Am Donnerstag überwiegend freundlich

Am Donnerstag scheint nach Auflösung von Nebel- und Hochnebelfeldern zumindest zeitweise die Sonne, nicht selten ist es gar wolkenlos. Dichte Wolken streifen nur den äußersten Osten, zudem ziehen am Nachmittag in der Westhälfte Wolken auf und bringen in Vorarlberg und Tirol etwas Regen.

Der erste Oktobertag zeigt sich mild mit 16 bis 22 Grad.

 

Am Freitag stauen sich südlich des Alpenhauptkamms bereits in der Früh viele Wolken, sonst beginnt der Tag mit einem freundlichen Mix aus Sonne und Wolken. Spätestens ab Mittag regnet es vor allem in Osttirol und Oberkärnten sowie entlang des Alpenhauptkamms, im Norden und Osten bleibt es trocken und zeitweise sonnig.

Von Vorarlberg bis zur Eisenwurzen weht kräftiger bis stürmischer Südföhn, im Donauraum und im östlichen Flachland frischt im Laufe des Tages kräftiger Südostwind auf. Die Luft erwärmt sich auf 14 bis 24 Grad.

 

Titelbild:  Webcambild @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/ederplan

Lagebericht

Aktuelle Wetterlage

Am Donnerstag lässt der Zwischenhocheinfluss langsam nach, Deutschland gerät vorübergehend in den Einflussbereich neuer Tiefdruckgebiete im Bereich der Britischen Inseln und Frankreichs. Zum Freitag hin nimmt die südliche Strömung auf der Vorderseite der Tiefs zu.

 

Überblick Warnungen

Derzeit sind keine Warnungen in Kraft.

Warnausblick

In der Nacht auf Donnerstag zeigen sich häufig die Sterne, später bildet vor allem in der Südhälfte stellenweise Nebel oder Hochnebel aus.

Am Donnerstag zeigt sich nach Nebel und Hochnebel zunächst häufig die Sonne, in der Westhälfte zieht jedoch ab Mittag vermehrt schauerartiger Regen auf. An den Küsten wird es windig.

Der Freitag präsentiert sich wechselnd bewölkt, aber mit Ausnahme des Südwestens meist trocken. Dazu kommt generell frischer, am Erzgebirge und den Alpen föhniger Südwind auf.

Der Samstag beginnt meist trocken, im Tagesverlauf zieht von Südwesten her jedoch Regen durch. Vor allem an den Küsten weht teils stürmischer Ostwind.

Autor

Steffen Dietz
Mittwoch, 30. September 2020 um 17:00 Uhr

Warnlagebericht

Aktuelle Wetterlage

Während am Donnerstag über Mitteleuropa noch Zwischenhocheinfluss dominiert, bringen sich über den Britischen Inseln bereits die nächsten Tiefs in Stellung. Eines davon verlagert sich unter Intensivierung Richtung Frankreich. Damit gelangt der Alpenraum zunehmend in eine kräftige südliche Strömung – ab Freitag zeichnen sich somit im Süden ergiebiger Regen, an der Alpennordseite hingegen stürmischer Südföhn ab.

Überblick Warnungen

Derzeit sind keine Warnungen in Kraft.

 

Warnausblick

Die Nacht auf Donnerstag verläuft ruhig, gebietsweise bildet sich Nebel oder Hochnebel. Im äußersten Osten sind zum Morgen hin ein paar Schauer nicht ausgeschlossen.

Am Donnerstag scheint nach Auflösung von Nebel- und Hochnebelfeldern zumindest zeitweise die Sonne, nicht selten ist es gar wolkenlos. Dichte Wolken streifen nur den äußersten Osten, zudem ziehen am Nachmittag in der Westhälfte Wolken auf und bringen in Vorarlberg und Tirol etwas Regen.

Am Freitag gehen in der Früh letzte Schauer im Westen nieder, neuer und zunehmend kräftiger Regen kommt jedoch bald entlang des Alpenhauptkamms, in Osttirol und Oberkärnten auf. Im Osten bleibt es trocken und zeitweise sonnig. Von Vorarlberg bis zur Eisenwurzen weht zudem kräftiger bis stürmischer Südföhn, im Donauraum und im östlichen Flachland frischt kräftiger Südostwind auf.

Der Samstag beginnt im Süden und Südwesten mit dichten Wolken und  starkem, teils gewittrig durchsetztem Regen. Nördlich und östlich der Alpen scheint bei einigen Föhnwolken zeitweise die Sonne. Tagsüber breiten sich aber auch hier Wolken und Regen aus, nur im Nordosten bleibt es bis zum Abend trocken. Der Wind weht kräftig bis stürmisch aus südöstlichen Richtungen und dreht im Tagesverlauf auf West.

Autor

Steffen Dietz
Mittwoch, 30. September 2020 um 16:30 Uhr

Am Donnerstag freundlich und warm

Prognose für die Schweiz

Am Donnerstag abgesehen von etwas Nebel zunächst freundlich, später aus Westen aufziehende Wolken und Regengüsse. 17 bis 20 Grad.

Aussichten für die Schweiz

Am Freitag recht trüb, im Süden und im Westen zunehmend kräftige Schauer. Im Norden 17 bis 19 Grad, im Süden 13 bis 15 Grad.

Titelbild: Glacier Express / Graubünden. (Quelle: Adobe Stock)

Gewitter brachten 76.601 Blitze im September in Österreich

Vom 1. bis 30. September registrierte das Blitzortungssystem LINET (Lightning Detection Network) von nowcast, dem Blitzspezialisten der UBIMET-Gruppe, im Hochpräzisionsmessbereich über ganz Österreich verteilt exakt 76.601 Blitzentladungen (Wolken- und Erdblitze). Das sind fast 40.000 Blitzentladungen mehr als im September 2019. Zuletzt mehr Blitze im September gab es im Jahr 2018, als sogar 97.212 Entladungen registriert wurden.

  • Niederösterreich 19.155
  • Oberösterreich 15.256
  • Steiermark 13.027
  • Tirol 9.933
  • Kärnten 8.375
  • Salzburg 7.501
  • Vorarlberg 1.791
  • Burgenland 1.436
  • Wien 127
Blitze im September 2020. © UBIMET

Vergleicht man die Anzahl der Blitzentladungen im heurigen September mit dem Mittel der vergangenen 10 Jahre (rund 44.000 Blitze), so geht der September 2020 als ausgesprochen gewittriger Monat in die Statistik ein. Im September sind die meteorologischen Voraussetzungen für Gewitter eigentlich schlecht, da die Sonne nur noch tief steht und die Nächte lang sind. Die überdurchschnittlichen Temperaturen haben heuer aber zu ein paar ausgeprägten Gewitterlagen beigetragen. Im Mittel sind die blitzreichsten Monate des Jahres in absteigender Reihenfolge Juli, August, Juni, Mai und September (siehe auch Blitzrückblick Sommer 2020). Im Mittel ist der Mai also gewitterreicher als der erste Herbstmonat, wie schon im Vorjahr wurde er auch heuer allerdings vom September überboten.

Analyse der max. stündlichen Niederschlagssumme und max. Messwerte pro Bundesland.

Niederösterreich auf Platz 1

Mit exakt 19.155 Blitzentladungen führt Niederösterreich das Bundesländer-Ranking an, gefolgt von Oberösterreich mit 15.256 und der Steiermark mit 13.027 Entladungen. An letzter Stelle befindet sich mit Wien einmal mehr das flächenmäßig kleinste Bundesland, hier gab es nur 127 Blitze. Der gewitterreichste Tag des Monats war der 17., als die Kaltfront von Tief TIMONA Österreich erfasste und landesweit für gut 30.000 Entladungen sorgte. Die am stärksten betroffenen Gebiete waren das westliche Mostviertel und das südliche Traunviertel. Punktuell gab es aber auch im Süden viele Blitze wie etwa in Klagenfurt. Im Ranking der Blitzdichte auf Bezirksebene liegt Waidhofen an der Ybbs an erster Stelle:

  • 8,4 Blitze/km² Waidhofen an der Ybbs (NÖ
  • 5,5 Blitze/km² Scheibbs (NÖ)
  • 4,8 Blizte/km² Amstetten (NÖ)
  • 4,7 Blitze/km² Klagenfurt Stadt (K)
  • 4,1 Blitze/km² Kirchdorf an der Krems (OÖ)

Stärkster Blitz in Steyr-Land

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in Oberösterreich im Bezirk Steyr-Land gemessen: Spitzenreiter ist eine Entladung mit rund 260 kA am 17. September in Weyer. Kurzzeitig gab es dabei eine gut 16.000 mal höhere Stromstärke, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.

  • 260.300 Ampere Weyer (OÖ)
  • 242.200 Ampere Nußdorf-Debant (T)
  • 240.100 Ampere Lichtenegg (NÖ)
  • 236.800 Ampere Holzgau (T)
  • 234.000 Ampere Gitschtal (K)
Blitzdichte im September 2020. © UBIMET

September 2020 – nass, aber auch sonnig

Wie bereits berichtet, reiht sich der zurückliegende Monat in die Top 25 der wärmsten Septembermonate seit Messbeginn ein. Durch ein Starkregenereignis am Anfang des Monats und der nassen Wetterlage zum Abschluss bilanziert der September über ganz Österreich gemittelt zudem um rund 30 Prozent zu nass.

Betrachtet man die Niederschlagsabweichungen näher, so stechen zwei Regionen deutlich hervor: Rund doppelt so viel Regen wie üblich kam in den Nordalpen vom Karwendel bis zum Schneeberg zusammen, selbiges gilt auch für das Waldviertel. Herausragend bei den absoluten Mengen ist dabei Lunz am See, hier kamen rund 275 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen.

Gesamtniederschlagsumme im September

Die höchste Tagesniederschlagsmenge wurde hingegen wie so oft am Loiblpass in Kärnten registriert, am vergangenen Freitag gab es hier rund 120 Liter Regen pro Quadratmeter binnen 24 Stunden. Zu trockene Regionen gab es im zurückliegenden Monat nur sehr wenige, in Vorarlberg, Osttirol und Oberkärnten fehlen lokal rund 25% auf eine ausgeglichene Bilanz.

Sonnensoll übertroffen

Die lange warme Phase im zurückliegenden Monat ging auch mit jeder Menge Sonnenschein einher, im nahezu gesamten Land machte die Sonne im September Überstunden. Davon ausgenommen ist lediglich der Südwesten Österreichs, so wurde in Osttirol und Kärnten das Soll so gerade erreicht.

Sonnenstunden im September

Sonst belaufen sich die Abweichungen bei der Sonnenscheindauer meist auf +10 bis +30 Prozent, letzteres gilt exemplarisch für einige andere Orte auch für Bad Gleichenberg. Hier schien die Sonne im September rund 235 Stunden lang, im langjährigen Mittel kommt die steirische Gemeinde auf 179 Sonnenstunden. Der absolut sonnigste Ort des Landes war jedoch Güssing, hier schien die Sonne in Summe gut 250 Stunden und somit fast so häufig wie in einem durchschnittlichen Juni oder August.

Auch bei einem Blick auf den Vergleich trübe Tage zu sonnigen Tagen erkennt man, dass es in den meisten Regionen deutlich mehr Tage mit überwiegend sonnigen Verhältnissen gab, als Tage an denen die Wolken dominierten.

Anzahl der Tage mit überwiegendem Sonnenschein
Anzahl an trüben Tagen

Quelle Titelbild: Adobe Stock

September 2020 – warm trotz kaltem Ende

Verglichen mit dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 bilanziert der September 2020 mit einer Abweichung von knapp +2 Grad deutlich zu warm.

Temperaturabweichung September

Damit reiht sich der zurückliegende Monat in die Top 25 der wärmsten Septembermonate seit Messbeginn ein. Lange Zeit steuerte der September dabei sogar auf eine Podiumsplatzierung zu, der massive Kaltlufteinbruch am Monatsende verhinderte dies jedoch. Hauptursache für den zu warmen September war eine lange Phase deutlich überdurchschnittlicher Temperaturen zwischen dem 4. und 24., davor und danach herrschten hingegen unterkühlte Septembertemperaturen.

30,4 Grad in Wien

Selbst die 30-Grad-Marke wurde noch mehrmals im September geknackt, mit 30,4 Grad war es am 5. September in der Wiener Innenstadt am heißesten.

Absoluter Höchstwert im September pro Bundesland

Auch Weyer, Hohenau und Waidhofen an der Ybbs schafften im September noch einen letzten Hitzetag mit 30 Grad.

Das über weite Strecken sehr hohe Temperaturniveau schlägt sich auch in der Anzahl der Sommertage nieder. Bei dieser Statistik liegt das Burgenland in Führung: So konnten in Andau, Neusiedl und Güssing stolze 15 Sommertage registriert werden.

Anzahl andSommertage im September

An vielen Wetterstationen im Land wurden damit im Herbstmonat September häufiger Temperaturen von 25 Grad oder mehr verzeichnet werden als im eigentlichen Sommermonat Juni. Darunter fallen u.a. Wien-Hohe Warte (11 Sommertage im September vs. 10 Sommertage im Juni), Eisenstadt (14 vs. 11) und Innsbruck-Universität (14 vs. 11).

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Fit und gesund durch den Herbst

Sport im Herbst.

Gerade in der Übergangsjahreszeit machen es einem die häufigen Wetterwechsel schwer, zur richtigen Garderobe zu greifen. Die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht erschweren die Wahl der richtigen Kleidung noch weiter. Wer sich also nicht nach dem Zwiebelschalenprinzip kleidet, damit er tagsüber ein paar Schichten ablegen kann, bekommt zunehmend ein Problem. Die Sonne hat nämlich noch genug Kraft und ihr kommt leicht ins Schwitzen. Wer allerdings zu viele Kleidungsstücke ablegt, wird rasch vom kühlen Wind überrascht und die Erkältungsgefahr steigt.

Nasskalte Witterung besonders gefährlich

Die Gefahr den Körper zu unterkühlen und damit das Immunsystem zu schwächen, ist besonders bei nasskalter, windiger Witterung hoch.

  • Bei tiefen Temperaturen neigt der Körper dazu auszukühlen.
  • Wird Kleidung oder die Haut nass, verdunstet das Wasser. Dabei entzieht es der Haut Wärme und kühlt diese zusätzlich.

Ansteckungsgefahr

Gerade in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen kann die Virenlast sehr hoch werden, das weiß man nicht erst seit Corona. Besonders viele Viren lauern auf Türschnallen oder Liftknöpfen. Ist das Immunsystem bereits geschwächt, kommt es zum Ausbruch von Erkältungen bis hin zu grippalen Infekten oder gar der Grippe. Um dem vorzubeugen, ist regelmäßiges Händewaschen Pflicht.

Was schwächt unser Immunsystem?

  • Kälte: Kühlt der Körper aus, ist er empfindlicher gegenüber Viren. Bitte also immer genug anziehen!
  • Schlafmangel: Schlafen sie weniger als sieben Stunden pro Nacht, ist ihr Risiko zu erkranken um das Dreifache erhöht.
  • Stress: Stress greift die Abwehrkräfte an. Das Einlegen von Pausen hilft, auch so manches gelassener hinzunehmen.
  • Bewegungsmangel: Zu wenig Freizeit an der Natur schwächt uns. Mindestens eine halbe Stunde pro Tag sollten wir an der frischen Luft verbringen und/oder joggen oder schwimmen.
  • Falsche Ernährung: Nicht nur das falsche Essen, auch zu wenig Essen schwächt unsere Abwehrkräfte. Um einem Vitaminmangel vorzubeugen, empfehlen sich einige Portionen Obst und Gemüse pro Tag. Aber auch Vollkornprodukte, Eiweiß und gesunde Fette sollen täglich auf dem Speiseplan stehen.

Stärkung des Immunsystems

Kurz zusammengefasst sollte man auf Folgendes achten:

  • Vitaminreiche Nahrung
  • Sport (einmal pro Tag außer Atem kommen wirkt Wunder)
  • Frischluft (Spaziergänge im Wald helfen)
  • Psychisches Wohlbefinden (kein Stress!)
  • Ausreichend Schlaf (mindestens sieben Stunden)
  • Menschenansammlungen meiden (Infektionsgefahr!)
  • Bei ersten Anzeichen einer Erkältung auf Sport verzichten

Quelle Titelbild: pixabay

Winterlandschaften im September

Am meisten Schnee hat es seit Freitag vom Arlberg bis zum Karwendel und entlang des zentralen Alpenhauptkamms gegeben, hier sind in Hochlagen um 50 cm gefallen, teils auch mehr. Nachfolgend dazu eine Karte mit der analysierten aktuellen Gesamtschneehöhe (im Vergleich zu Samstag ist jedoch schon wieder ein wenig getaut):

Analysierte Gesamtschneehöhe am Sonntag, den 27.09.2020 @ UBIMET

 

Die Wolken haben sich inzwischen verzogen, in der eingeflossenen kalten, klaren Luft ergeben sich aktuell schönste Winterlandschaften:

Webcambild vom Körbersee @ https://www.foto-webcam.eu
Webcambild vom Großglockner @ https://www.foto-webcam.eu
Webcambild vom Hochkönig @ https://www.foto-webcam.eu

 

Auch die ersten Skitourengeher sind bereits unterwegs:

Webcambild Vom Seekarhaus bei Obertauern @ https://www.foto-webcam.eu

 

Und selbst von Wien aus ist Schnee bereits zu sehen. Man braucht dafür nicht zwangsläufig ein gutes Objektiv, auch mit bloßen Augen ist der Schneeberg häufig in Sichtweite:

 

Wie geht’s nun weiter?

Aktuell wird Österreich von drei Tiefs umkreist, heute profitieren wir sozusagen vom sonnigen Fenster dazwischen. Doch das Italientief nimmt bereits Kurs und so setzt am Sonntagbend im Süden wieder kräftiger Regen ein, der sich über Nacht auf weite Landesteile ausbreitet. Morgen bleibt es unbeständig und nass, der kräftige Regen zieht jedoch rasch nach Norden ab. Tagsüber gibt es in der Osthälfte vermehrt Schauer.

An der Koralpe und im westlichen Steirischen Randgebirge sind mit rund 30 l/qm die größten Regenmengen zu erwarten. Schnee fällt am Montagmorgen bis auf etwa 1200 m herab, tagsüber steigt die Schneefallgrenze auf 1500 bis 1700 m an.

Bis Mittwochvormittag bleibt es unbeständig, dann setzt sich jedoch ein Zwischenhoch durch. Nach einem noch kühlen Montag steigen die Temperaturen ab Dienstag wieder an, am Donnerstag werden häufig bereits wieder um 20 Grad erreicht.

 

Titelbild: Webcambild vom Gernkogel @ https://www.foto-webcam.eu

Leichter Frost in den Alpen

Der Kaltluftvorstoß von Freitag auf Samstag hat vom Bregenzerwald bis in die Tauerntäler und teils bis in die Obersteiermark für ein frühwinterliches Erwachen heute morgen gesorgt. Wie sah es heute mit den Temperaturen aus? Tja, auch diese beugten sich der Kaltluft aus Nordwest, mehr als knapp 10 Grad konnten die Thermometer heute in Nordtirol und Salzburg nicht bieten:

Im Westen erreichte die Tempoeratur nur mehr knappe 10 Grad. (Karte: Höchsttenperaturen, Samstag 26. September 2020; Quelle: UBIMET)

Mit dieser kühlen Ausgangslage sowie der zu erwartenden Wolkenauflösung in den Alpen, garniert mit nur schwachem Wind, sind die Bedingungen für leichten Frost in der kommenden Nacht gegeben. In den Hochtälern des Westens sowie von Osttirol  über den Lungau bis in die Obersteiermark zeigt das Thermometer Sonntagfrüh durchaus negative Werte:

Leichter Frost in vielen Hochtälern der Alpen. (Karte: Tiefstwerte bis Sonntag 27, 8 Uhr MESZ. September 2020; Quelle: UBIMET)
Leichter Frost in vielen Hochtälern der Alpen. (Karte: Tiefstwerte bis Sonntag 27, 8 Uhr MESZ. September 2020; Quelle: UBIMET)

 

Titelbild: Die Turrach (St) am Samstagabend, (Quelle: foto-webcam.eu)

Erster Schnee bis in die Täler

Derzeit liegt die Schneefallgrenze zwischen 800 und 1100 m, am Freitagabend drückte es den Schnee bei starkem Niederschlag teilweise aber noch weiter hinunter. So fiel im Pinzgau bis in die Täler Schnee, selbst in Bischofshofen oder Pfarrwerfen auf 550 m wurde es weiß:

Samstagfrüh in Pfarrwerfen (Webcam Feratel)

in den übrigen Regionen der Nordalpen lag die Schneefallgrenze aber etwas höher, hier ein paar aktuelle Bilder:

Puchenstuben in NÖ
Bad Mitterndorf in der Steiermark
Going am Wilden Kaiser

Deutlich mehr Schnee fiel in den Hochlagen des Arlbergs oder auf den Gletschern mit rund 50 cm Neuschnee. Hier die aktuelle Webcam von Zürs auf rund 1700 m:

Zürs am Arlberg

Schneefall und Starkregen gehen zu Ende

Am Samstagvormittag schwächen sich Regen und Schneefall langsam ab und gehen im Süden und Osten bis Mittag zu Ende. Von Vorarlberg bis Oberösterreich bleibt es noch zeitweise nass. Größere Niederschlagsmengen sind besonders im Arlberggebiet noch möglich. Doch auch bisher sind die Regen- und Schneemengen seit Donnerstagabend schon beachtlich.

Neuschneemengen am Freitag
Neuschneemengen am Samstag bis 06 Uhr

Erster winterlicher Gruß

Ein Blick auf die Großwetterlage und die aktuelle Verteilung der Hochs und Tiefs verrät schon, wie es zum ersten Schneefall in den höheren Lagen in dieser Saison kommen konnte:
Ein recht kräftiges Hochdruckgebiet bei den Azoren sorgt im Zusammenspiel mit einem Tief über Norddeutschland derzeit für ein Einfließen kalter Luftmassen polaren Ursprungs – zu erkennen an den Farben.

Animation der Temperatur- & Druckverteilung von Freitag bis Sonntag

Ein weiteres Tief mit Kern über Norditalien liefert zudem diejenige Menge an Feuchtigkeit, die im Laufe des heutigen Freitags teils als ergiebiger Starkregen, teils als Schnee vom Himmel kam.

Große Niederschlagsmengen, Gewitter, Temperatursturz

Niederschlagssummen am Freitag, 25.09.2020

Seit Mitternacht kamen allgemein in Österreich große Niederschlagsmengen zusammen. Lokal fielen diese noch deutlich höher aus, was einerseits auf die Gewitter in Kärnten und andererseits auf die Stauniederschläge im Westen entlang der Nordalpen zurückzuführen ist. Dort fielen diese oberhalb von etwa 900 bis 1000 m aber bereits in fester Form als Schnee. Ein Blick auf die Temperaturkarte zeigt, dass die kalte Luftmassen den Westen zur aktuellen Stunde bereits „geflutet“ haben, während sich im Osten immer noch wärmere Luftmassen befanden:

Temperaturverteilung, 25.09.2020 – 17:40 Uhr

Von Grün zu Weiß in 10 Stunden

Ein unterstützendes Hilfsmittel für Meteorologen sind bei solchen Wetterlagen die Webcams. Anhand dieser lässt sich besonders inneralpin die dort je nach Intensität des Niederschlages stark schwankende Schneefallgrenze besser abschätzen. Während im Tal noch alles grünt, sind die Bäume an den Hängen darüber bereits angezuckert.

Schneefallgrenze, Schruns

So konnte man sehr gut mitverfolgen, wie binnen 10 Stunden mit Einfließen der kalten Luftmassen die Schneefallgrenze in der Arlbergregion absank.

Schneefall in Damüls, Vorarlberg

Ausblick

In der Nacht auf Samstag liegt die Schneefallgrenze in den Nordalpen auf etwa 900 m, stellenweise in manch engen Tälern auch etwas tiefer. Dementsprechend ist selbst in Mariazell nasser Schnee möglich.
Die größten Neuschneemengen mit bis zu 50 cm sind aber am Alpenhauptkamm in den Gletscherregionen zu erwarten. Von 20 bis 25 cm Neuschnee bis Samstagmittag kann man hingegen in Lech am Arlberg ausgehen.

Neuschneesummen ohne Setzung bis Samstagmittag

Flächendeckender Regen in Deutschland

Wetterlage

Ein Tief im Norden des Landes zieht ostwärts und bildet gemeinsam mit einem Italientief eine ausgeprägte Tiefdruckzone in Mitteleuropa. Das Frontensystem des ersten Tiefs brachte innerhalb von 48 Stunden nahezu flächendeckenden Niederschlag in Deutschland, stellenweise wurden deutlich über 40 Liter pro Quadratmeter gemessen:

48-stündige Niederschlagssumme von Mittwochvormittag bis Freitagvormittag. © UBIMET

Am Freitag im äußersten Süden bereits über 30 l/qm

Die folgende Karte zeigt die heutigen Spitzenreiter unter den Messstationen. Vor allem in der Staulage an den Alpen wurden bis Mittag beachtliche Regenmengen erreicht:

Niederschlagssumme am Freitag bis 11 Uhr. © UBIMET

Die Aussichten: es bleibt nass

Das Wochenende steht im Zeichen von tiefem Luftdruck und Regen. Vor allem in der Mitte und im Osten des Landes kommen ergiebige Regenmengen zusammen, örtlich sind bis Sonntagabend 30 bis 60 l/qm Regen möglich.

Prognose der Regenmengen für Samstag, 26. September 2020. © UBIMETAm Samstag kommt in der Südhälfte zudem starker Westwind auf, damit wird es auch deutlich kühler als zuletzt. In den Alpen fällt oberhalb von etwa 1000 m Schnee.

Der Sonntag zeigt sich ebenfalls unbeständig, dabei ist vor allem an der Nord- und Ostsee mit starken Windböen aus nordöstlicher Richtung zu rechnen.

Prognose der Regenmengen für Sonntag, 27. September 2020. © UBIMET

 

Titelbild: Eibsee, Grainau. Quelle: foto-webcam.eu

Am Freitag ergiebiger Regen und Schneefall

Bereits in der Nacht auf Freitag erfasste Österreich die Kaltfront von Tief WICCA über der Nordsee und brachte vor allem im Westen und Süden ergiebigen Regen. Hier fielen verbreitet schon 20 bis 40 mm.

Regenmengen seit Mitternacht

Auch in den kommenden Stunden regnet es kräftig weiter, dabei erfasst nun den Westen deutlich kältere Luft und die Schneefallgrenze sinkt von 2.200 auf 1.200 m ab.  Mit dem Vorstoß der kalten Luft nach Süden bildet sich am Freitag über Oberitalien ein Tief, das dann in der Nacht auf Samstag über Ostösterreich nach Norden zieht.

Regenmengen von Freitagmittag bis Samstagmittag

Mit diesem Tief verstärkt sich in der Nacht nochmals der Regen, bevor dieser am Samstag deutlich nachlässt. Zunächst klingt der Regen am Samstag im Süden und Osten ab, am Nachmittag allmählich an in den Nordalpen.

Schneefall bis knapp unter 1.000 m

In der Nacht auf Samstag sinkt die Schneefallgrenze in den Nordalpen gegen 1000 m ab, stellenweise sogar etwas tiefer. So sind vorübergehend selbst in Mariazell nasse Schneeflocken möglich. Am meisten Neuschnee fällt in den Gletscherregionen am Alpenhauptkamm mit bis zu 50 cm Neuschnee.

Neuschneesummen ohne Setzung bis Samstagmittag

Auch am Arlberg wird es in den Wintersportorten erstmals weiß, so sind etwa in Lech gute 20-25 cm Neuschnee bis Samstagmittag zu erwarten.

Quelle Titelbild: Stock Adobe

Bergwetter am Wochenende

Schnee und Regen in den Bergen

Freitag, 25. September 2020

Am Freitag dominieren die Wolken und von Beginn an fällt verbreitet Regen. Besonders in Kärnten regnet es zeitweise auch gewittrig durchsetzt. Im Laufe des Tages sind im Süden weitere Schauer und Gewitter zu erwarten und zum Abend hin regnet es dann besonders von den Tauern bis zum Alpenostrand anhaltend und kräftig. Die Schneefallgrenze sinkt zunächst in Vorarlberg, im Laufe des Nachmittags dann generell in den Nordalpen auf 1400 bis 1200 m ab bzw. ab dem Abend bei stärkerer Niederschlagsintensität sogar gegen 1000 m. Der Wind frischt in den Nordalpen lebhaft bis kräftig aus West bis Nordwest auf, sonst weht meist mäßiger Wind aus westlicher bis südwestlicher Richtung. In 3.000 m erreichen die Temperaturen von Nord nach Süd maximal -4 bis 0 Grad, in 2000 m gibt 0 bis +7 Grad, wobei die Höchstwerte oft schon am in den Morgenstunden erreicht werden und es im Tagesverlauf abkühlt.

Samstag, 26. September 2020

Der Samstag präsentiert sich an der Alpennordseite von seiner trüben und nassen, in höheren Lagen frühwinterlichen Seite. Die Schneefallgrenze schwankt hier zwischen 900 und 1300 m, oberhalb von etwa 1500 m ist vom Arlberg bis zum Dachstein sogar mit größeren Neuschneemengen zu rechnen, siehe auch die Schneeprognose. In den Südalpen klingt der Regen dagegen im Tagesverlauf ab und die Wolken lockern bevorzugt von den Dolomiten bis zum Grazer Bergland etwas auf. Der Wind weht in den Nordalpen, am Alpenostrand sowie generell in den Hochlagen kräftig mit stürmischen Böen aus West bis Nordwest. In 3.000 m Höhe kommen die Temperaturen nicht mehr über -9 bis -6 Grad hinaus, in 2.000 m werden -4 bis +2 Grad gemessen mit den höchsten Werten in den Dolomiten,

Bergwetter am Samstag.

Sonntag, 27. September 2020

Am Sonntag beruhigt sich das Wetter vorübergehend, nur ganz im Westen fällt weiterhin etwas Regen bzw. oberhalb von 1100 bis 1400 m Schnee. Im Großteil des Landes ziehen aber höchstens einzelne Regenschauer durch und vor allem im östlichen Bergland bleibt es meist sogar trocken. Die meisten sonnigen Auflockerungen gibt es von den Dolomiten bis in die Oststeiermark. Der Wind weht mäßig bis lebhaft, in den Nordalpen auch kräftig aus westlicher Richtung. Die Temperaturen steigen in 3.000 m Höhe auf -7 bis -4 Grad, in 2.000 m liegen die Höchstwerte zwischen -2 Grad im Bregenzerwald und +3 Grad in den Südalpen.

Bergwetter-Tipp

Wer an diesem Wochenende mit dem Auto über Passstraßen fahren will, muss sich auf winterliche Straßenverhältnisse einstellen. Am Arlberg zeichnen sich bis Samstagabend in Lagen oberhalb von etwa 1200 bis 1400 m 10 bis 20 cm Schnee ab, wobei es besonders auf der Westseite des Arlbergs Freitagnacht und am Samstag zeitweise kräftig schneien kann. Auch am Brenner sind von Freitagabend bis Samstagnachmittag Mengen um 10 cm Nassschnee in Sicht und auch in Lagen zwischen 1000 und 1200 m sind ein paar Zentimetern Schneematsch möglich. Da viele Bäume noch belaubt sind, nimmt die Gefahr von Ast- bzw. Schneebruch in diesen Höhenlagen zu.

Quelle Titelbild: www.foto-webcam.eu

Italientief bringt über 50 cm Schnee in den Hochlagen der Alpen

Der Einfluss von Hoch Manfred lässt in den kommenden Stunden langsam nach und eine Kaltfront erfasst am Freitag den Alpenraum. Im Zusammenspiel mit einem Randtief über Norditalien stellt sich eine sog. Gegenstromlage ein: Während bodennah kühle Luftmassen aus Nordwesten in die Täler der Nordalpen einfließen, gleitet oberhalb des Kammniveaus der Alpen aus Süden feuchte Mittelmeerluft darüber hinweg auf. Am Samstag dreht die Strömung dann auch in der Höhe auf Nordwest, dabei stauen sich am Arlberg sowie entlang den Nordalpen weiterhin feuchtkühle Luftmassen.

Entwicklung der Wetterlage von Donnerstag bis Samstag. © UBIMET / DWD

Spätsommerlich am Donnerstag

Am Donnerstag kann man sich im Osten Österreichs nochmals auf überwiegend sonniges Wetter und spätsommerliche Temperaturen bis zu 27 Grad freuen, im Westen und Südwesten kündigen aufziehende Wolken allerdings den bevorstehenden Wetterumschwung an. In in der zweiten Tageshälfte steigt die Schauer- und Gewitterneigung im äußersten Westen sowie im südlichen Bergland an und in der Nacht breitet sich von Vorarlberg bis Kärnten Regen aus.

Schnee bis 1000 m

Am Freitag dominieren die Wolken und in den Alpen fällt von Beginn an kräftiger Regen. Tagsüber breitet sich der Regen auch auf den Osten aus und besonders im Süden regnet es intensiv und gewittrig durchsetzt. Ein paar Auflockerungen sind zwischendurch höchstens von Unterkärnten bis ins Burgenland zu erwarten, dafür sind hier dann auch kräftige Gewitter möglich. Die Schneefallgrenze sinkt zunächst in Vorarlberg, im Laufe des Nachmittags dann generell in den Nordalpen auf 1400 bis 1200 m ab. Bei stärkerer Niederschlagsintensität ist allerdings zeitweise sogar bis knapp 1000 m herab etwas Nassschnee in Sicht (zum Vergrößern auf die Karte klicken).

Neuschneeprognose für Freitag und Samstag. © UBIMET

Viel Schnee auf den Bergen

Der Samstag beginnt auf manchen Passstraßen wie dem Arlberg oder dem Brenner winterlich und auch tagsüber fällt von Vorarlberg bis in die nördliche Obersteiermark noch häufig Regen und Schnee. Die Schneefallgrenze schwankt hier zwischen 1000 und 1300 m. Da der Schnee sehr nass ist und die Bäume noch belaubt sind, kann es zu Behinderungen durch Ast- bzw. Schneebruch kommen. In Lagen oberhalb von etwa 2000 m sind in den Nordalpen 30 bis 50 cm Neuschnee zu erwarten. In den Staulagen des Arlbergs sowie in den Hochlagen des Alpenhauptkamms sind sogar Mengen teils über einen halben Meter in Sicht. Im Osten und Süden klingt der Regen dagegen im Tagesverlauf langsam ab und bei kräftigem Nordwestwind mit Böen um 60 km/h lockern die Wolken etwas auf. Die Temperaturen kommen jedoch nicht mehr über 4 bis 16 Grad hinaus mit den höchsten Werten im Südosten.

Temperaturen am frühen Nachmittag am Donnerstag, Freitag und Samstag. © UBIMET

Am Sonntag lässt der Tiefdruckeinfluss dann etwas nach, die Temperaturen bleiben aber gedämpft. Kommende Woche setzt sich das unbeständige Wetter fort, die Temperaturen steigen dabei tendenziell wieder leicht an, vergleichbare Werte wie zuletzt sind allerdings nicht mehr in Sicht.

Erster Schnee am Wochenende

Die Wetterlage, die zu diesem frühen Wintereinbruch führt, ist klassisch für den Herbst. Eine Kaltfront (blaue Linie mit Dreiecken auf der folgenden Karte) erreicht Österreich von Nordwesten her, gleichzeitig bildet sich ein Tief über Norditalien. Diese Kombination führt am Freitag und Samstag zu flächendeckendem Regen im Land, wobei die Schneefallgrenze immer weiter absinkt. Diese Entwicklung haben wir an dieser Stelle vor ein paar Tagen schon angedeutet.

Die frühwinterliche Wetterlage am Freitag

Los geht’s mit dem Schnee im Laufe des Freitagabends, dann sinkt die Schneefallgrenze von Vorarlberg bis ins Salzkammergut schon von Mittelgebirgslagen auf rund 1400 bis 1200 m ab. In der Nacht auf Samstag und am Samstag selbst schneit es dann in den Nordalpen sogar schon oberhalb von 1000 bis 1200 m. Sonst bleibt die Schneefallgrenze deutlich höher!

Zu den Mengen: Am meisten fällt naturgemäß auf den Bergen, so kommen in den Nordalpen vom Rätikon bis zum Dachstein in Lagen über 1500-1700 m verbreitet 30 bis 50 cm zusammen. Lokal, so zum Beispiel rund um den Arlberg ist auch bis zu 1 Meter Neuschnee möglich. In den Hochtälern oberhalb von rund 1200 m bildet sich aber auch eine geschlossene Schneedecke.

Hier die aktuellste Prognose der Schneemengen (zum Vergrößern Anklicken bzw. Antippen):

Erwartete Neuschneemengen am Wochenende.

Da der Schnee sehr nass sein wird und die Bäume zu Beginn des Herbstes praktisch noch vollständig belaubt sind, besteht erhöhte Schneebruchgefahr. So können einzelne Äste abbrechen, in manchen Hochtälern können auch umstürzende Bäume für Behinderungen sorgen.

Ungewöhnlich ist solch ein früher Wintereinbruch in den Hochtälern der Alpen übrigens nicht. So sind bei extremen Wetterlagen selbst im August Schneeflocken bis rund 1000 m durchaus möglich.

Quelle Titelbild: pixabay

Arktis: Zweitniedrigste Eisausdehnung seit Messbeginn

Nordpol

Am Ende des arktischen Sommers erreicht das Meereis der Arktis, ähnlich wie ein Alpengletscher, jährlich im September seine minimale Ausdehnung. Spätestens mit dem astronomischen Herbstbeginn wird das Minimum erreicht, anschließend baut sich das Meereis langsam wieder auf und erreicht etwa zum Frühlingsbeginn sein Maximum. In den vergangenen Tagen wurde mit 3,74 Mio. km² die zweitgeringste Ausdehnung seit Messbeginn im Jahre 1979 beobachtet. Weniger als 4 Mio km² Eis wurden bislang erst einmal erfasst, nämlich beim Rekordminimum im Jahre 2012 mit 3,39 Mio. km².

https://nsidc.org/arcticseaicenews/charctic-interactive-sea-ice-graph/
Eisausdehnung am 15.9. im Vergleich zum Mittel von 1981 bis 2010. © NSIDC

Rekord in der Zentralarktis

Wenn  man nur das Eis in der zentralen Arktis betrachtet, also jenen Gebieten in etwa nördlich von 80° N, dann wurde heuer sogar ein neuer Negativrekord aufgestellt. Besonders auf der Russischen Seite vom Arktischen Ozean fallen die Abweichung nämlich extrem aus, da hier u.a. im Sommer außergewöhnlich hohe Temperaturen verzeichnet wurden, siehe auch hier: Extreme Hitze am Kältepol Sibiriens.

Dünnes Eis

Nicht nur die Eisfläche wird tendenziell immer kleiner, sondern auch die mittlere Dicke des Meereises. So findet man immer weniger Fläche mit dickem, mehrjährigem Eis, welches durch Strömungen und Wind aufgetürmt wird und eine gewisse Zeit lang auch Temperaturen über dem Gefrierpunkt gut übersteht. Besonders nördlich von Russland und Alaska bildet sich neues Eis im Herbst jedoch immer später und schmilzt dann im folgenden Sommer umso schneller. Zudem ist dünnes Eis auch empfindlicher gegen den Wind, der es bei entsprechenden Windstärken selbst in den Übergangsjahreszeiten in Stücke zerreißen kann.

Alter des Meereis und deren zeitlicher Verlauf © www.meereisportal.de

Titelbild: Das Forschungsschiff Polarstern in der Nähe des Nordpols am 19.8.2020 im Zuge der MOSAiC-Expedition. Bild: Steffen Graupner

Am 22. September ist astronomischer Herbstbeginn

Bunte Wälder im Herbst - pixabay

Der astronomische Herbst beginnt auf der Nordhalbkugel in der letzten Septemberdekade stets am 22., 23. oder 24. September. Er fällt immer auf das Äquinoktium, also auf den Tag, an dem der lichte Tag und die Nacht mit je 12 Stunden exakt gleich lang sind. In diesem Jahr wechselt die Sonne auf die südliche Seite des Himmelsäquators am 22. September um 15:30 Uhr. Auf der Südhalbkugel ist es übrigens andersrum, hier verabschiedet sich mit der gleichbedeutenden Tagundnachtgleiche der Winter und der Frühling kehrt ein.

Lange Nächte

Ende September und Anfang Oktober stellt sich oftmals ruhiges und stabiles Hochdruckwetter ein. Der Altweibersommer ist im deutschen Sprachraum eine sogenannte meteorologische Singularität, also eine regelmäßig wiederkehrende Wettererscheinung. Heuer war der Altweibersommer besonders gut ausgeprägt, die vergangenen Wochen waren nämlich viel zu warm. Der Übergang in den Goldenen Oktober findet bei entsprechender Wetterlage fließend statt, heuer wird der Altweibersommer aber durch einen Kaltlufteinbruch am kommenden Wochenende beendet. Die Tageslänge nimmt in dieser Jahreszeit besonders schnell ab, so verlieren wir derzeit etwa 3 bis 4 Minuten Licht pro Tag.

Die Tage werden langsam wieder länger
Die Änderung der Tageslänge im Jahresverlauf.

Astronomische vs. meteorologische Jahreszeiten

Für uns Meteorologen ist der Herbst schon rund drei Wochen alt, er begann am 1. September. Warum es neben den astronomischen Jahreszeiten auch die sogenannten meteorologischen gibt, hat einen einfachen Grund. Meteorologische Statistiken über die Jahreszeiten lassen sich nur schwer erstellen, wenn der Beginn ebendieser mitten in einem Monat liegt und dann auch noch von Jahr zu Jahr schwankt. Deshalb wurde noch in Zeiten ohne Computer die Entscheidung getroffen, die meteorologischen Jahreszeiten immer an den Monatsersten beginnen zu lassen.

Quelle Titelbild: pixabay

12.000 Liter Regen pro Jahr: der nasseste Ort der Welt

Überschwemmung

Nasse Tropen

Wo die nassesten Regionen der Erde liegen, lässt sich relativ einfach sagen. Generell sind die Tropen rund um den Äquator mit ihren warmen und extrem feuchten Luftmassen die mit Abstand regenreichsten Gebiete. Dies ist übrigens auch der Grund, warum dort der immergrüne Regenwald heimisch ist. Hier zur Illustration eine Karte mit den mittleren Jahresniederschlägen (siehe die dunkelgrünen Streifen von Kolumbien über Brasilien und Zentralafrika bis nach Indonesien):

Blick auf die Regenverteilung der Erde.
Blick auf die Regenverteilung der Erde.

Das Band mit den größten Jahresniederschlägen erstreckt sich

  • in Südamerika von Kolumbien über das Amazonasgebiet Brasiliens bis zum Atlantik
  • in Afrika von etwa Äquatorialguinea bis zum Kongo
  • in Südostasien von Indien bis Indonesien

Auch an den Westküsten Europas und Kanadas sowie in Neuseeland oder auch im Weststau der Anden kommen im Laufe eines Jahres ganz ordentliche Regen- bzw. zum Teil auch Schneemengen zusammen, so hohe Spitzen wie in den Tropen gibt es hier aber nicht.

Nass, nasser, Mawsynram

Den offiziellen Weltrekord für den größten Jahresniederschlag hält die Ortschaft Mawsynram im indischen Bundestaat Meghalaya. Dort sorgt der Monsun Jahr für Jahr im Sommerhalbjahr für schier unglaubliche Regenmengen. Feuchte Luft aus dem Golf von Bengalen strömt nordwärts, wird an den Khasi-Bergen (einem Ausläufer des Himalaya) gehoben und regnet sich aus. Hier regnet es durchschnittlich 11,87 m pro Jahr, also 11.870 Millimeter. Zum Vergleich: der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt in Berlin 570 mm, in Wien 550 mm und in Zürich 1.000 mm. Allerdings sind die Messungen in Indien nicht immer frei von Fehlern, weshalb auch andere Orte in der Welt Anspruch auf den Titel „Nassester Ort der Erde“ erheben.

Mount Waialeale – der nasse Berg

Die Vulkaninseln von Hawaii ragen weit aus dem Pazifik heraus, an ihren steilen Hängen stauen sich feuchte Luftmassen, die der Nordost-Passat zu den Inseln lenkt. Über einen Zeitraum von 32 Jahren wurden am Mount Waialeale auf Kauai durchschnittlich 11.684 mm Regen pro Jahr gemessen. Aufgrund der fehlerhaften Regenmessung in Indien sind die Hawaiianer der Überzeugung, sie beherbergen den nassesten Ort der Welt.

Titelbild: Adobe Stock

Wetter-Wochenausblick: Auf Spätsommer folgt Kaltlufteinbruch

Der September war bislang außergewöhnlich warm, so liegt die landesweite Temperaturabweichung bislang bei fast +3 Grad. Tatsächlich war der September bislang besonders im Westen sogar milder als der Juni. Innsbruck weist mit dem heutigen Sonntag schon 13 Sommertage in diesem Monat auf, im gesamten Juni waren es 11. Auch im Osten wird der erste Sommermonat kommende Woche aber noch überboten. Der September liegt derzeit auf Rekordkurs, allerdings kündigt sich am letzte Wochenende des Monats ein Kaltlufteinbruch an.

Höchste und niedrigste Temperaturabweichungen zum Mittel vom 1. bis 19.9.20.

Sonniger Wochenbeginn im Osten

Am Montag scheint nach Auflösung inneralpiner Frühnebelfelder vor allem im Osten verbreitet die Sonne. Im Westen ist es nur zeitweise sonnig und ab dem Nachmittag bilden sich über den Bergen lokale gewittrige Schauer. Die Temperaturen steigen auf spätsommerliche 20 bis 26 Grad.

Hoch MANFRED sorgt vor allem im Osten für ruhiges Spätsommerwetter. Daten: DWD

Auch der Dienstag gestaltet sich im Donauraum und im östlichen Flachland bis auf ein paar harmlose Schleierwolken den ganzen Tag über sonnig. In Osttirol und Kärnten kommt die Sonne dagegen nur zeitweise zum Vorschein und bereits am Vormittag entstehen örtlich Schauer oder Gewitter. Am Nachmittag nimmt die Gewitterneigung auch im Westen wieder zu, im Norden und Osten bleibt es dagegen sonnig. Die Temperaturen erreichen 19 bis 27 Grad und liegen besonders im Osten deutlich über dem jahreszeitlichen Mittel. Die Wassertemperaturen liegen meist noch um 20 Grad, so weist etwa die Alte Donau in Wien 21 Grad auf. Die kommenden Tage bieten sich also nochmals für einen Sprung ins kühle Nass an.

Prognose der Höchstwerte am Dienstag.

Gewittrige Wochenmitte

Der Mittwoch beginnt an der Alpennordseite und im Süden bereits unbeständig mit schauerartigem Regen, nur im Osten und Südosten scheint noch längere Zeit die Sonne. Am Nachmittag nimmt die Gewitterneigung im östlichen Bergland und im Osten generell zu, nur in der Südsteiermark und im Südburgenland bleibt es weitgehend trocken. Mit 19 bis 26 Grad bleibt es mäßig warm. Auch der Donnerstag beginnt in der Osthälfte meist sonnig, im Westen ziehen dagegen vermehrt Wolken auf und tagsüber setzt in Vorarlberg Regen ein. Am Nachmittag sind im Berg- und Hügelland neuerlich Gewitter zu erwarten, im Südosten überwiegt dagegen noch der Sonnenschein. Die Temperaturen erreichen von West nach Ost 15 bis 26 Grad.

Markanter Kaltlufteinbruch

Am Freitag erfasst aus Westen eine Kaltfront das ganze Land und im Zusammenspiel mit einem Italientief breitet sich teils kräftiger Regen aus. Am kommenden Wochenende stellt sich dann kühles und unbeständiges Wetter ein. Nach derzeitigem Stand sinkt die Schneefallgrenze in der Nacht auf Samstag im westlichen Bergland teils unter 1500 m ab, der Samstag beginnt in höheren Tallagen sowie auf manchen Passstraßen voraussichtlich frühwinterlich. Tagsüber kommen die Temperaturen selbst im Flachland kaum noch über 15 Grad hinaus.

Temperaturtrend in etwa 1500 m Höhe im Osten Österreichs. © NCEP

Titelbild © Adobe Stock

Massive Überschwemmungen in Frankreich

Im Süden von Frankreich kommt es von September bis November nahezu jährlich zu Überflutungen. Grund dafür ist die deutlich erhöhte Tiefdrucktätigkeit über Südwesteuropa und das immer noch warme Mittelmeer. An der Vorderseite eines Tiefs wird dabei feucht-warme Mittelmeerluft an den Südhängen des Zentralmassivs gehoben und es kommt zu Starkregen. Oftmals wird der Effekt noch durch stationäre Gewitter verstärkt.

Hier rot umrandet der stationäre Gewittercluster, der für die enormen Wassermassen sorgt.

500 mm in nur 7 Stunden

Mit den Gewittern kam es am Samstagvormittag zu enormen Regenmengen. Lokal kamen bis zu 500 mm in nur sieben Stunden zusammen. Zum Vergleich, der Jahresniederschlag von Wien beträgt knapp 660 mm. Solche Wassermassen sind selbst für diese starkregenerprobte Region ungewöhnlich.

Gefährliche Sturzfluten

Durch die enormen Regenmengen in kurzer Zeit kam es zu regelrechten Sturzfluten, auch außerhalb des Gewittergebiets. Stellenweise steigen die Pegel der Flüsse in kürzester Zeit um bis zu 5 m an.

Der sintflutartige Regen hält in den kommenden Stunden noch an, somit sind noch weitreichendere Überflutungen zu befürchten. Erst am Sonntagmorgen geht der Starkregen mit Verlagerung des Tiefs zu Ende.

Titelbild: Twitter: Guillaume Séchet

Arktisches Meereis erreicht Minimum

Dieses Jahr wurde vor Kurzem die zweit geringste Ausdehnung mit 3,74 Mio. km² gemessen, das Rekordminimum stammt aus dem Jahr 2012 mit 3,39 Mio. km². Die Daten werden von einem sogenannten polarumlaufenden Satelliten seit 1979 gemessen (siehe Beitragsende).

Ausdehnung des arktischen Meereis am Tag des Minimums. © NSIDC

In der Graphik erkennt man, dass vor allem im Russischen Bereich viel Eis fehlt. Dies ist jedoch nicht überraschend, denn im Juli gab es hier eine außergewöhnliche Hitzewelle.

Hitzewelle in Russland

Abweichung der Sommer Temperaturen vom Klimamittel
Abweichung der Sommer Temperaturen vom Klimamittel

Die Karte zeigt die Abweichungen der Sommermitteltemperatur vom Klimamittel des Jahres 1981 bis 2010. Man erkennt, dass besonders der Norden von Russland enorme Abweichungen von rund 4 Grad aufweist. Hier gab es dann auch Moorbrände, bei denen zusätzlich viel Kohlenstoffdioxid und vor allem Methan frei wurde, dass im Permafrostboden gespeichert ist.

Junges Eis schmilzt schneller

Ein weiterer Effekt des Schmelzens ist, dass das Eis in der Arktis immer jünger wird. Dabei gilt: Je jünger das Eis ist, desto rascher schmilzt es ab. Mehrjähriges durch die Strömung und Wind aufgetürmtes Meereis kann ein gewisse Zeit auch Temperaturen über dem Gefrierpunkt gut überstehen, da es die allermeiste Sonnenstrahlung reflektiert.

Alter des Meereis und deren zeitlicher Verlauf © https://www.meereisportal.de/en/archive/2019-kurzmeldungen-gesamttexte/arctic-sea-ice-extent-at-a-record-low/

Junges und dünnes Meereis dagegen schmilz schnell. Nimmt über die Zeit aufgrund des Klimawandels das Alter des Eises ab, so ergibt sich eine Rückkopplung (engl.: feedback loop), die das Eis schneller schmelzen lässt als zu Anfang. Da damit mehr Wasseroberfläche frei wird und flüssiges Wasser Wärme besser aufnehmen kann, erwärmt sich so der arktische Ozean schneller und noch weniger Eisfläche entsteht im Winter. Zudem beeinflusst die Erwärmung der Arktis auch das Schmelzen des Grönländischen Eisschildes.

Beides zusammen wird als ein Kipppunkt im Klimasystem gesehen. Sollte es hier zu einer unumkehrbaren Schmelze kommen kann die erde nicht wieder in den Klimazustand wie vor der Industrialisierung zurückkehren.

Animation: Polarumlaufende Satelliten

Titelbild: pixabay.com

Medicane IANOS trifft mit Hurrikanstärke auf Griechenland

Medicane_Ianos

In den vergangenen zwei Tagen hat sich im Ionischen Meer zwischen Malta und Griechenland ein kräftiger Medicane entwickelt. Bei einem Medicane handelt es sich um einen Subtropensturm der an seinem Höhepunkt viele Eigenschaften eines Hurrikans der Stufe 1 aufweist. Der aktuelle Medicane bekam verschiedene Namen. In Italien wurde er auf Cassilda getauft, in Deutschland Udine, er griechische Wetterdienst gab dem Sturm den Namen Ianos. Da der Sturm in Griechenland tobt, ist wohl Ianos der passendste Name für den Medicane.

Orkan, Sturmflut und Überschwemmungen

Am stärksten von Ianos betroffen sind die griechischen Inseln Kefalonia und Zakynthos die westlich der Peloponnes liegen und direkt vom Auge des Medicanes getroffen werden. Dabei kommt es zu Orkanböen von bis zu 120 km/h und einer Sturmflut. In der Westhälfte der Peloponnes sorgt der Subtropensturm hingegen für enorme Regenmengen. In nur wenigen Stunden fallen bis zu 300 mm und sorgen für weitreichende Überschwemmungen und Vermurungen.

Zugrichtung nach Süden

Da der Sturm nun auf Land getroffen ist, schwächt er sich durch die Reibung und dem Fehlen des warmen Meerwasser etwas ab und dürfte nach neuesten Berechnungen bis Samstag am Westrand der Peloponnes nach Süden ziehen. Da die atmosphärischen Bedingungen ungünstig für den Sturm sind, dürfte er sich am Samstag und Sonntag über dem offenen Meer weiter abschwächen.

Wien: späteste Tropennacht seit Messbeginn

Hitze

Obwohl wir bereits Mitte September haben und die Sonne zu Mittag nur noch so hoch wie Ende März steht, gab es in den vergangenen Tagen in Westeuropa eine regelrechte Hitzewelle mit zahlreichen neuen Monatsrekorden teils bis 35 Grad in Nordfrankreich, Westdeutschland, den Niederlanden und Belgien.

Höchstwerte am 15. September 2020. (ogimet.com)

Auch in Österreich gab es in den vergangenen Tagen Höchstwerte um 30 Grad, zudem lagen die Temperaturen in mittleren Höhenlagen und in den Ballungsräumen selbst in den Nächten um oder nur knapp unterhalb der 20-Grad-Marke. In Summe war der September bislang fast 3 Grad milder als im langjährigen Schnitt, wobei die Abweichungen vom 13. bis zum 16. September sogar um +6 Grad lagen!

Temperaturabweichung vom 1. bis 16. September 2020.

Rekordnacht in Wien

Im Vorfeld einer Kaltfront gab es in der Nacht auf Donnerstag zahlreiche Schauer und Gewitter an der Alpennordseite und in den frühen Morgenstunden dann örtlich auch im östlichen Flachland. Dabei sank die Temperatur in der Wiener Innenstadt aufgrund der Kombination aus milder Luftmasse, vielen Wolken und der Wiener Wärmeinsel (Stadteffekt) nicht unter 20,7 Grad ab. Seit Messbeginn vor über 30 Jahren gab es noch nie so spät im Jahr eine sog. Tropennacht mit einem Tiefstwert über 20 Grad.

Kühle Nächte in Sicht

Am Donnerstagabend erfasst ausgehend von Tschechien eine Kaltfront das Land, welche trockene und etwas kühlere Luftmassen heranführt. Damit kann die Temperatur bei windschwachen und klaren Verhältnissen in den mittlerweile langen Septembernächten wieder gut auskühlen.

Satellitenbild um 15:25 Uhr MESZ mit der heranströmenden Kaltluft über Polen sowie auch Medicane JANUS über dem Ionischen Meer. (EUMETSAT)

Bereits in der Nacht auf Freitag sinken die Temperaturen in Niederösterreich auf 9 bis 5, im Waldviertel auch 3 Grad ab. In der Nacht auf Samstag wird es dann besonders von Oberösterreich und Kärnten ostwärts herbstlich frisch mit Tiefstwerten meist zwischen 3 und 8 Grad, dabei kündigt sich auch an der klimatologischen Station Wiens in Döbling erstmals seit dem 30. Mai wieder ein Tiefstwert unter 10 Grad an. Am kühlsten wird es wieder im Oberen Mühl- und Waldviertel mit Tiefstwerten um +2 Grad und lokalem Bodenfrost.

Prognose der Tiefstwerte am Samstag.

Waldbrände: Kalifornien vs. Österreich

Waldbrand nahe Malibu

Kalifornien hat heuer mit einer extremen Waldbrandsaison zu kämpfen, so haben Feuer bereits eine Fläche von mehr als 12.000 Quadratkilometer – der Fläche ganz Oberösterreichs – abgebrannt und die gesamte Westküste hat mit teils extremer Luftverschmutzung zu kämpfen. Dieser Wert stellt den bislang größten seit Beginn der Aufzeichnungen vor mehr als 30 Jahren dar. Auch der bislang größte, je beobachtete Waldbrand, der sogenannte „August Complex“, ist noch immer aktiv. Der Präsident der Vereinigten Staaten hat in einem Interview am Dienstag gesagt, dass man im Umgang mit den Wäldern Österreich als Beispiel nehmen solle: Obwohl die Menschen hier im Wald leben, haben sie nicht mit Waldbränden zu kämpfen.
Tatsächlich kommt es in den Alpen vergleichsweise selten zu Waldbränden, dies hat aber völlig andere Ursachen.

Kalifornien liegt südlicher als Mitteleuropa, so befindet sich etwa die Großstadt San Francisco auf einer geographischen Breiten von 37.8°, was vergleichbar ist mit Sizilien, während beispielsweise Wien bei 48.2° liegt. Dadurch liegt der Alpenraum wesentlich näher zum polarumlaufenden Jetstream, ein Starkwindband in etwa 10 km Höhe, welches maßgeblich an der Entstehung von Tiefdruckgebieten beteiligt ist.

Trockenzeit

Das Westwindband verlagert sich im Laufe des Sommers auf der Nordhalbkugel nordwärts und macht den Weg frei für den subtropischen Hochdruckgürtel. Während sich aber im Alpenraum Hochs und Tiefs weiterhin abwechseln, setzt sich in Kalifornien stabiles Hochdruckwetter mit sehr heißen Temperaturen abseits der Küste durch. Aus diesem Grund gibt es dort eine Trockenzeit, welche etwa von Mai bis Oktober anhält. In der Hauptstadt Kaliforniens Sacramento fallen etwa im gesamten Sommer (Juni bis August) durchschnittlich nur 6 Liter pro Quadratmeter Regen! Die Alpen begünstigen zudem selbst bei vergleichsweise stabilen Wetterlagen die Entstehung von Wärmegewittern, während in Kalifornien die kühlen Wassertemperaturen im Westen und die trockene Luft im Osten eine sehr ungünstige Kombination für Gewitter darstellen.

Mittlerer Sommerniederschlag (J-J-A)
Wien 212 mm
Graz 389 mm
Innsbruck 381 mm
Sacramento (Kalifornien) 6 mm
San Francisco (Kalifornien) 5 mm
Los Angeles (Kalifornien) 5 mm
Klimadiagramm von Sacramento. © WMO

Die anhaltende Trockenheit im Zusammenspiel mit der hohen Verdunstung in den Sommermonaten sind also entscheidend für die Waldbrände in Kalifornien. Auch der Klimawandel spielt dabei eine wichtige Rolle: Durch den Trend zu immer heißeren und trockeneren Wetterbedingungen auch in den Übergangsjahreszeiten wird die Waldbrandsaison nämlich tendenziell länger und intensiver.

September-Hitze bringt neue Stationsrekorde

Hitze im Sommer

So wurden heute an vielen Stationen Werte über 30 Grad gemessen, an einigen Stationen gab es sogar neue Monatsrekorde. Dabei sind die höchsten Werte im Westen aufgetreten. Zudem wenig überraschend, an den schon aus dem Hochsommer bekannten Stationen.

Station Neuer Rekord/Messwert am 15.9.2020 Alter Rekord Datum alter Rekord
Geilenkirchen (NRW)
35°
   
Trier-Petriesberg (RLP) 34,8° 34,2° 13.9.2016
Heinsberg- Schleidern (NRW) 34,6° 33,9° 13.9.2016
Bad Neuenahr-Ahrweiler (RLP) 34,5° 33,5° 5.9.1973
Weilerswist-Lommersum (NRW) 34,3° 34° 5.9.1949
Trier-Zewen (RLP) 34,3°
Tönisvorst (NRW) 34,3° 33,3° 13.9.2016
Geldern-Walbeck (NRW) 34,2° 31,9° 14.09.2016
Kaiserslautern (RLP) 34,2° 32,2° 13.9.2016
Köln-Stammheim (NRW) 34,2°
Saarbrücken-Burbach (SL) 34,1° 33,3° 13.9.2016
Perl-Nenning (SL) 34° 32,5° 4.9.1973
Düsseldorf (NRW) 34° 32,9° 6.9.2013

Morgen wird es im Westen nochmals heiß, bevor dann eine Kaltfront für eine deutliche Abkühlung sorgt. Diese geschieht jedoch leider meist ohne nennenswerten Regen. Die Dürre geht also weiter.

Frankreich

Auch bei unseren Nachbarn in Frankreich ist es mächtig heiß. Hier wurden ebenfalls neue Rekordtemperaturen für einen September gemessen. Besonders in der Mitte und im Großraum Paris wurden gestern bereits Temperaturen teils über 35 Grad gemessen. Noch heißer, wenn auch nicht rekordbrechend heiß war es im Südwesten, hier wurden teils 37 Grad gemeldet.

Wetterpatenschaften für 2021

Kyrill Wetterkarte

Bereits seit mehr als 60 Jahren erhalten die in Mitteleuropa aktiven Hoch- und Tiefdruckgebiete einen Namen, in Anlehnung an die dazumal schon gängige Praxis in den USA um eine klare und einfache Kommunikation zu ermöglichen. Die breite Öffentlichkeit wurde im deutschsprachigen Raum erst 1990 durch die Orkantiefs VIVIAN und WIEBKE darauf aufmerksam. Seitdem ist  die Verwendung der Namen in den Medien quasi Standard. Seit 2002 können schließlich die Bürger im Rahmen der Aktion „Wetterpate“ Namen für die Druckgebiete wählen und sich so ein Hoch oder Tief selbst gönnen oder verschenken. Die Preise für ein Tief liegen bei 240 bzw. für die etwas selteneren, aber oft großräumigeren Hochs bei 360 €.

Hier im Berliner Wetterturm des Met. Instituts der FU Berlin werden die Patenschaften vergeben und wird das Wetter beobachtet, @ www.wetterpate.de
Im Berliner Wetterturm des Met. Instituts der FU Berlin werden die Patenschaften vergeben: www.wetterpate.de

Manuelle Wetterbeobachtung

Die Einnahmen kommen einem guten Zweck zu Gute: Am Meteorologischen Institut der FU Berlin gibt es noch eine praxisnahe Ausbildung der angehenden Meteorologen. U.a. gibt es hier eine eigene Wetterstation, deren Daten und Beobachtungen in das weltweite Netz einfließen. Diese ist rund um die Uhr besetzt, es gibt also Augenbeobachtungen über Parameter wie den Wetterzustand, die Wolkenart und -höhe, die Sichtweiten usw., welche von Studenten aufgenommen und international verschlüsselt werden. Solche manuellen Beobachtungen werden heutzutage immer seltener, denn die nationalen Wetterdienste ersetzen immer mehr Wetterbeobachter durch automatisierte Instrumente, deren Qualität oftmals zu wünschen übrig lässt. Langzeitreihen wie etwa die jährliche Anzahl an Nebel- und Gewittertagen gehen dabei verloren.

Abschlusspaket für einen Paten, @ www.wetterpate.de
Abschlusspaket für einen Paten, @ www.wetterpate.de

Medicanes: Tropische Stürme im Mittelmeer

Tropische Stürme im Mittelmeer

Der Mittelmeerraum ist vor allem im Winterhalbjahr eine regelrechte Brutstätte von Tiefdruckgebieten. Dies ist einerseits der Lage des Mittelmeers zwischen den mittleren Breiten und den Subtropen zu verdanken, andererseits auch der zahlreichen, angrenzenden Gebirgsketten, die den Prozess der Tiefdruckentwicklung begünstigen. In der Regel entstehen Tiefdruckgebiete über dem Mittelmeer im Zuge von Kaltluftvorstößen, welche von Tiefs der mittleren Breiten eingeleitet werden. Diese Tiefdruckgebiete weisen im Gegensatz zu tropischen Tiefs einen kalten Kern auf und haben eine unsymmetrische Struktur mit einer Warm- sowie Kaltfront.

Medicanes

Unter bestimmten Bedingungen können sich auch im Mittelmeerraum subtropische oder gar tropische Tiefdrucksysteme entwickeln. Obwohl sie die Stärke eines Hurrikans der Kategorie 1 nur in absoluten Ausnahmefällen erreichen, werden sie Medicanes (Mediterranean hurricane) genannt. Sie treten vor allem im Herbst auf und dann bevorzugt im Bereich der Balearen und über dem Ionischen Meer. In den meisten Fällen entstehen sie in Folge von Kaltlufteinbrüchen im Mittelmeerraum im Zusammenspiel mit zurückbleibenden Höhentiefs. Ähnlich wie bei tropischen Tiefdruckgebieten stellt die Kondensation des Wasserdampfs in den Gewitterwolken die treibende Kraft dar, welche von den Temperaturunterschieden zwischen der Meeresoberfläche und der Luft angetrieben wird.

Aktueller Fall

Die Reste des Höhentiefs, welches in der vergangene Woche für heftige Gewitter auf den Balearen sowie auf Sardinien gesorgt hat, befindet sich mittlerweile über dem südlichen Mittelmeer zwischen Sizilien und Libyen. Im Zusammenspiel mit einem kleinräumigen Tief und den überdurchschnittlich hohen Wassertemperaturen sorgt es derzeit für kräftige Gewitter.

Hochreichende Gewitterwolken (rosa Farbton) im Bereich des Tiefs am Dienstagmorgen..

Am Dienstag bleibt das Tief nahezu ortsfest, am Mittwoch wird es sich dann laut aktuellen Modellprognosen unter Verstärkung langsam in nördliche bis nordöstliche Richtung verlagern. Die Bedingungen für die Entwicklungen zu einem tropsichen Tief sind aufgrund der starken Windscherung nicht ideal, somit können sich die Gewitter wohl nicht symmetrisch um den Tiefkern anordnen, dennoch weist das Tief tropische Eigenschaften mit einem warmen Kern auf.

Extremlösung von ICON 0z mit Landgang als Hurrikan der Kategorie 1. © DWD

Am Donnerstagabend oder Donnerstagnacht dürfte das Tief laut aktuellen Modellberechnungen auf die Westküste Griechenlands treffen. Die Unsicherheiten sind allerdings noch groß: Laut dem aktuellen ECMWF-Modellauf wäre die Peloponnes betroffen, laut ICON würde dagegen ein voll entwickelter Medicane auf die Ionischen Inseln bei Kefalonia trefffen. Bei einem Landgang drohen jedenfalls schwere Sturmböen und gewittriger Starkregen.

Das Wasser im Mittelmeer ist derzeit überdurchschnittlich warm. © CEAM

 

Update:

Inzwischen sind schon erste Strukturen des Medicanes zu sehen.

Satellitenbild vom 16.9.2020 um 17.15 Uhr © Eumetsat

Titelbild: Medicane Qendresa im 2014 (© NASA/ EOSDIS)

Sonnenbrandgefahr im September

Auch im September kann man sich noch einen Sonnenbrand holen

Am Ende der Badesaison denken sich wohl so manche, dass nun auch die Gefahr eines Sonnenbrandes gebannt ist. Gerade dieses Denken verleitet aber zur Sorglosigkeit und trägt dazu bei, dass sich gerade im Herbst empfindliche Personen noch einmal einen Sonnenbrand einfangen.

UV-Index ausschlaggebend

Mitte September gelangt, genauso wie etwa Anfang April, um die Mittagszeit noch immer etwas mehr als die Hälfte des Betrags der ultravioletten (UV) Sonnenstrahlung zu uns. Neben der Dicke der Ozonschicht, die uns grundsätzlich vor der UV-Strahlung schützt, ist auch die geographische Breite ein maßgeblicher Faktor. Da sich die Nordhalbkugel der Erde im Herbst langsam wieder von der Sonne abwendet und sich das Strahlungsmaximum Richtung Äquator verschiebt, nimmt logischerweise auch die Belastung Richtung nördlichen Wendekreis rascher ab als weiter südlich.

Seehöhe und Wolken spielen ebenfalls Rolle

Gerade der Herbst zieht ja viele in die Berge zum Wandern. Mit zunehmender Seehöhe nimmt aufgrund des kürzeren Weges des Sonnenlichtes durch die Atmosphäre auch die ultraviolette Strahlungsbelastung zu, da weniger UV-Strahlung durch die Atmosphäre gefiltert wird. Je 1000 Höhenmeter ist somit ein Anstieg um 10 bis 20 Prozent zu erwarten. Im Gegensatz dazu schützen die meisten Wolken etwas. Leichte Bewölkung oder etwa hohe Schleierwolken streuen und reflektieren die Strahlung hingegen eher und sorgen somit sogar für größeres Sonnenbrandrisiko als an klaren Tagen.

Gletscherbrand?

Auch erster Neuschnee, wie er im Herbst in höheren Lagen durchaus schon auftritt, kann die Sonnenbrandgefahr verstärken. Dies kann auch durch Eis auf einem Gletscher erfolgen, wobei ein Sonnenbrand, der durch die Reflexion der UV-Strahlung durch Schnee oder Eis hervorgerufen wird, als Gletscherbrand bezeichnet wird.

Hier noch ein  Vergleich des durchschnittlichen UV-Index zwischen Wien und dem Sonnblick:

 

Monat Wien (150 m) Sonnblick (3100 m)
Januar 1 2
Februar 2 3
März 3 5
April 5 7
Mai 6 8
Juni 7 9
Juli 7 8
August 6 8
September 5 6
Oktober 3 4
November 2 3
Dezember 1 2

Aktiver tropischer Atlantik: Hurrikans bedrohen Bermuda und US-Golfküste

 

Aktuelle Position von Hurrikan PAULETTE und Tropensturm SALLY mit eingezeichneten Zugbahnen @ UBIMET

 

PAULETTE ist seit Samstagabend ein schwacher Hurrikan, doch die Bedingungen für eine stetige Verstärkung in den nächsten Tagen sind günstig. PAULETTE wird sich weiter nordwestwärts bewegen und das Zentrum des Sturms bis Montagmorgen direkt über die Bermudas bringen. Hurrikan-Landungen sind für den winzigen Inselstaat keine Seltenheit, die alle paar Jahre auftreten, und die Anwohner verfügen über gut eingeübte Verfahren, um mit den Auswirkungen umzugehen. Starke Winde, heftige Regenfälle und Überschwemmungen können jedoch immer noch zu größeren Störungen einschließlich Stromausfällen führen. Nach dem Passieren der Bermudas dreht Paulette nach Nordosten und beschleunigt auf den nördlichen Atlantik.

 

Niederschlagsvorhersage über die kommenden 5 Tage @ NOAA

 

Der Tropensturm SALLY hingegen hat am Samstag bereits sehr starke Regenfälle und stürmischen Wind in Südflorida gebracht. Aktuell ist der Sturm in den östlichen Golf von Mexiko eingedrungen, mit warmem Wasser und geringer Scherung voraus. Eine Intensivierung ist wahrscheinlich, und SALLY könnte bis Montag ein Hurrikan werden. Die steuernden Winde sind nicht sehr stark und werden in den kommenden Tagen weiter nachlassen. Folglich wird sich SALLY verlangsamen, wenn er sich der zentralen Golfküste nähert. Der so genannte ‚Landfall‘ wird voraussichtlich am Dienstag irgendwo zwischen Südost-Louisiana und dem westlichsten Florida stattfinden.

 

 

Durch die langsame Verlagerung werden große Niederschlagsmengen erwartet, die in einigen Gebieten (siehe Karte oben) 300 l/m² übersteigen, was zu schweren Überflutungen führen wird. Eine lebensbedrohliche Sturmflut und zerstörerische Winde werden auch in der Nähe und unmittelbar östlich des Landfalls auftreten.

 

Titelbild mit freundlicher Genehmigung des Flickr-Nutzers Jerry Angelica.

 

Variierende Tageslänge

Ursache

An der variierenden Tageslänge an einem bestimmen Ort ist die Neigung der Erdachse (in etwa 23 Grad) schuld. Während die Sonne im Hochsommer im Alpenraum etwa 16 Stunden lang scheint (um die Sommersonnenwende Ende Juni), dauert der Tag im Dezember nur noch 8 Stunden.

In Wien büßt man im September pro Tag durchschnittlich vier Minuten Tageslänge ein. Sind zu Beginn des Monats noch fast 13,5 Stunden Sonnenschein möglich, stehen Ende September nur noch 11,5 Stunden zur Verfügung. Am Ende des meteorologischen Herbstes, also Ende November dauert der Tag dann überhaupt nur noch 9 Stunden.

@ https://stock.adobe.com

Auswirkungen

Aufgrund der damit verbundenen länger werdenden Nächte kann die Luft bodennah stärker auskühlen als in den Sommermonaten. Somit bilden sich vermehrt Nebelfelder, da die bodennahe Temperatur bis zum sogenannten Taupunkt sinkt. Grundvoraussetzung für Nebelbildung ist jedenfalls neben der eben genannten nächtlichen Abkühlung genügend Feuchtigkeit in den unteren Luftschichten sowie nur schwacher Wind.

 

Titelbild @ https://stock.adobe.com

Spätsommerwetter open end

JURIJ, KEVIN und LEIKI – so die Namen der Hochdruckgebiete. Sie bringen uns dieser Tage feinstes Spätsommerwetter. Zwar halten sich in den Morgenstunden schon vielerorts Nebelfelder, tagsüber scheint aber doch die meiste Zeit die Sonne. Häufig sind so theoretisch 12 Sonnenstunden drin, was dem astronomisch Möglichen entspricht. Immerhin nähern wir uns der Tag- und Nachtgleiche zum kalendarischen Herbstbeginn am 22. September.

Abweichung der Höchsttemperaturen am Donnerstag vom klimatologischen mittleren Maximum für diesen Tag @ UBIMET

Normal wären zu dieser Jahreszeit Tageshöchstwerte von rund 21 Grad in den Niederungen und Tälern, wie man der nachfolgenden Grafik entnehmen kann. Bis inklusive Mittwoch stehen jedoch Temperaturen zwischen 24 und 30 Grad an, mit durchschnittlich 28 Grad in den Landeshauptstädten fallen die nächsten Tage also grob um 7 Grad zu warm aus.

Mittleres klimatologisches Temperaturmaximum an einem 11. September @ UBIMET

 

Ab Donnerstag deuten sich nach einigen Wettermodellen zwar wieder kühlere Temperaturen an, aber selbst eine Fortsetzung der ruhigen und warmen Wetterphase bis zum folgenden Wochenende ist derzeit nicht ausgeschlossen.

 

Titelbild: Webcam Lucknerhaus @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/lucknerhaus/

Massive Waldbrände in USA – Ruß erreicht auch Europa

Anfang des Jahres haben wir noch über die verheerenden Buschbrände in Australien berichtet. Im Spätsommer der Nordhalbkugel hingegen sind Waldbrände in den USA keine Seltenheit, zumindest in der jüngeren Vergangenheit kam es immer wieder dazu. Doch in diesem Jahr sind sie noch massiver als je zuvor. In Kalifornien schlossen sich nun mehrere Wald- und Buschfeuer zum flächenmäßig größten, jemals im Bundesstaat verzeichneten Feuer zusammen. Das so genannte August Complex Fire im Bezirk Mendocino County wütete am Donnerstag auf einer Fläche von knapp 2000 Quadratkilometern, was in etwa den Flächen von Berlin, Hamburg und Bremen zusammen entspricht.

 

Noch unter der Woche gingen Bilder aus San Francisco um die Welt, wo eine Kombination aus Rauch und darunter liegendem Nebel zu gespenstischen Szenen führte. Nachfolgende Bilder wurden mitten am Tag aufgenommen:

 

Die enormen Rauchschwaden wurden zuletzt zwar primär auf den Pazifik hinaus getrieben, über Umwege und primär in höheren Atmosphärenschichten erreichen Rußpartikel inzwischen aber auch Europa. Teilweise sorgen sie hier für einen eher grauen, milchigen statt blauen Himmel.

 

Titelbild @ https://twitter.com/leoletailleur

Waldbrände in Kalifornien: Himmel über San Francisco färbt sich orange

Im Westen der USA wüten derzeit zahlreiche, teils sehr große Waldbrände, besonders betroffen sind die Staaten Kalifornien und Oregon. Der Höhepunkt der Feuersaison steht zwar noch bevor, in Kalifornien wurde aber bereits jetzt so viel vernichteter Wald dokumentiert wie noch nie zuvor in einem Jahr.


Marshimmel

Der dichte Rauch der Feuer in Oregon und Kalifornien hat sich über weite Teiler der Westküste ausgebreitet. Im Raum San Francisco färbte sich der Himmel orange, weshalb es am Mittwoch den ganzen Tag über nie richtig hell wurde. In den sozialen Medien schreiben die Anwohner von einer apokalyptischen Stimmung oder auch von einem „Marshimmel“.

Der erste Nebel der Saison

Hochnebel im Herbst

Hoch JURIJ sorgt am Dienstag und Mittwoch für stabile Wetterbedingungen in ganz Österreich. Typisch für die Jahreszeit präsentiert sich das Wetter dabei in den Morgenstunden von seiner frühherbstlichen Seite mit Tau auf den Wiesen und kühlen Temperaturen, zudem gab es heute erstmals in der Saison verbreitet Nebel und Hochnebel im Alpenraum.

Satellitenbild am Dienstag um 8 Uhr. © EUMETSAT / UBIMET

Nach dem frühherbstlichen Start sorgen Sonnenschein und milde Temperaturen in den Nachmittagsstunden dann aber für einen spätsommerlichen Wettercharakter. Die höchsten Temperaturen um 26 Grad gibt es am Dienstag im Inntal.

Tiefstwerte in der Nacht auf Dienstag. © UBIMET

Nebel und Hochnebel

Während im Alpenvorland und im Donauraum der Nebel sehr flach war uns teils nur Sichtweiten von 200 m zugelassen hat, handelt es sich in den Gebirgstälern wie dem Inntal, dem Salzachtal oder dem Ennstal um Hochnebel mit einer Obergrenze bei etwa 1900 m. An der Alpensüdseite liegt die Hochnebel noch höher bei etwa 2500 m, so befindet sich selbst der Gipfel der Villacher Alpe noch mitten in den Wolken.

Hochnebel
Der Blick vom Hochkönig zu den Hohen Tauern. © www.foto-webcam.eu
Nebel in Wien
Nebel im Norden Wiens. © www.foto-webcam.eu
Hochnebel
Hochnebel im Salzburger Land. © www.foto-webcam.eu
Nebel
Hochnebel südlich des Alpenhauptkamms. © www.foto-webcam.eu

Auch am Mittwoch geht es in einigen Tal- und Beckenlagen weder mit Frühnebel los, in Summe wird die betroffene Fläche aber geringer und Hochnebel ist kaum noch zu erwarten. Tagsüber erwärmt sich die Luft dann auf 22 bis 27, im Inntal auch 28 Grad.

Der Taupunkt und der Tau

Morgentau auf eine Wiese

Als Tau bezeichnet  man einen beschlagenden Niederschlag aus flüssigem Wasser. Er entsteht durch Kondensation von in der Atmosphäre unsichtbar enthaltenem Wasserdampf an unterkühlten Oberflächen. Förderlich für dieses Phänomen sind folgende Faktoren:

  • Lange Nächte im Spätsommer und Herbst
  • Windschwache Verhältnisse
  • Wolkenloser Himmel

Die Luft kann je nach Temperatur nur eine bestimmte Menge an Wasserdampf aufnehmen. Dabei gilt: Je höher die Temperatur, desto mehr Wasserdampf kann sie fassen. Kommt etwas wärmere und feuchte Luft jedoch in Kontakt mit kühleren Oberflächen wie etwa Grashalme oder Autos, kühlt sie sich ab und kann den gespeicherten Wasserdampf nicht mehr halten. Dieser fällt aus und lagert sich dann in Form von Tautropfen ab. Passiert das ganze bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, entsteht übrigens weißlicher Reif.

Der Taupunkt

Der Tau hat in der Meteorologie sogar zur Namensgebung einer physikalischen Größe beigetragen: Unter der „Taupunkttemperatur“ versteht man nämlich jene Temperatur, auf die sich die Luft abkühlen müsste, um vollständig mit Wasserdampf gesättigt zu sein. Ab dieser Temperatur beträgt die relative Feuchte der Luft bereits 100 %. Kühlt sich die Luft nur um wenige Zehntel weiter ab, beginnt Wasser an Oberflächen oder Kondensationskernen in der Umgebung zu kondensieren und es entsteht Nebel bzw. Tau.

Abschätzung der Tiefsttemperatur

Da beim Phasenübergang vom gasförmigen Wasserdampf zu flüssigem Wasser Wärme freigesetzt wird, wird die nächtliche Abkühlung bei einsetzender Taubildung gebremst oder sogar gestoppt. Daher gibt es in der Wettervorhersage auch eine Faustregel, welche die Taupunktstemperatur am Nachmittag als grobe Abschätzung für die nächtlichen Tiefstwerte heranzieht. Dies funktioniert natürlich nur dann, wenn die Luftmasse über einem Ort in den Stunden zwischen Nachmittag und dem folgenden Morgen nicht durch eine Wetterfront ausgetauscht wird. Auch bei bewölktem Himmel oder Wind ist diese Abschätzung nicht möglich, beides führt zu milderen Nächten.

Advektionstau

Der Morgentau, der nach ruhigen und windschwachen Nächten entsteht nennt man Strahlungstau. Es gibt aber noch einen weiteren Prozess, der zu Tau führen kann: Wenn nach einer kühlen Wetterphase plötzlich warme, feuchte Luft zugeführt wird, deren Taupunkt oberhalb der Bodentemperatur liegt, kommt es zur Kondensation des Wasserdampfes. Dieses Phänomen kann auch sämtliche Straßen nass machen und man nennt es Advektionstau.


Titelbild: Robert Körner on VisualHunt / CC BY-NC-SA

Hoch JURIJ bringt ab Dienstag ruhiges Spätsommerwetter

Bergsee

In den kommenden Tagen gelangt Mitteleuropa unter den Einfluss eines Ablegers des Azorenhochs namens JURIJ. Die Höhenströmung dreht am Mittwoch allmählich wieder auf südwestliche Richtungen, wodurch den Alpenraum milde Luftmassen aus dem nördlichen Mittelmeerraum erfassen.

Bodenwetterkarte am Dienstag. © FU Berlin / DWD

Frischer Start in den Dienstag

Der Dienstag beginnt besonders in vielen Tal- und Beckenlagen herbstlich kühl, so liegen die Tiefstwerte im Mühl- und Waldviertel oder im Wienerwald teils nur bei 4 Grad. Eine Spur milder verläuft die Nacht von Kärnten bis ins Burgenland, hier liegen die Frühtemperaturen am Dienstag meist zwischen 9 und 13 Grad.

Prognose der Tiefstwerte in der Nacht auf Dienstag. © UBIMET

Nach Auflösung lokaler Frühnebelfelder scheint tagsüber aber verbreitet die Sonne, nur von Oberkärnten bis ins Obere Murtal halten sich mitunter bis zum Vormittag ein paar Hochnebelfelder. Die Temperaturen erreichen maximal 20 bis 26 Grad mit den höchsten Werten im Oberinntal. Ähnlich präsentiert sich das Wetter auch am Mittwoch, dabei steigen die Temperaturen bei strahlendem Sonnenschein auf 22 bis 27, im Inntal auch bis 28 Grad an.

Prognose der Höchstwerte am Mittwoch. © UBIMET

In der zweiten Wochenhälfte setzt sich das ruhige Wetter im Osten und Südosten fort, in der Westhälfte lässt der Hochdruckeinfluss etwas nach. Bei ein paar durchziehenden Wolkenfeldern steigt die Schauerneigung besonders vom Arlberg bis nach Oberkärnten jeweils in den Nachmittagsstunden leicht an. Die Tageshöchstwerte gehen aber nur an der Alpennordseite geringfügig zurück und liegen zwischen 19 und 27 Grad.

Titelbild © Adobe Stock

Vom Feuer zum Gewitter

Löschhubschrauber vor Pyrocumulunimbus

Im kalifornischen Sierra National Forest, südlich des weit bekannteren Yosemite Nationalparks, wüten derzeit verheerende Waldbrände. Vermutlich wurde das Feuer durch Pyrotechnik bei einer Party ausgelöst und breitet sich nun in den ohnehin sehr trockenen Nadelwäldern rasch aus.

Viele der Aufnahmen aus dem betroffenen Gebiet zeigen teils hochreichende Wolken, die zum Teil Strukturen von Gewitterwolken aufweisen:

Ein Gewitter entsteht

Vereinfacht gesagt: Gewitterwolken (Cumulonimbus) bilden sich, wenn heiße und feuchte Luft aus Bodennähe bis in große Höhe aufsteigt und die enthaltene Luftfeuchtigkeit dabei kondensiert. Je wärmer und feuchter die Luft ist, desto hochreichender das Gewitter. Die Ausgangssituation bei jenen Gewittern in Kalifornien war etwas anders: Fehlende Feuchtigkeit (ca 10 bis 20% relative Feuchte!) und durch die Feuer verursachte hohe Temperaturen befeuerten regelrecht die Gewitterbildung. Auch für diesen Fall hat die Meteorologie eine Bezeichnung: Pyrocumulonimbus.

Die aufgeheizte, aber sehr trockene Luft steigt ebenso lange auf, bis auch die kaum vorhandene Feuchte kondensiert. Wolken, die durch Waldbrände entstehen, sind meist an ihrer Struktur erkennbar: Im unteren Teil sind sie bräunlich und trüb (Asche, Ruß,..), im oberen Teil weiß und bauschig (kondensierter Wasserdampf):

Der Blick von oben

Auch aus dem All sind die Waldbrände und Pyrocumulonimben zu sehen:

Zum Abschluß ein eindrucksvoller Zeitraffer eines durch einen Waldbrand ausgelösten Gewitters aus 2016 in Kalifornien:

 

Titelbild: Visualhunt

Spektakuläre Wasserhose bei Genua

Gewitter

Am Wochenende kam es im Vorfeld einer Kaltfront, welch in Österreich für Regen und Gewitter gesorgt hat, auch in Norditalien zu zahlreichen Gewittern. Örtlich waren diese für ergiebige Regenmengen in kurzer Zeit und kleinräumige Überflutungen verantwortlich. Besonders betroffen waren der Großraum von Turin am Sonntagabend bzw. der Großraum von Genua, Vicenza und Venedig in der Nacht bzw. am Montagmorgen. In den zentralen Teilen Liguriens wie etwa in Genua-Bolzaneto oder in Rapallo sowie in Venedig wurden mehr als 80 Liter pro Quadratmeter Regen in wenigen Stunden verzeichnet.

Windkonvergenz

Im Mittelmeer sind Wasserhosen im Herbst keine Seltenheit, meist treten sie allerdings in Folge von Kaltluftausbrüchen auf, wenn der Temperaturunterschied zwischen dem noch warmen Wasser und der Luft besonders markant ist. In diesem Fall war eine ausgeprägte Windkonvergenz über dem Ligurischen Meer entscheidend für die Entstehung der Wasserhose, da sie Verwirbelungen der Luft unterhalb der Quellwolken begünstigt hat.

Windverhältnisse in der Nacht auf Montag. © ECMWF / UBIMET

Blitze von Sonntgvormittag bis Montagvormittag. © UBIMET

Titelbild: Blitzeinschlag in die neu errichtete Brücke „Viadotto Genova San Giorgio“ in Genua. © www.foto-webcam.eu

Gewitter brachten teils über 80 mm Regen im Oberen Murtal

Starkregen

Am Sonntagnachmittag und -abend haben Gewitter besonders im nördlichen Oberkärnten sowie in der Weststeiermark örtlich für kleinräumige Überflutungen und Vermurungen gesorgt. Besonders betroffen war das Obere Murtal inkl. Seitentäler, wo besonders kleinere Bäche wie etwa in Niederwölz stellenweise über die Ufer traten. Die großen Wassermassen haben aber auch die größeren Gewässer anschwellen lassen, so hat selbst die Mur in Zeltweg vorübergehend die HQ1-Marke überschritten.

Anbei die nassesten Wetterstationen innerhalb der vergangenen 24 Stunden:

  • 81 mm Stolzalpe
  • 81 mm Oberwölz
  • 78 mm Murau
  • 75 mm St. Georgen ob Jundenburg
  • 64 mm Neumarkt
  • 63 mm Seckau
  • 62 mm Kalwang
  • 61 mm Präbichl
  • 59 mm Deutschlandsberg
  • 56 mm Bruck an der Mur
  • 53 mm St. Jakob / Defereggen
24h-Regenanalye und Messwerte. © UBIMET

Wie man auf der kalibrierten Radaranalyse sehen kann, gab es lokal aber auch Spitzen um 100 Liter pro Quadratmeter. Dies wird auch von Messungen des Hydrographischen Diensts in Gestüthof/Mur bestätigt, wo 101 mm Regen verzeichnet wurden. Damit gab es rund um das Obere Murtal örtlich den gesamten mittleren Septemberniederschlag in weniger als 24 Stunden.

Einsatzkräfte im Bereich Murau / Laßnitz. © Stadtfeuerwehr Murau


Titelbild © AdobeStock

Gewitter in Kärnten, Regen in den Alpen

Mit einem Blick auf die aktuelle Temperaturverteilung sieht man eindeutig, dass sich von Vorarlberg bis Niederösterreich bereits kühlere Luftmassen ausgebreitet haben, währen sich im Süden und Südosten des Lande noch feuchtwarme Luft hält. Bislang hat sich die Schauertätigkeit auf die Alpennordseite und das zentrale Bergland beschränkt, ausgehend von Süd- und Osttirol nimmt die Schauer- und Gewitterneigung am Nachmittag aber auch in Kärnten  zu. Die Hauptgefahr stellen große Regenmengen in kurzer Zeit dar, vereinzelt kann es aber auch zu kleinem Hagel kommen.

Die kühle Luft umströmt die Alpen sowohl im Westen (Mistral in Südfrankreich) als auch am Alpenostrand in Österreich (am Montag kommt an der Nordadria dann schwache Bora auf).

Kräftiger Regen

Am Abend gehen die Schauer in den Alpen und im Nordosten dann in anhaltenden Regen über, besonders im zentralen Bergland vom Pinzgau bis in die Obersteiermark sowie im nördlichen Alpenvorland regnet es ein paar Stunden lang auch kräftig. In der Nacht verlagert sich der Schwerpunkt allmählich in den Osten und Südosten des Landes, vom Bodensee bis ins Mühl- und Waldviertel werden die trockenen Abschnitte hingegen langsam häufiger.

Satellitenbild um 12:45 Uhr und Gewitterpotential am Nachmittag/Abend. © UBIMET

Wetterbesserung in Sicht

Der Montag startet meist trüb und besonders im Süden sowie in den Alpen  regnet es anfangs noch leicht. Tagsüber gehen im Bergland noch lokale Schauer nieder, ansonsten bleibt es ab dem Vormittag überwiegend trocken und die Wolken lockern zögerlich auf. Besonders abseits der Alpen kommt mitunter auch die Sonne zum Vorschein. Die Temperaturen kommen allerdings nicht über 15 bis 22 Grad hinaus, am mildesten wird es im Südosten.

Hoch JURIJ

Am Dienstag und Mittwoch macht sich in Mitteleuropa ein Hoch namens JURIJ bemerkbar. Nach Auflösung von örtlichen Nebelfeldern scheint dabei verbreitet die Sonne und die Temperaturen steigen tagsüber auf 20 bis 26, am Mittwoch im Oberinntal auch 28 Grad. Die Frühtemperaturen sind allerdings herbstlich kühl, so liegen die Frühwerte am Dienstag zwischen knapp 4 Grad im Mühl- und Waldviertel bzw. im Wienerwald, wie etwa in Zwettl oder Klausen-Leopoldsdorf, und 13 Grad in der Wiener Innenstadt oder unmittelbar im Bereich des Wörthersee wie in Pörtschach.

Prognose der Tiefstwerte am Dienstag. © UBIMET

Das Wetter im September in Österreich

Herbstlicht im September

Kalendarisch beginnt der Herbst erst am 23. September, in der Meteorologie zählt man den September bereits komplett zur dritten Jahreszeit. Besonders in der ersten Hälfte des Monats sollte der Sommer aber keineswegs unterschätzt werden. Temperaturen an die 30 Grad oder sogar darüber kommen in manchen Jahren vor. Bisherige Temperaturrekorde stammen aus dem Jahr 2015:

  • 36 Grad Pottschach-Ternitz (01.09.2015)
  • 35,6 Grad Waidhofen an der Ybbs (01.09.2015)
  • 35,5 Grad Gumpoldskirchen (17.09.2015)

Nichtsdestotrotz büßt man beispielsweise in Wien im September durchschnittlich vier Minuten pro Tag an Tageslänge ein. Sind zu Beginn des Monats noch 13,5 Stunden Sonnenschein möglich, stehen am Ende nur noch 11,5 Stunden zur Verfügung. Zudem ist die Intensität der Strahlung aufgrund des geringeren Sonnenstands herabgesetzt, im September kommt hierzulande ungefähr die gleiche Globalstrahlung wie im März an.

Frühnebel

Wegen der immer länger werdenden Nächte kann die Luft bodennah stärker auskühlen als noch in den Monaten davor. Somit bilden sich im Laufe des Monats bei windschwachen Bedingungen vermehrt Nebelfelder. Liegen in höheren Schichten noch dazu deutlich wärmere Luftmassen, sind bereits Hochnebelfelder möglich. Diese können sich von Tag zu Tag länger halten.

Nebel ist typisch für den Herbst.
Nebel ist typisch für den Herbst.

Föhn

Im September schaffen es zudem die ersten kräftigeren Tiefdruckgebiete bis nach Mitteleuropa und verstärken sich auf ihrem Weg über die noch aufgeheizten Meere weiter. Damit sind insbesondere in Norddeutschland erste sogenannte Herbststürme möglich, die an ihrer Rückseite kalte Luft bis an die Alpen strömen lassen können. Im Zusammenspiel mit Italientiefs sind damit auch erste Wintereinbrüche bis in höhere Tallagen der Alpen möglich. Andererseits kommt es im Vorfeld solcher Kaltfronten wieder häufiger zu Föhn in den Alpen, daher können die Temperaturgegensätze in dieser Jahreszeit sehr groß ausfallen.

Prognose

Derzeit berechnen die langfristigen Wettermodelle besonders über der Osthälfte Europas und in Russland überdurchschnittliche Temperaturen im September, während die prognostizierten Abweichungen von den Britischen Inseln bis nach Algerien negativ sind. Österreich wären dabei durchschnittlich bis leicht überdurchschnittliche Temperaturen zu erwarten. Dies steht im Zusammenhang mit reger Tiefdrucktätigkeit über dem Mittelmeerraum und Westeuropa bzw. Hochdruckeinfluss über Russland. Beim Niederschlag deuten die Modelle in Österreich auf durchschnittliche bzw. vor allem südlich der Alpen auch überdurchschnittliche Mengen hin.

Prognose der Temperaturabweichung im September. © JRC EFFIS

Kaltfront bringt Samstagnacht und am Sonntag lokal Gewitter

Gewitter

Die Gewittersaison neigt sich in Österreich dem Ende zu, an diesem Wochenende gibt sie aber nochmals ein kleines Lebenszeichen von sich. Die langgezogene Kaltfront von Skandinavientief OTTILIE liegt derzeit nämlich quer über Deutschland und kommt in den kommenden Stunden langsam südwärts voran. In ihrem Vorfeld gelangen nochmals sehr warme Luftmassen ins Land.

Satellitenbild von Samstag, 14 Uhr mit der Kaltfront quer über Deutschland. © EUMETSAT

30 Grad, später gewittrig

Im Vorfeld der Front scheint am Samstagnachmittag noch verbreitet die Sonne und die Temperaturen steigen entlang der Nordalpen und im Osten nochmals auf bis zu 30 Grad. Gegen Abend steigt die Schauer- und Gewitterneigung in den westlichen Nordalpen vom Arlberg bis zum Dachstein aber langsam an. Am späten Abend wird es dann auch abseits der Alpen im Norden und Nordosten gewittrig, so kann es auch in Teilen Niederösterreichs und Wiens nochmals zu Blitz und Donner kommen. Lokal können die Gewitter für kräftigen Regen, kleinen Hagel und teils stürmische Böen sorgen.

Niederschlagsprognose in 3h-Schritten bis Sonntagnacht von RACE. © UBIMET

Am Sonntag Regen und Gewitter

Am Sonntag überwiegen an der Alpennordseite von der Früh weg dichte Wolken mit Regenschauern, nur von Unterkärnten bis ins Südburgenland zeigt sich anfangs noch die Sonne. Im Tagesverlauf gehen die Schauer in den Nordalpen in kräftigen Regen über und auch weiter südlich nimmt die Schauer- und Gewitterneigung rasch zu. Besonders in Kärnten gehen ab dem Nachmittag mitunter auch kräftige Gewitter mit Starkregen und Hagel nieder. Die Höchstwerte liegen meist zwischen 14 und 21 Grad, nur im äußersten Süden werden noch knapp 25 Grad erreicht.

Prognose der Regenmenge am Sonntag von UCM. © UBIMET

Titelbild: Gewitter im Burgenland am 29.8.20 © Storm Science Austria

Blitze im Sommer 2020: Schwächste Gewittersaison seit mind. 15 Jahren

Gewitter mit Blitz

Vom 1. Juni bis zum 31. August registrierte das Blitzmesssystem von nowcast im Hochpräzisionsmessbereich über ganz Deutschland verteilt exakt 2.659.493 Blitzentladungen (Wolken- und Erdblitze), davon 732.199 mit einer Stromstärke von mindestens 5 kA. Dieser Wert stellt den bislang geringsten Wert seit Messbeginn dar, so gab es in diesem Sommer gut 500.000 Blitzentladungen weniger als im Sommer des Vorjahres. Im Vergleich zum Mittel von 2009 bis 2019 wurde in diesem Sommer weniger als die Hälfte der üblichen Anzahl an Blitzentladungen erfasst. Der zweitniedrigste Wert stammt aus dem Sommer 2018, als etwa 868.500 Blitze mit einer Stromstärke von mindesten 5 kA detektiert wurden, somit haben wir innerhalb der letzten drei Jahre die zwei schwächsten Gewittersaisons erlebt. Vor allem im Juli gab es heuer außergewöhnlich wenige Gewitter, so wurde im normalerweise gewittrigsten Monat des Jahres etwa im Saarland kein einziger Blitz erfasst. Deutschlandweit gewitterte es aber immerhin an 73 von 92 Tagen irgendwo im Bundesgebiet: Während es in Hamburg nur 12 Tage mit Blitzentladungen gab, waren es in Bayern 61.

Blitzentladungen >5 kA im Sommer. © UBIMET

Spitzenreiter Bayern

Mit exakt 742.815 Blitzentladungen führt Bayern wie so oft das Bundesländer-Ranking deutlich an, an zweiter Stelle folgt mit 317.046 Blitzen Niedersachsen. Baden-Württemberg komplettiert mit rund 316.484 Entladungen das Podium. Deutlich weniger Gewitter wurden im zurückliegenden Sommer dagegen in der Mitte und im äußersten Norden registriert: Schleswig-Holstein kommt beispielsweise auf lediglich 39.733 Blitze, das kleinste Bundesland Bremen gar nur 1.054.
In Bezug auf die Blitzdichte liegt mit etwa 10.5 Blitzen pro km² ebenfalls Bayern an erster Stelle, gefolgt von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Brandenburg mit etwa 8 Blitzen pro km². An letzter Stelle liegen Schleswig-Holstein und Bremen mit etwa 2,5 Blitzen pro km² sowie Mecklenburg-Vorpommern und Hessen mit etwa 4 Blitzen pro km².

  1. Bayern 742.815
  2. Niedersachsen 317.046
  3. Baden-Württemberg 316.484
  4. Nordrhein-Westfalen 266.841
  5. Brandenburg 239.085
  6. Rheinland-Pfalz 165.828
  7. Sachsen-Anhalt 160.748
  8. Sachsen 108.571
  9. Mecklenburg-Vorpommern 97.141
  10. Hessen 89.049
  11. Thüringen 86.937
  12. Schleswig-Holstein 39.733
  13. Saarland 18.108
  14. Berlin 5.064
  15. Hamburg 4.989
  16. Bremen 1.054
Blitze im Sommer 2020. © nowcast / UBIMET

Blitzreichsten Landkreise

  • Biberbach (Baden-Württemberg) 31.712
  • Börde (Sachsen-Anhalt) 30.426
  • Jerichower Land (Sachsen-Anhalt) 29.178
  • Alb-Donau-Kreis (Baden-Württemberg) 28.477
  • Straubing-Bogen (Bayern) 27.226
Blitzdichte auf Gemeindebasis –> Zoom hier. © UBIMET

Stärkster Blitz in Bayern

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in Bayern im Kreis Roth gemessen: Spitzenreiter ist eine Entladung mit rund 402 kA in der Nacht zum 2. Juli in Thalmässing. Kurzzeitig gab es dabei eine 25.000 mal höhere Stromstärke, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.

  1. Thalmässing (Roth) 402 kA (2. Juli)
  2. Herzogenrath (Aachen) 399 kA (11. August)
  3. Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) 373 kA (13. Juni)

Unwetter am 13. Juni

Der mit Abstand gewitterreichste Tag des Sommers war der 13. Juni, als etwa 450.000 Blitzentladungen erfasst wurden, davon allein 133.000 in Brandenburg bzw. 110.000 in Niedersachsen. An zweiter bzw. dritter Stelle folgen der 26. Juni mit 160.000 Entladungen und der 11. August mit 146.000.

Blitze am 13. Juni 2020. © UBIMET

Die Gewitter haben heuer vor allem für lokalen Starkregen und Überflutungen gesorgt, so gab es etwa in Bottmersdorf-Klein Germersleben (Sachsen-Anhalt) am 13. Juni rund 100 L/m² Regen in weniger als 5 Stunden. Ähnlich große Regenmengen von mehr als 80 L/m² in zwei Stunden wurden beispielsweise auch in Nattheim-Fleinheim (Baden-Württemberg) am 2. August oder in Twist-Hebelermeer (Niedersachsen) am 14. August gemessen.


Großen Hagel mit einem Durchmesser >3 cm gab es dagegen nur vereinzelt wie etwa lokal am 13. Juni in Brandenburg. Auch Orkanböen wurden nur vereinzelt gemessen, die höchste Spitze liegt bei 130 km/h in Chieming am 28. Juni.

Der Altweibersommer

Herbstsonne

Wissenschaftlich gesehen versteht man unter dem Altweibersommer eine sogenannte meteorologische Singularität. Also einen Witterungsabschnitt mit beständigem Hochdruckwetter im Frühherbst, der nahezu jedes Jahr eintritt. Der Altweibersommer findet meist in der zweiten Septemberhälfte oder im Oktober statt.

20 Grad und kühle Nächte

In dieser Zeit steigen die Temperaturen an den Nachmittagen regelmäßig über 20 Grad. Die Nächte sind oft aber schon empfindlich kühl, manchmal sogar frostig und immer häufiger breiten sich in den Tälern und Becken Frühnebelfelder aus. Auf den Bergen gibt es dafür oft den ganzen Tag strahlend blauen Himmel und perfekte Fernsicht. Besonders im Oktober sind die Temperaturen an manchen Tagen im Mittelgebirge sogar höher als im Tal.

Glänzende Spinnfäden

Die Herkunft des Wortes ist nicht sicher, man vermutet aber, dass der Altweibersommer seinen Namen den Spinnen zu verdanken hat, welche im Herbst durch die Luft segeln: Die Fäden von jungen Baldachinspinnen glänzen im Sonnenschein und erinnern dabei an das graue Haar alter Frauen. Häufig läuft man unbeabsichtigt in solche Fäden hinein. Mit „weiben“ bezeichnete man im Althochdeutschen übrigens das Knüpfen von Spinnweben. Wenn sich im Oktober das Laub langsam verfärbt, ist dann häufig auch vom goldenen Oktober die Rede (in Nordamerika „Indian Summer„).

Spinnenflug

Das Fliegen stellt für Baldachinspinnen eine erfolgreiche Strategie zur Verbreitung dar. Dafür produzieren sie einen Flugfaden, welcher ab einer bestimmten Länge vom Wind erfasst wird und die Spinne zum Abheben bringt. Dieser Vorgang wird „Luftschiffen“ oder „Spinnenflug“ genannt. Beim Transport durch die Luft können Baldachinspinnen Höhen von mehreren Tausend Metern erreichen und bis zu mehrere Hundert Kilometer weit fliegen. Viele Spinnen überleben ihre Reisen allerdings nicht: Die meisten landen auf dem Wasser, in ungeeigneten Lebensräumen oder werden von Vögeln gefressen.


Titelbild © Adobe Stock

Samstag bis 30 Grad, dann Abkühlung

Badewetter am Samstag

Die Temperaturen fahren in den kommenden Tagen Achterbahn – das Motto könnte lauten: ‚Vom Sommer in den Herbst und wieder zurück.‘ Am Samstag liegt der Alpenraum noch im Vorfeld einer Kaltfront, die sich quer über Deutschland erstreckt. Aus Südwesteuropa erreichen uns dabei noch einmal sommerlich warme Luftmassen, bei 24 bis 30 Grad und viel Sonnenschein bis weit in den Nachmittag hinein herrschen beste Bedingungen für jegliche Freizeitaktivitäten im Freien. Die 30-Grad-Marke könnte dabei vor allem in Wien und Niederösterreich, punktuell aber auch in Unterkärnten oder im Murtal geknackt werden.

Hier die Prognose der Höchstwerte morgen:

Am Samstag gibt es im Osten lokal 30 Grad.

Septemberhitze

30 Grad im September sind nicht so außergewöhnlich, wie man vielleicht denken mag. So gab es im September 1947 gleich 14 heiße Tage mit 30 Grad und mehr in Österreich. Der absolute Temperaturrekord für den September ist jedoch in weiter Ferne, er stammt aus der jüngeren Vergangenheit. Am Monatsersten vor fünf Jahren wurden in Pottschach-Ternitz schweißtreibende 36 Grad gemessen. Die 30-Grad-Marke liegt hierzulande übrigens bis in den Oktober hinein in Reichweite: Der späteste Termin für einen 30er in Österreich datiert vom 5.10.1983 aus Deutschlandsberg.

Wechselhafter Wochenwechsel

Am Sonntag erfasst die angesprochene Kaltfront Österreich, verbreitet dominieren dichte Wolken und Regenschauer das Geschehen. Lokal können auch größere Regenmengen zusammenkommen. Letzte Wolkenlücken von Unterkärnten bis ins Südburgenland schließen sich im Tagesverlauf, hier gibt es auch noch einmal spätsommerliche 23 bis 25 Grad, ehe auch hier Schauer und Gewitter entstehen. Sonst hat es bereits um rund 10 Grad abgekühlt, die Höchstwerte liegen meist zwischen 14 und 21 Grad.

Wie bereits angedeutet fallen lokal große Regenmengen, hier die Prognose für Sonntag:

Kräftiger Regen fällt am Sonntag besonders im östlichen Bergland.

Auch zum Schulstart in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland am Montag zeigt sich das Wetter frühherbstlich. 12 bis 21 Grad sind schon das Höchste der Gefühle, dazu ist der Himmel überwiegend bewölkt und in Tirol, Kärnten, dem Salzburger Land und in der Steiermark regnet es immer wieder. Die Sonne zeigt sich am ehesten ganz im Westen und im äußersten Osten.

Neues Hoch kommt

Ab Dienstag sorgt dann aber ein neues Hoch mit dem voraussichtlichen Namen Jurij wieder für stabile Bedingungen. Zwar können – typisch für den startenden Herbst – morgendliche Nebelfelder für einen grauen Start in den Tag sorgen, nach deren Auflösung scheint aber im ganzen Land die Sonne. Dazu klettern die Temperaturen wieder auf ein spätsommerliches Niveau mit meist 20 bis 26 Grad, Mittwoch und Donnerstag sind punktuell sogar wieder 28 Grad möglich.

Quelle Titelbild: pixabay

Sommer 2020: Weniger Blitze als üblich, aber heftige Gewitter

Vom 1. Juni bis zum 31. August registrierte das Blitzortungssystem LINET (Lightning Detection Network) von nowcast, dem Blitzspezialisten der UBIMET-Gruppe, im Hochpräzisionsmessbereich über ganz Österreich verteilt exakt 1.162.405 Blitzentladungen (Wolken- und Erdblitze). Das sind ähnlich viele Blitzentladungen wie im Sommer 2019 und liegt unter dem Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre. Aufgrund mehrerer Höhentiefs entstanden vor allem im Juni deutlich weniger Gewitter als üblich. Der gewitterreiche August konnte den Mangel in der Blitzstatistik noch halbwegs ausgleichen.

Blitzdichte im Sommer 2020.
Blitzentladungen Blitzdichte
Steiermark 397.194 24,2 Blitze/km²
Niederösterreich 247.159 12,9 Blitze/km²
Oberösterreich 186.264 15,6 Blitze/km²
Kärnten 86.217 9,0 Blitze/km²
Burgenland 82.772 20,9 Blitze/km²
Tirol 78.686 6,2 Blitze/km²
Salzburg 56.107 7,8 Blitze/km²
Vorarlberg 20.670 7,9 Blitze/km²
Wien 7.336 17,7 Blitze/km²

Südoststeiermark blitzreichster Bezirk

Mit exakt 397.194 Blitzentladungen führt die Steiermark das Bundesländer-Ranking an, gefolgt von Niederösterreich mit 247.159 und Oberösterreich mit 186.264 Entladungen. An letzter Stelle befindet sich mit Wien das flächenmäßig kleinste Bundesland, hier gab es im Sommer aber immerhin 7.336 Blitzentladungen, was bei der Blitzdichte den dritten Platz auf Bundeslandebene hinter der Steiermark und dem Burgenland ergibt. Die blitzreichsten Bezirke befinden sich in allesamt der Steiermark, angeführt vom Bezirk Südoststeiermark mit 54.681 Entladungen. Danach folgen die Bezirke Hartberg-Fürstenfeld, Graz-Umgebung und Weiz mit rund 48.000 Blitzen.

Blitzdichte auf Gemeindebasis.

Auf Gemeindeebene liegt ebenfalls die Steiermark in Führung: In Ludersdorf-Wilfersdorf im Bezirk Weiz wurden unglaubliche 122 Blitze pro Quadratkilometer registriert.

Stärkster Blitz in Tirol

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in Tirol gemessen. Spitzenreiter ist eine Entladung mit mehr als 306.400 Ampere am Nachmittag des 25. Juni in Anras in Osttirol. In kürzester Zeit wurde dabei mehr als 18.000 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.

  • 306 kA Anras (T)
  • 305 kA Reutte (T)
  • 301 kA Mittelberg (V)
  • 298 kA St. Peter am Hart (OÖ)
  • 289 kA Thiersee (T)

Blitzarmer Sommer

Wenn man nur Blitze ab einer Stärke ab 5 kA betrachtet (orientiert an der internationalen Norm IEC 62858), wurden in diesem Sommer 325.257 Blitze gemessen. Das ergibt knapp den letzten Platz seit dem Beginn der modernen Blitzerfassung im Jahre 2009: Ähnlich blitzarm waren die Sommer 2015, 2018 und 2019, wo nur um wenige Tausend mehr Blitze detektiert wurden. Im Rekordjahr 2012 wurden hingegen fast viermal so viele Blitze verzeichnet. Damit liegt der Sommer 2019 auch deutlich unter dem Mittel von 623.000 Blitzen (>5kA von 2009 bis 2019). Obwohl der Sommer vergleichsweise gewitterarm verlief, bildeten österreichweit gesehen gewitterfreie Tage die Ausnahme. An 75 von 92 Tagen wurde in Österreich mindestens eine Blitzentladung registriert. Allein im Bezirk Spittal an der Drau gab es an 45 Tagen Gewitter.

Blitzentladungen pro Sommer. © UBIMET

Heftige Gewitter

Im vergangenen Sommer gab es zwar weniger Blitze als üblich, die Gewitter waren aber durchaus heftig. Mitte August wurde in Vöcklabruck im Zuge eines starken Gewitters eine orkanartige Böe von 113 km/h registriert und auch in der südlichen Steiermark sowie Ende August am Neusiedler See gab es lokal orkanartige Böen. Vor allem in der Steiermark, lokal aber auch in Vorarlberg und Oberösterreich kam es zu großem Hagel mit einem Durchmesser von 5 bis 7 cm (v.a. am 28. Juli sowie 22. & 29. August) . Die größte Regenmenge im Zuge eines Gewitters kam zu Mittag am 11.08. in Fischbach in der Steiermark zusammen: In nur einer Stunde prasselten 64 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel.

Zwei Taifune bedrohen Japan und Südkorea

Ausgangslage

Im westlichen Pazifikraum sind zwei Wirbelstürme aktiv, beide werden aufgrund ihrer Intensität und ihrer Lage vor Ostasien als Taifune bezeichnet. Durch das warme Meerwasser des Pazifiks herrschen zur Zeit ideale Bedingungen für die Entstehung und Verstärkung von Taifunen.

Falschfarben-Infrarotsatellitenbild des Westpazifiks. Quelle: Himawari 8 Satellit, National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA)

Taifun MAYSAK

Westlich von Japan und südlich von Südkorea kreist über dem Meer Taifun MAYSAK, der bisher stärkste Wirbelsturm des Jahres in dieser Region. Im Inneren des Sturmtiefs herrscht ein Luftdruck von 950 hPa (im Gegensatz zum mittleren Luftdruck von 1013 hPa auf Meereshöhe bei Normalbedingungen).  Da Windspitzen von über 250 km/h  erwartet werden, laufen vor Ort die Vorbereitungen auf Hochtouren, um die Bevölkerung vor den zerstörerischen Naturgewalten zu schützen.

Vorhersage der Zugbahn von Taifun MAYSAK. Quelle: JTWC

Laut den aktuellen Prognosen verläuft die Zugbahn des Taifuns in nördliche Richtung etwa über die Mitte Südkoreas, d.h. östlich der Hauptstadt Seoul. Nachdem der Wirbelsturm auf Land trifft, schwächt sich dieser erwartungsgemäß etwas ab.

Taifun HAISHEN

Nach MAYSAK ist bereits der nächste Wirbelsturm unterwegs. Über der Philippinensee, nordwestlich der Inselgruppe der Nördlichen Marianen, kreist ein kräftiges Tiefdruckgebiet namens HAISHEN. Bisher kommt die Intensität dieses Taifuns noch nicht an MAYSAK heran, jedoch wird der nachfolgende Sturm in den nächsten Tagen auf Hunderten von Kilometern über dem Meer mehr Feuchtigkeit aufnehmen und deutlich an Energie zunehmen. HAISHEN könnte dann als Wirbelsturm der Kategorie 4 oder sogar 5 auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala eingestuft werden.

Prognose der Zugbahn von Taifun HAISHEN. Quelle: JWTC

Ein Grund für die gehäufte Entstehung solcher starker Taifune in dieser Region liegt bei dem rund 30 Grad warmen Meerwasser; die japanische Wetterbehörde gab bekannt, dass die mittleren Wassertemperaturen vor den Küsten Japans im August so hoch wie noch nie seit Messbeginn 1982 ist.

Titelbild: Satellitenbildausschnitt des Westpazifiks mit den beiden Taifunen MAYSAK (links oben) und HAISHEN (rechts unten). Quelle: Himawari 8 Satellit

Fast 500.000 Blitze im August

Blitz mit Gewitter

Vom 1. bis 31. August registrierte unser Blitzortungssystem über ganz Österreich verteilt exakt 497.959 Blitzentladungen. Das sind fast 200.000 Blitzentladungen mehr als in den Augustmonaten der beiden vorangegangenen Jahre. Zuletzt mehr Blitze im August gab es 2017, als sogar über 800.000 Entladungen im letzten Sommermonat registriert wurden.

Vergleicht man die Anzahl der Blitzentladungen im heurigen August mit dem Mittel der vergangenen 10 Jahre (rund 375.000 Blitze), so geht der August 2020 als ausgesprochen gewittriger Monat in die Statistik ein. Der August bildet zusammen mit Juni und Juli üblicherweise die blitzreichste Zeit des Jahres. In den Sommermonaten sind die meteorologischen Voraussetzungen für Gewitter am besten. Die Sonne erreicht zu dieser Zeit ihren Höchststand, die Luft wird entsprechend aufgeheizt. In Kombination mit feuchter Luft und der Topografie Österreichs entwickeln sich dann zahlreiche Gewitter.

Steiermark wie so oft unangefochten

Mit exakt 189.445 Blitzen führt die Steiermark das Bundesländer-Ranking an, gefolgt von Niederösterreich und Oberösterreich -> siehe Tabelle. An letzter Stelle befindet sich mit Wien einmal mehr das flächenmäßig kleinste Bundesland.

Blitze nach Bundesland, Anzahl und Blitzdichte im August 2020:

Steiermark 189.445 11,55 Blitze/km²
Niederösterreich 95.167 4,96 Blitze/km²
Oberösterreich 73.086 6,10 Blitze/km²
Burgenland 49.317 12,44 Blitze/km²
Kärnten 38.545 4,04 Blitze/km²
Tirol 27.991 2,21 Blitze/km²
Salzburg 18.101 2,53 Blitze/km²
Vorarlberg 3.817 1,46 Blitze/km²
Wien 2.490 6,01 Blitze/km²
Österreich Gesamt 497.959 5,94 Blitze/km²

Mit knapp 12 Blitzen pro Quadratkilometer liegt die Steiermark hinsichtlich der Blitzdichte aber lediglich auf Platz zwei, geschlagen vom Burgenland. Hier wurden exakt 12,44 Blitzentladungen pro km² verzeichnet. Obwohl es in Wien nur knapp 2.500 Blitze gab, reicht es im Ranking der Blitzdichte für die Bundeshauptstadt nach Oberösterreich für Platz vier.

Hier die Blitzdichte in Österreich im August:

In Wien gab es sehr große Unterschiede zwischen den einzelnen Bezirken. So gab es in Favoriten nur etwas mehr als 1 Blitz pro Quadratkilometer, in Ottakring hingegen gut 19 Blitze pro Quadratkilometer. Diese hohe Blitzdichte hievt den Bezirk im Westen Wiens auch österreichweit auf Bezirksebene in die Top 10. In Führung liegen hier aber eindeutig Bezirke im Burgenland und in der Steiermark. Platz eins geht an die Blitzhauptstadt Graz, gefolgt vom Bezirk Südoststeiermark und Oberwart.

Gewitterfreie Tage bildeten im August die absolute Ausnahme, an insgesamt 29 von 31 Tagen wurde in Österreich zumindest eine Entladung registriert. Die meisten Gewittertage erlebte dabei Kärnten mit insgesamt 25 Tagen. Auf Wiener Gemeindegebiet gab es dagegen nur an 5 von möglichen 31 Tagen zumindest einen Blitz zu bestaunen.

Auch stärkster Blitz in der Steiermark

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in der Steiermark im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld gemessen: Spitzenreiter ist eine Entladung mit rund 261 kA am Nachmittag des 16. Augusts in Rohr bei Hartberg. In kürzester Zeit wurde dabei gut 16.000 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.

Mehr als 1 Million Blitze im August

Sommer und Gewitter

Vom 1. bis 31. August registrierte unser Blitzmesssystem über ganz Deutschland verteilt exakt 1.245.030 Blitze. Das sind gut 200.000 Blitzentladungen mehr als im August des Vorjahres und sogar 400.000 Blitze mehr als im August 2018. Zuletzt mehr August-Blitze gab es 2017, als sogar über 1,3 Millionen Entladungen registriert wurden.

Vergleicht man die Anzahl der Blitzentladungen im diesjährigen August mit dem Mittel der vergangenen 10 Jahre (dieses entspricht gut 900.000 Blitze), so geht der August 2020 als ausgesprochen gewittriger Monat in die Statistik ein. Der August bildet zusammen mit Juni und Juli generell die blitzreichste Zeit des Jahres. In den Sommermonaten sind die meteorologischen Voraussetzungen für Gewitter am besten. Die Sonne erreicht zu dieser Zeit ihren Höchststand, die Luft wird entsprechend aufgeheizt. In Kombination mit feuchter Luft, durchziehenden Kaltfronten und der Topografie entwickeln sich dann zahlreiche Gewitter.

Spitzenreiter Bayern, gewitterarmer Norden und Osten

Mit exakt 273.957 Blitzentladungen führt Bayern wie so oft das Bundesländer-Ranking deutlich an, an zweiter Stelle folgt mit knapp 233.000 Blitzen Nordrhein-Westfalen. Baden-Württemberg komplettiert mit ordentlich Abstand und rund 167.000 Blitzen das Podium. Somit entfallen rund 50% aller Blitze in der Bundesrepublik auf diese drei Bundesländer. Deutlich weniger Gewitter wurden im zurückliegenden Monat dagegen im Norden und Osten registriert: Mecklenburg-Vorpommern kommt beispielsweise auf lediglich gut 30.000 Blitze, Schleswig-Holstein nur auf knapp 7.000.

Die blitzreichsten Bundesländer im August 2020:

  1. Bayern 273.957
  2. Nordrhein-Westfalen 232.984
  3. Baden-Württemberg 167.511
  4. Rheinland-Pfalz 131.819
  5. Niedersachsen 119.967
  6. Hessen 64.711
  7. Sachsen 61.560
  8. Sachsen-Anhalt 50.985
  9. Thüringen 46.376
  10. Brandenburg 42.764
  11. Mecklenburg-Vorp. 31.544
  12. Saarland 12.494
  13. Schleswig-Holstein 6.706
  14. Berlin 712
  15. Bremen 579
  16. Hamburg 361Deutschland Gesamt 1.245.030

In Bezug auf die Blitzdichte hat Nordrhein-Westfalen ein Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Bayern gewonnen: Beide Bundesländer kommen auf knapp 7 Blitze pro Quadratkilometer. Auch hier zeigt sich der markante Unterschied zum Norden und Osten des Landes, weisen doch Berlin, Hamburg und Schleswig-Holstein nicht einmal 1 Blitz pro Quadratkilometer auf.

Blitzreichste Landkreise in Baden-Württemberg

Auf Landkreisebene liegt Baden-Württemberg in Führung, im Alb-Donau-Kreis sowie im Landkreis Biberach wurden die meisten Blitze registriert. Bei der aussagekräftigeren Blitzdichte liegen dagegen Unna und Hamm (beide NRW) mit rund 20 Blitzen pro Quadratkilometer in Führung. Ein weiterer Landkreis betritt das Parkett, blickt man auf die Tage mit Blitzen. Im bayerischen Landkreis Cham konnte an 15 Tagen und somit fast an jedem zweiten Tag im August zumindest ein Blitz verzeichnet werden.

Deutschlandweit gewitterte es sogar an 27 von 31 Tagen irgendwo im Bundesgebiet. Während es dabei in Hamburg nur zwei Tage mit Blitzentladungen gab, waren es in Bayern derer 24.

Stärkster Blitz in Herzogenrath

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in Nordrhein-Westfalen im Kreis Aachen gemessen: Spitzenreiter ist eine Entladung mit rund 400.000 Ampere am Abend des 11. August in Herzogenrath. In kürzester Zeit wurde dabei 25.000 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.

Gewitterreiche Monatsmitte

Hauptverantwortlich für die Zahl der Blitzentladungen im August war die Woche vom 10. bis 16. des Monats. An der Südflanke eines Skandinavienhochs strömte feucht-labile Luft ins Land, in der Folge entstanden über mehrere Tage hinweg teils heftige Gewitter. Diese bewegten sich kaum vom Fleck und brachten primär ergiebige Regenmengen. So wurden alleine in dieser Woche rund 735.000 Blitze registriert, dies macht 60% der Blitze im gesamten Monat aus. Der gewitterreichste Tag des Monats war dabei der 11. August mit alleine fast 150.000 Blitzen im Land.

August zu warm und zu nass

Platz 7 der wärmsten Augustmonate

Verglichen mit dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 bilanziert der August 2020 mit einer Abweichung von rund +2 Grad deutlich zu warm. Damit reiht sich der zurückliegende Monat auf Platz 7 der wärmsten Augustmonate seit Messbeginn ein. Die größten Abweichungen finden sich im Südosten wieder, so verzeichnete Bad Radkersburg sogar einen knapp 3 Grad zu warmen August. Die relativ gesehen kühlste Region war dagegen der Westen und Südwesten, aber selbst in Tirol und Kärnten betragen die positiven Abweichungen immer noch 1 bis 1,5 Grad.

Der August war viel zu warm.

Hauptursache für den zu warmen August war weniger eine ausgeprägte Hitzewelle als viel mehr das nahezu durchgehend hohe Temperaturniveau ohne markante kältere Phasen. Gut zu erkennen ist dies an der Anzahl der heißen Tage. Von Rekorden sind wir zwar weit entfernt, 10 Tage mit 30 Grad oder mehr auf der Hohen Warte in Wien sind dennoch doppelt so viele wie im langjährigen Schnitt üblich.

Auch die Nachttemperaturen waren meist über dem Mittel und tragen so zu einem zu warmen August bei. Paradoxerweise gab es auf der Hohen Warte in Wien aber erstmals seit rund 25 Jahren im gesamten August keine Tropennacht.

Verbreitet große Regenmengen

Zu Beginn und dann noch einmal am Ende des Monats sorgten beinahe stationäre Kaltfronten für ergiebige Niederschlagsmengen in weiten Teilen des Landes. Somit ist es auch wenig überraschend, dass der August über ganz Österreich gemittelt rund 30 Prozent zu nass abschließt. Dies bedeutet zugleich des nassesten August seit 10 Jahren.

Landesweit fiel mehr Regen als üblich.

Betrachtet man die Niederschlagsabweichungen näher, so stechen zwei Regionen deutlich hervor: Rund doppelt so viel Regen wie üblich kam vom Brenner bis zum Dobratsch zusammen, selbiges gilt auch für das Most- und Waldviertel.

Herausragend bei den absoluten Mengen ist aber eindeutig Oberkärnten, so fielen am Weißensee im August mehr als 390 Liter und somit zweieinhalb mal so viel Regen pro Quadratmeter wie üblich.

Der Weißensee – nassester Ort des Landes im August.

Zu trockene Regionen gab es im zurückliegenden Monat nur sehr wenige, in Unterkärnten und im Südwesten der Steiermark fehlen lokal rund 20% auf eine ausgeglichene Bilanz.

Sonne erreicht Soll

Der Sonne gelang praktisch im gesamten Land eine Punktlandung und schien in etwa so lange wie im langjährigen Schnitt. Ein paar Überstunden machte sie unter anderem in Teilen Oberösterreichs, so verzeichnete Aspach 250 statt der üblichen 232 Sonnenstunden. Ähnliches gilt für Zell am See, wo mit 200 Sonnenstunden ein Überschuss von 17 Stunden gemessen wurde. Der absolut sonnigste Ort des Landes war jedoch Mörbisch, hier am Neusiedler See schien die Sonne in Summe 276 Stunden lang. Pro Tag bedeutet dies rund 9 Sonnenstunden, die man genießen konnte.

Extremwerte August 2020 (Bundesland, Tag des Auftretens) Stand: Montag, 31.08.2020, 12 Uhr

Höchste Temperaturen

  • 35,6 Grad Innsbruck-Universität (T, 21.)
  • 35,3 Grad Innsbruck-Kranebitten (T, 21.)
  • 34,9 Grad Andau (B, 08.)

Tiefste Temperaturen Hochtäler

  • +2,2 Grad Seefeld (T, 31.)
  • +2,5 Grad Obergurgl (T, 31.)
  • +2,9 Grad Galtür (T, 25.)
  • +3,1 Grad St. Leonhard im Pitztal (T, 04.)

Tiefste Temperaturen unter 1000 m Seehöhe

  • +4,5 Grad Ehrwald, Achenkirch (beide T, 31.)
  • +5,3 Grad Zwettl (NÖ, 28.)
  • +5,4 Grad Schoppernau (V, 5.)

Anzahl Sommertage (Höchstwert mind. 25,0 Grad)

  • 27 Andau, Neusiedl am See, Güssing (alle B), Gänserndorf (NÖ), Bad Radkersburg (ST)
  • 26 Mörbisch (B), Zwerndorf, Wolkersdorf, Groß Enzersdorf, Seibersdorf, Hohenau, Mistelbach, Bruckneudorf, Poysdorf, Korneuburg (alle NÖ), Bad Gleichenberg, Leibnitz-Wagna (beide ST)
  • 25 Podersdorf, Eisenstadt (beide B), Fürstenfeld, Bruck/Mur, Feldbach, Graz-Universität, Graz-Straßgang, Hartberg (alle ST), Wien-Unterlaa, Wien-Stammersdorf, Wien-Donaufeld, Wien-Innere Stadt (alle W), Langenlebarn (NÖ)

Anzahl Hitzetage (Höchstwert mind. 30,0 Grad)

  • 15 Seibersorf (NÖ)
  • 14 Andau (B)
  • 13 Wien-Innere Stadt, Wien-Stammersdorf (beide W)

Nasseste bewohnte Orte

  • 392 Liter pro Quadratmeter Weißensee (K)
  • 371 Liter pro Quadratmeter Kornat (K)
  • 348 Liter pro Quadratmeter Kötschach-Mauthen (K)

Trockenste Orte

  • 47 Liter pro Quadratmeter Korneuburg, Gumpoldskirchen (beide NÖ)
  • 49 Liter pro Quadratmeter Wien-Stammersdorf (W)
  • 53 Liter pro Quadratmeter Wien-Donaufeld (W)

Absolut sonnigste Orte

  • 276 Sonnenstunden Mörbisch (B)
  • 267 Sonnenstunden Güssing (B)
  • 264 Sonnenstunden Summerau (OÖ)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 113 km/h Vöcklabruck (OÖ, 13.)
  • 110 km/h Mörbisch (B, 30.)
  • 101 km/h Wien-Jubiläumswarte (W, 31.)

Stärkste Windspitzen Berge

  • 146 km/h Villacher Alpe (K, 30.)
  • 121 km/h Sonnblick (S, 30.)
  • 110 km/h Feuerkogel (OÖ, 26.)

Quelle Titelbild: pixabay

Gewitter brachten in der Steiermark und im Burgenland Hagel und Sturm

Gewitter

Seit Freitag sind in Vorarlberg, im Bereich des Brenners sowie in Osttirol und Oberkärnten örtlich mehr als 100 Liter pro Quadratmeter Regen gefallen. Mit 142 Liter pro Quadratmeter war der Brenner der bislang nasseste Ort, gefolgt von Kötschach-Mauthen mit 127 (Stand: Sonntag, 10 Uhr)

  • 142 mm Brenner (T)
  • 127 mm Kötschach-Mauthen (K)
  • 121 mm Weissensee (K)
  • 117 mm Brand (V)
  • 115 mm St. Jakob/Defereggen (T)
  • 115 mm Feldkirch (V)

Am Sonntag regnet es hier zeitweise noch kräftig und gewittrig durchsetzt, am Abend ist dann eine Entspannung in Sicht. Die Vermurungsgefahr bleibt bis dahin allerdings erhöht, zudem führen besonders kleine Flüsse wie die Sill, der Ziller und der Oberlauf der Drau mitunter ein mittleres Hochwasser. Kleinere Gebirgsbäche wie der Valser Bach oder die Isel verzeichnen mitunter sogar ein großes Hochwasser!

Der Valser Bach (St. Jodok am Brenner) hat die HW-30-Marke überschritten. © Hydro Tirol
48h-Regenmengen bis Sonntag, 9 Uhr.

Der Tauernbach in Osttirol. © www.foto-webcam.eu

Unwetter im Südosten am Samstag

Am Samstag gab es im Südosten heftige Gewitter, landesweit wurden knapp über 60.000 Blitzentladungen erfasst. Besonders betroffen waren das Burgenland und die Steiermark mit 21.261 bzw. 19.547 Entladungen. Ein besonders kräftiges Gewitter sorgte in einem Streifen vom Großraum Wildon über Ilz bis in die Bezirke Oberwart und Güssing für teils großen Hagel und Sturmböen. Der stärkste Blitz mit einer Stromstärke von 171 kA wurde in der Gemeinde Stadtschlaining im Bezirk Oberwart gemessen. Die stärkste Böe wurde mit 60 km/h in Kleinzicken gemessen, allerdings deuten Augenberichte und Schäden lokal auf deutlich höhere Windspitzen hin.

Blitzdichte am Samstag.



Hagel bei Olbendorf. © Storm Science Austria
Sturm
Umgeknickter Baum. © Storm Science Austria

Titelbild © www.foto-webcam.eu / UBIMET

Sommer 2020: Zu warm und gebietsweise sehr nass

Strohballen beim Sonnenuntergang

Der Sommer 2020 war im gesamten Land zu warm. Während der Juni und Juli noch nahezu durchschnittlich temperiert waren mit einer Abweichung von +0.2 bzw. +0.3 Grad zum Mittel, schließt der August rund 2 Grad wärmer als im Durchschnitt ab. Mit einer österreichweiten Abweichung von rund 0,8 Grad im Vergleich zum langjährigen Mittel reiht sich der Sommer 2020 in die zwanzig wärmsten Sommer der Messgeschichte ein. Im Vergleich zum Sommer 2019, der mancherorts sogar der wärmste der Messgeschichte war, lag die mittlere Temperatur allerdings fast 2 Grad niedriger. Das erklärt auch warum viele Menschen diesen Sommer fälschlicherweise als kühl bezeichnen, was wiederum eindrucksvoll zeigt, wie sich die Bevölkerung an die zunehmend heißen Sommer der vergangenen Jahre gewohnt hat. Die größte Abweichung zum Mittel wurde mit +1.6 Grad in Steinach am Brenner aufgestellt, die geringste mit +0,3 Grad in Neusiedl am See.

Temperaturabweichung im Sommer 2020.

Mehr Hitzetage als üblich

Bei der Anzahl von Hitzetagen mit einem Höchstwert von mindestens 30 Grad wurden die langjährigen Mittelwerte erreicht oder überschritten. Besonders markant fällt die Abweichung in Bregenz aus, wo es 12 heiße Tage gab bei einem Mittel von 4. An der klimatologischen Wetterstation Wiens gab es 19 heiße Tage (das Mittel liegt hier bei 15). Landesweiter Spitzenreiter ist Andau im Seewinkel mit 30 heißen Tagen (Prognose bis inkl. 31.8.). Bei den Tropennächten hatte traditionell die Bundeshauptstadt die Nase vorn, insgesamt gab es in der Wiener Innenstadt bisher 23 Nächte mit einem Tiefstwert von 20 Grad oder mehr, der Rekord liegt hier bei 46 Tropennächten im Sommer 2018.

Hitzetage im Sommer 2020

Auch wenn der Sommer 2020 nicht eine Top10-Platzierung verzeichnet, setzt sich der Trend zu immer heißeren Sommern fort. Aktuellen Studien zufolge wird ein Hitzesommer wie 2003 in Mitteleuropa bei einer globalen Erwärmung von 1,5 Grad fast jedes zweite Jahr auftreten bzw. bei 2 Grad gar in der Mehrzahl der Jahre. Damit würde ein Sommer wie heuer mittelfristig tatsächlich zu den kühlen zählen.

Gebietsweise nasser Sommer

Der Sommer war von Beginn an unbeständig, so gab es bereits im Juni in weiten Teilen des Landes mehr Regen als üblich. In St. Pölten und Salzburg fiel sogar die doppelte Monatsniederschlagsmenge. Der Juli zeigte sich besonders im Süden und Südosten zu nass, während es im Westen trockener als üblich war. Im August haben dann Gewitter gebietsweise für große Regenmengen gesorgt, so wurde etwa am 11.8. die höchste stündliche Niederschlagssumme des Sommers in Fischbach (ST) mit 64 Liter pro Quadratmeter gemessen.

Maximale stündliche Niederschlagsmenge.

Über den gesamten Sommer fiel landesweit etwa 115% der üblichen Niederschlagsmenge, mit den größten Abweichungen um +70% im Mostviertel, in Oberkärnten und in der Oststeiermark. Der nasseste Ort österreichweit war Lunz am See mit mehr als 700 Liter pro Quadratmeter Regen. Viel Regen gab es aber auch im Seewinkel, traditionell eine der trockensten Regionen des Landes. In Neusiedl am See gab es etwa 150% des üblichen Sommerniederschlags.

Niederschlagsabweichung im Sommer 2020 (Stand: 28.8.)

Bislang eine Spur zu trocken war der Sommer in inneralpinen Regionen vom Tiroler Oberland bis zum Ennstal, in den letzten Tagen des Monats kommt hier aber zum Teil noch einiges an Regen dazu. Die Sonnenscheinbilanz zeigt sich dagegen relativ durchschnittlich, was verdeutlicht, dass es an manchen Tagen große Regenmengen gab.

Sonnenstunden im Sommer 2020.

Viele Blitze im August

Im vergangenen Sommer wurden landesweit vom Blitzortungssystem der UBIMET-Gruppe etwa 1,1 Mio. Blitzentladungen erfasst, davon allein 395.000 in der Steiermark. Der Start in die Saison im Juni verlief außergewöhnlich blitzarm. Der Juli war annähernd durchschnittlich, der August war dann deutlich überdurchschnittlich. Der blitzreichste Bezirk war Südoststeiermark.

Blitzdichte im Sommer 2020.

Extremwerte Sommer 2020

(Bundesland, Tag des Auftretens); Vorläufiger Stand 30.08.20

Höchste Temperaturen

  • 37,2 Grad Wien – Innere Stadt (W, 28.07)
  • 36,4 Grad Wien – Botanischer Garten (W, 28.07)
  • 36,3 Grad Innsbruck – Universität (T), Wien – Donaufeld (W), Hohenau (NÖ), alle am 28.07.

Tiefste Temperaturen

  • -0,1 Grad Lech am Arlberg (V, 01.06)
  • +0,2 Grad Obergurgl (T, 08.06.)
  • +0,3 Grad Galtür (T, 01.06.)
  • +0,4 Grad Schmirn (T, 01.06.), St. Leonhard im Pitztal (T, 01.06.)

Nasseste Orte (vorläufig)

  • 791 Liter pro Quadratmeter Fraxern (V)
  • 780 Liter pro Quadratmeter Weissensee (K)
  • 759 Liter pro Quadratmeter Schröcken (V)
  • 746 Liter pro Quadratmeter Mittelberg (V)
  • 743 Liter pro Quadratmeter Dornbirn (V)
  • 730 Liter pro Quadratmeter Lunz am See (NÖ)

Trockenste Orte (vorläufig)

  • 170 Liter pro Quadratmeter Zwerndorf (NÖ)
  • 203 Liter pro Quadratmeter Gumpoldskirchen (NÖ)
  • 206 Liter pro Quadratmeter Gänserndorf (NÖ)

Absolut sonnigster Ort

836 Sonnenstunden, Mörbisch (B)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 116 km/h Innsbruck – Kranebitten (T, 27.06.)
  • 113 km/h Vöcklabruck (OÖ, 13.08.)
  • 103 km/h Tullnerfeld (NÖ, 28.07.)

Titelbild © Adobe Stock

Hochwassergefahr im Westen, Gewitter im Südosten

Aufziehendes Gewitter

Der Alpenraum liegt derzeit zwischen Tief LYNN über der Nordsee und einem Randtief namens MARLIS über Norditalien. Die Kaltfront des Nordseetiefs liegt nahezu stationär über dem Alpenraum, in den kommenden Stunden wird sie aber wieder warmaktiv und verlagert sich somit nordwestwärts. Im Westen Österreichs fällt dabei mit einer südwestlichen Höhenströmung anhaltender und teils gewittrig durchsetzter Regen, die Hochwassergefahr nimmt hier in den Abendstunden zu. Besonders am Rhein zeichnet sich am Sonntag ein 10-jähriges Hochwasser ab, zudem nimmt die Vermurungsgefahr generell zu.

Aus Süden wird sehr feuchte Luft ins Land geführt.

Gewitter im Südosten

Im Übergangsbereich zur energiereichen Luft im Südosten ziehen zudem in den Nachmittags- und Abendstunden besonders von Kärnten über die Steiermark bis zum Alpenostrand lokal kräftige Gewitter durch, dabei besteht bei ausgeprägter Höhenströmung örtlich die Gefahr von großem Hagel und Sturmböen! Aktuelle Wetterdaten gibt es hier.

Blitze um 15 Uhr. © UBIMET

Föhn im Osten

Am Sonntag kommt im Osten des Landes vorübergehend wieder kräftiger, föhniger Südwind auf, dabei zeichnen sich besonders von der Eisenwurzen über die Niederösterreichischen Voralpen bis ins Weinviertel sowie auch am Alpenostrand örtlich stürmische Böen um 70 km/h ab. Die Temperaturen erreichen im Seewinkel bis zu 32 Grad.

Die Temperaturgegensätze zwischen West und Ost nehmen am Sonntag weiter zu.

Im Westen liegen die Höchstwerte am Sonntag bei herbstlichen 14 bis 20 Grad. Die Luftmassengrenze wird im Tagesverlauf aber neuerlich kaltaktiv und erfasst somit am Abend den Osten Österreichs. Im Vorfeld davon sind besonders im Südosten neuerlich kräftige Gewitter möglich. Der Föhn lässt dabei nach, besonders im Donauraum kommt allerdings kräftiger West- bis Nordwestwind auf. Im Laufe des Abends beruhigt sich das Wetter allmählich überall, am Montag erreichen die Temperaturen aber auch in der Osthälfte nur noch 19 bis 24 Grad und in der Nacht auf Dienstag fällt hier verbreitet Regen.

Landfall von Hurrikan LAURA

Bei Wassertemperaturen von über 30 Grad im Golf von Mexiko verstärkte sich der Sturm binnen weniger Tage. Am Mittwoch erreichte dieser Kategorie 4, sogar fast Kategorie 5. Hurrikan LAURA war nicht nur der stärkste Sturm der Saison sondern auch der kräftigste Hurrikan der jemals auf die Südwestküste des Staates Louisiana getroffen ist. Die Auswirkungen waren dementsprechend katastrophal. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 241 km/h sowie einer Sturmflut von 6 Meter traf der Sturm letzte Nacht auf die Küste.

Aufgrund der Prognosen der Meteorologen wurden die Küstenstreifen aber frühzeitig gewarnt und evakuiert. Bisher sind noch keine Personenschäden bekannt, wohl aber Schäden an Gebäuden und der Infrastruktur. Auch das Inland könnte noch schwer getroffen werden, denn es wird vorausgesagt, dass die Sturmflut bis zu 65 Kilometer weit ins Land getrieben werden könnte.

Titebild: © NOAA

Starker Regen und Föhn: Zweigeteiltes Wetter am Wochenende

Auto im Regen

Der meteorologische Sommer neigt sich dem Ende zu und passend dazu stellt sich in den kommenden Tagen eine typische, frühherbstliche Wetterlage ein: Ein Tiefdruckgebiet namens LYNN mit Kern über Nordwesteuropa sorgt zusammen mit einem Randtief über Norditalien für eine ausgeprägte Südwestlage. In Österreich stellt sich dabei zweigeteiltes Wetter ein: Während von Vorarlberg bis Oberkärnten teils kräftiger, gewittrig durchsetzter Regen fällt, gibt es im Südosten weiterhin sommerliche Temperaturen.

Tiefdruckeinfluss sorgt für zweigeteiltes Wetter mit Föhn im Osten. © NCEP / UBIMET

Große Regenmengen im Westen

Am Alpenhauptkamm sowie in Osttirol und Oberkärnten überwiegen am Freitag die Wolken und bereits am Vormittag gehen hier erste Schauer nieder. Am Nachmittag breiten sich teils gewittrige Schauer von Vorarlberg bis Oberkärnten aus, zudem ziehen auch entlang der Nordalpen vom Kaiserwinkl bis ins Waldviertel mitunter kräftige Gewitter durch. Am Samstag regnet es im äußersten Westen anhaltend und teils kräftig, aber auch in Osttirol und Oberkärnten gehen im Tagesverlauf wieder gewittrige Schauer nieder, die später in anhaltenden Starkregen übergehen. Bis Sonntagabend sind in Vorarlberg, am Tiroler Alpenhauptkamm sowie im Bereich der Karnischen Alpen Regenmengen von 100 bis 130, vereinzelt auch 150 Liter pro Quadratmeter zu erwarten. Auf den zunehmend gesättigten Böden steigt die Vermurungsgefahr an, zudem zeichnet sich auch an manchen Flüssen wie dem Rhein ein mittleres Hochwasser ab.

Niederschlagsprognose bis Sonntagnacht von UCM (Stand: Do. 12 Uhr) © UBIMET

Im Südosten sommerlich

Die Temperaturverteilung in Österreich weist in den kommenden Tagen große Unterschiede auf: Während die Höchstwerte am Wochenende in Vorarlberg und Tirol meist zwischen 14 und 19 Grad liegen, gibt es im Südosten bei bis zu 31 Grad weiterhin badetaugliche Temperaturen. Dazu kann man sich besonders von der südlichen Steiermark bis ins östliche Flachland auf überwiegend sonnige Wetterbedingungen freuen. Zu Wochenbeginn bleibt das Wetter unbeständig und auch im Osten gehen die Temperaturen pünktlich zum meteorologischen Herbstbeginn spürbar zurück.

Im Südosten gibt es am Wochenende Höchstwerte um 30 Grad. © UBIMET

Titelbild © Adobe Stock

Am Wochenende bringt Tief LYNN lokale Überschwemmungen

Wetterablauf

Am heutigen Nachmittag liegt das Sturmtief KIRSTEN mit seinem Zentrum noch über der südlichen Ostsee, zieht aber in den Abendstunde rasch weiter ostwärts und erreicht bereits Mittwochnacht das Baltikum. Am Donnerstag herrscht dann Zwischenhocheinfluss und verbreitet freundliches Wetter. Von Westen nähert sich jedoch bereits Tief LYNN, deren schwache Warmfront jedoch Österreich nicht beeinflusst.

Anders als die Kaltfront, diese zieht im Laufe des Freitags von Frankreich und den BeNeLux-Staaten südostwärts. Am Mittag erstreckt sie sich vom Erzgebirge, über Basel, dem Zentralmassiv bis nach Katalonien. Wie häufig in solchen Wetterlagen entwickelt sich im Golf von Genua ein gleichnamiges Tief. Dieses zweite Tief sorgt nun dafür, dass sich eine Luftmassengrenze über Österreich aufbaut, die erst am Sonntag nach Osten abzieht. In ihrem Umfeld wird es nass. Im Folgenden die Detailprognose:

 

Details

Freitag tagsüber

Der Freitag beginnt besonders nördlich des Alpenhauptkamms noch mit viel Sonnenschein, während sich bereits in Osttirol und Oberkärnten dichte Wolken halten und erste Tropfen fallen. In Vorarlberg kommen im Laufe des Vormittags Wolken auf und spätestens ab Mittag setzt auch hier schauerartig verstärkter Regen ein.

Vom Tiroler Oberland bis zum Salzkammergut bilden sich Quellwolken und nachfolgend gehen hier Schauer und Gewitter nieder. Diese ziehen am Abend in den westlichen Donauraum und das Mühl- und Waldviertel. Zudem kommen im Süden und Südwesten Schauer und Gewitter von Italien herein gezogen.

Frontenkarte für Freitag, den 28.8.2020 und äquivalent potentielle Temperatur nach ICON © UBIMET/DWD

Freitagnacht

Während in der Nacht die letzten Schauer und Gewitter nach Tschechien abziehen, intensiviert sich der Regen von Vorarlberg und dem Tiroler Oberland. Zudem erreichen weitere Schauer und Gewitter den Südwesten, aber auch am Tiroler Alpenhauptkamm regnet es teils kräftig. Mitunter sind auch Blitz und Donner möglich.

Samstag tagsüber

Am Samstag fällt aus der Nacht heraus zwischen dem Rheintal und dem Oberinntal, sowie an den Nordalpen zunächst kräftiger Regen. Dieser lässt vom Innsbruck ostwärts am Vormittag nach, denn mit einer auflebenden kräftigen Südströmung wird es hier leicht föhnig. Auf den Bergen weht stürmischer Südwind, mit teils orkanartigen Sturmböen.

Besonders in Osttirol und Oberkärnten nimmt dann jedoch der Südstau zu, es regnet anhaltend und ergiebig. Hier können zudem Gewitter eingelagert sein, die lokal für größere Regenmengen sorgen können. Am Nachmittag kommen schließlich in Tirol teils kräftige Schauer vom Arlberg her auf.

Frontenkarte für Samstag, den 29.8.2020 und äquivalent potentielle Temperatur nach ICON © UBIMET/DWD

Samstagnacht

In der Nacht regnet es schließlich westlich einer Linie Innviertel – Villacher Alpe teils kräftig. Besonders entlang der Karnischen Alpen und der Karawanken kann der Regen gewittrig durchsetzt sein.

Sonntag

Der Sonntag beginnt von Vorarlberg über Innsbruck und dem Pinzgau bis nach Unterkärnten mit teils kräftigem Regen. Dieser kommt im Tagesverlauf ostwärts voran. Von Unterkärnten bis zum Semmering entwickeln sich Gewitter. Am späten Nachmittag lässt dann der Regen in Vorarlberg und Tirol nach.

Frontenkarte für Sonntag, den 30.8.2020 und äquivalent potentielle Temperatur nach ICON © UBIMET/DWD

Montag

Der Montag bringt dann weitere Schauer, die jedoch nicht mehr so kräftig ausfallen sollten, wie am Wochenende, denn die Luftmassengrenze ist nun nach Osten abgezogen. Somit liegt Österreich im Einflussbereich kühlerer Meeresluft.

Frontenkarte für Sonntag, den 30.8.2020 und äquivalent potentielle Temperatur nach GFS © UBIMET/NOAA

Erwartete Niederschlagsmengen

Prognostizierte Niederschlagsmengen von Freitagnachmittag bis Sonntagnacht © UBIMET

Wie man bereits in der Graphik erkennt werden von Freitagnachmittag bis Sonntagnacht im Westen verbreitet 50 bis 80 L/m² erwartet, in Vorarlberg und an den Karnischen Alpen auch um oder über 100 L/m². Die Schneefallgrenze pendelt weiterhin im Hochgebirge, aber über 2800 Metern muss mit erheblichen Neuschneemengen gerechnet werden.

Auswirkungen

Niederschlagsabweichungen von langjährigen Mittel © UBIMET

Da der Sommer in vielen Teilen Österreichs zu nass oder immerhin durchschnittlich verlaufen ist, sind die Böden allgemein recht feucht. Insbesondere im Vorarlberg und Oberkärnten muss bei den erwarteten Niederschlagsmengen mit Murenabgängen und lokalen Überflutungen gerechnet werden, da hier die lokal schon teils deutlich mehr Regen gefallen ist, als im Durchschnitt.

Titelbild: foto-webcam.eu

Sturmtief KIRSTEN

In den Morgenstunden lag der Kern von Sturmtief Kirsten noch knapp nordwestlich von Deutschland. Dennoch wurden in der Mitte und im Westen Deutschlands bereits die ersten stürmischen Böen gemessen. Inzwischen wurden fast landesweit verteilt schwere Sturmböen verzeichnet, auf dem Brocken in entsprechend exponierter Lage sogar in Orkanstärke.

Stärkste Windböen bis 12 Uhr

Die Verteilung zeigt, dass bis auf den äußersten Nordosten das ganze Bundesgebiet betroffen ist. Der kräftige Niederschlag hemmt hier noch das sogenannte „Runtermischen“ der Windböen, dh. der typischerweise in größeren Höhen auch stärkere Wind wird noch nicht bis zum Boden fortgepflanzt.

Windböen bis 11 Uhr

Auch im Satellitenbild kann man den Tiefdruckwirbel samt Frontensystem gut erkennen. Der Kern befand sich um 11 Uhr Ortszeit knapp westlich von Dänemark, die Okklusion zieht sich über die Nordsee weiter und die Kaltfront hat inzwischen Österreich erreicht.

Satbild 11 Uhr, Quelle: EUMETSAT

Sturmschäden

Weil zu dieser Jahreszeit die Bäume noch voll belaubt sind, bieten sie dem Wind eine entsprechend große Angriffsfläche. Die Sturmschäden fallen somit zahlreicher und stärker aus, als wenn Kirsten 2 Monate später über Deutschland ziehen würden.

Titelbild – Quelle: pixabay.com

Am Mittwoch streift Sturmtief KIRSTEN Österreich

Sturmtief KIRSTEN über Irland um 9 Uhr MESZ am Dienstag - EUMETSAT, UBIMET

Sturmtief KIRSTEN befindet sich am Dienstagmorgen über Irland und bringt schon teils schwere Sturmböen über den Britischen Inseln. Tagsüber verlagert sich das Tief rasch nach Osten und erreicht im Laufe des morgigen Mittwochs Dänemark und die Ostsee.

Südlich des Tiefkerns wird es somit in Deutschland verbreitet stürmisch. Österreich wird hingegen vom Sturmfeld des Tiefs nur gestreift. Allerdings sind am Mittwoch vor allem im Außerfern sowie im gesamten Donauraum und nördlich davon teils stürmische Böen von 60 bis 70 km/h einzuplanen.

Prognose der maximalen Windböen am Mittwoch - UBIMET
Prognose der maximalen Windböen am Mittwoch – UBIMET

Trotz auffrischenden Windes bleibt es am Mittwoch landesweit trocken. Am Donnerstag beruhigt sich die Lage allmählich wieder.

Wetter Update zum Sturmtief KIRSTEN am Mittwoch

Sturmgefahr

Das erste große Sturmereignis für Deutschland steht in den Startlöchern. Sturmtief KIRSTEN befindet sich am Dienstagmorgen über Irland und bringt schon teils schwere Sturmböen über den Britischen Inseln. Tagsüber verlagert sich das Tief rasch nach Osten und erreicht im Laufe des morgigen Mittwochs Dänemark und die Ostsee.

Sturmtief KIRSTEN über Irland um 9 Uhr MESZ am Dienstag - EUMETSAT, UBIMET
Sturmtief KIRSTEN über Irland um 9 Uhr MESZ am Dienstag – EUMETSAT, UBIMET

Südlich des Tiefkerns frischt somit bereits in den frühen Morgenstunden von Westen her starker bis stürmischer Südwestwind auf. Tagsüber erfasst das Sturmfeld des Tiefs dann die gesamte Bundesrepublik. Bis auf den äußersten Süden sind bis zum Abend überall stürmische Böen von 60 bis 80 km/h einzuplanen. Vor allem in einem breiten Streifen von NRW bis zur Elbe sind auch schwere Sturmböen um die 90 km/h, in exponierten und erhöhten Lagen sogar bis 100 km/h zu erwarten. Es handelt sich dabei um ein für die Jahreszeit außergewöhnliches Ereignis. Da die Bäume noch voll belaubt sind, besteht erhöhte Windbruchgefahr!

Prognose der maximalen Windböen am Mittwoch - UBIMET
Prognose der maximalen Windböen am Mittwoch – UBIMET

Das Frontensystem vom Tief KIRSTEN sorgt zudem im Norden für nennenswerte Niederschläge. Vor allem an der Nordsee muss man im Laufe des Tages kurzzeitig mit gewittrigem Starkregen rechnen.

Vorhergesagte Niederschlagssumme am Mittwoch - UBIMET
Vorhergesagte Niederschlagssumme am Mittwoch – UBIMET

Am Donnerstag zieht das Tief rasch nach Osten ab und die Lage beruhigt sich. Tagsüber sind nur noch im Osten letzte, teils stürmische Böen einzuplanen.

Gibt es Kugelblitze wirklich?

Schon seit Jahrhunderten gibt es unzählige Berichte von kugelförmigen Leuchterscheinungen während eines Gewitters. Diese Kugelblitze sollen ungefähr in einer Leuchtkraft einer 60-Watt-Birne leuchten und sich mit einer Geschwindigkeit von mehreren Metern pro Sekunde fortbewegen, bevor sie schlagartig verschwinden. Lange Zeit galten diese Erzählungen in wissenschaftlichen Kreisen als Märchen, doch in den letzten Jahren kam man dem Phänomen auf die Schliche.

Nebenprodukt eines Blitzeinschlags

Die gängigste Hypothese für einen Kugelblitz ist, dass bei einem Blitzeinschlag winzig kleine Materialpartikel in die Luft geschleudert, elektrisch aufgeladen und ionisiert werden. Dieses sogenannte Plasma kann dann unter gewissen Umständen, die noch nicht restlos geklärt sind, zu leuchten beginnen. Wichtig ist wohl, dass viele Siliziumpartikel vorhanden sind.

Weitere Theorie

Möglicherweise reichen auch elektrische Ladungen in einer gewittrigen Umgebung aus, um über Wasserflächen die Bildung von Kugelblitzen zu ermöglichen. Auch hierzu gab es bereits funktionierende Laborexperimente. Auch wenn der Entstehungsprozess der Kugelblitze noch nicht eindeutig geklärt ist, so kann man doch sagen, dass Kugelblitze keine mystischen Legenden sind, sondern sehr wohl in freier Natur entstehen – wenn auch nur sehr selten.

 

Titelbild @ https://stock.adobe.com

Sturm am Mittwoch möglich

Noch ist die genaue Entwicklung mit ein paar Unsicherheiten behaftet, alle großen Wettermodelle zeigen aber doch ein ähnliches Bild: Das Tief KIRSTEN firmiert sich aktuell vor Neufundland und erreicht in der Nacht zum Dienstag Irland. Spannend wir es für uns am Mittwoch, wenn es sich von der Nordsee über Dänemark hinweg zur Ostsee verlagert.

Aktuell prognostizierte maximale Böen am Mittwoch, 26.08.2020 @ ECMWF, UBIMET

 

Dann zeichnen sich in der gesamten Nordhälfte Sturmböen zwischen 70 und 80 km/h ab, in einem engeren Bereich sind auch Böen zwischen 80 und 100 km/h möglich. Momentan wird dieser Bereich etwa vom Rheinland bis zur Magdeburger Börde berechnet, aber das kann sich natürlich noch ändern. Selbst in der Südhälfte muss man man mit stürmischem Wind und verbreiteten Böen über 60 km/h rechnen.

 

Titelbild: Prognostizierte Lage des Tiefs KIRSTEN am Mittwochnachmittag @ NCEP, UBIMET

 

Überschwemmungen bei St. Pölten

So hat es besonders im Bereich der Ortschaften Mank, Kilb und Bischofstetten etwa 20 km südwestlich der Landeshauptstadt enorme Regenmengen um 100 l/m² gegeben. In Kilb steht eine Messstation des Hydrographischen Dienstes Niederösterreich, hier wurden innerhalb von 7 Stunden 132 l/m² an Regen registriert, über 110 l/m² waren es allein in 3 Stunden zwischen 15 und 18 Uhr. Die Auswirkungen dieses enormen Regens sind in den nachfolgenden Aufnahmen dokumentiert:

3232 Bischofsstetten:

3240 Mank:


Niederschlagssumme am Samstag, den 22.08.2020 @ UBIMET

2630, bei Ternitz:

Kleinräumige Überschwemmungen bei Ternitz @ SCA

 

Titelbild: Kleinräumige Überschwemmungen im Mühlviertel @ SCA

Heftige Gewitter beendeten am Samstag den Hochsommer

Letztes Update 01:15 Uhr

Nicht nur die Gewitter sind inzwischen nach Süden und Osten weitergezogen, auch der sich nachfolgend eingestellte, schauerartige Regen in der Osthälfte schwächt sich nun deutlich ab. Es trocknet mehr und mehr ab.

Zeit für ein erstes Fazit:
Wie erwartet war die über Österreich hinweggezogene Kaltfront in der eh schon sehr feuchten und nochmals gut aufgeheizten Luftmasse der sinnbildliche Funke, der für die Auslöse der kräftigen Gewitter sorgte.

Während die Sonne am Vormittag in der Osthälfte des Landes noch von strahlend blauem Himmel schien, bildeten sich ganz im Westen bereits erste Quellwolken. Um die Mittagszeit wuchsen diese dann auch zu Gewittern heran. Anhand nachfolgender Grafik lässt sich der zeitliche Verlauf der Gewitter an diese Samstag erkennen. Die Kernzeit lag dabei zwischen 15 und 22 Uhr. Nach Sonnenuntergang erreichten die Gewitter schließlich auch den Südosten. Hier blitzte es bis Mitternacht:

Blitzverlauf am Samstag, 22. August 2020

Neben stellenweisem Hagelschlag bereiteten vor allem aber die großen Niederschlagsmengen Probleme. Vielerorts wurden Mengen um 60 Liter pro Quadratmeter binnen kurzer Zeit gemessen – Spitzenreiter Feldbach mit 66,4 Liter:

Niederschlagssummen für den 22. August

Es gingen zahlreiche Meldungen von überfluteten Straßen, Kellern und Garagen ein.

Hiermit beenden wir den Liveticker, danken für Euer Interesse, hoffen vor allem aber, vielen mit unseren Warnungen und Informationen geholfen zu haben und dass keiner zu Schaden gekommen ist!
Euer UWZ-Team

 

Update 22:50 Uhr

Inzwischen blitzt es nur noch ganz vereinzelt. Vor allem in der Osthälfte hat es sich nun verbreitet eingeregnet, wobei der Regen stellenweise noch schauerartig und kräftiger ausfällt. Anbei ein aktuelles Radarbild:

Radarbild 22:30 Uhr, © Austrocontrol/Ubimet

Update 21:55 Uhr

Schichtwechsel: Ich, Andreas Demel, darf euch nun die kommenden Stunden durch die Nacht begleiten, denn wir sind immer rund um die Uhr besetzt. Als meine erste Information eine aktuelle Blitzkarte.
In diesen Minuten erreicht die östliche der beiden Zellen das Burgenland, im Speziellen triffts Güssing.
Die westliche Zelle zieht allmählich nach Süden aus Kärnten raus.

Blitze der letzten Stunde von 21:45 Uhr. © Nowcast/Ubimet

Update 21:10 Uhr

Die höchsten Niederschlagsmengen der letzten 12 Stunden

Radstadt 61,4 L/m²
Kalwang 57,8 L/m²
Puchberg 52,8 L/m²
Döllach 50,2 L/m²
St. Veit/Pongau 46,8 L/m²
Oberndorf/Melk 46,4 L/m²

Update 20:50 Uhr

Jetzt haben sich auch östlich von Klagenfurt noch kräftige Gewitter gebildet.

Radarbild von 20:40 Uhr © Austrocontrol/UBIMET

Update 20:30 Uhr

Die Gewitteraktivität hat sich nach Unterkärnten und die Südoststeiermark verlagert. Hier muss auch noch in der nächsten Stunde mit teils kräftigen Gewittern gerechnet werden. Ansonsten regnet es nur noch, mitunter jedoch kräftig.

Update 19:40 Uhr

Der Blick von oben mit der untergehenden Sonne rechts. Man erkennt im Süden von Österreich einen noch wolkenfreien Himmel, hier besteht in der nächsten Stunde noch die Gefahr von kräftigen Gewittern.

Satellitenbild von 19:25 Uhr © EUMETSAT

Update 19:35 Uhr

Die Zelle bei Graz-Kalsdorf aufgenommen von unseren Freunden von Storm Science Austria.

© Storm Science Austria

Update 19:30 Uhr

 

Update 19:20 Uhr

Besnders in den westlichen Bezirken und im Umland von Graz geht nun ein heftiges Gewitter nieder. Es muss mit Hagel gerechnet werden.

Radarbild von 19:15 Uhr © Austrocontrol/UBIMET

Update 19:15 Uhr

Update 18:15 Uhr

 

Update 18:10 Uhr

Besonders im Bereich der Gebirgsgauen regnet es momentan kräftig und ergiebig. Hier teils 40 L/m² in einer Stunde.

Regenmengen der letzten Stunde.

Update 18:00 Uhr

Einzelne kräftige Gewitter gibt es auch vom Lungau bis nach Osttirol. Hier muss man mit Böen um 70 km/h und teil erheblichen Regenmengen rechnen.

Blitze der letzten Stunde von 17:55 Uhr © Nowcast/UBIMET

Update 17:50 Uhr

Aber auch in der Steiermark toben heftige Gewitter, besonders die Zelle nördwestlich von Graz bringt Hagel.

Radarbild von 17:40 Uhr © Austrocontrol/UBIMET

Update 17:30 Uhr

Momentan ist knapp nördlich von Wien eine sehr heftige Gewitterzelle unterwegs, die allmählich nach Osten zieht.

Radarbild von 17:30 Uhr © Austrocontrol/UBIMET

Update 16:40 Uhr

Bisher gab es heute schon rund 31500 Blitze in Österreich.

Blitze nach Bundesland © NOWCAST/UBIMET

Update 16:30 Uhr

Das aktuelle Radarbild zeigt die heftigen Gewitter in der Osthälfte, die allmählich auf Wien zuziehen. Aber auch sonst sind teils kräftige Gewitter vom Pinzgau bis ins Mariazellerland unterwegs.

Radarbild von 16:25 Uhr © Austrocontrol/UBIMET

Update 16:10

An der Station Puchberg sind in den letzten 3 Stunden 52,1 Liter pro Quadratmeter gefallen.

Update 16:00

Hagel in Rohrbach im Graben bei Ternitz © Storm Science Austria

Update 15:40

Anbei ein Bild aus Wien, wo derzeit vermehrt Quellwolken entstehen. Von St. Pölten und Krems bis Wien nimmt die Gewittergefahr nun zu. Ein heftiges Gewitter befindet sich derzeit über der Wachau.

Quellwolken über Wien. © S. Dietz
Gewitterwolke nahe Hartberg. © Sabrina Marth

Update 15:30 – Starke Gewitter

Das Gewitter bei Puchberg am Schneeberg hat für Hagel und Starkregen gesorgt, die Wetterstation dort hat bereits 33 Liter pro Quadratmeter gemessen. Das Gewitter ist nahezu ortsfest.

Ein weiteres, starkes Gewitter hat sich am Rande der Wachau entwickelt, der Kern liegt derzeit bei Mühldorf (Krems-Land) und zieht langsam ostwärts. Achtung, es besteht erhöhte Hagelgefahr, Vorsicht auch im Großraum St. Pölten!

Update 15:25 – Gewitter in der Steiermark

Zwischen dem Schoberpass und Leoben gehen derzeit teils kräftige Gewitter nieder, die Wetterstation in Kalwang hat bereits 24 Liter pro Quadratmeter Regen gemessen. Anbei der Blick aus Süden auf die Gewitterwolken.

Update 15:10 – Starkregen im Mühlviertel

Das kräftige Gewitter im Raum Freistadt hat für kleinräumige Überflutungen gesorgt. Die Wetterstation dort hat bislang 18 Liter pro Quadratmeter gemessen.

Überflutungen im Mühlviertel. © Storm Science Austria

Update 14:50 – Energiereich

Wie bereits vorhin berichtet, ist heute das „niederschlagbare Wasser“ der Atmosphäre sehr hoch. Beim Wiener Radionsondenaufstieg wurde ein Wert von etwa 40 mm gemessen, wobei lokal wie etwa im Wienerwald oder Waldviertel bei zusammenströmendem Wind noch höhere Werte zu erwarten sind. Die Schichtung der Luft ist instabil, wie man an der roten Fläche erkennen kann (etwa 1500 J/kg CAPE). Allerdings ist auch noch eine stabile Schicht vorhanden (orange Fläche), die aktuell im Flachland noch die Entstehung von Gewittern verhindert.

Der Radiosondenaufstieg von Wien ist energiereich (rote Fläche).

Update 14:40 – Unwettergefahr

Am Rande von Puchberg am Schneeberg hat sich ein sehr hochreichendes Gewitter, nahezu ortsfestes gebildet (etwa 15 km hoch). Es gilt die höchste Warnstufe aufgrund von Starkregen und Hagel!

Gewitter am Rande vom Schneeberg. © http://www.schneeberg.tv/
Temperaturen um -60 Grad an der Wolkenobergrenze beim Schneeberg (ca 15 km Höhe). © EUMETSAT

Update 14:30 – Zweigeteilt

Die Temperaturen im Land sind derzeit zweigeteilt, so hat kühlere Luft bereits die Regionen vom Vorarlberg bis ins Innviertel erreicht. Aktuell werden etwa in Bregenz nur noch 19 Grad gemessen. Von Osttirol bis nach Niederösterreich befindet sich dagegen feuchtwarme, energiereiche Luft. In Graz, Klagenfurt und Lienz werden derzeit 31 Grad gemessen, in Wien und Eisenstadt 32. Am heißesten ist es im Bad Vöslau sowie in Leoben mit knapp 33 Grad.

Die Luft im Süden und Osten ist sehr energiereich.

Update 14:00 – Gewitter im Westen

Aus Westen zieht derzeit eine Gewitterlinie auf den Großraum Innsbruck. Mit Durchzug der Gewitter muss man mit kräftigem Regen rechnen, zudem kann kurzzeitig auch starker Westwind mit teils stürmischen Böen auffrischen. Die kräftigsten Gewitter mit Hagelgefahr befinden sich dagegen knapp südwestlich von Gutenstein (NÖ) sowie am Rande von Freistadt im Mühlviertel (OÖ)!

Update 13:40 – Wolkenbild

Über den Bergen entstehen derzeit vermehrt Quellwolken, aber auch im Osten sieht man bereits typische Gewittervorboten, nämlich Altocumulus Castellanus. Diese kleinen Wolken weisen im oberen Abschnitt kleine Aufquellungen in Form von Türmchen auf, die der Wolke im Allgemeinen ein zinnenartiges Aussehen verleihen. Sie deuten auf eine instabile Schichtung der Luft.

Altocumuls Castellanus über dem Wienerwald, im Hintergrund ein Gewitter. © Novotel

Update 13:30 – Gewitter werden häufiger

Die Gewitterneigung steigt nun im gesamten Bergland an. Im Mühlviertel ist ein kräftiges Gewitter entstanden und auch in Nordtirol ziehen aus Westen Schauer und Gewitter durch. Innerhalb der nächsten Stunde sind auch in der nördlichen Obersteiermark erste Gewitter zu erwarten.

Update 13:10 – 32 Grad in Wien

Die Temperaturen im Osten haben mittlerweile verbreitet die 30-Grad-Marke erreicht, die höchste Temperatur wird derzeit in Stammersdorf mit 32 Grad gemessen. Der Taupunkt liegt liegt dabei verbreitet um 20 Grad, die Luft ist also drückend schwül.

Aktuelle Temperaturen.

Update 12:45 – Gewitter im Waldviertel

Der Schauer im Waldviertel ist mittlerweile zu einem Gewitter herangewachsen. Man kann die Cumulonimbus-Wolke nun auch aus Wien gut sehen.

Neue Donau
Lokales Gewitter nordwestlich von Wien. © S. Dietz

Update 12:35 – Gewitter in Tirol

Aus Westen greifen derzeit Gewitter auf das Tiroler Oberland und Außerfern über. Wir haben im Oberinntal auch die erste Warnung der Stufe „rot“ ausgegeben, da die Gefahr von stürmischen Böen nun zunimmt.

Gewitter in Nordtirol. Daten: ACG / UBIMET

Update 12:10 Uhr – Quellwolken

Wenn man derzeit genau das Satellitenbild beobachtet, sieht man wie die Berge von den Tauern bis in die Obersteiermark sowie im Waldviertel begonnen haben, warme Luft in die Höhe zu pumpen. In diesen Regionen sind die ersten Quellwolken des Tages entstanden, ein Vorbote der erwarteten Gewitter.

Satellitelnbild um 11 und 12 Uhr. © EUEMTSAT / UBIMET
Der erste Schauer im Waldviertel. © http://members.aon.at/sundeck/image.jpg

Update 11:45 Uhr – Wetterscheide Arlberg

Der Arlbergpass trennt derzeit kühle Luft in Vorarlberg – wo derzeit im Klostertal ein Gewitter durchzieht – von feuchtwarmer Luft in Nordtirol. Da kühle Luft schwerer als warme ist, sammelt sie sich in den Tälern an. Mittlerweile schwappt sie wasserfallartig ins Stanzer Tal über, wie man an der typischen Wolkenformation auf dem folgenden Webcambild sehen kann. In den Mittagsstunden nimmt die Gewittergefahr in Nordtirol aus Westen rasch zu.

Kühle Luft sickert ins Stanzer Tal ein. © www.foto-webcam.eu

Update 11:30 Uhr – 30 Grad

Die Wetterstation in Langenlebarn im Tullnerfeld hat als erste Station des Landes soeben die 30-Grad-Marke erreicht! Die Luft ist derzeit verbreitet schwül, so liegen die Taupunkte im Donauraum und im Südosten verbreitet um 20 Grad (ab etwa 16 empfindet man die Luft meist als schwül). Dies verdeutlicht auch, dass die Luft sehr feucht bzw. energiereich ist. Aktuelle Wetterdaten gibt es stets hier.

Update 11:00 Uhr – Temperaturen

In der Osthälfte Österreichs steigen die Temperaturen derzeit rasch an, so werden etwa in Langenlebarn bereits 29 Grad gemessen. Im Dornbirn ist die Temperatur dagegen auf 21 Grad zurückgegangen, hier hat ein Gewitter in den letzten 10 Minuten rund 5 Liter pro Quadratmeter Regen gebracht. Dieser Kontrast zwischen West und Ost wird in den kommenden Stunden noch etwas markanter.

Update 10:35 – Erste Blitze

Die ersten Blitze des Tages werden derzeit im äußersten Westen des Landes erfasst. Ein Gewitter ist vor wenigen Minuten über der Schweiz entstanden und zieht nun mit kräftigem Regen über das Rheintal hinweg. Die Unwettergefahr hält sich in diesen Regionen aber in Grenzen, so liegen die Temperaturen etwa in Feldkirch oder Dornbirn bei 23 Grad.

Die ersten Gewitter ziehen auf. © www.foto-webcam.eu

Update 10:20 Uhr – Modellupdate

Anbei der neueste Lauf unseren Lokalmodells. Es bestätigt, dass man im Laufe der zweiten Tageshälfte besonders im zentralen und südlichen Bergland sowie auch im Nordosten örtlich mit großen Regenmengen in kurzer Zeit rechnen muss.

3h-Niederschlagsprognose für Samstagnachmittag und -abend von RACE. © UBIMET

Update 9:50 Uhr

Derzeit ist der Himmel in weiten Teilen des Landes noch wolkenlos, wie man auf dem Webcam vom Hochkönig in Richtung Hohe Tauern sehen kann. Bei Bergtouren muss man heute allerdings bis Mittag wieder im Tal oder in der Nähe einer Hütte sein, da die Gewittergefahr dann rasch ansteigt!

Trügerisches Bergwetter in den Alpen. © www.foto-webcam.eu

Update 08:50 Uhr

Der Feuchtigkeitsgehalt in der Luft über Österreich ist heute außergewöhnlich hoch. Als Indikator dafür dient das sog. „niederschlagbare Wasser“ der Atmosphäre (precipitable water bzw. „PWAT“). Darunter versteht man die Menge an Wasserdampf, die in einer vertikalen Luftsäule vom Boden bis zum oberen Rand der Troposphäre enthalten ist. Heute werden von den Modellen Werte um 45 mm berechnet, wobei lokal bei bodennaher Windkonvergenz noch höhere Werte möglich sind. Der langjährige Durchschnitt liegt im August bei etwa 25 mm (Standardabweichung bei 31 mm). Die nächste PWAT-Messung erfolgt bei der Radiosondierung um etwa 14 Uhr in Wien.

PWAT am Samstagnachmittag. © ECMWF / UBIMET

Update 08:00 Uhr

Die Front liegt bereits quer über Deutschland. Auch unmittelbar an der Front ziehen derzeit einige Gewitter über die Schweiz und Bayern hinweg, die stärksten Gewitter werden sich am Nachmittag allerdings im Vorfeld der Front entwickeln, da hier noch einige Stunden lang die Sonne scheint. Die Temperaturen erreichen von Osttirol und Kärnten bis ins östliche Flachland nochmals 30 bis 32, vereinzelt auch 33 Grad.

Modellprognose der Höchstwerte am Samstag.

Überblick: Unwettergefahr am Samstag

Am Samstag erfasst aus Westen eine Kaltfront das Land. Im Vorfeld der Kaltfront liegen sehr feuchte und labil geschichtete Luftmassen über Österreich, somit muss man im Tagesverlauf mit teils heftigen Gewittern rechnen. Besonders vom zentralen Bergland über die Steiermark bis nach Niederösterreich und Wien zeichnet sich örtlich Unwettergefahr ab:

  • ergiebige Regenmengen mit über 40 L/m² in einer Stunde
  • Hagel zwischen 2 und 4 cm
  • Sturmböen um 75 km/h

Länger trocken bleibt es von Unterkärnten bis ins Südburgenland, am Abend nimmt die Gewittergefahr aber auch hier zu, zudem fällt im zentralen und östlichen Bergland dann zeitweise gewittrig durchsetzter Regen mit erhöhter Vermurungsgefahr.

Unwettergefahr am Samstag in Österreich (Stand: Sa.,08 Uhr). © www.uwz.at

Auf Hitze folgen am Samstag starke Gewitter

Einige Gewitter sind unterwegs

Nahezu pünktlich zum Ende der Hundstage wird der Hochsommer im Alpenraum an diesem Wochenende durch eine Kaltfront beendet. Der Samstag startet zwar noch verbreitet sonnig, in Vorarlberg und Nordtirol ziehen aber bereits am Vormittag Wolken und erste Regenschauer auf. Die Temperaturen kommen im Bregenzerwald kaum noch über 22 Grad hinaus.

Tief JANTRA führt atlantische Luft am Wochenende ins Land. © NCEP / UBIMET

Örtlich Unwettergefahr

Ab etwa Mittag entstehen vor allem im Bergland Gewitter, die sich in weiterer Folge auch ins Flach- und Hügelland ausbreiten. Am längsten sonnig und trocken bleibt es im äußersten Süden und Südosten, hier steigen die Temperaturen auch noch auf hochsommerliche 30 bis 32, in Kärnten lokal auch 33 Grad.

MOS-Prognose der Höchstwerte am Samstag. © UBIMET

Vor allem vom zentralen Bergland bis nach Niederösterreich und in die Steiermark besteht am Nachmittag und Abend allerdings Unwettergefahr, hier kann es örtlich zu ergiebigen Regenmengen in kurzer Zeit sowie auch Hagel und stürmischen Böen kommen.

Im Osten weiterhin sommerlich

Am Sonntag ziehen im Südosten und in den Alpen in der Früh einzelne Regenschauer durch, am Vormittag lockert es auf und vor allem im Norden und Osten scheint zeitweise die Sonne. In Osttirol und Kärnten entstehen am Nachmittag neuerlich ein paar Schauer und lokale Gewitter, gegen Abend greift Regen Regen dann auch auf Salzburg und die Steiermark über. Die Höchstwerte liegen zwischen 19 Grad am Alpenhauptkamm und sommerlichen 29 Grad im Weinviertel.

MOS-Prognose der Höchstwerte am Sonntag. © UBIMET

Kommende Woche liegt der Alpenraum unter dem Einfluss einer westlichen Höhenströmung. Am Montag sind im Bergland wieder ein paar Schauer zu erwarten, sonst stellt sich ein Mix aus Sonne und Wolken ein. Die Temperaturen erreichen allerdings nur noch im Osten sommerliche Werte um 25 Grad. Zur Wochenmitte steigen die Temperaturen aber wieder verbreitet etwas an mit Höchstwerten zwischen 23 und 29, am Mittwoch lokal auch 30 Grad.

Tiefstwerte um 24 Grad: Extrem warme Nacht in NRW

Sonnenuntergang im Sommer

Ein kräftiges Tief namens JANTRA hat am Donnerstag seht warme Luftmassen aus Südwesteuropa nach Deutschland geführt, so wurde etwa in Saarbrücken, Trier, Kaiserslautern oder auch Freiburg Höchstwerte um 35 Grad erreicht. In der Nacht auf Freitag folgten äußert hohe Tiefstwerte, so gab es in NRW örtlich die ganze Nacht über Temperaturen von mindestens 25 Grad. Zur besseren Einordnung: Bereist ab Tiefstwerten von 20 Grad spricht man von einer Tropennacht.

Tiefstwerte in der Nacht auf Freitag.

Die hohen Tiefstwerte in der sehr warmen Luftmassen wurden hauptsächlich durch zwei Faktoren ermöglicht:

  • Leicht föhniger Südostwind mit Böen um 40, lokal auch 50 km/h
  • Viele Wolken im Vorfeld einer Kaltfront, welche die langwellige Ausstrahlung verhinderten

Anbei die wärmsten Orte in der Nacht auf Freitag:

Ort Tiefstwerte (bis 8 Uhr)
Gevelsberg-Oberbröking (NRW) 25, 1 Grad
Weilerswist-Lommersum (NRW) 24,9 Grad
Nideggen-Schmidt (NRW) 24,9 Grad
Köln-Stammheim (NRW) 24,5 Grad
Trier-Petrisberg (R-P) 24,5 Grad
Lennestadt-Theten (NRW) 24,4 Grad

In Summe wurde landesweit an mehr als 100 Wetterstationen eine Tropennacht registriert, darunter waren Wetterstatinen in NRW, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. Nur in Thüringen wurde nirgendwo eine Tropennacht verzeichnet. Am kühlsten war die Nacht in einem bewohnten Ort in Pfullendorf (B-W) mit 11,6 Grad.


Titelbild © Adobe Stock

Freitag bis zu 36 Grad – am Samstag heftige Gewitter

Die Hitze mit mehr als 30 Grad kommt zurück.

Es geht aufwärts

Heute beschäftigt uns noch schwacher Tiefdruckeinfluss, wechselhaftes Wetter ist im Großteil Österreichs die Folge. In der Wetterküche stehen aber schon alle Zutaten für zunehmend heiße Bedingungen in den kommenden Tagen bereit: Schon am Mittwoch macht sich aus Südwesten nämlich das Hoch FREDERIK bemerkbar, zeitgleich bringt sich draußen auf dem Atlantik Tief JANTRA in Stellung. Dieses für die Jahreszeit ungewöhnlich kräftige Tief sorgt bei uns für eine südwestliche Höhenströmung, die Temperaturen steigen von Tag zu Tag an. Am Mittwoch selbst ist mit 20 bis 27 Grad von der nahenden Hitze noch nichts zu spüren, doch schon am Donnerstag klettern die Temperaturen im Westen auf bis zu 32 Grad.

Brütende Hitze am Freitag

Am Freitag findet sich das Tief nördlich von Irland ein, an dessen Vorderseite wird noch deutlich heißere Luft von der Iberischen Halbinsel bis nach Österreich geschaufelt.

Die Großwetterlage am Freitag.

Uns erwartet nach derzeitigem Stand der heißeste Tag in diesem August, der bisherige Höchstwert liegt bei 35,5 Grad – aufgestellt am Monatsersten in Innsbruck. Siehe die Tabelle mit den 10 höchsten Temperaturen bislang im August 2020:

Die bislang höchsten gemessenen Temperaturen im August 2020.

Der Westen des Landes wird auch am kommenden Freitag der Hitzepol sein, auf bis zu 36 Grad klettern die Temperaturen bei leicht föhnigen Bedingungen von Vorarlberg bis Salzburg. Die 30-Grad-Marke wird jedoch in jedem Bundesland klar überschritten.

Hier die prognostizierten Höchstwerte der Landeshauptstädte am Freitag und Samstag:

Stadt Höchstwert am Freitag Höchstwert am Samstag
Wien 31 32
St. Pölten 31 33
Eisenstadt 31 32
Linz 32 34
Graz 31 33
Klagenfurt 33 33
Salzburg 35 33
Innsbruck 36 31
Bregenz 34 28

Heftige Gewitter am Samstag

Am Samstag verlagert sich die Heißluft mehr und mehr in die Osthälfte, Temperaturen von 34 Grad werden dann an der leicht föhnigen Alpennordseite von Salzburg ostwärts erreicht. Im Westen macht sich dagegen schon die kräftige Kaltfront von Tief JANTRA bemerkbar. Nach einem freundlichen Start entstehen ab etwa Mittag in Vorarlberg und Nordtirol mehr und mehr Gewitter, diese breiten sich bis zum Abend auch auf Salzburg, Ober- und Niederösterreich aus. Die Gewitter können heftig ausfallen und mit großen Regenmengen, Hagel und Sturmböen einhergehen. Sie vertreiben auch die heiße Luft nach Osten, so pendeln sich die Temperaturen am Sonntag bei deutlich erträglicheren und zur Jahreszeit passenden 20 bis 26 Grad ein.

Gewitter in Österreich: die blitzreichsten Regionen des Landes

Die Gewitterhochsaison neigt sich in den kommenden Tagen langsam dem Ende zu. Bislang wurden seit Sommerbeginn über 900.000 Blitze erfasst, davon allein 300.000 in der Steiermark. An zweite bzw. dritter Stelle folgen Nieder- und Oberösterreich mit jeweils etwa 180.000 Entladungen. Die höchste Blitzdichte überhaupt gab es in der Gemeinde Ludersdorf-Wilfersdorf im Bezirk Weiz.

Blitzdichte im Sommer 2020. © UBIMET
Bislang blitzreichste Gemeinden im Sommer 2020. © UBIMET

Blitze in Österreich

Wenn man die vergangenen 10 Jahre betrachtet, dann stechen bei der mittleren Blitzdichte in Österreich zwei Regionen hervor:

  • Das südliche Bergland von den Gurktaler Alpen über das Grazer Becken bis zum Wechsel
  • Die Nordalpen vom Bregenzerwald über den Flachgau bis in die nördliche Obersteiermark

Am wenigsten Blitze gibt es dagegen am Alpenhauptkamm von der Silvretta über die Ötztaler Alpen bis zu den Zillertaler Alpen, da hier die lange Schneebedeckung nur eine kurze Gewittersaison zulässt.

Blitzhauptstadt Graz

In Österreich stellt Graz aufgrund der geographischen Lage am Südostrand der Alpen die blitzreichste Landeshauptstadt dar. Die Stadt liegt im Grazer Becken und wird umgeben vom Grazer Bergland im Norden, den Lavanttaler Alpen im Westen und dem Oststeirischen Hügelland im Süden. Im Zusammenspiel mit der oft sehr warmen und feuchten Luft aus dem nahen Mittelmeerraum ergibt dies besonders gute Voraussetzungen für Gewitter, welche dann mit der überwiegend westlichen Höhenströmung über das Grazer Becken hinwegziehen. Bei Kaltfronten aus Nordwest halten die Alpen zudem die kühle Luft bodennah für lange Zeit von Graz fern, ganz im Gegenteil etwa zu St. Pölten oder Wien, wo die energiereiche Luft in tiefen Luftschichten durch aufkommenden Westwind rasch ausgeräumt wird.

Blitze pro km² pro Jahr in Österreich (2009-2019). © UBIMET

Auch auf mitteleuropäischer Ebene stechen die Gebiete vom Grazer Becken bis ins Joglland deutlich heraus. Besonders in Norditalien gibt es allerdings Regionen mit einer noch höheren Blitzdichte, wie etwa das Alpenvorland rund um Bergamo sowie in einem Streifen von Vicenza bis Udine, oder auch auch die Küste Liguriens von Genua bis La Spezia.

Zutaten für Gewitter

Für die Entstehung von Gewittern sind grundsätzlich drei Zutaten notwendig: Ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit, eine labile Schichtung der Atmosphäre sowie ein Mechanismus, der die Luft zum Aufsteigen bringt. Letzteres kann beispielsweise ein Zusammenströmen der Luft in Bodennähe oder eine Front sein. Für die Entstehung langlebiger Gewitter ist zusätzlich noch eine Zunahme der Windgeschwindigkeit mit der Höhe notwendig, damit der Auf- und Abwindbereich der Gewitter voneinander getrennt bleiben.

 

Gewitter sorgen für erhöhte Vermurungsgefahr

Vermurung

Mitteleuropa liegt derzeit unter dem Einfluss einer festgefahrenen Wetterlage: Während am Boden nur schwache Druckgegensätze vorherrschen, lenken Höhentiefs über Nordwesteuropa schubweise feuchte Luftmassen ins Land. Auch am Montag sind wieder kräftige Gewitter zu erwarten, die größte Unwettergefahr zeichnet sich von den Gurktaler Alpen über die Steiermark bis ins Burgenland sowie später auch vom Tiroler Unterland über Salzburg bis nach Oberösterreich ab.

Niederschlagsprognose für die kommenden Stunden von RACE. © UBIMET

Erhöhte Vermurungsgefahr

Lokal können die Gewitter etwa im Grazer Bergland oder am Alpenostrand durchaus für Mengen von 30 bis 50 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit sorgen. Die Hauptgefahr stellen somit die großen Regenmengen dar, weshalb es örtlich wieder zu kleinräumigen Überflutungen kommen kann. Da die Böden hier durch den Regen der vergangenen Tage zum Teil schon gesättigt sind, nimmt die Vermurungsgefahr weiter zu. Vereinzelt kann es im Südosten aber auch zu großem Hagel und stürmischen Böen kommen.

Mancherorts wurde bereits das Monatssoll übertroffen. © UBIMET

Stellenweise wurde das Monatssoll an Niederschlag bereits übertroffen, wie etwa in Salzburg, Graz und St. Pölten. Am größten fällt die Abweichung mit etwa 130 bis 140% des durchschnittlichen Augustniederschlags in Salzburg, Weissensee, St. Pölten, Oberndorf/Melk, Fischbach und Fürstenfeld aus.

Besserung in Sicht

Am Dienstag setzt sich das unbeständige Wetter mit vielen Wolken sowie ein paar Schauern und Gewittern fort, die Unwettergefahr lässt aber etwas nach. Der Mittwoch bringt allmählich eine Wetterbesserung und die Sonne kommt wieder häufiger zum Vorschein, allerdings sind in den Mittags- und Nachmittagsstunden besonders im östlichen Berg- und Hügelland neuerlich lokale Gewitter zu erwarten. Am Donnerstag macht sich dann ein Hochdruckgebiet bemerkbar und bis Samstag stellt sich verbreitet sonniges und zunehmend heißes Sommerwetter ein. Die Spitzenwerte um 34 Grad werden im Westen am Freitag und im Osten am Samstag erreicht.

Titelbild © Adobe Stock

Lokale Überflutungen durch große Regenmengen

Bereits in der Früh gingen besonders am Alpenostrand heftige Regenschauer nieder, hier und da auch begleitet von Blitz und Donner. Aufgrund der langsamen Verlagerungsgeschwindigkeit kam es in kurzer Zeit wieder zu großen Regenmengen auf kleinem Raum und somit zu lokalen Überflutungen. Besonders der Bezirk Neunkirchen war betroffen, hier musste die Feuerwehr zu unzähligen Einsätzen gerufen werden und viele Keller auspumpen. Auf einem Feld bildete sich regelrecht ein kleiner See.

Pumparbeiten der Feuerwehr © einsatzdoku.at

Am Nachmittag verlagerte sich das Geschehen dann in den Südosten des Landes. Wieder einmal war das besonders die Ost- und Südsteiermark sowie auch das Grazer Becken betroffen. Auch hier bildeten sich viele ortsfeste Gewitter und brachten in kurzer Zeit viel Regen. Hartberg wurde etwa gleich von zwei kräftigen Gewitter getroffen, in Summe fielen hier 70 Liter pro Quadratmeter.

Aber auch der Westen ging nicht leer aus, direkt über Innsbruck bildete sich am Nachmittag ein Gewitter und brachte hier viel Regen und Sturmböen bis 70 km/h.

Gewitter über Innsbruck © https://www.foto-webcam.eu/webcam/innsbruck-uni-west/

Weitere teils kräftige Gewitter in der neuen Woche

Auch in der neuen Woche kann noch keine Entwarnung gegeben werden, am Montag müssen weitere kräftige Gewitter erwartet werden. Einmal mehr liegt der Schwerpunkt im Südosten, ausschließen kann man Gewitter morgen aber nirgends.

Deutlich ruhiger wird es aber dann ab Mittwoch und mit einer südwestlichen Strömung wird es zum Wochenende hin dann wieder hochsommerlich heiß.

Titelbild: © einsatzdoku.at

Am Sonntag vor allem nach Süden zu gewittrig

Satellitenbild um 10 Uhr MESZ und Wetter für heute - EUMETSAT, UBIMET

Der Sonntag startete im Südosten trüb und regnerisch. Von Wien bis ins Südburgenland sorgten kräftige, teils gewittrige Schauer für nennenswerte Niederschlagsmengen. Punktuell kamen hier binnen wenigen Stunden mehr als 40 l/m² zusammen!

Niederschlagssumme am Sonntag bis 10 Uhr MESZ - UBIMET
Niederschlagssumme am Sonntag bis 10 Uhr MESZ – UBIMET

 

Höchste Niederschlagsmengen am Sonntag bis 10 Uhr MESZ - UBIMET
Höchste Niederschlagsmengen am Sonntag bis 10 Uhr MESZ – UBIMET
Überflutungen am Sonntag in Dörfles (Bezirk Neunkirchen, NÖ)
Überflutungen am Sonntag in Dörfles (Bezirk Neunkirchen, NÖ)

Im Westen und Norden begann der Tag hingegen meist sonnig. Der Vergleich zwischen den Webcams im Rheintal und in der Buckligen Welt ist unbarmherzig.

Wetter-Vergleich zwischen dem Rheintal und der Buckligen Welt am Sonntag um 10:10 Uhr MESZ - foto-webcam.eu
Wetter-Vergleich zwischen dem Rheintal und der Buckligen Welt am Sonntag um 10:10 Uhr MESZ – foto-webcam.eu

Im Laufe des Tages bleibt es im Südosten unbeständig mit teils kräftigen Schauern und einzelnen Gewitter. Vom Arlberg über den Tiroler Hauptkamm bis in den Südwesten des Landes bilden sich nach einem sonnigen Start zunehmend Schauer und auch teils kräftige Gewitter. Im Norden sorgt hingegen etwas trockenere Luft aus Norden für deutlich ruhigere und oft auch sonnige Verhältnisse.

Satellitenbild um 10 Uhr MESZ und Wetter für heute - EUMETSAT, UBIMET
Satellitenbild um 10 Uhr MESZ und Wetter für heute – EUMETSAT, UBIMET

Erste Augusthälfte: Zu warm, zu nass

Ein Hinweis in eigener Sache vorneweg: Falls ihr auf den Grafiken bestimmte Zahlen nicht lesen könnt, gibt es Abhilfe: Einfach anklicken bzw. antippen und schon seht ihr die Grafik etwas größer 🙂

Über das gesamte Land gemittelt verlief die erste Augusthälfte fast 2 Grad zu warm, +1,8 Grad beträgt die Abweichung ganz genau. Mehr als 1 Grad über dem langjährigen Mittel war es dabei überall, in Salzburg und Oberösterreich sowie im Südosten sogar mehr als 2 Grad.

Paradoxerweise ging diese zu warme erste Augusthälfte nicht – wie man vielleicht annehmen könnte – mit stabilem Hochdruckwetter einher. Anfang des Monats versorgte ein Italientief die Alpennordseite mit großen Regenmengen, zudem gingen viele Gewitter nieder. Folglich ist österreichweit bis dato um 50% mehr Regen gefallen als in einem durchschnittlichen August üblich. Herausragend ist dabei u.a. die Stadt Salzburg, wo es dreimal so viel Regen gab als sonst in der ersten Augusthälfte.

Bei der folgenden Karte der Blitzdichte sieht man gut, wo in den vergangenen 2 Wochen die meiste Action war: Besonders viele Gewitter gingen nämlich von Oberösterreich bis zur Südoststeiermark und zum Südburgenland nieder.

Bei den Absolutzahlen hat – mal wieder – die Steiermark die Nase vorne. Von den landesweit knapp 225.000 Blitzen entfielen mehr als 70.000 und somit rund jeder dritte Blitz auf die Steiermark.

Quelle Titelbild: pixabay

Gewitter bringen große Regenmengen in kurzer Zeit

Überschwemmung

Entlang einer Tiefdruckrinne, die quer über Österreich liegt, bildeten sich in den vergangenen Tagen vielerorts kräftige und meist nur langsam ziehende Gewitter. Aufgrund der geringen Verlagerungsgeschwindigkeit kamen lokal sehr große Regenmengen binnen wenigen Minuten zusammen. Spitzenreiter war gestern die Station Mariahilfberg bei Gutenstein (NÖ) mit fast 70 l/m², 50 davon innerhalb von nur 60 Minuten!

Höchste Niederschlagsmengen am Freitag, 14.08.2020 - UBIMET
Höchste Niederschlagsmengen am Freitag, 14.08.2020 – UBIMET
Niederschlagssumme am Freitag, 14.08.2020 - UBIMET
Niederschlagssumme am Freitag, 14.08.2020 – UBIMET

Weiterhin erhöhte Überflutungsgefahr

Heute sind bereits vielerorts kräftige Schauer oder Gewitter unterwegs. Stellenweise sind schon beachtliche Niederschlagsmengen zusammengekommen, wie etwa in Krems mit 20 l/m² binnen 30 Minuten. Im weiteren Verlauf sind vor allem in der Osthälfte mit den Gewittern teils große Regenmengen möglich. Nach Westen zu ist heute das Unwetterpotential deutlich geringer.

Satellitenbild um 13 Uhr MESZ und Unwettergefahr am Samstag - EUMETSAT, UBIMET
Satellitenbild um 13 Uhr MESZ und Unwettergefahr am Samstag – EUMETSAT, UBIMET

Titelbild: Adobe Stock

Am Freitag bis zu 80 l/m² in zwei Stunden

Satellitenbild um 12 Uhr MESZ und Gewittergefahr am Samstag, 15.08.2020 - UBIMET, EUMETSAT

Von der Früh weg waren am gestrigen Freitag in der Mitte des Landes langsam ziehende Gewitter unterwegs. Im Laufe des Tages breiteten sich diese auf weite Landesteile (bis auf den äußersten Nordosten) aus. Aufgrund der geringen Verlagerungsgeschwindigkeit und der außergewöhnlich feuchten Luftmasse kamen punktuell große Regenmengen in kurzer Zeit zusammen. Vor allem vom Pfälzerwald und Franken bis zum Münster- und Emsland sowie in Sachsen und auf den Ostfriesischen Inseln kamen auch über etwas größeren Gebieten beachtliche Niederschlagsmengen zusammen. In Twist kamen zum Beispiel 80 l/m² binnen weniger als zwei Stunden zusammen!

Höchste Niederschlagsmengen am Freitag, 14.08.2020 - DWD, UBIMET
Höchste Niederschlagsmengen am Freitag, 14.08.2020 – DWD, UBIMET
Niederschlagssumme am Freitag, 14.08.2020 - DWD, UBIMET
Niederschlagssumme am Freitag, 14.08.2020 – DWD, UBIMET

Weiterhin erhöhte Überflutungsgefahr

Heute geht es in der selben Tonart weiter: Vor allem in einem breiten Streifen vom Bayerischen Wald und dem Erzgebirge bis nach NRW sind langsam ziehende Gewitter mit Starkregen und lokalen Überflutungen unterwegs.

Satellitenbild um 12 Uhr MESZ und Gewittergefahr am Samstag, 15.08.2020 - UBIMET, EUMETSAT
Satellitenbild um 12 Uhr MESZ und Gewittergefahr am Samstag, 15.08.2020 – UBIMET, EUMETSAT

Schwache Kaltfront aus Westen

Am Sonntag sind dann vor allem im Westen zum Abend hin kräftige Gewitter zu erwarten. Mit Annäherung einer schwachen Kaltfront nimmt aber im Vergleich zu den Vortagen die Windgeschwindigkeit in höheren Schichten etwas zu und die Gewitter werden sich dementsprechend schneller verlagern. Hauptgefahr wird dann nicht mehr – oder besser gesagt, nicht nur – Starkregen sein, sondern auch Hagel und Sturmböen.

Nächster Tag mit Unwettergefahr

Zunächst ein kurzer Rückblick auf das, was sich gestern abgespielt hat. Gewittert hat es im ganzen Land, besonders aber östlich einer Linie Salzburg-Klagenfurt. Mit insgesamt 125.000 registrierten Blitzen war es der in diesem Jahr zweitstärkste Tag nach dem 28. Juli.

Blitzverlauf am Donnerstag, den 13.08.2020 @ UBIMET

Zwar hat es lokal auch gehagelt und mit 113 km/h wurde in Vöcklabruck eine orkanartige Sturmböe gemessen, doch die schlimmsten Schäden wurden einmal mehr durch sintflutartigen Regen verursacht. Wie man der nachfolgenden Tabelle entnehmen kann, gab es mehrere Stationen mit über 50 l/m² an Regen, meist fiel dieser innerhalb kurzer Zeit. Selbst in Wien bei registrierten 30 bis 40 l/m² standen Unterführungen unter Wasser.

Analysierte Niederschlagsmengen am Donnerstag, 13.08.2020 @ UBIMET
Top 10 der gemessenen Niederschlagsmengen am Donnerstag, 13.08.2020 @ UBIMET

 

Und nun zu heute: Aktuell am Vormittag halten sich noch einige Wolken über Österreich, sie lockern aber allmählich auf. Mit etwas Sonnenunterstützung geht die Temperatur rasch rauf auf bis zu 28 Grad, es wird also nicht ganz so heiß wie gestern. Jedoch ist die Luftmasse grundsätzlich die gleiche und so sind früher oder später im ganzen Land wieder Schauer und Gewitter möglich, explizit ausschließen kann man keine Region (siehe hierzu die Markierungen im Titelbild). Nur im östlichen Flachland wird es durch die vorhandenen Wolken wohl länger dauern bzw. kann es hier auch ganz trocken bleiben.

Häufig entwickeln sich Gewitter an Ort und Stelle und bleiben dort stationär, weswegen kräftiger Regen länger als üblich anhalten kann. Auch aufgrund der stellenweise nassen Vorgeschichte sind lokale Überflutungen und Muren möglich!

 

Titelbild: Satellitenbild von 10 Uhr mit eingezeichneten Regionen für Gewitter- und Unwettergefahr am Freitag, den 14.08.2020 @ UBIMET, EUMETSAT

Hagel und Starkregen in Wien und Graz

Direkt über Wien hat sich vor etwa einer Stunde ein Gewitter entwickelt und da es ortsfest war auch für kräftigen Regen gesorgt. Innerhalb von 10 Minuten fielen etwa an der Station Hohe Warte 20 Liter Regen. Die Gewitterzelle ist dann langsam in Richtung Westen gezogen und im den westlichen Stadtteilen kam es dann stellenweise zu großem Hagel. Auch Sturmböen von bis zu 93 km/h wurden auf der Jubiläumswarte gemessen.

Auch Graz blieb nicht verschont und vom Murtal zog ein kräftiges Gewitter auf die Stadt zu. Neben großen Regenmengen brachte dieses auch Sturmböen und Hagel. An der Wetterstation in Graz Strassgang gab es in einem Zeitraum von 30 Minuten 55 Liter Regen.

 

In Wien und Graz ist es mittlerweile aber wieder ruhiger geworden, hier regnet es nur noch. Weiterhin aufpassen muss man aber noch im Südosten der Steiermark sowie in Unterkärnten. Aber auch im Nordosten und im Burgenland ist die Gewitterneigung noch erhöht.

Titelbild: https://twitter.com/mel_g_graz

Örtlich wieder heftige Gewitter

Im zentralen Bergland haben sich in der letzten Stunde teils kräftige Gewitter gebildet. Diese Linie, derzeit noch knapp westlich von Mur- und Mürztal zieht nun langsam in Richtung Osten. Somit wird es in den kommenden Stunden im südöstlichen Flachland zunehmend gewittrig. Ebenso hat sich im Wiener Becken eine kräftige Zelle gebildet, auch im Raum Wien steigt die Gewitterneigung in den kommenden Stunden deutlich an.

Radarbild mit Blitzen ©UBIMET/AUSTROCONTROL

Die Gewitter am Alpenrand sowie im Alpenvorland in Oberösterreich sind derzeit noch ortsfest, hier muss also lokal mit Starkregen und Sturmböen gerechnet werden. In Vöcklabruck wurde sogar gerade eine orkanartige Böe mit 113 km/h gemessen.

Orkanartige Böe in Vöcklabruck © UBIMET

Auch in Unterkärnten und somit im Klagenfurt Becken kann ein Gewitter am Abend nicht ausgeschlossen werden.

Gefahr von kleinräumigen Überflutungen

Wie in den Tagen zuvor, besteht auch heute aufgrund der langsamen Verlagerung der Gewitter die Gefahr von kleinräumigen Überflutungen. Auch kleinkörniger Hagel sowie lokale Sturmböen sind möglich.

Am späten Abend sowie in der Nacht nimmt die Gewitterneigung aber langsam wieder ab, Regenschauer ziehen sind dann aber vor allem noch im Osten des Landes durch.

 

Titebild: © Storm Science Austria

Heute noch kräftige Gewitter im Osten

Aufgenommener Blitz von unserer Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien

Ein aktueller Blick aus dem Satelliten zeigt uns die Großwetterlage. Ein Tief dreht sich über Westfrankreich und schaufelt sehr warme und gewitteranfällige Luft nach Mitteleuropa. Besonders in der noch sonnigen Osthälfte unseres Landes (roter Kreis) steigt jetzt am Nachmittag die Gewittergefahr!

Satellitenbild von Europa

Die aktuellen Temperaturen: Knapp 30 Grad schon in Wien, Niederösterreich und im Burgenland, nach Westen zu etwas kühler unter den Wolken.

Sommerlich warm bis heiß heute.

Die Vorwarnungen gelten heute für ganz Österreich, gewittern kann es also überall! Die größte Unwettergefahr besteht aber grob von Salzburg ostwärts, auch in Wien könnte es ab ca. 16 oder 17 Uhr blitzen und donnern. Da sich die Gewitter nur langsam verlagern besteht – ähnlich wie in den vergangenen Tagen – in erster Linie die Gefahr von großen Regenmengen in kurzer Zeit inkl. lokaler Überflutungen.

Gewittervorwarnungen in Österreich.

Quelle Titelbild: foto webcam Wien

USA: Derecho bringt Sturmböen auf Strecke von 1200 km

Hier ist es am Montag zu einem so genannten Derecho der gröberen Sorte gekommen – in Verbindung mit einem Gewittersystem hat es im mittleren Westen Sturm bis 180 km/h auf einer Strecke von über 1200 km gegeben. Diese Geschwindigkeit entspricht bereits derer, wie sie bei einem Hurrikan der Kategorie 2 vorkommt, wenngleich es sich hierbei natürlich nicht um einen solchen gehandelt hat.

Zugbahn des Derechos mit zeitlichem Verlauf und gemeldeten Böen @ NOAA

Die stärksten Böen dauerten jeweils über einen Zeitraum von 15 bis 20 Minuten an und richteten teils große Schäden an. Offizielle Schätzungen gehen davon aus, dass bspw. bis zu einem Drittel der Hauptmaisernte des Bundesstaates Iowa zerstört wurde. Und das nur Wochen, nachdem sich die Region von einer Dürre erholt hatte. Der Schaden war so weit verbreitet, dass er am nächsten Tag auf Satellitenbildern sichtbar wurde (siehe unterer Tweet).

Selbst in Chicago kam es zu Böen bis zu 130 km/h, zahlreiche Stromleitungen und Bäume hatten dem nichts entgegenzusetzen. Nach einer Lebensdauer von über 14 Stunden löste sich das Derecho am Abend über Ohio auf.

Weiterer Hochsommertag, im Westen lokale Hitzegewitter

Der Blick auf das aktuelle Satellitenbild zeigt: Nahezu in ganz Deutschland ist es heute wieder ein Start nach Maß in einen typischen Hochsommertag. Meist zeigen sich keine Wolken am Himmel, entsprechend kann sich die Luft erhitzen auf verbreitet 30 bis 35 Grad. Nur direkt an den Küsten und in Mittelgebirgslagen wird kein so genannter ‚heißer Tag‘ mit Höchstwerten über 30 Grad erreicht.

Satellitenbild und registrierte Blitze von 10 Uhr @ EUMETSAT, UBIMET

Ganz beständig bleibt es jedoch nicht überall. Ein kleinräumiges Gebiet mit Gewittern lässt sich bereits jetzt am Vormittag vom Sauerland bis zum Taunus erkennen. In Gießen hat es bspw. 23 l/m² in der Stunde von 10 bis 11 Uhr geregnet. Im Vorfeld des Westeuropatiefs bilden sich in den rot markierten Regionen am Nachmittag vermehrt Quellwolken und einzelne Hitzegewitter, primär über Bergen. Wie schon in den letzten Tagen gilt: Aufgrund nur langsamer Verlagerung können diese vor allem große Regenmengen bringen und ganz lokal zu Überflutungen führen.

Unwetter in der Steiermark und im Burgenland

In der gewitteranfälligen Luft gab es am Dienstag bereits am Vormittag im Weinviertel und im Marchfeld sowie in Teilen von Kärnten Gewitter. Am frühen Nachmittag gingen dann besonders in den Fischbacher Alpen zwischen Fischbach und Ratten mit einem heftigen Gewitter enorme Regenmengen nieder. Dabei gab es mehr als 60 l/m² in nur einer halben Stunde. Dementsprechend kam es zu Überflutungen.

Ein ähnlich starkes Gewitter gab es dann am späten Nachmittag auch noch am Neusiedler See sowie stellenweise im Mühlviertel.

Hingegen nahezu gewitterfrei blieb es bis zum Abend im Westen von Österreich und auch um Wien machten die Gewitter einen Bogen.


In den kommenden Stunden gibt es nur mehr ganz vereinzelt Gewitter im Osten sowie an der Grenze zu Italien.

Bis zu 32 Grad in Hohenau

Trotz der vielen Wolken und Gewitter wurde es wieder heiß mit Höchstwerte um die 30 Grad. Spitzenreiter war dabei Hohenau im Weinviertel mit 32,2 Grad. Ähnlich heiß wurde es auch im sonnigen Westen.

Am Mittwoch wird es wieder ähnlich heiß, Gewitter sind dann vor allem zwischen Vorarlberg der westliche Obersteiermark und Kärnten zu erwarten.

Heute bis zu 36 Grad und kräftige Gewitter

Heftige Gewitter in Deutschland. @unsplash

Deutschland liegt heute „zwischen den Stühlen“. Im Norden und Osten bestimmt Hoch EMIL mit Kern über Skandinavien das Wetter mit trockener Luft, nach Westen und Süden zu macht sich hingegen Tief HEIKE über Frankreich mit deutlich feuchterer und somit gewitteranfälligerer Luft bemerkbar.

Die Großwetterlage am Dienstag, Quelle: http://www.met.fu-berlin.de

Heiß wird es in den kommenden Stunden überall, die 30-Grad-Marke fällt mit Ausnahme der Hochlagen der Mittelgebirge sowie des Küstenumfelds verbreitet. Spitzenwerte heute: 35 oder sogar 36 Grad entlang des Rheins.

Prognostizierte Höchstwerte am Dienstag, Quelle: UBIMET

Das angesprochene Tief sorgt für teils kräftige Gewitter, die am Nachmittag entstehen und besonders im Westen bis weit in die Nacht hinein andauern können. Da sich die Gewitter nur langsam bewegen, besteht die Hauptgefahr in großen Regenmengen. Doch auch kleinerer Hagel ist möglich! Hier ein Überblick der gefährdetsten Regionen (Abstufung gelb-orange-rot):

Folglich haben wir bereits die gesamte Südwesthälfte vorgewarnt, alle Warnungen findet ihr wie immer auf der Hauptseite des Unwetterradars.

Vorwarnungen für Gewitter, Quelle: UBIMET

 

Heute verbreitet Gewitter

@ https://stock.adobe.com

Auf der Wetterkarte für heute sehen wir wenige Isobaren – Linien gleichen Luftdrucks – über Mitteleuropa. Das heißt, da ist wenig Bewegung drinnen, die heiße Luft wird also von der Sonne an Ort und Stelle aufgekocht und die Gewitter ziehen nur sehr langsam. Tief HEIKE über Frankreich sorgt zusätzlich für etwas Labilisierung.

Die Großwetterlage am Dienstag, Quelle: http://www.met.fu-berlin.de

Bis es mit den Gewittern so richtig losgeht, erwärmt sich die Luft auf sommerliche Werte, bis zu 30 Grad sind heute verbreitet zu erwarten.

Prognostizierte Höchstwerte am Dienstag, Quelle: UBIMET

Zwar gehen schon jetzt am Vormittag im östlichen Flachland, in Kärnten und der Weststeiermark erste Gewitter nieder, ab etwa Mittag steigt dann aber im Großteil des Landes die Gewitterneigung. Dementsprechend haben wir das gesamte Land vorgewarnt:

Vorwarnungen für Gewitter, Quelle: UBIMET

Da, wie eingangs erwähnt, die Gewitter nur sehr langsam ziehen, besteht heute die Hauptgefahr primär aus großen Regenmengen, kleinem Hagel und lokal kräftigen Böen.

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Knappe 35 Grad am Montag mit lokalen Gewittern

Gewitter im Seewinkel aufgenommen aus Wiener Neustadt - Webcam Quelle: https://aviationacademy.panomax.com/

Auch am heutigen Montag war der Osten der Hitze-Hotspot des Landes. Hier wurden vielerorts die 33 oder 34 Grad erreicht. Am heißesten war dabei in Gänserndorf und in Andau mit 34.7 Grad.

Tageshöchstwerte am Montag - UBIMET, ZAMG
Tageshöchstwerte am Montag – UBIMET, ZAMG

Erneut wurde in allen 9 Bundesländern ein weiterer Hitzetag (Tmax größer als 30 Grad) verzeichnet.

Tageshöchstwerte am Montag - UBIMET, ZAMG
Tageshöchstwerte am Montag – UBIMET, ZAMG

Im Laufe der zweiten Tageshälfte bildeten sich aber in der feucht-warmen Luft mehr Gewitter als am Vortag. Vor allem im Westen und Südwesten fielen diese auch kräftig aus!

Blitzverlauf am Montag bis 19:10 Uhr MESZ - nowcast, UBIMET
Blitzverlauf am Montag bis 19:10 Uhr MESZ – nowcast, UBIMET
Gewitter östlich von Innsbruck am Montag um 20 Uhr - https://www.foto-webcam.eu/webcam/innsbruck-uni/
Gewitter östlich von Innsbruck am Montag um 20 Uhr – https://www.foto-webcam.eu/webcam/innsbruck-uni/

 

Titelbild: Gewitter im Seewinkel am Montag, aufgenommen von einer Webcam in Wiener Neustadt – Quelle https://aviationacademy.panomax.com/

Hochsommer in Deutschland – hohe Temperaturen und kräftige Gewitter

Allgemeine Großwetterlage

Das großflächige Hochdruckgebiet EMIL über Skandinavien hat in Europa die Zügel in der Hand und sorgt für die bisher längste Hitzewelle des Sommers. Eine schwache Tiefdruckrinne über Westeuropa sorgt für instabile Verhältnisse und in der feuchten Luft gehen im Laufe der Woche immer wieder teils kräftige Schauer und Gewitter nieder.

Höchstwerte teils über 35 °C

In Deutschland werden am Montag erneut hohe Lufttemperaturen erreicht, die 30-Grad-Marke wird in den meisten Regionen geknackt. Werte über 35 Grad wurden besonders häufig am Rhein gemessen. Die dichten Wolken und Gewitter im Osten machten sich auch in der Tageshöchsttemperatur bemerkbar. In der Deutschlandkarte werden die Maximaltemperaturen in der Fläche farblich dargestellt:

Heutige Temperaturmaxima in Deutschland. Quelle: UBIMET

Es folgt eine detaillierte Auflistung der zehn gemessenen Temperaturmaxima  in Deutschland:

Maximale Tagestemperatur Ort Bundesland
36,6 °C Mergentheim, Bad-Neunkirchen Baden-Württemberg
36,4 °C Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg
36,3 °C Trier-Zewen Rheinland-Pfalz
36,2 °C Perl-Nennig Saarland
36,0 °C Kitzingen Bayern
35,9 °C Rheinstetten Baden-Württemberg
35,9 °C Tönisvorst Nordrhein-Westfalen
35,8 °C Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg
35,7 °C Neunkirchen-Wellesweiler Saarland
35,6 °C Trier-Petrisberg Rheinland-Pfalz

Viel Sonne im Süden und Norden

Die meisten Sonnenstunden verzeichnete der Süden und Norden, hier wurden bis 18 Uhr MESZ verbreitet zehn bis zwölf Stunden Sonne registriert. Dichte Wolken von Hessen bis Brandenburg ließen örtlich nur wenig Sonnenschein durch.

Verteilung der heutigen Sonnenscheindauer bis 18 Uhr in Deutschland. Quelle: UBIMET

In einem breiten Streifen im Nordosten  des Landes hielten sich hochreichende Wolken, zudem gingen dort kräftige Schauer und Gewitter nieder. Stellenweise wurden über 40 l/qm Regen an den Wetterstationen erfasst.

Niederschlagssumme am 10. August bis 18 Uhr in Deutschland. Quelle: UBIMET

Titelbild: Strand in Norderney / Ostfriesland. Quelle: foto-webcam.eu

Starke Gewitter zu Wochenbeginn

In der derzeit feucht-labilen  und äußerst heißes Luft gab es auch über Nacht in einem Streifen von der Eifel und dem Münsterland bis zu Lausitz und dem Spreewald einige Gewitter, die stellenweise für starken Regen sorgten.

Regenmengen seit Mitternacht

Wie das aktuelle Satellitenbild zeigt überwiegen hier auch die Wolken und am Rand der Regengebiete entwickeln sich immer wieder kurze Gewitter mit Starkregen.

Aktuelles Satellitenbild und Blitze

Kräftige Gewitter am Nachmittag

Abseits der bewölkten Region wird es wieder sehr heiß und sowohl nördlich als auch südlich der aktuellen Regenzone entwickeln sich am Nachmittag und Abend wieder teils heftige Gewitter. So sind vor allem von Bremen über Hamburg bis in die Uckermark und Berlin, als auch vom Saarland und Eifel bis zum Oberpfälzer Wald Gewitter zu erwarten. Vor allem nach Westen zu sind neben Starkregen punktuell auch Hagel bis zu 3 cm und Sturmböen möglich.

Am Dienstag verlagert sich die gewitteranfällige Zone dann in die Südhälfte des Landes, während im Norden deutlich trockenere Luft einfließt und die Gewittertätigkeit.

Photo credit: Corinna John on Visualhunt.com / CC BY-NC-SA

Wie entsteht Schwüle?

Ein Ventilator bringt bei der Schwüle Erleichterung

Schwüle ist ein subjektives Empfinden. Das heißt während manche Menschen bereits bei 25 Grad unter der Hitze stöhnen, befinden sich andere bei diesen Temperaturen noch in ihrer ganz persönlichen „Wohlfühlzone“. Es gibt also keine eindeutige Definition. Einen Hinweis auf bevorstehende Schwüle gibt aber in einer klaren und windstillen Nacht die Tiefsttemperatur: Liegt sie bei mehr als 15 Grad ist ein schwüler Tag zu erwarten, bei mehr als 20 Grad (Tropennacht) ist mit starker, drückender Schwüle zu rechnen.

Auswirkungen auf den menschlichen Körper

Bei warmem Wetter wird der Körper durch die Verdunstungskälte von Schweiß gekühlt. Allerdings verdunstet der Schweiß umso schlechter, je feuchter die Luft ist. Damit kann der Körper bei schwüler Luft nur noch schlecht gekühlt werden. Als Folge davon drohen Kreislaufprobleme und Schwindel, auch die Gefahr von einem Kreislaufkollaps und eines Herzinfarkts ist erhöht. Daher sollten ungewohnte körperliche Anstrengungen vermieden werden.

Schwüle-Hotspots

Insgesamt sind schwüle Tage in Mitteleuropa recht selten – pro Jahr ist meist mit 10 bis 20 solcher Tage zu rechnen. Häufiger kommt es zu schwülen Tagen vor allem von Wien bis zum Neusiedler See, im Oberrheingraben von Basel bis Frankfurt und im Tessin. Hier sind jährlich etwa 25 bis 30 schwüle Tage zu zählen. Selten ist Schwüle hingegen in Norddeutschland, in den höheren Lagen der Mittelgebirge und in den Alpen.

Hitze und Gewitter am Sonntag

Gewitterwolke über dem Waldviertel am Sonntag - https://liebenau.panomax.com/

Auch der heutige Sonntag verlief landesweit hochsommerlich heiß. In allen 9 Bundesländern würde die 30-Grad-Marke geknackt, dabei war es besonders im Osten nach wie vor am wärmsten. Spitzenreiter des Tages war Gänserndorf mit 34,5 Grad.

Höchstwerte am Sonntag - UBIMET, ZAMG
Höchstwerte am Sonntag – UBIMET

Im Vorfeld einer schwachen Tiefdruckrinne über Westeuropa wird aber allmählich feuchtere, labil geschichtete Luft herangeführt. Heute waren somit auch erste, isolierte Hitzegewitter unterwegs wie etwa im nördlichen Waldviertel und zwischen dem Südburgenland und der Südsteiermark. In den kommenden Tagen werden Hitzegewitter häufiger.

Blitzverlauf am Sonntag - UBIMET, nowcast
Blitzverlauf am Sonntag – UBIMET, nowcast

 

Titelbild: Gewitterwolke über dem Waldviertel am Sonntag – https://liebenau.panomax.com/

Hitze und kräftige Gewitter

Mit 38.6 Grad an der Wetterstation in Tier geht der bisher heißeste Tag des Jahres langsam zu Ende. Generell stiegen die Temperaturen in der Bundesrepublik heute auf hochsommerliche Werte. An nur wenigen Wetterstationen blieben die Höchstwerte unter 30 Grad.

Tier-Petrisberg 38.6°C
Trier-Zewen 38.2°C
Kahl/Main 37.5°C
Frankfurt/Main 37.5°C
Berlin 37.4°C

Kräftige Hitzegewitter

Begleitet werden diese hohen Temperaturen aber auch von kräftigen Hitzegewitter mit Starkregen und Sturmböen. Vor allem in NRW gingen und gehen auch jetzt noch kräftige Gewitter nieder. So wurde etwa in Birkelbach eine Sturmböe mit 99 km/h gemessen. Aufgrund der langsamen Verlagerung der Gewitter kommt es lokal auch zu großen Regenmengen. Im Nordosten fielen zum Beispiel an der deutsch-polnischen Grenze innerhalb von 30 Minuten 32 Liter Regen.

Weiterhin hochsommerlich heiß

Auch in der neuen Woche ändert sich nur wenig an der Wetterlage. Die Temperaturen bleiben weiterhin auf hochsommerlich heißem Niveau und vor allem am Nachmittag gehen gebietsweise weitere kräftige Hitzegewitter nieder. Aktuelle Warnungen sowie Infos gibt es in unserem Lagebericht.

Titelbild: Offenbach am Main – Deutscher Wetterdienst

Hitzewelle setzt sich fort

Nachdem der Juli nicht nur gefühlsmäßig verbreitet recht kühl war, folgt in den kommenden Tagen die Entschädigung. Der August präsentiert sich von seiner hochsommerlichen Seite und bringt bis weit in die nächste Woche hinein Werte über 30 Grad. Die höchsten Werte werden Anfang der kommenden Woche erwartet.

Erwartete Höchstwere am Dienstag, den 11.8.2020 © UBIMET

Der Hitzeschwerpunkt wird dabei der Westen und die Mitte des Landes sein. Etwas kühler bleibt es wie immer im Nordosten und hier vor allem an den Küsten. Zudem ist es auch im Südosten etwas gemäßigter mit Werten von Anfang 30 Grad. In der zweiten Wochenhälfte soll sich nach derzeitigem Stand die Hitze in den Osten verlagern. Dann sind im Westen vermehrt Gewitter zu erwarten, deren Ablauf ist aber noch vollkommen unsicher.

Die folgenden Tabellen geben die Top 10 der heißesten Orte der Hitzewelle an:

Höchstwerte vom 11.8.2020

Saarbrücken-Burbach (SL) 37,3°
Waghäusl-Kirrlach (BW) 37,0°
Tönisvorst (NW) 36,7°
Kaiserslautern (RP) 36,4°
Bad Kreuznach (RP) 36,4°
Mannheim (BW) 36,3°
Kleve (NW) 36,3°
Perl-Nennig (SL) 36,3°
Neunkirchen-Wellesweiler (SL) 36,2°
Wiesbaden-Auringen (HE) 36,1°

Höchstwerte vom 10.8.2020

Mergentheim (BW) 36,6°
Waghäusl-Kirrlach (BW) 36,4°
Trier-Zewen (RP) 36,3°
Perl-Nennig (SL) 36,2°
Kitzingen (BY) 36,0°
Rheinstetten (BW) 35,9°
Tönisvorst (NW) 35,9°
Rheinau-Memprechtshofen (BW) 35,8°
Neunkirchen-Wellesweiler (SL) 35,7°
Trier-Petrisberg (RP) 35,6°

Höchstwerte vom 9.8.2020

Trier-Petrisberg (RLP) 38,6°
Trier-Zewen (RLP) 38,2°
Kalh/Main (BAY) 37,5°
Frankfurt/Main (HE) 37,5°
Berlin-Buch (BE) 37.4°
Frankfurt/Main-Westend (HE) 37,4°
Bernburg/Saale (Nord) (ST) 37,2°
Perl-Nennig (SL) 37,2°
Andernach (RLP) 37,1°
Waghäusel-Kirrlach 37,0°

Höchstwerte vom 8.8.2020

Trier-Petrisberg (RLP) 38,2°
Weilerswist-Lommersum (NRW) 37,5°
Tönisvorst (NRW) 37,4°
Köln-Stammheim (NRW) 37,4°
Dillenburg (HE) 37,3°
Köln-Bonn (NRW) 37,3°
Andernach (RLP) 37,2°
Trier-Zewen (RLP) 37,2°
Neuenahr, Bad-Ahrweiler (RLP) 37,2°
Barsinghausen-Hohenborstel (NDS) 37,0°

Höchstwerte vom 7.8.2020

Tönisvorst (NRW) 36,2°
Köln-Stammheim (NRW) 35,7°
Dillenburg (HE) 35,7°
Kleve (NRW) 35,6°
Weilerswist-Lommersum (NRW) 35,5°
Neuenahr, Bad-Ahrweiler (RLP) 35,4°
Trier-Petrisberg (RLP) 35,4°
Trier-Zewen (RLP) 35,4°
Duisburg-Baerl (NRW) 35,4°
Geldern-Walbeck (NRW) 35,3°
Rheinau-Memprechtshofen (BW) 35,3°
Köln-Bonn (NRW) 35,1°
Andernach (RLP) 35,1°
Düsseldorf (NRW) 35,0°

Höchstwerte vom 6.8.2020

Tönisvorst (NRW) 33,6°
Barsinghausen-Hohenborstel (NDS) 33,4°
Trier-Petrisberg (RLP) 33,1°
Duisburg-Baerl (NRW) 33,1°
Kleve (NRW) 33,1°
Geilenkirchen (NRW) 33,0°
Boizenburg (MV) 32,8°
Hamburg-Neuwidenthal (HH) 32,8°
Geldern-Walbeck (NRW) 32,7°
Borken in Westfahlen (NRW) 32,6°
Bad Neuenahr-Ahrweiler (RLP) 32,6°
Köln-Stammheim (NRW) 32,6°
Wunstorf (NDS) 32,6°
Worpswede-Hüttenbusch (NDS) 32,6°

Höchstwerte vom 5.8.2020

Bad Lippspringe (NRW) 31,2°
Duisburg-Baerl (NRW) 31,0°
Tönisvorst (NRW) 30,9°
Andernach (RLP) 30,9°
Geilenkirchen (NRW) 30,8°
Köln-Bonn (NRW) 30,7°
Heinsberg-Schleiden (NRW) 30,6°
Nörvenich (NRW) 30,5°
Weilerswist-Lommersum (NRW) 30,4°
Köln-Stammheim (NRW) 30,4°

Titelbild: stock-adobe

35 Grad: Große Nachmittagshitze im Osten

Sommerwetter

Weite Teile Mittel- und Westeuropas erleben derzeit die ausgeprägteste Hitzewelle des Sommers. Die heißeste Luft nordafrikanischen Ursprungs liegt über Westeuropa, so gab es heute etwa in Teilen Spaniens sowie örtlich auch in Südfrankreich Höchstwerte um 40 Grad. Von Frankreich bis nach Norddeutschland wurden zudem verbreitet Temperaturen zwischen 35 und 38 Grad verzeichnet.

VERA-Temperaturanalyse am Samstag, 17 Uhr. © UBIMET

Österreich liegt zwar nur am Rande der heißesten Luftmasse, dennoch hat es für Spitzenwerte bis 35 Grad im Seewinkel gereicht:

  • 34,9 Grad Andau (B)
  • 34,4 Grad Gänserndorf (NÖ)
  • 34,3 Grad Hohenau (NÖ)
  • 34,3 Wien Innere Stadt (W)
  • 33,8 Grad Wolkersdorf (NÖ)
Höchstwerte pro Bundesland am Samstag (mehr Daten hier).

Mittagssonne

Die Sonnenbrandgefahr steht in direktem Zusammenhang mit dem Sonnenstand und ist den Mittagsstunden am größten. Der UV-Index erreicht beispielsweise in Innsbruck und Wien derzeit zwischen etwa 11 und 15 Uhr hohe Werte über 6, mit der Spitze um etwa 13 Uhr. In dieser Zeit muss man besonders gut auf ausreichenden Sonnenschutz achten.

Der höchste UV-Index wird derzeit etwa um 13 Uhr erreicht. © www.uv-index.at/

Nachmittagshitze

Die höchste Lufttemperatur wird im Hochsommer meist erst im Laufe des Nachmittags erreicht, also um oder kurz nach 16 Uhr. Die Verzögerung hat mit der Trägheit der Erwärmung des Erdbodens zusammen. Eine Ausnahme stellen hier manchmal Meeresküsten und Berggipfel dar, weil hier ab Mittag die Seebrise bzw. Quellwolken mitunter eine weitere Erwärmung verhindern. Im Wasser ist der Unterschied sogar noch größer, so weisen Badeseen an windschwachen Tagen meist erst am Abend um etwa 18 Uhr die höchste Wassertemperatur auf.

Temperaturverlauf in Innsbruck am Freitag mit Höchstwert um etwa 16 Uhr. © UBIMET

Aus dem selben Grund erleben wir Anfang August im Mittel auch die wärmsten Tage des Jahres, obwohl der höchste Sonnenstand bereits am 20. Juni erreicht wurde und die Tage seither schon um fast 1,5 Stunden kürzer geworden sind. Tatsächlich steht die Sonne derzeit zu Mittag so hoch wie etwa Anfang Mai, die mittlere Tagestemperatur liegt aber 6 Grad höher.

Das Wasser erwärmt sich langsamer als Boden und Luft. Daten: Hydro Salzburg

Aus meteorologischer Sicht ist der ideale Zeitpunkt zum Baden jedenfalls am späten Nachmittag um etwa 17-18 Uhr, wenn die Sonne bzw. die UV-Strahlung nicht mehr so intensiv ist, dafür Luft und Wasser aber noch sehr warm sind.

Titelbild © Adobe Stock

 

10 Tipps für einen guten Schlaf trotz Hitze

Hitze

Die empfohlene Zimmertemperatur von 18 Grad lässt sich in den Sommermonaten ohne Klimatisierung häufig nicht erreichen. Dennoch gibt es ein paar Tricks um die derzeitigen Tropennächte in den Ballungsräumen möglichst ausgeruht zu überstehen.

Diese Tipps helfen

  1. Richtiges Lüften. Idealerweise sollte nur dann gelüftet werden, wenn die Außentemperatur niedriger ist als die Temperatur im Haus oder der Wohnung. Typischerweise empfiehlt sich das Lüften ab dem späten Abend bis zum nächsten Vormittag. Ist eine Querbelüftung, zum Beispiel von West nach Ost, in der Wohnung möglich, sollte diese genutzt werden.
  2. Tagsüber bleiben Vorhänge und Jalousien geschlossen. Jegliche Sonneneinstrahlung treibt die Temperaturen in die Höhe. Besonders geeignet sind Außenjalousien, da sie nur etwa 25% der Sonnenenergie nach innen durchlassen, Innenjalousien dagegen etwa 75%. Behelfsmäßig kann man sonst auch ein Leintuch von außen vor die Fenster hängen.
  3. Trotz hoher Raumtemperaturen sollte auf dünne Bettwäsche nicht verzichtet werden, der Körper kühlt sonst zu sehr aus. Das beste Material ist Baumwolle: Es nimmt den Schweiß auf.
  4. Falls möglich, sollte auf kühlere Räume ausgewichen werden. In Einfamilienhäusern gibt es zwischen den verschiedenen Etagen meist große Temperaturunterschiede, mit den höchsten Werten unter dem Dach.
  5. Um der Hitze im Haus gänzlich zu entfliehen, kann auf den Balkon oder den Garten ausgewichen werden. Das ist allerdings nicht jedermanns Sache.
  6. Ventilatoren bringen zwar eine Abkühlung, in der Nacht besteht aber die Gefahr der Erkältung. Daher sollte man ihn nicht direkt auf das Bett richten.
  7. Vor allem im Schlafzimmer, aber auch in den anderen Räumen sollten elektrische Geräte wie Fernseher oder Computer in den Standby-Modus versetzt oder am besten gleich ganz ausgeschaltet werden. Jeder Stromverbraucher ist eine Wärmequelle bzw. eine kleine Heizung.
  8. Als eine langfristige Möglichkeit zum besseren Umgang mit der Wärme empfiehlt sich eine Matratze mit einer Sommer- und einer Winterseite.
  9. Schwere, sprich fettreiche Speisen sollten vermieden und untertags reichlich Wasser getrunken werden, um in der Nacht eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung des Körpers zu gewährleisten.
  10. Ungeeignet für eine ruhige Nacht sind alkoholische Getränke. Sie sorgen für einen leichten Schlaf und trocknen den Körper aus.

Wir wünschen allen Lesern und Leserinnen erholsame Nächte!

Titelbild © N. Zimmermann

Tropennächte in Wien

Von einer Tropennacht spricht man in der Meteorologie, wenn das Temperaturminimum über Nacht nicht unter 20 Grad absinkt. Tropennächte kann man auch als Maß für die Schlafqualität sehen, da das Durchlüften der aufgeheizten Wohnung in der Nacht dann nur mehr schwer möglich ist.

Eine Tropennacht gab es stellenweise in Wien, im Burgenland und in Niederösterreich

Besonders häufig treten Tropennächte in dichtbesiedelten Ballungsräumen, wie etwa der Wiener Innenstadt auf. Auch im Nahbereich von großen Seen, wie in Österreich der Neusiedler See, treten gehäuft Tropennächte auf. Hier sorgt das aufgewärmte Seewasser für eine abgeschwächte Auskühlung.

Heuer bisher wenig Tropennächte

Da im heurigen Sommer bisher Hitzewellen ausblieben, ist auch die Anzahl an Tropennächten im Vergleich zu den Vorjahren deutlich geringer. Hier ein Vergleich von Tropennächten der vergangenen Jahre in der Wiener Innenstadt:

Jahr Juni Juli August
2020 2 8 bisher 3
2019 13 13 16
2018 8 15 20
2017 9 9 14
2016 3 12 3

Das Tropennächte vor allem ein Problem von Großstädten sind, erkennt man auch daran, dass in den anderen Landeshauptstädte bisher Tropennächte Mangelwaren waren. So gab es in Linz, Graz, Eisenstadt und Bregenz bisher 1 Tropennacht, in den anderen Landeshauptstädten noch gar keine.

In der neuen Woche kommen in Wien noch einige Tropennächte hinzu, sonst liegen die Tiefstwerte in den Niederungen meist zwischen 15 und 18 Grad. In Den Alpentälern kühlt es in den längeren Augustnächten schon kräftiger ab, hier liegen die Tiefstwerte zwischen angenehmen 10 und 14 Grad.

34 Grad im Osten, Hitzewelle rollt an

Hitzewelle rollt an

Wenn euch schon zu warm ist, nicht wundern: Die anrollende Hitzewelle – definiert als mindestens drei Tage mit Höchstwerten größer als 30 Grad – macht schon ernst! Spitzenreiter war heute Hohenau in Niederösterreich mit fast 34 Grad, in 8 von 9 Bundesländern wurde zudem am heutigen Freitag ein Hitzetag (Höchstwert größer als 30 Grad) verzeichnet.

Gemessene Höchstwerte am Freitag 07.08. - UBIMET, ZAMG
Gemessene Höchstwerte am Freitag 07.08. – UBIMET, ZAMG
Gemessene Höchstwerte am Freitag 07.08. - UBIMET, ZAMG
Gemessene Höchstwerte am Freitag 07.08. – UBIMET, ZAMG

Eine ziemlich festgefahrene Wetterlage sorgt zudem auch in den kommenden Tagen für andauernde Hitze. Mit Hoch DETLEF über dem Baltikum und einem Hochdruckkeil in der Höhe, der sich von Marokko bis zur Ostsee erstreckt , wird weiterhin heiße Luft aus Nordafrika bis nach Mitteleuropa herangeführt.

Wetterlage am Sonntag 09.08. - UBIMET, ECMWF
Wetterlage am Sonntag 09.08. – UBIMET, ECMWF

Die 30-Grad-Marke wird somit mindestens bis Dienstag über weiten Teilen des Landes täglich erreicht oder übertroffen. Vor allem im Osten sind am Wochenende weiterhin bis zu 34 Grad in Reichweite. Eine nennenswerte Abkühlung ist aus heutiger Sicht laut mittelfristigen, probabilistischen Prognosen nur in etwa 7 Tagen möglich.

Vorhergesagte, maximale Tageshöchstwerte - UBIMET
Vorhergesagte, maximale Tageshöchstwerte – UBIMET

Titelbild: Adobe Stock

Trockenheit und zunehmende Waldbrandgefahr

Waldbrand - pixabay.com/Ylvers

Mit der Ausnahme vom Südosten haben weite Teile Deutschlands seit dem Frühjahr wieder mit anhaltender Trockenheit zu kämpfen. In manchen Regionen wie etwa in Rheinland-Pfalz gab es hier im Sommerhalbjahr bislang lediglich als die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge und auch im Flächenmittel von Saarland, NRW oder Hessen und  gab es seit dem 1. April lediglich 50 bis 60% der üblichen Niederschlagsmenge.

Zu wenig Regen in NRW. © Daten: DWD via wwww.mtwetter.de

Die derzeit beginnende Hitzewelle verschlimmert das Problem zusätzlich, zudem herrscht in manchen Regionen bereits Wasserknappheit, so steuert etwa die Stadt Oberursel im Taunus auf einen Trinkwasser-Notstand zu. Hier wurde die Bevölkerung bereits aufgerufen folgende Regeln einzuhalten:

  • die Garten-/Rasenbewässerung sofort einstellen
  • nur noch Neuanpflanzungen moderat zu bewässern
  • die Entnahme von Trinkwasser aus Standrohren zu stoppen

Weiters besteht zunehmende Waldbrandgefahr, besonders betroffen sind die Regionen von Rheinland-Pfalz und dem Saarland bis nach Sachsen und Brandenburg.

Aktuelle Waldbrandgefahr. © UBIMET

Sonne und 30 Grad: Sommer kommt wieder in Fahrt

Badesee im Sommer

Im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt von 1981 bis 2010 lagen die Temperaturen in diesem Sommer zwar im Bereich des Mittels, stabile Wetterlagen gab es aber kaum. So ist es auch nicht verwunderlich, dass es in weiten Teilen des Landes mehr Niederschlag als üblich gab. Besonders markant fällt die Abweichung in Salzburg aus, so gab es seit dem 1. Juni bereits 546 Liter pro Quadratmeter Regen, was sogar über dem Gesamtsommerdurchschnitt von 473 L/m² liegt.

Stabiles Sommerwetter

Der Alpenraum liegt am Donnerstag am Südrand von Hoch DETLEF mit Kern über Nordosteuropa, im zentralen und südlichen Bergland sorgt das Höhentief – welches in den vergangenen Tagen für viel Regen gesorgt hat – allerdings noch für ein paar Regenschauer oder Gewitter. In den kommenden Tagen baut sich nun aber auch über Westeuropa ein Hochdruckkeil auf und hierzulande stellt sich stabiles Sommerwetter ein.

Ein Hochdruckkeil bestimmt das Wetter zumindest bis Dienstag. © NCEP/UBIMET

Große Hitze in Westeuropa

Bereits am Freitag gibt es bei viel Sonnenschein Temperaturen bis zu 32 Grad, am Wochenende stiegen die Temperaturen im östlichen Flachland und im Oberinntal örtlich auch auf 33 Grad. Richtig heiß wird es in Westeuropa, wo die Spitzenwerte sogar bei 38 Grad liegen.

Temperaturen am Samstagnachmittag. © UCM / UBIMET

Das stabile Sommerwetter setzt sich auch zu Wochenbeginn fort, lediglich im Bergland nimmt die Neigung zu lokalen Hitzegewittern langsam zu. Nach der kurzen Hitzewelle vor einer Woche steht uns nun die zweite Hitzewelle des Jahres bevor, auch wenn die absoluten Höchstwerte nicht so extrem ausfallen wie etwa im vergangenen Sommer.

Die Temperaturen liegen bis auf Weiteres über dem Mittel.

Titelbild © Adobe Stock

Tornado trifft auf Strand in Sizilien

Wasserhose

Das Höhentief, welches in den vergangenen Tagen im Alpenraum für viel Regen gesorgt hat, liegt mittlerweile über dem Südosten Italiens und sorgt dort für Schauer und Gewitter. Am Mittwoch kam es dabei an der Nordküste Siziliens im Ort Cefalù zu einem Tornado. Zunächst handelte es sich noch um eine Wasserhose, diese ist in weiterer Folge aber über den Strand in die Stadt gezogen und hat für spektakuläre Bilder gesorgt.



Wasserhosen auch in Kalabrien

In der Region Kalabrien kam es im Bereich von Tropea bereits am Dienstag zu mehreren Wasserhosen, zum Teil wurden auch vier nebeneinander beobachtet. Wasserhosen gehören aus meteorologischer Sicht zu den Großtromben und sind nichts anderes als Tornados über einer Wasserfläche. Wenn diese auf Land treffen, spricht man von einem Tornado. Bei Wasserhosen handelt es sich in den meisten Fällen um lokale Verwirbelungen unterhalb einer Quellwolke, daher ist deren Stärke meist relativ schwach. Wenn sie auf Land treffen können sie aber dennoch gefährlich werden, da sie ausreichend hohe Windgeschwindigkeiten verursachen, um etwa größere Äste oder Strandliegen umstürzen bzw. abheben zu lassen.

Titelbild © Adobe Stock

Blitzreport Juli: Kein Blitz im Saarland, viele Gewitter in Bayern

Vom 1. bis 31. Juli registrierte das Blitzmesssystem von nowcast im Hochpräzisionsmessbereich über ganz Deutschland verteilt exakt 394.668 Blitze (Boden- und Wolkenblitze). So wenig Blitze wurden vom Blitzortungssystem LINET seit Bestehen noch nie im Juli registriert. Der Unterschied zum Juli des vergangenen Jahres ist groß: 2019 wurden mit knapp 1,3 Millionen Blitzen mehr als dreimal so viele Blitze registriert.

Blitzdichte im Juli. © UBIMET

Spitzenreiter Bayern

Mit exakt 278.031 Blitzentladungen führt Bayern das Bundesländer-Ranking klar an, an zweiter Stelle folgt dann mit einem ordentlichen Abstand Baden-Württemberg mit nur 41.104 Entladungen und Brandenburg mit 26.983. An letzter Stelle befindet sich das gewitterfreie Saarland gefolgt von Hamburg, wo es im Juli lediglich 20 Blitzentladungen gab. Im Bezug auf die Blitzdichte hat ebenfalls Bayern deutlich die Nase vorne: Mit rund 4 Blitzen pro Quadratkilometer liegt der Freistaat mit Abstand vor Baden-Württemberg mit knapp 1 Blitz pro Quadratkilometer.

  • Bayern 278.031
  • Baden-Württemberg 41.404
  • Brandenburg 26.983
  • Niedersachsen 13.001
  • Sachsen-Anhalt 11.105
  • Sachsen 11.090
  • Mecklenburg-Vorpommern 3.583
  • Nordrhein-Westfalen 3.259
  • Thüringen 2.988
  • Hessen 1.176
  • Schleswig-Holstein 993
  • Berlin 597
  • Rheinland-Pfalz 300
  • Bremen 138
  • Hamburg 20
  • Saarland 0


Auch auf Landkreisebene liegt Bayern deutlich in Führung, sowohl bei den Blitzentladungen, als auch bei der Blitzdichte werden die Top 15 beinahe nur von Landkreisen aus Bayern eingenommen. Einzig Biberach in Baden-Württemberg sprengt die bayrische Phalanx. Die Kreise mit den meisten Blitzen in diesem Juli waren Straubing-Bogen, Biberach und Neumarkt in der Oberpfalz. Die höchste Blitzdichte gab es ebenfalls in Straubing-Bogen mit 15 Blitzen pro Quadratkilometer, gefolgt von Dachau und München.

Blitzdichte in Bayern. © UBIMET

Unüblich wenig Blitze

Wie schon im ersten Halbjahr 2020 setzte sich die gewitterarme Witterung auch im Juli fort. Im Großteil des Landes traten nur vereinzelt Gewitter auf und dafür verantwortlich war die vorherrschende Großwetterlage: Die Nordhälfte war meist von Skandinavientiefs und kühler Nordseeluft beeinflusst, so lag die Temperaturabweichung im Vergleich zum langjährigen Mittel (1981-2010) von NRW und Niedersachsen bis nach Mecklenburg-Vorpommern und Nordbrandenburg meist zwischen -1 und -2 Grad. Nur im Südosten gab es immer wieder kräftige Gewitterlagen. Somit ist es wenig verwunderlich, dass der Großteil aller Blitzentladungen zwischen Schwäbischer Alb und Bodenseeregion bis zum Alpenrand und Bayerischen Wald registriert wurden. In diesen Regionen waren die Gewitter aber durchaus heftig mit lokalen Überschwemmungen, Sturmschäden und teils großem Hagel.

Kleines Hochwasser an der Donau

Ein Italientief hat zu Wochenbeginn besonders am Alpennordrand für anhaltenden Regen gesorgt. Die größten Regenmengen von 110 bis 150 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden gab es vom Großraum Bad Tölz in Bayern bis zur Stadt Salzburg.

24-h-Regenanalyse bis Dienstagmittag.

Der Regen fiel im Einzugsgebiet der Donau, so führten etwa die Isar, der Unterlauf des Inns oder auch die Salzach bereits am Dienstag Hochwasser. Zum Teil wurde hier auch ein mittleres Hochwasser (HQ5 bis HQ10) verzeichnet. Mittlerweile haben die Wassermassen zum Teil schon den Hauptstrom der Donau erreicht, wo der Durchfluss mit Kraftwerken zusätzlich reguliert wird. Derzeit gibt es von Passau bis Wien ein kleines Hochwasser (HQ1-HQ5), was in diesem Ausmaß alle paar Jahre vorkommt. In Passau lag der Hochwasserscheitel bei knapp 800 cm. Zum Vergleich: Beim Donauhochwasser am 3.6.2013 erreichte es bis zu 1279 cm!

Der Pegel der Donau in Passau. © HWD Bayern

Badeverbot an der Neuen Donau

Die Neue Donau, der gradliniger Seitenarm der Donau in Wien, wurde als Entlastungsgewässer für den Hochwasserschutz gebaut. Normalerweise weißt er keine Strömung auf und ist vergleichbar mit einem Stausee. Wenn der Pegel in Korneuburg allerdings einen Wert von etwa 5,5 m erreicht (entspricht ungefähr der 1-jährlichen Hochwassermarke) beginnt Wasser in die Neue Donau einzutreten. Derzeit liegt der Pegel knapp über 6 m, dementsprechend weißt die Neue Donau eine Strömung auf und es herrscht Badeverbot.

Der Pegel am Nordrand Wiens in Korneuburg. © Hydro. Dienst Niederösterreich

Durchfluss am Einlaufbauwerk der Neuen Donau. © Hydro. Dienst Niederösterreich

Bereits am Donnerstag sollte der Pegel aber langsam wieder sinken. An den bevorstehenden, heißen Tagen in der zweiten Wochenhälfte wird sich das Wasser allerdings schlammiger und kühler als zuletzt präsentieren. Es wird zwar keine Strömung mehr geben, allerdings wird es noch eine Zeit lang dauern, bis die Wasserqualität wieder das gewohnte, hohe Niveau aufweisen wird. Man muss also abwarten, wie lange das Badeverbot dann noch in Kraft bleibt.

Titelbild: Donauinsel im Juni 2013 © N. Zimmermann

Steigende Pegel und lokale Überflutungen

Stellenweise waren es sogar über 200 Liter am Quadratmeter die entlang der Nordalpen in den letzten 48 Stunden zusammen kamen, besonders auf der Bayrischen Seite.

48-Stunden Niederschlagssummen bis 14 Uhr MESZ ©UBIMET

Auch wenn der Dauerregen in den Abendstunden nun abklingt, ist der Höhepunkt der Pegel an den Flüssen noch nicht erreicht. So wird der höchste Wasserstand an der Salzach sowie am Inn erst um Mitternacht erwartet. Auch am Wasserpegel der Donau werden die Regenmengen nicht spurlos vorbeigehen, die Hochwasserwelle wird hier im Laufe des Mittwochs erwartet.

Prognose Wasserstand des Inns in Schärding © Hydrograpischer Dienst OÖ

Im Südosten kräftige Gewitter

Während in der Nord- und Westhälfte des Landes eine nördliche Strömung deutlich kühlerer Luft brachte, lagern im Südosten des Landes noch warme und feuchte Luftmassen. So entwickelte sich kurz vor der Stadt Graz am Dienstagnachmittag ein kräftiges Gewitter und zog in Richtung Nordosten. Stellenweise fielen in kurzer Zeit über 50 Liter, dabei hat es auch wieder einmal Gleisdorf erwischt.

Ruhiges und zunehmend sommerliches Wetter

Das zuletzt wetterbestimmende Italientief zieht in den kommenden Tagen in Richtung Südosteuropa ab und von Westen her setzt sich Hoch DETLEF durch. Ab Freitag zeichnet sich dann landesweit für einige Tag sommerliches und ruhiges Wetter ab.

Titelbild: https://www.foto-webcam.eu/webcam/lofer

Hochwasser und Dauerregen

In der Nacht gab es vom Rheintal über das bayerische Alpenvorland bis ins Flachgau, inklusive der Stadt Salzburg, und weiter bis ins Hausruckviertel ergiebigen Dauerregen. Innerhalb von nur 12 Stunden fielen hier verbreitet 50 bis 80 l/m². Zwischen Chiemsee und der Stadt Salzburg sogar noch deutlich mehr mit 90 bis 120 l/m². Somit ist es wenig verwunderlich, dass die A8 im Großen Deutschen Eck derzeit wegen Überflutungen gesperrt ist.

Dementsprechend stiegen auch die Flüsse und hier vor allem die Saalach und Salzach deutlich an und erreicht ein 5 bis 10-jährliches Hochwasser. Der deutliche Anstieg der Saalach ist auch wunderbar durch die Foto-webcam bei Lofer erkennbar:

Wasserstand der Saalach seit 1. August

Kärnten betroffen

Ein zweiter Schwerpunkt lag gestern Abend bzw in der Nacht in Teilen von Kärnten. Hier sorgten Gewitter in kurzer Zeit für große Regenmengen. Betroffen ist dabei vor allem das Gebiet zwischen Villach und Feldkirchen. Hier gab es einige Überflutungen und Vermurungen

Wetterberuhigung in Sicht

Der starke Dauerregen in den Nordalpen lässt bis Mittag nach und am Nachmittag regnet es hier nur mehr schwach. Im Süden stellen sich längere trockene Phasen ein, am Nachmittag sind aber zur Grenze zu Slowenien nochmals lokal kräftige Gewitter mit Starkregen möglich. Am Mittwoch lässt der Tiefdruckeinfluss langsam nach und ab Donnerstag dominiert wieder heißes Sommerwetter.

Quelle Titelbild: www.terra-hd.de/marquartstein/

Nach Regen folgt mehr Regen

Am Montagnachmittag bildet sich in Norditalien ein kräftiges Tief aus, das dort für heftige Gewitter sorgt und nach Österreich sehr feuchte Luft steuert. Dazu liegt Dienstagnacht eine Tiefdruckrinne über Österreich, das heißt im Osten haben wir eine südliche Höhenströmung im Westen eine nördliche  Anströmung. Somit fällt vor allem vom Bodensee bis zum Mondsee von Montagabend bis Dienstagmittag ergiebiger Dauerregen mit lokal bis zu 100 l/m². Somit sind hier punktuell Vermurungen und Überflutungen zu befürchten.

Auch in Kärnten und Teilen der Steiermark gibt es bis Dienstagabend stellenweise größere Regenmengen. Hier ist es aber nicht der Dauerregen, sondern entweder starker gewittrig durchsetzter Regen für ein paar Stunden oder lokale Gewitter, die für große Niederschlagssumme sorgen.

Schwerpunkt lag bisher im Norden

In den vergangenen 24 Stunden gab es stellenweise schon große Regenmengen. Der Schwerpunkt lag Sonntagnacht und Montagvormittag vom Flachgau über das Traunviertel bis ins Waldviertel und den Großraum St. Pölten.


Bisher kaum Regen gab es ganz im Osten und Südosten und auch am Dienstag bleibt es in diesen Regionen oftmals trocken.

Titelbild: Adobe Stock

Lokale Überflutungen

Feucht-labile Luft sorgt heute Nachmittag vor allem in Baden-Württemberg für zahlreiche Gewitter. Aufgrund der langsamen Verlagerung kommen in kurzer Zeit große Regenmengen auf engem Raum zusammen, lokale Überflutungen sind die Folge.

In der Nacht auf Dienstag dreht die Strömung dann auf nördliche Richtungen und die feuchte Luft wird gegen die Alpen gedrückt. Somit fällt dann vor allem vom Allgäu bis zum Bayrischen Wald kräftiger Regen. Am Alpenrand kommen bis Mittwoch lokal bis zu 80 Liter zusammen.

Regenmengen bis Mittwoch 17:00 MESZ © UBIMET

Hochwassergefahr gering

Auch wenn die Regenmengen schon recht beachtlich sind, ist die Gefahr von großräumigen Überflutungen gering. Für die großen Flüsse, wie etwa die Donau oder Isar, sind die Mengen zu gering. Es ist aber zu erwarten, dass besonders die Nebenflüsse lokal über die Ufer treten können.

Gewitter am Sonntag

Bereits gestern brachten einige kräftige Gewitter lokal hohe Regenmengen, aber auch in der Nacht fiel entlang der Alpen bereits schon einiges an Regen.

Einige Flüsse führen daher schon leichtes Hochwasser, wie etwa die Wolfegger Ach im Allgäu.

Pegelstand Wolfegger-Ach ©https://www.hochwasserzentralen.de/

Gewitter und Starkregen zu Wochenbeginn

Eine Kaltfront nähert sich am Sonntag langsam aus Westen Österreich an, in deren Vorfeld entstehen in den kommenden Stunden zunehmend Schauer und Gewitter. Die Gewitter ziehen aber nur langsam, in der feuchten Luft kann es daher zu größeren Regenmengen in nur kurzer Zeit kommen.

Aktuelles Satellitenbild mit Kaltfront und Blitze

In der Nacht auf Montag bzw. Montagvormittag bleibt die Front quer über Österreich liegen und bringt vor allem vom Bodenseeraum über das Tiroler Unterland bis ins Most- und Waldviertel ergiebigen Regen. Dabei kommen oftmals 30-50 l/m² zusammen.

Italientief bringt noch mehr Regen

Am Montag bildet sich mit einem weiteren Trogvorstoß über Oberitalien ein kräftiges Tief, das ab Montagabend feuchte Luft nach Österreich steuert. Dabei regnet es besonders von Vorarlberg bis Oberösterreich bis Dienstagabend ergiebig. Aufgrund der großen Regenmengen steigt das Risiko für Vermurungen und Überschwemmungen an.

Kaum Regen fällt in den kommenden Tagen im Osten, vom Weinviertel über Wien bis ins Burgenland und die östliche Steiermark halten sich die Regenmengen in Grenzen.

Gewitter und Starkregen

Bereits am Morgen gab es viele Gewitter und auch derzeit ziehen besonders in Thüringen und Niedersachsen teils kräftige Gewitter durch. Im Osten und Nordosten scheint teilweise noch die Sonne, aber auch hier geht es in den nächsten Stunden los. So beginnt es beispielsweise in Berlin in der nächsten Stunde kräftig zu regnen.

Zugbahn der Gewitter und Regenschauer @ Ubimet

In der Nacht auf Montag legt sich die Kaltfront dann an die Alpen und in den Bayrischen Alpen fällt zunehmend kräftiger Regen. Gebietsweise kommt hier bis zum Abend in Summe 40 bis 60 Liter Regen zusammen.

Bereits am Samstag kräftige Gewitter

Auch gestern kam es bereits im Süden von Bayern zu kräftigen Gewittern. In Immenstadt zum Beispiel verzeichnete die Wetterstation 48 Liter in einer Stunde.

Quelle Titelbild: © Gewitterjaeger

Ein normaler Sommermonat: Juli war durchschnittlich warm

Schafberg am Mondsee

Ein normal temperierter Sommermonat

Verglichen mit dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 bilanziert der Juni 2020 mit einer Abweichung von wenigen Zehntel Grad nahezu ausgeglichen, die Abweichungen sind über den Großteil des Landes ähnlich verteilt. Einzig Vorarlberg sticht etwas heraus, im Ländle war der Juli nämlich um etwa 1 Grad zu warm. Auch wenn der Juli 2020 verglichen mit der Referenzperiode von 1981 bis 2010 durchschnittlich verlief, liegt dennoch einer der 45 wärmsten Julimonate der Messgeschichte hinter uns. Erklären lässt sich dies mit dem Klimawandel. Stellt man den Juli 2020 nämlich der vorangegangenen Referenzperiode von 1961 bis 1990 gegenüber, so beträgt die Abweichung schon gut +1,5 Grad. Dieser Zeitraum war noch nicht so stark vom Klimawandel beeinflusst, das Temperaturmittel in diesen 30 Jahren war schlicht nicht so hoch.

Temperaturabweichungen zum langjährigen Mittel von 1981-2010 im Juli.

Hitze- und Sommertage

Betrachtet man die Anzahl an Sommer- und Hitzetagen (also all jene Tage, an denen mindestens 25 bzw. 30 Grad gemessen wurden), sieht man, dass der Juli auch in dieser Hinsicht durchschnittlich verlief. 25 Sommertage waren es etwa in Hohenau an der March und in Andau, auch bei den Hitzetagen liegen diese Stationen mit 13 Tagen an der Spitze. Doch auch in höher gelegenen Orten wie Mariazell oder Holzgau schaffte der Juli am 28. des Monats einen Hitzetag. Dieser Tag war es auch, an dem die bislang höchste gemessene Temperatur in Österreich erreicht wurde: Bei 37,2 Grad schwitzte man in der Wiener Innenstadt, gut 36 Grad waren es am heißesten Tag des bisherigen Jahres aber auch in Innsbruck.

Anzahl der Sommertage im Juli 2020.
Anzahl der Heißen Tage im Juli 2020.

Große Unterschiede bei Regenmengen

Der zurückliegende Monat war – typisch für einen Hochsommermonat in Österreich – geprägt von zahlreichen Schauern und Gewittern und nur selten von flächendeckendem Regen. Im landesweiten Mittel ist dabei in etwa exakt so viel Regen gefallen wie in einem durchschnittlichen Juli, dabei gab es jedoch große lokale Unterschiede bei den Regenmengen. Deutlich zu trocken war der Juli in Vorarlberg und Tirol sowie punktuell im Osten. So fehlen etwa in Umhausen im Ötztal gut 60% auf eine ausgeglichene Regenbilanz, 44 statt 110 Liter pro Quadratmeter fielen hier. Im Gegensatz hierzu führt wiederholte Schauer- und Gewittertätigkeit in der Osthälfte vielerorts für einen Regenüberschuss. Besonders in Kärnten und der Steiermark beträgt dieser 40 bis 80%. Auf der Laßnitzhöhe bei Graz ist sogar die doppelte Regenmenge eines durchschnittlichen Julis zusammengekommen.

Niederschlagsabweichungen zum langjährigen Mittel von 1981-2010 im Juli.

Sonne erreicht Soll

Der Juli wurde seinem Ruf als sonnigster Monat im Jahresverlauf voll und ganz gerecht, praktisch im gesamten Land wurde das Soll an Sonnenstunden erreicht oder sogar leicht übertroffen. So erreichte Feldkirch mit 266 Sonnenstunden einen leichten Überschuss von 40 Stunden. Der absolut sonnigste Ort des Landes war jedoch Mörbisch, hier am Neusiedler See schien die Sonne in Summe 319 Stunden lang. Pro Tag bedeutet dies mehr als 10 Sonnenstunden, die man genießen konnte.

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Heißester Tag des Jahres 2020

Maximaltemperaturen am 31.7.2020 © UBIMET/DWD

Der heutige 31. Juli markiert den bisher heißesten Tag des Jahres in Deutschland. In der Tabelle sind die 10 heißesten Orte aufgeführt.

Ort Höchstwert
Rheinfelden (BW) 38.5
Trier-Petrisberg (RP) 38.4
Saarbrücken-Burbach (SL) 37.9
Trier-Zewen (RP) 37.3
Rheinau-Memprechtshofen (BW) 37.2
Waghäusel-Kirrlach (BW) 37.1
Müllheim (BW) 37.0
Perl-Nennig (SL) 36.9
Weilerswist-Lommersum (NW) 36.9
Wolfach (BW) 36.8

Titelbild: Maximaltemperaturen am 31.7.2020 © UBIMET/DWD

Starkregen am Montag

Vorderseitig eines über der Nordsee aufziehenden Tiefs präsentiert sich der Samstag noch überwiegend sonnig und heiß, bereits am Sonntag sind aber mit Ausnahme des äußersten Ostens schon häufig Schauer und Gewitter zu erwarten, die lokal große Regenmengen bringen können. Die Kaltfront des Tiefs legt sich in der Nacht auf Montag schließlich über die Alpen, über Norditalien wird zudem die Bildung eines zweiten Tiefs ausgelöst. Die Kombination aus beiden führt besonders am Montag zu zeitweise kräftigem, teils gewittrigem Regen. Im Laufe des Dienstags stellt sich schließlich langsam eine Wetterbesserung ein, die nachfolgenden Tage präsentieren sich ruhiger.

Prognose des aufsummierten Niederschalgs nach dem ECMWF-Modell über 24h bis Dienstagvormittag @ UBIMET, ECMWF

In Summe zeichnen sich für den Zeitraum von Montagmorgen bis Dienstagvormittag vor allem im Westen und in der Mitte des Landes teils beachtliche Regenmengen ab, welche lokal für Behinderungen durch Überflutungen oder Muren sorgen können – insbesondere dort, wo es am Vortag durch lokale Gewitter womöglich schon kräftiger geregnet hat. Die größten Regenmengen von 50 bis 80 l/m² deuten sich von Osttirol und Oberkärnten bis in den Zentralraum Oberösterreichs sowie entlang der Alpennordseite vom Außerfern bis in die Kitzbüheler Alpen an, abseits davon sind westlich einer Linie St. Pölten – Klagenfurt häufig 30 bis 50 l/m² möglich.

Unsicherheiten bestehen aber noch bzgl. des genauen Timings, lokale Hotspots bzgl. der Regenmengen sind zudem erst kurzfristig näher zu bestimmen.

 

Titelbild: Prognose der aufsummierten Niederschlagsmenge von Sonntagnacht bis Dienstagmittag (36 h) @ UBIMET

Wetterbilanz Juli 2020: Rund ein Grad zu mild und teils sehr trocken

Viel Sonnenschein in der Schweiz © pixabay

Wie MeteoNews in einer Mitteilung schreibt, war der Juli 2020 verbreitet zwischen etwa 0,5 und 1,5 Grad zu mild. Damit war es rund ein Grad weniger warm als noch vor einem Jahr. Hitzetage (Tage mit Maxima über 30 Grad) gab es bisher im Norden nur vereinzelte, heute und morgen kommen aber im Flachland und in den tiefer gelegenen Alpentälern noch zwei dazu. Am letzten Tag des Monats liegen örtlich auch über 35 Grad drin!

Teils sehr trocken

Bezüglich Niederschlag war es verbreitet zu trocken, in den Voralpen allerdings nur leicht, massiv zu trocken dagegen insbesondere im Jura, in der Nordwestschweiz sowie im Oberengadin und im Tessin. In Basel fiel bisher lediglich knapp 6% des normalen Juliniederschlags. Nicht erstaunlich, dass so auch die Waldbrandgefahr hier erhöht ist! Schauer und Gewitter traten vor allem in den Voralpen auf, sodass hier nur geringe Abweichungen zum langjährigen Mittel festzustellen sind. Die Sonnenscheindauer war bisher verbreitet zu hoch, am grössten ist die Abweichung dabei in der Nordwestschweiz mit rund 25% mehr Sonne als üblich. Bis zum Monatsende kommt nun noch praktisch die maximal mögliche Anzahl an Sonnenstunden dazu, sodass der Überschuss weiter steigen wird. Die konkreten Zahlen folgen dann zu Beginn des August.

Blitzdichte im Juli 2020 in der Schweiz.

Hitze und Gewitter am Wochenende

Hoch CLAWS liegt über Deutschland und sorgt für verbreitet sonniges Wetter. Dazu wird aus Spanien heiße Luft bis in den Westen und Süden von Deutschland transportiert, sodass die Temperaturen am Freitag und Samstag bis auf 37 Grad steigen. Hier die prognostizierten Höchstwerte für Samstag:

Unwetter am Samstag?

Am Samstag  wird die Hitze mit einer Kaltfront beendet. Dabei sind aus heutiger Sicht bereits am Vormittag im äußersten Westen erste Gewitter möglich. Ab dem Nachmittag entladen sich dann in der aufgeheizten Luft in der Westhälfte immer mehr Gewitter, die stellenweise heftig ausfallen mit Starkregen und Hagel.

Am Abend und über Nacht breiten sich die Gewitter dann ostwärts aus, am Sonntag geht es dann nur mehr im Südosten und äußersten Osten noch gewittrig weiter, sonst hat sich schon die kühlere Luft durchgesetzt.

Titelbild: pixabay.com

Erste, kurze Hitzewelle steht in den Startlöchern

Hitze im Sommer

Bislang gab es im Sommer 2020 zwar ein paar sehr heiße Tage, diese waren aber stets von Kaltfronten mit Gewittern unterbrochen. In der zweiten Wochenhälfte gerät der Alpenraum nun unter den Einfluss eine Hochs namens CLAWS und aus Westen gelangen neuerlich sehr warme Luftmassen ins Land, tatsächlich kann man sogar von der ersten, kurzen Hitzewelle des Sommers sprechen. Es gibt zwar keine einheitliche Definition einer Hitzewelle, meist sagt man aber, dass die Temperatur an einem Ort an mindestens drei Tagen in Folge 30 Grad oder mehr erreichen muss.

Hoch CLAWS sorgt für die erste kurze Hitzewelle. (Graphik: FU Berlin / DWD).

Sehr heiß im Westen

Die Temperaturen sind zwar im Vergleich zu Dienstag deutlich zurückgegangen, auch heute gab es im östlichen Flachland und im Süden allerdings örtlich Höchstwerte knapp über 30 Grad (zur Tagesstatistik). In den kommenden Tagen wird es neuerlich wärmer, so erreichen die Temperaturen von Donnerstag bis Samstag von Vorarlberg bis ins östliche Flachland täglich 30 Grad oder mehr, am heißesten wird es mit bis zu 35 oder vereinzelt sogar 36 Grad am Samstag im Westen des Landes. Die Hotspots sind hier der Walgau rund um Bludenz sowie das Oberinntal von Imst bis Innsbruck. Hitzegewitter sind nur vereinzelt im südlichen Bergland zu erwarten, somit gibt es verbreitet gutes Badewetter.

Prognose der Höchstwerte am Samstag (MOS-Lauf von Mittwoch 0 UTC). © UBIMET

Am Sonntag folgt aus Westen dann die nächste Kaltfront mit Schauern und Gewittern, im Osten wird es tagsüber aber aus heutiger Sicht nochmals sommerlich heiß mit Höchstwerten zwischen 28 und 32 Grad.

Temperaturtrend in 1500 m für Salzburg im Vergleich zum langjährige Mittel (=rot).

Am Mittwoch kräftige Gewitter im Süden

Mitteleuropa liegt derzeit unter dem Einfluss von Tief DANA, dessen Kern sich mittlerweile vor der Küste Norwegens befindet. Im Vorfeld der Kaltfront gab es am Dienstag schwere Unwetter mit großem Hagel und Sturmböen, wir berichteten darüber hier. Mittlerweile erstreckt sich die stationäre Kaltfront von Südbayern über Oberösterreich bis nach Tschechien, unter dem Einfluss eines Zwischenhochs ist sie aber nicht wetteraktiv. Im Süden und Südosten Österreichs lagern dagegen weiterhin feuchte und energiereiche Luftmassen.

Die Kaltfront von Tief DANA liegt stationär an der Alpennordseite.

Kräftige Gewitter im Süden

Im Laufe des Nachmittags muss man zunächst über den Bergen vom Alpenhauptkamm bis zum Semmering-Wechsel-Gebiet mit ersten Schauern und Gewittern rechnen. Diese ziehen dann unter Verstärkung süd- bis südostwärts, somit besteht am späten Nachmittag und Abend von Osttirol über Kärnten bis in den äußersten Südosten des Landes örtlich die Gefahr kräftiger Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. In der Nacht beruhigt sich das Wetter wieder.

Simulierte Radarreflekitvität am Mittwochnachmittag und -abend (RACE/UBIMET).

Titelbild: Storm Science Austria

Unwetter brachten 136.000 Blitze, Hagel und Sturm

Hagel

Die Kaltfront eines Nordseetiefs namens DANA lag am Dienstag quer über Süddeutschland. An ihrer Südflanke strömte aus Südwesten sehr heiße Luft ins Land und in jedem Bundesland wurde die 30-Grad-Marke überschritten. Besonders heiß war es im Inntal sowie in Niederösterreich und Wien, hier wurden Temperaturen bis zu 36, in der Wiener Innenstadt sogar 37 Grad gemessen.

Höchstwerte pro Bundesland am Dienstag.

Die Kombination aus energiereicher Luft und starker Höhenströmung an der Südflanke der Kaltfront haben zu idealen Bedingungen für schwere Gewitter geführt. Das Blitzortungssystem der UBIMET-Gruppe registrierte im Hochpräzisionsmessbereich über ganz Österreich verteilt exakt 136.063 Blitze (Wolken- und Erdblitze). Das ist der bislang höchste Wert des Sommers, gefolgt vom 1. Juli mit 107.426 Entladungen. Auf Bezirksebene gab es die meisten Blitze in Liezen in der Steiermark mit etwa 22.000 Entladungen, die höchste Blitzdichte gab es hingegen im Nordwesten Wiens. Damit war der Dienstag der blitzreichste Tag in der Bundeshauptstadt seit dem 2. Mai 2018.

Blitzdichte am Dienstag.
Blitzanzahl Blitze/km²
Niederösterreich 37.086 1.9
Steiermark 33.537 2.0
Oberösterreich 30.300 2.5
Salzburg 16.080 2.3
Tirol 9.976 0.8
Wien 3.052 7.4
Vorarlberg 2.868 1.1
Burgenland 1.999 0.5
Kärnten 1.165 0.1

 

Gemeinden mit der höchsten Blitzdichte

  • Mauerbach (NÖ) 38.8 Blitze pro km²
  • Gablitz (NÖ) 37.3 Blitze pro km²
  • Wien Hernals (W) 33.0 Blitze pro km²
24h-Regensummen bis Mittwochmorgen.

Hagel und Sturm

Die Gewitter haben nicht nur für viele Blitze und Starkregen gesorgt, sondern auch für großen Hagel und teils orkanartige Böen. Besonders große Schäden durch Hagel um 5 cm gab es im Großraum Feldkirch in Vorarlberg, in einem Streifen von Waldzell bis nach Ottnang im oberösterreichischen Hausruckviertel und am Traunsee. Die stärksten Windböen wurden im Tullnerfeld mit 103 km/h und in Zell am See mit 99 km/h gemessen.

Stärkste Blitze in Tirol und Wien

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in Reutte in Tirol gemessen: Spitzenreiter ist eine Entladung mit rund 305 kA. In kürzester Zeit wurde dabei fast 20.000 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist. An zweiter Stelle folgt ein Blitz mit 188 kA in Berwang (Bezirk Reutte) und an dritter Stelle eine Entladung mit 182 kA in Wien-Donaustadt.

Blitzeinschlag am Dienstagabend in der Buckligen Welt. (www.foto-webcam.eu)

 

Hitze und schwere Unwetter am 28. Juli

23:25 Gewittrige Lage beruhigt sich allmählich

Vereinzelt gehen noch gewittrige Schauer nieder, doch im Allgemeinen beruhigt sich die Lage nun. Wir beenden hiermit den Liveticker, hoffen euch damit gut durch den Nachmittag und Abend begleitet und informiert zu haben und vor allem, dass niemand zu Schaden gekommen ist!

Vor der morgen noch kommenden Bilanz des bisher in diesem Jahr heißesten und sehr blitzreichen Tages gibt es jetzt noch eine erste Daten-Zusammenfassung:

Aufgrund des Zustroms sehr warmer Luftmassen aus Südwesteuropa konnten die Temperaturen bei nahezu ungetrübter Sonneneinstrahlung auf bis zu 37,2 Grad – wie in Wien, Innere Stadt ansteigen.

Zuerst konnten sich am Nachmittag im Bergland einzelne Hitzegewitter bilden, doch mit Annäherung der Kaltfront des Tiefs DANA bei Schweden bildeten sich in den Abendstunden erste kräftigere Gewitter, die sich in weiterer Folge zu einer ganzen Linie quer durch Österreich zusammenschlossen. Besonders betroffen waren dabei die nördlichen Bundesländer, was man auch gut an der folgenden Liste der Blitzentladungen erkennen kann. Südlich der Alpen blieb es hingegen noch verhältnismäßig ruhig. Dies ändert sich allerdings mit dem morgigen Tag, denn da werden speziell im Süden kräftige Gewitter erwartet.

Die kräftigen Gewitter brachten nicht nur Hagel mit 4 bis 6 cm Größe und große Niederschlagsmengen in sehr kurzer Zeit, …

…, sondern auch stürmische Böen bei sogenannten downbursts:

 

Wir wünschen hiermit noch einen ruhigen Abend und besonders bei der Abkühlung auch einen erholsamen Schlaf!

 

 

23:25 Kräftiges Gewitter im Südburgenland

Ein kräftiges Gewitter geht derzeit im Südburgenland nieder. Ansonsten ist vereinzelt noch mit gewittrigen Schauern zu rechnen.

Einen Dank wollen wir an Joe Lienharter richten, der uns folgende fotografische Zusammenfassung der Blitze über Wien zukommen lies:

Blitze über Wien – Joe Lienharter

23:10 Uhr – Gewitter ziehen allmählich nach Osten ab

Blitzverlauf

Derzeit gehen kräftige Gewitter im Nord- und Mittelburgenland nieder, wie auch in Kärnten. Allmählich zieht die Gewitterlinie aber nach Osten ab.

22:40 Uhr – Erste Zwischenbilanz

An der Station Wien – Hohe Warte wurde mit Aufzug des Gewitters und einsetzendem Regen ein Temperatursturz von 30,5 Grad auf 21,1 Grad binnen 20 min registriert.
In Bad Mitterndorf wurden mit den Gewittern bisher 55,6 Liter/m² gemessen und in Zell am See Spitzenböen von 99 km/h.

Blitz-Schnapschuss bei Schwarzenbach 22:20 Uhr – foto-webcam.eu

21:45 Uhr – Kräftiger Regen und Sturm in Wien

Die Station Wien Hohe Warte hat in der letzten Stunde über 37 Liter/m² gemessen, zudem war es auch sehr windig: In der Innenstadt erreichten die Windspitzen 82 km/h.

Radarbild und die aktuellen Messwerte der letzten Stunde um 21:45: Niederschlagssumme in Liter/m². Quelle: UBIMET, ACG

21:00 Uhr – Unwetter in der Obersteiermark

Auch in der Obersteiermark geht es jetzt heftig zur Sache! In Kalwang wurden 92 km/h gemessen, Schoberpass 112 km/h!

Quelle: UBIMET, ACG

20:55 Uhr – Schwere Sturmböen in Wien

Jubiläumswarte hat gerade 98 km/h gemeldet!

20:50 Uhr – Gewitterlinie quer über Österreich

Eine imposante Gewitterlinie zieht sich gerade quer über Österreich. Gebracht hat sie bisher verbreitet schwere Sturmböen und kräftigen Regen.

Gewitterlinie über Österreich
Blitzverlauf

20:25 Uhr – Starkes Gewitter zieht über Wien auf

Achtung Unwettergefahr!

Aktuelle Gewittersituation in NÖ, W

20:15 Uhr – Blitze über Wien

In den kommenden Minuten zieht ein Gewitter über Wien hinweg! Im Tullner Feld sind gerade schwere Sturmböen von 103 km/h gemessen worden.

20:00 Uhr – Gewitter über Krems

Ein kräftiges Gewitter ist über der Wachau entstanden, bald werden die Gewitter das Wiener Becken erreichen!

Gewitter über Niederösterreich. Quelle: UBIMET, ACG

19:30 Uhr  – Erste Gewitter in NÖ

Die Gewitterlinie hat auch das Mostviertel erreicht und im Waldviertel gibt es auch Neuentwicklungen. Im Salzburger Tennengau und im Salzkammergut fällt kräftiger Regen: Abtenau 42, Altmünster knappe 19 Liter auf m² in einer Stunde!

Aktuelle Gewittersituation. Quelle: UBIMET, ACG

19:00 Uhr – Schwere Sturmböen in Zell am See

93 km/h wurde soeben in Zell am See gemessen, Schmittenhöhe über der Stadt misst sogar 103 km/h!

Zell am See @ www.foto-webcam.eu

18:45 Uhr – Großer Hagel im Hausruckviertel

Im Salzburger Land und in Oberösterreich ziehen gerade schwere Gewitter mit großem Hagel durch. Meldungen aus dem Hausruckviertel zufolge sind Hagelkörner von bis zu 5 cm Durchmesser dabei!

Gewitter in Salzburg und Oberösterreich, Zellen im Hausruckviertel: roter Kreis
@ Nicole Eichberger/ Facebook Wetter-Hausruckviertel
@ Silvia Helml/Facebook Wetter-Hausruckviertel

18:20 Uhr – Hagel im Rheintal

In Vorarlberg ist gerade eine heftige Zelle über das Rheintal in Richtung Osten hinweg gezogen, dabei sind Hagelkörner von 2 bis 3 cm gefallen (Bild aus Götzis).

Hagel in Götzis
Webcam-Bild aus Röthis im Rheintal (V) @ www.foto-webcam.eu

17:45 Uhr  – Gewitter-Update

Die heftigsten Gewitter ziehen derzeit über das oberösterreischische Innviertel sowie im Grenzbereich Tirol-Bayern. In Achenkirch (T) wurden rund 15 Liter in wenigen Minuten gemessen.

Aktuelle Gewittertätigkeit, Quelle: UBIMET,ACG

 

17:25 Uhr – Gewitter in Innsbruck

Über Innsbruck ist gerade eine Gewitterzelle hinweggezogen, dabei hat die Station an der Uni 93 km/h gemessen!

Gewitter über Innsbruck @ www.foto-webcam.eu

16:15 Uhr – 37 Grad in Wien!

Die 37 Grad wurden soeben in Wien geknackt, aktuell misst man in der Inneren Stadt 37,1 Grad!

16:00 Uhr – Kräftige Gewitter im Westen

Auch im Westen und Südwesten geht es jetzt los, in Außerfern und Osttirol werden gerade erste Gewitter registriert. In Vorarlberg wird es wohl auch nicht mehr lange dauern, denn von der Schweiz nähert sich bereits ein kräftiges Gewitter.

Aktuelle Blitzverteilung im Westen Österreichs.

15:45 Uhr –  Gewitter in der Steiermark

In der Obersteiermark sind zwischen den Tauern und dem Grazer Bergland mehrere lokale Gewitter entstanden.

Blitzverteilung und Radar, Quelle: UBIMET, ACG

15:00 Uhr – Bisher heißester Tag des Jahres

Den bisher heißesten Tag gab es mit 35,5 Grad am 10. Juli. Dieser Rekord wurde heute übertroffen, die Wiener Innenstadt misst bereits 35,9 Grad!

14:20 Uhr – Erste Gewitter

Ein erstes Gewitter nähert sich von Liechtenstein dem Walgau und Montafon an.

Aktuelle Blitzverteilung

Ein weiteres Gewitter bildet sich aktuell auch übe den Niederen Tauern.

13:50 Uhr – Hitzepol Wien

Das bisher heißeste Pflaster ist nun in Wien zu finden. Im Botanischen Garten werden derzeit 34,5 Grad gemessen. Größere Quellwolken gibt es nun schon in Vorarlberg und in der Obersteiermark. Hier wird es bald mit Gewitter losgehen

Aktuelles Satellitenbild mit Blitzentladungen der letzen 60 min

13:00 Uhr – Gewitter am Bodensee

In Österreich herrscht noch überall der Sonnenschein und der Hitzepol liegt mit 33,9 Grad weiterhin in Pottschach-Ternitz. Ein erstes kräftiges Gewitter ist nun am Westufer des Bodensees entstanden.

Aktuelle Radar und Blitzdaten

 

12:15 Uhr – Hitzepole in den Bundesländern

11:30 Uhr – 30 Grad in Wien

Die Wiener Innenstadt hat nun auch die 30 Grad Marke erreicht. Hitzepol ist weiterhin Pottschach-Ternitz mit jetzt schon 32,2 Grad.

10:45 Uhr – Große Unwettergefahr

Gewittergefahr am Dienstag und Dienstagnacht

Ab dem Nachmittag bilden sich teils schwere Gewitter. Erste heftige Gewitter entstehen wohl in der Obersteiermarrk sowie in der Wechselregion bereits am frühen Nachmittag, ab dem Abend zieht dann von Vorarlberg und Tirol ausgehend eine Gewitterlinie übers Land. Die Gewitter haben heute das Potential für großen Hagel bis zu 5 cm Korngröße sowie schwere Sturmböen von bis zu 100 km/h! Außen vor bleibt der Süden des Landes.

10:30 Uhr – 30 Grad geknackt

Der bisherige Temperaturrekord von 35,5 Grad am 10 Juli in der Wiener Innenstadt wird heute knapp gebrochen werden. Schon jetzt um 10:30 Uhr erreichen die ersten Orte im Osten von Österreich die 30 Grad-Marke, hier die Top 3:

  • Pottschach-Ternitz 31,0 Grad
  • Berndorf 30,2 Grad
  • Puchberg am Schneeberg 29,3 Grad

 

Unwetter am Alpenrand

Tief DANA zieht am Dienstag von Schottland nach Skandinavien und die dazugehörige Kaltfront bringt im Großteil des Landes nur ein paar Schauer und auflebenden Westwind. Anders ganz im Süden, hier wird es vor der Front nochmals hochsommerlich heiß und am Abend entladen sich schwere Gewitter:

Unwettergefahr am Dienstagabend

Vor allem vom Bodensee bis in den Chiemgau sind Unwetter mit großem Hagel von bis zu 5 cm sowie schweren Sturmböen um die 100 km/h zu erwarten. Auch weiter nördlich bis etwa zur Donau ziehen noch einzelne Gewitter durch, die ebenfalls kräftig ausfallen.

Hitze im Anmarsch

Am Mittwoch ist der Spuk wieder vorbei und nur mehr an der See wirkt sich DANA mit stürmischem Wind aus. Ab Donnerstag breitet sich dann heiße Luft aus Süden auf Deutschland aus und es stellt sich eine Hitzewelle ein, die am Samstag ihren Höhepunkt erreicht. Entlang des Rheins sind dann Spitzenwerte von bis zu 39 Grad zu erwarten!

36 Grad – morgen heißester Tag des Jahres

Brütende Hitze am Dienstag

Bis dato steht der 10. Juli als bislang heißester Tag des Jahres in den Chroniken, an diesem Tag wurde mit 35,5 Grad in der Wiener Innenstadt auch die höchste Temperatur 2020 gemessen. Im Vorfeld von Tief DANA mit Kern über der Nordsee erreicht uns morgen aber noch heißere Luft, die Temperaturen klettern im Großteil des Landes deutlich über die 30-Grad-Marke.

Tief DANA schaufelt heiße Luft heran.

Die Spitzenwerte liegen am Dienstag im Bereich von 36 oder vereinzelt sogar 37 Grad, die Hitzepole befinden sich dabei in

  • Niederösterreich
  • Wien
  • und dem Nordburgenland

Wer der Hitze entfliehen will, muss hoch hinaus. Denn selbst auf 1.500 m werden rund 25 Grad erreicht, verhältnismäßig frische 13 Grad gibt es in 3.000 m Seehöhe.

Am Abend Unwettergefahr

Im Laufe des Abends werden dann aber neben der Hitze auch heftige Gewitter mehr und mehr die Schlagzeilen bestimmen. Die Kaltfront von Tief DANA ist nämlich nicht weit entfernt, vor der Front herrschen optimale Bedingungen für die Entstehung von Unwettern. Los geht’s am späten Nachmittag bzw. frühen Abend mit ersten kräftigen Hitzegewittern von Vorarlberg bis zur Obersteiermark, im weiteren Verlauf ziehen diese dann nordostwärts aus den Bergen hinaus. Somit muss man sich in den späten Abend- und Nachtstunden auch in Ober- und Niederösterreich auf teils kräftige Gewitter einstellen. Außen vor dürfte dagegen der Süden und Osten bleiben.

Hier die Unwettergefahr für morgen skizziert:

Große Gewittergefahr am Dienstag.

Markant dürfte aber auch der Wind werden: Mit Durchzug der Gewitter sowie in deren Vorfeld frischt vom Innviertel bis in den Großraum Wien kräftiger bis stürmischer Westwind auf.

Kurze Abkühlung am Mittwoch

Am Mittwoch liegt die Kaltfront dann genau über den Alpen, aus der Nacht heraus regnet es von Vorarlberg bis ins östliche Flachland schauerartig. Rasch wird es hier aber schon wieder sonnig, am Nachmittag sind von Osttirol bis ins Südburgenland noch einmal kräftige Gewitter zu erwarten. Hier wird es mit bis zu 30 Grad auch am wärmsten, sonst kühlt es auf 22 bis 28 Grad ab.

Diese Abkühlung ist aber nur von kurzer Dauer, denn schon am Donnerstag erreicht uns ein neuer Schwall heißer Luft aus Südwesteuropa. 25 bis 32 Grad werden erreicht, wobei die 30-Grad-Marke im Inntal sowie im lokal auch im östlichen Flachland geknackt wird.

Noch heißer dürfte aus heutiger Sicht der Freitag werden, die Temperaturen klettern auf 28 bis 35 Grad. Der Hitzepol wird dabei im Westen des Landes sein.

Gewitter im Osten

Quelle: https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien/2020/07/26/1430

Im Vorfeld der Kaltfront herrschte in Ostösterreich Südwest- bis Südostwind. Hinter der Kaltfront frischte der Wind aus West auf. Daraus resultierend bildete sich über dem Wienerwald ein Bereich, in dem die Luft bodennah zusammenströmt. Folglich weicht die Luft vertikal nach oben aus: Voilà, schon wurden entlang dieser sogenannten Konvergenzlinie etliche Gewitter ausgelöst, wie auch in folgender Karte von 14:10 Uhr zu sehen ist:

Über dem Alpenostrand strömte die Luft zusammen -> ideale Voraussetzungen für linienartige Gewitter. Quelle: UBIMET, ACG
Über dem Alpenostrand strömte die Luft zusammen -> ideale Voraussetzungen für linienartige Gewitter. Quelle: UBIMET, ACG
Der Aufwind im Wienerwald. Quelle: foto-webcam.eu, UBIMET
Der Aufwind über dem Wienerwald um 14:00 Uhr. Quelle: foto-webcam.eu, UBIMET

Mit Verlagerung nach Osten fiel im Bereich Brunn am Gebirge/Vösendorf/Inzersdorf sintflutartiger Regen und kleiner Hagel; An der Station Brunn am Gebirge  wurden knapp 31 l/m² registriert!

Die Reste der Linie erreichte in abgeschwächter Form, aber nicht weniger spektakulär den Flughafen Wien Schwechat (Blickrichtung West):

Gewitter mit Kurs auf LOWW (Wien Schwechat). Quelle: Panomax
Gewitter mit Kurs auf LOWW (Wien Schwechat). Quelle: Panomax

Hochsommerlich in die neue Woche, kaum Gewitter

In der neuen Woche erwarten uns bis zu 36 Grad, mehr dazu in diesem Blog-Beitrag: https://uwz.at/de/a/neue-woche-bringt-badewetter-mit-abstrichen

 

Titelbild: Wien um 14:30 Uhr von der Unwetterzentrale aus gesehen. Quelle: foto-webcam.eu

Hitze im Süden

Als badetauglich lässt sich die neue Woche in den meisten Landesteilen zusammenfassen. Sieht man mal von den Küsten und dem Norddeutschen Tiefland ab, so scheint doch verbreitet die Sonne. Und phasenweise wird aus Süden auch deutlich wärmere Luft als zuletzt herangeführt. Ein erster Höhepunkt stellt sich am Dienstag ein, wenn südlich und östlich einer Linie Frankfurt/Main – Berlin 30 Grad und mehr erreicht werden. In Teilen Bayerns sind gar bis zu 34 Grad zu erwarten.

Prognose der Höchsttemperatur am Dienstag @ UBIMET

Ein zweiter Höhepunkt deutet sich ab Donnerstag an. So sind an diesem Tag in Baden-Württemberg bis zu 32 Grad möglich, am Freitag bis zu 35 Grad und am Samstag sehen aktuelle Modellläufe sogar bis zu 37 Grad am Oberrhein. Dies sollte man natürlich noch nicht für bare Münze nehmen, das Potential für markante Hitze wird damit aber zumindest angedeutet:

Prognose der Höchsttemperatur am Samstag @ UBIMET, ECMWF

 

Titelbild @ https://stock.adobe.com

Arktische Wärme: Neuer Temperaturrekord auf Spitzbergen

Karte

Longyearbyen ist der größte Ort auf der zu Norwegen gehörenden Inselgruppe Spitzbergen im arktischen Eismeer und eine der nördlichsten Siedlungen der Erde. Dieser Ort ist für Forscher besonders interessant und sorgt häufig für Schlagzeilen, da die Klimaerwärmung hier besonders markant ausfällt: Die Temperaturen liegen hier nämlich nahezu durchgehend über dem langjährigen Mittel von 1961 bis 1990, in den letzten 115 Monaten war lediglich ein einziger Monat kühler als normal! Am Samstag wurde nun ein neuer Allzeitrekord aufgestellt, so erreichte die Temperatur in den Abendstunden einen Wert von 21,7 Grad.


Klimaerwärmung in der Arktis

Allgemein erwärmt sich die Arktis im Zuge des Klimawandels teils mehr als dreimal so schnell wie der Rest der Welt, Wissenschaftler sprechen daher auch von der sogenannten „Polaren Verstärkung“ bzw. „Arctic Amplification„. Hierfür spielen die veränderte Strahlungsbilanz sowie die Eis-Albedo-Rückkoplung eine entscheidende Rolle. Seit 1961 ist die mittlere Temperatur am Flughafen von Spitzbergen bereits um mehr als 5 Grad gestiegen! Besonders extrem fällt die Erwärmung in den Wintermonaten aus, da es immer weniger Meereis im Bereich der Inselgruppe gibt. Zum Vergleich: In Wien ist die Temperatur im selben Zeitraum um gut 2 Grad gestiegen bzw. weltweit um 1 Grad. Die Geschwindigkeit der Erwärmung ist rund um Spitzbergen also deutlich schneller als hierzulande. In der folgenden Graphik sieht man beispielsweise die Abweichungen der Temperatur im vergangenen Jahr pro Breitengrad: Besonders die hohen Breiten der Nordhalbkugel fallen hier markant auf.


Extreme Wärme in Sibirien

In diesem Jahr ist vor allem der Norden Sibiriens von außergewöhnlich hohen Temperaturen betroffen. Erst im Juni wurde etwa mit 38 Grad im russischen Ort Werchojansk die höchste, jemals gemessene Temperatur im gesamten Polarkreis  egalisiert. Entsprechend geht es auch mit der arktischen Meereisausdehnung rapide bergab: Zu dieser Jahreszeit gab es noch nie eine so geringe Eisausdehnung wie aktuell. Das jährliche Minimum wird meist im September erreicht, derzeit befinden wir uns somit auf (Negativ-)Rekordkurs.

Titelbild © Google Earth

Alle Jahre wieder: Die Hundstage

Die Zeit vom 23. Juli bis zum 23. August ist landläufig als Hundstage bekannt und gilt als die heißeste Zeit im Jahr. Ihren Ursprung haben diese Tage im alten Ägypten rund zweitausend vor Christus: Rund um den 23. Juli wurde damals nämlich des hellste Stern Sirius am Morgenhimmel  sichtbar. Bei den alten Ägyptern war dieses astronomische Ereignis von besonderer Bedeutung, da zu diesem Zeitpunkt oftmals die Nilflut einsetzte. Außerdem glaubten die Menschen, dass der hellste Stern am Morgenhimmel als „zusätzliche“ Sonne für die sommerliche Hitze verantwortlich sei. Die Dauer der Hundstage erklärt sich daraus, dass vom ersten Auftauchen des Sterns in der Morgendämmerung bis zum vollständigen Erscheinen des Sternbilds etwa ein Monat vergeht.

Aufnahme vom Thiersee im Kufsteinerland © QYINT, Niclas Weninger

Hundstage und Hitze in Europa: Zufall

Im Alpenraum ist die Zeit während der Hundstage tatsächlich die heißeste Phase des Jahres: Häufig erleben wir von Ende Juli bis Mitte August sehr heiße Tage und warme, teils sogar tropische Nächte. Auch die meisten Hitzerekorde in Mitteleuropa stammen aus dieser Zeit. Mit dem Sternbild „Großer Hund“ hat das aber nichts zu tun, da sich das Erscheinen von Sirius im Laufe der Jahrtausende verschoben hat: Mittlerweile taucht Sirius erst ab Ende August am Morgenhimmel auf, zudem wird das gesamte Sternbild hierzulande erst im Winter vollständig sichtbar.

@ https://stock.adobe.com

Bis zu 36 Grad am Dienstag

In der neuen Woche ist zwar kein beständiges Hoch oder gar eine Hitzewelle auszumachen, in Summe präsentiert sich das Wetter in den nächsten Tagen aber hochsommerlich und zumindest vorübergehend auch sehr heiß. Gerade in Bayern und weiten Teilen Österreichs sind am Dienstag bis zu 36 Grad zu erwarten. Zwar gibt es am Mittwoch mit einem Tiefausläufer einen Dämpfer, aber schon für die nachfolgenden Tage zeichnet sich wieder beständigeres Badewetter ab. Im Flach- und Hügelland überwiegt der Sonnenschein, im Bergland bilden sich zum Abend hin ein paar Wärmegewitter. Mit meist 25 bis 33 Grad bleiben die Temperaturen auf hochsommerlichem Niveau, in der Schweiz und im Südwesten Deutschlands sind am nächsten Wochenende gar wieder über 35 Grad möglich.

Aufnahme vom Thiersee im Kufsteinerland © QYINT, Niclas Weninger

 

Titelbild: Aufnahme vom Thiersee im Kufsteinerland © QYINT, Niclas Weninger

 

Hurrikan trifft Texas

HANNA erfährt bereits eine rasche Intensivierung und wird bei Tagesanbruch wahrscheinlich zu einem Hurrikan heraufgestuft werden. Der Sturm bewegt sich durch ein Gebiet mit sehr warmem Ozeanwasser mit geringer Scherung – ein klassisches Mittel zur Verstärkung. Seine geringe Größe macht ihn auch zu einem guten Kandidaten für plötzliche Schwankungen in der Intensität. Der Landgang dieses gefährlichen Sturms wird für Samstagabend Ortszeit erwartet, die Bedingungen werden sich aber bereits am Samstagmorgen rasch verschlechtern.

 

Große Ballungszentren wie Corpus Christi, in denen fast eine halbe Million Menschen leben, werden die schlimmsten Auswirkungen zu spüren bekommen. Dazu gehören zerstörerische Winde mit einer Geschwindigkeit von bis zu 130 km/h und eine potenziell sehr gefährliche Sturmflut von bis zu 1,5 m Höhe. Sintflutartiger Regen mit Mengen bis zu 250 mm wird eine viel größere Region in Südtexas und Nordostmexiko betreffen (siehe Karte unten), wobei lokal auch noch höhere Mengen möglich sind. Eine Beruhigung wird eintreten, wenn sich das System vom Sonntag bis Montag weiter ins Landesinnere bewegt.

 

Prognose des aufsummierten Niederschlags über 3 Tage @ NOAA

 

Zusätzlich zu HANNA wütet aktuell Hurrikan DOUGLAS über dem offenen Pazifik. Er wird am Sonntag auf Hawaii treffen.

 

Titelbild: Prognostizierte Zugbahn @ NOAA

Neue Woche bringt Badewetter mit Abstrichen

Bis zu 36 Grad am Dienstag

Wie auch immer die verschiedenen Vorlieben sind, in der neuen Woche ist für alle etwas dabei. Nach einem noch phasenweise bewölkten Sonntag scheint die Sonne vor allem am Montag und Dienstag im ganzen Land, häufig bleibt es dabei trocken. Zunächst liegen die Temperaturen im angenehmen sommerlichen Bereich zwischen 24 und 30 Grad, am Dienstag wird jedoch vorübergehend sehr heiße Luft in den Alpenraum geführt. Landesweit gesehen zeichnet sich der heißeste Tag des bisherigen Jahres ab, denn nahezu überall sind 30 Grad und mehr zu erwarten, selbst in höheren Lagen um 1000 m. Auf bis zu 36 Grad steigt die Temperatur hingegen im Flachland und in manchen Tälern, in allen Landeshauptstädten sind 33 bis 35 Grad in Aussicht.

Aufnahme vom Thiersee im Kufsteinerland © QYINT, Niclas Weninger

Tiefausläufer am Mittwoch, nachfolgend wieder Badewetter

Doch was wäre dieser Sommer ohne zwischenzeitlichen Tiefdruckeinfluss? Eine Kaltfront erreicht die Alpen am Mittwoch, damit überwiegen an der Alpennordseite die Wolken bei wiederholtem Regen und nur 22 bis 27 Grad. Im Süden und Osten kommen nach einer sonnigen und heißen ersten Tageshälfte vermehrt Schauer und Gewitter auf, hier werden nochmal bis zu 33 Grad erreicht.

Für die nachfolgenden Tage zeichnet sich schließlich wieder beständigeres Badewetter ab. Im Flach- und Hügelland überwiegt der Sonnenschein, im Bergland bilden sich zum Abend hin ein paar Wärmegewitter. Mit meist 25 bis 33 Grad bleiben die Temperaturen auf hochsommerlichem Niveau.

 

Aufnahme vom Thiersee im Kufsteinerland © QYINT, Niclas Weninger
Aufnahme vom Thiersee im Kufsteinerland © QYINT, Niclas Weninger

Ticker-Nachlese: Kräftige Gewitter am Freitag

Gewitter über den Bergen

Anbei ein Überblick der Regenmengen am Freitag. Lokal gab es große Regenmengen in kurzer Zeit wie etwa in Deutschlandsberg, wo es mitunter auch zu Vermurungen kam. Örtlich kam es zudem auch zu Hagelschlag. In der Nacht auf Samstag fällt besonders im Südosten noch zeitweise kräftiger Regen.

Niederschlagsanalyse bis 19 Uhr.

+++ Update 17:45 +++

Derzeit gehen in der Südsteiermark und in Oberkärnten noch lokale Gewitter nieder, so gab es etwa in Obervellach 15 Liter pro Quadrameter Regen und Böen bis knapp 50 km/h. Allgemein ist die Unwettergefahr derzeit aber nur gering.

+++ Update 17:05 +++

Auch in Oberösterreich haben die Gewitter örtlich für Hagel gesorgt, wie etwa in Sierning im Bezirk Steyr.

Anbei noch die bislang nassesten Wetterstationen in den vergangenen 6 Stunden:

  • 34 mm Weyer
  • 32 mm Reichenau an der Rax
  • 28 mm Puchberg am Schneeberg
  • 25 mm Deutschlandsberg
  • 22 mm Buchberg
  • 19 mm Tannheim
  • 17 mm Kremsmünster
  • 17 mm Golling

+++ Update 16:35 +++

Achtung, ein kräftiges Gewitter mit Starkregen, kräftigen Windböen und lokal auch Hagel zieht derzeit über den Raum Deutschlandsberg hinweg in Richtung Groß Sankt Florian.

Die Gewitter im Tullnerfeld haben sich dagegen abgeschwächt, in Langenlebarn wurden allerdings noch Böen bis 75 km/h gemessen.

+++ Update 15:50 +++

Die meisten Blitze gab es bislang in Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark. Aktuell gehen die stärksten Gewitter im Mühlviertel, im Tullnerfeld sowie auf der Koralpe nieder.

Blitze am Freitag.

+++ Update 15:35 +++

Das Gewitter über dem Norden Wiens hat sich wieder abgeschwächt, lokal gab es hier Starkregen und kleinen Hagel. Die heftigsten Gewitter befinden sich im Mostviertel rund um St. Pölten bzw. im Tullnerfeld. Hier besteht lokal die Gefahr von kleinräumigen Überflutungen und Hagel. Anbei ein Bild aus 3034 Burgstall:

+++ Update 14:45 +++

Und schon ist der Regen da …

Radarbild von 14:40 Uhr @ UBIMET, ACG

+++ Update 14:30 +++

Wien: Nach derzeitigem Stand zieht das Gewitter aus dem Vorposting wohl über dem Wienerwald westlich an der Stadt vorbei. Regen kommt aber unabhängig davon, zudem bilden sich direkt über der Stadt gerade neue Schauer. Nicht ausgeschlossen, dass diese ebenso Blitz und Donner bringen.

Webcambild von 14:30 Uhr @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien

+++ Update 14:00 +++

Gefährlich sind aktuell zwei Gewitterzellen: eine im Bereich Knittelfeld im Murtal und eine weitere, welche gerade im Wienerwald entstanden ist. Generell verlagert sich alles langsam nach Nordosten, auch für Wien wird es zumindest interessant:

Radarbild von 13:50 Uhr @ UBIMET, ACG

+++ Update 13:15 +++

14 l/m² sind in der letzten Stunde in Puchberg am Schneeberg gefallen. Derweil zeigt die Webcam in Puchenstuben im Mariazellerland nach Norden zu die zahlreichen Quellungen:

Webcam Puchenstuben @ http://puchenstuben.it-wms.com/big_current1.jpg

+++ Update 12:30 +++

Die kräftigsten Gewitter befinden sich derweil im Mühl- und Waldviertel. Aus Mardetschlag bei Freistadt wird Hagel gemeldet:

+++ Update 12:00 +++

Ein kurzer Blick nach Italien, denn dort lagert heute die richtig gefährliche Luftmasse. Nicht weit entfernt von Mailand sind in den frühen Morgenstunden bereits diese, geschätzt 6 cm mächtigen Trümmer vom Himmel gefallen:

+++ Update 11:45 +++

Radarbild von 11:40 Uhr @ UBIMET, ACG

Das aktuelle Radarbild zeigt Schauer und erste Gewitter vor allem im Waldviertel und der Obersteiermark. Sie verlagern sich nur langsam nach Osten und weisen noch keine große Lebensdauer auf.

+++ Update 11:15 +++

Satellitenbild und detektierte Blitze von 11:15 Uhr @ UBIMET, nowcast, EUMETSAT

Über Nacht ist ein mächtiger Gewittercluster über Slowenien nach Osten gezogen. Zwar hat er sich inzwischen aufgelöst, seine Wolken sorgten aber im Südosten und Osten für einen recht bewölkten Start in den Tag. In Wien ist inzwischen die Sonne raus gekommen, von Deutschlandsberg bis in den Seewinkel dauert es aber noch ein wenig. Entsprechend ist hier erst später am Tag mit Gewittern zu rechnen.

Nicht so von Kärnten bis ins Mühl- und Waldviertel. Hier ging es bereits sonnig los und die sehr feuchte Luft wird bereits jetzt gehoben, erste Schauer und Gewitter entstehen. Von ihnen geht vorerst noch keine Unwettergefahr aus.

Vorarlberg und Tirol werden ebenfalls von einem Gewittersystem über Oberitalien beeinflusst, Wolken dominieren und am Alpenhauptkamm fällt Regen.

 

Titelbild @ https://stock.adobe.com

Bestimmung von Gewitterentfernungen

Gestern in den Abendstunden entwickelte sich westlich von Graz ein kräftiges Gewitter, das in weiterer Folge die Stadt selbst traf. Beobachten konnte man die Gewitterwolke aber selbst noch von Wien aus:

Cumulonimbus – 23.07.2020 – 145 km Entfernung – foto-webcam.eu

In unseren Breiten können Gewitterwolken Höhen von 10 bis 12 km erreichen, die eher seltenen Winter-Gewitter hingegen nur etwa 8 km. Mit ein bisschen Schulgeometrie kann man die Entfernung einer Gewitterwolke bestimmen. Verwendet man den Satz des Pythagoras, beachte dabei die Erdkrümmung und die atmosphärische Refraktion – die Lichtbrechung – ergibt die Entfernung des Horizontes zu einem erwachsenen Menschen etwa 5 km. Nun reichen Gewitterwolken aber in angesprochen große Höhen und sind somit noch aus deutlich weiteren Entfernungen sichtbar.
Für eine theoretisch gerade noch sichtbare Gewitterwolke mit einer Höhe von etwa 12 km ergibt sich eine maximale Entfernung von 430 km.

Cumulonimbus – 23.07.2020 – 140 km Entfernung – foto-webcam.eu

Zeitverzögerung zwischen Blitz zu Donner

Nicht unerlässlich ist aber auch aus dem zeitlichen Abstand zwischen Blitz und Donner auf die Entfernung zu einem Gewitter schließen zu können.

Das Licht eines Blitzes legt pro Sekunde etwa 300.000 km zurück. Selbst bei Gewittern mit einer maximal noch sichtbaren Entfernung von etwa 430 km sieht man einen Blitz somit nahezu gleichzeitig mit seiner Entstehung.
Der Schall hat hingegen nur eine Geschwindigkeit von etwa 300 m pro Sekunde. Tritt ein Blitz in 1 km auf, hört man dessen Donner somit erst nach 3 Sekunden.
Allgemein gilt: Zählt man die Sekunden zwischen Blitz und Donner und teilt diese durch 3, so erhält man die ungefähre Entfernung zum Gewitter in Kilometern.
Beispiel: Liegen zwischen Blitz und Donner etwa 12 Sekunden, trat der Blitz in ca. 4 km Entfernung auf.

 

Titelbild: Cumulonimbus – Quelle: pixabay.com

Juli: Höhepunkt der Gewittersaison

Die Gewittersaison in Österreich erreicht in diesen Wochen im Mittel ihren Höhepunkt. Nach einem ausgesprochen schwachem Start in die Saison – dem schwächsten seit Messbeginn – gab es im Juli vor allem in Teilen der Steiermark und Niederösterreichs viele Blitze (Wolken- und Erdblitze):

  • 138.000 Steiermark
  • 106.000 Niederösterreich
  • 71.000 Oberösterreich

Mittlerweile liegt die Steiermark auch wieder an der Spitze vom Bundesland-Ranking seit Jahresbeginn. Die höchste Blitzdichte gab es im Bezirk Weiz, den stärksten Blitz mit 306 kA dagegen in Anras im Bezirk Lienz.

Vorläufige Blitzdichte im Sommer 2020 (bis 23.7.)

Wenn man die vorläufige Blitzdichte im Sommer 2020 mit jener vom Vorjahr vergleicht, fällt auf, dass es in vielen Regionen heuer bislang deutlich weniger Gewitter gab. Es gibt allerdings auch Ausnahmen wie etwa die Oststeiermark, wo besonders am 1. Juli sehr viele Blitze detektiert wurden.

Blitzdichte im Sommer 2019.

Schwache Saison

In Summe gab es im Sommer 2019 knapp über 1.000.000 Blitze in Österreich (davon etwa 325.000 mit einer Stromstärke von mind. 5 kA). Aktuell liegen wir bei etwa 440.000 Entladungen (davon etwa 125.000 >5kA). Zwar steht der gesamte August noch bevor, in den meisten Jahren lässt die Blitztätigkeit ab der Monatsmitte aber deutlich nach, somit wird es sehr schwierig den Wert vom letzten Jahr zu erreichen (welcher bereits einer der niedrigsten seit Messbeginn war).

Durchschnittliche Blitzanzahl (>5 kA)
Juni 143.000
Juli 283.000
August 127.000

Schwere Gewitter mit großem Hagel in Norditalien

Unwetter mit Hagel

Der Sommer in Norditalien verlief bislang äußerst gewitteranfällig, so gab es in den vergangenen Wochen wiederholt kräftige Gewitter. In der Nacht auf Donnerstag kam es neuerlich zu heftigen Gewittern, diesmal war besonders stark der nördliche Teil der Region Emilia-Romagna betroffen, wo kurz vor Mitternacht etwa im Ort Bagnolo in Piano (nördlich von Reggio Emilia) Hagel mit einer Größe um 6 cm beobachtet wurde. In weiterer Folge sind die Gewitter ostwärts gezogen und haben für ergiebige Regenmengen und Sturmböen gesorgt.

Reflektivität (Wetterradar) am Mittwochnacht um 23 Uhr mit >65 dBZ. (Prot. Civile / UBIMET)

Weitere Unwetter am Freitag

In den kommenden Stunden nimmt die Gewittergefahr in Norditalien ausgehend von den Alpen neuerlich zu. Besonders in der zweiten Nachthälfte sowie am Freitag tagsüber zeichnet sich im Nordosten Italiens sowie teils auch im Nordwesten Unwettergefahr durch Starkregen, teils großen Hagel und Sturmböen ab. Erst am Freitagabend beruhigt sich die Lage langsam wieder.

Wetterlage bleibt gewitteranfällig

Am Mittwoch sind neuerlich Schauer und Gewitter zu erwarten, wobei in erster Linie das Bergland sowie der Süden und Südosten des Landes betroffen sind. Speziell von Kärnten über die südliche Steiermark bis ins Süd- und Mittelburgenland können die Gewitter am Nachmittag und Abend lokal auch kräftig ausfallen mit der Gefahr von Starkregen, Hagel und teils stürmischen Böen. Im Norden und Nordosten ist die Luft dagegen trockener als noch am Dienstag, somit bleibt es hier überwiegend trocken.

Eine Luftmassengrenze liegt nördlich der Alpen. (Karte: FU Berlin/DWD)

Am Donnerstag lässt die Gewittergefahr etwas nach, nur am Alpenrand und an der Alpensüdseite ziehen örtlich teils gewittrige Schauer durch. Am Freitag sind dann im Vorfeld einer schwachen Kaltfront neuerlich verbreitet Schauer und teils kräftige Gewitter zu erwarten.

Am Dienstag 38.000 Blitze

Bereits am Dienstag kam es vor allem in Niederösterreich, Wien und der Steiermark zu kräftigen Gewittern. Lokal kam es dabei im Raum Krems zu großem Hagel um 4 cm, aber auch in der Wiener Innenstadt gab es kleinen Hagel und stürmische Böen bis 74 km/h. Landesweit wurden dabei 38.000 Blitze detektiert, davon 13.500 in Niederösterreich und 11.300 in der Steiermark.

Blitzverteilung am Dienstag (Daten: nowcast / UBIMET).

Titelbild: Adobe Stock

Ticker-Nachlese: Unwetter am Dienstag, 21.07.2020

Hagelkörner - pixabay.com

+++ Update 00:30 Uhr +++

Derzeit sind von der Koralpe bis zu den Fischbacher Alpen sowie im Südburgenland noch einige Gewitter unterwegs, diese ziehen nach Südosten weiter. Damit muss man im Südosten der Steiermark sowie im Südburgenland in den nächsten 2 Stunden noch mit Gewittern rechnen, ansonsten hat sich die Lage weitestgehend beruhigt. Vielen Dank fürs Mitlesen, kommt gut durch die Nacht bzw. schlaft gut!

+++ Update 23:25: Kräftiges Gewitter im Lavanttal! +++

Ein kräftiges Gewitter zieht derzeit von der Saualpe kommend in südöstlicher Richtung ins Lavanttal, auch hier muss mit Starkregen und kleinkörnigem Hagel gerechnet werden!

+++ Update 22:53 +++

Die Gewitter im Süden der Steiermark sowie im südlichsten Zipfel des Burgenlandes haben sich verstärkt, hier muss in den nächsten 30-45 Minuten man mit kräftigem Regen und kleinkörnigem Hagel rechnen!

+++ Update 21:45 +++

Derzeit ziehen speziell vom Unterinntal bis zur Obersteiermark sowie im Südosten noch einige Schauer und Gewitter durch, nördlich der Alpen lässt die Gewittertätigkeit nun deutlich nach. Morgen muss man speziell im Bergland und im Süden erneut mit Schauern und Gewittern rechnen, kräftig können diese im östlichen Bergland und im Süden ausfallen.

+++ Update 20:25 +++

Ein kräftiger Schauer erreicht nun die westlichen Stadtteile Wiens. Blitzaktiv ist dieser aber nicht mehr. Am rechten Bildrand kann man sehr gut die Fallstreifen erkennen.

Schauerzelle mit Fallstreifen

+++ Update 20:15 +++

Lokale Gewitter mit teils starkem Niederschlag in Tirol und Salzburg:
In Berchtesgaden und Salzburg wurden bei den Gewittern stellenweise 10 bis 17 Liter in nur wenigen Minuten gemessen. (Uhrzeit in UTC, dh 20 Uhr Ortszeit)

Webcam Vergleich Vorher und während eines gewittrigen Schauers:
Zwischen den beiden Fotos liegen 10min. Man kann bereits im linken, dem früheren der beiden Fotos den Niederschlagsvorhang erkennen.

Webcam-Verleich: foto-webcam.eu

+++ Update 19:25 +++

Sturmschaden nach dem Gewitter im Nordburgenland:
Die ca. 90 km/h waren für den Baum auf dem Foto der Storm Science Austria zu viel, er knickte um. Aufgenommen bei Halbturn im Burgenland, knapp östlich des Neusiedler Sees. Im Hintergrund kann man noch gut die abziehende Gewitterwolke erkennen.

Umgeknickter Baum bei Halbturn – Storm Science Austria

+++ Update 19:15 +++

Während sich das kräftige Gewitter, das quer durch Niederösterreich, über Wien und das nördliche Burgenland hinwegzog, nach Ungarn verabschiedet, ist bei einem weitern Gewitter im Mittel- und Südburgland noch mit Starkniederschlag und stürmischen Böen zu rechnen. In Summe brachte das Gewitter in der letzten Stunde bei Hartberg, Stmk 20,4 Liter Niederschlag und 65 km/h Windböen. Weiters sind in Tirol und Salzburg noch Gewitter aktiv. Das Gefahrenpotential ist bei diesen aber nicht sehr hoch.

Blitzverlauf

+++ Update 17:55 +++

Das ehemals Zwettler Gewitter, das auch in Wien kleinkörnigen Hagel brachte, zieht nun über den Seewinkel, bzw. den Norden des Neusiedler Sees Richtung Ungarn ab. Es ist weiterhin mit Hagel zu rechnen! Ansonsten sind derzeit eher noch lokale Wärmegewitter unterwegs, die aber kein großes Gefahrenpotential mehr beinhalten.

Die Stormchaser der Storm Science Austria haben uns auch von dieser Zelle bei Weiden am See ein Foto zukommen lassen:

Gewitterzelle bei Weiden am See – Storm Sciene Austria

+++ Update 17:20 +++

Von unserem Büro aus konnten wir ein Zeitraffer-Video des Gewitters über Wien erstellen.

Video

+++ Update 16:50 +++

Das Gewitter in Wien ist mittlerweile durch, in der Innenstadt gab es stürmische Böen bis 74 km/h und kleinen Hagel.

Zuvor hat das Gewitter allerdings im Raum Krems lokal auch für großen Hagel gesorgt!

+++ Update 16:30 +++

Die Gewitter im Nordosten haben bereits örtlich wie etwa in Imbach (Krems Land) für Hagel und stürmische Böen um 70 km/h gesorgt. Demnächst trifft das Gewitter auch auf Wien.

+++ Update 16:20 +++

Zwischendurch mal eine Übersicht über den Blitzverlauf in Österreich der letzten 3 Stunden. Die weißen Blitzsymbole markieren dabei aktuelle Blitze.

3-stündiger Blitzverlauf, Quelle: UBIMET

+++ Update 16:05 +++

Ein kräftiges hat nun zwischen Pinkafeld und Kirchschlag auch das Burgenland erreicht. Die Zelle von Markt Allhau aus. Sehr gut zu erkennen sind die Niederschalgs-Fallstreifen direkt über den Bäumen in der rechten Bildhälfte.

Gewitterzelle bei Markt Allhau um 15:55 Uhr – Storm Science Austria

+++ Update 15:50 +++

Die zuvor noch getrennten Gewitter im Waldviertel schließen sich in diesem Moment zusammen und ziehen als ein kräftige weiter nach Südost. Vorsicht ist geboten im Bereich zwischen Sankt Pölten und Ernstbrunn besonders vor Starkregen!

Danke hierbei auch an Martin Kührer, der uns dieses Foto der Zelle von Sitzendorf aus geschickt hat:

+++ Update 14:55 +++

Nun sind bereits 2 kräftige Gewitter in Niederösterreich unterwegs: eines bei Zwettl und das andere bei Horn. Bei diesen ist mit Starkregen und stürmischen Böen zu rechnen!

+++ Update 14:10 +++

Achtung im Waldviertel, vor allem in Weitra und später auch im Großraum Zwettl: Ein kräftiges Gewitter zieht aus Nordwesten auf mit Hagel und Sturmböen!

Blitze um 14 Uhr - nowcast, UBIMET
Blitze um 14 Uhr – nowcast, UBIMET

+++ Update 13:55 +++

Ein schönes Bild aus Pinkafeld mit ersten Quellwolken, aufgenommen vor 10 Minuten von unseren Kollegen der Storm Science Austria.

Quellwolken über Pinkafeld um 13:45 Uhr - Storm Science Austria
Quellwolken über Pinkafeld um 13:45 Uhr – Storm Science Austria

+++ Update 13:40 +++

Hier noch ein aktuelles Satellitenbild mit der Regionen, wo in den kommenden Stunden die Unwettergefahr am höchsten ist:

Satellitenbild um 13 Uhr und Unwettergefahr am heutigen Dienstag - EUMETSAT, UBIMET
Satellitenbild um 13 Uhr und Unwettergefahr am heutigen Dienstag – EUMETSAT, UBIMET

+++ Update 13:30 +++

Erste Gewitterwolken auch aus der Turracher Höhe sichtbar:

Webcam Turracher Höhe - https://www.foto-webcam.eu/webcam/turrach-ost/
Webcam Turracher Höhe – https://www.foto-webcam.eu/webcam/turrach-ost/

+++ Update 13:20 +++

Die erste Rotwarnung des Tages ist jetzt aktiv zwischen dem oberen Murtal und dem Grazer Bergland:

Warnungen um 13:15 Uhr - UBIMET
Warnungen um 13:15 Uhr – UBIMET

+++ Update 13:10 +++

Die 30-Grad-Marke ist gefallen! Spitzenreiter Bad Radkersburg mit 30.3 Grad bis jetzt.

Tageshöchswerte bis 13 Uhr - UBIMET
Tageshöchswerte bis 13 Uhr – UBIMET

+++ Update 12:50 +++

Im Waldviertel sowie im oberen Murtal geht es allmählich zur Sache. Sogar schon die ersten Blitze wurden von unserem Blitzortungssystem detektiert!

Radarbild um 12:50 Uhr - Austrocontrol, UBIMET
Radarbild um 12:50 Uhr – Austrocontrol, UBIMET

+++ Update 12:00 +++

Erste, schwache Schauer jetzt auch von der Flattnitz bis zum Grazer Bergland unterwegs. Interessant ist auch die Entwicklung im Südwesten Tschechiens (Südböhmen): Hier hat sich bereits ein kräftiger Schauer gebildet. Dies wird in den kommenden Stunden für das Waldviertel interessant.

Satellitenbild um 12 Uhr - EUMETSAT, UBIMET
Satellitenbild um 12 Uhr – EUMETSAT, UBIMET
Webcam in Volary (Südböhmen, Tschechien) - CHMI http://portal.chmi.cz/files/portal/docs/meteo/kam/prohlizec.html?cam=volary
Webcam in Volary (Südböhmen, Tschechien) – CHMI http://portal.chmi.cz/files/portal/docs/meteo/kam/prohlizec.html?cam=volary

+++ Update 11:20 +++

Der erste Schauer hat sich im Wechselgebiet gebildet und zieht langsam über die Südautobahn hinweg in Richtung der Buckligen Welt. Die Gewitterlinie über der Slowakei zieht nach Osten ab.

Radarbild um 11:10 Uhr - Austrocontrol, UBIMET
Radarbild um 11:10 Uhr – Austrocontrol, UBIMET
Der Schauer auf dem Webcam in Schwarzenbach - https://www.foto-webcam.eu/webcam/schwarzenbach/
Der Schauer auf dem Webcam in Schwarzenbach – https://www.foto-webcam.eu/webcam/schwarzenbach/
Der Schauer auf dem Webcam in Hochwolkersdorf - https://www.foto-webcam.eu/webcam/hochwolkersdorf/
Der Schauer auf dem Webcam in Hochwolkersdorf – https://www.foto-webcam.eu/webcam/hochwolkersdorf/

+++ Update 10:30 +++

Bis zu 32 Grad stehen heute im Osten und Südosten auf dem Programm, die 30-Grad-Marke wird aber wohl in allen Bundesländern fallen. In der Osthälfte wurde lokal schon einen Sommertag (Temperaturmaximum größer 25 Grad) verzeichnet!

Temperaturhöchstwerte am heutigen Dienstag bis 9:50 Uhr - UBIMET
Temperaturhöchstwerte am heutigen Dienstag bis 9:50 Uhr – UBIMET

+++ Update 10:00 +++

Noch ist es verbreitet sonnig, aus Westen ziehen aber schon vermehrt Wolken auf. Ab etwa Mittag bilden sich dann südlich des Hauptkamms sowie zwischen Mühl- und Waldviertel erste Schauer und Gewitter, die sich im weiteren Verlauf nach Osten und Südosten ausbreiten.

Satellitenbild um 10 Uhr und Unwettergefahr am heutigen Dienstag - EUMETSAT, UBIMET
Satellitenbild um 10 Uhr und Unwettergefahr am heutigen Dienstag – EUMETSAT, UBIMET

Auch wenn heute die Unwettergefahr im Nordosten bzw. im Süden am größten ist, sind in der zweiten Tageshälfte und in der Nacht auf Mittwoch auch nach Westen zu Schauer und Gewitter einzuplanen. Meist besteht hier aber keine Gefahr von schadensträchtigen Ereignissen.

So sieht unsere Vorwarnkarte für den heutigen Tag aus:

Vorwarnungen der UWZ für den Dienstag - UBIMET
Vorwarnungen der UWZ für den Dienstag – UBIMET

Titelbild: Hagelkörner – pixabay.com

Verhaltensregeln bei Gewittern

Gewitter mit Blitz

Allgemein kündigt sich ein Blitz nicht an und kann manchmal auch mehrere Kilometer von der Gewitterwolke entfernt einschlagen. Blitze schlagen zudem nicht immer an den höchsten Objekten ein und können durchaus auch mehr als einmal den selben Punkt treffen.

Gefahrenquelle Blitz

Bei  einem Gewitter besteht nicht nur die Gefahr, dass man direkt von einem Blitz getroffen wird, sondern auch das Risiko, in der Nähe eines Einschlags zu sein. Dabei springt der Blitz aufgrund der extrem hohen Spannung auf alle Stromleiter im unmittelbaren Umfeld über – schwere Verletzungen sind die Folge. Weiters gibt es auch die Gefahr der Schrittspannung: Wenn ein Blitz in unmittelbarer Nähe am Boden einschlägt, kann der Strom durch den menschlichen Körper fließen, wenn man im Zuge eines Schrittes den Boden an zwei unterschiedlichen Punkten mit unterschiedlichem elektrischen Potential berührt. Alleine in Deutschland und Österreich sterben jedes Jahr rund 10 Menschen an den Folgen eines direkten oder indirekten Blitzschlages! Besonders gefährdet sind meist Landwirte und Sportler (besonders Wanderer, Bergsteiger, Golfspieler, aber auch Fußballer und Wassersportler!)

10.000 Grad bei Blitzschlag

Bei einem Blitzschlag werden durchschnittliche Stromstärken von 20.000 Ampere gemessen, vereinzelt werden aber sogar mehr als 250.000 Ampere erreicht. Die Temperatur kann direkt im Blitzkanal kurzzeitig auf mehrere 10.000 Grad steigen. Das explosionsartige Verdampfen des Wassers löst eine Schockwelle aus, die man in weiterer Folge als Donner wahrnimmt.

Wo findet man Schutz?

Wenn man sich im Freien befindet sollte man hohe sowie generell stromleitende Gegenstände meiden sowie fern vom Wasser bleiben. Am besten ist der Unterschlupf in einem Haus mit verschlossenen Fenstern und Türen oder im Auto. Ist man im Freien, sollte man folgende Notmaßnahmen beachten:

  • Auf den Boden kauern, am besten in einer Mulde oder Senke. Die Beine müssen dabei eng beieinander stehen um die Schrittspannung gering zu halten. Im Notfall ist es jedenfalls besser zu hüpfen, als zu laufen.
  • Niemals unter einzelstehenden Bäumen (ganz egal welche Baumart) oder Stromleitungen Schutz suchen!
  • Im Gebirge: Von Graten und Gipfeln fernhalten und Stahlseile und Skilifte meiden. Nahe einer Felswand gibt es ein relativ sicheres Dreieck, dessen Seitenlänge am Boden der Höhe der Wand entspricht.
  • Wenn man keinen Donner mehr hört, bedeutet das nicht, dass das Gewitter vorbei ist. Blitze können weit entfernt von der Wolke einschlagen. Deshalb ist es auch wichtig, dass man nach dem vermeintlich letzten Donner noch für längere Zeit in Sicherheit bleibt.
  • Stets lokale Wetterberichte lesen und die Tour entsprechend planen (nicht auf Apps verlassen). Bei einer erhöhten Gewitterneigung sollte man nur kurze Touren mit Ausstiegs- oder Schutzmöglichkeiten durchführen.
  • Stets den Himmel beobachten : So erkennt man, ob sich in der Nähe mächtige Quellwolken bzw. Gewitter entwickeln.

 

Luftmassengrenze quer über Deutschland

Wetterlage am Dienstag (21.07.2020) - UBIMET

Eine Kaltfront liegt heute zu Mittag quer über der Bundesrepublik, etwa vom Saarland bis nach Vorpommern und sorgt für beachtliche Temperaturgegensätze. Hinter der Kaltfront werden verbreitet Werte um die 15 Grad gemessen, in der Südosthälfte sind heute nachmittags hingegen nach wie vor sommerliche 25 bis 31 Grad in Reichweite.

Gemessene Temperaturwerte am Dienstag 21.07. um 11 Uhr - DWD, UBIMET
Gemessene Temperaturwerte am Dienstag 21.07. um 11 Uhr – DWD, UBIMET

In den kommenden Tagen verwellt die Front als Luftmassengrenze genau über der Mitte Deutschlands. Auch wenn sie kaum relevantes Wetter mit sich bringt, sorgt diese bis Ende der Woche weiterhin für eine temperaturtechnisch zweigeteilte Republik.

Wetterlage am Dienstag (21.07.2020) - UBIMET
Wetterlage am Dienstag (21.07.2020) – UBIMET

So sind bis inklusive Freitag nördlich der Mittelgebirge meistens nur mäßig warme Höchstwerte zwischen 15 und 22 Grad in Sicht. Nach Süden zu werden hingegen vielerorts 25 bis 29, vereinzelt auch 30 Grad erreicht.

Vorhergesagte Tageshöchstwerte für Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag in Deutschland - ECMWF, UBIMET
Von links oben nach rechts unten: Vorhergesagte Tageshöchstwerte für Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag in Deutschland – ECMWF, UBIMET

Titelbild: Wetterlage am Dienstag, UBIMET

Regional kräftige Gewitter am Dienstag

Hagelgewitter - pixabay.com

Österreich bleibt auch am Dienstag auf der warmen und labilen Seite einer verwellenden Luftmassengrenze, die sich von der Iberischen Halbinsel bis nach Osteuropa erstreckt. In der labil geschichteten Luft bilden sich somit bereits ab etwa Mittag im Mühl- und Waldviertel sowie in Osttirol und Kärnten die ersten Gewitter. Diese erreichen zum Abend hin auch das Weinviertel, Wien und den Wienerwald sowie das Klagenfurter Becken und die Südweststeiermark. In all diesen Regionen können die Gewitter kräftig ausfallen mit erhöhter Gefahr von Hagel, Starkregen und Sturmböen!

Vorhergesagte Niederschlagsmengen und Gewittergefahr am Dienstag - UBIMET
Vorhergesagte Niederschlagsmengen und Gewittergefahr am Dienstag – UBIMET

In der zweiten Tageshälfte muss man dann auch von Westen her mit Schauern und Gewittern rechnen, die sich dann bis in die Nacht auf Mittwoch auch auf den westlichen Donauraum sowie auf das zentrale und östliche Bergland ausbreiten. Das Unwetterpotential bleibt hier aber deutlich geringer.

Hochsommerlich heiß mit bis zu 32 Grad

Abseits von Gewittern verläuft der Tag windschwach und sommerlich warm bis heiß. Es wird dabei noch eine Spur wärmer im Vergleich zum Montag, die Temperaturen erreichen tagsüber im Südosten hochsommerliche 32 Grad. Aber auch sonst ist die 30-Grad-Marke in jedem Bundesland in Reichweite.

Temperaturhöchstwerte am Dienstag - UBIMET
Temperaturhöchstwerte am Dienstag – UBIMET

Titelbild: Hagelgewitter – pixabay.com

Nach Starkregen folgt neuer Sommeranlauf

Viel Regen in Osthälfte

Wenig sommerlich präsentierte sich der Samstag in der Osthälfte: Teils kräftiger Regen und Temperaturen oft nur um die 15 Grad erinnerten mehr an den Herbst als an den Hochsommer. Am meisten Regen kam in Kilb im Bezirk Melk im Mostviertel zusammen, gut 40 l/m² und somit rund ein Drittel des gesamten durchschnittlichen Juli-Niederschlags fielen hier binnen 24 Stunden. Generell wurden die größten Regenmengen in Niederösterreich gemessen, westlich der Linie Mistelbach-Gutenstein fielen flächendeckend mehr als 20 l/m².

Die Regenmengen des gestrigen Samstags.

Die größten Regenmengen am gestrigen Samstag:

  1. Kilb* 43 l/m²
  2. Lackenhof* 42 l/m²
  3. Lunz am See 41 l/m²
  4. Bärnkopf 38 l/m²
  5. Kolomansberg 35 l/m²
  6. Neubruck* 35 l/m²
  7. Gars am Kamp 34 l/m²
  8. Loosdorf 33 l/m²
  9. Weitra 33 l/m²

* Station des Hydrografischen Dienstes Niederösterreich

Wetterberuhigung zu Wochenbeginn

Ab morgen ist das Höhentief Geschichte, von Westen her setzt sich höherer Luftdruck durch.

Der Montag verläuft häufig sonnig, Restwolken lösen sich bald auf. In der Osthälfte entstehen aber wieder vermehrt Quellwolken und in der Folge einzelne Regenschauer oder Gewitter. Von Vorarlberg bis Oberösterreich bleibt es ganztags sonnig. Mit 24 bis 30 Grad wird es sommerlich warm, die 30 Grad gibt es v.a. in Vorarlberg und Tirol.

Auch am Dienstag scheint zunächst verbreitet die Sonne. Ab Mittag bilden sich vom Mühl- bis ins Weinviertel sowie einerseits entlang der Nordalpen, aber auch in den südlichen Gebirgsgruppen lokal kräftige Wärmegewitter. Bis zum Abend trocken bleibt es noch am Bodensee, im Innviertel, in vielen inneralpinen Tälern und vom Leibnitzer Feld bis ins Burgenland. Vor allem im Osten wird es hochsommerlich, die Temperaturen steigen auf 24 bis 32 Grad.

Stabiles Hoch Fehlanzeige

Zwar geht es ab Mittwoch sommerlich warm weiter, ein stabiles Hoch ist aber weit und breit nicht in Sicht. Von Westen her erreichen nämlich immer wieder schwach ausgeprägte Fronten den Alpenraum, folglich bleiben Schauer und Gewitter treu an unserer Seite. Diese können lokal kräftig ausfallen. Auch die 30 Grad dürften in der zweiten Wochenhälfte höchstens vereinzelt fallen, der beständig unbeständige Sommer geht also in eine neue Runde.

Quelle Titelbild: pixabay

Heute kräftige Gewitter im Osten

Schauer und Gewitter mit Blitz

Am Nachmittag muss man sich speziell von der Ostsee über den Großraum Berlin, Sachsen bis zum Bayerischen Wald auf ein paar Gewitter einstellen. Die größte Unwettergefahr (auf der Karte rot strichliert) besteht dabei in der deutsch-polnischen Grenzregion, sprich vom Stettiner Haff bis zum Zittauer Gebirge.

Da sich die Gewitter nur langsam bewegen, besteht die Hauptgefahr in großen Regenmengen von bis zu 50 l/m² in kurzer Zeit. Doch auch kleiner Hagel ist möglich!

Große Gewittergefahr heute im Osten.

Verantwortlich für die Gewitter ist ein Höhentief über Serbien, das feuchte und labil geschichtete Luft bis in den Osten unseres Landes schaufelt (schwarzer Pfeil):

Ein Höhentief schaufelt feucht-labile Luft heran.

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Halbzeit: Ein Sommer wie damals

Das Gänsehäufel in Wien - Datenquelle: Stadt Wien – data.wien.gv.at

Manchen Medienberichten zufolge könnte man glauben, 2020 wird das Jahr ohne Sommer sein. Wirft man aber einen Blick auf die Klima-Anomalien für die erste Sommerhälfte, so ergibt sich in der Realität ein ganz anderes Bild. Bislang war die warme Jahreszeit landesweit nämlich nahezu perfekt durchschnittlich temperiert. Auch regional sind keine markanten Anomalien im Vergleich zum langjährigen Mittel zu vermerken, die meisten Stationen pendeln zwischen +0,5 und -0,5 Grad Abweichung zum Mittel:

Temperaturanomalie für den laufenden Sommer bis zum 17.07. - UBIMET
Temperaturanomalie für den laufenden Sommer bis zum 17.07. – UBIMET

Hingegen verliefen die Sommer der vergangenen 10 Jahre nicht nur subjektiv tatsächlich anders: Sie waren dermaßen warm, dass jetzt ein ganz normaler Sommer schon als zu kühl empfunden wird. Dies kann man sehr gut verdeutlichen, indem man die Anzahl an heißen Tagen (Höchsttemperatur mehr als 30°C) in ausgewählten Städten aufsummiert und für die vergangenen 15 Jahre darstellt. Auch wenn der Sommer 2020 temperaturmäßig sehr durchschnittlich ist, könnte er im Vergleich mit den vergangenen 15 Jahren mit einer rekordverdächtig niedrigen Anzahl an Hitzetagen zu Ende gehen.

Anzahl heiße Tage in den letzten 15 Jahren für ausgewählte Städte - UBIMET
Anzahl heiße Tage in den vergangenen 15 Jahren für ausgewählte Städte – UBIMET

Was oft vergessen wird: Das gesamte bisherige Jahr ist trotz des normalen Sommers immer noch viel zu warm: Landesweit liegt die Temperatur knapp 1,5°C über dem langjährigen Mittelwert.

Temperaturanomalie für das laufende Jahr bis zum 17.07. - UBIMET
Temperaturanomalie für das laufende Jahr bis zum 17.07. – UBIMET

Eines stimmt aber wirklich: Der Sommer war bislang nahezu überall zu nass! Bis auf die Nordalpen kam vielerorts mehr Regen als üblich zusammen. Vor allem an einigen Wetterstationen im Nordosten des Landes ist das Niederschlagssoll des gesamten Sommers schon erreicht!

Niederschlagsabweichung für den laufenden Sommer bis zum 17.07. - UBIMET
Niederschlagsabweichung für den laufenden Sommer bis zum 17.07. – UBIMET

Verantwortlich für diese milde und oft unbeständige Jahreszeit waren zahlreiche Höhentiefs und Höhentröge, die öfter als in einem durchschnittlichen Sommer den Süden und Südosten Europas erreicht haben (blaue Farben auf der Karte unten).

Anomalie der Wetterlage in etwa 5000 m Höhe in Juni 2020 - NOAA/PSL https://psl.noaa.gov/
Anomalie der Wetterlage in etwa 5000 m Höhe in Juni 2020 – NOAA/PSL https://psl.noaa.gov/

Titelbild: Gänsehäufel 1956 und 2019
Datenquelle: Stadt Wien – data.wien.gv.at

Zwischenhochwetter am Samstag

Wetterlage am heutigen Samstag - ECMWF, UBIMET

Der Samstag war vor allem in einem Streifen von Mecklenburg-Vorpommern bis Baden-Württemberg recht sonnig. Westlich davon sowie ganz im Südosten waren hingegen zum Teil zahlreiche Wolken unterwegs. Grund dafür ist ein sogenanntes Zwischenhoch, das sich über Mitteleuropa erstreckt und zwischen einem Höhentief über Südosteuropa und den atlantischen Frontensystemen liegt.

Sonnenstunden bis 16 Uhr in Deutschland - DWD, UBIMET
Sonnenstunden bis 16 Uhr in Deutschland – DWD, UBIMET
Höchstwerte am 18.07. in Deutschland - DWD, UBIMET
Höchstwerte am 18.07. in Deutschland – DWD, UBIMET
Wetterlage am heutigen Samstag - ECMWF, UBIMET
Wetterlage am heutigen Samstag – ECMWF, UBIMET