Rückblick: Temperatursturz Silvester 1978/79

Die Wetterlage nach Weihnachten im Jahre 1978 war durchaus eine besondere. Zuerst suchte ein massiver Schneesturm den Norden Deutschlands heim, gefolgt von einem Temperatursturz, der mancherorts bis heute noch Rekorde hält für die tiefste Temperatur. Nur wenige Wochen später, Mitte Februar, stellte sich aber bereits eine ähnliche Wetterlage mit einem erneut massivem Schneesturm ein.

Die Großwetterlage

Ein kräftiger Tiefdruckkomplex über dem Ostatlantik führte feucht-warme Luftmassen aus Süden heran, während ein kräftiges Hoch über Skandinavien sehr kalte und trockene Luftmassen aus Nordrussland einströmen ließ.

In folgender Abbildung sieht man die Großwetterlage mit den weißen Linien für die Isobaren, farblichen Markierungen für die Luftmassen (blau & violett steht hierbei für trockene und kalte Luftmassen) und schwarz hervorgehoben die heutige BRD.

Großwetterlage vom 31.12.1978 um 0-UTC, Quelle: wetter3.de

Genau über Norddeutschland stießen diese beiden völlig gegensätzlichen Luftmassen am 28. Dezember zusammen, wobei die feucht-warmen nach oben verdrängt wurden und somit zu ergiebigen Niederschlägen und Neuschneemengen führten. Aufgrund der heftigen Schneefälle musste mancherorts Katastrophenalarm ausgelöst werden.

Enorme Schneemassen in Norddeutschland, Quelle: dpa

Die starken Luftdruckgegensätze äußerten sich zudem noch in einem kräftigen Sturm. Dieser führte wiederum dazu, dass viele Ortschaften bei meterhohen Schneeverwehungen auf den Straßen eingeschneit und von der Außenwelt abgeschnitten wurden. Räumdienste kamen gegen diese Massen an Schnee nicht mehr an, Panzer mussten den Eingeschneiten helfen und Schwangere mit Helikoptern in die Krankenhäuser fliegen. Der Begriff „Heli-Babys“ wurde dabei mit ihnen geboren.

Verschneite Straßen, Quelle: dpa

 

Temperatursturz

Das angesprochene Tief, welches zuerst noch die feucht-warmen Luftmassen nach Norden lenkte, zog über Silvester nach Osten weiter:

Verlauf der Großwetterlage, Quelle: wetter3.de

Rückseitig des Tiefs strömten in der Silvesternacht die polaren Luftmassen folglich über Deutschland hinweg bis in den Süden. Während in Thüringen und Sachsen-Anhalt an Silvester bereits Tagesmitteltemperaturen von -20 Grad gemessen wurden, war es in Bayern und Baden-Württemberg mit bis zu +10 Grad noch sehr warm:

Tägliche Temperatur-Minima im zeitlichen Verlauf, Quelle: mtwetter.de

Energiekrise

Der enorme Temperatursturz und auch die großen Schneemengen im Norden führten besonders in der damaligen DDR zu Schwierigkeiten in der Energieversorgung.
Mit einem Wasseranteil von 60% gefror die Braunkohle nach vorausgegangenen Regenfällen in den Güterwaggons und konnte für die Kraftwerke nicht mehr verarbeitet werden. Letztere mussten teilweise lahmgelegt werden. Der mit 49,5 Hertz eh schon grenzwertig niederfrequente Strom in der DDR drohte noch weiter zu fallen, die landesweite Energieversorgung stand an einem kritischen Punkt, was besonders dramatisch war für die eingeschneiten Bezirke.
Letztlich – und noch nie zuvor geschehen – mussten in der Silvesternacht bei bis zu -25 Grad Außentemperatur die ganzen Bezirke Erfurt, Suhl und Gera vom Strom genommen werden.

 

Titelbild: Schneemassen in Norddeutschland, Quelle: dpa

Plötzliche Stratosphärenerwärmung: Kommt eine Kältewelle?

Der stratosphärische Polarwirbel ist ein großräumiges Höhentief über der Arktis, das sich in einer Höhe zwischen 10 und 50 km befindet. Er ist gefüllt mit sehr kalter Luft, die in der Stratosphäre Werte um -80 Grad erreichen kann. Ein stark ausgeprägter Polarwirbel sorgt in den mittleren Breiten meist für mildes, westwinddominiertes Wetter. Wenn der Polarwirbel aber von der Arktis verdrängt wird oder in mehrere Teile gespalten wird, steigen die Chancen auf markante Kaltausbrüche in Mitteleuropa an.

Die mittlere zonale Windkomponente „U“ in 30 km Höhe ändert sich von West (27 m/s) aus Ost (-18 m/s) . © ECMWF / FU Berlin

Plötzliche Stratosphärenerwärmung

In manchen Jahren kommt es im Winter zu einer sogenannten plötzlichen Stratosphärenerwärmung über der Arktis, wobei es in etwa 25 km Höhe innerhalb weniger Tage einen Temperaturanstieg von mehr als 50 Grad gibt. Der stratosphärische Polarjet wird dabei unterbrochen und es kommt zu einer Umkehr der West- in Ostwinde. Die Auswirkungen können zeitlich etwas verzögert über Wochen hinweg zu spüren sein, weshalb auch länger andauernde Kältephasen möglich sind, wie beispielsweise im Februar 2018 (unter Meteorologen bzw. im englischen Sprachraum als „the Beast from the East“ bekannt).


Die saisonalen Prognosemodelle haben bislang für den Hochwinter überdurchschnittlich hohe Temperaturen in Europa und vor allem in Russland berechnet, definitiv keine rosigen Aussichten für Winterfreunde. Derzeit liegt Europa allerdings unter dem Einfluss eines umfangreichen Tiefdruckgebiets, welches milde Luft zum Schwarzen Meer führt, während kalte Luftmassen weite Teile Westeuropas erfasst haben.

Prognose der Temperaturabweichungen für Jänner und Februar von CFS. © NOAA

Kälte ab Ende Januar?

Für die zweite Monatshälfte sowie den Februar werden die Karten aufgrund der plötzlichen Stratosphärenerwärmung bzw. des schwachen Polarwirbels neu gemischt. Erste Modelle berechnen ab etwa der zweiten Januarhälfte unterdurchschnittliche Temperaturen in Skandinavien und im Norden Russlands – ganz im Gegensatz zu den bisherigen saisonalen Prognosen. Wenn dort sehr kalte Luft lagert, ist der Weg bis nach Deutschland jedenfalls nicht mehr so weit. Die Prognoseunsicherheit für den weiteren Winter ist größer denn je, die Aussichten für Winterfreunde stehen nun aber etwas besser als noch vor ein paar Wochen.

Ausblick für den Januar. © EFFIS / ECMWF

In der Silvesternacht ruhig und oft frostig

Feuerwerk in Wien. © www.foto-webcam.eu

Der Donnerstag startet im Süden und Osten bewölkt und besonders in Kärnten und in der Weststeiermark fallen anfangs noch ein paar Schneeflocken. Tagsüber bleibt es weitgehend trocken und vor allem von Nordtirol über Oberösterreich bis ins Weinviertel scheint häufig die Sonne. Am Nachmittag ziehen im Westen dann hochliegende Wolken auf.

In der Silvesternacht im Osten Nebel

Der Jahreswechsel gestaltet sich ruhig und trocken, aber frostig: Die Temperaturen liegen zu Mitternacht zwischen -10 Grad in den Hochtälern am Alpenhauptkamm und etwa 0 Grad am Bodensee und im Seewinkel. Im Westen ist der Himmel durch hochliegende Wolken bewölkt, im zentralen Bergland und am Alpenostrand ist es dagegen oft klar. In den Niederungen des Ostens breitet sich spätestens ab Mitternacht allerdings vielerorts Nebel aus.

Temperaturen in der Silvesternacht.

Zu Neujahr Hochnebel, im Süden aufkommender Schnee

Der Freitag, Neujahr, verläuft besonders im Donauraum und im Nordosten meist trüb durch zähen Hochnebel. Etwas Sonnenschein gibt es in den Nordalpen und am Alpenostrand, aus Süden ziehen aber vermehrt Wolken auf und ab dem Nachmittag beginnt es in Osttirol und Oberkärnten allmählich zu schneien. Die Höchstwerte liegen zwischen -3 Grad in Osttirol und +4 Grad am Bodensee. Am Wochenende schneit es im Süden neuerlich häufig, in Oberkärnten sind wieder 30 bis 50 cm Neuschnee in Sicht bzw. im Lesach- und Gailtal mitunter auch etwas mehr.

Plötzliche Stratosphärenerwärmung: Wie wird der Hochwinter?

Der stratosphärische Polarwirbel ist ein großräumiges Höhentief über der Arktis, das sich in einer Höhe zwischen etwa 10 und 50 km befindet. Wie jedes Tiefdruckgebiet auf der Nordhalbkugel dreht sich der arktische Polarwirbel gegen den Uhrzeigersinn. Er ist gefüllt mit sehr kalter Luft, die in der Stratosphäre Werte um -80 Grad erreichen kann. Seine Stärke hängt vom Temperaturunterschied zwischen dem Äquator und den Polen ab, daher erreicht er seine maximale Ausprägung meist im Jänner. Ein stark ausgeprägter Polarwirbel – wie zuletzt im Winter 2019/20 der Fall – sorgt in den mittleren Breiten meist für mildes, westwinddominiertes Wetter. Wenn der Polarwirbel aber von der Arktis verdrängt wird oder in mehrere Teile gespalten wird, steigen die Chancen auf markante Kaltausbrüche in den mittleren Breiten an. Die aktuellen Modellprognosen deuten nach dem Jahreswechsel auf einen stark gestörten Polarwirbel.

Die mittlere zonale Windkomponente „U“ in 30 km Höhe ändert sich von West (27 m/s) aus Ost (-18 m/s) . © ECMWF / FU Berlin

Plötzliche Stratosphärenerwärmung

In manchen Jahren kommt es im Winter zu einer sog. plötzlichen Stratosphärenerwärmung über der Arktis, wobei es in etwa 25 km Höhe innerhalb weniger Tage einen Temperaturanstieg von mehr als 50 Grad gibt. Der stratosphärische Polarjet wird dabei unterbrochen und es kommt zu einer Umkehr der West- in Ostwinde. Mit einer Verzögerung von ein paar Wochen kann sich diese Umkehr auch in der Troposphäre bemerkbar machen: Der Jetstream verlagert sich südwärts bzw. mäandriert stärker, somit steigen die Chancen für markante Kaltluftausbrüche in mittleren Breiten deutlich an. Die Auswirkungen können zudem über Wochen hinweg zu spüren sein, weshalb auch länger andauernde Kältephasen möglich sind, wie beispielsweise im Februar 2018 (unter Meteorologen bzw. im englischen Sprachraum als „the Beast from the East“ bekannt).


Die saisonalen Prognosemodelle haben bislang für den Hochwinter überdurchschnittlich hohe Temperaturen in Europa und vor allem in Russland berechnet, definitiv keine rosigen Aussichten für Winterfreunde. Derzeit liegt Europa allerdings unter dem Einfluss eines umfangreichen Tiefdruckgebiets, welches milde Luft zum Schwarzen Meer führt, während kalte Luftmassen weite Teile Westeuropas erfasst haben. Österreich liegt dabei genau im Übergangsbereich, wobei sich der Tiefdruckeinfluss und die kalten Luftmassen am Rande eines blockierenden Hochs über dem Nordatlantik nach dem Jahreswechsel tendenziell etwas ostwärts verlagern. Aus heutiger Sicht zeichnet sich somit auch hierzulande in der ersten Monatshälfte bzw. ggbfs auch noch zur Monatsmitte ein winterlicher Wetterabschnitt mit Schnee auch in tiefen Lagen ab.

Prognose der Temperaturabweichungen für Jänner und Februar von CFS. © NOAA

Für die zweite Monatshälfte sowie den Februar werden die Karten aufgrund der plötzlichen Stratosphärenerwärmung bzw. des schwachen Polarwirbels neu gemischt. Erste Modelle berechnen ab etwa der zweiten Jännerhälfte unterdurchschnittliche Temperaturen in Skandinavien und im Norden Russlands – ganz im Gegensatz zu den bisherigen saisonalen Prognosen. Wenn dort sehr kalte Luft lagert, ist der Weg bis nach Mitteleuropa jedenfalls nicht mehr so weit. Die Prognoseunsicherheit für den Kern des Winters ist größer denn je, die Karten für Winterfreunde stehen nun aber etwas besser als noch vor ein paar Wochen.

Ausblick auf den Jänner. © EFFIS / ECMWF

Rekord: In Osttirol und Oberkärnten nassester Dezember seit Messbeginn

Weihnachten

Der Dezember 2020 war landesweit 1,9 Grad milder als im langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 und von mehreren Südlagen geprägt. Damit setzt sich die Serie an milden Dezembermonaten fort: Leicht unterdurchschnittlich verlief der Dezember zuletzt im Jahre 2012. Die größten Abweichungen von teils mehr als +3 Grad wurden vom Salzkammergut bis ins Weinviertel verzeichnet, nahezu durchschnittlich war der Monat dagegen am Tiroler Alpenhauptkamm sowie in Osttirol und Oberkärnten. An einer Station des Landes war der Monat sogar unterdurchschnittlich temperiert: In Lienz konnte die Luft dank der windgeschützten Lage und des schneebedeckten Bodens vor Ort effektiv abkühlen, somit beträgt die Abweichung zum Mittel -1 Grad.

Klima im Dezember 2020
Temperaturabweichungen im Dezember.

Eistage mit einem Höchstwert unter 0 Grad waren generell selten, in Bregenz und Linz gab es gar keinen einzigen. In Wien, Graz, St. Pölten, Eisenstadt und Innsbruck wurde lediglich ein Eistag verzeichnet, in Salzburg waren es 2 und Klagenfurt 5. Üblich wären meist etwa 5 bis 6 bzw. in Klagenfurt sogar 11.

Extreme Südstaulagen

Bereits kurz nach Monatsanfang kam es am vom 4. bis zum 6. zu einem schweren Föhnsturm in den Nordalpen und ergiebigen Schneemengen in Osttirol und Oberkärnten. In den Nordalpen wurden orkanartige Böen bis 109 km/h gemessen und die Temperaturen kletterten in der Eisenwurzen auf bis zu 17 Grad. In Osttirol und Oberkärnten wurde dagegen innerhalb von nicht einmal zwei Tagen bereits mehr Niederschlag gemessen, als normalerweise in einem ganzen Winter zu erwarten ist. In den Tälern gab es dabei teils mehr als 1 Meter Neuschnee und auf den Bergen herrschte in Osttirol die höchste Lawinenwarnstufe 5. Ein weiteres Italientief folgte am 8. Dezember, danach herrschte längere Zeit ruhiges Wetter, ehe am 28. ein neues Italientief selbst im Raum Villach rund 40 cm Neuschnee brachte.

Starker Schneefall in Lienz. © www.alpenkaiser.com

In Lienz, Sillian und Döllach war der Dezember der niederschlagsreichste Monat der jeweiligen Messgeschichte. In Summe gab es etwa in Lienz 443 Liter pro Quadratmeter Niederschlag, also 850% des durchschnittlichen Dezemberniederschlags von 52 Liter pro Quadratmeter. Noch mehr Niederschlag wurde im Lesachtal mit 537 Liter pro Quadratmeter in Kornat gemessen. Neue Monatsrekorde wurden zudem in ganz Osttirol sowie in weiten Teilen Oberkärntens aufgestellt. Vereinzelt wurden auch bei der maximalen Schneehöhe neue Monatsrekorde aufgestellt, wie etwa in St. Jakob in Defereggen mit 143 cm und Kornat mit 149 cm. Auch in Lienz war der Dezember der schneereichste Monat der dortigen Messgeschichte. Deutlich zu trocken war der Monat hingegen an der Alpennordseite, so gab es vom Außerfern bis ins Weinviertel oft weniger als 50% des üblichen Dezemberniederschlags.

Anteil des durchschnittlichen Dezemberniederschlags.

In den Niederungen wenig Sonnenschein

Hand in Hand mit den Südstaulagen kam es in den Nordalpen mehrmals zu stürmischem Föhn, klassische Weststürme sind dagegen vollständig ausgeblieben. Abgesehen von den Südlagen war der Monat somit durch anhaltende Inversionswetterlagen geprägt. Während man dabei im Bergland viel Sonnenschein genießen konnte, gab es von Unterkärnten bis ins östliche Flachland oft beständigen Hochnebel. In Pörtschach gab es im gesamten Monat nur 7 bzw. in Klagenfurt 10 Sonnenstunden. Das entspricht lediglich 10 bis 15% des Solls. Vom Grazer Becken bis ins Wiener Becken wurde die Bilanz erst nach Weihnachten etwas aufgebessert, auch hier war der Monat mit nur 30 bis 45% der üblichen Sonnenstunden aber einer der trübsten der Messgeschichte. Teils überdurchschnittliche Werte wurden dagegen in den Nordalpen aufgestellt, Spitzenreiter ist Bad Aussee mit sogar 150% des Solls.

Abweichung der Sonnenstunden im Dezember.

Extremwerte Dezember 2020

Stand: 30.12.2020, 10 Uhr (Bundesland, Tag des Auftretens)

Höchste Temperaturen
  • 17,0 Grad Schönau an der Enns (OÖ, 5.)
  • 16,9 Grad Waidhofen an der Ybbs (NÖ, 5.)
  • 16,7 Grad Bad Ischl (OÖ, 6.)
Höchstwerte pro Bundesland.
Tiefste Temperaturen Hochtäler
  • -20,4 Grad St.Michael/Lungau (S, 27.)
  • -19,9 Grad St. Jakob/Defereggen (T, 27.)
  • -18,3 Grad Mariapfarr (S, 27.)
Tiefstwerte pro Bundesland.
Tiefste Temperaturen unter 1000 m Seehöhe
  • -15,9 Grad Lienz (T, 27.)
  • -14,9 Grad Summerau (OÖ, 27.),
  • -14,3 Grad Mittersill (S, 4.)
Anzahl Eistage (Höchstwert unter 0 Grad)
  • 20 St. Jakob/Defereggen (T)
  • 19 Dellach (K), Semmering (NÖ)
  • 17 St.Michael/Lungau, Tamsweg, Mariapfarr (S), Preitenegg, Bad Bleiburg (K)
Nasseste bewohnte Orte
  • 537 Liter pro Quadratmeter Kornat (K)
  • 457 Liter pro Quadratmeter Kötschach-Mauthen (K)
  • 443 Liter pro Quadratmeter Lienz (T)
  • 401 Liter pro Quadratmeter Dellach (K)
  • 387 Liter pro Quadratmeter Sillian (T)
Niederschlagsmengen im Dezember 2020. © UBIMET
Trockenste Orte
  • 13 Liter pro Quadratmeter Limberg (NÖ)
  • 14 Liter pro Quadratmeter Langenlois, Allentsteig (NÖ)
  • 15 Liter pro Quadratmeter Litschau, Raabs/Thaya, Irnfritz, Gars am Kamp, Laa/Thaya (NÖ)
Absolut sonnigste Stationen
  • 100 Sonnenstunden Dachstein/Hunerkogel (OÖ)
  • 98 Sonnenstunden Feuerkogel (OÖ)
  • 96 Sonnenstunden Rax Bergstation (NÖ)
Sonnigste bewohnte Orte
  • 80 Sonnenstunden Ramsau am Dachstein (ST)
  • 76 Sonnenstunden Bad Aussee (ST), Radstadt (S)
  • 74 Sonnenstunden St. Veit / Pongau (S)
Stärkste Windspitzen Niederungen
  • 109 km/h Abtenau (S, 6.)
  • 108 km/h Windischgarsten (OÖ, 5.)
  • 98 km/h Zell am See (S, 4.)
Stärkste Windspitzen Berge
  • 143 km/h Rudolfshütte (S, 28.), Patscherkofel (T, 27.)
  • 140 km/h Brunnenkogel (T, 6.)
  • 133 km/h Hahnenkamm/Ehrenbachhöhe (T. 4.)

Titelbild © AdobeStock

Jahresrückblick 2020: 1,34 Mio. Blitze in Österreich

Gewitterarmes 1. Halbjahr

Im ersten Halbjahr 2020 wurden seit Beginn der modernen Blitzerfassung noch nie so wenige Blitzentladungen wie heuer in Österreich registriert. Verantwortlich dafür war in erster Linie der ausgesprochen kühle Mai sowie ein tiefdruckgeprägter und verregneter Juni. Im Laufe des Julis nahm die Gewittertätigkeit zu und erreichte im August mit zahlreichen Unwetterlagen seinen Höhepunkt. Allein im August wurden vom Blitzortungssystem LINET (Lightning Detection Network) von nowcast, dem Blitzspezialisten der UBIMET-Gruppe, knapp eine halbe Million Blitzentladungen erfasst (Wolken- und Erdblitze) und auch der September war überdurchschnittlich blitzreich.

Blitzdichte im Jahr 2020. © UBIMET

In Summe gab es rund ein Viertel mehr Blitzentladungen als noch im Vorjahr, trotzdem fehlen allerdings rund 100.000 Blitze auf den Durchschnitt des vergangenen Jahrzehnts.

Blitzentladungen im met. Sommer (ohne Mai und September). © UBIMET

Orkanböen und Großhagel

Mit den Gewittern gab es im vergangenen Jahr auch wieder zahlreiche Schäden. Vor allem in der südlichen Steiermark, im Hausruckviertel sowie in Vorarlberg kam es zu großem Hagel mit einem Durchmesser von 5 bis 7 cm. Dazu sorgten Gewitterlinien besonders in der südlichen Steiermark sowie auch im Burgenland für orkanartige Sturmböen. Die größte Regenmenge im Zuge eines Gewitters kam am Nachmittag des 11.08. in Fischbach in der Steiermark zusammen: In nur einer Stunde prasselten 64 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel. In Pottendorf in Niederösterreich verursachte am 03.06. ein kurzlebiger Tornado Schäden an ein paar Gebäuden.

Maximale stündliche Niederschlagsmenge im Sommer. © UBIMET
Unwetter im Südburgenland am 4. August 2020.. © Storm Science Austria

Blitzhauptstadt Graz

Mit exakt 429.521 Blitzen führt die Steiermark das Bundesländer-Ranking an. Das entspricht nahezu einem Drittel aller in Österreich registrierten Blitze. Graz avancierte zudem erneut zur Blitzhauptstadt unter den Landeshauptstädten: In diesem Sommer gab es mit 7.263 Entladungen zwar eine Spur weniger Blitze als in Wien, die Blitzdichte stellt mit 56,7 Blitzen pro Quadratkilometer aber mit großem Abstand den Spitzenwert unter allen Landeshauptstädten dar.

Wolken- und Erdblitze im Jahr 2020. © UBIMET

Mariazell blitzreichste Gemeinde

Wenig überraschend liegt auch der blitzreichste Bezirk mit der Südoststeiermark in der Steiermark, ebenso wie die blitzträchtigste Gemeinde mit dem Wallfahrtsort Mariazell. Der stärkste Blitz im Bundesgebiet wurde mit 306.400 Ampere in Anras im Bezirk Lienz am 25. Juni gemessen. In Sekundenbruchteilen entlud sich dabei 19.000 Mal mehr Energie, als über eine haushaltsübliche Steckdose verfügbar ist.

Blitzdichte auf Gemeindebasis.

Stärkster Blitz pro Bundesland

  • Steiermark 287 kA in Bad Gleichenberg (Südoststeiermark) am 26.5.
  • Niederösterreich 240 kA in Lichtenegg (Wiener Neustadt) am 17.9.
  • Oberösterreich 296 kA in Gosau (Gmunden) am 6.6.
  • Kärnten 278 kA in Rangersdorf (Spittal an der Drau) am 14.6.
  • Burgenland 243 kA in Wiesen (Mattersburg) am 29.6.
  • Tirol 306 kA in Anras (Lienz) am 25.6.
  • Salzburg 271 kA in Uttendorf (Zell am See) am 15.7.
  • Vorarlberg 301 kA in Mittelberg (Bregenz) am 26.6.
  • Wien 182 kA in Wien Donaustadt am 28.7.


Halber Meter Pulverschnee in Oberkärnten

+++ Update 22:30 Uhr +++

In Villach sind noch einige Zentimeter Neuschnee dazugekommen, insgesamt fielen dort innerhalb von 24 Stunden 40 cm Schnee, in Dellach im Drautal waren es 53 cm.

Neuschneehöhen der letzten 24 Stunden in cm. (UBIMET)

AUSBLICK: 5 bis 10 cm Neuschnee in Oberkärnten

Auch morgen ist Schnee noch ein Thema, es werden aber deutlich geringer Mengen erwartet. Vor allem in Teilen Osttirols, Oberkärntens und in den Karawanken sind am Dienstag rund 5 bis 10 cm Neuschnee zu erwarten.

Damit beenden wir unseren Live-Ticker für heute.

Erwartete 24-stündige Neuschneemengen für den 29. Dezember 2020 (UBIMET).

+++ Update 19:15 Uhr +++

Zwischen Hermagor und dem Wörthersee schneit es im Staubereich der Gail- Gurktaleralpen weiterhin teils kräftig, in der letzten Stunde sind 4-5 cm dazugekommen.

Die bisherige Schneebilanz des Tages:

Quelle: UBIMET

+++ Update 17:30 Uhr +++

Eine Zwischenbilanz, Stand 17 Uhr:

Quelle: UBIMET

… mit einem schönen Bild aus Klagenfurt, wo heute über 20 cm Neuschnee gemessen wurden.

Webcam Klagenfurt. Quelle: http://klagenfurt.it-wms.com/panorama1.jpg

+++ Update 17:00 Uhr +++

Der Schnefall hat die steirische Hauptstadt erreicht, hier ein aktuelles Bild vom Hauptplatz in Graz.

Graz, Hauptplatz @ graz.at

In Osttirol und Kärnten nimmt die Intensität allmählich ab, in Villach werden aber noch immer um die 4 cm Neuschnee gemessen. Auch im Westen, am Arlberg fällt kurzzeitig kräftiger Schnee.

Neuschneehöhe der letzten Stunde. (UBIMET)

 

+++ Update 15:45 Uhr +++

Winter-Wonderland auch in Klagenfurt auf dem Neuen Platz mit dem verschneiten Rathaus im Hintergrund:

Webcam Klagenfurt – Neuer Platz, Quelle: https://www.klagenfurt.at/live-cam/live-cam-neuer-platz.html

Die Neuschneemengen der letzten Stunde sind ebenfalls beachtlich:

Wetterstation Neuschneemenge letzte Stunde (cm)
Spittal (Drau) 16
Ferlach 14
Dellach 11
Klagenfurt 10

 

+++ Update 14:15 Uhr +++

Das ist schon beachtlich – Neuschneemengen von 10 bis 17 cm pro Stunde!

Neuschnee [cm] in einer Stunde von 13 bis 14 Uhr @ UBIMET

+++ Update 13:15 Uhr +++

Im südlichen Osttirol sind in der letzten Stunde grob 10 cm Neuschnee gefallen, so auch in Lienz. In Wien wäre so etwas innerhalb mehrerer Stunden schon ein Winterhighlight.

Webcam Drautalstraße bei Lienz @ https://www.tirol.gv.at
Webcam Lienz @ https://www.alpenkaiser.com

+++ Update 12:30 Uhr +++

Neuschnee seit 08 Uhr:

19 cm Kötschach-Mauthen, K
18 cm Kornat, K
15 cm Dellach, K
13 cm Sillian + Mittwald, T, Hermagor + Bad Bleiberg, K
12 cm Lienz, T + Villach-Süd, K
9 cm St. Jakob/Defereggen, T + Villach-Stadt, K
6 cm Ferlach, K
4 cm Kals, T
3 cm Klagenfurt + Spittal, K
2 cm Obervellach + Mallnitz, K

+++ Update 11:45 Uhr +++

Auch auf italienischer Seite fällt heute natürlich viel Schnee, selbst in der Po-Ebene oder wie hier in Mailand:

Webcam Mailand @ https://www.milanocam.it

+++ Update 11:30 Uhr +++

Die aktuellen Temperaturen in Kärnten können sich sehen lassen. Die Gefahr von sich zwischenzeitlich beimischenden Regen besteht später eigentlich nur im südlichen Lavanttal, sonst bleibt es beim Pulverschnee.

Aktuelle Temperaturen in Kärnten um 11:00 Uhr @ UBIMET, ZAMG

 

Anders sehen die Temperaturen hingegen an der Alpennordseite mit Föhn aus, hier werden häufig +5 bis +10 Grad gemessen. Dies ändert sich am Nachmittag, wenn eine Kaltfront den Föhn beendet. Dann schneit es auch hier noch häufig bis in die Täler.

Aktuelle Temperaturen um 11:00 Uhr @ UBIMET

+++ Update 11:00 Uhr +++

Am Morgen hat der Schneefall zwar etwas später eingesetzt als ursprünglich gedacht, inzwischen schneit es aber kräftig. In Kötschach-Mauthen sind allein in der letzten Stunde 7 cm Neuschnee hinzugekommen, in Villach hat sich bereits eine Schneedecke von 5 cm gebildet:

Webcambild Villach @ http://villach.it-wms.com/index.php

+++ Update 10:45 Uhr +++

Nachfolgend die prognostizierte Neuschneesumme bis heute Abend:

Prognostizierte Neuschneesumme für Montag @ UBIMET

+++ Update 10:30 Uhr +++

Verantwortlich für den neuerlichen Starkschneefall ist wie so häufig eine feuchte Südströmung in Verbindung mit einem Italientief. Das gab es diesen Winter schon öfters, entsprechend liegt gerade in Osttirol und Oberkärnten bereits am meisten Schnee im österreichweiten Vergleich.

Aktuelle Gesamtschneehöhe @ UBIMET

Heute kommen in Oberkärnten häufig um 50 cm Neuschnee hinzu, selbst in Lienz und Villach können es bis zu 40 cm werden, in Klagenfurt um 20 cm. Das Besondere dabei: der Schnee fällt locker flockig, bei deutlich negativen Temperaturen handelt es sich um feinsten Pulverschnee.

 

Titelbild: Webcambild Berg im Drautal @ https://www.cafe-hassler.at

Die Lawinenwarnstufen

Lawinenwarnschild. @Wikimedia Commons/Root5.5

Die Lawinensituation wird von den regionalen Lawinenwarndiensten beurteilt und dementsprechend die Warnstufe in Kombination mit einem Lagebericht ausgegeben. In der Regel wird die Lawinengefahr ab dem ersten großen Schneefall täglich aktualisiert. Die Informationen kann man auf den Homepages der jeweiligen Dienste abrufen.

Seit 1993 dient die ‚Europäische Gefahrenskala für Lawinen‘ zur Einschätzung der Lawinengefahr in den Bergen. Diese Skala gliedert sich nach der Lawinengefahr aufsteigend in fünf Stufen:

  • Stufe 1: gering
    Die vorhandene Schneedecke ist sehr gut verfestigt und stabil, somit ist die Lawinengefahr gering. Nur an wenigen, sehr steilen Hängen sind aufgrund hoher Zusatzbelastung (z.B. einer Skitourengruppe ohne Abstand) Lawinen möglich. Ansonsten kann es lediglich zu kleinen Rutschungen kommen.
  • Stufe 2: mäßig
    In einigen Hängen, welche steiler sind als 30 Grad, ist die Schneedecke nur mäßig verfestigt. Insbesondere in diesen Hängen sind bei großer Zusatzbelastung Lawinen möglich, ansonsten herrschen aber gute Tourenbedingungen vor. Einzelne spontane, nicht allzu große Lawinen sind dennoch nicht ausgeschlossen.
@ https://stock.adobe.com
  • Stufe 3: erheblich
    Eine Auslösung von Lawinen ist in Steilhängen mit einer Neigung von mehr als 30 Grad bereits von einzelnen Skifahrern möglich. Die Tourenmöglichkeiten sind somit eingeschränkt und erfordern lawinenkundliches Beurteilungsvermögen. Selbst ohne Fremdeinwirkung sind mittlere, vereinzelt auch größere Lawinen an exponierten Stellen möglich. Die Stufe 3 ist besonders heimtückisch und wird meist unterschätzt, so passieren bei Lawinenwarnstufe 3 die meisten tödlichen Unfälle!
  • Stufe 4: groß
    Eine Lawine kann bereits bei geringer Zusatzbelastung ausgelöst werden. Auch spontane Auslösungen, also ohne menschliches Zutun, sind wahrscheinlich. Die Tourenbedingungen sind somit stark eingeschränkt!
  • Stufe 5: sehr groß
    Die Schneedecke ist allgemein nur schwach verfestigt und instabil, somit kann es selbst ohne Zusatzbelastung zu großen bis sehr großen Lawinen kommen. Diese sind auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Von Skitouren ist somit ausdrücklich abzuraten, insbesondere da man bei einem etwaigen Unglück auch die Bergretter in Gefahr bringt!

Die unterschiedlichen Webauftritte der regionalen Lawinenwarndienste von Österreich, der Schweiz und Deutschland sowie anderen Gebieten Europas sind unter diesem Link verfügbar.

Tief Hermine bringt Föhnsturm

Gebirgskette und Druckdifferenz

Im Allgemeinen ist Föhn ein Fallwind. Wenn sich Gebirgsketten der Luftströmung  in den Weg stellen, wird die Luft zunächst auf der windzugewandten Seite (Luv) zum Aufsteigen gezwungen, um dann auf der windabgewandten Seite des Gebirges (Lee) wieder talwärts zu strömen, was sich als Fallwind bemerkbar macht. In Europa sind es die über weite Strecken West-Ost verlaufenden Alpen, die namensgebend für dieses Phänomen sind, welches sich somit je nach Anströmung als Süd- oder Nordföhn äußert. An diesem Sonntag und auch am morgigen Montag gibt es einen Südföhn in den Nordalpen.

Tiefdruckgebiet Hermine

Die bekannteste Form ist wohl der Südföhn, wenn Luft von Italien über die Alpen strömt. Typisch dafür ist die Annäherung eines kräftigen Tiefs über Westeuropa. Derzeit befindet sich ein solches namens HERMINE bei den Britischen Inseln.

Isobarenkarte mit Tiefdruckgebiet Hermine, Quelle: GFS

Große Luftdruckunterschiede

An der Vorderseite des Tiefs baut sich über dem Alpenraum eine straffe Südströmung auf. Der Luftdruckunterschied zwischen Alpensüd- und Alpennordseite (in folgender Abbildung zwischen Udine und Salzburg) setzt die Föhnströmung in Gang.

Druckdifferenz Salzburg-Udine, Quelle: UBIMET

Beim Aufsteigen an der Alpensüdseite kühlt die teils über das Mittelmeer zusätzlich angefeuchtete Luft ab, wobei es vielfach zur Kondensation und oft auch zur Niederschlagsbildung kommt, so z.B. besonders morgen in Osttirol und Kärnten mit ergiebigen Schneemengen:

Niederschlagsprognose für Montag, 28.12.2020, Quelle: UBIMET

Föhnsturm

Auf der anderen Seite des Gebirgskamms rauscht die Luft als turbulenter Fallwind talwärts. Bereits heute wurden dabei Windgeschwindigkeiten in Sturmstärke gemessen:

Maximale Windböen bis Sonntag, 27.12.2020, 18 Uhr. Zu den aktuellen Daten.

In der Nacht auf Montag wird der Höhepunkt im westlichen Bergland erreicht mit Orkanböen auf den Bergen. Am Montag verlagert sich der Schwerpunkt dann ins Bergland von den Tauern ostwärts, besonders vom Dachstein bis zum Ötscher gibt es auch in manchen Tälern schwere Sturmböen zwischen 80 und 100 km/h. Auch im Osten kommt allerdings zunehmend stürmischer Südwind mit Böen um 70 km/h auf.

Titelbild: Föhnwolken über dem Lungau, Quelle: foto-webcam.eu

 

Schneebringer Adria

Winter und Schnee

Wenn kalte Luftmassen westlich der Alpen in den Mittelmeerraum vordringen, bewirken sie dort in der Regel die Bildung eines Tiefdruckgebiets. Diese sogenannten Italientiefs führen oft sehr feuchte Luftmassen nach Österreich und manchmal ziehen sie in weiterer Folge über die Adria hinweg nach Nordosteuropa. Dann bestehen auch im Osten und Südosten Österreichs die größten Chancen auf Schneefall. Allgemein kann man zwischen zwei typischen Wetterlagen unterscheiden, welche im Süden bzw. Osten mit großen Niederschlagsmengen verbunden sind:

  • Ergiebiger Südstau
  • Vb-Tief („Fünf-b-Tief“)

Ein weiterer Spezialfall ist die sog. Gegenstromlage, mehr dazu findet ihr hier.

Südstau

Nahezu ortsfeste Tiefdruckgebiete über dem westlichen Mittelmeerraum sorgen in Österreich für eine anhaltende Südströmung. Bevor die Luft auf die Alpen prallt, nimmt sie über dem Mittelmeerraum viel Feuchtigkeit auf und wird in weiterer Folge vor allem in den Karnischen und Julischen Alpen sowie in den Hohen Tauern wie ein Schwamm ausgepresst (weitere Details dazu gibt es hier). In Österreich sind davon vor allem Osttirol und Oberkärnten betroffen. Besonders im Herbst sorgen Kaltluftvorstoße über den noch relativ milden Gewässern rund um Italien zudem für eine labile Schichtung der Luft, weshalb die Niederschläge besonders intensiv ausfallen.  Trotz der eigentlich recht milden Luftmasse kann die Schneefallgrenze dabei bis in manche Tallagen absinken: Die Schmelzwärme des Schnees, die der Umgebung entzogen wird, sorgt nämlich in engen Tälern für eine Abkühlung der Luft bis auf 0 Grad.

Tief VAIA sorgt für Wetterextreme in Mitteleuropa.
Tiefs über dem westlichen Mittelmeerraum sorgen für Südstau (Bild: Sturm VAIA).

Vb-Tief

Wenn sich Tiefdruckgebiete von Norditalien über Slowenien und Ungarn in Richtung Baltikum verlagern, sprechen Meteorologen von einem Tief mit einer Vb-Zugbahn („Fünf-b-Tief“). Solche Tiefdruckgebiete bringen vor allem im Südosten und Osten Österreichs teils große Regen- oder Schneemengen: Feuchte Adrialuft gleitet nämlich bei solchen Wetterlagen oft auf kühle Luftmassen in tiefen Schichten auf, weshalb die gesamte Luftsäule Temperaturen um oder knapp unterhalb des Gefrierpunkts aufweist.

Vb-Tief
Bereits vor über 100 Jahren hat Van Bebber die häufigsten Tief-Zugbahnen analysiert.

Schnee und Klimawandel

Die Klimawandel sorgt bekanntermaßen für steigende Temperaturen im Alpenraum, weshalb die Anzahl an Tagen mit einer Schneedecke besonders in tiefen Lagen deutlich abnimmt: Die winterliche Nullgradgrenze ist in den letzten 50 Jahren im Mittel um etwa 250 m angestiegen. Dieser Trend wird sich fortsetzen, so wird die Nullgradgrenze wohl noch vor 2050 im Winter durchschnittlich über einer Seehöhe von 1000 m liegen. Dadurch nimmt die Länge des Winters ab, gemessen an der Tage mit Schneedecke: Der Schnee kommt später und schmilzt früher. Etwa in Arosa in der Schweiz hat sich die Periode mit einer Schneedecke von mindestens 40 cm bereits von fünfeinhalb Monaten auf etwas mehr als drei Monate verkürzt. Studien aus der Schweiz zeigen, dass derzeit Lagen unterhalb von 1300 m davon besonders stark betroffen sind, während es in Lagen oberhalb von etwa 2000 m keinen klaren Trend gibt.

Klimawandel in Arosa
Mittlerer Verlauf der Schneehöhe in Arosa. Mehr Details dazu gibt es hier: Meteoschweiz

Extremereignisse

Besonders in den Alpen kann es in manchen Jahren aber zu Extremereignissen kommen, wie wir es etwa im Jänner 2019 an der Alpennordseite oder im November 2019 sowie Dezember 2020 in den Südalpen erlebt haben. Tatsächlich kann mildere Luft nämlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte, zudem sorgen die steigenden Wassertemperaturen rund um Mitteleuropa (Nordsee, Mittelmeer) bei Kaltluftvorstoßen für eine labile Schichtung der Luft. Bei manchen Wetterlagen kann es also besonders von mittleren Höhenlagen aufwärts ergiebig schneien, zudem kann die Schneefallgrenze durch die Niederschlagskühlung auch im Einflussbereich relativ milder Luftmassen manchmal bis in windgeschützte Täler absinken. Dadurch nimmt die Gefahr von Schneebruch und Gleitschneelawinen tendenziell zu. Laut manchen Studien soll es zudem auch eine Zunahme an blockierten Wetterlagen geben, was ebenfalls größere Niederschlagsextreme zur Folge hat. Andererseits kann es aber je nach Lage der Tiefs und Hochs auch zu ungewöhnlich langen trockenen Phasen kommen.

Titelbild © www.foto-webcam.eu

Am Montag kräftiger Schneefall in Osttirol und Kärnten

Am Wochenende liegt Österreich noch unter Zwischenhocheinfluss. In der eingeflossenen trockenen Polarluft stellen sich in der Nacht auf Sonntag überall klare Bedingungen ein, damit kann es besonders über Schnee markant auskühlen. Inneralpin sinkt die Temperatur gebietsweise in den Bereich von -10 bis -15 Grad ab, selbst in den westlichen Landeshauptstädten wird es mit -6 bis -9 Grad klirrend kalt. In hochgelegenen Alpentälern kühlt es regional unter -15 Grad ab, so darf man bspw. in St. Jakob im Defereggental gar bis zu -20 Grad erwarten.

Tiefstwerte in der Nacht auf Sonntag, den 27.12.2020 @ UBIMET

Am Sonntag noch sonnig, am Montag Wetteränderung

Am Sonntag selber wird es in den Nordalpen zunehmend föhnig, häufig scheint noch die Sonne. Am Montag gelangt das Land dann unter den Einfluss eines umfangreichen Tiefs mit Kern über Westeuropa und einem weiteren Tief über Oberitalien. Mit einer kräftigen Südströmung werden dabei feuchte Luftmassen in den Süden des Landes geführt, an der Alpennordseite weht teils stürmischer Föhn. Montagabend sickert an der Alpennordseite kühle Luft ein, damit lässt der Föhn nach und der Niederschlag greift auch auf die Nordalpen über.

Analyse der aktuellen Gesamtschneehöhe am 26.12.2020 @ UBIMET

Bereits am frühen Montagmorgen setzt in Osttirol und Kärnten sowie am Brenner Schneefall ein, der in den Morgenstunden rasch an Intensität zulegt und besonders in Oberkärnten sehr ergiebig ausfällt. Im Laufe des Nachmittags verlagert sich der Niederschlagsschwerpunkt Richtung Unterkärnten und in die Steiermark. Auf dem Weg nach Osten lässt aber die Intensität des Niederschlags nach. Während es in Osttirol und Oberkärnten bei Dauerfrost durchgehend bis in die Täler schneit, mischt sich östlich von Klagenfurt am Nachmittag bei leicht positiven Temperaturen mitunter auch Regen hinzu. In der südlichen Steiermark liegt die Schneefallgrenze meist zwischen 400 und 600 m.

Viel Pulverschnee in kurzer Zeit

Vor allem im südlichen Osttirol und in Oberkärnten zeichnen sich damit neuerlich große Neuschneemengen von meist 40 bis 60 cm ab, im Lesach- und Gailtal sind lokal bis zu 80 oder 90 cm möglich. Aber selbst in den Städten Lienz und Villach deuten sich bis zu 50 cm Pulverschnee an, in Klagenfurt rund 20-30 cm. Dabei fällt der meiste Schnee in relativ kurzer Zeit – innerhalb von nur 12 Stunden von Montagfrüh bis zum späten Nachmittag, für einige Stunden muss also mit beachtlichen Neuschneeraten gerechnet werden. Auch im angrenzenden zentralen Bergland sind Mengen zwischen 25 und 40 cm möglich.

Prognostizierte Neuschneesumme am Montag, den 28.12.2020 @ UBIMET

Kräftiger Südföhn

Der Südföhn fällt besonders im Osten von Windischgarsten über das Mariazellerland bis zum Semmering-Rax-Gebiet und zur Buckligen Welt kräftig aus. Nach derzeitigem Stand sind hier besonders am Montag häufig Böen zwischen 70 und 90 km/h zu erwarten und auch im östlichen Flachland sind Sturmböen möglich.

Sturm und Schnee am Wochenende

Besonders im Westen und Nordwesten steht Deutschland ein stürmischer Sonntag bevor. Bevorzugt in den westlichen Mittelgebirgen fällt zudem etwas Neuschnee.

Der Ablauf

Im Laufe des Samstagnachmittags nimmt von der Eifel über das Emsland bis zur Nordseeküste der Südwestwind spürbar zu und auf den Inseln sind erste stürmische Böen möglich. In der Nacht auf Sonntag sind dann auch im Binnenland erste stürmische Böen mit dabei. Besonders auf den Nordfriesischen und Ostfriesischen Inseln muss mit Böen über 80 km/h gerechnet werden.

Der Höhepunkt des Sturms wird von Sonntagvormittag bis -nachmittag erwartet. Dann treten in den Hochlagen von Eifel, Sauerland und Harz Böen von 90 bis 100 km/h auf. Aber auch im Hunsrück, dem Thüringer Wald und dem Erzgebirge sind in den höheren Lagen Böen um 80 km/h wahrscheinlich.  Insbesondere von der Elbmündung bis zu den Nordfriesischen Inseln sind teils sogar 110 km/h aus Süd dabei. Ansonsten treten vom Ruhrgebiet über das Weserbergland bis nach Fehmarn häufig Böen von 60 bis 80 km/h auf.

Im Laufe des Abends lässt dann der Wind von Westen allmählich in den Niederungen wieder nach. In den höheren Mittelgebirgslagen ist es  jedoch noch bis Montagvormittag stürmisch.

Prognostizierte Spitzenböen am Sonntag, den 27.12.2020 © UBIMET

Der Schnee

Mit dem Wind kommt am Sonntag von Westen im Vorfeld der Front des Tiefs leichter Schneefall oder Schneeregen auf. Insbesondere in der Eifel und im Sieger- und Sauerland liegt die Schneefallgrenze bei 300 m. Im Tagesverlauf nimmt dann die Intensität in der Mitte  allmählich zu und von Hunsrück bis zum Harz fällt oberhalb von etwa 400 m Schnee. Lokal kommen über 10 cm Neuschnee zusammen.

Prognostizierter Neuschnee von Sonntag- bis Montagmorgen © UBIMET

 

Titelbild: https://pixabay.com/de/photos/brandung-nordsee-meer-wasser-13706/

Vielerorts strenger Frost am Sonntag

Der Stefanitag gestaltet sich recht ruhig. Letzte Flocken fallen in der Früh an der Alpennordseite, im Westen und Osten lockern zudem die Wolken auf, im Süden darf man sich gar auf 5 bis 7 Sonnenstunden freuen. In der eingeflossenen trockenen Polarluft stellen sich in der Nacht auf Sonntag schließlich überall klare Bedingungen ein, damit kann es besonders über Schnee markant auskühlen.

Tiefstwerte in der Nacht auf Sonntag, den 27.12.2020 @ UBIMET

Im ganzen Land werden Tiefstwerte im Frostbereich erwartet, was im Dezember zugegebenermaßen noch keine Meldung wert ist. Doch inneralpin kühlt es gebietsweise in den Bereich von -10 bis -15 Grad ab, selbst in den westlichen Landeshauptstädten wird es mit -7 bis -10 Grad klirrend kalt. In hochgelegenen Alpentälern sinkt die Temperatur gar unter -15 Grad, so darf man in St. Jakob im Defereggental gar bis zu -20 Grad erwarten.

Prognose der Neuschneesumme am Montag (24h), den 28.12.2020 @ UBIMET

Gerade hier in Osttirol und Oberkärnten, wo es erst Mitte Dezember viel Schnee gegeben hat, steht schließlich am Montag das nächste große Schneefallereignis an. Innerhalb von rund 12 Stunden deuten sich häufig 40 bis 60 cm Neuschnee an. Mehr dazu am Wochenende.

 

Titelbild @ https://pixabay.com

Neuschnee am Christtag

Das klassische Weihnachtstauwetter geht in den kommenden Stunden zu Ende. Eine erste Kaltfront hat Österreich bereits am Vormittag überquert, eine zweite Kaltfront erfasst den Alpenraum in der Nacht. Dabei sinkt die Schneefallgrenze bis auf 600 m ab, am Christtag kommt dann noch kältere Luft zum Alpenraum und es schneit bis auf 300 m herab.

Neuschnee in den Nordalpen

In den klassischen Staulagen an der Alpennordseite sind so 10 bis 20 cm, lokal bis zu 30 cm Neuschnee zu erwarten. Auch in den tiefer gelegenen Regionen, im Rheintal, Inntal oder der Stadt Salzburg wird sich eine dünne Schneedecke ausbilden. Im Flachland hingegen heißt es weiter warten auf Schnee.

Stefanitag kalt und trocken

Am Stefanitag sorgt dann ein Zwischenhoch für mehr Sonnenschein, nur im Stau der Nordalpen fallen noch ein par Schneeflocken. Somit geht sich auch in Wien wieder einmal etwas Sonnenschein aus. Das letzte Mal länger sonnig war es in Wien am 05. Dezember. In den schneebedeckten Tälern bleibt es auch tagsüber frostig, zarte Plusgrade sind nur mehr im Flachland zu erwarten.

Weiße Weihnachten: Blick auf die Welt

Nordlichter

In weiten Teilen Europas liegt derzeit kein Schnee und selbst in Nordosteuropa sind die Schneehöhen deutlich unterdurchschnittlich. Die einzigen Hauptstädte mit einer dünnen Schneedecke in der näheren Umgebung sind Minsk in Weißrussland, Vilnius in Litauen sowie Tallinn in Estland. Etwa 5 cm Schnee liegen weiters auch in Kiew und Moskau.

Aktuelle Schneelage in Europa. © ECMWF

Eine Spur winterlicher schaut die Lage im Norden Skandinaviens aus, so meldet Rovaniemi immerhin 15 cm Schnee. Auch die Skanden sind abseits der Küstengebiete weitgehend schneebedeckt.

Schneelage in den Alpen

In Mitteleuropa stechen nur die Alpen heraus, so liegt besonders in den Südalpen und am Alpenhauptkamm seit Monatsbeginn oft überdurchschnittlich viel Schnee. In den Nordalpen und besonders am Alpenostrand sind die Schneehöhen dagegen deutlich unterdurchschnittlich, meist liegt hier unterhalb von etwa 1000 m kein Schnee.

Aktuelle Schneehöhen in Österreich:

  • 104 cm Kornat (Kärnten)
  • 89 cm Sillian (Osttirol)
  • 84 cm Döllach (Kärnten)
  • 82 cm Kötschach-Mauthen (Kärnten)
  • 61 cm Lienz (Osttirol)
  • 55 cm Dellach (Kärnten)
  • 49 cm Umhausen (Tirol)
  • 37 cm Lech/Arlberg (Vorarlberg)
  • 26 cm St. Anton (Tirol)
  • 24 cm Böckstein (Salzburg)
  • 20 cm Spittal (Kärnten)
  • 19 cm Krimml (Salzburg)
  • 18 cm Seefeld (Tirol)
  • 15 cm Warth (Vorarlberg)
  • 7 cm Zeltweg (Steiermark)
  • 4 cm Villach (Kärnten)
  • 1 cm Hochfilzen (Tirol)

In der Christnacht bzw. zu Weihnachten ist besonders in den Nordalpen von Vorarlberg bis zum Salzkammergut etwas Schnee in Sicht. Auf den Bergen gibt es beispielsweise im Bregenzerwald und im Arlberggebiet 20 bis 25 cm Neuschnee, aber auch in den großen Tälern sind ein paar wenige Zentimeter Schnee in Sicht. Mit minimaler Verspätung kann man sich also in weiten Teilen der Alpen auf weiße Weihnachten freuen.

Neuschneeprognose für die Christnacht bzw. Weihnachten. © UBIMET

Auch in mittleren Höhenlagen der vielen kleinen Gebirgsgruppen in Mitteleuropa ist ein wenig Neuschnee in Sicht, wie etwa im Zentralmassiv, in den Pyrenäen, im Schwarzwald, im Erzgebirge oder auch im Riesengebirge. In den Südalpen kündigt sich die nächste Ladung Neuschnee dann zu Beginn der kommenden Woche an.

Schneelage auf der Nordhalbkugel

Abseits von Europa gibt es auf gleicher geographischen Breite typischerweise mehr Schnee, so ist Kanada weitgehend schneebedeckt. Z.B. meldet Calgary derzeit eine Schneehöhe von 24 cm. Auch im Nordosten der USA liegt seit etwa einer Woche Schnee, beispielsweise meldet New York noch 5 cm, hier stellt sich aber aktuell Tauwetter ein. Ein wenig Schnee liegt weiters auch in den gebirgigen Regionen in Colorado, Wyoming, Idaho und Montana, während im Norden der USA rund um South Dakota weniger Schnee als üblich liegt.

Schneelage in Nordamerika. © NOAA

Sibirien ist ebenfalls weitgehend schneebedeckt, zudem liegt seit vergangener Woche auch auf der Westseite Japans vielerorts Schnee. Im Norden Chinas wird ebenfalls gebietsweise etwas Schnee gemeldet.

Schneelagen in Asien. © ECMWF

Titelbild © AdobeStock

Weihnachtswetter: Mit dem Christkind kommt der Schnee

Schnee zu Weihnachten - pixabay.com

Die Vorweihnachtszeit verläuft ohne winterliche Weihnachtstimmung, bis zum Heiligabend bleibt es landesweit außergewöhnlich mild und vor allem im Norden auch unbeständig. Bei föhnigem West- bis Südwestwind sind am Mittwoch am Alpenostrand lokal bis zu 17 Grad in Reichweite. Mit Annäherung einer Kaltfront nimmt die Schauerneigung im Laufe des Heiligen Abends im gesamten Land an, die Temperaturen bleiben aber mit 4 bis 12 Grad meist deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Nur im Süden bleibt es örtlich eine Spur kühler.

Vorhergesagte Höhcstwerte für den Mittwoch - UBIMET
Vorhergesagte Höhcstwerte für den Mittwoch – UBIMET

In der Christnacht Kaltlufteinbruch

In der Heiligen Nacht erreicht aus Nordwesten kalte Luft polaren Ursprungs den Alpenraum. Die Schneefallgrenze sinkt dabei rasch bis in die Tallagen. Von Vorarlberg über das Außerfern bis zum Karwendel beginnt es schon gegen Mitternacht kräftig zu schneien. In den frühen Morgenstunden am Christtag ist dann entlang der Nordalpen verbreitet mit Schneefall bis in die tiefsten Lagen zu rechnen, aber auch im Süden ist kurzzeitig Schnee oder Schneeregen bis in die Beckenlagen möglich.

Animation der Lufttemperatur in etwa 1500 m Höhe vom 22.12. bis zum 26.12. (zum Animieren und Vergrößern klicken) - UBIMET, ECMWF
Animation der Lufttemperatur in etwa 1500 m Höhe vom 22.12. bis zum 26.12. (zum Animieren und Vergrößern klicken) © UBIMET, ECMWF

Selbst in Bregenz, Innsbruck und Salzburg bildet sich zu Weihnachten eine dünne Schneedecke. Vom Walgau und dem Bregenzerwald über das Außerfern bis zum Tiroler Mittelgebirge sind bis zu 20, lokal auch 25 cm in Reichweite. In den Nordalpen fällt im Laufe des Christtages noch etwas Schnee, in Summe kommen hier verbreitet 5 bis 10 cm Neuschnee zusammen. Im Norden und Osten geht es hingegen meist trocken durch den Tag: Hier ziehen bei lebhaftem bis kräftigem West- bis Nordwestwind nur ein paar Schnee- oder Schneeregenschauer durch. Mit den Temperaturen geht es rasch bergab, landesweit werden nur noch -2 bis +6 Grad erreicht.

Prognostizierte Neuschneemenge in der Christnacht und zu Weihnachten - UBIMET
Prognostizierte Neuschneemenge in der Christnacht und zu Weihnachten – UBIMET

Winterlich kalt am Stefanitag

Am Stefanitag fallen entlang der Nordalpen anfangs noch letzte Flocken, im Laufe des Tages trocknet es aber aus heutiger Sicht auch hier ab und die Sonne kommt immer öfter zum Vorschein. Es bleibt zudem landesweit winterlich kalt, die Höchstwerte erreichen in den Niederungen trotz Sonnenschein nur 0 bis +4 Grad und in den Alpen ist mit Dauerfrost zu rechnen.

Rückwärtstrajektorien am 23., 24., und 25.12. Sie dienen zur Herkunftsanalyse der Luftmassen. ©wetter3.de

Titelbild: Schnee in den Weihnachtsfeiertagen – pixabay.com

Frost und Nebel sorgen für Eislandschaft

Raueis

Schwacher Hochdruckeinfluss sorgt derzeit für eine Inversionswetterlage mit beständigem Hochnebel in Österreich, so gab es am Sonntag mit der Ausnahme von Innsbruck in keiner Landeshauptstadt Sonnenschein. Die Nebelobergrenze ist im Osten zeitweise bis auf 1100 m angestiegen, darüber war die sonnigste Messstation des Landes die Bergstation auf der Rax mit rund 8 Stunden.

Satellitenbild vom 20.12. von Sentinel-3. © ESA/EUMETSAT (zum Vergrößern auf das Bild klicken).

Typisch für solche Wetterlagen waren auch die Temperaturgegensätze groß, so gab es in Höhenlagen um 1000 m am Alpenrand Höchstwerte um 10 Grad, während in mittleren Höhenlagen gebietsweise ein Eistag verzeichnet wurde.

Tiefste Höchstwerte (unter 1000 m) Höchstwerte
-3,7 Grad Obervellach (K) +10,8 Grad Kolomansberg (S/OÖ)
-2,6 Grad Pichl / Schladming (ST) +9,1 Grad Sulzberg (V)
-2,6 Grad Aigen / Ennstal (ST) +8,3 Grad Dalaas (V)
-2,4 Grad Mönichkirchen (NÖ) +8,3 Grad Loferer Alm (S)
-2,3 Grad Turnau (ST) +7,9 Grad Steinach am Brenner (T)

Weitere Daten gibt es hier: Aktuelle Wetterdaten aus Österreich

Gebietsweise blieb die Temperatur ganztags unter 0 Grad (dunkel blau). © UBIMET

Nebelfrostablagerungen

Bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt kommt es häufig zu sog. Nebelfrostablagerungen, ein Sammelbegriff für unterschiedliche meteorologische Phänomene wie Raureif, Raueis oder auch Klareis. In diesen Tagen konnte man vor allem in mittleren Höhenlagen im Osten Österreichs wie etwa im Waldviertel, im Wienerwald oder am Alpenostrand häufig Raueis und Klareis beobachten, die sich meist bei leicht frostigen Temperaturen und erhöhten Windgeschwindigkeiten ausbilden. Die Nebeltröpfchen wachsen dabei gegen den Wind vorwiegend an vertikalen Flächen, deren Oberflächentemperatur unter dem Gefrierpunkt liegt. Dieses Phänomen wird häufig mit Raureif verwechselt, der sich bei deutlich negativen Temperaturen durch Resublimation bildet.

Raueis im Wienerwald am 20.12.2020. © N. Zimmermann

Umstellung in Sicht

Am Montag greift aus Westen eine erste schwache Front auf Österreich über, dabei besteht besonders in Oberösterreich und Salzburg örtlich Glättegefahr durch gefrierenden Regen. Am Dienstag folgt dann eine weitere Warmfront und die Inversion samt Hochnebel wird langsam, aber sicher ostwärts verdrängt. Damit steigen die Chancen auf Sonnenschein zur Wochenmitte auch im Osten an, ehe am Heiligen Abend eine Kaltfront eintrifft.

Klareis im Wienerwald am 19.12.2020. ©: M. Beisenherz
Frost
Raueis im Wienerwald am 20.12.2020. © N. Zimmermann

Montagfrüh im Norden stellenweise gefrierender Regen

Gefrierender Regen - pixabay.com

Eine erste Atlantikfront erreicht in der Nacht auf Montag den Westen der Alpenrepublik und zieht in den Morgenstunden mitsamt leichtem Regen bzw.  Schnee oberhalb von rund 1000 m über den Norden Österreichs hinweg. Nach dem tagelangen Hochdruckeinfluss erweist sich diese erste Störung allerdings als zu schwach, um die kalte und nebelanfällige Luft in den Niederungen endgültig auszuräumen. Somit ist Montagfrüh vom Kaiserwinkl und dem Salzkammergut bis zum Mühl- und Waldviertel lokal gefrierender Regen möglich.

Abschätzung der betroffenen Regionen - UBIMET
Abschätzung der betroffenen Regionen . © www.uwz.at

Hotspot Mühlviertel

Die Temperaturen in den Niederungen bleiben dabei meist um den Gefrierpunkt, sodass der flüssige Niederschlag besonders auf kalten Oberflächen wie etwa Brücken, Autos und Bäumen gefrieren kann. Am Montag ist also im westlichen Donauraum Vorsicht geboten! In etwas erhöhten Lagen zwischen 500 und 800 m wie z.B. im Hausruck und vor allem im Mühlviertel sind Werte bis zu -3 Grad zu erwarten. Selbst bei geringen Niederschlagsmengen kann hier also sehr rutschig werden!

Vertikalprofil der Temperatur im Mühlviertel vom ECMWF Modell für Montagfrüh um 7 Uhr - ECMWF, UBIMET
Vertikalprofil der Temperatur im Mühlviertel vom IFS-Modell für Montagfrüh um 7 Uhr. © ECMWF, UBIMET

Titelbild: Gefrierender Regen – pixabay.com

Sonntagnacht im Südosten lokaler gefrierender Regen

Gefrierender Regen - pixabay.com

Bevor die kalte und nebelanfällige Luft im Süden und Südosten des Landes im Laufe der neuen Woche und vor der Weihnachtskaltfront ausgeräumt wird, sorgt eine schwache Störung aus Westen in den kommenden Stunden lokal für glatte Verhältnisse. Bereits am Abend setzt westlich einer Linie München – Bayreuth leichter Regen ein. Die Schneefallgrenze liegt dabei auf rund 1000 m. In den tiefen Lagen zwischen der Schwäbischen Alb und den Alpen sowie in Franken ist dabei unterhalb der Hochnebelschicht mit Temperaturen leicht unter dem Gefrierpunkt zu rechnen. Lokal ist also in diesen Regionen leichter gefrierender Regen möglich.

Abschätzung der betroffenen Regionen - UBIMET
Abschätzung der betroffenen Regionen – UBIMET

Höhepunkt Montagmorgen

Der leichte Niederschlag verlagert sich in der Nacht auf Montag nach Osten weiter und erreicht in den Morgenstunden auch den Bayerischen Wald und Niederbayern. Dabei bleiben die Temperaturen meist leicht im negativen Bereich, sodass der flüssige Niederschlag besonders auf kalten Oberflächen wie etwa Brücken, Autos und Bäumen gefrieren kann. Am Montag ist also von München und Regensburg ostwärts Vorsicht geboten! Vor allem in etwas erhöhten Lagen im Bereich des Bayerischen Waldes zwischen 400 und 800 m ist in der Früh mit Temperaturen zwischen -1 und -3 Grad zu rechnen. Selbst bei geringen Niederschlagsmengen kann hier also sehr rutschig werden!

 

Titelbild: Gefrierender Regen – pixabay.com

Reif, Raureif und Raueis

Ein häufiges Phänomen bei stabilen Hochdruckwetterlagen mit klaren Nächten im Winter ist der Reif. Während er im Flachland meist tagsüber wieder sublimiert, kann er sich in schattigen Tallagen über mehrere Tage hinweg halten: Der Reifansatz wird nämlich Nacht für Nacht etwas mächtiger. In extrem feuchten und schattigen Lagen, etwa entlang von Bächen und Flüssen, können die Reifkristalle mehrere Zentimeter groß werden. Besonders in West-Ost ausgerichteten Tälern kann man den starken Kontrast zwischen grünen, sonnigen Südhängen und reifig-weißen, schattigen Nordhängen bzw. Talböden beobachten.

Raureif
Raureif und Nebel in der Buckligen Welt. © www.foto-webcam.eu

Entstehung von Reif

Die Luft kann je nach Temperatur nur eine bestimmte Menge an Wasserdampf aufnehmen. Dabei gilt: Je höher die Temperatur, desto mehr Wasserdampf kann sie fassen. Kommt die Luft jedoch in Kontakt mit kalten Oberflächen, dessen Temperatur kälter als der eigene Taupunkt ist, kühlt sie sich ab und kann den gespeicherten Wasserdampf nicht mehr halten (siehe auch Taupunkt). Der Wasserdampf wächst bei Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts in Form von Eiskristallen typischerweise an Grashalmen oder Autos an. Dabei handelt es sich um Eisablagerungen in Form von Schuppen, Nadeln oder Federn. Dieser Prozess, bei dem der Wasserdampf der Luft in den festen Zustand übergeht, nennt man Resublimation.

Raureif

Raureif ist ein fester Niederschlag, der bei hoher Luftfeuchtigkeit, wenig Wind und kalten Temperaturen unter etwa -8 Grad an freistehenden Gegenständen wie etwa Bäume oder Zäune durch Resublimation entsteht (oft innerhalb einer Wolke bzw. bei Nebel). Er besteht meist aus dünnen, an Gegenständen nur locker haftenden und zerbrechlichen Eisnadeln oder -schuppen.

Raureif
Raureif im Wienerwald am 2.12.2020. © N. Zimmermann

Raueis

Raueis bzw. Raufrost entsteht meist bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt und erhöhten Windgeschwindigkeiten, wenn unterkühlte Nebel- oder Wolkentropfen auf freistehende Gegenstände treffen. Raueis wächst entgegen der Windrichtung und ist relativ fest. Durch Lufteinschlüsse erscheint es milchig weiß.


Klareis

Eine weiter Form der Frostablagerung ist das Klareis. Es handelt sich um eine glatte, kompakte und durchsichtige Eisablagerung mit einer unregelmäßigen Oberfläche. Klareis entsteht bei Temperaturwerten zwischen 0 und -3 Grad durch langsames Anfrieren von unterkühlten Nebeltröpfchen an Gegenständen und kann zu schweren Eislasten anwachsen.

Klareis im Wienerwald am 19.12.2020. ©: M. Beisenherz

Titelbild: N. Zimmermann

Kaltfront bringt Schnee zu Weihnachten teils bis in tiefe Lagen

Schnee zu Weihnachten - pixabay.com

Zu Beginn der Weihnachtswoche leitet eine kräftige Warmfront eines Randtiefs über der Nordsee eine deutliche Milderung ein. Der stark auffrischende West- bis Südwestwind treibt die Temperaturen in die Höhe: Am Dienstag und Mittwoch sind vor allem im Westen und Süden verbreitet 10 bis 15 Grad in Reichweite!

Temperaturprognose für Mittwochnachmittag (zum Vergrößern auf das Bild klicken).

Kaltlufteinbruch in Sicht

Zugegeben, das ist kein passendes Wetter für die Vorweihnachtszeit. Ein sich verstärkendes Hochdruckgebiet über dem Atlantik versucht aber gerade noch rechtzeitig, es wiedergutzumachen: Denn im Laufe des 24. Dezembers fließt mit einer nördlichen Strömung zwischen dem sich verstärkenden Atlantikhoch und einem Tief über Finnland deutlich kältere Luft polarer Ursprung ins Land. Nach derzeitigem Stand erfasst die kräftige Kaltfront bereits in der Nacht auf den 24. den Norden der Bundesrepublik und erreicht dann genau an Heiligabend auch die Alpen. Im Bild unten sieht man die Animation der prognostizierten Lufttemperatur auf rund 800 m Höhe vom 23.12. bis zum 26.12..

Kaltlufteinbruch bringt Schnee zu Weihnachten - ECMWF, UBIMET
Animierte Prognose der Lufttemperatur auf rund 800 m für die Weihnachtszeit – Mittelwert des probabilistischen Modells ECMWF

Schnee zu Weihnachten?

Die Wahrscheinlichkeit, dass es schon vor Weihnachten deutlich kälter wird, ist also sehr hoch. Doch wie hoch ist aus heutiger Sicht die Wahrscheinlichkeit für eine weiße Weihnachten? Natürlich ist eine derartige Wetterlage von sehr großen Unsicherheiten geprägt, doch für manche Regionen deuten die Modelle bereits vielversprechende Signale. In den Bildern unten ist die berechnete Wahrscheinlichkeit für mehr als 5 cm (links) bzw. 10 cm (rechts) Neuschnee in 24 Stunden (also vom 24.12. um 13 Uhr  bis zum 25.12. um 13 Uhr) vom probabilistischen Modell ECMWF dargestellt.

Wahrscheinlichkeit für Schnee zu Weihnachten (mehr als 5cm links, 10cm rechts) nach dem ECMWF probabilistischen Modell - UBIMET
Wahrscheinlichkeit für Schnee zu Weihnachten (mehr als 5cm links, 10cm rechts) nach dem ECMWF probabilistischen Modell – UBIMET

In den mittleren Lagen der Mittelgebirge ist schon am 24. etwas Nassschnee möglich. Doch der Höhepunkt wird aller Voraussicht nach pünktlich an Heiligabend und in der Christnacht erreicht. In den Alpen sind dann nennenswerte Neuschneemengen fast abgesichert, aber auch im Alpenvorland, im Schwarzwald und in der Schwäbischer Alb sowie auch im Erzgebirge sind ein paar Zentimeter Neuschnee zu erwarten. Der Schnee – mit oder ohne Akkumulation ist noch fraglich – wird sich aber sehr wahrscheinlich auch in manchen Städten zeigen wie z.B. in Stuttgart, München, Nürnberg und vielleicht kurzzeitig auch in Dresden.

Mittelfristig feucht-kalt

Mittelfristige, probabilistische Prognose für die Temperatur und die 6h Schnneeakkumulation in Hannover und München - ECMWF
Mittelfristige, probabilistische Prognose für die Temperatur und die 6h Schnneeakkumulation in Hannover und München – ECMWF

In den tiefsten Lagen – vor allem im Westen und Norden – wird es heuer für eine dünne Schneedecke zu Weihnachten nicht reichen, doch die Wetterlage nach der Weihnachtszeit bleibt spannend. In den Bildern oben ist die mittelfristige Prognose der Lufttemperatur in 2 Metern Höhe und der akkumulierten Neuschneemengen in 6 Stunden für Hannover und München dargestellt. Die feucht-kalte Witterung bleibt uns also höchstwahrscheinlich bis zu Jahresende herhalten.

 

Titelbild: Schnee zu Weihnachten – pixabay.com

Starke Schneefälle in Japan

Ein sibirischer Kaltluftvorstoß sorgt in diesen Tagen besonders an der Westseite Japans für starken Schneefall. An einigen Orten wurden sogar Allzeit-Rekorde gebrochen, wie etwa in Fujiwara, auf einer Seehöhe von etwa 700 m, mit 219 cm in nur 48 Stunden.

In der Präfaktur Niigata gibt es teils kein Durchkommen mehr, so stecken auf der Kan’etsu Autobahn in der Mitte des Landes etwa 1000 Autos in den Schneemassen fest. Diese könne nur mit Hilfe der sog. Bodenselbstverteidigungsstreitkräfte nach und nach befreit werden.


Der Schneefall hat derzeit nur vorübergehend etwas nachgelassen, Freitagnacht wird mit einer erneuten Intensivierung gerechnet.

Aktuelle Warnkarte für Japan. @ JMA

 

Sea-effect snow

Ursache für die extremen Schneemassen sind die sehr kalten Luftmassen aus Sibirien, welche beim Überströmen des vergleichsweise milden und überdurchschnittlich temperierten japanischen Meeres viel Feuchtigkeit aufnehmen. Diese Feuchtigkeit sorgt dann besonders im Weststau der Japanischen Alpen für intensiven Schneefall. Entlang der Westküste liegt verbreitet bereits mehr als ein halber Meter Schnee.

Aktuelle Schneehöhe am 18. Dezember 2020. Quelle: JMA

Es handelt sich dabei um den selben Prozess, der etwa im Bereich der Großen Seen der USA für starken Schneefall sorgt. Während man in Amerika von „lake-effect snow“ spricht, handelt es sich in Japan eher um „sea-effect snow“. Dieser Effekt kann allgemein im Bereich von großen Seen oder Binnenmeeren auftreten: Voraussetzung dafür sind sehr kalte Luftmassen sowie eine ausreichend große, vergleichsweise milde Wasseroberfläche. Beispielsweise ist dieser Effekt gelegentlich auch an der Adria in Italien oder an der Südküste des Schwarzen Meeres in der Türkei zu beobachten.

 

 

Auf Tauwetter folgt zu Weihnachten Kaltlufteinbruch

Weihnachten mit Schnee

Der Dezember war im Flachland bislang außergewöhnlich trüb: In Wien gab es seit Monatsbeginn erst 5 Sonnenstunden, in Klagenfurt waren es gar nur 2. Ganz anders sieht es in den Nordalpen aus, so gab es etwa in Bad Aussee mit 40 Sonnenstunden bereits 80% des Monatsolls. Am letzten Adventwochenende setzt sich die Inversionswetterlage unter schwachem Hochdruckeinfluss fort, somit muss man in den Niederungen weiterhin mit dichtem Nebel oder Hochnebel rechnen und besonders im Osten fällt häufig Nieselregen. Die Höchstwerte liegen zwischen etwa 0 Grad etwa im Oberen Waldviertel und rund 10 Grad in mittleren Höhenlagen in Vorarlberg.

Vorläufige Sonnenstunden im Dezember. © UBIMET

Weihnachtstauwetter

Kommende Woche gerät der Alpenraum allmählich unter den Einfluss einer westlichen Höhenströmung und milde Atlantikluft erfasst Österreich. Damit wird die hochnebelanfällige Kaltluft im Donauraum von Westen her langsam abgedrängt und die Temperaturen steigen zunächst entlang der Nordalpen, spätestens am Mittwoch dann auch im Osten deutlich an. Die Höchstwerte erreichen 9 bis 14, lokal wie im Steinfeld auch 16 Grad. Die Nullgradgrenze steigt auf über 2000 m an. Vergleichsweise kühl mit Höchstwerten knapp über dem Gefrierpunkt bleibt es nur in windgeschützten Lagen wie etwa im Pinzgau oder in Osttirol und Kärnten.

Prognose der Höchstwerte am 23.12. © UBIMET

Kaltfront am Heiligen Abend

Am Donnerstag, am Heiligen Abend, erfasst eine Kaltfront das Land und zeitweise fällt Regen. Das genaue Timing ist noch unsicher, die Schneefallgrenze sinkt im Tagesverlauf aber rasch auf 1000 bis 600 m ab. In der Christnacht schneit es nach derzeitigem Stand immer häufiger bis in die Täler. Am Christtag ist vor allem an der Alpennordseite etwas Schnee in Sicht und mit den Temperaturen geht es spürbar bergab. Der winterliche Wetterabschnitt setzt sich nach Weihnachten tendenziell fort, wobei vor Silvester noch eine vorübergehende Milderung möglich ist.

Ensemble-Prognose des Temperaturtrends in der Höhe und des Niederschlags. © ECMWF

Weiße Weihnachten

Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten im Flachland nimmt im Zuge des Klimawandels ab, so hat sich die Zahl der Tage mit Schnee am 24. Dezember seit Anfang der 80er Jahre in etwa halbiert. In den vergangenen 15 Jahren sind weiße Weihnachten in den Niederungen zur Ausnahme geworden. In Wien und Eisenstadt war es letztmals vor acht Jahren weiß, danach hat es nur noch in Innsbruck im Jahre 2017 für eine dünne Altschneedecke von 2 cm am heiligen Abend gereicht. Mehr Infos zur klimatologischen Wahrscheinlichkeit findet man hier. Heuer gibt es am 24. nur in Osttirol und Oberkärnten, im Oberen Murtal, im Arlberggebiet sowie am Tiroler Alpenhauptkamm eine geschlossene Schneedecke. In den Landeshauptstädten werden sich in der Statistik zwar keine weißen Weihnachten ausgehen, dennoch kann man sich besonders im Bergland spätestens ab der Christnacht auf eine winterliche Stimmung freuen.

Weiße Weihnachten in der Statistik (geschlossene Schneedecke am 24.12). © UBIMET

Titelbild © AdobeStock

UPDATE 4: Kräftiger Schneesturm im Nordosten der USA erwartet

4.4. Grund für die hohen Schneemengen – Meteorologische Leckereien II

Drei Radiosondenaufstiege aus Albany Bundesstaat New York

Die drei Radiosondenaufstiege zeigen den Verlauf der Profile vom 16.12 13  Uhr MEZ (Blau), 17.12. 1 Uhr MEZ (Rot) und am 17.12. 13 Uhr MEZ (Schwarz), genau so wie die unten.

Die größten Regenraten traten zur Zeit des schwarzen Aufstiegs auf. Man erkennt ein nahezu gesättigtes Profil in den untere Schichten (Temperatur und Taupunkt (gestrichelte Linie)liegen nahe bei einander). Während zuvor trockene Kaltluft aus der Arktis ein gesickert ist (blaues Profil), drehte die Strömung zwischen 1000 m und 2000m auf Ost bis Südost und deutlich feuchtere Luft wurde im Bereich der Okklusion des Tiefs herangeführt. Da gleichzeitig bodennah weiterhin schwacher Nordwestwind herrschte, der ständig noch kältere heranbrachte, glitt die feuchtere und wärmere Luft auf und musste abschneien.

Drei Radiosondenaufstiege zur gleichen Zeit am 17.12.2020 um 13 Uhr MEZ

Noch deutlicher wird dies an den drei Profilen, diesmal zur gleichen Zeit, blau am Atlantik in Chatham, Albany und Buffalo bei den Niagara-Fällen.

Man erkennt die feuchte Nase in derzwischen 1000 und 3000 m an der Küste, hier regnet es bei auflandigem Wind. In Albany, dann ebenfalls die feuchte Nase, hier schneit es häftig. In Buffalo in der Höhe trockener und kälter, hier fällt nur wenig Schnee. Die etwas milderen Temperaturen am Boden sind hier durch die Nähe zum Ontario-See begründet, ähnlich wie Stationen an Nord- oder Ostsee wärmer sind im Winter, als in Mitteldeutschland. Zudem fällt in Buffalo der Nordostwind in 1500 m auf, ein weiteres Indiz für das Aufgleiten weiter östlich. Zudem sind die Windgeschwindigkeiten auf selber Höhe über Albany und Chatham beachtlich (35 kt und 50 kt), über Buffalo nur 15 kt.

Zudem spielt das hügelige Terrain dort eine Rolle, hier wird zusätzlich lokal noch etwas orographisch gehoben.

FAZIT: Orographische Hebung im Zusammenspiel mit gutem Import von feuchte um 1500 m und bodennaher Temperaturen um -5°C stellen gute Bedingungen für viel Pulverschnee da.

4.3. Update – Meteorologische Leckereien

Drei Radiosondenaufstiege aus Newport North Carolina

Ein wenig Analyse, die drei Radiosondenaufstiege zeigen den Verlauf der Profile vom 16.12 13  Uhr MEZ (Blau), 17.12. 1 Uhr MEZ (Rot) und am 17.12. 13 Uhr MEZ (Schwarz).

Das Tief ist während des Zeitabschnitts komplett über den Standort hinweg gezogen. Vor dem sich bildenden Tief herrscht in Bodennähe Nordost Wind (blaue Windfiedern), das Tiefzentrum befindet sich südlich des Standorts. In der Höhe weht der Jet aus Westen.

12 Stunden später ist das Tief östlich vorbei gezogen und die Warmfront ist über den Standort hinweg gezogen. In den unteren Schichten ist es wärmer geworden (rotes Profil, der Bauch), zudem weht hier stürmischer Südwestwind (50 kt Windfieder in ca. 1500 m Höhe). Dies erklärt zudem die Gewitter die in der Umgebung auftraten, sogenannte Warmlufteinschubgewitter, bei der die Hebung über der Grundschicht einsetzt.

Wiederum 12 Stunden später ist die Kaltfront durchgezogen (schwarzes Profil). Die Temperatur bodennah ist gefallen, der Wind ist auf Nordwest gedreht. Interessant ist die Abtrocknung in der Höhe (Taupunkt, gestrichelte schwarze Linie).

4.2. Update

Das Satellitenbild zeigt das Tief vor der Ostküste der USA, als Wirbel in den Wolken (blaue Falschfarben Darstellung). Die Wolken in Weiß stellen die Kaltfront dar. Die Westküste der USA ist noch im Sonnenschein.

Satellitenbild von 17.12.2020 23.15 Uhr MEZ © NOAA

4.1. Update – Zukunft des Tiefs

Hier folgt eine kleine Animation, bitte anklicken:

Vorhersage bis Weihnachten nach dem ECMWF vom 17.12.2020 12z © ECMWF/UBIMET

Das Tief zieht in den kommenden Tagen über den Atlantik und wird dabei Keimzelle für die Wetterumstellung, die Mitteleuropa nach Weihnachten bevor steht. Dargestellt ist quasi die Luftmasse, blaue und violette Farben stellen arktische Luftmassen da, gelbe und rote subtropische.

4. Update: Schneebilanz

Hier eine Bilanz der gemeldeten Schneehöhen im Nordosten. Für eine bessere Abschätzung ist unten eine Tabelle mit der Umrechnung eingefügt. Dabei sind im zentralen Streifen (Schwarze Punkte) rund 1 Meter Neuschnee gefallen, meist innerhalb eines Tages.

Inch Zentimeter
1 2,54
5 12,7
10 25,4
15 38,1
20 50,8
25 63,5
30 76,2
35 88,9
40 101,6
50 127

3.12. Update

Schon mehr als 15 cm Neuschnee fielen in New York City in den letzen Stunden: Das ist bereits mehr als die gesamte Schneeakkumulation des Winters 2019-2020:

Nach Nordosten zu, zwischen NYC und die Great-Lakes-Region, sind es schon teils mehr als 30 cm zusammengekommen!

3.11. Update

Weitere Berichte von gefrierenden Regen mit imposanten Bildern folgen aus Virginia.

Teils fällt aber auch erster kräftiger Schnee wie dieses Video westlich von Washington zeigt.

 

3.10. Update

Im Großraum Washington D.C. sind die ersten 5 cm Schnee gefallen, wie diese Messung mit 2 inch beweist.

 

3.9. Update

So allmählich verstärkt sich der Schneefall von Ohio bis New Jersey. Hier sind die Temperaturen sowohl am Boden, als auch in der Höhe unter Null. Das Video zeigt das eingeschneite Nanty-Glo, einem Ort rund 80 km östlich von Pittsburgh.

 

3.8. Update weitere Bilder von gefrierendem Regen

Diese eindrucksvollen Bilder stammen aus dem Staat Virginia.

3.7. Update Schnee in Washington D.C.

In der Bundeshauptstadt Washington sind die ersten knapp 3 cm Schnee gefallen. Der Maßstab ist in der amerikanischen Einheit inch, wobei 1 inch = 2,54 cm entspricht.

3.6. Temperaturen

Die aktuellen Temperaturen im Osten der USA zeigen 3 Bereiche, die von Interesse sind. Im violetten Oval fällt teils kräftiger gefrierender Regen mit Mengen von 2 bis 3 L in der Stunde. Dem entsprechend sind dort die Straßenverhältnisse. Die rote Ellipse zeigt, dass es an der Atlantikküste im Einflussbereich des Golfstroms +18 Grad warm ist. im Bereich der blauen Ellipse herrscht Frost mit Werten von -2 bis -8 Grad. Hier sollte in den kommenden Stunden teils kräftiger Schneefall einsetzen.

Temperaturen am 16.12.2020 17 Uhr MEZ

3.5. Video vom gefrierenden Regen

3.4. Update zum ersten Tief

Satellitenbild vom 16.12.2020 0 Uhr MEZ © EUMETSAT/UBIMET

Hier ist ein Bild des ersten Tiefs vor der Küste Kanadas oben im Bild. Dabei gab es an der Ostküste von Kanada Böen von teils über 100 km/h.

3.3. Update

Das aktuelle Satellitenbild zeigt das Tief an der Ostküste. Die Kaltfront reicht einmal über den Golf von Mexiko. Ungefähr in der Bildmitte erheben sich die Gewittertürme. Zudem erkennt man im Nordosten, wie kalte Luft auf den Atlantik heraus strömt, anhand der Wolkenstraßen dort. Dort werden Temperaturen von -7 bis -10 Grad an der Küste gemessen.

Satellitenbild von 15.45 Uhr MEZ © NOAA

3.2. Update

Im Warmsektor des Tiefs wird subtropische Warmluft zwischen 1000 und 2500 m nach Nordosten geführt. Hier entwickeln sich an der Kaltfront Gewitter.

Blitze der letzten Stunde von 14 bis 15 Uhr MEZ © Nowcast/UBIMET
Radiosondenaufstieg von 13 Uhr MEZ von der Hauptstadt Floridas

3.1. Update:

Der Radiosondenaufstieg zeigt den Grund für den gefrierenden Regen. In der warmen Schicht (Rote Ellipse, Temperaturen über 0°C) taut der fallende Schnee auf und fällt als unterkühltes Wasser in die frostige Grundschicht (blaue Ellipse, Temperaturen unter 0°C).

Radiosondenaufstieg von Greensboro von 13 Uhr MEZ

3. Update: Gefrierender Regen

Momentan bringt das zweite Tief gefrierenden Regen, teils zu Beginn des Berufsverkehrs:

Das aktuelle Radarbild zeigt den Niederschlag, in der Bildmitte fällt der gefrierende Regen.

Radarbild vom 16.12.2020 um 13.20 Uhr MEZ © NOAA/UBIMET

 

2. Update: Bilanz erstes Tief

In einem breiten Streifen entlang der Applachen hat es mit dem Tief kräftig geregnet. Mitunter gab es an der Kaltfront auch Gewitter.

24-stündige Niederschlagssumme von Montag 7 Uhr bis Dienstag 7 Uhr

Das entsprechende Tief ist inzwischen weiter nach Nordost gezogen und liegt vor Neufundland. Auf dem Atlantik hat sich an der Kaltfront eine mächtige Gewitterlinie gebildet, schön an den hell-weißen Wolken rechts auf dem Satellitenbild. Vor Kanada ist weiterhin die Aufgleitbewölkung der Warmfront zu erkennen. Für Schnee hat es New York nicht gereicht, es war etwas zu mild.

Satellitenbild vom 15.12.2020 um 12 Uhr © NOAA

Am Abend wird es dann im Osten Kanadas stürmisch, bevor das Tief komplett auf den Atlantik hinaus zieht. Dann richtet sich der Blick auf die Bildung des zweiten Tiefs an der mittleren Ostküste.

1. Update: Erstes Tief am Montagmittag

Wie bereits beschrieben entwickelt sich das erste Tief über dem Süden der USA am Montagmittag. Auf dem Wasserdampfbild erkennt man schön die massive Aufgleitbewölkung der Warmfront in Grüntönen (hohe Feuchtigkeit) und die trockne Kaltluft (blaue bis gelbe Farbe) hinter der Kaltfront.

NOAA/NESDIS/STAR GOES ABI BAND 08 OR_ABI-L1b-RadC-M6C08_G16_s20203490956078_e20203490958450_c20203490958515.nc

Auch auf dem Radarbild ist das verwaschene Bild des Warmfrontregens und die scharfe Linie der Kaltfront zu erkennen. Die starken Echos in der Bildmitte entsprechen der Schmelzschicht von Schnee, die im Radar besonders kräftig (hell) erscheint und englisch als Bright Band bezeichnet wird. Auch in den Temperaturen sind die Frontenpositionen ersichtlich.

Radarbild von 10.00 Uhr am 14.12.2020 © NEXRAD/UBIMET
Aktuelle Temperaturen am 14.12.2020 um 11 Uhr.

Hier folgt eine kleine Animation:

 

Dem Nordosten der USA und den Osten Kanadas steht ein turbulente Wetterwoche bevor. Zwei sogenannte Nor’easter genannte Sturmtiefs bringen zusehends winterliches Wetter. Den  Anfang macht ein Tief, das am Sonntag über dem Süden des USA entsteht und in der Folge südöstlich der Appalachen nach Nordosten ziehen wird.

Erstes Tief

Dabei wird zunächst hauptsächlich in höheren Lagen der Appalachen 15 bis 25 Zentimeter Neuschnee fallen. In den Großstädten New York und Bosten sind hingegen meist nur 2 bis 4 Zentimeter zu erwarten, da es hier zunächst noch recht warm ist.

Dieses erste Tief zieht in der Folge nach Neufundland weiter und verschmilzt mit einem weiteren und wird ein mächtiges Orkantief. In Neufundland sind Böen über 120 km/h und 12 Meter hohe Wellen auf den Westatlantik zu erwarten.Zudem wird ein beachtlicher Kerndruck von rund 950 hPa erwartet.

Zweites Tief

Auf der Rückseite fließt mit der Kaltfront Polarluft bis zur nördlichen Ostküste der USA. In weiterer Folge entwickelt sich an den südlichen Appalachen das zweite Tief. Dieses liegt Donnerstagfrüh vor New York. Dabei treffen warme und feuchte Luftmassen tropischen Ursprungs auf die eingeflossene Polarluft. Dies ist ein gutes Umfeld um dieses Tief weiter zu verstärken. Zudem sorgt die feuchte Luft für viel Niederschlag an der Warmfront und der Okklusion.

Wettersituation am Donnerstagfrüh (Europäische Zeit) nach ICON © DWD/UBIMET

In der Graphik sind die Fronten eingezeichnet. Die rote Linie entspricht der Warmfront, die blaue der Kaltfront und die Violette der Okklusion. Im Bereich der weißen Ellipse schneit es ergiebig. Hier kommen von Mittwochabend bis Donnerstagfrüh teils 50 cm Neuschnee zusammen, wie auf der Niederschlagssummengraphik im eingerahmten Bild zu erkennen ist. Da es sich um Pulverschnee handelt, muss man als Faustformel die Niederschlagssumme verdoppeln um auf die Schneehöhe zu kommen.

24-stündige Niederschlagssumme © DWD/UBIMET

Zudem weht an der Küste stürmischer Nordwind mit Böen von teils um oder über 100 km/h. Es muss also mit Schneeverwehungen und Stromausfällen gerechnet werden. Letzteres insbesondere dadurch begründet, dass in den USA viele Stromleitungen in den Ortschaften noch oberirdisch verlaufen.

Maximale Böen von Donnerstagvormittag bis -mittag © ECMWF/UBIMET

Insbesondere am Mittwoch besteht entlang der östlichen Appalachen zudem die Gefahr von gefrierenden Regen, dabei können mitunter 5 Liter Regen fallen, somit sind Eisdicken von 3 cm auf Gegenständen möglich. Hier besteht die Gefahr von extremer Glätte.

 

 

 

Titelbild: http://Photo credit: <a href=“https://visualhunt.co/a6/a7dc4b“>Christophe JACROT</a> on <a href=“https://visualhunt.com/re8/a5ac2463″>VisualHunt</a> / <a href=“http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/“> CC BY-NC-SA</a>

Extreme Schneemassen in Japan

Ein sibirischer Kaltluftvorstoß sorgt in diesen Tagen besonders an der Westseite Japans für starken Schneefall. An einigen Orten wurden sogar Allzeit-Rekorde gebrochen, wie etwa in Fujiwara, auf einer Seehöhe von etwa 700 m, mit 199 cm in nur 48 Stunden. In der Präfaktur Niigata gab es teils kein Durchkommen mehr, so stecken etwa auf der Kan’etsu Autobahn in der Mitte des Landes etwa 1000 Autos noch immer in den Schneemassen fest. Mittlerweile wurde hier der Einsatz der sog. Bodenselbstverteidigungsstreitkräfte angefordert.


Sea-effect snow

Ursache für die extremen Schneemassen sind die sehr kalten Luftmassen aus Sibirien, welche beim Überströmen des vergleichsweise milden und überdurchschnittlich temperierten japanischen Meeres viel Feuchtigkeit aufnehmen. Diese Feuchtigkeit sorgt dann besonders im Weststau der Japanischen Alpen für intensiven Schneefall. Es handelt sich dabei um den selben Prozess, der etwa im Bereich der Großen Seen der USA für starken Schneefall sorgt. Während man in Amerika von „lake-effect snow“ spricht, handelt es sich in Japan eher um „sea-effect snow“. Dieser Effekt kann allgemein im Bereich von großen Seen oder Binnenmeeren auftreten: Voraussetzung dafür sind sehr kalte Luftmassen sowie eine ausreichend große, vergleichsweise milde Wasseroberfläche. Beispielsweise ist dieser Effekt gelegentlich auch an der Adria in Italien oder an der Südküste des Schwarzen Meeres in der Türkei zu beobachten.

72h-Neuschneemengen in Japan. © JMA


Extremereignisse

Da die Meere im Zuge des Klimawandels tendenziell milder werden, sind vor allem im Frühwinter mancherorts besonders extreme Schneefallereignisse möglich – vorausgesetzt es kommt zu frühzeitigen arktischen Kaltluftausbrüchen, was in erster Linie im Umfeld der kontinentalen Regionen Kanadas und Sibiriens möglich ist. Auch innerhalb der Alpen kann der zunehmende Feuchtigkeitsgehalt der Luft aber zu Extremereignissen führen, wie etwa erst kürzlich in Osttirol und Oberkärnten. Weitere Details zu diesem Thema gibt es hier: Schnee und Klimawandel in den Alpen.

Zyklon Yasa trifft auf die Fidschi-Inseln

Ein Zyklon, beobachtet aus dem Weltall © pixabay

Der tropische Wirbelsturm namens YASA über dem Pazifik stellt den bislang stärksten Zyklon der Saison auf der Südhalbkugel dar. Am Mittwoch hat er mittlere Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 km/h erreicht, was auf der amerikanischen Hurrikan-Skala einem Sturm der höchsten Kategorie 5 entspricht. Der Kern des Zyklons verlagert sich derzeit mit etwa 20 km/h in östliche bis südöstliche Richtung.


Naturkatastrophe im Urlaubsparadies

Am heutigen Donnerstag wird der Zyklon unter leichter Abschwächung auf die Fidschi-Inseln treffen, dabei muss man besonders im südlichen Teil der Insel Vanua Leva (die zweitgrößte Insel des Südpazifik-Staats) allerdings weiterhin mit mittleren Windgeschwindigkeiten um 240 km/h und Böen bis knapp 300 km/h rechnen. Dazu kommen extreme Regenmengen teils über 300 Liter pro Quadratmeter, sehr hohe Wellen und eine Sturmflut. Auf den Fidschi leben etwa 915.000 Menschen, davon etwa 130.000 auf Vanua Leva. Die Region gilt als Urlaubsparadies, nun droht allerdings eine Naturkatastrophe.

Zyklon YASA nimmt Kurs auf die Fidschi-Inseln. © JTWC
Zyklon YASA nimmt Kurs auf die Fidschi-Inseln. © JTWC

Altocumulus Lenticularis – Die Linsenwolke

Diese ästhetischen Wolken, im Fachjargon Altocumulus lenticularis, also “linsenförmige hohe Haufenwolken” genannt, entstehen wenn ein in der Luftströmung stehender Berg von mäßig feuchter Luft überströmt wird. Die zunächst nicht gesättigte Luft kühlt beim Aufsteigen bis zur Wolkenbildung ab, an der Rückseite des Berges sinkt die Luft hingegen wieder ab und die Wolke löst sich auf. Die Luft weht also durch diese ortsfeste Wolke hindurch und während sich die Wolke am windzugewandten Ende dauernd neu bildet, löst sie sich am windabgewandten Ende ständig auf. Im Alpenraum werden sie meist als Föhnfische bezeichnet, da ihre Form an den Körper eines Fisches ohne Flossen erinnert.

Diese Wolken entstehen speziell bei einer stabil geschichteten Atmosphäre, also vorwiegend zwischen Herbst und Spätwinter, und können bei ausreichender Feuchte auch mehrere Stockwerke aufweisen. Aktuell kursieren beeindruckende Aufnahmen aus dem kanadischen Alberta im Internet:

Auch in den Alpen häufig

In den Alpen treten solche Wolken in der Regel bei Föhn auf, nicht selten allerdings auch bei einer westlichen Höhenströmung. Ein paar schöne Beispiele von Lenticularis folgen unten bzw. gibt es auch hier: Föhnwolken – Beeindruckende Aufnahmen aus Vorarlberg

 

Der abendliche Himmel über Schwarzenbach (NÖ) am 4.12.2020. Quelle: foto-webcam.eu
Der abendliche Himmel über Schwarzenbach (NÖ) am 4.12.2020. Quelle: foto-webcam.eu

 

Föhnwolken über dem Lungau. Quelle: https://www.foto-webcam.eu/webcam/obertauern2/2020/12/04/1010
Föhnwolken über dem Lungau. Quelle: foto-webcam.eu

 

Am 4.12. sorgter der Sonnenaufgang für eine malerische Farbgegbung. Quelle: foto-webcam.eu
Am 4.12. sorgter der Sonnenaufgang für eine malerische Farbgegbung. Quelle: foto-webcam.eu

 

Föhnwolken in der Schweiz. © www.foto-webcam.eu
Föhnwolken in der Schweiz. © www.foto-webcam.eu

 

Föhnfische am Schneeberg. © https://www.panomax.com/en.html
Föhnfische am Schneeberg in Niederösterreich. © https://goldbergen.panomax.com/

 

Titelbild: Pittoreske Stimmung in Biella/Piedmont am 29.10.2017 (Quelle: Adobe Stock)

Weiße Weihnachten: Trend und Klimatologie

Weihnachten

Weiße Weihnachten in den Niederungen sind generell selten. Allgemein spielt dabei die Seehöhe eine wichtige Rolle: Ab einer Höhe von etwa 500 m liegt die Wahrscheinlichkeit im Mittel bei 40 %, in 800 m Höhe bei 70 % und ab 1.200 m über 90 %.

Wahrscheinlichkeit für Schnee am 24. Dezember und maximale Schneehöhe seit 1951 @ UBIMET
Wahrscheinlichkeit für Schnee am 24. Dezember und maximale Schneehöhe seit 1951 @ UBIMET

Wahrscheinlichkeit nimmt ab

Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten im Flachland nimmt im Zuge des Klimawandels ab, so hat sich die Zahl der Tage mit Schnee am 24. Dezember seit Anfang der 80er Jahre in etwa halbiert. Vor allem in den 2000ern hat die Häufigkeit deutlich abgenommen: In Wien und Eisenstadt war es letztmals vor acht Jahren weiß. In Innsbruck wurde im Jahr 2017 zwar eine Schneedecke von 2 cm Schnee gemeldet, tatsächlich handelte es sich dabei aber nur um die letzten Reste einer Altschneedecke am Stadtrand. Am längsten ohne Schnee zu Weihnachten auskommen muss man in Sankt Pölten, wo zuletzt 2007 am 24. Dezember Schnee lag.

Weiße Weihnachten in den Landeshauptstädten stellen mittlerweile die Ausnahme dar. © UBIMET

Viel Schnee im Jahr 1969

Besonders in den 60er Jahren lag zu Weihnachten häufig Schnee, in Klagenfurt war es damals sogar jedes Jahr weiß. Die Rekorde aus dem Jahr 1969 im Norden und Osten haben bis heute Bestand: Damals gab es in Wien 30 cm, in Eisenstadt 39 cm und in Sankt Pölten sogar 50 cm der weißen Pracht. Letztmals Schnee in allen Landeshauptstädten zu Weihnachten gab es hingegen im Jahr 1996.

Klimatologische Wahrscheinlichkeit für Neuschnee zu Heilig Abend. © UBIMET

Titelbild © Adobe Stock

Mittwochfrüh mitunter glatt

Derzeit liegt eine südwestliche Höhenströmung über dem Alpenraum und versorgt diesen in mittleren und hohen Lagen mit milder Luft. In vielen Tallagen sowie in den Hochnebelregionen hat sich über die vergangenen Tage jedoch Kaltluft gesammelt – eine klassische Wintersituation – die Inversionswetterlage.

Strömung in rund 5 km Höhe. Die kleine "Delle" sorgt am Mittwoch für Nieseln oder leichten Regen. Quelle: ECMWF/UBIMET
Strömung in rund 5 km Höhe am Mittwoch 16.12.2021 um 10 Uhr MEZ. Die kleine „Delle“ sorgt am Mittwoch für Nieseln oder leichten Regen im Westen und Südwesten Österreichs . Quelle: ECMWF/UBIMET

Am Mittwoch überquert eine schwache Störung in Form einer Okklusion die Alpen und bringt vorwiegend dem Westen und Südwesten ein paar Flocken bzw. Tropfen. Die oben angesprochene Kaltluft in den Tälern in Kombination mit dem schwachen Niederschlag sorgt dann in der Früh mitunter lokal für Glätte. Vor allem in Oberkärnten, dem Pinz- und Pongau sowie bis in die Obersteiermark kann der Niesel in der Früh gefrieren und für schwierige Fahrverhältnisse  auf den Straßen sorgen.

Im Süden und Südwesten besteht in der Mittwochfrüh die Gefahr für gefrierendes Nieseln. Quelle: UBIMET
Im Süden und Südwesten besteht in der Mittwochfrüh die Gefahr für gefrierendes Nieseln. Quelle: UBIMET

 

Titelbild: pixabay.com

Richtig lüften im Winter

Winterfenster @ https://pixabay.com/de/users/jill111-334088/

Stoß- statt Dauerlüften

Wer ständig die Fenster gekippt hat und gleichzeitig heizt, wirft das Geld buchstäblich zum Fenster hinaus. Dauerhaft gekippte Fenster kühlen Räume und Wände aus. Statt Dauerlüften wird Stoßlüften empfohlen. Am Besten ihr öffnet morgens, nach der Arbeit und abends alle Fenster in der Wohnung für einige Minuten, um ordentlich durchzulüften. Wer tagsüber daheim ist, der sollte versuchen vier- oder fünfmal am Tag zu lüften. Falls die Fenster gegenüber liegen ist das ideal und beide können gleichzeitig geöffnet werden. Falls nicht, könnt ihr Türen öffnen um einen kurzen Durchzug zu schaffen.

Schimmelbildung vermeiden

Wer im Winter nicht lüftet, der riskiert Schimmelbildung. Die feuchte Raumluft bleibt in den Zimmern stehen und an den Wänden bildet sich Schimmel. Vor allem im Badezimmer und in der Küche ist Lüften essenziell, da hier besonders viel Feuchtigkeit entsteht. Auch hier sind einige Minuten Stoßlüften ausreichend.

Heizkörper @ https://pixabay.com/de/users/ri-138286/
Heizkörper @ https://pixabay.com/de/users/ri-138286/

Heizkörper @ https://pixabay.com/de/users/ri-138286/

Heizung ausschalten

Während ihr stoßlüftet, schaltet bitte die Heizung aus. Da die Heizung versucht gegen die plötzliche Kälte anzukämpfen, wird sehr viel Energie verschwendet.

Gesund wohnen

Im Winter strapaziert und reizt die trockene Heizungsluft die Schleimhäute. Ihr seid somit anfälliger auf Erkältungskrankheiten. Wer im Winter jedoch richtig lüftet, sorgt dafür, dass trockene, abgestandene Luft gegen frische Luft im Zimmer ausgetauscht wird. Gegen die trockene Heizungsluft im Winter helfen Grünpflanzen oder Raumbefeuchter, denn sie erhöhen die Luftfeuchtigkeit.

 

Titelbild: @ https://pixabay.com/de/users/jill111-334088/

Planeten-Rendezvous im Dezember 2020

Sternenhimmel

Jupiter und Saturn am frühen Abendhimmel

Nach dem frühen Sonnenuntergang, der in Wien etwa schon um vier Uhr nachmittags stattfindet, fallen zurzeit in der hereinbrechenden Nacht ungefähr eine Stunde später zwei helle, tief stehende „Sterne“ Richtung Süd bis Südwest auf: die Planeten Jupiter und Saturn. Dass es sich nicht um Fixsterne handelt, wird schnell klar, denn von Tag zu Tag verringert sich der Abstand zwischen den beiden. Wenn das Wetter mitspielt, bietet sich also eine schöne Gelegenheit an, um die Planetenbewegungen selbst zu verfolgen!

Große Konjunktion

Der hellere Jupiter steht zunächst rechts unterhalb von Saturn, bis er am 21.12.2020 ganz knapp am Saturn vorbeizieht. Wer nicht genau hinsieht oder keine guten Augen hat, sieht an diesem Abend wohl nur einen, vielleicht etwas länglich erscheinenden Lichtpunkt. Selbst im Teleskop zeigen sie sich bei nicht zu starker Vergrößerung gemeinsam im Gesichtsfeld. Dann sind auch ihre Ringe bzw. Monde zu sehen, wie sie von Abbildungen bekannt sind. Mit freien Augen oder auch mit einem kleineren Feldstecher sehen sie einfach aus wie zwei helle Sterne. Allerdings muss man sich nach Sonnenuntergang beeilen, sie noch am Südwesthimmel zu sehen, bevor sie bereits gegen 18:00 MEZ untergehen. Anfang Jänner 2021 beenden sie schließlich gemeinsam ihre Abendsichtbarkeit bis zum Spätsommer. Dann steht Jupiter östlich („links“) vom Saturn und läuft ihm langsam davon, d.h. der Abstand vergrößert sich in der Folgezeit wieder.

Bereits Anfang Dezember kommen sich Jupiter und Saturn sehr nahe (Blick nach SW). © www.stellarium-web.org

Nur Perspektive

Tatsächlich kommen sich die beiden großen Planeten nicht wirklich nahe, ihr räumlicher Abstand beträgt stolze 833 Millionen Kilometer. Von unserem Standpunkt auf der Erde aus gesehen, steht Saturn aber fast genau hinter seinem sonnennäheren Kollegen. Diese Phänomen, das auch als „Große Konjunktion“ bezeichnet wird, tritt etwa alle 20 Jahre auf. In der Perspektive (an den irdischen Himmel projiziert) ist dies allerdings ihr engstes Treffen seit fast 400 Jahren!

Titelbild © AdobeStock

Verfrühtes Weihnachtstauwetter

Seit dem Beginn des meteorologischen Winters am 1. Dezember dominieren Tiefdruckgebiete das Wetter in Österreich und sorgten im Südwesten für Rekordschneesummen.  Am Sonntag gab es in den Nordalpen oberhalb von 1000 m noch etwas Neuschnee, damit ist dann aber in der neuen Woche Schluss.

In den vergangenen Stunden ging der Schneefall unterhalb von 1000 m allmählich in Regen über. Auf den Bergen gab es 10 bis 20 cm Neuschnee.

Warmfront von Tief BARBARA leitet Wetterumstellung ein

Über dem Atlantik befindet sich das kräftige Tief BARBARA, dessen Warmfront stark abgeschwächt Österreich am Montag erreicht. Dabei ziehen nur ein paar harmlose Wolken durch, es wird aber auf den Bergen um beinahe 10 Grad milder.

Bodendruckkarte für Montag 14.12.2020

In den Niederungen hält sich hingegen unter schwachem Hochdruckeinfluss die kühle Luft und somit baut sich eine ausgeprägte Inversion auf. Das macht sich auch bei den Temperaturen deutlich bemerkbar. Während in den windschwachen und schneebedeckten Alpentälern im Südwesten die Temperaturen kaum über den Gefrierpunkt kommen, liegen die Höchstwerte in Vorarlberg und Nordtirol in Mittelgebirgslagen um die 1000 m bei rund 10 Grad.

Tauwetter in den Nordalpen

In den Folgetagen liegt der Alpenraum zwischen dem Atlantiktief und einem sich aufbauenden Hoch über Osteuropa in einer milden südwestlichen, teils föhnigen Höhenströmung. Somit muss man sich im östlichen Flachland auf beständiges Dauergrau durch Nebel oder Hochnebel einstellen, im Bergland scheint hingegen zeitweise die Sonne und es bleibt mild.

Die Temperaturkontraste sind bei den Tiefstwerten deutlich zu erkennen. Auf den Bergen bleibt es auch über Nacht frostfrei, in den schneebedeckten Tälern stellt sich hingegen mäßiger Frost ein.

Die derzeit vorhandene dünne Schneeauflage in den Nordalpen schmilzt somit langsam dahin. Den Schneemassen im Südwesten des Landes kann diese Wetterlage aber nichts anhaben, hier sind weiße Weihnachten abgesichert.

Weihnachtswetter noch ungewiss

Diese trockene und milde Wetterlage setzt sich bis zum vierten Adventwochenende fort. Nach derzeitigem Stand scheint dann wieder etwas Bewegung ins Wettergeschehen zu kommen.

Ensemble-Vorhersage der Temperatur in ca. 1500 m Höhe. Dicke rote Linie beschreibt durchschnittliche Temperatur in den vergangenen Jahrzehnten. Deutlich zu warm bis knapp vor Weihnachten, danach ungewiss.

Ob es dann sogar noch milder wird oder zumindest in höheren Lagen wieder der Winter Einzug hält, bleibt noch abzuwarten. Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten im Flachland und damit in den meisten Landeshauptstädten dürfte aber aus heutiger Sicht nur sehr gering sein.

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Meteore und Feuerkugeln

Kein Sternschnuppenregen

Dabei haben die Perseiden noch nicht einmal die höchste Dichte an Meteoren im Jahresverlauf zu bieten. Schon seit Jahrzehnten weist der Meteorstrom der Geminiden Mitte Dezember etwa die doppelte Konzentration auf, das heißt mehr Sternschnuppen pro Zeiteinheit. Im günstigen Fall sind das dann auf den ganzen Himmel verteilt bis zu 100 pro Stunde. Der manchmal in Presseberichten erscheinende „Regen an Sternschnuppen“ ist das natürlich noch lange nicht.

Mehr Schnuppen, aber schlechtere Bedingungen

Um dann aber wirklich einige Meteore zu sehen zu bekommen, braucht es schon ein wenig Geduld. Wer nur im Stehen nach oben schaut, überblickt nur einen geringen Teil des Himmels und verharrt meist nicht lange in dieser eher unbequemen Haltung. Besser ist es, im Liegen zu beobachten, wofür sich natürlich die warme Jahreszeit anbietet. Und das ist ein Grund, warum zumindest in unseren Breiten doch viel mehr Personen im August Sternschnuppen gesehen haben als im Dezember. Zudem verdecken im Dezember in mindestens vier von fünf Nächten Wolken oder Hochnebel den Blick, während im August ungefähr jede zweite Nacht klar verläuft.

© Sky & Telescope / Gregg Dinderman

Der Größe nach sortiert

Am 14. Dezember um 2 Uhr früh durchquert die Erde den dichtesten Teil einer interplanetaren Staubwolke, um diese Zeit kann man mit den erwähnten 100 oder de facto wenigstens einigen Dutzend Sternschnuppen pro Stunde rechnen. Günstig wirkt sich heuer das fehlende Mondlicht aus, genau an diesem Tag ist Neumond. Aber auch die Nacht darauf vom 14. auf den 15. kann noch interessant werden. Dann sind zwar von der Zahl her schon deutlich weniger, dafür aber größere Objekte unterwegs, die auf die Erde treffen. Es besteht also eine erhöhte Chance auf sehr helle Meteore, die sich mit den Bezeichnungen Feuerkugeln und Boliden schmücken dürfen. Genügend Wünsche wird ohnehin jeder haben…

 

Titelbild @ pixabay.com

Der früheste Sonnenuntergang des Jahres

Der früheste Sonnenuntergang des Jahres

Der kürzeste Tag des Jahres ist der 21. Dezember, dann erreicht die Sonne in den Breiten unterhalb des südlichen Wendekreises den Höchststand. Nördlich des Polarkreises (66,57° N) ist es dagegen durchgehend finster.

Der früheste Sonnenuntergang findet bereits vor der Sonnenwende statt
Die Tageslänge im Laufe des Jahres (grau = Nacht; weiß = Tag).

Aufgrund der Neigung der Erdachse und der elliptischen Umlaufbahn unseres Planeten erfolgt der früheste Sonnenuntergang des Jahres hierzulande bereits am 11. Dezember und nicht erst zur Wintersonnenwende am kürzesten Tag. Den spätesten Sonnenaufgang gibt es hingegen erst zu Neujahr, danach nimmt die Tageslänge sowohl am Morgen als auch am Abend langsam wieder zu.

Anbei eine Übersicht (Sonnenaufgang und Sonnenuntergang):

11. Dezember 21. Dezember 1. Januar
Wien 7:35 bis 15:59 7:42 bis 16:02 7:45 bis 16:10
Berlin 8:07 bis 15:51 8:15 bis 15:53 08:17 bis 16:01
Bern 8:06 bis 16:40 8:13 bis 16:42 8:16 bis 16:50

Schnee und Klimawandel in den Alpen

Schneefall

In den vergangenen Tagen gab es besonders im Südwesten Österreichs teils extreme Schneemengen, in Obertilliach wurden am Mittwoch bis zu 180 cm Schnee gemessen – ein neuer Rekord für den Monat Dezember. In manchen Orten wie etwa Döllach gab es innerhalb weniger Tage sogar die 8-fache Niederschlagsmenge, die normalerweise im gesamten Dezember zusammenkommt.

Für Dezember wurden etwa in Obertilliach oder auch am Zettersfeld neue Maßstäbe gesetzt. Daten: Land Tirol
Im Südwesten gab es teils schon mehr als 600% vom üblichen Dezemberniederschlag.

Auch sonst gab es im Bergland und teils auch im Flachland etwas Schnee. In manchen Medien wurde von „einem Winter wie damals“ berichtet und in sozialen Medien tauchte oft der Satz „es ist ja Dezember“ auf, um darauf hinzudeuten, dass alles normal sei. Doch wie beeinflusst der Klimawandel tatsächlich den Schnee in Österreich?

Klimawandel und Schnee

Der Temperaturanstieg im Zuge des Klimawandels erfolgt in den Alpen schneller als im globalen Durchschnitt, auf dem Sonnblick sind die Temperaturen etwa im letzten Jahrhundert um mehr als 1,5 Grad gestiegen. Dies wirkt sich auf die Schneefallgrenze aus, so hat die Anzahl an Tagen mit einer Schneedecke besonders in tiefen Lagen schon deutlich abgenommen. Die winterliche Nullgradgrenze ist in den letzten 50 Jahren im Mittel um etwa 250 m angestiegen. Dieser Trend wird sich fortsetzen, so wird die Nullgradgrenze wohl noch vor 2050 im Winter durchschnittlich über einer Seehöhe von 1000 m liegen. Dadurch nimmt die Länge des Winters ab, gemessen an der Anzahl von Tagen mit einer Schneedecke: Der Schnee kommt später und schmilzt früher. Etwa in Arosa in der Schweiz hat sich die Periode mit einer Schneedecke von mindestens 40 cm bereits von fünfeinhalb Monaten auf etwas mehr als drei Monate verkürzt. Studien aus der Schweiz zeigen, dass derzeit Lagen unterhalb von 1300 m davon besonders stark betroffen sind, zudem werden auch die Zeitfenster für künstliche Beschneiung in diesen Höhenlagen immer kürzer. In Lagen oberhalb von etwa 2000 m gibt es dagegen keinen klaren Trend, da es hier auch bei einem mittleren Temperaturanstieg von 2 Grad immer noch kalt genug für Schneefall ist.

Klimawandel in Arosa
Mittlerer Verlauf der Schneehöhe in Arosa. Mehr Details dazu gibt es hier: Meteoschweiz

Besonders markant fällt die Abnahme an Tagen mit Schneedecke im Flachland auf: Immer häufiger ist es hier es eine Spur zu mild für Schneefall und wenn er mal liegen bleibt, ist er nach wenigen Tagen wieder weg. Der Wind lässt hier meist auch keine Niederschlagsabkühlung zu, wie es etwa in Osttirol oft der Fall ist. Eine internationale Studie hat neulich ergeben, dass die Zahl der Tage mit einer Schneedecke etwa in Wien oder München in weniger als 100 Jahren um etwa 30 Prozent abgenommen hat, und der Trend geht weiter bergab.

Anzahlt der Tage mit Schnee in München. © DWD

Extremereignisse

Markante Südstaulagen mit Italientiefs hat es schon immer gegeben, allerdings fällt die Häufung an Extremereignissen mit neuen Niederschlagsrekorden in den vergangenen Jahren deutlich auf, wie etwa im Jänner 2019 an der Alpennordseite oder im November 2019 und neuerlich im Dezember 2020 in den Südalpen. Die ehemaligen Ausnahmeereignisse werden langsam aber sicher zur Gewohnheit, ebenso wie es mit der Hitze im Sommer der Fall ist. Wie man bereits im vergangenen Winter gesehen kann, ist es allerdings auch möglich, dass im gesamten Rest des Winters nahezu kein Schnee mehr fällt.


Im Bild: Schneemassen im Raum Obertilliach.

Mehr Feuchtigkeit

Allgemein kann milde Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft, zudem sorgen die steigenden Wassertemperaturen rund um Mitteleuropa (Nordsee, Mittelmeer) bei Kaltluftvorstoßen für eine labile Schichtung der Luft, so gab es auch in den vergangenen Tagen von der Adria teils bis zu den Lienzer Dolomiten Gewitter. Besonders bei blockierten Wetterlagen kann es also vor allem von mittleren Höhenlagen aufwärts ergiebig schneien, zudem kann die Schneefallgrenze durch die Niederschlagsabkühlung auch im Einflussbereich relativ milder Luftmassen bis in windgeschützte Täler absinken. Sehr effektiv funktioniert dies dankt der Topographie in Osttirol und Oberkärnten, da hier einerseits die Adria als Feuchtequelle in ummittelbarer Nähe liegt und anderseits die Berge im Süden hoch genug sind, um die milde Luft in tiefen Lagen fern zu halten. Die Luftmasse ist bei solchen Ereignissen tatsächlich nicht besonders kühl: Vom Talboden bis über 1500 m hinauf liegt sie meist nahezu exakt bei 0 Grad.

Blockierte Wetterlagen

Aktuelle Studien deuten darauf hin, dass blockierte Wetterlagen – anders als in den vergangenen Jahren oft angenommen – im Winter nicht zunehmen. Allerdings verstärkt der Klimawandel tendenziell die Auswirkungen einer blockierten Wetterlage, wenn sie mal auftritt: Im Sommer wird etwa ein umfangreiches Hoch rasch zur Hitzewelle, im Winter sorgt dagegen ein blockiertes Tief in manchen Regionen aufgrund der zunehmenden absoluten Luftfeuchtigkeit immer häufiger für extreme Niederschlagsmengen. Da solche Lagen allerdings meist nur unregelmäßig alle paar Jahre auftreten, ist von einer hohen Variabilität auszugehen, weshalb der Trend in tiefen Lagen langsam, aber sicher im Mittel nach unten geht.

Nach weniger als 10 Tagen steht fest, dass der Winter im Südwesten viel zu nass ausfallen wird.

Titelbild © AdobeStock

Mehr als 50 cm Schnee in Oberkärnten, Wetterberuhigung kommt

Schnee

Tief YVONNE führt seit Dienstag sehr feuchte Luft nach Österreich. In Osttirol und Oberkärnten sind in den vergangenen Stunden neuerlich 40 bis 70 cm Schnee gefallen. Spitzenreiter ist der Ort Kötschach-Mauthen mit knapp 70 cm Neuschnee. Am Mittwochnachmittag verlagert sich der Niederschlagsschwerpunkt aber langsam in den Nordosten des Landes und im Süden kommt es zu einer Wetterberuhigung.

Ort

24-Neuschnee bis Mittwoch, 10 Uhr

Gesamtschneehöhe

Kötschach-Mauthen (K)

68 cm 118 cm

Kornat (K)

54 cm 145 cm

Bad Bleiberg (K)

54 cm 66 cm

Obervellach (K)

47 cm 65 cm

Dellach (K)

47 cm 72 cm

Hermagor (K)

44 cm 54 cm

Lienz (T)

41 cm 76 cm

Obertilliach (T)

37 cm 179 cm
24h Neuschnee bis Mittwoch, 8 Uhr. © UBIMET
Schneemassen auf der Pustertaler Höhenstraße. © Land Tirol

Wintersoll teils schon übertroffen

Zum Teil ist in Osttirol und Oberkärnten innerhalb von etwa einer Woche bereits mehr Regen bzw. Schnee gefallen, als normalerweise im gesamten Winter. In Döllach gab es bereits mehr als dreimal so viel Niederschlag, wie im langjährigen Mittel von Dezember bis einschließlich Februar zu erwarten ist.

Anteil vom Winterniederschlag. © UBIMET

Auch beim Schnee wurde das Wintersoll vielerorts schon erreicht, in Döllach etwa gab es bereits fast 1,5 Meter Neuschnee, im Schnitt fallen hier im Dezember, Jänner und Februar 91 cm.

Ort

Neuschneesumme im Dezember 2020 (eine Messung täglich)

Mittlerer Neuschnee von Dez. bis Feb.

Döllach

139 cm 91 cm

Lienz

88 cm 71 cm

Dellach

80 cm 78 cm
Viel Arbeit für den Winterdienst. © Land Tirol
Am Zettersfeld gibt es ein neuen Schneehöhenrekord für Dezember, auch November 2019 wurde übertroffen. © Land Tirol

Am Mittwochnachmittag bzw. -abend verschiebt sich der Niederschlagsschwerpunkt vom Süden allmählich in den Nordosten des Landes. Die Schneefallgrenze sinkt dabei auf 500 bis 300 m ab. Am abend und in der Nacht schneit es besonders in der östlichen Obersteiermark, am Alpenostrand bzw. im Semmering-Wechsel-Gebiet zeitweise kräftig, in Lagen ab etwa 600 m kündigen sich hier 15 bis 20 cm Neuschnee an.

24h-Neuschneeprognose bis Donnerstagvormittag. © UBIMET

Ruhiges Wetter in Sicht

Am Donnerstag fällt im Osten und Nordosten anfangs noch verbreitet Regen bzw. oberhalb von 300 bis 500 m Schnee, im Tagesverlauf lässt der Niederschlag aber nach. Im Süden und Westen bleibt es bereits trocken und mitunter kommt im westlichen Bergland die Sonne zum Vorschein. Der Freitag bringt in den Niederungen zähen Nebel oder Hochnebel, in den Nordalpen scheint dagegen zeitweise die Sonne. Am Wochenende zieht an der Alpennordseite dann eine schwache Störung durch, diese bringt aber nur im Bergland ein wenig Schnee, wobei die Schneefallgrenze aus Westen gegen 600 bis 1000 m ansteigt. Die Temperaturen ändern sich kaum und erreichen bis zu 5 Grad, am Sonntag im Südosten bei etwas Sonnenschein auch 7 Grad.

Ein Vorher-Nachher-Vergleich aus dem Lesachtal. © Alpenhof-Wolayersee

Titelbild © AdobeStock

Weiteres Italientief: Neuerlich höchste Warnstufe in Osttirol und Oberkärnten

Schnee

Österreich liegt derzeit unter dem Einfluss einer südlichen Höhenströmung und im Laufe des Dienstags greift aus Süden ein weiteres Mittelmeertief namens YVONNE auf den Alpenraum über und am Mittwoch gerät dann das gesamte Land unter Tiefdruckeinfluss. Der Niederschlagsschwerpunkt liegt zunächst in Osttirol und Kärnten, im Laufe des Mittwochs verlagert er sich dann vom Süden in den Osten des Landes.

Tief YVONNE bringt in den Alpen Schnee. © FU Berlin / DWD

Starker Schneefall

In diesen Stunden beginnt es im Süden verbreitet zu schneien und ab dem Nachmittag muss man in Osttirol und Oberkärnten wieder mit kräftigem Schneefall rechnen. In der Nacht lässt die Intensität nur langsam nach und bis etwa Mittwochmittag muss man weiterhin mit Schneefall rechnen. Die Schneefallgrenze liegt meist in den Tälern, nur in Unterkärnten bzw. im Grazer Becken und in der Südsteiermark fällt in tiefen Lagen zunächst Regen. Bis Mittwochnachmittag kommen im südlichen Osttirol und in Oberkärnten verbreitet 40 bis 60, im Lesachtal auch 70 cm Neuschnee dazu. Von Spittal bis Villach zeichnen sich dagegen 10 bis 15 cm nasser Schnee ab, in der Nacht sind dann auch in Unterkärnten ein paar Zentimeter zu erwarten.

Warnkarte am Dienstag, 12 Uhr (mit Schnee und Wind). © www.uwz.at

Die Schneebruchgefahr bleibt erhöht, zudem muss man weiterhin mit einigen Straßensperren rechnen, zumal die Lawinengefahr in Osttirol und Oberkärnten groß ist (4 auf der 5-stufigen Skala).

Am Mittwoch im Bergland winterlich

In der Nacht auf Mittwoch greift leichter bis mäßiger Schneefall auch auf den Westen über und am Mittwoch selbst verlagert sich der Schwerpunkt von Süden mehr nach Oberösterreich und die Steiermark. An der Alpennordseite gibt es oberhalb von 600 bis 700 m verbreitet 5 bis 10, am Alpenhauptkamm auch 15 cm Neuschnee, aber auch im Grazer Becken kann sich mitunter eine dünne Schneedecke ausbilden. Ab dem Nachmittag liegt der Schwerpunkt dann im Osten des Landes, wobei die Schneefallgrenze abseits der Alpen um etwa 400 bis 500 m liegt. Besonders im Semmering-Gebiet und in der östlichen Obersteiermark schneit es zeitweise kräftig, hier gibt es oberhalb von etwa 700 m gut 20 cm Schnee.

Schneeprognose bis einschließlich Mittwochnacht. © UBIMET

Auch im Waldviertel und im Wienerwald ist aber etwas Nassschnee in Sicht, so muss man etwa auf der Außenring-Autobahn am späten Abend mit winterlichen Bedingungen rechnen. In Wien bleibt es dagegen eine Spur zu mild für Schnee, nur in höheren Lagen der westlichen Außenbezirke ist etwas Schneeregen oder Nassschnee in Sicht.

Auch im Nordosten fällt am Abend gebietsweise Schnee. © UBIMET

Ab Donnerstag stellt sich dann eine nachhaltige Wetterberuhigung ein und derzeit sind keine weiteren, großen Niederschlagsereignisse in Sicht.

Tornado und Wasserhose im Golf von Triest

Gewitter

Das Zusammenspiel aus kühler Luft in der Höhe und dem vergleichsweise milden Wasser sorgt vor allem im Herbst im Mittelmeerraum für teils heftige Gewitter. Im Winter verlagert sich der Schwerpunkt dann tendenziell ins südliche bis südöstliche Mittelmeer (siehe auch Unwettersaison im Mittelmeer), aber auch im nördlichen Mittelmeerraum kann es manchmal noch zu Gewittern kommen.

Wasserhose und Tornado

Ein Höhentrog hat am Montag über der nördlichen Adria für günstige Bedingungen für Gewitter gesorgt. Über dem Golf von Triest wurde bereits gegen Mittag eine Wasserhose gesichtet:

Die Wasserhose war allerdings nur ein Vorgeschmack auf den Abend, als ein Superzellengewitter mit Hagel, Starkregen und kräftigen Windböen auf die Küste zwischen Piran und Triest getroffen ist. Im Hafen von Triest wurde dabei eine weitere Wasserhose beobachtet, die vermutlich als Tornado im Hafen auch auf Land getroffen ist.


Anbei noch ein weiteres Bild der Wasserhose zu Mittag:

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Titelbild © AdobeStock

Schnee über alle Maßen

Am Wochenende fielen in Osttirol und Oberkärnten verbreitet 200 bis 300 l/m² teils als Regen, teils als Schnee. Rekordhalter war die Station Kornat mit 363 l/m². So große Niederschlagsmengen sind nur rund alle 100 Jahre in dieser Region zu erwarten. Die Neuschneemengen sind ebenfalls über 1000 m beachtlich. So liegen etwa in Sillian 128 cm oder in Obertilliach 150 cm Neuschnee.

Ungewöhnlich viel Schnee fiel auch vom Pitztal bis zum Stubai- und Wipptal. Hier gab es oberhalb von 1000 m auch knapp 1 Meter Neuschnee.

Am Dienstag neuerlich viel Neuschnee

Am Dienstag setzt mit einem neuen Italientief namens YVONNE ab Mittag in Osttirol und Oberkärnten zunehmend kräftiger Schneefall ein, der vor allem über Nacht dann intensiv ausfällt. Dabei sind im Lesachtal und im Oberen Gailtal weitere 70 bis 100 cm, im Hochpustertal, Mölltal und Oberen Drautal rund ein halber Meter Neuschnee zu erwarten.

Neuschneesumme von Dienstag- bis Mittwochvormittag

In tiefen Lagen unterhalb von rund 600 m geht der Schneefall zeitweise aber auch in Schneeregen und Regen über. In der Nacht auf Mittwoch breitet sich der Schneefall dann auch auf Westösterreich aus, sodass auch hier ein paar Zentimeter Neuschnee hinzukommen.

Am Mittwoch im Bergland verbreitet etwas Neuschnee

Am Mittwoch lässt der Starkschneefall im Südwesten rasch nach und der Schwerpunkt des Schneefalls verlagert sich von Westen und Südwesten mehr in die Steiermark und nach Oberösterreich. Dabei liegt die Schneefallgrenze meist zwischen tiefen Lagen und 600 m. Oberhalb von 600 m kommen verbreitet 5 bis 15 cm Neuschnee hinzu.

 

Schneemassen im Südwesten

+++ Update 00:30 +++

Letztes Update von unserer Seite, denn in den kommenden Stunden werden die Niederschlagsraten weiter zurückgehen. Das Niederschlagsgebiet wird sich zwar noch etwas nach Nordosten ausbreiten, mit Schnee ist dort aber nicht zu rechnen, denn hier liegen die Temperaturen ein paar Grad im Plus. Mit Föhneinfluss wurden selbst um Mitternacht stellenweise noch zweistellige Temperaturen gemessen:

Temperaturen um Mitternacht – UBIMET, ZAMG

Dies ist eigentlich schon beeindruckend genug, wird aber von den rekordbrechenden Niederschlagsmengen der letzten 48 Stunden in Osttirol und Kärnten regelrecht in den Schatten gestellt:

Niederschlagsmengen aus den vergangenen 48 Stunden – UBIMET, ZAMG

 

+++ Update 21:20 +++

Die Niederschlagsintensität im Südwesten lässt zumindest in Richtung des Hauptkamms endlich nach. Das Ende des Ereignisses nähert sich und in der letzten Stunde sind „nur“ noch 1 bis 3 l/m² gefallen. An der Grenze zu Italien sind immer noch höhere Raten dabei mit bis zu 8 l/m² binnen 60 Minuten, aber auch hier wird der Schneefall bis Mitternacht allmählich schwächer.

+++ Update 20:40 +++

Auch im Rheintal (Webcam Dornbirn) wird es allmählich weiß mit Tempreraturen um den Gefrierpunkt.

Webcam Dornbirn um 20:40 Uhr - https://www.dornbirn.at/rathaus/infos/webcams-in-dornbirn
Webcam Dornbirn um 20:40 Uhr – https://www.dornbirn.at/rathaus/infos/webcams-in-dornbirn

+++ Update 19:40 +++

Der Schnee (wenn auch noch sehr nass) hat jetzt neuerlich den Bodensee erreicht. In der Nacht sind in Vorarlberg verbreitet 5 bis 15 cm Neuschnee einzuplanen!

Webcam Bregenz um 19:45 Uhr - http://www.vorarlberg.travel/livecams-webcams-vorarlberg/
Webcam Bregenz um 19:45 Uhr – http://www.vorarlberg.travel/livecams-webcams-vorarlberg/

+++ Update 19:10 +++

Die föhnige Südostströmung in der Osthälfte treibt nach wie vor die Temperaturen in die Höhe. Während im äußersten Westen und Südwesten es meist bis in die Täler schneit, werden in der Osthälfte und hier vor allem in den nördlichen Voralpen bis zu 15 Grad gemessen!

Gemessene Temperaturen um 18:30 Uhr - UBIMET, ZAMG
Gemessene Temperaturen um 18:30 Uhr – UBIMET, ZAMG

+++ Update 19:00 +++

Die ÖBB teilte vor wenigen Minuten mit, dass die Brennerbahnstrecke aufgrund von Lawinengefahr und Schneelast voraussichtlich bis Montagmittag gesperrt bleiben wird.

+++ Update 18:45 +++

Zahlreiche Stromausfälle derzeit in den Hochtälern Osttirols aufgrund von Baumstürzen und Schneelast!

Hoch- und Mittelspannungsstörungen (Stromausfälle) in Osttirol um 18:45 Uhr - https://tirol.leitungsauskunft.at/ol3/netzInfo/
Hoch- und Mittelspannungsstörungen (Stromausfälle) in Osttirol um 18:45 Uhr – https://tirol.leitungsauskunft.at/ol3/netzInfo/

+++ Update 18:30 +++

Allein in den letzten 48 Stunden sind im Südwesten teils mehr als 300 l/m² zusammengekomen. Das ist rund das Doppelte, was normalerweise in dieser Region in einem gesamten durchschnittlichen Winter (Dezember, Jänner und Februar) fällt!

Niederschlagssumme der letzten 48 Stunden bis 17 Uhr - UBIMET, ZAMG
Niederschlagssumme der letzten 48 Stunden bis 17 Uhr – UBIMET, ZAMG

+++ Update 17:30 +++

Kräftiger Schneefall nun auch im Gasteinertal mit rund 20 l/m² in den letzen drei Stunden. Hier sind bis Mitternacht 10 bis 20 cm Neuschnee zu erwarten!

Webcam in Bad Gastein auf rund 850 m Seehöhe um 17:20 Uhr - http://www.packages.at/gastein/webcam/37.html
Webcam in Bad Gastein auf rund 850 m Seehöhe um 17:20 Uhr – http://www.packages.at/gastein/webcam/37.html

+++ Update 17:00 +++

Beeindruckende Videoaufnahmen aus dem Lesachtal!

+++ Update 16:30 +++

Die Schneeraten in Osttirol und Oberkärnten sind nach wie vor beachtlich:

Wetterstation 1h -Neuschnee Gesamtschneehöhe
Kornat (K) 5 cm 79 cm
Lienz (T) 4 cm 34 cm
Döllach (K) 4 cm 112 cm
Kötschach-Mauthen (K) 4 cm 50 cm
Sillian 3 cm 104 cm
Webcam in Lienz am 06.12. um 16:30 Uhr - https://www.alpenkaiser.com/wetter/tirol/osttirol/lienz/wetter-lienz-hauptplatz.jpg
Webcam in Lienz am 06.12. um 16:30 Uhr – https://www.alpenkaiser.com/wetter/tirol/osttirol/lienz/wetter-lienz-hauptplatz.jpg

+++ Update 16:00 +++

Auch in Vorarlberg und im Tiroler Oberland beginnt es neuerlich kräftig zu schneien. Hier kommen am Abend und in der Folgenacht bis in die meisten Tallagend einige Zentimeter Neuschnee zusammen.

Webcam im Brandnertal am 06.12. um 16:15 Uhr - https://www.zimba-brand.at/webcam/zimbabrand.jpg
Webcam im Brandnertal am 06.12. um 16:15 Uhr – https://www.zimba-brand.at/webcam/zimbabrand.jpg
Webcam Bludenz am 06.12. um 16:15 Uhr - https://www.bludenz.at/webcam_rathaus/axis-cgi/jpg/image.cgi
Webcam Bludenz am 06.12. um 16:15 Uhr – https://www.bludenz.at/webcam_rathaus/axis-cgi/jpg/image.cgi

+++ Update 15:00 +++

Auch im Oberpinzgau greifte der Niederschlag in den letzten 24 Stunden immer mehr über. So sind z.B. in Mittersill  seit gestern um 15 Uhr rund 60 l/m² Regen zusammengekommen. Die Folgen sind gesättigter Boden und lokale Überflutungen, wie hier in Uttendorf:

Webcam Uttendorf im Oberpinzgau am 06.12. um 15 Uhr - https://www.uttendorf.com/fileadmin/ftp/computertechnik-wolf.at/webcam/2/current.jpg
Webcam Uttendorf im Oberpinzgau am 06.12. um 15 Uhr – https://www.uttendorf.com/fileadmin/ftp/computertechnik-wolf.at/webcam/2/current.jpg

+++ Update 14:00 +++

Von den Ötztaler Alpen entang des Hauptkamms bis nach Osttirol und Oberkärnten ist das klimatologische Niederschlagssoll für den Dezember in nur 6 Tagen bereits erreicht. Vom Mölltal bis zur italienischen Grenze fiel aber binnen 6 Tagen zum Teil schon mehr als das Vierfache an Niederschlag (z.B. in Lienz), was üblicherweise in einem gesamten Dezember zusammenkommt.Anteil der klimatologischen Niederschläge, die bis zum 06.12. um 14 Uhr bereits zusammengekommen sind - UBIMET, ZAMG

Anteil der klimatologischen Niederschläge, die bis zum 06.12. um 14 Uhr bereits zusammengekommen sind – UBIMET, ZAMG

+++ Update 11:45 +++

Der Regen und nasse Schneefall hat mittlerweile zu einer hohen Schneelast sowie auch zu einer sehr großen Lawinengefahr geführt. In Osttirol herrscht Lawinenwarnstufe 5.

+++ Update 10:00 +++

Das intensive Niederschlagsereignis bringt auch einige Rekorde mit sich. So wurde etwa an der Station Kornat im Lesachtal, Kärnten mit 190 Litern in 24 Stunden einer neuer österreichweiter Niederschlagrekord für den Winter aufgestellt. Generell ist im Süden bereits deutlich mehr Niederschlag gefallen als in einem ganzen Winter üblich. Normalerweise fallen in dieser Region im Schnitt etwa 120 bis 190 Liter Niederschlag in drei Monaten. In den letzten 48 Stunden waren es aber bereits bis zu 300 Liter. Anbei noch die Neuschneemengen seit Freitagmittag.

 

+++ Update 09:00 +++

Der Niederschlag intensiviert sich im Süden nun wieder, somit sinkt auch die Schneefallgrenze von den höheren Tallagen langsam wieder in die Täler. So schneit es mittlerweile in Kornat wieder, auch in Kötschach-Mauthen geht der Regen nun allmählich wieder in Schneefall über. (Klick auf das Bild für die volle Auflösung)

2-Meter Temperatur © Ubimet

+++ Update 08:00 +++

Besonders Osttirol ist von dem kräftigen Niederschlag betroffen, hier herrscht nun die höchste Lawinenwarnstufe (Stufe 5 – sehr groß). Verbreitet besteht die Gefahr durch spontane Lawinen, daher sind auch viele Straßensperren aktiv.

Höchste Lawinengefahr in Ost- und Südtirol. © Lawinenwarndienst Tirol
Straßensperren in Osttirol © Land Tirol

+++ Update 07:15 Uhr +++

Die Luftmassengrenze erstreckt sich derzeit nicht nur über den Alpenraum, sondern weit bis in den Süden Italiens. Von Sizilien bis nach Oberkärnten hat sich eine fast „sommerliche“ Gewitterlinie gebildet. Auch in den Kitzbüheler Alpen gab es ein paar Blitze. Dies führt zeitweise zu einer Intensivierung des Niederschlags.

Gewitter Linie von Süditalien bis zu den Alpen ©Ubimet/Nowcast

+++ Update 06:30 Uhr +++

Wie geht es nun mit dem Niederschlag weiter und wie viel wird noch fallen?

Laut den aktuellen Modellprognosen hält der kräftige Niederschlag im Südwesten Österreichs bis zum Abend an. Die erwarteten Regenmengen sind in der Grafik ersichtlich. In der Nacht zum Montag entspannt sich die Lage aber dann allmählich. (Für eine größere Ansicht einfach auf die Karte klicken)

In den größeren Tälern Osttirols und Oberkärntens, wie etwa dem Lienzer Becken oder dem Lesachtal ging der Schneefall in der Nacht teilweise in Regen über. Dies erhöhte die Schneelast deutlich, auch die Lawinengefahr ist mittlerweile groß. Da die Intensität des Niederschlags am Nachmittag aber wieder zunimmt, sinkt auch die Schneefallgrenze langsam wieder ab.

+++ Update 05:00 Uhr +++

Zusammenfassung der Nacht

Niederschlagssumme von Samstag 23 Uhr bis Sonntag 5 Uhr © UBIMET
Schneehöhen am Sonntag 6.12.2020 um 5 Uhr morgens © UBIMET

In der Nacht hat es besonders zwischen den Ötztaler Alpen und Oberkärnten weiterhin kräftig geregnet oder geschneit. Die Schneefallgrenze liegt im Westen bei 500 m und im Osttirol und Oberkärnten bei etwa 1000 m. Besonders in Oberkärnten ist über Nacht deutlich mildere Luft eingeflossen, sodass hier der Schnee bereits schmilzt und häufig Regen fällt. Dieser wird vom Schnee aufgesogen und macht diesen extrem schwer. Hier droht weiterhin Schneebruch. Ein gutes hat dieses jedoch, das Wasser fließt nicht direkt in die Flüsse, somit ist Hochwasser zunächst kein Thema.

Zudem gab es im Raum Lienz und entlang der Karnischen Alpen immer wieder ein paar Blitze während der Nacht..

Nächtliche Höchstwerte © UBIMET
Stärkste Böe seit Mitternacht © UBIMET

Besonders entlang der zentralen Nordalpen wehte in der Nacht kräftiger und böiger Südföhn. Daher war es hier teilweise frühlingshaft mild und trocken.

+++ Update 01:00 Uhr +++

Abseits des Niederschlags ist es stürmisch.

Maximale Windböe am 5.12.2020 © UBIMET

+++ Update 22:00 Uhr +++

Beeindruckend sind einerseits die enormen Stauniederschläge besonders in Osttirol und Oberkärnten,

24-stündige Niederschlagsmengen seit gestern, Freitag, 20 Uhr

andererseits aber auch die föhnbedingt um 21:20 Uhr immer noch deutlich 2-stelligen Temperaturen vom Tennengau bis ins Mostviertel:

2m-Temperaturen von 21:20 Uhr

+++ Update 19:30 Uhr +++

Spitzenreiter der letzten drei Stunden: Das Ötztal! In Umhausen schneit es derzeit am kräftigsten mit beachtlichen 18 cm Neuschnee in 3 Stunden, 7 davon in nur 60 Minuten! Hier liegen derzeit schon 45 cm Schnee.

Niederthai bei Umhausen im Ötztal - https://www.tauferberg.com/preise-service/webcam
Niederthai bei Umhausen im Ötztal – https://www.tauferberg.com/preise-service/webcam

+++ Update 19:00 Uhr +++

Die Lawinengefahr hat heute schon die Stufe 4 von 5 erreicht, morgen ist weiterhin mit teils extremer Gefahr zu rechnen:

Lawinengefahr am Sonntag 06.12., grün = Stufe 1, rot = Stufe 4 - http://www.lawinen.at/
Lawinengefahr am Sonntag 06.12., grün = Stufe 1, rot = Stufe 4 – http://www.lawinen.at/

+++ Update 18:45 Uhr +++

Viele Wetterstationen in Osttirol und Oberkärnten vom Mölltal bis zur italienischen Grenze haben schon bis 18 Uhr MEZ – also 6 Stunden vor Mitternacht –  neue tägliche Niederschlagsrekorde für den Dezember eingestellt. Unter anderem:

Wetterstation Neuer Rekord am 05.12.2020 (bis 18 Uhr)
Döllach 101,4 mm
Lienz 92,6 mm
Sillian 90,0 mm
St. Jakob / Defereggen 81,1 mm
Obervellach 62,4 mm

+++ Update 18:25 Uhr +++

Werteupdate um 18 Uhr:

Bisherige Niederschlagsmengen (24-stündige Summe seit gestern 18 Uhr):

Kornat 152 mm
Lienz 118,5 mm
Sillian 114,8 mm

Aktuelle Schneehöhen:

Döllach 101 cm
Sillian 94 cm
Kornat 90 cm

 

+++ Update 16:45 Uhr +++

Die Lage heute abends in Heiligenblut im Mölltal. Hier sind seit gestern 90 cm Neuschnee gefallen. Bis Sonntagabend kommen hier weitere 50 bis 70 cm hinzu!

+++ Update 16:15 Uhr +++

In der letzten Stunde ist die Schneedecke in Osttirol und Oberkärnten vor allem unterhalb von 1000 m Seehöhe eindeutig nasser und schwerer geworden. Trotzt stündlichen Niederschlagsraten von 3 bis 8 l/m² ist die Schneedecke oft zurückgegangen wie z.B. in Lienz (-1 cm) und auch im Lesachtal (-1 cm). Die Setzung und der zunehmend nasse Niederschlag erhöhen jetzt die Last des Schnees.

+++ Update 15:45 Uhr +++

Der Schnee hat jetzt auch das obere Inntal erreicht. In Telfs hat sich schon eine dünne Schneedecke gebildet, in Innsbruck fallen jetzt erste Schneeflocke. In Seefeld sind schon 9 cm Neuschnee zusammengekommen. Mit einfließender Kaltluft aus Westen und übergreifendem Niederschlag aus Süden schneit es am Abend und in der Folgenacht auch in Nordtirol und Teilen Vorarlbergs kurzzeitig kräftig!

Webcam in Seefeld am 05.12. um 15:40 Uhr MEZ - https://seefeld-dorfplatz.panomax.com/#
Webcam in Seefeld am 05.12. um 15:40 Uhr MEZ – https://seefeld-dorfplatz.panomax.com/#
Webcam Innsbruck am 05.12. um 15:35 Uhr MEZ - https://www.innsbruck.info/webcam/
Webcam Innsbruck am 05.12. um 15:35 Uhr MEZ – https://www.innsbruck.info/webcam/

+++ Update 15:30 Uhr +++

Schneegewitter in Osttirol! Zwischen 14 Uhr und 15 Uhr wurde in Osttirol knapp westlich von Lienz im oberen Drautal ein Blitz geortet!

Blitze am 05.12. zwischen 13:30 und 14:30 Uhr MEZ - nowcast, UBIMET
Blitze am 05.12. zwischen 13:30 und 14:30 Uhr MEZ – nowcast, UBIMET

+++ Update 15:00 Uhr +++

Bis zu 100 l/m² Regen sind heute binnen nur 14 Stunden zwischen Osttirol und Oberkärnten gefallen. Die 97 l/m² in Kornat auf 1000 m Seehöhe sind aber alle in Form vom Schnee gefallen und sorgten hier für eine schwere, rund 45 cm dicke Schneedecke.

Aufsummierte Niederschlagsmengen am 05.12. bis 14 Uhr MEZ - UBIMET, ZAMG
Aufsummierte Niederschlagsmengen am 05.12. bis 14 Uhr MEZ – UBIMET, ZAMG

+++ Update 14:30 Uhr +++

Die 24-stündigen Schneemengen bis zum 05.12. um 14 Uhr MEZ:

Schneehöhe 14 Uhr Differenz zum Vortag Station/Ort
97 cm + 78 cm Kornat, K
92 cm + 83 cm Döllach, K
83 cm + 71 cm Sillian, T
82 cm + 70 cm Mittewald/Drau, T
80 cm + 64 cm Kötschach-Mauthen, K
72 cm + 64 cm St. Jakob/Defereggen, T
68 cm + 56 cm Mallnitz, K
59 cm + 49 cm Kals, T
42 cm + 28 cm Lienz, T

+++ Update 14:00 Uhr +++

Erstaunlicher Vergleich gestern/heute in Prägraten am Großvenediger (Osttirol) auf 1400 m Seehöhe: In weniger als 24 Stunden sind hier schon rund 70 cm Nassschnee zusammengekommen!

Webcam Prägraten am Großvenediger am 04.12. und 05.12. um 14 Uhr - https://wetter.unterwurzacher.at/meteo/pages/other/WC_webcams.php
Webcam Prägraten am Großvenediger am 04.12. und 05.12. um 14 Uhr – https://wetter.unterwurzacher.at/meteo/pages/other/WC_webcams.php

+++ Update 13:00 Uhr +++

Hier noch ein Blick auf die Drautalstraße und nach Obertilliach:

@ https://www.tirol.gv.at
@ https://www.tirol.gv.at

+++ Update 12:30 Uhr +++

Aktuelle Schneehöhen siehe Bild. Nördlich des Alpenhauptkamms auf Salzburger Seite fällt nicht nur deutlich weniger Niederschlag, hier handelt es sich mit Ausnahme der südlichsten Talschlüsse auch meist um Regen. Durch den gestrigen Föhn wurde hier die Kaltluft ausgeräumt.

Gemessene Schneehöhen von Samstag, 12 Uhr MEZ @ UBIMET

 

+++ Update 11:30 Uhr +++

Der Schnee wird nun immer feuchter, in manchen Tälern handelt es sich auch phasenweise um Schneeregen oder Regen. Damit setzt sich der vorhandene Schnee und wird dichter, die Last steigt und die Zuwachsraten bei der Schneehöhe nehmen trotz stündlicher Niederschlagsmengen von 3 bis 8 l/m² ab.

Webcambild Lienz @ https://www.alpenkaiser.com
Webcambild Kötschach-Mauthen @ http://aquarena.koemau.at

+++ Update 11:00 Uhr +++

Während das Schneechaos im Südwesten seinen Lauf nimmt, weht keine 120 km entfernt besonders in der Obersteiermark sowie den südlichen Teilen Ober- und Niederösterreichs der Föhn und sorgt hier für beachtliche Temperaturen. 17 Grad werden zur Stunde in Schönau an der Enns, 16 Grad in Weyer, 15 Grad in Oberndorf/Melk gemessen.

Analyse der bisherigen Höchstwerte am Samstag @ UBIMET

 

Auch die Windböen waren hier beachtlich:

Hitliste der gemessenen Windböen @ UBIMET

+++ Update 10:30 Uhr +++

Über Nacht sind in Osttirol und Oberkärnten bereits Niederschlagsmengen zwischen 60 und 90 l/m² gefallen, am Brenner waren es mit etwa 40 l/m² etwas weniger. Dies resultiert in folgenden aktuellen Schneehöhen (10 Uhr, Differenz zum Vortag):

Schneehöhe 10 Uhr Differenz zum Vortag Station/Ort
81 cm + 62 cm Kornat, K
72 cm + 55 cm Kötschach-Mauthen, K
72 cm + 62 cm Döllach, K
69 cm + 56 cm Mittewald/Drau, T
65 cm + 53 cm Sillian, T
62 cm + 50 cm Mallnitz, K
57 cm + 49 cm St. Jakob/Defereggen, T
49 cm + 43 cm Brenner, T
35 cm + 20 cm Lienz, T

 

24-stündige Niederschlagssumme bis Samstag, 09 Uhr @ UBIMET
Analyse der Neuschneesumme vom Samstag bis 9 Uhr @ UBIMET

+++ Update 10:00 Uhr +++

An diesem Wochenende wird Österreich wettertechnisch einiges geboten. Eingebettet in eine stürmische Südströmung erstreckt sich eine Luftmassengrenze von Italien über die Alpen hinweg bis nach Deutschland. In ihrem Bereich wird von Süden her sehr feuchte Luft an die Alpen geführt und ausgepresst, enorme Schneemengen sind die Folge. Östlich der Luftmassengrenze an der Alpennordseite hingegen weht nach wie vor Föhn.

 

Tief XUNAV sorgt für Schnee teils bis in tiefe Lagen

Schnee in Köln - pixabay.com / 36936

In den kommenden Stunden verlagert sich Tief XUNAV von der Adria bis nach Bayern. In der Nacht auf Montag überquert das Tiefs Deutschland und bringt einiges an Winterwetter vor allem in der Südwesthälfte des Landes.

Animation des Luftdrucks bis Montagabend mit der Zugbahn von Tief XUNAV - ECMWF, UBIMET
Animation des Luftdrucks bis Montagabend mit der Zugbahn von Tief XUNAV – ECMWF, UBIMET

Vom Allgäu bis zur Schwäbischen Alb setzt bereits im Laufe des Nachmittags teils kräftiger Schneefall ein, der sich am Abend weiter nach Nordwesten ausbreitet und Montagfrüh auch Nordrhein-Westfalen erreicht. Oberhalb von rund 400 m sind vom Allgäu bis zum Sauerland verbreitet 5 bis 15 cm Neuschnee einzuplanen. In den Niederungen handelt es sich meist und Schneeregen, wobei sich stellenweise bis Montagmorgen auch eine sehr dünne und nasse Schneedecke bilden kann. Vor allem vom Ruhrgebiet bis zur Köln-Bonn-Region sind nach derzeitigem Stand auch 3 bis 5 cm Nassschnee im Frühverkehr möglich.

24-stündige Neuschneemengen in cm nach dem ECMWF-Modell bis Montagabend - ECMWF, UBIMET
24-stündige Neuschneemengen in cm nach dem ECMWF-Modell bis Montagabend – ECMWF, UBIMET

 

Titelbild: Schnee in Köln – pixabay.com / 36936

Osttirol + Oberkärnten: Sehr hohe Schneebruch- und Lawinengefahr

Ursache für die aktuell anhaltenden Niederschläge ist eine recht stationäre Luftmassengrenze, die sich quer von Süd nach Nord über die Alpen erstreckt. Eingebettet ist diese in eine stürmische Südströmung, mit welcher beständig ausgesprochen feuchte Luft herangeführt wird. So schneit es seit Freitagnachmittag am Tiroler Alpenhauptkamm, besonders aber in Osttirol und Oberkärnten ergiebig. Bereits bis Samstagnachmittag wurde hier in den Tälern bis zu etwa 1 m Neuschnee gemessen. Über Nacht gab es in tiefen Lagen schließlich vermehrt Regen, welcher im Schnee gebunden wurde und wird. Die Schneelast nimmt damit immer weiter zu, entsprechend ist die Schneebruch- und vor allem auch die Lawinengefahr inzwischen sehr hoch. Für ganz Osttirol gilt inzwischen die höchste Lawinenwarnstufe 5.

 

Analyse der Niederschlagsmenge über die vergangenen 48 Stunden @ UBIMET

Bis zu 300 l/m² gemessen – neue Rekorde

Die Niederschlagsmengen haben bereits jetzt vor dem eigentlichen Ende des Ereignisses einige Rekorde gebrochen. In Kornat im Lesachtal, Kärnten wurde mit 190 l/m² die höchste Menge innerhalb eines Tages gemessen – so viel wie noch nie zuvor in einem Wintermonat in Österreich seit Beginn der Aufzeichnungen. Darüber hinaus gab es einige neue Stationsrekorde auf Tages- und Monatsbasis. Und generell wurde mit meist 150 bis 300 l/m² innerhalb von weniger als zwei Tagen bereits mehr Niederschlag verzeichnet als in einem üblichen Winter (Dezember, Jänner, Februar).

Föhn mit Böen über 100 km/h

Auch in Teilen Nordtirols fiel der Schneefall bisher kräftig aus, insbesondere am Brenner, im Stubai-, im Ötz- und im Pitztal. Im Unterland handelte es sich dagegen meist um Regen. Vom Salzburger Pinzgau bis in die Niederösterreichischen Voralpen weht dagegen nach wie vor stürmischer Südföhn. Dieser sorgte teils für orkanartige Sturmböen wie in Abtenau mit 109 km/h oder Windischgarsten mit 108 km/h, dazu wurden hier Temperaturen von bis zu 17 Grad gemessen.

 

Prognose der Neuschneesumme am Dienstag und Mittwoch @ UBIMET

Wetterberuhigung am Montag, neuer Schnee ab Dienstag

Bis in die Nacht auf Montag hält die gefährliche Wetterlage unvermindert an, ab dann lassen Regen und Schneefall in den betroffenen Regionen deutlich nach. Zwar fällt in Osttirol und Oberkärnten auch am Montag aus dichten Wolken zeitweise Schnee, jedoch nur mehr mit leichter Intensität. Ein nächstes Tief kündigt sich derweil ab Dienstag an, dann bei generell etwas niedrigeren Temperaturen. Im Laufe des Dienstagvormittags ist somit im Süden allgemein mit neuerlich sich verstärkendem Schneefall zu rechnen, der nach aktuellem Stand bis Mittwochmittag anhält. In den Tälern Osttirols und Oberkärntens sind demnach wieder Neuschneemengen bis etwa 50 cm möglich, aber auch sonst sind inneralpin ein paar Zentimeter zu erwarten.

 

Titelbild: Webcambild aus Prägraten am Großvenediger @ https://www.unterwurzacher.at/wetter/webcam.jpg

Am Wochenende in Osttirol und Oberkärnten extremer Schneefall

Schnee

Am Freitag gerät Österreich allmählich unter den Einfluss eines umfangreichen Tiefs namens VIRPY mit Kern über England. Auf den Bergen kommt dabei eine stürmische Südströmung auf und südlich des Alpenhauptkamms setzt ab Freitagabend intensiver Niederschlag ein, der bis zum späten Sonntagabend anhält. In Osttirol und Oberkärnten sowie direkt am Alpenhauptkamm kommen enorme Niederschlagsmengen zusammen, was an die Ereignisse von November 2019 erinnert.

Am Freitag Föhnsturm

Am Freitag kommt an der gesamten Alpennordseite stürmischer Südföhn auf, der in einigen Tälern teils schwere Sturmböen von 70 bis 90, lokal auch 100 km/h km/h bringt. Bei zeitweiligem Sonnenschein steigen die Temperaturen dabei auf bis zu 14 Grad an. Am Nachmittag geht der Föhn westlich von Innsbruck zu Ende, gleichzeitig setzt in Osttirol und Oberkärnten Schneefall ein. In der Nacht auf Samstag fällt dieser zunehmend intensiv aus.

Modellprognose der Windspitzen am Freitag. © UBIMET

Gewittriger Starkschneefall

Am Samstag und Sonntag sorgt ein Randtief über Norditalien für intensiven und teils auch gewittrig durchsetzten Schneefall in Osttirol und Oberkärnten. Die Schneefallgrenze liegt in Osttirol weiterhin in den Tälern, der Schnee wird in tiefen Lagen aber immer feuchter. Am Sonntag mischt sich unterhalb von etwa 1000 m zeitweise auch Regen dazu. In Unterkärnten stiegt die Schneefallgrenze dagegen bereits am Samstag gegen 1000 bis 1500 m an. In den östlichen Nordalpen und im Osten bleibt es dagegen föhnig mit Temperaturen bis zu 12 Grad.

Am Samstag gibt es eine ausgeprägte Südstaulage mit Föhn im Osten.

Etwas Schnee im Westen

Am Alpenhauptkamm schneit es ebenfalls ergiebig und etwas Neuschnee ist mit Ankunft einer Kaltfront auch in Vorarlberg und Nordtirol zu erwarten. Im Pinz- und Pongau kündigen sich dagegen vor allem im Bereich der Tauern große Regenmengen an. Die Schneefallgrenze liegt an der Alpennordseite zwischen den Tallagen in Vorarlberg und gut 1500 m im Pongau.

Neuschneeprognose bis Sonntagabend. © UBIMET

Ergiebige Mengen

In Summe sind von Freitagabend bis Sonntagabend in Osttirol und Oberkärnten 250 bis 350 Liter pro Quadratmeter zu erwarten, was etwa dem 6-fachen, durchschnittlichen Dezemberniederschlag entspricht. . Auf den Bergen kommen dabei mehr als 2 Meter Neuschnee zusammen, was im Zusammenspiel mit kräftigem Wind zu einer großen Lawinengefahr führt. Auch in den Tälern ist in Osttirol und im westlichen Oberkärnten aber teils mehr als 1 Meter Neuschnee zu erwarten. Durch den zunehmend nassen Schnee muss man allerdings mit einer zunehmenden Schneebruchgefahr rechnen. Besonders am Sonntag steigt zudem in Oberkärnten sowie in den Salzburger Tauerntälern auch die Gefahr von lokalen Überflutungen und Hangrutschungen an. Erst Sonntagnacht ist eine Wetterberuhigung zu erwarten.

Niederschlagsprognosen von ECMWF und ICON.

Titelbild © AdobeStock

Schnee und Glatteis am Donnerstag

Das Tief über dem Golf von Genua sorgt bereits am Nachmittag für Schneefall im Süden, der sich über Nacht verstärkt und besonders in Kärnten und der südöstlichen Steiermark ergiebig ausfällt. Vor allem in Kärnten sind verbreitet 15 bis 30 cm Neuschnee zu erwarten.

Aktuell schon starker Schneefall im Drautal

Donnerstagfrüh verlagert sich der Schwerpunkt des Schneefalls in den Südosten und auch vom Wechsel über Wien bis zum Waldviertel setzt verbreitet leichter bis mäßiger Schneefall ein. Somit kann sich im Laufe des Vormittag wohl auch in der Bundeshauptstadt eine dünne Schneedecke entwickeln.

Die UWZ-Warnkarte für Schnee am Donnerstag

Glatteis im äußersten Osten

Allerdings kommt in der Höhe auch mildere Luft zu uns und das macht sich vor allem im äußersten Osten bemerkbar. Hier geht der Schneefall nämlich verbreitet in Regen über, der dann in der frostigen bodennahen Luft gefriert. Somit kann es am Donnerstag in der Früh vor allem im Burgenland sowie im Marchfeld zu gefrierenden Regen und damit Glatteis kommen.

Schnee- und Glatteissituation am Donnerstag

Sowohl Schneefall als auch gefrierender Regen lassen ab Mittag nach und ziehen nach Osten langsam ab, somit entspannt sich die Lage und man kann für ein paar Stunden den Schnee genießen. All zu lange hat dieser nämlich in den meisten Regionen nicht Bestand. Schon am Freitag folgt das nächste Tief, dass dann in der Osthälfte für Sturm und deutlich ansteigende Temperaturen sorgt. In Osttirol und Oberkärnten sind hingegen enorme Schneemassen zu erwarten.

Titelbild: Adobe Stock

Italientief: Im Süden und Südosten Schnee bis in tiefe Lagen

Italientief bringt kräftigen Schneefall im Süden

Mit dem Vorstoß von kalter Luft in den Mittelmeerraum bildet sich über dem Golf von Genau in der Nacht auf Mittwoch ein Tief. In der Nacht auf Donnerstag setzt von Süden her kräftiger Schneefall ein. Der Schwerpunkt liegt in Ober- und Unterkärnten. Im Raum Klagenfurt kommen etwa 10 bis 15 cm Schnee zusammen, in Richtung Karnische Alpen und Karawanken sind lokal auch 25 bis 30 cm zu erwarten.

Donnerstag Schneefall im Südosten, weniger im Osten

Im Laufe des Donnerstags verlagert sich der Schneefall dann in den Südosten und Osten des Landes. Auch hier fällt der Schnee bis in tiefe Lagen und so ist von Graz über das Mürztal und dem Wechsel/Semmering mit 5 bis 10 cm Schnee zu rechnen.

Richtung Burgenland und Wiener Becken bzw. Wien sind die Niederschlagsmengen sehr gering, hier bildet sich höchstens eine dünne Schneedecke. Besonders vom Südburgenland über den Seewinkel bis ins Weinviertel kann es dagegen durch die mildere Luft in der Höhe zu gefrierendem Regen kommen! Dies zeigt sich auch in der scharfen Grenze zwischen der Oststeiermark und dem Südburgenland.

Markanter Südstau am Wochenende

Am Wochenende befindet sich der Alpenraum dann am Rande eines ausgeprägten Tiefs über Frankreich ab.  In den Alpen stellt sich eine kräftige Südströmung ein. An der Alpennordseite hat dies stürmischen Südföhn zu bedeuten, im Süden und Südwesten kräftigen Niederschlag. Von Freitagnachmittag bis Sonntagabend sind in Osttirol und Oberkärnten  150-200 mm Niederschlag zu erwarten, punktuell gibt es auch bis zu 250 mm. Somit sind auf den Bergen über 2 Meter Neuschnee zu erwarten, inklusive stark ansteigender Lawinengefahr.

Titelbild: stock.adobe.com