November: Ist dieser Monat wirklich so grau?

Im November gibt es viel Nebel und Hochnebel

Der November stellt den dritten und damit letzten Herbstmonat dar. Die durchschnittliche tägliche Sonnenscheindauer geht bis Monatsende nochmals spürbar zurück, von etwas über drei Stunden zu Monatsbeginn auf nur noch eineinhalb Stunden im Mittel am Monatsende. In typischen Nebelregionen wie etwas der Donauraum, das Schweizer Mittelland oder der Bodenseeraum scheint die Sonne noch seltener, etwas häufiger dagegen auf den Bergen. Wie ein Blick auf die folgende Tabelle zeigt, ist der November allerdings nicht der trübste Monat des Jahres.

Mittlere Sonnenscheindauer (h) November Dezember Januar
Wien (A) 66 51 70
Innsbruck (A) 101 83 100
Graz (A) 75 56 76
Berlin (D) 55 41 51
Hamburg (D) 49 32 45
Köln (D) 54 40 50
Konstanz (D) 53 41 49
Zürich (CH) 50 35 48
Basel (CH) 68 52 67

Ein paar allgemeine Infos zum Thema Inversionswetterlage gibt es hier.

Stimmungstief

Obwohl der Dezember und gebietsweise auch der Januar grauer sind, wird besonders der November mit gedrückter Stimmung verbunden. Dies liegt vor allem an der raschen Veränderung der Lichtverhältnisse im Herbst. Mit den dunklen Tagen kommt es bei einem kleinen Teil der Mitmenschen zum sogenannten „Novemberblues“, einem Seelentief. Studien zeigen, dass in Mitteleuropa etwa zehn Prozent der Bevölkerung im Winter unter Symptomen wie Müdigkeit, Energielosigkeit oder Konzentrationsschwäche leiden.

Die besten Tipps

Gegen den Novemberblues hilft in vielen Fällen der Aufenthalt im Freien, selbst an einem trüben Novembertag ist es draußen in der Regel deutlich heller als in den Innenräumen. Das Licht wirkt dem Stimmungstief entgegen. Zusätzlich zu empfehlen sind sportliche Betätigungen im Freien, die kühle Luft kurbelt das Immunsystem an und stärkt somit die körpereigenen Abwehrkräfte. Manche Menschen schaffen sich auch mittels kurzer Aufenthalte im Solarium Abhilfe, wesentlich empfehlenswerter sind allerdings Ausflüge in die Berge, wo man oberhalb des Nebels ausreichend Vitamin D tanken kann.

Die nebeligsten Orte weltweit

Die vermutlich nebeligste Region der Welt ist die Neufundlandbank (Grand Banks) südöstlich von Neufundland, wo durch das Aufeinandertreffen von Labrador- und Golfstrom an mehr als 120 Tagen pro Jahr Sichtweiten von weniger als einem Kilometer herrschen. Auch manche Berge stecken allerdings oft in den Wolken, so soll der schottische Berg Ben Nevis sogar an 300 Tagen pro Jahr in Nebel gehüllt sei.

Gesund und fit durch den Herbst

Spaziergang im herbstlichen Wald - Photo credit: jd.echenard on Visualhunt.com / CC BY-ND

Gerade in der Übergangsjahreszeit machen es einem die häufigen Wetterwechsel schwer, zur richtigen Garderobe zu greifen. Die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht erschweren die Wahl der richtigen Kleidung noch weiter. Wer sich also nicht nach dem Zwiebelschalenprinzip kleidet, damit er tagsüber ein paar Schichten ablegen kann, bekommt zunehmend ein Problem. Die Sonne hat nämlich noch genug Kraft und ihr kommt leicht ins Schwitzen. Wer allerdings zu viele Kleidungsstücke ablegt, wird rasch vom kühlen Wind überrascht und die Erkältungsgefahr steigt.

Nasskalte Witterung besonders gefährlich

Die Gefahr den Körper zu unterkühlen und damit das Immunsystem zu schwächen, ist besonders bei nass-kalter, windiger Witterung hoch.

  • Bei tiefen Temperaturen neigt der Körper dazu auszukühlen.
  • Wird Kleidung oder die Haut nass, verdunstet das Wasser. Dabei entzieht es der Haut Wärme und kühlt diese zusätzlich.

Ansteckungsgefahr

Gerade in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen kann die Virenlast sehr hoch werden. Besonders viele Viren lauern auf Türgriffen oder Liftknöpfen. Ist das Immunsystem bereits geschwächt, kommt es zum Ausbruch von Erkältungen bis hin zu grippalen Infekten oder gar der Grippe. Um dem vorzubeugen, ist regelmäßiges Händewaschen Pflicht.

Was schwächt unser Immunsystem?

  • Kälte: Kühlt der Körper aus, ist er empfindlicher gegenüber Viren. Bitte also immer genug anziehen!
  • Schlafmangel: Schlafen sie weniger als sieben Stunden pro Nacht, ist ihr Risiko zu erkranken um das Dreifache erhöht.
  • Stress: Stress greift die Abwehrkräfte an. Das Einlegen von Pausen hilft, auch so manches gelassener hinzunehmen.
  • Bewegungsmangel: Zu wenig Freizeit an der Natur schwächt uns. Mindestens eine halbe Stunde pro Tag sollten wir an der frischen Luft verbringen und/oder joggen oder schwimmen.
  • Falsche Ernährung: Nicht nur das falsche Essen, auch zu wenig Essen schwächt unsere Abwehrkräfte. Um einem Vitaminmangel vorzubeugen, empfehlen sich einige Portionen Obst und Gemüse pro Tag. Aber auch Vollkornprodukte, Eiweiß und gesunde Fette sollen täglich auf dem Speiseplan stehen.
Obst stärkt das Immunsystem @ Photo credit: Günter Hentschel on Visualhunt / CC BY-ND
Obst stärkt das Immunsystem @ Photo credit: Günter Hentschel on Visualhunt / CC BY-ND

Stärkung des Immunsystems

Kurz zusammengefasst sollte man auf Folgendes achten:

  • Vitaminreiche Nahrung
  • Sport (einmal pro Tag außer Atem kommen wirkt Wunder)
  • Frischluft (Spaziergänge im Wald helfen)
  • Psychisches Wohlbefinden (kein Stress!)
  • Ausreichend Schlaf (mindestens sieben Stunden)
  • Menschenansammlungen meiden (Infektionsgefahr!)
  • Bei ersten Anzeichen einer Erkältung auf Sport verzichten

 

Titelbild: Spaziergang im herbstlichen Wald – Photo credit: jd.echenard on Visualhunt.com / CC BY-ND

Föhnwolken – Beeindruckende Aufnahmen aus Vorarlberg

Föhnwolken bei Sonnenuntergang, aufgenommen von einer Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/roethis-west

Föhnwolken nehmen häufig die Form von Linsen oder Mandeln an, sind langgestreckt und klar von ihrer Umgebung abgegrenzt. Daher werden sie bspw. auch als Föhnfische bezeichnet, machmal sehen sie wie Ufo’s aus. Sie entstehen, wenn Gebirge überströmt werden und die Luft entsprechend gehoben wird. Auf der windabgewandten Seite entstehen Leewellen, welche mitunter ortsfest sind. Die Luft strömt also hindurch, durch aufsteigende Bewegungen an festen Punkten kondensiert die enthaltene Feuchte und Wolken erscheinen beständig an der gleichen Stelle.

 

Am Dienstagabend wurden in Vorarlberg einige schöne Aufnahmen gemacht, als die untergehende Sonne derartige Föhnwolken beschienen hat:

 


Föhnwolken bei Sonnenuntergang, aufgenommen von einer Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/zugspitze
Föhnwolken bei Sonnenuntergang, aufgenommen von einer Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/zugspitze

Titelbild: Föhnwolken bei Sonnenuntergang, aufgenommen von einer Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/roethis-west

Herbst im Mittelmeer: Unwettersaison durch Regen und Gewitter

Im Herbst gehen im Mittelmeer kräftige Gewitter nieder

Während die Gewittersaison in Mitteleuropa vor allem von Mai bis Anfang  August ihren Höhepunkt erlebt, verlagert sich der Schwerpunkt der Gewittertätigkeit in den Herbstmonaten immer weiter südwärts.

Zunehmender Tiefdruckeinfluss

Im Sommer liegt vor allem das südliche Mittelmeer häufig unter dem Einfluss des subtropischen Hochdruckgürtels, welches für trockene und heiße Wetterbedingungen sorgt. Im Herbst verlagert sich die Westwindzone im Mittel aber langsam südwärts und die Ausläufer des subtropischen Hochdruckgürtels werden nach Nordafrika abgedrängt. Aus diesem Grund stellen der Hebst und der Winter im Mittelmeer die nasseste Zeit des Jahres dar.

Im Herbst fällt der meiste Niederschlag in Dubrovnik
In Dubrovnik fällt besonders im November und Dezember viel Regen.

Labile Luftschichtung

Der zunehmende Tiefdruckeinfluss und die ersten Kaltluftvorstoße aus Nordeuropa führen in Zusammenspiel mit den milden Wassertemperaturen zu einer labilen Schichtung der Luft. In der folgenden Graphik sieht man die mittlere, potentiell verfügbare Energie für vertikale Luftmassenbewegung (MLCAPE), welche ein wichtiges Maß für Gewitter darstellt. Im Herbst verlagert sich der Schwerpunkt südwärts.

Im Herbst ist die Luftschichtung im Mittelmeer labil.
Mittlere, potentiell verfügbare Energie für Konvektion im Juni und September. © Tilev-Tanriöver

Unwettersaison

Im nördlichen Mittelmeerraum erreicht die Gewittersaison im Spätsommer und zu Herbstbeginn ihren Höhepunkt, im zentralen Mittelmeer im Laufe des Herbsts und im äußersten Süden und Osten erst im Winter. Dies spiegelt sich auch in den Ergebnissen einer Studie des ESWD wieder, welche die Monate mit den meisten Tagen mit Tornados zeigt.

Im Mittelmeer gibt es im Herbst die meisten Tagen mit Tornados
Der Monat des Jahres mit den im Mittel meisten Tagen mit Tornados. © ESWD

Mildes Mittelmeer

Die Wassertemperaturen im Mittelmeer nehmen im Zuge der globalen Erwärmung langsam zu, so gab es auch im 2018 von Ende April bis Anfang November in weiten Teilen des Meeres nahezu durchgehend überdurchschnittliche Wassertemperaturen. Auch im langjährigen Trend seit 1982 kann man ein Zunahme der mittleren Wassertemperaturen beobachten, was für die angrenzenden Länder eine Gefahr darstellt. Die Unwettersaison wird nämlich tendenziell länger und intensiver, denn je wärmer das Wasser im Herbst ist, desto mehr Energie steht für Unwetter zur Verfügung.

Das Mittelmeer wird immer wärmer
Trend der Wassertemperaturen im Mittelmeer. © CEAM

Sturzfluten in Sizilien

Auch in der letzten Woche hat anhaltender Tiefdruckeinfluss im Mittelmeerraum wiederholt für Unwetter in Italien gesorgt. Zu Wochenbeginn war vor allem der Norden Italiens von Tief VAIA betroffen, am Wochenende sorgte Tief XENA dann für gewittrigen Starkregen in den südlichen Landesteilen. In Summe kamen dabei in Italien über 30 Menschen ums Leben.

Herbst: Zeit der Inversionswetterlage mit Nebel und Hochnebel

Hochnebel im Land Salzburg

Zu dieser Jahreszeit stellt sich unter beständigem Hochdruckeinfluss immer öfter eine sogenannte Inversionswetterlage ein. Diese zeichnet sich durch eine Umkehr der normalerweise vorherrschenden Abnahme der Temperatur mit der Höhe aus, so ist es in mittleren Höhenlagen milder als in den Tal- und Beckenlagen. Dies hat zwei Ursachen:

  • Den Sonnenstand
  • Die Subsidenz bei Hochdrucklagen

Lange Nächte

Die Nächte in Mitteleuropa sind bereits über 14 Stunden lang und die Sonne steht tagsüber etwa in Wien maximal 27 Grad über dem Horizont. Die unteren Luftschichten kühlen in den langen Herbstnächten stark aus und besonders in den Tal- und Beckenlagen entstehen sogenannte Kaltluftseen, die durch die immer schwächere Sonne erst spät oder gar nicht mehr ausgeräumt werden können.

Im Herbst gibt es viel Nebel
Nebel im Rheintal. © www.foto-webcam.eu

Subsidenz

Kräftige Hochdruckgebiete im Herbst sorgen in der freien Atmosphäre für eine absinkende Bewegung der Luft („Subsidenz“). Wenn Luft absinkt, dann gelangt sie unter höheren Luftdruck und wird demzufolge komprimiert und erwärmt. Dies hat zur Folge, dass die Luft im Gebirge oft sehr trocken und die Fernsicht ausgezeichnet ist. Die Grenze zum darunterliegenden Kaltluftsee wird dann besonders markant und fördert beständigen Nebel oder Hochnebel.

In den Tallagen hält sich Nebel
Inversion mit Subsidenz. © UBIMET / www.foto-webcam.eu

Während in den Tälern und Niederungen also graues und kaltes Wetter herrscht, kann es in mittleren Höhenlagen tagsüber bei Sonnenschein mitunter auch mehr als 15 Grad milder sein! Aber auch ohne Hochnebel ist es unterhalb der Inversion häufig dunstig, denn durch die fehlende Durchmischung mit der oberen Atmosphäre sammeln sich Feuchte und Schadstoffe langsam an und die Sicht ist getrübt.

Eine Inversionswetterlage
Eine Dunstschicht im Zuge einer Inversionswetterlage in Osttirol. © www.foto-webcam.eu

November: Von Schneemassen bis Sommertag alles möglich

Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sind im November schon wahrscheinlich.

In den vergangenen Jahren blieb der Winter in Mitteleuropa im November häufig aus, viele zu warme Monate liegen hinter uns. Der letzte zu kalte November ist in Österreich auch schon wieder 11 Jahre her, in Deutschland fiel der November 2016 minimal zu kalt aus. Der Blick in die Statistik verrät aber, dass es im November schon sehr winterlich sein kann. Eine geschlossene Schneedecke hält sich zwar in den Niederungen oft nur kurz, in den Alpen und Mittelgebirgen nach ergiebigem Schneefall aber doch bereits für einige Tage.

Sehr unterschiedliche Temperaturen möglich

Im November liegt die Monatsmitteltemperatur meist bei +3 bis +5 Grad, in höheren Alpentälern und in den Mittelgebirgen um +1 bis +2 Grad. Außerdem gehen die Temperaturen im Monatsverlauf weiter zurück, so fällt z.B. das Tagesmittel der Lufttemperatur in Wien von Anfang bis Ende November von etwa +8 Grad auf +3 Grad ab.

Aber das sind nur die durchschnittlichen Werte, möglich ist im November Vieles, die Allzeitrekorde machen es deutlich. So gab es in Österreich in Wien z.B. schon 23,7 Grad, in Bregenz gar 25,4 Grad, österreichweit hält Schlins (Vorarlberg) mit 26,6 Grad anno 1968 den Rekord. In Deutschland wurden in Rosenheim im Jahr 1997 bis zu 25,9 Grad gemessen, und selbst in Hamburg wurde mit 20,2 Grad die 20-Grad-Marke im November bereits geknackt.

Blickt man auf die Minima der Temperatur, kommt einem im Vergleich dazu das Schaudern. Am 15. November 1993 zitterten die Wiener in Mariabrunn bei bitterkalten -14,8 Grad und in St. Jakob im Defereggen (Osttirol) zeigte das Thermometer am 24. November 1975 in einer kalten Nacht bei Schneelage gar nur -27 Grad. Auch in Berlin gab es im November schon bis zu -16 Grad und selbst im wintermilden Köln wurde bereits strenger Frost bis hin zu -10 Grad registriert.  In der Schweiz wurden erst im November 2015 in La Brevine im Neuenburger Jura -23,4 Grad gemessen.

Schnee und Sturm

Während Schnee in tieferen Lagen im Oktober noch die Ausnahme darstellt, ist der erste Wintereinbruch mit einer vorübergehenden Schneedecke im November vor allem im Osten und Süden Deutschlands sowie im Alpenraum üblich. In Graz z.B. liegt im Mittel die erste geschlossene Schneedecke am 29. November. Im Norden und Westen Deutschlands lässt das erste Weiß hingegen meist bis zum Dezember auf sich warten. Im November steigt auch die Wahrscheinlichkeit für kräftige Sturmtiefs an. Erst 2015 fegte am 30. November ein solches über Mitteleuropa hinweg, in Wien wurden damals Orkanböen bis zu 126 km/h gemessen, in München waren es maximal 101 km/h.

Quelle Titelbild: pixabay

Südstau in den Alpen

Südstau bringt kräftigen Regen in Norditalien

Als Südstau werden Niederschläge an der Alpensüdseite bezeichnet, welche durch das orographische Hindernis Alpen ausgelöst oder verstärkt werden. Bei einer Südstaulage wird eine ohnehin schon recht feuchte Luftmasse durch die Alpen zum Aufsteigen gezwungen, dabei kühlt sie sich ab. Da Luft mit sinkender Temperatur weniger Wasser halten kann, verstärken sich die Niederschläge. Somit fällt bei Südstaulagen im Luv der Alpen deutlich mehr Regen oder Schnee, als im unbeeinflussten Flachland. Auf der Leeseite der Berge, also nördlich des Alpenhauptkamms, kann sich dann Föhn bemerkbar machen.

Auswirkungen auf Deutschland

In den deutschen Alpen bekommt man von den verstärkten Niederschlägen an der Alpensüdseite meist nur wenig mit, denn nördlich des Alpenhauptkamms sorgt Südföhn oft für frühlingshaftes Wetter. Die zuvor zum Aufstieg gezwungene Luft sinkt nördlich der Alpen wieder ab. Da die abwärts gerichtete Luftströmung sehr trocken ist, führt dies rasch zur Auflösung der Wolken. Der Himmel präsentiert sich oftmals sogar gering bewölkt. Zudem erwärmt sich die Luft beim Absteigen um etwa 1 Grad pro 100 m, somit wird die in den Tälern liegende, oft deutlich kühlere Luft ausgeräumt. Nicht selten kommt es dabei zu einem Temperaturanstieg von 10 Grad oder mehr.

Ergiebiger Regen im Süden

Bei kräftigen Südstaulagen gibt es besonders in den Italienischen Alpen, im Tessin sowie in Osttirol und Kärnten teils enorme Regen- oder Schneefälle. Stellenweise fallen dann über 150 Liter pro Quadratmeter innerhalb von nur 24 Stunden. In den vergangenen Tagen gab es etwa am Plöckenpass knapp über 600 Liter pro Quadratmeter in nur drei Tagen (siehe auch hier)! Sogar noch ergiebigere Mengen wurden manchmal in den Alpen in Friaul und im Tessin verzeichnet, welche zu den nassesten Regionen Europas zählen. Im Winter kann es zudem trotz der eigentlich recht milden Luftmasse sogar bis in tiefe Lagen heftigen Schneefall geben. Grund hierfür ist die Schmelzwärme des Schnees, die der Umgebung entzogen wird.

Südstau in den Alpen: Regen und Schnee in extremen Mengen

Südstau bringt große Regenmengen in den Südalpen

Als Südstau werden Niederschläge südlich des Alpenhauptkamms bezeichnet, die durch das Hindernis Alpen ausgelöst oder verstärkt werden. Bei einer Südstaulage wird eine ohnehin schon recht feuchte Luftmasse durch die Alpen zum Aufsteigen gezwungen, dabei kühlt sie sich ab. Da Luft mit sinkender Temperatur weniger Wasser halten kann, kommt es zu Regen und Schneefall. Die Luft wird somit förmlich wie ein Schwamm ausgequetscht. Nördlich des Alpenhauptkamms stellt sich ein regelrechtes Kontrastprogramm ein, hier macht sich oft Föhn bemerkbar.

Regen und Schnee

In Österreich werden von Südstaulagen vor allem die Regionen von Osttirol über Kärnten bis in die südliche Steiermark beeinflusst. In diesem Gebiet wird die feuchte Mittelmeerluft an den Karawanken, den Karnischen Alpen bzw. am Alpenhauptkamm gehoben. So gibt es vor allem in Osttirol und Oberkärnten bei kräftigen Südstaulagen teils enorme Regen- oder Schneefälle. Stellenweise fallen dann über 100 Liter pro Quadratmeter innerhalb von nur 24 Stunden. In den vergangenen Tagen gab es etwa am Plöckenpass knapp über 600 Liter pro Quadratmeter in nur drei Tagen (siehe auch hier)! Sogar noch ergiebigere Mengen werden manchmal in den Alpen in Friaul verzeichnet, welche daher auch zu den nassesten Regionen Europas zählen. Im Winter kann es zudem trotz der eigentlich recht milden Luftmasse sogar in manchen Tallagen bis in tiefe Lagen heftigen Schneefall geben. Grund hierfür ist die Schmelzwärme des Schnees, die der Umgebung entzogen wird.

Föhn im Norden

An der Alpennordseite und im östlichen Flachland gibt es bei einer Südstaulage nur selten nennenswerten Niederschlag. Markant ist hier allerdings der Wind, der besonders in prädestinierten Tallagen wie etwa dem Großraum Innsbruck oft stürmisch aus Süd weht. Bei besonders kräftigen Südströmungen kann der Niederschlag allerdings über den Alpenhauptkamm hinweg greifen, so kann es in Innsbruck und Salzburg durchaus Föhn und Niederschlag gleichzeitig geben. In solchen Fällen spricht man von Dimmerföhn. Dies war auch am letzten Montag zeitweise der Fall, als in den Nordalpen örtlich Orkanböen verzeichnet wurden.

Was ist ein Höhentief?

Höhentief, erkenbbar auf einer Höhe von etwa 5500 m © UBIMET

Kaltlufttropfen

Höhentiefs liegen in mehren Kilometern Höhe und zeichnen sich durch niedrige Temperaturen im Vergleich zur Umgebung aus. Deren Entstehung wird einerseits durch Verwirbelungen des polarumlaufenden Jetstreams begünstigt, andererseits können sich auch ehemalige Tiefdruckgebiete zu solchen Kaltlufttropfen umwandeln, wenn das Bodentief durch Reibung aufgelöst wird und das Höhentief stattdessen erhalten bleibt. In einem begrenzten Gebiet von etwa 100 bis 1000 Kilometern befindet sich dann deutlich kältere Luft. Da diese kalte Anomalie aber nur in der oberen Hälfte der Troposphäre ausgeprägt ist, scheinen diese Gebiete nicht auf den Bodenwetterkarten auf.

Höhentief im Satellitenbild, 21.10.2018 @ UBIMET
Höhentief im Satellitenbild, 21.10.2018 @ UBIMET

Labile Schichtung der Luft

Ein Höhentief wirkt sich merklich auf das tägliche Wettergeschehen aus, denn Höhenkaltluft sorgt für eine verstärkte vertikale Temperaturabnahme und somit für eine Destabilisierung der Atmosphäre. Besonders im Sommerhalbjahr entstehen unter dem Einfluss der Höhenkaltluft mächtige Quellwolken, welche im Tagesverlauf zu Schauern und Gewittern heranwachsen. Die Lebensdauer von Kaltlufttropfen ist allerdings meist auf ein paar Tage bis etwa eine Woche begrenzt, da sich die Temperaturunterschiede in der Höhe allmählich ausgleichen.

Vorhersagegenauigkeit

Wenn Höhenkaltluft im Spiel ist, nimmt die Vorhersagbarkeit des Wetters etwas ab: Einerseits werden Kaltlufttropfen durch die bodennahe Strömung gesteuert, was sich negativ auf die Qualität von Modellprognosen auswirkt, andererseits sorgt die konvektive Wetterlage für große Unterschiede auf engem Raum. Vor allem räumlich detaillierte Prognosen sind bei solchen Wetterlagen also mit gewisser Vorsicht zu genießen.

Wandern und Bergsteigen im Herbst: die 5 wichtigsten Tipps

Im Herbst gibt es oft gutes Bergwetter

Besonders im Herbst lädt das häufig stabile Wetter zu längeren und teils auch mehrtägigen Touren im Hochgebirge ein. Die Nächte werden immer länger und somit ist auch die Luftschichtung abseits von markanten Tiefdruckgebieten stabil. Dennoch muss man auch in dieser Jahreszeit ein paar wichtige Faktoren bei der Tourenplanung einkalkulieren:

  1. Geschlossene Hütten
  2. Trockene Luft
  3. Wenig Trinkwasserquellen
  4. Tageslänge
  5. Exposition

Geschlossene Hütten

Bei der Tourenplanung muss man unbedingt berücksichtigen, dass jetzt Mitte Oktober viele Berghütten bereits geschlossen sind. Aus diesem Grund sollte bei herbstlichen Touren der Rucksack mit ausreichend Essen und Trinken gefüllt sein. Auf etwas niedriger gelegenen Almen kann man dagegen teils noch bei Speck und Co. das perfekte Herbstwetter genießen.

Trockene Luft

Kräftige Hochdruckgebiete im Herbst sorgen für eine absinkende Bewegung der Luft („Subsidenz“). Sinkt ein Luftpaket ab, so gelangt es unter höheren Luftdruck und wird demzufolge komprimiert und erwärmt. Dies hat zur Folge, dass die Luft im Gebirge sehr trocken ist und man durch die Atmung Feuchtigkeit an die Luft verliert. Obwohl man nicht so schnell wie im Hochsommer ins Schwitzen kommt, ist regelmäßiges Trinken also dennoch extrem wichtig! Das Wasser bekämpft nicht nur den Durst, sondern unterstützt auch die Schleimhautbefeuchtung. Dafür kann man sich auch auf eine ausgezeichnete Fernsicht freuen.

Wenig Trinkquellen

Im Herbst sind in mittleren bis großen Höhen nur noch wenige Schneefelder übrig, zudem war die Witterung im Jahr 2018 vielerorts sehr trocken. Aus diesen Gründen gibt es weniger Trinkwasserquellen im Gebirge als üblich, weshalb man bei längeren Touren besonders viel Wasser einpacken muss!

Tageslänge

Das Wetter ist in dieser Jahreszeit oft stabil, weshalb die Bedingungen für lange Touren gut sind. Die Tage werden allerdings immer kürzer, so gibt es selbst in Gipfellagen bei wolkenlosen Bedingungen maximal 10 Stunden Sonnenschein. Bei längeren Touren sollte somit die früh einsetzende Dämmerung berücksichtigt werden und immer eine Stirnlampe eingepackt werden.

Exposition

Der Unterschied zwischen Routen an nordseitigen und südseitigen Hängen ist in dieser Jahreszeit besonders groß. Der erste Schnee im Herbst ist auf sonnenzugewandten Hängen rasch wieder weg, in schattigen Hochlagen sieht dies aber ganz anders aus, selbst wenn die Temperaturen über dem Gefrierpunkt liegen. Das trocknen des Steins dauert zudem wesentlich länger als im Sommer, somit wird Nässe bei manchen Felspassagen zur Gefahrenquelle.

Gletscher
Der Hintereisferner. © foto-webcam.eu

Die Schneebedeckung auf den heimischen Gletschern weist im Herbst übrigens ihr jährliches Minimum auf: Meist sind die bis ins Gipfelniveau aper oder besitzen lediglich eine dünne Altnschneeauflage. Diese trägt nur in seltenen Fällen einen Bergsteiger. Hochtouren sind zwar teils sogar über 3.000 m fast ohne Schneekontakt möglich und die Gletscherspalten oft gut sichtbar, dennoch gehören auch in dieser Jahreszeit Steigeisen, Pickel und Seil zur Standardausstattung bei Touren auf dem ewigen Eis.

Titelbild © N. Zimmermann

Die Auswirkungen des Wetters auf den Kopf

Symbolbild Kopfschmerzen - Photo credit: Matt From London on Visual hunt / CC BY

Wetterschwankungen bringen Kopfschmerzen?

Viele Menschen meinen, dass sich das Wetter negativ auf Ihr Wohlbefinden auswirken kann. Das häufigste Symptom dieser so genannten Wetterfühligkeit ist der Kopfschmerz. Aus wissenschaftlicher Sicht ist es schwierig, einen direkten Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Kopfwehattacken und dem Verlauf meteorologischer Parameter festzustellen, wenn man nicht zu sehr komplexen statistischen Verfahren greift. Die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen offenbaren aber sehr überzeugende Zusammenhänge, die man folgendermaßen zusammenfassen kann: Der menschliche Organismus kommt mit schnellen Schwankungen von Temperatur, Druck, Wind und Sonnenschein nur schlecht zurecht.

Rasche Veränderungen sind von Nachteil

Befreit man die Messungen der meteorologischen Parameter von den natürlichen, jahreszeitlich bedingten Schwingungen, zeigt sich klar, dass kurzfristige Wetteränderungen und Fluktuationen in hohem Zusammenhang zum Auftreten von Kopfweh bei wetterfühligen Menschen stehen. Dies kann beispielsweise bei massiven Kaltfronten, plötzlichen Erwärmungen und auch bei starkem, böigem Wind der Fall sein. Auf der anderen Seite steht die Erkenntnis, dass der Mensch für den langen Trend der Jahreszeiten und die länger andauernden kalten und heißen Großwetterlagen sehr gut gerüstet ist. Laut Untersuchungen haben im Alpenraum insbesondere zwei Wetterlagen sehr starke Auswirkungen auf Personen mit Neigung zu Migräne:

  1. Föhn: Ein klassischer Kopfwehbringer, da sich die Temperatur bei Föhn sehr schnell ändern kann und der Verlauf von Wind und Luftdruck dabei markante Schwankungen aufweist.
  2. Orkantiefs: Bei rasch ziehenden Sturmtiefs und vor allem bei Orkantiefs treten in der Regel rasche Änderungen von Druck, Temperatur und Wind auf.

Winterliche Hochdruckgebiete lassen uns hingegen aus der Kopfwehperspektive durchatmen und entspannen, denn sie bringen die Konstanz, auf die unser Körper positiv reagiert.

 

Titelbild: Symbolbild Kopfschmerzen – Photo credit: Matt From London on Visual hunt / CC BY

Der goldene Oktober

Im Oktober sorgen Vegetation und Sonne für goldenes Licht

Der Ausdruck „goldener Oktober“ hat im deutschsprachigen Raum eine sehr lange Tradition. Er wurde nachweislich bereits vor mehreren hundert Jahren verwendet, wobei das exakte Datum des Aufkommens allerdings nicht gesichert ist. Entscheidend für den goldenen Eindruck in dieser Jahreszeit sind zwei Faktoren:

  • Die Laubfärbung
  • Der Sonnenstand
Herbst in den Nordalpen.
Oberstdorf am Dienstagabend. © foto-webcam.eu

Faktor Vegetation

Die Blattverfärbung der Laubwälder erreicht im Oktober vielerorts ihren Höhepunkt. Mit der abnehmenden Sonnenstrahlung lässt die Photosynthese nach: Um den dazu benötigten, wichtigen grünen Farbstoff Chlorophyll über den Winter nicht zu verlieren, wird dieser den Blättern entzogen und andere Farbstoffe werden sichtbar. Bei Lärchen und Birken etwa kommt es durch Karotin zu einer gelb bis goldgelben Färbung, bei Eiche und Ahorn hingegen sorgt der Stoffe Anthocyan für einen deutlich rote Farbe, während Buchen und Eichen aufgrund von Gerbstoffen eher ins Bräunliche gehen.

Herbst in den Nordalpen.
Saalfelden am Dienstagabend. © foto-webcam-eu

Faktor Sonne

Die Färbung der Blätter wird durch die verstärkte Streuung des Sonnenlichts in dieser Jahreszeit zusätzlich hervorgehoben, insbesondere in den Morgenstunden sowie am späten Nachmittag und Abend. Dadurch überwiegt die gelb-rötliche Strahlung, welche die Blattverfärbung noch besser und intensiver zur Geltung bringt, und oftmals geht der Farbton sogar ins Goldene. Typische ruhige Hochdrucklagen im Herbst garantieren meist diesen Sonnenschein, sofern der Nebel keinen Strich durch die Rechnung macht.

Goldenes Licht in Wien am Dienstagabend.
Goldenes Licht in Wien am Dienstagabend. © foto-webcam.eu

Sonnensturm sorgt für Polarlichter bis zur Ostsee

Sonnensturm sorgt für Polarlichter in Nordeuropa.

Vor etwa drei Tagen befand sich auf der zur Erde zugewandten Seite der Sonne ein sogenanntes koronales Loch.  Es handelt sich dabei um eine Region mit einer geringeren Dichte und einer niedrigeren Temperatur innerhalb der Sonnenkorona. Die Magnetfeldlinien der Sonne sind in diesem Bereich nicht geschlossen, weshalb Plasma von der Sonne in den interplanetaren Raum gelangen kann.

Das koronale Loch begünstigt Polarlichter auf der Erde
Das koronale Loch (dunkler Bereich) auf der erdzugewandten Seite der Sonne. © NASA

Sonnenwind trifft auf Magnetfeld

Der Sonnenwind braucht etwa 3 Tage um die Erde zu erreichen, wo er auf das Magnetfeld der Erde trifft. Je nach Stärke des Sonnenwindes kommt es zu unterschiedlichen Störungen in der Magnetosphäre der Erde. Streng genommen handelt es sich in diesem Fall um einen sogenannten  „Coronal Hole High Speed Stream„. Derzeit befinden wir uns etwa beim Minimum des etwa 11-jährigen Sonnenfleckenzyklus, weshalb es nahezu keine Sonnenflecken gibt. In dieser Phase übernehmen koronale Löcher die  Hauptrolle beim sogenannten Weltraumwetter.

G1-Sturm

Das Space Weather Prediction Center der NOAA hat bereits am 5. Oktober eine Vorwarnung vor einem Sonnensturm der Stufe G2 für den 7. und 8. Oktober ausgegeben. Auf der 5-teiligen Skala entspricht dies einem mäßigen Sturm und tritt etwa an 600 Tagen pro Sonnenzyklus auf. Die Auswirkungen halten sich in Grenzen: In hohen Breiten kann es zu Netzschwankungen im Stromnetz kommen, zudem sind geringe Störungen bei Satelliten (e.g. GPS) und Behinderungen beim HF-Funk möglich. Bislang wurde nur die Schwelle eines G1-Sturms überschritten, zudem sollte der Höhepunkt des Sturms bereits überschritten sein.

Polarlichter an der Ostsee

In höheren Breiten sind bei einem G1- bzw. G2-Sturm bereits helle Polarlichter sichtbar, aber auch im nördlichen Mitteleuropa können diese am nördlichen Horizont sichtbar werden. Dies betrifft u.a. Schottland, Dänemark sowie die Nord- und Ostseeküsten in Deutschland und Polen (siehe Bilder unten). In Mitteleuropa gibt es dagegen nahezu keine Auswirkungen.


Überdurchschnittliche Temperaturen in der Arktis: 30% weniger Eis

Die Eisbedeckung in der Arktis bleibt unterdurchschnittlich

Im langjährigen Mittel wird das jährliche Minimum der Eisbedeckung in der Arktis in der zweiten Septemberhälfte erreicht. Nach dem astronomischen Herbstbeginn werden die Tage in der Arktis rasant kürzer, so beginnt am geographischen Nordpol die Polardämmerung (Details siehe hier: Polarnacht). Im langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 liegt das Minimum bei etwa 6,3 Millionen Quadratkilometer, heuer gab es mit etwa 4,6 Millionen Quadratkilometer wie auch in den vergangenen Jahren einen deutlich unterdurchschnittlichen Wert.

Die Eisbedeckung der Arktis ist unterdurchschnittlich.
Meereiskonzentration am 5. Oktober 2018. © NSIDC, Univ. of Colorado Boulder

Eisproduktion stockt

Überdurchschnittliche Wassertemperaturen in den Randmeeren des arktischen Ozeans sorgen heuer für eine Verzögerung bei der Bildung von neuem Meereis (der dunkle, eisfreie Ozean absorbiert im Sommer die meiste Sonnenstrahlung und gibt sie jetzt langsam an die Luft ab). Wie man in der folgenden Graphik sieht, lag die Eisbedeckung im Kernbereich der Arktis zu Oktoberbeginn weiterhin im Bereich des jährlichen Minimums.


Wenn man die gesamte Arktis betrachtet, so ist der Wert der Meereisfläche in den letzten Wochen von 4,6 auf etwa 5 Millionen Quadratkilometer gestiegen, da es nördlich von Kanada etwas mehr Eis gibt als üblich. Dieser Gesamtwert liegt allerdings knapp 2,5 Millionen Quadratkilometer unter dem langjährigen Mittel und entspricht lediglich 68% des Solls.

Milder Ozean

Die Wassertemperaturen liegt derzeit vielerorts über dem Mittel, vor allem im Bereich der Beringstraße sowie nördlich von Russland. Besonders betroffen davon sind folgende Randmeere:

  • Tschuktschensee
  • Karasee
  • Barentssee
  • Laptewsee

Selbst an der Nordspitze Alaskas gibt es derzeit keine Spur vom Eis (siehe Bild aus Utqiaġvik weiter unten), zudem wurden hier über dem offenen Ozean letzte Woche mitunter sogar noch geringe Eisverluste beobachtet!

Die Wassertemperaturen liegen besonders im Randbereich der Arktis über dem Mittel.
Anomalie der Wassertemperaturen in der Arktis. © Danish Meteorological Institute

Keine Änderung in Sicht

Rege Tiefdrucktätigkeit über dem Nordatlantik führt in den kommenden Tagen schubweise milde Luftmassen subtropischen Ursprungs über Mitteleuropa hinweg bis weit in die Arktis. Besonders im Bereich der Barentssee und auf Spitzbergen sind somit in der kommenden Woche deutlich überdurchschnittliche Temperaturen zu erwarten.

Das milde Wetter behindert die Neubildung von Eis in der Arktis
Temperatur in 850 hPa (ca. 1300 m) am Samstag. © UBIMET / NCEP

Herbst am Mittelmeer: Regen und heftige Gewitter

Ein kräftiges Gewitter an der Adria. © NIkolas Zimmermann

Im Herbst nimmt der Tiefdruckeinfluss im Mittelmeerraum im Mittel zu, was in Zusammenspiel mit den noch milden Wassertemperaturen besonders in den Küstenregionen zur regenreichsten Zeit des Jahres führt. Vor allem unter dem Einfluss von Höhentiefs kommt es häufig zu heftigen Gewittern: Die verstärkte vertikale Temperaturabnahme sorgt nämlich für eine labile Schichtung der Atmosphäre. Allgemeine Infos zu den Auswirkungen von Höhentiefs auf das Wetter gibt es hier: Wie wirkt sich Höhenkaltluft auf das Wetter aus.

Höhentief im Süden

Die Gefahr von Sturzfluten und Hagelschlag ist an den Küsten des Mittelmeers in dieser Jahreszeit besonders hoch, zudem sind Wasserhosen keine Seltenheit. In den letzten Tagen ist ein Höhentief von Norditalien in den südlichen Mittelmeerraum gezogen und hat dabei an den angrenzenden Küstenregionen für turbulente Wetterverhältnisse gesorgt.

Das Höhentief über dem Mittelmeer am Donnerstag
Dort, wo das Höhentief für eine auflandige Strömung sorgt, regnet es stark. © UBIMET

Sturzfluten und Hagel

Auch in den kommenden Tagen muss man besonders in Sardinien, in Süditalien, im Westen Griechenlands sowie im Norden Algeriens mit kräftigen Schauern und Gewittern rechnen. Etwas geringer fallen die Regenmengen im Kern des Höhentiefs aus, da hier keine auflandige Strömung herrscht und sich die Schauer und Gewitter lokal ausregnen.

Besonders in Süditalien gibt es kräftige Schauer und Gewitter.
Niederschlagsprognose bis Freitagabend. © UBIMET

Hagelsturm in Ligurien

Zu Wochenbeginn war vor allem die Westküste Italiens von heftigen Gewittern betroffen, so gab es am Montag westlich von Savona in Ligurien einen regelrechten Hagelsturm: Teils großer Hagel färbte hier innerhalb weniger Minuten den gesamten Strand weiß und verstopfte mit Eis manche Straßen in der Kleinstadt Alassio. An der Westküste Italiens wurden lokal auch Wasserhosen beobachtet, Sturzfluten waren dagegen vor allem im Süden des Landes sowie auf Malta ein Thema.



Titelbild: Gewitter an der Adria. © N. Zimmermann

Die Polarnacht: Bis zu 6 Monate Dunkelheit

Die Polarnacht bringt lange Dunkelheit im hohen Norden

Da die Erde um die Sonne kreist und die Erdachse von dieser Bahnbewegung unabhängig ihre Neigung von etwas mehr als 23° beibehält, sind die Pole im jeweiligen Sommer der Sonne zugewandt und im Winter von ihr abgewandt. Aus diesem Grund steht die Sonne an den geografischen Polen für etwa ein knappes halbes Jahr unter dem Horizont. Je mehr man sich den Polarkreisen nähert, desto kürzer die Polarnacht: Die Polarnacht dauert ein knappes Breitengrad nördlich des Polarkreises nur noch einen Tag, südlich davon gibt es sie auf der Nordhalbkugel nicht.

Wie dunkel wird es?

Nicht überall jenseits des Polarkreises wird es am dunkelsten Tag des Jahres zur Wintersonnenwende völlig dunkel. Das liegt daran, dass die Sonne wegen der Lichtbrechung der Sonnenstrahlen in der Atmosphäre in Horizontnähe um etwas mehr als einen Sonnendurchmesser höher steht, als es ohne Atmosphäre der Fall wäre. So kommt es erst etwas polnäher (ab etwa ± 67,41° Breite) zu der Erscheinung, dass die Sonnenscheibe an einem Tag im Jahr nicht sichtbar ist. Klarerweise ist es dann aber zur Mittagszeit noch hell dämmrig. Je näher man dem Pol kommt, umso tiefer unterhalb des Horizonts befindet sich die Sonne und immer dunkler wird es. Ab etwa rund 73° Breite ist es ständig zu dunkel zum Zeitunglesen und ab etwa 79° Breite sind immer die hellsten Sterne zu sehen. Ab rund 85° schließlich gelangt ständig kein Dämmerschein der Sonne mehr auf die Erde, es ist also wirklich stockdunkel und dies erst nördlich davon auch länger als für einen Tag.

Polarnacht am Nordpol

Unmittelbar am Nordpol dauert die Polarnacht ein knappes halbes Jahr: Von etwa dem 25. September bis zum 17. März. Genauer gesagt handelt es sich dabei aber eher für längere Zeit um eine „Polardämmerung“. Richtig finster wird es hier für zweieinhalb Monate, etwa vom 13. November bis zum 29. Jänner. Ein halbes Jahr davor oder danach findet die Polarnacht am Südpol statt.

Straßenverhältnisse im Herbst: 5 Herausforderungen für Autofahrer

Die 5 größten Herausforderungen für Autofahrer im Herbst

Die Umstellung von Sommerzeit auf Winterzeit findet zwar erst in vier Wochen statt, doch schon jetzt werden die Tage merklich kürzer. Der Pendelverkehr verlagert sich nun zunehmend in die Dämmerung. Mehrere Gefahrenquellen werden somit für Autofahrer zunehmend zum Thema:

  • Sonnenblendung
  • Wildwechsel
  • Nebel
  • Eis
  • Laub

Sonnenblendung

Die Sonne steht derzeit bereits recht tief am Himmel, so kommt es besonders in den Morgen- und Abendstunden vor, dass man beim Autofahren direkt in die Sonne schaut. Dies wirkt sich negativ auf die Sichtweite aus, im Extremfall wird es sogar vergleichbar zu einer Nebelsituation. Selbst die Sonnenblende hilft manchmal nicht, sondern nur eine Verminderung der Fahrgeschwindigkeit.

Wildwechsel

Besonders jetzt im Herbst ist zur Dämmerung viel Wild unterwegs. Da Wildtiere meist auf bekannten Wegen die Verkehrsstraßen der Menschen passieren, warnen Hinweisschilder genau vor dem Wildwechsel. Somit kann die Gefahr von Zusammenstößen zwischen Autos und Wildtieren zumindest minimiert werden. Nichtsdestotrotz gibt es Jahr für Jahr zahlreiche Unfälle!

Gefahr von Wildwechsel auf den Straßen.
Gefahr von Wildwechsel auf den Straßen. © pixabay.com

Nebel und Eis

In den kommenden Wochen nimmt die Nebelanfälligkeit kontinuierlich zu. Bekannte Nebelregionen sind beispielsweise der Bodenseeraum, der Donauraum, das Klagenfurter Becken und das Schweizer Mittelland. Die Sichtweite kann dabei drastisch abnehmen! Frost ist ein Wetterparameter, der erst zum Ende des Herbstes wirklich verbreitet auftritt, in Tal- und Beckenlagen kann es aber bereits jetzt Bodenfrost geben. Besonders auf Brücken kann es dann in den Nächten nach Durchzug einer Wetterfront glatt werden und in klaren Nächten kann sich Reif bilden. Dies ist in den kommenden Wochen besonders gefährlich, da viele Autos noch mit Sommerreifen unterwegs sind.

Rutschiges Laub

Herabfallendes Laub ist vor allem bis Mitte November ein Problem. Gerade nach windigen Tagen sowie kalten Nächten präsentieren sich viele Straßen übersät von bunten Blättern. In Kombination mit Regen oder Tau wirkt das nasse Laub wie ein natürliches Schmiermittel. Allgemein bleiben die Straßen nach einem Frontdurchgang zudem immer länger feucht.

Heute ist astronomischer Herbstbeginn

Vergangene Nacht hat der Herbst begonnen.

Herbstbeginn

Der astronomische Herbst beginnt auf der Nordhalbkugel in der letzten Septemberdekade stets am 22., 23. oder 24. September. Er fällt immer auf das Äquinoktium, also auf den Tag, an dem der lichte Tag und die Nacht mit je 12 Stunden exakt gleich lang sind. In diesem Jahr war das der 23. September um 03:54 Uhr, also vor wenigen Stunden. Auf der Südhalbkugel ist es übrigens andersrum, hier verabschiedet sich mit der gleichbedeutenden Tagundnachtgleiche der Winter und der Frühling kehrt ein.

Goldener Herbst?

Ende September und Anfang Oktober stellt sich oftmals ruhiges und stabiles Hochdruckwetter ein. Der sogenannte Altweibersommer ist im deutschen Sprachraum eine sogenannte meteorologische Singularität, also eine regelmäßig wiederkehrende Wettererscheinung. Heuer war der Altweibersommer besonders gut ausgeprägt, die vergangenen Wochen waren nämlich viel zu warm. Der Übergang in den Goldenen Oktober findet bei entsprechender Wetterlage fließend statt. Neben der milden und sonnigen Witterung zeichnet sich diese Periode durch die beginnende Blattfärbung in den heimischen Wäldern aus. Der immer öfter auftretende Morgennebel in den Tal- und Beckenlagen ist ein erstes untrügliches Zeichen für die kühlere Jahreszeit. Während sich im Oktober Nebel und Hochnebel bis etwa Mittag noch oft auflösen und der Sonne Platz machen, ist der Nebel im November wesentlich hartnäckiger. Oft hält er sich dann über Tage hinweg.

Wie wird der Herbst 2018?

Die aktuellen Mittelfristprognosen zeigen, dass der Herbst mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu trocken und etwas wärmer als im langjährigen Mittel ausfällt. Was der Herbst tatsächlich mit uns vorhat, zeigen aber erst die nächsten Wochen.

Quelle Titelbild: pixabay

Sturmtiefs im Herbst

Die Sturmsaison geht in Europa los

Allgemein muss eine Windstärke von mindestens 75 Kilometer pro Stunde erreicht werden, damit ein Tief als Sturmtief eingestuft wird (Bft. 9). Von einem Orkantief spricht man dagegen erst ab einer mittleren Windgeschwindigkeit von 118 Kilometern pro Stunde (Bft. 12). Die Windböen fallen entsprechend stärker aus, so kann auch ein Sturmtief für Orkanböen sorgen. Auch der absolute Wert des Luftdrucks kann extreme Werte annehmen, so weisen Sturmtiefs über dem Atlantik mitunter einen Minimaldruck von unter 940 hPa auf! Zum Vergleich: Der durchschnittliche Luftdruck liegt allgemein bei 1013 hPa. In vielen Fällen ist allerdings nicht der absolute Wert des Luftdrucks relevant, sondern die Drucktendenz. So kann beispielsweise auch ein Tief mit einem Kerndruck von 1000 hPa durchaus für orkanartige Böen sorgen, wenn der Luftdruck in der Umgebung deutlich höher ist.

Warum stürmt es?

In den Herbstmonaten kommt die polare Luft allmählich in südlichere Gefilde in Richtung Mitteleuropa voran, wo meist noch sehr warme Luftmassen lagern. Im meteorologischen Fachjargon wird dieser Übergangsbereich von polaren zu suptropischen Luftmassen als Frontalzone bezeichnet. Diese befindet sich je nach Jahreszeit in den nördlichen Breiten zwischen 30 und 60 Grad und gilt als Entstehungsort für Tiefdruckgebiete. Entlang dieser Luftmassengrenze wehen kräftige Westwinde um die Nordhalbkugel. Je größer nun die Temperaturgegensätze sind, desto rapider verläuft auch die Entwicklung von Tiefs.

Früher Start in die Sturmsaison

Es ist unumgänglich, dass mit Voranschreiten der Jahreszeit vermehrt Tiefdruckgebiete über dem Atlantik entstehen. Während jedoch am Anfang des Herbstes meist noch geringe Temperaturgegensätze vorherrschen und Mitteleuropa oft unter Hochdruckeinfluss liegt, ist spätestens im Oktober oder November mit Abschwächung des Hochs der Weg für die Sturmtiefs frei. Heuer ist dies bereits jetzt der Fall, so kündigt sich Sonntagabend- und nacht ein markantes Sturmereignis in Mitteleuropa an. Weitere Infos dazu gibt es hier: Sturmtief FABIENNE nimmt Kurs-auf-Mitteleuropa.

Titelbild: anschieber | niadahoam.de on VisualHunt.com / CC BY-NC-SA

Sardinien: Potentieller Medicane über dem Mittelmeer

Ein Medicane über dem Mittelmeer

Unter bestimmten Bedingungen können sich über dem Mittelmeer subtropische oder gar tropische Tiefdruckgebiete bilden. Obwohl sie die Stärke eines Hurrikans nur in absoluten Ausnahmefällen erreichen, werden sie als Medicane bezeichnet. Der Ausdruck ist eine Zusammensetzung aus Mediterranean und Hurricane. Diese vergleichsweise kleinen Tiefdruckgebiete treten vor allem in den Herbstmonaten über dem westlichen und südlichen Mittelmeer auf. Meist entwickeln sie sich unter dem Einfluss von sich abschwächenden Höhentiefs, welche im Zuge von Kaltlufteinbrüchen in Südeuropa entstanden sind. Kräftige Gewitter, ausgelöst durch die großen Temperaturunterschiede zwischen der Meeresoberfläche und der Luft, stellen die treibende Kraft dar.

Über dem Mittelmeer könnte sich wieder ein Medicane bilden
Blitze und Wolken am Mittwoch um 7 Uhr. © EUMETSAT / UBIMET

Potentieller Medicane

Derzeit gibt es über dem Tyrrhenischen Meer kräftige Gewitter und laut manchen Wettermodellen könnte es hier am Donnerstag noch zur Entwicklung eines Medicanes kommen (siehe Satellitenbild mit den aktuellen Blitzentladungen). Während in den meisten Fällen ein vorangehender Kaltlufteinbruch eine entscheidende Rolle spielt, ist das aktuell nicht der Fall. Das Potential für die Entstehung eines tropischen Tiefdruckgebiets ist gegeben, wenngleich es noch einige Unsicherheiten gibt. Die Modelle lassen dieses Tief in Richtung Sardinien ziehen, hier kann es am Donnerstag und Freitag somit zu stürmischen Böen und kräftigen Gewittern kommen.

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Titelbild: Tropischer Sturm Rolf im November 2011 (© EUMETSAT)

Medicanes: Tropische Stürme im Mittelmeer

Tropische Stürme im Mittelmeer

Der Mittelmeerraum ist vor allem im Winterhalbjahr eine regelrechte Brutstätte von Tiefdruckgebieten. Dies ist einerseits der Lage des Mittelmeers zwischen den mittleren Breiten und den Subtropen zu verdanken, andererseits auch der zahlreichen, angrenzenden Gebirgsketten, die den Prozess der Tiefdruckentwicklung begünstigen. In der Regel entstehen Tiefdruckgebiete über dem Mittelmeer im Zuge von Kaltluftvorstößen, welche von Tiefs der mittleren Breiten eingeleitet werden. Diese Tiefdruckgebiete weisen im Gegensatz zu tropischen Tiefs einen kalten Kern auf und besitzen Warm- und Kaltfronten.

Medicanes

Unter bestimmten Bedingungen können sich auch im Mittelmeerraum subtropische oder gar tropische Tiefdrucksysteme entwickeln. Obwohl sie die Stärke eines Hurrikans der Kategorie 1 nur in absoluten Ausnahmefällen erreichen, werden sie Medicanes (Mediterranean hurricane) genannt. Sie treten vor allem im Herbst auf und dann bevorzugt im Bereich der Balearen und über dem Ionischen Meer. In den meisten Fällen entstehen sie in Folge von Kaltlufteinbrüchen im Mittelmeerraum und werden durch zurückbleibende Höhentiefs begünstigt. Ähnlich wie bei tropischen Tiefdruckgebieten stellt die Kondensation des Wasserdampfs in den Gewitterwolken die treibende Kraft dar (begünstigt durch die Temperaturunterschiede zwischen der Meeresoberfläche und der Luft).

Aktueller Fall

In diesen Tagen deuten manche Modelle auf die Entwicklung eines Medicanes über dem Tyrrhenischen Meer. Aktuell sind dort bereits kräftige Gewitter entstanden (siehe Satellitenbild). Im Gegensatz zu den meisten Medicane-Entwicklungen gab es in diesem Fall aber keinen vorangehenden Kaltlufteinbruch und damit auch kein abgeschlossenes Höhentief über dem Mittelmeerraum. Die Unsicherheiten sind noch groß, das Potential für die Entwicklung eines tropischen Tiefs ist aber vorhanden. Vor allem an der Südostküste Sardiniens drohen somit ab Donnerstag stürmische Böen und gewittriger Starkregen.

Über dem Mittelmeer entwickelt sich ein Medicane
Satellitenbild und Blitze am Mittwoch um 7 Uhr. © EUMETSAT / UBIMET

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Titelbild: Medicane Qendresa im 2014 (© NASA/ EOSDIS)

Die nassesten Orte der Erde

Exemplarisches Beispielbild, tropischer Regenwald @ alschim on VisualHunt

Wo die nassesten Regionen der Erde liegen, lässt sich relativ einfach sagen. Generell sind die Tropen rund um den Äquator mit ihren warmen und extrem feuchten Luftmassen die mit Abstand regenreichsten Gebiete. Dies ist übrigens auch der Grund, warum dort der immergrüne Regenwald heimisch ist. Hier zur Illustration eine Karte mit den mittleren Jahresniederschlägen:

Karte mit dem mittleren Jahresniederschlag @ https://www.climate-charts.com
Karte mit dem mittleren Jahresniederschlag @ https://www.climate-charts.com

 

Das Band mit den größten Jahresniederschlägen erstreckt sich in Südamerika von Kolumbien über das Amazonasgebiet Brasiliens bis zum Atlantik. In Afrika sticht vor allem der Kongo und Äquatorial-Guinea heraus, in Südostasien werden die größten Jahresniederschläge im Inselstaat Indonesien gemessen. Doch auch an den Westküsten Europas und Nordamerikas sowie in Neuseeland kommen im Laufe eines Jahres ganz ordentliche Regen- und hier auch Schneemengen von bis zu 10.000 mm zusammen.

Nass, nasser, Mawsynram

Den offiziellen Weltrekord für den größten Jahresniederschlag hält aber die Ortschaft Mawsynram im indischen Bundestaat Meghalaya. Dort sorgt der Monsun Jahr für Jahr im Sommer für schier unglaubliche Regenmengen. Feuchte Luft aus dem Golf von Bengalen strömt nordwärts, wird an den Khasi-Bergen (einem Ausläufer des Himalaya) gehoben und regnet sich aus. Hier regnet es durchschnittlich 11,87 m pro Jahr, also 11.870 Millimeter.

 

Zum Vergleich: der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt in Berlin 570 mm, in Wien 550 mm und in Zürich 1.000 mm. Allerdings sind die Messungen in Indien nicht frei von Fehlern, weshalb auch andere Orte in der Welt Anspruch auf den Titel „Nassester Ort der Erde“ erheben.

Mount Waialeale – der nasse Berg

Die Vulkaninseln von Hawaii ragen weit aus dem Pazifik heraus, an ihren steilen Hängen stauen sich feuchte Luftmassen, die der Nordost-Passat zu den Inseln lenkt. Über einen Zeitraum von 32 Jahren wurden am Mount Waialeale auf Kauai durchschnittlich 11.684 mm Regen pro Jahr gemessen. Aufgrund der fehlerhaften Regenmessung in Indien sind die Hawaiianer der Überzeugung, sie würden den nassesten Ort der Welt beherbergen.

Kolumbien mischt auch mit

Im Städtchen Lloro im Weststau der kolumbianischen Anden wurden durchschnittlich 13.300 mm Regen pro Jahr … geschätzt! Deshalb läuft dieser Wert außer Konkurrenz. Einheimische Meteorologen sind dennoch der Meinung, in Lloro fällt so viel Regen pro Jahr wie sonst nirgends auf der Welt.

 

Wetterpatenschaften für 2019

Aktuelle Wetterkarte mit Namen der Hoch-und Tiefdruckgebiete, 14.09.2018 @ www.wetterpate.de

Bereits seit mehr als 60 Jahren werden die in Mitteleuropa aktiven Hoch- und Tiefdruckgebiete mit Namen belegt, Grundüberlegung war eine leichtere Kommunikation zwischen den Meteorologen in Anlehnung an die dazumal schon gängige Praxis in den USA. Die breite Öffentlichkeit wurde im deutschsprachigen Raum aber erst 1990 durch die Orkantiefs VIVIAN und WIEBKE darauf aufmerksam. Seitdem ist  die Verwendung der Namen in den Medien quasi Standard. Seit 2002 können schließlich die Bürger im Rahmen der Aktion „Wetterpate“ Namen für die Druckgebiete wählen und sich so ein Hoch oder Tief selbst gönnen oder verschenken.

Hier im Berliner Wetterturm des Met. Instituts der FU Berlin werden die Patenschaften vergeben und wird das Wetter beobachtet, @ www.wetterpate.de
Hier im Berliner Wetterturm des Met. Instituts der FU Berlin werden die Patenschaften vergeben und das Wetter beobachtet, @ www.wetterpate.de

 

Und die Einnahmen kommen einem guten Zweck zu Gute: Am Meteorologischen Institut der FU Berlin gibt es noch eine recht praxisnahe Ausbildung der angehenden Meteorologen. U.a. gibt es hier eine eigene Wetterstation, deren Daten und Beobachtungen in das weltweite Netz einfließen. Diese ist rund um die Uhr besetzt, also Augenbeobachtungen wie Wetterzustände, Wolkenarten und -höhen, Sichtweiten etc. werden von Studenten aufgenommen und international verschlüsselt. Gerade dies wird heutzutage immer seltener, denn die nationalen Wetterdienste ersetzen immer mehr Wetterbeobachter durch Instrumente, deren Qualität oftmals zu wünschen übrig lässt.

Abschlusspaket für einen Paten, @ www.wetterpate.de
Abschlusspaket für einen Paten, @ www.wetterpate.de

 

 

Der Taupunkt und der Tau

Morgentau auf eine Wiese

Als Tau bezeichnet  man einen beschlagenden Niederschlag aus flüssigem Wasser. Er entsteht durch Kondensation von in der Atmosphäre unsichtbar enthaltenem Wasserdampf an unterkühlten Oberflächen. Förderlich für dieses Phänomen sind folgende Faktoren:

  • Lange Nächte im Spätsommer und Herbst
  • Windschwache Verhältnisse
  • Wolkenloser Himmel

Die Luft kann je nach Temperatur nur eine bestimmte Menge an Wasserdampf aufnehmen. Dabei gilt: Je höher die Temperatur, desto mehr Wasserdampf kann sie fassen. Kommt etwas wärmere und feuchte Luft jedoch in Kontakt mit kühleren Oberflächen wie etwa Grashalme oder Autos, kühlt sie sich ab und kann den gespeicherten Wasserdampf nicht mehr halten. Dieser fällt aus und lagert sich dann in Form von Tautropfen ab. Passiert das ganze bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, entsteht übrigens weißlicher Reif.

Der Taupunkt

Der Tau hat in der Meteorologie sogar zur Namensgebung einer physikalischen Größe beigetragen: Unter der „Taupunkttemperatur“ versteht man nämlich jene Temperatur, auf die sich die Luft abkühlen müsste, um vollständig mit Wasserdampf gesättigt zu sein. Ab dieser Temperatur beträgt die relative Feuchte der Luft bereits 100 %. Kühlt sich die Luft nur um wenige Zehntel weiter ab, beginnt Wasser an Oberflächen oder Kondensationskernen in der Umgebung zu kondensieren und es entsteht Nebel bzw. Tau.

Abschätzung der Tiefsttemperatur

Da beim Phasenübergang vom gasförmigen Wasserdampf zu flüssigem Wasser Wärme freigesetzt wird, wird die nächtliche Abkühlung bei einsetzender Taubildung gebremst oder sogar gestoppt. Daher gibt es in der Wettervorhersage auch eine Faustregel, welche die Taupunktstemperatur am Nachmittag als grobe Abschätzung für die nächtlichen Tiefstwerte heranzieht. Dies funktioniert natürlich nur dann, wenn die Luftmasse über einem Ort in den Stunden zwischen Nachmittag und dem folgenden Morgen nicht durch eine Wetterfront ausgetauscht wird. Auch bei bewölktem Himmel oder Wind ist diese Abschätzung nicht möglich, beides führt zu milderen Nächten.

Titelbild: Robert Körner on VisualHunt / CC BY-NC-SA

Hurrikan und Orkantief: Wo liegt der Unterschied?

Die Sicht vom Weltraum auf Hurrikan Florence

Hurrikan Florence wird in den kommenden Tagen zunehmend an Medienpräsenz gewinnen. Besonders in den Küstenregionen von North und South Carolina drohen durch den Landfall des Wirbelsturms katastrophale Auswirkungen, so laufen die Evakuierungen in diesen Regionen bereits an. Mehr dazu hier: Florence bereits Kategorie 4. Aus meteorologischer Sicht weisen diese tropischen Tiefdruckgebiete völlig andere Merkmale als die Tiefdruckgebiete der mittleren Breiten auf.

Keine Temperaturgegensätze

Allgemein sind Hurrikane in den meisten Fällen vergleichsweise klein und besitzen einen Durchmesser von wenigen hundert bis etwa 1.500 Kilometer. Ausgeprägte Tiefdruckgebiete über dem Nordatlantik erreichen noch wesentlich größere Ausdehnungen. Hurrikane sind zudem symmetrisch angeordnet und weisen abgesehen vom etwas wärmeren Kern nahezu keine Temperaturgegensätze mit dem Umfeld auf. Sie entziehen ihre Energie nahezu ausschließlich mittels Verdunstung bzw. Kondensation von den warmen Gewässern der Tropen. Die Tiefs in den mittleren Breiten benötigen für ihre Entstehung hingegen starke Temperaturgegensätze und weisen somit Warm- und Kaltfronten auf.

Hurrikan mit Höhenhoch

Die Regionen mit dem stärksten Windfeld sind bei Wirbelstürmen meist eng begrenzt, während beispielsweise atlantische Tiefs zwar schwächere, aber dafür wesentlich größere Windfelder aufweisen.  Da die Luft in einem Hurrikan zudem etwas wärmer als in seinem Umfeld ist, sinkt der Druck mit der Höhe im Kern des Sturms weniger schnell als in der Umgebung. Ab einer bestimmten Höhe herrscht im Zentrum somit ein höherer Druck als im Umfeld: Dieses lokale Hochdruckgebiet in der Höhe drückt die Luft vom Kern des Hurrikans weg. Daher sieht man am Satellitenfilm von starken Hurrikanen auch im Uhrzeigersinn abziehende Wolken vom Kern des Wirbelsturms. Ohne dieses ausströmen der Luft könnte der Druck in bodennähe auch nicht weiter sinken.

Im Gegensatz zu einem tropischen Wirbelsturm ist ein Orkantief also ein Tief der mittleren Breiten, welches im stärksten Windfeld eine Windgeschwindigkeit von mindesten 118 km/h aufweist. Es besitzt eine Kalt- und eine Warmfront und hat einen kalten Kern.

 

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Titelbild: Die Sicht von der Internationalen Raumstation auf Hurrikan Florence am Montag. © Richard Arnold / NASA

Klimatologie im September

Herbstlicht im September

Sommerende?

Kalendarisch beginnt der Herbst erst am 23. September, in der Meteorologie zählt man den September bereits komplett zur dritten Jahreszeit. Besonders in der ersten Hälfte des Monats sollte der Sommer aber keineswegs unterschätzt werden. Temperaturen an die 30 Grad oder sogar darüber kommen in manchen Jahren vor. Bisherige Temperaturrekorde stammen aus dem Jahr 2015:

  • 36 Grad Pottschach-Ternitz (01.09.2015)
  • 35,6 Grad Waidhofen an der Ybbs (01.09.2015)
  • 35,5 Grad Gumpoldskirchen (17.09.2015)

Nichtsdestotrotz büßt man beispielsweise in Wien im September durchschnittlich vier Minuten pro Tag an Tageslänge ein. Sind zu Beginn des Monats noch 13,5 Stunden Sonnenschein möglich, stehen am Ende nur noch 11,5 Stunden zur Verfügung. Zudem ist die Intensität der Strahlung aufgrund des geringeren Sonnenstands herabgesetzt, im September kommt hierzulande ungefähr die gleiche Globalstrahlung wie im März an.

Erhöhte Nebelneigung und Schnee

Wegen der immer länger werdenden Nächte kann die Luft bodennah stärker auskühlen als noch in den Monaten davor. Somit bilden sich vermehrt Nebelfelder. Liegen in höheren Schichten noch dazu deutlich wärmere Luftmassen, sind bereits Hochnebelfelder möglich. Diese können sich von Tag zu Tag länger halten.

Im September schaffen es zudem die ersten kräftigeren Tiefdruckgebiete bis nach Mitteleuropa und verstärken sich auf ihrem Weg über die noch aufgeheizten Meere weiter. Damit sind insbesondere in Norddeutschland erste sogenannte Herbststürme möglich, die an ihrer Rückseite kalte Luft bis an die Alpen strömen lassen können. Wintereinbrüche bis in höher gelegene Orte stehen damit bereits wieder am Programm.

Die Sonne und ihr Einfluss auf unser Gemüt

Die Sonne ist gut für unser Gemüt und unsere Stimmung. @shutterstock

Tagtäglich wird es den meisten bewusst: Scheint die Sonne, ist die Laune automatisch besser; verdunkeln Wolken dagegen den Himmel und ist es dazu gar noch feucht-kalt, sind die Mundwinkel doch häufiger nach unten gezogen. Zahlreiche Studien gibt es zu diesem Thema. Und sie zeigen nicht nur, in welche Richtung sich unsere Mundwinkel bewegen: So ist bei Sonnenschein das Ausgabeverhalten größer, das Gedächtnis funktioniert besser und gar Flirtversuche sind erfolgreicher. Doch auf welchem Weg genau beeinflusst Sonnenlicht unsere Stimmung?

Melatonin, Serotonin und Vitamin D

Drei biologische Komponenten sind die Hauptakteure:

  • Melatonin
  • Serotonon
  • Vitamin D

Das Hormon Melatonin wird auch als ‚Schlafhormon‘ bezeichnet. Die Zirbeldrüse produziert es automatisch über Nacht bei Dunkelheit und erst am Morgen mit zunehmender Helligkeit wird die Bildung gehemmt und die Müdigkeit nimmt ab. Sind die Nächte im Winter also länger, bleibt auch der Melatoninspiegel tagsüber erhöht. Das Hormon Serotonin ist auch als ‚Glückshormon‘ bekannt und gehört zur Gruppe der Endorphine. Es steigert das allgemeine Wohlbefinden, reguliert den Zuckerstoffwechsel und vertreibt Ängste und Depressionen. Sonnenlicht fördert dessen Produktion. Vitamin D wird vom Körper gebildet, wenn Sonnenlicht mit ausreichender Intensität auf unsere Haut trifft. Je höher das Vitamin-D-Level ist, desto besser fühlen wir uns. Es ist möglich im Sommer einen Vorrat im Körperfett anzulegen, um den Mangel dann im dunklen Winterhalbjahr gering zu halten.

Fast 12.000 Liter Regen pro Jahr – der nasseste Ort der Welt

In Indien liegt der nasseste Ort der Erde.

Nasse Tropen

Wo die nassesten Regionen der Erde liegen, lässt sich relativ einfach sagen. Generell sind die Tropen rund um den Äquator mit ihren warmen und extrem feuchten Luftmassen die mit Abstand regenreichsten Gebiete. Dies ist übrigens auch der Grund, warum dort der immergrüne Regenwald heimisch ist. Hier zur Illustration eine Karte mit den mittleren Jahresniederschlägen:

Blick auf die Regenverteilung der Erde.
Blick auf die Regenverteilung der Erde.

Das Band mit den größten Jahresniederschlägen erstreckt sich

  • in Südamerika von Kolumbien über das Amazonasgebiet Brasiliens bis zum Atlantik,
  • in Afrika Äquatorial-Guinea bis zum Kongo und
  • in Südostasien von Indien bis Indonesien.
    Doch auch an den Westküsten Europas und Nordamerikas sowie in Neuseeland kommen im Laufe eines Jahres ganz ordentliche Regen- und hier auch Schneemengen von bis zu 10.000 mm zusammen.

Nass, nasser, Mawsynram

Den offiziellen Weltrekord für den größten Jahresniederschlag hält die Ortschaft Mawsynram im indischen Bundestaat Meghalaya. Dort sorgt der Monsun Jahr für Jahr im Sommerhalbjahr für schier unglaubliche Regenmengen. Feuchte Luft aus dem Golf von Bengalen strömt nordwärts, wird an den Khasi-Bergen (einem Ausläufer des Himalaya) gehoben und regnet sich aus. Hier regnet es durchschnittlich 11,87 m pro Jahr, also 11.870 Millimeter. Zum Vergleich: der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt in Berlin 570 mm, in Wien 550 mm und in Zürich 1.000 mm. Allerdings sind die Messungen in Indien nicht frei von Fehlern, weshalb auch andere Orte in der Welt Anspruch auf den Titel „Nassester Ort der Erde“ erheben.

Mount Waialeale – der nasse Berg

Die Vulkaninseln von Hawaii ragen weit aus dem Pazifik heraus, an ihren steilen Hängen stauen sich feuchte Luftmassen, die der Nordost-Passat zu den Inseln lenkt. Über einen Zeitraum von 32 Jahren wurden am Mount Waialeale auf Kauai durchschnittlich 11.684 mm Regen pro Jahr gemessen. Aufgrund der fehlerhaften Regenmessung in Indien sind die Hawaiianer der Überzeugung, sie beherbergen den nassesten Ort der Welt.

Titelbild: pixabay

Warme Meere sorgen für mehr Krankheiten

Bakterien im Meerwasser verursachen Krankheiten

Aufgrund der erhöhten Wassertemperaturen haben sich bestimmte Bakterien innerhalb der vergangenen 50 Jahre verdoppelt bis verdreifacht. Diese Bakterien sind für einige Krankheiten verantwortlich. So ist es nicht verwunderlich, dass eine Studie der National Academy of Science in den USA eine eindeutige Verbindung zwischen steigenden Wassertemperaturen des Nordatlantiks sowie der Nordsee und zunehmenden Erkrankungen der Küstenanrainer herstellen kann.

Steigende Anzahl an Krankheitsfällen

In den vergangenen Jahren gab es in den USA, aber auch in Europa mehr und mehr Personen, die durch die Meeresbakterien krank wurden. Das Problem ist erheblich, allein in den USA erkranken pro Jahr rund 80.000 Personen, 100 von ihnen versterben sogar. Den Weg in den Körper finden die Bakterien typischerweise  über:

  • ungekochte oder unzureichend gekochte Fische
  • Meeresfrüchte
  • beim Baden im Meer über Schnittverletzungen der Haut.

Problem wird in Zukunft größer

In der Zukunft ist durch die weitere Erwärmung des Meeres eine Zunahme der Bakterien zu erwarten. Eine Studie von 17 europäischen Meeresinstituten warnte bereits im Jahr 2011 vor Kosten in Millionenhöhe für die Krankenversicherungen in den kommenden Jahren.

Abnehmende Tageslänge: Bereits 2 Stunden weniger Sonnenschein

Seit der Sommersonnenwende ist die Tageslänge bereits 2 Stunden kürzer.

Besonders beim Weg zum Frühdienst oder am Abend auf der Terrasse macht sich mittlerweile die abnehmende Tageslänge bemerkbar. Die Sonne geht morgens später auf und am Abend früher unter, somit büßen wir immer mehr Sonnenscheinminuten ein.

Die Tage sind bereits 2 Stunden kürzer als zur Sommersonnenwende.
Die Tageslänge nimmt ab Ende August rapide ab. © UBIMET

4 Minuten pro Tag

An der variierenden Tageslänge im Laufe des Jahres ist die etwa um 23 Grad geneigte Erdachse schuld. Während die Sonne zur Sommersonnenwende im Juni im Alpenraum etwa 16 Stunden lang scheint, dauert der Tag im Dezember nur mehr 8 Stunden.

Die Tageslänge nimmt um bis zu 4 Minuten täglich ab.
Die Tageslänge nimmt um bis zu 4 Minuten pro Tag ab (der 21.8. ist Tag Nr. 233).

In Wien büßt man in den nächsten Wochen täglich etwa vier Minuten Tageslänge ein. Sind derzeit noch 14 Stunden Sonnenschein möglich, stehen Ende September nur noch knapp 11,5 Stunden zur Verfügung. Am Ende des meteorologischen Herbstes, also Ende November dauert der Tag dann überhaupt nur noch 9 Stunden.

Ort Tageslänge 21.6. Tageslänge 21.8. Tageslänge 21.9.
Wien 16:05 14:01 12:15
Berlin 16:50 14:21 12:18
Köln 16:32 14:13 12:16
Zürich 15:57 13:57 12:15

Auswirkungen

Der Tagesgang der Temperatur wird langsam etwas geringer, da die Sonne tagsüber nicht mehr ganz so hoch steht und somit weniger Energie für die Erwärmung der Luft zur Verfügung steht. Aufgrund der länger werdenden Nächte kann die Luft bodennah stärker auskühlen als noch vor wenigen Wochen. Vor allem in den großen Ballungsräumen nimmt die Schlafqualität dadurch zu. In Beckenlagen werden zudem in den kommenden Wochen Frühnebelfelder wieder häufiger und auf den Wiesen kann sich Tau bilden.

Die 5 besten Tipps gegen Wespen

Die besten Tipps gegen Wespen

Besonders beim Larvenstadium im Frühjahr waren die Wetterbedingungen für die Wespenköniginnen heuer optimal: Einerseits wurde es sehr schnell warm, so erlebten wir den wärmsten April seit 1800, andererseits war es auch trocken, weshalb die neuen Wespennester keine Probleme mit Schimmel hatten. Oft fallen in dieser Jahreszeit nämlich bis zu 90% der jungen Wespen der Witterung oder hungrigen Vögeln zum Opfer, was heuer nicht der Fall war. Auch im Sommer gab es kaum witterungsbedingte Rückschläge für die Völker.

Trockenheit mit Folgen

Die Völker werden im im Laufe des Sommers kontinuierlich größer. Ab Mitte August werden die Wespen dann richtig gierig, da sie ihren Entwicklungshöhepunkt erreichen und immer mehr Larven zu versorgen haben. Die Wespen sind zudem besonders aktiv, da ihnen die Trockenheit zu schaffen macht: Einerseits benötigen sie Wasser um das Nest zu bauen und zu kühlen, andererseits fallen heuer bestimmte Nahrungsquellen aus. Im Frühjahr gab es nämlich eine Angstblüte der Fichten, wir berichteten darüber hier:  Fichtenblütenstaub bzw. Pollen färben Attersee gelb. In solchen Jahren fehlt den Bäumen dann meist die Energie für die Aufrechterhaltung des Saftstroms, weshalb in den Wäldern weniger Blatt- und Baumläuse vorkommen. Letztere dienen den Wespen als Nahrungsquelle. Das Fehlen der Honigtauproduzenten führt übrigens auch dazu, dass Waldhonig heuer zur Mangelware wird.

Keinen Wintervorrat

Im Herbst fallen die Wespen aber dem ersten Frost oder sonstigen Hungerperioden zum Opfer, da die Wespen im Gegensatz zu einem Bienenvolk keinen Wintervorrat anlegen. Nur die begatteten neuen Königinnen überleben bis zum nächsten Frühjahr. Für Allergiker sind Wespen gefährlich, allgemein sind sie aber auch nützliche Tiere, so bestäuben sie Blüten und tragen zur Obsternte bei. Weiters helfen sie dabei Schädlinge im Garten einzudämmen, da ein Volk Tausende Insekten pro Tag vertilgt.

Die besten Tipps

  • Um Wespen vom Gartentisch fernzuhalten, empfiehlt es sich vor der Mahlzeit den Tisch und die Kleidung mit einem natürlichen, giftfreien Wespenspray einzusprühen. Man kann auch mit ätherischen Ölen über die Tischdecke wischen. Kupfermünzen oder Kaffeepulver sind dagegen wirkungslos.
  • Pflanzen wie Minze, Zitronenmelisse und Lavendel um den Tisch aufstellen, da die Wespen den Duft nicht mögen. Vermeiden sollte man dagegen Parfüms sowie stark duftende Körperpflegeprodukte.
  • Fallobst rasch entfernen, da es Wespen anlockt. Alternativ kann man das Fallobst auch in einer weit entfernten Gartenecke anhäufen, um die Wespen gezielt dort hinuzulocken (Ablenkung vom Gartentisch). Allgemein sind Wespenfallen aber besonders im Tischbereich nicht empfehlenswert, da sie weitere Wespen anlocken.
  • Speisen erst kurz vor der Mahlzeit auf den Tisch stellen und die Reste danach rasch wieder abräumen.
  • Falls Wespen bereits am Tisch sind: Ruhe bewahren und gleichmäßig mit den Armen wedeln. Durch ruckartige Bewegungen sowie durch das Pusten fühlen sich Wespen hingegen bedroht! Wenn sich eine Wespe bereits am Körper befindet, kann man sie abschütteln oder abstreifen.

Falls ein Nest in unmittelbarer Nähe ist, kann es allerdings sein, dass die Wespen trotz aller Bemühungen dennoch vom Essen angelockt werden. Ein Nest entfernen ist eine gefährlich Angelegenheit und sollte nur gemacht werden, wenn es dringend nötig ist. Im Laufe des Herbsts sterben die Völker ohnehin langsam aus.

Titelbild: erix! on Visualhunt / CC BY

Webcams und ihr Nutzen in der Meteorologie

Und dabei ist die Qualität vieler Kameras heute besser denn je zuvor. Unscharfe Aufnahmen und pixelige, schiefe Bilder stellen inzwischen die Ausnahme dar, viel hat sich in den letzten Jahren getan. Zwei Arten von Webcams seien an dieser Stelle beispielhaft erwähnt:

Aufnahme der Foto-Webcam oberhalb der Rudolfshütte am 19.08.2018 © https://www.foto-webcam.eu/webcam/rudolfshuette
Aufnahme der Foto-Webcam oberhalb der Rudolfshütte am 19.08.2018 © https://www.foto-webcam.eu/webcam/rudolfshuette

foto-webcam.eu – Der Name deutet es schon an, hier werden Spiegelreflexkameras von Canon & co. derartig umgerüstet und angepasst, dass sie eigenständig in festgelegten Abständen Bilder schießen und automatisch übermitteln, selbst in abgelegensten Gegenden ohne Strom und festes Internet. Sie werden in eigens dafür gefertigte Stahlgehäuse gegeben und kommen auch mit hochalpinem Klima gut zurecht.

Innenansicht: Umgerüstete Spiegelreflexkamera © https://www.foto-webcam.eu
Innenansicht: Umgerüstete Spiegelreflexkamera © https://www.foto-webcam.eu
Außenansicht: Stahlgehäuse mit Solarpanelen und Hardware © https://www.foto-webcam.eu
Außenansicht: Stahlgehäuse mit Solarpanelen und Hardware © https://www.foto-webcam.eu

Die Bilder weisen eine zuvor nicht dagewesene Qualität auf und durch automatische längere Belichtung ist selbst nachts alles zu sehen, von Sternen über Wolken bis hin zu Schneehöhen etc. Und hier kommt der Nutzen für uns Meteorologen ins Spiel. Denn viele tagsüber bemannte Wetterstationen melden nachts keine Wetterzustände und Satellitenbilder zeigen weniger an. Mit Hilfe der Kameras, die inzwischen sehr zahlreich im Alpenraum vorhanden sind, lassen sich aktuelle Zustände z.B. wie Nebel zu jeder Tageszeit wunderbar erkennen.

Aufnahme der Foto-Webcam oberhalb von Lienz am 16.02.2014 © https://www.foto-webcam.eu/webcam/lienz
Aufnahme der Foto-Webcam oberhalb von Lienz am 16.02.2014 © https://www.foto-webcam.eu/webcam/lienz
Aufnahme der Foto-Webcam am Traunstein am 14.03.2016 © https://www.foto-webcam.eu/webcam/traunstein
Aufnahme der Foto-Webcam am Traunstein am 14.03.2016 © https://www.foto-webcam.eu/webcam/traunstein
Aufnahme der Foto-Webcam von Feldkirch am 14.08.2018 © https://www.foto-webcam.eu/webcam/feldkirch
Aufnahme der Foto-Webcam von Feldkirch am 14.08.2018 © https://www.foto-webcam.eu/webcam/feldkirch

Auch auf dem Dach des Ares-Towers in Wien, in welchem sich die Büros von wetter.tv befinden, gibt es seit einigen Jahren eine derartige Webcam mit Blick auf die Wiener Innenstadt:

Aufnahme der UBIMET-Foto-Webcam am Dach des Ares-Towers vom 12.07.2016 © https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien
Aufnahme der UBIMET-Foto-Webcam am Dach des Ares-Towers vom 12.07.2016 © https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien

Seit einiger Zeit sind derartige Webcams bspw. auch an Gletschern installiert, so dass sich mittels Loops Veränderungen feststellen lassen. Im Falle der Pasterze am Großglockner ist der Schwund klar zu erkennen:


panomax.com – Auch hier ist der Name Programm, denn diese Kamera eines öst. Anbieters dreht sich einmal um ihre Achse und erstellt so 360°-Panoramaaufnahmen. Dies ist für Meteorologen so wertvoll, weil man nicht auf eine bestimmte Himmelsrichtung beschränkt ist und den aktuellen Ist-Zustand rundum überprüfen kann. Ein Nachteil hat das System jedoch: nachts sind keine brauchbaren Bilder möglich.

Aufnahme einer Panomax-Kamera (Ausschnitt) am 19.08.2018 © https://innsbruck-airport.panomax.com/
Aufnahme einer Panomax-Kamera (Ausschnitt) am 19.08.2018 © https://innsbruck-airport.panomax.com/
Aufnahme einer Panomax-Kamera (Ausschnitt) in Kitzbühel am 19.08.2018 © https://austria-trend.panomax.com/kitzbuehel
Aufnahme einer Panomax-Kamera (Ausschnitt) in Kitzbühel am 19.08.2018 © https://austria-trend.panomax.com/kitzbuehel

Niedrigwasser auf Rekordkurs

So wie am Edersee in Hessen sieht es an vielen Stauseen und Flüssen aus

Allen voran die Elbe ist betroffen. Bilder von fast ausgetrockneten Flussbetten machen die Runde, hier und da werden durch das fehlende Wasser Dinge aus längst vergangenen Zeiten frei gelegt. Auch Bomben aus dem zweiten Weltkrieg gehören dazu, weswegen zuletzt bspw. in Magdeburg 5000 Menschen evakuiert werden mussten.


Im Landkreis Lüchow-Dannenberg gibt es einen Pegel, an welchem am Freitag ein Wasserstand von nur noch 69 Zentimetern gemessen wurde. Das waren noch 2 Zentimeter mehr als 1947, als der bisher niedrigste Wert gemessen wurde. Und die Aufzeichnungen begannen dort immerhin schon 1892. In Magdeburg wurde der Tiefststand von 1934 mit 48 Zentimetern sogar eingestellt.

Auch auf manch Stausee hat die Trockenheit Auswirkungen, als Beispiel sei hier auf den Edersee in Hessen verwiesen. Früher gab es hier Siedlungen, welche für den Bau des Stausees aufgegeben wurden. Nun werden die Reste davon wieder sichtbar:

Copyright Titelbild @ pixabay.com, Dagobert1980

Trockenheit 2018 – Zahlen und Fakten

Anhaltenden Trockenheit in weiten Teilen des Landes

In Linz beispielsweise gab es 2018 um 20 Tage mit ergiebigem Niederschlag weniger als im Vergleichszeitraum des letzten durchschnittlichen Jahres 2016. Dementsprechend verlängert hat sich auch die Länge der trockenen Perioden zwischen den Regenfällen. Vergingen an der Alpennordseite 2016 noch 4 bis 7 Tage zwischen ergiebigen Niederschlagsereignissen von 5 mm oder mehr, so waren es 2018 in der selben Region schon 10 bis 18 Tage.

Noch extremer ist die Situation im Nordosten Deutschlands: Gab es hier in den vergleichsweise ausgeglichenen Jahren 2016 und 2017 im Schnitt etwa alle 7 bis 12 Tage ergiebigere Niederschläge von 5 Litern pro Quadratmeter und 24 Stunden, so sind dort 2018 bislang bis zu 40 Tage ohne ergiebigen Regen vergangen.

Diese langen trockenen Phasen bei gleichzeitig hohen Temperaturen setzen dem Ackerbau und der Forstwirtschaft am stärksten zu. Ist die Temperatur hoch, der Boden ausgetrocknet und die Sonnenstrahlung sehr intensiv, können Pflanzen die durch Verdunstung verlorene Wassermenge nicht mehr aus dem Boden ziehen, der Welkepunkt wird unterschritten und die Pflanze verkümmert.

Zu sehen ist die Anzahl der Tage mit >= 5 mm Niederschlag im Jahr 2017
Zu sehen ist die Anzahl der Tage mit >= 5 mm Niederschlag im Jahr 2017 © UBIMET
Zu sehen ist die Anzahl der Tage mit >= 5 mm Niederschlag im Jahr 2018 © UBIMET
Zu sehen ist die Anzahl der Tage mit >= 5 mm Niederschlag im Jahr 2018 © UBIMET

Hitzestress bei Menschen

Auch für Menschen sind die Herausforderungen aus den anhaltend hohen Temperaturen nicht zu unterschätzen, weiß Dr. Peter Lauda, Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin und Notarzt in Wien: “Die extreme Hitzewelle mit ihren anhaltend hohen Temperaturen am Tag und in der Nacht stellt auch aus medizinischer Sicht ein Problem dar in Form von sogenannten Hitzeschäden, also Sonnenstich, Hitzekollaps und -erschöpfung bis hin zum lebensbedrohlichen Hitzeschlag. Die negativen gesundheitlichen Auswirkungen betreffen insbesondere den Wasser- und Elektrolythaushalt und führen somit zu Symptomen vonseiten des Herzkreislauf- sowie Zentralnervensystems. Besonders gefährdet sind Kinder sowie ältere, geschwächte und kranke Menschen.“

Zu sehen ist die mittlere Anzahl von aufeinanderfolgenden Tagen mit nur geringem Niederschlag von weniger als 5 mm im Jahr 2017 © UBIMET
Zu sehen ist die mittlere Anzahl von aufeinanderfolgenden Tagen mit nur geringem Niederschlag von weniger als 5 mm im Jahr 2017 © UBIMET
Zu sehen ist die mittlere Anzahl von aufeinanderfolgenden Tagen mit nur geringem Niederschlag von weniger als 5 mm im Jahr 2018 © UBIMET
Zu sehen ist die mittlere Anzahl von aufeinanderfolgenden Tagen mit nur geringem Niederschlag von weniger als 5 mm im Jahr 2018 © UBIMET

Die Gründe für die Extreme

Meteorologisch gesehen ist das spezielle am bisherigen Verlauf des Frühjahres und Sommers das Fehlen der sonst häufigen atlantischen Kaltfronten. Das sind die üblichen Regenbringer in einem normalen mitteleuropäischen Sommer. Für gewöhnlich ist alle 3 bis 6 Tage mit dem Durchzug einer solchen Front zu rechnen. 2018 beschränkten sich die Frontpassagen auf wenige an einer Hand abzählbare Fälle. Der Großteil der Niederschläge fiel aus lokalen, dafür umso heftigeren Gewittern.

Noch eine Woche Hitze

Nach dem derzeitigen Stand der Vorhersage dürfte erst am Freitag nächster Woche eine markante Kaltfront aus Nordwesten der Hitze ein vorläufiges Ende setzen.

 

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Dürre im Frühjahr und Sommer 2018 – Zahlen und Fakten

Viel zu wenig Wasser gibt es momentan in den Flüssen in Deutschland

In Hannover beispielsweise wurden 2018 um 20 Tage mit ergiebigem Niederschlag weniger als im Vergleichszeitraum des letzten Jahres 2017 registriert, häufig kann man die Tage mit mehr als 5 mm an zwei Händen abzählen. Dementsprechend verlängert hat sich auch die Länge der trockenen Perioden zwischen den Regenfällen. Insbesondere im Nordosten des Landes ist die Situation extrem: Gab es hier in den vergleichsweise ausgeglichenen Jahren 2016 und 2017 im Schnitt etwa alle 7 bis 12 Tage ergiebigere Niederschläge von 5 Litern pro Quadratmeter und 24 Stunden, so sind dort 2018 bislang bis zu 40 Tage ohne ergiebigen Regen vergangen. Besonders betroffen sind:

  • Sachsen-Anhalt
  • Thüringen
  • Sachsen
  • Brandenburg

Diese langen trockenen Phasen bei gleichzeitig hohen Temperaturen setzen dem Ackerbau und der Forstwirtschaft am stärksten zu. Ist die Temperatur hoch, der Boden ausgetrocknet und die Sonnenstrahlung sehr intensiv, können Pflanzen die durch Verdunstung verlorene Wassermenge nicht mehr aus dem Boden ziehen, der Welkepunkt wird unterschritten und die Pflanze verkümmert.

Zu sehen ist die Anzahl der Tage mit >= 5 mm Niederschlag im Jahr 2017 © UBIMET
Zu sehen ist die Anzahl der Tage mit >= 5 mm Niederschlag im Jahr 2017 © UBIMET
Zu sehen ist die Anzahl der Tage mit >= 5 mm Niederschlag im Jahr 2018 © UBIMET
Zu sehen ist die Anzahl der Tage mit >= 5 mm Niederschlag im Jahr 2018 © UBIMET

Hitzestress bei Menschen

Auch für Menschen sind die Herausforderungen aus den anhaltend hohen Temperaturen nicht zu unterschätzen, weiß Dr. Peter Lauda, Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin und Notarzt in Wien: “Die extreme Hitzewelle mit ihren anhaltend hohen Temperaturen am Tag und in der Nacht stellt auch aus medizinischer Sicht ein Problem dar in Form von sogenannten Hitzeschäden, also Sonnenstich, Hitzekollaps und -erschöpfung bis hin zum lebensbedrohlichen Hitzeschlag. Die negativen gesundheitlichen Auswirkungen betreffen insbesondere den Wasser- und Elektrolythaushalt und führen somit zu Symptomen vonseiten des Herzkreislauf- sowie Zentralnervensystems. Besonders gefährdet sind Kinder sowie ältere, geschwächte und kranke Menschen.“

Zu sehen ist die mittlere Anzahl von aufeinanderfolgenden Tagen mit nur geringem Niederschlag von weniger als 5 mm im Jahr 2017 © UBIMET
Zu sehen ist die mittlere Anzahl von aufeinanderfolgenden Tagen mit nur geringem Niederschlag von weniger als 5 mm im Jahr 2017 © UBIMET
Zu sehen ist die mittlere Anzahl von aufeinanderfolgenden Tagen mit nur geringem Niederschlag von weniger als 5 mm im Jahr 2018 © UBIMET
Zu sehen ist die mittlere Anzahl von aufeinanderfolgenden Tagen mit nur geringem Niederschlag von weniger als 5 mm im Jahr 2018 © UBIMET

Die Gründe für die Extreme

Meteorologisch gesehen ist das spezielle am bisherigen Verlauf des Frühjahres und Sommers das Fehlen der sonst häufigen atlantischen Kaltfronten. Das sind die üblichen Regenbringer in einem normalen mitteleuropäischen Sommer. Für gewöhnlich ist alle 3 bis 6 Tage mit dem Durchzug einer solchen Front zu rechnen. 2018 beschränkten sich die markanten Frontpassagen auf wenige, an einer Hand abzählbare Fälle. Der Großteil der Niederschläge fiel aus lokalen, dafür umso heftigeren Gewittern.

Noch eine Woche Hitze

Nach dem derzeitigen Stand der Vorhersage dürfte erst am Freitag der neuen Woche eine ausgeprägte Kaltfront der Hitze in der Mitte und im Süden ein vorläufiges Ende setzen und gebietsweise Regen bringen.

 

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Photo credit: david_drei on Visual hunt / CC BY-NC-SA

Stadtklima – Veränderung des Wetters

Der Einfluss einer Großstadt auf das Wetter.

Das Klima einer Stadt wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, dabei unterscheidet man zwischen natürlichen und menschlichen Einflüssen.

Natürliche Einflüsse Anthropogene Faktoren
Geographische Lage Art und Dichte der Verbauung
Seehöhe / Relief Versiegelungsgrad des Bodens

Von entscheidender Bedeutung ist natürlich die Anzahl der Bewohner bzw. der Kraftfahrzeuge sowie der vorhandenen Industrie und deren Schadstoffemissionen.

Hitzeinsel

Das markanteste Merkmal eines Stadtklimas ist der sogenannte Wärmeinseleffekt (engl.: Urban Heat Island). Aufgrund der dichteren Verbauung im Vergleich zum Umland und dem dadurch vergrößerten Wärmespeicher werden Städte tagsüber wärmer und kühlen nachts weniger stark aus. Es gibt zahlreiche Projekte um die Hitzeinsel abzuschwächen, wie etwa die Bauwerksbegrünung.

Der hohe Versiegelungsgrad (starke Bebauung, kaum Grünflächen) führt zudem zu einem beschleunigten Abfließen des Niederschlagswassers. Damit steht deutlich weniger Wasser für die Verdunstung zur Verfügung, welche den Tagesgang der Temperatur tagsüber dämpft. Bei Gewittern nimmt hingegen die Gefahr von Sturzfluten zu.

Industrieschnee

Aufgrund des generell höheren Schadstoffausstoßes durch das größere Verkehrsaufkommen und die ausgeprägte Industrie hält sich über Städten oftmals eine drei- bis fünfmal höhere Konzentration an Kondensationskernen, was die Entstehung von Nebel und auch von Niederschlag begünstigt. Allerdings betrifft dies infolge der vorhandenen Höhenströmung oft nur die Randbezirke bzw. sogar das Umland der Städte. Im Winter kann es bei Vorliegen besonderer Wetterbedingungen in der Nähe von industriellen Emittenten zum Phänomen des Industrieschnees kommen, dieser ist also eindeutig anthropogen bedingt bzw. hausgemacht. Dazu braucht es Nebel oder hochnebelartige Bewölkung, eine ausgeprägte Temperatur-Umkehrschicht in Bodennähe, geringe Luftbewegung und Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt. Dieser Schnee ist oft feinkörniger als normaler Schnee, da er aus deutlich geringeren Höhen als dieser stammt, und die Eiskristalle daher nicht genügend Zeit haben, sich voll auszubilden. Er ist lokal begrenzt und je nach Quelle des Wasserdampfes und der Kondensationskerne teils auch stärker mit Schadstoffen belastet als herkömmlicher Schnee.

Titelbild: shutterstock.com

Pollensaison geht in die Schlussphase

Die Pollensaison geht in die Schlussphase

Die Pollensaison geht allmählich in die Schlussphase: Einerseits liegt der Höhepunkt der Beifußblüte unmittelbar bevor, andererseits hat die Blütezeit von Ragweed im Ostalpenraum bereits begonnen.

Beifuß

In den nächsten Tagen müssen Allergiker vielerorts mit hohen Belastungen durch Beifuß rechnen. Falls möglich sollten Beifußpollenallergiker auf die Berge ausweichen, oberhalb von rund 1200 m Seehöhe sind kaum mehr Beschwerden zu erwarten. Besonders betroffene Regionen sind:

  • Der Donauraum von Bayern bis zum Osten Österreichs
  • Die südlichen Becken im Alpenraum
  • Der Osten Deutschlands
  • Der Oberrheingraben

Ragweed

Das beifußblättrige Traubenkraut, mittlerweile unter seinem englischen Namen Ragweed wesentlich bekannter, wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Nordamerika nach Europa eingeschleppt und breitet sich seit den 1980er Jahren auch in Mitteleuropa aus. Bereits ab wenigen Pollenkörnern pro Kubikmeter Luft reagieren empfindliche Personen allergisch. Dieses Unkraut wächst an Straßenrändern, in Äckern oder auf Schuttplätzen, und ist verantwortlich für den „Herbstheuschnupfen“. Für Ragweedpollen spielt der Ferntransport eine wichtige Rolle: Besonders in der Pannonischen Tiefebene ist diese Pflanze stark ausgebreitet, somit treten besonders bei südöstlichem Wind gesteigerte Belastungen auf.

Erste Belastungswelle

Die Blüte von Ragweed hat in Südosteuropa sowie teils auch im Ostalpenraum bereits eingesetzt, somit gibt es im Donauraum lokal schon mäßige Belastungen. Eine Kaltfront sorgt am Dienstag und Mittwoch vorübergehend für einen Rückgang der Belastungen, ab kommenden Donnerstag zeichnen sich besonders im Osten und Südosten Österreichs dann allerdings wieder mäßige, lokal auch hohe Konzentrationen an Ragweedpollen ab.

Saisonende in Sicht

Die gute Nachricht zum Schluss: Im September neigt sich die Pollensaison dem Ende zu, nach dem Abklingen der Blüte von Ragweed sorgen lediglich Pilzsporen noch für allergische Beschwerden.

Title Photo: anro0002 on VisualHunt / CC BY-SA

Hitze im Auto – die unterschätzte Gefahr

Autos können sich gefährlich aufheizen.

Mit Temperaturen bis zu 34 Grad wird es zu Beginn der neuen Woche wieder hochsommerlich heiß, bis auf Vorarlberg werden die 30 Grad in jedem Bundesland geknackt. Wie schon bei der Hitzewelle der vergangenen Wochen geraten dann wieder Autos in den Fokus, die mit Insassen in der prallen Sonne stehen. Durch das Blech und der oftmals dunklen Lackierung heizen sich Autos förmlich wie Backöfen auf. Dabei steigen die Temperaturen im Inneren des Autos auf bis zu 60 Grad, hinzu kommen heiße Ledersitze und Metallteile der Gurte als Gefahrenquellen für zurückgelassene Insassen wie Kinder oder Hunde.

Kinder besonders anfällig

Ab einer Temperatur von 46 Grad wird es für kleine Kinder kritisch, dieser Wert wird bei einer Außentemperatur von 30 Grad im Inneren des Autos bereits nach einer halben Stunde erreicht. Doch auch bei vermeintlich angenehmen Lufttemperaturen von 24 Grad im Außenbereich kann sich der Innenraum bis zu diesem kritischen Wert aufheizen. Mit 45 Minuten dauert dies nur unwesentlich länger. Erschwerend kommt hinzu, dass Kinder deutlich weniger schwitzen als Erwachsene, eine körpereigene Kühlung bleibt also weitgehend aus. Auch ein geöffnetes Schiebedach oder ein spaltbreit geöffnetes Fenster reichen nicht aus, um die gefährliche Hitze im Autoinneren zu verhindern.

Im Auto drohen sehr hohe Temperaturen.
Im Auto drohen sehr hohe Temperaturen.

Hochsommerliche Woche

Den wohl heißesten Tag erleben wir gleich zu Beginn der Woche, anschließend sorgt eine Kaltfront für Abkühlung. Dienstag steigen die Temperaturen vorübergehend nur noch auf 17 Grad im Bregenzerwald bis 28 Grad im östlichen Niederösterreich. Doch schon am Mittwoch wird es wieder wärmer, die Höchstwerte liegen zwischen 20 und 29 Grad. Am Donnerstag wird dann die 30-Grad-Marke an einigen Orten wieder geknackt, ehe im Westen zum Freitag hin die nächste Kaltfront eintrifft. Den Osten erreicht sie aus heutiger Sicht aber nicht, sodass es in

  • Wien
  • Niederösterreich
  • im Burgenland
  • in der Südoststeiermark

    bei Temperaturen über 30 Grad bleibt.

Atlantik: Ruhige Hurrikan-Saison

 

Zusammenfassung der bisherigen Aktivität von Hurrikanen oder trop. Stürmen auf dem Atlantik, NHC
Zusammenfassung der bisherigen Aktivität von Hurrikanen oder trop. Stürmen auf dem Atlantik, NHC

 

Doch seit eben Mitte Juli hat sich nicht mehr viel getan, mit ‚Debby‘ kam es nur noch zu einem mit Namen bedachtem Sturm, welcher jedoch seine Runden über dem nördlichen Atlantik drehte und sich letzte Woche dort auflöste. Die ursprünglich prognostizierte ’normale Hurrikan-Aktivität‘ für dieses Jahr ist bis dato nicht eingetreten. Der sich allmählich aufbauende El Nino spielt hierbei offenbar eine wesentliche Rolle, wir haben bereits darüber berichtet. Die nachfolgende Grafik zeigt, wie sich die Abweichung der Meeresoberflächentemperatur westlich von Ecuador und Kolumbien dem für El Nino wichtigen Schwellwert von +1 Grad nähert. Außerdem sind die Wassertemperaturen in der eigentlichen Brutregion für Hurrikans vor der Westküste Afrikas derzeit niedriger als im langjährigen Schnitt.

Prognose El Nino, NOAA
Prognose El Nino, NOAA

 

Ende August und Anfang September ist normalerweise der Höhepunkt der Hurrikansaison. Zwar wird die momentane ruhige Phase nicht ewig andauern, doch zu übernormal hoher Aktivität wird es wohl nicht mehr kommen. Die Prognosen des amerikanischen Hurrikan-Zentrums wurden inzwischen entsprechend angepasst:

Prognose der restlichen Hurrikansaion 2018, NHC
Prognose der restlichen Hurrikansaion 2018, NHC

Firenado: Wenn der Wind mit dem Feuer spielt

Firenado bei Leicestershire, https://news.sky.com/

 

Doch so selten ist dieses Phänomen garnicht, bei genauerer Recherche lassen sich einige Beispiele allein aus den letzten Tagen finden:

Und einen ganz besonderen Fall zeigt das nachfolgende Video aus Kalifornien. Hier bewegt sich ein Firenado vom Land auf Wasser hinaus und wandelt sich damit in eine Wasserhose um! Ob dies geholfen hat das Feuer zu bändigen, ist offen.

Doch wie entsteht dieses interessante Phänomen?

Brennt es flächendeckend, entsteht eine enorme Hitze und damit viel heiße Luft, welche aufsteigt. Wo Luft aufsteigt, wird frische Luft aus der Umgebung nachgezogen. Ähnlich dem Kamin-Prinzip gibt es eine Rückkopplung, denn Frischluft wiederum facht das Feuer nur noch weiter an und hält den Sog aufrecht. Nun kommt wie bei einem Tornado noch die Corioliskraft ins Spiel und der gesamte Feuersturm kann zu rotieren beginnen.

 

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Nach der Hitze kommt der Taifun

Mount Fuji

Mittlerweile hat der Westpazifik eine Temperatur erreicht, bei der sich fast im Wochentakt ein tropischer Sturm zu einem Taifun entwickelt. Aufgrund der vorherrschenden Druckverteilung steuern diese leider immer wieder auf die viel bevölkerten Inseln und Küsten Ostasiens zu.

Rekordhitze

In den letzten Wochen etablierte sich über Japan ein stabiles Hoch, dieses führte zu einige neuen Hitzerekorden auf der Insel. Mit einer Temperatur von über 41.1°C wurde der bisherige Hitzerekord von 39.9°C in Kumagaya, einer Stadt nicht unweit von Tokio, pulverisiert.

Stadt Temperaturmaxima am Montag Durchschnittl. Maxima im Juli Bisheriger Julirekord
Tokyo 39 Grad 29,4 Grad 39,5 Grad (20.7.2004)
Kumagaya 41,1 Grad 30,5 Grad 39,9 Grad (5.7.1997)
Nogoya 40 Grad 30,7 Grad 38,3 Grad (31.7.1959)

Tür für tropische Stürme wieder offen

Aufgrund der Verlagerung des Hochs in Richtung Westen, lenkt es nun Stürme genau in Richtung Japan. Der Taifun JONGDARI zieht am Wochenende über den Südteil der japanischen Hauptinsel hinweg, womit Millionen Menschen mit schwerem Sturm und Überschwemmungen rechnen müssen.

Zugbahn von Jongdari ©Ubimet
Zugbahn von Jongdari ©Ubimet

Mit Winden von bis zu 160 km/h trifft der Taifun auf die japanische Küste und enorme Schäden  sind zu befürchten.

Prognostizierte Windgeschwindigkeiten©Ubimet
Prognostizierte Windgeschwindigkeiten ©Ubimet

In weiterer Folge sind auch hohe Niederschlagsmengen von 150 bis 200 Liter pro Quadratmeter zu erwarten. Durch Staueffekte an den Bergen der Insel fallen die Maxima lokal noch deutlich höher aus.

Prognostizierte Niederschlagsmengen ©Ubimet
Prognostizierte Niederschlagsmengen ©Ubimet

Nachdem leider die Hitzewelle schon mehrere Opfer forderte, wird der Taifun nun nicht wirklich zu einer Entspannung der Situation in Japan führen.

Quelle Titelbild: pixabay.com

Die Jahrhundert-Mondfinsternis

Freitagnacht findet die Jahrhundert-Mondfinsternis statt.

Bei einer Mondfinsternis durchquert der Mond den Schattenkegel, den die von der Sonne beleuchtete Erde im Weltraum wirft. Dieses astronomische Ereignis findet also statt, wenn Sonne, Erde und Mond nahezu exakt auf einer geraden Linie liegen. Zunächst tritt der Mond in den Halbschatten der Erde, ehe er dann den Kernschatten der Erde durchläuft. Die Totalität dauert bei der aktuellen Mondfinsternis  1 Stunde und 43 Minuten. In weiterer Folge verlässt der Mond dann erst den Kernschatten und dann auch den Halbschatten der Erde. In Summe dauert das Ereignis 6 Stunden und 14 Minuten.

Perfektes Timing

Das Timing passt bei dieser Mondfinsternis perfekt, da sie gleich am Abend zum Mondaufgang beginnt. In Wien geht der Mond beispielsweise um 20:29 bereits schwach partiell verfinstert auf. Die totale Finsternis findet um 22:22 statt, nach Westen zu hingegen etwas später. Der Mond verschwindet aber nicht ganz, sonst er erscheint verdunkelt und rötlich verfärbt. Unterhalb des Mondes wird zudem auch der rötlich leuchtende Mars zu sehen sein. Dieser befindet derzeit am erdnächsten Punkt seiner Umlaufbahn.

Anbei die wichtigsten Zeiten für ausgewählte Städte:

Mondaufgang Höhepunkt der Mondfinsternis
Wien 20:29 22:22
München 20:49 22:22
Berlin 20:58 22:22
Zürich 20:58 22:22

Wetter spielt mit

Am Freitag bilden sich am Nachmittag von Sachsen bis zu den Alpen ein paar Schauer und Gewitter, die sich aber bis zur totalen Mondfinsternis oftmals schon wieder aufgelöst haben. Somit herrschen zur Zeit der totalen Mondfinsternis hervorragende Bedingungen, an einem lauen Sommerabend ist die Verfinsterung des Mondes verbreitet zu sehen. Einzelne Gewitter und Wolkenreste können nur in den Ostalpen zum Spielverderber werden, meist bietet sich aber auch in diesen Regionen zumindest ein zeitweiliger Blick auf das Himmelsspektakel. Dazu liegen die Temperaturen zwischen 16 und 25 Grad.

Title-Photo credit: Frank Friedrichs on VisualHunt / CC BY-NC-ND

Blocking-Lagen

Dürre als Folge von Blocking-Lagen

Europa liegt in der sogenannten Westwindzone, somit bestimmen hier normalerweise atlantische Tiefdruckgebiete das Wettergeschehen. Wird dieses Westwindband jedoch von einer bestimmten Druckkonstellation unterbrochen, spricht man von einer Blocking-Lage.

Zusammenhang mit Jetstream

Wie bereits in dem Artikel über den Polarjet beschrieben, ist das Starkwindband über Europa gerade zweigeteilt, da ein außergewöhnlich beständiges Hochdruckgebiet über Skandinavien bzw. Russland liegt. Dieses Hoch hindert die Tiefdruckgebiete daran nach Mitteleuropa zu ziehen, weshalb Meteorologen auch von einem blockierenden Hoch oder von einer Blocking-Lage sprechen. Da der Polarjet in diesem Fall sogar nördlich von Skandinavien liegt, können sehr warme Luftmassen von Südeuropa bis in den hohen Norden gelangen.

Omega Blocking © Wikipedia
Omega-Blocking © Wikipedia

Omega-Lage über Europa

Wie in der Abbildung zu sehen stammt der Name des sogenannten Omega-Blockings vom griechischem Buchstaben Omega (Ω): Ein Hoch im Norden wird von zwei Höhentiefs am Südrand flankiert. Dies führt zu einer äußerst beständigen Wetterlage, die sich über Wochen bis Monate hinweg fortsetzen kann. Derzeit liegt dieses Hoch genau über dem Osten Skandinaviens bzw. Norden Russlands und führt dort zu ungewöhnlich hohen Temperaturen.  Mitteleuropa befindet sich währenddessen am Rande eines Höhentiefs über Südosteuropa: Die Temperaturen liegen zwar auf sommerlichen Niveau, der Wettercharakter ist aber immer wieder unbeständig mit Schauern und Gewittern.

Omega über Europa © Ubimet/Ncep
Omega über Europa © Ubimet/Ncep

Verursacher von Hitze- und Kältewellen

Während eine Blocking-Lage im Sommer zu Perioden von extremer Hitze und Dürre führt, kann es im Winter zum entgegengesetzten Fall kommen: In dieser Jahreszeit kann solch eine Lage nämlich zu einer außerordentlich frostigen Witterung führen, wenn eisige kontinentale Luft nach Europa gelangt. Dies passierte beispielsweise am Ende des vergangenen Winters.

Wie lange die Wetterlage derzeit noch anhält ist schwer zu sagen, derzeit deuten die Modelle auf keine markante Änderung hin.

Quelle Titelbild: pixabay.com

UV-Strahlung

Vorsicht UV-Strahlung!

Die UV-Strahlung ist eine für den Menschen unsichtbare, elektromagnetische Strahlung mit einer Wellenlänge, welche kürzer ist als diejenige des für den Menschen sichtbaren Lichts. Diese Strahlung trifft als kurzwelliger Anteil der Sonnenstrahlung auf die Ozonschicht der Erde auf und wird nur teilweise von dieser absorbiert. Während der UV-A Anteil (Wellenlänge 380 bis 315 Nanometer) zu großen Teilen von der Ozonschicht nicht absorbiert wird und somit bis zur Erdoberfläche durchkommt, nehmen die Ozonmoleküle zu 90 % den UV-B Anteil (Wellenlänge 315 bis 280 Nanometer) und gar zu 100 % den UV-C Anteil (Wellenlänge 280 bis 200 Nanometer) auf.

Gefahren

Bereits als kleines Kind lernt so gut wie jeder, dass zu viel Sonnenstrahlung schädlich für die Haut sein kann. Dabei sorgt insbesondere die zuvor erwähnte UV-A Strahlung bei einer zu hohen Dosis für lichtbedingte Hautausschläge und Sonnenallergien. Im fortgeschrittenen Alter führt dies vermehrt zu Hautalterung und Faltenbildung, zudem hinterlässt die Strahlung Schäden im Erbgut und erhöht die Hautkrebsgefahr teils deutlich. Für den Sonnenbrand ist allerdings die UV-B Strahlung verantwortlich, das heißt selbst wenn jemand keinen Sonnenbrand erlitten hat, sind andere Schäden, insbesondere Spätschäden, in der Haut nicht ausgeschlossen!

Schutz

Den besten Schutz erhält man natürlich durch die Bedeckung der Haut durch Textilien bzw. das Tragen einer Kopfbedeckung. Zudem sollte besonders die Mittagssonne gemieden werden bzw. man sollte sich soviel wie möglich im Schatten von Sonnenschirmen oder natürlichen Schattengebern aufhalten. Besonders sehr helle Hauttypen besitzen eine Eigenschutzzeit von lediglich 5 bis 10 Minuten. Eine ergänzende, aber durchaus notwendige Maßnahme, stellt das Sonnenschutzmittel dar. Je höher der Lichtschutzfaktor, umso länger kann man sich, abhängig vom jeweiligen Hauttyp, in der Sonne aufhalten. Nachcremen bzw. nach einer gewissen Dauer die Sonne meiden ist jedoch unumgänglich.

Aktuelle Infos zum UV-Index gibt es hier: http://www.uv-index.at/

Die Hundstage stehen bevor

Die Hundstage stellen die heißeste Zeit des Jahres dar.

Die Zeit vom 23. Juli bis zum 23. August ist landläufig als Hundstage bekannt und gilt als die heißeste Zeit im Jahr. Ihren Ursprung haben diese Tage im alten Ägypten rund zweitausend vor Christus: Rund um den 23. Juli wurde damals nämlich des hellste Stern Sirius am Morgenhimmel  sichtbar. Bei den alten Ägyptern war dieses astronomische Ereignis von besonderer Bedeutung, da zu diesem Zeitpunkt oftmals die Nilflut einsetzte. Außerdem glaubten die Menschen, dass der hellste Stern am Morgenhimmel als „zusätzliche“ Sonne für die sommerliche Hitze verantwortlich sei. Die Dauer der Hundstage erklärt sich daraus, dass vom ersten Auftauchen des Sterns in der Morgendämmerung bis zum vollständigen Erscheinen des Sternbilds etwa ein Monat vergeht.

Hundstage und Hitze in Europa: Zufall

Im Alpenraum ist während der Hundstage tatsächlich die heißeste Phase des Jahres: Häufig erleben wir von Ende Juli bis Mitte August sehr heiße Tage und warme, teils sogar tropische Nächte. Auch die meisten Hitzerekorde in Mitteleuropa stammen aus dieser Zeit. Mit dem Sternbild „Großer Hund“ hat das aber nichts zu tun, da sich das Erscheinen von Sirius im Laufe der Jahrtausende verschoben hat: Mittlerweile taucht Sirius erst ab Ende August am Morgenhimmel auf, zudem wird das gesamte Sternbild hierzulande erst im Winter vollständig sichtbar.

Steigende Temperaturen

Die aktuellen Modellprognosen deuten mittelfristig auf leicht überdurchschnittliche Temperaturen hin. Besonders ab der letzten Juliwoche zeichnet sich somit aus heutiger Sicht hochsommerlich heißes Wetter ab. In der folgenden Graphik ist der Temperaturtrend in etwa 1.500 m Höhe für das nördliche Alpenvorland dargestellt. Für die Höchstwerte im Flachland kann man etwa 15 Grad dazurechnen, also gibt es ab Werten von 15 Grad Höchstwerte um oder oberhalb der 30-Grad-Marke. Das kündigt sich etwa ab kommenden Dienstag an.

Die Hundtage stehen bevor.
Die Temperaturen steigen zum Monatsende weiter an. © UBIMET / NCEP

Cover photo: Pressebereich Dehner Garten-Center on Visual hunt / CC BY-ND

Der Polarjet im Sommer

Der Jetstream ist ein polarumlaufendes Starkwindband.

Entstehung des Polarjets

Der Polarjet bildet sich an der Grenze zwischen kühler Polarluft und deutlich wärmerer Luft der Subtropen und verläuft je nach Großwetterlage meist zwischen 40° und 60° geographischer Breite rund um die Nordhalbkugel. Die Position und teils auch die Ausrichtung des Jets können allerdings stark variieren. Das Maximum der Windgeschwindigkeiten wird zwischen 8 und 12 Kilometer Höhe erreicht und liegt häufig über der 250-km/h-Marke, über Japan wurden 1970 sogar bis zu 650 km/h gemessen. Das jahreszeitliche Maximum der Windgeschwindigkeit wird im Winter erreicht, wenn die Temperaturgegensätze zwischen Nord und Süd am größten sind. Der Polarjet ist eine Geburtsstätte für Tiefdruckgebiete und hat somit direkten Einfluss auf das Wetter.

Der Polarjet im Sommer

Im Winter verläuft die Grenze zwischen der kühlen Polarluft und den subtropischen Luftmassen generell südlicher als im Sommer, weshalb sich der Polarjet häufig im Mittelmeerraum befindet. Im Frühling verschiebt sich diese Grenze langsam nordwärts, wobei der bereits hohe Sonnenstand weiterhin für markante Temperaturkontraste über Europa sorgen kann. Diese Zeit des Jahres ist daher besonders anfällig für wechselhafte und phasenweise auch tiefdruckbestimmte Wetterbedingungen. Im Juli und August breiten sich die warmen Luftmassen dann meist auf weite Teile des Kontinents aus, weshalb der Polarjet in dieser Jahreszeit im Mittel sehr weit nördlich verläuft. Dies ermöglicht es den subtropischen Hochdruckgebieten, sich auf Zentraleuropa auszuweiten, was hier zu länger anhaltenden stabilen Wetterbedingungen führt.

Der gespaltene Jet über Europa. © UBIMET / NCEP
Derzeit ist der Jet über Europa in zwei Teile gespalten. © UBIMET / NCEP

Gespaltener Jet

Heuer sorgen ein starkes Azorenhoch über dem Atlantik sowie zahlreiche Tiefdruckgebiet über Südwesteuropa für einen in zwei Teile gespaltenen Jetstream über Europa. Der nördliche Ast – der Polarjet – liegt über der Norwegischen See und der Barentssee, der südliche Ast befindet sich hingegen über dem Mittelmeerraum. Letzterer wird auch Subtropen-Jet bezeichnet und ist im Normalfall nur im Winter ausgeprägt.

Besonders im Mittelmeerraum ist das Westwindband stärker als im Mittel.
Positive Anomalie des Westwindbands im Mittelmeerraum im Juli 2018.

Im Zwischenbereich konnten sich wiederholt Hochdruckgebiete etablieren, somit gab es auf den Britischen Inseln sowie in Skandinavien bislang ungewöhnlich heißes Sommerwetter. Im Gegensatz dazu präsentiert sich das Wetter im Mittelmeerraum sowie im Bereich der Alpen von seiner wechselhaften Seite.

1816 – Das Jahr ohne Sommer

Der Sommer 1816 fiel einem Vulkanausbruch zum Opfer.

Das Jahr 1816 ging als das „Jahr ohne Sommer“ in die Geschichte ein, mit tagelangen Regenfällen und Gewittern, Nachtfrösten und stellenweise selbst mit Schnee bis in mittlere Lagen. Wir werfen hier einen kleinen Blick zurück in die Vergangenheit und erklären, was damals in der Atmosphäre los war. Das Jahr 1816 wird in weiten Teilen Europas und auch in Nordamerika als das „Jahr ohne Sommer“ bezeichnet. Ungewöhnliche Kälteperioden, die selbst Anfang Juli und Ende August im Nordosten der USA sogar zu Nachtfrost führten, waren nur eine der ungewöhnlichen Wetterkapriolen in jenem Jahr. Im Osten Kanadas soll es sogar zu heftigen Schneefällen gekommen sein. Auch ein Großteil Europas erlebte ganz und gar unsommerliches Wetter mit häufigem Regen und extrem niedrigen Temperaturen.

Hochwasser und Missernten

Viele Chroniken beispielsweise aus der Schweiz, dem Elsass oder auch dem südlichen Deutschland berichten von häufigem Hochwasser, der Rhein trat über die Ufer und überschwemmte ähnlich wie viele andere Flüsse im südlichen Mitteleuropa viele Landstriche. Die Luft war oft kalt genug, dass es in den Nordalpen mehrfach bis gegen 800 Meter herab schneite. Auch weite Teile Frankreichs und Großbritanniens erlebten über längere Phasen hinweg nasskaltes Wetter, welches zu Missernten führte. In einigen Regionen, besonders in der Schweiz, führte dies sogar zu Hungersnöten, da der Getreidepreis innerhalb kurzer Zeit extrem anstieg.

Vulkan als Ursache

Erst im frühen 20. Jahrhundert kam man den Ursachen für diese Witterungsanomalie auf die Spur. Im Jahre 1815, also ein Jahr zuvor, brach der Tambora-Vulkan in Indonesien aus. Dieser Ausbruch gehört bis heute zu den schwersten Eruptionen neuerer Zeit, die neben enormen Asche- und Staubmengen vor allem auch große Mengen an Schwefel in die Atmosphäre schleuderte. Dieser legte sich wie ein Schleier um die Erde und dämpfte die Sonnenstrahlung markant, wodurch die globale Temperatur der Erde für einige Jahre um rund 1 Grad absank. Zudem gab es bereits in den Jahren davor andere, schwächere Ausbrüche. In Kombination mit der Tambora-Eruption hatte diese ungewöhnliche Serie von Ausbrüchen einen folgenreichen Effekt auf das globale Klima.

Stromschlag durch Blitz unter der Dusche

Kräftiges Gewitter mit Blitz und Donner.

Am Rande eines Höhentiefs über Polen gab es am Freitag besonders im Osten Deutschlands mehrere Schauer und Gewitter. Die meisten Blitzentladungen wurden in Nordbrandenburg und Mecklenburg verzeichnet.

Stromschlag durch 186-kA-Blitz

Gegen 19:25 zog am Freitagabend in Peckatel bei Plate in Mecklenburg ein Gewitter auf. Es handelte sich dabei um kein besonders starkes Gewitter, dennoch  gab es rund um den kleinen Ort mehrere Blitzeinschläge. Um 19:26 schlug in einem Einfamilienhaus sogar ein sehr kräftiger Blitz mit einer Stromstärke von 186 kA ein. In kürzester Zeit wurde dabei etwa 11.500 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.

In Peckatel in Mecklenburg erlitt ein Mann bei einem Gewitter einen Stromschlag unter der Dusche.
Blitzentladungen am Freitag © UBIMET

Indirekter Blitzschlag

Der Blitz verursachte erheblichen Sachschaden am Dachstuhl des Wohnhauses, zudem wurde in einem Nachbarhaus ein Mann unter der Dusche von einem Stromschlag getroffen. Er spürte danach ein anhaltendes Kribbeln in Armen und Beinen und musste zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Ursache dafür war die extrem große Spannung aufgrund des Blitzeinschlags, die durch das Wasser in die Dusche geleitet wurde. In diesem Fall war auch etwas Glück im Spiel: Wenn der Blitz das Haus des Mannes direkt getroffen hätte, wären die Folgen wohl wesentlich schlimmer gewesen.

Duschen bei Gewittern

Während in den meisten Neubauten mit Blitzschutz das Duschen im Zuge eines Gewitter unbedenklich ist, sollte man darauf in älteren Gebäuden ohne Blitzschutz unbedingt verzichten: Die meisten Wasserleitungen bestehen dort nämlich aus Metall und es kann eine mangelhafte Erdung vorliegen. Allgemeine Tipps zum Verhalten bei Gewittern, beispielsweise wie man die Gefahr indirekter Blitzschläge bzw. die Schrittspannung gering hält, gibt es hier: Verhaltensregeln bei Gewittern

 

Title-Photo: Derek Keats on VisualHunt.com / CC BY

10. Juli 1916: Tornado in Wiener Neustadt

Tornado südlich von Wien © Stormhunters Austria

Am Nachmittag des 10. Juli 1916 bildete sich im Schneeberggebiet ein Gewitter, das sich rasch intensivierte und als sogenannte Superzelle nach Osten fortbewegte. Gegen 16:15 Uhr kam es im Bereich Dreistetten (NÖ) zur Bildung eines Tornados. In der Folge zog dieser über Wiener Neustadt hinweg und löste sich kurz vor Leithaau bei Lichtenwörth wieder auf. Auf seiner etwa 15 km langen Zugbahn hinterließ er teils große Verwüstungen.

Bis zu 300 km/h

Besonders stark betroffen waren die nördlichen Stadtteile von Wiener Neustadt. Zunächst wurden gerade erst errichtete Telegraphen- und Strommasten von den bis zu 300 Kilometer pro Stunde schnellen Winden zerstört. In weitere Folge zog der Tornado über die Wiener Neustädter Lokomotivfabrik hinweg, hier gab es die meisten der insgesamt 32 Todesopfer. Der finanzielle Schaden belief sich in Summe auf 900.000 Kronen. Auf der internationalen Fujita-Skala erreichte der Tornado die zweithöchste Kategorie 4 und gilt als der stärkste Tornado, der sich je in Österreich bildete.

Gefährdete Region

Die Region am Alpenostrand im Bereich des Wiener Beckens zählt neben der südlichen Steiermark und dem oberösterreichischen Flach- und Hügelland zu den am ehesten durch Tornados gefährdeten Bereichen in Österreich. So wurde Wiener Neustadt neben 1916 auch in den Jahren 1903, 1930 und 1946 von Tornados heimgesucht. Vor exakt einem Jahr gab es zudem einen spektakulären Tornado in der Nähe des Flughafens Wien-Schwechat. Der 10. Juli ist somit für Meteorologen in Österreich eine besonderer Tag. Auch heute sind wieder kräftige Gewitter zu erwarten: Kräftige Gewitter am Dienstag.

Titelbild: Tornado am 10. Juli 2017 nahe Wien. © Stormhunters Austria

Bedrohlich und malerisch zugleich: Mammatus

Auschnitt eines Strandes mit darüberliegenden Mammatuswoken

Die sogenannten Mammatus Wolken sind besonders im Sommer auf der Rückseite oder im Randbereich von kräftigen Gewittern zu sehen. Ihre Entstehung ist wissenschaftlich noch nicht ganz geklärt, aber es gibt einige Theorien dazu. Ihr Auftreten ist hauptsächlich im Sommer mit konvektiven Ereignissen verbunden, also bei ausgeprägten vertikalen Lufttransport innerhalb der Atmosphäre.

So geschehen auch am 1. Juli an der Küste Westfrankreichs nach einem kräftigen Gewitter:

Entstehung

Der Name kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „Beutel“ beziehungsweise „brustartig“. Aufgrund von Verdunstungsvorgängen an der Wolkenunterseite kann die Luftschicht unmittelbar unterhalb der Wolke labilisiert werden. Dies sorgt für Turbulenzen, so kommt es an der Wolkenuntergrenze zu einem ständigen Absinken und Aufsteigen der Luft. Dadurch entsteht dann diese Wolkenart, die auf die komplexen Prozesse in der Gewitterwolke hinweisen.


Auftreten können diese Wolken überall auf der Welt, allerdings sind die Auswölbungen an der Wolkenunterseite oft nur mäßig ausgeprägt. Je nach Wetterlage und Tageszeit können diese Wolke aber für ein spektakuläres Naturschauspiel sorgen.

Quelle Titelbild: © agatemeteo

Kälterekord in der Antarktis

Forscher bei ihrer Arbeit in der Antarktis

Während auf der Nordhalbkugel und damit in Europa sommerliche Verhältnisse vorherrschen, befindet sich der Südpol in ständiger Dunkelheit. Dabei sind Temperaturen im Bereich von minus 80 Grad keine Seltenheit. Bisher lag der Kälterekord bei minus 89,2 Grad. Neue Auswertungen von Satellitendaten der NASA aus dem Jahr 2004 ergeben nun einen Wert von unglaublichen minus 98,6 Grad. Dieser Wert ist jedoch nur schwer mit dem offiziellen Rekord vergleichbar, da dieser in zwei Metern Höhe gemessen wurde und nicht mittels Fernerkundung.

Extremtemperaturen

Ermittelt wurde diese Temperatur nordwestlich der Antarktis-Station Wostok auf einem Hochplateau in der östlichen Antarktis auf etwa 3800 Meter Seehöhe.  Die meteorologischen Bedingungen sind dort für das Erreichen solcher Extremtemperaturen optimal.  In flachen Tälern oder Mulden können sich aufgrund der dicken Eisschicht sowie der niedrigeren Luftfeuchtigkeit daher extreme Temperaturminima ausbilden. Dabei sprechen Meteorologen auch von einem Kaltluftsee.

Lebensfeindliche Umgebung

Die Verhältnisse bei diesen Temperaturen sind für einen Menschen sehr lebensfeindlich. Wissenschaftler können bei diesen Wetterextrema nur mit speziellen Masken ins Freie.

Ob dieser Rekord nochmal eingestellt werden kann, ist jedoch fraglich, da die Temperatur sowie die Luftfeuchtigkeit aufgrund des Klimawandels dort allmählich ansteigt.

Titelbild: © dpa

Die wärmste Nacht auf Erden

Die wärmste Nacht auf Erden in Qurayyat, Oman.

Qurayyat ist eine Kleinstadt im Oman mit etwa 50.000 Einwohnern und liegt etwa 80 km südöstlich der Hauptstadt Maskat. Im Sommer stehen hier extreme Temperaturen an der Tagesordnung, so liegen die Höchstwerte an der Küste oft bei 45 Grad und die Tiefstwerte oberhalb der 30-Grad-Marke. Am 25. Juni wurde in Qurayyat ein Höchstwert von 49,7 Grad gemessen, in der Nacht sank die Temperatur dann bei föhnigem Westwind nicht unter 42,6 Grad. Die WMO führt bislang zwar keine offizielle Liste der höchsten Tiefstwerte, dieser Wert ergibt aber den bislang höchsten dokumentierten Tiefstwert weltweit!

Die wärmste Nacht auf Erden wurde in Qurayyat im Oman verzeichnet.
Die Lage der Stadt Qurayyat im Oman. © google.com

Zum Vergleich: Dieser Wert liegt oberhalb der bislang höchsten, je gemessenen Temperaturen in Deutschland und Österreich:

  • 40,5 Grad Bad Deutsch-Altenburg (Niederösterreich) am 8.8.2013
  • 40,3 Grad Kitzingen (Bayern) am 5.7.2015 bzw. 7.8.2015

Die wärmste Nacht seit Messbeginn in Österreich wurde hingegen am 8. Juli 2015 verzeichnet, damals sank die Temperatur in der Inneren Stadt in Wien nicht unter 26,9 Grad.

Hitzepol Death Valley

Die höchste Temperatur weltweit stammt  aus den USA: Im Death Valley in Kalifornien wurden in Furnace Creek am 10. Juli 1913 sogar 56,7 Grad gemessen!

Titelbild: Qurayyat. Credit: Joel’s Luminosity on Visual Hunt / CC BY

Sonnwendfeuer

Sonnwendfeuer bei Saalfelden.

Der Johannistag ist das Hochfest der Geburt Johannes‘ des Täufers am 24. Juni. Im Vorfeld findet die Johannisnacht statt, welche in Verbindung mit der Sommersonnenwende steht. Auf den Bergen lodern dann im alpinen Raum und in weiten Teilen Europas die sogenannten Sonnwendfeuer. Es ist eines der größten Feste, dass sich aus der heidnischen Kultur bis heute erhalten hat. Wenn auch kulturell unterschiedlich gefeiert, erfreut sich die Zusammenkunft an besonderen Plätzen im Freien großer Beliebtheit.

Sonnwendfeuer am Wallberg in Bayern.
Sonnwendfeuer am Wallberg. Credit: jarikir on Visualhunt.com / CC BY-NC-ND

Anbei ein paar besonders bekannte Orte um das Sonnwendfeuer zu sehen:

  • Tiroler Zugspitzarena bei Ehrwald (A)
  • Grainau an der Zugspitze (D)
  • Innsbrucker Nordkette (A)
  • Wilder Kaiser (A)
  • Kitzbüheler Alpen (A)
  • Saalfelden und Leogang (A)
  • Brauneck in den Bayerischen Voralpen (D)
  • Dachstein (A)

Kühl und teils bewölkt

Das Wetter zeigt sich heuer von seiner kühlen Seite und in den Nordalpen vom Karwendel ostwärts überwiegen meist die Wolken. Besonders vom Berchtesgadener Land über das Salzkammergut bis zur nördlichen Obersteiermark fällt in der Nacht zeitweise auch ein wenig Regen bzw. auf den Bergen Schnee. Bessere Sicht gibt es dagegen im äußersten Westen Österreichs sowie an der Alpensüdseite. Der Wind weht schwach, im östlichen Bergland mäßig aus nördlicher Richtung.

Temperatur am Abend um 21 Uhr
Tal
Sankt Gallenkirch 14
Innsbruck 15
Garmisch-Patenkirchen 14
Saalfelden am Steinernen Meer 12
Ehrwald 13
Reit im Winkl 13
Bad Tölz 15
Obertraun 13
Weitensfeld 15

In 1.500 m liegen die Temperaturen von Ost nach West zwischen 5 und 8 Grad, in 2.000 m gibt es 1 bis 4 Grad. Die Schneefallgrenze liegt bei etwa 2.000 m, somit muss man auf den Bergen vom Wilden Kaiser und den Tauern bis zum Hochschwab in der Nacht auf Sonntag teils sogar mit leichtem Schneefall rechnen!

Title-Photo credit: marketing deluxe on Visual Hunt / CC BY-NC-SA

Leuchtende Nachtwolken

Leuchtende Nachtwolken

Leuchtende Nachtwolken (auch „NLC “ von engl. noctilucent clouds) sind weißlich bis bläulich leuchtende Wolken, welche sich deutlich vom fast dunklen Himmel am Ende der langen Dämmerung im Sommer abheben. Während sich alle anderen Wolken nur bis in 10 oder vereinzelt 15 km Höhe erstrecken, befinden sich Leuchtende Nachtwolken in einer Höhe von 80 bis 85 km. Die Sonne sinkt in Mitteleuropa im Sommer nur langsam und nicht allzuweit unter den Nordwesthorizont. Damit bescheint die Sonne auch lange nach Sonnenuntergang von schräg unten diese Wolken, wobei der Himmel gleichzeitig schon dunkel ist.

Beobachtung

Etwa von Mitte Mai bis Mitte August lassen sich die Leuchtenden Nachtwolken beobachten, am häufigsten treten sie im Juni und Juli auf. Um sie zu sehen, braucht man einen möglichst freien Blick nach Norden bis Nordwesten, eine einigermaßen dunkle Umgebung und einen ansonsten weitgehend wolkenlosen Himmel. Sie lassen sich etwa ein bis zwei Stunden nach Sonnenuntergang und ebenso vor Sonnenaufgang beobachten. Allerdings sind sie bei weitem nicht in jeder klaren Nacht zu sehen, da es in großen Höhen nur selten Wolken gibt. An klaren Sommerabenden lohnt es sich aber immer wieder einen Blick in Richtung Nordwesten zu werfen.

Entstehung

Leuchtende Nachtwolken bestehen, ähnlich wie Cirruswolken, aus Eiskristallen. Sie bilden sich am Oberrand der Mesosphäre, so nennt man die Atmosphärenschicht in 50 bis 80 km Höhe, diese befindet sich oberhalb der bekannteren Stratosphäre. Dort kann die Temperatur gelegentlich von den üblichen -85 Grad bis auf -140 Grad absinken, nur dann ist es für die Bildung von Leuchtenden Nachtwolken kalt genug. Die zur Bildung der Eiskristalle nötigen Staubpartikel stammen hauptsächlich aus den Resten verglühter Sternschnuppen.

Title-Photo credit: WherezJeff on VisualHunt / CC BY-NC

Mittelmeer aktuell bis zu 5 Grad zu warm

Abweichung der aktuellen Wassertemperatur vom langjährigen Mittel © Andrej Flis, https://www.facebook.com/severeweatherEU

Eine aktuelle Auswertung zeigt: Die Oberflächenwassertemperaturen sind momentan nahezu im gesamten Mittelmeer höher als zu dieser Jahreszeit üblich, in Teilen der Adria ist das Wasser sogar um die 5 Grad wärmer! Lediglich der westlichste Zipfel bzw. angrenzende Teile des Atlantiks weisen derzeit eine normale oder leicht zu niedrige Temperatur auf. Dies ist nicht verwunderlich, gab es im Laufe des Frühsommers 2018 doch gerade hier häufigen Tiefdruckeinfluss, während über dem mittleren und östlichen Mittelmeer entsprechend häufiger Hochdruckeinfluss und eine südliche und damit warme Luftströmung vorherrschend war.

Welche Auswirkungen hat dies?

Zum Einen hat solch eine Entwicklung natürlich Einfluss auf Flora und Fauna. Manche Fische sterben, andere aus tropischen Regionen kommen nach. So wurden bspw. kürzlich vor Mallorca giftige Quallen mit 30 m langen Tentakeln gesichtet, die es sonst dort nicht gab. Denn die aktuellen Anomalien sind nicht nur eine Momentaufnahme, häufig und über lange Zeiträume wurden in der jüngeren Vergangenheit zu hohe Wassertemperaturen gemessen.

Zum Anderen hat wärmeres Wasser eine höhere Energie und mehr davon kann über Verdunstung in die Atmosphäre übergehen. Entsprechend steht dieser im Mittel mehr Energie zur Verfügung, was sich in Schauern oder Gewittern äußern kann. Selten, aber doch: Medicane, Hurrikan-ähnliche kleinräumige Tiefdruckgebiete sind möglich und werden durch höhere Wassertemperaturen zumindest nicht in ihrer Entwicklung gehemmt.

Ob das Wetter der letzten Tage im östlichen Mittelmeerraum von aktuell zu warmem Wasser beeinflusst wurde, sei dahin gestellt. Ein alterndes Höhentief hat nämlich einige kräftige Schauer und Gewitter ausgelöst:

 

 

 

 

Titelbild: Abweichung der aktuellen Wassertemperatur vom langjährigen Mittel © Andrej Flis, https://www.facebook.com/severeweatherEU

Nach Millstatt: Microbursts erklärt

Aufnahme eines Microbursts bei Phoenix, Arizona © https://www.youtube.com/watch?v=jI8d92SWMKw

 

Reduziert auf das Eigentliche war es ein normales Gewitter. Erwärmte Luft konnte über den nahen Bergen südlich des Millstätter Sees aufsteigen, es bildeten sich mächtige Quellwolken und in weitere Folge ein für die Jahreszeit typisches Wärmegewitter mit nur geringer Verlagerungsgeschwindigkeit.  Besonders erscheinen jedoch die Wassermassen, die wie in Form von Paketen aus der Wolkendecke fallen. Im Zeitraffer wird der relativ kleine, aber dichte Niederschlagsbereich deutlich, mit einer markanten Grenze hin zum niederschlagsfreien Bereich. Beim Aufprall auf den Boden strömt der Regen zudem in alle Richtungen auseinander, es kommt zu kräftigen Böen. Die Rede ist hierbei von einem so genannten Downburst, bzw. aufgrund der räumlichen Ausdehnung: von einem Microburst.

Erklärung eines Microbursts und dem damit Outflow © https://de.wikipedia.org
Erklärung eines Microbursts und dem damit verbundenen Outflow © https://de.wikipedia.org

Starke Winde zerstörerisch

Durch den stark beschleunigten Abwind und das Auseinanderlaufen am Boden sind die starken Winde üblicherweise das größte Problem bei diesem Phänomen, weniger der kräftige Regen. Das nachfolgende Video aus Minsk verdeutlicht dies:

Wenn ein Sack Wasser zu Boden fällt

Häufig kommt ein Down- oder Microburst wie aus dem Nichts, wenn die Aufwinde innerhalb eines Schauers oder Gewitters nicht mehr reichen die Wassermassen zurückzuhalten und sich ein ‚Sack‘ den Weg zum Boden bahnt. Ist in der Wolke eine trockene Schicht eingelagert, kann sich dieses Paket an Regen durch Verdunstung weiter beschleunigen.

The pilot I use for my aerial images (Spiker Helicopters) caught these shots of a downburst over #Pittsburgh today…talk about incredible! oburst Phoenix, Arizona, pic.twitter.com/TOpVgR7imo

Microbursts erklärt

Titelbild: Microburst Phoenix, Arizona, https://www.youtube.com/watch?v=jI8d92SWMKw

El Niño wahrscheinlich

Pixabay contributor inspirexpressmiami

El Niño ist gegenüber La Niña die positive bzw. warme Phase der ‚El Niño-Southern Oscillation‘ (ENSO). Diese Oszillation beschreibt die Änderung der Oberflächen-Wassertemperaturen im Pazifik, welche große Auswirkungen auf das weltweite Wettergeschehen hat. Die zur Prognose herangezogenen verschiedenen Modelle sind sich zuletzt einiger geworden, demnach entwickelt sich nach der anhaltenden ENSO-neutralen Phase nun allmählich ein El Niño. Die nachfolgenden Graphen zeigen die Entwicklung, ab einem Schwellwert von +1 spricht man von einem El Niño-Status. Man erkennt, wie ausgeprägter der Fall zum Jahreswechsel hin wird.

Prognose der Abweichung der Wassertemperatur des Pazifiks und damit eines El Niño-Ereignisses
Prognose der Abweichung der Wassertemperatur des Pazifiks und damit eines El Niño-Ereignisses

 

Wetterlexikon: El Niño

Die stärksten Auswirkungen hat ein El Niño-Ereignis während der Wintermonate auf der Nordhalbkugel. Doch auch schon in der jetzigen warmen Jahreszeit und selbst bei einem noch schwach ausgeprägten El Niño ändern sich manche Wettermuster, wenngleich hauptsächlich auf der Südhalbkugel. Die Folgen sind auf der nachstehenden Grafik zusammengefasst. Das warme, trockene Muster in der Karibik korreliert mit einer verminderten Hurrikan-Aktivität auf dem Atlantik. Denn die El Niño-Phase ist typischerweise mit stärkeren Höhenwinden über dem Atlantik verbunden, die dazu führen, dass sich entwickelnde Zyklonen in Ihrer Entwicklung gehemmt werden.  

 

Auswirkungen von El Nino in den Sommermonaten Juni bis August
Auswirkungen von El Nino in den Sommermonaten Juni bis August

 

Meteorologen in den USA haben auf die aktuelle El Niño-Prognose reagiert und ihre Vorhersage der Hurrikan-Saison angepasst. War im April noch von einer überdurchschnittlichen Hurrikan-Saison 2018 die Rede, so geht man nun eher von einer durchschnittlichen Saison aus. Die Bewohner der gefährdeten Küstenbereiche sollten sich aber nicht zu früh freuen, gab es in den letzten Jahren die stärksten Hurrikans wie Andrew oder Hugo doch in ansonsten durch El Niño eher ruhigeren Hurrikan-Jahren.

Update: In Europa sind die Auswirkungen äußerst gering und nach wie vor Gegenstand der Forschung. Am ehesten wirkt sich ein markantes El Nino-Ereignis auf die Druckverteilung bei uns aus. Im Bereich von Island findet man dann häufiger als sonst ein blockierendes Hochdruckgebiet, weswegen öfters Kaltluft aus nördlichen Breiten nach Mitteleuropa geführt wird.

(Titelbild: Pixabay, inspirexpressmiami)

Die 5 besten Tipps gegen Stechmücken

Tipps gegen Gelsen

Wenn der Frühsommer immer wieder kräftigen Regen in Abwechslung mit warmen Wetterphasen bringt, sind die Brutbedingungen für Stechmücken ideal. Diese benötigen nämlich für die Ablage ihrer Eier Wasserlachen, die nach Regenfällen natürlich zahlreich zur Verfügung stehen. Anschließend ist die Temperatur entscheidend: Je wärmer es ist, desto schneller entwickeln sich aus den Eiern Larven und anschließend flug- und stechfähige Mücken.

Maßnahmen gegen die Mückenplage

In einer natürlichen Umgebung reduzieren beispielsweise Fische in Teichen die Population der Mückenlarven. Anders ist dies natürlich bei Regentonnen oder Untertöpfen. Hier gefährden nur wenige Tiere die Mückenlarven, deshalb stellen diese menschengemachten Lebensräume ideale Brutstätten für die Stechmücken dar. Ein einziges Weibchen kann dabei bis zu 500 Eier legen.

Anbei die besten Tipps:

  • Um den Mücken keine Grundlage für ihre Verbreitung zu geben, solltet ihr Gefäße wie Regentonnen und Gießkannen regelmäßig leeren.
  • Ein Mückenspray ist das wirkungsvollste Mittel, um sich die Insekten für ein paar Stunden vom Leib zu halten. Aber auch bestimmte Kräuter bzw. Pflanzen wie Basilikum, Lavendel, Pfefferminze oder Zitronenmelisse können zumindest ein Teil der Stechmücken vertreiben.
  • In den Fenstern ist es sinnvoll ein Mückengitter zu montieren. Wenn Stechmücken bereits in der Wohnung sind, kann man sie mit Durchzug vertreiben. Auch ein Ventilator kann dabei helfen.
  • Dunkle Kleidung soll besonders anziehend auf Mücken wirken, daher sollte man besser helle Kleidung tragen. Wichtig ist auch, dass der Großteil des Körpers mit Kleidung bedeckt ist.
  • Im Garten ist es besser gelbe statt weiße Lichtquellen zu verwenden, da Mücken gelbes Licht nicht wahrnehmen können.

Wirkungslos sind dagegen Zitruskerzen, ebenso wie das Verzehren von Bierhefe oder Knoblauchzehen. Die Wirkung von Lichtfallen ist ebenfalls sehr gering. Einen Stich sollte man jedenfalls auf keinen Fall kratzen: Dadurch kann es zu einer Zusatzinfektion kommen, welche den Heilprozess deutlich verlängert!

Die 5 besten Tipps gegen Gelsen

Tipps gegen Gelsen

Wenn der Frühsommer immer wieder kräftigen Regen in Abwechslung mit warmen Wetterphasen bringt, sind die Brutbedingungen für Gelsen ideal. Diese benötigen nämlich für die Ablage ihrer Eier Wasserlachen, die nach Regenfällen natürlich zahlreich zur Verfügung stehen. Anschließend ist die Temperatur entscheidend: Je wärmer es ist, desto schneller entwickeln sich aus den Eiern Larven und anschließend flug- und stechfähige Gelsen.

Maßnahmen gegen die Gelsenplage

In einer natürlichen Umgebung reduzieren beispielsweise Fische in Teichen die Population der Gelsenlarven. Anders ist dies natürlich bei Regentonnen oder Untertöpfen. Hier gefährden nur wenige Tiere die Gelsenlarven, deshalb stellen diese menschengemachten Lebensräume ideale Brutstätten für die Gelsen dar. Ein einziges Weibchen kann dabei bis zu 500 Eier legen.

Anbei die besten Tipps:

  • Um den Gelsen keine Grundlage für ihre Verbreitung zu geben, solltet ihr Gefäße wie Regentonnen und Gießkannen regelmäßig leeren.
  • Ein Gelsenspray ist das wirkungsvollste Mittel, um sich die Insekten für ein paar Stunden vom Leib zu halten. Aber auch bestimmte Kräuter bzw. Pflanzen wie Basilikum, Lavendel, Pfefferminze oder Zitronenmelisse können zumindest ein Teil der Gelsen vertreiben.
  • In den Fenstern ist es sinnvoll ein Gelsengitter zu montieren. Wenn Gelsen bereits in der Wohnung sind, kann man sie mit Durchzug vertreiben. Auch ein Ventilator kann dabei helfen.
  • Dunkle Kleidung soll besonders anziehend auf Gelsen wirken, daher sollte man besser helle Kleidung tragen. Wichtig ist auch, dass der Großteil des Körpers mit Kleidung bedeckt ist.
  • Im Garten ist es besser gelbe statt weiße Lichtquellen zu verwenden, da Gelsen gelbes Licht nicht wahrnehmen können.

Wirkungslos sind dagegen Zitruskerzen, ebenso wie das Verzehren von Bierhefe oder Knoblauchzehen. Die Wirkung von Lichtfallen ist ebenfalls sehr gering. Einen Stich sollte man jedenfalls auf keinen Fall kratzen: Dadurch kann es zu einer Zusatzinfektion kommen, welche den Heilprozess deutlich verlängert!

Coole Tipps gegen die Hitze

Kühle Getränke helfen gegen die hohen Temperaturen © pixabay

Dass man nur leichte Kleidung trägt, versteht sich bei Hitze von selbst. Hilfreich ist es, sich in der Mittagshitze nicht in der Sonne aufzuhalten und anstrengende Tätigkeiten zu vermeiden – lieber einen Gang zurück schalten und notwendige Arbeiten im Freien so gut es geht auf die späten Nachmittags- bzw. Abendstunden verlegen.

Viel trinken!

Mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit sollte man täglich zu sich nehmen. Bei hochsommerlichen Temperaturen sollte die Trinkmenge deutlich darüber hinausgehen. Als Durstlöscher eignen sich neben Mineralwasser ungezuckerte Kräuter- und Früchtetees sowie verdünnte Obst- und Gemüsesäfte. Ungeeignet sind hingegen stark zuckerhaltige Getränke wie Cola und Limonaden. Bei hohen Temperaturen soll allerdings auf eiskalte Getränke verzichtet werden. Besser sind warme Getränke, die zu einem leichten Schwitzen führen. Dadurch wird ein Abkühlen des Körpers bewirkt, ohne dass es zu einer zusätzlichen Kreislaufbelastung kommt.

Leichte Mahlzeiten

Leichtes Essen ist bei Hitze ebenfalls zu empfehlen. Salate sollen dabei ganz oben auf der Liste stehen und auf Fleisch eher verzichtet werden, da tierisches Eiweiß die körpereigene Wärmeproduktion anregt. Obst und rohes Gemüse sorgen für zusätzliche Flüssigkeitszufuhr und spenden wichtige Vitamine. Rohkost ist auch deshalb zu empfehlen, weil sie neben reichlich Flüssigkeit auch Mineralstoffe liefert.

Geschicktes Lüften

Es muss nicht immer eine Klimaanlage sein: Damit die eigene Wohnung trotz hoher Temperaturen angenehm kühl bleibt, gilt es drei Dinge zu beachten: ein wirksamer Sonnenschutz, ausreichende Belüftung und den Verzicht auf überflüssige Wärmequellen. Damit die Temperatur in den eigenen vier Wänden nicht immer weiter klettert, lüftet man am besten über Nacht oder am frühen Morgen.

Verhaltensregeln bei Gewittern

Gewitter mit Blitz

Allgemein kündigt sich ein Blitz nicht an und kann manchmal auch mehrere Kilometer von der Gewitterwolke entfernt einschlagen. Blitze schlagen zudem nicht immer an den höchsten Objekten ein und können durchaus auch mehr als einmal den selben Punkt treffen.

Gefahrenquelle Blitz

Bei  einem Gewitter besteht nicht nur die Gefahr, dass man direkt von einem Blitz getroffen wird, sondern auch das Risiko, in der Nähe eines Einschlags zu sein. Dabei springt der Blitz aufgrund der extrem hohen Spannung auf alle Stromleiter im unmittelbaren Umfeld über – schwere Verletzungen sind die Folge. Weiters gibt es auch die Gefahr der Schrittspannung: Wenn ein Blitz in unmittelbarer Nähe am Boden einschlägt, kann der Strom durch den menschlichen Körper fließen, wenn man im Zuge eines Schrittes den Boden an zwei unterschiedlichen Punkten mit unterschiedlichem elektrischen Potential berührt. Alleine in Deutschland und Österreich sterben jedes Jahr rund 10 Menschen an den Folgen eines direkten oder indirekten Blitzschlages! Besonders gefährdet sind meist Landwirte und Sportler (besonders Wanderer, Bergsteiger, Golfspieler, aber auch Fußballer und Wassersportler!)

10.000 Grad bei Blitzschlag

Bei einem Blitzschlag werden durchschnittliche Stromstärken von 20.000 Ampere gemessen, vereinzelt werden aber sogar mehr als 250.000 Ampere erreicht. Die Temperatur kann direkt im Blitzkanal kurzzeitig auf mehrere 10.000 Grad steigen. Das explosionsartige Verdampfen des Wassers löst eine Schockwelle aus, die man in weiterer Folge als Donner wahrnimmt.

Wo findet man Schutz?

Wenn man sich im Freien befindet sollte man hohe sowie generell stromleitende Gegenstände meiden sowie fern vom Wasser bleiben. Am besten ist der Unterschlupf in einem Haus mit verschlossenen Fenstern und Türen oder im Auto. Ist man im Freien, sollte man folgende Notmaßnahmen beachten:

  • Auf den Boden kauern, am besten in einer Mulde oder Senke. Die Beine müssen dabei eng beieinander stehen um die Schrittspannung gering zu halten. Im Notfall ist es jedenfalls besser zu hüpfen als zu laufen.
  • Nicht unter einzelstehenden Bäumen (ganz egal welche Baumart) oder Stromleitungen Schutz suchen!
  • Im Gebirge sollte man sich von Graten und Gipfeln fernhalten und Stahlseile, Seilbahnen und Skilifte meiden. Nahe einer Felswand gibt es ein relativ sicheres Dreieck, dessen Seitenlänge am Boden der Höhe der Wand entspricht.
  • Wenn man keinen Donner mehr hört, bedeutet das nicht, dass das Gewitter vorbei ist. Blitze können weit entfernt von der Wolke einschlagen. Deshalb ist es auch wichtig, dass man nach dem vermeintlich letzten Donner noch für längere Zeit in Sicherheit bleibt.
  • Lokalen Wetterbericht studieren und die Tour entsprechend planen. Bei einer erhöhter Gewitterneigung sollte man nur kurze Touren mit Ausstiegs- oder Schutzmöglichkeiten durchführen.
  • Stets den Himmel beobachten : So erkennt man, ob sich in der Nähe mächtige Quellwolken bzw. Gewitter entwickeln.

 

Wie viele Sommertage gibt es pro Jahr?

Das Thermometer zeigt einen Sommertag an © pixabay

In Österreich bestimmen hauptsächlich zwei Einflüsse die Anzahl an Sommertagen. Erstens wirkt sich die Höhenlage auf die Temperatur aus: Im Mittel wird es pro 100 Meter Höhenanstieg um 0,6 bis 1 Grad kälter. Teilweise wird dieser Effekt inneralpin durch die Tal- und Beckenlagen kompensiert. Zweitens steht der Osten und Südosten schon mehr im Einfluss des Kontinentalklimas, was längere und heißere Wetterphasen im Sommer bedeutet als in Westösterreich, das noch stärker vom Atlantik beeinflusst wird.

Viel Sommer im Osten

Die meisten Tage mit mehr als 25 Grad sind am Neusiedler See zu erwarten, hier zählt man im Jahr rund 74 Sommertage, Tendenz steigend. In der Bundeshauptstadt sind es 10 Tage weniger, knapp gefolgt von den anderen Landeshauptstädten. Nur in Bregenz gibt es mit nur 39 Sommertagen deutlich weniger, hier macht sich der kühlende Bodensee bemerkbar.

Neusiedl am See 74
Wien – Hohe Warte 64
Graz, Klagenfurt und Innsbruck 63
St. Pölten 59
Linz 56
Salzburg 55
Bregenz 39
Schöckl 1

Auf den Bergen sind Sommertage rar, so gibt es auf dem Schöckl in 1.445 m im Mittel nur 1 Sommertag pro Jahr. Sommertage sind im Extremfall bis auf knapp 2000 m Höhe möglich, so wurde auf der Schmittenhöhe in 1.973 m im August 1952 bereits einmal 25 Grad gemessen.

Rekordjahr 2003

Die meisten Sommertag gab es bisher in Wien im Jahr 2003 mit unglaublichen 102 Tagen. Doch in diesem Jahr könnte der Rekord fallen, durch den extrem warmen April und Mai, gab es bisher schon 31 Sommertage und der Sommer steht erst bevor!

Wie viele Sommertage gibt es pro Jahr?

Thermometer

In Deutschland bestimmen 3 Einflüsse die Anzahl der Sommertage. Erstens kommt wärmere Luft normalerweise aus südlichen und kältere aus nördlichen Richtungen, daher ist in Süddeutschland eine höhere Zahl an Sommertagen zu erwarten. Zweitens wirkt sich die Höhenlage auf die Temperatur aus: Im Mittel wird es pro 100 m Höhenanstieg um 0,6 bis 1 Grad kälter. Da der Süden großteils höher liegt als Norddeutschland, gleichen sich die beiden genannten Einflüsse teilweise aus. Drittens wirkt sich in Küstennähe tagsüber der kühlende Effekt des Meeres aus, daher kommt es hier seltener zu Tagen mit mehr als 25 Grad.

Viel Sommer im Südwesten

Die meisten Tage mit mehr als 25 Grad sind entlang des Oberrheins zu erwarten, hier zählt man im Mittel 55 bis 60 Sommertage pro Jahr, in Mannheim sind es sogar 61 Tage. Mit 40 bis 50 Tagen darf man von der Kölner Bucht über den Mittelrhein und Franken bis nach Niederbayern rechnen, aber auch vom nördlichen Sachsen bis nach Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin. Vom Niederrhein bis ins südliche Mecklenburg-Vorpommern, in Mittelgebirgslagen und im südlichen Alpenvorland sind es meist 30 bis 40 Tage. Entlang der Küsten muss man sich jedoch in durchschnittlichen Jahren mit 15 bis 25 Sommertagen zufrieden geben.

Mannheim 61
Frankfurt am Main 52
Berlin 43
Köln 40
Kempten (Allgäu) 32
Erfurt 32
Hamburg 28
List / Sylt 8
Großer Arber 2

 

Noch weniger Sommertage gibt es auf den Bergen: Am Feldberg in 1.486 m Höhe gibt es im Mittel nur alle zwei Jahre einen Sommertag, auf der Zugspitze in 2.960 m Höhe erwartungsgemäß nie. Hier liegt die bislang höchste gemessen Temperatur bei 17,9 Grad am 5. Juli 1957.

Die Gewitterhauptstadt Österreichs

Sonne und Wolken in Graz.

Für die Entstehung von Gewittern sind grundsätzlich drei Zutaten notwendig: Ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit, eine labile Schichtung der Atmosphäre sowie ein Mechanismus, der die Luft zum Aufsteigen bringt. Letzteres kann beispielsweise ein Zusammenströmen der Luft in Bodennähe oder eine Front sein. Für die Entstehung schwerer Gewitter ist zusätzlich noch eine Zunahme der Windgeschwindigkeit mit der Höhe notwendig, da diese den Gewittern ermöglicht, sich über längere Zeit hinweg am Leben zu erhalten.

Blitzreiche Steiermark

Graz hat „die Ehre“ die blitzreichste Hauptstadt ihrer geographischen Lage am Rande der Alpen zu sein. Die Stadt liegt im sogenannten Grazer Becken und wird umgeben vom Grazer Bergland im Norden und dem Oststeirischen Hügelland im Süden. Dabei stellt die im Südosten Österreichs oft sehr warme und feuchte Luft aus dem nahen Mittelmeerraum in Zusammenspiel mit dem Steirischen Bergland eine besonders gute Voraussetzung für Gewitter dar, da hohe Luftfeuchtigkeit zusätzliche Energie für kräftige Gewitterentwicklungen bietet.

Zugrichtung: Graz

Sehr oft entstehen die Gewitter im angrenzenden Berg- und Hügelland der West- und Obersteiermark: Ganz besonders im Semmering-Wechsel-Gebiet, in den Fischbacher Alpen, im Bereich der Niederen Tauern oder über der Koralpe, da es hier regelmäßig zu zusammenströmenden Winden aus unterschiedlichen Richtungen kommt. Bei einer meist südwest- bis nordwestlichen Höhenströmung ziehen die Gewitter dann in Richtung Graz. Der Grazer Hausberg Plabutsch, der an der westlichen Stadtgrenze in einer Nord-Süd-Ausrichtung liegt, stellt mit seinen 754 m keine Barriere dar. Auch am Montag gab es wieder kräftige Gewitter, welche ausgehend von den Fischbacher Alpen in Richtung Südsteiermark gezogen sind, siehe auch hier: Großer Hagel in der Steiermark.

Anbei die Gesamtanzahl an Blitzen im 2017:

Graz 3.021
Klagenfurt 2.074
Innsbruck 2.036
Salzburg 1.444
Wien 1.365
Linz 1.184
Bregenz 668
Sankt Pölten 528
Eisenstadt 291

Klimawandel und Extremniederschlag

Überflutungen durch Starkregen.

Statistisch signifikante Änderungen bei Wetterextremen zu beweisen ist besonders beim Niederschlag nur begrenzt möglich: Einerseits sind Extreme selten, andererseits werden sie oft nicht von den Messnetzen erfasst. Für signifikante Trends braucht man allerdings sehr viele Daten. Bei Ereignissen wie Hitzewellen, welche eine große Fläche betreffen, ist dies  hingegen wesentlich einfacher.

Extremniederschlag

Allgemein kann die Luft durch die globale Klimaerwärmung mehr Wasserdampf aufnehmen und in weiterer Folge auch abregnen. Ob extremer, konvektiver Niederschlag zunimmt, ist allerdings schwer zum nachweisen, da er räumlich und zeitlich sehr variabel auftritt.  Solch kleinräumige Ereignisse werden nicht explizit von Klimamodellen aufgelöst und zudem oft nicht von Wetterstationen erfasst. Ein weiteres Problem stellt die Tatsache dar, dass in manchen Regionen der mittlere Niederschlag zwar abnehmen kann, während die Extreme zunehmen. Auf der vergleichsweise geringen Fläche einzelner europäischer Länder kann man daher kaum signifikante Trends feststellen was Extremniederschlag betrifft. Aus diesem Grund haben Forscher bereits vor ein paar Jahren eine Auswertung der globalen Niederschlagsdaten von 11.000 Wetterstationen in Hinblick auf Regenrekorde durchgeführt. Bei der Häufigkeit von neuen Rekorden in der Tagesregenmenge konnte man bis 2010 tatsächlich eine Zunahme von 26% im Vergleich zu einem stabilen Klima feststellen, wenngleich von Jahr zu Jahr starke Schwankungen vorhanden sind.  Auch der DWD hat im 2016 ein Bericht über die zunehmende Rolle der Großwetterlage „Tief Mitteleuropa“ veröffentlicht und dabei festgehalten, dass es in den letzten 15 Jahren in Deutschland Hinweise auf ein vermehrtes Auftreten von Starkregen gibt.

Persistente Wetterlagen

In den letzten Jahren wurden sehr häufig persistente Wetterlagen beobachtet, so wie auch aktuell die Wetterlage „Tief Mitteleuropa“, siehe hier: Festgefahrene Wetterlage. Allgemein wird vermutet, dass die Erwärmung der Arktis hierfür eine wesentliche Rolle spielt: Einerseits nehmen die Temperaturgegensätze zwischen den Tropen und der Polarregion ab (und somit auch die Antriebskraft des Westwindbands), anderseits sorgt die zunehmende Zufuhr von Süßwasser im subpolaren Atlantik für eine Abschwächung des Golfstroms. Wir berichteten darüber bereits hier: Golfstrom schwächer als je zuvor in den vergangenen 1000 Jahren. Die damit verbundene kalte Anomalie im subpolaren Nordatlantik, welche auch heuer vorhanden ist, sorgt für ein schwach ausgeprägtes Islandtief. Letzteres begünstigt in Nordeuropa Hochdruckgebiete, während sich die Tiefdrucktätigkeit überwiegend auf Südwesteuropa beschränkt. In Mitteleuropa stellt sich dann häufig eine gradientschwache Wetterlage oder die Lage „Tief Mitteleuropa“ ein, welche ortsfeste Gewitter mit ergiebigen Regenmengen begünstigt.

Anomalie der Wassertemperaturen im letzten Monat. © NOAA
Anomalie der Wassertemperaturen im letzten Monat. © NOAA

Weiterführende Links

Blog von S. Rahmstorf (PIK)

Artikel in Nature

Phänologischer Sommer – Holunderblüte

Holunderblüte.

Die Beobachtung alljährlich wiederkehrender Abläufe in der Natur wie Blüte, Blattentfaltung oder Fruchtreife wird als Phänologie bezeichnet. Dabei interessieren uns besonders die von Jahr zu Jahr verschiedenen Zeitpunkte solcher Erscheinungen.

10 Jahreszeiten

Phänologisch gesehen beginnt der Sommer mit den ersten Blüten von schwarzem Holunder sowie Robinie. Der phänologische Sommer wird nochmals genauer unterteilt in:

  • Frühsommer: Blüte des schwarzen Holunders und der Robinie
  • Hochsommer: Blüte der Linde und Fruchtreife der (roten) Johannisbeere
  • Spätsommer: Fruchtreife früher Apfelsorten und der Eberesche

Abhängig von der geographischen Lage sowie der Höhe über dem Meeresspiegel unterscheidet sich die erste Blüte oft vom meteorologischen oder astronomischen Sommerbeginn. Der phänologische Kalender besteht übrigens aus 10 Jahreszeiten: Vorfrühling, Erstfrühling, Vollfrühling, Frühsommer, Hochsommer, Spätsommer, Frühherbst, Vollherbst, Spätherbst und Winter.

Wo beginnt der Frühsommer zuerst?

Generell setzt die Blüte in den milden Regionen Österreichs vom Grazer Becken bis in den Wiener Raum und zum Seewinkel sowie im Schweizer Tessin zuerst ein, gefolgt vom Oberrheingraben in Deutschland. Der Blütenbeginn des schwarzen Holunders sowie der Robinie startet in den genannten Regionen im Schnitt in der ersten Maiwoche. In weiterer Folge breitet sich die Blüte nordostwärts aus. In den Hochlagen des Böhmerwalds, des Erzgebirges oder auch in den höher gelegenen Regionen der Alpen ist es hingegen erst ganze drei bis fünf Wochen später soweit.

Holunderblüte in Wien. © N. Zimmermann
Aktuelle Holunderblüte in Wien. © N. Zimmermann

Witterung entscheidend

Je nach Witterung können die jeweiligen Phasen aber auch deutlich früher oder später eintreten. Im heurigen Jahr gab es die ersten Blühmeldungen bereits im April, zumindest im Flachland befinden wir uns somit schon verbreitet im phänologischen Frühsommer! Gebietsweise blüht sogar schon die Linde. Bei kalter Witterung kann sich das aber sehr wohl auch auf Anfang Juni verschieben, zuletzt im Jahr 2013 in der Schweiz der Fall.

Hagelspur aus der Luft

Hagelspur © Jane Carpenter at Leading Edge Flight Training / https://www.facebook.com/Reppenhagen9wx

Knapp nördlich von Wellington, Colorado hat ein starkes Gewitter am Montagabend riesige Mengen an Hagel gebracht, stellenweise lag er bis zu 60 cm hoch. Am nächsten Morgen war noch jede Menge davon vorhanden und bei dann wolkenlosem Himmel konnte ein Pilot die nachfolgenden Aufnahmen machen. Selbst am Mittwoch, Tag 2 nach dem Unwetter, war der Hagel noch nicht komplett geschmolzen.

 

Man erkennt schön, wie eng begrenzt der Hagel gefallen ist, die Spur war nur wenige hundert Meter breit und ein paar Kilometer lang. Das verdeutlicht, wie schwer solch ein Ereignis zu prognostizieren ist.

Da wir schon thematisch in den USA sind: Im mittleren Westen ist gerade Hochsaison für schwere Gewitter und Tornados. Alljährlich zieht es auch Stormchaser und Wetterbegeisterte aus Europa dorthin, um die Gewalten der Natur zu erleben und sich an der Schönheit empor schießender Gewittertürme und deren Strukturen zu erfreuen. Ein paar Aufnahmen mit rotierenden Aufwindbereichen, Tornados usw. sind nachfolgend zu sehen:

 

 

Gerade sind die dortigen Bedingungen für fotogene Gewitter günstig, in der nachfolgenden Grafik erkennt man die Gebiete mit der größten Wahrscheinlichkeit für teils schwere Gewitter am Samstag:

Regionen mit der größten Wahrscheinlichkeit für kräftige Gewitter am Samstag © UBIMET
Regionen mit der größten Wahrscheinlichkeit für kräftige Gewitter am Samstag © UBIMET

 

Copyright Titelbild: Jane Carpenter at Leading Edge Flight Training / https://www.facebook.com/Reppenhagen9wx

Vulkan Kilauea auf Hawaii: Bilder und Videos

© https://volcanoes.usgs.gov/volcanoes/kilauea/multimedia_chronology.html

Bereits etwa 40 Privathäuser wurden auf der Hauptinsel Big Island zerstört, dazu gibt es einige Schäden an der Infrastruktur. Wie bei Schildvulkanen typisch, dringt Lava nicht zwangsläufig nur aus einem Krater aus, sondern es können generell Risse an der Oberfläche entstehen. Das hat zu einigen spektakulären Bildern geführt, denn manche Risse haben sich mitten durch besiedeltes Gebiet gezogen. Wir haben ausgewählte beeindruckende Aufnahmen des United States Geological Survey (USGS) zusammen getragen, gefolgt von speziellen Tweets.

© https://volcanoes.usgs.gov/volcanoes/kilauea/multimedia_chronology.html
© https://volcanoes.usgs.gov/volcanoes/kilauea/multimedia_chronology.html
© https://volcanoes.usgs.gov/volcanoes/kilauea/multimedia_chronology.html
© https://volcanoes.usgs.gov/volcanoes/kilauea/multimedia_chronology.html
© https://volcanoes.usgs.gov/volcanoes/kilauea/multimedia_chronology.html
© https://volcanoes.usgs.gov/volcanoes/kilauea/multimedia_chronology.html
© https://volcanoes.usgs.gov/volcanoes/kilauea/multimedia_chronology.html
© https://volcanoes.usgs.gov/volcanoes/kilauea/multimedia_chronology.html
© https://volcanoes.usgs.gov/volcanoes/kilauea/multimedia_chronology.html
© https://volcanoes.usgs.gov/volcanoes/kilauea/multimedia_chronology.html

 

 

 

 

 

Wer interessiert ist, kann auch immer einen Live-Blick via Webcams auf den Vulkan werfen: https://www.esrl.noaa.gov/gmd/obop/mlo/livecam/livecam.html

Zudem sei auf die atemberaubenden Bilder von Bruce Omori verwiesen: https://500px.com/bruceomori

 

Copyright Titelbild: https://volcanoes.usgs.gov/volcanoes/kilauea/multimedia_chronology.html

223 km/h – Tornado hat Wetterstation überquert

Luftbildaufnahmen von umgestürzten Bäumen © Marco Bayer

(Copyright Titelbild: Marco Bayer, https://www.facebook.com/marco.bayer.12)

Eine private Agrarwetterstation bei Boisheim im Kreis Viersen wurde tatsächlich von dem Tornado überquert – ein für die Wissenschaft glücklicher Zufall, hilft die Messung doch bei der Einordnung der Stärke des Wirbelsturms. 223 km/h wurde als maximale Böe um 17:37 Uhr gemessen, was zeitlich sehr gut passt. Noch keine andere Wetterstation im Flachland Deutschlands hat je so starken Wind gemessen, entsprechend dürfte es sich um einen Rekord handeln. Jedoch eher um einen inoffiziellen, da die Station nicht der Norm der World Meteorological Organization entspricht.

So oder so, mit 223 km/h entspricht der Tornado der Stärke 2 auf der sechsteiligen Fujita-Skala. Und dies deckt sich mit den beobachteten Schäden wie etwa zahlreichen abgedeckten Häusern oder entwurzelten Bäumen, auch die Experten der Tornado-Arbeitsgruppe Deutschland kommen bei ihrer Analyse auf einen F2-Tornado. Im Übrigen wurden die Nutzer und Kunden von uwr.de rechtzeitig und mit der höchsten Warnstufe vor dem aufziehenden Unwetter gewarnt:

 

Etwa 30 bis 60 Tornados treten jedes Jahr in Deutschland auf und die meisten entsprechen der Stärke F0 bis F2, sind also mit Windgeschwindigkeiten von rund 70 bis 250 km/h verbunden. Der aktuelle Tornado hat auf den ersten Blick womöglich mächtiger und stärker gewirkt als viele andere, die bisher dokumentiert wurden. Dies liegt hauptsächlich an der großen Menge an Sand und Staub, die aufgewirbelt und mitgeführt wurde.

 

Tornados traten in unseren Breiten schon immer auf, von daher kann man nicht von einem neuzeitlichen Phänomen sprechen. Die Wahrnehmung hat sich jedoch verändert, heutzutage hat jeder ein Handy griffbereit und kann aufgenommene Videos mit zwei Klicks in den Social Media-Kanälen verbreiten. Nachfolgend haben wir weitere beeindruckende Videos und Fotos zusammengetragen:

 

Am Dienstag, dem 16.05. und tags zuvor wurden übrigens noch weitere Funnels und ein Tornado dokumentiert. Zweimal in Tschechien, einmal bei Bad Langensalza in Thüringen und auch in Baden-Württemberg:


 

Copyright Titelbild: Marco Bayer, https://www.facebook.com/marco.bayer.12

Die Bedeutung der Walpurgisnacht

Feuer zur Walpurgisnacht ©pixabay/Melmak

Die Walpurgisnacht wird jährlich am 30. April begangen. Das traditionelle Fest ist heute zwar nicht mehr ganz so relevant wie früher und wird vielerorts von sogenannten “Tanz in den Mai”-Feiern abgelöst, aber immer noch gibt es viele Anhänger des nord- und mitteleuropäischen Festes.

Ursprung und Bedeutung

Die Walpurgisnacht verdankt ihren Namen Walburga, die von der römisch-katholischen Kirche als Heilige verehrt wird und am 1. Mai 870 heiliggesprochen wurde. Weniger heilig ist hingegen der Hintergrund der Walpurgisnacht: Der Sage nach feierten Hexen am Blocksberg (auch Brocken genannt) im Harzgebirge sowie an anderen mystischen Plätzen verschiedene Rituale mit Tanz und Gesang. Historisch und inhaltlich leitet sich die Walpurgisnacht von heidnischen Frühjahrsbräuchen ab, bei denen die Ankunft des Frühlings mit nächtlichen Freudenfeuern gefeiert wurde. Mit der Christianisierung in Deutschland wurden einige diese Bräuche als heidnisch verboten oder umgedeutet. Später ab dem 16. Jahrhundert wurde die Walpurgisnacht zudem mit Teufelsverehrung in Verbindung gebracht.

Rituale

  • Ähnlich dem Osterfeuer werden große Feuer entzündet.
  • Durch Lieder, Reden und Tanzen soll der Frühling eingeleitet werden.
  • Der Gang zwischen zwei Walpurgisfeuer soll Seuchen und Krankheiten fernhalten.
  • Durch Lärm auf den Straßen wurden Geister vertrieben.
  • Es werden weiße Kreuze an Häuser gemalt, um sich vor Hexen zu schützen.
  • Auch Salz wird zu diesem Zweck über Türschwellen gestreut
  • Besen werden mit dem Reisig nach oben aufgestellt.
  • Zwei Vergissmeinnicht werden gepflanzt um die Treue des Partners vorherzusagen. Wachsen sie aufeinander zu, ist das ein Zeichen für eine treue Beziehung.
  • Ähnlich wie Halloween werden Streiche gespielt – angeblich zur Abwehr gegen Dämonen.

Fichtenpollen färben Attersee gelb

Durch Fichtenpollen gefärbter Attersee © Jürgen Elmer, Severe Weather Europe

Beeindruckend waren die Aufnahmen der vergangenen Woche nicht nur für Allergiker – im Berg- und Hügelland kam es zu einem wahren ‚Fichtenpollensturm‘. Doch die Angst vor Heuschnupfen war dann doch meist unbegründet, denn lediglich bei rund 5 % der Allergiker wirken sich auch diese Pollen aus, generell ist die Struktur der Fichtenpollen zu groß.

Webcambild Dornbirn © https://www.foto-webcam.eu/webcam/dornbirn
Webcambild Dornbirn © https://www.foto-webcam.eu/webcam/dornbirn

Nun kommt der ‚Spuk‘ langsam zu einem Ende und die ausgetriebenen Pollen sammeln sich bspw. im Wasser an. An mehreren Seen kann man dies nun beobachten, teilweise führt dies zu einer gelblichen Färbung, wie die Bilder vom Attersee von Jürgen Elmer (auch Titelbild) eindrucksvoll beweisen:

 

 

F1 Baku: Stürmisches Rennen erwartet

Blick auf das Fahrerlager in Baku © Steffen Dietz, UBIMET

Khazri und Gilavar – so nennt man die beiden typischen Windsysteme im Bereich des Kaspischen Meeres und speziell in Baku. Während der Gilavar aus Süden weht und milde Luft heranführt,  ist der Khazri gefürchtet und nicht gern gesehen, denn er weht häufig in Sturmstärke und führt kalte Luft aus nördlichen Breiten heran. So auch an diesem Wochenende. Und da Baku sehr exponiert auf einer Halbinsel im Kaspischen Meer liegt, ist die Stadt den beiden Winden besonders ausgesetzt.

Exponierte Lage von Baku © Google Maps
Exponierte Lage von Baku © Google Maps

Im Laufe des Samstags stellt sich die Windrichtung von Süd auf Nord um und nimmt an Stärke zu. Am Sonntag und damit zum Rennen ist beständig mit kräftigem bis stürmischem Nordwind zu rechnen, Böen dürften bis zu 80 km/h erreichen. In den Straßen der Stadt und damit auch an der Strecke wird der Wind jedoch entsprechend der Gebäude auch abgelenkt und wird damit aus verschiedenen Richtungen wehen. Dies wirkt sich massiv auf die Aerodynamik der Fahrzeuge aus, aber auch auf Bremspunkte vor den Kurven etc. Und in Baku sind ähnlich wie beim Stadtkurs in Monaco die Mauern nicht weit …

Die engste Stelle der F1 © Steffen Dietz, UBIMET
Die engste Stelle der F1 © Steffen Dietz, UBIMET

Zwar werden sich auch einige Wolken am Himmel bemerkbar machen, es sollte aber weitgehend trocken bleiben. Mit etwa 16 Grad wird es zudem deutlich kühler sein als zuletzt.

Start- und Zielgerade mit hübscher Bewölkung © Steffen Dietz, UBIMET
Start- und Zielgerade mit hübscher Bewölkung © Steffen Dietz, UBIMET

Meterhohe Schneemassen

Meterhohe Schneemassen an der Großglockner Hochalpenstraße © https://www.facebook.com/grossglocknerstrasse

Überdurchschnittlich viel Schnee hat es diesen Winter in den Bergen gegeben, meterhoch türmt er sich auch jetzt noch auf. Doch die Räumtrupps, allen voran der Großglockner Hochalpenstraße, haben ganze Arbeit geleistet und die Straßen vom Schnee befreit. Am 25. April wurde hier der Durchstich gefeiert, ab Samstag, den 28. April kann die Hochalpenstraße wieder befahren werden. Und wie die nachfolgenden Aufnahmen belegen, wird man hierbei meterhohe Schneewände bestaunen können.

Aber nicht nur hier, bspw. auch am Stilfserjoch zwischen der Schweiz und Italien oder am Timmelsjoch zwischen Nord- und Südtirol wurde viel gearbeitet. Üblich ist dabei auch mittels Sprengungen bewusst Lawinen auszulösen, um diese Gefahr zu bannen.

Saharastaub im April – Dünger aus Nordafrika

Niedergeschlagener Saharastaub auf Autos in Wien © Steffen Dietz, UBIMET

Für den Menschen ist das Aerosol harmlos, und die Böden bekommen bei solchen Situationen wertvollen Nachschub an Mineraldünger. Der Staub kann aber den Wetterzustand kräftig beeinflussen: Zum einen wirken die Körnchen in der Luft als Kondensationskeime. Verglichen mit ähnlichen Situationen ohne Staub können bei viel Sand in hohen Luftschichten ausgedehnte und dichte Eiswolkenfelder entstehen.

Satellitenbild mit Blitzen am Mittwochmorgen. © EUMETSAT/nowcast/UBIMET
Satellitenbild mit Blitzen. © EUMETSAT/nowcast/UBIMET

Sandige Sonnenuntergänge

Der Sand in der Luft verändert auch die Lichtfarbe. Sonnenuntergänge werden blass und auch das Himmelsblau nimmt weißliche Züge an, was an der starken Streuung des Lichtes an den Staubpartikeln liegt. Auch die Entstehung von Schauern und Gewittern kann begünstigt werden, da Staubteilchen im Vergleich zu reiner Luft nachts stark Wärmestrahlung abgeben, damit die hohen Luftschichten kühlen, wodurch die ganze Luftschichtung instabiler werden und Gewitter auslösen kann.

Von November bis Mai

Die verursachende Wetterlage ist selten, aber nicht unbekannt und tritt vornehmlich zwischen November und Mai auf. Immer, wenn Kaltluft über Westeuropa weit nach Süden vorstößt, können sich beispielsweise über Marokko und Algerien kräftige Tiefdruckgebiete bilden. Diese bringen neben ersehntem Regen auch viel Wind in die Wüste, der die Sandpartikel kilometerhoch aufwirbeln kann. An der Vorderseite solcher Tiefs findet man zumeist starken Südwind, der neben warmer Luft auch den Sandtransport in den Alpenraum bewerkstelligt.

Temperatur und Druckverteilung in etwa 3 km Höhe am Sonntagmorgen © NOAA, UBIMET
Temperatur und Druckverteilung in etwa 3 km Höhe am 15.04.2018 © NOAA, UBIMET

Der besonderen Konstellation zum Ende des letzten Winters geschuldet sind solche Wetterlagen derzeit stark begünstigt. Bereits vier Saharastaublagen konnte man im April 2018 zählen. Und der nächste Schub kündigt sich schon an. Am Wochenende bildet sich wieder ein Tief zwischen Spanien und Marokko, das zunehmend sehr warme Luft aus Nordafrika zu den Alpen befördert. Am Sonntag und Montag treibt der Föhn die Temperatur an der Alpennordseite an die 30 Grad, dazu stehen uns wieder blasses Himmelsblau, viele hohe Wolken und weißliche Sonnenuntergänge bevor.

Die Autowaschanlagen in Wien werden in den nächsten Tagen ein gutes Geschäft machen… #Saharastaub pic.twitter.com/Kv04EWIblG

Golfstrom schwächer als je zuvor in den vergangenen 1000 Jahren

Golfstrom im Nordatlantik. © shutterstock.us

Der Golfstrom ist eine starke Meeresströmung im Atlantik, welche erhebliche Mengen an warmen Wasser aus subtropischen Breiten nordwärts transportiert. So ist das Wasser am Nordende des Golfstroms vor Neufundland im Mittel noch 20 Grad warm, dort trifft er aber auf den kalten Labradorstrom und verliert dadurch an Kraft. Ab hier wird der Golfstrom auf seinem Weg in Richtung Westeuropa zum Nordatlantikstrom und teilt sich in zwei Äste auf. Der nördliche kühlt im weiteren Verlauf immer weiter ab, wird schwerer und beginnt schließlich abzusinken, um dann am Meeresgrund wieder südwärts zu strömen. Dies wird auch als atlantische Umwälzzirkulation bezeichnet.

Das Globale Förderband

Der Golfstrom und die atlantische Umwälzzirkulation sind ein Teil des globalen Förderbands, einem weltumspannenden Strömungssystem, welches von den Dichteunterschieden des Wassers innerhalb der Weltmeere angetrieben wird. Die Salzkonzentration des Wassers spielt dabei eine wichtige Rolle, da sie in Zusammenspiel mit der Temperatur die Dichte des Oberflächenwassers bestimmt. Allgemein ist kaltes und salzreiches Wasser schwerer als warmes und salzarmes Wasser, und neigt daher zum Absinken. Der Salzgehalt des Wassers wird durch die Bildung von Meereis erhöht, somit ist das Wasser in der Labrador- und Grönlandsee besonders salzig. Dies ist ein entscheidender Faktor um die atlantische Umwälzzirkulation und somit auch den Golfstrom anzutreiben.

Salzgehalt nimmt ab

Durch die globale Erwärmung kommt es im subpolaren Nordatlantik zu einer ansteigenden Zufuhr von Süßwasser, einerseits durch zunehmende Niederschlagsmengen, andererseits durch das Schmelzen des Grönland- und Polareises. Der abnehmende Salzgehalt erschwert in diesen Regionen das Absinken des Wassers und beeinträchtigt somit die gesamte atlantische Umwälzzirkulation. Um diese Abschwächung nachzuweisen, wurden in einer neuen Studie vom Potsdamer-Institut für Klimafolgenforschung die verfügbaren Messdatensätze der Meerestemperaturen seit dem 19. Jahrhundert mit einer Simulationsrechnung eines hochaufgelösten Klimamodells verglichen.

Golfstrom und beobachtete Änderung der Temperatur. © Caesar; Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung
Golfstrom und beobachtete Änderung der Temperatur. © L. Caesar; Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Die Ergebnisse zeigen eine Abkühlung des subpolaren Atlantiks südlich von Grönland und eine Erwärmung entlang der amerikanischen Ostküste, was laut den Forschern auf eine Abschwächung sowie Verschiebung des Golfstrom in Richtung Küste zurückzuführen ist. Die Änderung der Wassertemperaturen zeigt zudem, dass sich der Golfstrom seit Mitte des 20. Jahrhunderts um etwa 15% abgeschwächt hat. In einer weiteren neuen Studie wurden Bohrkerne von Sedimenten am Meeresgrund analysiert (paläoklimatischen Proxydaten) . Die Messgenauigkeit ist zwar geringer, dafür ermöglicht dies aber Rückschlüsse über einen wesentlich größeren Zeitraum von etwa 1.600 Jahren zu ziehen. Die analysierten Daten dieser Studie ergeben, dass der Golfstrom in den letzten 150 Jahren wesentlich schwächer geworden ist im Vergleich zu den vorherigen 1.500 Jahren.

Folgen für Europa

Die Auswirkungen des sich abschwächenden Golfstroms betreffen derzeit in erster Linie die Wassertemperaturen im Nordatlantik. Diese spielen allerdings eine wesentliche Rolle für die großräumige Luftdruckverteilung und somit auch für die allgemeine atmosphärische Zirkulation über Europa. So deuten die Ergebnisse einer weiteren Studie darauf hin, dass die veränderte Luftdruckverteilung besonders im Sommer Hitzewellen in Europa begünstigt, wie es etwa auch im Jahr 2015 der Fall war. Damals war der subpolare Atlantik so kalt wie noch nie zuvor seit Messbeginn und in Mitteleuropa gab es einen der bislang heißesten Sommer der Messgeschichte. Andere Forscher vermuten zudem, dass Winterstürme in Europa häufiger werden könnten. Das eher unwahrscheinliche Szenario eines vollständigen Zusammenbruchs des Golfstroms würde hingegen vor allem in Nordwesteuropa zu einem um mehrere Grad kälteren Klima führen.

Abweichung der Temperatur zum Mittel im 2015. © NOAA
Negative Temperaturanomalie über dem subpolaren Nordatlantik im 2015. © NOAA

Weiterführende Links:

Nächste Ladung Saharastaub

Temperatur und Druckverteilung in etwa 3 km Höhe am Sonntagmorgen © NOAA, UBIMET

Einmal mehr hat sich ein kräftiges Tief nach Nordafrika verlagert und wirbelt dort mit viel Wind einiges an Sand auf. An der Vorderseite des Tiefs stellt sich eine kräftige, nach Norden gerichtete Strömung ein und bringt nicht nur Warmluft in unsere Breiten, sondern in abgeschwächter Form auch Staub aus der Sahara. Schematisch dargestellt ist dies im Titelbild.

Der nachfolgenden Grafik ist die von der Universität Athen berechnete Staubkonzentration für Sonntagabend zu entnehmen, wenn sie bei uns im Alpenraum mit etwa 4000 mg/m² am größten sein soll.

Staubkonzentration am Sonntagabend, 15.04.2018 © University of Athens
Staubkonzentration am Sonntagabend, 15.04.2018 © University of Athens

Grundsätzlich erreicht uns Saharastaub eher in größeren Höhen oberhalb etwa 5 km, damit wirkt er sich hauptsächlich auf die Himmelsfärbung und Wolkenbildung aus. Der Himmel erscheint nicht mehr strahlend blau, je nach Konzentration eher milchig bis leicht rötlich, zudem fördert der Staub die Bildung von kompakten Cirrus-Wolken in Höhen von rund 10 km. Kommt es jedoch gleichzeitig zu Niederschlag, dann kann der Staub entsprechend aus der Atmosphäre ausgewaschen werden und mit den Regentropfen zum Boden gelangen.

Im Süden und Südosten sind bereits am Sonntag Schauer und einzelne Gewitter zu erwarten, am Montag und Dienstag wird es auch im restlichen Land unbeständig. Dann kann der Saharastaub nahezu überall auch am Boden ankommen und bspw. auf Autos oder Fenstern eine dünne Sandschicht hinterlassen. Insofern sollte man mit dem Frühjahrs-Fensterputz noch ein paar Tage warten.

 

 

Fällt Schnee vermischt mit Saharastaub, so wird auch dieser entsprechend gefärbt. Im Extremfall wird dieser dann mitunter als Blutschnee bezeichnet.

 

 

 

Die 5 besten Tipps gegen Pollenallergie und Heuschnupfen

Birkenpollen

Birkenpollensaison

Die Pollensaison schreitet in diesen Tagen rapide voran. Mittlerweile wurde vielerorts die Blühbereitschaft der Birken erreicht, ganz besonders im Osten und Südosten Österreichs, im Westen und Südwesten Deutschlands sowie im Schweizer Mittelland. Vor allem bei Temperaturen im Bereich der 20-Grad-Marke müssen sich Allergiker in den kommenden Tagen somit zunehmend auf Beschwerden einstellen. Da die Wetterbedingungen weiterhin günstig zum Stäuben bleiben, sind zu Beginn der kommenden Woche gebietsweise auch schon starke Belastungen zu erwarten! In Summe wird heuer eine intensive Birkenblüte erwartet.

Was kann man dagegen tun?

Pollen sind so klein, dass man sie meist nicht wahrnimmt. Sie haften sich unbemerkt an unsere Kleidung oder verfangen sich in den Haaren, dabei tragen wir sie auch in unseren Wohnbereich: Im Schlaf atmen wir dann mitunter die Pollen ein, die wir mit ins Bett gebracht haben. Anbei die besten Tipps, um sich Abhilfe gehen die Pollen zu schaffen:

  1. Regelmäßig die Wäsche waschen und Polstermöbel saugen. Die Wäsche sollte aber in geschlossenen Räumen zum Trocknen aufgehängt werden! Falls möglich ist es auch sinnvoll, auf Staubfänger gänzlich zu verzichten (wie etwa Teppiche und Gardinen).
  2. Ausreichende und regelmäßige Körperpflege. Vor allem vor dem Schlafengehen ist es empfehlenswert, die Haare zu waschen. Weiters sollte man die getragenen Klamotten vom Tag nicht mit ins Schlafzimmer nehmen.
  3. Die Wohnung nur in den frühen Morgenstunden lüften oder allgemein an einem Regentag, dann ist Pollenkonzentration nämlich am geringsten. An sonnigen und windigen Tagen sollten die Fenster dagegen geschlossen bleiben.
  4. Für starke  Allergiker ist es empfehlenswert, an den Fenstern Pollenfilter anzubringen und Allergiker-Matratzen bzw. Bettwäsche zu benutzen. Auch Luftfilter können Abhilfe schaffen.
  5. Achtet auf die Vorhersagen vom Pollenwarndienst und haltet euch in der Zeit, in der die Allergie-verursachenden Pollen in der Luft sind, möglichst wenig im Freien auf. Wenn ihr dennoch raus müsst, dann nehmt stets antiallergische Arzneistoffe aus der Gruppe der Antihistaminika mit. Weiters schützen Brille oder Sonnenbrille die Augen zumindest ein wenig vor den Pollen.

Föhnsaison in den Alpen

Föhnfische in den Alpen. © foto-webcam.eu

In diesen Tagen weht in den Alpen immer wieder föhniger Südwind. Am Dienstag wurden in der Schweiz und in Österreich lokal sogar schwere Sturmböen um 100 km/h gemessen, wie etwa in Meiringen, Gersau, Altenrhein oder Innsbruck. Auch am heutigen Mittwoch weht kräftiger bis stürmischer Föhn, ehe am Donnerstag und Freitag eine Kaltfront vorübergehend für eine nordwestliche Strömung sorgt. Bereits ab Samstag wird es aber neuerlich föhnig an der Alpennordseite.

Klimatologie des Föhns

Die Häufigkeit von Föhnwetterlagen in den Nordalpen weist im Laufe des Jahres zwei Maxima auf: Das Frühjahr und den Herbst. Dann liegt die planetarische Frontalzone nämlich besonders häufig im Bereich des Alpenraums oder knapp nördlich davon, somit nimmt die Südanströmung in den Alpen klimatologisch zu. Das Maximum im April bzw. Mai ist besonders stark ausgeprägt, weil der hohe Sonnenstand die Bildung von stabilen Kaltluftseen in den Tallagen deutlich erschwert. Im Herbst kann sich der Föhn bei schwach ausgeprägten Luftdruckunterschieden dagegen manchmal nicht gegen die Kaltluftseen in den tieferen Tälern durchsetzen.

Saharastaub

Besonders bei markanten Tiefdruckgebieten mit Kern über Westeuropa kommt im Alpenraum föhniger Südwind auf. Dieser führt nicht selten milde Luftmassen aus dem Norden Afrikas samt Saharastaub nach Mitteleuropa. Dies kann einerseits zu einer diesigen Luft mit eingeschränkter Fernsicht führen, anderseits kann es bei Regen auch zu dünnen Staubablagerungen auf Autos und Fenstern kommen. Auch am heutigen Mittwoch zieht etwas Saharastaub über den Alpenraum hinweg, was man bereits in der Früh gut am Satellitenbild erkennen konnte: Das geriffelte Muster an der Oberseite der hochliegenden Wolken über Ostösterreich und Ungarn ist ein typisches Indiz dafür.

Satellitenbild mit Blitzen am Mittwochmorgen. © EUMETSAT/nowcast/UBIMET
Satellitenbild mit Blitzen am Mittwochmorgen. © EUMETSAT/nowcast/UBIMET

Satellitenbilder erklärt

https://pixabay.com/de/users/Alexas_Fotos-686414/

Satellitenbilder liefern uns wichtige Informationen zum aktuellen Wettergeschehen. Die nachfolgende Animation zeigt die mexikanische Halbinsel Yucatan am 30. März 2018 und man sieht, wie sich Wolken entlang einer Seewind-Konvergenz entwickeln. Denn das Land erwärmt sich stärker als das angrenzende Meer, entsprechend steigt die Luft hier auf und es kommt zur Bildung von Wolken. Durch die aufsteigende Luftbewegung strömt Luft vom Meer nach und der Seewind kommt in Gang. Dieser treibt die entstandenen Wolken schließlich landeinwärts und man erkennt schön, wie sich diese fast parallel zur Küstenlinie verlagern.

Seewind-Konvergenz Mexiko © UBIMET
Seewind-Konvergenz Mexiko © UBIMET

 

Die zweite Animation zeigt Teile des Bundesstaates Queensland im Nordosten Australiens. Das erste Satellitenbild ist vom 10. Februar 2018 und zeigt besonders im eingekreisten Bereich ziemlich braune Landflächen. Denn bis dahin war es von Richmond bis Winton und Longreach sehr trocken, große Niederschläge sind ausgeblieben. Entsprechend gab es viele vertrocknete Flächen, die Vegetation hatte zu leiden. Dies änderte sich jedoch danach, mehrere große Regenereignisse brachten das Leben zurück. Und dies wird am zweiten Satellitenbild vom 30. März 2018 bestätigt – aus braun wurde grün.

Satellitenbild-Vergleich Queensland, Australien © UBIMET
Satellitenbild-Vergleich Queensland, Australien © UBIMET

Eisausdehnung der Arktis auf weiterem Minimum

https://pixabay.com/de/treibeis-gefroren-berg-meer-3050539/ @ pixabay

Die Eisbedeckung der Arktis hat in diesem Winter eine so geringe Fläche wie kaum zuvor eingenommen, wie die nachfolgenden Abbildungen eindrucksvoll belegen. Zum Einen erkennt man den typischen Verlauf der eisbedeckten Fläche von Februar bis Mai – mit einer Zunahme etwa bis Mitte März und nachfolgend mit dem Ende der Polarnacht einer schrittweisen Abnahme. Zum Anderen erkennt man, wie die Eisbedeckung seit den 1980er Jahren kontinuierlich immer geringer geworden ist. 2018 wurde das jährliche Maximum nun Mitte März erreicht und dieses war nach 2017 die zweitgeringste maximale Ausdehnung seit Beginn der Satelliten-Messungen.

 

Anders die Darstellung in der nachfolgenden Grafik, die Aussage ist jedoch die gleiche: Das arktische Seeeis hat im Laufe der Jahre und Jahrzehnte immer weiter abgenommen.

 

Und dass dieser Trend mit der Entwicklung des Klimas auf unserem Planeten zusammenhängt, ist u.a. durch die dritte Grafik naheliegend. Nicht nur weltweit nehmen die Mitteltemperaturen seit Jahrzehnten zu, insbesondere in der Arktis wird es immer wärmer – zuletzt um etwa 1 Grad pro Jahrzehnt!

Zusätzlich kommt hinzu, dass Meerwasser aufgrund der dunkleren Farbe mehr Strahlung und damit Energie absorbiert als helles Eis. Je weniger Eis noch vorhanden ist, desto mehr Energie wird absorbiert, desto weiter schreitet die Erwärmung voran. Es handelt sich also um einen Teufelskreis, die Entwicklung scheint kaum mehr zu stoppen.

Der Ananas-Express

L.A. im Regen ©J.Dennis

Der Ananas-Express sorgt in den kommenden Tagen für reichlich Regen an der US-Westküste. Dabei handelt es sich um einen Feuchtefluss, der im tropischen Zentralpazifik nahe Hawaii seinen Ursprung hat und mit einer Westströmung an die Küste geführt wird. Weil es auf Hawaii so viele Ananas-Plantagen gibt, wird das Phänomen als „Pineapple Express“ tituliert.

Starkregen und Neuschnee

Niederschlagsprognose für die nächsten Tage.

In den nächsten Tagen fallen verbreitet 100 bis 200 Liter pro Quadratmeter, lokale Hangrutschungen sind besonders in den zuvor von Buschfeuern heimgesuchten Regionen zu befürchten. In der Sierra Nevada fallen oberhalb von 1500 bis 1800 m über ein Meter Neuschnee, ein Segen für die Skigebiete.

Trockenheit geht zu Ende

Im Südteil von Kalifornien wird der Regen ebenfalls gerne gesehen. Da er die extreme Trockenheit hier etwas lindert und vor allem in der Landwirtschaft für Entspannung der brenzligen Situation sorgt.

Derzeitige Trockenheit in Kalifornien.

Astronomischer Frühlingsbeginn

Rose im Schnee. @shutterstock

Der astronomische Frühling beginnt am Dienstag, dem 20. März, um exakt 17:15 Uhr MEZ. An diesem Tag wird das sogenannte Äquinoktium, die Tag-und-Nacht-Gleiche, erreicht. Auf der gesamten Erde dauern Tag und Nacht dann genau 12 Stunden. Das Datum sowie die exakte Uhrzeit des Frühlingsbeginns richten sich nach dem Sonnenstand: Die Sonne steht zu dieser Zeit am Äquator im Zenit, also senkrecht über dem Beobachter. Das heißt die Sonnenstrahlen treffen im 90-Grad-Winkel auf die Erdoberfläche. Das ist jedes Jahr zwischen dem 19. und 21. März der Fall.

Spätwinter statt Frühling

Nach dem arktischen Kaltlufteinbruch am Wochenende hat sich verbreitet eine Schneedecke ausgebildet und auch zum Frühlingsbeginn bleibt es spätwinterlich. Am Dienstag fällt an der Alpennordseite ein wenig Schnee und auch in Deutschland ziehen von Nord nach Süd Schneeschauer durch. Am Mittwoch, am ersten Frühlingstag bleibt es kalt, immerhin scheint verbreitet die Sonne. Am Donnerstag zieht aus Nordwesten eine Warmfront auf, die eine Milderung einleitet.

Am Wochenende ein Hauch von Frühling

Am Wochenende zieht sich der Winter ins Bergland zurück, im Flachland steigen die Höchstwerte wieder über die 10-Grad-Marke an. Ob sich dieser positive Trend auch in der Karwoche fortsetzt, ist hingegen noch ungewiss, auch Prognosen für das Osterwochenende sind rein spekulativ.

Sonnensturm sorgt für Polarlichter im hohen Norden

Nordlichter

Vor etwa 3 Tagen befand sich auf der zur Erde zugewandten Seite der Sonne ein sogenanntes Koronales Loch.  Es handelt sich dabei um eine Region mit einer geringeren Dichte und einer niedrigeren Temperatur innerhalb der Sonnenkorona. Die Magnetfeldlinien der Sonne sind in diesem Bereich nicht geschlossen, weshalb Plasma von der Sonne in den interplanetaren Raum gelangen kann. Dieser Sonnenwind braucht etwa 3 Tage um die Erde zu erreichen, wo er dann auf das Magnetfeld der Erde trifft. Streng genommen handelt es sich dabei um einen sogenannten  „Coronal Hole High Speed Stream„. Aktuell befinden wir uns kurz vor dem Minimum des etwa 11-jährigen Sonnenfleckenzyklus, dann treten Koronale Löcher besonders häufig auf.

G1-Vorwarnung des SWPC. https://www.swpc.noaa.gov/
G1-Vorwarnung des SWPC. https://www.swpc.noaa.gov/

Vorwarnung vor G1-Sturm

Das Space Weather Prediction Center der NOAA hat daher am 12. März eine Vorwarnung vor einem Sonnensturm der Stufe 1 für den 14. und 15. März ausgegeben. Auf der 5-teiligen Skala entspricht dies einem schwachen Sturm und tritt etwa an 900 Tagen pro Sonnenzyklus auf. Die Auswirkungen sind gering: In hohen Breiten kann es zu schwachen Netzschwankungen im Stromnetz kommen, zudem sind vereinzelte Störungen bei Satelliten nicht ganz ausgeschlossen. In höheren Breiten sind aber oft helle Polarlichter sichtbar und können in Europa mitunter auch im Norden Schottlands sowie im südlichen Skandinavien sichtbar werden. In Mitteleuropa gibt es dagegen nahezu keine Auswirkungen.

Die Kirschblüten kommen

Kirschblüten tauchen die Landschaft in ein herrliches Rosa © UBIMET

In jedem Jahr gehört die Kirschblüte zum fixen Bestandteil vieler Japan-Reisen. In vielen Ländern dienen die Kirschblüten als dekorative Elemente, aber in Japan haben die pinken Blüten einen tiefgründigeren Hintergrund. Sie repräsentieren die Schönheit und Vergänglichkeit von Mutter Natur, kehren Sie doch Jahr für Jahr zurück und verschwinden wieder.

So überrascht es nicht, dass die Blüten in Japan neben Dekoration auch in Filmen und in der Musik Verwendung finden. Manche Cafés bieten im Frühling sogar Getränke mit Kirschblütengeschmack an.

Der Fortschritt der Kirschblüte

Der Japanische Wetterdienst JMA überwacht den Fortschritt der Kirschblüte im ganzen Land, jedes Jahr im Frühling breitet sich der Blütenstand vom wärmeren Süden des Landes in den Norden aus. Dafür verwendet die JMA 59 exemplarische Bäume, die an den verschiedensten Orten stehen. In den kommenden zwei Wochen startet die Blüte nun im Süden, dank eines warmen Winters rund eine Woche früher als üblich. Bis man auf Hokkaido in den Genuss der Blüten kommt, dauert es aber noch bis Mitte Mai.

Neueste Wettertechnik im All

Waldbrände sichtbar gemacht mittels Satallit © CIRA

Im geostationären Orbit schließt er sich GOES-16 an, welcher bereits 2016 gestartet wurde. Sobald er operationell für die NOAA, die amerikanische Umweltbehörde,  arbeitet und fortan den Namen GOES-17 trägt, wird er die gesamte US-Westküste, Hawaii, Alaska und große Teile des Pazifischen Ozeans abdecken.

 

Die neuen GOES-Satelliten werden dreimal so viele meteorologische Daten erfassen können wie ihre Vorgänger. Zudem sammeln sie Daten mit der vierfachen räumlichen Auflösung und arbeiten fünfmal so schnell wie bisher! Insbesondere GOES 17 wird große Aufgaben haben, darunter etwa die Überwachung von sich nähernden Wintersturmsystemen oder Hurrikans im pazifischen Becken. Thermische Infrarotbilder werden Meteorologen helfen, Brände schneller zu erkennen (siehe oben – Bild mit freundlicher Genehmigung von CIRA).

 

Eine der aufregendsten neuen Technologien an Bord der neuen GOES-Satelliten ist der Geostationary Lightning Mapper (GLM). Im Gegensatz zu erdsensorbasierten Blitzerkennungsnetzwerken kann der GLM Blitzeinschläge über dem Meer überwachen. Diese Daten könnten zum Beispiel helfen, die Vorhersagen der Stärke von Hurrikans enorm zu verbessern. Die Satelliten werden jedoch nicht in der Lage sein, Wolke-Wolke- von Wolke-Boden-Blitzen zu unterscheiden, was oftmals wichtig ist.