Am Wochenende mit Südföhn bis zu 27 Grad

Derzeit liegt der Alpenraum noch unter dem Einfluss von Hoch MERLE in einer westlichen Strömung. Im Laufe des morgigen Tages dreht die Strömung allerdings auf südliche Richtungen und damit steigen die Temperaturen im ganzen Land wieder an. In den Niederungen werden allerdings in den kommenden Tagen Nebel und Hochnebel zum Thema.

Großwetterlage über Mitteleuropa, Höhenströmung und Bodendruck © Ubimet/DWD

Am Freitag viel Sonnenschein

Der Freitag bringt im Großteil des Landes von Beginn an sonnige Bedingungen, in Kärnten sowie der Obersteiermark geht es allerdings stellenweise mit Nebel- und Hochnebelfeldern in den Tag. Bis etwa Mittag lösen sich diese aber meist auf und im gesamten Land dominiert dann der Sonnenschein. Mit der Drehung des Windes auf südliche Richtungen steigen die Temperaturen im ganzen Land wieder an. In allen Bundesländern erreichen die Temperaturen wieder die 20-Grad-Marke, am wärmsten wird es an der Alpennordseite mit bis zu 22 Grad.

Stürmischer Südföhn, teils hartnäckiger Nebel

Im Verlauf des Wochenendes legt der Föhn in den Alpen deutlich zu und weht besonders am Sonntag und Montag im Bergland in Orkanstärke. In exponierten Lagen von der Silvretta bis zu den Tauern sind Orkanböen mit bis zu 130 km/h möglich. Auch in den prädestinierten Tälern greift der Föhn mit Sturmböen durch. In den Niederungen wird allerdings hartnäckiger Nebel zum Thema. Von Oberkärnten über die Südsteiermark bis ins Wein- und Waldviertel sowie auch im Donauraum muss man in der ersten Tageshälfte stellenweise mit trüben Bedingungen rechnen.

Am Sonntag und Montag spätsommerlich warm

Während am Samstag die Temperaturen noch zwischen 17 und 23 Grad liegen, steigen diese dann ab Sonntag markant an. Vom Rheintal über das Tiroler Unterland bis nach Salzburg werden lokal bis zu 27 Grad erreicht, selbst im östlichen Flachland könnte es stellenweise für einen Sommertag reichen. Am Montag geht allerdings im Westen das Spätsommerwetter wieder zu Ende. Denn eine markante Kaltfront beendet hier den Föhn und sorgt für einen Temperatursturz von mehr als 10 Grad, dazu setzt im Tagesverlauf kräftiger Regen ein. Auch die Schneefallgrenze wird langsam wieder relevant und bis zum Abend sinkt diese in Vorarlberg bis auf 1500 m ab. Spätsommerlich warm bleibt es allerdings noch vom Südburgenland bis ins Weinviertel, Höchstwerte von bis zu 27 Grad sind am Montag noch möglich. Am Abend beendet die Kaltfront mit stürmischem Westwind aber auch hier den Altweibersommer.

Höchstwerte am Sonntag, den 03. Oktober 2021 © Ubimet

September 2021: Zu warm, trocken und sonnig

Deutlich zu warm

Österreichweit betrachtet schließt der September fast 2 Grad zu warm ab, vergleicht man ihn mit dem langjährigen Klimamittel von 1981-2010. Selbst mit dem neuen, schon wärmeren Klimamittel von 1991-2020 fällt der Vergleich eindeutig zu Gunsten des heurigen Septembers aus, noch immer gut +1,5 Grad beträgt hier die Anomalie. Zu kalte Orte sucht man auf der Österreichkarte im September vergeblich, die geringsten Abweichungen sind mit +1 bis +1,5 Grad im Osten und Südosten zu finden. Auf der anderen Seite der Extrema liegen die Regionen von Vorarlberg bis Kärnten und Oberösterreich, wo beachtliche Abweichungen von rund +2,5 Grad registriert wurden. Der relativ gesehen wärmste Ort des Landes war Steinach am Brenner, im Wipptal geht der Monat sogar rund 3 Grad zu warm zu Ende.

Deutlich zu warm – der September 2021.

Viele Sommertage

Der eher sommerliche als herbstliche Charakter des Monats lässt sich auch anhand der Anzahl der Sommertage eindrucksvoll belegen. 15 Mal schafften es die Temperaturen zum Beispiel in Kleinzicken und Güssing über die magische 25-Grad-Marke und somit nur unwesentlich seltener als im Sommermonat August. Im Normalfall treten in den Niederungen rund 4-6 Sommertage in einem September auf. Selbst einen Hitzetag gab es zur Monatsmitte, die 30-Grad-Marke wurde am 15. September im Südosten geknackt. 30,4 Grad beträgt der österreichweite Höchstwert aus Bad Radkersburg.

Anzahl der Sommertage.

Wenig Regen

Passend zum häufig vorherrschenden Hochdruckeinfluss fällt auch die Niederschlagsbilanz eindeutig negativ aus, rund -50 Prozent Regen fehlen in den heimischen Messkübeln am Ende des Monats. Lokal zeigen sich hier aber doch deutliche Unterschiede, so schließen Innsbruck (+3%) und Mönichkirchen (+11%) als die beiden einzigen Stationen im Land leicht zu nass ab. Alle anderen Wetterstationen haben ein mehr oder weniger dickes Minus in der Bilanz stehen. Besonders markant war die Trockenheit nach den regenreichen Sommermonaten in Oberösterreich, im Burgenland sowie in Teilen Niederösterreichs und der Steiermark. Exemplarisch seien hier Kollerschlag (-90%), Kleinzicken (-78%), Puchberg/Schneeberg (-75%) und Deutschlandsberg (-76%) genannt.

Deutlich zu trocken – der September 2021.

Sonne macht Überstunden

Österreichweit wurden rund ein Drittel mehr Sonnenstunden gemessen als im langjährigen Mittel, in Zell am See beträgt die Abweichung sogar mehr als 60 Prozent. In einem durchschnittlichen September scheint die Sonne hier 146 Stunden lang, heuer waren es 225 Sonnenstunden! Zu trübe Regionen gibt es nicht, im ganzen Land machte die Sonne im zurückliegenden Monat Überstunden.

Deutlich zu sonnig – der September 2021.

Extremwerte September 2021 (Bundesland, Tag des Auftretens) Stand: Heute, 29.09.2021, 11 Uhr

Höchste Temperaturen

  • 30,4 Grad Bad Radkersburg (ST, 15.)
  • 30,3 Grad Andau (NÖ, 15.)
  • 30,0 Grad Leibnitz-Wagna (ST, 15.)

Tiefste Temperaturen Hochtäler

  • -1,2 Grad Galtür (T, 23.)
  • -0,5 Grad Mariapfarr (T, 23.)
  • -0,4 Grad Lech/Arlberg (V, 23.)

Tiefste Temperaturen unter 1000 m Seehöhe

  • -0,1 Grad Zeltweg (ST, 23.)
  • +0,2 Grad Weitensfeld (K, 23.), Neumarkt (ST, 23.)
  • +1,0 Grad Rottenmann (ST, 23.)

Anzahl Sommertage (Höchstwert mind. 25 Grad)

  • 15 Kleinzicken, Güssing (alle B)
  • 14 Mistelbach (NÖ), Lutzmannsburg (B)
  • 13 Leoben (ST), Hopfgarten im Brixental (T), Wien Donaufeld (W), Hohenau, Tullnerfeld (alle NÖ), Ferlach (K), Andau (B)

Anzahl Hitzetage (Höchstwert mind. 30 Grad)

  • 1 Leibnitz-Wagna, Bad Radkersburg (alle ST), Andau (NÖ)

Anzahl Frosttage (Tiefstwert unter 0 Grad)

  • 1 Lech/Arlberg (V), Galtür, St. Jakob/Defereggen (alle T), Zeltweg (ST), Mariapfarr, St. Michael/Lungau (alle S)

Nasseste bewohnte Orte

  • 132 Liter pro Quadratmeter Westendorf (T)
  • 129 Liter pro Quadratmeter Hochfilzen (T)
  • 115 Liter pro Quadratmeter Kirchdorf in Tirol (T)

Trockenste Orte

  • 8 Liter pro Quadratmeter Limberg (NÖ), Freistadt (OÖ)
  • 9 Liter pro Quadratmeter Kollerschlag, Summerau (OÖ), Zwettl (NÖ)
  • 10 Liter pro Quadratmeter Bad Zell (OÖ), Langenlois (NÖ)

Absolut sonnigste Orte

  • 247 Sonnenstunden Klagenfurt (K)
  • 244 Sonnenstunden Villach (K), Westendorf (T)
  • 243 Sonnenstunden Leibnitz-Wagna (ST)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 74 km/h Wien-Innere Stadt (W, 24.)
  • 71 km/h Reichenau/Rax (NÖ, 01.)
  • 68 km/h Lilienfeld/Tarschberg, Wiener Neustadt, Puchberg/Schneeberg (NÖ, 24.)

Stärkste Windspitzen Berge

  • 93 km/h Buchberg (NÖ, 24.)
  • 90 km/h Feuerkogel (OÖ, 24.), Rax (NÖ, 24.)
  • 89 km/h Sonnblick (S, 22.), Dachstein (OÖ, 22.)

Tief YOGI bringt Sturm

Auf den Wetterkarten ist das Tief YOGI derzeit noch nicht zu sehen. Günstige Bedingungen über den Britischen Inseln führen im Verlauf der Mittwochnacht aber zur Bildung des Tiefs. Im Verlauf des Tages zieht es dann über die Nordsee in Richtung Dänemark und verstärkt sich auf den Weg weiter.

Höhenwetterkarte von Mittwochmittag ©Ubimet/DWD

Von der niederländischen Küste bis nach Sylt kommt somit am späten Mittwochnachmittag kräftiger Südwestwind auf, der sich in der Nacht noch weiter verstärkt und dann muss mit Sturmstärke gerechnet werden. An den Küsten sind Böen bis 100 km/h oder mehr möglich. Deutlich schwächer fällt der Sturm allerdings im Landesinneren aus, aber auch hier muss besonders vom Emsland bis nach Hamburg mit Böen von 60 bis 80 km/h gerechnet werden. Bis etwa Donnerstagmittag macht sich der kräftige Wind dann bemerkbar, wird am Nachmittag aber wieder schwächer.

Prognose der maximalen Windböen von Mittwochnacht bis Donnerstagmittag ©Ubimet/DWD

Auch einzelne Gewitter zeichnen sich mit Durchzug der Kaltfront von Tief YOGI am Mittwoch ab. Besonders von NRW bis Niedersachsen sind diese nicht auszuschließen. Vorrangig bringen die Gewitter Starkregen sowie lokale stürmische Böen.

WALDI bringt Regen im ganzen Land

 

Webcambild aus Wien @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien

 

Wie man der nachfolgenden Analyse über die Niederschlagssumme der vergangenen 24 Stunden bis Montag, 10 Uhr entnehmen kann, hat es nahezu im ganzen Land geregnet. Besonders vom Außerfern bis zum Oberösterreichischen Seengebiet sind auch markante Mengen von durchschnittlich 25 l/m² zusammengekommen. Im Achtental nördlich des Achensees hat es mit Unterstützung eines Gewitters gemäß der Analyse gar an die 70 l/m² gegeben. Nur wenige Kilometer nördlich der Landesgrenze hat die deutsche Station Kreuth-Glashütte beachtliche 75 l/m² registriert, wobei am gestrigen Sonntag mit einem Gewitter allein 40 l/m² innerhalb einer Stunde gemessen wurden.

 

Analyse der Niederschlagsmenge über die letzten 24 Stunden bis Montag, 10 Uhr @ UBIMET

 

Niederschlagsradar von 11:45 Uhr, Montag, 27.09.2021 @ UBIMET, ACG

 

Inzwischen ist der Regen auch in der Osthälfte angekommen, hier verweilt die so genannte Konvergenzzone bis zum Dienstag. Auf das Niederschlagsdefizit des Septembers hat dieser Regen zwar eine Auswirkung, und auch am Mittwoch wird es noch einmal landesweit nass, in Summe wird dieser Monat aber teils als deutlich zu trocken in die Annalen eingehen. Die nachfolgende Grafik berücksichtigt nur den Regen bis inklusive Sonntag, zeigt aber, dass bspw. in Teilen Oberösterreichs noch 90% auf das Soll fehlen:

 

Niederschlagsbweichung vom Klimamittel im September 2021 (laufend bis inkl. 26.09.2021) @ UBIMET

 

Titelbild @ https://stock.adobe.com

Lokal knapp 28 Grad am Wochenende

Der Alpenraum liegt derzeit zwischen Hoch KERSTIN, das sich vom Ostatlantik bis nach Südeuropa erstreckt, und Tief TIM über Nordosteuropa. Die Druckunterschiede sorgen vom östlichen Mostviertel bis ins Nordburgenland für kräftigen Westwind mit teils stürmischen Böen im Wiener Becken, der Wind lässt im Tagesverlauf aber langsam nach und wie bereits hier berichtet gerät das ganze Land allmählich unter Hochdruckeinfluss.

Gemessene Windspitzen bis Sonntag, 13 Uhr.
Gemessene Windspitzen:
  • 81 km/h Bad Vöslau (Flugplatz)
  • 74 km/h Wien – Innere Stadt
  • 69 km/h Reichenau an der Rax
  • 68 km/h Wiener Neustadt (Flugplatz)
  • 68 km/h Puchberg am Schneeberg
  • 68 km/h Wien – Unterlaa

Hoch KERSTIN

Am Samstag sorgt Hochdruckeinfluss für spätsommerliche Wetterbedingungen. In manchen Tal- und Beckenlagen der Alpen sowie in Oberösterreich halten sich in der Früh lokale Nebelfelder, diese lockern aber meist noch in den Morgenstunden auf. Spätestens ab dem Vormittag dominiert dann verbreitet der Sonnenschein, oft ist der Himmel wolkenlos. Bei meist nur schwachem Wind steigen die Temperaturen österreichweit recht einheitlich auf 22 bis 26 Grad.

Prognose der Höchstwerte am Samstag (zum Vergrößern auf das Bild klicken).

Das Wetter bietet sich somit perfekt für jegliche Aktivitäten im Freien an, sowohl für Bergtouren – die Nullgradgrenze steigt auf etwa 4.000 m Höhe – als auch für einen letzten Sprung ins kühle Nass. Die Wassertemperaturen liegen derzeit meist zwischen etwa 16 Grad in den Nordalpen und 20 Grad in Kärnten.

Am Sonntag leicht föhnig

Am Sonntag zieht über Westeuropa ein Randtief auf, damit wird es im Alpenraum allmählich leicht föhnig. In der Früh halten sich im Donauraum und im Südosten streckenweise Nebelfelder, diese lockern aber bald auf und häufig scheint die Sonne. Tagsüber dominiert von Salzburg und Unterkärnten ostwärts der Sonnenschein, im Westen ziehen dagegen hochliegende Wolken auf und über den Bergen bilden sich Quellwolken. Die Temperaturen steigen auf 20 bis 26 bzw. vom Flachgau bis ins Gesäuse lokal auch 28 Grad. Die Höchstwerte liegen damit vielerorts 6 bis 8 Grad über dem klimatologischen Mittel.

Prognose der Höchstwerte am Sonntag (zum Vergrößern auf das Bild klicken).

Am Sonntagabend lokale Gewitter

Am Sonntagnachmittag werden die Wolken im Westen dichter und im Arlberggebiet sind erste Regenschauer zu erwarten. In den Abendstunden breiten sich dann entlang der Nordalpen bis ins Salzkammergut lokale Schauer sowie Gewitter aus und in Vorarlberg fällt zeitweise Regen. Vereinzelt können die Gewitter am Alpenrand vom Kaiserwinkl bis in den Flachgau auch kräftig ausfallen. Die neue Woche beginnt dann auch in der Osthälfte unbeständig und die Temperaturen gehen leicht zurück mit Höchstwerten zwischen 18 und 24 Grad.

Titelbild  © AdobeStock

Sturmtief TIM sorgt für stürmischen Donnerstag im Nordosten

Ablauf

Bereits in der Nacht auf Donnerstag nimmt der Wind entlang der Nordseeküste zu und erreicht hier in Böen Sturmstärke. Im Laufe des Donnerstags frischt dann auch im Schleswig-Holsteinischen Binnenland und entlang der Ostseeküste der Wind stürmisch auf. Zudem ziehen im Vorfeld der Kaltfront und mir ihr von Norden her teils gewittrige Schauer auf, die besonders in Vorpommern am Nachmittag auch kräftiger ausfallen können.

Prognostizierte Böen nach den ICON-Modell © DWD/UBIMET

Am Nachmittag und am Abend erreicht der Sturm an der Ostseeküste und hier vor allem von Warnemünde bis nach Arkona seinen Höhepunkt. Dann muss im direkten Küstenumfeld vereinzelt mit Böen um 100 km/h gerechnet werden. Zum Freitag morgen lässt der Wind allmählich wieder nach und weht nur an der Ostsee noch stürmisch.

 

Titelbild: https://pixabay.com/de/photos/ostsee-sturm-wellen-strand-himmel-4851658/

Hoch KERSTIN bringt nochmals den Spätsommer

Zur Wochenmitte sorgt eine Front vor allem im Osten des Landes noch für bewölktes und anfangs nasses Wetter, während sich von Vorarlberg bis Kärnten schon Hoch KERSTIN bemerkbar macht. In der Nacht weitet sich der Einfluss des Hochs auf das ganze Land aus und der Donnerstag beginnt bereits häufig sonnig. Tagsüber dominiert verbreitet der Sonnenschein und die Temperaturen steigen auf 18 bis 24 Grad.

Am Donnerstag überwiegt der Hochdruckeinfluss, am Freitag macht sich im Nordosten aber vorübergehend Tief TIM bemerkbar. © UBIMET

Am Freitag im Osten windig

Am Rande eines Tiefs über Nordosteuropa namens TIM nehmen die Druckgegensätze am Freitag vorübergehend zu und bei vielen Wolken kommt vom Oberösterreichischen Zentralraum bis ins Nordburgenland lebhafter bzw. im Wiener Becken und im Tullnerfeld auch kräftiger Westwind mit teils stürmischen Böen auf. Von Vorarlberg über Salzburg bis ins Südburgenland dominiert dagegen der Sonnenschein. Die Höchstwerte liegen zwischen 17 Grad im östlichen Bergland und knapp 26 Grad in Oberkärnten.

Am Freitag wird es im Nordosten windig. © ECMWF

Am Wochenende spätsommerlich

Am Samstag weiter Hoch KERSTIN endgültig auf das ganze Land aus, somit scheint nach Auflösung lokaler Frühnebelfelder verbreitet die Sonne. Die Temperaturen steigen spürbar an und erreichen 20 bis 26 Grad mit den höchsten Werten etwa im Oberinntal und in den größeren Tallagen Oberkärntens. Auch der Sonntag bringt noch viele Sonnenstunden, allerdings bilden sich im westlichen Bergland tagsüber Quellwolken und im Laufe des Nachmittags uns Abend gehen von Vorarlberg bis zu den Hohen Tauern ein paar Regenschauer und einzelne Gewitter nieder. Die Temperaturen steigen auf 21 bis 27 Grad. Kommende Woche wird das Wetter dann tendenziell wieder etwas unbeständiger und die Temperaturen gehen leicht zurück.

Am Wochenende erreicht die überdurchschnittlich warme Luftmasse auch den Osten. © ECMWF

Sommerlicher September

Angesichts des oft vorherrschenden Hochdruckwetters in der ersten Monatshälfte ist es wenig überraschend, dass bereits nach zwei Dritteln des Monats das Soll an Sonnenstunden eines gesamten Septembers erreicht wurde. Der Monat war bislang auch deutlich zu warm, landesweit beträgt vor vorläufige Abweichung zum Mittel von 1991 bis 2020 etwa etwa 1 bis 1,5 Grad, wobei die größten Abweichungen von teils über 2 Grad im Westen des Landes zu finden sind. Dies spiegelt sich auch bei der Anzahl an Sommertagen wider: In einem durchschnittlichen September gibt es in den Landeshauptstädten 4 bis 6 sogenannte Sommertage mit einem Höchstwert von 25 Grad oder mehr. In diesem Jahr wird diese Zahl deutlich übertroffen, so hält Innsbruck schon jetzt bei 11 Sommertagen, 10 sind es auf der Hohen Warte in Wien, 9 in Eisenstadt und 8 in Linz sowie in Graz. Speziell Innsbruck dürfte der September sogar noch den August übertreffen.

Vorläufige Temperaturabweichung im September. © UBIMET

 

Am 22. September ist astronomischer Herbstbeginn

Bunte Wälder im Herbst - pixabay

Der astronomische Herbst beginnt auf der Nordhalbkugel in der letzten Septemberdekade stets am 22., 23. oder 24. September. Er fällt immer auf das Äquinoktium, also auf den Tag, an dem der lichte Tag und die Nacht mit je 12 Stunden exakt gleich lang sind. In diesem Jahr wechselt die Sonne auf die südliche Seite des Himmelsäquators am 22. September um 15:30 Uhr. Auf der Südhalbkugel ist es übrigens andersrum, hier verabschiedet sich mit der gleichbedeutenden Tagundnachtgleiche der Winter und der Frühling kehrt ein.

Lange Nächte

Ende September und Anfang Oktober stellt sich oftmals ruhiges und stabiles Hochdruckwetter ein. Der Altweibersommer ist im deutschen Sprachraum eine sogenannte meteorologische Singularität, also eine regelmäßig wiederkehrende Wettererscheinung. Der Übergang in den Goldenen Oktober findet bei entsprechender Wetterlage fließend statt. Die Tageslänge nimmt in dieser Jahreszeit besonders schnell ab, so verlieren wir derzeit etwa 3 bis 4 Minuten Licht pro Tag.

Die Tage werden langsam wieder länger
Die Änderung der Tageslänge im Jahresverlauf.

Astronomische vs. meteorologische Jahreszeiten

Für uns Meteorologen ist der Herbst schon rund drei Wochen alt, er begann am 1. September. Warum es neben den astronomischen Jahreszeiten auch die sogenannten meteorologischen gibt, hat einen einfachen Grund. Meteorologische Statistiken über die Jahreszeiten lassen sich nur schwer erstellen, wenn der Beginn ebendieser mitten in einem Monat liegt und dann auch noch von Jahr zu Jahr schwankt. Deshalb wurde noch in Zeiten ohne Computer die Entscheidung getroffen, die meteorologischen Jahreszeiten immer an den Monatsersten beginnen zu lassen.

Quelle Titelbild: pixabay

Der Altweibersommer

Herbstsonne

Wissenschaftlich gesehen versteht man unter dem Altweibersommer eine sogenannte meteorologische Singularität. Also einen Witterungsabschnitt mit beständigem Hochdruckwetter im Frühherbst, der nahezu jedes Jahr eintritt. Der Altweibersommer findet meist in der zweiten Septemberhälfte oder im Oktober statt.

20 Grad und kühle Nächte

In dieser Zeit steigen die Temperaturen an den Nachmittagen regelmäßig über 20 Grad. Die Nächte sind oft aber schon empfindlich kühl, manchmal sogar frostig und immer häufiger breiten sich in den Tälern und Becken Frühnebelfelder aus. Auf den Bergen gibt es dafür oft den ganzen Tag strahlend blauen Himmel und perfekte Fernsicht. Besonders im Oktober sind die Temperaturen an manchen Tagen im Mittelgebirge sogar höher als im Tal.

Glänzende Spinnfäden

Die Herkunft des Wortes ist nicht sicher, man vermutet aber, dass der Altweibersommer seinen Namen den Spinnen zu verdanken hat, welche im Herbst durch die Luft segeln: Die Fäden von jungen Baldachinspinnen glänzen im Sonnenschein und erinnern dabei an das graue Haar alter Frauen. Häufig läuft man unbeabsichtigt in solche Fäden hinein. Mit „weiben“ bezeichnete man im Althochdeutschen übrigens das Knüpfen von Spinnweben. Wenn sich im Oktober das Laub langsam verfärbt, ist dann häufig auch vom goldenen Oktober die Rede (in Nordamerika „Indian Summer„).

Spinnenflug

Das Fliegen stellt für Baldachinspinnen eine erfolgreiche Strategie zur Verbreitung dar. Dafür produzieren sie einen Flugfaden, welcher ab einer bestimmten Länge vom Wind erfasst wird und die Spinne zum Abheben bringt. Dieser Vorgang wird „Luftschiffen“ oder „Spinnenflug“ genannt. Beim Transport durch die Luft können Baldachinspinnen Höhen von mehreren Tausend Metern erreichen und bis zu mehrere Hundert Kilometer weit fliegen. Viele Spinnen überleben ihre Reisen allerdings nicht: Die meisten landen auf dem Wasser, in ungeeigneten Lebensräumen oder werden von Vögeln gefressen.


Titelbild © Adobe Stock

Mehrere Tornados in Norditalien

Ein Höhentief ist am Sonntag von der Mitte Frankreichs in Richtung Adria gezogen und im Zusammenspiel mit der Entwicklung eines Italientiefs sind seit Sonntagmorgen kräftige Gewitter in Norditalien unterwegs. Während am Alpenrand im Norden der Lombardei vor allem ergiebige Regenmengen von teils über 100 Liter pro Quadratmeter verzeichnet wurden, kam es im Laufe des Nachmittags in der Po-Ebene zu mehreren Tornadomeldungen. Einige dieser Meldungen stammen von einem einzigen Superzellengewitter, welches quer über die südliche Lombardei hinweggezogen ist. Ein weiterer Tornados wurde bei dem Gewitter nördlich von Modena bestätigt.

Die Blitzspuren der tornadischen Superzellengewitter in der Lombardei und Emilia-Romagna. © UBIMET

Am Sonntagabend verlagert sich der Schwerpunkt zur nördlichen Adria, somit sind vor allem zwischen Venedig und Triest sowie an der Kroatischen Adriaküste weitere kräftige Gewitter zu erwarten.
Es folgen nun ein paar Bilder und Videos der heutigen Tornados in Norditalien, hier ein Video aus Castiglione delle Stiviere, knapp südlich des Gardasees:

Superzellengewitter

Starke Tornados entstehen im Zusammenhang mit sog. Superzellengewittern. Es handelt sich dabei um meist langlebige, kräftige und alleinstehende Gewitter, welche einen beständigen rotierenden Aufwind aufweisen (Mesozyklone). Superzellen entstehen bei ausgeprägter Windscherung, die dafür sorgt, dass der Aufwindbereich eines Gewitters – wo es zur Tornadoentwicklung kommen kann – räumlich getrennt von dessen Abwindbereich liegt, wo der Niederschlag fällt. Erst vor gut einer Woche kam es auf der Insel Pantelleria zu einem starken Tornado. Im folgenden Zeitraffer sieht man eindrucksvoll die Mesozyklone des Gewitters südlich des Gardasees, welches zum Tornado auf dem ersten Video geführt hat.

Südlich von Brescia (Lombardei):


Bei Roncaro, nordöstlich von Pavia (Lombardei):

Bei Corte Palasio, nahe Lodi, südöstlich von Mailand:

Bei Flugplatz Carpi, nahe Fossoli, nördlich von Modena (Emilia-Romagna):



Am Sonntag im Westen Regen und im Hochgebirge etwas Schnee

Wetterhahn

Österreich liegt derzeit am Rande des abziehenden Tiefs ROLAND, dessen Kern mittlerweile über Polen bzw. Weißrussland liegt. Während sich dabei im Westen und Süden ein Zwischenhoch mit Kern über Benelux bzw. Westdeutschland bemerkbar macht, gestaltet sich das Wetter im Osten leicht unbeständig mit ein paar Regenschauern.

Tief SVEN zieht auf

Am Sonntag zieht von der Mitte Frankreichs ein kleinräumiges Höhentief südlich der Alpen vorbei, welches in Norditalien für die Entstehung eines weiteren Tiefs namens SVEN sorgt. Dieses führt aus Südwesten zunehmend feuchte Luftmassen ins Land, nur im Norden und Nordosten hält das Zwischenhoch über Deutschland dagegen an.

Die feuchte Luft (grün) erreicht weder am Sonntag noch am Montag den Nordosten des Landes. © ECMWF

Anfangs bleibt es zwar noch trocken, gegen Mittag setzt von Vorarlberg bis zum Brenner aber kräftiger schauerartiger Regen ein. Dieser breitet sich im Laufe des Nachmittags über Tirol und die Tauernregion sowie nach Obekärnten aus, vereinzelt sind Gewitter dabei. Sonst bleibt es meist trocken, im Süden und Osten halten sich aber hochnebelartige Wolken. In Oberösterreich und in den zentralen Nordalpen dominiert dagegen der Sonnenschein. Die Höchstwerte liegen zwischen 14 und 22 Grad, am kühlsten bleibt es dabei in Vorarlberg.

24-Niederschlagsprognose von Sonntagmorgen bis Montagmorgen von UCM. © UBIMET

Etwas Schnee im Gebirge

Die Schneefallgrenze sinkt am Sonntagabend und -nacht im westlichen Bergland vorübergehend auf 2500 bis 2000 m ab, damit ist in den Hochlagen von der Silvretta bis zu den Hohen Tauern etwas Neuschnee in Sicht. Für die Jahreszeit ist das nicht ungewöhnlich, zudem bleiben die Mengen gering. Nennenswerte Schneemengen teils über 30 cm sind auf den Bergen der Zentralschweiz bzw. im Wallis in Sicht, zudem kann es hier kurzzeitig sogar unter 2.000 m nasse Schneeflocken geben.

24-Neuschneeprognose bis Montagmorgen. © UBIMET

Zu Wochenbeginn kühl

Die neue Woche startet dann dicht bewölkt und im Südosten sowie stellenweise auch in den Alpen fällt anfangs Regen. Im Tagesverlauf lässt der Regen nach, im Bergland von Vorarlberg bis Oberkärnten gehen hingegen weitere Schauer nieder. Von Beginn an trocken bleibt es im Donauraum sowie nördlich davon, zudem kommt hier zeitweise auch die Sonne zum Vorschein. Die Temperaturen kommen nicht über 12 bis 18 Grad hinaus. Ab Dienstag lässt der Tiefdruckeinfluss weiter nach, die Temperaturen steigen vorerst aber nur geringfügig an.

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Fit durch den Herbst: 7 Tipps für dein Immunsystem

Gerade in der Übergangsjahreszeit machen es einem die häufigen Wetterwechsel schwer, zur richtigen Garderobe zu greifen. Die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht erschweren die Wahl der richtigen Kleidung noch weiter. Wer sich also nicht nach dem Zwiebelschalenprinzip kleidet, damit er tagsüber ein paar Schichten ablegen kann, bekommt zunehmend ein Problem. Die Sonne hat nämlich noch genug Kraft und ihr kommt leicht ins Schwitzen. Wer allerdings zu viele Kleidungsstücke ablegt, wird rasch vom kühlen Wind überrascht und die Erkältungsgefahr steigt.

Nasskalte Witterung besonders gefährlich

Die Gefahr den Körper zu unterkühlen und damit das Immunsystem zu schwächen, ist besonders bei nasskalter, windiger Witterung hoch.

  • Bei tiefen Temperaturen neigt der Körper dazu auszukühlen
  • Wird Kleidung oder die Haut nass, verdunstet das Wasser. Dabei entzieht es der Haut Wärme und kühlt diese zusätzlich

Ansteckungsgefahr

Gerade in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen kann die Virenlast sehr hoch werden, das weiß man nicht erst seit Corona. Besonders viele Viren lauern auch auf Türschnallen oder Liftknöpfen. Ist das Immunsystem bereits geschwächt, kommt es zum Ausbruch von Erkältungen bis hin zu grippalen Infekten oder gar der Grippe. Um dem vorzubeugen, ist regelmäßiges Händewaschen erforderlich.

Was schwächt unser Immunsystem?

  • Kälte: Kühlt der Körper aus, ist er empfindlicher gegenüber Viren. Bitte also immer genug anziehen!
  • Schlafmangel: Schlafen sie weniger als sieben Stunden pro Nacht, ist ihr Risiko zu erkranken um das Dreifache erhöht.
  • Stress: Stress greift die Abwehrkräfte an. Das Einlegen von Pausen hilft, auch so manches gelassener hinzunehmen.
  • Bewegungsmangel: Zu wenig Freizeit an der Natur schwächt uns. Mindestens eine halbe Stunde pro Tag sollten wir an der frischen Luft verbringen und/oder joggen oder schwimmen.
  • Falsche Ernährung: Nicht nur das falsche Essen, auch zu wenig Essen schwächt unsere Abwehrkräfte. Um einem Vitaminmangel vorzubeugen, empfehlen sich einige Portionen Obst und Gemüse pro Tag. Aber auch Vollkornprodukte, Eiweiß und gesunde Fette sollen täglich auf dem Speiseplan stehen.

Stärkung des Immunsystems

Kurz zusammengefasst sollte man auf Folgendes achten:

  1. Vitaminreiche Nahrun
  2. Sport (einmal pro Tag außer Atem kommen wirkt Wunder)
  3. Frischluft (Spaziergänge im Wald helfen)
  4. Psychisches Wohlbefinden (kein Stress!)
  5. Ausreichend Schlaf (mindestens sieben Stunden)
  6. Menschenansammlungen meiden (Infektionsgefahr!)
  7. Bei ersten Anzeichen einer Erkältung auf Sport verzichten

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Herbst: Unwettersaison am Mittelmeer

Blitz am Meer

Die Gewittersaison in Mitteleuropa geht durchschnittlich von Mai bis August. In dieser Jahreszeit ist die Luft aufgrund des höheren Wasserdampfgehalts energiereicher und der hohe Sonnestand sorgt tagsüber eine Erwärmung der Böden und damit auch der untersten Luftschichten, was eine Labilisierung zur Folge hat. Im Spätsommer und Herbst verlagert sich der Schwerpunkt der Gewittertätigkeit immer weiter südwärts.

Blitzdichte von 2008 bis 2012 im Juli und Oktober. © G. Anderson and D. Klugmann / MetOffice

Zunehmender Tiefdruckeinfluss

Im Sommer liegt Südeuropa häufig unter dem Einfluss der subtropischen Hochdruckgebiete, welche sich von den Azoren und Nordafrika nordwärts ausbreiten. Dies sorgt für trockenes und heißes Sommerwetter. Im Herbst verlagert sich der Jetstream im Mittel langsam südwärts und die Ausläufer des subtropischen Hochdruckgürtels werden nach Nordafrika abgedrängt. Die Tiefdrucktätigkeit nimmt also zu, weshalb der Herbst und in manchen Regionen auch der Winter im Mittelmeer auch die nasseste Zeit des Jahres darstellen.

In Barcelona ist der Oktober bzw. in Dubrovnik der November der nasseste Monat des Jahres.

Labile Schichtung der Luft

Der zunehmende Tiefdruckeinfluss führt im Zusammenspiel mit den milden Wassertemperaturen zu einer labilen Schichtung der Luft. Im folgenden Bild sieht man die mittlere, potentiell verfügbare Energie für Konvektion bzw. vertikale Luftmassenbewegung (CAPE), welche ein wichtiges Maß für Gewitter darstellt: Während im Sommer das Mittelmeer eher stabilisierend wirkt (das Wasser ist kühler als die Luft) und CAPE vor allem im Landesinneren wie etwa in Norditalien und Südosteuropa vorhanden ist, verlagert sich der Schwerpunkt im Herbst ins Mittelmeer und die angrenzenden Küstenregionen (das Wasser ist bei Kaltvorstoßen wärmer als die Luft).

Im Herbst ist die Luftschichtung im Mittelmeer labil.
Mittlere, potentiell verfügbare Energie für Konvektion im Juni und September. © Tilev-Tanriöver

Unwettersaison

Der Spätsommer und Frühherbst stellen vor allem im nördlichen Mittelmeer die gewitteranfälligste Zeit des Jahres dar. Im Laufe des Herbsts verschiebt sich der Schwerpunkt tendenziell in den zentralen Mittelmeerraum bzw. im Winter schließlich in den äußersten Süden und Osten. Dies spiegelt sich auch in den Ergebnissen einer Studie des ESWD wider, welche die Monate mit den meisten Tagen mit Tornados zeigt: In Mitteleuropa ist dies im Hochsommer der Fall, in Südeuropa dagegen im Herbst.

Im Mittelmeer gibt es im Herbst die meisten Tagen mit Tornados
Der Monat des Jahres mit den im Mittel meisten Tagen mit Tornados. © ESWD

Warmes Mittelmeer

Die Wassertemperaturen im Mittelmeer nehmen im Zuge des Klimawandels langsam zu, so gab es auch im Jahr 2021 nahezu durchgehend überdurchschnittliche Wassertemperaturen.

Mittlere Wassertemperatur pro Jahr im Vergleich zum Mittel (lila = 2021). © CEAM

Im langjährigen Trend seit 1982 kann man eine klare Zunahme der mittleren Wassertemperaturen beobachten, was für die angrenzenden Länder eine zunehmende Gefahr darstellt. Die Unwettersaison wird nämlich tendenziell länger und intensiver, denn je wärmer das Wasser im Herbst ist, desto mehr Energie steht für Unwetter zur Verfügung. Besonders bei auflandigem Wind unter Tiefdruckeinfluss besteht dann die Gefahr von Sturzfluten und Hochwasser. Mehr zum Thema Extremwetter und Klimawandel gibt es hier.

Entwicklung der Wassertemperatur im Mittelmeer im Vergleich zum Mittel 1982-2011. © CEAM

Italien besonders exponiert

Italien ist für Starkregen besonders anfällig, da es einerseits am Rande einer der wichtigsten Geburtsstätten für Tiefdruckgebiete im Golf von Genua liegt, und andererseits die Luft dank des umliegenden Mittelmeers oft viel Wasserdampf enthält. Erst am Donnerstag sorgten kräftige Gewitter am Flughafen Milano-Malpensa für kleinräumige Überflutungen.

Weiters gibt es aufgrund der geographischen Form des Landes immer Gebiete mit auflandigem Wind, unabhängig von der exakten Lage der Tiefs, dabei sorgen die Alpen und Apenninen stets für Staueffekte beim Niederschlag. Die Kombination aus Starkregen und Gebirge führt jährlich zu lokalen Sturzfluten. Neben Italien sind aber auch die Küstenregionen Südostspaniens inkl. Mallorca (wie etwa im Oktober 2018), Südfrankreichs sowie generell von Südosteuropa immer wieder betroffen.

Am Samstagmorgen gab es gebietsweise kräftige Gewitter. Satellitenbild- und Blitze um 8:30 Uhr.

Titelbild © Adobe Stock

Tropennacht im September: neue Rekorde

Wien

Wenn die Temperatur in der Sommerzeit zwischen 20 Uhr am Abend und 8 Uhr in der Früh nicht unter 20 Grad absinkt, sprechen Meteorologen von einer Tropennacht. Ende des vergangenen Jahrhunderts waren Tropennächte äußerst selten, beispielsweise gab es an der Hohen Warte in Wien im 10-jährigen Mittel von 1971 bis 1980 im Mittel eine Tropennacht pro Jahr. Im 10-jährigen Mittel von 2011 bis 2020 waren es bereits durchschnittlich 9, wobei der Rekord aus dem Jahre 2015 sogar bei 23 liegt.

Tropennächte in Wien.

Aufgrund der Wärmeinsel Wiens gibt es die meisten Tropennächte in der Inneren Stadt, in den Jahren 2018 und 2019 wurden sogar mehr als 40 verzeichnet. Deutlich weniger Tropennächte gibt es dagegen in den Tälern des Wienerwalds, wo dank der nächtlichen Ausstrahlung effektiv Kaltluft produziert wird, sowie in den weniger dicht besiedelten Beckenlagen im Südosten. Wurden im Sommer 2021 etwa in der Inneren Stadt 24 Tropennächte verzeichnet, waren es in Mariabrunn nur 3.

Analyse der nächtlichen Kaltluft in Wien in windstillen, klaren Sommernächten. © www.wien.gv.at

Hochsommerliche Septembernacht

Österreich gerät derzeit zunehmend unter den Einfluss von Tief ROLAND mit Kern über Dänemark. Mit einer westlichen bis südwestlichen Strömung sind in den vergangenen Tagen feuchtwarme Luftmassen subtropischen Ursprungs nach Österreich gelangt und am Mittwoch wurde im Seewinkel und in der Südoststeiermark lokal nochmals die 30-Grad-Marke geknackt.

Bodenwetterkarte am Mittwoch, 2 Uhr. © DWD/FU Berlin

In der Nacht auf Donnerstag haben mehrere Faktoren zusammengespielt, um die nächtliche Abkühlung deutlich abzubremsen:

    • feuchtwarme, „sommerliche“ Luftmasse
    • viele Wolken
    • mäßig auffrischender Westwind

Ungeachtet der bevorstehenden Tag-und-Nacht-Gleiche wurde somit nochmals an mehreren Stationen eine Tropennacht verzeichnet. Anbei die höchsten Tiefstwerte:

  • 21,5 Grad Wien – Innere Stadt
  • 21,1 Grad Wien – Botanischer Garten
  • 20,8 Grad Eisenstadt
  • 20,8 Grad Wien – Donaufeld
  • 20,7 Grad Neudorf / Landsee
  • 20,4 Grad Wien – Unterlaa
  • 20,2 Grad Gumpoldskirchen
  • 20,1 Grad Wien – Hohe Warte
  • 20,0 Grad Brunn am Gebirge

An nahezu allen dieser Stationen handelt es sich um die späteste Tropennacht seit Messbeginn, etwa an der Hohen Warte seit 1872 oder in Eisenstadt seit 1936! Nur in der Inneren Stadt wurde der Rekord aus dem Vorjahr um einen Tag nicht egalisiert, so sank die Temperatur am 17.9.2020 nicht unter 20,7 Grad ab. Im Gegensatz zu heuer wurde vor einem Jahr aber an keiner anderen Stationen eine Tropennacht verzeichnet.

Höchste Tiefstwerte pro Bundesland.

Titelbild © AdobeStock

Tief ROLAND bringt am Donnerstag teils kräftige Gewitter

Gewitter im Großraum Wiener Neustadt - Storm Science Austria

Ablauf am Donnerstag

Bereits in der Früh gehen entlang der Nordalpen, sowie im Osten Schauer nieder. Dagegen scheint besonders von Osttirol bis ins Südburgenland zunächst noch häufig die Sonne. Hier erreichen die Temperaturen nochmals sommerliche 24 bis 28 Grad, während es im Westen bei dichten Wolken nur um die 20 Grad warm wird.

Die erwarteten Höchsttemperaturen am Donnerstag den 16.9.2021 © UBIMET

Ab dem Mittag bilden sich schließlich von den Tauern ostwärts Schauer und Gewitter. Die kräftigsten Entwicklungen sind dabei von der Obersteiermark bis in den Südosten des Landes zu erwarten. Zudem kommen am Abend mit der Kaltfront vom Bodensee bis ins Flachgau noch einzelne Gewitter auf. Dabei sind in Summe bis Freitagfrüh besonders in den zentralen Landesteilen um oder über 30 L/m² möglich.

Niederschlagssumme am Donnerstag, den 16.9.2021 © UBIMET

Wetterumstellung

Am Freitag zieht die Front schließlich nach Südosten ab und das Wetter beruhigt sich landesweit unter Zwischenhocheinfluss allmählich. Jedoch ist die  Wetterumstellung sicher, denn über Skandinavien nistet sich in der Folge ein Hoch ein. Im Zusammenspiel mit Tief ROLAND, mit Zentrum nun über Belarus wird spürbar kühlere Luft von Lappland über die Ostsee nach Mitteleuropa geführt.

Auf freundlichen Samstag folgt nass-kalter Sonntag

Während der Samstag unter Zwischenhocheinfluss noch einen freundlichen Wettercharakter bietet, wird der Sonntag im Großteil des Landes verregnet verlaufen. Grund hierfür ist ein Tief welches von Frankreich über Norditalien zum Balkan zieht. Dieses schickt dichte Wolken und Regen zu uns. Dazu liegen die Höchstwerte nur mehr bei 13 bis 18 Grad. Auch die Schneefallgrenze wird wieder ein Thema, so ist im westlichen Bergland bereits ab 2000 m mit Schneeflocken zu rechnen. Auch in der neuen Woche liegen die Höchstwerte dann meist unter 20 Grad.

 

Titelbild: Storm Science Austria

Am Mittwoch wieder Starkregen und Gewitter

Im Vorfeld einer Tiefdruckzone über dem Nordwesten Europas strömen warme und feuchte Luftmassen nach Mitteleuropa.

Bodendruck- und Frontenkarte für Mittwoch, den 14. September 20021. (DWD)

Die Kaltfront des Tiefs ROLAND überquert Deutschland am Mittwoch und Donnerstag von Nordwest nach Südost und dabei steigt in der energiereichen Luft die Schauer- und Gewitterneigung im ganzen Land an.

Im Vorfeld einer Kaltfront gelangt sehr energiereiche Luft aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland (Klick auf die Karte startet die Animation). (ECMWF, UBIMET)

Bereits am Vormittag muss im Westen und Nordwesten mit kräftigem Regen gerechnet werden. Von Rheinland-Pfalz und Nord-Hessen bis nach Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ist am Mittwoch lokal Starkregen zwischen 20 und 40 Liter in wenigen Stunden möglich.

Niederschlagsanimation für Mittwoch, 14.09.2021 (auf das Bild klicken). RACE-Modell (UBIMET)

Ab Mittwochnachmittag ist dann auch im Süden und Südosten mit einzelnen Gewittern zu rechnen. Insbesondere in Alpennähe ist das Unwetterpotential am größten, hier sind auch kräftige Gewitterzellen mit Starkregen möglich.

Am Donnerstag verlagert sich die Schauer- und Gewittertätigkeit dann in den Süden und Südosten, hinter der Kaltfront beruhigt sich das Wetter im Großteil des Landes wieder.

Titelbild: pixabay.com

Septembersommer: Am Mittwoch bis zu 30 Grad

Sonnenbrille gegen die Sonne - AdobeStock

Ungewöhnlicher Auftakt

Bis dato erinnert der September ja mehr an einen Sommer- als einen Herbstmonat. Rund 1,6 Grad zu warm waren die ersten 13 Tage des Monats im landesweiten Schnitt, +2 bis +3 Grad betrugen die Abweichungen sogar von Vorarlberg bis Oberösterreich.

Bis dato fiel der September deutlich zu warm aus (zum Vergrößern Bild anklicken bzw. -tippen).

Markant bislang auch die Trockenheit in diesem Monat, rund 90% fehlen österreichweit auf eine ausgeglichene Bilanz. Viele Orte haben sogar noch keinen Tropfen Regen abbekommen:

In Punkto Regen hahezu ein Totalausfall: Der September 2021 bis jetzt (zum Vergrößern Bild anklicken bzw. -tippen).

Dazu war es bislang viel sonniger als üblich (ein Plus von 60% bei den Sonnenstunden) und es gab schon mehr Sommertage als sonst im ganzen September. In Innsbruck und Güssing beispielsweise kletterten die Temperaturen seit Monatsbeginn schon 10 Mal über die Marke von 25 Grad:

Schon 10 Sommertage an manchen Orten im September (zum Vergrößern Bild anklicken bzw. -tippen).

Roland schickt uns Hochsommer

Jetzt wird es sogar noch wärmer. Bislang stehen 28,6 Grad in Weyer an der Spitze der höchsten Temperaturen im September 2021, dieser Wert wird aller Voraussicht nach morgen geknackt. Der Grund für die hohen Temperaturen ist in der Bodenwetterkarte für Mittwoch auszumachen. Das Tief ROLAND lenkt sehr warme Luft aus Südwesteuropa nach Österreich (roter Pfeil):

Tief ROLAND lenkt sehr warme Luft nach Österreich.

Und hier nun die Höchstwerte morgen: Von Lienz und Amstetten ostwärts gibt es wieder mehr als 25 Grad, ganz im Osten dürfte der 30er fallen. Heiße Kandidaten hierfür sind der Seewinkel im Nordburgenland und der Südosten der Steiermark.

Hochsommerliche Temperaturen morgen im Osten und Südosten (zum Vergrößern Bild anklicken bzw. -tippen).

Der Septemberrekord ist jedenfalls außer Reichweite, er steht bei schweißtreibenden 36,0 Grad (Pottschach_Ternitz am 01.09.2015)

Klimawandel lässt grüßen

Der Klimawandel macht auch vor den Hitzetagen im September nicht Halt. So muss man seit den 2000er Jahren etwas alle 2-3 Jahre noch mit 30 Grad oder mehr nach dem 10. September rechnen. Zuvor – also vor dem Jahr 2000 – kletterten die Temperaturen im Schnitt nur alle 5-7 Jahre so spät im Jahr über die 30-Grad-Marke.

Auch Oktoberhitze möglich

Was viele nicht wissen: 30 Grad sind sogar noch im Oktober möglich, der späteste Termin für einen Hitzetag mit 30 Grad ist mittlerweile auch schon über 50 Jahre alt. Am 4. Oktober 1966 kletterten die Temperaturen in Fußach und Schlins (beide Vorarlberg) auf 30,2 bzw. 30,1 Grad.

Starker Tornado auf der Insel Pantelleria

Am Freitag wurde die Insel Pantelleria von einem heftigen Gewitter getroffen. Im Bereich vom Campobello an der Nordküste der Insel kam es dabei wischen etwa 18:30 und 19 Uhr zu einem heftigen Tornado. Die allgemeine Wetterlage sowie die Satellitenbilder deuten auf ein ausgeprägtes Superzellengewitter hin, wobei der Tornado vermutlich durch vorlaufenden Regen versteckt bzw. schlecht sichtbar war (derzeit gibt es auch noch keine verifizierten Bilder des Tornados).

Satelliten- und Blitzlanimation der Gewitterzelle bei Pantelleria (am Südrand des Ausschnitts). Zum Vergrößern auf das Bild klicken. © EUMETSAT/UBIMET

Der Tornado hat für schwere Schäden gesorgt und mehrere Autos wurden durch die Luft geschleudert, dabei kamen zwei Menschen ums Leben und mindestens 9 wurden verletzt.

Oberhalb des Hauptaufwinds wurden Temperaturen knapp unter -70 Grad erreicht, damit reichte die Gewittwolke etwa bis zu einer Höhe von 13 bis 14 km.


In Europa sind starke Tornados relativ selten: Im Zeitraum von 2010 bis 2020 wurden vom ESSL zwei sehr starke Tornados der Stärke F4 oder F5 registriert bzw. 26 starke Tornados der Stärke F3. Der Tornado in Tschechien im Juni 2021 wurde als F4 klassifiziert, für eine Abschätzung der Windstärken beim Tornado in Pantelleria sind noch Analysen der Schäden vor Ort notwendig, erste Bilder deuten aber durchaus auf die Kategorie F3 mit Windgeschwindigkeiten über 250 km/h (schwere Schäden an strukturellen Elementen von Massivbauten, Kraftfahrzeuge umgeworfen). Tornados dieser Stärke kommen in Europa etwa 2 bis 3 mal jährlich vor. Im südlichen Mittelmeerraum stellt der Herbst meist den Höhepunkt der Unwettersaison dar.

Der schlimmste Tornado in Europa in diesem Jahr ereignete sich am 24. Juni 2021 in Südtschechien, als eine sog. „HP-Superzelle“(high precipitation supercell) für einen F4-Tornado zwischen Valtice und Hodonin sorgte, bei dem sechs Menschen ums Leben kamen und etwa 250 verletzt wurden.


In diesem Video sieht man die schlechten Sichtbedingungen während dem Durchzug des Gewitters:

Tief QUILLAN sorgte für mehr als 100.000 Blitze

Blitzreiches Wochenende

Allgemein sind die Zutaten für Gewitter eine labile Schichtung der Luft mit ausreichender Feuchtigkeit in tiefen Schichten sowie ein Auslöser wie beispielsweise eine Kaltfront. Da warme Luft mehr Feuchtigkeit enthält als kalte und damit energiereicher ist, gibt es die meisten Blitze in Deutschland im Mittel im Juni und Juli. Ab Mitte August macht sich die abnehmende Tageslänge bemerkbar, wobei bei passenden Bedingungen im gesamten Jahr kräftige Gewitter möglich sind. So auch am Freitag, als nach eine längeren stabilen und milden Phase ein Tief namens QUILLAN feuchte und labil geschichtete Luftmassen herangeführt hat.

An der Ostflanke von Tief QUILLAN gelangte am Freitag feuchtwarme Luft ins Land. © FU Berlin

Viele Blitze in Niedersachsen

Örtlich haben die Gewitter für große Regenmengen in kurzer Zeit gesorgt, zudem kam es lokal auch zu Sturmböen, wie etwa in Boizenburg mit 82 km/h, sowie kleinen Hagel. Insgesamt gab es 105.980 Entladungen, wobei etwa die Hälfte davon in Niedersachsen detektiert wurde. An zweiter Stelle folgt NRW mit 15.000 Entladungen, wobei hier bereits am Donnerstag 19.000 Entladungen gemessen wurden. In Hamburg gab es allein am Freitag mit 2.000 Entladungen sogar mehr Blitze, als im gesamten meteorologischen Sommer von Juni bis einschließlich August. Landesweit war es der blitzreichste Tag seit dem 15. August bzw. in Niedersachsen sogar des gesamten Jahres. Gewitterfrei blieb es nur im Saarland und in Thüringen.

Blitze nach Tageszeit am Freitag. © UBIMET
Niederschlagsmengen am Freitag. © UBIMET

Stärkster Blitz mit 300.000 Ampere

Der stärkste Blitz mit einer Stromstärke von 300 kA wurde am Freitag in Essen (Oldenburg) im Landkreis Cloppenburg detektiert. Einige starke Entladungen wurden aber auch in Hamburg verzeichnet, so gab es etwa bereits um 8:23 Uhr in der Früh am Rande der Hafencity eine Entladung mit 263 kA. Die blitzreichsten Landkreise waren Rotenburg (Wümme), Heidekreis und Cloppenburg.

Stärkste Blitze am Freitag. © UBIMET

Entladungen pro Bundesland

Niedersachsen

56098

Nordrhein-Westfalen

15074

Bayern

10315

Brandenburg

9031

Hessen

2987

Schleswig-Holstein

2791

Sachsen-Anhalt

2609

Hamburg

2035

Rheinland-Pfalz

1683

Mecklenburg-Vorpommern

856

Berlin

775

Sachsen

727

Baden-Württemberg

600

Bremen

399

Entladungen pro Landkreis (Top 10)

Landkreis

Entladungen

Max. Stromstärke (kA)

Rotenburg (Wümme)

7671

124

Heidekreis

6773

168

Cloppenburg

4767

300

Emsland

3943

190

Ammerland

3814

155

Diepholz

3086

146

Wesermarsch

2926

120

Steinfurt

2434

171

Osterholz

2055

187

Hamburg

2035

263

Blitzdichte am Freitag. © UBIMET

Titelbild © AdobeStock

Tief QUILLAN bringt im Westen lokale Gewitter

cumulus-wolken

Österreich liegt derzeit noch unter dem Einfluss von Hoch HERMELINDE, der Kern des Hochs liegt aber mittlerweile über der Ukraine und über den Britischen Inseln zieht das Tief QUILLAN hinweg. Damit gelangen aus Westen allmählich etwas feuchtere Luftmassen ins Land und das stabile Wetter im Westen neigt sich dem Ende zu.

Das Tief führt aus Westen feuchte Luft in den Alpenraum. © FU Berlin
Noch ist der Himmel weitgehend wolkenlos, die feuchte Luft ist aber nicht mehr fern…

Lokale Gewitter am Freitag

Bereits am Freitagnachmittag entstehen im Arlberggebiet und im Außerfern erste, lokale Schauer und Gewitter. In den Abendstunden sind diese dann in ganz Nordtirol möglich und am späten Abend kann es auch vom Pinzgau bis ins Innviertel stellenweise nass werden.

Die simulierte Radarreflektivität am Samstagnachmittag und -abend (RACE). © UBIMET

Am Wochenende im Bergland unbeständig

Der Samstag beginnt von Vorarlberg bis ins Flachgau bewölkt und zeitweise fällt hier Regen. Im Laufe des Tages nimmt die Schauer- und Gewitterneigung dann vor allem im Waldviertel sowie entlang des Alpenhauptkamms von den Ötztaler Alpen bis zu den Niederen Tauern an. Weitgehend trocken und häufig sonnig bleibt es dagegen von Unterkärnten über die Südoststeiermark bis ins östliche Flachland. An der Alpennordseite kühlt es leicht ab bei maximal 19 bis 24 Grad, im Süden und Osten bleibt es bei bis zu 27 Grad spätsommerlich warm. Am Sonntag zeichnen sich dann vor allem im südlichen und östlichen Bergland lokale Gewitter ab, während es im Westen wieder stabilisiert und die Temperaturen leicht ansteigen.

24-Niederschlagsprognose für Freitag, Samstag und Sonntag von UCM. © UBIMET

Titelbild © AdobeStock

Super-Taifun Chanthu über dem Pazifik nimmt Kurs auf Taiwan

Satellitenbild vom Westpazifik mit Super-Taifun Chanthu am Donnerstagnachmittag - RAMBB CIRA https://rammb-slider.cira.colostate.edu/?sat=himawari&sec=full_disk&x=11008&y=11008&z=0&angle=0&im=12&ts=1&st=0&et=0&speed=130&motion=loop&maps%5Bborders%5D=white&lat=0&p%5B0%5D=geocolor&opacity%5B0%5D=1&pause=0&slider=-1&hide_controls=0&mouse_draw=0&follow_feature=0&follow_hide=0&s=rammb-slider&draw_color=FFD700&draw_width=6

Super-Taifun CHANTHU befindet sich derzeit noch östlich der Philippinen im offenen westpazifischen Ozean. In dieser Region liegt die Wassertemperatur laut Satellitenmessungen bei über 30 Grad, was die Verstärkung des Wirbelsturms weiterhin fördert. CHANTHU ist aber schon jetzt mit Mittelwinden um die 200 km/h der zweitstärkste Taifun der heurigen Pazifik-Saison. Super-Taifun SURIGAE war in April mit 220 km/h in derselben Region noch eine Spur stärker, blieb aber durchgehend über dem offenen Ozean.

Super-Taifun CHANTHU nimmt hingegen in den kommenden Tagen laut neuesten Modellberechnungen eindeutig Kurs auf die Insel Taiwan und trifft dort am Samstag mit Winden zwischen 200 und 220 km/h auf Land.

Offizielle Prognose der Zugbahn und Stärke von Chanthu (Stand: Donnerstag 09.09. um 8 Uhr MESZ) - JTWC https://www.metoc.navy.mil/jtwc/jtwc.html
Offizielle Prognose der Zugbahn und Stärke von Chanthu (Stand: Donnerstag 09.09. um 8 Uhr MESZ) – JTWC https://www.metoc.navy.mil/jtwc/jtwc.html
Wahrscheinlichkeitsprognose der Zugbahn des Taifuns - ECMWF Ensemble
Wahrscheinlichkeitsprognose der Zugbahn des Taifuns – ECMWF Ensemble

Mit großer Wahrscheinlichkeit wird der Wirbelsturm im Laufe des Sonntags genau die Region der Hauptstadt Taipeh überqueren, wo rund 7 Millionen Menschen leben. Zwar schwächt sich CHANTHU bis dahin ein wenig ab, zerstörerische Windböen zwischen 150 und 200 km/h bleiben aber aus heutiger Sicht im Bereich des Möglichen. Aufgrund der relativ hohen Verlagerungsgeschwindigkeit des Systems sind die bis Montag zu erwartenden Regenmengen von bis zu 300 l/m² nichts außergewöhnliches für die Region. Dennoch könnten die Niederschlagsbänder örtlich für deutlich größere Mengen sorgen!

Regensumme (l/m²) im Westpazifik bis Sonntagabend - UBIMET, ECMWF IFS Modell
Regensumme (l/m²) im Westpazifik bis Sonntagabend – UBIMET, ECMWF IFS Modell
Maximale Windböen (km/h) im Westpazifik bis Sonntagabend - UBIMET, ECMWF IFS Modell
Maximale Windböen (km/h) im Westpazifik bis Sonntagabend – UBIMET, ECMWF IFS Modell

 

Titelbild: Satellitenbild vom Westpazifik mit Super-Taifun Chanthu am Donnerstagnachmittag – RAMBB CIRA https://rammb-slider.cira.colostate.edu

Blitzreport Sommer 2021: Weniger Blitze als üblich

Blitze im Sommer 2021 @ UBIMET

Vom 1. Juni bis zum 31. August registrierte das Blitzmesssystem von nowcast im Hochpräzisionsmessbereich über ganz Deutschland verteilt exakt 3.756.979 Blitzentladungen (Wolken- und Erdblitze), davon knapp eine Million Blitze mit einer Stromstärke von mindestens 5 kA. Dieser Wert liegt zwar über dem des blitzarmen Sommers des Vorjahres, aber dennoch deutlich unter dem Mittelwert der Jahre 2009 bis 2020. Nur rund zwei Drittel der sonst üblichen Anzahl von Blitzen mit einer Stromstärke von 5 kA und mehr wurden erfasst, das ist der drittniedrigste Wert nach 2020 und 2018. Somit wurden innerhalb der letzten vier Jahre die drei schwächsten Gewittersaisons verzeichnet. Zwar präsentierte sich der Juni noch außerordentlich blitzreich mit dem höchsten Wert seit 2013, im Juli und August lagen die detektierten Blitze jedoch deutlich unter dem Schnitt. Deutschlandweit gewitterte es im Sommer aber immerhin an 81 von 92 Tagen irgendwo im Bundesgebiet: Während es in Hamburg nur 20 Tage mit Blitzentladungen gab, waren es in Bayern derer 72.

Webcambild München @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/freimann

Spitzenreiter Bayern

Mit exakt 1.400.803 Blitzentladungen führt Bayern wie so oft das Bundesländer-Ranking deutlich an, an zweiter Stelle folgt mit 749.910 Blitzen Baden-Württemberg. Nordrhein-Westfalen komplettiert mit rund 276.241 Entladungen das Podium. Deutlich weniger Gewitter wurden im zurückliegenden Sommer dagegen im Norden und Nordosten registriert: Sachsen-Anhalt kommt beispielsweise auf lediglich 89.488 Blitze, das kleinste Bundesland Bremen gar nur auf 1.514. In Bezug auf die Blitzdichte liegt mit etwa 20,9 Blitzen pro km² hingegen Baden-Württemberg an erster Stelle, dicht gefolgt von Bayern mit 19,9, dem Saarland mit 11,9 und Rheinland-Pfalz mit etwa 10 Blitzen pro km². An den letzten Stellen liegen Hamburg mit etwa 2,4 Blitzen pro km² sowie Bremen mit etwa 4 Blitzen pro km².

Webcam Flensburg @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/flensburg

Stärkster Blitz in Rheinland-Pfalz

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in Rheinland-Pfalz im Kreis Bad Dürkheim gemessen: Spitzenreiter ist eine Entladung mit rund 350 kA in der Nacht zum 22. August in Wattenheim. In kürzester Zeit wurde dabei eine 22.000 mal höhere Stromstärke erreicht, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.

Jahrhundertregen am 14. Juli ohne Blitze

Der gewitterreichste Tag des Sommers war der 20. Juni, als etwa 316.000 Blitzentladungen erfasst wurden, davon allein 80.000 in Nordrhein-Westfalen bzw. 70.000 in Baden-Württemberg. An zweiter bzw. dritter Stelle folgen der 29. Juni mit 304.000 Entladungen und der Vortag, der 28. Juni mit 224.000. Die Gewitter haben heuer vor allem für lokalen Starkregen und Überflutungen gesorgt, so wurde etwa in Ludwigsburg (Brandenburg) am 30. Juni mit 198,7 l/m² Regen deutschlandweit die höchste Tagessumme verzeichnet. Nahezu gewitterfrei ging hingegen der ‚Jahrhundertregen‘ in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz am 14. Juli vonstatten, als verbreitet zwischen 100 und 150 l/m² an Regen fielen und katastrophale Überflutungen verursachten.

 

Die blitzreichsten Bundesländer im Sommer 2021
1. Bayern 1.400.803
2. Baden-Württemberg 749.910
3. Nordrhein-Westfalen 276.241
4. Niedersachsen 265.728
5. Rheinland-Pfalz 193.958
6. Sachsen 152.875
7. Brandenburg 135.678
8. Hessen 131.620
9. Thüringen 122.055
10. Mecklenburg-Vorp. 118.991
11. Sachsen-Anhalt 89.488
12. Schleswig-Holstein 80.855
13. Saarland 30.486
14. Berlin 4.983
15. Hamburg 1.794
16. Bremen 1.514
Deutschland Gesamt 3.756.979 (Blitzdichte: 10,5 Blitze/km²)

Blitzreichste Landkreise
1. Traunstein (Bayern) 76.134
2. Rottal-Inn (Bayern) 67.400
3. Rosenheim (Bayern) 62.495
4. Biberach (Baden-Württemberg) 59.388
5. Passau (Bayern) 56.039

Stärkste Blitze
1. Wattenheim (Bad Dürkheim) 350 kA (22. August)
2. Kelbra (Mansfeld-Südharz) 339 kA (05. Juni)
3. Markgröningen (Ludwigsburg 332 kA (08. Juni)

 

Titelbild: https://stock.adobe.com

1,4 Millionen Blitze im Sommer 2021

Vom 1. Juni bis zum 31. August registrierte das Blitzortungssystem LINET (Lightning Detection Network) von nowcast, dem Blitzspezialisten der UBIMET-Gruppe, im Hochpräzisionsmessbereich über ganz Österreich verteilt exakt 1.425.196 Blitzentladungen (Wolken- und Erdblitze inkl Folgeblitze). Das entspricht dem höchsten Wert seit dem Sommer 2017 und liegt oberhalb des 10-jährgen Mittels von 2011 bis 2020. Interessant ist dabei, dass fast die Hälfte aller Blitze des Sommers alleine im Monat Juli verzeichnet wurden.

Norden Top, Süden Flop

Mit exakt 468.179 Blitzentladungen führt Oberösterreich das Bundesländer-Ranking an, gefolgt von Niederösterreich mit 363.349 und der Steiermark mit 274.283 Entladungen. Selbst im flächenmäßig kleinste Bundesland Wien wurden 9.661 Blitze erfasst. Bei der Blitzdichte liegt an erster Stelle ebenfalls Oberösterreich mit 39 Entladungen pro Quadratmeter, gefolgt von Wien mit 23 und Niederösterreich mit 19 Blitzen pro km². Damit war es hier der blitzreichste Sommer seit 2012. Die blitzreichsten Bezirke befinden sich in Oberösterreich sowie in der Steiermark, angeführt von Braunau am Inn mit 69.182 Entladungen. Danach folgen die Bezirke Bruck-Mürzzuschlag, Liezen und Gmunden mit rund 40.000 Blitzen.

Ganz anders sieht es dagegen im Süden aus, so wurde in Kärnten gar ein neuer Negativrekord seit Beginn der modernen Blitzerfassung im Jahre 2009 aufgestellt (bei einer Blitzdichte von knapp 6 Entladungen pro Quadratmeter).

Blitzdichte pro km²
Oberösterreich 39.1
Wien 23.3
Niederösterreich 19.0
Steiermark 16.7
Salzburg 12.4
Burgenland 11.5
Vorarlberg 9.0
Tirol 7.8
Kärnten 5.6

 

Auf Gemeindeebene liegt ebenfalls Oberösterreich in Führung: Besonders die Gemeinden an der deutsch-österreichischen Grenze weisen die höchste Blitzdichte auf. An erste Stelle liegt Überackern in Braunau am Inn mit 96 Blitzen pro Quadratkilometer.

Stärkster Blitz in Amstetten

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in Niederösterreich gemessen. Spitzenreiter ist eine Entladung mit mehr als 335.600 Ampere am Morgen des 14. Juli in Amstetten in Niederösterreich. In kürzester Zeit wurde dabei mehr als 20.000 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.

Gemeinde Max. Stromstärke  [Ampere]
Amstetten (NÖ) 335.600
Mühlen (St) 330.000
Burgschleinitz-Kühnring (NÖ) 298.500
Friesach (K) 294.400
Matrei in Osttirol (T) 286.800

Durchschnittlicher Sommer

Wenn man nur Blitze ab einer Stärke ab 5000 Ampere betrachtet (orientiert an der internationalen Norm IEC 62858), wurden in diesem Sommer 459.063 Blitze gemessen. Diese Zahl liegt zwar leicht unter dem Durchschnitt, allerdings deutlich über dem Wert vom letzten Jahr mit nur 325.257 Blitzen. Auch wenn die Steiermark in diesem Sommer das Ranking der Gesamtblitze nicht anführt, gab es in diesem Bundesland aber an den meisten Tagen Gewitter. Von möglichen 92 wurde an 67 Tagen mindesten ein Blitz erfasst, in Kärnten waren es 65 Tage. Insgesamt wurde in ganz Österreich an 81 von 92 Tagen eine Blitzentladung registriert.

Gemeinde Tage mit Blitzen
Metnitz (K) 33
Wolfsberg (K) 33
Frantschach-Sankt Gertraud (K) 32
Schwanberg (St) 31
Deutschlandsberg (St) 31

Heftige Gewitter

Anfang August wurde in Reichersberg im Innviertel im Zuge eines starken Gewitters eine Orkanböe von 121 km/h registriert, generell gab es im Alpenvorland einige Gewitterlagen, wo orkanartige Böen gemessen wurden. Ebenso kam es besonders im oberösterreichischem Seengebiet gebietsweise zu sehr großem Hagel mit bis zu 8 Zentimetern. Noch länger in Erinnerung wird vielen der 24. Juni bleiben. An diesem Tag bildete sich an der tschechischen Grenze ein starker Tornado, der leider auch Todesopfer forderte. Auch das Wochenende vom 17. und 18. Juli hat besonders in Salzburg Spuren hinterlassen. In Hallein sorgte anhaltender Starkregen für eine massive Sturzflut. Die größte Regenmenge im Zuge eines Gewitters kam am Abend des 30.07 auf der Lassnitzhöhe in der Steiermark zusammen: In nur einer Stunde prasselten 67 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel.

Titelbild: Blitze über Korneuburg © Storm Science Austria

Das Wetter im September in Österreich

Herbstlicht im September

Kalendarisch beginnt der Herbst erst am 22. September, in der Meteorologie zählt man den September bereits komplett zur dritten Jahreszeit. Besonders in der ersten Hälfte des Monats sollte der Sommer aber keineswegs unterschätzt werden. Temperaturen an die 30 Grad oder sogar darüber kommen in manchen Jahren vor. Bisherige Temperaturrekorde stammen aus dem Jahr 2015:

  • 36 Grad Pottschach-Ternitz (01.09.2015)
  • 35,6 Grad Waidhofen an der Ybbs (01.09.2015)
  • 35,5 Grad Gumpoldskirchen (17.09.2015)

Nichtsdestotrotz büßt man beispielsweise in Wien im September durchschnittlich vier Minuten pro Tag an Tageslänge ein. Sind zu Beginn des Monats noch 13,5 Stunden Sonnenschein möglich, stehen am Ende nur noch 11,5 Stunden zur Verfügung. Zudem ist die Intensität der Strahlung aufgrund des geringeren Sonnenstands herabgesetzt, im September kommt hierzulande ungefähr die gleiche Globalstrahlung wie im März an.

Frühnebel

Wegen der immer länger werdenden Nächte kann die Luft bodennah stärker auskühlen als noch in den Monaten davor. Somit bilden sich im Laufe des Monats bei windschwachen Bedingungen vermehrt Nebelfelder. Liegen in höheren Schichten noch dazu deutlich wärmere Luftmassen, sind bereits Hochnebelfelder möglich. Diese können sich von Tag zu Tag länger halten.

Nebel ist typisch für den Herbst.
Nebel ist typisch für den Herbst.

Föhn

Im September schaffen es zudem die ersten kräftigeren Tiefdruckgebiete bis nach Mitteleuropa und verstärken sich auf ihrem Weg über die noch aufgeheizten Meere weiter. Damit sind insbesondere in Norddeutschland erste sogenannte Herbststürme möglich, die an ihrer Rückseite kalte Luft bis an die Alpen strömen lassen können. Im Zusammenspiel mit Italientiefs sind damit auch erste Wintereinbrüche bis in höhere Tallagen der Alpen möglich. Andererseits kommt es im Vorfeld solcher Kaltfronten wieder häufiger zu Föhn in den Alpen, daher können die Temperaturgegensätze in dieser Jahreszeit sehr groß ausfallen.

Prognose

Derzeit berechnen die langfristigen Wettermodelle besonders über der Osthälfte Europas und in Russland deutlich unterdurchschnittliche Temperaturen im September, während die prognostizierten Abweichungen von den Britischen Inseln bis nach Algerien positiv sind. Österreich wären dabei vor allem im Westen überdurchschnittliche Temperaturen zu erwarten.  Beim Niederschlag deuten die Modelle in Österreich auf eine deutlich zu trockenen Monat hin.

Neuer Hurrikan Larry wütet über dem Atlantik

Noch sind die Bilder vom Hurrikan Ida aus den Medien und den Köpfen der Menschen in den USA nicht verschwunden, schon macht sich über dem Atlantik ein weiterer Sturm auf und zieht ganze Aufmerksamkeit auf sich.

Die Position und Vorhersage vom Hurrikan Larry. Quelle: NOAA

Aktuelle Position

Am Sonntag befindet sich Larry (so sein Name) noch etwa 800 km östlich von Kleinen Antillen und 1400 km südöstlich von Bermuda entfernt mit einem Kerndruck im Auge des Hurrikans von 955 hPa. Der Sturm zieht mit einer Geschwindigkeit von etwa 20 km/h nordwestwärts in Richtung Bermuda und zieht voraussichtlich am Donnerstag östlich vorbei. Die maximalen Windgeschwindigkeiten erreichen derzeit etwa 205 km/h, in Böen sogar noch mehr. Für die nächsten Tage wird eine geringe Änderung der Stärke erwartet, obwohl Schwankungen in der Intensität möglich sind. Larry wird voraussichtlich bis Mitte dieser Woche ein schwerer Hurrikan bleiben.

Prognose

Die Vorhersage zeigt die typische Zugrichtung eines atlantischen Hurrikans, zunächst mit einer nordwestlichen Zugbahn bis etwa 25. Breitengrad, danach drehen sie typischerweise nach Nord bzw. Nordost. Noch ist Larry ein Hurrikan der Kategorie 3, er könnte sich aber zu einem Sturm der Kategorie 4 verstärken, wie manche Modellvorhersagen andeuten.

Vorhersagen der möglichen Entwicklung des Hurrikans Larry in den kommenden Tagen. Quelle: cyclocane.com

Ein Hurrikan der Kategorie 4 hat Windgeschwindigkeiten von 210 bis 250 km/h. Wenn sie über 250 km/h ansteigen sollten, würde Larry der stärkste Sturm im Atlantik in diesem Jahr werden – sogar stärker als Ida.

Luftdruckverteilung über dem Nordatlantik mit der Lage des Hurrikans Larry am Sonntag, 05.09.2021 um 12 UTC. ECMWF, UBIMET

Larry befindet sich aktuell am westlichen Rand des Azorenhochs, dessen Lage in den kommenden Tagen relativ stabil bleibt. Dabei zeiht der Sturm Anfang der Woche zunächst in Richtung Nord-Nordwest und ab Wochenmitte in Richtung Nord. Zum Ende der Woche erreicht ein Trog die Ostküste der USA und somit wird Larry auf dessen Vorderseite in einer südwestlichen Strömung nach Nordnordost ziehen und somit vom amerikanischen Kontinent fern gehalten.

Auswirkungen auf Nordamerika

Die Auswirkungen von Larry werden jedoch entlang der Ostküste der USA und im kanadischen Neufundland und Labrador mit großen Wellen und gefährlichen ablandigen Strömungen in der Tiefe spürbar. Lokal kann aufgrund der Wellen Erosion nicht ausgeschlossen werden.

Weitere Aussichten

In etwa einer Woche könnte Larry auch in Europa das Wettergeschehen gehörig aufmischen. Laut Vorhersagen soll Larry Mitte nächster Woche,  nun als sog. außertropischer Sturm, im Nordostatlantik liegen und den Britischen Inseln stürmisches Wetter bringen.

Animation der Bodenwinde und der Luftdruckverteilung. ECMWF, UBIMET.

Titelbild: cyclocane.com

Sommer 2021 in Ziffern: Anomalien, Extreme und neue Normalität

Sommerlicher Sonnenuntergang - pixabay.com

War der Sommer 2021 zu kühl oder doch zu warm? Diese Frage zu beantworten ist aufgrund des heuer neu eingeführten Vergleichszeitraums nicht so leicht zu beantworten – es kommt also  drauf an, was man als Vergleichsbasis heranzieht.

Österreichweit betrachtet war der Sommer im Vergleich zur nun gültigen Referenzperiode 1991-2020 um 0.5 Grad zu warm und landet somit auf Platz 8 unter den wärmsten Sommern der letzten 255 Jahre. Es gab aber beachtliche regionale Unterschiede: Denn im Westen fiel die Saison insgesamt eher durchschnittlich aus, in Bregenz sogar leicht unterdurchschnittlich. Die teils langanhaltende Hitze war nur im Südosten zu spüren, mit Abweichungen teils über +1 Grad.

Anomalie der Temperatur im Sommer 2021 im Vergleich zum langjährigen Mittel 1991-2020 - UBIMET
Anomalie der Temperatur im Sommer 2021 im Vergleich zum langjährigen Mittel 1991-2020 – UBIMET.

Ein weiterer, wichtiger Punkt ist allerdings zu beachten: Mehr oder weniger unwissend gewöhnen wir uns schon an die neue Normalität. Gleich 8 von den 10 wärmsten Sommern seit 1767 wurden in den letzten 21 Jahren verzeichnet (inklusive 2021), die ersten 5 sogar allesamt in den 2000er Jahren.

Platzierung Österreich (Messreihe seit 1767) Schweiz (Messreihe seit 1864) Deutschland (Messreihe seit 1881)
1 2003 2003 2003
2 2019 2015 2018
3 2015 2019 2019
4 2017 2018 1947
5 2018 2017 1994

Die wärmsten Sommer der Messgeschichte. Quelle: DWD.

Vor allem in den Jahren 2017, 2018 und 2019 war es im Sommer durchgehend ungewöhnlich heiß. Das sich rasch wandelnde Klima verändert dabei auch unsere Wahrnehmung, dies liegt in der menschlichen Natur. Nicht umsonst benutzen Klimatologen für die Berechnung von Anomalien die allerletzte, 30-jährige Klimareferenzperiode. Damit versucht man, neben statistischen Gründen auch solche Klima-Anomalien besser zu dem erlebten Klima der meisten Menschen in Verbindung zu setzen. Dies ändert aber nichts daran, dass es ständig wärmer wird.

Wie sich die Änderung der Referenzperiode auf die Interpretation auswirkt zeigt folgendes Beispiel: Die Temperaturabweichung für den Sommer 2021 im Vergleich zum langjährigen Mittel 1981-2010 (also, bezogen auf die „alte“ und damit auch „kühlere“ Referenzperiode) beträgt +1.2 Grad. Im Westen verschwinden dadurch die negativen Anomalien, im Südosten sind Abweichungen von teils über 2 Grad dabei.

Anomalie der Temperatur im Sommer 2021 im Vergleich zum langjährigen Mittel 1981-2010 - UBIMET
Anomalie der Temperatur im Sommer 2021 im Vergleich zum bisher gültigen langjährigen Mittel 1981-2010 – UBIMET.

Solche Unterschiede zwischen den Klimarefenzperioden werden noch deutlicher, wenn man die Anzahl an Hitzetagen (Tageshöchstwert über 30 Grad) betrachtet.

Hitzetage im Sommer 2021 - UBIMET
Hitzetage im Sommer 2021 – UBIMET.

Zwar liegt heuer die Anzahl an solchen heißen Tagen in der Westhälfte des Landes leicht unter dem Durchschnitt der letzten 30 Jahre (bis 2020), im Vergleich zu den älteren Klimareferenzperioden war aber der Sommer 2021 eher überdurchschnittlich! Dasselbe gilt natürlich auch im Südosten, wobei hier generell mehr Hitzetage als üblich verzeichnet wurden.

Anzahl der Hitzetage im Sommer 2021 (blau) im Vergleich zu den letzten vier Klima-Referenzperioden - UBIMET, ZAMG
Anzahl der Hitzetage im Sommer 2021 (blau) im Vergleich zu den letzten vier Klima-Referenzperioden – UBIMET, ZAMG

Der Anzahl an Tropennächten (Nächte mit Temperaturminimum über 20 Grad) war besonders im Osten und Südosten überdurchschnittlich. Im Westen gab es hingegen keine große Abweichungen. In der Wiener Innenstadt, wie üblich Hotspot des Landes, wurden heuer 25 Tropennächte verzeichnet. Zum Vergleich: In der Klimareferenzperiode 1981-2010 gibt es hier im Schnitt 16 solcher Nächte.

Tropennächte (Temperaturminimum über 20 Grad) im Sommer 2021 - UBIMET
Tropennächte (Temperaturminimum über 20 Grad) im Sommer 2021 – UBIMET.

Im Osten wurde dabei vielerorts die 37-Grad-Marke erreicht, während nach Westen zu die absoluten Höchstwerte des Sommers unter 35 Grad blieben.

Höchstwerte des Sommers 2021 - UBIMET
Höchstwerte des Sommers 2021 – UBIMET

Nur in der Wiener Innenstadt blieb die Temperatur den ganzen Sommer über jenseits der 10-Grad-Marke. Ansonsten gab es landesweit zumindest einmal einstellige Tiefstwerte, im Lungau und im Defereggental (wie üblich) auch Luftfrost bis in die Tallagen. Hier gab es somit im Sommer 2021 sowohl Sommertage als auch Frosttage (siehe Karte unten, grüne Regionen).

Tiefstwerte des Sommers 2021 - UBIMET
Tiefstwerte des Sommers 2021 – UBIMET
Spezielle Tage im Sommer 2021 - UBIMET
Spezielle Tage im Sommer 2021 – UBIMET

Vor allem die erste Sommerhälfte verlief oft sommerlich warm bis heiß, ehe im Laufe des Augusts allmählich wieder deutlich kühlere Luft ins Land gelangte. Die Spitzenwerte des Sommers 2021 liegen zudem im Bereich der normalen Schwankungsbreite der Jahreshöchstwerte der letzten 20 Jahre.

Österreichweite Tageshöchstwerte im Sommer 2021 - UBIMET, ZAMG
Österreichweite Tageshöchstwerte im Sommer 2021 – UBIMET, ZAMG
Jahreshöchstwerte österreichweit seit 2000 - UBIMET, ZAMG
Jahreshöchstwerte österreichweit seit 2000 – UBIMET, ZAMG

 

 

Titelbild: Sommerlicher Sonnenuntergang – pixabay.com

Sonnenbrandgefahr im September

Auch im September kann man sich noch einen Sonnenbrand holen

Am Ende der Badesaison denken sich wohl so manche, dass nun auch die Gefahr eines Sonnenbrandes gebannt ist. Gerade dieses Denken verleitet aber zur Sorglosigkeit und trägt dazu bei, dass sich gerade im Herbst empfindliche Personen noch einmal einen Sonnenbrand einfangen.

UV-Index ausschlaggebend

Anfang September gelangt, genauso wie etwa Anfang April, um die Mittagszeit noch immer etwas mehr als die Hälfte des Betrags der ultravioletten (UV) Sonnenstrahlung zu uns. Neben der Dicke der Ozonschicht, die uns grundsätzlich vor der UV-Strahlung schützt, ist auch die geographische Breite ein maßgeblicher Faktor. Da sich die Nordhalbkugel der Erde im Herbst langsam wieder von der Sonne abwendet und sich das Strahlungsmaximum Richtung Äquator verschiebt, nimmt logischerweise auch die Belastung Richtung nördlichen Wendekreis rascher ab als weiter südlich.

Seehöhe und Wolken spielen ebenfalls Rolle

Gerade der Herbst zieht ja viele in die Berge zum Wandern. Mit zunehmender Seehöhe nimmt aufgrund des kürzeren Weges des Sonnenlichtes durch die Atmosphäre auch die ultraviolette Strahlungsbelastung zu, da weniger UV-Strahlung durch die Atmosphäre gefiltert wird. Je 1000 Höhenmeter ist somit ein Anstieg um 10 bis 20 Prozent zu erwarten. Im Gegensatz dazu schützen die meisten Wolken etwas. Leichte Bewölkung oder etwa hohe Schleierwolken streuen und reflektieren die Strahlung hingegen eher und sorgen somit sogar für größeres Sonnenbrandrisiko als an klaren Tagen.

Gletscherbrand?

Auch erster Neuschnee, wie er im Herbst in höheren Lagen durchaus schon auftritt, kann die Sonnenbrandgefahr verstärken. Dies kann auch durch Eis auf einem Gletscher erfolgen, wobei ein Sonnenbrand, der durch die Reflexion der UV-Strahlung durch Schnee oder Eis hervorgerufen wird, als Gletscherbrand bezeichnet wird.

Hier noch ein  Vergleich des durchschnittlichen UV-Index zwischen Wien und dem Sonnblick:

 

Monat Wien (150 m) Sonnblick (3100 m)
Januar 1 2
Februar 2 3
März 3 5
April 5 7
Mai 6 8
Juni 7 9
Juli 7 8
August 6 8
September 5 6
Oktober 3 4
November 2 3
Dezember 1 2

August: 329.000 Blitze in Österreich

Blitzeinschlag in den Wiener Donauturm am 8. August 2021. Foto: Thomas Görlitz

Vom 1. bis 31. August registrierte das Blitzortungssystem LINET (Lightning Detection Network) von nowcast, über ganz Österreich verteilt exakt 329.072 Blitze (Wolken- und Erdblitze) – unteres Mittelfeld im Bezug auf die letzten 10 Jahre. Die meisten Blitze in einem August wurden 2017 mit rund 809.000 Detektion gemessen, also mehr als das Doppelte des diesjährigen Augusts.

Kühler August sorgt für wenig Gewitter

Grund für die recht wenigen Gewitter im August war die relativ kühle Witterung mit nur einer landesweiten Hitzewelle, an deren Ende es dann auch ordentlich krachte: Am 15. und 16. August wurden etwa die Hälfte aller im August registrierten Blitze detektiert, mit rund 93.000 Blitzen am 15.8. und rund 86.000 Blitzen am 16.8.. In Summe kommt der Sommer 2021 damit auf rund 1.4 Millionen Blitze.

Steiermark an erster Stelle

In den ersten zwei Monaten des Sommers 2021 registrierte LINET in Ober- und Niederösterreich überdurchschnittlich viele Entladungen. Im August wandte sich das Blatt und das traditionell blitzreichste Bundesland Steiermark übernahm die Führung. In Wien erleuchteten im August rund 1.700 Blitze den Himmel, besonders ausgeprägt am 16. August, als ein fulminantes Abendgewitter für kräftige Entladungen und Starkregen sorgte.

Blitze pro Bundesland im August 2021

1. Steiermark  107.354
2. Niederösterreich  65.319
3. Oberösterreich  54.385
4. Tirol  29.866
5. Salzburg  26.964
6. Kärnten  22.621
7. Burgenland  15.732
8. Vorarlberg  5.285
9. Wien  1.699

 

E-Auto in 3 Sekunden geladen

Die Kraft der Blitze wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz wurde mit 330.000 Ampere in Mühlen (Bezirk Murau) gemessen, bei derart hohen Stromstärken kommen die massivsten Blitzableiter ins Schwitzen. Allerdings könnte  mit dieser Energie ein Elektroauto – theoretisch – in nur rund 3 Sekunden geladen werden (bei einer Akkukapazität von 100kWh). Theoretisch, denn die derzeit gängigsten, in E-Autos verbauten Akkus verkraften nur rund 130 Ampere Ladestrom. Nur zur Info: Lebensbedrohliche Störungen des Herzrhythmus setzen bereits bei Durchflussstärken von ca. 0,1 Ampere ein.

Blitzdichte im August 2021.© nowcast/UBIMET
Blitzdichte im August 2021.© nowcast/UBIMET

 

(Titelbild: Blitzeinschlag in den Wiener Donauturm am 8. August 2021, Thomas Görlitz)

Schwere Überschwemmungen in New York

Ein starker Wirbelsturm zog in der Nähe von Annapolis, Maryland, durch, doch der stärkste Tornado dürfte Teile des zentralen New Jersey, südlich von Philadelphia, getroffen haben. In der Stadt Mullica Hills wurden von vielen Häusern die Dächer weggerissen und einige völlig dem Erdboden gleichgemacht. Auch für Philadelphia und New York City gab es an verschiedenen Stellen Tornadowarnungen.

 

Eine weitaus größere Gefahr bestand in der Nacht in schweren Überschwemmungen. Im südöstlichen Pennsylvania, im nördlichen New Jersey, im Großraum New York und im südlichen Neuengland fielen Niederschläge von mehr als 125 l/m². An einigen Orten fielen mehr als 250 l/m² innerhalb weniger Stunden. Im Central Park in Manhattan gingen zwischen 20:51 und 21:51 Uhr in einer Stunde beachtliche 80 l/m² Regen nieder. Dies ein neuer stündlicher  Niederschlagsrekord, der wiederum erst vor wenigen Wochen in Verbindung mit Tropensturm HENRI aufgestellt wurde. Und überhaupt war der Sommer 2021 in New York der regenreichste der Geschichte.

 

Akkumulierte Regenmengen am 01.09.2021 im Nordosten der USA @ NOAA

Newark, New Jersey, meldete den nassesten Tag seit Beginn der Aufzeichnungen, und auch aktuell regnet es noch weiter. Knietiefes Wasser überschwemmte die Gepäckausgabe des Newark International Airport, eines der verkehrsreichsten Drehkreuze der USA. Hunderte von Autofahrern mussten in der verkehrsreichen Stadt aus liegengebliebenen Fahrzeugen gerettet werden. Das schnell ansteigende Wasser veranlasste den nationalen Wetterdienst, erstmals für den Großraum New York einen Sturzflut-Notstand auszurufen. Der U-Bahn-Verkehr wurde in der gesamten Stadt wegen des Hochwassers auf den Gleisen und Bahnsteigen eingestellt.

 

 


 


Titelbild @ https://twitter.com/UnequalScenes

Unwetter sorgen für Sturzflut in Spanien

Mehrere Gewitter entluden sich am Mittwoch u.a. im küstennahen Hinterland der spanischen Mittelmeerküste, teils wurden extreme Niederschlagsraten verzeichnet. So fielen im Grenzgebiet von Katalonien und Valencia bis zu 78 Liter/m² in 30 Minuten – etwa so viel, wie der durchschnittliche Septemberniederschlag in Wien. Derartige Regenraten führen (über festem Boden) fast unweigerlich zu Sturzfluten, obendrein wurden die Wassermassen durch den hügeligen Küstenbereich kanalisiert Richtung Meer geleitet. In der Stadt Alcanar führte dies zu einer massiven Sturzflut:

Weiterhin gewittrig mit Unwetterpotential

An der Mittelmeerküste Spaniens herrschen, wie üblich für Anfang September, Wassertemperaturen von 24 bis 28 Grad:  Die tägliche Land-Seewindzirkulation führt damit küstennah zu sehr energiereicher Luft, Taupunktstemperaturen bis 24 Grad sind derzeit keine Seltenheit. Das schwache Höhentief über der Iberischen Halbinsel sorgt obendrein für etwas Dynamik, sodass gute Bedingungen für kräftige Gewitter gegeben sind. Bis zum Wochenende verlagert sich die Gewittertätigkeit dann Richtung Balearen.

Wassertemperatur Mittelmeer September 2021 NOAA
Meeresoberflächentemperatur am 30.8.2021- (Quelle: NOAA, http://www.ceam.es/ceamet/SST/SST-latest.html)

 

(Titelbild: Beschädigte Pkw nach den verheerenden Überschwemmungen im September 2019 / Adobe Stock)

620.551 Blitze im August 2021

Im August 2021 registrierte das Blitzmesssystem von nowcast im Hochpräzisionsmessbereich über ganz Deutschland verteilt exakt 620.551 Blitzentladungen (Wolken- und Erdblitze inklusive Folgeblitze). Das sind nur rund die Hälfte der Blitzentladungen im Vergleich zum August des Vorjahres, ähnlich blitzarm verlief zuletzt der August 2016. Der diesjährige Wert liegt auch deutlich unter dem 10-jährigen Mittel von 2011 bis 2020, welches etwa 900.000 Blitzentladungen entspricht.

Ein Drittel aller Blitze im August an nur einem Tag

Am Anfang und Ende des Monats herrschte meist kühles und wechselhaftes Wetter, in der Monatsmitte kam jedoch eine kurze Hitzewelle auf. Diese wurde am 15. August von einer markanten Kaltfront mit kräftigen Gewittern, vor allem in der Südhälfte des Landes, beendet. Alleine an diesem Tag wurden etwa ein Drittel aller im August in Deutschland registrierten Blitzentladungen gemessen.

Blitzverlauf der Gewitter in Deutschland am 15. August 2021. © UBIMET/nowcast

Spitzenreiter Bayern, weniger Blitze im Osten und in der Mitte

Mit  238.686 Blitzentladungen führt das flächenmäßig größte Bundesland Bayern das Bundesländer-Ranking an, an zweiter Stelle folgt mit 116.367 Entladungen Baden-Württemberg. Niedersachsen komplettiert mit 94.420 Entladungen das Podium. Somit entfallen rund zwei Drittel aller Blitze in der Bundesrepublik auf diese drei Bundesländer. Deutlich weniger Gewitter und Blitzentladungen gab es hingegen von Rheinland-Pfalz und NRW über Hessen und Thüringen bis in den Osten des Landes. In Berlin wurden 288 Blitzentladungen gemessen.

Die Blitzdichte in Deutschland für den Monat August 2021.  © UBIMET/nowcast

In Bezug auf die Blitzdichte liegt mit 3,4 Blitzen pro km² Bayern knapp vor Baden-Württemberg mit 3,2 Blitzen pro km². An 3. Stelle liegt das Saarland mit 2,5 Blitzen pro km².

Stärkste Entladung in Rheinland-Pfalz

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampère angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in Rheinland-Pfalz gemessen: Spitzenreiter war eine Entladung mit rund 350 kA am 22. August in Wattenheim im Kreis Bad Dürkheim. Kurzzeitig wurde dabei eine fast 22.000 mal höhere Stromstärke erreicht, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit maximal 16 Ampère verfügbar ist.

Blitzverlauf der Gewitter in Deutschland am 22. August 2021. © UBIMET/nowcast

 

Titelbild: pixabay.com

August 2021: Kühl und nass

Mit dem Jahr 2021 wird bei der Berechnung der Abweichungen von Temperatur, Niederschlag, etc. ein neuer Referenzwert eingeführt, das Mittel der Jahre 1991 bis 2020.

Im Mittel kühler Monat

Der August 2021 war im Flächenmittel 14,3 Grad warm, wenn man nur Höhen unterhalb von 1200 m betrachtet waren es 16,5 Grad. Dies entspricht einer Abweichung von -0,7 Grad zum Mittel von 1981 bis 2010 und einer Abweichung von -1,5 Grad zum Mittel von 1991 bis 2020. Die höchste Temperatur wurde dabei am 15.8. mit 34,5 Grad in Güssing gemessen.

Abweichung der mittleren Augusttemperatur vom Klimamittel 1981 bis 2010 © UBIMET
Abweichung der mittleren Augusttemperatur vom Klimamittel 1991 bis 2020 © UBIMET

Grund für die negativen Abweichungen war eine stete Tiefdruckaktivität, die besonders zum Ende hin deutlich zu kühle Luft in den Alpenraum lenkte. Lediglich zur Monatsmitte gab es eine landesweite Hitzewelle, in deren Verlauf der oben genannte Höchstwert erreicht wurde.

Unterdurchschnittliche Blitzanzahl

Diese Hitzewelle ging am 15. und 16. des Monats mit kräftigen Gewitter zu Ende, die rund die Hälfte der im gesamten Monat registrierten Blitze von rund 329.000 hervorbrachten. Dabei ist es auch kein Wunder, dass die Steiermark mit rund 107.000 Blitze das Bundesland mit den meisten Entladungen war. Hier war es noch am wärmsten. Weiterhin wurde hier (in Murau) mit rund 330.000 Ampère der stärkste Blitz gemessen. Dazu wurde in Waizenkirchen am 15.8. eine Gewitterböe mit 116 km/h registriert.

Blitzdichte im August © nowcast/UBIMET

Verbreitet zu nass

Passend auch zu den kühlen Temperaturen war es besonders  nördlich der Alpen und im Westen des Landes teils deutlich nasser als im Durchschnitt. Die höchsten Abweichungen traten dabei im Nordosten auf, hier fiel teils doppelt soviel Regen als im Mittel üblich. Die nassesten Orte liegen hingegen allesamt in Vorarlberg, wobei in Bregenz 377 Liter auf den Quadratmeter fielen, dabei dürfte jedoch auch der Lake-Effekt beigetragen haben, über den wir hier bereits berichtet haben.

Abweichung des Niederschlags vom Mittel 1981 bis 2010. © UBIMET

Vielerorts zu wenig Sonne

Mit den zuvor genannten Tatsachen ist es zudem wenig verwunderlich, das auch die Sonnenausbeute des Monats verbreitet zu gering ausfällt. Im Mittel schien die Sonne rund 16% zu wenig und nur im Klagenfurter Becken gibt es mit 0,5% einen winzigen Überschuss.

Abweichung der Sonnenscheindauer von Klimamittel 1981 bis 2021 © UBIMET

 

Titelbild: Adobe Stock