis 1200 m und zum Montagmorgen hin vorübergehend auf knapp 1000 m ab.

Prognose der Windböen am Sonntag. © UBIMET

Zu Wochenbeginn Aprilwetter

Die größten Regenmengen sind am Wochenende in Vorarlberg und in Oberkärnten zu erwarten, im Südosten bleiben die Mengen dagegen meist verhalten. Am Montag fällt vor allem inneralpin sowie im Süden anfangs noch etwas Regen bzw. an der Alpennordseite oberhalb von rund 900 m auch Schnee.

Niederschlagsprognose von Samstagabend bis Montagmorgen. © UBIMET

Nach einer kurzen Beruhigung bilden sich tagsüber wieder einige Regenschauer, vereinzelt sind Blitz und Donner dabei. Vor allem im Flachland kommt dazwischen aber auch die Sonne zum Vorschein. Der Wind weht mäßig bzw. im Norden und Osten lebhaft aus West bis Nordwest. Mit 8 bis 16 Grad wird es auch im Osten kühler. Am Dienstag steigen die Temperaturen wieder etwas an, ab der Wochenmitte ist die Entwicklung dann noch sehr unsicher. Nach derzeitigem Stand ist aber zumindest vorübergehend neuerlich eine Abkühlung möglich.

Der Trend für kommnde Woche ist noch sehr unsicher. © ECMWF

Kältester April seit 1997, in weiten Teilen des Landes sehr trocken

Blümchenfrost @ https://stock.adobe.com

Im Vergleich zum Mittel von 1981 bis 2010 schließt der April 2021 im Flächenmittel mit einer Abweichung von -2 Grad deutlich zu kalt ab. Besonders markante Abweichungen um -2,5 Grad findet man im Norden und Osten des Landes. Die relativ kältesten Orte des Landes mit einer Abweichung von -2,6 Grad waren Neusiedl am See und Retz. Etwas geringer fallen die Abweichungen mit etwa -1 Grad zum Mittel dagegen im Süden und Westen aus. Der wärmste Tag des Monats war entgegen den Erwartungen gleich der Monatserste, als im Südosten vielerorts der einzige Sommertag des Monats verzeichnet wurde.

Temperaturabweichungen im April 2021. © UBIMET

Örtlich neue Monatsrekorde

Verantwortlich für die kalte Bilanz waren zahlreiche Nordlagen, so führte etwa das Skandinavientief ULLI am Ostermontag von Norden her wieder arktische Luftmassen nach Österreich und vor allem in den Nordalpen gab es etwas Neuschnee. In den folgenden, teils klaren und windstillen Nächten vom 7. bis zum 9. wurden bei den Tiefstwerten örtlich neue Monatsrekorde aufgestellt:

  • -11,8 Grad Bad Mitterndorf (ST)
  • -9,9 Grad Windischgarsten (OÖ)
  • -8,9 Grad Zeltweg (ST)
  • -7,9 Grad Kleinzicken(B)
  • -7,1 Grad St. Andrä / Lavanttal (K)
  • -7,0 Grad Bad Tatzmannsdorf (B)
  • -7,0 Grad Graz Flughafen (ST)
  • -6,9 Grad Friesach (K)

Bemerkenswert ist allerdings auch die deutlich überdurchschnittliche Anzahl an Tagen mit Frost, vor allem im Westen gab es zwei- bis dreimal so viele Frosttage wie üblich. Mit Klagenfurt, Innsbruck, Salzburg und Bregenz wurde in vier Landeshauptstädten ein neuer Spitzenwert für das aktuelle Jahrhundert aufgestellt. Am Flughafen Salzburg gab es mit 12 Frosttagen sogar einen neuen Monatsrekord.

Kältester April seit 1997

Landesweit schließt der April 2021 damit als erster zu kühler Monat seit dem Mai 2020 ab. Um eine größere, negative Abweichung zu finden, muss man allerdings bis zum Mai 2019 zurückblicken, der 2,5 bis 3 Grad zu kalt war. Der letzte zu kalte April mit einer Abweichung unter -1 Grad ist dagegen schon einige Jahre, nämlich im Jahr 2001. Der letzte deutlich zu kalte April war hingegen 1997 mit einer Abweichung von etwa -2,7 Grad.

Abweichungen der Temperatur im April.

Verbreitet sehr trocken

Der April war in weiten Teilen Österreichs sehr trocken, im landesweiten Flächenmittel wurde nur knapp 60% des Solls verzeichnet. Besonders markant fallen die Abweichungen im Tiroler Oberland, vom Inn- bis ins Waldviertel sowie von Oberkärnten bis zum Grazer Bergland aus. Im Oberinntal gab es meist nur 10 bis 20 % der üblichen Niederschlagsmenge. Der relativ trockenste Ort war Imst mit nur 11% des Solls, gefolgt von Wolfsegg mit 12% und Mallnitz mit 16%. Eine ausgeglichene Bilanz gab es nur von der Eisenwurzen über die Gutensteiner Alpen bis in den nördlichen Seewinkel.

Niederschlagsabweichungen im April 2021. © UBIMET

Im Westen sonniger April

Das Soll an Sonnenstunden wurde im April meist erreicht bzw. im Westen und Südwesten auch übertroffen. Der relativ sonnigste Ort war Feldkirch mit etwa 137% der üblichen Sonnenscheindauer, aber auch in Lienz und Innsbruck gab es meist ein Plus von etwa 25%. Von Niederösterreich bis in die Südoststeiermark war der Monat dagegen durchschnittlich sonnig.

Abweichung der Sonnenscheindauer im April 2021. © UBIMET

Extremwerte April 2021

Stand: Donnerstag, 29.04.2021, 10 Uhr (Bundesland, Tag des Auftretens)

Höchste Temperaturen
  • 26,9 Grad Güssing, Kleinzicken (beide B, 1.)
  • 26,4 Grad Bad Gleichenberg, Fürstenfeld (beide ST, 1.)
  • 26,3 Grad Hohenau, Seibersdorf (beide NÖ, 1.)
Tiefste Temperaturen unter 1000 m Seehöhe
  • -11,8 Grad Bad Mitterndorf (ST, 9.)
  • -10,5 Grad Ehrwald (T, 6.)
  • -9,9 Grad Windischgarsten (OÖ, 9.)
Anzahl Frosttage unter 1000 m Seehöhe
  • 22 Bad Mitterndorf (ST)
  • 21 Radstadt (S)
Nasseste bewohnte Orte
  • 111 Liter pro Quadratmeter Lunz am See (NÖ)
  • 97 Liter pro Quadratmeter Loibl (K)
  • 94 Liter pro Quadratmeter Präbichl (ST)
  • 86 Liter pro Quadratmeter Unterach am Attersee (OÖ)
  • 81 Liter pro Quadratmeter Waidhofen an der Ybbs (NÖ)
Trockenste Orte
  • 2 Liter pro Quadratmeter Prutz (T)
  • 4 Liter pro Quadratmeter Imst (T)
  • 5 Liter pro Quadratmeter Landeck (T)
Sonnigste Stationen
  • 231 Sonnenstunden Rohrspitz (V)
  • 221 Sonnenstunden Feldkirch (V)
  • 219 Sonnenstunden Virgen (T)
  • 212 Sonnenstunden Innsbruck, Rinn, Lienz (T)
Stärkste Windspitzen Niederungen
  • 100 km/h Fischbach (ST, 12.), Gumpoldskirchen (NÖ, 12.)
  • 97 km/h St. Radegund (ST, 6.)
  • 95 km/h Innsbruck Uni (T, 5.)
Stärkste Windspitzen Berge
  • 124 km/h Feuerkogel (OÖ, 7.)
  • 112 km/h Schöckl (ST, 6.)
  • 109 km/h Rax (NÖ, 13.)

Vor 10 Jahren: Tornado ‚Super-Outbreak‘

Auf der Vorderseite eines ausgeprägten Höhentroges stellte sich ab dem 25. April eine sehr explosive Wetterlage ein, in der feucht-warmen und sehr labil geschichteten Luft begannen sich über dem östlichen Texas, Arkansas und Louisiana erste Superzellen-Gewitter zu bilden, sie produzierten erste Tornados. Der 26. April war von der Wetterlage ähnlich, der Trog verlagerte sich aber langsam weiter ostwärts. Der 27. April war schließlich der aktivste und katastrophalste Tag der Serie! Die am stärksten betroffenen Bundesstaaten waren Mississippi, Tennessee und Alabama.

216 Tornados wurden registriert, etliche davon sehr starke der Kategorien EF3 und EF4 (Enhanced Fujita Scale, wird seit 2006 verwendet) mit langen Zugbahnen und breiten Schneisen von teilweise 1 bis 1,5 Kilometer. Vier Tornados wurden mit EF5 bewertet – Stürme der höchsten Kategorie mit enormer Zerstörungskraft. Sie produzieren mit 350 bis 500 km/h die höchsten Windgeschwindigkeiten auf diesem Planeten. EF5 Tornados sind sehr selten und treten statistisch nur ein bis maximal zweimal in einem Jahr auf. Vier an einem Tag ist extrem außergewöhnlich, es ist der zweithöchste Wert für einen einzelnen Tag nach dem bis dahin schwersten Super-Outbreak zwischen dem 3. und 4. April 1974. Damals wurden innerhalb von 24 Stunden sieben EF5 Tornados registriert. Allein am 27. April 2011 – heute vor 10 Jahren – verloren 316 Menschen ihr Leben!

 

Am 28. April verlagerte sich die aktive Zone weiter in Richtung der Ostküste. Von Georgia im Süden bis nahe der Grenze zu Kanada bildeten sich weitere Tornados. Die meisten davon waren schwächer, trotzdem starben an diesem Tag noch einmal 3 Menschen. In Summe sind für den gesamten Zeitraum 360 Tornados bestätigt. Es entstanden Schäden von über 10 Milliarden Dollar. 324 Menschen kamen ums Leben.

Nachfolgend ein paar aktuelle Aufnahmen von Tornados, die in den letzten Tagen im mittleren Westen gewütet haben:

 

 

 

Kühler April geht mild zu Ende

Bis auf -4 Grad ist das Thermometer letzte Nacht in Zwettl im Waldviertel gesunken. Generell hat es vor allem in der Osthälfte ausgekühlt, selbst in Wien-Mariabrunn wurde mit einem Tiefstwert von -1,4 Grad leichter Frost gemessen. Und auch heute tagsüber bleibt es im Osten und vor allem im Süden zu kühl für die Jahreszeit. In Kärnten und weiten Teilen der Steiermark kommen die Temperaturen bei dichten Wolken kaum über 10 Grad hinaus. Damit setzt sich der deutlich zu kalte April hier zunächst fort, denn dieser steuert mit einer aktuellen Abweichung von -2 Grad darauf zu, der kälteste seit 1997 zu werden. Aber dazu mehr in den nächsten Tagen im Monatsrückblick.

 

Gemessene Tiefstwerte am Dienstag, 27.05.2021 @ UBIMET

In Graz von 9 auf 22 Grad

Mit den tiefen Temperaturen ist es aber bald erstmal vorbei. Der Alpenraum gelangt auf der Vorderseite tiefen Luftdrucks immer mehr in eine Südwestströmung und mildere Luft erreicht alle Landesteile. Und das, obwohl die kommenden Tage nicht unbedingt sonnig und trocken verlaufen, sondern auch wiederholt Schauer oder gar Gewitter im Spiel sind. Frost in den Nächten ist nicht mehr zu erwarten, die 20 Grad-Marke wird am Mittwoch an der Alpennordseite, am Donnerstag schließlich mit Ausnahme Vorarlbergs im ganzen Land überschritten. In Wien und Niederösterreich sind dann auch 23 oder gar 24 Grad drin.

 

Prognose der Höchstwerte am Dienstag, den 27.04.2021 @ UBIMET

 

Prognose der Höchstwerte am Donnerstag, den 29.04.2021 @ UBIMET

 

Am Samstag 25 Grad möglich

Wettertechnisch spannend wird, nach einem durchwachsenen Freitag, schließlich der Samstag. Mit der Entwicklung eines Tiefs knapp nördlich der Alpen wird die Warmluftzufuhr zunächst noch einmal verstärkt und im Osten ist nach genau einem Monat mal wieder ein Sommertag mit 25 Grad möglich. Von Westen her deuten sich im Tagesverlauf aber auch vermehrt Schauer und womöglich die ersten kräftigen Gewitter der Saison an. Am Abend und in der Nacht ist entlang der Donau schließlich stürmisch auffrischender Westwind möglich.

 

Titelbild: Webcambild aus dem Tannheimertal @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/tannheimertal

Neue Rekorde an Frosttagen im April

Raureif

Im langjährigen Mittel (betrachtet werden dabei die Jahre 1981-2010) gibt es im April in Deutschland meist eine einstellige Anzahl an Frostnächten. Gut zu sehen auf der ersten Grafik. So sind es in Hamburg und Berlin 3 Nächte mit weniger als 0 Grad, in Köln gar nur eine Nacht.

Durchschnittliche Anzahl an Frosttagen im April.

Nicht nur in Deutschland waren die vergangenen 25 Tage deutlich zu kalt, die negativen Abweichungen reichen von Island bis zum Balkan (bläuliche Farben auf Europa-Karte):

Quelle: http://www.karstenhaustein.com/reanalysis/gfs0p5/ANOM2m_europe/ANOM2m_pastMTH_europe.html

Aufgestellt wurden in der Bundesrepublik zahlreiche Rekorde, zum Teil auch bei Wetterstationen mit einer langen Messreihe. Wir haben hier mal alle neuen Rekorde (überboten oder zumindest eingestellt) von Stationen aufgelistet, die eine Messreihe von mehr als 70 Jahren haben:

Station Anzahl Frosttage April 2021 bisheriger April-Rekord (Jahr) Messungen seit…
Merklingen 21 18 (2010) 1949
Hechingen 19 16 (1982) 1947
Fulda 17 17 (1991) 1949
Buchen 17 15 (2015) 1935
Augsburg 17 15 (1982) 1947
Weingarten 16 16 (1997) 1946
Rothenburg/Tauber 14 14 (1956) 1947
Cölbe 14 12 (1997) 1946
Weilerswist-Lommersum 14 14 (1954) 1937
Baden-Baden 14 10 (1997) 1949
Schotten 13 11 (1970) 1949
Müllheim 13 10 (1997) 1947
Rheinstetten 12 11 (1958) 1948
Wuppertal 11 11 (1954) 1937
Gießen 11 11 (1997) 1939
Freiburg 11 10 (2017) 1949
Bernburg/Saale 11 11 (1958) 1898
Worms 10 9 (2020) 1936
Trier 10 10 (1977) 1948
Essen 8 8 (1958) 1938

1-2 Frostnächte kommen zu obiger Bilanz noch bis zum Ende des Monats am Freitag hinzu, v.a. die kommende Nacht wird wieder verbreitet leicht frostig.

Kommende Nacht Supermond zu sehen

Morgen am Dienstag in der Früh gibt es den größten Vollmond des Jahres, nur rund 357.000 Kilometer entfernt von der Erde befindet sich der Mond dann. Im Durchschnitt beträgt die Distanz zwischen Erde und Mond knapp 30.000 Kilometer mehr, nämlich 384.000 Kilometer. Grund für diese Ungleichheit ist die nicht kreisrunde, sondern leicht elliptische Umlaufbahn des Mondes um die Erde, gut zu sehen auf der folgenden Grafik. Somit ist uns der Mond mal näher, mal ferner.

Die Mondumlaufbahn

Alle 4 Wochen erreicht der Mond auf dieser Ellipse seinen erdnächsten Punkt – auch Perigäum genannt. Wenn dieser Termin mit dem Termin des Vollmonds zusammenfällt, spricht man von einem Supermond. Ganz allgemein erscheint der Mond beim Perigäum größer am Nachthimmel, in Summe um rund 7% gegenüber der „durchschnittlichen“ Distanz. Mit bloßem Auge lässt sich das aber kaum unterscheiden, dazu müsste man schon 2 Monde nebeneinander am Himmel zum Vergleich haben. Der Unterschied zwischen einem Vollmond in erdnächster zu einem Vollmond in erdfernster Position beträgt verhältnismäßig etwa so viel wie zwischen einer 1- und 2-Euro-Münze.

Vollmond bei Erdferne (Apogäum, links) und Erdnähe (Perigäum, rechts)

Was man dagegen sehr wohl wahrnehmen kann: Ein Supermond ist deutlich heller als ein „normaler“ Vollmond und zwar um bis zu 30%. Besonders deutlich spürbar ist dieser Effekt auf dem Land, abseits menschlicher Lichtquellen.

Quelle Titelbild: pixabay

Zeckenwetter – Wann die Blutsauger aktiv werden

Temperaturen ausschlaggebend

Spätestens wenn kein Schnee mehr liegt und die Temperaturen an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen 7° Celsius oder mehr erreichen, erwachen die ersten Zecken aus der Winterstarre. Dies passiert meist im März, manchmal auch schon im Februar. In sehr milden Wintern, kann es auch sein, dass manche Zeckenarten ganzjährig aktiv sind. Auch abhängig von Entwicklungsstadium und Art werden sie schon im Frühjahr oder erst im Mai bis Juni aktiv.

Wetter und Zecken

Frost und Kälteeinbrüche schaden den Spinnentieren erst ab einer längeren Frostperiode, sie sind aber gewöhnlich gegen Kälte resistent. Ihre Aktivität stellen sie aber bei kälteren Temperaturen fast gänzlich ein und erscheinen erst wieder, wenn es wärmer wird. Auch Trockenheit und Hitze meiden Zecken im Sommer, da sie Gefahr laufen auszutrocknen. Sie ziehen sich dann an feuchte und schattige Plätze zurück und erscheinen wieder auf der Bildfläche sobald es wieder regnet und abkühlt.

Grund zur Vorsicht, aber keine Panik

Entgegen der landläufen Meinung warten Zecken nicht auf Bäumen und lassen sich auf ihre Opfer fallen, sondern mögen es bodennah und feucht. Die Parasiten krabbeln auf Grashalme in Wiesen und Büschen und warten geduldig auf den Moment in dem ein potentieller Wirt sie streift und mitnimmt. Schützen kann man sich mit geschlossener Kleidung und Sprays, wobei auch diese keine Sicherheit garantieren.

Wichtig ist zu wissen, dass die meisten Zeckenstiche harmlos sind, da die meisten Zecken weder FSME-Viren noch Borreliose-Bakterien in sich tragen, und selbst der Biss eines infizierten Exemplars führt nicht immer zu einer Infektion. Wichtig ist es, sich nach einem Wald- oder Wiesenspaziergang nach den Blutsaugern an allen Körperstellen abzusuchen und Zecken möglichst schnell mit einer Zeckenpinzette, -zange oder -karte zu entfernen, da mögliche Bakterien und Viren erst nach einer bestimmten Zeit übertragen werden. Wenn sich die Zecke nur schwer entfernen lässt, ist dies ein Indiz dafür, dass sie sich schon länger angesaugt hat. Die Bissstelle sollte desinfiziert und auf jeden Fall noch länger beobachtet werden und bei einer Rötung oder grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen ein Arzt konsultiert werden. Menschen, die sich oft im Wald oder hohem Gras in Risikogebieten aufhalten, wird eine FSME-Impfung nahegelegt.

Erhöhter UV-Index: Sonnenbrandgefahr auf den Bergen

Sonne, Berge und Schnee sorgen besonders im Frühling für erhöhte Sonnenbrandgefahr - pixabay.com

Ein Hoch über der Nordsee sorgt heute landesweit für stabile Verhältnisse, nur im Süden steigt am Nachmittag die Schauerneigung leicht an. Zudem wurde aus Norden etwas kühlere und deutlich trockenere Luft herangeführt, was für besonders klare Bedingungen in allen Schichten der Atmosphäre sorgt. Nimmt man noch dazu die ausgezeichnete Schneelage der Alpen nach einem schneereichen Spätwinter und schon ist der perfekte Outdoor-Sonntag serviert!

Satellitenbild um 12 Uhr MESZ - EUMETSAT
Satellitenbild um 12 Uhr MESZ – EUMETSAT
Gesamtschneehöhe am heutigen Dienstag - UBIMET
Gesamtschneehöhe am heutigen Dienstag – UBIMET

Doch diese drei Punkte zusammen (Frühlingssonne, Schnee und klare Atmosphäre) sorgen heute für besonders hohe UV-Index-Werte. Aufgrund des oft wolkenlosen Himmels sind verbreitet die für diese Jahreszeit höchstmögliche Werte von 6 oder 7 („hoch“) in Reichweite. Auf den Bergen sorgt die von der Schneedecke zusätzlich reflektierte Strahlung für Spitzenwerte bis 8 oder 9 („sehr hoch“).

Gemessene UV-Index-Werte um 11:30 Uhr - http://www2.i-med.ac.at/uv-index/de/index_de.html
Gemessene UV-Index-Werte um 11:30 Uhr – http://www2.i-med.ac.at/uv-index/de/index_de.html

Bei solchen Bedingungen sind Sonnenbrillen und Sonnencreme selbst in den Niederungen schon erforderlich. Ansonsten droht erhöhte Sonnenbrandgefahr!

UV-Index und Schutzmaßnahmen - bfs.de
UV-Index und Schutzmaßnahmen – bfs.de

Dies sollte uns nicht überraschen, denn die Sonneneinstrahlung (und somit auch der UV-Index) ist derzeit ähnlich stark wie am Ende des meteorologischen Sommers, in der zweiten Augusthälfte.

Klimatologie der UV-Index-Werte für Innsbruck - http://www2.i-med.ac.at/uv-index/de/index_de.html
Klimatologie der UV-Index-Werte für Innsbruck – http://www2.i-med.ac.at/uv-index/de/index_de.html
Klimatologie der UV-Index-Werte für den Sonnblick - http://www2.i-med.ac.at/uv-index/de/index_de.html
Klimatologie der UV-Index-Werte für den Sonnblick – http://www2.i-med.ac.at/uv-index/de/index_de.html
Klimatologie der maximalen UV-Index-Werte (bei wolkenlosem Himmel) für die Zugspitze - UV-Index Climatology for Europe Based on Satellite Data, Ronja Vitt et al., 2020
Klimatologie der maximalen UV-Index-Werte (bei wolkenlosem Himmel) für die Zugspitze – UV-Index Climatology for Europe Based on Satellite Data, Ronja Vitt et al., 2020

Ab morgen nimmt dann die Sonnenbrandgefahr wegen aufziehender Wolken und zunehmendem Saharastaub in der Luft wieder deutlich ab.

 

Titelbild: Sonne, Berge und Schnee sorgen besonders im Frühling für erhöhte Sonnenbrandgefahr – pixabay.com

Spargelsaison – Tipps rundum das Stangengemüse

Vitaminbombe

Spargel ist eine regelrechte „Vitaminbombe“, denn er enthält B-Vitamine und Folsäure, die für Nervenfunktion, Leistungsfähigkeit, Zell- und Blutbildung sowie für eine gesunde Haut unentbehrlich sind. Auch der Vitamin C-Gehalt von Spargel ist beachtlich. Spargel besteht zu etwa 95 Prozent aus Wasser und da er gleichzeitig wenig Eiweiß, Kohlenhydrate und kein Fett enthält, ist er sehr kalorienarm.

Farbe und Form

Spargel kann in drei verschiedenen Farben verzehrt werden: wird er unter der Erde geerntet ist der Spargel weiß, durchstoßt er die Oberfläche wird die Sprosse violett und später grün. Am meisten Vitamine hat übrigens der grüne Spargel.

Spargel gibt es in weiß, grün und lila.

Die Form sagt übrigens nichts über die Qualität des Spargels aus, wenn er frisch ist schmeckt er genauso gut, auch wenn er schwieriger zu verarbeiten ist.

Frisch vom Feld

Spargelkenner holen sich den Spargel am liebsten direkt frisch vom Bauern. Denn am besten schmeckt Spargel wenn er kurz vorher geerntet und noch am selben Tag verzehrt wird. In unseren Breiten wird Spargel von Mitte März bis Ende Juni geerntet und ist daher in dieser Zeit bei uns in der besten Qualität erhältlich.

Quietschen als Frischetest

Frischen Spargel erkennt man an der frischen Anschnittstelle die nicht hohl ist, den geschlossenen Köpfen und seiner Festigkeit. Fällt er auf harten Boden zerspringt er in frischen Zustand wie Glas. Ein praktischerer Test ist aber, wenn man Spargelstangen aneinander reibt, bei Frischen erzeugt das quietschende Geräusche.

Richtig zubereiten

Weißen Spargel wird ab ca. zwei bis vier Zentimeter unterhalb des Kopfes möglichst sparsam geschält, dafür eignet sich ein handelsüblicher Gemüsespar- oder Spargelschäler. Beim grünen Spargel reicht es das untere Drittel zu schälen. Die Enden des Spargels werden rund zwei Zentimeter abgeschnitten. Der Spargel sollte dann möglichst in gleicher Dicke und Länge aufrecht im Topf gekocht werden, da die Köpfe schneller durch sind als der Rest. Zehn bis 20 Minuten kochen reichen aus, grüner Spargel ist bereits nach zehn Minuten gar.

Lagerung

Spargel sollte idealerweise frisch gegessen werden, er hält sich aber auch im Kühlschrank für zwei bis drei Tage, am besten in ein feuchtes Tuch gewickelt. Erntefrisch-schockgefroren ist er das ganze Jahr über genießbar.

Wir wünschen euch mit unseren Tipps eine genussvolle Spargelsaison!

Titelbild: pixabay.com

Tornado in der Slowakei

Tornados sind in der Slowakei sehr selten, es gibt nur sehr wenige dokumentierte Beobachtungen von Tornados in diesem Teil Europas. Vor 2018 gab es fast überhaupt keine Fotos von diesem Wetterphänomen in der Slowakei.

Frontenkarte für den Donnerstag, 22. April 2021 um 2, 8 und 14 Uhr MESZ. Quelle:
DWD.

Am Donnerstag, 22. April 2021 überquerte das Frontensystem eines Skandinavientiefs Mitteleuropa, in den Mittagsstunden erreichte die Kaltfront dann die Slowakei. Im Zuge des Kaltfrontdurchgangs wurden von den Wettermodellen gewittrige Schauer vorhergesagt, aufgrund der meteorologischen Bedingungen allerdings keine Unwetterereignisse erwartet.

Kleinskalige Entwicklungen im Osten der Slowakei führten jedoch zur Ausbildung eines Tornados, in den frühen Nachmittagsstunden wurde in der Nähe der Stadt Košice eine Trichterwolke gesichtet. Eine Analyse der Beobachtungsdaten zeigte, dass insbesondere starke Windscherung in den untersten Atmosphäreschichten, als eine der wichtigsten Zutaten für die Entstehung von Tornados, für die Entwicklung mitverantwortlich war.

Dokumentiert wurden meist nur leichte Schäden an den Gebäuden, wie z.B. abgedeckte Dächer und Metallteile, die von den Dächern der Wirtschaftsgebäuden weggefegt wurden. Auch abgebrochene Äste sowie umgeknickte kleinere Bäume wurden beobachtet.

Die Zerstörungskraft des Tornados würde demnach der ersten Stufe F0 an der Fujita-Skala entsprechen.

Gepostet von Martin Žec am Donnerstag, 22. April 2021

Gepostet von Martin Žec am Donnerstag, 22. April 2021

Gepostet von Martin Žec am Donnerstag, 22. April 2021

 

Hier sind noch zwei interessante Videos aus den sozialen Netzwerken:

 

Titelbild: Tornado bei Kosice, Slowakei @ https://www.facebook.com/meteovychod

Kaltfront räumt gewitterträchtige Luft von Norden her aus

Regenschauer - pixabay.com

Am heutigen Dienstag wurden verbreitet 12 bis 18 Grad erreicht. Dabei war es im Westen und Norden des Landes am mildesten. Dazu gingen am Nachmittag vom Münsterland bis zur Lausitz sowie von Thüringen bis nach Niederbayern verbreitet Schauer und einige Gewitter nieder.

Blitzverlauf am Dienstag bis 18 Uhr - UBIMET, nowcast.de
Blitzverlauf am Dienstag bis 18 Uhr – UBIMET, nowcast.de

Am Mittwoch im Süden unbeständig

In den kommenden Stunden ändert sich aber die Lage allmählich, denn die Kaltfront von Skandinavientief ZOHAN erreicht von Norden her Deutschland. Somit verlagert sich der Schauer- und Gewitterschwerpunkt am morgigen Mittwoch in die Südhälfte des Landes. Hier bleibt es zudem mit maximal 15 bis 19 Grad frühlingshaft mild. Im Norden wird es hingegen schon deutlich kühler im Vergleich zu den heutigen Höchstwerten. Besonders an der Nordsee stehen oft einstellige Temperaturen auf dem Programm. Zumindest bleibt es hier bei teils starkem Nord- bis Nordwestwind meist trocken.

Schauer- bzw. Gewitterwahrscheinlichkeit für Mittwoch, 21. April - UBIMET
Schauer- bzw. Gewitterwahrscheinlichkeit für Mittwoch, 21. April – UBIMET
Höchstwerte am Mittwoch - UBIMET
Höchstwerte am Mittwoch – UBIMET
Maximale Windböen am Mittwoch - UBIMET
Maximale Windböen am Mittwoch – UBIMET

Am Donnerstag landesweit kühler

Bereits Donnerstagmorgen überquert die Kaltfront auch den Alpenraum und die letzten Schauer und Gewitter verlassen bald auch den äußersten Süden der Bundesrepublik. Nachfolgend sind nur noch im Nordosten ein paar Schauer mitsamt teils stürmischer Böen einzuplanen. Es wird aber mit maximal 9 bis 14 Grad landesweit kühler. Mehr als 15 Grad sind dann nur noch im äußersten Süden und Südwesten in Reichweite.

Schauer- bzw. Gewitterwahrscheinlichkeit für Donnerstag, 22. April - UBIMET
Schauer- bzw. Gewitterwahrscheinlichkeit für Donnerstag, 22. April – UBIMET
Höchstwerte am Donnerstag - UBIMET
Höchstwerte am Donnerstag – UBIMET
Maximale Windböen am Donnerstag - UBIMET
Maximale Windböen am Donnerstag – UBIMET

 

 

Titelbild: Regenschauer – pixabay.com

Milde Aussichten, zuvor noch gewittrig

Am Mittwoch liegt der Alpenraum unter dem Einfluss einer schwachen Hochdruckbrücke, die sich von den Britischen Inseln bis zum Mittelmeer erstreckt.

Frontenkarte für Mittwoch, den 21. April 2021. Quelle: DWD.

Somit kommen wir in den Genuss von mehr Sonnenschein und die Temperaturen steigen noch etwas an. Maximalwerte von 19 Grad sind in allen Bundesländern in Reichweite und es wird landesweit sehr mild.

Temperaturmaxima für Mittwoch, den 21. April.

Auf so richtig frühlingshaftes Wetter müssen wir allerdings noch etwas warten, denn das schaueranfällige Aprilwetter hat uns noch einiges zu bieten. Im Vorfeld einer Kaltfront über Deutschland wird die Luftmasse noch etwas labilisiert und damit steigt die Schauerneigung neuerlich überall an. Mit der Sonneneinstrahlung bilden sich in der labilen Luft wieder Quellwolken und am Nachmittag lebt die Schauertätigkeit wieder auf. Vor allem nördlich der Donau sowie in den südlichen Kalkalpen sind auch Gewitter möglich.

Schauer- bzw. Gewitterwahrscheinlichkeit für Mittwoch, 21. April.

Am Donnerstag Kaltfrontdurchzug

Am Donnerstag erreicht die Kaltfront des Tiefs ZOHAN, dass dann über dem Baltikum liegt, von Nordwesten her die Alpen und im Tagesverlauf greift sie auch auf den Süden über. Mit dem Frontdurchzug sind erneut teils kräftige Regenschauer und auch Gewitter zu erwarten. Große Regenmengen sind nicht zu erwarten, mit Gewittern ist aber stellenweise mit Starkregen und kleinkörnigem Hagel zu rechnen.

Prognostizierten Regenmengen für Donnerstag.

 

Schauer- und Gewitterrisiko am Donnerstag.

Hinter der Front gelangt wieder etwas kühlere, aber auch trockenere Luft ins Land, mit immer mehr Sonnenschein bleibt es in den kommenden Tagen dennoch etwas milder als die Tage zuvor.

Entwicklung der Temperatur in etwa 1500 m Höhe und Niederschlag für Wien. Quelle: ECMWF.

 

Saudi Arabien: Hagel, Schnee und Starkregen verwandeln die Wüste

Schnee und Hagel in der Wüste (Symbolbild) - pixabay.com

Am vergangenen Wochenende ereigneten sich in Saudi Arabien kräftige Gewitter mit Starkregen und großen Mengen an Hagel. In den höheren Lagen im Norden des Landes war der Schnee auch wieder ein Thema. Gebietsweise wurden schwere Überflutungen gemeldet. Vor allem aufgrund der Hagelakkumulation sind neuerlich bemerkenswerte Bilder aus den Wüstenregionen entstanden.

 

 

Titelbild: Schnee und Hagel in der Wüste (Symbolbild) – pixabay.com

19. April 2017: Schneesturm am Alpenostrand

Die Monatsmitteltemperatur im April entspricht in den Niederungen mit 10 Grad etwa der durchschnittlichen Jahrestemperatur. Allerdings kann es im April mit Kaltluftausbrüchen aus Norden geradezu winterlich sein, während warme Luft aus den Subtropen mitunter schon für sommerliche Verhältnisse sorgt. Diese Aprilwetter-Extreme wurden uns in den letzten Jahren deutlich vor Augen geführt: Während es am 20. April 2018 den zweitfrühesten „30er“ der Messgeschichte gab, kam es am 19. April 2017 zu einem regelrechten Schneesturm am Alpenostrand mit Schnee bis Wien. Heuer präsentiert sich der April zwar von seiner kalten Seite mit Schnee teils bis in tiefe Lagen, so eine extremes Ereignis wie im 2017 gab es aber nicht.

Schnee bis Wien

Am 19. April 2017 lag der Alpenraum unter dem Einfluss eines Mittelmeertiefs, das sich nordostwärts in Richtung Ungarn verlagerte („Vb-Tief„). Mit einer nordöstlichen Höhenströmung führte dies sehr feuchte Luftmassen in die Osthälfte Österreichs, gleichzeitig strömten von Norden her immer kältere Luftmassen ins Land. Die Schneefallgrenze sank somit bis ins Flachland und der Wind wehte kräftig mit stürmischen Böen aus Nord. Am Nachmittag musste die Wiener Außenring Autobahn (A21) schließlich in beide Fahrrichtungen komplett gesperrt werden und auch Teile der Westautobahn (A1) wurden für den Verkehr geschlossen.

A21 am 19. April 2017. © ASFINAG
Die A21 am 19. April 2017. © ASFINAG

Die Temperaturen kamen in mittleren Höhenlagen nicht über den Gefrierpunkt hinaus, so lag der Höchstwert in Mariazell bei -2.8 Grad, dazu gab es hier in Summe fast einen Meter Neuschnee. Ein paar Zentimeter Nassschnee gab es aber sogar in der Wiener Innenstadt! Anbei die gemeldeten Schneehöhen am 20. April 2017 um 8 Uhr in der Früh:

  • 92 cm Mariazell (866 m, ST)
  • 86 cm Lunz am See (614 m , NÖ)
  • 57 cm Mooslandl / Hieflau (470 m, ST)
  • 18 cm Rekawinkel / Pressbaum (374 m, NÖ)
  • 5 cm Wiener Neustadt (285 m, NÖ)
Schneefall
Schneesturm in Mariazell. © https://www.mariazell.at/


Die Österreichische Unwetterzentrale hatte Schneewarnungen mit der höchsten Stufe für das Mariazellerland und dem Semmeringgebiet ausgegeben. In exponierten Lagen des Alpenostrand kam es zudem zu massiven Schneeverwehungen.

Schnee
Schneesturm im Süden von Wien. © http://www.zesch.com
Schneewarnungen vom 19. bis 20. April 2017. © www.uwz.at / UBIMET
Schneewarnungen vom 19. bis 20. April 2017. © www.uwz.at / UBIMET

Noch ergiebiger fielen die Mengen auf den Bergen aus, so gab es in den Niederösterreichischen Voralpen in 1.100 m Seehöhe bis zu 150 cm Neuschnee! Die Lawinengefahr erreichte am 20. April in den Ybbstaler Alpen sogar die höchste Stufe 5. Spannende Bilder der Schneemassen rund um das Triestingtal in Niederösterreich gibt es auch hier.


2018: Hitze im Frühling

Dass der April aber auch anders kann, zeigte er im Jahr 2018. Mit einer Abweichung von knapp 5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel war dies nicht nur der wärmste April seit rund 200 Jahren, auch in Punkto Hitze hatte er schon ein Wort mitzureden. So wurde am 20. des Monats in Salzburg die 30-Grad-Marke erreicht, Tags darauf war es auch in Wien so weit.

Sonnenschein
Hochsommerliches Wetter in Salzburg. ©www.foto-webcam.eu
Temperaturabweichungen im April seit 1991 (Jahr 2021 vorläufig mit Stand 16.4.)

Titelbild © Adobe Stock

Was Hurrikans, Zyklone und Taifune unterscheidet

Als Hurrikan wird ein tropischer Wirbelsturm bezeichnet, der im einminütigen Mittel eine Windgeschwindigkeit von mindestens 118 km/h aufweist und im Bereich des Atlantiks und des Nordostpazifiks auftritt. Der Begriff Hurrikan leitet sich von Huracán ab, dem Maya-Gott des Windes, des Sturmes und des Feuers. In anderen Regionen der Erde ist der Hurrikan hingegen unter anderen Namen bekannt: So heißt das gleiche Phänomen in Ostasien und im Westpazifik Taifun, im Indischen und im Südpazifik Zyklon und in Australien und Indonesien Willy-Willy (inoffizielle Bezeichnung).

Entstehung und Auftreten

Tropische Wirbelstürme entstehen für gewöhnlich in der Passatwindzone über den Weltmeeren. Eine Grundvoraussetzung für deren Bildung sind hohe Wassertemperaturen  (besonders effektiv ab etwa 26 Grad), da dann große Wassermengen verdunsten, die dem thermodynamischen System bei seiner Entwicklung enorme Energiemengen bereitstellen. Entsprechend treten die meisten tropischen Wirbelstürme in den Sommer- und Herbstmonaten der jeweiligen Regionen auf.

Struktur und Auswirkungen

Mit einem Durchmesser von einigen hundert Kilometern und einer Lebensdauer von mehreren Tagen gehören tropische Wirbelstürme zu den größten und langlebigsten meteorologischen Erscheinungen. Sie sind gekennzeichnet durch großflächige organisierte Konvektion und weisen eine geschlossene zyklonale Bodenwindzirkulation auf. Darüber hinaus kommt es bei entsprechender Intensität zur Ausbildung eines wolkenarmen Auges im Zentrum des Sturms, wo der Luftdruck im Extremfall unter 900 hPa sinkt. Am Rande des Auges treten die höchsten Windgeschwindigkeiten von teils mehr als 300 km/h auf. Neben dem starken Wind sind vor allem sintflutartige Regenfälle sowie Sturmfluten die größte Gefahr.

Saffir-Simpson-Skala

Es gibt unterschiedliche Skalen für die Klassifizierung der  Windstärken von tropischen Wirbelstürmen. Im Atlantik erfolgt dies mittels der sogenannten Saffir-Simpson-Skala, die in fünf Kategorien unterteilt ist. Nicht verwechseln darf man allerdings einen Hurrikan bzw. Taifun mit einem Tornado! Dieser entsteht auf völlig unterschiedliche Art und Weise im Bereich von Superzellengewittern und weist somit entsprechend andere Eigenschaften auf. Allein seine horizontale Ausdehnung ist um etwa das Tausendfache geringer.

Im Osten zu Wochenbeginn stellenweise kräftiger Regen

Das Wetter ist derzeit alles andere als frühlingshaft. Vor allem im Norden und Osten ist es seit Tagen dicht bewölkt und die Temperaturen liegen weiter unter dem jahreszeitlichen Schnitt. Leider blieb bisher der aber auch so dringend benötigte Regen aus. Wie in der Grafik ersichtlich, verlief nämlich der Frühling bisher in weiten des Landes deutlich zu trocken.

Rückblickend betrachtet steuern wir dem trockensten Frühling seit mindestens 20 Jahren entgegen. Ähnlich trocken wie heuer war es nur im Vorjahr sowie 2003.

Die Niederschlagsabweichungen im Frühling seit 2000.

Teils sehr nass zu Wochenbeginn

Ein Tief über Ungarn lenkt wieder deutlich feuchtere und mildere Luft in den Norden und Osten. Somit ist nun zu Beginn der neuen Woche wieder mehr Regen in Sicht. Entlang der Nordalpen kommen bis Dienstagfrüh in den Staulagen etwa 15 bis 25 Liter, im Bereich der Eisenwurzen auch über 30 Liter zusammen. Auch am Dienstag selbst ziehen noch einige Regenschauer und einzelne Gewitter durch.

24 Stunden Mengen bis Dienstagfrüh (ICON) ©UBIMET/DWD

Besonders für die Landwirtschaft ist der Regen in den nächsten Tagen wichtig. Die Böden im Osten des Landes leiden bereits an starker Trockenheit, da ist jeder Regentropfen willkommen.

Aber nicht nur der Osten und Norden leidet unter der Trockenheit. Auch im Süden fiel in diesem Frühling bisher nur wenig Regen. Zwar sind in den kommenden Tagen ein paar gewittrige Regenschauer zu erwarten, flächendeckender Regen ist hier vorerst aber nicht in Sicht.

Titelbild: pixabay.com

Am Montag im Osten kräftiger Regen

Derzeit liegt Österreich in einer Tiefdruckrinne, die sich von Sardinien über die Alpen bis nach Russland erstreckt. In dieser Rinne sind mehrere Tiefs eingelagert, eines davon liegt am Montag über Ungarn und steuert aus Osten feuchte Luft nach Österreich.

Aktuelle Situation in Europa per Satellitenbild

Im Nordstau ergiebiger Regen

In der Nacht zum Montag kommt allmählich von Ungarn her Regen auf und Montagfrüh regnet es östlich der Linie Linz-Graz bereits verbreitet. Während der Regen im Flachland immer wieder Pause einlegt und tagsüber mehr Schauercharakter annimmt, regnet es im Stau der Alpen durchgehend und somit auch ergiebig.

24-h Regenmengen bis Dienstagfrüh (Modell ICON)

Am meisten Regen fällt von der Eisenwurzen über die Ybbstaler Alpen bis zum Wienerwald, aber auch im Rax-Semmering Region kommen einige Liter zusammen. Da mit dem Regen auch etwas mildere Luft herangeführt wird, steigt die Schneefallgrenze von 800 m tagsüber gegen 1200 m an. Am Dienstagvormittag geht der kräftige Regen dann auch im Stau zu Ende, danach muss man sich auf schaueranfällige Aprilwetter einstellen.

Dringend notwendiger Regen

Der Regen ist aber auch dringend notwendig, da das Frühjahr bisher vor allem im Osten und Süden viel zu trocken ausgefallen ist.

Während das Tief im Osten etwas Linderung schafft, bleibt es im Süden viel zu trocken. Zwar sind in den kommenden Tagen auch im Süden ein paar gewittrige Regenschauer zu erwarten, flächendeckender Regen ist aber weiterhin nicht in Sicht.

Quelle Titelbild: Adobe Stock

April bislang kalt wie seit vielen Jahren nicht mehr

Frostschutz

Der April 2021 war bislang deutlich kälter als im Mittel von 1981 bis 2010, so liegt die Abweichung im Flächenmittel über ganz Österreich derzeit bei -2 Grad. Besonders markant sind die Abweichungen im Bergland und im Norden, etwas geringer dagegen im Süden.

Vorläufige Temperaturabweichungen im April 2021 (Stand: 16.4.21).

Wenn man die aktuellen mittelfristigen Prognosen betrachtet, deutet einiges darauf hin, dass sich bis Monatsende nicht mehr allzu viel daran ändern wird, da die Modelle in der letzten Monatsdekade unterdurchschnittliche bis maximal durchschnittliche Temperaturen berechnen. Es gibt allerdings noch Unsicherheiten: Sollte das Monatsende doch wärmer als derzeit gedacht ausfallen, würde die Gesamtbilanz weniger kühl ausfallen.

Der Trend zeigt unterdurchschnittliche bis durchschnittliche Temperaturen. © ECMWF

Kältester April seit 1997

Landesweit dürfte der April damit als erster zu kühler Monat seit dem Mai 2020 abschließen. Um eine vergleichbare negative Abweichung zu finden, muss man allerdings bis zum Mai 2019 zurückschauen, der 2,5 bis 3 Grad zu kalt war. Der letzte zu kalte April mit einer Abweichung unter -1 Grad ist dagegen schon einige Jahre, nämlich im Jahr 2001. Der letzte stark zu kalte April war hingegen 1997.

Temperaturabweichungen im April seit 1991 (Jahr 2021 vorläufig mit Stand 16.4.)

Viele Frosttage

Örtlich wurden bei den Tiefstwerten neue Stationsrekorde für den Monat April aufgestellt, wir berichteten darüber bereits hier. Bemerkenswert ist allerdings auch die Anzahl an Tagen mit Frost, so wurden mit Klagenfurt, Innsbruck, Salzburg und Bregenz in vier Landeshauptstädten sogar neue Bestmarken für das aktuelle Jahrhundert aufgestellt. In zwei weiteren wurden die Bestmarken aus dem Jahre 2003 immerhin egalisiert (Linz und Graz).

Frostage im April 2021 (Stand: 17.4.21). © UBIMET

Ganz Mitteleuropa betroffen

Der April war bislang nicht nur in Österreich, sondern weit über Mitteleuropa hinaus kühler als üblich. Auch in Westeuropa kam es zu einigen Stationsrekorden, besonders betroffen war u.a. Frankreich, wo es zu teils extremen Frostschäden kam: Hunderttausende Hektar Land wurden vom sog. „schwarzen Frost“ zerstört, also von trockener Kälte mit stark frostigen Nächten ohne Morgentau. In einigen Regionen rechnet man mit 50 bis 100 Prozent Ausfälle bei der Ernte etwa von Pfirsichen, Äpfeln, Pflaumen, Kiwis, Aprikosen, aber auch von Trauben oder Zuckerrüben. Deutlich zu warm war es dagegen in Russland und im Mittleren Osten.

Temperaturanomalien im April bis einschließlich 16.4. inkl. 7-Tages-Prognose. © K. Haustein

Wenn man die Frosttage im April in den vergangenen 30 Jahren betrachtet, stellt 2021 einen Ausreißer nach oben dar. Auch in der Schweiz gab es im April seit 1997 etwa in Basel, Bern und Luzern nicht mehr so viele frostige Nächte wie in diesem Jahr. Wenn man allerdings weiter zurück schaut, findet man durchaus einige Jahre mit mehr Frosttagen als heuer, ganz besonders zu Anfang des 20. Jahrhunderts.

Frostttage im April in Bern (Tiefstwert unter 0 Grad). © MeteoSchweiz

Titelbild © AdobeStock

Taifun Surigae: Pazifische Taifunsaison 2021 startet durch

Taifun Surigae zieht aktuell zwischen den Yap Inseln und Palau west- bis nordwestwärts in Richtung der Philippinen (dort erhielt er den Namen „Bising“). Sein Kerndruck beträgt aktuell 975 hPa, die Windgeschwindigkeiten bewegen sich zwischen122 und Böen von bis zu 176 km/h. Die Wassertemperaturen in dieser Region liegen aktuell im Bereich von 29 bis 30 Grad.

Der Taifun am Freitag (zum Vergrößern auf die Animation klicken). © JMA/ UBIMET

Der Sturm wird sich im Laufe der kommenden Tage weiter verstärken und dabei der Philippinischen Ostküste, insbesondere der Insel Samar annähern. Allerdings dreht er nach aktuellen Berechnung immer weiter nach Nord ab, sodass sein Zentrum die unmittelbare Küstenregion nicht erreichen sollte – es gibt allerdings noch einige Unsicherheiten. Zwischen Sonntag und Montag erreicht er seine höchste Intensität mit Spitzenböen von über 250 km/h.

Die Prognose der Zugbahn des Taifuns. © JTWC

365 Tage Saison

Im Gegensatz zu den Hurrikans im Atlantik können sich im Pazifik praktisch zu jeder Jahreszeit Tropenstürme bilden – die Saison hat also keinen echten Anfang und kein Ende, allerdings gibt es auch hier eine deutliche Häufung zwischen Juli und November mit einem Maximum rund um September. In der Statistik findet man den frühesten Taifun des Jahres am 2.Januar 1979 und den spätesten am 30. Dezember 2000. Tatsächlich geht die Saison aber nicht am Jahresanfang los, sondern eher Mitte Februar, da im Jahresmittel die Wahrscheinlichkeit für einen Taifun rund um den 11. Februar am geringsten ist.

Titelbild © https://rammb.cira.colostate.edu/

Halbzeitbilanz Frühling 2021

Markant war in diesem Frühjahr bisher die Trockenheit. Wirklich kräftige Tiefs mit viel Niederschlag blieben weitgehend aus, demzufolge weist die Regen- und Schneebilanz zur Halbzeit ein dickes Minus auf. Konkret sind über ganz Österreich betrachtet bis dato nur 57% jenes Niederschlags gefallen, wie üblicherweise in der 1. Frühlingshalbzeit. Besonders trocken war das Frühjahr seit 1. März im Süden, Südosten und Osten. In Mallnitz (Kärnten) z.B. beträgt das Minus sogar 81%, d.h. nur 19% der Norm ist hier zusammengekommen.

Der Frühling verlief bis dato viel zu trocken.

Rückblickend betrachtet steuern wir damit dem trockensten Frühling seit mindestens 20 Jahren entgegen. In der nachfolgenden Grafik sind die Abweichungen (jeweils des gesamten Frühlings) seit dem Jahr 2000 aufgetragen. Ähnlich trocken wie heuer war es nur im Vorjahr sowie 2003.

Die Niederschlagsabweichungen im Frühling seit 2000.

Kommen wir zu den Temperaturen: Ende März bzw. Anfang April gab es ja einen kräftigen Wärmeschub mit frühsommerlichen Temperaturen, davor und auch danach wieder jedoch markante Kaltluftvorstöße. Folglich bilanziert die Temperatur zur Halbzeit ziemlich ausgeglichen, es gibt keine großen Abweichungen nach oben oder unten. Tendenziell war es im Bergland des Westens und Südwestens etwas zu kühl, nach Südosten zu etwas zu mild.

Durchschnittlich präsentieren sich die Temperaturen im Mittel.

Auch hier schauen wir auf die vergangenen 20 Jahre: Unspektakulär sind die Abweichungen wie erwähnt 2021, gab es doch in der Vergangenheit schon Frühlinge mit Abweichungen von teils +2 Grad (2007 + 2018). Generell fällt auf, dass seit 2000 kaum noch markant zu kalte Frühjahre auftraten, fast immer war es zu warm.

Die Temperaturabweichungen im Frühling seit 2000.

Der Frühling 2021 dauert aber ja noch eineinhalb Monate, da kann noch viel passieren!

Aprilwetter par excellence

Eine festgefahrene atmosphärische Konstellation beschert uns das berühmte wie berüchtigte Aprilwetter.

Zwischen einem Hoch über den Britischen Inseln, mit dem treffenden namen QUEEN,  und einem Tiefdruckkomplex über dem westlichen Russland strömt arktische Polarluft bis zum Mittelmeer. Somit verbleibt Deutschland auch in den kommenden Tagen in einer kalten nördlichen Strömung.

Die unten stehende Grafik zeigt den Weg der Luftmasse, die aus der polaren Region kommend am Donnerstag 15. April im Süden Deutschlands vorzufinden ist.

Rückwärtstrajektorie für die Luftmasse in München am Donnerstag 15. April. Quelle: NOAA

Das untenstehende Satellitenbild zeigt das typische Aprilwetter, in der kalten Luft bilden sich tagsüber mit Hilfe der nun schon recht kräftigen Sonneneinstrahlung zahlreiche Quellwolken und oft gehen Regen- oder Schneeregenschauer nieder. Auch Graupelschauer können dabei sein, denn die Luft in der Höhe ist sehr kalt.

Wie schnell das Aprilwetter umschlagen und wie ungemütlich es sein kann, zeigen die Bilder aus Dachau am Mittwochnachmittag. Zwischen den beiden Bildern liegt nur eine knappe halbe Stunde.

Frostige Nächte

Besonders unangenehm sind wohl die Nächte. Tagsüber erheitert der eine oder andere Sonnenstrahl das Gemüt, aber in der Nacht wird man wieder in den Winter zurückgeworfen.

Fast in ganz Deutschland sinken die Temperaturen derzeit in den Frostbereich. Ganz im Süden muss man sogar mit mäßigem Frost rechnen.

Deutschlandweit ist der April bis jetzt deutlich zu kühl ausgefallen, die mittlere Temperatur liegt nämlich etwa 4 Grad unter dem Durchschnitt der Jahre 1991-2020. Zudem ist in diesem Frühjahr (wenn auch nicht Rekordverdächtig) die Anzahl der Frosttage, d. h. wenn das Temperaturminimum unter 0 Grad liegt, im Vergleich zu den vergangenen 10 Jahren deutlich gestiegen.

München z. B. hat seit dem 01. März ganze 19 Frosttage verzeichnet, bisher waren es zwischen 3 und 12, nur das Rekordjahr 2013 hat mit 25  Tagen mehr Frosttage gehabt.

Etwas mildere Aussichten

Auch in den kommenden Tagen bleibt das Wetter wechselhaft, bis zum Wochenende muss verbreitet mit Nachtfrost gerechnet werden. Nach dem Wochenende wird es allmählich etwas milder, wie am Temperaturtrend für München abzulesen ist.

Temperaturtrend für München für die kommenden 10 Tage. Quelle: EZMWF.

Die Unsicherheit ist aber dennoch gegeben, an der Länge der Balken hinten raus sichtbar. Auf das richtig frühlingshafte Wetter werden wir wohl noch etwas warten müssen.

 

April zeigt uns weiter die kalte Schulter

Später Schnee im Frühling ist keine Seltenheit.

Exemplarisch für die mittlerweile herrschenden Temperaturen steht der gestrige Dienstag. Um 6,6 Grad zu kalt im Vergleich zum langjährigen Mittel verlief dieser über das ganze Land betrachtet, die blaue Farbe auf folgender Grafik – sie zeigt die Abweichungen gestern – spricht Bände.

Deutlich zu kalt war der gestrige Dienstag.

In ähnlicher Tonart ging es dann vergangene Nacht weiter. Zweistellige Minusgrade Mitte April sind selbst in den Alpentälern nicht alltäglich, Lech am Arlberg wachte bei eisigen -12 Grad auf!

Frostig kalt verlief die Nacht nicht nur im Bergland.

Warum ist es nun derzeit so kalt? Der Grund ist wie so oft auf der Bodenwetterkarte des DWD zu finden. Hoch QUEEN erstreckt sich von Großbritannien bis Schweden – das bringt uns aber herzlich wenig. Zwischen dem Hoch und Tief XANDER über Osteuropa strömt nämlich seit Wochenbeginn sehr kühle und feuchte Luft heran.

Die Wetterlage ist derzeit festgefahren.

Nun die noch schlechtere Nachricht: In dieser Tonart geht es auch bis Ende der Woche weiter, gut zu sehen an der Temperaturentwicklung für Wien bzw. Graz. Normal zu dieser Jahreszeit wären Höchstwerte von rund 16 Grad, da hinken wir doch deutlich hinterher mit oft nur 8-11 Grad.

Die frustrierenden Aussichten bis Montag.

Diese wiederholt kühle Wetterphase (eine gab es ja schon vergangene Woche) hat zur Folge, dass der April Stand jetzt zu kalt ausfallen würde. -1,2 Grad beträgt derzeit das Defizit österreichweit, der letzte derart unterkühlte April liegt knapp 20 Jahre zurück (2001 und 2003)!

Der April 2021: Mittlerweile unterdurchschnittlich temperiert.

Quelle Titelbild: pixabay

Kaltfront brachte Temperatursturz um knapp 20 Grad

Schnee im Frühling - pixabay.com

Zu Beginn eine Animation der Höchstwerte im Vergleich von gestern zu heute. Besonders massiv ist der Rückgang der Temperaturen vom Weinviertel bis ins Südburgenland und die Südsteiermark ausgefallen, wo ja zu Wochenbeginn noch der Frühling mit bis zu 20 Grad herrschte.

Höchstwerte gestern und heute im Vergleich

Hier jene Orte bzw. Wetterstationen mit dem markantesten Temperatursturz. Auf der Hohen Wand am Alpenostrand gab’s gestern noch T-Shirt-taugliche 16,8 Grad, heute früh dann Schneefall und nur noch -2,5 Grad. Macht fast 20 Grad Absturz!

Station Höchstwert gestern Temperatur heute Früh Rückgang von…
Hohe Wand 16,8°C -2,5°C -19,3 Grad
Puchberg 18,1°C 0,7°C -17,4 Grad
Pottschach 19,7°C 2,4°C -17,3 Grad
Mattersburg 19,7°C 2,4°C -17,3 Grad
Seibersdorf 20,0°C 2,8°C -17,2 Grad
Mönichkirchen 14,4°C -2,6°C -17,0 Grad
Aspang  18,6°C  1,7°C -16,9 Grad
Gutenstein  16,1°C  -0,7°C -16,8 Grad
Hollenthon 15,9°C -0,8°C -16,7 Grad
Besonders in den Alpen gab es planmäßig einige Zentimeter Neuschnee, hier die Mengen seit Mitternacht. Schwerpunkte waren Tirol, Salzburg und Kärnten. Auf den Bergen sind hier 20-40 cm Neuschnee dazugekommen, in den Tälern stechen Langen am Arlberg mit 20 cm und Ramsau mit 15 cm hervor.
Neuschneemengen seit Mitternacht

In Summe liegen im Bergland teils beachtliche Mengen für Mitte April:

Gemessene Schneehöhen am Dienstagmorgen

Abschließend noch ein paar winterliche Impressionen quer verteilt über Österreich:

Tannheim:

Neuschnee im Tannheimertal

Innsbruck:

Neuschnee in Innsbruck

Großraum Villach:

Neuschnee in Kärnten

Bucklige Welt:

Neuschnee in der Buckligen Welt

Quelle Titelbild: pixabay

Große Gegensätze durch Kaltfront

Ganze 20 Grad beträgt die Temperaturdifferenz zwischen dem Westen und dem Osten Österreichs zu Montagmittag. Rund um den Arlberg und im Außerfern liegen die Temperaturen bereits leicht im Frostbereich, im Rheintal werden +2 Grad gemessen. Mit jedem Kilometer nach Osten ist es wärmer, bei bis zu 19 Grad liegen die Temperaturen dagegen im Burgenland oder im Wiener Becken.

Aktuelle Temperaturen um 11:20 Uhr @ UBIMET

 

Das Zusammenspiel aus Kaltfront und Italientief sorgt jedoch dafür, dass nun auch im Osten rasch Wolken aufziehen, am späten Nachmittag kommt Regen dazu. Generell wird es dann landesweit nass, in der Nacht auf Dienstag sinkt die Schneefallgrenze inneralpin bis in die Täler. Hier wird es am Dienstag ein spätwinterliches Erwachen mit Neuschnee geben. Am meisten fällt nach derzeitigem Stand vom Brenner über das Zillertal bis zu den Tauerntälern und in Osttirol, hier sind 15 bis 25 cm Neuschnee zu erwarten.

Prognose der Neuschneemenge über 24h bis Dienstagvormittag @ UBIMET

 

Entlang der Donau, im östlichen Flachland und im Südosten bleibt es mehrheitlich beim Regen oder Schneeregen, auch am Dienstag tagsüber. Doch egal in welcher Konsistenz der Niederschlag nun fällt, er wird dringend benötigt. Denn bisher ist der Frühling in weiten Landesteilen, besonders jedoch im Süden und Osten viel zu trocken ausgefallen. Die Vegetation wird sich darüber freuen.

Niederschlagsabweichung vom Klimamittel für den Frühling 2021 (01.03. bis 11.04.) @ UBIMET

Wochenausblick: Neuerlich Kälterückfall mit Schnee

Österreich liegt heute noch auf der Vorderseite eines Tiefs mit Kern über Deutschland in einer milden und föhnigen Südwestströmung. Am Montag erreicht dann die Kaltfront des Tiefs den Alpenraum und überquert bis Dienstag das Land. Dabei sinkt die Schneefallgrenze entlang der Nordalpen rasch bis in die Tallagen. In der Nacht auf Dienstag bildet sich entlang der Front ein Italientief, das sich am Dienstag selber in Richtung Ungarn verlagert und dabei auch im Südosten kurzzeitig für nassen Schnee teils bis ins Flachland sorgt. Und auch nachfolgend bleibt es nasskalt: Mit einer nördlichen Strömung werden anhaltend dichte Wolken, Schnee und Regen vor allem an die Alpennordseite geführt. Im Osten bleibt es zudem windig. Erst ab Freitag deuten sich wieder zweistellige Plusgrade an.

Aussichten im Detail:

Am Montag scheint im Osten noch zeitweise die Sonne, von Westen her breiten sich tagsüber mit kräftig auffrischendem Westwind aber immer mehr Wolken und schauerartig verstärkter Regen aus. Am Nachmittag sind dann auch im Osten und Südosten Schauer sowie lokale, kurze Gewitter einzuplanen. In Vorarlberg und in dem Tiroler Oberland sinkt die Schneefallgrenze im Tagesverlauf oder spätestens in der Nacht auf Dienstag bis in viele Täler ab. Hier liegen die Höchstwerte teils nur noch bei 2 Grad, während im Seewinkel noch einmal bis zu 20 Grad erreicht werden.

In der Nacht auf Dienstag verlagert sich der Schwerpunkt des Niederschlags in den Südwesten des Landes: In Osttirol und Kärnten schneit es zunehmend kräftig und mit der Niederschlagsintensität sinkt die Schneefallgrenze auch hier bis in die Tieflagen. Entlang der Nordalpen und hier besonders von den Zillertaler Alpen bis ins Mariazellerland schneit es verbreitet bis in die Tallagen weiterhin teils kräftig.

Am Dienstag bleibt es trüb mit nassem Schneefall bis in die Niederungen, im Bergland muss man mit einigem Neuschnee rechnen. Nur in der Osthälfte mischt sich anfangs unterhalb von 400 m noch Regen dazu, im Laufe des Tages sind aber selbst im Flachland Schneeflocken möglich. Bei lebhaftem, im Osten auch kräftigem Nordwestwind kommen die Temperaturen nicht mehr über 0 bis +7 Grad hinaus. Normal wären zu dieser Jahreszeit Höchstwerte zwischen 13 und 15 Grad in den Landeshauptstädten.

Am Mittwoch regnet oder schneit es vom Tiroler Unterland bis in den Osten. Die Schneefallgrenze liegt inneralpin anfangs in den Tälern und steigt tagsüber auf 600 bis 800 m. Überwiegend trocken und mit einigen Auflockerungen geht es südlich des Hauptkamms und Richtung Vorarlberg durch den Tag. Bei weiterhin lebhaftem bis kräftigem Nordwestwind im Osten erreichen die Höchstwerte 3 bis 9 Grad.

Auch am Donnerstag und Freitag bleiben die Wolken vom Tiroler Unterland bis in den Südosten dicht und immer wieder fallen hier Regen und Schnee, dazu bleibt es windig. Etwas freundlicher gestaltet sich das Wetter von Vorarlberg bis nach Oberkärnten, hier sind ab Freitag immerhin wieder über 10 Grad möglich.

Italientiefs: Regen und Schnee in Österreich

Regen

Wenn kalte Luftmassen westlich der Alpen in den Mittelmeerraum vordringen, sind die Bedingungen für die Entstehung von Tiefdruckgebieten rund um dem Golf von Genua aufgrund der Position und Ausrichtung der Alpen besonders günstig. In Österreich kommt dabei meist eine südliche Höhenströmung auf, welche feuchte Mittelmeerluft zu den Alpen führt. Italientief ist aber nicht gleich Italientief, so können die Auswirkungen auf unser Wetter sehr unterschiedlich ausfallen.

Besondere Wetterlagen

Die meisten Italientiefs ziehen vergleichsweise schnell nach Osten oder Südosten ab und sorgen nur vorübergehend für kräftige Niederschläge im Süden Österreichs. Italientiefs stehen allerdings auch im Zusammenhang mit markanten Wetterlagen, welche gebietsweise mit großen Niederschlagsmengen verbunden sind:

  • Ergiebiger Südstau (v.a. Osttirol und Oberkärnten)
  • Gegenstromlage (generell die Alpen)
  • Vb-Tief bzw. „Fünf-b-Tief“ (v.a. Osten und Südosten)

Südstau

Nahezu ortsfeste Tiefdruckgebiete über dem westlichen Mittelmeerraum sorgen in Österreich für eine anhaltende Südströmung. Bevor die Luft auf die Alpen prallt, nimmt sie über dem Mittelmeer viel Feuchtigkeit auf und wird in weiterer Folge in den Südalpen wie ein Schwamm ausgepresst. In Österreich sind davon Osttirol und Oberkärnten besonders stark betroffen.  Je nach Ausrichtung und Stärke der Höhenströmung gibt es dabei die größten Niederschlagsmengen in der Regel im Gail- und Lesachtal oder am Loibl in den Karawanken. Erst Ende August gab es etwa am Nassfeld in Kärnten rund 300 mm Regen in nur zwei Tagen.

Solange keine kühle Luft aus NW eintrifft, weht in den Nordalpen Föhn.

Im Winterhalbjahr kann die Schneefallgrenze bei solchen Lagen selbst bei einer relativ hohen Nullgradgrenze um 2000 m Höhe bis in manche Tallagen absinken: Die Schmelzwärme des Schnees, die der Umgebung entzogen wird, sorgt nämlich in engen Tälern für eine Abkühlung der Luft bis auf 0 Grad. Weitere Hintergründe zum Thema Niederschlagskühlung haben wir kürzlich hier zusammengefasst.

Gegenstromlage

Bei vielen Südstaulagen weht in den Nordalpen gleichzeitig Föhn. Wenn das dazugehörige Höhentief allerdings nahezu ortsfest knapp westlich von Österreich zu liegen kommt, sickert an der Alpennordseite aus Nordwesten kühle Luft ein, die den Föhn abheben lässt. Die südliche Strömung im Kammniveau sinkt dann an der Alpennordseite nicht mehr ab, sondern gleitet über die kühle Luft in tiefen Schichten auf. Der Niederschlag kann aus Süden also auch auf die Alpennordseite übergreifen. Meteorologen sprechen dann von einer Gegenstromlage, da in den Tälern der Nordalpen eine schwache nördliche Strömung aufkommt, während in der Höhe starker Südwind weht. Bei diesen Wetterlagen kann die Schneefallgrenze je nach Niederschlagsintensität dank der Niederschlagsabkühlung bis in manche Täler der Nordalpen absinken, so ist diese Wetterlage meist auch für den ersten Schnee der Saison etwa am Brenner oder im Pinz- und Pongau verantwortlich.

Eine Gegenstromlage sorgt auch in den Nordalpen für Regen bzw. Schneefall.

Vb-Tief

Wenn Italientiefs sich ost- bis nordostwärts über die Adria in Richtung Ungarn und schließlich Polen verlagern, bestehen auch im Osten Österreichs die größten Chancen auf kräftigen Regen bzw. Schneefall. Bei solch einer Zugbahn des Tiefkerns sprechen Meteorologen auch von einem Vb-Tief („Fünf-b-Tief“).

Vb-Tief
Bereits vor über 100 Jahren hat Van Bebber die häufigsten Tief-Zugbahnen analysiert.

Auch bei dieser Wetterlage gleiten feuchte Luftmassen auf der kühlen Luft in tiefen Schichten auf, aufgrund der Zugbahn des Tiefs sind die größten Niederschlagsmengen aber im Osten und Südosten Österreichs zu erwarten. Diese Wetterlage ist relativ selten, im Winter kann sie aber zu markanten Wintereinbrüchen führen.

Titelbild © AdobeStock

In der neuen Woche erneut Winterrückfall mit Schnee bis in die Täler

Die frühlingshafte Phase wird zu Beginn der neuen Woche von einer kräftigen Kaltfront beendet und am Montag bzw. Dienstag sinkt die Schneefallgrenze wieder markant ab. Im Bergland schneit es somit wieder verbreitet bis in die Tal- und Beckenlagen, hier sind bis zur Wochenmitte verbreitet 10 bis 30 cm in Sicht. Aber auch abseits der Alpen ist regional nach derzeitigem Stand vor allem am Dienstag eine dünne Schneedecke bis ins Flachland nicht ganz auszuschließen. In der zweiten Wochenhälfte nimmt dann die Frostgefahr landesweit neuerlich zu.

Animation der Lufttemperatur in rund 800 m Höhe von Sonntag bis Freitag - ECMWF Ensemble Mittel
Animation der Lufttemperatur in rund 800 m Höhe von Sonntag bis Freitag – ECMWF Ensemble Mittel

Am Sonntag nochmals sehr mild

Am Sonntag bleibt es landesweit noch frühlingshaft mild und bis auf ein paar Tropfen im Südwesten auch trocken. Der teils kräftige, föhnige Süd- bis Südwestwind mit stürmischen Böen in exponierten Lagen treibt die Temperaturen in die Höhe mit Spitzenwerten um 21 Grad in den Nordalpen.

Höchstwerte am Sonntag - UBIMET UCM Modell
Höchstwerte am Sonntag – UBIMET UCM Modell

Am Montag Kaltfrontdurchzug

Der Föhn bricht am Montag im Westen rasch zusammen und in Vorarlberg setzt schon in den frühen Morgenstunden schauerartig verstärkter Regen ein, der sich tagsüber mitsamt kräftig auffrischendem Westwind ostwärts ausbreitet. In den Nachmittagsstunden sind dann auch im Osten und Südosten Schauer sowie lokale, kurze Gewitter einzuplanen. Die Schneefallgrenze sinkt im Tagesverlauf entlang der Nordalpen von Westen her rasch auf 900 bis 700 bzw. in Vorarlberg auch bis 500 m ab. Vor allem im Westen ist am Abend mit teils kräftigem Schneefall zu rechnen. Tagsüber zeichnet sich ein markanter Temperaturgradient von West nach Ost ab: Während in Vorarlberg bei zarten Plusgraden schon Schneeregen oder Schnee bis in die Tallagen fällt, gibt es im föhnigen Südosten noch bis zu 21 oder 22 Grad!

Höchstwerte am Montag - UBIMET UCM Modell
Höchstwerte am Montag – UBIMET UCM Modell

In der Nacht auf Dienstag verlagert sich der Niederschlagsschwerpunkt zu den Tauern bzw. vor allem in den Süden des Landes. In Osttirol und Kärnten schneit es zunehmend kräftig und mit der Niederschlagsintensität sinkt die Schneefallgrenze auch hier bis in die Beckenlagen. Vor allem in Richtung Karnischen Alpen und Karawanken sind mit eingelagerten Gewittern durchaus auch größeren Schneemengen in Sicht. Aber auch entlang der Nordalpen und hier besonders vom Großraum Innsbruck bis ins Mariazellerland schneit es zeitweise kräftig bis in die Tallagen.

Ab Dienstag landesweit spätwinterlich

Am Dienstag trocknet es im Südwesten bald ab, vom Marchfeld über das Burgenland bis in die Südsteiermark verstärkt sich tagsüber hingegen der Niederschlag und kurzzeitig ist hier nach derzeitigem Stand selbst im Flachland kräftiger Nassschnee nicht auszuschließen. Entlang der Nordalpen gehen weiterhin teils gewittrige Schnee- und Graupelschauer nieder. Der Nord- bis Nordwestwind weht nach wie vor kräftig, besonders im Osten und Südosten sowie in den prädestinierten Nordföhntälern sind stürmische Böen einzuplanen.

Höchstwerte am Dienstag - UBIMET UCM Modell
Höchstwerte am Dienstag – UBIMET UCM Modell
Neuschneesumme von Montagfrüh bis Mittwochfrüh - UBIMET UCM Modell
Neuschneesumme von Montagfrüh bis Mittwochfrüh – UBIMET UCM Modell
Niederschlagssumme von Montagfrüh bis Mittwochfrüh - UBIMET UCM Modell
Niederschlagssumme von Montagfrüh bis Mittwochfrüh – UBIMET UCM Modell

Nachfolgend erhöhte Frostgefahr

Am Mittwoch beruhigt sich die Lage allmählich wieder. Entlang der Nordalpen von Innsbruck ostwärts sowie generell im Norden und Osten muss man aber tagsüber mit letzten Schnee- und Graupelschauern sowie teils kräftigem Nordwind rechnen. In der zweiten Wochenhälfte kehren aus heutiger Sicht wieder ruhige Verhältnisse auch in die Osthälfte des Landes zurück. Aufgrund der klaren und windschwachen Nächte ist aber gebietsweise neuerlich mit Morgenfrost zu rechnen!

Tiefstwerte am Mittwoch - UBIMET UCM Modell
Tiefstwerte am Mittwoch – UBIMET UCM Modell
Tiefstwerte am Donnerstag - UBIMET UCM Modell
Tiefstwerte am Donnerstag – UBIMET UCM Modell

 

Titelbild: Winterrückfall im Frühjahr – pixabay.com

Zweiteilung am Wochenende: Kalt und nass im Nordwesten, warm und trocken im Südosten

In einer südwestlichen Höhenströmung gelangen am Wochenende milde Luftmassen nach Süddeutschland, der Norden verbleibt jedoch im Einflussbereich einer kalten West- bis Nordwestströmung. Damit kommt über der Bundesrepublik eine Luftmassengrenze zustande, welche für zweigeteiltes Wetter sorgt.

Am Samstag verbreitet regnerisch

Der Samstag zeigt sich vor allem in der Mitte und im Westen von seiner stark bewölkten und oft regnerischen Seite, im Rheinland ist oft mit 10 bis 15 l/qm, lokal etwas mehr, zu rechnen. Im Südosten bleibt es dagegen meist trocken und aufgelockert, im Alpenvorland sogar oft sonnig. Die Höchstwerte liegen zwischen 8 Grad auf Sylt und 18 Grad in Rosenheim in Oberbayern.

Prognose der Niederschlagssumme am Samstag. © UBIMET

Am Sonntag Schneeregen im Nordwesten und Föhn im Südosten

Die Zweiteilung wird am Sonntag besonders anhand der Temperaturprognose offensichtlich. An der Nordseeküste und generell im Nordwesten beginnt der Tag häufig mit Regen, zeitweise fällt auch etwas Schneeregen. Die andere Landeshälfte ist dagegen deutlich wetterbegünstigt. Die südwestliche Strömung sorgt an den Alpen für föhnige Verhältnisse und im Südosten bleibt es überwiegend trocken und sehr mild. Die Temperaturen reichen mit Werten von rund 4 Grad an der Nordsee bis knapp 22 Grad im Süden und Osten.

Prognose der Temperaturmaxima am Sonntag. © UBIMET

 

Titelbild: Dunkle Wolken über Flensburg. Quelle: foto-webcam.eu

Frostige Aprilnächte: örtlich neue Kälterekorde

Eisige Nächte stehen bevor.

Österreich lag in den vergangenen Tagen unter dem Einfluss kalter Luftmassen arktischen Ursprungs. Nach dem Durchzug einer Kaltfront gab es in der Nacht auf Mittwoch und Donnerstag vor allem im Südosten günstige Bedingungen für eine starke nächtliche Auskühlung:

  • arktische, trockene Luftmasse
  • wolkenloser Himmel
  • kaum Wind
Gemessene Tiefstwerte in der Nacht auf Mittwoch.

Von Unterkärnten über die südliche Steiermark bis ins Südburgenland wurden örtlich sogar neue Montasrekorde aufgestellt:

Tiefstwert 7.4.21
Graz-Flughafen (ST) -6,7 Grad
Zeltweg (ST) -8,5 Grad
St. Andrä / Lavanttal (K) -6,8 Grad
Kleinzicken (B) -7,9 Grad
Bad Tatzmannsdorf (B) -7,0 Grad
Kroisegg (B) -6,9 Grad
Rechnitz (B) -5,5 Grad

In der Nacht auf Donnerstag wurden diese Werte teils nochmals unterboten und es gab weitere Rekorde in Kärnten:

Tiefstwert 8.4.21
Graz-Flughafen (ST) -7,0 Grad
St. Andrä / Lavanttal (K) -7,1 Grad
Völkermarkt (K) -7,6 Grad
Friesach (K) -6,9 Grad

In der Nacht auf Freitag wurden nochmals einzelne neue Rekorde aufgestellt, diesmal auch in den Nordalpen:

Tiefstwert 9.4.21
Bad Mitterndorf (ST) -11,8 Grad
Windischgarsten (OÖ) -9,9 Grad
Zeltweg (ST) -8,9 Grad
Tiefstwerte in der Nacht auf Freitag. © UBIMET

Bemerkenswert ist, dass an manchen dieser Stationen erst im März neue Wärmerekorde aufgestellt wurden, nämlich in St. Andrä im Lavanttal, Kroisegg und Bad Tatzmannsdorf. Diese Kombination ist leider sehr ungünstig für die Obstbauern, da die frostigen Temperaturen nun zu Schäden bei den blühenden Obstbäumen führen. Dieses Phänomen gab es in den vergangenen Jahren häufig, so kam es erst vor einem Jahr etwa in der Wachau zu schweren Schäden, teils gab es sogar 90% Ernetausfälle. Auch damals gab es neue Stationsrekorde, siehe auch hier: Örtlich kälteste Aprilnacht seit Messbeginn. Paradoxerweise hat sich die Gefahr von Frostschäden in unseren Breiten aufgrund der steigenden Temperaturen tendenziell vergrößert, mehr Infos dazu gibt es hier: Frühe Vegetationsentwicklung und Spätfrostgefahr.

Bild: Frostschutzberegnung der Äpfelbäume in Neustift im Felde (NÖ) am 9.4.

Kälterekorde in Zeiten des Klimawandels

Auch in Zeiten des Klimawandels kommt es manchmal zu Kälterekorden, sie werden allerdings seltener. In Summe gab es in diesem April an gut 10 Stationen neue Kälterekorde, was durchaus bemerkenswert ist und besonders stark auffällt, da es eben nur noch selten vorkommt. Man muss das allerdings in Relation zu den Wärmerekorden bringen: Da gab es alleine im März knapp über 60 bzw. im Februar 40 neue Stationsrekorde (das Statsionsnetz in Österreich umfasst etwa 270 Wetterstationen).

Wir befinden uns aktuell am linken Rand der möglichen Bandbreite. © www.deutschesklimaportal.de

Titelbild © pixabay.com

Achterbahnfahrt der Temperaturen setzt sich fort, am Wochenende mild

Österreich liegt derzeit unter dem Einfluss ungewöhnlich kalter Luftmassen arktischen Ursprungs. Von Unterkärnten bis ins Südburgenland wurden örtlich sogar neue Monatsrekorde für den Monat April aufgestellt, wie etwa in St. Andrä im Lavanttal oder Graz-Thalerhof. In den vergangenen Nächten gab es im Süden und Südosten bei wolkenlosem Himmel und wenig Wind günstige Bedingungen für eine starke nächtliche Abkühlung. Eine Liste der neuen Stationsrekorde haben wir hier zusammengefasst. In der Nacht auf Freitag ist neuerlich verbreitet mit teils mäßigem Frost zu rechnen.

Prognose der Tiefstwerte in der Nacht auf Freitag. © UBIMET

Steinobst und Frost

Nach den Rekordtemperaturen Ende März sind solch kalte Temperaturen verheerend für die in Blüte befindlichen Obstbäume. Wie viel Frost die Blüten ertragen, hängt von ihrem Entwicklungszustand ab: Sind die Blüten offen, dann können Frostschäden schon bei Temperaturen um -2 Grad vorkommen, bei einer Temperatur unter -5 Grad kommt es meist zu Ertragsausfällen vor allem beim Steinobst wie Pfirsich, Zwetschke und Marille. In geschlossenem Zustand ertragen die Blüten noch Temperaturen von -4 bis -2 Grad ohne größere Schäden. Allerdings ist auch diese Temperatur in den letzten Nächten im Südosten gebietsweise unterschritten worden. Bei den Äpfeln gab es bislang vermutlich keine größeren Auswirkungen, wobei man eine präzise Einschätzung erst mehrere Wochen nach der Blüte machen kann.

Am Wochenende föhnig

Am Freitag gerät Österreich unter den Einfluss eines Hochs namens PEGGY und bei überwiegend sonnigem Wetter klettern die Temperaturen nach einem frostigen Start auf 11 bis 18 Grad. Am Wochenende gelangt der Alpenraum dann in eine föhnige Südwestströmung und die Temperaturen steigen weiter an. Am Sonntag sind an der Alpennordseite und im Osten Höchstwerte zwischen 17 und 22, vereinzelt auch 23 Grad in Sicht. Eine Spur kühler bleibt es nur in Osttirol und Kärnten sowie direkt am Alpenhauptkamm.

Prognose der Höchstwerte am Sonntag. © UBIMET

Weitere Kaltfront in Sicht

Das am Wochenende vielerorts milde Wetter hält nicht lange an, so kündigt sich im Westen bereits am Montag die nächste Kaltfront an und das Wetter gestaltet sich zweigeteilt: Während im Westen die Wolken dominieren und immer häufiger Regen fällt, scheint im Osten bei föhnigem Südwind noch die Sonne. In der Nacht auf Dienstag ist dann im Zusammenspiel mit einem Italientief vor allem von Vorarlberg bis in die westliche Obersteiermark neuerlich Schnee bis in die Täler in Sicht.

Ensemble-Prognose der Temperatur in der freien Atmosphäre und Niederschlag. © ECMWF

Titelbild © https://www.foto-webcam.eu/

Höhenkaltluft sorgt für typisches Aprilwetter

Wien

Launischer Monat

Im April kommt es immer wieder zu großen Gegensätzen beim Wetter: Während es manchmal bei strahlendem Sonnenschein schon frühsommerlich warm wird, fällt an anderen Tagen bis in tiefen Lagen noch Schnee. Hauptursache dafür sind der Sonnenstand sowie die Verteilung der Landmassen: Die Luft erwärmt sich nämlich im Frühjahr über Südeuropa bzw. Nordafrika schneller als über Nordeuropa und dem Nordmeer, zumal im Norden Skandinaviens in dieser Jahreszeit meist noch Schnee liegt. Dadurch entsteht ein großes Temperaturgefälle zwischen Nord und Süd. Je nach Wetterlage können also bereits sehr warme sowie auch noch kalte Luftmassen in unsere Breiten gelangen.

Ein typisches Satellitenbild mit Höhenkaltluft (6.4.21, 15:15 Uhr). © EUMETSAT

Höhenkaltluft

Als typisches Aprilwetter wird umgangssprachlich launisches, wechselhaftes Wetter mit einer raschen Abfolge von Sonnenschein, Wolken und Regen bzw. Schnee in nur wenigen Stunden bezeichnet. Dazu kommt es meist im Zuge von Kaltlufteinbrüchen, wenn sich in der Höhe sehr kalte Luftmassen befinden und die Sonne gleichzeitig die bodennahe Luft bereits erwärmt. Höhenkaltluft wirkt sich merklich auf das tägliche Wettergeschehen aus, denn sie sorgt für eine verstärkte vertikale Temperaturabnahme und somit für eine Destabilisierung der Atmosphäre. Damit entstehen vermehrt Quellwolken, welche im Tagesverlauf rasch zu Schauern und Gewittern heranwachsen.

Der Höhentrog mit Temperaturen um -38 Grad in 500 hPa (etwa 5300 m). © ECMWF

Noch mehr Schnee in Sicht

Während abseits der Alpen zahlreiche Schauer durchziehen, stauen sich entlang der Nordalpen teils auch anhaltend feuchte Luftmassen: In der Nacht auf Mittwoch fällt von Vorarlberg bis ins Salzkammergut wieder häufig Schnee, besonders in den typischen Staulagen kommen nochmals 5 bis 15, im Hinteren Bregenzerwald lokal auch 20 cm Neuschnee dazu.

Neuschneeprognose für die Nacht auf Mittwoch. © UBIMET

Am Mittwochvormittag lassen die Schneeschauer in den Nordalpen vorübergehend nach, im Tagesverlauf ziehen aber auch im Donauraum und im Osten noch einzelne Schnee- und Graupelschauer durch. Dazwischen scheint die Sonne, ehe am Nachmittag und Abend der Schneefall an der Alpennordseite mit Ankunft eines Randtiefs von Westen her wieder häufiger wird. Am späten Abend bzw. in der Nacht auf Donnerstag schneit es dann vor allem von den Kitzbüheler Alpen bis in die Obersteiermark, besonders zwischen Hochkönig und Hochschwab kommen 15 bis 25 cm Neuschnee zusammen. Auch im Norden und Nordosten kann es aber neuerlich anzuckern.

Neuschneeprognose für die Nacht auf Donnerstag. © UBIMET

Vorhersagegenauigkeit

Wenn Höhenkaltluft im Spiel ist, nimmt die Vorhersagbarkeit des Wetters etwas ab: Zwar kann man sehr gut den großräumigen Wettercharakter beschreiben, allerdings kommt es lokal zu großen räumlichen und zeitlichen Unterschieden. Vor allem räumlich detaillierte Prognosen, wie etwa jene von Wetter-Apps, sind bei solchen Wetterlagen also mit Vorsicht zu genießen.

Schnee, Hagel und Graupel

Graupelkörner auf dem Boden©Jne Valokuvaus

Ein umfangreicher Höhentrog sorgt in diesen Tagen für kühles Aprilwetter mit Schneeschauern und lokalen Graupelgewittern. Letzterer wird sehr häufig mit Hagel verwechselt.

Ist Graupel kleiner Hagel?

Fälschlicherweise wird Graupel oftmals als kleiner Hagel abgetan, eigentlich ist Graupel aber noch eine Schneeart. Durch anfrieren unterkühlter Wassertröpfchen werden Schneekristalle zu kleinen bis 5 mm großen Kügelchen verklumpt. Dazu ist die Dichte von Graupel geringer als von Hagel und die Oberfläche eher rau. Dadurch fallen sie langsamer und können keinen direkten Schaden anrichten, sie können allerdings in kürzester Zeit für rutschige Fahrbahnen sorgen.

Höhenkaltluft

Graupelschauer entstehen vor allem dann, wenn die Luft in einigen Kilometern Höhe sehr kalt ist. Im Winterhalbjahr sind Temperaturen von unter -30 Grad in rund 5 Kilometern Höhe keine Seltenheit. Wenn es dann am Boden gleichzeitig leichte Plusgrade gibt, dann ist der Temperaturunterschied von etwa 35 oder 40 Grad groß genug, dass sich kräftige Schauer oder Gewitter bilden können. In diesen Schauerwolken vermischen kräftige Auf- und Abwinde Schneeflocken mit unterkühlten Wassertröpfchen, die beim Zusammenwachsen schließlich zu Graupel werden und Richtung Erdoberfläche fallen.

Glätte und Böen

Da der Wechsel von Sonne hin zu kräftigen Schauern und umgekehrt oftmals sehr rasch vonstatten geht und daher für viele überraschend erfolgt, sind besonders Autofahrer nicht zu unterschätzenden Gefahren ausgesetzt. Innerhalb nur weniger Augenblicke können die Straßen nämlich von Schnee oder Graupel bedeckt sein und entsprechend für eine erhöhte Glättegefahr sorgen. Weiters kommt es meist auch zu einer Einschränkung der Sichtweite und zu teils stürmischen Böen.

Frost und Schnee stehen vor der Tür

Eine klare und windschwache Nacht brachte bereits am heutigen Ostermontag im Flachland verbreitet leichten Frost.

In etwas erhöhten Lagen gab es auch mäßigen Frost mit Temperaturen unter -5 Grad. Tagsüber erwärmt sich die Luft stark, allerdings nähert sich Österreich von Norden her eine massive Kaltfront an, die die Alpen am Abend erreicht.

Die Kaltfront liegt derzeit über Deutschland und dahinter fließt polare Kaltluft ein mit der es kräftige Schneeschauer bis ins Flachland gibt. Wie hier in der Nähe von Bremen:

Mit der Kaltfront sinkt die Schneefallgrenze in der Nacht dann bis in die Niederungen, einige Zentimeter Neuschnee gibt es vor allem in den Nordalpen und zum Morgen hin auch im äußersten Süden. Mit Durchzug der Kaltfront frischt auch vorübergehend kräftiger bis stürmischer Nordwind auf.

Winterliches Aprilwetter folgt

Am Dienstag selbst zieht die Front nach Süden ab, danach sorgen kräftige Schneeschauer für typische winterliches Aprilwetter an der Alpennordseite. Auch am Mittwoch bleibt es winterlich, dabei sorgt ein Randtief ab dem Nachmittag wieder für mehr Schneefall und auch Sturm. Somit sind sogar in freien, etwas höheren Lagen wie dem Mühl- oder Waldviertel nochmals Schneeverwehungen möglich.

Insgesamt kommen bis Donnerstagfrüh in den Nordalpen oftmals 10 bis 30 cm zusammen, in den Staulagen sind auch um die 50 cm möglich. Am Donnerstag beruhigt sich dann das Wetter.

Frostgefahr für Obstkulturen

Die kommenden Nächte verlaufen kalt, die Temperaturen liegen dabei im Flachland um den Gefrierpunkt. Wind und Wolken schützen vor einer stärkeren Auskühlung. Nicht so aber in der Nacht zum Freitag, dann muss man verbreitet mit mäßigem Frost rechnen, in den schneebedeckten Alpentälern ist sogar strenger Frost möglich. Das wird somit die kritischste Nacht für die Obstkulturen, bleibt zu hoffen das Frostberegnung oder Feuerstellen das Schlimmste abwenden. Bereits vergangenes Jahr sorgte strenger Frost im April in vielen Regionen für einen Totalausfall bei der Marillenernte

Quelle Titelbild: Adobe Stock

April, April, der macht was er will!

Ein Blick auf das Radar- und Satellitenbild zeigt ein typisches Bild für April. Die labil geschichtete Kaltluft sowie die bereits recht kräftige Sonne sorgen für die Bildung von zahlreichen Regen-, Schnee- und Graupelschauer, stellenweise auch begleitet von Blitz und Donner.

So kam es heute Vormittag im der Südsteiermark zu einzelnen Gewitter, auch im Nordburgenland wurden ein paar Blitze verzeichnet.

Radarbild um 14:25 MESZ ©UBIMET, Austrocontrol

Auch vor dem Flughafen Schwechat machten die Regen- und Graupelschauer keinen Halt. Auf der Webcam zeigte sich gegen Mittag das typische Bild aus Schauern und zwischenzeitlichem Sonnenschein.

Webcam Flughafen Schwechat. ©https://viennaairport.panomax.com/

Vor allem in den östlichen Nordalpen ist es mancherorts tief winterlich. So gab es heute bei knapp 0 Grad etwa in Turnau zeitweise kräftigen Schneefall, wie das Video hier zeigt:

 

Dies ist aber nur ein kleiner Vorgeschmack auf Dienstag. Denn dann überquert uns die kräftige Kaltfront von Tief ULLI und verbreitet wird es wieder winterlich. Im Bergland sowie in den inneralpinen Tälern, stellenweise auch im Mühlviertel kommen einige Zentimeter Neuschnee zusammen. So zeichnen sich in der Arlbergregion bis Mittwoch stellenweise 30 bis 50 Zentimeter Schnee ab, selbst im Rheintal und Inntal sind in Summe bis zu 10 Zentimeter möglich.

48h Neuschneemengen von Montag- bis Mittwochfrüh ©UBIMET

Ab Donnerstag ist aber wieder eine Wetterbesserung in Sicht. Von Westen her setzt sich langsam wieder ein Hoch durch. Auch mit den Temperaturen geht es dann wieder bergauf.

Titelbild: © foto-webcam.eu

Warum kommt der Osterhase?

Der Mythos des Osterhasen hat seinen Ursprung bereits in der Zeit der frühen Germanen. Schon damals wurde anlässlich der Tag- und Nachtgleiche ein Fest zu Ehren der Frühlingsgöttin Ostara gefeiert. Ihr zur Seite stand als heiliges Tier der Hase. Ab dem Jahr 325 nach Christi legten die Christen die Feier zum Tag der Auferstehung Christi, unser heutiges Osterfest, ebenfalls auf diesen Tag.

Das Ei kam vor dem Hasen

Zunächst spielte der Hase aber nur eine untergeordnete Rolle, das Hauptaugenmerk lag bei den Eiern. Ihnen wurde zur damaligen Zeit Fruchtbarkeit und die Entstehung von Lebendigkeit nachgesagt. Da es sich dabei allerdings nicht um gewöhnliche Eier einer Henne handeln sollte, wurden diese in einer bunten Farbenvielfalt gestaltet.

Der Hase und viele Eier

Das änderte sich im Mittelalter, als auch dem Hasen wegen der vielen Eiern jedes Jahr pünktlich zur Osterzeit auf den Feldern, Fruchtbarkeit nachgesagt wurde. Die Menschen glaubten damals, dass die Hasen sie dort verstecken. Heutzutage weiß man jedoch, dass die vielen und mitunter bunten Eier auf in den Feldern von brütenden Wildvögel kommen, die durch den Balzkampf der Hasen von den Feldern verscheucht werden und die Eier zurücklassen.

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Der Winter kehrt zurück: Markante Kaltfront am Montag

Einen ersten spätwinterlichen Vorgeschmack gab es bereits in den letzten Tagen. Die Kaltfront von Tief SIEGFRIED beendete am Freitag die sehr milde Wetterphase. Das nächste Tief lauert aber bereits über Skandinavien und trägt den Name ULLI. Am Montag überquert das Tief samt kräftiger Kaltfront von Norden her das Land. Somit dreht die Strömung wieder auf Nord und es fließt kalte Luft polaren Ursprungs ins Land.

Glätte durch Graupel- und Schneeschauer

Am Montag selbst beginnt es dann von Norden her allmählich zu schneien, die Schneefallgrenze sinkt im Tagesverlauf sukzessive bis in die tiefen Lagen ab. Größere Neuschneemengen sind aber nur in den Staulagen der Mittelgebirge zu erwarten, etwa 5 bis 10 Zentimeter sind hier bis Dienstagmorgen möglich.

24 Stunden Neuschneesummen bis Dienstagmorgen ©UBIMET

Die labile geschichtete Kaltluft und die bereits kräftige Sonne bringen ab Dienstag dann das klassische Aprilwetter. Sonnige Phasen wechseln sich mit Graupelgewitter- und Schneeschauer ab. Besonders auf den Straßen muss somit Acht gegeben werden. Rasch kann es zu Belagsbildung und damit zu Glätte kommen.

Verbreitet wieder nächtlichen Frost

Vor allem in den Nächten muss abseits der Nord- und Ostseeküsten wieder mit Frost gerechnet werden. Stellenweise ist im Süden auch mäßiger Frost möglich. Am Donnerstag nimmt dann der Tiefdruckeinfluss langsam ab und es wird langsam milder. In der Nacht gibt es aber immer noch Frost und somit die Gefahr von überfrierender Nässe. Ab Freitag ist die spätwinterliche Wetterphase dann vorbei!

Tiefstwerte in der Nacht auf Dienstag ©UBIMET
Titelbild: © pixabay.com

Frühling am Ostermontag, Winterrückfall am Dienstag

Graupelschauer am Karsamstag

Ein nahes Höhentief sorgt am Karsamstag noch für wechselhafte und windige Verhältnisse. Entlang der Alpennordseite östlich von Innsbruck regnet es zeitweise, oberhalb von rund 700 m fällt Schnee. Und auch sonst ziehen im Norden und Osten einige Schauer durch, teils mit Graupel, freundlicher präsentieren sich bereits der Westen und Süden. Hier hat auch der Ostersonntag viel Sonnenschein zu bieten, aber selbst im Donauraum und im östlichen Flachland scheint unter Zwischenhocheinfluss zumindest gelegentlich die Sonne. Vom Salzkammergut bis in den Wienerwald halten sich kompakte Wolken und hier ziehen vor allem in der ersten Tageshälfte auch noch ein paar Schneeschauer durch.

 

Aktueller Zustand der Marillenblüte @ http://img.kbit.pro/wachauermarille/P_1920.jpg

Sonne und bis zu 18 Grad am Ostermontag

Der Ostermontag beginnt nach einer klaren Nacht vielerorts mit leichtem Frost – so etwa auch in der Wachau, wo die Marillenblüte bereits im Gange ist. Bei teils lebhaftem Südwestwind scheint tagsüber lange Zeit die Sonne, erst am Nachmittag machen sich von Nordwesten her vermehrt Wolkenfelder bemerkbar. Mit 11 bis 18 Grad wird es vorübergehend deutlich wärmer. Über Skandinavien verstärkt sich jedoch ein Tief und lenkt auf seiner Rückseite in großem Tempo deutlich kältere Luft über West- nach Mitteleuropa. Die markant ausgeprägte Kaltfront erreicht den Alpenraum am Montagabend und löst über Norditalien bereits in der Nacht auf Dienstag die Bildung eines weiteren Tiefs aus.

Prognostizierte Neuschneesumme von Montagnachmittag bis Dienstagabend @ UBIMET

Kaltfront bringt Winter zurück

Somit setzt am späten Montagnachmittag von Vorarlberg bis Oberösterreich schauerartiger Regen ein, am Abend entlang der gesamten Alpennordseite bis nach Wien. Später sinkt die Schneefallgrenze generell bis in die Täler ab, nur im östlichen Flachland bleibt es meist beim Regen oder Schneeregen.

In der Nacht auf Dienstag schneit es inneralpin vorübergehend kräftig, in der zweiten Nachthälfte verlagert sich der Schwerpunkt in den Süden. Nach aktuellem Stand geht es somit am Dienstag mit Ausnahme des Flachlands im Nordosten und Südosten verbreitet winterlich in den Tag. Besonders im Süden fällt auch am Vormittag noch zeitweise Schnee, an der Alpennordseite geht der Schneefall hingegen bald in Schauer über, die Schneefallgrenze steigt tagsüber auf etwa 500 m an.

In Summe deuten sich am Arlberg und im Bregenzerwald Neuschneemengen zwischen 20 und 30 cm an, auch in Oberkärnten und der Tauernregion sind um 20 cm möglich. In den Tälern zeichnen sich häufig zwischen 5 und 10 cm Neuschnee ab. In den nachfolgenden Tagen bleibt es für die Jahreszeit zu kühl.

Osterwetter-Extreme in Österreich: Von Schneefall bis Sommerwetter

Hase im Schnee

Das Osterfest findet jährlich zwischen dem 22. März und dem 25. April statt. Genauso variabel wie das Datum gestaltet sich auch das Wetter, wobei das Datum nicht der einzige Grund dafür ist: Einerseits befinden sich zu dieser Jahreszeit im hohen Norden nämlich noch sehr kalte Luftmassen (die arktische Meereisfläche erreicht im März ihre maximale Ausdehnung), welche bei passender Großwetterlage bis nach Österreich gelangen. Andererseits können bei einer südwestlichen Strömung bereits sehr milde Luftmassen aus Nordafrika zu uns gelangen, welche bei dem bereits hohen Sonnenstand vor Ort nochmals erwärmt werden.

Schnee im 2013

Schaut man sich die Osterfeste der letzten 30 Jahre an, so sticht einem sofort 2013 ins Auge. Ein massiver Kaltlufteinbruch hat damals am 31. März für winterliche Verhältnisse mit Schneefall bis in tiefe Lagen gesorgt. In den östlichen Nordalpen gab es 20 bis 30 cm Schnee, aber selbst im Flachland fiel im Norden und Osten etwas Nassschnee. Die Höchstwerte am Ostersonntag lagen zwischen -1 Grad im östlichen Berg- und Hügelland und +7 Grad in Lienz. In Wien kam die Temperatur bei zeitweiligem Schneefall und lebhaftem Nordwestwind nicht über 2 Grad hinaus und in der folgenden Nacht gab es verbreitet Frost.

Schnee am Erlaufsee
Schnee am Erlaufsee im 2013. © Fred Lindmoser; www.mariazellerland-blog.at
Höchstwerte zu Ostern im Jahr 2013.

Sommer im 2000

Dass Ostern wettertechnisch auch ganz anders ausfallen kann, zeigt ein Blick auf das Jahr 2000: Bei Temperaturen bis zu 29 Grad in Salzburg gab es teils sogar hochsommerliches Wetter im April. Auch in den Jahren 2009, 2011, 2019 ud 2020 konnte man Mitte bzw. Ende April bei Temperaturen über 20 Grad die Osterneste getrost im T-Shirt suchen.

Höchstwerte zu Ostern im Jahr 2000.

Anbei die Höchstwerte am Ostersonntag seit 1999:

Höchstwert  Wien Innsbruck Kranebitten
4.4.1999 21 13
23.4.2000 27 26
15.4.2001 8 4
31.3.2002 19 16
20.4.2003 19 18
11.4.2004 11 11
27.3.2005 14 20
16.4.2006 19 17
8.4.2007 18 17
23.3.2008 6 3
12.4.2009 23 23
4.4.2010 18 14
24.4.2011 22 21
8.4.2012 5 4
31.3.2013 2 5
20.4.2014 18 18
5.4.2015 8 6
27.3.2016 15 18
16.4.2017 14 10
1.4.2018 13 12
21.4.2019 22 24
12.4.2020 23 24
4.4.2021 10* 13*

* Prognose für 2021 (Stand: 1.4.21)

Seit dem Jahr 1999 wurden am Ostersonntag in Wien 13 mal Temperaturen über 15 Grad und 6 mal oberhalb der 20-Grad-Marke verzeichnet. In Innsbruck wurden im selben Zeitraum an fünf Ostersonntagen Temperaturen über 20 Grad gemessen (im 2005 waren es 19,9 Grad). Heuer bleibt es deutlich kühler, so kommen die Temperaturen nur in Innsbruck über die 10-Grad-Marke hinaus.

Sonniges und mildes Wetter zu Ostern vor einem Jahr. © www.foto-webcam.eu

Und 2021?

Nach einem sehr windigen und speziell im Nordosten auch unbeständigem Samstag hat der Ostersonntag heuer vor allem im Süden und Westen viel Sonnenschein zu bieten, aber auch im Donauraum und im östlichen Flachland kommt im Tagesverlauf zumindest zeitweise die Sonne zum Vorschein. Vom Salzkammergut bis zum Alpenostrand halten sich einige Wolken, bis auf einzelne Schauer im östlichen Bergland bleibt es aber auch hier meist trocken. Die Schneefallgrenze steigt von den Tallagen tagsüber gegen 700 m an. Bei mäßigem Nord- bis Nordostwind liegen die Höchstwerte zwischen 3 Grad im Mariazellerland und 14 Grad im Oberinntal. In der Nacht zum Ostermontag klart es auf und verbreitet muss man mit leichtem bzw. im östlichen Bergland auch mäßigem Frost rechnen. Eine kräftige Kaltfront mit Schnee teils bis in die Täler kündigt sich allerdings nach dem verlängerten Wochenende an… mehr Infos dazu folgen hier in den kommenden Tagen.

Titelbild © Adobe Stock

März 2021 im Südosten sehr trocken, am Ende Wärmerekorde

Im Vergleich zum Mittel von 1981 bis 2010 schließt der März 2021 im Flächenmittel mit einer Abweichung von +0.2 Grad durchschnittlich ab. Nennenswerte Abweichungen von knapp über +0,5 Grad findet man nur im Süd- und Mittelburgenland, im Mühl- und Waldviertel sowie im Klagenfurter Becken. Einmal mehr zu kalt verlief der Monat dagegen in Osttirol sowie stellenweise auch im Tiroler Oberland, so war es in Lienz und Nauders etwa 1 Grad kälter als im langjährigen Mittel.

Temperaturabweichung im März 2021. © UBIMET

Die durchschnittliche Gesamtbilanz setzt sich aber unter anderem durch einen längere kühle Phase in der zweiten Monatshälfte und einem sehr warmen Monatsende zusammen. Während zum astronomischen Frühlingsbeginn vor allem in mittleren Höhenlagen der Nordalpen und des Alpenostrands noch ein Eistag verzeichnet wurde, gab es am Monatsende etwa in Wolkersdorf bereits den ersten Sommertag. Am Monatsende wurden auch an mehr als 50 Stationen neue Monatsrekorde aufgestellt, wie etwa in Wolkersdorf (NÖ), Wien-Donaufeld (W), Linz (OÖ), Andau (B), St. Andrä im Lavanttal (K), Brand (V), Brenner (T) oder Graz/Straßgang (ST). Am 31. wurde schließlich auch in Innsbruck an der Uni-Station mit 25.5 Grad der früheste Sommertag der dortigen Messgeschichte verzeichnet.

Klimareferenz

In diesem Jahr findet erstmals das neue Klimamittel von 1991 bis 2020 seine Anwendung. Am Beispiel des heurigen Jänners zeigt sich dabei gleich eindrucksvoll der Trend zu einem immer wärmer werdenden Klima in den vergangenen Jahren. Vergleicht man nämlich den März 2021 mit dem bisher gültigen Klimamittel (1981-2010), so bilanziert der Monat wie eingangs beschrieben nahezu ausgeglichen temperiert. Im Vergleich zum noch älteren Klimamittel 1961-1990 war der Monat etwa 0,7 Grad zu warm. Stellt man den März 2021 aber in Relation zum neuesten Klimamittel, so fiel der zurückliegende Monat eine Spur zu kühl aus.

Bärlauch
Bärlauch im Schnee am 7. März. © N. Zimmermann

Sehr trocken im Süden und Osten

Die Kombination aus Hochdruckeinfluss und Nordlagen hat im Süden und Osten Österreichs für sehr trockene Verhältnisse im vergangenen Monat gesorgt. Von Osttirol über Kärnten bis ins Burgenland gab es meist nur 5 bis 15 % der üblichen Niederschlagsmenge. Der relativ trockenste Ort war Döllach mit nur 3% des Solls, gefolgt von Sillian mit 4, Dellach mit 5 und Eisenstadt mit 6%. Ganz anders präsentiert sich die Bilanz in den Nordalpen: Besonders vom 14. bis zum 22. gab es hier reichlich Neuschnee, teils sank die Schneefallgrenze sogar bis in tiefe Lagen ab. Die Kältewelle gipfelte am kalendarischen Frühlingsbeginn, so lag am 20. März in 6 von 9 Landeshauptstädten eine zumindest dünne Schneedecke. Besonders viel Schnee gab es in Salzburg, hier wurde mit 23 cm am 19. sogar die höchste Märzschneehöhe seit 2006 verzeichnet und am 21. gab es mit maximal -0,7 Grad noch einen Eistag. Auch Innsbruck verzeichnete am 23. immerhin 19 cm Schnee am Flughafen.

Niederschlagsabweichung im März 2021. © UBIMET

Sonniger März

Das Soll an Sonnenstunden wurde im März überall erreicht oder übertroffen. Besonders markant fallen die Abweichungen von Osttirol über die südliche Steiermark bis in Südburgenland sowie in den Ötztaler Alpen aus, hier wurden meist 130%, im Klagenfurter Becken örtlich auch 140% der üblichen Sonnenscheindauer erreicht. Nahezu durchschnittlich sonnig war der Monat hingegen im Most- und Waldviertel. Die absolut sonnigsten Orte waren Sillian, Dellach und Kornat.

Sonnenscheinabweichung im März 2021. © UBIMET

Extremwerte März 2021

(Bundesland, Tag des Auftretens)

Höchste Temperaturen
  • 25,5 Grad St. Andrä im Lavanttal (K, 31.), Innsbruck (T, 31.)
  • 25,4 Grad Schönau an der Enns (OÖ. 31.)
  • 25,3 Grad Wolkersdorf (NÖ, 30.), Wieselburg (NÖ, 31.)
  • 25,2 Grad St. Pölten (NÖ, 31.)
  • 25,0 Grad Güssing (B., 31.)
Tiefste Temperaturen Hochtäler (>1000 m Seehöhe)
  • -17,1 Grad Lech am Arlberg (V, 19.)
  • -16,8 Grad St. Leonhard/Pitztal (T, 19.), Seefeld (T, 20.)
  • -16,4 Grad Galtür (T, 19.)
Tiefste Temperaturen unter 1000 m Seehöhe
  • -15,5 Grad Ehrwald (T, 19.)
  • -14,3 Grad Radstadt (S, 21.)
  • -12,7 Grad Achenkirch (T, 21.)
  • -12,5 Grad Aspang (NÖ, 21.)
Frosttage im März 2021 (Stand: 31.3.21). © UBIMET
Nasseste bewohnte Orte
  • 181 Liter pro Quadratmeter Mittelberg (V)
  • 179 Liter pro Quadratmeter Schröcken (V)
  • 164 Liter pro Quadratmeter Warth (V)
  • 149 Liter pro Quadratmeter Schoppernau (V)
  • 142 Liter pro Quadratmeter Bad Ischl (OÖ)
Trockenste Orte
  • 1 Liter pro Quadratmeter Podersdorf, Mattersburg, Mörbisch (B), Döllach, Obervellach (K)
  • 2 Liter pro Quadratmeter Gmünd/Kärnten (K), Lienz, Sillian (T)
  • 3 Liter pro Quadratmeter Dellach (K), Pernegg an der Mur (ST), Neusiedl am See (B)
Sonnigste Stationen
  • 247 Sonnenstunden Sillian (T)
  • 245 Sonnenstunden Dellach (K)
  • 239 Sonnenstunden Kornat (K)
  • 235 Sonnenstunden Kötschach-Mauthen (K)
  • 232 Sonnenstunden Villach (K)
Sonnenstunden im März 2021. © UBIMET
Stärkste Windspitzen Niederungen
  • 92 km/h Innsbruck Kranebitten (T, 11.)
  • 89 km/h Puchberg/Schneeberg (NÖ, 12.)
  • 88 km/h Reichenau/Rax (NÖ, 11.)
Stärkste Windspitzen Berge
  • 139 km/h Feuerkogel (OÖ, 12.)
  • 110 km/h Brunnenkogel (T, 12.)
  • 109 km/h Sonnblick (S, 16.)

Titelbild © N. Zimmermann

Lokal erster Sommertag

Am heutigen Tage wurde zum ersten Mal in diesem Jahr in Deutschland die magische Temperatur von 25°C überschritten und damit ein Sommertag erreicht. Auch in den kommenden beiden Tagen werden besonders im Südwesten erneut Sommertage erwartet. Jedoch trübt etwas Saharastaub den Himmel.

Höchstwerte am 30.3.2021 © UBIMET/DWD

 

Zudem wurden heute zahlreiche neue Monatsrekorde aufgestellt.

Station Neuer Rekord Alter Rekord
Perl-Nennig (SL) 25,3°C 24,3°C
Michelstadt (HE) 25,2°C 24,0°C
Trier-Zewen (RLP) 25,2°C 24,2°C
Saarbrücken-Burbach (SL) 24,9°C 22,7°C
Köln-Stammheim (NRW) 24,6°C 24,5°C
Andernach (RLP) 24,5°C 23,0°C
Düsseldorf (NRW) 24,4°C 23,8°C
Lüdinghausen-Brochtrup (NRW) 24,4°C 23,5°C
Darmstadt (HE) 24,1°C 24,0°C
Obersulm-Willsbach (BW) 24,1°C 23,5°C

 

Titelbild: https://www.foto-webcam.eu/webcam/darmstadt-west/

Mildes Wetter: Die Marillenblüte beginnt

Marillenblüte im Frühling. © Nikolas Zimmermann

Aus phänologischer Sicht befinden wir uns seit Beginn der Forsythienblüte im Erstfrühlings, also der mittleren Phase des phänologischen Frühlings. Die Forsythienblüte kündigt den Pollenallergikern meist die unmittelbar bevorstehende Birkenblüte an. Kurz vor den Birken beginnen aber meist die Marillen zu blühen, die als die am frühesten blühende Obstsorte am stärksten frostgefährdet sind. In der Wachau beginnt die Blüte in diesen Tagen. Mit Beginn der Apfelblüte folgt dann im April bald auch schon der Vollfrühling, also das letzte Drittel des phänologischen Frühlings.

Die aktuelle phänologische Uhr in Deutschland. © DWD

Die Dauer der Marillenblüte ist vom Wetter abhängig, Bei sehr warmen Temperaturen beträgt die Blühdauer etwa 1 Woche, bei kühleren Temperaturen auch entsprechend länger bis zu ca 2 Wochen.

Die Marillenblüte beginnt. © www.wachauermarille.at/

Kühles Osterfest

Die Spätfrostgefahr ist heuer noch nicht gebannt: Wie man in den vergangenen Jahren mehrmals gesehen hat, sind auch im April noch markante Kaltlufteinbrüche möglich. Selbst nach den Eisheiligen, am 18. Mai, kam es im Jahre 2012 nach einer warmen Vorgeschichte im Weinviertel noch verbreitet zu Frost. Paradoxerweise hat sich die Gefahr von Frostschäden aufgrund der steigenden Temperaturen vergrößert, mehr dazu hier: Frühe Vegetationsentwicklung und Spätfrostgefahr. Heuer erfassen zu Ostern zumindest vorübergehend wieder kühle Luftmassen aus Nordeuropa das Land, somit ist kurzzeitig eine Verzögerung der Blüte in Sicht. Besonders am Ostersonntag ist in den frühen Morgenstunden auch leichter Frost möglich.

Prognose der Tiefstwerte zu Ostern (Stand: 30.3.2021). © UBIMET

Große Schäden im 2020

Im vergangenen Jahr standen die Marillenbäume in der Wachau und im östlichen Flachland nach einem sehr milden Winter bereits Mitte März in Vollblüte. Durch einen starken Kälteeinbruch um die Monatswende von März zu April – teils gab es sogar Rekorde – wurden die Fruchtansätze allerdings zum Großteil zerstört, die Marillenbauern in der Wachau meldeten teils 90 Prozent Einbußen bei der Ernte.

Frostschutzberegnung im Steinfeld im März 2020. Bild: R. Reiter

Früher Start immer häufiger

Im Vergleich mit dem Mittel etwa der letzten 100 Jahren war die Vegetationsentwicklung in den letzten Jahren um mehrere Wochen früher dran, mit der Ausnahme von 2018: Da legten die Pflanzen nach einem anfänglichen Rückstand erst im April einen Schnelldurchlauf ein, der nach Ausbleiben von Spätfrösten schließlich in einer Rekordernte bei fast allen Obstsorten gipfelte. Insgesamt hat sich der phänologische Frühling seit etwa 1988 gegenüber den Jahrzehnten zuvor um ein bis zwei Wochen verfrüht. In Japan wurde in Kyoto übrigens heuer die früheste Vollblüte der japanischen Zierkirsche seit mehr als 1000 Jahren beobachtet, mehr dazu hier: Hanami.


Titelbild © N. Zimmermann

Erster Sommertag 2021

Die Wetterstation in Wolkersdorf (NÖ), nordöstlich von Wien, hat gegen 15:00 Uhr MESZ als Erste heuer die 25-Grad-Marke geknackt. Mit 25,3 Grad Tagesmaximum ist somit der erste österreichweite Sommertag (Tmax 25 °C) registriert worden.

Dicht auf den Fersen…

Auch sehr sommerlich war es in Wien Donaufeld und Langelebarn (NÖ) mit 24,8 Grad, gefolgt von Andau (B) mit 24,6 Grad.
20 Grad wurden heute pro Bundesland zumindest an einer Station erreicht, der Hotspot lag aber eindeutig im Osten bzw. im Südosten des Landes. Punktuell gab es aber auch im Süden fast 25 Grad, wie etwa in St. Andrä/Lavanttal (K) bei 24,4 Grad.

Tageshöchstwerte, Dienstag, 30. März 2021. Quelle: UBIMET/ZAMG
Tageshöchstwerte, Dienstag, 30. März 2021. Quelle: UBIMET/ZAMG

Frühester Sommertag

Den bislang frühesten Sommertag gab es hierzulande am 18.3.2004 in Pottschach-ternitz (NÖ). Im Durchschnitt wird der erste 20er des Jahres Mitte April erreicht.

Zu Ostern kühler

Ab Gründonnerstag stellt sich die Großwetterlage um und der Alpenraum gelangt wieder in eine nordwestliche Höhenströmung. Kühlere und feuchte Luftmassen drücken dann besonders im Norden und Osten Österreichs die Temperaturen. Details dazu in diesem Blog-Beitrag: Bis zu 25 Grad – Frühsommer im März kommt!

 

(Titelbild: Adobe Stock)

Hanami – Das japanische Kirschblütenfest

Kirschblüte

Mit Beginn der Kirschblüte („Sakura“) wird in Japan alljährlich der Frühling begrüßt. Je nach Region und Witterung ist dies dort zwischen Mitte März und Anfang Mai der Fall. Während dieser Zeit treffen sich Einheimische wie auch Touristen unter den weiß und rosa blühenden Bäumen, um gemeinsam das Kirschblütenfest zu feiern. Genau genommen wird dabei Hanami betrieben: Es handelt sich um die über 1000 Jahre alte Tradition, bei einem Picknick die Blüten anzuschauen und deren Schönheit zu bewundern. Heuer hat das Fest früh begonnen, mittlerweile gibt es aufgrund des Coronavirus aber auch in Japan immer mehr Einschränkungen, so wurden etwa erste Parkanlagen geschlossen.

Kirschblüte in Tokio

Der zeitliche und regionale Verlauf der im Schnitt etwa zehn Tage andauernden Kirschblüte lässt sich dabei nicht nur vor Ort, sondern auch im japanischen Fernsehen verfolgen. Heuer hat die Kirschblüte in Tokio bereits am 14. März begonnen, die Vollblüte wurde am 22. März verzeichnet – etwa zwei Wochen früher als im langjährigen Mittel bzw. die zweitfrüheste seit Beobachtungsbeginn ex aequo mit 2020.

Klimawandel

In Kyoto gab es heuer sogar die früheste Kirschblüte seit Beobachtungsbeginn, und die Messreihe ist hier mehr als tausend Jahre lang! In den vergangenen Jahrzehnten fand die Vollblüte im Mittel immer früher statt. Dies war zwar manchmal auch schon in der Vergangenheit der Fall, allerdings gibt es mittlerweile nahezu keine Ausreißer mehr nach Mitte April. Das hat einerseits mit der zunehmenden Wärmeinsel der Stadt zu tun, andererseits allerdings vor allem mit dem Klimawandel, so fand im Jahre 1850 die durchschnittliche Vollblüte etwa am 17. April statt.

Wortursprung und Symbolik

Der in Japan allgegenwärtige Begriff „Hanami“ bedeutet in erster Linie ,,Blumen bzw. Blüten betrachten“, bezieht sich dabei aber immer auf die Blüten der japanischen Zierkirsche. Da diese nur sehr kurz blüht und die Blütenreste bald zu Boden rieseln, sind sie ein passendes Symbol für die japanische Ästhetik und für die Vergänglichkeit des Schönen.

Hanami in Mitteleuropa

Auch bei uns wird in vielen Gemeinden und Städten die Blüte der japanischen Zierkirsche und mit ihr der Frühlingsanfang gefeiert. Eines der ältesten und größten europäischen Hanami-Feste findet seit 1968 meist im Mai in Hamburg statt. Krönender Abschluss ist hierbei ein prachtvolles Feuerwerk, das von mehreren zehntausend Menschen an den Außenufern der Alster bestaunt wird. Ob es heuer aufgrund der Coronakrise aber stattfinden kann, ist noch fraglich.


Titelbild: Adobe Stock

Phänologischer Frühlingsbeginn: Wenn die Pflanzenwelt erwacht

Was bedeutet phänologischer Frühling?

Die Beobachtung alljährlich wiederkehrender Abläufe in der Natur wie Blüte, Blattentfaltung oder Fruchtreife wird als Phänologie bezeichnet. Dabei interessieren besonders die von Jahr zu Jahr verschiedenen Zeitpunkte solcher Erscheinungen. Phänologisch gesehen beginnt der Frühling mit dem ersten Blühen regional unterschiedlicher Pflanzenarten. Dabei werden verschiedene Phasen unterschieden: Vorfrühling (Schneeglöckchen), Erstfrühling (Forsythien) und Vollfrühling (Apfelblüte).

Abhängig von der geographischen Lage sowie der Höhe über dem Meerespiegel unterscheidet sich die erste Blüte oft vom meteorologischen oder astronomischen Frühlingsbeginn. Die einzelnen Frühlingsphasen beginnen in geschützten Lagen der Städte mitunter wesentlich früher als im freien Gelände, unter anderem weil es in dichter bebautem Gebiet nachts seltener Frost gibt. Zudem bewegt sich der Frühling im Bergland langsam die Hänge hinauf, wobei sonnige, milde Südlagen durchwegs bevorzugt sind.

Aktueller Blühstatus der Wachauer Marille, live zu verfolgen unter http://img.kbit.pro/wachauermarille/P_1920.jpg

Wo hält der Frühling in Österreich zuerst Einzug?

Besonders schnell geht es mit dem Frühlingserwachen in tief gelegenen, dichter besiedelten und nach Süden ausgerichteten Regionen, aber auch in größeren Alpentälern. Bei uns in Österreich ist dies vor allem ganz im Südosten und Osten des Landes sowie im Rheintal und Inntal der Fall. Ob man nun die Frühblüher, wie zum Beispiel Hasel und Erle oder die späteren Blüten von Apfelbaum oder Rosskastanie heranzieht, setzen Blüte und Blattentfaltung in den milden Regionen vom Grazer Becken bis in den Wiener Raum und zum Seewinkel generell zuerst ein. Aber auch die Luft in den Alpentälern erwärmt sich aufgrund des geringeren Volumens relativ schnell. Der Beginn der Apfelblüte gilt als Maßstab für den Vollfrühling. Dies ist in den genannten Regionen im Schnitt in der 3. Aprilwoche der Fall. In den Hochlagen des Mühlviertels oder auch in den höher gelegenen Regionen Tirols und Vorarlbergs ist es hingegen erst ganze vier bis fünf Wochen später soweit.

Je nach Witterung können die jeweiligen Phasen aber auch deutlich früher oder später eintreten. Gibt es zum Beispiel mitten im Frühling längere kalte Phasen mit häufigem Nachtfrost, so verzögert sich die Blühentwicklung oder Blattentfaltung oft gleich um viele Tage. Somit kann man über die Phänologie auch Rückschlüsse auf den Wetterverlauf im Frühjahr ziehen.

 

Für Deutschland gibt es eine phänologische Uhr @ https://www.dwd.de/DE/leistungen/phaeno_uhr/phaenouhr.html

Sonnenschein und 20 Grad + x

Es wird wieder bunter. Das Gras wächst, erste Bäume treiben aus und Frühlingsblüher sorgen für farbige Akzente. Nachdem vor einer Woche noch Schneeflocken vom Himmel fielen, bringt uns Hoch NICOLE nun ruhige Verhältnisse. Ganz ungetrübt ist der Sonnenschein aktuell aber nicht überall, denn im Südosten und Osten des Landes macht sich heute Montag noch die Warmfront eines Tiefs über Südskandinavien bemerkbar.

Sonnenscheindauer in Minuten pro Stunde von Montag, 29.03.2021, 10 Uhr @ UBIMET

Sie sorgt für ein paar Wolkenfelder, die nicht nur am Satellitenbild von 10 Uhr, sondern auch an den gemessenen Sonnenscheinminuten der Wetterstationen zu sehen sind. Etwa von Klagenfurt bis Wien schien die Sonne in der Stunde von 9 bis 10 Uhr garnicht oder nur für ein paar Minuten, weiter nördlich machten sich bereits Auflockerungen bemerkbar. Im Westen hingegen präsentiert sich der Himmel nahezu wolkenlos, im Vergleich hierzu die Webcambilder von Feldkirch (V) und Hochwolkersdorf (NÖ):

Webcambild Feldkirch @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/feldkirch

 

Webcambild Hochwolkersdorf @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/hochwolkersdorf

 

Sonnenschein gibt es in den nächsten Tage für alle in mehr als ausreichendem Maße. Ob dabei mit 25 Grad auch der erste Sommertag erreicht wird, wird sich kurzfristig zeigen.

 

Titelbild: Satellitenbild von 10 Uhr am Montag, den 29.03.2021 @ EUMETSAT, UBIMET

Bis zu 25 Grad – Frühsommer im März kommt!

Frühsommer im März

Der Sonntag präsentiert sich nach Durchzug einer Kaltfront noch leicht wechselhaft mit dichten Wolken im Südosten und zeitweiligem Sonnenschein im Rest des Landes. Die Temperaturen präsentieren sich dabei noch halbwegs der Jahreszeit entsprechend, sie steigen auf 9 bis 17 Grad. In der neuen Woche sorgt dann Hoch NICOLE nicht nur für einige Tage mit viel Sonnenschein, auch die Temperaturen klettern Stück für Stück nach oben. Am Montag werden bereits milde 15 bis 22 Grad erreicht, wobei die höchsten Werte im Inntal beheimatet sein erden. Vergleichsweise kühl bleibt es noch in höheren Lagen des östlichen Berglandes. Am Dienstag und am Mittwoch wird es sogar noch wärmer, mit 18 bis 24 Grad erinnert einiges an den Frühsommer. Selbst 25 Grad sind möglich, per Definition ein Sommertag. Das war in einem März zuletzt vor vier Jahren der Fall (26 Grad in Bischofshofen). 2021 sind heiße Kandidaten hierfür am Mittwoch Landeck, Imst und Innsbruck.

Hier die erwarteten Höchstwerte in den Landeshauptstädten am Mittwoch (zum Vergrößern bitte anklicken bzw. -tippen):

Zur Einordnung: Jetzt Ende März liegen die durchschnittlichen Höchstwerte in den Landeshauptstädten eigentlich bei 10 bis 15 Grad.

Rekord außer Reichweite

Der Rekord für den Monat März bleibt aber trotz der außergewöhnlich hohen Temperaturen kommende Woche unangetastet. Dieser ist schon ein Weilchen her und stammt aus dem Jahre 1977, damals wurden in Gumpoldskirchen 27,5 Grad gemessen, knapp gefolgt von Eisenstadt mit 27,4 Grad. Der März ist dabei einer der wenigen Monate, dessen Rekord aus grauer Vorzeit stammt und noch immer hält, die meisten Monatsrekorde wurden in Zeiten des Klimawandels seit der Jahrtausendwende zum Teil mehrmals nach oben geschraubt.

Kräftige Abkühlung zu Ostern

Auch am Gründonnerstag, dem 1. April, hält das frühsommerlich anmutende Wetter noch an, über Deutschland rückt aber schon eine markante Kaltfront näher. Sie erreicht den Alpenraum in der Nacht auf Karfreitag. Die Temperaturen stürzen verbreitet um 10 bis 15 Grad ab und in den Nordalpen sinkt die Schneefallgrenze aus heutiger Sicht auf rund 600 m ab. Das Osterwochenende gestaltet sich voraussichtlich unbeständig und frisch, auch wenn die genaue Wetterentwicklung noch mit größeren Unsicherheiten behaftet ist.

Hier die Entwicklung der Temperatur in rund 1500 m Höhe in den nächsten 10 Tagen (für Temperatur im Flachland rund 15 Grad addieren):

Historie: Ostern alles möglich

Das Wetter zu Ostern fällt von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich aus: Einerseits befinden sich in der Übergangsjahreszeit in Nordeuropa oft noch sehr kalte Luftmassen, welche bei passender Großwetterlage bis nach Österreich gelangen. Andererseits gibt es bei einer südlichen Strömung in Zusammenspiel mit dem bereits hohen Sonnenstand im April auch schon sommerliche Tage mit Werten über 25 Grad. Selbstredend spielt auch das unterschiedliche Datum von Ostern eine gewichtige Rolle beim Osterwetter.

Schaut man sich die Osterfeste der vergangenen 30 Jahre an, so sticht einem sofort 2013 ins Auge. Ein massiver Kaltlufteinbruch hat damals pünktlich zum Fest für winterliche Verhältnisse mit Schneefall bis in tiefe Lagen gesorgt. In den östlichen Nordalpen gab es 20 bis 30 cm Schnee, aber selbst im Flachland fiel im Norden und Osten etwas Nassschnee. Im südlichen Mostviertel kam es sogar zu Stromausfällen durch umgestürzte Bäume. Dass Ostern wettertechnisch auch ganz anders ausfallen kann, zeigt ein Blick auf das Jahr 2000: Bei Temperaturen bis zu 29 Grad in Salzburg gab es verbreitet Sommerwetter im April. Auch 2009 und 2011 konnte man bei Temperaturen über 20 Grad die Osterneste getrost im T-Shirt suchen.

Quelle Titelbild: pixabay

Tornadosaison in den USA

Tornados treten zwar grundsätzlich im gesamten Jahr auf, der Höhepunkt der Saison beginnt in den USA aber ausgehend vom Südosten typischerweise im März. Im April und Mai herrscht dann besonders in den Great Plains rund um Oklahoma Hochsaison, so sind zu dieser Jahreszeit auch besonders viele Storm Chaser unterwegs. Im Hochsommer verlagert sich der Schwerpunkt dann weiter in den Norden.

Vom Südosten verlagert sich der Schwepunkt in den kommenden Wochen in die Great Planes. © SPC/NOAA

Im Durchschnitt treten in den USA etwa 1300 Tornados pro Jahr auf, wobei es von Jahr zu Jahr eine hohe Variabilität gibt. Besonders im Südosten der USA stellen Tornados eine große Gefahr dar, weil es hier im Gegensatz zu den Great Planes eine höhere Bevölkerungsdichte sowie viele Bäume gibt.

Tornadoklimatologie in den USA. © SPC / NOAA

Alabama

Am Donnerstag gab es nach dem 17. März bereits die zweite „high-risk-Lage“ der Saison rund um Alabama, dabei handelt es sich um die höchste Warnstufe auf der 5-stufigen Skala. Seit dem Jahr 2000 kommt es dazu durchschnittlich etwa dreimal pro Jahr. Die Tornados haben am Donnerstag mindestens 5 Todesopfer gefordert und zahlreiche Häuser zerstört, zudem waren zeitweise 35.000 Menschen in Alabama von der Stromversorgung abgeschnitten.Besonders betroffen waren Calhoun County und Bipp County

Die roten Punkte stellen Tornado-Meldungen am Donnerstag dar. © SPC

Titelbild © https://twitter.com/BrandonCopicWx

Die Sommerzeit beginnt!

Mit der Umstellung von Winter- auf Sommerzeit fühlen sich viele Menschen um eine Stunde Schlaf beraubt und so beklagt sich zu Beginn der neuen Arbeitswoche dann auch manch einer über Müdigkeit. Doch schon mit dem nächsten sonnigen Frühlingstagen kommen die Vorteile der Zeitumstellung ans Tageslicht, denn gegen die eine oder andere Sonnenstunde nach der Arbeit oder dem Home-Office haben nur wenige etwas einzuwenden. Aber was ist denn eigentlich der Grund für die alljährlichen Zeitumstellungen?

Kürzere Nacht

Seit dem 6. April 1980 wird zwischen 2:00 Uhr und 3:00 Uhr morgens an Europas Uhren gedreht. Die Ursache für den frühen Zeitpunkt ist, dass dann der geringste Verkehr und die geringste wirtschaftliche Aktivität herrschen. Als Stichtage wurden vorerst die letzten Sonntage im März und September gewählt, im Jahr 1996 hat man dann jedoch den Beginn der Winterzeit auf das letzte Oktoberwochenende verschoben.

Energiesparmaßnahmen als Grund

Der Auslöser für die Einführung der Sommerzeit waren Energiesparmaßnahmen nach der Ölkrise im Jahr 1973. Mit dieser Maßnahme sollte das lange Tageslicht in den wärmeren Monaten des Jahres besser genutzt und somit Strom für Beleuchtung gespart werden. Doch da im volkswirtschaftlichen Maßstab nur ein geringer Teil des Stroms für die abendliche und nächtliche Beleuchtung verwendet wird, ging dieses Konzept nicht wirklich auf.

60 Länder drehen an der Uhr

In insgesamt 60 Ländern wird nach wie vor an der Zeitumstellung festgehalten. Auf diese Weise lassen sich in den Sommermonaten die langen und warmen Tage bis in den späten Abend hinein genießen. Im Gegenzug kommt mit der Umstellung auf die Winterzeit, die im übrigen die tatsächliche Tageszeit darstellt, wieder langsam die Vorfreude auf die anstehende Weihnachtszeit auf.

 

Titelbild: annca auf Pixabay

Frühling startet nach Unterbrechung voll durch

Bereits heute durfte man sich besonders in der Südhälfte Deutschlands über das frühlingshafte Wetter freuen. Hochdruckeinfluss bescherte hier nicht nur viele Sonnenstunden, sondern brachte auch angenehm milde Temperaturen. So wurde etwa das heutige Temperaturmaximum in Kitzingen, Bayern mit 18,7 Grad gemessen. Die hohen Schleierwolken konnten dem Sonnenschein nicht viel anhaben:

Wolkenanimation vom 25.03.2021, Quelle: EUMETSAT, UBIMET

Neue Monatsrekorde

An drei Stationen wurden heute neue Monatsrekorde gemessen:

  • 14,1 Grad – Wacken, Schleswig-Holstein
  • 14,2 Grad – Hasenkrug-Hardebek, Schleswig-Holstein
  • 16,4 Grad – Staffelstein, Bayern

Dies ist aufgrund der inzwischen deutlich stärkeren Sonne zu dieser Zeit im Monat aber nicht unüblich. Von neuen Allzeitrekorden für den Monat März sind diese außerdem noch weit entfernt. So wurde etwa am 23. März 1989 in Schallstadt-Mengen, Baden-Württemberg der bisherige, deutschlandweite März-Rekord mit 26,8 Grad aufgestellt.

An den Temperaturen ändert sich morgen (noch) nicht viel. Neben erneut einigen Sonnenstunden, darf man sich auch wieder über angenehme 15 bis 18 Grad freuen:

Kaltfrontdurchzug am Samstag

Ein Tiefausläufer zieht am Samstag über Deutschland hinweg. Dabei dreht die Strömung auf Nordwest und bringt kurzzeitig nochmal deutlich kühlere Luftmassen ins Land. Gut zu erkennen ist dies an der folgenden Animation, in der die Temperatur flächendeckend auf etwa 1500 m Höhe dargestellt ist. Die bläulichen Farben bedeuten dabei kältere Luftmassen:

Animation der Temperatur auf 850 hPa, Quelle GFS, UBIMET

Graupelgewitter und Sturmböen

Der Kaltfrontdurchzug geht aber nicht nur mit einigen Schauern und deutlich tieferen Temperaturen einher, im Tagesverlauf sind vor allem in der Mitte und im Osten auch einige Kaltluftgewitter mit Graupel zu erwarten, zudem lebt der Westwind frischt bis stark auf und erreicht in exponierten Lagen sowie in Gewitternähe in Böen sogar Sturmstärke.

Frühlingswetter in der Karwoche:

Zu Beginn der neuen Woche kehren Sonnenschein und Wärme wieder zurück. So steigen die Temperaturen im Laufe der Tage weiter an. Am Mittwoch wird bis auf die Küstenregionen deutschlandweit die 20 Grad Marke geknackt. In Baden-Württemberg könnte sich möglicherweise auch ein Sommertag ausgehen, ein Tag an dem das Maximum die 25 Grad überschreitet.

 

Titelbild: Marillenblüte, Quelle: R. Reiter, Ubimet

Der Frühling kommt

Die vergangenen kühlen bis kalten Tage und der reichliche Schnee, besonders entlang der Nordalpen, haben den durch die länger werdenden Tage aufkeimenden Frühlingsgefühle einen herben Dämpfer verpasst. Doch zum Ende des Monats kündigt sich nun der Frühling an.

Kaltfront am Wochenende

Bevor es aber warm wird, rauscht am Wochenende noch eine Kaltfront  durch. Diese bringt am Samstag unbeständiges Wetter mit Regen und Schnee. Die Schneefallgrenze sinkt dabei am Abend auf etwa 1000 bis 1200 m ab. Am Sonntag folgt dann aber schon das entscheidende, nächste Hoch.

Frühling nächste Woche

Mit diesem Hoch dreht die Strömung auf Südwest und deutlich mildere Luft strömt zu uns. Dabei ist am letzten Tag des Monats sogar ein Sommertag (Tageshöchstwert über 25°C) möglich. Dies gab es in den letzten 10 Jahren erst einmal in Salzburg und Bischofshofen. Diesmal liegen die höchsten Werte voraussichtlich im Süden des Landes. Am Mittwoch wird schließlich auch der Höhepunkt der ‚Wärmewelle‘ erwartet.

Prognostizierte Höchstwerte am Mittwoch, den 31.3.2021 © UBIMET

In Richtung Ostern steigt jedoch die Unsicherheit deutlich an. In der unten stehenden Graphik sieht man den prognostizierten Wetterablauf der nächsten 15 Tage. Nach der Wärme heute und morgen folgt die angesprochene Kaltfront und der Frühling. Pünktlich zum Monatswechsel nehmen dann jedoch die Unsicherheiten deutlich zu, auch eine erneute Kaltfront mit Schnee ist möglich. Ob der Osterhase neben der Maske auch einen Wintermantel braucht bleibt aber abzuwarten.

Temperatur in 1500 m Höhe – 15 Tage Prognose des Europäischen Zentrums für Mittelfristige Wetterprognose © ECMWF

Titelbild: fotolia

Allergiker aufgepasst

Die Frühblüher Hasel und Erle sind in den meisten Regionen schon verblüht und der massive Wintereinbruch in der vergangenen Woche hat die Entwicklung der Frühlingspflanzen massiv eingebremst. Somit konnte Allergiker für einige Tage durchatmen.

Esche kommt zuerst

Nun steigen die Temperaturen aber rasant an und mit viel Sonnenschein beginnen nun die Eschen im Flachland an zu blühen. Damit nimmt die Pollenkonzentration nun von Tag zu Tag zu und erste allergische Reaktionen folgen spätestens am Wochenende.

Eschenblüte

Auch viele andere Pflanzen beginnen nun die verlorene Zeit wieder aufzuholen und werden bald blühen, es kommt zu einer regelrechte Wachstumsexplosion in der Pflanzenwelt.

Birke folgt in der Karwoche

In der Karwoche steigen die Temperaturen weiter an, selbst die ersten Sommertage sind im Flachland durchaus möglich und somit treiben auch die Birken nur rasant an. Im Laufe der Karwoche dürften also zunehmend Birken zu stäuben beginnen. Bei den Birkenpollen handelt es sich um starke Allergene unter denen viele Personen massiv leiden.

Birkenblüte

Durch die nahezu blütenstaubfreie Zeit der vergangenen Wochen kommt es bereits bei geringen Mengen schon zu starken Reaktionen bei Allergikern.

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Jahrhunderthochwasser in Australien

Noch vor etwa einem Jahr wüteten im Südosten Australiens die Buschbrände (wir haben hier darüber berichtet), jetzt verwüsten Wassermassen weite Landstriche an der Ostküste.

Die massiven Regenfälle der letzten Tage an der Ostküste des Kontinents im Bundesstaat New South Wales haben hier zu den schwersten Überflutungen seit Jahrzehnten geführt. An manchen Stationen im Nordosten des Bundesstaates sind in den letzten 7 Tagen mehr als 800 l/m² gemessen worden, der Spitzenwert liegt bei 922 l/m²!

Niederschlagssumme der letzten 7 Tage. Quelle: BOM.gov.au

Nasses Sydney

Im Großraum Sydney sind allein am Samstag über 140 l/m² gefallen. Der Warragamba- Staudamm etwa 65 km westlich von Sydney, das wichtigste Reservoir für die Wasserversorgung der Stadt, konnte das erste mal seit 30 Jahren die Wassermassen nicht aufnehmen und begann überzulaufen.

Aus dem All zu sehen

Ein Vergleich der Satellitenbilder vom Wochenende und ein paar Tage davor zeigt das Ausmaß der Katastrophe in der Stadt Port Macquire, an der Ostküste von New South Wales. Der Fluss Hastings River ist über die Ufer getreten und ganze Landstriche stehen komplett unter Wasser (dunkle Bereich im rechten Bild unten).

Vergleich der Satellitenbilder vor und nach den verheerenden Regenfälle rund um die Hafenstadt Port Macquire in New South Wales. Quelle: https://apps.sentinel-hub.com/sentinel-playground

Die Fluten haben alles mitgenommen, was ihnen im Weg stand – sogar ganze Häuser wurden von den Wassermassen weggespült.

In vielen Regionen, darunter auch in der Millionenmetropole Sydney, sind die Evakuierungsmaßnahmen noch immer in vollem Gange, mehr als 18 000 Menschen sind bereits evakuiert worden, etwa 15 000 weitere sind noch in Gefahr.

Von den Überschwemmungen wurden vor allem die Küstenbereiche betroffen, im Landesinneren war der Regen eher ein Segen, denn durch den Regen ist die seit Jahren andauernde Trockenheit in dieser Region deutlich gemindert worden.

Herausforderungen für die Fauna

Die Fluten haben zahlreiche Tiere in die Flucht geschlagen, große wie kleine. Manche konnten von zahlreichen Helfern gerade noch gerettet werden. Lokal wurde auch eine regelrechte Spinneninvasion beobachtet.

 

Nur langsame Entspannung

Nach dem Dauerregen beruhigt sich das Wetter an der Ostküste in den kommenden Tagen. Die Hochwassergefahr besteht jedoch weiterhin. Darüber hinaus erwartet die Bevölkerung noch mühsame Aufräumarbeiten.

 

Titelbild: Land unter in Australien. Quelle: Samantha Townsend via twitter.com

23. März – Welttag der Meteorologie

Der 23. März ist für Meteorologinnen und Meteorologen ein besonderer Tag: der Welttag der Meteorologie. Im Jahre 1961 wurde der Welttag der Meteorologie eingeführt. Zufällig ist die Wahl des Datums nicht, denn am 23. März 1950 wurde die WMO (Weltmeteorologische Organisation) gegründet.

Was macht die WMO?

Mittlerweile umfasst die WMO 191 Mitgliedsstaaten, darunter auch Österreich, Deutschland und die Schweiz. Österreich ist seit Februar 1955 vertreten. Ziel der Organisation ist es unter Anderem, den reibungslosen Austausch von Wetterdaten weltweit zu gewährleisten und die meteorologische Forschung global zu fördern. Außerdem organisiert die WMO die jährlich stattfindende, internationale Klimakonferenz, bei denen unter anderem das Abkommen von Kyoto neu verhandelt und debattiert wurde, um die globale Erwärmung zu bremsen.

Motto des Tages der Meteorologie 2021

Die Weltorganisation für Meteorologie stellt den Tag der Meteorologie und das darauffolgende Jahr dabei immer unter ein bestimmtes Motto. In diesem Jahr steht der Welttag der Meteorologie im Zeichen der Weltmeere.

70 % unserer Erde sind von Ozeanen bedeckt. Sie beeinflussen das globale Wetter und auch unser Klima. Es ist daher besonders wichtig, die Ozeane zu beobachten, ihre Veränderungen zu protokollieren und diese auch in die Klimavorhersagen einzubinden. Nicht nur für die Schifffahrt, auch für die Bevölkerung an den Küsten der Welt spielen die Ozeane und ihre Interaktion mit der Atmosphäre eine große Bedeutung.

Frühling in Sicht

Am gestrigen Sonntag meldeten alle Wetterstationen des Landes Werte unter dem Gefrierpunkt, in mittleren Lagen gab es nicht selten strengen Frost unter -10 Grad. Außergewöhnlich ist dies für Ende März nicht, kommt aber inzwischen nur noch alle paar Jahre vor. Dazu präsentiert sich vor allem die Alpennordseite winterlich mit überdurchschnittlich viel Schnee für diese Jahreszeit. Ursache hierfür ist einmal mehr eine nördliche Anströmung der Alpen durch ein beständiges Hoch über dem Nordatlantik. Luftmassen werden weit um dieses herum geführt und erreichen das Land mit eingelagerten Tiefausläufern aus Skandinavien.

Tiefste gemessene Temperaturen je Bundesland am Sonntagmorgen @ UBIMET

Hochdruckgebiet kommt näher

Auch heute Montag ändert sich daran noch nicht viel, vor allem vom Hochkönig bis zum Hochschwab schneit es noch häufig. Auch in den Niederungen ziehen Schnee- und Graupelschauer durch, dazu weht im Osten kräftiger Nordwind, der das Kälteempfinden verschärft. Ab Dienstag verlagert sich das Hoch jedoch schrittweise nach Osten und somit über die Alpen, damit beruhigt sich das Wetter. Im Westen und Süden verläuft der Tag meist sonnig und trocken, dabei werden im Süden erstmals wieder zweistellige Höchstwerte erreicht.

Mehr Sonne ab Mittwoch

Am Mittwoch dreht die Höhenströmung schließlich auf Südwest und die Zufuhr deutlich wärmerer Luft beginnt. Nur östlich einer Linie Linz-Graz dominieren noch die Wolken, hier bleibt es auch frisch mit 5 bis 10 Grad, sonst steigt das Thermometer bei reichlich Sonnenschein bereits auf 10 bis 15 Grad an. Der Donnerstag präsentiert sich schließlich im ganzen Land sonnig und nach einem teils noch leicht frostigen Start erwärmt sich die Luft bei nur wenig Wind auf 10 bis 18 Grad, wobei die höchsten Werte im Westen und Süden erreicht werden.

Dämpfer am Wochenende, danach wieder warm

In ähnlicher Tonart geht es am Freitag weiter, bevor eine schwache Kaltfront am Wochenende und zur Zeitumstellung vorübergehend für einen Frühlingsdämpfer sorgt. Die Großwetterlage sollte sich nach aktuellem Stand jedoch als beständig erweisen, so dass bereits zu Beginn der nächsten Woche mit einer Fortsetzung des Frühlingswetters zu rechnen ist. Auch Temperaturen über 20 Grad erscheinen dann möglich.

 

Titelbild @ stock.adobe.com

Wie außergewöhnlich war der Kaltlufteinbruch?

Eingeschneiter Wienerwald im März 2021 - Nikolas Zimmermann, UBIMET

Der Frühling-Kaltlufteinbruch nähert sich seinem Ende. Die Nordalpen prahlen mit tiefwinterlichen Landschaften und verbreitet wurde mäßiger Frost wieder zum Thema. Doch wie außergewöhnlich ist solch ein Ereignis? Wir haben für euch ein paar Zahlen zusammengefasst.

Neuschneemengen im März

In Salzburg wurden heuer 15 cm gemessen, was der dicksten Schneedecke seit 2006 entspricht (damals 25 cm). Am Flughafen Innsbruck wurde mit 19 cm am 22.03.2021 die zweithöchste Neuschneemenge der letzten Märzdekade gemessen: Mehr Schnee so spät im März gab es hier seit Beginn der Aufzeichnungen nur am 31.03.1975 mit 26 cm. In Wien wurde 1 cm gemessen, eine zumindest dünne Schneedecke so spät im Jahr gibt es in der Bundeshauptstadt etwa alle 4 Jahre, zuletzt 2018, ebenfalls zum kalendarischen Frühlingsbeginn mit 1 cm. Den Rekord hält hier der März 1969 mit stolzen 30 cm! Im Bergland waren die Schneemassen beachtlich, aber durchaus nicht extrem. Schröcken im Bregenzerwald kommt in Summe auf gut 1,5 Meter Schnee: Das ist nicht ungewöhnlich für März und kommt alle paar Jahre vor. Der Rekord liegt bei 3,83 Meter im März 1944 gefolgt von 3,40 Meter im März 1982.

Neuschnee vom 13.03. 18 Uhr bis zum 22.03. 06 Uhr - UBIMET
Neuschnee vom 13.03. 18 Uhr bis zum 22.03. 06 Uhr – UBIMET

Kaltlufteinbruch im Frühling

Allgemein war der Kaltlufteinbruch nicht allzu ungewöhnlich, so gibt es im März immer wieder längere kalte Phasen. Allein in den vergangenen Jahren gab es mehrere Beispiele, wie etwa März 2018, 2013, 2006, 2005 und 2004.
Dementsprechend ist eine Schneedecke Mitte/Ende März auch im Flachland nicht ungewöhnlich, so wurde in allen Landeshauptstädten auch im April bzw. teils sogar im Mai noch eine Schneedecke verzeichnet. Hier die jeweils späteste Schneedecke:

Landeshauptstadt  Späteste Schneedecke
 Innsbruck 26.05.1962 – 2 cm
 Bregenz 08.05.1957 – 4 cm
 Salzburg 08.05.1944 – 1 cm
 Klagenfurt 06.05.1957 – 8 cm
 Graz 03.05.1985 – 3 cm
 Linz 30.04.1970 – 1 cm
 St. Pölten 20.04.1997 – 7 cm
 Wien 20.04.1997 – 5 cm
 Eisenstadt 19.04.1955 – 10 cm

Temperaturextreme

An rund 100 Wetterstationen war der Frühlingsbeginn (heuer am 20.03.) ein Eistag, damit handelt es sich vielerorts um einen der kältesten Starts in den Frühling der jeweiligen Messgeschichte, wie etwa in Mönichkirchen, Reutte oder Mariazell. Es gab auch teils beachtliche Tiefstwerte: Unter den Landeshauptstädten war es am Sonntag in Graz am kältesten mit -8,4 Grad an der Universität bzw. -8,7 Grad am Flughafen. So spät im Jahr (ab 20. März) stellen das die tiefsten Werte in Graz des 21. Jahrhunderts dar. Der Sonntag (21.03.) selbst war dann neuerlich in den Nordalpen vielerorts ein Eistag, wie etwa in Salzburg. Das passiert so spät im Jahr (ab 20. März) nicht oft, seit 1875 gab es das erst 9 Mal.

März-Tiefstwert bis zum 22.03. um 8 Uhr - UBIMET, ZAMG
März-Tiefstwert bis zum 22.03. um 8 Uhr – UBIMET, ZAMG
Anzahl der Tage mit Tiefstwert unter dem Gefrierpunkt (Frosttage) im März 2021 bis zum 22.03. um 8 Uhr - UBIMET, ZAMG
Anzahl der Tage mit Tiefstwert unter dem Gefrierpunkt (Frosttage) im März 2021 bis zum 22.03. um 8 Uhr – UBIMET, ZAMG
Anzahl der Tage mit Höchstwert unter dem Gefrierpunkt (Eistage) im März 2021 bis zum 22.03. um 8 Uhr - UBIMET, ZAMG
Anzahl der Tage mit Höchstwert unter dem Gefrierpunkt (Eistage) im März 2021 bis zum 22.03. um 8 Uhr – UBIMET, ZAMG

Klimavergleich

Dass die Kältewelle aber klimatologisch gesehen nicht so ungewöhnlich war, sieht man gut auch von den Klima-Anomalien des gesamten Monats bis zum gestrigen Tag. Die Temperaturabweichung im März 2021 war bislang eher unauffällig, vor allem wenn man ältere Klimareferenzperioden verwendet (1961 bis 1990). Selbst im Vergleich zu den „neusten“ Klima-Werten der Referenzperiode 1981-2010 gibt es landesweit meist nur leicht negative Anomalien. Dafür gab es bislang etwas mehr Niederschlag als üblich in den Nordalpen. Die letzten Tage des Monats verlaufen aber vergleichsweise mild und ohne nennenswerte Niederschläge, sodass der März 2021 selbst in den niederschlagsreichsten Regionen (Nordalpen) auch niederschlagsmäßig eher unauffällig zu Ende gehen wird. Alles in allem ein recht normaler März, der aber in Zeiten von Klimawandel nicht mehr als „normal“ empfunden wird. Noch ungewöhnlicher war z.B. eher die Wärmewelle im Februar mit neuen Monatsrekorden an 42 Wetterstationen!

Anteil des klimatologischen Niederschlags, der bislang zusammengekommen ist (100 = Der klimatologische Monatsniederschlag wurde schon erreicht) - UBIMET, ZAMG
Anteil des klimatologischen Niederschlags, der bislang zusammengekommen ist (100 = Der klimatologische Monatsniederschlag wurde schon erreicht) – UBIMET, ZAMG
Temperaturabweichung im März 2021 bis zum 21.03. - UBIMET, ZAMG
Temperaturabweichung im März 2021 bis zum 21.03. – UBIMET, ZAMG
Temperaturabweichung im Februar 2021 - UBIMET, ZAMG
Temperaturabweichung im Februar 2021 – UBIMET, ZAMG

 

Titelbild: Eingeschneiter Wienerwald im März 2021 – Nikolas Zimmermann, UBIMET

Überflutungen in Australien

Schwere Regenfälle bedrohen derzeit die Küstenregionen im Südosten Australiens rund um die Hauptstadt Sydney. Im Bundesstaat New South Wales sind in den letzten 24 Stunden stellenweise über 200 Liter pro Quadratmeter gefallen, in Sydney etwa 140 Liter .

Die enormen Wassermassen haben verbreitet für Überschwemmungen gesorgt und das Aussehen ganzer Landstriche verändert. Diese Satellitenbilder zeigen den Vorher-Nachher Vergleich für zwei, am stärksten betroffene Regionen nördlich von Sydney.

Zahlreiche Flüsse sind in der Region über ihre Ufer getreten und nehmen alles, was ihnen im Weg steht – sogar ganze Häuser, wie dieses Video zeigt.

Der Warragamba- Staudamm etwa 65 km westlich von Sydney, das wichtigste Reservoir für die Wasserversorgung der Stadt, konnte das erste mal seit 30 Jahren die Wassermassen nicht aufnehmen und begann heute überzulaufen.

Auch in den kommenden Tagen muss in der Region mit weiteren schweren Regenfällen gerechnet werden, eine Entspannung der Lage ist erst ab etwa Dienstag zu erwarten.

 

Titelbild: Weite Landstriche unter Wasser, Fluss Taree, NSW. Quelle: 7news.com.au

 

Astronomischer Frühlingsbeginn

Rose im Schnee. @shutterstock

Der astronomische Frühling beginnt am Samstag, dem 20. März, um exakt 10:37 Uhr MEZ. An diesem Tag wird das sogenannte Äquinoktium, die Tag-und-Nacht-Gleiche, erreicht. Auf der gesamten Erde dauern Tag und Nacht dann genau 12 Stunden. Das Datum sowie die exakte Uhrzeit des Frühlingsbeginns richten sich nach dem Sonnenstand: Die Sonne steht zu dieser Zeit am Äquator im Zenit, also senkrecht über dem Beobachter. Das heißt die Sonnenstrahlen treffen im 90-Grad-Winkel auf die Erdoberfläche. Das ist jedes Jahr zwischen dem 19. und 21. März der Fall.

Spätwinter statt Frühling

Bereits in gesamte Woche hat uns der Winter fest im Griff und sorgte vor allem in den Nordalpen nochmals für reichlich Schnee.

Nun zum Frühlingsbeginn hat sich verbreitet eine Schneedecke ausgebildet, selbst im Flachland ist es verbreitet angezuckert. So ist es auch wenig verwunderlich, dass es in 6 von 9 Landeshauptstädten eine Schneedecke gibt:

  • Salzburg (Flughafen) 12 cm
  • Innsbruck (Flughafen) 6 cm
  • St. Pölten 3 cm
  • Wien, Eisenstadt und Graz rund 1 cm

Das winterliche Wetter setzt sich noch bis zum Wochenbeginn fort, vor allem in der Nacht von Sonntag auf Montag gibt es in den Nordalpen nochmals Neuschnee.

Im Laufe der Woche kommt der Frühling in die Gänge

Ab Dienstag setzt sich ein Hoch und allmählich mildere Luft durch. Somit scheint ab der Wochenmitte öfter die Sonne und es wird von Tag zu Tag milder. Am letzten Märzwochenende sind dann schon verbreitet frühlingshafte Höchstwerte um die 20 Grad zu erwarten.

Lokal strenger Frost am Wochenende

Die spätwinterliche Wetterlage der vergangenen Tage setzt sich zumindest bis  zum Wochenende weiter fort. Mit einer nordöstlichen Höhenströmung gelangen für die Jahreszeit sehr kalte, aber zunehmend trockene Luftmassen nach Mitteleuropa und sorgen verbreitet für frostige Temperaturen.

Landesweit mäßiger Frost am Samstagmorgen

Der Samstag beginnt vielerorts mit Temperaturen unter Null Grad, vor allem in den östlichen Mittelgebirgen und am Alpenrand liegen die Tiefstwerte teilweise zwischen -5 und -10 Grad. Nur unmittelbar an den Küsten von Nord- und Ostsee bleibt es durch den mildernden Einfluss des Meeres nahezu frostfrei.

Prognose der Tiefstwerte für Samstagmorgen. © UBIMET

 

Teils strenger Morgenfrost am Sonntag

Die arktische Kaltluft konzentriert sich am Sonntag dann besonders auf die Südhälfte, während sie im Norden allmählich von etwas wärmeren Luftmassen verdrängt wird. Somit startet man in weiten Teilen Baden-Württembergs und Bayerns mit Frost in den Tag, im Schwarzwald, Bayerischen Wald sowie im Alpenvorland ist mit strengem Frost zu rechnen, stellenweise werden in den frühen Morgenstunden -10 bis -12 Grad erreicht.

Prognose der Tiefstwerte für Sonntagmorgen. © UBIMET

 

Quelle Titelbild: pixabay.com

Blütezeit: Das mittlere Frühlingsdrittel steht in den Startlöchern

Forsythien im Schnee. @shutterstock

Die beginnende Forsythienblüte markiert typischerweise den Beginn des Erstfrühlings, der nicht mit dem nun zu Ende gehenden Vorfrühling verwechselt werden sollte. Es handelt sich bereits um die zweite, mittlere Phase des phänologischen Frühlings. Die Forsythienblüte kündigt den Pollenallergikern meist die unmittelbar bevorstehende Birkenblüte an. Noch kurz davor beginnen meist die Marillen zu blühen, die als die am frühesten blühende Obstsorte am stärksten frostgefährdet sind.

Frostschutzberegnung im Steinfeld im 2020. Bild: R. Reiter

Blüte gerade noch verhindert

Im vergangenen Jahr standen die Marillenbäume in der Wachau und im östlichen Flachland, nachdem der gesamte Winter und auch die erste Märzhälfte sehr mild ausfielen, Mitte März bereits in Vollblüte. Der starke Kälteeinbruch um die Monatswende von März zu April hat aber dann die Fruchtansätze häufig zerstört, weshalb die Ernte eher gering ausfiel. Auch heuer wurde nach den sehr milden Tagen gegen Februarende und Mitte März schon eine Wiederholung befürchtet, jedoch blieben die meisten Blüten vor der derzeitigen kühlen Wetterphase glücklicherweise noch geschlossen und somit wenig frostanfällig.

Die Knospen sind noch geschlossen. © https://www.wachauermarille.at/

Im langjährigen Mittel

Im Vergleich mit dem Mittel etwa der letzten 100 Jahren ist die Vegetationsentwicklung heuer nahezu im Durchschnitt, der mittlere Beginn der Forsythienblüte und damit des Erstfrühlings datiert auf Ende März. Die letzten Jahre seit 2014 waren aber um mehrere Wochen früher dran, mit Ausnahme von 2018: Da legten die Pflanzen nach einem anfänglichen Rückstand erst im April einen Schnelldurchlauf ein, der nach Ausbleiben von Spätfrösten schließlich in einer Rekordernte bei fast allen Obstsorten gipfelte. Insgesamt hat sich der phänologische Frühling seit etwa 1988 gegenüber den Jahrzehnten zuvor um ein bis zwei Wochen verfrüht.

Blühende Maillenbäume
Blühende Maillenbäume.

Aufholjagd steht bevor?

So gesehen sind wir heuer durchaus etwas verspätet, was in Hinblick auf mögliche Spätfröste die Landwirte und Gartenbetreiber aber positiv bewerten dürften. Wie vor drei Jahren gesehen, kann sich das aber rasch ändern und die Spätfrostgefahr ist damit noch nicht gebannt – siehe die beiden Vorjahre und auch 2017. Sogar nach den Eisheiligen, am 18. Mai, kam es 2012 nach einer ebenfalls warmen Vorgeschichte im Weinviertel noch verbreitet zu Frost. Paradoxerweise hat sich die Gefahr von Frostschäden mit dem Temperaturanstieg der letzten Jahrzehnte damit eher vergrößert, aufgrund der früheren Vegetationsentwicklung, siehe auch hier.

Frühlingsbeginn bringt Frost und Schnee

Schnee im Frühling. © Nikolas Zimmermann

Ein umfangreiches Hochdruckgebiet über dem Ostatlantik sorgt derzeit für eine festgefahrene Wetterlage in Europa. Österreich liegt dabei unter dem Einfluss einer nördlichen Höhenströmung, welche feuchtkalte Luft arktischen Ursprungs ins Land führt. Vor allem von Vorarlberg bis in die Obersteiermark sind seit vergangenem Sonntag große Schneemengen gefallen und in höheren Tallagen bzw. auf den Bergen liegt vielerorts überdurchschnittlich viel Schnee für die Jahreszeit.

In Leutasch liegt mehr Schnee als im jahreszeitlichen Mittel. © Land Tirol

Anbei ein paar aktuelle Gesamtschneehöhen (Freitag, 7 Uhr):

  • 154 cm Lech am Arlberg
  • 145 cm Schröcken
  • 124 cm Warth
  • 94 cm Leutasch
  • 76 cm St. Anton am Arlberg
  • 67 cm Seefeld
  • 66 cm Saalbach
  • 61 cm Hochfilzen
  • 47 cm Ramsau am Dachstein
  • 30 cm Reutte
  • 29 cm Spital am Pyhrn
  • 29 cm Bad Ischl
  • 26 cm Mariazell
  • 15 cm Salzburg

Winterlicher Frühlingsbeginn

Am Samstag, 20. März, um 10:37 Uhr MEZ befindet sich die Sonne direkt über dem Äquator und somit beginnt auf der Nordhalbkugel das Frühjahr. Doch das Wetter zeigt sich wenig frühlingshaft: In der Nacht auf Samstag erfasst ein weiterer Kaltluftvorstoß Österreich, somit beginnt der kalendarische Frühling vom Tiroler Unterland über das Salzkammergut bis ins östliche Flachland verbreitet mit Schneefall und auch in der Weststeiermark sowie in Unterkärnten ist etwas Schnee in Sicht.

Noch kältere Luftmassen erfassen am Samstag Österreich (Animation in ca 1400 m Höhe). © ECMWF

Von den Kitzbüheler Alpen bis zu den Gutensteiner Alpen sind dabei verbreitet 5 bis 15, im Tennengau und Salzkammergut örtlich auch 20 cm Neuschnee in Sicht. Auch in Teilen Ober- und Niederösterreichs, Kärntens, Wiens sowie der Steiermark zeichnen sich aber ein paar Zentimeter ab. Tagsüber lässt der Schneefall im Osten nach und die Wolken lockern auf, in den Alpen gehen dagegen weitere Schauer nieder.

24h-Neuschneeprognose bis Samstagabend. © UBIMET

Dauerfrost in den Nordalpen

In Lagen oberhalb von rund 500 m beginnt der Frühling in den Nordalpen mit Dauerfrost, so kommen die Temperaturen landesweit nicht über -3 bis +5 Grad hinaus. Am mildesten wird es im äußersten Süden. Auf den Bergen herrscht strenger Frost mit Werten um -20 Grad auf den höchsten Gipfeln des Landes. In der Nacht auf Sonntag klingen letzte Schneeschauer rasch ab, die Wolken lockern auf und es wird eisig kalt. In vielen Tallagen von Vorarlberg über die Steiermark bis zum Wienerwald sowie im Mühl- und Waldviertel gibt es strengen Frost um -10 Grad, aber auch im Flachland ist verbreitet mäßiger Frost um -5 Grad zu erwarten.

Tiefstwerte in der Nacht auf Sonntag. © UBIMET

Besserung erst kommende Woche

Am Sonntag ziehen an der Alpennordseite rasch wieder Wolken auf und ab Mittag setzt in den Nordalpen sowie im Mühl- und Waldviertel allmählich leichter Schneefall ein. Am späten Abend fällt an der gesamten Alpennordseite ein wenig Schnee, nennenswerte Mengen um 10 cm sind einmal mehr von den Kitzbüheler Alpen bis in die nördliche Obersteiermark zu erwarten. Der Montag selbst verläuft dann in den zentralen und östlichen Nordalpen sowie im Osten noch leicht wechselhaft mit einzelnen Schnee- und Graupelschauern, sonst bleibt es überwiegend trocken. Im weiteren Verlauf der Woche zeigt sich dann wieder häufiger die Sonne und die Temperaturen steigen langsam, aber sicher an.

Ab Mitte der kommenden Woche geht es deutlich bergauf mit den Temperaturen. © ECMWF

Heftige Unwetter im Südosten der USA erwartet

Während östlich der Rocky Mountains praktisch überall die Bildung von Tornados möglich ist, gibt es besondere Bereiche in denen vergleichsweise häufig und heftige Tornados auftreten. Diese als Alleen bezeichneten Gebiete liegen im mittleren Westen und im Südosten des Landes. Während erstere als Tornado Alley auch in Europa Bekanntheit erlangt hat, ist die letztere als Dixie Alley bezeichnete Region eher unbekannt.

In den nächsten rund 48 Stunden werden nun in Dixie Alley und an der Ostküste heftige Gewitter mit der Gefahr von Tornados, großem Hagel und Orkanböen erwartet.

Aktuelle Situation

Momentan (Mittwochmorgen) liegt ein Tief über Oklahoma. Im Satellitenbild sind die Fronten eingezeichnet. Man erkenn an den weißen Wolkengebilden, dass bereits teils kräftige Gewitter unterwegs sind, die schon Hagel und Sturmböen gebracht haben.

Satellitenbild von 17.3.2021 7 Uhr © GEOS

Mittwoch

Das Tief wird sich am Tage allmählich nach Osten verlagern. Dabei gelangt auf der Vorderseite weiterhin feucht-warme Golfluft in den Südosten der USA. Da zudem sowohl die Geschwindigkeitsscherung (Windgeschwindigkeit nimmt mit der Höhe zu), als auch die Richtungsscherung (Windrichtung dreht mit der Höhe von Süd auf West) zunimmt, stellen sich in dem in der Graphik unten in Rot und Violett gekennzeichneten Bereich extrem gute Bedingungen für die Bildung von Superzellen ein.

Dies sind Gewitterzellen, deren Aufwinde kräftig rotieren. Daher sind sie langlebig und in der Lage Tornados und großen Hagel mit Durchmesser von mehr als 3 cm zu bringen. Zudem sind Orkanböen und heftiger Starkregen möglich.

Am Abend und in der Nacht auf Donnerstag werden sich im Warmsektor und im Vorfeld der nach Osten ziehenden Kaltfront etliche Superzellen bilden. Aber auch kräftige linienförmige Gewittersysteme sind zu erwarten, die Orkanböen und Hagel bringen werden.

Die Vorhersagegraphik zeigt, die nach Wahrscheinlichkeiten aufgeteilten Stufen der Gefahr. Dabei bezeichnet MRGL (marginal) ein marginales, SLGT (slight) ein geringes, EHN (enhanced) ein erhöhtes, MDT (moderate) ein hohes und HIGH ein sehr hohes Risiko für Unwetter. Dabei sind heute besonders Tornados in Blickpunkt. Im violetten Bereich wird das Auftreten mehrere starker Tornados erwartet. Dabei besteht durchaus Lebensgefahr für die dortigen Bewohner. Zudem wird ein sehr hohes Risiko äußerst selten herausgegeben!

Ausblick des Gewittervorhersagezentrums der US-Wetterbehörde © SPC/NOAA

Donnerstag

Mit dem Vorankommen des Tiefs nach Nordosten gelangt nun die labilste Luft an die Ostküste. Dabei setzten sich die schweren Gewitter des Vortags fort. Da die Richtungsscherung etwas abnimmt sind nun vor allem Gewitterlinien zu erwarten und damit verschiebt sich das Augenmerk von Tornados allmählich zu Orkanböen, die verbreitet zu Schäden führen werden. Spätestens am Freitagmorgen ist die Gefahr dann gebannt.

 

=================================
UPDATE 17.03.2021 – 21:20 MEZ
=================================

Mittlerweile wurde etliche, kräftige Radarechos beobachtet, die deutliche Rotationen aufweisen. Auch Verwüstungen werden, wie im Wayne County, Mississippi wurden bereits dokumentiert, hier hat es eine Hühner-Farm schwer getroffen:

Titelbild: https://pixabay.com/de/photos/gewitter-unwetter-blitz-storm-6088999/

Aprilwetter im März bringt Schnee- und Graupelgewitter

Kaltluftgewitter

Österreich liegt seit Wochenbeginn unter dem Einfluss einer nördlichen Höhenströmung und in den Nordalpen stauen sich feuchtkühle Luftmassen. Auf den Bergen wie etwa auf der Seegrube oberhalb von Innsbruck ist teils schon über 1 Meter Neuschnee gefallen, aber auch in höheren Tälern vom Arlberggebiet bis zu den Kitzbüheler Alpen gab es mehr als 60 cm Neuschnee.

Schneehöhe 14.3. Schneehöhe am 17.3. 72h-Differenz
Mittelberg (V) 78 cm 143  cm 65 cm
Schröcken (V) 90 cm 158 cm 68 cm
Hochfilzen (T) 2 cm 65 cm 63 cm
Saalbach (S) 26 cm 76 cm 50 cm
Ramsau am Dachstein (ST) 5 cm 44 cm 39 cm
Leutasch (T) 39 cm 103 cm 64 cm
Viel Neuschnee in Vorarlberg. © www.foto-webcam.eu

Abseits der Alpen sorgt die Kombination aus Sonneneinstrahlung und kalter Höhenluft in dieser Jahreszeit dagegen für eine labile Schichtung der Luft, somit nimmt die Schauer- und Gewitterneigung tagsüber sowie in den Nachmittagsstunden deutlich zu. Von Mittwoch bis Freitag ist davon vor allem die Alpennordseite vom Außerfern über Oberösterreich bis zum Alpenostrand betroffen.

Vor allem an der Alpennordseite muss man bis Freitag mit lokalen Graupelgewittern rechnen. © uwz.at

Graupel vs. Hagel

Allgemein können Schauer und Gewitter je nach Temperaturprofil und Höhe der Nullgradgrenze Regen, Schnee oder Hagel bringen. In dieser Jahreszeit kommt allerdings häufig eine besondere Form des Niederschlags vor: Graupel. Fälschlicherweise wird Graupel oftmals als kleiner Hagel abgetan, eigentlich ist Graupel allerdings noch eine Schneeart. Durch anfrieren unterkühlter Wassertröpfchen werden Schneekristalle zu kleinen bis 5 mm großen Kügelchen verklumpt. Dazu ist die Dichte von Graupel geringer als von Hagel und die Oberfläche eher rau. Dadurch fallen sie langsamer und verursachen keine direkten Schäden.

Graupel
Graupelkörner © AdobeStock

Glättegefahr

Der Wechsel von Sonnenschein zu kräftigen Schauern und umgekehrt geht oftmals sehr schnell vonstatten, daher können Graupelschauer in kürzester Zeit für sehr rutschige Fahrbahnen sorgen. Nicht selten passieren bei solchen Lagen vermehrt Autounfälle. Neben der erhöhten Glättegefahr kann es weiters auch zu vorübergehenden Einschränkung der Sicht kommen.

Graupelschauer
Graupelschauer im Wienerwald am 16.3.21. © N. Zimmermann

Titelbild © AdobeStock

Begegnung mit einem kosmischen Felsbrocken

Ein kosmischer Felsbrocken fliegt am Sonntag an der Erde vorbei - so nahe allerdings nicht.

Nah und fern

Wie die großen Planeten bewegen sich  diese Asteroiden, auch Planetoiden oder Kleinplaneten genannt, auf Ellipsenbahnen um die Sonne. Hauptsächlich sind sie weit außerhalb der Erdbahn zwischen Mars und Jupiter unterwegs, zumindest kleinere Teile kommen aber immer wieder auch ’nahe‘ bei unserem Planeten vorbei.

Sternschnuppen entstehen durch kleine Bruchstücke von Asteroiden oder Kometen@AdobeStock.

Keine Gefahr

Das klingt erst einmal bedrohlich, nahe bezogen auf die Verhältnisse des Sonnensystems  kann jedoch auf die Erde übertragen eine riesige Distanz sein. So kommt uns dieser Asteroid nicht näher als knapp 2 Millionen Kilometer oder gut das 5-fache zur Entfernung zum Mond. Eine Kollision mit der Erde ist also auszuschließen. Die letzte vergleichbare Begegnung mit einem Asteroiden ähnlicher Größe fand am 22. Dezember 2018 statt.

…vorläufig

Wesentlich näher wird uns in acht Jahren der ca. 300 m messende Planetoid Apophis kommen, er wird die Erde „nur“ um 38.000 km verfehlen. Aber auch da besteht keine Kollisionsgefahr, was allerdings keine absolute Entwarnung bedeuten kann. So zog am 15. Februar 2013 ein schon drei Jahre bekannter Asteroid von 40 Metern, wie berechnet, in 28. 000 km Entfernung an der Erde vorbei. Am selben Tag lieferte jedoch ein ähnliches Objekt einen unerwarteten Treffer – die bekannte Meteoritenexplosion im nordrussischen Tscheljabinsk. Dieser Asteroid näherte sich der Erde aus Richtung der Sonne und konnte daher nicht vorher beobachtet werden. Auf kurze oder lange Sicht (astronomisch, also bis zu Jahrmillionen) gilt ein erneuter, dann global katastrophaler Treffer eines noch weit größeren Brockens sogar als sicher.

Massiver Sandsturm erfasst Peking

Verantwortlich für den schweren Sandsturm war ein Tief, das nördlich der chinesischen Hauptstadt vorbeigezogen ist. Gut zu sehen sind sowohl das Tief als auch die bräunliche Schleppe aus feinem Wüstensand auf dem folgenden Satellitenbild. Der Sand stammt aus der Wüste Gobi, im Frühjahr sind Sandstürme in dieser Region recht häufig. Dass Peking (rot eingekreist) allerdings so stark getroffen wird, war zuletzt vor 10 Jahren der Fall.

Satellitenbild von Ostasien gestern Montag (zum Vergrößern anklicken)

Wir haben die besten Fotos und Videos für euch zusammengestellt:

Mittlerweile ist der Sandsturm aber weiter nach Osten gezogen, die Lage in Peking hat sich wieder deutlich entspannt:

Quelle Titelbild: Twitter

In der neuen Woche zunehmend winterlich

Schnee im Frühling - pixabay.com

Die zahlreichen und teils gewittrigen Graupelschauer der letzten Stunden sind nur die ersten Vorboten einer kälteren Wetterphase, die uns aller Voraussicht nach bis zum kommenden Wochenende begleiten wird. Schuld daran ist ein ausgeprägtes Hochdruckgebiet über dem Atlantik, das sich bis zum Ende der neuen Woche in Richtung Island und Skandinavien ausbreiten wird (rötliche Farben in der unten stehenden Animation) und dabei die mildere Atlantikluft umlenkt. Zwischen dem Hoch und einem Tiefdruckkomplex über Osteuropa (blaue Farben) drehen die Winde über Deutschland in allen Schichten immer mehr auf Nord bis Nordost und kalte Polarluft gelangt somit nach Mitteleuropa.

Animation der Großwetterlage (Bodendruck) in Europa von Montag bis Samstag - ECMWF-IFS, UBIMET
Animation der Großwetterlage (Bodendruck) in Europa von Montag bis Samstag – ECMWF-IFS, UBIMET

Vor allem untertags zu kalt für die Jahreszeit

Mit den Temperaturen geht es daher spürbar bergab. Der Höhepunkt dieser kalten Phase wird nach derzeitigem Stand in der zweiten Hälfte der neuen Woche erreicht. Dabei werden in den Niederungen landesweit maximal nur noch +1 bis +5 Grad erreicht. Normal für die Jahreszeit wären rund +9 Grad als Tageshöchstwert. Insgesamt verlaufen somit die kommenden 7 Tage landesweit unterdurchschnittlich kalt. Das ECMWF-Copernicus Modell rechnet mit wöchentlichen Temperaturabweichungen zwischen -1 Grad im Norden und -5 Grad im Süden im Vergleich zu den normalen März-Werten (siehe Abbildung unten).

Bodennahe Temperaturanomalien für die kommende Woche über Europa - ECMWF Copernicus
Bodennahe Temperaturanomalien für die kommende Woche über Europa – ECMWF Copernicus

Der Spätwinter kehrt in mittleren und hohen Lagen zurück

Eingelagert in der kalten Nordströmung werden in den kommenden Tagen immer wieder kleine Störungen das Land überqueren. Es geht somit landesweit unbeständig weiter, verbreitet sind weiterhin Graupelschauer zu erwarten und vor allem oberhalb von rund 600 m wird es im Laufe der Woche zunehmend winterlich. In den Alpen sind bis Donnerstag verbreitet 15 bis 30, in höheren Lagen auch bis zu 50 cm Neuschnee einzuplanen. In den höheren Lagen abseits der Alpen – vor allem im Schwarzwald und im Erzgebirge, aber nicht nur dort – sind ebenso einige Zentimeter der weißen Pracht in Sicht.

Animation der vorhergesagten 24-stündigen Neuschneemengen (cm) vom Montag bis Donnerstag - UBIMET UCM-Modell
Animation der vorhergesagten 24-stündigen Neuschneemengen (cm) vom Montag bis Donnerstag – UBIMET UCM-Modell

Schnee bis ins Flachland möglich?

Für die Niederungen ist vorerst höchstens nur mit ein paar nassen Flocken nachts und in den Morgenstunden zu rechnen. Manche Modelle deuten Donnerstagmorgen auf ein mögliches Schneefallereignis bis ins Flachland hin (siehe Animation oben): Dies ist aber derzeit nur eine von mehreren Lösungen. Das Potential für weiße Überraschungen bis ins nördliche Flachland ist aber zum Ende der neuen Woche hin auf jeden Fall gegeben!

 

Titelbild: Schnee im Frühling – pixabay.com

Der Spätwinter hat uns fest im Griff

Die Kaltfront von Tief LIUS hat nun die Alpen überquert und nachfolgend stellt sich in den kommenden Tagen eine feucht-kalte Nordwest- bis Nordströmung ein. Darin eingelagert erreichen immer wieder kleine Tiefdruckgebiete und Tröge die Alpen und sorgen für reichlich Neuschnee.

Während in tiefsten Lagen der Schnee tagsüber durch die diffuse Strahlung wieder wegtaut, baut sich in Lagen oberhalb von 700 bis 900 m eine satte Schneedecke auf. Dabei sind bis Mittwoch in den höheren Tallagen durchaus 15 bis 30 cm, im Arlberggebiet sogar 50 bis 80 cm Neuschnee zu erwarten.


Zu den heutigen 25 cm kommen im Kleinwalsertal und am Arlberg bis Mittwoch nochmals rund 75 cm hinzu!

Verfrühtes Aprilwetter im Flachland

Nach einem meist trockenen Start in die neue Woche zieht im Donauraum und im östlichen Flachland am Montagnachmittag mit lebhaftem bis kräftigem West- bis Nordwestwind von Westen her Regen auf. Am Dienstag und Mittwoch stellt sich in diesen Regionen dann eigentlich für den April typisches Wetter ein:

Ähnlich wie am heutigen Sonntag wechseln sich tagsüber kurze sonnige Phasen mit kräftigen Regen-, Schnee- und Graupelschauer ab. Auch der eine oder andere Blitz kann in den kräftigsten Schauern nicht ausgeschlossen werden. Mit dem Graupel kann auch im Flachland zumindest kurzzeitig nochmals ein winterlicher Eindruck entstehen.

Im Süden windig, sonniger und milder

Von Osttirol bis in die südliche Steiermark verlaufen die kommenden Tage deutlich freundlicher. Im Schutz der Alpen scheint öfter die Sonne und es bleibt weitgehend trocken.

Mit dem Wind wird es von Kärnten bis ins Burgenland am mildesten

Dazu weht vor allem am Dienstag und Mittwoch lebhafter bis kräftiger, lokal auch stürmischer Nordföhn, der die Luft abtrocknet und die Temperaturen steigen lässt. So liegen die Höchstwerte im Süden meist zwischen 7 und 12 Grad.

Kaltfrontdurchzug beendet frühlingshafte Phase

Sturmtief LUIS vom Satellit am Samstagabend - EUMETSAT, UBIMET

Der Samstag verlief dank leicht föhnigen Verhältnisse landesweit frühlingshaft mild. In allen 9 Bundesländern wurde die 15-Grad-Marke geknackt, am wärmsten war es dabei im Tullnerfeld mit 18 Grad!

Höchstwerte am Samstag - ZAMG, UBIMET
Höchstwerte am Samstag – ZAMG, UBIMET

Typisch für die Jahreszeit war heute auch die sehr breite Temperaturspanne (Differenz zwischen Tageshöchstwert und Tiefstwert). Nach einem selbst im nördlichen und östlichen Flachland teils frostigen Start kletterten die Temperaturen tagsüber rasch auf ein frühlingshaftes Niveau. Spitzenreiter war diesbezüglich Langenlois in Niederösterreich: Nach einem Tiefstwert von -3 Grad erwärmte sich die Luft tagsüber rasch und am Nachmittag wurden hier die 17 Grad überschritten: Satte 20 Grad Temperaturdifferenz binnen 12 Stunden!

Temperaturspanne am Samstag - ZAMG, UBIMET
Temperaturspanne am Samstag – ZAMG, UBIMET
Temperaturverlauf (°C) am Samstag in Langenlois (NÖ) - ZAMG, UBIMET
Temperaturverlauf (°C) am Samstag in Langenlois (NÖ) – ZAMG, UBIMET

Diese milde Wetterphase wird aber schon in den kommenden Stunden mit Durchzug der Kaltfront von Sturmtief LUIS über Nordeuropa unterbrochen. Hinter der Front erreicht am Sonntag in einer straffen Nordwestströmung deutlich kältere Luft die Alpenrepublik. So steht uns in den kommenden Stunden ein Temperatursturz von bis zu 10 Grad im Vergleich zu den heutigen Höchstwerten bevor!

Vorhergesagte Temperaturdifferenz (°C) zwischen Samstagmittag und Sonntagmittag - ECMWF IFS-Modell
Vorhergesagte Temperaturdifferenz (°C) zwischen Samstagmittag und Sonntagmittag – ECMWF IFS-Modell

In der Nacht auf Sonntag sinkt zudem die Schneefallgrenze rasch von deutlich über 1000 m auf 800 bis 600 m ab. Im Bergland zeichnen sich somit in den kommenden 12 Stunden verbreitet 5 bis 15 cm Neuschnee ab!

12-stündige Neuschneeakkumulation (cm) bis Sonntag um 10 Uhr - UBIMET UCM Modell
12-stündige Neuschneeakkumulation (cm) bis Sonntag um 10 Uhr – UBIMET UCM Modell

 

 

Titelbild: Sturmtief LUIS vom Satellit am Samstagabend – EUMETSAT, UBIMET

Der nächste Sturm steht in den Startlöchern

Sturm in Sicht

Nicht mal 24 Stunden nach Sturmtief KLAUS steht schon das nächste Sturmereignis ante portas. Das verantwortliche Tief heißt diesmal LUIS und ist heute nur als kleine Randwelle westlich der Britischen Inseln erkennbar. Doch in den kommenden Stunden verstärkt sich LUIS rasch und wandelt sich in ein kräftiges Sturmtief um, das bis Sonntag von den Britischen Inseln bis zur Ostsee durchzieht. Das Resultat: Am Samstag erneut landesweit stürmischer Wind!

Zugbahn von Sturmtief LUIS von Freitag bis Sonntag - ECMWF-IFS, UBIMET
Luftdruck-Animation mit Zugbahn von Sturmtief LUIS von Freitag bis Sonntag – ECMWF-IFS, UBIMET

Im Südwesten teils schwere Sturmböen

Das bevorstehende Sturmereignis trifft in erster Linie die Südwesthälfte des Landes: Vom Ostfriesland über den Mittelgebirgsraum bis zum Schwarzwald und dem Bodensee sind verbreitet Sturmböen zwischen 70 und 90 km /h zu erwarten. In exponierten Lagen im Südwesten sind aber auch schwere Sturmböen bis 100 oder 110 km/h durchaus im Bereich des Möglichen.

Maximale Windböen am Samstag - UBIMET UCM-Modell
Maximale Windböen am Samstag – UBIMET UCM-Modell

Am Samstag eingelagerte Gewitter möglich

Die ersten Sturmböen sind im Westen und Südwesten bereits in den frühen Morgenstunden am morgigen Samstag einzuplanen. Tagsüber breitet sich der Sturm nach Osten aus und erreicht in der zweiten Tageshälfte auch den Osten und Südosten der Bundesrepublik. Vor allem im Westen gehen tagsüber auch eingelagerte Gewitter nieder, die lokal eine kurzzeitige Verstärkung der Windböen bringen können.

Vom Sturm betroffene Regionen am Samstag - UWR, UBIMET
Vom Sturm betroffene Regionen am Samstag – UWR, UBIMET

 

Titelbild: Sturm in Sicht – UBIMET

Sturmtief KLAUS brachte teils schwere Sturmböen und Gewitter

Windsack bei stürmischem Wind

— Update 20:00 Uhr —

Zusammenfassung:

Ein stürmischer Tag geht zu Ende. Besonders im Norden und Nordwesten traten Böen zwischen 80 und 100 km/h auf, an der Nordsee wurden teils orkanartige Böen mit über 110 km/h gemessen. Im Binnenland traten die kräftigsten Böen wie erwartet mit Schauern und Gewitter auf, die von Westen durchzogen.

Stärkste Böen am Donnerstag, den 11.3.2021 © DWD/UBIMET
Liste aller Blitzentladungen bis 19.50 Uhr © Nowcast

Das Satellitenbild zeigt die zahlreichen Schauer und Gewitter auf der Rückseite der Kaltfront.

Satellitenbild von 20.00 Uhr © EUMETSAT/UBIMET

Morgen wird es besonders im Westen erneut stürmisch, hier muss dann mit Böen von 60 bis 80 km/h gerechnet werden. Damit beenden wir für heute den Liveticker und bedanken und für Ihr Interesse.

— Update 17:45 Uhr —

 

— Update 17:15 Uhr —

Vor den Toren Berlins haben sich teils kräftige Gewitter gebildet. Dabei besteht die Gefahr von schweren Sturmböen.

Radarbild von 17.15 Uhr © DWD/UBIMET

—Update 16:30 Uhr—

In der Mitte ziehen derzeit einige Schauer sowie lokale Gewitter durch. Der Himmel präsentiert sich dabei typisch frühlingshaft wie man es im April oft sieht.


In England werden aktuell auch sog. Mammatus-Wolken beobachtet, dazu kann es in den kommenden Stunden auch noch bei uns im Umfeld der Schauerzellen kommen.

—Update 16:05 —

In der Meldorfer Bucht Bucht wurden vergangene Stunden örtlich Orkanböen gemessen:

  • 122 km/h Büsum
  • 117 km/h Spiekeroog
  • 111 km/h Elpersbüttel
  • 109 km/h Sankt Peter-Ording
  • 99 km/h Strucklahnungshörn
  • 97 km/h Kiel
  • 95 km/h Cuxhaven

—Update 15:45 —

Auch in Deutschland werden mittlerweile einige Einsätze der Feuerwehr gemeldet. Meist handelt es sich um umgestürzte Bäume, die mitunter für Beeinträchtigungen im Verkehr sorgen.

— Update 15:35 —

Anbei ein paar spannende Bilder vom treibenden Sand am Strand von Scheveningen (Den Haag) in den Niederlanden.


— Update 14:25 —

Im Norden sind weitere Gewitter entstanden und diese verlagern sich mit dem kräftigen Wind weiter in den Osten. Im Umfeld kann es zu Sturmböen und kurzzeitig auch zu kräftigem Regen kommen.

Radarbild 14:15 ©nowcast/DWD/UBIMET

— Update 13:35 —

Anbei ein aktuelles Satellitenbild von Sturmtief KLAUS. Die Warmfront liegt bereits über Tschechien bzw. Polen und die schwach ausgeprägte Kaltfront erstreckt sich quer über Deutschland. Dahinter folgt am Südrand des Tiefs über der Nordsee noch die umwickelte Okklusionsfront.

Satellitenbild von 13:15 Uhr. © EUEMETSAT / UBIMET

— Update 13:15 —

Anbei die bisherigen, gemessenen Spitzenböen:

  • 104 km/h Nörvenich
  • 97 km/h Geilenkirchen
  • 95 km/h Aachen
  • 93 km/h Büsum
  • 93 km/h Borkum
  • 90 km/h Bremerhaven
  • 86 km/h Diepholz
  • 85 km/h Bremen

Aktuelle Daten und Statistiken gibt es auch stets hier: Wetterdaten

— Update 12:20 —

Mittlerweile gibt es schon zalhreiche Berichte über entstandenen Schäden von Sturm Klaus. Der Höhepunkt des Sturms sollte in den Niederlanden aber in der nächsten Stunde erreicht werden.

—Update 11:40 —

Zwischen der Elbmündung und dem Großraum Bremen sind erste Gewitter entstanden, sie sich mit dem starken Höhenwind zügig nach Ost-Nordost verlagern. Im Bereich dieser Gewitter ist die Sturmgefahr besonders groß.

Im Norden sind erste Gewitter entstanden. (Daten: nowcast/DWD/UBIMET)

—Update 11:10 —

In den Niederlanden werden mittlerweile Böen über 100 km/h gemessen:

  • 119 km/h Vlissingen
  • 115 km/h Rotterdam
  • 104 km/h Amsterdam


In Deutschland lag im Flachland in der vergangene Stunden Borkum mit 93 km/h an der Spitze, auf dem Brocken wurden dagegen schon Orkanböen bis 140 km/h verzeichnet.

—Update 10:55 —

Anbei die neuesten Prognose von ICON-Modell des DWD. Es berechnet besonders im Norden von NRW und im südlichen Niedersachsen schwere Sturmböen um 100 km/h, während die Spitzen zwischen Bremen und Hamburg demnach etwas geringer ausfallen würden.

Die Prognose der Windspitzen von ICON 6z (Daten: DWD; Graphik: UBIMET).

—Update 10:05 Uhr —

Derzeit ist die Lage in Deutschland zwar noch relativ ruhig, im Westen werden aber örtlich schon Sturmböen gemessen. Anbei eine Auswahl an Stationen:

  • 93 km/h Büsum
  • 86 km/h Geilenkirchen
  • 82 km/h Mönchengladbach
  • 81 km/h Aachen
  • 70 km/h Werl
  • 68 km/h Düsseldorf
  • 68 km/h Bremen
  • 67 km/h Rheinstetten / Karlsruhe
  • 63 km/h Erfurt
  • 61 km/h Saarbrücken

Mit den Schauern sowie lokalen Gewittern legt der Wind in den kommenden Stunden aber vor allem im Nordwesten deutlich zu, so werden etwa in den Niederladen wie etwa in Amsterdam bereits schwere Sturmböen von 98 km/h gemeldet.

—Update 9:35 Uhr —

Auf dem aktuellen Satellitenbild sieht man sehr schön den Kern von Sturmtief KLAUS sowie seine Warmfront quer über der Südosthälfte Deutschlands. Am Südrand des Tiefkerns treten in den kommenden Stunden die stärksten Böen auf. In der vergangenen Stunden wurden am Ärmelkanal von der Normandie bis zu den Niederlande Windspitzen um 100 km/h gemessen.

Satellitenbild um 9:30 Uhr. © EUMETSAT/UBIMET

— Update 9:30 Uhr —

Wir haben unsere gestrigen Warnungen anhand der neuesten Modellläufe noch leicht ausgebaut, anbei die aktuelle Warnkarte. In der Mitte und im Nordosten kann es stellenweise ebenfalls zu schweren Sturmböen kommen, hier werden im Tagesverlauf mitunter auch noch Gewitterwarnungen zum Thema.

Sturmwarnungen sind bereits in Kraft, lokal folgen am Nachmittag Gewitterwarnungen.

— Übersicht —

Am Donnerstag gerät Deutschland unter den Einfluss eines Tiefs namens KLAUS, welches am Montag vor der kanadischen Küste entstanden ist und sich zur Wochenmitte über den Nordatlantik in Richtung Nordmeer verlagert. Damit verstärkt sich der Druckgradient über Deutschland und ausgehend vom westlichen Mittelgebirgsraum kommt ab Mittwochnacht zunehmend starker Südwestwind auf.

Bodenanalyse am Mittwoch, 7 Uhr via DWD.

Mit Durchzug einer Kaltfront muss man am Donnerstag im Nordwesten mit teils orkanartigen Böen um 110 km/h rechnen, an der Nordseeküste sind auch Orkanböen um 120 km/h möglich: Hier kann der kräftige Höhenwind mit Schauern und gar einzelnen Gewittern zum Boden runtergemischt werden. Besonders betroffen sind die Regionen vom Emsland bzw. von Ostfriesland bis zur Elbmündung sowie in weiterer Folge auch Teile Schleswig-Holsteins, aber auch im Münsterland zeichnen sich in Gewitternähe örtlich teils schwere Sturmböen um 100 km/h ab. Der Schwerpunkt des Sturms findet am Donnerstag vom Vormittag bis zum frühen Nachmittag statt.

Sturmgefahr am Donnerstag (Stand: Mittwoch, 14 Uhr). © www.uwr.de

In den umliegenden Regionen von Eifel bis nach Mecklenburg zeichnen recht verbreitet Sturmböen um 75 km/h ab, wobei es auch hier in Schauernähe vereinzelt zu deutlich höheren Spitzen kommen kann. Im Südosten sind dagegen meist nur exponierte Lagen im Bereich der Mittelgebirge betroffen.

Wahrscheinlichkeit für Böen über 90 km/h am Donnertsag von ECMWF (ENS).

Auch am Wochenende bleibt es windig und das Potenzial für das ein oder andere weitere Sturmtief bleibt bestehen. Diesbezüglich sind sich die Modelle noch uneinig, ein Extremereignis ist allerdings nicht in Sicht.

Frühling zeigt uns ab Sonntag die kalte Schulter

Schneeglöckchen im Frühling - pixabay.com

Mitteleuropa liegt aktuell unter dem Einfluss einer ausgeprägten Westlage. Sturmtief KLAUS mit Kern über dem Nordmeer zieht am Donnerstag über den Nordwesten Deutschlands hinweg und sorgt am Freitag in abgeschwächter Form auch vom Hausruckviertel über das Mostviertel bis ins Wiener Becken für kräftigen Westwind mit teils stürmischen Böen um 70 km/h. Mit dem Wind erfassen vorübergehend milde Luftmassen Österreich, so steigen die Temperaturen am Freitag im Osten bei zeitweiligem Sonnenschein auf bis zu 14 Grad. Noch eine Spur milder wird es am Samstag, dann sind bei föhnigem Südwestwind 11 bis 15 bzw. entlang der östlichen Nordalpen örtlich auch 17 Grad zu erwarten.

Druckverteilung in der Höhe 12.02 06UTC, kräftige Westströmung ©ECMWF,UBIMET

Abkühlung in Sicht

In der Nacht auf Sonntag leitet eine Kaltfront eine nachhaltige Wetterumstellung ein. Die Strömung dreht auf Nord und kühle Luftmassen arktischen Ursprungs machen sich auf den Weg nach Österreich. Der Sonntag verläuft überwiegend bewölkt und vor allem im Bergland sowie im Süden auch häufig nass. Die Schneefallgrenze sinkt auf 900 bis 600 m ab und die Temperaturen kommen nicht mehr über 2 bis 10 Grad hinaus. Auch die neue Woche beginnt an der Alpennordseite trüb und kühl, von Vorarlberg bis in die nördliche Obersteiermark fällt häufig Regen und bereits oberhalb von 400 bis 800 m Schnee. Auch die Öffnung der Gastronomie in Vorarlberg fällt somit bei Höchstwerten zwischen 2 und 6 Grad ins Wasser, leicht wetterbegünstigt ist dagegen bei Maximalwerten um 10 Grad der Südosten des Landes.

Viel Schnee auf den Bergen

In der kommenden Woche geht es mit den Temperaturen noch eine Spur bergab und zumindest bis zum astronomischen Frühlingsbeginn am 20. März ist keine nennenswerte Änderung in Sicht. Bis dahin fällt bei überwiegendem Tiefdruckeinfluss besonders an der Alpennordseite häufig Regen und im Bergland Schnee.

Temperaturtrend in der freien Atmosphäre für Wien. © ECMWF

Vor allem von Vorarlberg bis zum Salzkammergut ist auf den Bergen kommende Woche in Summe rund 1 Meter Neuschnee in Sicht. Aber auch in den Tälern der Nordalpen kündigt sich ein spätwinterlicher Wetterabschnitt an. Nach dem astronomischen Frühlingsbeginn dürfte der Tiefpunkt überstanden sein, allerdings deuten mittelfristige Modellprognosen auch danach noch auf eher kühle Verhältnisse hin.

Aktuelle Schneeprognose von Samstag- bis Donnerstagabend. © UBIMET

Sturm, Orkan und die Beaufortskala

Sturm Orkan

Phänomenologisch beschreibt die Beaufortskala die Wirkung der Windgeschwindigkeit, sowohl auf dem Land als auch auf dem Meer, in 13 Stärken bzw. Stufen von 0 (= Windstille, Flaute) bis 12 (= Orkan).

Beaufort
km/h Bezeichnung der Windstärke Bezeichnung des Seegangs Wirkung auf dem Land
0 0-1 Windstille, Flaute völlig ruhige, glatte See keine Luftbewegung
1 1-5 leichter Zug Ruhige, gekräuselte See kaum merklich, Windfahnen unbewegt
2 6-11 leichte Brise schwach bewegte See Blätter rascheln, Wind im Gesicht spürbar
3 12-19 schwache Brise schwach bewegte See Blätter und dünne Zweige bewegen sich
4 20-28 mäßige Brise leicht bewegte See Zweige bewegen sich
5 29-38 frische Brise mäßig bewegte See größere Zweige und Bäume bewegen sich, Wind deutlich hörbar
6 39-49 starker Wind grobe See dicke Äste bewegen sich, hörbares Pfeifen
7 50-61 steifer Wind sehr grobe See Bäume schwanken, Widerstand beim Gehen gegen den Wind
8 62-74 stürmischer Wind mäßig hohe See große Bäume werden bewegt, beim Gehen erhebliche Behinderung
9 75-88 Sturm hohe See Äste brechen, kleinere Schäden an Häusern, beim Gehen erhebliche Behinderung
10 89-102 schwerer Sturm sehr hohe See Bäume werden entwurzelt, Baumstämme brechen, größere Schäden an Häusern; selten im Landesinneren
11 103-117 orkanartiger Sturm schwere See heftige Böen, schwere Sturmschäden, schwere Schäden an Wäldern, Gehen ist unmöglich; sehr selten im Landesinneren
12 >117 Orkan außergewöhnlich schwere See schwerste Sturmschäden und Verwüstungen; sehr selten im Landesinneren

Sturm und Orkan

Als Sturm werden mittlere Windgeschwindigkeiten (über 10 Minuten gemessen) von mindestens 75 km/h oder 9 Beaufort bezeichnet. Wenn ein Sturm eine Windgeschwindigkeit von mindestens 118 km/h oder 12 Beaufort erreicht, spricht man hingegen von einem Orkan. Erreicht der Wind nur kurzzeitig Sturmstärke, also für wenige Sekunden, so spricht man von Sturmböen bzw. ab 118 km/h von Orkanböen. Beispielsweise wenn der Wind im Mittel mit 45 km/h weht, es aber Böen von 75 km/h gibt, handelt es sich nicht um einen Sturm, sondern um starken Wind mit Sturmböen. Manche Wetterdienste sprechen von einem Sturmtief allerdings bereits ab mittleren Windgeschwindigkeiten der Stärke 8  bzw. von einem Orkantief ab mittleren Windgeschwindigkeiten der Stärke 11.

Francis Beaufaurt

Die Beaufortskala verdankt ihren Namen den britischen Hydrographen Francis Beaufort, der die Skala 1806 das erste mal in dieser Form veröffentlichte. Gute 30 Jahre später wurde die Skala dann von der britischen Admiralität als verbindlich eingeführt, allerdings ohne auf Beaufort Bezug zu nehmen. Erst 1906 machte der britische Wetterdienst diese als ‚Beautfortskala‘ bekannt.

Titelbild © Adobe Stock

Spätwinterlicher Schneefall am Mittwoch

Das kleinräumige Tief INGO zieht aktuell in Richtung Alpen und überquert Österreich in der Nacht auf Mittwoch bzw. am Mittwoch selbst in abgeschwächter Form. Damit zeichnen sich vor allem im Norden und am Alpenostrand ein paar Regen- und Schneeschauer ab.

Am Mittwoch fällt von den Kitzbüheler Alpen bis zum Alpenostrand zeitweise etwas Schnee. Im Tagesverlauf fließt allmählich mildere Luft ein und der oft nasse Schnee geht zunehmend in Regen über, damit steigt die Schneefallgrenze tagsüber von den tiefen Lagen auf etwa 500 bis 800 m an. In der Grafik sind die prognostizierten Neuschneemengen für Mittwoch dargestellt. Während im Flachland meist nur wenige Flocken fallen, sind im nordöstlichen Bergland in den Tallagen etwa 2 bis 5 cm und auf den Bergen vom Hochkönig über den Dachstein bis zum Toten Gebirge auch 10 bis 15 cm Neuschnee zu erwarten.

Titelbild: Blick auf den Schneeberg (Niederösterreich). Quelle: Joshua Pillar

Ätna-Ausbruch verursacht heftigen Steinregen auf Sizilien

Ätna Ausbruch - Piermanuele Sberni / unsplash

Pünktlich gegen 8 Uhr am heutigen Morgen brach der 3326 m hohe Vulkan zum zehnten Mal in den letzten Tagen aus. Seit Mitte Februar kommt es im Schnitt jede 50 bis 60 Stunden zu einer Eruption.

Das heutige Ereignis war mit rund 30 Minuten nur von sehr kurzer Dauer, wie man aus der obigen Satellitenanimation (@EUMETSAT) gut sehen kann. Die Explosion war aber besonders kräftig und warf Lavasteine und Asche bis in eine Höhe von etwa 10 km. Neue Lavaströme wurden auch beobachtet, diese flossen aber wie alle Lavaströme, die aus den Gipfelkratern stammen in das unbewohnte und daher auch sichere Valle del Bove (it. für Tal des Ochsen).

#Etna – 07 Marzo 2021 | Ci siamo, dopo circa 80 ore il vulcano prepara la 10ª eruzione. Purtroppo la direzione del…

Pubblicato da EtNative – to explore Mount Etna su Sabato 6 marzo 2021

 

Geschätzt mehr als 5 Tonnen Vulkanmaterial wurden heute in die Luft geschleudert. Einen Großteil davon „regnete“ es aufgrund der mäßigen Westwinde entlang der Ionischen Küste Siziliens, rund um die Kleinstadt Giarre (Facebook-Bild oben mit der am schwersten betroffenen Region gelb-rot eingefärbt) ab. Hier bildetet sich binnen weniger Minuten eine zentimeterdicke Aschendecke. Vom Himmel fielen aber auch größere und mehrere Gramm schwere Lavasteine!

 

😱 Ancora immagini della pesante caduta di #cenere ma soprattutto #lapilli sui paesi #etnei di Milo, Fornazzo, Trepunti,…

Pubblicato da Tornado in Italia su Domenica 7 marzo 2021

 

 

 

 

#Etna – 07 Marzo 2021 | Il 10º parossismo, al cratere di sudest, della sequenza iniziata a febbraio21 si è appena…

Pubblicato da EtNative – to explore Mount Etna su Sabato 6 marzo 2021

 

 

Titelbild: Ätna Ausbruch – Piermanuele Sberni / unsplash

Wieviel wiegt eigentlich Luft?

Die Antwort: 1 Liter Luft wiegt rund 1,2 Gramm.

Neben Galileo Galilei erforschte auch der Magdeburger Physiker Otto von Guericke das Eigengewicht der Luft. Er kam zur Erkenntnis, dass Luft ein Gewicht haben müsse. Denn alles was eine Masse hat, wird von der Erde angezogen. Die Luft würde also davonfliegen, wenn sie kein Eigengewicht hätte, so seine Auffassung. Er wies anhand seiner zahlreichen Versuche mit Luft unter anderem nach, dass im Vakuum Kerzen nicht brennen und dass der Schlag auf eine Glocke keinen Klang erzeugt. Zudem erfand er die erste brauchbare Luftpumpe.

Gewicht nicht immer gleich

Ein Liter Luft wiegt 1,2 Gramm, ein Kubikmeter somit 1.200 Gramm. Aber Luft wiegt nicht immer gleich viel, der Wert von 1,2 Kilogramm pro Kubikmeter gilt für sogenannte Normalbedingungen. Dann herrscht eine Temperatur von 20°C und wir befinden uns auf Meeresniveau. Anscheinend besteht also ein Zusammenhang zwischen dem Gewicht der Luft und der Temperatur. Bei kälterer Luft sind die Luftmoleküle näher beisammen, das ergibt eine größere Luftdichte. Dies bedeutet nichts anderes, als dass kältere Luft schwerer als warme ist. Stehen wir also z.B. bei -20 Grad am Meer, wiegt dort ein Kubikmeter Luft bereits 1,4 Kilogramm.

Enorme Last auf uns

Viele fragen sich nun bestimmt, wie schwer denn dann wohl die riesige Luftsäule sein muss, die über unseren Köpfen lastet. Die gesamte Atmosphäre wiegt 5 Trillionen Kilogramm, eine schier unbegreifliche Zahl. Auf jedem Quadratmeter der Erde lastet im Mittel eine Masse von 10.000 Kilogramm Luft, also 10 Tonnen. Der durchschnittliche Mensch hat eine Oberfläche von 1,6 bis 1,9 Quadratmetern. Im liegenden Zustand drücken also rund 8.000 bis 9.500 Kilogramm Luft auf uns, dies entspricht 2 bis 3 ausgewachsenen Elefanten. Doch warum werden wir dann von dieser enormen Masse nicht einfach zerquetscht? Das haben wir dem Umstand zu verdanken, dass unsere Körperzellen einen Gegendruck ausüben, der den Atmosphärendruck ausgleicht.

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Kaltfront sorgt nochmals für Wintereinbruch

Auch wenn es gestern größtenteils dicht bewölkt durch den Tag ging, auch bedingt durch den Saharastaub in der Luft, waren die Temperaturen nochmals frühlingshaft. In jedem Bundesland gab es zweistellige Höchstwerte.

Heute sah es schon wieder ganz anders aus. Spätestens als auch im östlichen Flachland die ersten Schneeflocken vom Himmel fielen, versiegten bei so manchen vermutlich wieder die Frühlingsgefühle.

Schuld daran war die Kaltfront Tief GERD, die uns am heutigen Tag von Norden her überquerte und für einen deutlichen Rückgang der Temperaturen sorgte. Vielerorts war es sogar heute Früh noch wärmer als am Abend. Hierbei spricht man auch von einem inversen Tagesgang. Das heißt, tagsüber wird es kälter anstatt wärmer.

Deutliche Abkühlung in Wien durch die Drehung des Windes auf Nord © UBIMET

Deutlich wärmer war es heute nochmals im Süden und Südosten, in Villach gab es etwa noch einmal frühlingshafte 16 Grad. In Bleiburg sowie im Grazer Becken sorgte die Kaltflut in der Höhe und die milde Luft am Boden sogar für Gewitter!

Auch wenn es in den nächsten Tagen jetzt wieder etwas kühler wird, ist im Flachland Schnee derzeit nicht mehr in Sicht. Am Wochenende überwiegt nämlich aufgrund von Hoch KESJA wieder im Großteil des Landes der Sonnenschein.

Hier noch ein paar winterliche Impressionen des heutigen Tages:

Vormittags in Schröcken © foto-webcam.eu/webcam/schroecken
Schneeschauer im Gesäuse © https://www.foto-webcam.eu/webcam/wildalpen/

Titelbild: Schnee im Wienerwald © Nikolas Zimmermann / UBIMET

Zyklon Niran trifft auf Neukaledonien

Update:

Inzwischen hat sich der Zyklon weiter verstärkt auf die höchste Kategorie 5.

Aktuelles Infrarot-Satellitenbild © http://tropic.ssec.wisc.edu/tropic.php#

Man erkennt auf dem Satellitenbild die Struktur eines solchen Zyklons, mit dem Auge in der Mitte und der Eyewall (hellrote Farbe)  drumherum. Im Bereich der Eyewall werden die höchsten Windgeschwindigkeiten gemessen.

 

Der tropische Zyklon Niran befindet sich aktuell östlich von Queensland über dem Korallenmeer und weist mittlere Windgeschwindigkeiten von etwa 210 km/h aus, was auf der amerikanischen Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala einem Wirbelsturm der Kategorie 4 entspricht.


Am Samstag trifft der Zyklon mit Windgeschwindigkeiten teils über 200 km/h bzw. Böen bis 250 km/h, gewittrigem Starkregen sowie einer Sturmflut auf das französische Überseegebiet Neukaledonien. Ob das Auge des Sturms auf Land trifft oder knapp südlich vorbeizieht ist zwar noch nicht klar, unabhängig davon zeichnen sich allerdings schwere Schäden ab. Auch die 90.000-Einwohner-Hauptstadt ist direkt betroffen.

Australien verschont

Australien wird derzeit von den tropischen Stürmen verschont, tatsächlich ist der März im langjährigen Mittel aber der Monat mit den meisten tropischen Stürmen in Australien. So erfassten im Zeitraum von 1970 bis 2008 im März rund 14 tropische Stürme die Küsten des Landes. In weitere Folge kommen der Dezember (12), Jänner und April (10) und schließlich der Februar (9). Besonders betroffen ist die Nordküste von Westaustralien, allerdings gab es schon einzelne Stürme auch deutlich weiter südlich mit Landfall im Großraum von Brisbane oder Perth.

Landfall tropischer Stürme in Australien von 1970 bis 2008. © Bureau of Meteorology (BOM)
Landfall tropischer Stürme in Australien von 1970 bis 2008. © Bureau of Meteorology (BOM)

Tief GERD bringt etwas Schnee in den Nordalpen

Neuschnee und Sonne

Der Februar war in den Nordalpen meist deutlich zu trocken, so gab es von Nordtirol bis zur Obersteiermark meist nur 15 bis 25 % der üblichen Niederschlagsmenge. Entsprechend verhalten fällt hier auch die Schneebilanz aus, so wurden meist nur 10 bis 20% der üblichen Neuschneemenge verzeichnet (die gesamte Monatsbilanz gibt es hier). Das letzte nennenswerte Neuschneeereignis gab es am 16. Februar, als der kalte Wetterabschnitt mit Höhepunkt vor der Monatsmitte durch die Warmfront von Tief XANTHOS beendet wurde.

In Kufstein gab es in den vergangenen Wochen deutlich weniger Niederschlag als üblich. © NOAA

Randtief GERD

In der Nacht auf Freitag erfasst aus Norden die Kaltfront eines Randtiefs über der Ukraine namens GERD den Alpenraum. Das Wetter in Österreich stellt sich somit um und am Freitag fällt an der Alpennordseite von Beginn an häufig Regen. Die Schneefallgrenze liegt in den Alpen zunächst bei etwa 1200 m, im Tagesverlauf sinkt sie ausgehend vom Waldviertel aber langsam auf 800 bis 500 m ab, im Nordosten sind am Nachmittag lokal auch ein paar Flocken bis 300 m möglich. Am Abend und in der ersten Nachthälfte schneit es dann vor allem in den östlichen Nordalpen bis in die Tallagen, im äußersten Westen bleibt die Schneefallgrenze dagegen bei knapp 700 m. In der Nacht klingen die letzten Schauer langsam ab.

Regen (blau) und Schneefall (grün) in 6h-Schritten von Donnerstag- bis Freitagabend. © UBIMET

Im Hochgebirge sind in Summe 15 bis 25 cm Neuschnee zu erwarten, aber auch in höheren Tallagen von den Kitzbüheler Alpen bis zum Mariazellerland kommen etwa 5 cm zusammen. In den größeren Tälern vom Salzachtal ostwärts gibt es streckenweise ein paar wenige Zentimeter, die größeren Täler im Westen bleiben dagegen grün. Am Samstag macht sich dann ein Hochdruckgebiet bemerkbar und bei nur harmlosen Wolken scheint verbreitet die Sonne.

Neuschneeprognose für den Freitag (zum Vergrößern auf das Bild klicken). © UBIMET

Titelbild © AdobeStock

Die Zugvögel kommen zurück

Storch @ https://pixabay.com/users/alexas_fotos-686414/

Welche Vögel kommen zuerst zurück?

Im Frühling verlassen die Zugvögel sukzessive ihre Winterquartiere im Süden Europas und in Afrika und machen sich auf die Reise zurück nach Mittel- und Nordeuropa. Einer der frühesten Rückkehrer ist dabei für gewöhnlich der Kiebitz. Er verlässt oft schon im Februar die Iberische Halbinsel und macht sich auf den Weg nach Norden. Im März folgen dann beispielsweise die Singdrossel und der Weißstorch. Im April werden Jahr für Jahr Kuckuck und Mauersegler hierzulande wieder heimisch. Im Sommerhalbjahr profitieren die Zugvögel in Mittel- und Nordeuropa neben dem großen Nahrungsangebot auch von der langen Taghelligkeit. Diese wird ausgiebig für die Futtersuche genutzt, wodurch das Aufziehen der Jungvögel erleichtert wird.

Mehrere Störche sind bereits zurück in Mitteleuropa. © http://www.isny.tv/

Ursachen des Vogelzugs

Die wichtigste Ursache für die jährliche Reise der Vögel ist das bereits erwähnte jahreszeitlich verschiedene Nahrungsmittelangebot in Europa. Dies gilt sowohl für Insekten- als auch für Pflanzenfresser. Beide finden zwischen Oktober und März in den mittleren und hohen Breiten kaum mehr Nahrung vor. Der Grund hierfür liegt wiederum in den klimatischen Gegebenheiten vor Ort. Zusätzlich verspürt jeder Zugvogel einen „inneren Drang“ sein Winterquartier aufzusuchen. Sowohl die Flugrichtung als auch die Flugdauer sind genetischen Ursprungs und angeboren.

Guter Orientierungssinn

Zugvögel besitzen einen inneren Kompass und orientieren sich auf vielfältige Art und Weise. Zum einen nutzen sie das Erdmagnetfeld und wissen somit immer, in welche Himmelsrichtung sie fliegen müssen. Zum anderen bildet der nächtliche Sternenhimmel (besonders kleinere Vögel bevorzugen es, nachts zu fliegen) einen guten Anhaltspunkt für den Schwarm. Zu guter Letzt nutzen Zugvögel markante Punkte auf der Erdoberfläche als Orientierungshilfe. Dieser ausgeprägte Orientierungssinn macht Reisen von mehreren tausend Kilometern möglich.

Vogelzugrouten @ https://www3.hhu.de
Vogelzugrouten @ https://www3.hhu.de

Vogelflug in Zeiten des Klimawandels

Die Erderwärmung wirkt sich auch auf das Verhalten der Zugvögel aus. So gibt es einige Arten (Star, Kiebitz, Hausrotschwanz…), die angesichts immer milderer Winter hierzulande überwintern. Wieder andere Zugvögel verlängern im Herbst den Aufenthalt in Mitteleuropa und kehren immer früher im Jahr zurück. Studien gehen davon aus, dass das Zugsystem Europa-Afrika (mit derzeit fünf Milliarden Vögeln) beispielsweise noch im laufenden Jahrhundert verschwinden könnte.

 

Live-Karte von mit Sendern ausgestatteten Störchen:

https://blogs.nabu.de/stoerche-auf-reisen/

 

Zahlreiche Storchen-Webcams:

http://www.storchenelke.de/storchen_webcams.htm

 

Titelbild @ https://pixabay.com/users/alexas_fotos-686414/

Saharastaub auf dem Weg in Richtung Deutschland

Möglich macht es ein Tief, welches in den letzten Tagen über Nordafrika war. Dies wirbelte aus der Sahara sehr viel Staub und Sand in die Atmosphäre auf. Das Hoch JACQUELINE verlagert sich etwas weiter östlich und mit einer südwestlichen Höhenströmung gelangt der Saharastaub nun auch nach Mitteleuropa.

Druckverteilung in der Höhe ©ECMWF, Ubimet

Derzeit befinden sich der Saharastaub über dem westlichen Mittelmeer. In der heutigen Nacht und vor allem morgen erreicht dieser aber auch Deutschland. Somit scheint die Sonne trotz wolkenlosem Himmel meist nicht ganz ungetrübt. Vor allem am Abend lohnt sich aber ein Blick in Richtung Westen. Denn die tief stehende Sonne in Kombination mit dem Staub ergeben oftmals ein intensives Abendrot.

Am Donnerstag erreicht dann eine Kaltfront das Land und mit ihr fällt auch häufig Regen. Der Niederschlag wäscht dann die Luft wieder „sauber“, vor allem in Bayern kann es somit zu „Blutregen“ kommen. Der makabere Name kommt aufgrund der Rotfärbung des Regens durch die Sandpartikel. Mit Blut hat dies freilich nichts zu tun, lästig kann es allemal sein, denn besonders auf Fenster- und Autoscheiben bleibt der Sand oft zurück.

Animation der Sandpartikeln-Konzentration bis Donnerstag – ECMWF-Copernicus, UBIMET:

Titelbild: foto-webcam.eu

Saharastaub kehrt zurück

Im heurigen Spätwinter ist der Saharastaub unser treuer Begleiter. Schon im Februar gab es zwei markante Ereignisse mit sehr viel Saharastaub in der Luft. Auch in dieser Woche gelangt wieder Saharastaub zu den Alpen, allerdings dürften diesmal die Staubkonzentration in der Luft nicht ganz so hoch sein.

Hoch verlagert sich

Ein Tief über der algerischen Sahara wirbelte bereits am Montag viel Sand auf und mit einer südlichen Strömung kam am heutigen Dienstag sehr viel Staub nach Spanien und in weiterer Folge nach Frankreich.

Das bisher dominierende Hoch namens JACQUELINE verlagert sich am Mittwoch nach Osteuropa und im Vorfeld eines Tiefs über England gelangt allmählich der Saharastaub auch nach Mitteleuropa und somit auch in den Alpenraum.

Animation der Sandpartikeln-Konzentration bis Donnerstag – ECMWF-Copernicus, UBIMET:

Vor allem am Donnerstag gibt es dann wieder eine hohe Konzentration an Staubpartikeln in der Luft. Allerdings wird das Ereignis am Abend rasch von einer Kaltfront beendet, die die Luft wieder „sauber“ wäscht. In abgeschwächter Form kommt es in den Nordalpen also zu einem so genannten „Blutregen“.

In der Folge bleibt die großräumige Strömung auf Nord bis West, somit kommt in nächster Zeit kein Saharastaub mehr nach Mitteleuropa.

 

Titelbild: Florian Pfurtscheller / UBIMET

Meteorologischer Frühlingsanfang

Am 1. März beginnt laut Definition der World Meteorological Organization (WMO) der meteorologische Frühling. Die Jahreszeiten beginnen für Meteorologen und Klimatologen jeweils am Monatsanfang (März, Juni, September und Dezember), um eine einfachere Handhabung von klimatologischen Daten zu gewährleisten. Damit können beispielsweise die Monatsmittelwerte von Temperatur oder Niederschlag im zeitlichen Verlauf verglichen werden.

Astronomischer Frühlingsbeginn

Der Frühling beginnt nach astronomischer Bestimmung durch die erste Tag-und-Nacht-Gleiche (Primäräquinoktium) in einem Kalenderjahr.  Dieser Zeitpunkt ist etwa drei Wochen nach dem meteorologischen Frühlingsanfang erreicht, im Jahr 2021 und 2022 ist dies jeweils der 20. März.

Phänologischer Frühlingsstart

Unterschiedliche klimatische Bedingungen haben zur Folge, dass verschiedene Pflanzen oder Bäume auch in spürbar zeitlichem Abstand austreiben und blühen. Häufig wird dazu die Apfelblüte verwendet, die in Portugal teilweise bereits im Februar beginnt, in Deutschland und Österreich dagegen oft erst im April oder Mai.  Das Regional- oder Mikroklima, wie z.B. die Nähe zu Gewässern wie dem Bodensee, eine windgeschützte Lage oder die Höhe über dem Meeresspiegel haben ebenfalls Einfluss auf den Zeitpunkt der Apfelblüte und damit auf den phänologischen Frühlingseinzug.

In der folgenden Abbildung ist der historische Frühlingsbeginn für Mitteleuropa zu sehen, die Landkarte stammt aus einem sächsischem Schulatlas, datiert um das Jahr 1930:

Quelle: Lange-Diercke – Sächsischer Schulatlas, Wikimedia Commons.

 

Titelbild: pixabay.com

Winter endet mit Hochdruck und Tauwetter: Schnee ade!

Am Montag beginnt der meteorologische Frühling. Passend dazu liegt ganz Deutschland unter Hochdruckeinfluss, im Norden und Osten sorgt die daraus resultierende Inversionswetterlage allerdings für zähen Nebel bzw. Hochnebel. In der Südhälfte scheint tagsüber dagegen verbreitet die Sonne und die Temperaturen steigen am Oberrhein und im Saarland auf bis zu 14 Grad. Zur Wochenmitte breitet sich die milde Luft auf weite Teile des Landes aus mit Spitzenwerten um 18 Grad im Südwesten, nur im Bereich der Nordsee sowie im Nordosten bleibt es meist trüb und kühl.

Schneelage

In den vergangenen zwei Wochen hat ein Hoch das nächste abgelöst und im Zusammenspiel mit den rasch ansteigenden Temperaturen in der zweiten Monatshälfte ging es mit den Schneehöhen rapide bergab. Im Flachland liegt etwa seit dem 25.2. nirgends mehr Schnee und auch viele Tallagen der Nordalpen sind ausgeapert.

Seit dem 12.2. ist der Schnee in Oberstdorf kontinuierlich weniger geworden (ein Bild alle zwei Tage). © www.foto-webcam.eu

Mittlerweile liegt nur noch in höheren Lagen der Alpen, des Schwarzwalds sowie der östlichen und nördlichen Mittelgebirge etwas Schnee. Anbei ein paar Schneehöhen vom 28. Februar, 7 Uhr:

  • 275 cm Zugspitze
  • 132 cm Großer Arber
  • 79 cm Feldberg / Schwarzwald
  • 58 cm Fichtelberg
  • 46 cm Zinnwald-Georgenfeld
  • 31 cm Schmücke
  • 29 cm Neuhaus am Rennweg
  • 13 cm Erlbach-Eubabrunn
  • 6 cm Braunlage

Vor zwei Wochen sah die Lage noch ganz anders aus, so waren am 15. Februar weite Teile des Landes schneebedeckt. Vor allem in den zentralen Landesteilen wurden sogar außergewöhnliche Schneehöhen verzeichnet wie beispielsweise Weimar mit 38 cm, der Raum Magdeburg mit 37 cm oder auch Bielefeld mit 27 cm. Nur im Hochgebirge ist die Lage nahezu unverändert, so hat die Zugspitze nur etwa 10 cm eingebüßt.

Schneelage in Deutschland am 15. und 27. Februar 2021. © UBIMET

Umstellung in Sicht

In den kommenden Tagen sorgt Hoch JACQUELINE noch verbreitet für ruhiges und vor allem in der Südhälfte auch mildes Frühlingswetter, ab Donnerstag ist aber eine Umstellung in Sicht. Am kommenden Wochenende sind dann kurzzeitig auch wieder unterdurchschnittliche Temperaturen möglich und zumindest in höheren Lagen der östlichen Mittelgebirge und der Alpen zeichnet sich ein wenig Schnee ab.

Februar 2021: viel zu warm und zu trocken

Frühling und Winter kämpfen gegeneinander.

Warmer Start, kalte Mitte, extremes Ende

Verglichen mit dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 bilanziert der Februar 2021 mit einer Abweichung von rund +2,5 Grad deutlich zu warm. Auch der Vergleich zum neuen Klimamittel 1991-2020 fällt eindeutig zu Gunsten des Februars 2021 aus, wenngleich mit einem etwas geringeren Abstand. Die größten Abweichungen gab es im Bergland, Ehrwald schließt den Monat über 4 Grad zu warm, selbiges gilt für die Rudolfshütte und den Schöckl. Zu kalt war der Februar nirgends, am ehesten entsprachen die Temperaturen im Nordosten (Laa an der Thaya und Retz) noch dem Klimamittel.

Viel zu mild war der Februar (zum Vergrößern klicken bzw. tippen).

Dass der Februar am Ende keine Spitzenplatzierung einnimmt, verhinderte eine deutlich zu kalte Periode zwischen dem 11. und 15. des Monats. In diesem Zeitraum wurden auch die tiefsten Temperaturen des Monats gemessen: Auf bis zu -23,7 Grad kühlte es in St. Jakob im Defereggental ab, unterhalb von 1000 Metern lag der Kältepol mit -19,2 Grad in Schoppernau. Noch eisiger war es im Hochgebirge: Am Dachstein wurde mit -29,4 Grad die österreichweit tiefste Temperatur des ganzen Winters gemessen.

Diese Kältephase wurde aber von einem sehr milden Monatsauftakt und einem noch extremeren Monatsende in den Schatten gestellt. Bereits zu Beginn des Februars gab es bis zu 18 Grad in Feldkirch, in den letzten Tagen des Monats wurden dann reihenweise Rekorde gebrochen. 42 Wetterstationen verteilt über ganz Österreich haben ihren Rekord eingestellt bzw. gebrochen, willkürlich ausgewählte Beispiele sind Bregenz, Wien und Zwettl.

Vielfach zu trocken, Ausreißer Südwesten

In Punkto Niederschlag endet der letzte Wintermonat deutlich zu trocken, rund ein Drittel weniger Regen und Schnee verzeichneten die heimischen Wetterstationen. Dabei ergeben sich bei genauerer Betrachtung aber erhebliche lokale Unterschiede. Vom Arlberg über die gesamten Nordalpen hinweg bis in die Wachau fällt das Niederschlagsdefizit markant aus, exemplarisch hierfür stehen Imst mit -85%, Saalbach und Mürzzuschlag mit je -80% und St. Pölten mit -85% im Vergleich zum langjährigen Mittel von 1981-2010. Der totale Kontrast ergibt sich beim Blick in den Süden und Südwesten der Republik. Ein einziges Italientief zu Monatsbeginn brachte in Osttirol und Kärnten nahezu den gesamten heurigen Februarniederschlag – und dieser fiel nicht zu knapp aus: Am Weißensee kommen im Februar normalerweise rund 37 l/m² zusammen, heuer waren es mit 92 l/m² fast dreimal so viel. Auch Döllach und Mallnitz weisen doppelt so viel Niederschlag wie im Durchschnitt auf.

Insgesamt ein zu trockener Monat.

Sonne macht fast überall Überstunden

Passend zum beständigen Hochdruckwetter v.a. in der zweiten Monatshälfte mit Nebel und Hochnebel in den Niederungen, oft aber strahlendem Sonnenschein in sowie auf den Bergen präsentiert sich auch die Bilanz der Sonnenscheindauer. Nahezu in ganz Österreich schien die Sonne häufiger als im langjährigen Mittel, meist liegen die Abweichungen bei +20 bis +40 Prozent. Einzig im Flachland des Nordostens hinken die Sonnenstunden im ablaufenden Monat dem Soll etwas hinterher, Poysdorf beispielsweise weist ein Defizit von knapp 20 Prozent auf. Ganz anders dagegen das Bild auf den heimischen Gipfeln: Auf der Kanzelhöhe in Kärnten schien die Sonne bis dato schon 189 Stunden lang, 141 Stunden sind es hier im langjährigen Mittel im gesamten Februar. Damit ist die Station hoch über dem Ossiacher See die absolut sonnigste in ganz Österreich. Bei den bewohnten Orten hat Lienz mit 184 Sonnenstunden die Nase vorne.

Viele Sonnenstunden im Bergland.

Extremwerte Februar 2021 (Bundesland, Tag des Auftretens) Stand: Sonntag, 28.02.2021, 10:00 Uhr

Höchste Temperaturen

  • 22,6 Grad Köflach (ST, 23.)
  • 22,3 Grad Deutschlandsberg (ST, 23.)
  • 21,9 Grad Berndorf (NÖ, 26.)
  • 21,7 Grad Güssing (B, 24.)
  • 21,6 Grad Reichenau/Rax (NÖ, 25.)

Tiefste Temperaturen Hochtäler

  • -23,7 Grad St. Jakob im Defereggental (T, 14.)
  • -23,2 Grad Lech/Arlberg (V, 14.)
  • -22,7 Grad St. Leonhard im Pitztal (T, 14.)
  • -22,6 Grad Flattnitz (K, 13.)
  • -22,5 Grad Galtür (T, 14.)

Tiefste Temperaturen unter 1000 m Seehöhe

  • -19,2 Grad Schoppernau (V, 14.)
  • -18,9 Grad Weißensee (K, 15.)
  • -18,6 Grad Reutte (T, 13.)
  • -18,5 Grad Litschau (NÖ, 15.)
  • -18,1 Grad Summerau (OÖ, 15.)

Anzahl Frosttage (Tiefstwert kleiner 0 Grad)

  • 28: Lienz, Schmirn, St. Leonhard im Pitztal, Obergurgl, St. Jakob im Defereggental, Kals, Galtür, Sillian (alle T), Mürzzuschlag, Aflenz, Neumarkt, Turnau (alle ST), Mallnitz (K)
  • 27: Tamsweg, St. Michael im Lungau, Bad Gastein, Rauris, Böckstein, Radstadt, Bad Hofgastein, Mariapfarr (alle S), Weißensee, Flattnitz (beide K), Pichl, Seckau, Oberwölz (alle ST), Seefeld, Holzgau, Unterwindau (alle T)
  • 25: Flirsch, Imst, Kirchdorf in Tirol, Nauders (alle T), Semmering, Lunz am See (beide NÖ), Lech/Arlberg (V), Taxenbach, Saalbach, St. Johann/Pongau, Zell/See, St. Veit/Pongau (alle S), Rottenmann, Murau, Zeltweg, Gröbming, Bad Mitterndorf (alle ST)

Anzahl Eistage (Höchstwert kleiner 0 Grad)

  • 10: Allentsteig, Retz (beide NÖ)
  • 9: Weitra, Litschau (beide NÖ)
  • 6: Laa/Thaya, Schöngrabern, Raabs/Thaya, Irnfritz (alle NÖ), Wolfsegg (OÖ)

Nasseste bewohnte Orte

  • 200 Liter pro Quadratmeter Loibl (K)
  • 112 Liter pro Quadratmeter Alberschwende (V)
  • 92 Liter pro Quadratmeter Weißensee (K)

Trockenste Orte

  • 3 Liter pro Quadratmeter Hochzirl (T), Leoben (ST)
  • 5 Liter pro Quadratmeter Prutz (T)
  • 6 Liter pro Quadratmeter Jenbach (T)

Absolut sonnigste bewohnte Orte

  • 182 Sonnenstunden Lienz (T)
  • 179 Sonnenstunden Seckau, Zeltweg (beide ST)
  • 175 Sonnenstunden Preitenegg (K)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 93 km/h Wien-Unterlaa (W, 04.)
  • 90 km/h Wiener Neustadt (NÖ, 04.)
  • 89 km/h Reichenau/Rax (NÖ, 11.)

Stärkste Windspitzen Berge

  • 113 km/h Buchberg (NÖ, 04.)
  • 112 km/h Jauerling (NÖ, 04.)
  • 104 km/h Wien-Jubiläumswarte (W, 04.)

Quelle Titelbild: pixabay

Winterliche Wärmewelle sprengt Rekorde in Europa

Seit Wochenbeginn liegt Europa am Rande eines umfangreichen Hochs mit Kern über Südosteuropa. Mit einer südwestlichen Höhenströmung wurde dabei sehr warme Luft zu uns geführt, welche auch jede Mengen Saharastaub mit im Gepäck hatte. Die Temperaturen lagen dabei teils mehr als 10 Grad über dem jahreszeitlichen Mittel und von Frankreich bis Kroatien und Polen wurden verbreitet neue Monatsrekorde aufgestellt.

Einige Rekorde für den Februar bzw. Winter stammen von einer außergewöhnlichen Wärmewelle im Februar 2019, als in ganz Mitteleuropa von Schottland und England bis nach Österreich und Ungarn neue Landesrekorde für den Februar aufgestellt wurden. Nur zwei Jahre später wurden diese Werte nun gebietsweise wieder übertroffen, allein in Deutschland und Österreich wurden mehr als 200 neue Stationsrekorde aufgestellt.

In den vergangenen 7 Tagen war es außergewöhnlich warm in Europa. © K. Haustein

Ein kurzer Länderüberblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Österreich

In den vergangenen Tagen wurden mit der Ausnahme von Kärnten in jedem Bundesland neue Stationsrekorde aufgestellt. In Summe sind mehr als 35 Stationen betroffen, darunter Orte wie Zwettl, Bad Mitterndorf, Ramsau am Dachstein, Bad Gastein, Bischofshofen, Bregenz, Podersdorf, Windischgarsten, Mariazell, Tannheim und Wien-Unterlaa. Auch auf den Bergen wurden aber neue Wärmerekorde gebrochen, wie etwa am Brunnenkogel mit +4 Grad. Am wärmsten wurde es in Köflach mit 22,6 Grad am 23.2. (ebenfalls Stationsrekord), der Landesrekord aus dem Februar 2019 wurde aber nicht erreicht (24,2 Grad in Deutschlandsberg).

In den vergangenen 3 Tagen lagen die Temperatur bis zu 14 Grad über dem Mittel!

Deutschland

In Deutschland wurden in den vergangenen Tagen an mehr als 180 Wetterstationen neue Monatsrekorde bzw. meist auch Jahreszeitenrekorde aufgestellt. Betroffen war das gesamte Land, so gab es neue Rekorde etwa in Berlin, Köln, Hamburg und Nürnberg. Zum Teil weisen die Stationen auch langjährige Messreihen auf wie etwa Potsdam (seit 1893), Leipzig (seit 1863) Cottbus (1888) und Nürnberg (1879). Am wärmsten wurde es mit 22,0 Grad in Ohlsbach am 25. Februar. Der Landesrekord wurde allerdings nicht übertroffen.

Schweiz

In unserem westlichen Nachbarland wurden ebenfalls mehrere Monatsrekorde aufgestellt, wie etwa in Glarus, St. Gallen, La Brévine oder auf dem Hörnli. Auch Vaduz in Liechtenstein hat mit 21,9 Grad bei föhnigem Südwind bereits am 21.2. eine neue Bestmarke aufgestellt.

Polen

Am 25.2.2021 wurde in Maków Podhalański eine Höchsttemperatur von 22,1°C gemessen. Der alte Februarrekord des Landes lag bei 21,4 °C, aufgestellt am 25.2.1990 an der gleichen Station. Auch in vielen anderen Orten wurden aber neue Stationsrekorde aufgestellt wie etwa in Warschau mit 18,3 Grad.

Schweden

Der Rekorde aus dem Februar 2019 von 16.7 Grad wurde am 25.2.21 am Flughafen Kalmar mit 17.0 Grad übertroffen. Dies stellt neben dem Februarrekord auch den Winterrekord für ganz Schweden dar.

Slowenien

Am 24. Februar wurden in Dolenje in Bilje 25.3 Grad erreicht. Der neue Landesrekord übertrifft den bisherigen Spitzenwert aus dem Februar 2019 um 1,2 Grad. Es handelt sich zudem auch um den frühesten, jemals verzeichneten Sommertag des Jahres in Slowenien (mind. 25,0 Grad). Zuvor war dies nicht vor dem 14. März beobachtet worden.

Kroatien

In Kroatien wurden am 24. Februar ebenfalls neue Stationsrekorde sowie auch eine neuer Landesrekord aufgestellt: In Knin wurden 26,4 Grad erreicht und auch in Senj gab es sommerliche 25,0 Grad. Der bisherige Landesrekord stammte aus dem Jahr 1990 mit 25,0 Grad in Split.

Slowakei

Am 25.2.21 wurde mit 20,8 Grad in Hurbanovo ein neuer Landesrekord aufgestellt. Der bisherige Rekord aus dem Februar 2019 wurde um 0,2 Grad übertroffen.

Italien

Besonders in Friaul-Julisch Venetien wurden am 24.2. einige neue Monatsrekorde aufgestellt. In Udine wurden 24,8 Grad erreicht, in Capriva sowie in Cividale del Friuli 25,5 Grad, in Gradisca 25,6 und in Cervignano sogar 26,4 Grad. Die bisherigen Rekorde seit 1990 wurde teilweise um mehr als 4 Grad überboten!

Frankreich

An mehr als 50 Wetterstationen wurden neue Monatsrekorde aufgestellt wie etwa in Colmar, Straßburg, Annency oder Lille. Auch manche langjährige Stationen waren betroffen wie beispielsweise Pontarlier mit 21,5 Grad (Messungen seit 1874) oder Chamonix mit 20,1 Grad (seit 1880).

Äußerst warmer Witterungsabschnitt geht zu Ende

Nach dem heftigen Wintereinbruch in der Monatsmitte drehte die Strömung auf der Westseite des dominierenden Hochs ILONKA auf Südwest und äußerst milde Luft aus Nordafrika erreichte Mitteleuropa. Diese Strömung brachte neben der Wärme auch Saharastaub mit, der zu besonderen Sonnenauf- und untergängen führte.

Temperaturen über 20°C

Die Folge waren eine ganze Reihe an Tagen, an denen etliche Stationen Werte über 20°C gemessen haben, was für Ende Februar schon außergewöhnlich ist. Einzelne Tage mit Werten über 20°C gab es zwar hingegen schon ab und zu einmal. Dabei liegt der Allzeitrekord des Monats bei 23,1°C und wurde am 26.2.1900 in Jena gemessen.

Heute wurde der Höhepunkt der ‚Wärmewelle‘ erreicht, dabei wenig überraschend der Höchstwert am Oberrhein mit 22°C in Ohlsbach, was natürlich einen neuen Stationsrekord darstellt. Die folgende Tabelle gibt einen kleinen Überblick über die gemessenen Werte, die regionale Verteilung der neuen Rekorde und die Länge des Witterungsabschnitts anhand des Datums, an welchem ein Höchstwert von 20°C oder mehr gemessen wurde.

Station Bundesland Temperatur Datum Monatsrekord
Ohlsbach Baden-Würtemberg 22,0°C 25.2. Ja
Emmendingen-Mundingen Baden-Würtemberg 21,5°C 25.2. Ja
Hoyerswerda Sachsen 21,0°C 25.2. Ja
Köln-Stammheim Nordrhein-Westfahlen 20,7°C 25.2. Ja
Schwäbisch Gemünd Baden-Würtemberg 21,5°C 24.2. Ja
Rheinau-Memprechtshofen Baden-Würtemberg 21,6°C 24.2. Ja
Bad Kreuznach Rheinland-Pfalz 20,8°C 23.2. Ja
Neuwiedenthal Hamburg 21,1°C 22.2. Ja
Aue Sachsen 20,0°C 21.2. Ja
Müllheim Baden-Würtemberg 20,3°C 20.2. Nein

Wärme auch in Nachbarländern

Neben neuen Rekorden in Deutschland gab es unter anderem auch in Frankreich und Slowenien neue Rekorde. Besonders interessant ist, dass in Slowenien sogar ein Sommertag (ein Tag, an dem das Tagesmaximum über 25°C liegt) registriert wurde!

Titelbild:https://pixabay.com/photos/winterling-eranthis-hyemalis-spring-4811119/

April im Februar: Noch bis Freitag extrem warm

Falscher Monat?

Momentan erleben wir eine extrem warme Wetterphase, die am gestrigen Dienstag mit 22,6 Grad in Köflach ihren vorläufigen Höhepunkt fand. Dies bedeutete hier einen neuen Temperaturrekord, selbiges gelang seit Wochenbeginn schon unter anderem Bregenz, Dornbirn sowie Ramsau am Dachstein. Auch auf den Bergen herrschen aktuell außergewöhnlich hohe Temperaturen, stellten doch der Brunnenkogel und der Jauerling ebenfalls neue Bestmarken für die höchste je gemessene Temperatur in einem Februar auf.

Wie ungewöhnlich die derzeitigen Tageshöchstwerte sind, zeigt ein Vergleich mit den Frühlingsmonaten April und Mai. Jetzt Ende Februar bewegen sich die Höchstwerte im langjährigen Mittel eigentlich zwischen 4 und 8 Grad. 13 bis 17 Grad sind die durchschnittlichen Höchsttemperaturen im April, um die 20 Grad am Nachmittag sind eigentlich sogar erst im Mai normal.

Noch bis Freitag extreme Wärme

Das kräftige Hoch namens ILONKA bleibt uns auch noch heute, morgen und am Freitag erhalten. Die Folge sind vielerorts strahlender Sonnenschein, Nebel und Hochnebel in der ersten Tageshälfte weichen meist bis Mittag der Sonne. In der Atmosphäre gibt es immer noch einiges an Saharastaub, sodass der Himmel anstelle von tiefblau oftmals weißlich schimmert. Die Temperaturen bleiben nichtsdestotrotz auf einem ungewöhnlich hohen Niveau. Je nach Nebelauflösung steigen sie auf meist 10 bis 20 oder sogar 21 Grad. Somit wackeln vereinzelt weitere Monatsrekorde.

Hier die prognotizierten Höchstwerte für den morgigen Donnerstag (zum Vergrößern anklicken bzw. -tippen):

Höchstwerte am Donnerstag.

Erst in der Nacht auf Samstag erfasst Österreich von Nordosten her kühlere Luft.

Abkühlung, neues Hoch

Der Temperaturrückgang Freitagnacht verläuft in Summe ziemlich unspektakulär, Regen oder gar Schnee bleiben bis weit in die kommende Woche Mangelware. Am Samstag klettern die Temperaturen noch auf rund 6 bis 15 Grad, somit kühlt es doch verbreitet um einige Grad ab. Eine ähnliche Temperaturspanne hat der Sonntag zu bieten. Selbst das ist für die letzten Tage des meteorologischen Winters aber noch deutlich zu mild, ruft man sich die 4 bis 8 Grad in Erinnerung, die zu dieser Jahreszeit angemessen wären. Zum Start in den meteorologischen Frühling am Montag setzt sich im Alpenraum das nächste Hoch in Szene, die kommende Woche verspricht somit wieder viel Sonne. Die Temperaturen nähern sich im Laufe der Woche schon wieder der 20-Grad-Marke an. Ein Wintereinbruch ist jedenfalls weit und breit nicht in Sicht.

Pollenflug

Begünstigt durch das trockene und sehr warme Wetter der vergangenen Tage befinden sich Hasel und Erle in den Niederungen bereits in Vollblüte, die Pollenkonzentrationen beider Arten sind in den Niederungen mäßig bis hoch. Begünstigt sind hierbei noch die höheren Lagen sowie schneebedeckte Täler. Auch in den kommenden Tagen ist – trotz vorübergehender Abkühlung – mit verstärktem Pollenflug samt Auswirkungen auf Allergiker zu rechnen.

Quelle Titelbild: pixabay

Es liegt was in der Luft: Saharastaub sorgt für diesige Atmosphäre

Der heutige Sonnenaufgang im Westen Wiens - Michael Beisenherz / UBIMET

Das zweite markante Saharastaub-Ereignis des Jahres ist eingetreten. Deswegen war der heutige Sonnenaufgang vor allem im westlichen Bergland extrem diesig, aber auch im Osten war die staubige Luft zwischen den Nebel- und Hochnebelfeldern deutlich zu erkennen (siehe Titelbild, Wien 1140 heute in der Früh).

Webcam Sankt Anton am Arlberg heute in der Früh - https://www.foto-webcam.eu/webcam/st-anton/
Webcam Sankt Anton am Arlberg heute in der Früh – https://www.foto-webcam.eu/webcam/st-anton/
Webcam Rauris heute in der Früh - https://www.foto-webcam.eu/webcam/rauris/
Webcam Rauris heute in der Früh – https://www.foto-webcam.eu/webcam/rauris/
Webcam Seekarhaus / Obertauern heute in der Früh - https://www.foto-webcam.eu/webcam/obertauern2/
Webcam Seekarhaus / Obertauern heute in der Früh – https://www.foto-webcam.eu/webcam/obertauern2/

Im Gegensatz zum letzten Ereignis befinden sich zudem die höchsten Konzentrationen an Saharastaub derzeit eher in den mittleren und niedrigen Schichten der Atmosphäre. Somit kommt es trotz des trockenen Wetters zu einer allmählichen Ablagerung von Sandpartikeln am Boden. Ohne Regen oder Schnee als verstärkende Prozesse wird diese Ablagerung aber wohl kaum auffallen.

Trajektorie der Luftmasse in 500 (rot) und 1500 (blau) Meter Höhe in den letzten 4 Tagen bis heute - NOAA ARL / HySPLIT Modell
Trajektorie der Luftmasse in 500 (rot) und 1500 (blau) Meter Höhe in den letzten 4 Tagen bis heute – NOAA ARL / HySPLIT Modell
Satellitenbild vom 22.02. mit dem Nordafrika-Tief und die abtransportierten Sandpartikeln - https://worldview.earthdata.nasa.gov/
Satellitenbild vom 22.02. mit dem Nordafrika-Tief und die abtransportierten Sandpartikeln – https://worldview.earthdata.nasa.gov/

Der Höhepunkt des Ereignisses wird heute erreicht, doch bis inklusive Freitag bleibt uns die sandige Stimmung erhalten (unten auf das Bild klicken, falls die Animation nicht automatisch gezeigt wird). Erst in der Nacht auf Samstag sorgt eine aufziehende Kaltfront aus Norden für einen endgültigen Abtransport.

Animation der Sanpartikeln-Konzentration bis Donnerstag - ECMWF-Copernicus, UBIMET
Animation der Sandpartikeln-Konzentration bis Donnerstag – ECMWF-Copernicus, UBIMET

 

 

Titelbild: Der heutige Sonnenaufgang im Westen Wiens, zwischen Nebel und Saharastaub – Michael Beisenherz / UBIMET

Wie wird der Frühling?

Schauen wir aber zunächst zurück. Vor etwa drei Monaten haben wir hier versucht die Prognoseergebnisse der Langfristmodelle diverser nationaler Wetterdienste für den Winter in Worte zu fassen. Von einem um etwa +0,5 bis +1 Grad zu mildem Winter bei wahrscheinlich ausgeglichener Niederschlagsbilanz war die Rede. Wenige Tage vor Schluß liegt die Österreichweite Abweichung gegenüber der Klimareferenzperiode 1981-2010 nun bei +1,3 Grad und damit sogar noch etwas über der vorsichtigen Prognose. Gerade im Flach- und Hügelland war der Winter hinsichtlich Schnee und Kälte zwar besser als der vorhergehende 2019/20, dennoch konzentrierten sich die winterlichen Phasen meist nur auf wenige Tage.

Temperaturabweichung vom Klimamittel im Winter 2020/2021 bis 21.02. @ UBIMET

 

Was die Niederschlagsbilanz des Winters angeht, so kann diese durchaus als relativ ausgeglichen angesehen werden, obwohl im landesweiten Schnitt 124 % erreicht wurden. Im Norden war es zu trocken, im Süden teils deutlich zu nass. Solche kleinräumigen Unterschiede hängen im Alpenraum von einzelnen Wetterlagen ab und können durch Langfristmodelle nicht wiedergegeben werden.

Niederschlagsabweichung vom Klimamittel im Winter 2020/2021 bis 21.02. @ UBIMET

 

Und nun zum anstehenden Frühling: Grundsätzlich hat dieser ja so ziemlich das gesamte Wetterspektrum zu bieten. Spätwinterliche Phasen sind genauso zu erwarten wie frühsommerliche mit Gewittern und Temperaturen um 30 Grad. Bringt man all das Wetter der drei Monate zusammen, darf man sich gemäß der Mehrheit der Langfristmodelle aber durchaus wieder auf einen eher zu milden Frühling freuen. Wie im Winter soll die Abweichung im Frühling bei 0,5 bis 1 Grad im positiven Bereich liegen. Das deutsche Modell des DWD geht sogar bis zu +2 Grad, verhaltener ist das europäische ECMWF-Modell mit lediglich bis zu +0,5 Grad Abweichung. Die Wahrscheinlichkeit für ein (wie auch immer) zu mildes Frühjahr liegt nach dem Mittel bei 70 bis 80 %. Zugegeben: In Zeiten des Klimawandels ist dies keine allzu gewagte Aussage.

 

Prognose der Abweichung der Mitteltemperatur in den drei Monaten März-April-Mai 2021 gemäß verschiedener Langfristmodelle @ https://climate.copernicus.eu

 

Gerade der Wonnemonat Mai war in den letzten beiden Jahren ja verhältnismäßig kühl. Ob nun 2021 wieder mal ein zu milder Mai heraus springt, lässt sich jedoch basierend auf einer Jahreszeitenprognose nicht sagen.

Was den Niederschlag im Frühling angeht, so sehen die Langfristmodelle allesamt keine markanten Abweichungen. Das Mittel aus allen zeigt über weiten Teilen Europas eine relativ ausgeglichene Bilanz:

Prognose der Abweichung des Niederschlags in den drei Monaten März-April-Mai 2021 gemäß verschiedener Langfristmodelle @ https://climate.copernicus.eu

 

Titelbild @ stock.adobe.com

Februar-Jo-Jo: Von -20 auf +20 Grad in wenigen Tagen

Es ist wirklich noch nicht lange her, da haben wir über kniehohe Schneemassen und klirrende Kälte geschrieben. Die Mitte und der Norden Deutschlands präsentierten sich zur Monatsmitte tief winterlich. Doch die Großwetterlage hat sich grundlegend umgestellt und genauso massiv, wie zuvor Luft aus arktischen Gefilden herangeführt wurde, kommt sie nun aus südlichen Regionen daher. Innerhalb weniger Tage sind Schneemänner und Iglus verschwunden, an deren Stelle machen sich nun die ersten Frühblüher bemerkbar, wie die Bilder im nachfolgenden Tweet aus der Nähe von Frankfurt/Main eindrucksvoll zeigen:

Ähnlich markant fallen die Temperaturunterschiede bspw. auch in Lippstadt-Bökenförde in NRW aus: Wurde hier am 12. Februar mit -22,9 Grad noch die tiefste Februartemperatur gemessen, so wurde am gestrigen 21. Februar mit +20,1 Grad ein neuer Februarrekord für die höchste Temperatur aufgestellt. Innerhalb von nicht einmal 10 Tagen beträgt der Temperaturunterschied also beachtliche 43 Grad (bzw. Kelvin)!

Und wie so häufig, wenn Luft rasch und auf direktem Wege aus Afrika zu uns strömt, hat sie auch wieder einiges an Saharastaub im Gepäck. Dieser macht sich heute und morgen Dienstag vor allem im Westen durch eine milchige Trübung des Himmels bzw. besonders rötliche Sonnenauf- und untergänge bemerkbar:

 

 

 

 

Titelbild @ stock.adobe.com

Frühlingshafte 21 Grad am 21. Februar

Das Hoch ILONKA sorgt derzeit in weiten Teilen Mitteleuropas für ruhiges und mildes Wetter. Tiefausläufer über dem Ostatlantik müssen auch in den kommenden Tagen außen vor bleiben.

Bodendruck und Frontenkarte für Sonntag, 21. Februar 2021. Quelle: DWD.

Entsprechend präsentierte sich der Himmel über Mitteleuropa heute fast überall wolkenfrei, der einzige Spielverderber war, wie so oft bei Hochdruckwetterlagen zu dieser Jahreszeit, der Nebel.

Satellitenbild, 21.02.2021 , 13 Uhr MEZ (Quelle: EUMETSAT).

Während man sich heute im Nordosten Österreichs im Dauergrau mit nur leicht positiven Höchstwerten begnügen musste, kletterte das Quecksilber im Inntal auf  18, in Bludenz im Walgau sogar auf 21 Grad!

Ausblick

In der kommenden Woche geht es wettertechnisch unter Hochdruckeinfluss weiter, ab Dienstag nimmt die Nebelpersistenz im Flachland ab und wir dürfen uns dann im ganzen Land auf viel Sonnenschein und auch im Osten auf zweistellige Temperaturwerte freuen.

Temperaturtrend für Wien. Quelle: ECMWF.

 

Titelbild: Webcam St. Johann in Tirol @ www.foto-webcam.eu

Sonnenskilauf: Was ist Firn?

In den Niederungen mehren sich die Frühlingsanzeichen, im Hochgebirge findet man hingegen eine dicke Schneedecke vor. Während die Schneelage in tieferen Regionen dürftig ist, liegen von Vorarlberg bis Kärnten in Lagen oberhalb von 1500 bis 2000 m noch größere Schneemengen. Diese stellen in hochgelegenen Skigebieten in den kommenden Wochen die Unterlage für den Sonnenskilauf bereit.

Entstehung von Firn

Damit ist die Zeit des Firns, der sich besonders gut zum Skifahren eignet, gekommen. Allerdings gibt es Unterschiede in der Bedeutung des Wortes Firn, zunächst geht es hier um den Firn im Sinne der Skifahrer und Liftbetreiber. Durch die im Spätwinter oft noch kalten Luftmassen und/oder klaren Nächte gefriert der vorher leicht nasse Schnee über Nacht, tagsüber taut er dann wieder in der Sonne. Wenn der Schnee mehrere dieser Zyklen durchläuft, bildet sich rasch Firn.

Firn ist bei Skifahrern besonders beliebt, denn mit dem an der Oberfläche leicht wegschiebbaren Gries ergibt sich eine griffige Skipiste. Die ideale Tageszeit zum Firnfahren hängt von der Hangexposition (Ost, Süd,…) ab: Am besten fährt es sich, wenn die Sonne die Piste bereits leicht „angeweicht“ hat, aber man (noch) nicht durch die hartgefrorene Schicht komplett durchbricht.

Gletscherfirn

Offiziell bezeichnet man als Firn allerdings Schnee, der mindestens ein Jahr alt ist und damit schon eine sommerliche Schmelzperiode überlebt hat. Firn erscheint im Sommer an der Oberfläche von Gletschern, wenn der darüber befindliche neuere Schnee abgetaut ist. Die Dichte von Firn ist schon recht hoch, aus 8 m Neuschnee wird etwa 1 Meter Firn. Unter Druck entwickelt sich in weiteren Jahren Firneis und schließlich Gletschereis.

Titelbild: Adobe Stock

Nebel als Spielverderber

Hoch ILONKA reicht derzeit vom Schwarzen Meer bis zum Alpenraum und Italien. An dessen Vorderseite werden aus Nordafrika für die Jahreszeit ungewöhnlich warme Luftmassen nach Mitteleuropa geführt.  Somit verlaufen die kommenden Tage im Bergland sehr mild und sonnig.

Aktuelles Satellitenbild zeigt Nebel und Saharastaub (Quelle: EUMETSAT)

Im Flachland hingegen sorgt das Inversionswetter für teils dichten Nebel. Dieser reicht von der südöstlichsten Steiermark bis ins Wein- und Waldviertel, sowie vom oberösterreichischen Seengebiet bis zum Tullnerfeld. Stellenweise bleibt es hier den ganzen Tag über trüb und relativ kalt.

Am Sonntag verbreitet trüb

Am Sonntag kommt im Bergland vorübergehend Südföhn auf und es wird noch milder, in den Niederungen um den Alpenbogen herum hält sich hingegen verbreite Nebel oder Hochnebel. Somit verschärfen sich noch die Temperaturgegensätze.

Temperaturprognose für Sonntag 21.02.2021

Im Dauergrau kommen die Temperaturen im Waldviertel teilweise nicht über 4 Grad hinaus, in Vorarlberg und Nordtirol sind in den Tallagen hingegen Höchstwerte von bis zu 18 Grad zu erwarten. Im östlichen Flachland kommt lebhafter Südostwind auf, somit wird es hier im Gegensatz zu Samstag trotz Hochnebel etwas milder.

In der neuen Woche geht es dem Nebel an den Kragen

Der Montag startet in den Niederungen wieder verbreitet mit Nebel, allerdings dreht der Wind in höheren Schichten auf West und somit löst sich der Nebel im Tagesverlauf verbreitet auf. Am Dienstag überwiegt abseits von ein paar Frühnebelfelder auch im Flachland der Sonnenschein und dazu wird es mit 15 bis 20 Grad ungewöhnlich warm für Ende Februar.

Quelle Titelbild: https://www.foto-webcam.eu/webcam/burg-altpernstein/

In den Alpen ab dem Wochenende sonnig und sehr mild

Frühling

Obwohl die Mitte des Monats durch eine Kältewelle geprägt war, bilanziert der Februar mit der Ausnahme vom leicht zu kalten Nordosten derzeit verbreitet zu warm. Mancherorts wie beispielsweise im Ehrwalder Becken, im Ennstal, in den Karawanken oder in der Silvretta war der Monat bislang rund 2 Grad zu warm.

Nur im Nordosten war der Februar bislang etwas zu kalt. © UBIMET

Ein Blick auf die Wettermodelle zeigt, dass der Monat am Ende deutlich zu warm abschließen wird: Am Wochenende baut sich nämlich über Mittel- und Osteuropa ein umfangreiches Hochdruckgebiet auf und mit einer südwestlichen Höhenströmung gelangen sehr milde Luftmassen nach Österreich. Damit steigen die Temperaturen weiter an, im Gebirge liegen sie teils mehr als 10 Grad über dem jahreszeitlichen Durchschnitt.

Ein dynamisches Hoch baut sich auf (Animation von Fr. bis Di.) © ECMWF

Sonnenschein und Hochnebel

Am Freitag streift eine schwache Störung die Alpennordseite, diese bringt aber nur vom Bodensee bis ins Mühlviertel vorübergehend ein wenig Regen. Im Tagesverlauf kommt im Süden und Westen die Sonne zum Vorschein, im Nordosten bleibt es dagegen bewölkt. Die Temperaturen erreichen 5 bis 14 Grad. Ab Samstag gibt es im Bergland dann täglich strahlenden Sonnenschein, im Flachland sorgen teils zäher Nebel und Hochnebel hingegen gebietsweise wie etwa im Wald- und Weinviertel für herbstlich anmutendes Wetter. Die Temperaturen kommen im Dauergrau nur knapp über 5 Grad hinaus, sonst gibt es frühlingshafte 10 bis 17, am Sonntag mit Föhn vereinzelt auch 18 Grad.

Prognose der Höchstwerte von Freitag bis Sonntag (auf das Bild klicken zum Vergrößern). © UBIMET

Kommende Woche mild und teils diesig

Auch zu Wochenbeginn setzt sich der Hochdruckeinfluss fort und aus Südwesten gelangen weiterhin sehr milde Luftmassen ins Land. Örtlich sind in den Alpen dabei Spitzenwerte um 20 Grad in Reichweite und zur Wochenmitte lässt auch die Nebelneigung im Flachland langsam nach. Damit steigen die Temperaturen aus jetziger Sicht ab Dienstag auch hier auf deutlich überdurchschnittliche Werte an.

Temperaturtrend in der freien Atmosphäre für den Osten Österreichs (ECMWF/UBIMET).

Kommende Woche zeichnet sich nur ein Schönheitsfehler ab, denn mit der südwestlichen Strömung gelangt wieder viel Saharastaub nach Mitteleuropa, der mitunter für diesige Verhältnisse sorgen kann. Eine Änderung ist nach derzeitigem Stand frühestens zum Monatsende hin möglich und bis dahin ist auch kein nennenswerter Niederschlag mehr in Sicht.

Der Saharastaub erfasst zu Wochenbeginn zunächst Westeuropa. © Univ of. Athens

Titelbild © AdobeStock

Der Vorfrühling kommt!

Die Kälte mit Schnee und Eisregen wurde in den vergangenen durchaus turbulenten Tagen von Fronten nun wieder nach Osteuropa verdrängt. In den kommenden Tagen dreht die Strömung auf Südwest und milde Luft strömt nach Deutschland.

Ablauf

Während am Donnerstagabend noch eine Kaltfront mit Schauern das Land überquert, dreht ab Freitag im Vorfeld des Tiefs BELREM, dessen Kern sich am Freitag vor der Küste Irlands befindet, die Strömung auf Südwest. Damit gelangt subtropisch warme Luft nach Mitteleuropa.

Temperatur in ca. 1500 m Höhe und deren Bandbreite in der Prognose für Düsseldorf © ECMWF

In der Graphik erkennt man die Temperaturentwicklung für Düsseldorf. Zu sehen ist, dass die warme Luft bis nächste Woche recht sicher bleiben wird (geringe Bandbreite) und sich erst zum nächsten Wochenende aus heutiger Sicht wieder kühlere Luft ankündigt.

Prognostizierte Temperaturen am Sonntagnachmittag © UBIMET

Saharastaub

Dabei sind am Sonntag im Westen Temperaturen nahe 20°C möglich. Ob diese Marke überschritten wird, ist zunächst recht unsicher, da mit der warmen Luft auch Saharastaub nach Norden transportiert wird. Diese Zufuhr erreicht am Montag ihren Höhepunkt.

Prognostizierte Staubkonzentration am Montag © SKIRON

Dies könnte durch Reflexion die Sonnenstrahlung im Zusammenspiel mit hohen Schleierwolken etwas reduzieren, was zu leicht verminderten Höchstwerten führen kann.

Dennoch werden die kommenden Tage bei meist viel Sonnenschein einen deutlichen Kontrast zu der Witterung der vergangenen zwei Wochen darstellen. Ab Dienstag wird der Staub schließlich wieder südwärts geführt und die Atmosphäre wird wieder klarer. Aus heutiger Sicht sind dann Mitte der Woche im Westen durchaus auch mehr als 20 Grad möglich, was für einige Stationen eventuell einen neuen Monatsrekord geben kann, man darf gespannt sein.

 

Titelbild: https://pixabay.com/de/photos/schneegl%C3%B6ckchen-blume-pflanze-4056080/

Atlantiktiefs bringen zunehmend milde Luft nach Österreich

Altschnee im Frühjahr

Die Temperaturen im östlichen Flachland sind seit dem Eisregen am Mittwochmorgen deutlich angestiegen. Man könnte meinen, dass eine Warmfront für die Erwärmung verantwortlich war, da man bei Kaltfronten ja eher eine Abkühlung erwartet. Tatsächlich war allerdings eine Kaltfront für die Erwärmung verantwortlich.

Die Analyse der Kaltfront (blau) über Österreich am Mittwochmorgen. © DWD

Maskierte Kaltfront

Am Mittwochmorgen ist die Kaltfront von Tief YUKON mit Kern bei Dänemark über Ostösterreich hinweggezogen. In der Höhe hat es dabei auch etwas abgekühlt, so ist etwa die Temperatur auf der Rax von +4 auf -1 Grad zurückgegangen. Da es am Boden aber wärmer geworden ist, sprechen Meteorologen in solchen Fällen von einer maskierten Kaltfront. Diese kommen im Winter häufig vor, wenn sich etwa bei einer ruhigen Hochdruckwetterlage durch Ausstrahlung ein flacher Kaltluftsee am Boden gebildet hat (der manchmal durch Nebel bzw. Hochnebel sichtbar wird). Dieser wird durch den auffrischenden Wind ausgeräumt, weshalb am Boden eine Erwärmung stattfindet.

Auf der Rax ist es am Mittwochmorgen kühler geworden. © lawis.at
Rund um Wien wurde es bei aufkommendem Westwind deutlich milder. © UBIMET

Frühlingsluft im Bergland

In den kommenden Tagen erfassen mit einer westlichen bzw. ab dem Wochenende südwestlichen Höhenströmung zunehmend milde Luftmassen das Land. Die Temperaturen steigen vor allem im Bergland deutlich an, so klettert die Nullgradgrenze bis Sonntag auf über 3000 m. Auch in den Niederungen wird es immer milder: Die Höchstwerte liegen am Donnerstag bei einem Mix aus Sonne und Wolken meist zwischen 8 und 13 Grad. Nur in inneralpinen Tallagen in Salzburg und Osttirol sowie im äußersten Nordosten bleibt es mitunter eine Spur kühler.

Prognose der Höchstwerte am Donnerstag. © UBIMET

Hochnebel

Am Freitag sorgt eine schwache Störung an der Alpennordseite für durchziehende Wolken, bis auf ein wenig Regen vom Bodensee bis ins Inn- und Mühlviertel bleibt es aber trocken. Am Wochenende wird es dann noch milder: Auf den Bergen liegen die Temperaturen teils mehr als 10 Grad über dem jahreszeitlichen Mittel und auch in manchen Tälern der Nordalpen gibt es bei viel Sonnenschein Spitzenwerte zwischen 14 und 17, am Sonntag mit Föhn auch bis zu 19 Grad. In den Niederungen stellt sich allerdings gebietsweise wieder eine Inversionswetterlage ein, so muss man am Wochenende vor allem im Nordosten mit teils zähem Nebel bzw. Hochnebel rechnen. Besonders im Wald- und Weinviertel verharren die Temperaturen daher noch unterhalb der 10-Grad-Marke.

Am Wochenende baut sich ein Frühlingshoch über den Alpen auf. © ECMWF
Die kommenden 7 Tage werden in weiten Teilen Mitteleuropas ungewöhnlich mild. Graphik: K. Haustein

Titelbild © AdobeStock

 

Am Mittwoch im Süden und Osten Glättegefahr durch Eisregen

Wetterhahn und Eis

Die winterliche Wetterphase in Österreich neigt sich dem Ende zu. Während die Schneefallgrenze am Dienstagmorgen im Osten noch in tiefen Lagen lag, steigt sie am Mittwoch auf 1000 bis 1200 m an. Ein Randtief namens YUKON hat ab der Nacht auf Mittwoch zudem ausgehend von den westlichen Nordalpen bzw. Oberösterreich neuerlich etwas Regen gebracht und am frühen Mittwochmorgen gab es gebietsweise erhöhte Glättegefahr durch gefrierenden Regen.

Tiefstwerte am Mittwoch. Überall dort, wo die Temperatur anfangs bei oder unter 0 Grad liegt, kann es von Salzburg ostwärts glatt werden. © UBIMET

Eisregen

Am Mittwoch fällt an der Alpennordseite von Beginn an zeitweise Regen, Schnee fällt meist erst oberhalb von 1000 bis 1200 m. Vor allem vom Kamptal über das Weinviertel bis in den Seewinkel sowie streckenweise auch in manchen Tälern vom Pinzgau und Oberkärnten bis zum Semmering besteht dabei auf den gefrorenen Böden erhöhte Glatteisgefahr! Auch im Süden kann es stellenweise glatt werden, ab Mittag kommt hier dann immer häufiger die Sonne zum Vorschein. Der Wind dreht auf West bis Nordwest, im Donauraum und im Osten frischt er im Tagesverlauf kräftig auf. Mit 5 bis 12 Grad wird es dabei auch im Osten deutlich milder und die Glättegefahr lässt nach.

Eisregen-Warnungen am Mittwochmorgen (Update: Mittwoch 7:30 Uhr). © www.uwz.at
Eisregenrisiko (rot) am Mittwochmorgen und Vertikalprofil über Wien: Während am Boden anfangs noch kalte Luft hält, ist es in der Höhe bei starkem Westwind bereits mild. © ECMWF/UBIMET


Titelbild © AdobeStock

Aktuelle Infos zum Eisregen

Aufgrund der langen Kälteperiode und Temperaturen im zweistelligen, negativen Bereich ist vielerorts in den letzten Tagen der Boden gefroren. Das Hoch, welches uns diese trockene und sehr kalte Periode bescherte, zog nun aber langsam nach Osten ab und machte wieder Platz für Frontensysteme aus Westen.

Die Warmfront von Tief YUKON brachte nun heute vor alle von der Pfalz und dem Saarland bis hin zur Nordsee bereits markanten Eisregen. Selbst bei positiven Temperaturen wurde es stellenweise glatt. Die Temperaturkarten geben Ausschluss: Während es also in einer Höhen von etwa 2 Meter bereits Plusgrade gab, waren die Böden stellenweise noch gefroren.

Links: 2 Meter Temperaturen; Rechts: Temperaturen in -5 cm Tiefe; 11:00 MESZ ©UBIMET

Der gefallen Regen fror hier dann an Ort und Stelle an und bildete eine dünne Eisschicht bzw. Glatteis.

Warmfront verlagert sich nach Osten

Wie das Radarbild zeigt, verlagert sich das Niederschlagsband der Warmfront nun im Tagesverlauf immer weiter nach Osten. Somit muss in den kommenden besonders von Hamburg in Richtung Süden bis nach Stuttgart stellenweise mit Glatteisgefahr gerechnet werden.

Radarbild 15:20 MESZ ©UBIMET, DWD

Hier auch nochmal unsere aktuellen Warnungen:

Am Abend und in der Nacht erreicht der Niederschlag dann den Osten und Nordosten des Landes. Hier handelt es sich aufgrund der deutlich kühleren Temperaturen in der Höhe aber um Schnee. Erst in der Nacht kann der Schnee stellenweise in gefrierenden Regen und anschließend in Regen übergehen.

Titelbild: ©stock.adobe.com

Pollensaison startet richtig durch

Bereits Anfangs Februar sorgte eine milde Wetterphase für ein verstärktes stäuben von Haselpollen, während die Erlen noch nicht blühbereit waren. Durch die Kältewelle kam der Pollenflug vorübergehend zum Erliegen, mit steigenden Temperaturen nimmt die Pollensaison nun aber Fahrt auf.

Belastungen steigen rasch

Die Blühbereitschaft der Frühblüher von Erle und Hasel sind weder von Schnee noch Frost abhängig sondern orientiert sich allein an der Tagestemperatur. Erreichen die Temperaturen 8 bis 10 Grad und scheint dazu noch die Sonne, beginnen die Sträucher zu blühen. Ab der Wochenmitte stellt sich überall mildes Wetter ein und somit nimmt der Pollenflug von Hasel und Erle Fahrt auf.

Am Wochenende sind dann regional schon mäßige bis hohe Belastungen zu befürchten und das stäuben setzt sich in den kommenden Wochen fort. Nur längere Schlechtwetterphasen bzw. massive Kaltlufteinbrüche bringen kurzzeitig Entlastung. Nach den Frühblühern geht es nahezu nahtlos mit dem nächsten großen Allergieschub weiter, wenn ab Mitte/Ende März die hochallergene Birke zu blühen beginnt.

Quelle Titelbild: Adobe Stock

In der Nacht etwas Schnee, danach milder

Nach dem sonnigen und kalten Wochenende stellt sich das Wetter am Montag grundlegend um. Mit einer Warmfront geht die Kältewelle zu Ende, bevor sich aber die milder Luft so richtig durchsetzt, gibt es nochmals etwas Neuschnee bis in tiefe Lagen.

Schnee über Nacht

Am Abend setzt mit einer Warmfront im Westen leichter Schneefall ein, der sich in der Nacht entlang der Alpennordseite langsam ostwärts ausbreitet. Während die Schneefallgrenze im Westen rasch über 1000 m ansteigt, schneit es östlich von Linz bis in tiefe Lagen.

Neuschnee bis Dienstagfrüh

In Wien setzt gegen Mitternacht Schneefall ein und am Dienstag in der Früh ist im ganzen Osten nochmals mit winterlichen Fahrbedingungen und Schneeglätte zu rechnen. In Salzburg und Oberösterreich ist in der Nacht gebietsweise auch gefrierenden Regen und somit Glatteis möglich.

Deutlich milder im Westen

Am Dienstagvormittag klingen Regen und Schneefall bald ab und besonders im Westen scheint am Nachmittag häufig die Sonne und die Temperaturen übersteigen schon die 10-Grad-Marke. Im Osten hingegen bleibt es auch am Faschingsdienstag nochmals winterlich kalt. Im Weinviertel herrscht nochmals Dauerfrost und man kann noch einen Tag die winterliche Landschaft genießen.

Höchstwerte am Dienstag

Am Mittwoch wird es dann auch im Osten deutlich milder, eine maskierte Kaltfront räumt die vorhandene Kaltluft aus und generell setzt sich dann milderes Wetter durch.

Höchstwerte am Mittwoch

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Schnee und Kälte in Griechenland und am Bosporus

Während in Österreich der Höhepunkt der Kältewelle am heutigen Valentinstag überschritten ist und es in der neuen Woche peu a peu von Westen her milder wird, hält der Winter gerade im östlichen Mittelmeer Einzug. Ein Sturmtief, das vom griechischen Wetterdienst den Namen MEDEA erhalten hat, zog von Süditalien nach Griechen und bis zum Montag weiter ins Schwarze Meer. Dabei stößt die arktische Kaltluft bis in den östlichen Mittelmeerraum vor und sorgt in großen Teilen von Griechenland sowie am Bosporus für winterliche Bedingungen.

Neuschneemengen am Sonntag

In der nördlichen Ägäis fällt selbst auf den Inseln Schnee, dazu kommt noch teils stürmischer und eisiger Nordwind. hier Bilder aus Istanbul:

Oder aus Griechenland:

Für Schnee in Athen hat es allerdings nicht gereicht, das ist aber auch selten der Fall. In Istanbul und im Norden von Griechenland fällt dagegen so gut wie jeden Winter zumindest einmal Schnee.

Die Kaltluft hält sich nun einige Tage im östlichen Mittelmeer, erst zum kommenden Wochenende hin setzt sich allmählich milderes Wetter durch.

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Am Montag markante Glatteisgefahr

In den letzten Tagen wurde vielfach über die tiefen Temperaturen in den sternenklaren Nächten berichtet. Auch Sonntagnacht lagen die Tiefstwerte verbreitet im zweistelligen Minusbereich. Spitzenreiter war Querfurt mit -24.8°C. Da diese Wetterlage nun schon seit Tagen anhält, sind die Böden verbreitet auch tief gefroren. Besonders im Nordwesten herrscht bis zu einer Tiefe von -20 Zentimeter Frost.

Warmfront bringt Milderung in der Höhe

Nach der langen kalten Periode stellt sich das Wetter nun aber wieder um. Das stabile Hoch der letzten Tage zieht langsam nach Osten ab. Dies macht wieder den Weg für Frontensysteme aus Westen frei. Heute ziehen in der Westhälfte des Landes bereits die ersten Wolken der Warmfront von Tief XANTHOS auf. Vor allem in den höheren Atmosphärenschichten stellt sich nun eine Milderung ein.

Regen fällt auf gefrorene Böden

Aufgrund der wärmeren Luft in der Höhe fällt der Niederschlag der Warmfront oft als Regen. In Kombination mit den gefrorenen Böden besteht somit am Montag vom Saarland bis Niedersachsen markante Glatteisgefahr. Erhebliche Glatteisgefahr besteht vor allem im Nordwesten, da hier die Böden noch tief gefroren sind (violette Markierung). Auch von Stuttgart bis etwa Magdeburg kann es stellenweise glatt werden, der Regen ist aber deutlich schwächer.

Glatteisgefahr am Montag ©UBIMET

Vom Erzgebirge bis zur Ostsee kommt die mildere Luft in der Höhen jedoch nicht an, hier beginnt es am Nachmittag verbreitet zu schneien. Bis Dienstagmorgen kommen hier etwa 5 bis 10 Zentimeter Neuschnee zusammen.

Neuschneemengen bis Dienstagfrüh

Kommende Woche deutliche Milderung

Da uns nun von Westen weitere Frontensysteme erreichen und deutlich milderer Luft heranführen, geht es mit den Temperaturen stetig bergauf. So stehen bereits ab Dienstag zweistellige Temperaturen am Programm. Etwas kühler bleibt es im Osten, aber auch hier sind wir weit von Dauerfrost entfernt.

Höchstwerte am Dienstag ©UBIMET

Titelbild: ©stock.adobe.com

Massiver gefrierender Regen in den USA

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte

Twitter Video

Schon beeindruckend was gefrierender Regen alles für Schäden anrichten kann, wie hier in Virginia. Dort gibt es massive Stromausfälle in einigen Counties.

Stromausfälle in Virginia © https://poweroutage.us/area/state/virginia

Satellitenbild

GEOS Satellitenbild von 18.36 Uhr © NOAA

Aktuelle Wettersituation

Radarbild von 17.50 Uhr © NEXRAD/UBIMET

Das Radarbild zeigt die aktuelle Situation an der Ostküste. Im violetten Quadrat fällt gebietsweise teils kräftiger gefrierender Regen, im grünen fällt ein wenig Schnee, im blauen Regen und im Roten zieht eine Gewitterlinie von Florida auf den Atlantik.

Aktuelle Bilder

Momentan (Samstagnachmittag) fällt besonders im Osten teils kräftiger gefrierender Regen.

Virginia

Maryland

 

 

Blog

Nachdem sich im Januar der Polarwirbel in der Stratosphäre erwärmt hatte (wir berichteten), werden nun die Auswirkungen in der Troposphäre, der untersten Luftschicht, sichtbar. Aufgrund der dadurch gestörten Zirkulation folgen immer wieder markante Kaltluftausbrüche bis weit nach Süden. Dies geschieht besonders markant in den USA. Hier kann die Kaltluft über die Prärie weit nach Süden vorstoßen, sogar bis zum Golf von Mexiko. Dieser liegt bereits in den Subtropen, etwa auf der Höhe von Ägypten und damit ist das Wasser hier ganzjährig warm mit aktuellen Temperaturen von 20°C.

Stößt nun also Kaltluft nach Süden entsteht eine massive Grenzwetterlage. So geschehen bereits letzte Woche, als ein erster Kaltluftausbruch den Süden der USA erfasste. Dabei fiel in einem Streifen im nördlichen Texas heftiger gefrierender Regen, der auf einer Autobahn bei Dallas-Fort Worth am Donnerstagmorgen (Lokalzeit) zu einer Massenkarambolage führte. Dabei starben 9 Menschen und mehrere Dutzend wurden verletzt.

Der Radiosondenaufstieg zeigt das klassische Profil für gefrierenden Regen mit der warmen Nase in mittlerer Höhe und den Frosttemperaturen in Bodennähe. Der Niederschlag taut in der warmen Schicht und beim fallen in der kalten Schicht unterkühlt das Wasser wieder und gefriert beim Aufkommen auf den Boden.

Radiosondenaufstieg etwa zur Zeit des Unfalls

Auch in den kommenden Tagen besteht besonders in einem Streifen von Texas über die Appalachen bis zur nördlichen Ostküste weiterhin die Gefahr von gefrierendem Regen. Dabei sind lokal erhebliche Eismengen zu erwarten.

 

Titelbild: morecast.com

Der Mpemba-Effekt: Nachahmung empfohlen

Man nehme heißes, bestenfalls kochendes Wasser in einer Tasse oder einem kleinen Topf, geht nach draußen und schleudert es bei einer Temperatur von unter -10 Grad in einem weiten Bogen nach oben weg. Wie in den folgenden Videos zu sehen, verdampft dabei ein Teil, der andere gefriert und fällt als Eis zu Boden. Jeder kann es selber ausprobieren.

 

Ursache für dieses Paradoxon ist der Mpemba-Effekt, der ausgerechnet im weniger frostigen Tansania durch einen Schüler namens Mpemba (wieder)entdeckt wurde. Bzgl. der Ursache gibt es verschiedene Theorien, bei der am meisten verbreiteten erklärt man es sich mit der Verdunstung. Denn heißes Wasser verdunstet stärker als kaltes. Beim Erreichen des Gefrierpunkts ist somit bereits eine geringere Wassermenge vorhanden und da dieser weniger Wärme speichern kann als eine größere Wassermengen, gefriert sie auch schneller.

Winterwunderland: Eingeschneites Deutschland von oben

Schneefreie Kölner Bucht am 11.02.2021 - ESA Sentinel2 / EO Browser

Derzeit liegt fast landesweit Schnee. Lediglich manche Regionen im Westen (Kölner Bucht z.B., siehe Titelbild) sowie an der Nordsee sehen noch teils grün aus. Dank der Wetterberuhigung der letzten Tage präsentiert sich nun der Himmel oft klar. Somit können Satelliten atemberaubende Bilder von rund 800 km Höhe aus schießen.

Die untenstehenden Bilder sind für alle frei verfügbar.

Hochaufgelöste Bilder von der NASA/JSA: Worldview

Extrem hochaufgelöste Bilder von der ESA: Sentinel 2 – Satellit

 

Hier ein paar Impressionen aus Deutschland am 11.02.2021 oder am 12.02.2021.

Eingeschneites Deutschland vom Satellit am 12.02.2021 - NASA Worldview
Eingeschneites Deutschland vom Satelliten aus gesehen am 12.02.2021 – NASA Worldview
Sylt - ESA Sentinel 2 EO Browser
Sylt – ESA Sentinel 2 EO Browser
Regensburg - ESA Sentinel 2 EO Browser
Regensburg – ESA Sentinel 2 EO Browser
Münster - ESA Sentinel 2 EO Browser
Münster – ESA Sentinel 2 EO Browser
München - ESA Sentinel 2 EO Browser
München – ESA Sentinel 2 EO Browser
Düsseldorf - ESA Sentinel 2 EO Browser
Düsseldorf – ESA Sentinel 2 EO Browser
Bremen - ESA Sentinel 2 EO Browser
Bremen – ESA Sentinel 2 EO Browser
Berlin - ESA Sentinel 2 EO Browser
Berlin – ESA Sentinel 2 EO Browser

 

 

Titelbild: Schneefreie Kölner Bucht am 11.02.2021 – ESA Sentinel2 / EO Browser

Erstmals seit 2018: Eistag in ganz Österreich

Spezielle Tage am 12.02.2021: Eistag im ganzen Land - UBIMET

Wahrscheinlich habt ihr es schon bemerkt: Es ist kalt draußen! Doch heute war für Österreich ein besonders kalter Tag. Denn die Temperaturhöchstwerte blieben landesweit unter dem Gefrierpunkt. Maximal wurden -0.3 Grad an gleich 4 Wetterstationen verzeichnet: Bischofshofen (Salzburg), St. Andrä im Lavanttal (Kärnten), Frohnleiten (Steiermark) und Güssing (Burgenland). Somit war dieser Freitag landesweit auch ein sogenannter Eistag!

Temperaturhöchstwerte am heutigen Freitag - UBIMET, ZAMG
Temperaturhöchstwerte am heutigen Freitag – UBIMET, ZAMG
Temperaturhöchstwerte am heutigen Freitag - UBIMET, ZAMG
Temperaturhöchstwerte am heutigen Freitag – UBIMET, ZAMG

Dass es landesweit ganztags frostig bleibt, ist im heurigen Winter erstmalig. Nicht nur das: Auch in den Jahren 2020 und 2019 wurde ein landesweiter Eistag nie verzeichnet! Das letzte Mal war es nämlich am 27. Februar 2018 der Fall. Auch damals erreichte eine sehr kalte, kontinentale Luftmasse polaren Ursprungs den Alpenraum. Der Tageshöchstwert wurde damals in Spittal an der Drau (Kärnten) mit -2.5 Grad gemessen:

Die Höchstwerte am 27. Februar 2018 - UBIMET, ZAMG
Die Höchstwerte am 27. Februar 2018 – UBIMET, ZAMG

Ab dem morgigen Samstag kehren dann tagsüber zumindest gebietsweise wieder zarte Plusgrade zurück.

 

Titelbild: Spezielle Tage am 12.02.2021: Eistag im ganzen Land – UBIMET

Am Wochenende bis zu -25 Grad

 

Gemessene Tiefstwerte am 12.02.2021 @ UBIMET

 

-24,2 Grad ist die bisher tiefste gemessene Temperatur in diesem Winter, aufgestellt am 11. Jänner in St. Jakob im Defereggen, Tirol. Während der aktuellen Kälteperiode wurde dieser Extremwert zwar noch nicht wieder erreicht, aber auch die nun folgenden Nächte zeigen sich bei klarem Himmel bitterkalt. Bis zu -25 Grad sind in den Nächten auf Sonntag und Montag möglich, dann ist zumindest der diesjährige Kälterekord in Gefahr. Dies gilt jedoch nicht für den absoluten Kälterekord in Österreich, denn die im Jahre 1929 in Zwettl, NÖ gemessenen -36,6 Grad sind dann noch immer weit entfernt.

 

Prognose der Tiefstwerte am Sonntagmorgen @ UBIMET

Viel Sonnenschein am Wochenende

Klarer Himmel über Nacht bedeutet nicht selten wenig Wolken tagsüber. Und so ist am Wochenende dank Hochdruckeinfluss im ganzen Land mit viel Sonnenschein zu rechnen, teils ist es gar wolkenlos. Bis zu 10 Stunden Sonne pro Tag sind inzwischen bereits wieder möglich. Nur im Nordosten machen sich am Samstag noch mehr Wolkenfelder bemerkbar und einzelne Schneeschauer sind nicht ausgeschlossen. Die Höchstwerte liegen dann mit -8 bis 0 Grad noch überall unter dem Gefrierpunkt, am Sonntag, dem Valentinstag, mit -4 bis +4 Grad auch bereits wieder etwas darüber. Der teils lebhafte Nordwind verschärft das Kälteempfinden aber nach wie vor.

Unbeständiger ab Montag

Zu Beginn der neuen Woche weicht das wetterbestimmende Hoch schließlich etwas nach Osten ab, damit können auf den Westen Österreichs wieder Tiefausläufer und mildere Luft übergreifen. Von Vorarlberg bis nach Oberösterreich dominieren somit bereits wieder die Wolken und ab Montagnacht kommen an der Alpennordseite Schnee und Regen auf, die Schneefallgrenze liegt zwischen 1300 m am Arlberg und tiefen Lagen in der Eisenwurzen. Während zur Wochenmitte im Westen untertags bereits bis zu +10 Grad erreicht werden, bleibt es nach Osten zu noch kälter. In den Nächten liegen die Tiefstwerte hingegen überall weiterhin im Frostbereich.

Wind, Schnee und Kälte – erhebliche Lawinengefahr

Nahezu landesweit herrscht Frost, nur in weiten Teilen Kärntens und im Lienzer Becken lässt der Nordföhn die Temperaturen in den unteren Plus-Bereich steigen.

Temperatur 2 m über Grund, 11.02.2021, 11 Uhr (UBIMET/ZAMG)

 

Die Schneeverwehungen sind eindrücklich anhand einiger Webcams zu sehen, wie hier am Mölltaler Gletscher:

Mölltaler Gletscher am 6.2. 2021 (https://www.foto-webcam.eu/webcam/gletscher-nord/2021/02/06/1050)

 

Mölltaler Gletscher am 11.2. 2021 https://www.foto-webcam.eu/webcam/gletscher-nord/2021/02/11/1050

 

Die Windfahnen über den Gipfeln und Kämmen sind deutlich zu erkennen.  (https://www.foto-webcam.eu/webcam/heidi-chalets/2021/02/11/1040)

In 2000 Meter Höhe, herrschen Temperaturen von rund -15 Grad, die Luft ist zudem sehr trocken. Mit den durchziehenden Schneeschauern beginnt die Luft märchenhaft zu glitzern, wie hier auf der Nordkette oberhalb von Innsbruck. (Die Temperturangabe in der Webcam ist vermutlich auf die Beheizung ebendieser zurück zu führen und spiegelt derzeit nicht die Außentemperatur wider).

(https://www.foto-webcam.eu/webcam/innsbruck/2021/02/11/1030)

Steigende Lawinengefahr

Die umfangreichen Schneeverfrachtungen führen in Lagen oberhalb von 1800 m zu einer heiklen Triebschneesituation – hier gilt die Lawinenwarnstufe 3 (erheblich). Touren im alpinen Gelände sind nur mit erhöhter Vorsicht und entsprechender Erfahrung zu empfehlen. Weitere Infos dazu gibt es bei den Lawinenwarndiensten:

 

(Titelbild: Adobe Stock)

Polarluft und stürmischer Wind sorgen für starken Windchill-Effekt

Wind un Kälte, der Windchill-Effekt - pixabay.com

Auf der Rückseite des Balkantiefs VOLKER gelangt ab Mittwochabend deutlich kältere Luft aus Nordosteuropa ins Land. Somit stellt sich von Donnerstag bis mindestens Samstag mit nur sehr wenigen Ausnahmen im Süden landesweit Dauerfrost ein. In den Nächten ist zum Wochenende hin verbreitet mit strengem Frost zu rechnen.

Windchill

Die Druckgegensätze zwischen Tief VOLKER und Skandinavienhoch HELIDA nehmen in den kommenden Stunden zu. Der markante Kaltlufteinbruch geht somit mit kräftigem, in Böen mancherorts auch stürmischem Wind einher. Dies wird das Kälteempfinden durch den sogenannten Windchill-Effekt deutlich verstärken. Dabei sorgt der Wind dafür, dass sich die Luft deutlich kälter anfühlt, als eigentlich das Thermometer anzeigt.

Anbei noch eine Tabelle zur besseren Veranschaulichung:

Windchill, die gefühlte Temperatur bei Wind - R.Osczevski, M.Bluestein 2005, Bulletin of the American Meteorological Society
Windchill, die gefühlte Temperatur bei Wind – R.Osczevski, M.Bluestein 2005, Bulletin of the American Meteorological Society

Strenger Frost

Vor allem am Donnerstag und Freitag sind selbst im nördlichen und östlichen Flachland nur Höchstwerte zwischen -2 und -5 Grad in Sicht. Die Tiefstwerte erreichen landesweit -5 bis -15 Grad, inneralpin sowie in manchen Senken des Nordens sind am Wochenende auch Werte zwischen -20 und -25 Grad in Reichweite.

Prognostizierte Tiefstwerte für den Donnerstag - UBIMET
Prognostizierte Tiefstwerte für den Donnerstag – UBIMET
Prognostizierte Höchstwerte für den Donnerstag - UBIMET
Prognostizierte Höchstwerte für den Donnerstag – UBIMET

Teils stürmische Böen

Am Donnerstag weht der Nordwind verbreitet lebhaft bis kräftig. Im Osten und Südosten sowie in manchen prädestinierten Nordföhntälern der Südalpen sind auch Sturmböen zwischen 70 und 90 km/h möglich. Zwar lässt der eisige Wind zum Wochenende hin etwas nach, abseits des Berglands weht er aber weiterhin mäßig bis lebhaft aus Nordost.

Vorhergesagte maximale Windböen für den Donnerstag - UBIMET
Vorhergesagte maximale Windböen für den Donnerstag – UBIMET
Sturmwarnungen für den Donnerstag (Stand: Mittwoch, 14 Uhr). © www.uwz,at

Extreme Windchill-Werte

Die zu erwartenden Temperaturen zwischen -5 und -10 Grad im Osten werden sich vor allem am Donnerstag bei kräftigem Nordwind wie etwa -15 Grad anfühlen. Kurzzeitig sind mit stürmischen Böen aber auch Windchill-Werte unter -20 Grad in Reichweite! Wenn man sich längere Zeit im Freien aufhält, sollte man also auf ausreichenden Kälteschutz achten, wie etwa mehrere Kleiderschichten von unterschiedlicher Dicke und Material (Zwiebelschalenprinzip) sowie eine gute Kopfbedeckung.

Prognostizierte Windchill-Werte am Donnerstag um 10 Uhr - ECMWF, UBIMET
Prognostizierte Windchill-Werte am Donnerstag um 10 Uhr – ECMWF, UBIMET
Prognostizierte Windchill-Tiefstwerte am Donnerstag zwischen 8 und 13 Uhr - ECMWF, UBIMET
Prognostizierte Windchill-Tiefstwerte am Donnerstag zwischen 8 und 13 Uhr – ECMWF, UBIMET

 

Titelbild: Wind un Kälte, der Windchill-Effekt – pixabay.com

Die 7 besten Heiztipps für die kalte Jahreszeit

Eine warme Wohnung im Winter.
  1. Raumtemperatur der Zimmer anpassen: Grundsätzlich sollte die Raumtemperatur in Wohnräumen 20 bis 22 Grad betragen. In Schlafzimmern reichen bereits etwa 17 Grad aus, um bestens schlafen zu können. Räume, die nicht so häufig gebraucht werden, wie etwa ein Abstellraum oder auch die Küche, können niedriger beheizt werden. Dadurch lassen sich unnötige Heizkosten vermeiden. Jedes Grad weniger in der Wohnung spart rund sechs Prozent Heizenergie!
  2. Richtig Lüften: Wer ständig die Fenster gekippt hat und gleichzeitig heizt, wirft das Geld buchstäblich zum Fenster hinaus. Dauerhaft gekippte Fenster kühlen Räume und Wände aus. Statt Dauerlüften wird Stoßlüften empfohlen. Am Besten ihr öffnet morgens und abends alle Fenster in der Wohnung für einige Minuten, um ordentlich durchzulüften.
  3. Heizkörper regelmäßig entlüften: Zu Beginn der Heizsaison sollten alle Heizkörper entlüftet werden. Falls sich nämlich Luft im Wasserkreislauf der Heizung befindet, wird diese nicht richtig warm. Die Luftblasen reduzieren die Effizienz und führen dadurch zu einem höheren Energieverbrauch. Also einfach das Lüftungsventil an der Seite der Heizkörper aufdrehen und sie atmen lassen.
  4. Wärmestaus vermeiden: Geschlossene Vorhänge und Möbel, die vor den Heizkörpern platziert sind, führen zu Wärmestaus und dadurch zu unnötigen Heizkosten. Die Wärme kann sich nicht im Wohnraum ausbreiten, da sie blockiert wird. Achtet daher immer darauf, dass die Heizkörper frei bleiben.
  5. Raumtemperatur bei Abwesenheit senken: Falls eure Wohnung tagsüber leer steht, dreht die Heizung in dieser Zeit zurück. Das gilt auch, wenn mehrere Tage durchgehend niemand daheim ist. Komplett ausschalten solltet ihr die Heizung jedoch nicht, da die Wände sonst womöglich vollständig auskühlen und sich Schimmel bilden kann. Außerdem erhöhen sich die Heizkosten dadurch wieder, wenn ihr jedes Mal die Wohnung von Neuem komplett aufheizen müsst.
  6. Undichte Stellen an Fenstern abkleben: Undichte Fenster können eure Heizkosten in die Höhe schnellen lassen. Vor allem in älteren Häusern sind die Fenster oft nicht mehr ganz dicht. Mit speziellem Dichtungsklebeband könnt ihr jedoch die Fugen zwischen Fensterglas und Rahmen selbst abkleben.
  7. Zusatzheizungen vermeiden: Elektrische Zusatzheizungen, wie Radiatoren oder Heizlüfter sollten nur im Notfall eingesetzt werden, da sie richtige Stromfresser sind.

Quelle Titelbild: adobe stock

Eisige Temperaturen mit sehr strengem Frost teils unter -20 Grad

Frost

Die Temperaturen liegen derzeit vor allem in der Mitte des Landes deutlich unter dem langjährigen Mittel, so gab es bereits in der Nacht zum Dienstag Tiefstwerte um -20 Grad:

Ort Tiefstwert in der Nacht zum Dienstag
Oberharz am Brocken-Stiege -21.8 Grad
Olbersleben -21.4 Grad
Sontra -21.2 Grad
Herzberg -20.2 Grad
Querfurt-Mühle Lodersleben -19.8 Grad
Tiefstwerte in der Nacht zum Dienstag.

Sehr strenger Frost

In der Nacht zum Mittwoch gab es gebietsweise günstige Bedingungen für eine starke nächtliche Abkühlung ab:

  • windschwache Verhältnisse
  • sternenklarer Himmel bzw. sehr trockene Luft
  • verbreitet schneebedeckter Boden

Vor allem vom Paderborner Land über Nordhessen und Thüringen bis nach Sachsen wurden vielerorts Tiefstwerte um -20 Grad gemessen, örtlich gab es sogar Extremwerte um -25 Grad! Ähnliche Temperaturen wurden zuletzt im Jänner 2017 in den Alpen gemessen mit -26.3 Grad in Reit im Winkl, in der Mitte war dies allerdings vielerorts die kälteste Nacht seit mindestens Februar 2012 (damals -28.7 Grad in Ueckermünde, -25,7 Grad in Oberharz am Brocken-Stiege)!

Ort Tiefstwert in der Nacht zum Mittwoch
Mühlhausen/Görmar (TH) -26.7 Grad
Olbersleben (TH) -26.0 Grad
Dachwig (TH) -25.7 Grad
Sontra (HE) -25.6 Grad
Starkenberg-Tegkwitz (TH) -24.6 Grad
Bad Berka (TH) -24.1 Grad
Fritzlar (HE) -24.0 Grad
Dippoldiswalde-Reinberg (SA) -23.9 Grad

Auch im südlichen Niedersachsen sowie in Südbrandenburg wurden allerdings Temperaturen unter -20 Grad gemessen, anbei die kältesten Stationen pro Bundesland:

  • Thüringen: -26.7 Grad Mühlhausen/Görmar
  • Hessen: -25.6 Grad Sontra
  • Sachsen: -23.9 Grad Dippoldiswalde-Reinberg
  • Niedersachsen: -23.1 Grad Göttingen
  • Nordrhein-Westfalen: -22.7 Grad Lippstadt-Bökenförde
  • Bayern: -22.5 Grad Ostheim v.d. Rhön
  • Sachsen-Anhalt: -21.9 Grad Bad Lauchstädt
  • Brandenburg: -20.1 Grad Klettwitz
Tiefstwerte in der Nacht zum Mittwoch.


Titelbild © AdobeStock

Live Ticker Nachlese: Große Schneemengen durch Wintersturm

Das Tief TRISTAN in Kombination mit der Luftmassengrenze verlagert sich nach Süden bzw. löst sich das Tief nun langsam auf. Somit geht der kräftige Schneefall der letzten Tage allmählich zu Ende. Es bleibt aber nach wie vor sehr kalt, denn weiterhin strömt aus Nordosten kalte Polarluft ins Land.

Anbei die Gesamtschneehöhe von heute Mittag:

In den letzten Tages gab es vor allem in einem Streifen vom Erzgebirge bis nach NRW eine Menge Neuschnee die stellenweise zu großen Probleme führte.

Wie geht es nun weiter?

Deutschland verbleibt in den kommenden Tagen in der kalten Polarluft. Größtenteils bleibt es nun trocken und verbreitet stellt sich Dauerfrost ein. Vor allem in den Nächsten muss man sich auf strengen Frost einstellen mit bis zu -20 Grad einstellen. An der Ostsee kann es in den kommenden Tagen stellenweise aber noch zu größeren Schneemengen kommen.

**************************************************************************

Update 11:50 Uhr – Schnee im Norden

Der Schwerpunkt des Schneefalls liegt mittlerweile im Norden des Landes, so gab es vergangene Stunde die stärksten Niederschlagsraten in einem Streifen vom Großraum Berlin über zum Teutoburger Wald. Hier fallen derzeit etwa 1 bis 2 cm Neuschnee pro Stunde.

Update 9:30 Uhr – Verkehrschaos

Die extremen Schneemengen im Zusammenspiel mit den eisigen Temperaturen bringen nicht nur den Verkehr, sondern auch den Winterdienst an seine Grenzen.

Update 08:15 Uhr – Bilder

Es gibt mittlerweile unzählige Bilder des Schnees in Deutschland, anbei kommt eine kleine Auswahl. Manche Stationen in der Mitte des Landes melden sogar neue Rekordschneehöhen.

Update 07:10 Uhr – Aktuelle Schneehöhen

Guten Morgen und guten Start (Rutsch!) in die neue Woche! Aktuell lagert im Süden noch etwas mildere Luft als im Großteil des Landes, die Temperaturen liegen hier um Null Grad oder leicht im positiven Bereich. Im Süden fällt noch leichter Regen bzw. Schneeregen, in höheren Lagen auch Schnee, teilweise wird auch gefrierender Regen gemeldet. 

Von Franken und Rheinland-Pfalz nordwärts fällt weiterhin bis in tiefe Lagen Schnee, besonders in Thüringen und Sachsen sowie im Süden von Sachsen-Anhalt sind über Nacht einige Zentimeter Neuschnee dazugekommen.