Die Bedeutung der Walpurgisnacht

Feuer zur Walpurgisnacht ©pixabay/Melmak

Die Walpurgisnacht wird jährlich am 30. April begangen. Das traditionelle Fest ist heute zwar nicht mehr ganz so relevant wie früher und wird vielerorts von sogenannten “Tanz in den Mai”-Feiern abgelöst, aber immer noch gibt es viele Anhänger des nord- und mitteleuropäischen Festes.

Ursprung und Bedeutung

Die Walpurgisnacht verdankt ihren Namen Walburga, die von der römisch-katholischen Kirche als Heilige verehrt wird und am 1. Mai 870 heiliggesprochen wurde. Weniger heilig ist hingegen der Hintergrund der Walpurgisnacht: Der Sage nach feierten Hexen am Blocksberg (auch Brocken genannt) im Harzgebirge sowie an anderen mystischen Plätzen verschiedene Rituale mit Tanz und Gesang. Historisch und inhaltlich leitet sich die Walpurgisnacht von heidnischen Frühjahrsbräuchen ab, bei denen die Ankunft des Frühlings mit nächtlichen Freudenfeuern gefeiert wurde. Mit der Christianisierung in Deutschland wurden einige diese Bräuche als heidnisch verboten oder umgedeutet. Später ab dem 16. Jahrhundert wurde die Walpurgisnacht zudem mit Teufelsverehrung in Verbindung gebracht.

Rituale

  • Ähnlich dem Osterfeuer werden große Feuer entzündet.
  • Durch Lieder, Reden und Tanzen soll der Frühling eingeleitet werden.
  • Der Gang zwischen zwei Walpurgisfeuer soll Seuchen und Krankheiten fernhalten.
  • Durch Lärm auf den Straßen wurden Geister vertrieben.
  • Es werden weiße Kreuze an Häuser gemalt, um sich vor Hexen zu schützen.
  • Auch Salz wird zu diesem Zweck über Türschwellen gestreut
  • Besen werden mit dem Reisig nach oben aufgestellt.
  • Zwei Vergissmeinnicht werden gepflanzt um die Treue des Partners vorherzusagen. Wachsen sie aufeinander zu, ist das ein Zeichen für eine treue Beziehung.
  • Ähnlich wie Halloween werden Streiche gespielt – angeblich zur Abwehr gegen Dämonen.

Wetterkapriolen in Frankreich

Tief QUITTA von oben ©Meteosat, Ubimet

Im Vorfeld von Sturmtief QUITTA gab es gestern von Ostfrankreich über Benelux bis in den Nordwesten von Deutschland heftige Gewitter. Starkregen, teils großer Hagel und Orkanböen traten örtlich mit den Gewittern auf, in Frankreich konnte auch das beeindruckende Video eines Tornados aufgenommen werden:

Auch in Norditalien gab es einige kräftige Gewitter:

Schnee nördlich von Paris

Während die gewitterträchtige Luft nun nach Nordosten abgedrängt wird, fließt hinter dem Tief relativ kalte Luft in den Norden von Frankreich ein. Dazu kühlt die Luft mit kräftigem Niederschlag noch weiter ab, sodass es heute nördlich von Paris zu nassem Starkschneefall kam.

Tief QUITTA bringt Sturm

Umgestürzter Baum ©pixabay/ykaiavu

Tief QUITTA befindet sich derzeit über Nordfrankreich und sorgt noch für unwetterartige Gewitter in Schleswig mit lokalen Orkanböen und Starkregen. In den nächsten Stunden ziehen die Gewitter endgültig nach Norden ab und der Fokus liegt dann auf den zunehmend stürmischen Südwestwind.

Satellitenbild von 09:30 Uhr ©METEOSAT, NOWCAST
Satellitenbild von 09:30 Uhr ©METEOSAT, NOWCAST

Stürmischer Feiertag

QUITTA verlagert sich in den kommenden 24 Stunden in Richtung Dänemark und an dessen Vorfeld wird es zunehmend stürmisch. Heute Nachmittag und Abend ist vor allem die Region vom Saarland bis nach NRW betroffen, besonders in der Eifel sind verbreitet auch schwere Sturmböen zu erwarten. Nachts bleibt es dann in NRW und in Niedersachsen stürmisch, bevor sich das Sturmfeld am Feiertag langsam nach Nordosten verlagert. In diesen Regionen sind verbreitet Sturmböen möglich, lokal weht auch schwerer Sturm.

Gefährdete Sturmregion ©UBIMET

Da die Bäume nun bereits voll belaubt sind, besteht eine erhöhte Gefahr vor Windbruch in den markierten Regionen!

Fichtenpollen färben Attersee gelb

Durch Fichtenpollen gefärbter Attersee © Jürgen Elmer, Severe Weather Europe

Beeindruckend waren die Aufnahmen der vergangenen Woche nicht nur für Allergiker – im Berg- und Hügelland kam es zu einem wahren ‚Fichtenpollensturm‘. Doch die Angst vor Heuschnupfen war dann doch meist unbegründet, denn lediglich bei rund 5 % der Allergiker wirken sich auch diese Pollen aus, generell ist die Struktur der Fichtenpollen zu groß.

Webcambild Dornbirn © https://www.foto-webcam.eu/webcam/dornbirn
Webcambild Dornbirn © https://www.foto-webcam.eu/webcam/dornbirn

Nun kommt der ‚Spuk‘ langsam zu einem Ende und die ausgetriebenen Pollen sammeln sich bspw. im Wasser an. An mehreren Seen kann man dies nun beobachten, teilweise führt dies zu einer gelblichen Färbung, wie die Bilder vom Attersee von Jürgen Elmer (auch Titelbild) eindrucksvoll beweisen:

 

 

Unwettergefahr im Westen

Gefahrenzonen am Sonntag, 29.04.2018 © UBIMET

Tief QUITTA sorgt heute in weiten Teilen Westeuropas für turbulente Verhältnisse. Es verlagert sich einmal quer von Süd nach Nord über Frankreich hinweg und intensiviert sich dabei. Deutschland liegt an seiner Vorderseite, entsprechend wird von Süden her energiereiche und zunehmend feuchte Luft herangeführt. Zwar gibt es aktuell am Vormittag von Rheinland-Pfalz bis nach Niedersachsen bereits einige Regenschauer, diese ziehen aber bald nach Norden ab und die Wolken lockern auf. Dann scheint hier für einige Stunden die Sonne und die Luft erwärmt sich auf Werte zwischen 20 und 25, im Südwesten auch auf bis zu 28 Grad.

Organisierte Gewitter mit Unwetter-Potential

Mit dem sich nähernden Tiefzentrum bilden sich am späten Nachmittag über Frankreich und Belgien schließlich die ersten Gewitter und erreichen am frühen Abend auf ihrem Weg nach Nord/Nordost auch Deutschland. Aufgrund der vielfach passenden Strömungsbedingungen ist von gut organisierten Gewittern auszugehen, welche das Potential für unwetterartige Entwicklungen haben. Besonders im Anfangsstadium geht die Hauptgefahr im Saarland sowie Teilen von Rheinland-Pfalz und NRW von großem Hagel aus, lokal ist auch die Bildung eines Tornados an einer so genannten Superzelle nicht ausgeschlossen.

Aktuelle Situation am Sonntag, 10:00 Uhr © EUMETSAT, UBIMET
Aktuelle Situation am Sonntag, 10:00 Uhr © EUMETSAT, UBIMET

Böen über 100 km/h möglich

Je weiter der Abend voranschreitet, desto mehr sollten sich einzelne Zellen zu größeren Gewittergebieten zusammenschließen, welche dann besonders in NRW und dem südlichen Niedersachsen gebietsweise für Sturmböen, lokal auch für schwere Sturm- und orkanartige Böen über 100 km/h sorgen können. In der Nacht auf Montag simulieren einige Wettermodelle schließlich einen Gewittercluster auf seinem Weg bis Hamburg und Schleswig-Holstein, dann geht die Hauptgefahr eher von anhaltendem gewittrigen Starkregen aus. Ob es soweit kommt, bleibt jedoch vorerst abzuwarten.

 

Sieht man mal vom Westen ab, so steht Deutschland ein eigentlich recht sonniger und warmer Tag bevor – mit einer weiteren Ausnahme: Auch im Thüringer Wald und dem westlichen Erzgebirge bilden sich am Nachmittag einzelne Hitzegewitter und bewegen sich von dort ins Thüringer Becken und ins Vogtland. Da die Winde in verschiedenen Höhen auch hier geeignet sind für die Entwicklung kräftiger Gewitter, muss man den Himmel im Auge behalten.

 

Überflutungen in der Wüste

© https://pixabay.com/de/users/Glavo-6474130/

Besonders am Donnerstag gab es in Israel, Syrien und dem Libanon kräftige Gewitter mit starkem Regen, der zu lokalen Überflutungen führte, u.a. auch in Jerusalem, Tel Aviv oder Damaskus. Im Süden Israels wurden bei einer Springflut in einem ansonsten trockenen Flussbett 10 junge Menschen getötet, als sie trotz eindrücklicher Warnungen von einer 3 Meter hohen Welle überrascht wurden. Wie schnell dies gehen kann, zeigen folgende Videos:

 

 


Auch im an sich schon schwer getroffenen Syrien sorgten die Wassermassen für Zerstörungen und spülten gar ganze Fahrzeuge weg:

 

 

Das verantwortliche Tief sorgte aber auch weiter südlich für Turbulenzen. Hagelunwetter wurden aus Saudi-Arabien berichtet, aus Kuwait hingegen kamen beeindruckende Aufnahmen eines Sandsturms.

 

 

F1 Baku: Stürmisches Rennen erwartet

Blick auf das Fahrerlager in Baku © Steffen Dietz, UBIMET

Khazri und Gilavar – so nennt man die beiden typischen Windsysteme im Bereich des Kaspischen Meeres und speziell in Baku. Während der Gilavar aus Süden weht und milde Luft heranführt,  ist der Khazri gefürchtet und nicht gern gesehen, denn er weht häufig in Sturmstärke und führt kalte Luft aus nördlichen Breiten heran. So auch an diesem Wochenende. Und da Baku sehr exponiert auf einer Halbinsel im Kaspischen Meer liegt, ist die Stadt den beiden Winden besonders ausgesetzt.

Exponierte Lage von Baku © Google Maps
Exponierte Lage von Baku © Google Maps

Im Laufe des Samstags stellt sich die Windrichtung von Süd auf Nord um und nimmt an Stärke zu. Am Sonntag und damit zum Rennen ist beständig mit kräftigem bis stürmischem Nordwind zu rechnen, Böen dürften bis zu 80 km/h erreichen. In den Straßen der Stadt und damit auch an der Strecke wird der Wind jedoch entsprechend der Gebäude auch abgelenkt und wird damit aus verschiedenen Richtungen wehen. Dies wirkt sich massiv auf die Aerodynamik der Fahrzeuge aus, aber auch auf Bremspunkte vor den Kurven etc. Und in Baku sind ähnlich wie beim Stadtkurs in Monaco die Mauern nicht weit …

Die engste Stelle der F1 © Steffen Dietz, UBIMET
Die engste Stelle der F1 © Steffen Dietz, UBIMET

Zwar werden sich auch einige Wolken am Himmel bemerkbar machen, es sollte aber weitgehend trocken bleiben. Mit etwa 16 Grad wird es zudem deutlich kühler sein als zuletzt.

Start- und Zielgerade mit hübscher Bewölkung © Steffen Dietz, UBIMET
Start- und Zielgerade mit hübscher Bewölkung © Steffen Dietz, UBIMET

Meterhohe Schneemassen

Meterhohe Schneemassen an der Großglockner Hochalpenstraße © https://www.facebook.com/grossglocknerstrasse

Überdurchschnittlich viel Schnee hat es diesen Winter in den Bergen gegeben, meterhoch türmt er sich auch jetzt noch auf. Doch die Räumtrupps, allen voran der Großglockner Hochalpenstraße, haben ganze Arbeit geleistet und die Straßen vom Schnee befreit. Am 25. April wurde hier der Durchstich gefeiert, ab Samstag, den 28. April kann die Hochalpenstraße wieder befahren werden. Und wie die nachfolgenden Aufnahmen belegen, wird man hierbei meterhohe Schneewände bestaunen können.

Aber nicht nur hier, bspw. auch am Stilfserjoch zwischen der Schweiz und Italien oder am Timmelsjoch zwischen Nord- und Südtirol wurde viel gearbeitet. Üblich ist dabei auch mittels Sprengungen bewusst Lawinen auszulösen, um diese Gefahr zu bannen.

April 2018 auf Rekordkurs!

Das Thermometer zeigt einen Sommertag an © pixabay

Sommer im April

Der April 2018 erschien den meisten Menschen wie ein vorgezogener Sommermonat, zahlreiche Sommertage und viel Sonnenschein prägten die vergangenen Wochen in weiten Teilen Deutschlands. Über das gesamte Land gemittelt fiel der April gegenüber dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 um rund 4 Grad zu warm aus. Die Spitzenposition hat noch der April 2007 inne, spannend wird es nun, ob wir den noch einholen.

Zum Teil gab es selbst an Stationen, deren Messreihe weit zurückreichen, neue Dekadenrekorde. Hier eine kleine Übersicht:

Station Wert Messreihe seit
Bremen-Flughafen 27,3 Grad am 20.04. 1890
Potsdam 28,5 Grad am 20.04. 1892
Schwerin 27,8 Grad am 20.04. 1898
Zugspitze 8,2 Grad am 20.04. 1900
Chemnitz 26,9 Grad am 20.04. 1903
Greifswald 27,1 Grad am 20.04. 1915

Je weiter man nach Süden blickt, desto höher waren die Abweichungen. In Oberbayern beispielsweise waren es rund +5 Grad, in Hamburg noch rund +3 Grad über dem Mittel und auf Sylt war es nur etwas mehr als 1 Grad zu warm.

Sonne machte zahlreiche Überstunden

Im Zuge des andauernden Hochdruckeinflusses schien die Sonne im gesamten Land deutlich häufiger als im Durchschnitt, meist sind 20 bis 50 Prozent mehr Sonnenstunden als im langjährigen Mittel zusammengekommen. Der absolut sonnigste Ort ist dabei Attenkam in Oberbayern mit 234 Sonnenstunden bis dato. Zum Vergleich: Düsseldorf hält bei 141 Stunden, da ist so ziemlich im Mittel.

Teils zu trocken, teils zu nass

Markant war im abgelaufenen Monat die Trockenheit insbesondere im Süden. So sind in Stötten auf der Schwäbischen Alb bisher nur 5% der üblichen Regenmenge zusammengekommen, in München auch nur 20%.

Nach Norden zu sieht die Bilanz dann schon ausgeglichener aus. Besonders dort, wo teils heftige „Sommergewitter“ getobt haben, war es sogar deutlich zu nass! Beispiel Soltau in Niedersachsen: Hier sind 69 l/qm runtergekommen, das entspricht fast 50% mehr als in einem durchschnittlichen April.

Wärmster April seit über 200 Jahren

Das Thermometer zeigt einen Sommertag an © pixabay

Sommer im April

Der April 2018 erschien den meisten Menschen wie ein vorgezogener Sommermonat, zahlreiche Sommertage und viel Sonnenschein prägten die vergangenen Wochen. Über das gesamte Land gemittelt fiel der April gegenüber dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 um rund 4,8 Grad zu warm aus. Damit lässt der heurige April den bisherigen Spitzenreiter aus dem Jahr 2007 deutlich hinter sich, dieser fiel 3,7 Grad zu warm aus. Seit Beginn der flächendeckenden Temperaturaufzeichungen in Österreich 1848 war somit kein April wärmer als der diesjährige.  Am Ende des Monats werden 27 zu warmen Tagen nur 3 Tage gegenüberstehen, die zu kalt ausfielen.

Sonne machte zahlreiche Überstunden

Im Zuge des andauernden Hochdruckeinflusses und der häufigen Föhnlagen schien die Sonne im gesamten Land deutlich häufiger als im Durchschnitt, meist sind 20 bis 40 Prozent mehr Sonnenstunden als im langjährigen Mittel zusammengekommen. Die absolut sonnigsten Orte sind in Niederösterreich beheimatet. Mit 254 Sonnenstunden hat Irnfritz in dieser Rangliste die Nase vorne, mehr als 200 Sonnenstunden konnte man aber in jeder Landeshauptstadt genießen.

Trockenheit setzt sich fort

Der April fiel im Großteil des Landes viel zu trocken aus. Einzig von Lienz bis Graz wurde das Niederschlagssoll erreicht, im Grazer Becken sogar übertroffen. Verantwortlich hierfür waren nahezu ortsfeste Gewitter, die am 16. April für anhaltenden Platzregen sorgten. In Graz fielen dabei innerhalb von sechs Stunden bis zu 90 Liter pro Quadratmeter Regen. Im übrigen Land setzte sich hingegen die Trockenheit fort. So fehlen entlang und nördlich der Alpen durchwegs 50% auf das Soll, speziell vom Mühlviertel bis zum Neusiedler See sogar 80 bis 90%. In Allentsteig beispielsweise sind statt der üblichen 45 Liter pro Quadratmeter nur 6 Liter pro Quadratmeter zusammengekommen, dies entspricht einem Defizit von 87%.

Bestes Bergwetter am Wochenende

Herrlicher Frühling in den Tiroler Bergen © https://www.foto-webcam.eu/webcam/tuxertal/

Freitag starker Südföhn

Am Freitag scheint nördlich des Hauptkamms meist von der Früh weg die Sonne, dichtere Wolken der Kaltfront vom Vortag sind aber noch vom Ortler bis zur Stolzalpe unterwegs. Zwar kommt auch hier zeitweise die Sonne zum Vorschein, in Summe sind die Wolken in diesen Regionen aber oft in der Überzahl. Sonst ändert sich nur wenig am sonnigen Wetter, die Quellwolken bleiben meist harmlos. Eine geringe Gewittergefahr besteht einzig vom Pfänder bis zur Ellmauer Halt. In den Nordalpen kommt starker bis stürmischer Südföhn auf, auf prädestinierten Föhnbergen wie dem Patscherkofel sind an die 100 km/h möglich. In 3.000 m hat es um die 0 Grad, in 2.000 m werden von Süd nach Nord 7 bis 11 Grad erreicht.

Auch am Samstag sehr warm

Der Samstag hat neuerlich überwiegend sonniges Wetter im Angebot, dieses Mal kommen auch die Südalpen in den Genuss von rund 10 Sonnenstunden. Ganz ungetrübt ist es aber nicht, denn im Laufe des Tages bilden sich Quellwolken, die zumindest ab und zu die Sonne verdecken können. Meist bleibt es trocken, kurze gewittrige Regenschauer sind am ehesten südlich des Hauptkamms und nördlich des Inns möglich. Der Föhn wird ein wenig schwächer, weht auf den Bergen aber weiterhin stürmisch und in den klassischen Föhntälern lebhaft bis kräftig. Die Temperaturen bleiben auf einem sommerlichen Niveau, sie steigen in 3.000 m auf etwa +2 Grad und in 2.000 m auf 9 bis 13 Grad.

Föhnhöhepunkt am Sonntag

Auch am Sonntag steht überwiegend sonniges Wetter auf dem Programm, vor allem wenn man sich nördlich des Hauptkamms befindet. Denn hier greift wieder stürmischer Südföhn bis in viele Täler durch, auf den Bergen der Nordalpen sind schwere Sturmböen zu erwarten! Für eine gewisse Unsicherheit in der Prognose sorgt aber Saharastaub, der in großen Höhen herantransportiert wird. Er könnte für etwas mehr Wolken sorgen, als das die Wettermodelle derzeit sehen. Vor allem vom Vischgau über die Berge Osttirols bis hin zur Koralpe sind am Nachmittag auch vereinzelte Schauer oder Gewitter möglich. Warm bleibt es überall, von Süd nach Nord werden in 3.000 m 0 bis +4 Grad erreicht. In 2.000 m liegen die Höchstwerte zwischen 9 und 12 Grad.

Bergwetter-Tipp:

Schön langsam erwacht auch das Hochgebirge aus dem Winterschlaf, bis zu blühenden Almwiesen dauert es aber noch ein paar Wochen. Wanderer sollten sich von den täglich mehr werdenden aperen Flächen dennoch nicht täuschen lassen. Viele Wanderwege sind nämlich durch das Schmelzwasser ziemlich matschig, teilweise sogar unpassierbar. Zudem ist die Gefahr von Gleitschneelawinen derzeit sehr hoch. Dabei rutschen große Mengen Nassschnee auf den schmierigen Wiesen talwärts und können so zur Gefahr für Bergsportler werden!

Saharastaub im April – Dünger aus Nordafrika

Niedergeschlagener Saharastaub auf Autos in Wien © Steffen Dietz, UBIMET

Für den Menschen ist das Aerosol harmlos, und die Böden bekommen bei solchen Situationen wertvollen Nachschub an Mineraldünger. Der Staub kann aber den Wetterzustand kräftig beeinflussen: Zum einen wirken die Körnchen in der Luft als Kondensationskeime. Verglichen mit ähnlichen Situationen ohne Staub können bei viel Sand in hohen Luftschichten ausgedehnte und dichte Eiswolkenfelder entstehen.

Satellitenbild mit Blitzen am Mittwochmorgen. © EUMETSAT/nowcast/UBIMET
Satellitenbild mit Blitzen. © EUMETSAT/nowcast/UBIMET

Sandige Sonnenuntergänge

Der Sand in der Luft verändert auch die Lichtfarbe. Sonnenuntergänge werden blass und auch das Himmelsblau nimmt weißliche Züge an, was an der starken Streuung des Lichtes an den Staubpartikeln liegt. Auch die Entstehung von Schauern und Gewittern kann begünstigt werden, da Staubteilchen im Vergleich zu reiner Luft nachts stark Wärmestrahlung abgeben, damit die hohen Luftschichten kühlen, wodurch die ganze Luftschichtung instabiler werden und Gewitter auslösen kann.

Von November bis Mai

Die verursachende Wetterlage ist selten, aber nicht unbekannt und tritt vornehmlich zwischen November und Mai auf. Immer, wenn Kaltluft über Westeuropa weit nach Süden vorstößt, können sich beispielsweise über Marokko und Algerien kräftige Tiefdruckgebiete bilden. Diese bringen neben ersehntem Regen auch viel Wind in die Wüste, der die Sandpartikel kilometerhoch aufwirbeln kann. An der Vorderseite solcher Tiefs findet man zumeist starken Südwind, der neben warmer Luft auch den Sandtransport in den Alpenraum bewerkstelligt.

Temperatur und Druckverteilung in etwa 3 km Höhe am Sonntagmorgen © NOAA, UBIMET
Temperatur und Druckverteilung in etwa 3 km Höhe am 15.04.2018 © NOAA, UBIMET

Der besonderen Konstellation zum Ende des letzten Winters geschuldet sind solche Wetterlagen derzeit stark begünstigt. Bereits vier Saharastaublagen konnte man im April 2018 zählen. Und der nächste Schub kündigt sich schon an. Am Wochenende bildet sich wieder ein Tief zwischen Spanien und Marokko, das zunehmend sehr warme Luft aus Nordafrika zu den Alpen befördert. Am Sonntag und Montag treibt der Föhn die Temperatur an der Alpennordseite an die 30 Grad, dazu stehen uns wieder blasses Himmelsblau, viele hohe Wolken und weißliche Sonnenuntergänge bevor.

Die Autowaschanlagen in Wien werden in den nächsten Tagen ein gutes Geschäft machen… #Saharastaub pic.twitter.com/Kv04EWIblG

Kräftiger Regen in Kärnten und der Steiermark

Kräftiger Frühlingsregen © pixabay

Die Kaltfront lässt heute in ganz Österreich die Vegetation und die Landwirte aufatmen, verlief der bisherige April doch verbreitet viel zu trocken. So sind beispielsweise in Krems (Niederösterreich) in den vergangenen 26 Tagen nur 5 Liter pro Quadratmeter zusammengekommen, ebenso viel gibt es alleine heute!

Nasser Süden

Nördlich der Alpen regnet es schon von der Früh weg, spätestens ab Mittag wird es dann auch im Süden immer öfter nass. Der kräftigste, teilweise sogar von Gewittern durchsetzte Regen wird von den Karnischen Alpen über die Nockberge und das Obere Murtal bis zum Semmering fallen.

Das sieht man auch gut an der folgenden Regensummenkarte für heute. 25 bis 40 Liter pro Quadratmeter sind hier durchaus wahrscheinlich, punktuell können es aber auch 50 Liter werden.

Niederschlagsmengen für den Donnerstag © UBIMET/UCM

Überflutungen möglich

Entsprechende Warnungen und Vorwarnungen sind bereits aktiv. Zwar sind die Regenmengen für den launischen Aprilmonat jetzt nichts außergewöhnliches, allerdings gehören die betroffenen Regionen zu den nassesten im April 2018. Und durch diese nasse Vorgeschichte sind zumindest kleinräumige Überflutungen nicht ausgeschlossen.

Warnkarte der Österreichischen Unwetterzentrale © UBIMET
Warnkarte der Österreichischen Unwetterzentrale © UBIMET

Auf Saharastaub folgen Fichtenpollen

Fichtenpollen. © www.foto-webcam.eu

Während es in den letzten Wochen wiederholt zu Ablagerungen von Saharastaub kam, sorgen derzeit die Pollen der Fichte für schmutzige Autos und Gartenmöbel. In diesen Tagen kommt es besonders im Berg- und Hügelland teilweise zu einem regelrechten „Fichtenpollensturm“ (siehe Titelbild im Rheintal in Vorarlberg). Begünstigend dafür ist anhaltend trockenes Wetter und auffrischender Wind.

Fichtenblüte im Schwarzwald. © foto-webcam.eu
Fichtenblüte im Schwarzwald. © foto-webcam.eu

Der Fichtenblütenstaub ist für Menschen aber von geringer Bedeutung, da höchstens 5% der Allergiker Beschwerden durch Nadelhölzer bekommen. Weiters sorgen allerdings auch die Reste von altem Pflanzenmaterial wie etwa ausgestäubte Kätzchen sowie unzählige andere Pollen wie Ahornpollen für Ablagerungen.

Auf Fichtenpollen folgt Saharastaub

Am Donnerstag sorgt eine Kaltfront zwar vorübergehend für eine deutlich Abkühlung und etwas Regen, im Laufe des Wochenendes steigen die Temperaturen aber besonders im Ostalpenraum und in der Südosthälfte Deutschlands wieder deutlich an. Am Sonntag sind im Bereich der Nordalpen von Vorarlberg über Oberbayern bis zum westlichen Niederösterreich sogar Höchstwerte im Bereich der 30-Grad-Marke in Reichweite. Im Vorfeld eines Tiefs über Südwesteuropa gelangt dann aber neuerlich Saharastaub in den Alpenraum, welcher besonders am Montag wieder zu Staubablagerungen führen kann. Zumindest die Autowaschanlagen dürften sich somit weiterhin auf regen Andrang freuen…

Tief OTTILIA bringt Sturmböen

Symbolbild für eine Sturmwarnung. © Olaf Naami; shutterstock.com

Letztes Update 20:30 – Morgen verbreitet kühler Frühlingstag

Das Tief Ottilia ist nach Osten abgezogen und über Deutschland beruhigt sich das Wetter. Nach einer kalten Nacht folgt ein kühler Tag morgen mit Höchstwerten meist zwischen 10 und 14 Grad. Damit verabschieden wir uns und fassen nochmal die Spitzenböen von Mittwoch zusammen:

  • 108 km/h Brocken
  • 83 km/h Berlin – Dahlem
  • 80 km/h Berlin – Schönefeld
  • 80 km/h Seehausen (Sachsen – Anhalt)
  • 80 km/h Spiekeroog
  • 79 km/h Bremen – Flughafen
  • 79 km/h Berlin – Tegel
  • 78 km/h Borkum
  • 78 km/h Bremervörde
  • 78 km/h Lüchow
  • 78 km/h Kyritz (Brandenburg)
  • 77 km/h Süpplingen (Niedersachsen)

Update 16:45 – Stärkste Böen in Berlin

Das Windfeld verlagert sich nun immer weiter nach Osten. In der letzten Stunde traten die stärksten Böen in und um Berlin auf, wobei die Station Berlin-Dahlem mit 83 km/h die kräftigste Böe zu verzeichnen hatte, gefolgt von den Stationen an den Flughäfen Schönefeld und Tegel mit 80 bzw. 79 km/h. Weiterhin hat sich die Gewittertätigkeit nach Polen verlagert.

Update 14:10 – Schwerpunkt im Osten

Der Schwerpunkt verlagert sich aktuell in den Osten und Nordosten des Landes, so gab es letzte Stunden auch in Berlin-Schönefeld eine Sturmböe von 75 km/h. Die stärkste Böe wurde in Lüchow (Niedersachsen) verzeichnet mit 78 km/h.

Windböen am Mittwochmittag. © UBIMET
Windböen am Mittwochmittag. © UBIMET

Update 13:15 – Aktuelle Böen

Vom östlichen Niedersachsen bis nach Vorpommern, Brandenburg und Sachsen weht derzeit verbreitet frischer bis starker Westwind mit stürmischen Böen. Anbei die Hitliste der letzten Stunde:

  • 75 km/h Lüchow
  • 75 km/h Soltau
  • 75 km/h Hannover Flughafen
  • 73 km/h Kap Arkona / Rügen
  • 73 km/h Boizenburg
  • 72 km/h Fassberg
  • 72 km/h Groß Lüsewitz
  • 71 km/h Schwerin

Update 12:55 – Gewitter bei Berlin

Die Luft wird mit Unterstützung der Sonne jetzt etwas labiler, somit ziehen derzeit auch im Großraum Berlin gewittrige Schauer durch.

Satellitenbild und aktuelle Blitze. © EUMETSAT / nowcast / UBIMET
Satellitenbild und aktuelle Blitze. © EUMETSAT / nowcast / UBIMET

Update 11:50 – Radarbild

Am aktuellen Radarbild sieht man schön die Kaltfront, welche von Luxemburg über Nordhessen bis nach Nordbrandenburg für ein Schauerband sorgt. Besonders in Richtung Südbrandenburg und Sachsen sind in den kommenden Stunden auch einzelne Gewitter möglich. Den Radarloop gibt es hier: Wetterradar

Radarbild von 9:45. © DWD / UBIMET
Radarbild von 9:45. © DWD / UBIMET

Update 11:10 – Sturmböen in Bremen

Besonders in Niedersachsen gibt es derzeit stürmische Böen bzw. örtlich wie etwa in Bremen auch Sturmböen. Anbei die Spitzenreiter der letzten Stunde:

  • 79 km/h Bremen
  • 78 km/h Bremervörde
  • 74 km/h Brake

Auch in Hamburg, Mecklenburg und Sachsen-Anhalt legt der Wind aktuell aber spürbar zu.

Update 10:00 – Satellitenbild

Der Wind legt derzeit besonders im Nordwesten zu, so wurden in der letzten Stunden in Bremerhaven Sturmböen von 76 km/h und auch in Bremen gab es bereits stürmische Böen von bis zu 64 km/h. Am Satellitenbild erkennt man den Tiefkern nördlich von Hamburg, in der Mitte sorgt die kräftige West- bis Südwestströmung im Vorfeld der Kaltfront hingegen für Schwerewellen.

Satellitenbild um 10 Uhr. © EUMETSAT / UBIMET
Satellitenbild um 10 Uhr. © EUMETSAT / UBIMET

Update 09:10- Spitzenböen

Auf den Ostfriesischen Inseln gibt es erste Sturmböen, so wurden in den letzten beiden Stunden bis zu 78 km/h aus Borkum gemeldet. Spiekeroog folgt mit 73 km/h und Wittmund mit 72 km/h.

Webcam Norderney. © www.foto-webcam.eu
Webcam Norderney. © www.foto-webcam.eu

Erste Übersicht – 08:20

Der Kern vom Randtief liegt aktuell bereits über der Nordsee und zieht im Laufe des Vormittags rasch in Richtung Ostsee. Die Kaltfront erstreckt sich um 8 Uhr von NRW über Niedersachsen bis nach Schleswig-Holstein, um 12 Uhr wird sie voraussichtlich bereits einen Streifen vom Saarland über Sachsen-Anhalt bis nach Brandenburg erfasst haben.

Tief OTTILIA am Donnerstagvormittag. © GFS / UBIMET
Tief OTTILIA am Donnerstagvormittag. © GFS / UBIMET

Entlang der Kaltfront gehen ein paar Schauer und im Tagesverlauf vereinzelt auch Gewitter nieder. Am Südrand des Tiefkerns lebt zudem vorübergehend starker bis stürmischer Westwind auf. Besonders in einem breiten Streifen von den Ostfriesischen Inseln über die Lüneburger Heide bis nach Nordbrandenburg sich dabei Sturmböen zwischen 70 und 90 km/h zu erwarten, in Schauer- und Gewitternähe sind vereinzelt aber auch schwere Sturmböen möglich!

Modellprognose der Windböen bis Donnerstagmorgen. © UBIMET
Modellprognose der Windböen bis Donnerstagmorgen. © UBIMET

 

Vermurungen auf La Réunion durch Zyklon Fakir

24-Apr_Fakir_Satellite

Der Kern des tropischen Zyklons der Kategorie 1 zog am Dienstagvormittag unmittelbar östlich der französische Insel vorbei. Die Eyewall des Zyklons, also der intensivste Bereich am Rande von dessen Auge, lag vorübergehend sogar direkt über dem Osten der Insel.

Im Hauptort Saint-Denis, im Norden der Insel, fielen innerhalb von nur 24 Stunden rund 186 Liter pro Quadratmeter Regen, zudem gab es orkanartige Böen von bis zu 109 km/h. Noch heftiger wurde allerdings die Ostseite getroffen, so gab es hier lokal sogar mehr als 400 Liter pro Quadratmeter Regen und Orkanböen. Neben Überflutungen und Vermurungen kam es dabei auch zu zwei Todesopfern.

Fakir trat ungewöhnlich spät auf, so endet die Zyklonsaison in dieser Region offiziell am 30. April. In Summe war es heuer der dritte tropische Sturm, der La Réunion direkt getroffen hat. Mittlerweile liegt der Zyklon aber bereits über dem südlichen Indischen Ozean und schwächt sich dort ab. Auf La Réunion sind daher bereits die Aufräumarbeiten in vollem Gange.

Überflutungsgefahr in Japan

Der Kern des Tiefdruckgebiets zieht von Südwest nach Nordost über den Süden Japans hinweg und sorgt dabei besonders in den Regionen Kyushu, Chugoku, Kansai und Chubu für kräftigen Regen. Gebietsweise sind hier 80 bis 120 Liter pro Quadratmeter zu erwarten, ganz besonders im Bereich der Berge. Die Gefahr von Überschwemmungen und Vermurungen nimmt somit deutlich zu. In der Hauptstadt Tokio zeichnen sich dagegen nur 20 bis 40 Liter pro Quadratmeter ab. Spätestens in der Nacht zum Donnerstag lässt der Regen dann überall nach.

Die Zugbahn des Tiefs. © UBIMET
Die Zugbahn des Tiefs. © UBIMET

Nasse Vorgeschichte

Das gleiche Tiefdruckgebiet, welches derzeit Japan beeinflusst, hat am letzten Wochenende bereits in China für Starkregen gesorgt. In Peking gab es sogar den nassesten Tag in mehr als 6 Monaten: Mit 27,2 Litern pro Quadratmeter war der Samstag nämlich der niederschlagsreichste Tag seit dem 10. Oktober 2017. Große Regenmengen gab es aber auch auf der Koreanischen Halbinsel.

Modellprognose der Regenmengen. © UBIMET
Modellprognose der Regenmengen. © UBIMET

Erhebliche Lawinengefahr im Hochgebirge

ssbereich einer Lawine ©pixabay/Hans

In diesen Tagen finden auf vielen Passstraßen die Vorbereitungen für den Sommer statt, wie etwa auf der Großglockner-Hochalpenstraße. Durch den vielerorts niederschlagsreichen Winter liegen im Hochgebirge aber noch immer große Schneemassen, somit mussten im Vorfeld der Räumungsarbeiten Lawinen mit Sprengungen künstlich ausgelöst werden.

Erhebliche Lawinengefahr

Die hohen Temperaturen sorgen derzeit selbst in Hochlagen für eine Durchfeuchtung der Schneedecke, weshalb letztere einen Festigkeitsverlust erlebt. Das kann zur Selbstauslöung von teils großen Lawinen führen, welche mitunter auch bereits schneelose Höhenlagen erreichen können. Tourengeher müssen somit vielerorts mit einer erheblichen Lawinengefahr rechnen!

Hagel, Starkregen und Sturmböen am Montag

Hagel

Bereits seit Wochen herrschen überdurchschnittliche Temperaturen im Alpenraum. Am Montag wurde die Luftschichtung im Vorfeld einer Kaltfront labiler und landesweit kam es zu Schauern und Gewittern. In Wien gab es bereits in den Morgenstunden ein Gewitter, wobei am östlichen Stadtrand ein Arbeiter auf einem Feld von einem Blitz getroffen und lebensgefährlich verletzt wurde.

Gewitter über Wien am Montag. © foto-webcam.eu
Gewitter über Wien am Montag. © foto-webcam.eu

Tagsüber verlagerte sich der Schwerpunkt zunächst auf den Südosten des Landes, so gab es dort zahlreiche Hagelmeldungen und vereinzelt auch kleinräumige Überflutungen. Besonders betroffen waren die Bezirke Jennersdorf im Burgenland sowie Fürstenfeld in der Steiermark. In den Abendstunden zogen dann auch über Vorarlberg und Salzburg kräftige Gewitter hinweg.

Blitzdichte am Montag. © UBIMET
Blitzdichte am Montag. © UBIMET

Gewitterhotspot Steiermark

In Summe wurden landesweit 25.013 Blitze detektiert, davon 8.003 in der Steiermark, 4.947 in Salzburg und 3.777 in Niederösterreich. Auf der vergleichsweise kleinen Fläche von Wien gab es immerhin 143 Entladungen. Blitzreichste Gemeinde war Salzburg-Umgebung mit 2.216 Blitzen, gefolgt von Hallein mit 2.191 und Jennersdorf mit 1.590. Der stärkste Blitz mit einer Stromstärke von rund 363.000 Ampere wurde in der Gemeinde Übelbach im steirischen Bezirk Graz-Umgebung registriert. Das entspricht in etwa der 23.000-fachen Stromstärke einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere. Weiters wurden örtlich auch stürmische Böen verzeichnet: in Windischgarsten (OÖ) 76 km/h, in Innsbruck (T), Mörbisch (B) und Hollenthon (NÖ) 72 km/h.

24-Niederschlag bis Dienstagfrüh. © UBIMET
24-Niederschlag bis Dienstagfrüh. © UBIMET

April auf Rekordkurs

Der April 2018 war aus meteorologischer Sicht bereits jetzt außergewöhnlich. Besonders im Norden und Osten entsprachen die Temperaturen bislang jenen eines durchschnittlichen Mais. Derzeit beträgt die Temperaturabweichung landesweit etwa +5 Grad, der bisherige Spitzenreiter anno 2007 schloss um 3,7 Grad zu warm ab. Am Donnerstag und Freitag gelangen zwar vorübergehend kühlere Luftmassen ins Land, ab dem Wochenende zeichnen sich aus heutiger Sicht aber neuerlich deutlich überdurchschnittliche Temperaturen ab.

Spektakulärer Tornado im Westen Floridas

Wasserhose Tornado

Im Vorfeld der Kaltfront eines Tiefdruckgebietes über dem Südosten der USA kam es am Sonntagabend zu zahlreichen Schauern und Gewittern. Im westlichen Teil Floridas, dem sogenannten „Florida Panhandle“, kam es sogar zu einer Wasserhose, welche im weiteren Verlauf auf Land traf und dort für Schäden sorgte. Da der Tornado genau auf die Kleinstadt Fort Walton Beach traf, wurde das Naturschauspiel gleich von mehreren Personen auf Kamera festgehalten.

Sobald eine Wasserhose auf Land trifft, spricht man von einer Windhose, wobei sich der englische Begriff Tornado mittlerweile auch in Europa durchgesetzt hat. Allgemein handelt es sich dabei um eine Großtrombe, also um einen räumlich eng begrenzten, sehr heftigen, um eine vertikale Achse rotierenden Windwirbel der meist in Zusammenhang mit einer Cumulonimbuswolke steht.

Gewitter sorgten für Hagel und Sturm

Hagel

Besonders betroffen von den Gewittern waren am Sonntag der Westen und Nordwesten Deutschlands. In Summe wurden landesweit 104.687 Blitze detektiert, davon allein 47.376 in Nordrhein-Westfalen. An zweiter und dritter Stelle folgen Niedersachsen mit 26.315 Entladungen bzw. Schleswig-Holstein mit 10.014. Der blitzreichste Landkreis war Hildesheim im Süden von Niedersachsen:

  • 4.551 Hildesheim (Niedersachsen)
  • 4.024 Borken (NRW)
  • 3.721 Coesfeld (NRW)
  • 3.090 Rendsburg-Eckernförde (Schleswig-Holstein)
  • 2.955 Cuxhaven (Niedersachsen)
  • 2.766 Rhein-Erft-Kreis (NRW)
Blitze von Sonntagnachmittag bis Sonntagnacht. © nowcast / UBIMET
Blitze von Sonntagnachmittag bis Sonntagnacht. © nowcast / UBIMET

Die Gewitter wurden von kräftigem Regen, teils großem Hagel und teils schweren Sturmböen begleitet. Anbei die Spitzenböen:

  • 101 km/h Nörvenich (NRW)
  • 96 km/h Northeim-Stöckheim (Niedersachsen)
  • 81 km/h Warburg (NRW)
  • 78 km/h Hofgeismar (Hessen)
  • 76 km/h Wernigerode (Sachsen-Anhalt)

Nassester Ort war hingegen Borken in Westfalen, hier wurden innerhalb von knapp zwei Stunden rund 23,3 Liter pro Quadratmeter gemessen. Nur knapp dahinter kommen Werl (NRW) mit 21,5 bzw. Padenstedt (Schleswig-Holstein) mit 19,1 Litern pro Quadratmeter.


Schauer und Gewitter sorgen für staubiges Déjà-vu

Saharastaub auf Autos. © Nikolas Zimmermann

Österreich liegt am Montag unter dem Einfluss eines Tiefs mit Kern über dem Europäischen Nordmeer. Die dazugehörige Kaltfront erfasst das Land zwar nur marginal im äußersten Norden, das Zusammenspiel aus zunehmender Luftfeuchtigkeit in tiefen Luftschichten und der Abkühlung in der Höhe sorgt aber für eine labile Schichtung der Luft. Im Nordosten gehen bereits von der Früh weg gewittrige Schauer nieder, im Tagesverlauf sind dann besonders im östlichen Berg- und Hügelland sowie teils auch entlang der Nordalpen mitunter kräftige Gewitter zu erwarten. Einzelne gewittrige Schauer sind aber nirgends ausgeschlossen.

24h-Niederschlagsprognose bis Dienstagmorgen. © UBIMET
24h-Niederschlagsprognose bis Dienstagmorgen. © UBIMET

Saharastaub aus Westeuropa

Am letzten Wochenende hat ein Tief vor der Küste Marokkos neuerlich Saharastaub aufgewirbelt und mit einer südlichen Höhenströmung nach Westeuropa geführt. Unter dem Einfluss reger Tiefdrucktätigkeit über Nordeuropa hat sich mittlerweile eine westliche Höhenströmung eingestellt, somit gelangen heute vorübergehend wieder Luftmassen mit einem erhöhten Gehalt an Saharastaub in den Alpenraum. Besonders auf Autos, Dachfenstern und Gartenmöbeln kann es somit neuerlich zu dünnen Staubablagerungen kommen.

Staubgehalt am Montagnachmitta. © Uni Athen (AM&WFG)
Modellprognose vom Staubgehalt der Atmosphäre am Nachmittag © Uni Athen/AM&WFG

Update 9 Uhr: Anbei ein Zeitraffer-Video vom ersten Gewitter der Saison über Wien:

Die aktuelle Pollensituation

Die Pollen der Birke © pixabay

Der Start in die Pollensaison fiel ziemlich verhalten aus, zu kalt und trüb präsentierte sich der März. Umso größer ist nun der Kontrast im April. Temperaturen bis zu 30 Grad lassen die Pflanzenwelt förmlich explodieren.

Esche und Birke

Die Vollblüte der Birken und Eschen ging heuer dank des warmen Wetters sehr rasch vonstatten, diese beiden Pollenquellen verzeichnen mittlerweile schon wieder eine leicht abnehmende Tendenz. Bis etwa Mitte Mai müssen sich Allergiker aber noch mit diesen Pollen herumschlagen. In mittleren Lagen (oberhalb von 400-700 m) blühen Esche und Birke ohnehin leicht verzögert, hier ist bis Ende April mit den höchsten Belastungen zu rechnen.

Auch die Platane hat durch die hohen Temperaturen bereits zu blühen begonnen. Vor allem entlang von Platanenalleen in Städten kann es daher zu Reizungen bei Allergikern kommen.

Gräser startklar

Die nächste Phase der Pollensaison steht zudem unmittelbar bevor. Die Wiesen zeigen sich mittlerweile in einem kräftigen Grün, und so dauert es nicht mehr lange, ehe die Gräser ihre Pollen in die Luft entlassen. Nach derzeitigem Stand ist mit dem Blühbeginn der  Gräser in der ersten Maiwoche zu rechnen!

April 2018 auf Rekordkurs

Frühsommerlich selbst in den Hochtälern der Alpen © https://www.foto-webcam.eu/webcam/stveit/

30,0 Grad gab es Freitag in Salzburg, gestern schließlich auch in Wien. Höchsttemperaturen, wie man sie eigentlich erst im Juli und August erwarten dürfte, füllen Freibäder und Eisdielen.

Zweitfrühester 30er

So früh im Jahr 30 Grad zu erreichen ist schon sehr ungewöhnlich, das beweist der Blick in die Annalen. Den bisher frühesten 30er der Messgeschichte gab es nämlich am 17. April 1934, also nur um drei Tage vor dem heurigen Termin. Damals übrigens ebenfalls in der Mozartstadt. Im Normalfall treten die 30 Grad das erste Mal erst Ende Mai / Anfang Juni auf.

2007 vs. 2018

Wäre der Monat jetzt schon zu Ende, würde er sich mit einer Abweichung von mehr als +4,5 Grad Platz 1 der wärmsten Aprilmonate aller Zeiten sichern. Diesen Platz an der Sonne hält noch immer der April 2007, damals war es 3,7 Grad zu warm. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen ebenfalls Aprilmonate aus der jüngeren Vergangenheit, nämlich 2009 (+3,2 Grad) und 2011 (+3,0 Grad).

Die kommende Woche entscheidet also nun darüber, ob wir einen neuen Rekord erleben oder nicht. Montag bis Mittwoch wird es mit 20 bis 28 Grad wieder extrem warm, Donnerstag und Freitag bringen dann eine vorübergehende Abkühlung auf Werte, die der Jahreszeit entsprechen. Doch dann dürften uns noch einmal drei föhnige und sehr warme Tage bis Monatsende bevorstehen.

Die Chancen stehen also gut, dass der April 2007 geschlagen wird!

Am Sonntag beenden heftige Gewitter den Frühsommer

Blitze erleuchten den Nachthimmel © pixabay

Der Sommer im April hat ein Ablaufdatum, nämlich morgen Sonntag. Der Tag startet zwar überall sonnig, mit der Sonne entstehen ab etwa Mittag aber immer größere Quellwolken. Die ersten Schauer und Gewitter lassen dann auch nicht lange auf sich warten, los geht es westlich des Rheins ab ca. 14:00 Uhr.

Unwetterpotential im Osten

Langsam breiten sich diese Gewitter dann am Nachmittag auch weiter in den Osten der Bundesrepublik aus, ab etwa 16:00 oder 17:00 Uhr sind dann auch Niedersachsen, Hessen oder Thüringen dran. Besonders im Osten und Nordosten besteht ein gewisses Unwetterrisiko, denn dort passen alle Zutaten zusammen, die es für heftige Gewitter braucht:

  • Lange Zeit sonnig
  • Feuchte Luft
  • Zunahme der Windgeschwindigkeit mit der Höhe (Scherung)
  • Labilität der Atmosphäre

Rechnet in dem roten Bereich in folgender Grafik aber generell mit heftigen Regenschauern, Hagel und Böen bis zu 80 km/h!

Die Gewitterlage am Sonntag im Überblick © UBIMET
Die Gewitterlage am Sonntag im Überblick © UBIMET

In der neuen Woche setzt sich dann von Norden her etwa bis zum Main deutlich stabilere und kühlere Luft durch, meist werden nur noch 11 bis 18 Grad erreicht.

Im Süden bleibt die feucht-warme Luft dagegen noch länger bestehen, und hier sind auch immer wieder Temperaturen jenseits der 20-Grad-Marke zu erwarten.

Zum Start in die Gewittersaison: Der Tornado bei Wien

Tornado südlich von Wien © Stormhunters Austria

Der 10. Juli des Vorjahres hatte es in sich: Die Luft hatte sich im Osten Österreichs auf rund 33 Grad aufgeheizt, im Vorfeld einer Kaltfront waren perfekte Bedingungen für kräftige Gewitter gegeben. Was dann geschah, kennen die meisten wohl nur aus den USA. Über dem Wienerwald bildete sich eine kräftige Gewitterzelle, diese zog inklusive Tornado anschließend knapp südlich an Wien vorbei Richtung Donau.

Den Stormhunters Austria (sog. Chaser, hier geht es zu ihrem Bericht dieses Tages) gelangen dabei u.a. folgende faszinierende Aufnahmen:

Tornado südlich von Wien am 10. Juli 2017 © Stormhunters Austria
Tornado südlich von Wien am 10. Juli 2017 © Stormhunters Austria
Tornado südlich von Wien am 10. Juli 2017 © Stormhunters Austria
Tornado südlich von Wien am 10. Juli 2017 © Stormhunters Austria
Tornado südlich von Wien am 10. Juli 2017 © Stormhunters Austria
Tornado südlich von Wien am 10. Juli 2017 © Stormhunters Austria

Auch im Video präsentierte sich der Tornado spektakulär, manch ein Chaser muss jahrelang warten, ehe er einen Tornado zu Gesicht bekommt.

In den Regensummen des Tages erkennt man gut die Spur des Gewitters von Heiligenkreuz im Wienerwald bis zur slowakischen Grenze. In Simmering fielen rund 70 Liter Regen (und Hagel) pro Quadratmeter:

24-stündige Regenmengen am 10. Juli 2017 © UBIMET
24-stündige Regenmengen am 10. Juli 2017 © UBIMET

Eindrucksvoll auch die „Blitzspur“ der Superzelle direkt vor den Toren Wiens (weiße Farbe bedeutet mehr als 30 Blitze pro Quadratkilometer):

Blitzverteilung am 10. Juli 2017 © UBIMET
Blitzverteilung am 10. Juli 2017 © UBIMET

Abschließend noch zwei Bilder des großen Hagels im Süden und Südosten Wiens:

 

Heftige Regenfälle auf der Koreanischen Halbinsel erwartet

Regnerisches Wetter in Seoul

Das Tief bildet sich bereits heute im chinesischen Hinterland und zieht in den folgenden beiden Tagen ostwärts über das Gelbe Meer nach Süd- und Nordkorea. Sein weiterer Weg führt das Tief über das Japanische Meer, dort schwächt es sich dann rasch wieder ab.

Mit im Gepäck hat dieses Tief eine Kaltfront, und diese sorgt für teils kräftigen Regen. Das könnt ihr gut an der folgenden Grafik erkennen. Innerhalb von rund 24 Stunden kommen südlich von Peking sowie in weiten Teilen der Koreanischen Halbinsel 50 bis 100 Liter pro Quadratmeter zusammen. Zum Vergleich: In Seoul beträgt der durchschnittliche Monatsniederschlag für den gesamten April rund 65 Liter pro Quadratmeter!

Zugbahn des Tiefs mit den erwarteten Regenmengen © UBIMET
Zugbahn des Tiefs mit den erwarteten Regenmengen © UBIMET

Im folgenden Satellitenbild von heute Nachmittag (Ortszeit) ist das Tief über China mit seiner markanten Wolkenspirale bereits zu erkennen. In Südkorea deutet strahlender Sonnenschein dagegen noch nichts auf den bevorstehenden Regen hin:

Satellitenbild von Samstagnachmittag in Ostasien © https://worldview.earthdata.nasa.gov/
Satellitenbild von Samstagnachmittag in Ostasien © https://worldview.earthdata.nasa.gov/

Der Frühsommer im April geht weiter

Die Eissaison ist gestartet! @ pixabay

Am Samstag scheint meist von früh bis spät die Sonne, einzig vom Niederrhein bis zur Nordsee sind in den Morgenstunden ein paar Nebelfelder dabei. Diese haben gegen die kräftige Aprilsonne aber keine Chance und lösen sich rasch auf. Im Tagesverlauf bilden sich dann von den Mittelgebirgen südwärts ein paar Quellwolken, die aber nicht weiter stören. Am ehesten ist vom Hunsrück bis zum Vogtland ein kurzer Schauer am Nachmittag möglich.

Die Höchstwerte am Samstag @ UBIMET/GFS
Die Höchstwerte am Samstag @ UBIMET/GFS

In der Südhälfte werden 24 bis 28 Grad erreicht, im Norden sind es meist um die 20 Grad. Etwas frischer bleibt es an den Küsten mit rund 15 Grad.

Sonne und Gewitter am Sonntag

Der Sonntag startet einmal mehr mit viel, viel Sonnenschein. Richtung Schleswig-Holstein und Mecklenburg kann sich aber zunächst Nebel oder Hochnebel halten. Mit den Temperaturen geht es auch im Norden wieder bergauf, generell liegen die Höchstwerte zwischen 22 und 27 Grad. Etwas kühler bleibt es wie gewohnt im Umfeld der Küsten.

Die Höchstwerte am Sonntag @ UBIMET/GFS
Die Höchstwerte am Sonntag @ UBIMET/GFS

Ganz ungetrübt wird es aber nicht mehr, von Westen knabbern Tiefs am Frühsommer-Hoch NORBERT. So nimmt ab Mittag von Südwesten her die Gewittergefahr deutlich zu, dabei sind Hagel und Platzregen möglich.

Wo gewittert es?

Ausgehend von Rheinland-Pfalz und NRW breiten sich die Gewitter nordostwärts aus, erfassen also auch Hessen, Niedersachsen und Hamburg. Abends ist dann auch der Osten und Nordosten dran. Weitgehend trocken dürfte es hingegen südlich des Mains werden, sieht man von Gewittern am Alpenrand ab.

Der Aprilsommer geht weiter

Herrlicher Frühling auch in der Buckligen Welt @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/schwarzenbach/

30 Grad rücken näher

Hoch NORBERT bleibt uns treu. Auch am anstehenden Wochenende hält das kräftige Hochdruckgebiet über Mitteleuropa noch alle Fronten von Österreich fern. Uns erwarten zahlreiche Sonnenstunden, am Samstag bilden Wolken generell die Ausnahme. Am Sonntag werden die Quellwolken etwas mehr und besonders vom Karwendel bis ins Grazer Bergland sind am Nachmittag einzelne Wärmegewitter mit von der Partie. Auch beim 35. Vienna City Marathon erwartet die Läufer sommerliches Wetter. Beim Start um 9 Uhr hat es bereits 17 oder 18 Grad, bis zum frühen Nachmittag erwärmt sich die Luft dann auf 25 Grad.

Beachtlich sind in jedem Fall die Temperaturen, sie bewegen sich mehr als 10 Grad über dem Durchschnitt. Verbreitet steigen sie am Samstag und Sonntag auf 23 bis 28 Grad, in Tirol und Niederösterreich sind lokal auch bis zu 29 Grad möglich.

April auf Rekordkurs

Wäre der Monat jetzt schon zu Ende, der April hätte seinen Platz in den meteorologischen Geschichtsbüchern sicher. Derzeit beträgt die Temperaturabweichung landesweit mehr als +4 Grad, der bisherige Spitzenreiter anno 2007 schloss um 3,7 Grad zu warm ab. Ob es am Ende des Monats für den ersten Platz reicht, hängt in erster Linie von der Abkühlung kommende Woche ab. Die Temperaturen kehren nämlich nach einem frühsommerlichen Wochenauftakt wieder auf Werte um die 20 Grad zurück. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der beiden Aprilmonate 2007 und 2018 um die Goldmedaille steht also bevor.

Markante Trockenheit

Neben den weit überdurchschnittlichen Temperaturen zeichnet sich der heurige April durch viel zu trockene Verhältnisse aus. In Mattersburg beispielsweise sind in den vergangenen drei Wochen gerade einmal 0,2 l/m² Regen gefallen, damit bildet die Stadt im Burgenland das Schlusslicht in Österreich. Doch nicht nur hier, in einem großen Bereich von Amstetten bis zur March und bis ins Mittelburgenland sowie auch in Teilen Vorarlbergs hat es diesen Monat bisher kaum geregnet. Generell zeigt sich der April nördlich des Alpenhauptkamms deutlich zu trocken. Als direkte Folge der anhaltenden Trockenheit bleibt die Wald- und Flurbrandgefahr hier auch in den kommenden Tagen auf einem hohen Niveau. Mehr oder weniger im Soll ist der Niederschlag nur im Süden, wobei ein Streifen vom Großraum Graz hinab bis nach Leibnitz durch die Unwetter vom Montag auch schon deutlich über dem Schnitt liegt.

Golfstrom schwächer als je zuvor in den vergangenen 1000 Jahren

Golfstrom im Nordatlantik. © shutterstock.us

Der Golfstrom ist eine starke Meeresströmung im Atlantik, welche erhebliche Mengen an warmen Wasser aus subtropischen Breiten nordwärts transportiert. So ist das Wasser am Nordende des Golfstroms vor Neufundland im Mittel noch 20 Grad warm, dort trifft er aber auf den kalten Labradorstrom und verliert dadurch an Kraft. Ab hier wird der Golfstrom auf seinem Weg in Richtung Westeuropa zum Nordatlantikstrom und teilt sich in zwei Äste auf. Der nördliche kühlt im weiteren Verlauf immer weiter ab, wird schwerer und beginnt schließlich abzusinken, um dann am Meeresgrund wieder südwärts zu strömen. Dies wird auch als atlantische Umwälzzirkulation bezeichnet.

Das Globale Förderband

Der Golfstrom und die atlantische Umwälzzirkulation sind ein Teil des globalen Förderbands, einem weltumspannenden Strömungssystem, welches von den Dichteunterschieden des Wassers innerhalb der Weltmeere angetrieben wird. Die Salzkonzentration des Wassers spielt dabei eine wichtige Rolle, da sie in Zusammenspiel mit der Temperatur die Dichte des Oberflächenwassers bestimmt. Allgemein ist kaltes und salzreiches Wasser schwerer als warmes und salzarmes Wasser, und neigt daher zum Absinken. Der Salzgehalt des Wassers wird durch die Bildung von Meereis erhöht, somit ist das Wasser in der Labrador- und Grönlandsee besonders salzig. Dies ist ein entscheidender Faktor um die atlantische Umwälzzirkulation und somit auch den Golfstrom anzutreiben.

Salzgehalt nimmt ab

Durch die globale Erwärmung kommt es im subpolaren Nordatlantik zu einer ansteigenden Zufuhr von Süßwasser, einerseits durch zunehmende Niederschlagsmengen, andererseits durch das Schmelzen des Grönland- und Polareises. Der abnehmende Salzgehalt erschwert in diesen Regionen das Absinken des Wassers und beeinträchtigt somit die gesamte atlantische Umwälzzirkulation. Um diese Abschwächung nachzuweisen, wurden in einer neuen Studie vom Potsdamer-Institut für Klimafolgenforschung die verfügbaren Messdatensätze der Meerestemperaturen seit dem 19. Jahrhundert mit einer Simulationsrechnung eines hochaufgelösten Klimamodells verglichen.

Golfstrom und beobachtete Änderung der Temperatur. © Caesar; Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung
Golfstrom und beobachtete Änderung der Temperatur. © L. Caesar; Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Die Ergebnisse zeigen eine Abkühlung des subpolaren Atlantiks südlich von Grönland und eine Erwärmung entlang der amerikanischen Ostküste, was laut den Forschern auf eine Abschwächung sowie Verschiebung des Golfstrom in Richtung Küste zurückzuführen ist. Die Änderung der Wassertemperaturen zeigt zudem, dass sich der Golfstrom seit Mitte des 20. Jahrhunderts um etwa 15% abgeschwächt hat. In einer weiteren neuen Studie wurden Bohrkerne von Sedimenten am Meeresgrund analysiert (paläoklimatischen Proxydaten) . Die Messgenauigkeit ist zwar geringer, dafür ermöglicht dies aber Rückschlüsse über einen wesentlich größeren Zeitraum von etwa 1.600 Jahren zu ziehen. Die analysierten Daten dieser Studie ergeben, dass der Golfstrom in den letzten 150 Jahren wesentlich schwächer geworden ist im Vergleich zu den vorherigen 1.500 Jahren.

Folgen für Europa

Die Auswirkungen des sich abschwächenden Golfstroms betreffen derzeit in erster Linie die Wassertemperaturen im Nordatlantik. Diese spielen allerdings eine wesentliche Rolle für die großräumige Luftdruckverteilung und somit auch für die allgemeine atmosphärische Zirkulation über Europa. So deuten die Ergebnisse einer weiteren Studie darauf hin, dass die veränderte Luftdruckverteilung besonders im Sommer Hitzewellen in Europa begünstigt, wie es etwa auch im Jahr 2015 der Fall war. Damals war der subpolare Atlantik so kalt wie noch nie zuvor seit Messbeginn und in Mitteleuropa gab es einen der bislang heißesten Sommer der Messgeschichte. Andere Forscher vermuten zudem, dass Winterstürme in Europa häufiger werden könnten. Das eher unwahrscheinliche Szenario eines vollständigen Zusammenbruchs des Golfstroms würde hingegen vor allem in Nordwesteuropa zu einem um mehrere Grad kälteren Klima führen.

Abweichung der Temperatur zum Mittel im 2015. © NOAA
Negative Temperaturanomalie über dem subpolaren Nordatlantik im 2015. © NOAA

Weiterführende Links:

19. April 2017: Schneesturm am Alpenostrand

Schnee im Frühling. © Nikolas Zimmermann

Die Monatsmitteltemperatur im April entspricht in den Niederungen mit 10 Grad etwa dem Durchschnitt für das ganze Jahr. Allerdings kann es im April mit Kaltluftausbrüchen aus Norden geradezu winterlich sein, während warme Luft aus den Subtropen mitunter schon für sommerliche Verhältnisse sorgt. Diese Aprilwetter-Extreme wurden uns im letzten bzw.  im aktuellen Jahr deutlich vor Augen geführt: Während es heuer anhaltend sonniges und teils frühsommerliches Wetter gibt, kam es vor exakt einem Jahr zu einem regelrechten Schneesturm am Alpenostrand.

Schnee bis nach Wien

Am 19. April 2017 lag der Alpenraum unter dem Einfluss eines Mittelmeertiefs, das sich nordostwärts in Richtung Ungarn verlagerte. Mit einer nordöstlichen Höhenströmung führte dies sehr feuchte Luftmassen in die Osthälfte Österreichs, gleichzeitig strömten von Norden her immer kältere Luftmassen ins Land. Die Schneefallgrenze sank somit bis ins Flachland und der Wind wehte kräftig mit stürmischen Böen aus Nord. Am Nachmittag musste die Wiener Außenring Autobahn (A21) schließlich in beide Fahrrichtungen komplett gesperrt werden und auch Teile der Westautobahn (A1) wurden für den Verkehr geschlossen.

A21 am 19. April 2017. © ASFINAG
A21 am 19. April 2017. © ASFINAG

Die Temperaturen kamen in mittleren Höhenlagen nicht über den Gefrierpunkt hinaus, so lag der Höchstwert in Mariazell bei -2.8 Grad, dazu gab es hier in Summe fast einen Meter Neuschnee. Ein paar Zentimeter Nassschnee gab es aber sogar im Wiener Becken! Anbei die gemeldeten Schneehöhen am 20. April um 8 Uhr in der Früh:

  • 92 cm Mariazell (866 m, ST)
  • 86 cm Lunz am See (614 m , NÖ)
  • 57 cm Mooslandl / Hieflau (470 m, ST)
  • 18 cm Rekawinkel / Pressbaum (374 m, NÖ)
  • 5 cm Wiener Neustadt (285 m, NÖ)

Die Österreichische Unwetterzentrale hatte Schneewarnungen mit der höchsten Stufe für das Mariazellerland und dem Semmeringgebiet ausgegeben. In exponierten Lagen kam es zudem zu massiven Schneeverwehungen.

Schneewarnungen vom 19. bis 20. April 2017. © www.uwz.at / UBIMET
Schneewarnungen vom 19. bis 20. April 2017. © www.uwz.at / UBIMET

Noch ergiebiger fielen die Mengen auf den Bergen aus, so gab es in den Niederösterreichischen Voralpen in 1.100 m Seehöhe bis zu 150 cm Neuschnee! Die Lawinengefahr erreichte am 20. April in den Ybbstaler Alpen sogar die höchste Stufe 5.

Trockenheit und Buschfeuer auch in den USA

17-Apr_Dust_storm © UBIMET

In der nachfolgenden Animation kann man besonders von Ost-Colorado bis West-Kansas erkennen, wie sich brauner Staub in tiefen Schichten durch starke Winde südostwärts ausbreitet. Gleichzeitig erkennt man leicht gräulich die Rauchfahnen der Buschfeuer im nordwestlichen Oklahoma, dem Texas-Panhandle und an der Grenze zwischen Colorado und Kansas.

17-Apr_Plains_Sat_Lo © UBIMET
17-Apr_Plains_Sat_Lo © UBIMET

Im Nordwesten von Texas und im westlichen Oklahoma sind die Temperaturen gestern bis auf 37 Grad gestiegen, zudem wehte der Wind mit Böen bis zu 95-110 km/h, siehe Grafik. In Burlington, Colorado wurde sogar eine Böe von 160 km/h registriert. Diese Kombination aus heißer und trockener Luft mit starkem Wind hat zu einer Bedrohung durch Busch- und Waldbrände geführt. Darüber hinaus kann der durch Wind aufgewirbelte Staub die Sichtweiten auf nahezu Null reduzieren und gefährliche Fahrbedingungen schaffen.

17-Apr_MaxWindGust © UBIMET
17-Apr_MaxWindGust © UBIMET

 

Die Böden werden in dieser Region auch in nächster Zeit nach Monaten mit zu wenig Niederschlag gefährlich trocken bleiben. Das für die starken Winde und die Hitze verantwortliche Wettersystem bewegt sich jedoch nach Osten weiter. Damit sollte die Feuergefahr ab Donnerstag etwas abnehmen.

Sonne pur im ganzen Land

Strahlend blauer Himmel über Bayern © https://www.foto-webcam.eu/webcam/bad-endorf

Das hat Seltenheitswert: Fast ganz Deutschland präsentiert sich heute wolkenlos mit einer Sonnenscheinausbeute von nahezu 100 %. Lediglich eine Handvoll Wetterstationen meldet um 10:00 Uhr weniger als 60 Minuten Sonnenschein pro Stunde – vornehmlich in Schleswig-Holstein.

Anzahl der Minuten mit Sonnenschein pro Stund bis 10:00 Uhr, 18.04.2018 © DWD, UBIMET
Anzahl der Minuten mit Sonnenschein pro Stund bis 10:00 Uhr, 18.04.2018 © DWD, UBIMET

Ein Blick auf das Satellitenbild lässt den Grund schon vermuten und ein Check der Webcam-Bilder der Region bestätigt: mittelhohe Wolkenfelder, so genannte Altocumulus-Wolken ziehen hier durch.

Satellitenbild 18.04.2018 © EUMETSAT, UBIMET
Satellitenbild 18.04.2018 © EUMETSAT, UBIMET
Webcambild aus Hülsen (Schleswig-Holstein) © http://www.marina-huelsen.de/webcam
Webcambild aus Hülsen (Schleswig-Holstein) © http://www.marina-huelsen.de/webcam

Auch im Südwesten des Landes lassen sich am Satellitenbild Wolken erkennen, so genannte Cirrus fibratus, also dünne hohe Schleierwolken. Diese wirken sich nicht auf das Wetter und die Sonnenscheindauer aus:

Webcambild aus Bad Rappenau (Baden-Württemberg) © http://188.111.104.2/record/current.jpg
Webcambild aus Bad Rappenau (Baden-Württemberg) © http://188.111.104.2/record/current.jpg

Niederschlagsdefizit seit 3 Monaten

Abweichung des bisherigen Monatsniederschlags vom Normalwert im April, Stand 18.04.2018 © UBIMET

Gerade einmal 0,2 l/m² Niederschlag sind im April bisher in Mattersburg gefallen, damit bildet die Stadt im Burgenland das Schlusslicht in Österreich. Doch nicht nur hier, in einem großen Bereich von Amstetten ostwärts bis zur March und bis ins Mittelburgenland sowie auch in Teilen von Vorarlberg hat es diesen Monat bisher kaum geregnet. Generell zeigt sich der April nördlich des Alpenhauptkamms deutlich zu trocken, wie man der Titelgrafik entnehmen kann (Abweichung des bisherigen Monatsniederschlags vom Normalwert im April, Stand 18.04.2018 © UBIMET). Mehr oder weniger im Soll ist der Niederschlag nur im Süden, wobei Teile der Steiermark durch die Unwetter vom Montag auch schon deutlich über dem Schnitt liegen.

Bis zu 5 Grad wärmer als im Mittel

Der Grund für diese Unterschiede liegt einmal mehr in der beständigen südlichen Anströmung der Alpen. Wiederholt haben sich in letzter Zeit Tiefdruckgebiete über Westeuropa stationiert, hoher Luftdruck war eher über Skandinavien oder Osteuropa vorherrschend. Durch diese Druckkonstellation wurde und wird von Süden her Luft nach Norden geführt. Ist diese feucht, stauen sich Niederschläge am Alpenhauptkamm, während es nördlich davon zu Föhn kommt. Eindrucksvoll wird dies auch von der nachfolgenden Grafik belegt, welche die Abweichung der Temperatur im bisherigen April von den Normalwerten zeigt. Bis zu 5 Grad war es bisher zu warm.

Momentane Abweichung der Temperatur vom Normalwert für April, Stand 18.04.2018 © UBIMET
Momentane Abweichung der Temperatur vom Normalwert für April, Stand 18.04.2018 © UBIMET

Februar und März auch zu trocken

Doch schaut man nun mal etwas weiter zurück, so fällt auf, dass sich dieses Muster schon seit Monaten wiederholt. Von Vorarlberg bis nach Niederösterreich waren bereits auch der Februar und der März zu trocken, regional wurden über zweieinhalb Monate gesehen nur rund 30% des üblichen Niederschlags registriert. Der letzte landesweit zu feuchte Monat war der Jänner. Entsprechend sind die Böden häufig ziemlich ausgetrocknet und es kommt schon zu ersten Wald- und Flurbränden.

 

 

Historischer April-Blizzard in den USA

Blizzard in den USA.

Im Vorfeld eines kräftigen Tiefs gelangten am vergangenen Wochenende mit einer südlichen Strömung sehr milde Luftmassen aus dem Golf von Mexiko in den Südosten der USA, während an dessen Nord- bzw. Westflanke arktische Luftmassen aus Kanada herangeführt wurden.

Das Tief am Sonntag um 00 UTC. © ECMWF / UBIMET
Das Tief am Sonntag um 00 UTC. © ECMWF / UBIMET

Besonders in den Central Plains und in den nördlichen Teilen des Mittleren Westens führte dies zu kräftigem Schneefall. Der stürmische Wind sorgte zudem für teils meterhohe Schneeverwehungen, mitunter wurden ganze Autos vom Schnee begraben. In Summe gab es gebietsweise mehr als einen halben Meter Neuschnee, so wurden in Green Bay (Wisconsin) bis zu 59 cm Schnee gemeldet. Das entspricht dort dem zweithöchsten Wert, der dort im Zuge eines Sturms jemals gemessen wurde! Im Bereich der Großen Seen gab es dagegen gefrierenden Regen, wie etwa in Michigan oder im Norden von New York. Einige Sportevents mussten daher abgesagt werden, zudem kam es zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen.

72h-Schneemengen am 15. April 2018. © NOAA
72h-Schneemengen am 15. April 2018. 2 inch = 5 cm; 10 inch = 25 cm; 20 inch = 50 cm

An der Ostflanke gab es dagegen heftige Gewitter. Der Nationale Wetterdienst registrierte dabei mehr als 600 Unwettermeldungen (davon 34 Tornadomeldungen). Ein besonders großer Tornado wurde in Arkansas von einem Auto aus gefilmt, welches von den heftigen Winden umgeworfen wurde.

In den südlichen High Plains hat der starke Wind dagegen die Ausbreitung von Waldbränden gefördert. In diesen Regionen herrscht eine anhaltende Trockenheit und die Prognosen sehen sehr schlecht aus. So liegt die prognostizierte relative Luftfeuchtigkeit für Dienstag im Westen von Oklahoma und Norden von Texas teils unter 10% bei zunehmendem Wind und hohen Temperaturen. Jeder Funken kann in diesen Regionen zu Bränden führen, die rasch außer Kontrolle geraten!

Waldbrandgefahr in den USA. © NOAA
Waldbrandgefahr in den USA. © NOAA

Hoch NORBERT bringt sommerliche Temperaturen

Vorsicht UV-Strahlung!

Am Dienstag etabliert sich über Deutschland ein stabiles Hochdruckgebiet. Dies sorgt für trockene Luft, zudem steigen die Temperaturen in den kommenden Tagen deutlich an. Vielerorts gibt es somit frühsommerliche Temperaturen, einzig an der Ostsee sorgen die kalten Wassertemperaturen mitunter für Seenebel.

Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Mittwoch. UBIMET / GFS
Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Mittwoch. UBIMET / GFS

Strahlender Sonnenschein

Bereits am Mittwoch scheint im ganzen Land nahezu ungetrübt die Sonne. Höchstens harmlose Schleierwolken oder flache Quellwolken zeigen sich am Himmel. Der Wind weht meist schwach, im Bodenseeraum lebt mäßiger Ostwind auf. Die Luft erwärmt sich auf 20 bis 27 Grad mit den höchsten Werten im Oberrheingraben, nur unmittelbar an der See bleibt es mit 14 bis 19 Grad kühler. Der Donnerstag bringt wieder einen tiefblauen Himmel, an der Ostsee muss man allerdings stellenweise mit Seenebel rechnen. Bei schwachem Ostwind liegen die Höchstwerte abseits der Ostsee meist zwischen 22 und 28 Grad. In weiten Teilen Westdeutschlands sowie in der Mitte des Landes gibt es bereits sommerliche Temperaturen im Bereich der 25-Grad-Marke.

Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Freitag. UBIMET / GFS
Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Freitag. UBIMET / GFS

Sommerliche Temperaturen

Am Freitag setzt sich das sonnige und warme Wetter fort. An der Ostsee lässt die Nebelneigung nach, dafür nimmt sie an der Nordsee bei aufkommendem, mäßigem Westwind zu. Die Temperaturen steigen weiter an und erreichen bis zu 28 oder 29 Grad im Südwesten, aber nahezu im ganzen Land kann man sich auf sommerliche Temperaturen freuen. Der Samstag bringt dann ebenfalls überwiegend sonniges Wetter, im Norden ziehen aber ein paar Wolken durch und die Temperaturen gehen etwas zurück. In der Südhälfte bleibt es dagegen sommerlich.

Temperaturprognose in etwa 1500 m Höhe. © UBIMET/NCEP
Temperaturprognose in etwa 1500 m Höhe. © UBIMET/NCEP

Hagel und Überschwemmungen in der Steiermark

Überschwemmung / Hochwasser

Ein Höhentief über dem Mittelmeer führte am Montag mit einer südlichen Strömung überdurchschnittlich feuchte Luftmassen in den Süden Österreichs. Im Laufe des Nachmittags entstanden besonders in der südlichen Steiermark nahezu ortsfeste Gewitter, welche örtlich für anhaltenden Platzregen und Hagelschlag sorgten. In Graz fielen dabei innerhalb von sechs Stunden bis zu 90 Liter pro Quadratmeter Regen, das meiste davon innerhalb von 3 Stunden. Dies entspricht in etwa einem Zehntel des jährlichen Niederschlags in Graz! In Leibnitz gab es innerhalb von ein paar Stunden rund 82 Liter pro Quadratmeter. Diese Niederschlagsmengen  sind größer als der mittlere Gesamtniederschlag vom April. Weiters wurden auch neue Tagesrekorde für den April aufgestellt.

Anbei die nassesten Wetterstationen (12 Stunden Summen von Montag 17 Uhr bis Dienstag 5 Uhr):

  • 94 mm Graz Straßgang
  • 88 mm Leibnitz-Wagna
  • 79 mm Graz Thalerhof

In Graz wurde das Einkaufszentrum Citypark überschwemmt, zudem musste die Feuerwehr zu mindestens 180 Einsätzen ausrücken. Der Pegel der Mur stieg innerhalb kürzester Zeit um einen Meter an, daher wurde die Promenade in Graz vorsichtshalber gesperrt. Am Flughafen von Graz kam es zu Verspätungen und Umleitungen.

24h-Niederschlagsmenge. © UBIMET
24h-Niederschlagsmenge. © UBIMET

Gewitterhotspot Steiermark

In Summe wurden in Österreich rund 11.699 Blitze gezählt, davon allein in der Steiermark 10.915. Besonders betroffen waren die Bezirke Leibnitz, Graz-Umgebung, Graz, Weiz und Deutschlandsberg. Der stärkste Blitz wurde mit 132 kA in Sankt Stefan ob Stainz (Deutschlandsberg, Steiermark) detektiert.

Blitze am Montag. © UBIMET
Blitze am Montag. © UBIMET

Am Montag im Süden teils kräftige Gewitter

Heftige Gewitter Europa

Am Montag führt ein Höhentief über dem Mittelmeer feuchte Luftmassen in die Südosthälfte des Landes. Eine Tiefdruckrinne in tiefen Luftschichten erstreckt sich dabei von Nordostitalien über Ostösterreich bis nach Tschechien, somit trifft in diesen Regionen westlicher Wind mit südöstlichem Wind zusammen. Die daraus resultierende vertikale Luftbewegung fördert die Entstehung von Schauern und Gewittern. Besonders von Unterkärnten über die südliche Steiermark bis zum Südburgenland können die Gewitter mitunter auch kräftig ausfallen, dabei besteht örtlich die Gefahr von Starkregen und Hagelschlag.

Gewitterwahrscheinlichkeit am Montag. © UBIMET
Gewitterwahrscheinlichkeit am Montag. © UBIMET

 

Der Schwerpunkt der Gewittertätigkeit verlagert sich in den Abendstunden ostwärts, somit ist dann im gesamten Burgenland gewittrig durchsetzter Regen möglich. Einzelne gewittrige Schauer sind im Laufe der zweiten Tageshälfte allerdings auch im Bereich der Nordalpen in Vorarlberg und Tirol nicht ausgeschlossen.

Stabiles und mildes Hochdruckwetter in Sicht

Vorsicht UV-Strahlung!

Am Montag überwiegen die Wolken und über den Tag verteilt ziehen besonders im Süden und Westen vermehrt Regenschauer durch. Tagsüber gibt es zwar bevorzugt im Osten auch längere trockene Phasen, am Nachmittag ist man vor Schauern aber auch hier nicht gefeit. Von Unterkärnten über die Steiermark bis zum Burgenland sind auch ein paar Gewitter einzuplanen. Der Dienstag startet bewölkt mit etwas Regen im Bereich der Nordalpen sowie im Südosten. Im Tagesverlauf ziehen an der Alpennordseite noch ein paar teils gewittrige Schauer durch, sonst stellt sich trockenes Wetter ein und die Wolken lockern zögerlich auf. Bei mäßigem bis lebhaftem Nordwestwind liegen die Höchstwerte zwischen 12 und 21 Grad.

Viel Sonnenschein ab Mittwoch

Im Laufe der Woche etabliert sich über Nordeuropa ein mächtiges Hochdruckgebiet. Mit einer östlichen Strömung gelangen dabei wieder trockene und weiterhin milde Luftmassen ins Land. Am Mittwoch stellt sich wieder verbreitet sonniges Frühlingswetter ein. Die hochnebelartigen Restwolken an der Alpennordseite lockern rasch auf und die Temperaturen erreichen 15 bis 23 Grad. Auch der Saharastaub ist dann kein Thema mehr. Der Donnerstag bringt nach Auflösung einzelner Frühnebelfelder sogar strahlenden Sonnenschein, über weite Strecken ist der Himmel wolkenlos. Der Wind spielt im Gegensatz zu den vergangenen, oft föhnigen Tagen zudem nur noch eine untergeordnete Rolle und die Temperaturen steigen auf bis zu 24 Grad.

Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Donnerstag. UBIMET / GFS
Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Donnerstag. UBIMET / GFS

Frühsommerliche Temperaturen

Am Freitag und Samstag setzt sich das sonnige Wetter fort, zudem geht es mit den Temperaturen deutlich bergauf: Besonders im Oberinntal zeichnen sich sogar Höchstwerte von bis zu 27 Grad ab. Das außergewöhnlich milde und sonnige Aprilwetter setzt sich somit fort.

Mittelmeertief sorgt für unbeständigen Wochenbeginn

Regentropfen auf gespannten Regenschirm ©pixabay

Schauer und Gewitter

Am Montag stellt sich unbeständiges Wetter ein. Von Beginn an überwiegen die Wolken und schon in der Früh fällt stellenweise Regen, besonders im Westen und Süden. Im Norden und Osten gibt es tagsüber zwar längere trockene Phasen, besonders am Nachmittag ist man vor Schauern aber auch hier nicht gefeit, zudem sind in der Osthälfte und im Süden auch ein paar Gewitter einzuplanen. Durch den vergleichsweise hohen Gehalt an Saharastaub in der Luft kann es dabei vielerorts auch zu Staubablagerungen auf Autos und Dachfenstern kommen, wie berichteten darüber hier: Saharastaub in Österreich. Der Wind weht teils mäßig aus Südost und die Temperaturen steigen von West nach Ost auf 12 bis 22 Grad.

Am Dienstag zunächst nass

Der Dienstag startet dicht bewölkt, dazu fällt zunächst besonders im Bereich der Nordalpen und im Osten verbreitet etwas Regen. Oft trocken bleibt es von Osttirol bis zum Klagenfurter Becken sowie im äußersten Westen, zudem lockern die Wolken hier im Tagesverlauf etwas auf.  Auch  sonst werden die trockenen Abschnitte abseits der Alpen im Tagesverlauf häufiger, die Wolken lockern aber nur sehr zögerlich auf. Bei mäßigem bis lebhaftem Nordwestwind liegen die Höchstwerte zwischen 11 und 20 Grad.

Wetterbesserung in Sicht

Am Mittwoch stellt sich unter zunehmendem Hochdruckeinfluss verbreitet freundliches Wetter ein. An der Alpennordseite halten sich anfangs hochnebelartige Restwolken, diese lockern meist im Laufe des Vormittags auf. Länger trüb bleibt es lediglich in Teilen Tirols und Salzburgs, hier kommt erst am Nachmittag zeitweise die Sonne zum Vorschein. Der Wind weht mäßig bis lebhaft aus Nord bis Nordost, die Temperaturen erreichen je nach Wolken und Sonne 15 bis 23 Grad.

Schneemassen auf den Bergen Spaniens

Schnee in Spanien/Pyrenäen.

Besonders gegen Mitte der Woche gelangten mit einer nordwestlichen Höhenströmung wiederholt kühle Luftmassen in den Südwesten Europas, so sank die Schneefallgrenze vorübergehend sogar bis knapp 800 m herab. Im Bergland kam es dabei zu teils kräftigem Schneefall: Betroffen davon waren u.a. das Kantabrische Gebirge und die Pyrenäen im Norden das Landes, die Sierra Nevada im Süden oder auch das Iberische Gebirge im Osten. In den Hochlagen oberhalb von etwa 2000 m liegt hier für die Jahreszeit rekordverdächtig viel Schnee. In Mitteleuropa hat der nahezu ortsfeste Tiefdruckkomplex dagegen für anhaltend überdurchschnittliche Temperaturen gesorgt.

Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Mittwoch. © GFS / UBIMET
Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am letzten Mittwoch. © GFS / UBIMET

 

Das wetterbestimmende Tief hat sich mittlerweile in den zentralen Mittelmeerraum verlagert. Im Laufe der kommenden Tage stellt sich dann auch über der Iberischen Halbinsel eine südliche Strömung ein und deutlich mildere Luftmassen sorgen für Tauwetter im Gebirge. Anbei ein paar der spektakulärsten Bilder der letzten Tage:

Nächste Ladung Saharastaub

Temperatur und Druckverteilung in etwa 3 km Höhe am Sonntagmorgen © NOAA, UBIMET

Einmal mehr hat sich ein kräftiges Tief nach Nordafrika verlagert und wirbelt dort mit viel Wind einiges an Sand auf. An der Vorderseite des Tiefs stellt sich eine kräftige, nach Norden gerichtete Strömung ein und bringt nicht nur Warmluft in unsere Breiten, sondern in abgeschwächter Form auch Staub aus der Sahara. Schematisch dargestellt ist dies im Titelbild.

Der nachfolgenden Grafik ist die von der Universität Athen berechnete Staubkonzentration für Sonntagabend zu entnehmen, wenn sie bei uns im Alpenraum mit etwa 4000 mg/m² am größten sein soll.

Staubkonzentration am Sonntagabend, 15.04.2018 © University of Athens
Staubkonzentration am Sonntagabend, 15.04.2018 © University of Athens

Grundsätzlich erreicht uns Saharastaub eher in größeren Höhen oberhalb etwa 5 km, damit wirkt er sich hauptsächlich auf die Himmelsfärbung und Wolkenbildung aus. Der Himmel erscheint nicht mehr strahlend blau, je nach Konzentration eher milchig bis leicht rötlich, zudem fördert der Staub die Bildung von kompakten Cirrus-Wolken in Höhen von rund 10 km. Kommt es jedoch gleichzeitig zu Niederschlag, dann kann der Staub entsprechend aus der Atmosphäre ausgewaschen werden und mit den Regentropfen zum Boden gelangen.

Im Süden und Südosten sind bereits am Sonntag Schauer und einzelne Gewitter zu erwarten, am Montag und Dienstag wird es auch im restlichen Land unbeständig. Dann kann der Saharastaub nahezu überall auch am Boden ankommen und bspw. auf Autos oder Fenstern eine dünne Sandschicht hinterlassen. Insofern sollte man mit dem Frühjahrs-Fensterputz noch ein paar Tage warten.

 

 

Fällt Schnee vermischt mit Saharastaub, so wird auch dieser entsprechend gefärbt. Im Extremfall wird dieser dann mitunter als Blutschnee bezeichnet.

 

 

 

Rückblick: Turbulentes Wetter mit Gewittern und Überflutungen

Blitzstatistik für Freitag, den 13.04.2018 © UBIMET

So auch am Freitag, den 13. Zwar hielten sich die Temperaturen an die Jahreszeit, doch das Wetter präsentierte sich, wie man es aus dem Hochsommer kennt. Verantwortlich war ein kleinräumiges Tief, welches genau über der Mitte Deutschlands lag und feuchte und energiereiche Luft aus südlichen Breiten heranführte. Vom nördlichen Baden-Württemberg über Hessen bis hinauf zur Nordsee hatte dies kräftigen, schauerartig verstärkten und anhaltenden Regen zur Folge. Östlich des Tiefzentrums entwickelten sich ab Mittag hingegen zahlreiche kräftige und blitzreiche Gewitter – zum Einen im südlichen Bayern, zum Anderen im gesamten Nordosten.

 

 

Die nachfolgende Analyse zeigt die Niederschlagsmenge über 24 Stunden von Freitag 08:00 Uhr bis Samstag zur gleichen Zeit. Die größte Menge an einer Wetterstation wurde in Heinrichsthal in Unterfranken mit 55 l/m² gemessen, aber selbst direkt an der Nordsee in Butjadingen-Inte waren es noch 47 l/m², was grob dem Monatssoll entspricht. Diese Mengen kamen meist sogar innerhalb von 6 bis 12 Stunden zusammen, lokal kam es daher zu Überflutungen. So wurden bspw. in Fulda (Hessen) 15,6 l/m² allein zwischen 15:00 und 16:00 Uhr gemessen, übrigens ganz ohne Blitz und Donner.

Analyse der 24h-Niederschlagsmenge bis Samstag, 08:00 Uhr © UBIMET
Analyse der 24h-Niederschlagsmenge bis Samstag, 08:00 Uhr © UBIMET

 

 

Auch in Tschechien und Polen waren die Gewitter für die Jahreszeit bereits sehr gut organisiert, ausdauernd und kräftig ausgeprägt, wie auch die Statistik über die aufgetretenen Blitze im Titelbild zeigt. Im Video sieht man schließlich die Auswirkungen in Konin, Polen, zwischen Posen und Lodz gelegen.

Schnee, Sturm und Gewitter in den USA

Schneesturm im Norden der USA © pixabay

Ein kräftiger Frühlingssturm bringt am anstehenden Wochenende das öffentliche Leben in den USA ordentlich durcheinander. Verantwortlich hierfür ist ein Tief, das von Nebraska nach Osten bis zur Atlantikküste bei New York zieht. Dabei ist so ziemlich die ganze Palette an Wetterzuständen möglich, aber der Reihe nach.

Südlich der Tiefzugbahn lagert die ganze Zeit über feucht-labile Luft, somit muss man hier von West nach Ost mit heftigen Gewittern rechnen. Heute Freitag ist der orange markierte Bereich in folgender Karte betroffen, morgen dann der gelb markierte und zum Sonntag hin schließlich der pinke von Florida bis hinauf nach Virginia. Dabei werden großer Hagel und zahlreiche Tornados erwartet!

Die Gewitterlage am Wochenende © UBIMET
Die Gewitterlage am Wochenende © UBIMET

Einen krassen Kontrast zu diesen eher sommerlichen Bedingungen erleben die Menschen nördlich der Zugbahn des Tiefs. Von Nebraska bis ins nördliche Michigan sorgen heftiger Schneefall und stürmischer Wind für blizzardähnliche Verhältnisse, rund 30 cm Neuschnee werden erwartet. Weiter östlich mischt sogar noch gefrierender Regen mit, wie auf folgender Karte gut zu sehen (= Freezing Rain)

Hier droht ein später Blizzard © UBIMET
Hier droht ein später Blizzard © UBIMET

Die Trockenheit geht weiter

Trockener Waldboden © pixabay

In Tirol kam es in den vergangenen Tagen bereits zu kleineren Flurbränden, die Regenschauer von letzter Nacht und von heute bringen da kaum Entspannung. Es fehlt schlicht und ergreifend flächendeckender Landregen, der auch den Bauern gelegen käme.

Trockener April

Besonders nördlich des Alpenhauptkamms sorgten die anhaltenden Südföhnlagen bislang für einen viel zu trockenen April. So sind in den ersten 12 Tagen des Monats meist nur 5 bis 10 l/qm zusammengekommen, mancherorts (Waldviertel) blieb es sogar fast gänzlich trocken.

Dementsprechend markant fallen auch die Abweichungen aus, was den Regen betrifft:

Stadt Regenmenge 01.04. – 12.04.18 Abweichung
Wien 4 l/qm -75 %
St. Pölten 1 l/qm -95 %
Linz 4 l/qm -80 %
Salzburg 6 l/qm -80 %
Innsbruck 1 l/qm -95 %
Bregenz 4 l/qm -90 %
Eisenstadt 2 l/qm -90 %
Klagenfurt 13 l/qm -50 %
Graz 10 l/qm -50 %

 

Solch eine Trockenheit (bereits der März fiel in den Regionen von Bregenz bis St. Pölten deutlich zu trocken aus) bleibt natürlich nicht folgenlos. So steigt morgen die Waldbrandgefahr bereits auf Stufe 2 von 4 an wie in folgender Karte gut zu erkennen ist.

Die Waldbrandgefahr am Samstag © UBIMET
Die Waldbrandgefahr am Samstag © UBIMET

Kräftige Gewitter am Freitag

Kräftiges Gewitter über Frankfurt am Main © pixabay

Grund für die kräftigen Gewitter ist ein kleinräumiges Tief, dass heute von Nordbayern/Thüringen langsam nach Norden zieht. An seiner Vorderseite wird dabei recht warme, feuchte, dafür aber auch labil geschichtete Luft aus Polen angezapft. Zwar ziehen jetzt schon einige Schauer durch, speziell in Hessen auch schon Gewitter, der Schwerpunkt wird aber heute Nachmittag und Abend erwartet.

Wie im folgenden Bild ersichtlich, müsst Ihr östlich von Hamburg und Jena mit kräftigen Gewittern rechnen. Von Starkregen über Sturmböen bis hin zu Hagel dürfte alles dabei sein.

Hier wird es heute interessant bezüglich Gewitter © UBIMET
Hier wird es heute interessant bezüglich Gewitter © UBIMET

So sieht unsere Warnkarte aus: Bereits viele Regionen sind vor Gewittern vorgewarnt! Abends zieht das Tief nach Norden weiter und die Situation entspannt sich spürbar. Am längsten gewittrig bleibt es im Nordosten.

Die Warnkarte des Deutschen Unwetterradars für den heutigen Freitag © UBIMET, uwr.de
Die Warnkarte des Deutschen Unwetterradars für den heutigen Freitag © UBIMET, uwr.de

Über die aktuellsten Warnungen könnt Ihr euch auf der Website des Deutschen Unwetterradar stets informieren: HIER geht’s lang!

Besserung in Sicht

Das Wochenende ist dann aber ganz passabel. Zwar ziehen morgen im Norden noch ein paar Schauer durch, von Südwesten setzt sich die Sonne aber schon wieder besser durch. Dazu werden von Nord nach Süd 11 bis 21 Grad erreicht.

Am Sonntag ist es dann nordwestlich der Linie Saarbrücken-Rostock unbeständig mit Regenschauern, sonst wechseln Sonnenschein und Wolken einander ab. Unter den Wolken im Westen steigen die Temperaturen auf 15 bis 19 Grad, nach Osten und Südosten zu dürfen wir uns auf bis zu 23 Grad freuen.

Frühsommerliches Wochenende

Frühling in den Brandenberger Alpen in Tirol © https://www.foto-webcam.eu/webcam/pendling-west/

Frühsommer im April

Auch am kommenden Wochenende bleibt der Zustrom warmer Luftmassen aus dem Mittelmeerraum bestehen. Am Samstag werden verbreitet 20 bis 23 Grad erreicht, am wärmsten wird es mit leichtem Südföhn von Innsbruck bis St. Pölten. Der Sonntag hat dann sogar Temperaturen bis zu 25 Grad im Angebot, erneut hat dabei dank des Föhns die Alpennordseite die Nase vorne. Etwas kühler mit Werten unter 20 Grad bleibt es in den höheren Tallagen der Alpen, doch auch die 18 Grad etwa im Lungau laden schon zu Aktivitäten im Freien ein. Dazu scheint besonders am Samstag häufig die Sonne, oft besitzen die ausgedehnten Wolken nur zierenden Charakter. Eine gewisse Unsicherheit spielt aber der Saharastaub. Dieser kann nicht nur für einen recht diesigen Himmel sorgen, auch können die Wolken etwas dichter ausfallen, als das die Wettermodelle derzeit zeigen.

Schneebedingungen sehr gut

Für all jene, die vom Winter und dem Schnee nicht genug haben können, hat der Wetterexperte gute Nachrichten. Die Skigebiete oberhalb von 1500 m verfügen trotz frühlingshafter Temperaturen auch in der Höhe über ausreichend Schnee, auf der Loferer Alm im Pinzgau liegen beispielsweise in 1600 m Höhe noch immer 165 cm der weißen Pracht. Noch deutlich üppiger ist die Schneelage im Hochgebirge, hier türmen sich die Schneemassen drei bis vier Meter hoch. Allerdings sollte man vor allem beim Skifahren im freien Gelände auf die Lawinengefahr achten, insbesondere nasse Gleitschnee- und Lockerschneelawinen gehen derzeit gehäuft ab.

Überdurchschnittlich mildes Aprilwetter setzt sich fort

Frühling. © Nikolas Zimmermann

Ein umfangreicher Tiefdruckkomplex mit Kern über Südwesteuropa sorgt derzeit besonders in Portugal, Spanien und Südwestfrankreich für einen verregneten und kühlen April, während sich in Mitteleuropa milde Luftmassen aus dem südlichen Mittelmeerraum ausgebreitet haben. So waren die Temperaturen in den letzten Tagen beispielsweise in Berlin und Wien wesentlich höher als in Madrid oder Bordeaux.

Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Mittwoch. © GFS / UBIMET
Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Mittwoch. © GFS / UBIMET

In den kommenden Tagen setzt sich in Skandinavien hoher Luftdruck durch und im Mittelmeerraum herrscht rege Tiefdrucktätigkeit. Die resultierende südöstliche Strömung führt weiterhin milde Luftmassen ins Land, somit bleiben die Temperaturen bis auf weiteres überdurchschnittlich. Nur vorübergehend sorgen Tiefdruckausläufer aus dem Mittelmeerraum für leicht wechselhafte Bedingungen wie etwa am Donnerstag mit etwas Regen und ein paar Schauern oder Gewittern besonders im Süden und Südosten des Landes.

Prognose der Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe für kommenden Sonntag. © GFS / UBIMET
Prognose der Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe für Sonntag. © GFS / UBIMET

Dieser Trend setzt sich aus heutiger Sicht zumindest bis zum 20. April fort, somit ist die Wahrscheinlichkeit, dass der April milder als im langjährigen Mittel ausfallen wird bereits jetzt sehr hoch. Die häufigen Föhnlagen sorgen an der Alpennordseite und im Nordosten allerdings auch für eine zunehmende Trockenheit.

Temperaturprognose in etwa 1500 m Höhe für Ostösterreich. © GFS / NCEP / UBIMET
Temperaturprognose in etwa 1500 m Höhe für Ostösterreich. © GFS / NCEP / UBIMET

Kräftige Gewitter im Westen und Südwesten Deutschlands

Gewitter Blitz

Ein umfangreicher Tiefdruckkomplex mit Kern über Südwesteuropa sorgt derzeit besonders in Portugal, Spanien und Südwestfrankreich für einen verregneten und kühlen April, während sich in Mitteleuropa milde Luftmassen  ausgebreitet haben. So waren die Temperaturen in den letzten Tagen beispielsweise in Berlin und Wien wesentlich höher als in Madrid oder Bordeaux. Am Dienstagabend kam es im Westen und Südwesten Deutschlands sogar zu kräftigen Gewittern mit unzähligen Blitzentladungen, Starkregen und teils auch mit Hagelschlag. In Summe wurden am Dienstag in Deutschland rund 58.179 Blitze detektiert. Anbei die blitzreichsten Bundesländer:

  • Nordrhein-Westfalen 29.401
  • Hessen 10.853
  • Baden-Württemberg 7.678
  • Bayern 7.275
Blitze am Dienstagnachmittag und - abend. © nowcast / UBIMET
Blitze am Dienstagnachmittag und – abend. © nowcast / UBIMET

Am Mittwoch sind neuerlich Gewitter zu erwarten, der Schwerpunkt verlagert sich aber etwas weiter nach Nordosten. Somit gibt es die größte Wahrscheinlichkeit für Blitz und Donner in einem Streifen vom Böhmerwald über Thüringen und Sachsen-Anhalt bis zum Münsterland und dem südlichen Niedersachsen.

Druck in etwa 5500 m Höhe am Mittwoch. © GFS / UBIMET
Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Mittwoch. © GFS / UBIMET

Hagel und Starkregen

Am Dienstag zogen besonders in einem Streifen von Hessen über das Sauerland und dem Niederrheinischen Tiefland bis zu den Niederlanden kräftige Gewitter durch, dabei wurde örtlich auch Hagelschlag beobachtet, wie etwa in Hilchenbach in NRW oder nahe zu Ulm im Grenzbereich von Baden-Württemberg und Bayern.

Örtlich fiel auch kräftiger Regen, so kam es etwa in Osthessen lokal zu kleinräumigen Überflutungen. Anbei eine Auswahl an Stationsdaten:

  • 31 mm Reichshof-Eckenhagen (NRW)
  • 21 mm Wuppertal (NRW)
  • 15 mm Düsseldorf(NRW)
  • 12 mm Köln (NRW)
  • 11 mm Darmstadt (Hessen)
12-Niederschalg am Dienstagnachmittag und -abend. © UBIMET
12-Niederschlag am Dienstagnachmittag und -abend. © UBIMET

Gewitter im Frühjahr

Gewitter treten in Mitteleuropa über das ganze Jahr verteilt auf, selbst mitten im Winter sind starke Gewitter möglich. Die Häufigkeit kräftiger Gewitterlagen ist im Sommerhalbjahr aber wesentlich größer, da die Luft in dieser Jahreszeit deutlich mehr Feuchtigkeit enthält und die Schichtung der Luft labiler ist. Besonders im April und Mai kommt es allerdings öfter zu kräftigen Gewittern, als viele Menschen glauben: Einerseits hat die Sonne bereits ausreichend Kraft, um die Luft zu labilisieren, andererseits liegt das Westwindband in dieser Jahreszeit häufig über Mitteleuropa und sorgt somit für ausgeprägte Höhenwinde. Letzteres führt zu Windscherung innerhalb der Atmosphäre, was eine Grundvoraussetzung für die Entwicklung langlebiger Gewitter ist. Im Hochsommer wird die Luft zwar noch feuchter und energiereicher, dafür ist die Windscherung aber oft nur schwach bis mäßig ausgeprägt.

Tropensturm Keni wütet im Pazifik

Gefährliche Schönheit - Tropische Zyklone © pixabay

Der Tropische Zyklon Keni hat vor wenigen Stunden den Inselstaat Fidschi überquert und dabei eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Kein Wunder, wenn man sich den Kategorie-3-Sturm auf dem Regenradar einmal ansieht:


Nun verlagert sich der Wirbelsturm weiter nach Süden und gerät dort in deutlich kühlere Gefilde. Vor allem die entscheidende Meerestemperatur geht spürbar zurück, von jetzt 27°C auf nur noch rund 20°C. Damit fehlt KENI der nötige Antrieb, er schwächt sich deutlich ab:

Die wenigen Bilder, die uns aus dem Südseeparadies erreichen, zeigen die gewaltigen Regenmengen, die Keni auf Fidschi mitgebracht hat.

Die Marille blüht

Die Marillen blühen jetzt © pixabay

Die Wachau bringt alles mit, was Marillen zum Wachstum brauchen. Eine etwas begünstigte Lage im Winter, somit wird es hier nicht extrem kalt. Im Frühjahr wirken sich dann die großen Tagesgänge der Temperatur positiv auf die Blüte aus, das heißt zwischen den Nacht- und Tagestemperaturen gibt es eine große Differenz. So auch gestern: Im nahen Krems kletterten die Temperaturen von 6 Grad in der Früh bis auf fast 27 Grad am Nachmittag.

Diese fast schon frühsommerliche Wärme gab den Marillen den letzten Kick, wie man anhand der Webcam-Bilder seit Anfang April gut sehen kann:

Blütenstand am 01.04.18 © www.wachauermarille.at
Blütenstand am 01.04.18 © www.wachauermarille.at
Blütenstand am 06.04.18 © www.wachauermarille.at
Blütenstand am 06.04.18 © www.wachauermarille.at
Blütenstand am 10.04.18 © www.wachauermarille.at
Blütenstand am 10.04.18 © www.wachauermarille.at

Mehrere Einflüsse

In der Wachau treffen gleich mehrere Klimas aufeinander. Von Südosten wird die Region von der Pannonischen Tiefebene beeinflusst, aber auch das Waldviertel mit seinem rauen Klima wirkt sich in abgeschwächter Form aus. Und dann ist da noch die Donau in unmittelbarer Nähe mit ihrem engen Tal, die günstige Voraussetzungen für den süßen Geschmack der Wachauer Marillen schafft.

Hitzerekorde in Sydney und Adelaide

Heißer Spätsommer in Sydney © pixabay

Am gestrigen Montag wurden in Sydney und in Adelaide neue Hitzerekorde für den April aufgestellt. Zur Erinnerung: Auf der Südhalbkugel befinden wir uns derzeit im Herbst, der kalendarische Sommer ist vor knapp 3 Wochen zu Ende gegangen. Das Wetter scheint dies aber nicht mitbekommen zu haben!

Bis auf 35,4 Grad stiegen die Temperaturen zu Wochenbeginn in der Metropole Sydney, am Flughafen sogar auf schweißtreibende 36,8 Grad. Die rund 5 Millionen Bewohner erlebten somit den wärmsten Apriltag seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Durchschnitt liegen die Höchstwerte zu dieser Jahreszeit bei rund 23 Grad, die Abweichung ist also schon enorm. Neben der Hitze macht den Bewohnern auch die anhaltende Trockenheit und die folglich ungewöhnlich hohe Waldbrandgefahr zu schaffen.

Kaum Linderung in Sicht

Heute am Dienstag heißt es bei „nur“ 24 Grad Durchatmen, doch in der zweiten Wochenhälfte wird es schon wieder heiß. Rekorde dürften in Sydney zwar keine mehr fallen, 30 Grad am Donnerstag und am Freitag sind dennoch alles andere als normal.

Auch andere Regionen betroffen

Sydney ist aber nicht alleine, was die späte Hitze angeht. Adelaide im Süden des Landes schwitzte bei rund 36 Grad. Dort wird es erstmals im April an drei aufeinanderfolgenden Tagen mehr als 33 Grad haben.

Die Kraft der Aprilsonne

Vorsicht UV-Strahlung!

Das frühlingshafte Wetter der vergangenen Tage hat zahllose Menschen ins Freie gelockt: Biergärten, Cafés und Parks waren am Wochenende voll und auch in dieser Woche zeigt sich der Frühling oft von seiner sonnigen Seite.

Dabei hat das sonnige Wetter auch seine Schattenseiten. Nicht nur der Anstieg der Pollenkonzentration (wir haben bereits hier berichtet) wirkt sich negativ auf manche Menschen aus, auch zu viel Sonne ist nicht gut.

Trügerische Sonne

Mehr als 13 Stunden kann die Sonne jetzt – Richtung Mitte April – schon scheinen, dabei steht sie so hoch am Himmel wie auch Ende August und hat auch dementsprechend viel Kraft.

Das lässt sich besonders gut an folgender Grafik erkennen, sie zeigt den typischen Verlauf der Sonnenstrahlung in einem Jahr in einer Stadt wie Wien oder Frankfurt.

Jahresgang der Sonnenstrahlung © Konstantin Brandes, UBIMET
Jahresgang der Sonnenstrahlung © Konstantin Brandes, UBIMET

Wir sehen, dass der Balken für April klar über jenem des Septembers liegt und nur noch knapp hinter dem Balken für August. Besonders markant ist der Anstieg von März zu April: fast 50% legt die Sonne in diesem Zeitraum an Kraft zu!

Winterhaut

Unsere Haut  ist aber noch nicht auf Sommer gepolt und braucht eine gewisse Zeit, sich an die starke Sonne und die kräftige UV-Strahlung zu gewöhnen.

Auch der Schreiber dieser Zeilen musste die Kraft der Aprilsonne im wahrsten Sinne des Wortes schon hautnah erleben, dementsprechend rot sind nicht nur die tippenden Finger…

Also unbedingt eincremen, sobald man sich länger im Freien aufhält!

Nix mit Frühling! Eiszeit in Nordeuropa

Auf der Ostee in Finnland braucht es noch immer einen Eisbrecher © pixabay

Ostsee-Eis

Von Eis ist auf den heimischen Badeseen schon seit Wochen keine Spur mehr, ganz anders ist die Situation aber noch immer in Nordeuropa. Weite Teile der Ostsee sind zugefroren, zum Teil ist das Eis einen halben Meter dick und kann sogar Autos tragen. Besonders der Bottnische Meerbusen, aber auch die Küstenbereiche zwischen Finnland, Russland und Estland sind weitgehend eisbedeckt. Hier die aktuelle Karte des Finnischen Wetterdienstes: (jäätä = Eis)

Karte der Eisbedeckung der Ostsee © http://en.ilmatieteenlaitos.fi
Karte der Eisbedeckung der Ostsee © http://en.ilmatieteenlaitos.fi

Eiskalt

Nachts rasseln die Temperaturen über Schnee noch immer tief in den Keller, zum Beispiel wurden vergangene Nacht in Lappland verbreitet -10 bis -15 Grad gemessen. Auch tagsüber schafft es das Thermometer nur örtlich und wenn dann ganz zart ins Plus, der Frühling hat es hier also noch immer sehr schwer.

Viel Schnee

Nicht nur klirrend kalt präsentieren sich Nordschweden und -finnland, auch der Schnee türmt sich hier am Ende des Winters noch sehr hoch.

Hier ein paar ausgewählte Schneehöhen von heute morgen 08:00 Uhr MESZ:

  • Kittilae (Finnland) 116 cm
  • Sodankylae (Finnland) 104 cm
  • Rovaniemi (Finnland) 98 cm
  • Vidsel (Schweden) 95 cm

Dieser tiefste Winter wird auch von den Webcams aus der Region eindrucksvoll untermauert:

Pajala in Schweden © webcamstravel
Pajala in Schweden © webcamstravel
Rovaniemi in Finnland © www.rovaniemi.fi
Rovaniemi in Finnland © www.rovaniemi.fi
Kemi an der finnischen Ostee © webcamstravel
Kemi an der finnischen Ostsee © webcamstravel

Saharastaub sorgt für diesigen Himmel in Mitteleuropa

Diesige Luft in Innsbruck. © foto-webcam.eu

An der Ostflanke eines Tiefdruckgebiets mit Kern über dem Ostatlantik gelangen derzeit mit einer südlichen Höhenströmung milde und trockene Luftmassen aus dem Norden Afrikas nach Mitteleuropa. Diese haben etwas Saharastaub mit im Gepäck, somit ist der wolkenlose Himmel im Vergleich zu gestern besonders im westlichen Bergland wesentlich diesiger. Anbei ein Vergleich der gestrigen und heutigen Webcambilder zur gleichen Zeit:

Zugspitze

Zugspitze am Samstag um 12 Uhr. © foto-webcam.eu
Zugspitze am Samstag um 12 Uhr. © foto-webcam.eu
Zugspitze am Sonntag um 12 Uhr. © foto-webcam.eu
Zugspitze am Sonntag um 12 Uhr. © foto-webcam.eu

In den kommenden Tagen hält die südliche Strömung an, somit muss man bis auf Weiteres in weiten Teilen Mitteleuropas immer wieder mit einem diesigen Himmel rechnen. Im Laufe der kommenden Woche nimmt die Schauer- und Gewitterneigung zudem gebietsweise etwas zu, daher kann es örtlich auch zu einer Ablagerung in Form einer dünnen Staubschicht auf Autos oder Dachfenstern kommen.

Rheintal

Rheintal am Samsatg um 12 Uhr. © foto-webcam.eu
Rheintal am Samsatg um 12 Uhr. © foto-webcam.eu
Rheintal am Sonntag um 12 Uhr. © foto-webcam.eu
Rheintal am Sonntag um 12 Uhr. © foto-webcam.eu

Brunnen am Vierwaldstättersee

Brunnen am Samstag um 12 Uhr. © foto-webcam.eu
Brunnen am Samstag um 12 Uhr. © foto-webcam.eu
Brunnen am Sonntag um 12 Uhr. © foto-webcam.eu
Brunnen am Sonntag um 12 Uhr. © foto-webcam.eu

Innsbruck

Innsbruck am Samstag um 12 Uhr. © foto-webcam.eu
Innsbruck am Samstag um 12 Uhr. © foto-webcam.eu
Innsbruck am Sonntag um 12 Uhr. © foto-webcam.eu
Innsbruck am Sonntag um 12 Uhr. © foto-webcam.eu

Hagel und Tornados im Süden der USA

Hagelkorn.

Am Freitag befand sich über dem Norden von Texas ein kleinräumiges Tiefdruckgebiet. An der Südostflanke dieses Tiefs befanden sich über dem mittleren Westen des USA feuchte und labil geschichtete Luftmassen, welche im Tagesverlauf die Entstehung von kräftigen Gewittern ermöglichten . Dabei kam es örtlich zu großem Hagel, Sturmböen und auch ein paar Tornados. In Summe wurden vom SPC (Storm Prediction Center) rund 145 Unwetterberichte gezählt, davon 92 Hagelmeldungen, 43 Sturmmeldungen und 10 Tornados.

Radar und Unwettermeldungen am 6. April.
Radar und Unwettermeldungen am 6. April.

Die größten Hagelkörner wurde in den Vororten im Norden der Metropolregion Dallas-Ft. Worth beobachtet und hatten einen Durchmesser von etwa 7 cm. In den nächsten Tagen beruhigt sich die Lage aber und somit sind vorerst keine weiteren Unwetterlagen zu erwarten.

Die 5 besten Tipps gegen Pollenallergie und Heuschnupfen

Birkenpollen

Birkenpollensaison

Die Pollensaison schreitet in diesen Tagen rapide voran. Mittlerweile wurde vielerorts die Blühbereitschaft der Birken erreicht, ganz besonders im Osten und Südosten Österreichs, im Westen und Südwesten Deutschlands sowie im Schweizer Mittelland. Vor allem bei Temperaturen im Bereich der 20-Grad-Marke müssen sich Allergiker in den kommenden Tagen somit zunehmend auf Beschwerden einstellen. Da die Wetterbedingungen weiterhin günstig zum Stäuben bleiben, sind zu Beginn der kommenden Woche gebietsweise auch schon starke Belastungen zu erwarten! In Summe wird heuer eine intensive Birkenblüte erwartet.

Was kann man dagegen tun?

Pollen sind so klein, dass man sie meist nicht wahrnimmt. Sie haften sich unbemerkt an unsere Kleidung oder verfangen sich in den Haaren, dabei tragen wir sie auch in unseren Wohnbereich: Im Schlaf atmen wir dann mitunter die Pollen ein, die wir mit ins Bett gebracht haben. Anbei die besten Tipps, um sich Abhilfe gehen die Pollen zu schaffen:

  1. Regelmäßig die Wäsche waschen und Polstermöbel saugen. Die Wäsche sollte aber in geschlossenen Räumen zum Trocknen aufgehängt werden! Falls möglich ist es auch sinnvoll, auf Staubfänger gänzlich zu verzichten (wie etwa Teppiche und Gardinen).
  2. Ausreichende und regelmäßige Körperpflege. Vor allem vor dem Schlafengehen ist es empfehlenswert, die Haare zu waschen. Weiters sollte man die getragenen Klamotten vom Tag nicht mit ins Schlafzimmer nehmen.
  3. Die Wohnung nur in den frühen Morgenstunden lüften oder allgemein an einem Regentag, dann ist Pollenkonzentration nämlich am geringsten. An sonnigen und windigen Tagen sollten die Fenster dagegen geschlossen bleiben.
  4. Für starke  Allergiker ist es empfehlenswert, an den Fenstern Pollenfilter anzubringen und Allergiker-Matratzen bzw. Bettwäsche zu benutzen. Auch Luftfilter können Abhilfe schaffen.
  5. Achtet auf die Vorhersagen vom Pollenwarndienst und haltet euch in der Zeit, in der die Allergie-verursachenden Pollen in der Luft sind, möglichst wenig im Freien auf. Wenn ihr dennoch raus müsst, dann nehmt stets antiallergische Arzneistoffe aus der Gruppe der Antihistaminika mit. Weiters schützen Brille oder Sonnenbrille die Augen zumindest ein wenig vor den Pollen.

Hurrikan-Saisonprognose 2018

Hurrikan Maria. Courtesy of Paolo Nespoli / NASA.

Außergewöhnliche Saison 2017

Die Hurrikansaison 2017 war eine der stärksten und zerstörerischsten seit Messbeginn. Bezogen auf die „Accumulated Cyclone Energy“,  also auf die  umgesetzte Gesamtenergie aller Stürme, war es die siebtstärkste Saison seit Beginn der Aufzeichnungen. Hurrikan Harvey, der im Großraum von Houston (Texas) Ende August für schwere Überschwemmungen sorgte, war in Bezug auf die Schäden sogar der bislang teuerste atlantische Hurrikan überhaupt.

Tropische Stürme und Hurrikane im 2017.
Tropische Stürme und Hurrikane im 2017.

 

Hurrikan Irma war Anfang September der bislang stärkste atlantische Hurrikan abseits vom Golf von Mexiko und der Karibik. Hurrikan Maria (siehe Titelbild von Pablo Nespoli; ESA/NASA) sorgte Mitte September dagegen für Verwüstungen in Puerto Rico, wovon sich die Insel noch immer nicht erholt hat. Letztendlich war Hurrikan Ophelia Mitte Oktober vor der Toren Europas der östlichste Major Hurrikan, also ein Sturm der Kategorie 3 oder höher, seit Beginn der Aufzeichnungen.

Erste Tendenz für das 2018

Die Saison 2017 fiel vor allem aufgrund der neutralen bzw. zunehmend negativen ENSO-Phase (El Nino Southern Oscillation) intensiv aus. Die negative Phase wird auch „La Nina“ genannt und wirkt sich aus statistischer Sicht günstig für die Entstehung von tropischen Stürmen im Atlantik aus. Weiters waren auch die Wassertemperaturen oft überdurchschnittlich hoch, weshalb den Stürmen zusätzlicher Treibstoff zur Verfügung stand.

ENSO-Prognose. © IRI, Columbia University
ENSO-Prognose. © IRI, Columbia University

 

Die aktuellen Prognosen deuten auf eine Rückkehr zu neutralem ENSO oder sogar zu einer schwachen El-Nino-Phase. Letzteres ist in der Regel keine gute Voraussetzung für Hurrikane im Nordatlantik, da die Höhenwinde dann im Mittel stärker ausfallen und die Bedingungen für die Entstehung von Hurrikanen schlechter sind. Die Wassertemperaturen werden aus jetziger Sicht ebenfalls im Mittel oder knapp drüber liegen. An dieser Stelle muss allerdings erwähnt werden, dass es auch im Zuge von unterdurchschnittlichen Saisons in der Vergangenheit zu zerstörerischen Hurrikanen kam, wie etwa Hurrikan Hugo im 1982 oder Hurrikan Andrew im 1992. Außerdem können sich die Prognosen noch ändern, wie es übrigens auch im letzten Jahr der Fall war, als die anfängliche El-Nino-Phase überschätzt wurde.

Höhenei macht einen Strich durch die Rechnung

Kaltlufttropfen über Ostösterreich ©GFS, Ubimet

In den kommenden Stunden tropft ein kleinräumiger Kaltlufttropfen vom östlich von Österreich befindlichen Höhentrog ab. Zunächst wandert das Höhenei dabei nach Süden in Richtung Kroatien. Da sich am Samstag das Hoch aber weiter nach Osten verlagert, wandert das Höhenei an dessen Rückseite wieder nach Norden und überquert Samstagnacht den Osten von Österreich.

Zugbahn des Kaltluftropfens (blau) in den nächsten 36 h ©Ubimet, GFS

Frühlingswetter mit Abstrichen

Durch das Höhenei verdichten sich am Samstagvormittag die Wolken von Südosten her, somit verläuft der Nachmittag von der Südsteiermark bis in den Wiener Raum öfters trüb. Es bleibt aber noch trocken. Sonntagfrüh sind dann vor allem vom Wienerwald bis ins Weinviertel einzelne Schauer möglich, dazu frischt hier kräftiger bis stürmischer Südostwind auf. Der Spuk ist aber rasch vorbei, bereits am Vormittag setzt sich von Süden her wieder die Sonne durch und es wird mit bis zu 20 Grad warm.

Unberechenbarkeit von Höheneier

So kleine Höhentiefs sind für die Modelle immer schwer zu vorhersagen, daher ist selbst 24 Stunden vor dem Ereignis noch nichts in Stein gemeißelt. Zieht das Tief eine Spur weiter östlich nach Norden, verläuft das Wochenende doch deutlich sonniger.

Im Süden der USA weitere Unwetter

Blitz am Himmel. @unsplash
Prognostizierte Gewitterbildung ©Ubimet, RACE

Ein Tief zieht über den Süden der USA hinweg und sorgt am Freitag wieder für zahlreiche Gewitter in den Südstaaten. Auch Unwetter mit großem Hagel und einzelnen Tornados sind wieder zu erwarten. Die Gewitter schwächen sich über Nacht nur langsam ab und erreichen Samstagmorgen den Golf von Mexiko.

Frostgefahr geht zurück

Nahaufnahme von Frost auch einem Gänseblümchen ©pixabay/Myriamy_Fotos

Heute Früh gab es noch verbreitet Frost, selbst entlang des Rheins sank die Temperatur verbreitet in den negativen Bereich. Auch am Samstag ist gebietsweise noch mit Frost zu rechnen, tagsüber kann aber schon fleißig gegärtnert werden. Denn in den nächsten Tagen stellt sich meist sonniges und mildes Frühlingswetter ein und auch die Nächte verlaufen lau und frostfrei. Somit können frostempfindliche Pflanzen getrost nach draußen gegeben werden.

Letzter Frost?

Das Risiko für eine weitere  Frostnacht geht im Flachland im April sukzessive zurück, obwohl bis zu den Eisheiligen Anfang Mai ein weiterer Kälteeinbruch nicht ausgeschlossen werden kann. Vor allem in der Mitte und im Süden sowie in höheren Lagen kommt Frost in der ersten Maihälfte noch alle 2 bis 3 Jahre vor. Ganz ausgestanden ist es also noch nicht, eine Schutzfolie sollte in den nächsten Wochen noch griffbereit sein.

Frostgefahr am Samstagmorgen

Nahaufnahme von Frost auch einem Gänseblümchen ©pixabay/Myriamy_Fotos

Während die letzten Tage im Flachland sehr lau bei teils zweistelligen Tiefstwerten verliefen, ist in der nächsten Nacht vom Tullnerfeld über das Weinviertel bis ins südliche Wiener Becken sowie im Südosten mit leichtem Frost zu rechnen. Auch in Wien kann das Thermometer in den Außenbezirken stellenweise unter den Gefrierpunkt sinken. Für die Marillenblüte in der Wachau besteht keine Gefahr, hier bleiben die Temperaturen knapp positiv.

Frost – Resultat aus klarer Nacht und Windstille

Wolken oder Wind verhinderte in den vergangenen Nächten eine starke Auskühlung. Heute Nacht herrscht hingegen bei sternenklarem Himmel Windstille, somit sacken die Temperaturen bis in den Frostbereich ab.

Letzter Frost?

In der kommenden Woche bleibt es frühlingshaft mild und auch nachts besteht keine Frostgefahr mehr. Somit nimmt das Risiko für eine weitere  Frostnacht im Flachland sukzessive ab, obwohl bis zu den Eisheiligen Anfang Mai ein weiterer Kälteeinbruch nicht ausgeschlossen werden kann. Im Bergland oberhalb von 600 bis 800 m sind hingegen Frostnächte auch noch in den nächsten Wochen zu erwarten.

Ausgezeichnetes Bergwetter am Wochenende

Skifahrer genießen im Liegestuhl am Berg den Sonnenschein © pixabay/sunyela

Am Freitag zunehmend sonnig

Am Freitag halten sich anfangs im Schweizer Mittelland sowie in den Nordalpen vom Tiroler Unterland bis zum Rax-Schneeberg-Gebiet hochnebelartige Restwolken, diese lockern am Vormittag aber rasch auf. Sonst scheint bereits verbreitet die Sonne, dabei zeigen sich im Tagesverlauf höchstens harmlose, hochliegende Schleierwolken am Himmel. Vom Hochschwab bis zum Wechsel weht zunächst noch kräftiger Nordwind, dieser flaut tagsüber aber ab. Sonst weht der Wind selbst im Hochgebirge meist nur schwach. Die Temperaturen steigen in 3.000 m auf bis zu 0 Grad, in 2.000 m werden zwischen +2 Grad am Alpenostrand und +8 Grad im Nordalpenbereich von den Berner Alpen bis zum Arlberg.

Strahlend sonniger Samstag

Der Samstag verläuft in weiten Teilen der Alpen strahlend sonnig. Nur in höheren Tallagen Südtirols sowie im Tessin gibt es anfangs Hochnebelfelder, diese lockern aber langsam auf. Tagsüber ist der Himmel besonders im Ostalpenraum meist sogar wolkenlos und die Fernsicht ausgesprochen gut. Ei paar hochliegende Wolken ziehen dagegen in der Westschweiz durch. Am Alpenhauptkamm bzw. in den Nordalpen wird es leicht föhnig, hier weht lebhafter, stellenweise wie etwa in den Urner und Glarner Alpen auch kräftiger Südwind. Die Temperaturen liegen in 3.000 m bei 0 bis +2 Grad, in 2.000 m gibt es von Süd nach Nord +6 bis +11 Grad. Am mildesten wird es vom Alpstein und Bregenzerwald über das Salzkammergut bis zur Eisenwurzen. Achtung: Besonders im Hochgebirge muss man mit hoher UV-Belastung rechnen!

Harmlose Wolken am Sonntag

Am Sonntag scheint nach der Auflösung einzelner Frühnebelfelder wieder häufig die Sonne. Im Tagesverlauf ziehen besonders im Bereich des Alpenhauptkamms sowie in den Südalpen ein paar hohe und mittelhohe Wolkenfelder durch, diese bleiben aber harmlos. Die Luft wird allerdings eine Spur diesiger als noch an den Vortagen. Am Alpenhauptkamm weht weiterhin lebhafter, stellenweise auch kräftiger, föhniger Südwind, von den Julischen Alpen über die Koralpe bis zum Wechsel kommt lebhafter Südwestwind auf. Dazu gibt es in 3.000 m maximal 0 bis +2 Grad, in 2000 m liegen die Höchstwerte zwischen +5 Grad in den Tessiner und Karnischen Alpen und +11 Grad in den Nördlichen Kalkalpen.

Kräftige Gewitter in Mitteleuropa

Gewitter in den USA © pixabay

Die Kaltfront eines Nordseetiefs zog am Mittwoch über Mitteleuropa hinweg. Im Vorfeld dieser Kaltfront kam es dabei besonders in Deutschland zu kräftigen Gewitter mit teils schweren Sturmböen. Auch in Frankreich, den Niederlanden sowie in Teilen Italiens entstanden aber mitunter kräftige Gewitter, so wurde örtlich auch Hagel beobachtet. Anbei die Hitliste der Blitzentladungen am Mittwoch:

    • 46.381 Deutschland
    • 28.198 Frankreich
    • 3.463 Niederlande
    • 3.433 Tschechien
    • 2.629 Italien
    • 2.518 Spanien
Blitze am Mittwoch. © nowcast / UBIMET
Blitze am Mittwoch. © nowcast / UBIMET

Schwere Sturmböen in Deutschland

Die Hauptgefahr der Gewitter in Deutschland war weniger Hagel oder Starkregen, sondern viel mehr die Sturmböen oder gar schweren Sturmböen. Hier die Spitzenreiter gestern:

Lautertal (Bayern) 98 km/h
Artern (Thüringen) 97 km/h
Würzburg (Bayern) 96 km/h
Querfurt (Sachsen-Anhalt) 95 km/h
Öhringen (Baden-Württemberg) 94 km/h

Auch abseits der Gewitter lebte der Wind in den südlichen Landesteilen aber vorübergehend kräftig bis stürmisch auf, so gab es beispielsweise auch am Bodensee Sturmböen von bis zu 86 km/h. Weiters waren die Gewitter auch spektakulär zum Anschauen, wie die folgenden Bilder beweisen:

Bilder aus Frankreich

Hagel in Italien

Gewitterbilanz: 46.000 Blitze und Sturm

Gewitter gestern Abend in Berlin © Angela Kausche (Twitter)

Mit einer Kaltfront kam es am gestrigen Mittwoch zur ersten richtig ausgeprägten Gewitterlage des Jahres. Mit 46.381 Blitzentladungen im ganzen Bundesgebiet war es sogar der blitzreichste Tag seit Ende August 2017! Blitzreichstes Bundesland war Sachsen-Anhalt, wo mit rund 16.000 Entladungen nahezu jeder dritte Blitz gemessen wurde.

In der folgenden Karte könnt Ihr gut sehen, welche Regionen besonders betroffen waren. Die verschiedene Farbe der Blitze spiegelt dabei den Zeitpunkt der Entladung wider (rot = früher Nachmittag … gelb = später Nachmittag … grün = Abend). Ursprung der Gewitter war in Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen. Anschließend breiteten sich diese nach Nordosten aus.

Die Blitzverteilung am Mittwoch in Deutschland © UBIMET/Nowcast
Die Blitzverteilung am Mittwoch in Deutschland © UBIMET/Nowcast519

Schwere Sturmböen

Die Hauptgefahr bei diesen Gewittern war weniger Hagel oder Starkregen, sondern viel mehr die Sturmböen oder gar schweren Sturmböen. Hier die Spitzenreiter gestern:

  1. Lautertal (Oberfranken) 98 km/h
  2. Artern 97 km/h
  3. Würzburg 96 km/h
  4. Querfurt 95 km/h
  5. Oehringen 94 km/h

Auch abseits der Gewitter lebte der Wind in den südlichen Landesteilen aber vorübergehend kräftig bis stürmisch auf, so gab es beispielsweise auch am Bodensee Sturmböen von bis zu 86 km/h. Weiters waren die Gewitter auch spektakulär zum Anschauen, wie die folgenden Bilder beweisen:

 

Schwere Gewitter mit Tornados im Mittleren Westen der USA

Tornado in den USA © stockvault

Sturmböen, großer Hagel und Tornados

Gestern zu Mittag amerikanischer Zeit sind zwischen Texas und Ohio die ersten schweren Gewitter entstanden. In Folge formte sich aus den einzelnen Zellen eine lange Gewitterlinie, eine sogenannte „Squall line“, die sich stetig weiter nach Osten fortbewegte. Die folgenden Radarbilder zeigen die eindrucksvolle Entwicklung:

Radarloop des gestrigen Gewitterausbruchs © UBIMET
Radarloop des gestrigen Gewitterausbruchs © UBIMET

In den betroffenen Gebieten sorgten vor allem schwere Sturmböen mit bis zu 113 km/h  und großer Hagel für teils schwere Schäden. In der Nähe von Poplar Grove in Missouri fielen Hagelschloßen mit einem Durchmesser von 7,5 cm zu Boden! Auch einige Tornados wurden beobachtet. In Galatia, Illinois zerstörte ein solcher mehrere Häuser und Farmen.

Meldungen von Sturmböen, Hagel und Tornados © NOAA/SPC
Meldungen von Sturmböen, Hagel und Tornados © NOAA/SPC

Die blauen Punkte in der obigen Grafik zeigen Meldungen von Sturmböen. Grüne Punkte stellen Hagelmeldungen dar, rote stehen für Tornados.

Föhnsaison in den Alpen

Föhnfische in den Alpen. © foto-webcam.eu

In diesen Tagen weht in den Alpen immer wieder föhniger Südwind. Am Dienstag wurden in der Schweiz und in Österreich lokal sogar schwere Sturmböen um 100 km/h gemessen, wie etwa in Meiringen, Gersau, Altenrhein oder Innsbruck. Auch am heutigen Mittwoch weht kräftiger bis stürmischer Föhn, ehe am Donnerstag und Freitag eine Kaltfront vorübergehend für eine nordwestliche Strömung sorgt. Bereits ab Samstag wird es aber neuerlich föhnig an der Alpennordseite.

Klimatologie des Föhns

Die Häufigkeit von Föhnwetterlagen in den Nordalpen weist im Laufe des Jahres zwei Maxima auf: Das Frühjahr und den Herbst. Dann liegt die planetarische Frontalzone nämlich besonders häufig im Bereich des Alpenraums oder knapp nördlich davon, somit nimmt die Südanströmung in den Alpen klimatologisch zu. Das Maximum im April bzw. Mai ist besonders stark ausgeprägt, weil der hohe Sonnenstand die Bildung von stabilen Kaltluftseen in den Tallagen deutlich erschwert. Im Herbst kann sich der Föhn bei schwach ausgeprägten Luftdruckunterschieden dagegen manchmal nicht gegen die Kaltluftseen in den tieferen Tälern durchsetzen.

Saharastaub

Besonders bei markanten Tiefdruckgebieten mit Kern über Westeuropa kommt im Alpenraum föhniger Südwind auf. Dieser führt nicht selten milde Luftmassen aus dem Norden Afrikas samt Saharastaub nach Mitteleuropa. Dies kann einerseits zu einer diesigen Luft mit eingeschränkter Fernsicht führen, anderseits kann es bei Regen auch zu dünnen Staubablagerungen auf Autos und Fenstern kommen. Auch am heutigen Mittwoch zieht etwas Saharastaub über den Alpenraum hinweg, was man bereits in der Früh gut am Satellitenbild erkennen konnte: Das geriffelte Muster an der Oberseite der hochliegenden Wolken über Ostösterreich und Ungarn ist ein typisches Indiz dafür.

Satellitenbild mit Blitzen am Mittwochmorgen. © EUMETSAT/nowcast/UBIMET
Satellitenbild mit Blitzen am Mittwochmorgen. © EUMETSAT/nowcast/UBIMET

Aprilschnee in New York

Schnee Central Park Erik Pindrock, Ubimet

Am Ostersonntag zog eine Kaltfront von Kanada über die US-Ostküste hinweg und brachte die winterliche Kaltluft zurück. Dazu bildete sich ein kleinräumiges Tief, das derzeit von Pittsburgh bis New York für 10 bis 20 Zentimeter Neuschnee sorgt.

Aprilschnee nicht ungewöhnlich in New York

Auch wenn nicht jedes Jahr im April in New York Schnee fällt, so passiert es in der ersten Aprildekade doch alle paar Jahre wieder. Meist handelt es sich dabei nur um wenige Zentimeter, der Rekord liegt bei knapp 26 cm au dem Jahr 1915:

Schwere Gewitter in den USA erwartet

Ein kräftiges Tief mit zugehöriger Kaltfront…das sind die Zutaten für heftige Gewitter am Dienstag (Ortszeit) im Mittleren Westen der USA.

In der folgenden Karte haben wir für euch einmal hervorgehoben, wo es am heftigsten wird. Ein breiter Streifen von Texas bis Ohio ist betroffen, inklusive der Metropolen Dallas, St. Louis und Indianapolis.

Das sind die gefährdeten Regionen am Dienstag © UBIMET
Das sind die gefährdeten Regionen am Dienstag © UBIMET

Die Hauptgefahr geht dabei von schweren Sturmböen und zentimetergroßem Hagel aus, doch auch heftiger Regen ist möglich.

Dienstagnacht, also Mittwochfrüh in Mitteleuropa, ist der Spuk dann wieder vorbei, die Lage beruhigt sich spürbar.

Am Mittwoch teils kräftige Gewitter

Kräftige Gewitter am Nachthimmel © pixabay

Die Tage werden länger, die Sonne immer kräftiger, die Kälte verzieht sich nach Nordeuropa. Untrügliches Zeichen für den Frühling … Dazu gehören ab sofort aber auch wieder Gewitter.

Einen Vorgeschmack auf die richtig kräftigen Brummer des Sommers bekommen wir schon morgen. Eine Kaltfront überquert Deutschland von Südwest nach Nordost, im Bild unten zu erkennen an den blauen Linien mit den Zacken.

Timing perfekt

Damit die Gewitter kräftig ausfallen können, braucht es mehrere Zutaten: eine labil geschichtete Atmosphäre, genug Feuchtigkeit sowie eine Zunahme von Windrichtung und -geschwindigkeit mit der Höhe.  All das ist morgen gegeben, das Timing ist vor allem im Osten Deutschlands perfekt. Hier kommen die Gewitter nämlich erst an, wenn sich die Luft auf 18 bis 21 Grad erwärmt hat.

So erwarten wir die kräftigsten Gewitter ab dem mittleren Nachmittag etwa östlich der Linie Hamburg-Bamberg. Die größte Gefahr geht dabei von Sturmböen oder sogar schweren Sturmböen aus: 70 bis 90, vereinzelt 100 km/h sind möglich. Doch auch kleinkörniger Hagel und Regenmengen von rund 20 l/qm in kurzer Zeit sind mit von der Partie.

Das sind die gefährdeten Regionen am Mittwoch © UBIMET
Das sind die gefährdeten Regionen am Mittwoch © UBIMET

Der Frühling gibt Vollgas!

Auch die Kirschen beginnen langsam zu blühen © pixabay

Dienstag und Mittwoch: 20 Grad

Die 20 Grad sind zum Greifen nahe, föhniger Südwind und Sonnenschein treiben die Temperaturen am heutigen Dienstag spürbar nach oben. Zuletzt wurde diese Marke am 29. Oktober des Vorjahres erreicht, also vor gut fünf Monaten. Die wärmsten Regionen sind dank des Föhns wie so oft im Frühling das Rhein- und Inntal, der Flachgau und das Salzkammergut. In einer ähnlichen Tonart geht es am Mittwoch weiter, mit bis zu 22 Grad wird es sogar noch eine Spur milder. Erneut dürften die Föhnregionen an der Alpennordseite bei den Temperaturen die Nase vorn haben, doch auch in Wien, St. Pölten oder Eisenstadt sollte der 20er erstmals 2018 fallen. Etwas das Nachsehen haben bei dieser Wetterlage Osttirol und Kärnten, hier bleiben die Höchstwerte mit 10 bis 15 Grad dementsprechend verhalten.

Kühle Dusche am Donnerstag

Am Donnerstag sorgt eine Kaltfront von Westen her für Abkühlung, einzig vom Weinviertel bis in die Südsteiermark sind mit etwas Sonne noch bis zu 17 Grad möglich. Sonst werden nur noch 10 bis 15 Grad erreicht, in den Hochtälern der Alpen halten vorübergehend einstellige Höchstwerte Einzug. Mit der Kaltfront ziehen auch einige Regenschauer durch. Für die Vegetation sind diese Gold wert, allen Frühlingspflanzen steht somit ein kräftiger Wachstumsschub bevor. Schon am Freitag kehren Sonnenschein im ganzen Land und frühlingshafte Temperaturen im Westen wieder zurück, hier erwärmt sich die Luft bereits auf 20 Grad. Sonst liegen die Tageshöchstwerte meist um die 15 Grad.

Das Beste zum Schluss

Am Wochenende stellt sich perfektes Ausflugswetter ein. Am Samstag strahlt die Sonne von früh bis spät oft von einem wolkenlosen Himmel, 13 Sonnenstunden sind mittlerweile möglich. Dazu werden verbreitet 17 bis 22 Grad erreicht, mit Föhn von Vorarlberg bis Salzburg sogar frühsommerliche 24 Grad. Am Sonntag verwöhnt uns neuerlich die Sonne, bei Höchstwerten um oder über 20 Grad dürften die Eisdielen den ersten Ansturm der noch jungen Saison erleben.

Lawinengefahr im Frühjahr

ssbereich einer Lawine ©pixabay/Hans

Der Triebschnee in der Höhe sowie des Nassschnee in tiefere Lagen sorgen derzeit für eine heikle Lawinensituation. Der Neuschnee der vergangenen Tage wurde durch den starken Höhenwind umfangreich verfrachtet, sodass der Neuschnee nur schlecht mit dem Triebschnee verbunden ist. Somit können Lawinen bereits bei geringer Zusatzbelastung oberhalb von 2500 m ausgelöst werden.

Nassschnee- bzw. Gleitschneelawine

Unterhalb von 2500 m nimmt die Lawinengefahr mit der Tageserwärmung zu. Die Schneedecke wird durchfeuchtet und es kommt zu den im Frühjahr typischen Gleitschneelawinen an steilen Grashängen. Aufgrund der überdurchschnittlichen Schneehöhen können ausgelöste Lawinen gefährlich groß werden.

Hier ein Blick auf das Kitzsteinhorn, dabei kam es heute Mittag zu einem Lawinenabgang in den Stausee Wasserfallboden (am rechten Bildrand)

http://www.foto-webcam.eu/webcam/schwaigerhaus/

Vegetation steht in den Startlöchern

Forsythienblüte ©pixabay/Kapa65

Der zu kalte Februar und März bremsten bisher die Vegetation stark ein. Doch in dieser Woche steigt die Temperatur bei reichlich Sonnenschein erstmals in diesem Jahr über die 20-Grad-Marke, dazu bleibt es in den tiefen Lagen frostfrei. Dies führt zu einem explosionsartigen Wachstumsschub in der Natur.

10 Tage im Rückstand

Im Vergleich zu den letzten zwei Jahrenzehnten befindet sich die Natur etwa 7 bis 10 Tage im Verzug, nur 2013 und 2006 kamen die Pflanzen noch später auf Touren. Hier ein Vegetationsvergleich anhand eines Rebstocks aus dem Südtirol:

Pollenallergiker aufgepasst

Durch den starken Vegetationsschub beginnen in den nächsten Tage auch Esche und Birke zu blühen. Dabei kommt es zu einem rasanten Anstieg der Pollenkonzentration, Allergiker müssen ab dem Wochenende mit hohen Belastungen rechnen.

Kein Aprilscherz: 35 cm Neuschnee in Mecklenburg-Vorpommern

http://www.ostseebad-dierhagen.de/var/ostseebad-dierhagen/storage/webcams/daendorf.jpg

35 cm Schneehöhe wurden am Morgen des Ostersonntags aus Gersdorf, etwas westlich von Rostock gelegen, gemeldet, 30 cm waren es in Tribsees. Das ist für Anfang April nicht nur außergewöhnlich, damit wurde der bisherige Neuschnee-Rekord in Mecklenburg-Vorpommern auch eingestellt.

Die nachfolgende Grafik zeigt die um 08 Uhr MESZ gemeldeten Schneehöhen. Es schneit auch tagsüber noch weiter, wenngleich mit allmählich nachlassender Intensität. Bis zum Abend klingt der Schneefall schließlich ab.

Schneehöhen 01.04.2018, 08:00 © DWD, UBIMET
Schneehöhen 01.04.2018, 08:00 © DWD, UBIMET

 

Und nun ein paar Eindrücke aus der Region:

 

 

 

 

 

Große Überflutungsgefahr in Australien

Betroffene Regionen mit hoher Überflutungsgefahr © UBIMET

Sollte der Kern des Sturms auch weiterhin über dem offenen Meer verbleiben, könnte er sich unter der Woche zu einem Zyklon entwickeln. So oder so bringt der Sturm dem dicht bewohnten Küstenstreifen von Queensland aber eine große Menge Regen,  von Ingham südwärts bis Townsville und Mackay besteht dann eine große Überflutungsgefahr. Innerhalb von 5 Tagen sind hier bis zu 400 l/m² möglich, dies hätte weitreichende Auswirkungen auf die Infrastruktur und das öffentliche Leben.

Aufsummierte Regenmengen bis Freitag  © UBIMET
Aufsummierte Regenmengen bis Freitag © UBIMET

 

 

Das tropische Tief führt sehr feuchte Luft auf Land © UBIMET
Das tropische Tief führt sehr feuchte Luft auf Land © UBIMET

Von Gewittern und Osterschnee …

Registrierte Blitze vom 31.03.2018 © nowcast, UBIMET

Und genau solche Gegensätze sind derzeit zu Ostern über Europa anzutreffen. Am gestrigen Karsamstag gab es von Frankreich über Italien bis nach Ungarn zahlreiche Gewitter, wie man an der Titelgrafik mit den registrierten Blitzen erkennen kann. Im Departement Var in der Nähe von Marseille konnte sogar ein filigraner Tornado beobachtet werden:

 

 

 

Gleichzeitig kam es im Nordosten Deutschlands noch einmal zu einem markanten Schneefallereignis. Bis zu 35 cm Neuschnee wurden hier am Sonntagmorgen gemeldet – der Neuschnee-Rekord von 1970 wurde damit in Mecklenburg-Vorpommern eingestellt. Da hat wohl nicht nur der Osterhase gestaunt …