Gewitter brachte riesigen Hagel in Katalonien

Das Gewitter zog am Dienstagabend zwischen 19 und 20 Uhr MESZ ausgehend von den östlichen Pyrenäen im spanisch-französischen Grenzgebiet südostwärts bis zum Mittelmeer. Knapp nördlich von Girona wurde das Gewitter immer intensiver, besonders betroffen mit Hagelkörnen mit Durchmessern bis zu 12 cm war der Ort La Bisbal d’Empordà, wo zahlreiche Verletzte gemeldet wurden und tragischerweise auch ein Kleinkind von einem Hagelkorn erschlagen wurde. Laut Tomas Pucik, Experte vom ESSL, handelt es sich wohl um den ersten direkten Todesfall durch Hagel in Europa seit 1997.

Riesenhagel

Je nach Größe wird Hagel in unterschiedliche Klassen eingestuft. Ab einem Durchmesser von 4 cm spricht man meist von großem Hagel, ab etwa 7 cm von sehr großem Hagel und ab 10 cm von Riesenhagel. Hagelkörner mit einem Durchmesser von 10 bis 12 cm fallen mit einer Geschwindigkeit von etwa 160 bis 170 km/h und können eine Masse von 500 bis 800 Gramm aufweisen. So große Hagelkörnern sind zwar selten und treten meist nur vereinzelt am Rande der heftigsten Gewitterkerne auf, für Menschen und Tiere herrscht dann jedoch Lebensgefahr. Die bislang größten dokumentierten Hagelkörner in Europa liegen bei etwa 15 cm, wie etwa auf der Schwäbischen Alb am 6. August 2013 mit 14,1 cm. In den USA wurde in South Dakota sogar ein Hagelkorn mit einem Durchmesser von 20 cm beobachtet.

„Loaded gun“

Das Potential für starke Gewitter mit großem Hagel war am Dienstagabend bei ausgeprägter Windscherung und der sehr feuchten, energiereichen Mittelmeerluft gegeben. Es war allerdings nicht klar, ob es am Südrand eines Höhentrogs über Frankreich bzw. bei der  vorherrschenden Luftschichtung überhaupt zur Auslöse von Gewittern kommen würde („low probability- high impact„). Im Laufe des späten Nachmittags konnte sich aber tatsächlich ein Gewitter über den Bergen entwickeln, welches sich dann in der zunehmend energiereichen Mittelmeerluft fortpflanzen und das gesamte Potential ausschöpfen konnte. Meteorologen sprechen bei solch einer potentiell instabilen Luftschichtung auch von einer „Loaded-gun-Lage“: Wenn sich ein Gewitter auslöst, schießt es regelrecht in die Höhe uns sorgt für hohe Unwettergefahr, wenn die Wetterlage dagegen nicht ausreichend Hebung für die Auslöse liefert, passiert gar nichts.

Die Blitzspur des Gewitters am 30. August 2022. © UBIMET

Das Potential für Unwetter war sehr hoch (Prognose vom ECMWF-Modell).
IR-Satbild mit dem Wolkenschirm des Gewitters um 17:30 UTC. Die Cloud Tops oberhalb des Aufwinds erreichen -66 Grad.

Quelle Titelbild: Twitter

Sommer 2022 viertwärmster seit Messbeginn

Der August 2022 schließt mit einer Abweichung von +1,5 Grad zum langjährigen Mittel von 1991 bis 2020 überdurchschnittlich warm ab. Die größten Abweichungen um +2 Grad wurden in Vorarlberg und im äußersten Südosten beobachtet. Zum Teil nur knapp über dem Durchschnitt lagen die Temperaturen dagegen im zentralen Bergland von den Tauern über den Pongau bis ins Mostviertel. Damit gab es deutlich mehr Sommertage als üblich, etwa in Bad Radkersburg waren es 27 bei einem Mittel von 20. Nur knapp dahinter liegen bereits Wien, Innsbruck und Eisenstadt mit 26 Sommertagen. Die meisten Hitzetage gab es in Seibersdorf, an 17 Tagen wurde hier die 30-Grad-Marke erreicht, gefolgt von Gänserndorf mit 14. Üblich wären hier 9 Hitzteage. Mit der Ausnahme von Salzburg wurde zudem in jedem Bundesland die 35-Grad-Marke erreicht, der heißeste Tag des Jahres war der 5. August, als in Seibersdorf sogar 38,7 Grad gemessen wurden.

Temperaturabweichungen im August 2022. © UBIMET

Höhentief sorgt für Unwetter und Rekorde

Wie schon der Juli brachte auch der August im Flächenmittel weniger Niederschlag als üblich. Regional kam es kurz nach der Monatsmitte allerdings zu teils großen Regenmengen, als ein Höhentief vom westlichen Mittelmeer über Norditalien zum Balkan zog. Zunächst kam es am 18. zu einer folgenschweren Gewitterlinie, deren Böen in Unterkärnten und in der Steiermark zahlreiche neue Stationsrekorde brachten. In Neumarkt wurde sogar Orkanböen von 139 km/h bzw. in Mooslandl von 124 km/h gemessen.


Nur einen Tag später fielen am Nordrand des Höhentiefs in Vorarlberg extreme Regenmengen, von Bregenz bis Feldkirch wurden neue Tagesrekorde gebrochen. Im Rheintal kam in kürzester Zeit sogar der gesamte mittlere Monatsniederschlag zusammen: In Bregenz wurden 205 mm Regen innerhalb von nur 12 Stunden gemessen, der bisherige Rekord lag bei 99 mm.


Rund um den 22. gab es dann auch vom Salzkammergut bis ins Weinviertel größere Niederschlagsmengen, somit brachte der August etwa im westlichen Mostviertel und im Weinviertel meist ein Niederschlagsplus von 10 bis 30 %. In Nordtirol sowie von Unterkärnten bis ins Wiener Becken war es dagegen mit einem Minus von teils mehr als 50 % verbreitet zu trocken. Im landesweiten Flächenmittel fehlen damit etwa 20 % auf eine ausgeglichene Bilanz.
Auch Gewitter blieben in weiten Teilen des Landes Mangelware: In Summe wurden knapp 150.000 Blitzentladungen erfasst, also nicht einmal halb so viele wie in einem durchschnittlichen August. Nur im August 2015 wurden in der jüngeren Vergangenheit noch weniger Entladungen detektiert.

Vorläufige Niederschlagsanteil im August 2022. © UBIMET

Viertwärmster Sommer seit Messbeginn

Der August war bereits der siebte zu warme Monat in diesem Jahr und der vierte in Folge. Damit war der Sommer 2022 nahezu durchgehend zu warm, höchstens kurzzeitig lagen die Temperaturen knapp unterhalb der langjährigen Mittelwerte. Dadurch liegt die Anzahl an Sommer-Hitzetagen deutlich über dem Mittel, in Bregenz wurde die 30-Grad-Marke mit 16 Hitzetagen sogar doppelt so oft wie üblich erreicht. Damit reiht sich der Sommer mit einer Abweichung von +1,6 Grad knapp auf Platz 4 in der langjährigen Messreihe ein, auf dem Podest bleiben 2003, 2019 und 2015. Besonders hohe Abweichungen von teils über 2 Grad wurden in den Alpen von Vorarlberg bis Kärnten verzeichnet.

Temperaturabweichungen im Sommer 2022. © UBIMET

Der Sommer 2022 hat auch wieder verdeutlicht, dass Höchstwerte über 35 Grad mittlerweile keine Seltenheit mehr sind, so wurde diese Schwelle in fast allen Bundesländern – mit der Ausnahme von Salzburg und der Steiermark – in allen drei Sommermonaten erreicht.

Abweichung vom Klimamittel der durchschnittlichen Sommertemperaturen. © zamg.at/histalp
Vorläufige Niederschlagsabweichung im Sommer 2022. © UBIMET

Extremwerte August 2022

(Bundesland, Tag des Auftretens. Stand: Montag, 30.08.2022, 12 Uhr)

Höchste Temperaturen
  • 38,7 Grad Seibersdorf (NÖ, 5.)
  • 37,4 Grad Wolkersdorf (NÖ, 5.)
  • 37,2 Grad St. Andrä im Lavanttal (K, 5.)
Hitzetage (Höchstwert >30 Grad)
  • 17 Seibersdorf (NÖ)
  • 14 Gänserndorf (NÖ)
  • 13 Wolkersdorf (NÖ)
Nasseste Orte
  • 314 Liter pro Quadratmeter Bregenz (V)
  • 313 Liter pro Quadratmeter Dornbirn (V)
  • 264 Liter pro Quadratmeter Fraxern (V)
Sonnigste Stationen
  • 288 Sonnenstunden Rohrspitz (V)
  • 282 Sonnenstunden Sulzberg (V)
  • 268 Sonnenstunden Feldkirch (V)
Stärkste Windspitzen Niederungen
  • 139 km/h Neumarkt (ST, 18.)
  • 124 km/h Mooslandl/Hieflau (ST, 18.)
  • 117 km/h Leoben (ST, 18.)
  • 112 km/h Kapfenberg, Köflach (ST, 18.)
  • 111 km/h Deutschlandsberg (ST, 18.)
Unwetterwarnungen am Nachmittag des 18. Augusts 2022. © www.uwz.at

Taifun HINNAMNOR erster Super-Taifun des Jahres?

Zwischenbilanz

Der Sommer auf der Nordhalbkugel neigt sich seinem (meteorologischen) Ende entgegen und damit erreicht im Mittel die Tropensturmsaison ihren Höhepunkt. Während letztes Jahr die Hurrikansaison auf dem Atlantik sehr aktiv war, gab es dort dieses Jahr bisher nur 3 Tropenstürme, die nicht einmal den Status Hurrikan erreichten, also in diesem Sinne eine außergewöhnlich schwache Saison. Ein ähnliches Bild bietet sich auch auf den nördlichen Indischen Ozean und auch im Westpazifik ging es eher ruhig durch die Regenzeit. Hier bildeten sich seit Mai erst zwei Taifune. Einzig der Ostpazifik war aktiv, hier waren immerhin 7 Hurrikane aktiv.

Anmerkung

Die Bezeichnung Hurrikan führen alle Tropenstürme im Hoheitsbereich des National Hurricane Centers (NHC) . Dies umfasst den Nordatlantik und den Pazifik bis zu 180° W.

Taifun HINNAMNOR

Derzeit befindet sich der Taifun über den zu Japan gehörenden Ogasawara Inseln. Wie man auf der Loop unten (bitte anklicken) erkennen kann, verstärkt er sich gerade deutlich. Zu erkennen ist dies daran, dass die Symmetrie des Systems zunimmt und sich das bekannte Auge des Sturms auszubilden versucht. Hier sinkt extrem trockene Luft aus der Stratosphäre ab.

Taifun HINNAMNOR © https://www.tropicaltidbits.com/sat/satlooper.php?region=12W&product=ir

Aktuell

Die Station Chichijma auf den Ogasawara Inseln hat den Vorbeizug überstanden und typische Verläufe der meteorologischen Parameter aufgezeichnet.

Stationsverlauf © UBIMET

Man erkennt, dass das Auge des Taifuns nur knapp vorbeigezogen sein muss anhand des Druckverlaufs und der Windböen. Dabei lag die höchste Böe bei 174 km/h. In den Daten ist erkennbar, dass die Station am Rande der Eywall lag und sich nicht direkt im Auge befunden hat, da kontinuierlich Regen gefallen ist. Im Auge ist hingegen kurz trocken.

Prognose

Die folgende Grafik zeigt die offizielle Prognose des Joint Typhoon Warning Centers:

Prognose des JTWC © https://www.metoc.navy.mil/jtwc/products/wp1222.gif

Dabei wird prognostiziert, dass der Taifun zur Wochenmitte die höchste Kategorie 5 und damit Super Taifun Status erreichen wird. Dabei wird es zunächst zügig nach Westen ziehen und dann dort für rund zwei Tage stationär vor den südlichsten Inseln Japans liegen. Danach deuten die Modelle einen Schwenk nach Norden an, dies ist aber noch unsicher.

Titelbild: Taifun HINNAMNOR in der untergehenden Sonne © https://tropic.ssec.wisc.edu/real-time/storm.php?&basin=westpac&sname=12W&invest=NO&zoom=4&img=1&vars=11111000000000000000&loop=0&llval=OFF

Rückblick: Am Samstag Gewitter mit Starkregen

+++ Update 23:00 Uhr +++

Das Gewitter über Wien zieht nun in Richtung Weinviertel davon. Dabei fiel in Wien stellenweise mehr als 10 L/m². Damit beenden wir unseren Liveticker für heute und bedanken uns für Ihr Interesse.

Niederschlagssumme am Samstag, den 27.8.2022 © UBIMET

+++ Update 22:45 Uhr +++

 

+++ Update 22:35 Uhr +++

Ein Zeitraffer aus Wien:

 

+++ Update 22:15 Uhr +++

Inzwischen blitzt im südlichen Wien, auch unsere foto-webcam hat einen Blitz eingefangen.

Webcam: © foto-webcam.eu

+++ Update 21:20 Uhr +++

Entlang des Alpenostrands zieht nun ein Gewitter auf Wien zu.

Radarbild von 21:10 Uhr © ACG

+++ Update 20:15 Uhr +++

Der Blitzverlauf zeigt es deutlich, der Schwerpunkt der Gewitter war bisher die Steiermark mit rund 24.000 Blitzen von insgesamt 34.000 Blitzen.

Blitzverlauf seit Mitternacht © nowcast/UBIMET

+++ Update 19:00 Uhr +++

In den vergangenen Stunden sind örtlich größere Regenmengen gefallen, hier die Top 3:

Frohnleiten (ST) 39,6 L/m²
Schöckl (ST) 39 L/m²
Bad Mitterndorf 30.3 L/m²

+++ Update 17:50 Uhr +++

Derzeit sind insbesondere im Südosten des Landes mächtige Gewittertürme zu beobachten. Sie reichen bis zu 12 km hoch.

Aktuelles Satellitenbild © EUMETSAT

+++ Update 17:30 Uhr +++

Die Rückseite des Gewitters in der Südsteiermark.

Webcam Golfclub Murstätten

+++ Update 17:15 Uhr +++

Starkregen derzeit in Klippitzthörl.

Webcam: http://www.ktn.gv.at/a09webcams/current_klippitzhoerl.jpg

+++ Update 17:10 Uhr +++

Gewitter von St. Anna am Aigen aus gesehen.

Webcam: http://193.105.204.121:8080/record/current.jpg

+++ Update 17:00 Uhr +++

 

+++ Update 16:15 Uhr +++

Derzeit konzentriert sich die Gewitteraktivität besonders auf Kärnten und die Steiermark. Hier muss mit Starkregen und Hagel gerechnet werden.

Radarbild von 16:05 Uhr © ACG

+++ Update 16:10 Uhr +++

Heftiger Wolkenbruch in Weinebene am Koralpe.

Webcam: http://www.ktn.gv.at/a09webcams/current_weinebene.jpg

+++ Update 16:00 Uhr +++

Ein Video des Gewitters in Klagenfurt, dabei wurde ein Böe mit 75 km/h gemessen und 16 L /m² an Regen ist gefallen.

 

+++ Update 15:20 Uhr +++

Immer mehr Schauer und Gewitter bilden sich derzeit, besonders im zentralen und südlichen Bergland. Lokal gibt es dabei Starkregen, in Berndorf 16 L/m² in der letzten Stunde.

Radarbild von 15:10 Uhr © ACG

+++ Update 15:10 Uhr +++

Blick auf die Gewitterzelle, die sich nun über Klagenfurt befindet.

Webcam: https://www.foto-webcam.eu/webcam/poertschach-a-w/

+++ Update 14:20 Uhr +++

Die Gewitter im Waldviertel von Laa an der Thaya aus gesehen. Diese kommen allmählich ins Weinviertel voran.

Webcam: http://www.wetter-hoebersbrunn.at/laa/CAM-NW/Kameralaa_NW.jpg

+++ Update 14:15 Uhr +++

Bei den Gewittern muss heute auch mit kleinem Hagel gerechnet werden:

 

+++ Update 13:15 Uhr +++

Auch die Gewitter im Waldviertel sind vom Wiener Bürofenster aus gut zu sehen:

Gewitter im Waldviertel, von Wien aus gesehen @ Steffen Dietz

+++ Update 12:45 Uhr +++

Die Gewitterzellen am Alpenostrand sehen gefährlich aus, sie bringen eng begrenzt wolkenbruchartigen Regen. So etwa auch bei Fischbach, wie das Webcambild zeigt:

Radarbild von 12:50 Uhr @ UBIMET, ACG

 

Webcambild von 12:30 Uhr aus Fischbach @ https://www.fischbach.co.at/

+++ Update 12:00 Uhr +++

In Reichenau an der Rax wurden in der letzten Stunde 12 l/m² gemessen, bei den Gewittern am Alpenostrand handelt es sich aktuell um die aktivsten. Sie sind auch vom Bürofenster aus zu sehen. Derweil gibt es neue Entwicklungen auch im Waldviertel und über den Bergen Unterkärntens.

Gewitter am Alpenostrand, von Wien aus gesehen (Bild nachbearbeitet) @ Steffen Dietz

+++ Update 11:30 Uhr +++

Am Radarbild schaut das Ganze folgendermaßen aus. Eine Wetterstation wurde bisher nicht getroffen, doch aufgrund der nur äußerst geringen Verlagerung muss man sehr lokal von signifikantem Starkregen ausgehen.

Radarbild von 11:20 Uhr @ UBIMET

+++ Update 11:00 Uhr +++

Zurück zum Hier und Jetzt: Im Süden zündet es bereits, entlang des Steirischen Randgebirges sind die ersten kräftigen Gewitter des Tages entstanden. Man erkennt sie im Satellitenbild bspw. westlich von Graz:

Satellitenbild von 9:00 Uhr @ EUMETSAT, UBIMET

+++ Update 10:30 Uhr +++

Rund um den Bodensee hat es gestern Abend übrigens wieder ordentlich geregnet, im dt. Konstanz wurden gar 84 l/m² gemessen. Der Pegel des Sees ist diesmal jedoch nur um etwa 5 cm gestiegen.

Damit stehen wir in Bregenz und Dornbirn im August schon bei über 300 l/m² Regen.

Niederschlagssumme am 26.08.2022 in Vorarlberg @ UBIMET
Pegel des Bodensees bei Konstanz, DE @ https://www.hvz.baden-wuerttemberg.de/

+++ Update 10:00 Uhr +++

Im Nordosten, aber auch von Osttirol bis zu den Niederen Tauern ging es bereits mit Schauern und Gewittern in den Tag. Im Weinviertel zogen nächtliche Überreste rasch ab, es reichte aber noch für die ein oder andere Neubildung kurz vor der Grenze zu Tschechien und der Slowakei, bspw. bei Gänserndorf:

Analysierter Niederschlag von Mitternacht bis 10 Uhr @ UBIMET

Und auch das morgendliche Wolkenbild zeigte sich verheisungsvoll für den Tag. Denn türmchenförmige Quellwolken in der Früh deuten auf eine vorhandene Labilität hin, die es später für die Entwicklung von Gewittern braucht. Ob es dazu heute im Osten auch tatsächlich kommt, ist allerdings noch schwer zu sagen.

Blick aus dem UWZ-Büro von 07:20 Uhr (Webcambild @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien)

 

Titelbild: https://twitter.com/marcorank_de

Stärkste Monsunzeit seit sechs Jahrzehnten in Pakistan

Monsunüberschwemmungen in Pakistan

Eine Monsunzeit mit historisch viel Regenmengen hat in weiten Teilen Pakistans zu katastrophalen Überschwemmungen geführt. Die Provinzen Belutschistan und Sindh im Süden und Westen des Landes wurden besonders hart getroffen. Dort ist das Fünffache der normalen Monsunregenmenge gefallen, so viel wie seit sechs Jahrzehnten nicht mehr. Mehr als eintausend Menschen sind ums Leben gekommen, Millionen weitere wurden vertrieben oder obdachlos.

Noch im Juni herrschte in Pakistan eine rekordverdächtige Hitze und Trockenheit. In der Sindh-Stadt Jacobabad stiegen die Temperaturen auf 51 Grad Celsius. Dann setzten die heftigen Regenfälle ein. Normalerweise erreicht der Monsuneffekt im Juli seinen Höhepunkt und lässt im August nach. Eine ungewöhnliche Menge an tropischer Feuchtigkeit hat jedoch die saisonalen Überschwemmungen verlängert und verstärkt. Offiziellen Angaben zufolge wurden mehr als 400 000 Häuser und zwei Millionen Hektar Ackerland zerstört. In den sozialen Medien wurden erschreckende Bilder von großen Industriegebäuden und Hotels veröffentlicht, die in den tosenden Flüssen versanken.

Auch Autobahnen und Brücken sind zerstört, so dass Evakuierungen sowie der Transport von Versorgungsgütern stark eingeschränkt ist. Die meisten Telekommunikationsnetze in den am schlimmsten betroffenen Provinzen waren am Freitagabend ausgefallen (ein noch nie dagewesener Zusammenbruch). Da die pakistanische Wirtschaft noch immer unter der Pandemie und den internationalen Marktturbulenzen leidet, könnten diese zusätzlichen Belastungen in den kommenden Wochen und Monaten zu einer Nahrungsmittelkrise führen. Hauptfoto mit freundlicher Genehmigung des International Rescue Committee.

Am Freitag und Samstag regional Gewitter mit Starkregen

Ein Gewitter mit Starkregen - pixabay.com

+++ Update 22:00 Uhr +++

Der blitzreichste Tag des Jahres neigt sich seinem Ende zu, in Summe gab es heute knapp 330.000 Blitze. Zudem fielen lokal um die 100 L/m². Damit beenden wir unseren Liveticker für heute und wünschen Ihnen einen schönen Abend.

Blitzverlauf am Freitag, den 26.8.2022 © nowcast/UBIMET
Niederschlagssumme am Freitag, den 26.8.2022 © DWD/UBIMET

+++ Update 21:35 Uhr +++

 

+++ Update 21:05 Uhr +++

Blitze über Fürstenfeldbruck westlich von München.

Webcam: https://www.foto-webcam.eu/webcam/fuerstenfeld/

+++ Update 21:00 Uhr +++

 

+++ Update 20:55 Uhr +++

Die Gewitteraktivität hat sich in den Süden verlagert. Derzeit kommen vom Bodensee her Gewitter ins Allgäu hinein.

Radarbild von 20:50 Uhr © DWD/UBIMET

+++ Update 20:30 Uhr +++

Nun bekommt auch München noch das übliche Gewitter.

Radarbild von 20:15 Uhr © DWD/UBIMET

+++ Update 19:55 Uhr +++

Für die Lausitz wird es nochmal spannend, von Tschechien kommt dieser Batzen mit Starkregen auf.

Radarbild von 19:45 Uhr © DWD/UBIMET

+++ Update 19:50 Uhr +++

 

+++ Update 19:40 Uhr +++

Immer noch sind viele Gewitter unterwegs. Besonders östlich von Hamburg sind sie weiterhin sehr hochreichend mit über 12 km.

Satellitenbild von 19:35 Uhr © EUMETSAT

+++ Update 18:55 Uhr +++

 

+++ Update 18:50 Uhr +++

+++ Update 18:35 Uhr +++

Von Nordwesten schleicht sich nun ein weiteres Gewitter nach Hamburg hinein, eine eher seltene Richtung.

Radarbild von 18:25 Uhr © DWD/UBIMET

+++ Update 18:30 Uhr +++

 

+++ Update 18:25 Uhr +++

 

+++ Update 18:10 Uhr +++

 

+++ Update 17:40 Uhr +++

 

+++ Update 17:35 Uhr +++

Aktuelles Satellitenbild © EUMETSAT

+++ Update 17:30 Uhr +++

Spektakulärer Gewitteraufzug in Neubrandenburg

 

+++ Update 17:10 Uhr +++

Gewitteraufzug im Kamenz in der Westlausitz.

Webcam: http://www.fc-kamenz.de/webcam/current.jpg

+++ Update 17.05 Uhr +++

+++ Update 17:00 Uhr +++

 

+++ Update 16:53 Uhr +++

 

+++ Update 16:50 Uhr +++

 

+++ Update 16:45 Uhr +++

Dunkle Wolken nun auch über Winsen an der Luhe.

Webcam: http://webcam.stadt-winsen.de/webcam-play.php

+++ Update 16:40 Uhr +++

 

+++ Update 16:25 Uhr +++

Turbulente Rückseite der Gewitter über Berlin.

Webcam: http://softed.de/webcam/spreebogen.jpg

+++ Update 16:20 Uhr +++

Kräftige Gewitter sind nun auch in Nürnberg und Umgebung unterwegs.

Webcam: https://www.feratel.com/webcams/deutschland/nuernberg.html

+++ Update 16:15 Uhr +++

Etwas aufgewühlter See bei Brausbedra im Süden von Sachsen-Anhalt. Im Umfeld der Gewitter sind neben dem Starkregen teils auch Sturmböen zu erwarten.

Webcam: http://webcam.braunsbedra.eu/bilder/see.jpg

+++ Update 16: 00Uhr +++

Weiterhin viel los mit zahlreichen kräftigen Schauern und Gewittern.

Radarbild von 15:55 Uhr © DWD/UBIMET

+++ Update 15:55 Uhr +++

 

 

+++ Update 15:30 Uhr +++

Gewitteraufzug in Halle an der Saale, auch hier muss mit heftigem Starkregen gerechnet werden.

Webcam https://www.thueringer-webcams.de/kunden/mdr/halle-giebichenstein/livebild-pal.jpg

+++ Update 15:00 Uhr +++

In den letzten 3 Stunden hat es in jedem Bundesland geblitzt.

Blitzverlauf der letzten 3 Stunden © nowcast/UBIMET

+++ Update 14:55 Uhr +++

Gewitter über Neumünster.

Webcam: http://www.internetwetter.de/webcam/neumuenster.jpg

+++ Update 14:45 Uhr +++

Gewittrige Stimmung über Rostock derzeit

Webcam: https://www.demogr.mpg.de/en/about_us_6113/round_tour_facilities_6656/webcams_6660

+++ Update 14:30 Uhr +++

Die Gewitter schrauben sich in luftige Höhen, derzeit teils mehr als 12 km hoch. Das sind schon mächtige Aufwinde.

Satellitenbild von 14:25 Uhr © EUMETSAT

+++ Update 14:10 Uhr +++

Derzeit gehen um Berlin herum kräftige Gewitter nieder, am Flughafen Schönefeld wurde sogar eine Böe von 102 km/h gemessen.

Radarbild von 14:00 Uhr © DWD/UBIMET

+++Update 13:15 Uhr+++

Die Hauptgefahr sind heute große Regenmengen, besonders im Osten kann es stellenweise auch zu Hagel kommen. Anbei eine aktuelle Meldung aus Chemnitz.

Und noch ein Bild aus dem Kreis Bautzen:

++Update 12:50 Uhr++

Wie lokal die Gewitter mit heftigem Starkregen auftreten, zeigen eindrucksvoll die Messwerte der Niederschlagssummen. So  meldete York 20 km westlich von Hamburg eine Niederschlagssumme von 48,8 mm, während es in der Hamburger Innenstadt bisher komplett trocken blieb.

Niederschlagssumme Deutschland 26 August, Quelle: UBIMET

++Update 12:30 Uhr++

Das Radarbild gleicht momentan einem Streuselkuchen. In den letzten Stunden haben sich in Deutschland etliche Schauer und Gewitter gebildet. Da diese Gewitter sich nur sehr langsam bewegen und die Luftmasse recht feucht ist, geht die Hauptgefahr von heftigem Starkregen mit lokaler Überflutungsgefahr aus!

Radarbild Deutschland um 12.15 MESZ, Quelle: UBIMET/DWD

 

 

In den vergangenen Tagen haben aus Osten sehr feuchte Luftmassen weite Teile Deutschlands erfasst. Am Freitag liegt das Land  unter dem Einfluss eines flachen Tiefs namens ORNELLA, zudem nähert sich aus West die Kaltfront eines Nordmeertiefs. Damit wird die feuchtwarme Luftmassen über Deutschlands gehoben es regional muss man mit Schauern und Gewittern rechnen. Am Freitag sind weite Teile des Landes betroffen, nur im äußersten Westen macht sich Tagesverlauf bereits etwas stabilere Luft bemerkbar.

Westwind trifft auf Ostwind, damit herrscht bei feuchtlabiler Luft am Freitag erhöhtes Gewitterpotential. © www.uwr.de

Gefahr von Starkregen

Die Höhenströmung ist nur schwach, damit ziehen die Gewitter nur langsam bzw. sind teils sogar ortsfest.  Damit kann es örtlich zu ergiebigen Regenmengen in kurzer Zeit kommen, weshalb bei dieser Wetterlage kleinräumige Überflutungen wahrscheinlich sind. Punktuell sind aber auch kleiner Hagel und stürmische Böen möglich. Wenn die Gewitterzellen am späten Nachmittag und Abend in der Osthälfte zu größeren Gewitterclustern zusammenwachsen, besteht vereinzelt auch die Gefahr von Sturzfluten.

Niederschlagsprognose in 3h-Schritten bis Freitagnacht von RACE. © UBIMET

Am Samstag sind dann vor allem von den Alpen über Bayern und Sachsen bis nach Mecklenburg-Vorpommern neuerlich Gewitter mit Starkregen zu erwarten.

Titelbild © pixabay.com

Unerwartete Folgen des Vulkanausbruchs auf Tonga

Hunga Tonga-Hunga Haʻapai Vulkanausbruch am 14.01.2022 - Quelle: Tonga Geological Services

Der Vulkanausbruch gilt als einer stärksten Ausbrüche der letzten Jahrzehnte. Dabei gab die unterseeische Magmakammer nach und eine große Menge Wassers des Pazifiks ergoss sich in die Tiefe. Dabei traf es auf die mehrere Tausend Grad heiße Magma und verdampfte schlagartig. Die ausgelöste Explosion war noch in Alaska zu hören, was 9700 km entfernt liegt. Zudem löste sie einen Tsunami aus, der die umliegenden Inseln der Inselgruppe verwüstete.

Dabei raste zudem die Druckwelle mit 320 m/s um mehrfach den Globus und wurde auch in Österreich registriert. Diese Druckwelle fand zudem Anklang bis in die Medien. Ein weiterer Rekord wurde durch die Höhe der Asche- und Dampfwolke erreicht. Sie stieg bis in etwa 53 km hinauf, was der unteren Mesosphäre entspricht!

Auswirkungen auf das Klima

So eine massive Eruption hat normalerweise eine großen Einfluss auf das Weltklima in den folgenden Monaten und Jahren. Ausgelöst durch kleine Schwefeldioxidaerosole, die in der Stratosphäre mehrere Jahre verweilen, findet gewöhnlich eine Abkühlung statt, da Sonnenlicht von den Aerosolen zurück ins All reflektiert wird. Ein Beispiele dafür ist der Ausbruch des Tamboras im Jahre 1815. Anschließend sank die Temperatur um 3 Grad ab.

Bei der Eruption Anfang des Jahres wurde nach neuesten Berechnungen nur etwa 450.000 Tonnen von Schwefeldioxid in die Atmosphäre entlassen, beim Ausbruch des Pinatubos 1991 waren es hingegen 20.000.000 Tonnen. In der Geophysik wird angenommen, dass für eine klimarelevante Auswirkung mindestens 5.000.000 Tonnen ausgestoßen werden müssen. Daher hatte der Ausbruch keine abkühlende Wirkung.

Viel mehr nimmt man nun an, dass der Effekt sogar umgekehrt ist. In der aufsteigenden Wolken befand sich sehr viel Wasserdampf, der sich nun besonders in der Stratosphäre über der Südhalbkugel angereichert hat. Da diese sehr trocken ist, hat diese Anreicherung um satte 10% deutliche Auswirkungen. Die Temperaturen steigen leicht an! Dies ist nun eine neue Erkenntnis nach der Vulkanausbrüche das Klima auch erwärmen können!

Titelbild: Tonga Geological Services

Schwere Dürre in Teilen Chinas

Seit knapp 2 Monaten herrscht nun schon in Teilen Chinas eine große Dürre. Am vergangenen Samstag wurde in der Stadt Chongqing eine Tiefsttemperatur von 35 Grad Celsius gemessen, dies ist höher als die Durchschnittstemperatur für den August in der Stadt. Zudem ist es die höchste jemals in China verzeichnete Minimumtemperatur im Monat August. In der Stadt Beibei wurden dazu bereits 45 Grad als Höchsttemperatur gemessen, welches die höchste Temperatur ist, die in China jemals außerhalb der Wüste registriert worden ist.

 

Als eine Folge führen selbst einstmals große Ströme Niedrigwasser und die Versorgung mit sauberem Trinkwasser wird in einigen Teilen des Landes zur Herausforderung. Zudem sinken Ernteerträge und die Wirtschaftsleistung des Landes, da ähnlich wie in Europa, die Binnenschifffahrt große Probleme hat Waren zu transportieren. Weiterhin laufen Wasserkraftwerke nur mit verminderter Leistung und erste Produktionsstätten mussten ihre Leistung reduzieren oder gar ganz die Produktion aussetzen. Dies wird in den kommendne Wochen und Monaten natürlich aus Auswirkungen auf die Warenströme zu uns nach Deutschland haben.

 

Titelbild: Team Morecast

Sommer-Comeback: Ab Mittwoch zunehmend warm und schwül

Sommer mit Badewetter

Das in der Osthälfte Österreichs zuletzt wetterbestimmende Höhentief verlagert sich derzeit langsam nach Südosteuropa und hinterlässt sehr feuchte Luftmassen. Der Tiefdruckeinfluss lässt aber nach und mit den Temperaturen geht es in der Osthälfte deutlich bergauf. Der Sommer 2022, der aus meteorologischer Sicht mit dem Monatswechsel endet, war damit ähnlich warm wie der Sommer 2015, dem bislang drittwärmsten seit Messbeginn. Nur  2003 und 2019 war es noch heißer.

Vorläufige Temperaturabweichungen im Sommer 2022. © UBIMET

Wetterbesserung im Osten

Der Mittwoch beginnt vor allem im Norden und im östlichen Bergland bewölkt, meist bleibt es aber trocken  und tagsüber wird es allgemein freundlicher. Nur ganz vereinzelt sind in den östlichen Nordalpen und im Mühlviertel kurze Schauer möglich. Von Vorarlberg bis ins Innviertel und im Süden dominiert der Sonnenschein. In der Osthälfte wird es spürbar milder, so liegen die Höchstwerte in den Niederungen recht einheitlich zwischen 24 und 27 Grad.

Unterschied zwischen den Höchstwerten am Dienstag und Mittwoch. In der Osthälfte wird es 4 bis 8 Grad milder, im Westen bleibt es ähnlich warm. © UBIMET

Zunehmend schwül

Am Donnerstag hält sich an der Alpennordseite und im Süden anfangs Nebel und im Osten ziehen Wolkenfelder durch, von der Südsteiermark bis an den Alpenostrand gehen auch vereinzelte Schauer nieder. Tagsüber kommt häufig die Sonne zum Vorschein, in der feuchten Luft bilden sich jedoch Quellwolken und besonders von den Tauern bis in die Obersteiermark sowie im Mühl- und Waldviertel auch Gewitter. In der Westhälfte sowie im äußersten Osten bleibt es dagegen meist trocken. Die Temperaturen erreichen 24 bis 29 Grad bzw. in Innsbruck bis zu 30 Grad. Die Feuchtkugeltemperatur erreicht vor allem in der Osthälfte 20 bis 22 Grad, lokal sind nach dem Durchzug von Schauern aber auch höhere Spitzen um 24 Grad möglich. Damit wird es zunehmend schwül.

Prognose der Höchstwerte am Freitag (zum Vergrößern auf das Bild klicken). © UBIMET

Örtlich Gewitter

Der Freitag startet mit einigen Nebelfeldern, diese machen aber bald der Sonne Platz. Ab etwa Mittag bilden sich dann vor allem im südlichen und östlichen Berg- und Hügelland vermehrt kräftige Schauer und Gewitter. Im Gegensatz zu den Gewittern in der vergangenen Woche sind die bevorstehenden Gewitter teils ortsfest, damit kann es in der sehr feuchten Luft punktuell zu ergiebigen Regenmengen in kurzer Zeit kommen und es besteht die Gefahr von kleinräumigen Überflutungen und Vermurungen. Im Flachland gehen nur vereinzelt Gewitter nieder, oft trocken bleibt es im Tiroler Oberland und im äußersten Osten. Die Höchstwerte liegen zwischen 24 und 30 Grad. Das schwülwarme und teils gewitteranfällige Wetter setzt sich voraussichtlich bis zum Monatsende fort.

Die Temperaturen in der freien Atmosphäre steigen ab Donnerstag auf ein überdurchschnittliches Niveau. © ECMWF

Titelbild © AdobeStock

Böen über 200 km/h – Wie sind solche Extremböen möglich?

Gewitter mit Böenfront Quelle: pixabay.com

Ausgangssituation

Am Donnerstag lag ein Trog über der Iberischen Halbinsel und auf der Vorderseite wurden in den unteren Schichten der Atmosphäre Luft aus Nordafrika herangeführt. In den Trajektorien erkennt man, das sich sowohl die Luft in 1500 m (850 hPa; grün), als auch in 500 m (950 hPa; rot) zuvor über Tunesien befunden hat. Auch die Luft in 3000 m (700 hPa) hatte zuvor über der Sahara verbracht. Ebenfalls zu erkennen ist die Hebung durch den Trog der Luft in 1500 m und 3000 m Höhe, wie in dem Graph zu sehen ist.

Rückwärtstrajektorien für Rom zum Zeitpunkt des Unwetters © wetter3.de

Diese Luft ist sehr trocken, wie der Radiosondenaufstieg von Korsika zeigt. In der Graphik entspricht die schwarze Linie der Temperatur und die grüne Linie dem Taupunkt. Je weiter die Linien von einander entfernt sind, desto trockener ist die Luft. Dies ist zum einen in den unteren Schichten der Fall, zum anderen ganz oben, hier befindet sich die Stratosphäre.

Radiosondenaufstieg von Korsika vom 18.8.2022 um 1 Uhr MESZ

Die eingetretene Entwicklung, die sich von etwa 1 Uhr morgens am Donnerstag, den 18. August vollzogen hat, lässt sich in folgendem Schaubild verdeutlichen.

Dabei war in der Nacht eine Superzelle im Umfeld der Balearen entstanden und hatte sich in ein Bowecho weiterentwickelt. Der Radarfilm des französischen Radarverbundes zeigt die Entwicklung:

Böigkeit

Doch wie kommt es nun zu den hohen Windgeschwindigkeiten, die am morgen des Tages auf Korsika und später auch in der Toskana gemessen wurden?

Die Antwort liegt in der Bildung eines mächtigen Coldpools und der damit verbundenen Organisation des Gewittersystems. Auf dem Stationsdiagram des Ortes Ajaccio erkennt man die Passage des Gewitters sehr gut. Die Temperatur sinkt um 8 Grad, daher der Namensteil Coldpool. Dazu gab es Orkanböen bis zu 131 km/h an der Station und der Druck ist um knapp 10 hPa angestiegen.

Stationsdiagram von Ajaccio

Solche Coldpools bilden sich unter Gewittern im Bereich des Regens. Ist die Luft trocken, wie oben bereits erwähnt, findet rege Verdunstung des Niederschlags statt und die Verdunstungskälte kühlt den Abwind weiter ab. Dadurch wird dieser noch kälter und sinkt schneller ab, da kältere Luft als in der Umgebung eine negative Auftriebskraft besitzt. Diese negative Auftriebskraft verleiht der Luft zusätzlichen Impuls. Zudem herrschen in höheren Schichten erhebliche Horizontalwinde und damit hoher Impuls. Dieser wird im Coldpool ‚heruntergemischt‘ und addiert sich mit dem zusätzlichen Impuls und somit sind derart hohe Windgeschwindigkeiten möglich.

Da im Coldpool von oben mehr Masse zum Boden strömt, als seitlich ausfließen kann, erhöht sich der Bodendruck. Ein sog. Meso-Hoch bildet sich, welches gut im Stationsdiagram erkennbar ist.

Spitzenböen auf Korsika des Unwetters am 18.8.2022

Titelbild: pixabay.com

Kleine Veränderung, große Wirkung – Doch kein Starkregen im Osten

Hochwasser, Archivbild - Adobe Stock

+++ UPDATE 22.08.2022 um 16:00 Uhr +++

Erneut haben sich die Prognosen der Wettermodelle markant verändert.
Den letzten, unten bereits angeführten Niederschlagsprognosen zufolge sollte es in den 48 Stunden von Sonntagmittag bis Dienstagmittag nun in Niederösterreich ergiebig regnen und nach einzelnen Modellen besonders im Weinviertel Mengen um 100 Liter pro Quadratmeter geben.

In den ersten 24 Stunden – von Sonntagmittag bis Montagmittag – kamen im Weinviertel maximal etwa 45 Liter pro Quadratmeter zusammen:

Die Prognosen für die nun noch kommenden 24 Stunden sehen aber mit Abstand nicht die noch fehlenden 60 Liter pro Quadratmeter vor, vielmehr soll es verbreitet noch 10 bis 25 Liter regnen:

24h Niederschlagssumme bis Dienstag 14 Uhr laut 4 wichtigen Wettermodellen – ECMWF, GFS, ICON, UBIMET-UCM

Nimmt man einen größeren Zeitraum und vergleicht die prognostizierten Niederschlagsmengen allein nur des europäischen ECMWF Modells von gestern Früh mit denen von heute früh, so erkennt man erhebliche Unterschiede – etwa dass nun besonders im Weinviertel die ergiebigen Starkniederschläge weit verfehlt werden, aber auch im Wiener Raum deutlich weniger an Niederschlag zu erwarten ist:

Vergleich zweier Modellberechnung des ECMWF-Modells über jeweils denselben 72h-Zeitraum – UBIMET

Höhentief mitverantwortlich

Weiter unten wurde bereits auf die derzeitige Wetterlage eingegangen und das südöstlich von Österreich befindliche Höhentief angesprochen. Nicht nur dessen Position kann sich erheblich auf das Wettergeschehen auswirken, auch das Zusammenspiel mit der über dem Osten Österreichs liegenden Luftmassengrenze und dem von Westen her entgegenwirkenden Hochdruckeinfluss können zu großen Abweichungen selbst binnen zweier aufeinanderfolgender Modellberechnungen führen.

+++ UPDATE 21.08.2022 um 10:30 Uhr +++

Im Vergleich zu gestern hat sich die Prognose der meisten Wettermodelle wieder markant verändert. Leider ist die Vorhersagbarkeit im Fall von Höhentiefs oft sehr gering. Erst Sonntagabend erreichen aus Osten die ersten, kräftigen Schauer und Gewitter Österreich. Diese breiten sich dann in der Nacht auf Montag langsam westwärts aus. Im Nordosten bleibt es dann bis Dienstag unbeständig mit weiteren Schauern und Gewittern.

Im Zuge dieser Äderung der Lage hat sich der Schwerpunkt des Ereignisses eindeutig nach Norden verlagert, also vom Nordburgenland/Marchfeld in Richtung Weinviertel. Generell ist vor allem im Burgenland und im Wiener Becken deutlich weniger Niederschlag in Sicht. Dafür ist es aber im Wald- und Weinviertel sowie im Mostviertel mit höheren Mengen um 100 l/m² im Vergleich zu den gestrigen Vorhersagen zu rechnen. Für Wien, den Wienerwald und das Marchfeld haben sich die Mengen nur geringfügig geändert. Aufgrund der Konvektion sind örtlich große Regenmengen binnen kürzester Zeit zu erwarten.

48h Niederschlagssumme bis Dienstag 14 Uhr laut 4 wichtigen Wettermodellen - ECMWF, GFS, ICON, UBIMET-UCM
48h Niederschlagssumme bis Dienstag 14 Uhr laut 4 wichtigen Wettermodellen – ECMWF, GFS, ICON, UBIMET-UCM

Blog vom 21.08.2022

Das Höhentief und die Front, die gestern für sehr große Regenmengen im Westen des Landes sorgten, verlagern sich langsam ostwärts. Am Sonntag liegt das Höhentief über dem Balkan, die Front kommt über dem Osten Österreichs zu liegen und bleibt hier mehr oder weniger stationär. Entlang der nahezu ortsfesten Luftmassengrenze fällt somit immer wieder kräftiger, aufgrund der immer noch labilen und feucht-warmen Luftmasse zum Teil auch gewittrig durchsetzter Regen. An dieser Konstellation ändert sich aller Voraussicht nach bis inklusive Mittwoch kaum etwas, allerdings nimmt der Hochdruckeinfluss ab der Nacht auf Dienstag vor allem in höheren Schichten allmählich wieder zu.

Animation der Großwetterlage in der Höhe von Samstag bis Dienstag - ECMWF IFS Modell, UBIMET
Animation der Großwetterlage in der Höhe von Samstag bis Dienstag – ECMWF IFS Modell, UBIMET

In der zweiten Hälfte der Nacht auf Sonntag setzt ganz im Osten allmählich gewittrig durchsetzter Regen ein. Im Laufe des Sonntags breitet sich der Niederschlag langsam westwärts aus und erfasst am Nachmittag einen Streifen vom Weinviertel über Wien und den Alpenostrand bis ins Burgenland. Dabei muss man vor allem nach Osten zu mit eingelagerten Gewittern rechnen, die örtlich sehr große Mengen binnen kürzester Zeit bringen können! Vorübergehend kann die Niederschlagsintensität aber gebietsweise auch etwas nachlassen.

Animation der Niederschlagsintensität von Sonntagfrüh bis in die Nacht auf Dienstag - UBIMET RACE Modell
Animation der Niederschlagsintensität von Sonntagfrüh bis in die Nacht auf Dienstag – UBIMET RACE Modell

In dieser Region ist auch in der Nacht auf Montag sowie am Montag selbst keine Änderung in Sicht. Erst Montagabend sind dann aus heutiger Sicht immer häufiger trockene Phasen einzuplanen. Weiter Westlich, etwa vom Waldviertel über die Eisenwurzen bis in die Südsteiermark beginnt es meist erst am Sonntagabend schauerartig zu regnen und bis Montagvormittag kann es auch hier zumindest vorübergehend zu intensiven Niederschlägen kommen. Westlich einer Linie Linz – Klagenfurt sind hingegen keine nennenswerte Niederschläge einzuplanen.

Gebietsweise mehr als 100 l/m² in Sicht

Schwerpunkt des Ereignisses ist die Region vom östlichen Weinviertel über das Marchfeld, Wien und das Wiener Becken bis ins Mittelburgenland. Hier sind zwischen Sonntagmorgen und Montagabend (rund 36 Stunden) insgesamt 70 bis 100 l/m² Regen einzuplanen, wobei vor allem im Nordburgenland auch Mengen über 100 l/m² möglich sind. In der gesamten Region kann es aber punktuell im Fall von eingelagerten Gewittern auch zu Extremniederschlägen binnen kurzer Zeit sowie insgesamt binnen etwa 36 Stunden zu deutlich höheren Mengen bis 150 l/m² kommen.

Prognostizierte Niederschlagssumme am Sonntag und Montag - UBIMET
Prognostizierte Niederschlagssumme am Sonntag und Montag – UBIMET

Auch im Wienerwald sowie in Richtung Rax-Schneeberg-Wechsel und im Südburgenland sind in diesem Zeitraum Regenmengen zwischen 50 und 80 l/m² in Sicht. Weiter nach Westen sind nur geringere Mengen einzuplanen. Ausnahme ist hier nur die Südoststeiermark: Hier könnten vor allem am Montag größere Mengen bis 70 oder 80 l/m² zusammenkommen, die Unsicherheiten sind aber diesbezüglich noch sehr groß.

Höchste Warnstufe ausgerufen

Die zu erwartenden Regenmengen im Osten des Landes entsprechen in etwa der Hälfte der Niederschlagssumme, die in dieser Region im bisherigen (außergewöhnlich trockenen) Jahr 2022 zusammengekommen ist. Die Böden sind hier teilweise komplett ausgetrocknet, was eine schnelle Versickerung des Regenwassers erschwert. Deswegen haben wir zum Teil auch die höchste Warnstufe ausgerufen.

Starkregenwarnungen für den Sonntag und den Montag - Österreichische Unwetterzentrale, UWZ
Starkregenwarnungen für den Sonntag und den Montag – Österreichische Unwetterzentrale, UWZ

Durch die konvektiven Niederschläge sind zudem sehr hohe Regenraten binnen weniger Stunden zu erwarten. Es muss also davon ausgegangen werden, dass es hier auch abseits von Flüssen und Bächen zu plötzlichen Überschwemmungen kommen kann. Die Pegelstände sind momentan meist auf rekordtiefem Niveau, dennoch können diese vor allem an Bächen und kleineren Flüssen sehr rasch ansteigen und trotzdem zu lokalen Ausuferungen führen.

 

 

Titelbild: Hochwasser, Archivbild – Adobe Stock

Neue Regenrekorde in Vorarlberg

Der kräftige Dauerregen führt derzeit zu vielen Feuerwehreinsätzen, mehr als 1.000 waren es am frühen Abend. Da der zuvor trockene Boden die Regenmassen nur unzureichend aufnimmt, fließt ein größerer Teil des Wassers oberirdisch ab und sammelt sich in den Bächen und Achen, die rasch zu reißenden Strömen werden. Zudem wurden an den Stationen Bregenz, Dornbirn, Fraxern und Feldkirch neue Allzeitrekordwerte erreicht. In den kommenden Stunden regnet entlang der westlichen Nordalpen weiter ergiebig und teils gewittrig durchsetzt.

Niederschlagssumme seit Mitternacht © UBIMET
Pegel Lauterachbach in Hard © https://vowis.vorarlberg.at/stationsinfo/_Abfluss/dltWasserstand.aspx?id0=V334588
Pegel Dornbinerach in Enz ©https://vowis.vorarlberg.at/StationsInfo/_Abfluss/ofwStation.aspx?wisid=V334453&Webgrafik=Enz&Status=yes
Top 10 der höchsten Regenmengen seit Mitternacht © UBIMET

Auswirkungen

 

 

Titelbild: Aufnahme aus Dornbirn @ https://twitter.com/alissa_claudia/status/1560623173057613827

Katastrophales Unwetter am Donnerstag in Kärnten und der Steiermark

Sturmschäden in Liezen am 18.08.2022 - Feuerwehr Liezen-Stadt https://www.facebook.com/feuerwehrliezen/

Bereits in der Nacht auf Donnerstag bildete sich eine heftige Gewitterlinie bei Korsika und sorgte auf der französischen Mittelmeerinsel für Orkanböen zwischen 130 und 200 km/h. Am Donnerstagvormittag zog das Unwetter über die Toskana und Norditalien hinweg und erreichte in der zweiten Tageshälfte schließlich auch Kärnten.

Vom Süden Österreichs verlagerte sich die Gewitterlinie rasch nord- bis nordostwärts und überquerte dabei die Steiermark und das Mostviertel. Am Abend erreichte schließlich die Böenfront auch das Mühl- und Waldviertel.

Blitzverlauf am 18.08.2022 - UBIMET
Blitzverlauf am 18.08.2022 – UBIMET

Entlang der Gewitterlinie kam es von Unterkärnten über die Steiermark und das Mostviertel bis ins Waldviertel verbreitet zu schweren Sturmböen zwischen 90 und 100 km/h. Vor allem vom Lavanttal und der Koralpe über das Grazer Bergland und die Mur-Mürz-Furche bis zur Eisenwurzen waren auch orkanartigen Böen, lokal sogar Orkanböen über 120 km/h dabei. Spitzenreiter war dabei die Station in Neumarkt in der Steiermark mit rekordverdächtigen 139 km/h!

Maximale Windböen am 18.08.2022 - UBIMET
Maximale Windböen am 18.08.2022 – UBIMET
Maximale Windböen am 18.08.2022 - UBIMET
Maximale Windböen am 18.08.2022 – UBIMET
Maximale Windböen am 18.08.2022 - UBIMET
Maximale Windböen am 18.08.2022 – UBIMET

Solch extreme Windböen können verehrende Sturmschäden verursachen. Bäume, Hochspannungsmasten und Dächer wurden dabei mit Durchzug des Unwetters entwurzelt, geknickt, abgerissen. In Kärnten kamen zwei Kinder wegen umgestürzter Bäume ums Leben, knapp ein Dutzend Personen wurden teils schwer verletzt. Auch in Niederösterreich kam für drei Personen jede Hilfe zu spät. Tausende Haushalte sind nach wie vor ohne Strom und die Materialschäden sind enorm. Nachfolgend ein paar Videos und Bilder aus den betroffenen Gegenden.

 

 

 

 

Titelbild: Sturmschäden in Liezen am 18.08.2022 – Feuerwehr Liezen-Stadt https://www.facebook.com/feuerwehrliezen/ 

Hitzewelle findet nasses Ende

Große Hitze am Donnerstag

Seit Samstag wird die 30-Grad-Marke nun schon täglich in Österreich geknackt, gestern sorgten 34 Grad in Seibersdorf für den bislang heißesten Tag der aktuellen Hitzewelle. Am Donnerstag gipfelt die Hitze im Osten dann mit bis 36 oder sogar 37 Grad, am heißesten dürfte es dabei im Seewinkel werden. Der bisherige Jahreshöchstwert von 38,7 Grad in Seibersdorf steht jedoch nicht zur Disposition. Für die zweite Augusthälfte sind dies außergewöhnlich hohe Temperaturen, im langjährigen Mittel liegen die Höchstwerte im östlichen Flachland zu dieser Zeit bei rund 26 Grad.

Höchstwerte am Donnerstag © UBIMET

Im Westen schon kühler und gewittrig

Die Hitze konzentriert sich dabei morgen auf die Regionen von Salzburg und Villach ostwärts, weiter nach Westen zu sorgt eine sich nähernde Front schon für kühlere Luft mit Höchstwerten von meist 22 bis 28 Grad. Dazu treffen wiederholt Ausläufer kräftiger Gewitter über Italien auch in Vorarlberg, Tirol und Oberkärnten ein. Lokal kann es dabei kräftig regnen.

Viel Regen am Freitag im Westen

Am Freitag kommt diese Front durch ein Tief über Norditalien in Westösterreich für einige Zeit zum Liegen. Immer häufiger fällt dann in Vorarlberg, Nordtirol und Salzburg intensiver und gewittrig durchsetzter Regen. Dieser hält im Großen und Ganzen bis in die Nacht auf Samstag an und zieht dann unter langsamer Abschwächung nach Osten (Obersteiermark, Oberösterreich) weiter.

Es kristallisiert sich heraus, dass vom Bregenzerwald und dem Arlberggebiet über das Außerfern und den oberbayrischen Alpenrand bis zu den Kitzbüheler Alpen und den Salzburger Gebirgsgauen verbreitet 50-100 l/m² Regen fallen dürften. Lokal sind aber auch Spitzen um 150 l/m² durchaus möglich! Bis Samstagfrüh dürften die 50-100 l/m² dann auch Richtung Salzkammergut und Ausseerland zusammenkommen.

Regensumme von Donnerstagmittag bis Samstagmittag © UBIMET

Ruhige Aussichten

Am Wochenende zieht die Front dann nach Osten ab, dahinter stellt sich von ein paar Schauern und kurzen Gewittern abgesehen wieder deutlich ruhigeres Sommerwetter ein. Hitze ist dann auch kein Thema mehr, so liegen die Höchstwerte am Samstag und Sonntag bei meist 20 bis 29 Grad. In der neuen Woche verstärkt sich aus heutiger Sicht von Westen her Stück für Stück Hochdruckeinfluss. Viel Sonne steht dann auf dem Programm, dazu steigen die Temperaturen im Laufe der Woche wieder bis zur 30-Grad-Marke an. Vor allem im dürregeplagten Osten setzt sich die Trockenheit damit fort.

 

Titelbild: https://pixabay.com/de/photos/fluss-felsen-stapel-1335737/

Satellitenbilder zeigen Trockenheit im Wiener Umland

Braune Wiesen und Bäume, die bereits jetzt ihr Laub abwerfen – so präsentiert sich die Vegetation in Wien und Umgebung. 38 % Regen fehlen hier auf das Niederschlagssoll. Mit anderen Worten: Es wurden im Jahresverlauf bisher nur 62 % dessen erreicht, was bis Mitte August üblich gewesen wäre. 270 l/m² Regen sind bisher auf der Hohen Warte gefallen, 435 l/m² wären im Jahresverlauf bis jetzt ’normal‘ gewesen. Ähnlich schaut es generell im Osten und Süden aus, gerade der Sommer hat hier bisher deutlich zu wenig Regen gebracht, siehe unser Artikel vom 08.08.2022.

Niederschlagsabweichung vom Klimamittel (1991-2020) für das Jahr 2022 (laufend bis 15.08.) @ UBIMET

 

Und die Auswirkungen sind auch aus dem Weltall sichtbar, wie hochaufgelöste Aufnahmen des Satelliten Sentinel der ESA zeigen. Gegenüber dem Sommer 2021, welcher vergleichsweise nass bzw. leicht überdurchschnittlich ausfiel, zeigen sich die Landschaften braun statt grün:

Satellitenbilder vom 10.08.2021 (links) und vom 05.08.2022 (rechts) im Vergleich @ European Space Agency, Copernicus (Sentinel data)

Die nachfolgende Animation zeigt einen anderen Ausschnitt, aber gleiche Bilder. Oben links befindet sich Wien, unten rechts ist der Neusiedler See zu erkennen, dazwischen das Wiener Becken:

Animation der Satellitenbilder vom 10.08.2021 und vom 05.08.2022 @ European Space Agency, Copernicus (Sentinel data)

Wie geht es weiter?

Zunächst bleibt es sonnig und sehr heiß, am Mittwoch werden im Osten bis zu 35, am Donnerstag bis zu 36 Grad erreicht. Am Freitag stellt sich das Wetter langsam um, zumindest zeitweise scheint aber noch die Sonne. In der schwülen Luft können sich dann jederzeit kräftige Regenschauer und Gewitter bilden. Der Wind dreht von Süd auf West und frischt lebhaft auf. Die Höchstwerte liegen nach jetzigem Kenntnisstand zwischen 28 und 30 Grad, wobei es eventuell noch eine Spur heißer werden könnte. Mit Gewittern kann es auch lokal viel Regen in kurzer Zeit geben, dies ist jetzt jedoch schwer prognostizierbar. Flächendeckender, signifikanter Regen ist jedenfalls nicht in Sicht.

 

 

Titelbild: Satellitenbild vom 05.08.2022 @ European Space Agency, Copernicus (Sentinel data)

Kräftige Gewitter mit Starkregen im Norden und Osten erwartet

+++ Update 21:15 Uhr +++

Hier nochmal einen kurzen Überblick über die aktuelle Gewitterlage. Die Zelle südlich von Nürnberg verliert nach und nach an Intensität. Der Gewitterkomplex im Nordosten ist aber weiterhin noch sehr aktiv und zieht langsam nach Norden.

Radarbild mit Blitzen von 21:05 Uhr © DWD

+++ Update 20:00 Uhr +++

In der letzten Stunde ist lokal nochmal einiges an Niederschlag gefallen. Besonders die Zelle im äußersten Nordwesten hat für viel Regen gesorgt! Somit kam in den letzten drei Stunden eine Summe von 60,6 Liter Regen in Emden in Niedersachsen zusammen. Aber auch in Mecklenburg-Vorpommern in Grabow sind nennenswerte 41,2 Liter gefallen und auch in Brandenburg in Marwitz nahe Berlin wurden 35 Liter registriert.

Niederschlagssummen der letzten drei Stunden in Deutschland in mm

+++ Update 19:00 Uhr +++

Die Gewitter haben teils einiges an Regen im Gepäck. Wie viel genau ist in der folgenden Tabelle zu sehen. Die Natur freut sich darüber. Um die Trockenheit im Land aber zu beenden reicht es bei weitem nicht aus.

Stationen mit den höchsten Niederschlagssummen in Deutschland am 15. August 00:00 – 18:00 Uhr ©UBIMET

+++ Update 18:30 Uhr +++

In Gewitternähe frischt der Wind teils kräftig auf. In der folgenden Abbildung sehen wir die gemessenen Windböen. Erwähnenswert sind hierbei die 81 km/h in Freudenstadt in Baden-Württemberg sowie die 80 km/h in Wittenberg in Sachsen-Anhalt. Aber auch am Feldberg und in der Nähe von Bad Schandau in der Sächsischen Schweiz hat es mit 76 km/h  stürmische Böen gegeben.

Windböen in Deutschland in km/h

+++ Update 17:50 Uhr +++

Die Konvergenzlinie erreicht gerade Hamburg. Hier am Hafen ziehen beeindruckend die Gewitterzellen vorbei!

Gewitterzellen am Hamburger Hafen © https://www.feratel.com/webcams/deutschland/hamburg-empire-riverside-hotel.html

+++ Update 17:10 Uhr +++

Hier einmal eine vorläufige Blitzbilanz. Aktuell ist Niedersachsen das Bundesland mit den meisten Blitzen, dicht gefolgt von Sachsen-Anhalt und Sachsen.

Blitzanzahl pro Bundesland am 15. August 00:00 – 16:50 Uhr ©UBIMET

+++ Update 15:30 Uhr +++

Über Deutschland sind inzwischen viele Gewittertürme in die Höhe geschossen. Ein richtiger ‚Streuselkuchen‘ ist das derzeit.

Satellitenbild von 15:20 Uhr © EUMETSAT

+++ Update 15:15 Uhr +++

Die Top 5 der Regensumme der letzten Stunde

Rotenburg (Wümme) (NI) 27 L/m²
Ponitz (TH) 24 L/m²
Aue (S) 15 L/m²
Soltau (NI) 15 L/m²
Harzgerode (SA) 13 L/m²

Böen der letzten Stunde:

Dogern (BW) 86 km/h
Weilheim (BW) 77 km/h
Querfurt (SA) 69 km/h
Bremervörde (NI) 62 km/h
Freiburg (BW) 60 km/h

+++ Update 15:10 Uhr +++

Die meisten Gewitter bilden sich heute entlang der Konvergenzlinie, die von den Ostfriesischen Inseln bis nach Tschechien reicht. Hier strömt warme Luft und feucht-heiße Luft zusammen (Konvergenz) und letzter muss aufsteigen.

Blitze und Windrichtung © nowcast/UBIMET

+++ Update 14:50 Uhr +++

Ein solch gefülltes Radarbild gab es schon lange nicht mehr über Deutschland. Viele Gewitterzellen derzeit dabei, dort wo sie länger bleiben oder mehrere hintereinander drüber ziehen besteht Überflutungsgefahr durch Starkregen.

Radarbild von 14:45 Uhr © DWD

+++ Update 14:30 Uhr +++

Blick auf die Gewitterzelle bei Kiel.

WWebcam © http://www.internetwetter.de/webcam/neumuenster.jpg

+++ Update 14:20 Uhr +++

Auch in Schleswig-Holstein nun Gewitter mit ungewohnter Zugrichtung. Auch Hamburg dürfte demnächst betroffen sein.

Radarbild von 14:15 Uhr © DWD

+++ Update 13:55 Uhr +++

Berlin bekommt nun von Osten ein paar gewittrige Schauer ab.

Radarbild von 13:45 Uhr © DWD/UBIMET

+++ Update 13:40 Uhr +++

Immer mehr Schauer und Gewitter bilden sich jetzt, dabei besteht die Gefahr von Starkregen.

Radarbild von 13:30 Uhr © DWD

+++ Update 13:35 Uhr +++

Ein Bild der Zelle, die im Grenzgebiet Deutschland/Schweiz derzeit entlang zieht.

Gewitter bei Basel © https://www.feratel.com/webcams/deutschland/weil-am-rhein.html

+++ Update 13:30 Uhr +++

 

+++ Update 13:15 Uhr +++

Die folgende Animation (bitte anklicken) zeigt die Entwicklung der Gewitter in Freiberg.

Gewitterentwicklung in Freiberg © https://webcam.hotel-freiberg.de/

+++ Update 12:50 Uhr +++

Auch im Südwesten muss nun mit Gewittern gerechnet werden, von Frankreich zieht sogar eine kleine Linie auf.

Radarbild von 12:45 Uhr © DWD

+++ Update 12:45 Uhr +++

Blick von Erfurt auf die Gewitter nach Osten.

Webcam © http://www.thueringer-webcams.de/kunden/mdr/erfurt-mdr/livebild-pal.jpg

+++ Update 12:10 Uhr +++

Immerhin 16 L gab es vergangene Stunde in Grebenstein etwas nördlich von Kassel.

+++ Update 12:00 Uhr +++

Das Radarbild von 12 Uhr zeigt immer mehr Gewitter über Thüringen und Sachsen. Dabei muss örtlich auch mit kleinem Hagel gerechnet werden.

Radarbild von 12:00 Uhr © DWD

+++ Update 11:40 Uhr +++

Derzeit bilden sich über Sachsen die ersten Gewitter. Hier sieht man einen schönen Cumulonimbus.

Webcam © http://www.ferienhaus-espig.de/Webcam/cam000M.jpg

+++ Update 11:10 Uhr +++

Derzeit gibt es große Temperaturunterschiede im Land. Während es in Wolfsburg bereits gerundet 30 Grad heiß ist, werden in Büchel zwischen Hunsrück und Eifel nur 17 Grad gemessen.

Temperaturen von 11 Uhr

+++ Update 10:45 Uhr +++

Derzeit gehen besonders in Nordhessen, dem Sauerland und Weserbergland einige kräftige Schauer und Gewitter nieder. Dabei muss örtlich begrenzt mit kräftigem Regen gerechnet werden, da die Zellen recht langsam ziehen.

Radarbild von 10:45 Uhr © DWD/UBIMET

+++ Update 09:45 Uhr +++

Die Webcam im thüringeschen Schmalkalden zeigt erste Altucumulus castellanus, also konvektives Gewölk, d.h. die Atmosphäre ist labil geschichtet. Solche Wolken gelten oft als Vorbote von Schauern und Gewittern später am Tage.

Webcam Schmalkalden © http://4sh845y3jbnoowbs.myfritz.net:8080/webcam/schweizerweg/

+++ Update 09:10 Uhr +++

Das aktuelle Satellitenbild zeigt einen bewölkten Südwesten und Süden und einen freundlich bis sonnigen Norden und Nordosten. Dort baut sich nun die Energie auf, die später in den Schauern und Gewittern umgewandelt wird.

Satellitenbild von 09:00 Uhr © EUMETSAT/UBIMET

+++ Update 08:15 Uhr +++

Mit den aktuellen Radarbild begrüßen wir euch zu unserem Liveticker. Derzeit ziehen bereits erste Schauer und Gewitter in der Mitte und im Nordwesten durch. Diese bringen lokal etwas Regen, das ist zwar meist nur der Tropfen auf den heißen Stein, aber immerhin regnet es mal in diesem August.

Radarbild von 8:15 Uhr © DWD/UBIMET

Titelbild: © Storm Science Austria

Rückblick: Schwere Gewitter an Maria Himmelfahrt

Zusammenfassung

Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass heute in vielen Teilen des Landes Gewitter durchgezogen sind. Verschont davon ist nur der Süden geblieben und weite Teile von Salzburg und Oberösterreich. Wie aus der Karte mit dem Blitzverlauf zu entnehmen ist, sind die meisten Gewitter von Westen her entlang des Alpenhauptkamms bis an den Alpenostrand gezogen, aber auch im Waldviertel hat sich eine Zelle entwickelt. Nennenswerter Niederschlag, welcher die Dürre im Land beenden könnte, ist dabei nicht gefallen. Die höchsten Regenmengen wurden aber im Westen gemessen.

Blitzverlauf in Österreich am 15. August 00:00 – 20:30 Uhr ©UBIMET
Niederschlagssummen in Österreich am 15. August 00:00 – 20:00 Uhr ©UBIMET

+++ Update 20:00 Uhr +++

Obwohl die meisten Blitze in Niederösterreich und der Steiermark registriert wurden sind vor allem in Vorarlberg und in Tirol die stärksten Blitze gemessen worden.

Stärkste Blitze in Österreich am 15. August 00:00 – 19:50 Uhr ©UBIMET

+++ Update 19:30 Uhr +++

Aktuell gibt es zwei aktive Gewitterschwerpunkte im Land. Zum einen die Gewitterzelle in der Weststeiermark. Hier sind in der letzten Stunde knapp 13 Liter Regen in St. Georgen gefallen. Der andere Gewitterkomplex erstreckt sich vom Tiroler Unterland über Osttirol bis nach Oberkärnten. Dort ist der Niederschlag aber momentan nicht sehr ergiebig.

Radarbild mit Blitzen von 19:10 Uhr © ACG

+++ Update 18:00 Uhr +++

Die Gewitter haben zum Teil einiges an Niederschlag im Gepäck. In Schröcken sind innerhalb einer Stunde 38 Liter Regen gefallen.

Schröcken © https://www.foto-webcam.eu/webcam/schroecken/

+++ Update 17:40 Uhr +++

Hier gibt es die vorläufige Blitzbilanz. Aktuell sind Niederösterreich und die Steiermark die Spitzenreiter.

Blitzanzahl pro Bundesland am 15. August 00:00 – 17:10 Uhr ©UBIMET

+++ Update 17:20 Uhr +++

Im Westen machen sich nun immer mehr Gewitterzellen bemerkbar. Sehr beeindruckend ist das in dieser Animation (bitte anklicken) vom Viktorsberg in Vorarlberg  zu sehen!

Durchzug einer Gewitterzelle am Viktorsberg in Vorarlberg © https://hotel-viktor.panomax.com/

+++ Update 15:45 Uhr +++

Derzeit gehen besonders im Bergland einige Gewitter mit lokal kräftigem Regen nieder. Dazu kommen jetzt in der Silvretta weitere von der Schweiz her auf. Zudem hat auch Eisenstadt einen Guss abbekommen.

Radarbild von 15:40 Uhr © ACG

+++ Update 15:20 Uhr +++

Bild der Gewitterzelle im Waldviertel.

Webcam © http://webcam.langlaufen-im-waldviertel.at/Cam1/llgerungsfix1.jpg

+++ Update 14:55 Uhr +++

Nun auch Gewitter am Alpenostrand, hier von unserer Foto-Webcam aus gesehen.

Webcam: https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien/

+++ Update 14:40 Uhr +++

Blick von Hopfgarten auf die Zelle in Osttirol.

Webcam © https://www.foto-webcam.eu/webcam/hopfgarten/

+++ Update 14:00 Uhr +++

Derzeit bilden sich immer mehr Schauer und Gewitter.

Radarbild von 13:50 Uhr © ACG

+++ Update 12:55 Uhr +++

Eine kleine Animation (bitte anklicken) der Gewitterentwicklung bei Bad Kleinkirchheim.

Animation © foto-webcam.eu

+++ Update 12:25 Uhr +++

Über dem Waldviertel, der Koralpe und der Gleinalpe haben sich erste kräftige Schauer gebildet.

Radarbild von 12:!5 Uhr © ACG

+++ Update 12:15 Uhr +++

Derzeit gibt es in Österreich im Westen kühle 19 Grad, während es im Osten teils schwüle 30 Grad warm ist.

Aktuelle Temperaturen

+++ Update 11:30 Uhr +++

Mit dem Blick von Oben begrüßen wir Sie zu unserem heutigen Liveticker. Dabei  zeigt sich der Himmel über Österreich häufig klar oder nur gering bewölkt durch Schleierwolken. Lediglich über Nordtirol ziehen dichtere Wolken mit Regenschauern hinweg.

Satellitenbild von 11:10 Uhr © EUMETSAT

Titelbild: © Storm Science Austria

Neue Woche bringt in Österreich Hitze und Gewitter

Quellwolken eines Gewitters - pixabay.com

Die erste Augusthälfte war in puncto Niederschlag in einigen Regionen Österreichs nahezu ein Totalausfall. Vom Kaiserwinkl über den Flachgau bis ins Hausruckviertel sowie im äußersten Osten und Südosten sind meist nur wenige Millimeter Regen gefallen, örtlich wie etwa in Mattsee, Braunau am Inn oder auch Güssing hat es nicht einmal dafür gereicht. Nur vereinzelt gab es im Bereich der Hohen Tauern und der Gurktaler Alpen annähernd durchschnittliche Niederschlagsmengen.

Anteil vom mittleren Niederschlag (1. bis 13. August). © UBIMET

Grund dafür war die anhaltende nordöstliche Strömung am Südrand von Hoch OSACR. Die Großwetterlage in Mitteleuropa stellt sich derzeit aber um: Das Hochdruckgebiet liegt mittlerweile über Russland und über den Britischen Inseln hat sich Tiefdruckeinfluss etabliert.

Wie schon im Juli gab es auch in der ersten Augustdekade markante, positive Druckanomalien über dem Ostatlantik und Westeuropa.

Auch Mitteleuropa gerät zu Wochenbeginn unter den Einfluss eines Tiefs namens JELENA, welches in den kommenden Tagen zumindest regional wie etwa im Südosten Frankreiches eine Linderung der Trockenheit bringt. Österreich liegt zwar vorerst nur am Rande des Tiefs, die Höhenströmung dreht zu Wochenbeginn aber von Nordost auf West.

Hoch OSCAR ist Tief JELENA gewichen. Graphik: DWD/ FU Berlin

Am Feiertag regional Gewitter

Am Montag scheint im Süden und Osten bei nur harmlosen Wolken über weite Strecken die Sonne. Im Westen ziehen von Beginn an einige Wolken durch und in Vorarlberg sowie im Außerfern gehen bereits gewittrige Schauer nieder. Tagsüber entstehen im Bergland vermehrt Quellwolken und ausgehend von Nordtirol breiten sich Schauer und Gewitter bis in die westliche Obersteiermark aus. Punktuell sind dabei ergiebige Regenmengen in kurzer Zeit möglich. Am Abend nimmt die Gewitterbereitschaft auch im Norden zu, in den südlichen Becken und im Osten bleibt es meist trocken. Die Höchstwerte liegen von West nach Ost zwischen 22 und 32 Grad.

Niederschlagsprognose für den Montag. © UBIMET

Zur Wochenmitte lokal 35 Grad

Am Dienstag ziehen in der Osthälfte anfangs einige Wolken durch, in der Obersteiermark und am Alpenostrand gehen örtlich auch Schauer nieder. Auch in den Alpen halten sich zunächst hochnebelartige Restwolken, im Laufe des Vormittags lockert es aber generell auf und verbreitet kommt die Sonne zum Vorschein. Die Temperaturen erreichen meist 26 bis 31 Grad. Der Mittwoch verläuft dann verbreitet sonnig . Die Temperaturen steigen spürbar an und erreichen 28 bis 34, im Osten lokal auch 35 Grad.

Prognose der Höchstwerte am Mittwoch (zum Vergrößern auf das Bild klicken). © UBIMET

Zweiteilung am Donnerstag

Der Donnerstag leitet eine Wetterumstellung ein und bringt große Gegensätze. Im Westen überwiegen die Wolken und bereits am Morgen gehen gewittrige Schauer nieder. Tagsüber breiten sich diese bis zu den Tauern aus, entlang der Nordalpen gehen auch kräftige Gewitter nieder. In der Osthälfte scheint dagegen bei nur harmlosen Wolken verbreitet die Sonne. Der Wind weht teils lebhaft aus Süd, in den Alpen weht kräftiger Föhn. Am Abend kommt im Norden dann kräftiger Westwind auf. Im Osten wird mit bis zu 36 Grad der Höhepunkt der Hitze erreichen, in Vorarlberg kommen die Temperaturen nicht mehr über 22 bis 25 Grad hinaus.

Ensemble-Prognose von Temperatur (~1500 m) und Niederschlag für Salzburg. © ECMWF

Regen in Sicht?

Zum Wochenende hin stellt sich unter Tiefdruckeinfluss unbeständiges Wetter ein, regional sind auch größere Regenmengen möglich. Die Temperaturen verbleiben im Süden und Osten auf sommerlichem Niveau, Höchstwerte über 30 Grad sind nach derzeitigem Stand aber nicht mehr zu erwarten.

Nullgradgrenze in Österreich binnen 50 Jahren um 190 m gestiegen

Gletscher im Sommer

Die Temperatur nimmt mit der Höhe im Mittel um etwa 0,6 bis 1 Grad pro 100 Höhenmeter ab. Jene Höhe, wo der Gefrierpunkt erreicht wird, nennt man Nullgradgrenze. Ihre Bestimmung ist im Sommer unkompliziert, während es im Winterhalbjahr etwa bei Inversionswetterlagen durchaus auch mehrere Nullgradgrenzen geben kann. Die Unsicherheiten sind im Winter also erhöht, zumal die Auflösung der Reanalysen nicht ausreicht, um der komplexen Topographie der Alpen gerecht zu werden. Im Summe zeigt sich aber eindeutig, dass die Nullgradgrenze im Alpenraum immer weiter ansteigt.

Entwicklung der mittleren Nullgradgrenze (m ü. A.) in Österreich von 1959 bis 2021 im Winter (blau), Sommer (rot) und im gesamten Jahr (schwarz). Dünne Linien = Jahresmittelwerte. Dicke Linien = 10-jährige gleitende Mittelwerte. ECMWF Copernicus ERA5 Reanalysen, UBIMET
Entwicklung der mittleren Nullgradgrenze (m ü. A.) in Österreich von 1959 bis 2021 im Winter (blau), Sommer (rot) und im gesamten Jahr (schwarz). Dünne Linien = Jahresmittelwerte. Dicke Linien = 10-jährige gleitende Mittelwerte. ECMWF Copernicus ERA5 Reanalysen, UBIMET

Wenn man nur die Reanalyse-Daten betrachtet, dann ist die mittlere Nullgradgrenze in Österreich von etwa 2430 auf 2620 m angestiegen, also in Summe 190 Meter. Wenn man die Stationsdaten der Alpen miteinbezieht, liegen die Absolutwerte etwas tiefer: Mit einem Anstieg von 2230 auf 2420 m (Mittel 1961-90 bzw. 1990-2020) liegt der Anstieg in Summe aber ebenso bei 190 Metern.

Im Hochsommer über Gipfelniveau

Die mittlere Nullgradgrenze in den Sommermonaten ist in den vergangenen 30 Jahren um gut 200 bis 300 m angestiegen. In den vergangenen Jahren lag sie sogar immer häufiger in etwa 3800 m Höhe und damit oberhalb der höchsten Gipfel des Landes. Heuer liegen wir nur knapp hinter dem bisherigen Rekord aus dem Jahre 2019, die kommenden drei Wochen werden also für die Endplatzierung entscheidend sein. In einzelnen Monaten wurde bereits die 4000-Meter-Marke übertroffen, es ist also nicht verwunderlich, dass die Gletscher immer rascher abschmelzen. Da der vergangene Winter zudem auch sehr schneearm war, gibt es heuer eine Rekordschmelze.

Ranking der mittleren Nullgradgrenze in den Sommermonaten (Juli, Juni, August) in Meter über der Adria. Daten von 1959 bis 2022 - ECMWF Copernicus ERA5 Reanalysen, UBIMET
Ranking der mittleren Nullgradgrenze in den Sommermonaten (Juli, Juni, August) in Meter über der Adria. Daten von 1959 bis 2022 – ECMWF Copernicus ERA5 Reanalysen, UBIMET
Monate mit mittlerer Nullgradgrenze über 4000 m in Österreich von 1959 bis Juli 2022 - ECMWF Copernicus ERA5 Reanalysen, UBIMET
Monate mit mittlerer Nullgradgrenze über 4000 m in Österreich von 1959 bis Juli 2022 – ECMWF Copernicus ERA5 Reanalysen, UBIMET

Spitzen in 5000 m Höhe

Wie in Österreich sehen auch die Daten in der Schweiz aus, wo heuer bei einer  Radiosondierung am 25. Juli mit einer Nullgradgrenze in 5.184 Metern Höhe ein neuer Rekord aufgestellt wurde. Damit wurde zum zweiten Mal seit dem  20. Juli 1995 eine Nullgradgrenze über 5000 m beobachtet.

Wenn man die letzten 150 Jahre in der Schweiz beobachtet (1871-2019), dann ist die Nullgradgrenze bereits um etwa 300 bis 400 Meter angestiegen, wobei sich der Anstieg in den letzten Jahrzehnten vor allem im Frühling und Sommer beschleunigt hat, zum Teil lag die Anstiegsrate sogar bei über 100 Metern pro Jahrzehnt. Im Winter geht man davon aus, dass die mittlere Nullgradgrenze bis Mitte dieses Jahrhunderts von heute 850 Meter auf 1200 bis 1500 Meter steigen wird.

Titelbild: Photo credit: hauseralain on VisualHunt.com

Meteore und Feuerkugeln

In diesen Tagen durchfliegt die Erde die Staubspur des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Der Komet hat schon sehr oft die Sonne umkreist, weshalb er eine große Staubspur im All hinterlassen hat. Wenn die Staubkörner auf unsere Lufthülle treffen, kommt es zu Sternschnuppen. Der Radiant liegt im Sternbild Perseus, daher tragen sie den Namen Perseiden.

Kein Sternschnuppenregen

Dabei haben die Perseiden noch nicht einmal die höchste Dichte an Meteoren im Jahresverlauf zu bieten. Schon seit Jahrzehnten weist der Meteorstrom der Geminiden Mitte Dezember etwa die doppelte Konzentration auf, das heißt mehr Sternschnuppen pro Zeiteinheit. Im günstigen Fall sind das dann auf den ganzen Himmel verteilt bis zu 100 pro Stunde. Der manchmal in Presseberichten erscheinende „Regen an Sternschnuppen“ ist das natürlich noch lange nicht.

© Sky & Telescope

Mehr Schnuppen, aber schlechtere Bedingungen

Um dann aber wirklich einige Meteore zu sehen zu bekommen, braucht es schon ein wenig Geduld. Wer nur im Stehen nach oben schaut, überblickt nur einen geringen Teil des Himmels und verharrt meist nicht lange in dieser eher unbequemen Haltung. Besser ist es, im Liegen zu beobachten, wofür sich natürlich die warme Jahreszeit anbietet. Und das ist ein Grund, warum zumindest in unseren Breiten doch viel mehr Personen im August Sternschnuppen gesehen haben als im Dezember. Zudem verdecken im Dezember in mindestens vier von fünf Nächten Wolken oder Hochnebel den Blick, während im August ungefähr jede zweite Nacht klar verläuft.

© Sky & Telescope / Gregg Dinderman

Der Größe nach sortiert

Rund um den 14. Dezember durchquert die Erde den dichtesten Teil einer interplanetaren Staubwolke, welche dem als Asteroid klassifizierter Himmelskörper namens Phaethon zugeordnet werden. Um diese Zeit kann man mit den erwähnten 100 oder de facto wenigstens einigen Dutzend Sternschnuppen pro Stunde rechnen. Bei abnehmendem Mond (etwa 70% sichtbar) sind die Bedingungen heuer zwar ebenfalls nicht ideal, aber auch die Nacht darauf vom 14. auf den 15. kann noch interessant werden. Dann sind zwar von der Zahl her schon deutlich weniger, dafür aber größere Objekte unterwegs, die auf die Erde treffen. Es besteht also eine erhöhte Chance auf helle Meteore, die sich mit den Bezeichnungen Feuerkugeln und Boliden schmücken dürfen. Genügend Wünsche wird ohnehin jeder haben…

Titelbild @ pixabay.com

Beifuß und Ragweed: Pollensaison geht in die Schlussphase

Die Pollensaison geht in die Schlussphase

Die Pollensaison geht allmählich in die Schlussphase: Der Höhepunkt der Beifußblüte steht unmittelbar bevor,  im Flach- und Hügelland muss man somit spätestens ab dem Wochenende mit mäßigen bis hohen Belastungen rechnen. Ab Mitte August beginnt zudem vor allem in der Osthälfte auch die Blütezeit von Ragweed, was speziell bei Unkrautallergikern zusätzliche Kreuzreaktionen auslösen kann. Weiters gibt es in tiefen Lagen auch erhöhte Konzentrationen an Pilzsporen.

Ragweed

Das beifußblättrige Traubenkraut, mittlerweile unter seinem englischen Namen Ragweed wesentlich bekannter, wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Nordamerika nach Europa eingeschleppt und breitet sich seit den 1980er Jahren auch in Mitteleuropa aus. Bereits ab wenigen Pollenkörnern pro Kubikmeter Luft reagieren empfindliche Personen allergisch. Dieses Unkraut wächst an Straßenrändern, in Äckern oder auf Schuttplätzen, und ist verantwortlich für den „Herbstheuschnupfen“. Für Ragweedpollen spielt der Ferntransport eine wichtige Rolle: Besonders in der Pannonischen Tiefebene ist diese Pflanze stark ausgebreitet, somit treten besonders bei südöstlichem Wind erhöhte Belastungen auf.

Saisonende im September

Die gute Nachricht zum Schluss: Im September neigt sich die Pollensaison langsam dem Ende zu, nach dem Abklingen der Blüte von Ragweed sorgen lediglich Pilzsporen noch für allergische Beschwerden.

Title Photo: anro0002 on VisualHunt / CC BY-SA

Starkregen-Rekord in Seoul: Überschwemmungen fordern 9 Todesopfer

Überschwemmungen in Seoul am 08.08.2022 - Twitter / @openupn

Die Koreanische Halbinsel liegt momentan in einer extrem feuchten Konvergenzzone, die für äußerst kräftige, tropische Schauer und Gewitter sorgt.

Beobachteter Wassergehalt der Atmosphäre (Precipitable Water) in den letzten Stunden rund um Korea - http://tropic.ssec.wisc.edu/
Beobachteter Wassergehalt der Atmosphäre (Precipitable Water) in den letzten Stunden rund um Korea. Werte über 50 mm sind bereits extrem hoch. – http://tropic.ssec.wisc.edu/

Vor allem die Nordhälfte Südkoreas und insbesondere die Hauptstadt und Millionenmetropole Seoul wurden in den letzten zwei Tagen von sintflutartigen Regengüssen betroffen. Verbreitet fielen in der Region 200 bis 400 l/m² Regen binnen 48 Stunden.

Akkumulierte Regensumme in l/m² vom 08.08.2022 bis zum 10.08.2022 in Südkorea - https://www.weather.go.kr/
Akkumulierte Regensumme in l/m² vom 08.08.2022 bis zum 10.08.2022 in Südkorea – https://www.weather.go.kr/

Mehr als 500 l/m² in Seoul

Der Spitzenwert von 524,5 l/m² Regen binnen zwei Tagen wurde aber genau in den südlichen Stadtteilen Seouls verzeichnet. Die Lage in der Hauptstadt war besonders in der Nacht auf dem 9. August katastrophal. Schwere Überschwemmungen forderten 9 Todesopfer und 6 Personen sind immer noch vermisst.

Neuer Tagesniederschlag-Rekord in Seoul

Die Regenfälle waren rekordverdächtig heftig. Sowohl am 8. als auch am 9. August wurden gebietsweise mehr als 300 l/m² Regen verzeichnet. Mit 381,5 l/m² wurde an einer Wetterstation im Süden von Seoul ein neuer Tagesniederschlag-Rekord für die gesamte Stadt verzeichnet. Seit 1907 fiel hier noch nie so viel Regen an einem Tag. Der nationale Rekord für Korea bleibt aber noch weit entfernt. Im Zuge des Taifuns RUSA kamen in  Gangneung am 31.08.2002 erstaunliche 870,5 l/m² Regen binnen 24 Stunden!

Akkumulierte Regensumme in l/m² am 08.08.2022 in Südkorea - https://www.weather.go.kr/
Akkumulierte Regensumme in l/m² am 08.08.2022 in Südkorea – https://www.weather.go.kr/
Akkumulierte Regensumme in l/m² am 09.08.2022 in Südkorea - https://www.weather.go.kr/
Akkumulierte Regensumme in l/m² am 09.08.2022 in Südkorea – https://www.weather.go.kr/

Stündlicher Regenrekord auch umgestellt

An der selben Wetterstation knapp südlich von Seoul wurde gleich auch ein weiterer Rekord umgestellt. Denn zwischen 20 Uhr und 21 Uhr Lokalzeit fielen in nur einer Stunde beachtliche 141,5 l/m² Regen! Auch der stündliche Niederschlagsrekord für Seoul von 118,6 l/m² am 05.08.1942 wurde somit überschritten.

Wetterbeobachtungen an der Wetterstation des regionalen Wetterdienstens in Seoul am Nachmittag und Abend des 08.08.2022. Rosa Fläche = 15-minütige Regensumme, blaue Fläche = stündliche Regensumme. Regenskala ist die erste Skala auf der linken Seite ("R", dargestellt in mm) - https://www.weather.go.kr/
Wetterbeobachtungen an der Wetterstation des regionalen Wetterdienstens in Seoul am Nachmittag und Abend des 08.08.2022. Rosa Fläche = 15-minütige Regensumme, blaue Fläche = stündliche Regensumme. Regenskala ist die erste Skala auf der linken Seite („R“, dargestellt in mm) – https://www.weather.go.kr/

August ist Monsunzeit in Korea

Zum Vergleich: In einem gesamten Jahr kommen in dieser Region im langjährigen Durchschnitt etwa 1300 l/m² Regen zusammen. Wobei etwa die Hälfte davon häufig zwischen Juli und September im Zuge des Koreanischen Monsun („Changma“) fällt. Also August ist auf jeden Fall Regenzeit für Korea. Doch so starke Niederschläge sind selbst für die Monsun-Saison ungewöhnlich.

Klimatologischer Jahresniederschlag in Südkorea in l/m² - https://www.weather.go.kr/
Klimatologischer Jahresniederschlag in Südkorea in l/m² – https://www.weather.go.kr/

In den kommenden Tagen weiterhin Überflutungsgefahr

In den kommenden Tagen verlagert sich der Schwerpunkt nur langsam in die Mitte Südkoreas. Das Land muss somit zumindest bis zum Wochenende weiterhin mit überregionalen Überschwemmungen rechnen.

Prognostizierte Regensumme [in l/m²] bis inklusive Donnerstag - ECMWF IFS Modell, UBIMET
Prognostizierte Regensumme [in l/m²] bis inklusive Donnerstag – ECMWF IFS Modell, UBIMET

 

Titelbild: Überschwemmungen in Seoul am 08.08.2022 – Twitter / @openupn

Hitze: Sommer 2022 in Europa auf Rekordkurs

Wenn man nur die Landmassen weltweit betrachtet, dann waren die ersten beiden Sommermonate zusammen die bislang wärmsten seit Messbeginn. Im Mittel waren Juni und Juli 0,6 Grad wärmer als im neuen Klimamittel von 1991 bis 2020.


Wenn man auch die Ozeane inkludiert, beträgt die Abweichung +0,34 Grad. Dies ist in erster Linie der weiterhin andauernden La Niña zu verdanken, einer Zirkulationsanomalie, welche in weiten Teilen des tropischen Pazifiks für unterdurchschnittliche Wassertemperaturen sorgt. Direkte Folgen davon sind u.a. die Trockenheit in Chile und die häufigen Starkregenlagen in Teilen Australiens. Wenn dagegen El Niño herrscht, dann werden im tropischen Pazifik überdurchschnittliche Temperaturen beobachtet und die Wahrscheinlichkeit für neue globale Rekorde ist deutlich erhöht.

Im tropischen Pazifik gibt es verbreitet unterdurchschnittliche Temperaturen (La Niña).

Die größten Abweichungen auf der Nordhalbkugel, wo aktuell Sommer herrscht, gab es bislang u.a. in Südeuropa, im Norden Kanadas, in Teilen Sibiriens und im Süden der USA. Eine Spur zu kühl war es dagegen etwa im Oman, in Pakistan oder auch in Teilen der Türkei.


Wenn man nur Europa betrachtet, dann liegen die Monate Juni und Juli derzeit auf Platz 2 hinter dem Sommer 2021, wobei im vergangenen Jahr der August vor allem von Frankreich über Mitteleuropa bis ins Baltikum etwas kühler als üblich war, entsprechend ist für den Sommer 2022 in Summe auch noch Platz 1 in Reichweite.

Temperaturabweichungen in der ersten Augusthälfte (Analyse bis 9. August; Prognose bis Mitte August). © K. Haustein

Rekordjahr in Italien

Die größten Anomalien in Europa wurden bislang rund um den westlichen Mittelmeerraum beobachtetet. Am Flughafen von Córdoba in Spanien lag der mittlere Höchstwerte im Juli sogar bei 40,4 Grad, ein neuer Rekord. In Italien sind der Sommer sowie auch das gesamte Jahr 2022 sowohl in puncto Temperaturen als auch bei der Trockenheit klar auf Rekordkurs. In Nord- und Osteuropa fallen die Temperaturabweichungen vergleichsweise gering aus, wobei von England bis nach Italien und in den Balkan verbreitet Trockenheit herrscht. Mitteleuropa liegt am Rande der größten Temperaturanomalien, im Alpenraum werden die markantesten Abweichungen daher vor allem im Westen bzw. an der Alpensüdseite verzeichnet.

Sommer in den Alpen auf Podestkurs

In der Schweiz war es nur im Sommer 2003 noch heißer als heuer. Besonders hoch fallen die Abweichungen in der Westschweiz, im Wallis und im Tessin aus: In Stabio im Südtessin wird heute sogar der 36. Hitzetag in Folge verzeichnet, der alte Rekord lag bei 14 Hitzetagen in Folge.

Bisherige Temperaturabweichungen im Sommer 2022 (zum Vergrößern auf das Bild klicken). © UBIMET

In Österreich liegt der Sommer derzeit auf Platz 3 nach 2003 und 2019, wobei es große regionale Unterschiede gibt. So wurden bislang vor allem von Vorarlberg über den Tiroler Alpenhauptkamm bis nach Kärnten sehr hohe Abweichungen zwischen 2 und 2,5 Grad verzeichnet, während diese im Donauraum und im östlichen Flachland mit 1 bis 1,5 Grad etwas geringer ausfallen. Im Süden ist der Sommer aber zumindest örtlich auf Rekordkurs wie etwa in Klagenfurt und Lienz.

Bisherige Temperaturabweichungen im Sommer 2022 (zum Vergrößern auf das Bild klicken). © UBIMET

Titelbild: Waldbrand nördlich von Triest am 20. Juli 2022 (© panomax.com)

Trockenheit setzt sich regional samt erhöhter Waldbrandgefahr fort

Ausgetrocknete Wiese an der Neuen Donau in Wien im August 2022 - Steffen Dietz, UBIMET

Nach der Kaltfront am Samstag beruhigt sich die Lage in Österreich langsam wieder. Heute und am Montag sind vor allem im Süden noch ein paar Gewitter einzuplanen, flächiger und ergiebiger Niederschlag ist aber nicht mehr in Sicht. Denn das ausgeprägte Hoch OSCAR breitet sich in der neuen Woche ausgehend von den Britischen Inseln auf Mitteleuropa aus und sorgt mittelfristig für äußerst ruhiges Sommerwetter.

Animation der Großwetterlage für die kommende Woche (Montag bis Freitag, rötliche Töne = Hochdruckeinfluss) - ECMWF IFS Modell, UBIMET
Animation der Großwetterlage für die kommende Woche (Montag bis Freitag, rötliche Töne = Hochdruckeinfluss) – ECMWF IFS Modell, UBIMET

Trockene Aussichten

Abseits der Alpen bleibt es eigentlich schon ab heute überwiegend trocken. Im Rheintal sowie entlang bzw. nördlich und östlich der Donau ist somit zumindest bis zum kommenden Wochenende kein nennenswerter Niederschlag in Sicht. Äußerst trockene Aussichten, die leider für manche Regionen des Landes eine Fortsetzung der bereits sehr ernsten Trockenheit bedeuten.

Akkumulierte Niederschlagsmenge über Mitteleuropa für die kommenden Tage bis inklusive Sonntag 14.08.2022 - ECMWF IFS Modell, UBIMET
Akkumulierte Niederschlagsmenge über Mitteleuropa für die kommenden Tage bis inklusive Sonntag 14.08.2022 – ECMWF IFS Modell, UBIMET

Mit den Temperaturen geht es zumindest nur langsam Bergauf. Nach der Kaltfront am Samstag sind sie auf klimatologisch normale Werte zurück. Erst zum kommenden Wochenende hin könnte es allmählich wieder heiß werden. Aus der probabilistichen Prognose für Wien ist es aber besonders klar: Die Trockenheit setzt sich im Osten und Südosten im weiteren Verlauf fort.

Mittelfristige Tendenz der Lufttemperatur (oben) und der akkumulierten Niederschlagssumme für Wien bis Mitte August - ECMWF Ensemble, UBIMET
Mittelfristige Tendenz der Lufttemperatur (oben) und der akkumulierten Niederschlagssumme für Wien bis Mitte August – ECMWF Ensemble, UBIMET

Trockenheit spitzt sich zu

Seit Beginn des Jahres ist leider vor allem in diesen Regionen besonders wenig Niederschlag zusammengekommen. Von Unterkärnten über die Südsteiermark und das Burgenland bis nach Wien und dem Marchfeld fiel bis zum 06.08.2022 oft 30 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt.

Anomalie der Jahresniederschläge in Prozent bis zum 06.08.2022 (bräunliche Töne = zu trocken) - UBIMET
Anomalie der Jahresniederschläge in Prozent bis zum 06.08.2022 (bräunliche Töne = zu trocken) – UBIMET

Die Lage der Wasserressourcen ist aber landesweit eher suboptimal. Der schneearme Winter und der sommerlich-anmutende Frühling haben Spuren hinterlassen. So ist der Grundwasserstand im Vergleich zu den klimatologischen Werten nahezu österreichweit unter dem Durchschnitt.

Grundwasserstand im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt - https://ehyd.gv.at/#
Grundwasserstand im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt – https://ehyd.gv.at/#

Steigende Waldbrandgefahr

Nach der kurzen Verschnaufpause der letzten Stunden ist schon morgen wieder mit teils erhöhter Wald- und Flurbrandgefahr zu rechnen. Im Laufe der neuen Woche verschlechtert sich die Lage aufgrund der fehlenden Niederschläge sowie auch durch teils lebhaft auffrischenden Nordostwind rasch wieder.

Wald- und Flurbrandgefahr in den kommenden Tagen - UBIMET
Wald- und Flurbrandgefahr in den kommenden Tagen – UBIMET

 

 

Titelbild: Ausgetrocknete Wiese an der Neuen Donau in Wien im August 2022 – Steffen Dietz, UBIMET

Neue Woche bringt zunehmende Hitze

Cumulus humilis Wolken, Quelle: https://pixabay.com/de/photos/feld-land-wolken-himmel-horizont-533541/

Der Sommer 2022 ist bisher verbreitet zu trocken, ja in einigen Regionen gab es nur sehr wenig Regen. Besonders trocken verlief der Juli etwa in Mainz mit nur 13 L/m² oder in Köln nur 27 L/m² im gesamten Monat. Aber auch im Osten war es viel zu trocken, dementsprechend wundert es niemanden, dass dort Waldbrände ausgebrochen sind.

 

Eine weitere Belastung stellen die Hitzewellen dar, die auch diesen Sommer wieder mit Temperaturen bis 40 Grad aufgetreten sind. Dabei steigert sich die Verdunstung weiter und somit dörrt der Boden noch schneller aus.

Stabiles Hoch

Die folgende Animation zeigt nun die Entwicklung der Wetterlage in der kommenden Woche. Dabei erkennt man, dass ein großes Hoch sich über über dem Norden der Republik aufbaut. Damit wird es peu à peu heißer.  Da in einem Hoch absinken herrscht, ist verbreitet kein Regen bis zum kommenden Wochenende in Sicht.

Animation der Großwetterlage für die kommende Woche (Montag bis Freitag, rötliche Töne = Hochdruckeinfluss) - ECMWF IFS Modell, UBIMET
Animation der Großwetterlage für die kommende Woche (Montag bis Freitag, rötliche Töne = Hochdruckeinfluss) – ECMWF IFS Modell, UBIMET
ECMWF Ensemble Prognose für Hamburg und München
ECMWF Ensemble Prognose für Hamburg und München

Das ECMWF-Ensemble für zwei ausgewählte Städte des Landes zeigen, dass die Prognose für die kommende Woche landesweit recht sicher ist, da wenig Bandbreite vorhanden ist. Auch die fehlenden Niederschlagssignale sprechen für sich. Dabei steigen die Temperaturen in der kommenden Woche wieder deutlich an und ein neue Hitzewelle bahnt sich an. Dabei werden die Höchstwerte aber sehr wahrscheinlich nicht mehr über 36 Grad hinaus gehen.

Wahrscheinlichkeit für insegsamt mehr als 2 l/m² Regen von Sonntag 07.08.2022 bis Sonntag 14.08.2022 - ECMWF Ensemble Modell, UBIMET
Wahrscheinlichkeit für insegsamt mehr als 2 l/m² Regen von Sonntag 07.08.2022 bis Sonntag 14.08.2022 – ECMWF Ensemble Modell, UBIMET

Trockenheit spitzt sich zu, steigende Waldbrandgefahr

Aufgrund der äußerst stabilen Aussichten verschlechtert sich die Lage der Trockenheit landesweit. Mittlerweile herrscht in großen Teilen der Bundesrepublik eine außergewöhnliche Dürre.

Dürremonitor Deutschland: Im Großteil des Landes herrscht eine außergewöhnliche Dürre - https://www.ufz.de/index.php?de=37937
Dürremonitor Deutschland: Im Großteil des Landes herrscht eine außergewöhnliche Dürre – https://www.ufz.de/index.php?de=37937

Mit den allmählich wieder steigenden Temperaturen sowie dem fehlenden Niederschlag bleibt auch die Wald- und Flurbrandgefahr landesweit erhöht. Vor allem im Südwesten Deutschlands ist im Laufe der neuen Woche sogar mit einem teils extremen Risiko zu rechnen!

Waldbrandgefahr in den kommenden Tagen in Deutschland - UBIMET
Waldbrandgefahr in den kommenden Tagen in Deutschland – UBIMET

Ensemble

Von einem Ensemble spricht man in der Meteorologie, wenn man mehrere Modellläufe mit den selben Startwerten durchführt. Die einzelnen Mitglieder des Ensembles unterscheiden sich z.B. dadurch, dass sich spezifische Einstellungen (u.a. Darstellung von Wolken) unterscheiden. Damit kann man Unsicherheiten in der Prognose besser abschätzen, da jedes Modell per se immer fehlerbehaftet ist.

 

Titelbild: https://pixabay.com/de/photos/feld-land-wolken-himmel-horizont-533541/

Schwere Gewitter im Westen Österreichs am Freitag

+++ Update 20:30 Uhr +++

Vorsicht gilt es in der nächsten Stunde besonders in der Bodensee-Region zu haben!
Kräftige Gewitter ziehen von Westen her auf und bringen über den Bodensee hinweg nicht nur Böen um 80 km/h, sondern auch Starkregen.

Blitzverlauf bis 20:20 Uhr – UBIMET

+++ Update 20:00 Uhr +++

Nach einer Zeit ohne große Änderungen aufgrund der stationären Gewitter haben sich nun im Tiroler Oberland, wie auch im Waldviertel neue Gewitter gebildet. Letztere sind ebenso stationär und bringen dementsprechend große Niederschlagsmengen:

Radarbild von 19:50 Uhr – UBIMET, AustroControl

+++ Update 18:00 Uhr +++

Fresach musste heute einen Volltreffer wegstecken. Ein stationäres Gewitter entlud bisher knappe 60 Liter auf den Quadratmeter binnen kurzer Zeit.
Aktuell hängen die stärksten Gewitter noch über Villach und Klagenfurt fest.

+++ Update 17:30 Uhr +++

Bemerkenswert ist auch der Temperaturunterschied in Österreich, der sich aufgrund der Gewitter und der Niederschläge eingestellt hat: während im Norden und Osten noch schweißtreibende Temperaturen von weit über 30 Grad vorherrschen, sind es in Tirol und in Kärnten lokal nicht einmal mehr 20 Grad:

Dort halten die Niederschläge auch noch weiter an, besonders mit den stationären und sehr kräftigen Gewittern in Kärnten drohen weitere Überschwemmungen. Anbei das aktuelle Radarbild:

Radarbild von 17:20 Uhr – UBIMET, AustroControl

+++ Update 17:00 Uhr +++

Während andernorts bereits kräftige Gewitter niedergehen, heizt der meist ungetrübte Sonnenschein im Osten derzeit so richtig ein – dabei wurde auch ein neuer Höchstwert in diesem Jahr verzeichnet:

  • bisheriger Höchstwert 2022: Seibersdorf (NÖ), 23.07.2022 — 37,8 Grad
  • neuer Höchstwert 2022: Seibersdorf (NÖ), heute — 38,7 Grad
  • knapp dahinter: Wolkersdorf (NÖ) — 37,4 Grad

 

Aber zurück zu den Gewittern:
Weiterhin sehr kräftige Gewitter sind in Kärnten unterwegs! Da diese zudem recht ortsfest bleiben, ist mit großen Niederschlagsmengen in kurzer Zeit zu rechnen.
Fresach etwa meldet inzwischen 37 Liter auf den Quadratmeter in der letzten Stunde. Da ist bereits mit lokalen Überschwemmungen zu rechnen.

Blitzverlauf der letzten 3 Stunden – UBIMET

+++ Update 16:30 Uhr +++

Das aktuelle Radarbild zeigt Gewitter im Tiroler Unterland und im Salzburger Land, die deutlich kräftigeren Gewitter aber in Kärnten. Dort ist aufgrund der geringen Zuggeschwindigkeit von Starkregen, kleinen Überschwemmungen und Hagel auszugehen!

Radarbild von 16:20 Uhr – UBIMET, AustroControl

+++ Update 15:30 Uhr +++

Inzwischen hat das kräftige Gewitter Innsbruck erreicht. An der Wetterstation Innsbruck-Kranebitten wurden auch schon 85 km/h gemessen. Binnen 20 Minuten kamen dabei über 21,6 Liter auf den Quadratmeter zusammen.

Innsbruck © https://www.foto-webcam.eu/webcam/innsbruck-uni-west/

+++ Update 14:40 Uhr +++

Dramatischer Wolkenaufzug von Westen her über Innsbruck, Gewitter ante portas.

Innsbruck © https://www.foto-webcam.eu/webcam/innsbruck-uni-west/

+++ Update 14:00 Uhr +++

Gewitter gehen nun auch knapp westlich von Innsbruck nieder.

Innsbruck © https://www.foto-webcam.eu/webcam/innsbruck-uni-west/
Radarbild von 13:45 Uhr © ACG

+++ Update 13:30 Uhr +++

Gewitter über Landeck vom Arlberg aus gesehen © https://www.foto-webcam.eu/webcam/st-anton/

+++ Update 13:20 Uhr +++

Quellwolken im Grenzgebiet von Oberkärnten und Osttirol © https://www.foto-webcam.eu/webcam/rangersdorf/

+++ Update 12:30 Uhr +++

Immer mehr Schauer im Westen und Südwesten, dabei muss zunehmend mit Starkregen gerechnet werden.

Radarbild von 12:25 Uhr © ACG

+++ Update 12:15 Uhr +++

Derzeit herrschen verbreitet hochsommerliche Temperaturen, in den Tälern und Niederungen vom Salzburger Land ostwärts ist es heiß, am Alpenostrand werden sogar jetzt schon Werte über 35 Grad gemessen.

Aktuelle Temperaturen

+++ Update 11:30 Uhr +++

Das aktuelle Satellitenbild zeigt, dass es inzwischen im Westen ordentlich quillt. Über Bayern scheint hingegen die Sonne meist ungestört, hier bilden sich später kräftige Gewitter, die für das Flachgau und Innviertel interessant werden.

Aktuelles Satellitenbild © EUMETSAT

+++ Update 10:45 Uhr +++

Im Rot eingefärbten Gebiet muss heute in Verbindung mit den Gewittern mit Starkregen, Hagel und Sturmböen gerechnet werden. Im anschließenden orangenen Gebiet nimmt die Gefahr ab.

Gefahrengebiete und die Zeit der Hauptgefahr

+++ Update 10:15 Uhr +++

Mit dem ersten Gewitter über der Silvretta begrüßen wir euch/sie zu unserem Liveticker. Bei diesen ersten Gewittern muss bereits mit Starkregen gerechnet werden.

Radarbild von 10:15 Uhr © ACG

 

Titelbild: Storm Science Austria

Erst Hitze, dann Blitze

Das Satellitenbild zeigt eindrücklich: Das Hoch NORMEN leistet ganze Arbeit, über Mittel- und Osteuropa ist kaum eine Wolke am Himmel auszumachen. Nur über den Benelux-Ländern und Nordfrankreich kommen bereits markantere Wolken auf, sie gehören zur Kaltfront des Tiefs IMKE mit Zentrum über Dänemark.

Satellitenbild von 12 Uhr (Donnerstag, 04.08.2022) @ EUMETSAT, UBIMET

Bis zu 39 Grad am Donnerstag

Im Vorfeld der Kaltfront wird noch Luft aus Süden herangeführt, diese ist aktuell wieder besonders heiß. Sie bringt uns heute nahezu im ganzen Land schweißtreibende Temperaturen um 35 Grad, nur direkt im Umfeld der Nordsee liegen die Werte unter der 30 Grad-Marke. Extrem heiß wird es besonders im Südwesten mit bis zu 38, lokal vl. auch 39 Grad bspw. im Oberrheingraben oder im Rhein-Main-Gebiet.

Prognose der Höchstwerte für Donnerstag, den 04.08.2022 @ UBIMET

Großbrand im Berliner Grunewald

Die Trockenheit ist nach wie vor sehr groß, so dass unser Waldbrandgefahrenindex für heute noch maximale Werte zeigt. Aktuell brennt es zum Beispiel im Berliner Grunewald im Südwesten der Stadt. Ausgerechnet im Bereich eines Sprengplatzes der Polizei ist hier in der Nacht ein Großfeuer ausgebrochen. Aufgrund von Explosionen kann garnicht gelöscht werden. Mehr Informationen gibt es bspw. hier.

Waldbrandgefahrenindex für die nächsten Tage @ UBIMET

 

Teils kräftige Gewitter von Nordwest nach Südost

Doch ein Ende der Hitze und zumindest vorübergehender Regen ist absehbar, das Wochenende und auch der Start in die neue Woche verlaufen ruhig und deutlich kühler. Doch bis es dazu kommt, muss die lagernde Luftmasse ausgeräumt werden. Die dafür zuständige Kaltfront kommt heute in der zweiten Tageshälfte in den Nordwesten von Deutschland voran. Zunächst treten Gewitter mit dieser nur vereinzelt auf, am späten Abend und in der Nacht auf Freitag werden sie zahlreicher. Morgen tagsüber sind schließlich vor allem die Mitte und der Osten betroffen, am Abend verlagert sich die Aktivität in den Südosten. Regional können die Gewitter kräftig ausfallen, die Unwettergefahr ist erhöht.

Von Gewittern betroffene Regionen im Zuge der Kaltfront-Passage @ UBIMET

Im Juli deutlich weniger Blitze als im Durchschnitt

In Summe wurden im Juli vom Blitzortungsunternehmen nowcast 517.709 Blitze in Deutschland registriert. Dabei lag der Schwerpunkt der Gewitteraktivität, wie so häufig, in den südlichen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg. Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen Juli werden im Bundesgebiet rund 1,2 Millionen Blitze registriert. Die unten stehende Grafik zeigt die Blitzdichte pro Quadratkilometer für den Gesamtmonat.

Blitzdichte © nowcast/UBIMET

Dabei waren die blitzreichsten Landkreise:

Sigmaringen (BW) 15.699
Vorpommern-Greifswald (MV) 10.068
Mecklenburgische Seenplatte (MV) 8.415
Konstanz (BW) 8.230
Biberach (BW) 7.531

Die stärksten Blitze traten in folgenden Kreisen auf:

Ostholstein (SH) 386 kA
Limburg-Weilburg (HE) 283 kA
Wesermarsch (NI) 281 kA
München (B) 275 kA
Hersfeld-Rotenburg (HE) 263 kA

Dabei wird die Stärke eines Blitzes mit der Stromstärke gemessen, deren Einheit Ampère ist. Der stärkste Blitz trat in der der Gemeinde Ahrensbök am 25. des Monats auf. Die beiden blitzreichsten Tage waren der 20. mit rund 118.000 Blitzen und der 25. des Monats mit 104.000 Blitzen.

Gründe

Die Gründe für den blitzschwachen Monat liegen zu aller erst bei der Großwetterlage. Der Monat war hochdruckdominiert und teils sehr heiß. Die zugeführte Heißluft war dabei aber meist recht trocken und somit stellten sich für die Gewitterbildung eher ungünstige Bedingungen ein.

Durch das Niederschlagsdefizit der vergangenen Monate kann der Boden in einigen Gegenden nur mehr wenig Feuchtigkeit für die Verdunstung liefern. Dies hat zwei Folgen, zum einen erwärmt sich der Boden schneller und die Höchstwerte sind höher als bei gleicher Luftmasse und feuchteren Böden. Zum Anderen kann eine trockene Luftmasse durch die fehlende Feuchtigkeit nicht mehr so schnell Regen/Gewitterwolken bilden und der Regen bzw. das Gewitter bleibt aus.

 

Titelbild:https://twitter.com/IckNix/status/1551661133685194754/photo/1

Monatsrückblick Juli – zu warm und zu trocken

Hitzewelle über 8 Tage im Osten und Süden

In Summe war der Juli 2022 in Österreich rund 1,1 Grad wärmer als im langjährigen Klima-Durchschnitt 1991-2020. Dies ist eine recht überschaubare Anomalie in Zeiten des Klimawandels, doch im Laufe des Monats kam es trotzdem zu Extremen. Denn im Gegensatz zu einer vielerorts leicht zu kühlen ersten Monatshälfte verlief die zweite Julihälfte teils extrem heiß. Am 18. Juli startete die bislang heftigste Hitzewelle des heurigen Sommers: Im Osten und Süden blieben die Höchstwerte bis zum 25. Juli durchgehend über der 30 Grad-Marke. In Wien wurde die 35-Grad-Marke in diesem Zeitraum gleich an 4 Tagen übertroffen und in Seibersdorf (NÖ) wurde am 23. Juli der vorläufige österreichweite Spitzenwert von 37,8 Grad gemessen. Und auch nachts wurden in Ballungsräumen zahlreiche Tropennächte mit Tiefsttemperaturen über 20 Grad verzeichnet. So gab es an der Wiener Wetterstation Innere Stadt mit einer Tiefsttemperatur von 25,7 Grad die viertwärmste Nacht der Messgeschichte seit 1985.

Temperaturabweichung vom Mittel @ UBIMET

Ähnlich wie im Vormonat war die Anzahl von Hitzetagen deutlich überdurchschnittlich. Nur an 10 Tagen des Julis wurde dabei die 30-Grad-Marke österreichweit nicht geknackt und an insgesamt 8 Tagen wurden in Österreich sogar extrem heiße Höchstwerte über 35 Grad erreicht. Davon blieb kein Bundesland verschont, denn die 35-Grad-Marke wurde selbst im Salzburger Land (Mattsee 35,1 Grad) und in Vorarlberg (Feldkirch 35,2 Grad) übertroffen.

Anzahl der Hitzetage (Tmax >= 30 Grad) im Juli 2022 (und im langjährigen Mittel 1991-2020):

Eisenstadt: 13 Hitzetage (Mittel 8)
Wien – Hohe Warte: 12 (8)
Klagenfurt Flughafen: 12 (7)
Graz Universität: 11 (7)
Innsbruck Universität: 10 (8)
St. Pölten: 9 (7)
Linz: 8 (6)
Salzburg: 7 (5)
Bregenz: 6 (3)

Anzahl der Hitzetage im Juli @ UBIMET

Nur ein Drittel des üblichen Regens in Wien

Die Niederschlagsbilanz im Juli fällt leicht negativ aus, im landesweiten Flächenmittel fielen nur etwa 76 % der üblichen Regenmenge. Etwas zu viel Regen gab es inneralpin, wo besonders einige Täler entlang des Alpenhauptkamms in den letzten Tagen des Monats durch kräftige Gewitter mit Überflutungen und Muren zu kämpfen hatten. Deutlich zu trocken war es dagegen besonders von Unterkärnten bis ins östliche Flachland – auf der Hohen Warte in Wien wurden im ganzen Monat nur 25 l/m² an Regen gemessen, was grob einem Drittel der üblichen Menge entspricht. Aber auch vom Innviertel bis ins Oberösterreichische Seengebiet fiel teils weniger als die Hälfte des üblichen Regens. Daher verwundert es nicht, dass selbst in dieser Region am 23. Juli am Brunnkogel bei Ebensee ein Waldbrand ausbrechen konnte.

Niederschlagsabweichung im Juli @ UBIMET

Mit rund 295.000 detektierten Blitzen war der Juli zudem eher blitzarm. Seit Beginn der modernen Blitzerfassung im Jahre 2009 wurden nur in den Jahren 2018, 2013 und 2011 weniger Juli-Blitzentladungen geortet.

Blitzdichte im Juli @ UBIMET
Vergleich der Blitzanzahl mit anderen Jahren @ UBIMET

Das Soll an Sonnenstunden wurde dagegen erreicht, die Abweichungen halten sich in Grenzen. Lediglich in Vorarlberg schien die Sonne mit einem Plus von 20% markant länger als in einem durchschnittlichen Juli.

 

Extremwerte Juli 2022 (Bundesland, Tag des Auftretens)
Stand: Montag, 01.08.2022, 11 Uhr

Höchste Temperaturen
37,8 Grad Seibersdorf (NÖ, 23.)
37,0 Grad Innsbruck-Uni (T, 20.)
36,4 Grad Laa/Thaya (NÖ, 21.), Bruckneudorf (B, 21.)

Höchste Tiefstwerte
25,7 Grad Wien – Innere Stadt (W, 23.)
25,1 Grad Wien – Botanischer Garten (W, 23.)
23,8 Grad Wien – Unterlaa (W, 23.)

Hitzetage (Höchstwert >30 Grad)
17 Ferlach (K)
16 Seibersdorf (NÖ), Leibnitz-Wagna (ST)
15 Wolkersdorf, Gänserndorf (NÖ)

Nasseste Orte
259 Liter pro Quadratmeter Dachstein (OÖ)
245 Liter pro Quadratmeter Rudolfshütte (S)
215 Liter pro Quadratmeter Böckstein (S)

Trockenste Orte
25 Liter pro Quadratmeter Wien – Hohe Warte (W)
29 Liter pro Quadratmeter Gumpoldskirchen, Wolkersdorf, Gänserndorf (NÖ)
30 Liter pro Quadratmeter Wien – Schwechat (NÖ)

Sonnigste Stationen
321 Sonnenstunden Mörbisch (B)
318 Sonnenstunden Andau (B)
313 Sonnenstunden Hollenthon (NÖ)

Stärkste Windspitzen Niederungen
107 km/h Gumpoldskirchen (NÖ, 1.)
105 km/h Wiener Neustadt (NÖ, 1.)
104 km/h Innsbruck – Flughafen, Innsbruck – Kranebitten (T, 4.)

 

Titelbild: Webcam St. Anton @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/st-anton/