Rund um Sydney: Silvesterfeiern und Feuerhölle nah beieinander

Aktuelle Waldbrände im Südosten Australiens @ http://google.org/crisismap/australia

Und nicht nur hier, das gesamte Hügelland im Südosten Australiens erfährt aktuell wieder massive Buschbrände. Starke Winde und sengende Temperaturen fachen kleinere Brandherde an – außer Kontrolle geratene Waldbrände, die die Häuser und das Leben von Tausenden bedrohen, sind die Folge. Furchtbare Szene werden über Facebook und Twitter geteilt:

Nach Bränden in der Umgebung von Bateman’s Bay musste New South Wales am Dienstag Tausende von Bewohnern an den Strand evakuieren. Erstickender Rauch machte den Tag zur Nacht, Asche regnete. Verzweifelte Evakuierte waren bereit, in Booten zu fliehen oder sogar zu schwimmen, als die Brände selbst den Strand bedrohten. Die australische Marine war in Alarmbereitschaft, um die Bewohner abgeschnittener Städte wie Bateman’s Bay zu evakuieren.

 Wald

Durch die Busch- und Waldbrände entstehen so genannte Pyrocumuluswolken. Sie ragen tausende von Metern in die Luft und  funktionieren ähnlich wie Gewitter, so dass sie regelmäßig Blitze auslösen (siehe Radartweet oben). Genau wie Gewitter können diese Feuer auch sehr starke Winde erzeugen, sogar Tornados. Ein solcher Tornado hat möglicherweise das Leben eines freiwilligen Feuerwehrmanns gefordert, der am Dienstag beim Feuer im Green Valley in der Nähe von Jingellic, NSW, gearbeitet hat. Zeugen berichteten von einem plötzlichen Feuertornado, bei dem mehrere Fahrzeuge umgekippt wurden, einschließlich des 10-Tonnen-Truck des Feuerwehrmanns, als er versuchte Vieh zu retten. Zwei weitere Personen in demselben Lastwagen wurden mit schweren Verbrennungen in ein Krankenhaus in Sydney geflogen.

Ein paar Gewitter ziehen heute in der Region durch, verbunden mit einem Wechsel hin zu kühlerer Luft. Leider ist es unwahrscheinlich, dass diese die Art von Niederschlag erzeugen, die zum Ersticken der Brände erforderlich ist. Starke Südwestwinde in Folge der Front können die gefährlichen Bedingungen tatsächlich verschärfen und die Brände in Richtung zuvor unverbrannter Gebiete treiben.

 

Titelbild: http://google.org/crisismap/australia

Unwetterrückblick 2019 – Teil 2

In den kommenden Tagen herrscht Unwettergefahr am Mittelmeer.

Juli – neue Hitzerekorde

Nachdem am 1. von der Schwäbischen Alb bis nach Niederbayern einzelne kräftige Gewitter durchgezogen waren, gab es einige ruhige Tage. Vom 11. bis zum 14. gab es landesweit einzelne Gewitter, die lokal Starkregen brachten. In den darauf folgenden Tagen gab es ruhiges Sommerwetter. Die nächste Gewitterlage stand dann am 20. auf dem Programm. Im Vorfeld einer Kaltfront aus Westen entwickelten sich am frühen Nachmittag in Nordrhein-Westfalen Gewitter, die sich zu einer Linie verbanden. Diese zog von West nach Ost über Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg und Sachsen-Anhalt hinweg in Richtung Berlin, Brandenburg und das nördliche Sachsen. Lokal gab es Böen um die 90 km/h.

Danach etablierte sich eine Südwestströmung und außerordentlich heiße Luft gelangte nach Deutschland. Landesweit wurden Werte jenseits der 30°- Marke erreicht. Besonders heiß wurde es vom 24. bis 26.. Dabei wurde teils an zwei aufeinander folgenden Tagen die 40°-Marke überschritten. An der Station Lingen im Emsland wurde der neue deutsche Allzeitrekord mit 42,6° am 25. aufgestellt. Dennoch war die Abweichung des gesamten Monats nur 1 Grad über dem Mittel von 1981 bis 2010.

Zum Ende des Monats traten dann zunächst in der Südhälfte, später auch im Nordosten weitere Gewitter auf, die lokal von Starkregen begleitet waren.

August – teils heiß und gewittrig

Der August begann, wie der Juli endete, in den ersten drei Tagen entwickelten sich landesweit Gewitter, die brachten vor allem Starkregen und lokale Überflutungen mit sich. Nach weiteren Gewittern am 6. und 7., die besonders im Süden wieder heftig waren, zog am 11. eine Gewitterlinie von der Schwäbischen Alb bis zum Bayrischen Wald, die von kräftigen Böen und Starkregen begleitet wurde.

Der 18. brachte dann wieder verbreiteter Gewitter. Zunächst zog ein kleine Linie von Westfalen über Südniedersachsen nach Sachsen-Anhalt und dann auf Berlin zu. Sie brachte Böen von 60 bis 90 km/h und Starkregen. Dann entwickelte sich bei Groß-Gerau eine Superzelle, die südlich von Frankfurt entlang und später bis nach Sachsen weiterzog, wo weitere Gewitter entstanden. Zudem entwickelte sich in Franken eine kleine Linie, die lokal Orkanböen brachte. In der Nacht kam dann noch ein Gewittersystem ganz im Südwesten aus der Schweiz auf, dass bis nach  Oberbayern zog.

Zum Ende des Monats wurde es dann nochmals heiß und schwül. Beste Voraussetzungen für weitere Gewitter. In der Zeit vom 24. bis 30. entwickelten sich besonders in den Mittelgebirgen viele langsam ziehende Gewitter, sodass es lokal zu Überschwemmungen kam. Aber auch abseits der Gebirge fiel heftiger Starkregen, so z.B in Hamburg am 27..

September – Ein Sturmtief

Nach einem lange Zeit recht ruhigen Monat kam 30. das Tief MORTIMER. Landesweit gab es Böen zwischen 60 und 80 km/h. Lokal gab es aber auch stärkere, wie in Dresden mit 94 km/h oder Hannover mit 92 km/h.

Oktober – späte Gewitter

Der Oktober brachte am 18. eine sommerlich anmutende Gewitterlinie, die rasch von Nordrhein-Westfalen bis nach Mecklenburg-Vorpommern zog. Besonders der Wind war kräftig, so gab es in  Wunstorf  101 km/h, in Schwerin 97 km/h, in Düsseldorf 96 km/h und in Celle 94 km/h.

November – Nördlich der Alpen ruhig

Der vorletzte Monat des Jahres war schließlich in Deutschland ruhig und brachte keine nennenswerten Unwetter.

Dezember – Glätte und ein „Stürmchen“

Der Nikolaustag brachte die erste Glatteislage des Winters. Ein Warmfront zog von Nordwesten kommend und von Eifel, Sauerland und Thüringer Wald bis zum Bayrischen Wald wurde es stellenweise extrem Glatt. Am 15. zog schließlich über den Norden ein weiteres Sturmtief, dass an den Küsten orkanartige Böen brachte.

Titelbild: pixabay.com

Unwetterrückblick 2019 – Teil 1

Gewitter mit Regen. © Adobe Stock

Januar – erst windig, dann viel Schnee

Das Jahr begann bereits an Neujahr im Norden stürmisch. Das Tief ZEETJE brachte an den Küsten von Nord- und Ostsee teils orkanartige Sturmböen, auf der Hallig Hooge wurde sogar eine Orkanböen gemessen. Aber auch im Binnenland wurden Böen zwischen 60 und 80 km/h gemessen.

Doch das Hauptthema des Januars war der Schnee im Alpenraum. Ein erster Schwall von 4. bis 7. des Monats brachte im Alpenvorland verbreitet 20 bis 40 cm Neuschnee, an den Alpen direkt 50 bis 70 cm. Nachdem am 7. der Schneefall etwas nachließ, fielen von 8. bis zum 11. an den Alpen erneut 30 bis 50 cm , in den Staulagen sogar fast 1 Meter. Dies führte dazu, dass in einigen Kreisen Katastrophenalarm ausgelöst wurde und einige Gemeinden kurzzeitig von der Außenwelt abgeschnitten waren. Gebäude mussten von Schneemassen auf den Dächern befreit werden, teils herrschte sehr hohe Lawinengefahr. Die damaligen Schneehöhen (vom 11. Januar) lassen sich sehen:

  • Zugspitze 345 cm
  • Ramsau-Schwarzeck 200 cm
  • Bischofswiesen-Loipl 190 cm
  • Aschau-Stein 153 cm
  • Reit im Winkl 150 cm
  • Jachenau-Tannern 142 cm
  • Kiefersfelden-Gach 141 cm
  • Mittenwald-Buckelwiesen 137 cm
  • Berchtesgaden 110 cm
  • Immenstadt-Reute 101 cm
  • Oberstdorf 84 cm
  • Holzkirchen 81 cm

Ein weiterer Nachschlag kam dann noch am 13. und 14. mit rund 50 cm an den Alpen. Danach war aber ein Ende des Schnees erreicht.

Februar – ein Sturmtief

Der zweite Monat brachte vom 9. bis zum 11. das Sturmtief UWE, dass von Nordwesten kommend einmal quer über die Republik zog und verbreitet Böen von 80 bis 100 km/h brachte.

März – sehr stürmisch

Der März war im allgemeinen ein windiger Monat. Den Anfang einer ganzen Serie machte das Tief BENNET am 4. , dass verbreitet Böen um 100 km/h brachte. Dabei wurde unter anderem in Gießen 110 km/h, in Berlin-Tegel am Flughafen 103 km/h und 94 km/h in Nürnberg gemessen.

Nach nur knapp 48 Stunden Pause folge eine außergewöhnlich lange Serie an Tiefs, die vom 7. bis zum 16. immer wieder windiges bis stürmischen Wetter brachten. Höhepunkt war das Tief EBERHARD, welches am 9. und 10. Deutschland erfasste und südlich einer Linie Münster – Harz – Cottbus für Böen zwischen 90 und 110 km/h sorgte. Am Flughafen in Leipzig, in Chemnitz und im hessischen Alsfeld wurden sogar Orkanböen von über 120 km/h gemessen.

April – erste Gewitter

Nach einem unwettertechnisch lange ruhigen April, gab es am Abend des 24. und in der Nacht auf den 25. des Monats die erste Gewitterlage im Westen. Die Gewitter zogen vom Elsass her ins Saarland und Rheinland-Pfalz, weiter nach Nordrhein-Westfalen und ins westliche Niedersachsen. In der Nacht entwickelten sich auch in der Mitte und im Raum Berlin Gewitter. Dabei gab es meist Böen zwischen 60 und 80 km/h und lokal fielen um 20 L/m².

Mai – zu kalt

Da der Mai insgesamt unterdurchschnittlich temperiert war (negative Abweichung von fast 2 Grad zum Mittel 1981 bis 2010), gab es recht wenig Gewitter, einzig am 19. gab es verbreitet Gewitter, die lokal kräftigen Regen brachten.Dagegen fiel nochmals Schnee.

 

Zu einem Starkregenereignis, das von teils kräftigen Gewittern begleitet wurde kam es am 20. und 21. des Monats. Das Tief AXEL brachte in einem Streifen vom Weserbergland über die Rhön bis nach Bayern um die 50 L/m², von München südwärts verbreitet über 100 L/m² in zwei Tagen.

 

Juni – heiß und teils gewittrig

Die erste Gewitterlage des Monats gab es am 3.. Besonders im Westen und von der Pfalz bis nach Mecklenburg gab es kräftige Gewitter. Die nächsten zogen am 5. und 6. ganz im Westen durch, die kräftigsten Entwicklungen gab es aber in den BeNeLux-Staaten.  Am 7. gab es im Nordwesten einen für den Sommer außergewöhnlich kräftigen Sturm mit Tief IVAN, an der Küste gab es Böen über 80 km/h. Zudem gab traten an der Kaltfront einzelne Gewitter auf.

Die erste kräftige Gewitterlage des Jahres gab es vom 10. bis 12. . Das Tief JÖRN lag über der Mitte des Landes.

Am Nachmittag des 10. zogen Gewitter von der Schweiz her ins Allgäu. Hier entwickelte sich schließlich eine so genannte Superzelle, die in der Folge in Richtung des nördlichen München zog und auf ihrem Weg teils großen Hagel um 5 cm brachte.

 

Zudem gab es auch im Nordwesten des Landes einzelne kräftige Gewitter. Im weiteren Verlauf des Abend entwickelten sich in Franken weitere kräftige Gewitter, die in der Folge nach Sachsen und Brandenburg zogen und hier ergiebigen Regen brachten.

Am nächsten Tag entwickelten sich in schwül-warmer bis schwül-heißer Luft in Bayern, Hessen, Thüringen, Sachsen und Brandenburg am Nachmittag erste kräftige Gewitter, die in der Folge nordwärts ausweiteten und intensivierten. Dabei bildete sich allmählich ein Gewitterkomplex, der in der Folge Ostniedersachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Holstein erfassten und regional 20 bis 40 L/m², in Brandenburg teils 80 l/m² brachte.

 

Der 12. brachte dann erneut Gewitter in der Osthälfte. Erneut zogen Gewitter von Thüringen und Sachsen-Anhalt her nach Nordosten. Dabei gab es aber kräftigere Böen als am Vortag, 110 km/h maß man am Flughafen Schönefeld und 102 km/h in Kyritz in der Prignitz. Erneut fielen lokal 20 L/m² Regen.

Nach einer kurzen Verschnaufpause gab es am 15. erneut Gewitter. Dabei war ein Gewittersystem prägnant, dass sich am Weserbergland bildete und nach Nordnordost zog. Besonders östlich von Hamburg fielen verbreitet um 50 L/m² an Regen, zudem gab es viele Blitze. Am Abend machten sich dann noch kräftige Gewitter im Südwesten bemerkbar, hier gab es lokal Böen um 100 km/h.

Obwohl es auch im Osten Gewitter gegeben hatte wird der Juni als sehr trocken und heiß in Erinnerung bleiben, die Abweichung von 4 Grad zum langjährigen Mittel kam nicht von irgendwo her. Zum Ende des Monats herrschte besonders im Osten teils extreme Waldbrandgefahr.

Titelbild: adobestock.com

Dezember 2019 knapp 3 Grad zu warm

Winterwetter im Dezember.

10 von 12: Warme Serie geht weiter

Mit einer österreichweiten Abweichung von knapp +3 Grad fällt der Dezember gegenüber dem langjährigen Mittel von 1981-2010 deutlich zu warm aus. Seit 1961 war lediglich der Dezember 2015 wärmer, in der gesamten Messhistorie Österreichs seit 1767 rangiert der ablaufende Monat unter den Top 5. Damit weist das Jahr 2019 zehn überdurchschnittlich warme Monate auf, einzig der Jänner und der Mai zeigten sich kälter als das langjährige Mittel. Die Abweichungen im Dezember sind im ganzen Land positiv, relativ gesehen am wärmsten war es in Ehrwald in Tirol mit einer Anomalie von +4 Grad. Etwas geringer fallen die Abweichungen in windgeschützten Tal- und Beckenlagen von Osttirol, Salzburg und Kärnten aus, wo Inversionswetterlagen zu vergleichsweise gedämpften Temperaturen geführt haben.

Deutlich zu warm im Dezember.
Deutlich zu warm im Dezember.

Mehr als 20 Grad: Extrem warme Monatsmitte

Für das Gros der Temperaturabweichung war eine föhnige und außergewöhnlich warme Woche rund um die Monatsmitte verantwortlich. So wurden zwischen dem 17. und dem 20. Dezember an insgesamt 34 Wetterstationen im Land neue Temperaturrekorde für den Monat aufgestellt, auch die wärmste Dezembernacht der Messgeschichte Österreichs mit fast 15 Grad in Pottschach gab es in diesem Zeitraum. Unter anderem schraubten Amstetten, Golling, Schärding und Tannheim ihre jeweiligen Bestmarken nach oben. Auch die Mozartstadt verzeichnete zur Monatsmitte einen neuen Rekord. Die 20,1 Grad am Salzburger Flughafen bedeuten nicht nur einen neuen Stationsrekord, sondern auch das erstmalige Überschreiten der 20-Grad-Marke im Dezember überhaupt im Bundesland Salzburg. Der Österreichrekord für den Dezember von 22,2 Grad anno 1989 bleibt aber zumindest ein weiteres Jahr in Laz (Vorarlberg) beheimatet.

Wenig Eis- und Frosttage

Die Milde des zurückliegenden Monats zeigt sich auch bei der Auswertung von Eis- und Frosttagen. Darunter fasst man all jene Tage zusammen, an denen die Temperatur zu keiner Zeit über den Gefrierpunkt klettert (=Eistag) oder der Tagestiefstwert unter 0 Grad liegt (=Frosttag). So konnte die Station Wien-Hohe Warte im Dezember keinen einzigen Eis- und nur 11 Frosttage verzeichnen, im langjährigen Mittel sind es in der Bundeshauptstadt 6 bzw. 15 dieser Kenntage. Auch Salzburg, Innsbruck und Bregenz schließen den Monat mit 0 Eistagen ab, normal sind es in diesen drei Städten ebenfalls 5-6 Tage mit Dauerfrost.

Etwas mehr Niederschlag

Über ganz Österreich gemittelt zeigt sich der Dezember eine Spur zu nass, rund 5% beträgt die Abweichung. Wie so oft lohnt sich hier aber ein genauerer Blick auf die einzelnen Regionen. Deutlich mehr Regen und Schnee als im Durchschnitt kam im Großteil des Berglandes sowie im Nordosten zusammen, exemplarisch hierfür geht der Monat in Poysdorf mit 60 statt den üblichen 39 Litern pro Quadratmeter und somit um rund 50% zu nass zu Ende. Auf der anderen Seite der Extrema liegt ein Streifen vom Innviertel bis zum Neusiedler See, hier fehlen 30 bis 40 Prozent auf eine ausgeglichene Bilanz.

Zu trockene und zu nasse Regionen liegen nah beinander.
Zu trockene und zu nasse Regionen liegen nah beinander.

Extremwerte Dezember 2019 (Bundesland, Tag des Auftretens) Stand: Montag, 30.12.2019 … 09 Uhr

Höchste Temperaturen

  • 21,3 Grad Feldkirch (V, 17.)
  • 20,4 Grad Rohrspitz (V, 17.)
  • 20,1 Grad Salzburg-Flughafen (S, 17.)

Tiefste Temperaturen

  • -17,7 Grad Schmirn (T, 29.)
  • -17,1 Grad St. Jakob / Defereggen (T, 11.)
  • -16,7 Grad Tamsweg (S, 12.)

Relativ wärmste Orte (im Vergleich zum Mittel von 1981-2010)

  • +4,0 Grad Ehrwald (T)
  • +3,8 Grad Wien-Hohe Warte (W)
  • +3,7 Grad Schoppernau (V), Feldkirch (V), Fürstenfeld (ST)

Relativ kälteste Orte (im Vergleich zum Mittel von 1981-2010)

  • +0,6 Grad St. Jakob / Defereggen (T)
  • +0,9 Grad Zell am See (S)
  • +1,0 Grad Sillian (T), St. Leonhard / Pitztal (T)

Frosttage (Tiefstwert von weniger als 0 Grad)

  • 30 Obergurgl (T), St. Leonhard/Pitztal (T)
  • 29 St. Jakob / Defereggen (T), St. Anton (T), Flirsch (T)
  • 28 Mariapfarr (S), Neumarkt (ST), Sillian (T), Lech (V), Galtür (T), Seefeld (T)

Eistage (ganztägig weniger als 0 Grad)

  • 16 St. Jakob / Defereggen (T)
  • 12 Obergurgl (T)
  • 11 Flattnitz (K)

Nasseste Orte

  • 282 Liter pro Quadratmeter Loibl (K)
  • 210 Liter pro Quadratmeter Warth (V)
  • 186 Liter pro Quadratmeter Schröcken (V)

Trockenste Orte

  • 22 Liter pro Quadratmeter Wiener Neustadt (NÖ)
  • 23 Liter pro Quadratmeter Mattersburg (B)
  • 24 Liter pro Quadratmeter Melk (NÖ)

Absolut sonnigste Orte

  • 97 Sonnenstunden Neumarkt (ST)
  • 91 Sonnenstunden Güssing (B)
  • 89 Sonnenstunden Fresach (K)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 112 km/h Achenkirch (T, 20.)
  • 107 km/h Mariazell (ST, 23.)
  • 102 km/h Tannheim (T, 14.)

Stärkste Windspitzen Berge

  • 156 km/h Patscherkofel (T, 16.)
  • 146 km/h Brunnenkogel (T, 16.) + Feuerkogel (OÖ, 14.)
  • 140 km/h Rudolfshütte (S, 20.)

Quelle Titelbild: pixabay

Jahreswechsel vielerorts frostig

Feuerwerk zu Silvester.

Wettermäßig ruhiger Jahreswechsel

Am Dienstag, zu Silvester, halten sich zwischen Osttirol und dem Mittelburgenland anfangs noch kompakte Wolken, rasch ziehen diese aber nach Süden ab. Dann wird es in ganz Österreich wieder überwiegend sonnig. Ab etwa Mittag ziehen von Norden her im Zuge einer Kaltfront einige Wolken durch, es bleibt aber trocken. Mit 1 bis 13 oder sogar 14 Grad wird es tagsüber besonders vom Wiener Becken bis zum Grazer Bergland außergewöhnlich mild, hier greift nämlich kräftiger Wind durch.

Zum Läuten der Pummerin zeigt sich der Himmel im Großteil Österreichs sternenklar, ein paar tiefliegende Wolken muss man einzig vom Mühlviertel bis zum Neusiedler See einplanen. Der West- bis Nordwestwind lässt überall nach, dazu ist es beim Feuerwerk verbreitet leicht frostig. Ausnahmen mit Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt sind das östliche Flachland sowie Mittelgebirgslagen um 1000 m in den Alpen.

Temperaturen in den Landeshauptstädten am Mittwoch (01.01.20) um 00:00 Uhr:

  • Wien +3 Grad
  • St. Pölten -1 Grad
  • Eisenstadt +2 Grad
  • Linz -1 Grad
  • Graz 0 Grad
  • Klagenfurt -2 Grad
  • Salzburg -1 Grad
  • Innsbruck -2 Grad
  • Bregenz -1 Grad

Ruhiges Hochdruckwetter bis zum Wochenende

Das neue Jahr startet neuerlich mit kräftigem Hochdruckeinfluss, so darf man sich von Mittwoch bis einschließlich Freitag auf zahlreiche Sonnenstunden freuen. Etwaige Nebelfelder lösen sich noch am Vormittag auf. Dazu stellt sich eine sogenannte Temperaturinversion ein, am wärmsten wird es in sonnigen Hanglagen zwischen 800 und 1200 m. Hier klettern die Temperaturen an den ersten Tagen des neuen Jahres auf bis zu +12 Grad, frischer mit meist einstelligen Höchstwerten bleibt es dagegen weiter herunten in den Tälern sowie im Flachland.

Schwung ins Wettergeschehen bringt aus heutiger Sicht eine markante Kaltfront am ersten Jännerwochenende. Dabei kündigen sich in den Nordalpen einige Zentimeter Neuschnee an. Der genaue zeitliche Ablauf ist aber naturgemäß noch mit Unsicherheiten behaftet.

Quelle Titelbild: pixabay

Hoch WILTRUD bringt ruhiges Winterwetter mit Sonne und Frost

Präparierte Skipiste

Mit einer nördlichen Höhenströmung gelangen derzeit kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Österreich und wir geraten zunehmend unter den Einfluss von Hoch WILTRUD. Der Sonntag hat ruhiges und meist freundliches Winterwetter zu bieten, nur vom Waldviertel bis ins Nordburgenland halten sich hochnebelartige Wolken. Die Temperaturen erreichen nur -4 Grad in manchen schattigen Tälern der Nordalpen und +5 Grad in sonnigen Hanglagen um 1000 m in Vorarlberg.

Hoch WILTRUD über Mitteleuropa am Sonntag. © NCEP / UBIMET

Frost und Sonnenschein

Kommende Woche setzt sich das ruhige Hochdruckwetter fort, verbreitet scheint von der Früh weg die Sonne. Nebelfelder bleiben die Ausnahme und im Nordosten ziehen höchstens harmlose Wolken durch. Die Temperaturen steigen besonders auf den Bergen spürbar an, in windgeschützten Tallagen stellt sich allerdings eine Inversionswetterlage ein. In schneebedeckten Tälern der Alpen muss man mit strengem Frost zwischen -15 und -10 Grad rechnen. Tagsüber liegen die Höchstwerte am Montag zwischen 0 und +9 Grad bzw. am Dienstag zwischen 1 und 11 Grad. Am mildesten wird es zu Silvester bei lebhaftem Nordwestwind im Wiener und Grazer Becken. Die Silvesternacht verläuft voraussichtlich landesweit trocken.

Gutes Skiwetter

Zu Jahresbeginn setzt sich der Hochdruckeinfluss fort, somit können sich Skifahrer in den kommenden Tagen auf beste Bedingungen freuen. In den Nordalpen liegt mittlerweile meist durchschnittlich viel Schnee für die Jahreszeit, am Alpenhauptkamm und in den Südalpen sind die Werte seit November oft überdurchschnittlich. Der schneereichste Ort Österreichs ist derzeit Obergurgl mit 88 cm Schnee, mehr als 70 cm liegen aber auch in Lech am Arlberg, Warth, Obertilliach sowie St. Jakob in Defereggen.

Sehr milder Dezember

Der Dezember 2019 verlief außergewöhnlich mild, seit 1961 war lediglich der Dezember 2015 noch wärmer als heuer. Über das ganze Land gemittelt wird der Monat mit einer Temperaturabweichung knapp unter +3 Grad abschließen, örtlich wie im Rheintal sind allerdings auch Anomalien bis zu +4 Grad zu verzeichnen. Etwas geringer fallen die Abweichungen dagegen in windgeschützten Tal- und Beckenlagen von Osttirol, Salzburg und Kärnten aus, wo Inversionswetterlagen zu vergleichsweise gedämpften Temperaturen geführt haben.

Die Temperaturabweichung im Dezember 2019. © UBIMET

Titelbild © Adobe Stock

Etwas Neuschnee, dann ruhiges Winterwetter

Frost

Der Dezember verlief bislang außergewöhnlich mild, so liegt die Abweichung zum Mittel landesweit etwa bei knapp +3 Grad. In der Rangliste der wärmsten Dezember seit 1961 reiht sich der laufende Monat derzeit auf Platz 2 ein. An diesem Wochenende erfasst aber kalte Luft arktischen Ursprungs das Land, somit gibt es zumindest vorübergehend winterliche Temperaturen.

Aus Skandinavien erreichen uns arktische Luftmassen. © DWD / UBIMET

Arktische Luft

Am Freitag stauen sich noch die Reste von Tief DIETMAR in den Nordalpen, somit gibt es von Vorarlberg bis zur Obersteiermark etwas Schnee. Die Schneefallgrenze liegt von Ost nach West zwischen den Tallagen und etwa 1000 m. In den kommenden Stunden etabliert sich allerdings ein umfangreiches Hoch namens WILTRUD über Mitteleuropa und an dessen Ostflanke gelangt ein Schwall arktischer Luft nach Österreich.

Arktische Luft erfasst am Samstag Österreich. © NOAA

Etwas Neuschnee

Am Samstag dominieren vom Kaiserwinkl bis zum Rax-Schneeberg-Gebiet die Wolken und besonders vom Salzkammergut bis zu den Gutensteiner Alpen schneit es zeitweise. Hier sind etwa 5, in höheren Lagen auch 10 cm Neuschnee zu erwarten. Vom Großraum Innsbruck westwärts sowie in den Südalpen lockert es hingegen auf, besonders im Tiroler Oberland sowie in Osttirol und Kärnten dominiert der Sonnenschein. Der Wind weht allerdings besonders im Osten und in den Südalpen lebhaft bis kräftig aus Nord. Die Höchstwerte liegen zwischen -2 Grad im Oberen Waldviertel und +5 Grad im Rheintal sowie in Kärnten.

Neuschneeprognose von Donnerstagvormittag bis Freitagnachmittag. © UBIMET

Strenger Frost

Der Sonntag und Montag bringen kräftigen Hochdruckeinfluss. In weiten Teilen des Landes dominiert ganztags der Sonnenschein, nur im östlichen Flachland und im Rax-Schneeberg-Gebiet halten sich teils hochnebelartige Wolken. Die Temperaturen erreichen nur -4 Grad in manchen schattigen Tälern und +4 Grad in sonnigen Hanglagen um 1000 m. In den Nächsten gibt es verbreitet Frost, in vielen Tälern der Alpen ist auch strengen Frost zwischen -15 und -10 Grad zu erwarten. Auf den Bergen herrschen dafür aber sehr gute Bedingungen zum Skifahren! Im Laufe der kommenden Woche steigen die Temperaturen dann wieder etwas an.

Die Wetterprognose für das Wochenende gibt es auf wetter.tv

Titelbild © Adobe Stock

Fotos: Ringförmige Sonnenfinsternis

@ https://twitter.com/jae__juneeeeeh

Zu sehen war die ringförmige Finsternis nur in einem Streifen von der Arabischen Halbinsel über Singapur bis Indonesien, nördlich wie südlich davon handelte es sich um eine partielle Sonnenfinsternis. Im südlichen Indien wurde sogar extra ein Feiertag ausgerufen, damit alle menschen das Spektakel verfolgen konnten. Die nächste Möglichkeit dazu wird sich erst in 40 Jahren wieder ergeben. Wir haben ein paar Aufnahmen zusammen getragen:

 

 

 

Titelbild: https://twitter.com/jae__juneeeeeh

26.12.1999: Orkantief Lothar – ein Rückblick

Bodendruckkarte vom 26.12.1999, 01 Uhr @ http://www.wetter-express.de/lothar.htm

1999 – eine Zeit, in welcher die Meteorologie im Vergleich zu heute noch deutlich weniger fortschrittlich war. Wetterprognosen waren weniger präzise und kurzfristige Entwicklungen wurden schlechter erfasst. Zudem war das Warnmanagement mit dem von heute nicht vergleichbar. Und so kam es, dass sich in der Nacht auf den 2. Weihnachtsfeiertag über der Biskaya, eingebettet in eine kräftige westliche Strömung an der Südflanke eines umfangreichen Tiefdruckkomplexes über dem Nordatlantik ein Randtief bildete. Unscheinbar muss es zunächst gewirkt haben, doch die Intensivierung in den nächsten Stunden war gewaltig. Damalige Wettermodelle müssen Probleme mit der Einordnung dieser Entwicklung gehabt haben, denn absehbar war diese lange Zeit nicht.

Warnungen sehr kurzfristig

Im Laufe des Vormittags verlagerte sich das Tief über den Norden Frankreichs hinweg nach Luxemburg und allmählich wurde auch in Deutschland klar, was da aufkommt. Erste Nachrichten von Todesopfern in Paris kamen über die Radiosender und Wetterberichte wurden angepasst, Sturmwarnungen ausgegeben. Doch das war kaum mehr rechtzeitig. Mit großer Geschwindigkeit rauschte Lothar über die Mitte Deutschlands hinweg und erreichte bereits am Nachmittag die Oder. Kurz, aber sehr heftig – nach 6 Stunden war alles vorbei.

Spitzenböen durch Orkan Lothar am 26.12.1999 @ UBIMET, DWD
Spitzenböen durch Orkan Lothar am 26.12.1999 @ UBIMET, DWD

Böen bis zu 272 km/h auf den Bergen

Die meisten Menschen wurden komplett überrascht, nichts hatte in den Wetterberichten auf einen derartigen Orkan hingewiesen. Neben dem Norden Frankreichs waren vor allem die Schweiz und die Südhälfte Deutschlands betroffen. Auf dem knapp 700 m hohen Berg Hohentwiel bei Singen wurden nahezu unglaubliche 272 km/h gemessen, auf dem Wendelstein waren es 259 km/h. Auf dem Feldberg war der letzte Wert 212 km/h, bevor die Wetterstation den Geist aufgab. Doch auch im Flachland wurden verbreitet deutliche Orkanböen registriert: Im Schweizer Brienz waren es außergewöhnliche 181 km/h, in Deutschland stammt der höchste Wert mit 151 km/h aus Karlsruhe. Hier zog das Tiefzentrum nur knapp vorbei, der Luftdruck fiel an der Station innerhalb von 10 Stunden um beeindruckende 30 hPa.

Über 100 Todesopfer zu beklagen

Ganze Wälder wurden gekappt, vor allem der Schwarzwald lag im Bereich des stärksten Orkanfeldes. Mit geschätzten 6 Mrd. US-$ gilt Lothar als einer der weltweit teuersten Versicherungsfälle. Zudem waren 110 Todesopfer zu beklagen – sicherlich auch aufgrund unzureichender Warnungen. Die meisten Menschen starben in Frankreich, wo am Tag darauf noch ein zweites Orkantief durchzog. In Baden-Württemberg wurden allein durch Lothar 13 Menschen getötet.

 

Titelbild: Bodendruckkarte vom 26.12.1999, 01 Uhr @ http://www.wetter-express.de/lothar.htm

 

Lokal Dauerfrost: Am Wochenende vorübergehend kälter

Am Wochenende nähern sich die Temperaturen dem jahreszeitlichen Mittel an.

Bis einschließlich Freitag dominieren noch atlantische Luftmassen unser Wetter, dementsprechend eher mild ist es bis dahin. Auch Schnee ist weiterhin ein Thema. Bis Donnerstagfrüh bekommen die Nordalpen oberhalb von 600 bis 900 m einige Zentimeter ab, eine weitere Front bringt den gleichen Regionen am Freitag noch einmal etwas Neuschnee.

Dann aber beginnt sich die Großwetterlage umzustellen. Über Deutschland etabliert sich am Samstag ein kräftiges Hoch, über der Ukraine als Gegenspieler ein Tief. Die resultierende Strömung in Österreich ist dabei Nord bis Nordost (=blauer Pfeil in der nachfolgenden Grafik). Aus Skandianvien kommt somit vorübergehend deutlich kältere Luft zu uns.

Aus Nordosten kommt deutlich kältere Luft zu uns.
Aus Nordosten kommt deutlich kältere Luft zu uns.

Somit ist am Samstag besonders im Wald- und Mühlviertel sowie in den östlichen Nordalpen Dauerfrost zu erwarten. Dies ist insofern bemerkenswert, da es beispielsweise in Mariazell bisher im Dezember erst 2 Tage mit Dauerfrost gab. Normal sind es hier 8 solcher sogenannten Eistage. Im Flachland bleiben die Temperaturen am Wochenende meist im Plus.

Richtig zapfig wird’s am Samstag auf den Bergen am Alpenostrand. Hier der Verlauf der Höchstwerte auf der Rax in 1600 m Höhe. Tiefpunkt am Samstag mit -8 Grad als Tageshöchstwert. Wir sehen aber auch schon, wohin danach die Reise geht. Ab Sonntag wird die Luftmasse nämlich wieder deutlich milder, sodass kommende Woche auf der Rax wieder Tageshöchstwerte zwischen +3 und +8 Grad gemessen werden.

Nach kurzer Abkühlung deutlich überdurchschnittliche Temperaturen auf der Rax.
Nach kurzer Abkühlung deutlich überdurchschnittliche Temperaturen auf der Rax.

Somit wird sich auch am bislang viel zu milden Dezember wenig ändern. Über das ganze Land gemittelt beträgt die Temperaturabweichung derzeit +2,9 Grad (siehe folgende Grafik),  Anomalien bis zu +4 Grad gibt es an der Alpennordseite.

Der Dezember 2019 ist viel zu warm.
Der Dezember 2019 ist viel zu warm.

In der Rangliste der wärmsten Dezember seit 1961 reiht sich der laufende Monat derzeit auf Platz 2, ein Platz in den Top 5 ist wohl trotz der kurzen kühleren Phase am Wochenende sicher.

Die wärmsten Dezember seit 1961:

Rang Jahr Abweichung zum Mittel 1981-2010
1 2015 4,5
2 2019 2,9
3 1985 2,6
4 1979 2,5
5 2006 2,4
6 1974 2,4
7 2014 2,3
8 2013 2,2
9 2000 2,1
10 1971 2,1

Quelle: pixabay

Stürmische Weihnacht

Windsack © pixabay.com

Deutschland steht heuer am 24. Dezember im Einfluss einer stürmischen West- bis Nordwestströmung. Ein Randtief ausgehend von den Britischen Inseln zieht im Tagesverlauf über die Bundesrepublik hinweg und lässt die letzten noch benötigten Weihnachtseinkäufe alles andere als gemütlich ablaufen.

Von Westen her stürmisch

Zuerst frischt am Vormittag in der Eifel kräftiger bis stürmischer Südwestwind auf. Im Tagesverlauf wandert das Tief dann aber direkt über Mitteldeutschland hinweg und somit wird es vor allem in der Südhälfte des Landes stürmisch. In den Mittelgebirgen, wie dem Schwarzwald, ist mit Sturmböen von bis zu 90 km/h zu rechnen, aber auch im Flachland sind leicht Böen bis 70 km/h möglich. Da die Luft direkt vom Atlantik kommt und somit viel Feuchtigkeit enthält, ziehen auch immer wieder Regenschauer durch.

24h Sturmböen ©Ubimet/ICON
Prognose der Windspitzen am Dienstag (gelb = 60 km/h) ©Ubimet/ICON

Ungemütlicher Heiligabend

Während zum Abend hin der Wind dann im Westen wieder deutlich schwächer wird, verlagert sich der Schwerpunkt des Sturmes zum Alpenrand hin. So sind dann im Allgäu und generell in den Bayerischen Alpen in der Nacht auf den 25. Dezember verbreitet Sturmböen einzurechnen.
Der Christtag verläuft dann wieder deutlich ruhiger, stellenweise wird es im Süden aber richtig nass.

Sturmwarnung 24. Dezember

Stürmische Weihnachtszeit

Vor genau 20 Jahren, also am 26/27. Dezember 1999 zog Orkan Lothar über Mitteleuropa hinweg und verursachte vor allem im Süden immense Schäden. Damals wurden Böen von bis zu 272 km/h gemessen. Zwar ist der Sturm heuer um einiges schwächer, in der Weihnachtszeit ist es aber in den letzten Jahren oft recht turbulent zugegangen.

Quelle Titelbild: pixabay.com

Zu Weihnachten an der Alpennordseite Regen, auf den Bergen winterlich

Christbaum

Der Alpenraum liegt in den kommenden Tagen unter dem Einfluss einer westlichen bis nordwestlichen Strömung und atlantische Tiefausläufer führen zeitweise feuchte Luftmassen an die Alpennordseite. Die Luft ist allerdings auch relativ mild, weshalb weiße Weihnachten auch heuer im Flachland kein Thema sind. Auf den Bergen und in den Hochtälern  gibt es in den kommenden Tagen hingegen reichlich Neuschnee.

Weiße Weihnachten in den Landeshauptstädten werden immer seltener. © UBIMET

Regen und Schnee

Am Dienstag stauen sich in den Nordalpen viele Wolken und am Morgen gehen vom Salzkammergut bis zum Wienerwald einzelne Regen- bzw. oberhalb von etwa 600 m Schneeschauer nieder. Tagsüber stellt sich vorübergehend trockenes Wetter ein und besonders im Süden und Osten lockert es auf. Im Westen verdichten sich die Wolken hingegen zunehmend und ab etwa Mittag setzt ausgehend von Vorarlberg Regen ein, welcher sich bis zum späten Nachmittag bis nach Oberösterreich ausbreitet. Die Schneefallgrenze steigt dabei vorübergehend gegen 1500 m an, nur im Mühlviertel gibt es noch bis 700 m herab ein paar Schneeflocken. Am Abend erreicht der Regen auch den Osten, im Süden bleibt es hingegen trocken. Die Höchstwerte liegen zwischen 3 und 11 Grad.

In der Heiligen Nacht erreicht uns feuchte und mäßig kühle Atlantikluft. © UBIMET

Heilige Nacht, nasse Nacht

In der Nacht auf Mittwoch fällt an der Alpennordseite verbreitet Regen, dabei sinkt die Schneefallgrenze allmählich wieder gegen 1100 bis 900 m ab. Der Christtag verläuft an der Alpennordseite dann weiterhin trüb mit teils kräftigem Regen, oberhalb von 800 bis 1000 m schneit es. Im Donauraum und im Nordosten scheint zwischen einzelnen Regenschauern ab und zu die Sonne, von Kärnten bis ins Südburgenland überwiegt sogar der Sonnenschein. Die Temperaturen erreichen 2 bis 11 Grad. In der Nacht auf den Stefanitag schneit es von den Kitzbüheler Alpen bis zur nördlichen Obersteiermark bis in die meisten Täler.

 

Schneeprognose für den 24. und 25. Dezember 2019. © UBIMET

Auf den Bergen gibt es reichlich Neuschnee, so sind oberhalb von etwa 2000 m 50 bis 80 cm Neuschnee zu erwarten, am Arlberg sowie von den Hohen Tauern bis zum Toten Gebirge vereinzelt auch etwas mehr. Weiße Weihnachten gibt es heuer somit in den Alpen ab einer Seehöhe von etwa 1000 m sowie generell in Osttirol.

Stefanitag bringt Besserung

Am Stefanitag gehen vom Salzkammergut bis zum Wienerwald anfangs noch ein paar Regen- oder Schneeschauer nieder, wobei die Schneefallgrenze bei etwa 400 m liegt. Im Tagesverlauf macht sich dann ein Zwischenhoch bemerkbar und die Wolken lockern auf. Die meisten Sonnenstunden gibt es einmal mehr von Osttirol über Kärnten bis ins Südburgenland. Die Temperaturen steigen auf 1 bis 8 Grad mit den höchsten Werten im Südosten.

Neues Jahr, neues Glück

Nach einer vorübergehenden kühlen Phase rund um den 29. Dezember deuten die Modelle zum Jahresende auf einen Temperaturanstieg hin. Der Dezember wird in Summe somit deutlich zu mild ausfallen, derzeit liegt die Abweichung im Flächenmittel bei +2,4 Grad. Winterwetter war im Flachland bislang eher die Ausnahme, klimatologisch betrachtet gibt es die höchste Wahrscheinlichkeit für eine Schneedecke im Donauraum sowie im Osten und Südosten des Landes aber erst Ende Jänner. Schneefreunde können also durchaus noch auf einen richtigen Flachlandwinter hoffen.

 

Wahrscheinlichkeit für eine Schneedecke im Laufe des Winters. © UBIMET

Titelbild © Adobe Stock

Weiße Weihnachten: Trend und Klimatologie

Weiße Weihnachten in den Niederungen sind generell selten. Allgemein spielt dabei die Seehöhe eine wichtige Rolle: Ab einer Höhe von etwa 500 m liegt die Wahrscheinlichkeit bei 40 %, in 800 m Höhe bei 70 % und ab 1.200 m über 90 %. Heuer gibt es weiße Weihnachten nur in den Alpen ab einer Seehöhe von etwa 1000 m, Details dazu gibt es hier.

Wahrscheinlichkeit für Schnee am 24. Dezember und maximale Schneehöhe seit 1951 @ UBIMET
Wahrscheinlichkeit für Schnee am 24. Dezember und maximale Schneehöhe seit 1951 @ UBIMET

Wahrscheinlichkeit nimmt ab

Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten im Flachland nimmt im Zuge des Klimawandels ab, so hat sich die Zahl der Tage mit Schnee am 24. Dezember seit Anfang der 80er Jahre in etwa halbiert. Vor allem in den 2000ern hat die Häufigkeit deutlich abgenommen: In Wien und Eisenstadt war es letztmals vor sieben Jahren weiß. In Innsbruck wurde im Jahr 2017 zwar eine Schneedecke von 2 cm Schnee gemeldet, tatsächlich handelte es sich dabei aber nur um die letzten Reste einer Altschneedecke am Stadtrand. Am längsten ohne Schnee zu Weihnachten auskommen muss man in Sankt Pölten, wo zuletzt 2007 am 24. Dezember Schnee lag.

Weiße Weihnachten in den Landeshauptstädten immer seltener. © UBIMET

Viel Schnee im Jahr 1969

Besonders in den 60er Jahren lag zu Weihnachten häufig Schnee, in Klagenfurt war es damals sogar jedes Jahr weiß. Die Rekorde aus dem Jahr 1969 im Norden und Osten haben bis heute Bestand: Damals gab es in Wien 30 cm, in Eisenstadt 39 cm und in Sankt Pölten sogar 50 cm der weißen Pracht. Letztmals Schnee in allen Landeshauptstädten zu Weihnachten gab es hingegen im Jahr 1996.

Klimatologische Wahrscheinlichkeit für Neuschnee zu Heilig Abend. © UBIMET

Titelbild © Adobe Stock

Böen bis Tempo 100: Stürmischer Wochenbeginn

Sturmwarnung

Der Grund für diesen stürmischen Auftakt in die Weihnachtswoche lässt sich wie so oft auf der Bodenwetterkarte für morgen ausmachen. Zwischen Tief AILTON mit Kern über Rumänien und einem namenlosen Hoch über Spanien nimmt der Druckunterschied deutlich zu. Die Folge ist stürmischer Nordwestwind.

Eine stürmische Nordwestströmung stellt sich ein.
Eine stürmische Nordwestströmung stellt sich ein.

Dementsprechend bunt präsentiert sich unsere Warnkarte (die aktuellsten Warnungen gibt es wie gewohnt auf www.uwz.at ). Dabei sind je nach Warnstufe zu erwarten:

  • Rot: 80 bis 100 km/h
  • Orange: 70 bis 80, lokal auch 90 km/h
  • Gelb: 60 bis 70 km/h möglich
Windwarnungen am Montag.
Windwarnungen am Montag.

Los geht es schon in der Nacht auf Montag, der Schwerpunkt ist dann tagsüber. Bis Dienstagfrüh verliert der Nordwestwind wieder deutlich an Stärke.

Deutlich heftiger als morgen Österreich hat es vergangene Nacht und heute Vormittag jedoch Frankreich erwischt. In Bordeaux wurde eine Orkanböen von 144 km/h registriert, noch kräftiger wehte der Wind auf der Mittelmeerinsel Korsika. An allen Wetterstationen auf der Insel gab es Böen von mehr als 100 km/h, an den Küsten und in exponierten Lagen tobte der Sturm sogar mit Tempo 180 bis 200 km/h!

Hier die stärksten Böen auf Korsika der vergangenen Stunden:

Orkanböen auf Korsika.
Orkanböen auf Korsika.

In Folge des Sturms gibt es nicht nur zahlreiche Stromausfälle und Verkehrsbehinderungen, auch der Flughafen der Hauptstadt Ajaccio ist stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Er liegt direkt am Meer, der Sturm hat das Wasser weit ins Landesinnere gedrückt. An das Landen eines Flugzeuges ist hier erstmal nicht mehr zu denken. Bis mindestens Montag bleibt der Airport daher gesperrt. Kein Wunder, wenn man das folgende Video sieht:

Föhn: Temperaturrekorde an 34 Wetterstationen

Föhn trieb die Temperaturen am Alpenrand in die Höhe.

Besonders herausragend waren dabei der Dienstag und Freitag. Doch der Reihe nach…

Am Dienstag gab es den ersten Wärme-Höhepunkt im Land. In der nächsten Grafik seht ihr die Temperaturabweichungen an diesem Tag im Vergleich zum langjährigen Mittel. Über Österreich gemittelt war es 7,6 Grad wärmer als an einem 17.12. üblicherweise. In Feldkirch betrug die Abweichung sogar mehr als 17 Grad! Zur Verdeutlichung: Eine Anomalie von 17 Grad nach oben würden beispielsweise im Juli in Feldkirch einen nächtlichen Tiefstwert von 31 Grad und einen Tagshöchstwert von 42 Grad bedeuten. Unvorstellbar…

Temperaturabweichungen am Dienstag.
Temperaturabweichungen am Dienstag.

Ein noch extremeres Bild ergibt sich am Freitag (siehe nächste Grafik): Mit 9,4 Grad Abweichung über ganz Österreich gemittelt war es sogar noch wärmer. Mit Weyer und Salzburg lagen die Orte mit den höchsten Abweichungen weiter im Osten. Bemerkenswert: Der kälteste bewohnte Ort war Kals, hier war der Freitag „nur“ 5,4 Grad zu warm.

Temperaturabweichungen am Freitag.
Temperaturabweichungen am Freitag.

Abschließend haben wir für euch mal alle neuen Rekorde aufgelistet, vielleicht ist ja auch euer Ort mit dabei…

Station Bundesland neuer Rekord aufgestellt am
Alpbach T 15,2 Grad Dienstag
Altmünster 19,1 Grad Freitag
Amstetten 17,0 Grad Freitag
Aspach 17,3 Grad Freitag
Bad Eisenkappel K 15,0 Grad Dienstag
Bad Goisern 18,7 Grad Dienstag
Gallspach 14,0 Grad Freitag
Gaschurn V 14,4 Grad Freitag
Golling S 18,9 Grad Freitag
Graz-Straßgang ST 17,3 Grad Dienstag
Großarltal T 13,0 Grad Freitag
Hohe Wand 16,9 Grad Mittwoch
Jauerling 15,3 Grad Mittwoch
Kitzbühel T 16,6 Grad Donnerstag
Lech am Arlberg V 11,2 Grad Dienstag
Linz-Flughafen 16,7 Grad Freitag
Linz-Stadt 16,9 Grad Freitag
Lofer S 17,6 Grad Freitag
Lunz am See 17,2 Grad Dienstag
Mattighofen 18,0 Grad Freitag
Oberndorf/Melk 18,0 Grad Freitag
Rax 15,6 Grad Dienstag
Rottenmann ST 16,7 Grad Dienstag
Rohrspitz V 20,4 Grad Freitag
Salzburg-Freisaal S 19,6 Grad Dienstag
Salzburg-Flughafen S 20,1 Grad Dienstag
Schärding 16,5 Grad Freitag
Söll T 16,5 Grad Freitag
St. Pölten 16,4 Grad Freitag
Tannheim T 14,1 Grad Dienstag
Wachtberg bei Steyr 18,4 Grad Freitag
Waizenkirchen 15,2 Grad Freitag
Wieselburg 15,7 Grad Freitag
Windischgarsten 17,6 Grad Dienstag

 

Mit solch hohen Temperaturen ist es jetzt erst einmal vorbei, neue Rekorde werden also in den kommenden Tagen nicht geknackt. Meist liegen die Höchstwerte zwischen 2 und 10 Grad, besonders an Heiligabend sind im Südosten auch 12 Grad zu erwarten. Für Ende Dezember ist das aber weiterhin deutlich zu mild.

Quelle Titelbild: pixabay

Wetter zu Weihnachten: Mild und wechselhaft

Weihnachten ohne Schnee im Flachland.

Heiligabend windig und mild

Am Dienstag, zu Heiligabend, kann es in der Früh in den Nordalpen von Salzburg bis Mariazell aus der Nacht heraus noch ein bisschen regnen, oberhalb von 500 bis 800 m schneien. Sonst startet der Tag trocken, ehe sich von Westen her neuerlich Regen und Schneefall an der Alpennordseite ausbreiten. Da deutlich mildere Luft herangeführt wird, steigt die Schneefallgrenze im Tagesverlauf auf 1000 bis 1500 m an. Erst in der Christnacht sinkt sie mit Eintreffen einer Kaltfront an der Alpennordseite wieder bis in viele Täler. Im Osten regnet es am Nachmittag ab und zu ein wenig, im Süden bleibt es generell trocken und zeitweise sonnig. Die Höchstwerte liegen zwischen 2 und 12 Grad, am mildesten wird es im Rheintal.

Somit gibt es wie im Vorjahr in allen Landeshauptstädten grüne Weihnachten, wie die folgende Abbildung zeigt. Innsbruck war zuletzt 2017 weiß, am längsten heißt es in St. Pölten auf weiße Weihnachten warten. Hier ist heuer das 12. grüne Fest in Folge!

Weiße Weihnachten in den Landeshauptstädten immer seltener.
Weiße Weihnachten in den Landeshauptstädten immer seltener.

Etwas Neuschnee am Christtag

Am Christtag schneit es in den Nordstaulagen vom Bregenzerwald bis zum Mariazellerland immer wieder, unterhalb von 600 bis 1000 m handelt es sich um Regen. Im Donauraum und im Nordosten scheint zwischen einzelnen Regenschauern dagegen ab und zu die Sonne, von Kärnten bis ins Südburgenland überwiegt sogar der Sonnenschein. Dazu weht lebhafter bis kräftiger, am Alpenostrand anfangs auch stürmischer Nordwestwind. Die Temperaturen steigen auf 2 Grad in höher gelegenen Tälern der Nordalpen und 11 Grad im Grazer Becken.

Hochdruckeinfluss am Stefanitag

Der Stefanitag gestaltet sich unter Hochdruckeinfluss verbreitet freundlich und aus heutiger Sicht überall trocken. Ein paar Sonnenstunden kann man also auf dem Weg zu Verwandten oder bei einem Weihnachtsspaziergang genießen, ab und zu schieben sich jedoch auch ausgedehnte Wolken einer Warmfront vor die Sonne. Mit Höchstwerten von 1 Grad in manchen schattigen Alpentälern, 5 Grad im östlichen Flachland und sogar bis zu 10 Grad im Rheintal bleibt es deutlich zu mild für die Jahreszeit.

Quelle Titelbild: pixabay

Rekordhitze in Australien

Red desert of Australian continent. Quelle: Adobe STock

Großwetterlage

Ein Hoch führt an dessen Rückseite sehr trockene und heiße Luft ins Zentrum und den Süden des Kontinents. Im Anbetracht der hochstehenden Sonne (Sonnenwende 21.12.) und der aktuellen Tageslänge (~13h17Min) stehen  Rekordwerte bis 50 Grad Celsius im Raum. Da die Luft zudem sehr trocken ist, geht beinahe die gesamte solare Energie in die Erwärmung des Erdbodens, der wiederum die Luft anheizt.

Geopotentialverteilung und relative Tropgrafie in 500 hPa am 19.12.2019, 12 UTC. Daten: NCEP
Geopotentialverteilung und relative Tropgrafie in 500 hPa am 19.12.2019, 12 UTC. Daten: NCEP

In den vergangenen Tagen wurden bestehende Temperaturrekorde mehrfach eingestellt oder sogar übertroffen. Die landesweite Durchschnittstemperatur lag am Mittwoch bei beachtlichen 40,9 Grad. Damit wurde der alte Dezember-Rekord aus dem Jahr 2013 um 0,6 Grad übertroffen. Aber schon am Donnerstag wurde dieser abermals übertroffen: Mit 41,9 Grad war landesweit gesehen der heißeste Tag bis dato.
In Nullarbor (SA) wurde mit 49,9 °C sogar die fünfthöchste Temperatur seit Messbeginn verzeichnet und damit auch eine neue Höchstmarke im Dezember gesetzt (bislang: 49,5°). Der Abstand zum absoluten Allzeit-Rekord ist dabei beachtlich klein (50,7 Grad, Oodnadatta Airport (SA) 1960). In Adelaide, der Haupstadt des Bundesstaates South Australia, wurden 45,3 Grad gemessen – ein neuer Dezember-Höchstwert.

Die Spitzenwerte von Donnerstag (Stand 17:00 Uhr UTC):

  • 49,9 – Nullarbor (SA) (landesweiter Dezemberrekord)
  • 49,8 – Eucla (WA) (zweithöchste Dezembertemperatur)
  • 48,8 – Ceduna (SA)
  • 48,5 – Port Augusta  (SA)

In den kommenden Tagen verlagert sich der Schwerpunkt der Hitzewelle in den Südosten. Dann sind auch neue Rekorde der Maximumtemperaturen in und um Canberra wahrscheinlich.

Im Folgenden die 2m-Temperaturen für Freitag 20.12.2019:

Höchsttemperaturen in Australien am Freitag, 6 UTC. Quelle/Daten: UBIMET
Höchsttemperaturen in Australien am Freitag, 6 UTC. Quelle/Daten: UBIMET
Höchsttemperaturen im Südosten Australiens am Freitag, 6 UTC. Quelle/Daten: UBIMET
Tmax im Südosten Australiens am Freitag 20.12.19 6 UTC, Quelle/Daten: UBIMET

 

Zu erwartendes Ausmaß der Hitze ab Donnerstag bis Samstag. Quelle: UBIMET
Zu erwartendes Ausmaß der Hitze ab Donnerstag bis Samstag. Quelle: UBIMET

 

Die angegebenen Werte gelten für die Temperaturen der Luft. Der Boden ist dabei um einiges heißer, sodass vielerorts Straßenschäden auftreten, wie beispielsweise in Port Augusta:

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Am Freitag Föhnorkan, danach Abkühlung

Weite Teile Mitteleuropas erleben derzeit außergewöhnlich milde Temperaturen für die Jahreszeit, so lag die Temperaturabweichung österreichweit am Dienstag und Mittwoch knapp 8 Grad über dem Mittel. In manchen Föhnschneisen waren die Abweichungen allerdings noch markanter, so verlief etwa der Dienstag in Feldkirch rund 17 Grad milder als üblich für Mitte Dezember!

Temperaturabweichung vom Klimamittel am Dienstag (Tagesbasis). © UBIMET

Wetterumstellung

Die Großwetterlage in Mitteleuropa stellt sich am Wochenende um, zunächst gibt es am Freitag aber nochmals einen schweren Föhnsturm bzw. auf den Bergen sogar Föhnorkan. Besonders von Vorarlberg bis zu den Hohen Tauern sowie am Freitagabend dann auch im Semmering-Wechsel-Gebiet und Steinfeld sind örtlich teils schwere Sturmböen um 100 km/h zu erwarten, aber auch entlang der östlichen Nordalpen gibt es Sturmböen. Auf exponierten Berggipfeln vom Rätikon über die Stubaier Alpen bis zu den Hohen Tauern zeichnen sich Windspitzen teils um 180 km/h ab!

Sturmwarnungen für Freitag in Österreich (Stand Donnerstag, 12 Uhr). © www.uwz.at

Italientief bringt Regen und Schnee

Am Freitag scheint an der Alpennordseite von den Kitzbüheler Alpen ostwärts häufig die Sonne, am Alpenhauptkamm sowie südlich davon stauen sich dagegen kompakte Wolken und im Tagesverlauf setzt leichter Regen bzw. oberhalb von etwa 1500 m Schneefall ein. Gegen Abend nimmt die Intensität langsam zu und auch in Vorarlberg beginnt es mit Ankunft einer Kaltfront zu regnen und zu schneien, wobei die Schneefallgrenze allmählich gegen 1000 m absinkt.  In der Nacht greift der Niederschlag in Zusammenspiel mit einem Italientief auf den gesamten Alpenraum über, dabei sinkt die Schneefallgrenze in den Nordalpen vorübergehend gegen 800 m ab. Im Westen sind auf den Bergen besonders oberhalb von etwa 2000 m rund 20 cm Neuschnee zu erwarten, in den Hochlagen des Alpenhauptkamms 30 bis 40 cm.

Neuschneeprognose von Freitagabend bis Samstagabend von UCM. © UBIMET

Nach einer vorübergehenden Wetterberuhigung am Samstag im Westen bzw. Samstagabend im Osten macht sich am Sonntag bereits das nächste Italientief bemerkbar, wobei die exakte Zugbahn und damit auch die Niederschlagsmengen noch mit Unsicherheiten behaftet sind. Die besten Chancen für Neuschnee gibt es auf den Bergen von Kärnten bis zum Semmering sowie im Arlberggebiet.

Titelbild © Adobe Stock

Bis zu 50 Grad – Extreme Hitze in Australien

Großwetterlage

Ein Hoch führt an dessen Rückseite sehr trockene und heiße Luft ins Zentrum und den Süden des Kontinents. Im Anbetracht der hochstehenden Sonne (Sonnenwende 21.12.) und der aktuellen Tageslänge (~13h17Min) stehen  Rekordwerte bis 50 Grad Celsius im Raum. Da die Luft zudem sehr trocken ist, geht beinahe die gesamte solare Energie in die Erwärmung des Erdbodens, der wiederum die Luft anheizt.

Geopotentialverteilung und relative Tropgrafie in 500 hPa am 19.12.2019, 12 UTC. Daten: NCEP
Geopotentialverteilung und relative Tropgrafie in 500 hPa am 19.12.2019, 12 UTC. Daten: NCEP

In den vergangenen Tagen wurden bereits bestehende Temperaturrekorde eingestellt oder sogar übertroffen. Gestern Dienstag lag die landesweite Durchschnittstemperatur (= ein Mittel über alle Messstationen) bei 40,9 Grad. Damit wurde der alte Rekord aus dem Jahr 2013 um 0,6 Grad übertroffen. Beachtlich sind auch die Temperaturen der heißesten Messstationen:

  • 46,5 Grad – Ceduna, (SA)
  • 46,1 Grad – Birdsville (Qld)
  •  46 Grad – Lajamanu (NT)
  • 45.8 Grad – Rabbit Flat (NT)
  • 45.6 –  Jervois (NT)
  • 45.3 – Longreach (Qld)
  • 45 – Trepell (Qld)
  • 44.9 – Oodnadatta (SA)

In South Australia, im Südwesten von Queensland und im Nordwesten von Victoria werden morgen Donnerstag Spitzenwerte bis 48 oder 49 Grad erwartet. Oben genannte Stationen sind dabei heiße Kandidaten, an denen neue Rekorde aufgestellt werden könnten.  Lokal könnte auch das Allzeit-Maximum (49,5 Grad in Birdsville) fallen und  auch 50 °C sind in Reichweite. Allerdings ist fraglich, ob entsprechende Rekordwerte auch tatsächlich an einer Wetterstation anfallen.

 

Im Folgenden die 2m-Temperaturen für Donnerstag, 19.12.2019

Temperaturvorhersage für Donnerstag, 19. Dezember 2019, 5:00 UTC. Quelle: UBIMET
Temperaturvorhersage für Donnerstag, 19. Dezember 2019, 5:00 UTC. Quelle: UBIMET

Der Ausschnitt aus oberer Karte (rotes Rechteck):

Temperaturvorhersage für Donnerstag, 19. Dezember 2019, 5:00 UTC. Quelle: UBIMET
Temperatur im Süden Australiens, Donnerstag, 19. Dezember 2019, 5:00 UTC. Quelle: UBIMET

 

Zu erwartendes Ausmaß der Hitze ab Mittwoch. Quelle: UBIMET
Zu erwartendes Ausmaß der Hitze ab Mittwoch. Quelle: UBIMET

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Wärmste Dezembernacht seit Messbeginn

Blick auf Feldkirch, die mildeste Stadt im Dezember

In Feldkirch im Rheintal wurde in der Nacht von Montag auf Dienstag mit einem Minimum von 13,9 Grad die bisher mildeste Dezembernacht gemessen. Feldkirch schlug damit den 30 Jahre alten Rekord von Leibnitz mit 13,4 Grad. Der Rekord hat allerdings keine 24 Stunden gehalten, da dieser Wert in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch an gleich drei Stationen in drei unterschiedlichen Bundesländern wieder überboten wurde! Der neue Rekordhalter ist Pottschach-Ternitz im Bezirk Neunkirchen mit 14,6 Grad.

Die jeweilig tiefsten und höchsten Minimas der vergangenen Nacht
Die jeweilig tiefsten und höchsten Minimas pro Bundesland der vergangenen Nacht

Verantwortlich für die hohen Tiefstwerte war das Zusammenspiel aus sehr milder Luftmasse, föhnigem Südwestwind und dichter Bewölkung.

Die höchsten Tiefstwerte in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. © UBIMET
Die höchsten Tiefstwerte in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. © UBIMET

Überhaupt ähnelt die derzeitige Wetterlage sehr der von 1989. So wurde es auch damals kurz vor Weihnachten  durch stürmischen Südföhn extrem mild, wenig verwunderlich, dass auch diesem Jahr auch der bisherige Dezemberhöchstwert von 22,2 Grad in Latz (Vorarlberg) stammt. Tatsächlich wurden am Dienstag in Nenzing sogar 22,3 Grad gemessen, dieser Wert stammt allerdings nicht vom offiziellen Messnetz.

Nach Verschnaufpause erneut Föhnorkan

Der Föhn lässt am Mittwoch ist er selbst in den klassischen Föhntälern kaum spürbar. Trotzdem bleibt es verbreitet mild. Am Donnerstag legt der Südföhn im Tagesverlauf wieder an Stärke zu. und am Abend sind erneut Sturmböen an der Alpennordseite zu erwarten. Diesmal frischt auch im östlichen Flachland lebhafter bis kräftiger Südostwind auf, der allmählich den Nebel verdrängt.

Die Druckdifferenz zwischen Salzburg und Udine zeigt das Föhnmaximum am Freitag. © UBIMET
Die Druckdifferenz zw. Salzburg und Udine zeigt das Föhnmaximum am Freitag. © UBIMET

Am Freitag erreicht der Südföhn seinen zweiten Höhepunkt. Auf den Bergen tobt ein Föhnorkan mit Windspitzen um die 150 km/h und auch in den Tälern entlang der Alpennordseite wird es verbreitet stürmisch. Dazu scheint zeitweise die Sonne und gerade im Rheintal sind wieder Höchstwerte um die 20 Grad zu erwarten. Am Abend geht dann die Südföhnphase mit Annäherung einer Kaltfront von Westen her zu Ende und es setzt Regen ein.

Zu Weihnachten kühler und Schnee?

Am letzten Adventswochenende stellt sich die Großwetterlage auf ein abwechslungsreiches Westwetter um. Dabei ziehen in Folge mehrere Tiefs über das nördliche Mitteleuropa hinweg und bringen einmal kühlere, dann wieder mildere Luft nach Österreich. Generell pendelt die Schneefallgrenze um die 1000 m, zu Weihnachten vielleicht sogar etwas tiefer.

Weiße Weihnachten in den Landeshauptstädten

Somit bestehen in den höheren Nordalpentälern trotz des derzeit massiven Südföhns noch Hoffnungen auf weiße Weihnachten, im Flachland hingegen sind diese verschwindend gering. Somit heißt es wohl ein weiteres Jahr warten auf weiße Weihnachten.

Titelbild: www.foto-webcam.eu/webcam/hoherkasten

 

Grandioses Morgenrot in den Alpen

Wer heute in der Früh im Süden am Alpenrand aus dem Fenster sah oder gar gerade auf Urlaub in den Alpen unterwegs ist, bekam einen wunderschönen Himmel zu Gesicht.

Bereits in der Nacht war in den Bayrischen Alpen der Südföhn spürbar und trieb in Österreich die Temperaturen auf über 20 Grad. Selbst in München durfte man sich heute über 15 Grad freuen.
Auf der Nordseite der Alpen kam es dann zu sogenannter Lee Bewölkung und in Kombination mit der aufgehenden Sonne ergab sich in der Früh ein atemberaubender Anblick.

Satellitenbild der Leewolke (12:00 MEZ) nördlich der Alpen ©Eumetsat/Ubimet

Anbei findet ihr noch ein paar Impressionen von heute Früh:


Hier ein paar Webcam Fotos:

Jenner © foto-webcam.eu
Jenner © foto-webcam.eu

Titelbild: ©foto-webcam.eu

Der Polarwirbel: Taktgeber des Winters?

Die Atmosphäre der Erde ist die gas­förmige Hülle der Erdoberfläche und erstreckt sich vom Boden bis etwa 10.000 km Höhe. Der Druck, die Temperatur sowie der Gehalt an Gasen sind allerdings sehr variabel, somit kann man die Erdatmosphäre in mehrere Schichten unterteilen:

  • Troposphäre: vom Boden bis zur Tropopause in ca. 10-15 km Höhe
  • Stratosphäre: von der Tropopause bis zur Stratopause in ca. 50 km Höhe
  • Mesosphäre: von der Stratopause bis zur Mesopause in ca. 85 km Höhe
  • Thermosphäre: von der Mesopause bis in ca. 500 km Höhe
  • Exosphäre: von 500 bis ca 10.000 km Höhe

In der Troposphäre sind etwa 90 Prozent der Luft sowie beinahe der gesamte Wasserdampf enthalten. Hier spielt sich das Wetter ab und die Temperatur nimmt im Mittel um etwa 6,5 Grad pro Kilometer Höhe ab. Ab einer Höhe von etwa 7 km (Polargebiete) bzw. 17 km (Tropen) geht die Temperatur aber nicht mehr weiter zurück sondern beginnt allmählich wieder anzusteigen. Hier beginnt die Stratosphäre.

Tatsächlich beinhalten die ersten 39 Höhenkilometer über 99 % der atmosphärischen Masse. Rein räumlich gesehen ist die Lufthülle in dieser Höhe aber noch lange nicht zu Ende. Es folgen nach oben noch die Meso-, Thermo- und Exosphäre. Die Grenze zwischen den Stockwerken stellt jeweils wieder eine Umkehr im Temperaturverlauf dar. Besonders kalt ist es mit Temperaturen um -100 Grad in etwa 85 km Höhe im Bereich der Mesopause.

Beständige Inversion

Meteorologen bezeichnen so eine Umkehr der Temperaturschichtung als Inversion. Man muss allerdings nicht bis in die Stratosphäre aufsteigen, um eine Temperaturumkehr zu erleben, denn auch innerhalb der Troposphäre können beispielsweise winterliche Kaltluftseen für Inversionen sorgen. Die Luftschichtung ist dann stabil und ein Luftaustausch in vertikaler Richtung findet nicht statt. Die Stratosphäre stellt allerdings eine beständige Grenze für aufsteigende Luftmassen dar. Daher gelangen Wolken und Wasserdampf in der Regel nicht in die Stratosphäre, von einem eigentlichen Wettergeschehen kann in diesen Höhen nicht mehr die Rede sein. Aus einem Verkehrsflugzeug, das im Bereich der Tropopause fliegt, kann man diese Sperre für jegliche Wolken an der nach oben abrupt dunkler werdenden Himmelsfarbe erkennen. Der Temperaturanstieg oberhalb der Tropopause ist auf die Absorption der UV-Strahlung durch das Ozon in gut 50 km Höhe zurückzuführen: Hier erwärmt sich die Luft von etwa –60 Grad bis auf knapp unter 0 Grad.

Der Polarwirbel

Der Polarwirbel ist ein großräumiges Höhentief über der Arktis (bzw. Antarktis), das sich im Winter von der mittleren und oberen Troposphäre über die gesamte Stratosphäre erstreckt. Er ist gefüllt mit sehr kalter Luft, die in der Stratosphäre Werte um -80 Grad erreichen kann. Der Polarwirbel ist normalerweise relativ rund um den Pol angeordnet und sein Einfluss auf das Wetter in den mittleren Breiten hält sich in Grenzen.

Der Polarwribel mäandriert
Beispiele für einen ungestörten (links) und gespaltenen Polarwirbel (rechts). © NOAA

Stratosphärenerwärmung

Der Polarwirbel kann aber gestört oder gar gespalten werden, wie etwa im Fall einer sogenannten plötzlichen Stratosphärenerwärmung: In etwa 25 km Höhe gibt es dabei innerhalb weniger Tage einen Temperaturanstieg von mehr als 50 Grad! Die Spaltung des Polarwirbels kann sich im Laufe von zwei bis vier Wochen auch auf das Westwindband in der Troposphäre auswirken und dieses verlangsamen oder unterbrechen. Während in der Polarregion dann überdurchschnittliche Temperaturen verzeichnet werden, kommt es in mittleren Breiten zu markanten Kaltluftausbrüchen wie beispielsweise im Februar und März 2018. Auch heuer gab es Anfang Jänner eine plötzliche Stratosphärenerwärmung, deren Auswirkungen in den Bayrischen Alpen und besonders am Alpenhauptkamm in Österreich zu spüren waren ( siehe Schneemassen in den Alpen).

Die aktuelle Lage und Ausformung des Polarwirbels lassen zwar auf sehr wechselhaftes Wetter in Europa schließen, hingegen stehen dem Nordosten der USA winterliche Bedingungen bevor.  Es bleibt also abzuwarten, inwieweit die Erwärmung der Stratosphäre noch zum Jahreswechsel stattfindet und sich damit in unseren Breiten ein nachhaltig tiefe Temperaturen einstellen. Aus heutiger Sicht sind, bis auf ein paar kurze Kälteschübe aus Nordwesten, keine lang anhaltenden Kältewellen oder Wintereinbrüche in Sicht.

Aktuelle Lage des Polarwirbels. Geopotential in 10 hPa. Quelle: wxcharts.com
Aktuelle Lage des Polarwirbels. Geopotential in 10 hPa. Quelle: wxcharts.com

 

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Vögel im Winter richtig füttern

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Nicht alle Vögel zieht es in der kalten Jahreszeit in den sonnigen und warmen Süden. Vor allem Vögel, die sich nicht ausschließlich von Insekten ernähren, bleiben den Winter über in heimischen Gefilden. Mit den passenden Tipps der wetter.tv-Redaktion erleichtert ihr Vögeln die harten Wintermonate in Europa.

Richtiges Füttern

Ob es sich bei den Vögeln im eigenen Garten um Körner- oder Weichfresser handelt, beeinflusst welches Futter verspeist wird. Körnerfresser brechen mit dem Schnabel harte Schalen auf. Sie essen Sonnenblumenkerne, Pflanzensamen oder Nüsse. Im Fachhandel gibt es für sie passende Futtermischungen. Weichfresser hingegen bevorzugen Obst, Haferflocken, Rosinen oder gemahlene Nüsse.

https://stock.adobe.com
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Die richtige Futterstelle

Wenn ihr eine Futterstelle einrichtet, bitte diese den ganzen Winter über geöffnet lassen. Die Futterstelle soll sich nicht zu nahe am Fenster befinden, um Unfälle bei den Tieren zu vermeiden. Ein Vogelhaus oder ein Futtersilo schützt das Futter zusätzlich vor Niederschlag. Wer die Bedingungen für Vögel verbessern möchte, kann den eigenen Garten entsprechend gestalten.

Gärten natürlich gestalten

Gibt es kaum künstliche Eingriffe im eigenen Garten, wirkt sich das positiv auf die Lebensbedingungen der gefiederten Besucher aus. Das bedeutet, heruntergefallenes Laub nicht vollständig weg zu räumen sowie eventuell eine Kompostecke im eigenen Garten einzurichten. Je mehr Initiativen ihr setzt, desto dankbarer zeigen sich die gefiederten Besucher. Der natürliche Lebensraum der Vögel wird durch die Ausbreitung des Menschen laufend dezimiert. Daraus folgt, dass das Angebot an Insekten sowie anderen Nahrungsquellen weniger wird.

Vierte Adventswoche bringt Föhnsturm

Föhnstimmung am Alpenrand.

Am Freitag schon haben wir bereits an dieser Stelle auf die anstehende föhnige Wetterwoche hingewiesen, nun konkretisiert sich der Ablauf bis zum 4. Advent zunehmend.

Auf der Frontenkarte für die Nacht auf Dienstag sehen wir die typische Wetterlage für Föhn im Alpenraum. Über der Iberischen Halbinsel dreht sich ein Tief, an dessen Vorderseite strömt in den kommenden Tagen sehr milde Luft aus dem Norden Afrikas über das Mittelmeer bis zu uns – symbolisiert durch den roten Pfeil.

Eine stürmische Südströmung stellt sich ein.
Eine stürmische Südströmung stellt sich ein.

Wie stark der Föhn wird, lässt sich u.a. am Druckgradienten zwischen der Alpensüd- und der Alpennordseite festmachen. Je größer dieser ist (im Süden herrscht also ein höherer Luftdruck als im Norden), desto kräftiger greift auch der Föhn in den Nordalpen durch. Wir sehen auf dem Verlauf ebendieser Druckdifferenz, dass der Föhn am Dienstag und am Freitag sein Maximum erreichen wird.

Große Druckunterschiede zwischen Süd- und Nordalpen bewirken Föhn.
Große Druckunterschiede zwischen Süd- und Nordalpen bewirken Föhn.

Dabei sind in den prädestinierten Tälern der Nordalpen zwischen Vorarlberg und der Obersteiermark Böen zwischen 70 und 90 km/h zu erwarten, vereinzelt gibt es aber selbst in den Tallagen schwere Sturmböen um 100 km/h! Auf den Bergen tobt der Föhn teils sogar in Orkanstärke, dem Patscherkofel etwa stehen Böen um 150 km/h bevor.

Der Föhn bringt aber nicht nur Sturmböen, er sorgt auch für außergewöhnlich hohe Temperaturen:

  • Montag in den Föhntälern schon 10-14 Grad, im Walgau/Rheintal sogar um 17 Grad
  • Dienstag an der Alpennordseite verbreitet um 15 Grad, vereinzelt (Rheintal, Flachgau, Salzkammergut, Eisenwurzen) sogar an die 20 Grad!
  • Mittwoch+Donnerstag etwas „kühler“, aber mit Föhn wieder 11-16 Grad
  • Freitag dank Föhn 14-19 Grad, selbst 20 Grad sind aus heutiger Sicht nicht ausgeschlossen

Der abschließende Blick auf ausgewählte Rekordtemperaturen für den Dezember zeigt: Da sind wir kommende Woche nicht mehr allzu weit weg. Vor allem die Stadt Salzburg könnte den alten Rekord von 19,2 Grad aus dem Jahr 2006 einstellen oder sogar übertreffen!

Ort Temperaturrekord Dezember
Salzburg-Freisaal 19,2 Grad
Innsbruck-Kranebitten 17,9 Grad
Windischgarsten 16,9 Grad
St. Wolfgang 19,1 Grad
Feldkirch 21,8 Grad (Österreich-Rekord!)
Kufstein 19,2 Grad
Hieflau 16,5 Grad

Quelle Titelbild: pixabay

-68 Grad: Die kältesten bewohnten Orte der Welt

Der kälteste Ort liegt in der Antarktis

Ideale Bedingungen für eisige Temperaturen findet man in kontinentalen Gebieten, also weit weg vom Meer und besonders in Hochtälern sowie in Becken- oder Muldenlagen. Zusätzlich sind drei Wetterbedingungen für eine starke Abkühlung der Luft besonders förderlich:

  • windschwache Verhältnisse
  • sternenklarer Himmel bzw. sehr trockene Luft
  • schneebedeckter Boden

Gefrierschrank Sibirien

Die kältesten bewohnten Orte der Erde befinden sich im Nordosten Sibiriens in Russland. Werchojansk sowie Oimjakon halten die Rekorde bei den Tiefstwerten mit jeweils -67,8 Grad Celsius. Die Entfernung dieser Orte beträgt etwa 630 km und in dieser Gegend sind beinahe das ganze Jahr Hochdruckgebiete wetterbestimmend. Gebirgsketten umgeben die Region und sorgen für ausgeprägte Inversionswetterlagen. Das Meer hat kaum einen Einfluss auf das dortige Klima. Völlig normal dort: seit dem 10. Oktober herrscht in Oimjakon Dauerfrost. Seit Mitte November kommen die Temperaturen nicht mehr über -20 Grad hinaus, Anfang Dezember wurden schon -48 Grad gemessen!

Rekordhalter Antarktis

Es geht aber noch kälter! Der sogenannte Gefrierschrank der Erde befindet sich in der Antarktis in der südlichen Hemisphäre. Am Ostantarktischen Plateau befindet sich seit 1957 die russische Antarktisstation namens „Wostok“in etwa 3.500 m Höhe, 1287 km vom geographischen Südpol entfernt. Am 21. Juli 1983 wurden dort eisige -89,2 Grad Celsius gemessen. Im Jahr 2010 wurden −93,2 Grad  und im Juli 2004 sogar -98,6 Grad Celsius registriert. Diese Werte wurden aber nicht offiziell anerkannt, da sie anhand von Satellitendaten ermittelt wurden (statt mit einer Wetterstationen in 2 m Höhe über dem Boden gemessen).

Rekorde der Kontinente

Kontinent Wert und Datum Ort
Antarktis -89.2 °C  am 27.7.1983 Wostok-Station
Asien -67,8 °C am 7.2.1892

-67,8 °C am 6.2.1933

Werchojansk bzw. Oimjakon, Russland
Australien -23,0 °C am 29.6.1994 Charlotte Pass, NSW
Afrika -23,9 °C am 11.2.1935 Ifrane, Marokko
Nordamerika -63,0 °C am 3.2.1947 Snag, Yukon, Kanada
Südamerika -32,8 °C am 1.6.1907 Sarmiento, Argentinien
Europa -58,1 °C am 31.12.1978 Ust-Schtschuger, Russland
Europa (EU) -52,6 °C am 2.2.1966 Vuoggatjålme, Schweden

Anbei noch die tiefsten gemessenen Temperaturen in bewohnten Orten in Deutschland, Österreich und der Schweiz:

  • -41.8 Grad in La Brevine im Neuenburger Jura / CH (12.1.1987)
  • -37.8 Grad in Hüll/Wolnzach in Bayern / D (12.2.1929)
  • -36.6 Grad in Zwettl im Waldviertel / A (12.2. 1929 )

Noch tiefere Temperaturen wurden allerdings in manchen Senken bzw.  Dolinen in höheren Lagen der Alpen gemessen wie etwa im Grünloch in Österreich (-52.6 Grad), am Funtensee in Bayern (-45,9), auf der Glattalp in der Schweiz (-52,5) oder in der Busa Fradusta (-49,6) in Italien.

Kälteste Hauptstadt

Als kälteste Hauptstadt der Welt gilt mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von -2 Grad Ulaanbaatar in der Mongolei. Die tiefste gemessene Temperatur in der Metropole mit 1,5 Millionen Einwohnern liegt bei -42,2 Grad. An zweiter Stelle folgt Astana in Kasachstan, wo es im Mittel zwar etwas milder ist, dafür die Extreme aber ausgeprägter sind.

Auf stürmischen Samstag folgt die Milderung

Hundewetter am Wochenende

Am Samstag in der Früh zieht ein kleines Randtief von Belgien über das Sauerland ostwärts und liegt zu Mittag mit seinem Zentrum schon über dem Leipziger Land. Dabei lebt der südlich des Tief stark bis stürmisch auf, verbreitet ist mit Böen von 60 bis 80 km/h zu rechnen. Vor allem in erhöhten Lagen, lokal aber auch im Tiefland sind auch schwere Sturmböen um die 90 km/h möglich.

Sturmwarnungen für Samstag
Sturmwarnungen für Samstag

Im Tagesverlauf lebt dann auch an der Küste stürmischer West- bis Südwestwind auf. Die Schneefallgrenze steigt von anfangs 400 m rasch auf rund 900 m an. Dazu wird es im Rheingraben mit bis zu 12 Grad schon deutlich milder.

Am Sonntag folgt nächstes Tief

Am Sonntag zieht bereits in der Früh das nächste Randtief mit Regen über Deutschland hinweg. Im Westen und Norden weht dazu kräftiger Südwestwind.

Deutlich milder ab Sonntag
Deutlich milder ab Sonntag

Mit der Drehung der Strömung auf Südwest wird es noch milder, von Nord nach Süd werden dann schon 7 bis 15 Grad erreicht.

Tauwetter bis zum 4. Advent

Auch in der neuen Woche bleibt es mild, oftmals liegen die Höchstwerte in den Niederungen im zweistelligen Bereich. Dazu nimmt der Tiefdruckeinfluss ab und es stellen sich trockene Abschnitte ein. Der frisch gefallene Schnee in den Mittelgebirgen hat durch das massive Tauwetter nicht lange Bestand. Das milde Winterwetter hält zumindest bis zum 4. Adventswochenende an. Ob sich das Wetter zu Weihnachten dann möglicherweise winterlicher präsentiert, bleibt abzuwarten.

Hier die wenig winterlichen Aussichten für Freiburg am 3. und 4. Adventswochenende @https://wetter.tv/de-DE/pw/freiburg_im_breisgau
Hier die wenig winterlichen Aussichten für Freiburg am 3. und 4. Adventswochenende @https://wetter.tv/de-DE/pw/freiburg_im_breisgau

Titelbild: Adobe Stock

Föhn sorgt kommende Woche für bis zu 18 Grad in den Nordalpen

Schnee im Frühling mit Sonne

Derzeit liegt der Alpenraum noch unter dem Einfluss von Italientief UWE, welches im Arlberggebiet sowie im Süden Österreichs am Freitag 5 bis 10, im Süden Kärntens auch 15 cm Schnee bringt. Im Laufe des Wochenendes sorgt rege Tiefdrucktätigkeit über dem Nordatlantik allerdings für eine Drehung der Höhenströmung auf West bis Südwest. In Österreich stellt sich ab Sonntag eine föhnige Südwestströmung ein. Die Temperaturen steigen dabei Tag für Tag etwas an, in windgeschützten Tallagen sowie teils auch im Norden und Osten stellt sich allerdings eine Inversionswetterlage ein.

Neuschneeprognose von UCM bis Samstagvormittag. © UBIMET

Wetterbesserung am Wochenende

Am Samstag fällt von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich etwas Regen und Schnee, wobei die Schneefallgrenze von anfangs tiefen Lagen in den Alpen auf 700 bis 1200 m ansteigt. Der Wind frischt an der Alpennordseite kräftig bis stürmisch aus West auf. Weitgehend trocken und zeitweise sonnig verläuft der Tag dagegen von Kärnten bis ins Burgenland. Die Temperaturen erreichen 0 bis +10 Grad. Am Sonntag ziehen im Norden anfangs noch kompakte Wolken durch, im Mühl- und Waldviertel regnet es leicht. Sonst ist es von Beginn an sonnig und am Nachmittag gibt es auch im Norden einige sonnige Abschnitte. Die Höchstwerte liegen zwischen -1 Grad in manchen Tallagen Oberkärntens und +13 Grad bei aufkommendem Föhn entlang der Nordalpen.

Außergewöhnlich mild

Kommende Woche liegt Österreich unter Föhneinfluss und besonders in den Nordalpen wird es sehr mild für die Jahreszeit. In mittleren Höhenlagen liegen die Temperaturen teils mehr als 10 Grad über dem jahreszeitlichen Durchschnitt, die Nullgradgrenze steigt an der Alpennordseite gegen 3000 m an. Während in den Nordalpen und im Südosten verbreitet die Sonne scheint, hält sich in den Niederungen von Oberösterreich bis ins östliche Flachland jedoch gebietsweise beständiger Hochnebel und auch in Osttirol und Oberkärnten stauen sich kompakte Wolken. Die höchsten Temperaturen werden nach derzeitigem Stand am Dienstag und Mittwoch mit 15 bis 18 Grad etwa im Walgau oder in den Niederösterreichischen Voralpen erreicht. In den trüben Regionen kommen die Temperaturen allerdings gebietsweise nicht über 3 Grad hinaus.

Die kommenden Tage verlaugen ungewöhnlich mild. © NCEP via Karsten Haustein

Grüne Weihnachten

In der zweiten Wochenhälfte gehen die Temperaturen geringfügig zurück, bleiben aber über dem langjährigen Mittel. Die Vorzeichen für weiße Weihnachten im Flachland sowie generell in Lagen unterhalb von 1000 m stehen also denkbar schlecht. Eine Ausnahme stellen hier manche Tallagen in Osttirol und Oberkärnten dar, wo nach den Rekordniederschlägen im November noch immer viel Schnee liegt. Über die vorherrschende Witterung an den Weihnachtstagen herrscht derzeit aber noch große Unsicherheit.

Temperaturtrend im Vergleich zum langjährigen Mittel für Wien. © NCEP / UBIMET

Titelbild © Adobe Stock

Etwas Neuschnee in den Mittelgebirgen

In der Nacht auf Freitag setzt von Westen her Regen und Schneefall ein. Dabei schneit es anfangs teils bis auf 300 m herab. Allerdings kommt mit dann auch etwas mildere Luft herangeströmt, womit die Schneefallgrenze rasch auf 600 m steigt. Größere Neuschneemengen sind somit in den westliche Mittelgebirgen nur im Hochsauerland zu erwarten.

Winterlich in der Rhön und im Thüringer Wald

Zum Morgen hin setzt auch weiter östlich im Spessart, in der Rhön, im Thüringer Wald und zuletzt auch im Fichtelgebirge Schneefall ein, der am Vormittag bis in tiefe Lagen fällt und zeitweise kräftig ausfällt.

Neuschneemengen am Freitag
Neuschneemengen am Freitag

Hier kann sich die kalte Luft noch länger halten, sodass 5 cm Neuschnee selbst in tiefen Lagen möglich sind. Erst zu Mittag wird es milder, dann steigt die Schneefallgrenze auf 500 bis 600 m an. Darüber bleibt es tiefwinterlich, 15, lokal vielleicht sogar 20 cm Neuschnee sind vor allem im Thüringer Wald durchaus möglich.

Schnee auch im Schwarzwald und auf der Alb

Auch im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb wird es am Freitag oberhalb von 700 bis 900 m tiefwinterlich, dazu weht hier auch noch ein kräftiger bis stürmischer Wind. Wer also am Freitag in höheren Lagen unterwegs ist, muss sich auf winterliche Fahrverhältnisse einstellen.

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256 km/h: Schwerer Schneesturm in Island

Schwerer Schneesturm in Island.

Verantwortlich für den Blizzard auf der Insel im Nordatlantik ist das kräftige Orkantief SIRO. Auf der Bodendruckkarte von vergangener Nacht erkennt man dessen Kern knapp östlich von Island. Auf der Rückseite des Tiefs strömt seit gestern sehr kalte Luft Richtung Island. Der Druckunterschied ist dabei enorm. Im Tiefkern beträgt der Luftdruck nur 950 Hektopascal, auf der Nordwestseite Islands dagegen 990 hPa. 40 hPa Unterschied auf so kleinem Raum kann nur eines bedeuten: STURM!

Orkantief SIRO über dem Nordatlantik.
Orkantief SIRO über dem Nordatlantik.

In Folge des Sturms und der massiven Schneeverfrachtungen gibt es auf der Insel derzeit unzählige Straßensperren (= „Durchfahrt verboten“-Symbol auf Karte):

Zahlreiche Straßen sind derzeit gesperrt.
Zahlreiche Straßen sind derzeit gesperrt.

Kein Wunder, wenn man sich die Windgeschwindigkeiten ansieht. In der Hauptstadt Reykjavik peitschte der Nordwind mit Böen bis zu 120 km/h durch die Straßen, noch heftiger erwischte es das hügelige Inselinnere. So wurden an der Station Skálafell knapp östlich von Reykjavik gestern Abend mittlere (!) Windgeschwindigkeiten von 209 km/h (58 m/s in Grafik ) gemessen. Die Böen erreichten sogar Tempo 256 km/h (71 m/s in Grafik)! Zur Einordnung: Solche Windgeschwindigkeiten entsprechen einem Hurrikan der Kategorie 4 von 5.

Verlauf der Wetterstation Skalafell.
Verlauf der Wetterstation Skalafell.

Abschließend haben wir für euch ein paar eindrucksvolle Bilder bzw. Videos aus Island zusammengetragen:

Quelle Titelbild: pixabay

Mittwochmorgen Glättegefahr in der Mitte

Nach kurzen Zwischenhocheinfluss nähert sich in der Nacht auf Mittwoch die Front von Orkantief SIRO, das mit seinem Zentrum knapp südlich von Island liegt. Im Vorfeld der Front verläuft die Nacht oftmals noch klar, somit kann es kräftig auskühlen. In der Höhe kommt hingegen vorübergehend etwas mildere Luft nach Deutschland. Damit sind die Voraussetzungen für möglichen gefrierenden Regen geschaffen.

Glätte vor allem in der Mitte

Nach einer anfangs klaren Nacht setzt nach Mitternacht vom Saarland bis zur Nordsee leichter Regen ein, dabei kann es vor allem vom Hunsrück über das Moseltal bis in die Eifel glatt werden durch gefrierenden Regen. Bis zum Morgen breiten sich der Regen langsam ostwärts aus über Hessen bis nach Unterfranken und den Thüringer Wald aus.

Regionen mit der größten Glatteisgefahr
Regionen mit der größten Glatteisgefahr @UBIMET

Mit dem Regen ist in den betroffenen Gebieten mit spiegelglatten Verkehrswegen zu rechnen, somit kann es im dichten Frühverkehr zu witterungsbedingten Verzögerungen kommen.

Entspannung am Vormittag

Im Laufe des Vormittags entspannt sich allmählich die Lagen aufgrund zweierlei Faktoren. Die bodennahe Kaltluft wird allmählich abgebaut und gleichzeitig fließt aus Westen in der Höhe wieder kältere Luft nach Deutschland. Somit sinkt die Schneefallgrenze allmählich gegen 500 m ab. Zum Abend hin schneit es im Osten von Bayern teilweise bis in tiefe Lagen.

Neuschneemengen Mittwochnachmittag und Abend
Neuschneemengen Mittwochnachmittag und -abend @UBIMET

Am Donnerstag fällt oberhalb von 300 bis 600 m ab und zu ein wenig Schnee, am häufigsten schneit es noch im Südosten. In der Nacht auf Freitag setzt dann im Westen kräftiger Schneefall ein, der aber bald bis in höchsten Lagen in Regen übergeht und einen milderen Wetterabschnitt einläutet.

Titelbild: Adobe Stock

Tief RUDI sorgt für Neuschnee in den Nordalpen

Schnee

Während die Südalpen im vergangenen Monat außergewöhnlich viel Schnee abbekommen haben, liegt in den Nordalpen weniger Schnee als üblich für die Jahreszeit. Die Strömung dreht Montagnacht aber von West auf Nordwest bis Nord und vorübergehend stellt sich eine Nordstaulage ein.

Die Nordkette oberhalb von Innsbruck ist nur in den Hochlagen weiß. ©www.stefanjud.net/
Die Nordkette ist derzeit nur in den Hochlagen weiß. ©www.stefanjud.net/

Tief RUDI

Österreich liegt derzeit unter dem Einfluss von Tief RUDI mit Kern über Skandinavien. Die Kaltfront des Tiefs liegt bereits quer über dem Alpenraum, vorerst liegt die Schneefallgrenze aber noch zwischen etwa 500 m in der Obersteiermark und 1200 m in den Nordalpen. In der Nacht auf Dienstag führt ein weiteres Randtief allerdings einen weiteren Schwall feuchtkalter Luft ins Land und die Schneefallgrenze sinkt an der Alpennordseite bis in viele Täler.

Unterdurchschnittliche Schneehöhen in den Nordalpen. © Land Tirol
Aktuell gibt es unterdurchschnittliche Schneehöhen in den Nordalpen. © Land Tirol

50 cm am Arlberg

Am Montagabend beginnt es im Westen wieder vermehrt zu regnen und zu schneien, besonders im Arlberggebiet schneit es zeitweise auch kräftig. In der Nacht auf Dienstag breitet sich der Schneefall ostwärts bis zum Mariazellerland aus, dabei sinkt die Schneefallgrenze von anfangs 1200 m allmählich bis in die Tallagen ab. Die größten Neuschneemengen sind mit bis zu 50 cm im Arlberggebiet zu erwarten, aber auch sonst sind oberhalb von etwa 1000 m rund 15, im Bregenzerwald auch 25 cm Schnee in Sicht. In den größeren Tallagen wie dem Rhein- oder Inntal reicht es hingegen nur für etwas Schneematsch.

Neuschneeprognose bis Dienstagabend. © UBIMET
Neuschneeprognose bis Dienstagabend. © UBIMET

Nordföhn

Am Dienstag schneit es von Vorarlberg bis ins Mariazellerland und zur nördlichen Obersteiermark zunächst verbreitet, ab etwa Mittag lockern die Wolken im Westen aber langsam auf. Am Abend klingen letzte Schneeschauer dann auch in den östlichen Nordalpen ab. Die Schneefallgrenze pendelt zwischen tiefen Lagen und etwa 500 m. Vom Lienzer Becken über Unterkärnten bis ins östliche Flachland bleibt es hingegen weitgehend trocken und zeitweise scheint die Sonne. Am Alpenostrand und in manchen Tallagen Oberkärntens weht allerdings kräftiger Nordwestwind mit teils stürmischen Böen.

Prognose der Windspitzen am Dienstag von RACE. © UBIMET

Buschbrände hüllen Sydney in Rauch

Buschfeuer in Australien @ https://stock.adobe.com

Buschbrände wüten aktuell in nahezu jedem Bundesstaat, besonders betroffen sind jedoch die küstennahen Regionen im Südosten, welche auch durch eine große Bevölkerungsdichte geprägt sind – New South Wales und Queensland. Von der Hauptstadt Canberra über Sydney bis hinauf nach Brisbane brennt es schon seit Wochen, 140 verschiedene Brände werden hier gezählt.

Schaut man auf die meteorologischen Statistiken, ist der Grund hierfür schnell ausgemacht: Es war einfach viel zu trocken und zu warm. Seit rund 20 Monaten hat sich in weiten Teilen des Landes und hier speziell im Südosten ein enormes Niederschlagsdefizit aufgebaut, teilweise ist von Rekorden die Rede.

Regionen mit markantem Regendefizit über die letzten 20 Monate @ BOM, Australian Government
Regionen mit markantem Regendefizit über die letzten 20 Monate @ BOM, Australian Government

 

Auf den ganzen Kontinent gesehen war der Frühling 2019 (äquivalent zu unserem Herbst auf der Nordhalbkugel) der trockenste überhaupt. Die mittlere Höchsttemperatur lag um 2,41 Grad über dem Mittel:

Feuerwehrleute geben ihr bestes die Brände einzudämmen und nicht auf Siedlungen übergreifen zu lassen. Wie sehr sie sich dabei selber in Gefahr begeben, zeigt das nachfolgende Video. Man erkennt, wie plötzlich markant auffrischender Wind eine wahre Feuerwalze auslöst und in Sekunden ausgedorrte Bäume in Brand setzt:

Rund 300.000 Hektar stehen aktuell nur eine Autostunde von Sydney entfernt in Flammen, die Stadt ist phasenweise in dichten Rauch gehüllt. Das wirkt sich natürlich auf die Gesundheit vieler Menschen aus, an Sport im Freien ist bspw. nicht zu denken. Am Dienstag werden dazu rund 36 Grad erwartet. Lokale Behörden gehen davon aus, dass sich an dieser Situation über mehrere Wochen bis hin zu Monaten nicht viel ändern wird. Nur großflächige Niederschläge könnten die Feuer löschen, doch diese sind momentan nicht in Sicht.

 

 

 

 

Stürmischer Sonntag

@ UBIMET, NCEP

Windig aus Südwest wird es im Tagesverlauf fast überall, nur direkt an den Alpen und in Niederbayern spielt der Wind kaum eine Rolle. Sonst legt er jedoch bereits in den Morgenstunden an Stärke zu, über Mittag erreicht er häufig seinen Höhepunkt.

Betroffene Regionen am Sonntag, Stand: Samstag @ UBIMET
Betroffene Regionen am Sonntag, Stand: Samstag @ UBIMET

Maximale Böen von 60 bis 80 km/h sind besonders in den Mittelgebirgen und hier an exponierten Stellen zu erwarten. Aber auch auf der Ostseite der Mittelgebirge beschleunigt der Wind föhnartig bzw. bei manchen führt je nach Ausrichtung auch die Umströmung zu einer Verstärkung des Windes im Flachland. So etwa beim Harz, wo die Wetterstationen in Ilsenburg und Wernigerode häufig Sturmböen messen. Am Brocken selber sind hingegen Orkanböen über 120 km/h zu erwarten.

Abseits der Mittelgebirge muss man vor allem im Nordwesten des Landes mit stürmischen Böen um 60 oder 70 km/h rechnen, an der Nordsee hingegen wieder mit Sturmböen um 80 km/h.

 

 

 

Am Samstag im Norden Glättegefahr, danach spürbarer Temperaturanstieg

Raureif

Das Wetter in Österreich ist derzeit auf den Kopf gestellt, so gibt es auf den Bergen höhere Temperaturen als im Flachland: Am Donnerstag wurden auf der Schmittenhöhe in knapp 2000 m Höhe bis zu 10 Grad gemessen, während die Temperaturen etwa in Graz, Linz und Klagenfurt bei beständigem Hochnebel nicht über 0 Grad gekommen sind. Diese sogenannte Inversionswetterlage wird am Samstag allerdings von Tief QUENTIN beendet.

Nebel im Rheintal
Inversion mit Hochnebel im Rheintal. © foto-webcam.eu

Glättegefahr im Norden

Freitagnacht ziehen aus Westen kompakte Wolken auf und am Samstagmorgen setzt von Vorarlberg über Oberösterreich bis ins Weinviertel Regen ein. Besonders entlang der Donau, im Kamptal sowie im Weinviertel kann es mitunter auch zu gefrierendem Regen kommen. Die Böden sind zwar noch nicht gefroren, dennoch kann es lokal wie etwa auf Brücken zu Glätte kommen. Weiters kann der Regen auf freistehenden, metallischen Gegenständen wie etwa Autos anfrieren. Im Süden und Südosten bleibt es hingegen trocken und zeitweise kommt die Sonne zum Vorschein.

Glättegefahr am Samstag (Stand: Freitag 11 Uhr). © www.uwz.at
Glättegefahr am Samstag (Stand: Freitag 11 Uhr). © www.uwz.at

Milderung

Am Samstagvormittag kommt an der Alpennordseite lebhafter Westwind auf, welcher die kühle Luft in den Niederungen ausräumt und für einen spürbaren Temperaturanstieg sorgt. Im Wiener Becken gibt es am Nachmittag bis zu 11 Grad, vergleichsweise kühl mit Höchstwerten zwischen 2 und 5 Grad bleibt es allerdings in windgeschützten Tallagen der Alpen wie etwa im Pongau, in Osttirol und in Oberkärnten.

Wetterprognose für Wien
Wetterprognose für Wien (Quelle: wetter.tv)

Sonniger Sonntag

Am Sonntag ziehen im Nordosten anfangs noch ein paar Wolken durch, tagsüber zeigt sich aber im ganzen Land die Sonne. Am Nachmittag ziehen im Westen vermehrt Wolken auf, bis zum Abend bleibt es aber noch trocken. Vor allem im zentralen Bergland und im Süden gibt es viele Sonnenstunden. Die Höchstwerte liegen zwischen 2 Grad im Oberpinzgau und 12 Grad im Mostviertel.

Am Freitag im Mittelgebirgsraum lokal Glättegefahr

Schelchte Sicht beim Autofahren

Mitteleuropa liegt derzeit unter dem Einfluss von Hoch SARENA mit Kern über Südosteuropa, welches für eine ausgeprägte Inversionswetterlage sorgt. In den Niederungen hält sich dabei gebietsweise beständiger Nebel oder Hochnebel, wie beispielsweise im Rhein-Main-Gebiet oder im Donauraum. Vereinzelt wurde hier sogar Industrieschnee beobachtet, wie etwa in Teilen von Frankfurt am Main.

Abseits der Nebelregionen sowie generell in mittleren Höhenlagen scheint dagegen verbreitet die Sonne. Die wärmste Wetterstation in ganz Deutschland war am Donnerstag der Hohenpeißenberg mit 9,4 Grad (Stand: 15 Uhr).

Mildes Wetter am Alpenrand. © www.foto-webcam.eu

Die Wetterlage stellt sich in den kommenden Stunden jedoch um, so zieht aus Nordwesten die Warmfront von Tief QUENTIN auf. Bereits am späten Donnerstagabend setzt im Nordwesten allmählich Regen ein, der sich bis Freitagmorgen bis etwa zu einer Linie Aachen-Dortmund-Hamburg ausbreitet.

Lokal Glättegefahr

In den Morgenstunden beginnt es in der Nordwesthälfte  verbreitet zu regnen, dabei besteht in windgeschützten Tal- und Beckenlagen von der Eifel über das Siegerland bis zum Harz bei frostigen Temperaturen die Gefahr von gefrierendem Regen. Die Böden sind zwar noch nicht gefroren, dennoch kann es lokal wie etwa auf Brücken zu Glätte kommen. Weiters kann der Regen auf freistehenden, metallischen Gegenständen wie etwa Autos anfrieren. Auch abseits dieser Regionen sollte man allerdings die Gefahr von Aquaplaning beachten.

Glättegefahr am Freitag (Stand: Donnerstag 15 Uhr). © www.uwr.de

Am Abend bzw. in der Nacht zum Samstag erfasst die Front schließlich auch den Südosten des Landes, dabei kann es streckenweise wie etwa im Werratal, im Thüringer Wald sowie später auch in Niederbayern zu leichtem gefrierenden Regen kommen.


Titelbild © Adobe Stock

Erste Eistage im Flachland

Eistag

Von einem Eistag spricht der Meteorologe, wenn die Temperatur den ganzen Tag über im Frostbereich verharrt. Solche Eistage treten bei uns im Flachland mehrmals jährlich auf. Allerdings schwankt die Anzahl der Eistage stark und ist abhängig von der vorherrschenden Großwetterlage im Winter.

Bisher sehr mild und wenig Frost

Die vergangenen Wochen verliefen relativ mild und es gab in den Niederungen im Herbst ungewöhnlich wenig Frosttage, von Eistagen ganz zu sprechen.

Anzahl der Frosttag 2019 Durchschnitt
Bregenz 3 7
Innsbruck 3 13
Salzburg 6 12
Linz 3 8
St. Pölten 4 11
Wien 2 8
Eisenstadt 1 10
Graz 0 12
Klagenfurt 0 18

Graz erlebte erst am Dienstag den ersten Tag mit Frost, nur 2014 wurde es in der steirischen Hauptstadt noch später das erste Mal frostig. Nun sorgt aber eingeflossene Kaltluft und das Hoch SARENA für winterliche Bedingungen, dabei stellt sich eine ausgeprägte Inversionswetterlage ein.

Inversionwetterlage

Zu dieser Jahreszeit stellt sich unter beständigem Hochdruckeinfluss eine sogenannte Inversionswetterlage ein. Diese zeichnet sich durch eine Umkehr der normalerweise vorherrschenden Abnahme der Temperatur mit der Höhe aus, so ist auf den Bergen milder als in den Tal- und Beckenlagen. Dafür verantwortlich sind die langen Nächte sowie die Subsidenz bei Hochdrucklagen.

Inversion mit Subsidenz. © UBIMET / www.foto-webcam.eu
Ein perfektes Beispiel für Inversion mit Subsidenz. © UBIMET / www.foto-webcam.eu

Kräftige Hochdruckgebiete sorgen in der freien Atmosphäre für eine absinkende Bewegung der Luft („Subsidenz“). Wenn Luft absinkt, dann gelangt sie unter höheren Luftdruck und wird demzufolge komprimiert und erwärmt. Dies hat zur Folge, dass die Luft im Gebirge oft sehr trocken und die Fernsicht ausgezeichnet ist. Die Grenze zum darunterliegenden Kaltluftsee wird dann besonders markant und fördert beständigen Nebel oder Hochnebel.

Erste Eistage am Donnerstag und Freitag

Am heutigen Mittwoch gibt es kaum Hochnebel und somit verbreitet Sonnenschein, die Inversionswetterlage bildet sich aber allmählich aus. Am Donnerstag und Freitag herrscht dann in den Niederungen im Donauraum, im östliche Flachland sowie im Südosten meist trübes und kaltes Wetter, während auf den Bergen weiterhin die Sonne scheint und hervorragende Fernsicht herrscht.

Höchstwerte am Freitag
Höchstwerte am Freitag Quelle: UBIMET

In den ganztags trüben Regionen stellt sich bereits am Donnerstag ein Eistag ein, am Freitag tritt dieser wohl noch verbreiteter auf. Dann muss man sich auch in Wien auf den ersten Eistag der Saison einstellen. Allerdings geht die Inversionswetterlage bereits am Samstag mit einer schwachen Front zu Ende und auch in der kommenden Woche kündigt sich unter vorherrschenden Tiefdruckwetter im Flachland keine frostige Wetterphase mehr an.

Titelbild: Adobe Stock

3. Dezember 1999: Orkantief Anatol fegt über die Nordsee

Ausgerissene Straßenschilder © Seewetter Kiel

Am 2. Dezember 1999 entwickelte sich aus einer kleinen Störungszone westlich von Irland ein Tiefdruckgebiet. Das System wanderte rasch ostwärts und vertiefte sich durch begünstigte atmosphärische Bedingungen in der Höhe sehr schnell. Innerhalb von 12 Stunden erreichte der Kerndruck 952 hPa und aufgrund der hohen Windgeschwindigkeiten wurde das Tief am 3. Dezember zu einem Orkantief hochgestuft.

Satellitenbild Anatol @NOAA
Satellitenbild Anatol @NOAA

Extrem hohe Windgeschwindigkeiten

Der Orkan zog dann in voller Stärke in der Nacht auf den 4. Dezember über die Nordsee hinweg. Vor allem in Dänemark kam es zu massiven Schäden, leider waren auch einige Todesopfer zu beklagen. Im Norden Deutschlands traten Windböen auf, die neue Rekordmarken für die damaligen Messstationen darstellten. So wurde etwa in List auf Sylt eine Windböe von unglaublichen 185 km/h gemessen. Wegen Problemen mit der Stromversorgung fiel die Station dann aber für mehrere Stunden aus. Somit kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sogar noch stärkere Böen gab. Neben Bäumen wurden auch einige Straßenschilder aus dem Boden gerissen, dies verdeutlichte die extreme Kraft des Sturms. Weiters kam es auch zu einer fünfeinhalb Meter hohen Sturmflut an der Nordseeküste in Schleswig-Holstein und Dänemark.


Am 4. Dezember war aber auch schon wieder alles vorbei, der Sturm zog weiter in Richtung Ostsee und schwächte sich dann über dem Baltikum ab.

Maximale Windböen vom den 3. Dezember 1999 ©DWD

Jahr der Stürme

Generell war der Winter 1999 geprägt von Stürmen. So fegten auch noch zwei weitere Winterstürme über Deutschland hinweg. Neben Sturmtief MARTIN führte besonders der Orkan LOTHAR zu extrem hohen Schäden in Süddeutschland. Im Schwarzwald hat der Sturm LOTHAR sogar mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h eine breite Schneise in den Wald gerissen.

Sturmschäden im Schwarzwald durch Orkan Lothar ©planetwissen

Titelbild: ©seewetter-kiel.de

Taifun KAMMURI wütet auf den Philippinen

Taifun Kamurri

Taifun KAMMURI hat sich am Montag kurz vor der philippinischen Küste zu einem Tropensturm der Kategorie 4 verstärkt und ist vergangene Nacht als sogenannter Supertaifun auf die Westküste der Hauptinsel Luzon getroffen.

Kamurri zieht über die Philippinen hinweg
Kammuri zieht über die Philippinen hinweg

Vorsorglich wurde bereits rund 100.000 Personen evakuiert und ins Landesinnere gebracht. Als der Tropensturm auf die Küste traf gab es Windböen von bis zu 240 km/h, eine Sturmflut und enorme Regenmengen.

Großflächige Zerstörung durch Taifun

Durch den Sturm wurde Häuser abgedeckt, umgestürzte Bäume sorgten für Stromausfälle und im Landesinneren kam es zu Überflutungen.

Zieht südlich an Manila vorbei

Durch die Interaktion mit dem Land hat sich der Tropensturm in den vergangenen Stunden zu einem Sturm der Kategorie 1 abgeschwächt und zieht knapp südlich an der Hauptstadt und Millionenmetropole Manila vorbei. Vorsorglich wurde der Flugbetrieb eingestellt und auch die meisten Schulen bleiben geschlossen.

Weitere Zugbahn von Kammuri
Weitere Zugbahn von Kammuri

In weiterer Folge zieht KAMMURI westwärts ins Südchinesische Meer und dürfte sich dort weiter abschwächen. Somit scheint der Tropensturm keine Gefahr für Südchina oder Vietnam darzustellen.

Titelbild: himawari8.nict.go.jp/

Schnee bis in die Niederungen

Schnee am Hocheck im Wienerwald. Quelle: Adobe Stock

In der Nacht auf Montag – pünktlich zum meteorologischen Winterbeginn – schwenkte ein Trog über den Alpenraum; Die mit der nordwestlichen Höhenströmung in den Alpenraum transportierte Luft  sorgte für eine winterliches Bild, teils auch in den Niederungen.
Auf folgendem Bild ist sind die Neuschneesummen dargestellt:

Neuschnee von 0 bis 11 Uhr, 2.12.2019. Quelle: UBIMET
Neuschnee von 0 bis 11 Uhr, 2.12.2019. Quelle: UBIMET

 

Der Niederschlagsschwerpunkt lag vor allem in der Obersteiermark. Im Mürztal fielen 5 bis 10 cm, auf den Bergen, wie etwa am Grimming, waren es auch bis 20 cm.

Neuschneezuwachs auf dem 2350 m hohen Grimming. Quelle: lawine-steiermark.at
Neuschneezuwachs auf dem 2350 m hohen Grimming. Quelle: lawine-steiermark.at

 

St. Lorenzen im Mürztal

Mürzzuschlag

 

Weitaus geringer, wie auch in der Neuschnee-Grafik oben zu erkennen, waren die Mengen im Mariazellerland und im Mostviertel, aber zumindest für eine hauchdünne Auflage hat es hier gereicht:

Nur angezuckert: Mariazell. Quelle: mariazell.at
Nur angezuckert: Mariazell. Quelle: mariazell.at

 

Wenig Neuschnee in Lunz, Quelle: https://www.lunz.at/m1/m1/webcam.jpg
Wenig Neuschnee in Lunz, Quelle: https://www.lunz.at/m1/m1/webcam.jpg

 

Eine winterliche Schneedecke gab’s auch im Wald- und Mühlviertel:

Moorbad, Harbach

Tautendorf bei Gars am Kamp

 

Auch in den höher gelegenen Randbezirken Wiens fielen ein paar Flocken. Vorübergehendes Schneegestöber wurde auch im Wienerwald und am Bisamberg, nördlich der Stadt, beobachtet:

https://www.foto-webcam.eu/webcam/bisamberg/2019/12/02/0820https://www.foto-webcam.eu/webcam/bisamberg/2019/12/02/0820

 

Auf der Karte der Gesamtschneehöhe sind nun auch die östlichen Alpenausläufer und der Norden eingefärbt, weiters sticht deutlich der Südwesten hervor: Mehrere Italientiefs brachten in Osttirol und Oberkärnten Rekordniederschläge:

Gesamtschneehöhe 2.12.2019, 6:00 Uhr. Quelle: UBIMET
Gesamtschneehöhe 2.12.2019, 6:00 Uhr. Quelle: UBIMET

 

Ausblick

In den kommenden Tagen stellt sich mit dem Hoch SERENA verbreitet ruhiges Frühwinterwetter ein. Die Nächte verlaufen meist frostig und in den Niederungen nimmt die Neigung für Nebel- und Hochnebel wieder zu. Besonders am Mittwoch und Donnerstag sind auf den Bergen aber auch einige Sonnenstunden zu erwarten, in rund 1500 Meter steigen die Temperaturen auf knapp +10 Grad, während in den tiefen Lagen stellenweise je nach Wolken und Wind Dauerfrost angesagt ist.

 

Quelle Titelbild: Schnee am Hocheck im Wienerwald / Adobe Stock

1. Dezember: Meteorologischer Winterbeginn

Winterliche Kälte lässt Seifenblasen gefrieren.

Astronomischer Winter

Durch die Wintersonnenwende, die mit der längsten Nacht und dem kürzesten Tag des Jahres einhergeht, wird der astronomische Beginn des Winters festgelegt. Der kalendarische Eintrittspunkt variiert und fällt, abhängig vom Abstand zum letzten Schaltjahr, immer entweder auf den 21. oder 22. Dezember. Im Jahr 2019 fällt der kalendarische Winterbeginn auf den 22. Dezember. Beendet wird der Winter stets durch die Tag-und-Nacht-Gleiche, dem sogenannten Äquinoktium, am 20. oder 21. März.

Gut zu sehen ist die Ursache für die Jahreszeiten bei uns auf der Erde auf folgender Grafik: Auf ihrem Weg um die Sonne (1 Umlauf dauert 365 Tage) ist die Nordhalbkugel rund um den 21.12. der Sonne abgeneigt, wir erhalten also viel weniger Strahlung von der Sonne als im Sommer (da ist die Nordhalbkugel der Sonne zugeneigt). Dieses unterschiedliche Strahlungsangebot sorgt für die Jahreszeiten.

Die Roation der Erde um die Sonne verursacht Jahreszeiten.
Die Rotation der Erde um die Sonne verursacht Jahreszeiten.

Meteorologischer Winter

Die Meteorologie hat aus statistischen Gründen den Beginn des Winters auf den 1. Dezember festgelegt. So können Statistiken bzw. Klimavergleiche leichter erstellt werden. Der Winter geht in der Meteorologie somit immer vom 1. Dezember bis zum letzten Tag des Februars. Ausgenommen davon ist natürlich die Südhalbkugel, hier sind alle Jahreszeiten um jeweils ein halbes Jahr verschoben.

Phänologischer Winter

Eine weitere Festsetzung des Winterzeitraums findet in der Phänologie statt. Als Winter wird hier jene Zeitspanne definiert, in der alle Bäume ihr Laub verloren haben (von wenigen Ausnahmen wie z.B. wintergrünen Laubgehölzen abgesehen), das Wintergetreide aufläuft und im Allgemeinen Vegetationsruhe herrscht. Der phänologische Winter dauert meist von Ende November/Anfang Dezember bis Mitte/Ende Februar, also recht ähnlich zu seinem meteorologischen Pendant.

Quelle Titelbild: https://pixabay.com/

Tief OLAF bringt ein wenig Schnee

Schneefall im Herbst

Der Alpenraum liegt am ersten Adventssonntag zwischen Hoch ROMY über Osteuropa und Tief OLAF über Frankreich. Die daraus resultierende Südströmung sorgt in den Nordalpen vorübergehend für Südföhn, so wurden etwa in Ellbögen im Wipptal bereits Sturmböen bis 77 km/h gemessen. Noch stärker macht sich der Wind auf den Bergen bemerkbar, wie etwa am Brunnenkogel in den Ötztaler Alpen mit 126 km/h.

Tief OLAF bringt die ersten Schneeflocken im Flachland. © FU Berlin / DWD / Disney

Gegen Abend verdichten sich die Wolken im gesamten Land und am Abend setzt von Vorarlberg bis Oberkärnten leichter Regen und Schneefall ein. Die Schneefallgrenze liegt zwischen den Tallagen in Osttirol und etwa 1000 m in Vorarlberg.

Regen und Schneefall

In der Nacht auf Montag greift das Niederschlagsgebiet nach und nach auf das gesamte Land über, dabei sinkt die Schneefallgrenze an der Alpennordseite allmählich gegen 300 m ab. Die Niederschlagsmengen bleiben überall gering, nur im südlichen Kärnten sind Summen um 10 Liter pro Quadratmeter zu erwarten. Im Süden pendelt die Schneefallgrenze allerdings zwischen manchen Tallagen in Oberkärnten und etwa 1200 m nach Südosten zu.

Besonders von den Ötztaler bis zu den Gurktaler Alpen gibt es etwas Neuschnee. C UBIMET
Besonders im zentralen Bergland gibt es etwas Neuschnee. © UBIMET

Am Montagmorgen geht der Regen auch im östlichen Flachland vorübergehend in Schneeregen oder Nassschnee über, somit kündigen sich hier die ersten Flocken der Saison an. Schneeakkumulation ist allerdings nicht zu erwarten und auch im Bergland bleiben die Mengen gering. Nennenswerte Neuschneemengen um 10 cm sind am ehesten in höheren Lagen von den Ötztaler Alpen bis zu den Karawanken in Sicht. Am späten Montagvormittag geht der Regen voraussichtlich auch im äußersten Südosten kurzzeitig in Schneeregen über, aus Nordwesten macht sich am Nachmittag aber rasch Hochdruckeinfluss bemerkbar und Regen und Schneefall klingen weitgehend ab.

Montagmorgen zeichnet sich auch in Wien Schneeregen (gelb) bzw. Schnee (grün) ab.

Hochdruckeinfluss ab Dienstag

Am Dienstag gerät der Alpenraum unter den Einfluss von Hoch SARENA, lediglich in den Nordalpen vom Salzkammergut bis zum Semmering gehen bis Dienstagvormittag noch vereinzelte Schneeschauer nieder. Sonst bleibt es meist trocken und besonders im Süden und Westen scheint oft die Sonne.

Sonne und Frost

Dienstagnacht gibt es im gesamten Land Frost, selbst im Donauraum und im östlichen Flachland zeichnen sich am Mittwoch Frühtemperaturen zwischen -6 und -2 Grad ab. In höheren Tallagen der Alpen ist auch mit strengem Frost unter -10 Grad zu rechnen. Untertags dominiert dann aber verbreitet der Sonnenschein, lediglich am Bodensee und im Klagenfurter Becken hält sich zeitweise Hochnebel.

Prognose der Tiefstwerte in der Nacht auf Mittwoch. © UBIMET

 

Titelbild © Adobe Stock

Straßenverhältnisse im Herbst: 5 Herausforderungen für Autofahrer

Straße im Herbst

Die Umstellung von Sommerzeit auf Winterzeit findet zwar erst in zwei Wochen statt, doch schon jetzt werden die Tage merklich kürzer. Der Pendelverkehr verlagert sich nun zunehmend in die Dämmerung. Mehrere Gefahrenquellen werden somit für Autofahrer zunehmend zum Thema:

  • Sonnenblendung
  • Wildwechsel
  • Nebel
  • Eis
  • Laub

Sonnenblendung

Die Sonne steht derzeit bereits recht tief am Himmel, so kommt es besonders in den Morgen- und Abendstunden vor, dass man beim Autofahren direkt in die Sonne schaut. Dies wirkt sich negativ auf die Sichtweite aus, im Extremfall wird es sogar vergleichbar zu einer Nebelsituation. Selbst die Sonnenblende hilft manchmal nicht, sondern nur eine Verminderung der Fahrgeschwindigkeit.

Wildwechsel

Besonders jetzt im Herbst ist zur Dämmerung viel Wild unterwegs. Da Wildtiere meist auf bekannten Wegen die Verkehrsstraßen der Menschen passieren, warnen Hinweisschilder genau vor dem Wildwechsel. Somit kann die Gefahr von Zusammenstößen zwischen Autos und Wildtieren zumindest minimiert werden. Nichtsdestotrotz gibt es Jahr für Jahr zahlreiche Unfälle!

Gefahr von Wildwechsel auf den Straßen.
Gefahr von Wildwechsel auf den Straßen. © pixabay.com

Nebel und Eis

In den kommenden Wochen nimmt die Nebelanfälligkeit kontinuierlich zu. Bekannte Nebelregionen sind beispielsweise der Bodenseeraum, der Donauraum, das Klagenfurter Becken und das Schweizer Mittelland. Die Sichtweite kann dabei drastisch abnehmen! Frost ist ein Wetterparameter, der erst zum Ende des Herbstes wirklich verbreitet auftritt, in Tal- und Beckenlagen kann es aber bereits jetzt Bodenfrost geben. Besonders auf Brücken kann es dann in den Nächten nach Durchzug einer Wetterfront glatt werden und in klaren Nächten kann sich Reif bilden. Dies ist in den kommenden Wochen besonders gefährlich, da viele Autos noch mit Sommerreifen unterwegs sind.

Raureif und Nebel
Reif und Nebel im Herbst. © Adobe Stock

Rutschiges Laub

Herabfallendes Laub ist vor allem bis Mitte November ein Problem. Gerade nach windigen Tagen sowie kalten Nächten präsentieren sich viele Straßen übersät von bunten Blättern. In Kombination mit Regen oder Tau wirkt das nasse Laub wie ein natürliches Schmiermittel. Allgemein bleiben die Straßen nach einem Frontdurchgang zudem immer länger feucht.

Laub auf den Straßen im Herbst.
Laub auf den Straßen im Herbst. © Adobe Stock

Titelbild © Adobe Stock

1. Advent: Etwas Schnee im Südwesten

Zwischenhoch ROMY sorgt am Samstag für zunehmend freundliches Wetter, nur mehr vereinzelt ziehen noch schwache und kurze Schauer durch. Allerdings zieht Tief OLAF bis zum Sonntag vom Atlantik nach Südwesteuropa und spaltete sich dort in mehrere Teiltiefs auf.

Frontenkarte für Sonntag

Dabei nähert sich ein Randtief am Sonntag dem Südwesten von Deutschland an.

Etwas Schnee zum 1. Advent

Der Sonntag startet im Südwesten bereits mit dichten Wolken und am Vormittag setzt im Saarland und im Südwesten Regen ein. Besonders in Oberschwaben und im Bereich der Alb besteht dabei Glättegefahr durch gefrierenden Regen. Im Tagesverlauf breitet sich der Regen etwa bis auf die Linie Eifel-Fränkische Alb aus und die Schneefallgrenze sinkt von Norden her auf 700 bis 300 m ab.

Neuschneeprognose. © UBIMET

Die Niederschlagsmengen fallen meist gering aus, sodass sich in den betroffenen Regionen oftmals nur eine hauchdünne Schneedecke ausbildet. Etwas mehr Schnee kann in höheren Lagen der Eifel, vom Hunsrück sowie in der Nacht dann auch am Alpenrand fallen. Streckenweise kann es hier also zu winterlichen Straßenverhältnisse kommen. In der Nacht zieht der leichte Schneefall dann in Richtung Alpenrand ab.

Am Montag Schneeschauer im Osten

Am Montag klingt der leichte Schneefall an den Alpen rasch ab und Deutschland liegt zwischen Hoch SARENA über Westeuropa und Tief NICOLAS am Nordkap in einer kalten Nordströmung.

Großwetterlage am Montag
Großwetterlage am Montag ©UBIMET

Dabei ist die polare Kaltluft vor allem im Osten auch schaueranfällige. Somit sind besonders in Brandenburg, Berlin und Sachsen einzelne Schneeregen- und Schneeschauer zu erwarten. In weiterer Folöge setzt sich dann SARENA durch und über Deutschland bildet sich eine kräftige Inversionswetterlage auf. Vor allem in der Südhälfte bleibt es dann in den Niederungen kalt und nebelanfällig, auf den Mittelgebirgen wird es bis zur Wochenmitte hingegen markant milder.

Titelbild: Adobe Stock