Sturmtief MORTIMER

Inzwischen ist Sturmtief MORTIMER nach Osten abgezogen und die Wetterlage hat sich wieder entspannt. Im Folgenden geben wir einen Überblick, wie stark und wo genau das Sturmtief über das Land zog.

Orkanböen auf den Bergen

Bergstationen und auch andere exponierte Stationen meldeten bereits in den Morgenstunden des Montags schwere Sturmböen. Der Höhepunkt des Sturms wurde in den Mittagsstunden erreicht. Auf den Bergen hat sich MORTIMER bis zur Orkanstärke gesteigert. Aber auch im Flachland von Ober- und Niederösterreich wurden teils schwere Sturmböen gemessen:

MORTIMER fordert ein Todesopfer in Deutschland

Neben vielerorts einigen Sturmschäden durch umgeknickte Bäume und herabgefallene Äste hat Sturmtief MORTIMER in Deutschland auch ein Todesopfer gefordert. Ein 41-jähriger Autofahrer wurde in Sachsen-Anhalt von einem umstürzendem Baum erschlagen.

Spätsommerliche Temperaturen

Nicht nur hohe Windgeschwindigkeiten wurden heute gemessen, im Süden und Osten Österreichs wurden verbreitet auch spätsommerliche Temperaturen erreicht. Besonders in der Südoststeiermark und im südlichen Burgenland konnte bei Temperaturen über der 25 Grad – Marke ein weiterer Sommertag registriert werden. Güssing war heute mit 28,2 Grad der wärmste Ort in Österreich.

 

Die Aussichten

Nach Abzug von Sturmtief MORTIMER befinden wir uns am Dienstag kurzfristig unter Einfluss eines Zwischenhochs. Dieses beschert uns an der Alpennordseite weitgehend ruhiges und sonniges Wetter.

Der Mittwoch wird bedingt durch die Kaltfront von Tief NILS von Westen beginnend unbeständig und deutlich kühler.

Titelbild: pixabay.com

Auf MORTIMER folgt Tief NILS

Sturmtief MORTIMER sorgte seit der vergangenen Nacht in weiten Teilen des Landes für Sturmböen, gebietsweise auch für schwere Sturmböen. Der Höhepunkt des Sturms ist jetzt aber auch im Osten des Landes überschritten und der Wind lässt langsam an Stärke nach.

Maximale Windgeschwindigkeiten am Montag
Maximale Windgeschwindigkeiten am Montag

Der Sturm sorgte für abgebrochene Äste und umgestürzte Bäume, vor allem im Fernverkehr der DB gab es massive Verzögerungen.

Reichlich Regen im Norden

MORTIMER brachte neben Sturm im Norden aber auch reichlich Regen. In nur wenigen Stunden fielen vom Emsland bis zur Uckermark oftmals 20 bis 40 l/m², lokal wurden sogar bis zu 50 l/m² registriert.

Regenmengen am Montag
Regenmengen am Montag

Nach einer kurzen Pause mit nur einzelnen Schauern, setzt Dienstagfrüh im Nordwesten neuerlich kräftiger Regen ein. Verantwortlich dafür ist das nachfolgende Tief NILS. Das Tief besitzt zwei Zentren und das östlich davon zeiht am Dienstagvormittag über Norddeutschland hinweg. Dabei sind neuerlich in Niedersachsen und Hamburg 20 bis 30 l/m² in kurzer Zeit möglich, lokale Überschwemmungen können nicht mehr ausgeschlossen werden.

Prognostizierte Regenmengen für Dienstag
Prognostizierte Regenmengen in l/m² für Dienstag (UCM/UBIMET)

Kaltfront sorgt für Gewitter

Am Dienstagnachmittag erreicht dann die Kaltfront von Tief NILS den Westen und sorgt hier für kräftige Regenschauer.

Frontenkarte von Dienstag

Stellenweise sind dabei auch kurze Gewitter mit Sturmböen und Starkregen dabei. Auch ein schwacher Tornado ist im Zuge der Gewitter nicht völlig ausgeschlossen. Dienstagabend verlagert sich NILS unter Abschwächung nach Süden, nachfolgend fließt kalte, polare Luft von Norden her ein.

Titelbild: Adobe Stock

Tief MORTIMER bringt Sturm und Regen

Sturmschaden - umgestürzter Baum

Derzeit liegt das Zentrum von Tief MORTIMER noch über Wales, allerdings zieht das Tief rasch ostwärts über die Nordsee bis Montagmittag ins Baltikum. Dabei legt  der Wind im Westen von Deutschland immer mehr zu und weht am Nachmittag verbreitet kräftig bis stürmisch.

Prognostizierte Windböen am Sonntag. © UBIMET

In der ersten Nachthälfte sind dann vor allem in einem Streifen vom Saarland und Rheinland-Pfalz bis nach Franken un den Thüringer Wald Sturmböen und in erhöhten Lagen auch schwere Sturmböen um die 90 km/h zu erwarten.

Hauptsturm am Montagmorgen und -vormittag

In der zweiten Nachthälfte verlagert sich das Sturmfeld in den Norden. Am der Nordsee ist mit einer Sturmflut und verbreitet orkanartigen Böen zu rechnen. In der Früh und am Vormittag wütet der Sturm dann am schlimmsten in einem Streifen von Hamburg bis Berlin sowie generell in Brandenburg und Sachsen. Hier treten verbreitet schwere Sturmböen um die 100 km/h auf, lokal sind auch orkanartige Böen möglich. Aber auch im Rest des Landes wird es stürmisch.

Warnkarte für Sturm am Montag
Warnkarte für Sturm am Montag

Da die meisten Bäume noch belaubt sind, besteht bei solch hohen Windgeschwindigkeiten einer erhöhte Gefahr, das größere Äste abbrechen bzw. ganze Bäume umstürzen. Ab Mittag lässt der Sturm dann von Westen her rasch nach, bis zum Abend hat sich das Wetter überall wieder beruhigt.

Starkregen im Norden

Derzeit sorgt die Warmfront von Tief MORTIMER bereits im Norden für Regen, während im Süden noch die Sonne scheint. Bis Montagmittag überqueren auch noch Kaltfront und Okklusion den Norden, sodass insgesamt einiges an Regen zusammenkommt.

Regenmengen bis Montagmittag © UBIMET

Verbreitet fallen dabei 20 bis 30 l/m², vor allem in einem Streifen von Hamburg bis zur Prignitz und Uckermark regnet es zeitweise auch ergiebig, hier sind lokal bis zu 50 l/m² möglich.

Auf MORITMER folgt am Dienstag NILS

Nach Abzug von Tief MORTIMER geht auch der starke Regen zu Ende. Allerdings währt die Pause nur kurz, bereits am Dienstag sorgt das nächste Tief namens NILS für neuerlich kräftigen Regen in der Nordhälfte von Deutschland. Sturmgefahr besteht bei NILS allerdings keine mehr.

Titelbild: Adobe Stock

Nach der Wahl folgt der Sturm

Sturmgefahr

Am Wahlsonntag scheint an der Alpennordseite und im Osten bei nur harmlosen Wolken häufig die Sonne. Von Osttirol über Kärnten bis zum Wechsel halten sich anfangs hochnebelartige Wolken, im Tagesverlauf kommt aber zeitweise die Sonne zum Vorschein. Vor allem im Westen wird es spätsommerlich warm: Föhniger Südwind treibt die Temperaturen auf bis zu 26 Grad in Nordtirol.

Tief MORTIMER am Sonntag. © FU Berlin / DWD
Tief MORTIMER am Sonntagnachmittag. © FU Berlin / DWD

Stürmischer Wochenauftakt

Am Montag gerät Österreich unter den Einfluss von Tief MORTIMER mit Kern über der Ostsee. Bereits in den frühen Morgenstunden frischt entlang der Nordalpen zunehmend stürmischer Westwind auf. Am Vormittag und in den Mittagsstunden zeichnen sich von Oberösterreich bis ins östliche Flachland verbreitet Sturmböen zwischen 70 bis 90 km/h ab. Da die meisten Bäume noch belaubt sind und daher größeren Windwiderstand bieten, ist die Gefahr von Windbruch erhöht. Dazu ziehen an der Alpennordseite ein paar Regenschauer durch und die Temperaturen liegen um 20 Grad. Im Südosten scheint dagegen häufig die Sonne und mit bis zu 26 Grad wird es spätsommerlich warm.

Prognose der Windböen für Montag. © UBIMET
Prognose der Windböen für Montag von UCM. © UBIMET

Auf exponierten Berggipfeln wie etwa dem Feuerkogel oder dem Schneeberg sind auch Orkanböen um 120 km/h zu erwarten.

Spätsommerlicher Oktoberstart

Am Dienstag beruhigt sich das Wetter wieder und vor an der Alpennordseite und im Osten scheint verbreitet die Sonne. Mit maximal 19 bis 26 Grad liegen die Temperaturen weiterhin über dem langjährigen Mittel, am wärmsten wird es entlang der Nordalpen und im Wiener Becken. Das Auf und Ab der Temperaturen setzt sich jedoch fort, so kündigt sich am Mittwoch eine markante Kaltfront an.

Temperaturprognose für Dienstag
Prognose der Höchstwerte am Dienstag von ICON. © DWD / UBIMET

Wahlbeteiligung und Wetter

Eine Studie des Hamburger Instituts für Wetter- und Klimakommunikation besagt, dass das Wetter tatsächlich einen messbaren Einfluss auf die Wahlbeteiligung habe. So bleiben in Deutschland bei jedem zusätzlichen Grad circa 100.000 Wähler den Wahlurnen fern. Ökonomen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) haben im Jahr 2016 herausgefunden, dass Regen sich ebenfalls negativ auf die Wahlbeteiligung auswirkt. Genauer betrachtet soll Regen für konservative Parteien allerdings einen positiven Effekt haben, da sich ihre Wähler tendenziell vom Wetter weniger beeinflussen lassen. Aus Österreich liegen diesbezüglich zwar keine Zahlen vor, allerdings dürften sich die Wähler ähnlich verhalten.

Sonntag und Montag erster Herbststurm

Symbolbild für eine Sturmwarnung. © Olaf Naami; shutterstock.com

Bereits auf der Bodenwetterkarte für morgen Samstag taucht der Sturm auf, das Tief wurde auf den Namen MORTIMER getauft. Zu Mittag liegt es noch westlich von Irland, spielt also für uns keine große Rolle.

Sturmtief MORTIMER pirscht sich von Westen her an.
Sturmtief MORTIMER pirscht sich von Westen her an.

Das ändert sich dann aber am Sonntag, wenn MORTIMER sich über die Nordsee Richtung Dänemark bewegt.

Am Sonntag lebt der Südwestwind im Vorfeld des Tiefs bereits kräftig auf, besonders in etwas höheren Lagen der Mittelgebirge muss man am Nachmittag und Abend bereits mit Böen zwischen 60 und 70 km/h rechnen. Böen bis zu 80 km/h sind dann schon in der Eifel und im Hunsrück möglich.

In der Nacht auf Montag gewinnt der Südwest- bis Westwind, später eher Nordwestwind generell etwa südlich der Linie Oldenburg-Berlin an Stärke. Böen zwischen 60 und 80 km/h treten dann recht verbreitet auf, lokal sind auch 90 km/h möglich. Aus derzeitiger Sicht zieht das Hauptsturmfeld mit Böen zwischen 80 und 100 km/h in der Nacht vom Münsterland über das Sauerland/Ostwestfalen und den Süden Niedersachsens hinüber bis nach Sachsen. Im Osten Deutschlands sind die stärksten Böen Montagfrüh und -vormittag zu erwarten, sonst beruhigt sich das Wetter am Montag von Westen her schon wieder.

Hier eine Abschätzung der Spitzenböen laut dem Europäischen Wettermodell (gültig Sonntag 14:00 Uhr bis Montag 14:00 Uhr):

Prognostizierte Böen am Sonntag und Montag.
Prognostizierte Böen am Sonntag und Montag.

Gefahren: Da die meisten Bäume noch belaubt sind und daher größeren Windwiderstand bieten, ist die Gefahr von Windwurf auch bei den erwähnten Böen von 70-90, lokal 100 km/h hoch. Zumindest örtlich sind also Behinderungen durch abgeknickte Äste zu erwarten.

Quelle Titelbild: Shutterstock

Hurrikan Lorenzo nimmt Kurs auf Azoren

Hurrikan Lorenzo über dem Atlantik.

Gleich das Wichtigste vorneweg: Wir in Österreich werden von LORENZO wenig bis gar nichts mitbekommen. Aber der Reihe nach…

Aktuell dreht sich der Hurrikan noch auf dem offenen Atlantik, mehr als 2500 km von der zu Portugal gehörenden Inselgruppe der Azoren entfernt. Mit Böen um die 230 km/h hat er mittlerweile Kategorie 4 auf der fünfteiligen Skala erreicht, auf dem folgenden Satellitenfilm kann man sehr gut das typische Auge des Wirbelsturms erkennen.

In den kommenden Tagen zieht der Hurrikan nach Norden, später nach Nordosten. Es wird erwartet, dass er sich am Wochenende sogar kurzzeitig zu einem Hurrikan der höchsten Stufe 5 entwickeln kann. Kein Wunder, blickt man auf die aktuellen Temperaturen der Meeresoberfläche vor Ort (Es gilt: Je wärmer das Wasser, desto mehr kann sich ein Hurrikan intensivieren): Der blaue Punkt zeigt, wo sich der Hurrikan aktuell befindet. Dort hat das Wasser 26-28 Grad, kurz vor den Azoren noch immer 24-26 Grad. Erst nördlich der Inselgruppe kühlt das Wasser spürbar ab.

Warmer Atlantik fördert Intensivierung.
Warmer Atlantik fördert Intensivierung.

Auf dem folgenden Loop könnt ihr nachvollziehen, wie der Hurrikan in den kommenden Tagen laut dem Europäischen Wettermodell ziehen soll. In der linken Bildhälfte taucht er auf, zieht über die Azoren hinweg und steuert dann auf die Britischen Inseln zu:

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Bemerkenswert ist der Hurrikan LORENZO, da er einer der stärksten Hurrikane seit Messbeginn in diesem Teil des Atlantiks ist. Einzig Gabrielle 1989 war ähnlich stark. Östlich des 45. Längengrades gab es bislang überhaupt noch keinen vergleichbar starken Wirbelsturm! Auf der letzten Karte seht ihr die Positionen aller Hurrikane, die Böen von mehr als 230 km/h aufwiesen. Man erkennt: so weit östlich wie Lorenzo hat es solche starken Böen noch nie gegeben…

Wie es nach der Passage der Azoren am Mittwoch mit LORENZO weitergeht, ist noch sehr unsicher. Wahrscheinlich wandelt er sich aber in einen Tropischen Sturm und später in ein Extra-Tropisches Tief um und erreicht am Wochenende die Britischen Inseln…

Wir halten euch auf jeden Fall hier auf uwz.at auf dem Laufenden!

QuelleTitelbild: NOAA

Kelvin-Helmholtz-Wolken in Gibraltar

Kelvin-Helmholtz

Die Kelvin-Helmholtz-Instabilität bezeichnet das Anwachsen kleiner Störungen in der Scherschicht zwischen zwei Fluiden mit unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeiten. Entscheidend für die Entstehung dieser Wolken in der Atmosphäre sind folgende Punkte:

  • ausgeprägte stabile Schichtung (oft Inversionsschicht)
  • markante Windscherung im Bereich der stabilen Schicht
  • ausreichende Luftfeuchtigkeit, damit Wolken entstehen können

Wenn diese Faktoren zusammenkommen, reißt die obere Luftschicht, die eine höhere Geschwindigkeit und eine geringe Luftfeuchte aufweist, Teile der unteren, feuchteren Luftmasse nach oben und es kommt zu Verwirbelungen. Manchmal kann es aber auch im Bereich von Leewellen hinter einem Gebirge zur Kelvin-Helmholtz-Instabilität kommen, so auch am Donnerstag in Gibraltar. Die Lebensdauer solcher Wolkenformationen ist gering und reicht meist von wenigen Minuten bis zu etwa 20 Minuten.

Turbulenz

Kelvin-Helmholtz-Wellen treten wesentlich häufiger auf, als man denkt. In vielen Fällen ist die Luft allerdings zu trocken, um die Entstehung von Wolken zu ermöglichen, daher sind die Wellen oft unsichtbar. In der Luftfahrt spricht man dann von Clear Air Turbulence (CAT): Diese Turbulenz in wolkenfreier Luft führt zu ungewollten Höhenänderung eines Flugzeugs, was von Flugzeuginsassen meist als „Luftloch“ aufgefasst wir.


Titelbild © Robert1969Rob

Arktisches Meereis erreicht Minimum

Eisbär auf einer Eisscholle

Nachdem arktischen Sommer erreicht das arktische Meereis jedes Jahr, ähnlich wie die Gletscher in den Alpen, im September sein Minimum. Spätestens mit dem astronomischen Herbstbeginn wird das Minimum erreicht, anschließend baut sich das Meereis langsam wieder auf und erreicht zum Frühlingsbeginn sein Maximum.

Jährliche Meereisausdehnung in der Arktis
Jährliche Meereisausdehnung in der Arktis

Nur 2012 noch geringere Ausdehnung

Heuer erreichte das arktische Meereis am 18. September seine geringste Ausdehnung, die bei 4,15 km² lag. Geringer war die Ausdehnung nur im Jahr 2012, damals sorgte ein starker Sturm im August für die Zerstörung größerer Eisflächen.

Aktuelle Meereisausdehnung im Vergleich zum Durchschnitt (gelbe Linie) ©earthobservatory.nasa.gov
Aktuelle Meereisausdehnung im Vergleich zum Durchschnitt (gelbe Linie) ©earthobservatory.nasa.gov

Dafür haben die extrem warmen Sommermonate in Alaska dafür gesorgt, dass das Meereis hier an der Küste das erste Mal in den vergangenen 150 Jahren komplett abschmolz.

Meereis dünnt aus

Allerdings wird nicht nur die Fläche nahezu jedes Jahr geringer, sondern vor allem auch die Dicke des Meereises. So findet man immer weniger Fläche mit dickem mehrjährigen Meereis. Schön im nachfolgenden Video zu sehen, bemerkenswert vor allem die starke Abnahme seit dem Jahr 2000:

Hier eine etwas andere Darstellung und zwar wird das Meereis auf Europa gelegt. Dabei zus ehen die massiven Flächenverluste in den vergangen 4 Jahrzehnten, im Durchschnitt 87.000 km² pro Jahr. 

Titelbild: Adobe Stock

Tropischer Zyklon HIKAA trifft den Oman

Satellitenbild von Dienstag, 13 Uhr @ UBIMET

Kurz vor seinem so genannten Landfall hat sich HIKAA am Dienstagmorgen gar zu einem tropischen Zyklon der Stufe 2 verstärkt, doch über Land schwächt er sich bald rasch ab. Mit Böen bis zu 150 km/h trifft er aktuell, am frühen Dienstagabend Ortszeit, etwa 400 km südlich der Hauptstadt Muskat auf Land, durch den kräftigen Regen sind zumindest lokal Überflutungen zu befürchten.

Prognose der Windspitzen @ ECMWF, UBIMET
Prognose der Windspitzen @ ECMWF, UBIMET

Hier noch ein Bilder aus dem Oman:


Bereits am Mittwochmorgen wird HIKAA Saudi-Arabien erreichen, dann jedoch werden nur noch ein paar Wolken und Schauer übrig bleiben.

Prognose der weiteren Zugbahn @ Joint Typhoon Warning Centre
Prognose der weiteren Zugbahn @ Joint Typhoon Warning Centre

 

Titelbild: Satellitenbild von Dienstag, 13 Uhr @ UBIMET

So stärkt ihr das Immunsystem im Herbst

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Gute Vorbereitung

Nebel, kräftiger Regen, starker Wind – Wetter, das nicht gerade viele Menschen zum Sport im Freien anspornt. Jedoch ist schlechtes Wetter kein Grund im Haus zu bleiben und auf Sport an der frischen Luft zu verzichten. Ganz unvorbereitet solltet ihr aber auch nicht starten. Der wichtigste Punkt überhaupt ist, passende Kleidung zu tragen. Funktionswäsche leitet den Schweiß von der Haut weg und hält den Körper warm. Bei nassem Wetter ist ein guter Regenschutz für den Oberkörper unumgänglich. Aber auch wasserundurchlässige Laufschuhe sind ein absolutes Muss. Denn nasse und kalte Füße sind das Letzte, was ihr beim Sport braucht.

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Positiv gestimmt durch den Herbst

Wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass Sport bei schlechtem Wetter positiv auf die Stimmung wirkt. Also anstatt über das Wetter zu schimpfen, solltet ihr mit gutem Beispiel vorangehen und euch an der frischen Luft bewegen. Denn nach dem Spazierengehen, Rad fahren oder Joggen fühlt ihr euch körperlich fitter und ihr seid besser gelaunt. Ein angenehmer Nebeneffekt der Bewegung an der frischen Luft: Das Immunsystem wird während der Bewegung gereizt. In weiterer Folge können die Immunzellen besser arbeiten und die Gefahr eine Verkühlung zu bekommen, nimmt ab.

 

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Umstellung der Großwetterlagen

Alpen im Herbst

Mit dem Herbstbeginn reagiert nicht nur die Natur auf die veränderten Strahlungsbedingungen, auch in der Atmosphäre stellt sich so einiges um. Während im Frühjahr und Sommer mit zunehmendem Sonnenstand das Wetter durch zahlreiche Gewitter (im Fachjargon Konvektion genannt) geprägt ist, sind es in den kühleren Jahreszeiten Herbst und Winter andere Prozesse, die die Großwetterlagen prägen.

Großwetterlagen

Das tägliche Wettergeschehen im Laufe eines Jahres folgt bestimmten Mustern. Das sind typische Wettersituationen, die durch Luftdruckverteilung gekennzeichnet sind, sogenannte Großwetterlagen.

In der warmen Jahreszeit heizt die Sonne den Erdboden stark auf und fördert den vertikalen Luftmassentransport (Konvektion), bei geeigneten Bedingungen entstehen zum Teil heftige Gewitter. Solche konvektive Wetterlagen sind z.B. typische Gewitterlagen, aber auch Schönwetterlagen mit strahlendem Sonnenschein.

Mit abnehmendem Sonnenstand in den kühleren Jahreszeiten steht für die Konvektion weniger Energie zur Verfügung, der Luftmassenaustausch wird dann überwiegend durch den horizontalen Transport (Advektion), d.h. durch Winde dominiert. Bei manchen dieser advektiven Wetterlagen ziehen innerhalb von wenigen Tagen mehrereTiefdrucksysteme mit ihren Fronten über Mitteleuropa hinweg, oft begleitet von stürmischen Winden und teils intensivem Niederschlag. Wir befinden uns aktuell in so einer sogenannten Westwetterlage. Solche Wetterlagen sorgen im Spätherbst für eher milde Temperaturen und viel Niederschlag.

Frontenkarte vom Montag, 23.09.2019 (Bodenluftdruck und Fronten). Quelle:DWD
Frontenkarte vom Montag, 23.09.2019 (Bodenluftdruck und Fronten). Quelle:DWD

Typisch für den Herbst sind auch Stauwetterlagen mit Föhn in den Alpen (siehe hier: https://uwz.at/de/a/herbst-ist-foehnzeit)

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146 km/h – Sturmtief FABIENNE vor einem Jahr

Eine Warmfront brachte damals in der ganzen Südwesthälfte Deutschlands anhaltenden Regen. Mit dem Tiefkern selbst regnete es dann vor allem von der Eifel über Hessen und Thüringen bis zur Lausitz kräftig. Hier sowie nördlich dieser gedachten Linie spielte der Wind praktisch keine Rolle. Gut zu sehen ist die Zugbahn des Tiefs auf der ersten Grafik über der Mitte Deutschlands, hier hatte es auch am meisten geregnet.

In der Mitte Deutschlands hat FABIENNE für kräftigen Regen gesorgt.
In der Mitte Deutschlands hat FABIENNE für kräftigen Regen gesorgt.

An der darauffolgenden Kaltfront von Tief Fabienne entwickelten sich heftige Gewitter, mit den Gewittern lebte der Nordwestwind stürmisch auf.

Insgesamt hatte unser Blitzmessnetz innerhalb von 24 Stunden mehr als 65.000 Blitze registriert, alleine 35.000 davon in Bayern und 17.000 in Baden-Württemberg. Gut zu erkennen auf der Blitzverteilung:

Rund 65.000 mal blitzte es an der Kaltfront von FABIENNE.
Rund 65.000 mal blitzte es an der Kaltfront von FABIENNE.

Hier noch zur Übersicht die markantesten Böen:

Spitzenböen bewohnte Orte Deutschland Sonntag, 23. September 2018 06:00 Uhr bis Montag, 24. September 2018 06:00 Uhr:

  1. Würzburg (BY) 137 km/h
  2. Niederstetten (BW) 122 km/h
  3. Schongau (BY) 112 km/h
  4. Stötten (BY) 108 km/h
  5. Weiden (BY) 108 km/h
  6. Gelbelsee (BY) 104 km/h
  7. Altmühlsee (BY) 103 km/h
  8. Freudenstadt (BW) 100 km/h
  9. Stuttgart (BW) 101 km/h
  10. Laupheim (BW) 101 km/h

 

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Die Tricks der Tiere

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Nahezu alle Tiere treffen Vorkehrungen für den Winter – und wenn es nur das dicke Winterfell ist, welches sie vor der Kälte schützen soll. In unseren Breiten haben Tiere verschiedene Tricks entwickelt, den Winter zu überleben: Fett und Fell zulegen, aktiv bleiben und der Kälte trotzen. Andere verschlafen die kalte Jahreszeit. Und dann gibt es auch noch die Winterstarre.

Trick 1: Körper isolieren

Viele Säugetiere, die bei uns heimisch sind, haben je nach Jahreszeit ein unterschiedlich dichtes Fell. Damit passen sie sich an die Temperaturschwankungen zwischen Sommer und Winter an. Mit dem Fellwechsel ändert sich bei einigen Tieren auch die Fellfarbe. Bekannt ist da vor allem der Alpenschneehase. Im Sommer ist er graubraun, etwa im November wird das Fell weiß und nur an den äußeren Spitzen der Ohren weist er weiterhin schwarze Haare auf.

Trick 2: Viel fressen und den Winter verschlafen

Schlafende Fledermäuse ©shutterstock.com/Ondrej Prosicky - https://www.shutterstock.com/image-photo/greater-mouseeared-bat-myotis-nature-cave-572332003
Fledermäuse halten einen ununterbrochenen Winterschlaf. ©shutterstock.com/Ondrej Prosicky

Wenn es schon im Winter nicht genug zu fressen gibt, hilft nur eines: Auf Vorrat futtern und sich gehörig Winterspeck zulegen. Zur Überbrückung der nahrungsarmen Monate halten Murmeltier, Igel oder auch Fledermäuse zusätzlich einen Winterschlaf. Dank der auf ein Minimum herabgesetzten Körperfunktionen können sie damit mehrere Monate ohne Futter auskommen. Einzelne Säugetiere wie etwa die Fledermaus halten einen ununterbrochenen Winterschlaf. Meist ist der Winterschlaf jedoch lang andauernd mit wenigen kurzen Unterbrechungen.

Trick 3: Vorräte anlegen

Eichhörnchen ©shutterstock.com/everst - https://www.shutterstock.com/image-photo/squirrel-red-fur-funny-pets-autumn-321521546
Eichhörnchen legen im Herbst Vorräte für den kalten, langen Winter an. ©shutterstock.com/everst

Schwerer hat es da schon das Eichhörnchen, das keinen Winterschlaf hält. Auch dieses trägt im Winter ein dichtes Fell mit langen Ohrpinseln. Eichhörnchen legen im Herbst Vorräte für den Winter an. Sie vergraben die Nahrung entweder im Boden, oft in der Nähe von Baumwurzeln, oder verstauen sie in Rindenspalten oder Astgabeln als Wintervorrat. Im Kobel lagern sie keine Vorräte. Zudem schränken die zierlichen Wipfelstürmer ihre Aktivitäten im Winter stark ein: Sie verschlafen den Großteil des Tages und sind nur über Mittag wenige Stunden aktiv.

Trick 4: Winter- oder Kältestarre

Die Winter- oder Kältestarre ist ein Zustand, in den wechselwarme Tiere verfallen, sobald die Temperaturen unter das tolerierte Minimum absinken. Die Kältestarre wird zwingend von fallenden Temperaturen eingeleitet und die Tiere fahren ihre Lebensvorgänge auf annähernd null zurück, um nicht den Kältetod zu sterben.

 

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Über 1000 Liter Regen in Texas

Zu Überflutungen kam es nahezu in der gesamten Metropolregion von Houston, die Niederschlagsmengen beliefen sich in Spitzenzeiten auf 75 bis 100 l/m² pro Stunde. Bisher wurden 4 Todesfälle gemeldet. Ein 19-jähriger Mann ertrank nach einem Stromschlag, als er versuchte, sein Pferd vor dem Hochwasser zu retten. Auch mehrere Lastkähne hatten sich von ihren Liegeplätzen gelöst, ein Schiff prallte gegen eine Brücke über den San Jacinto River. 13 Gemeinden in Texas wurden zum Katastrophengebiet erklärt.

Imelda ist der tropische Wirbelsturm mit dem siebtmeisten Niederschlag, der  der die Vereinigten Staaten jemals getroffen hat. Im Durchschnitt lag die Gesamtniederschlagsmenge zwischen 380 und 760 l/m², während die höchste gemeldete Menge 1009 l/m² in Beaumont (Texas) betrug. Der Donnerstag war zudem der nasseste Septembertag aller Zeiten und der fünftnasseste Tag überhaupt in Houston, an dem alleine 228 l/m² gemessen wurden.

 

Der Südosten von Texas ist für tropische Wettersysteme kein unbekanntes Land und aufgrund seiner tiefen Lage besonders überflutungsgefährdet. Trotzdem haben die Bewohner der Region einfach genug von den massiven Überschwemmungen, die in den vergangenen Jahren aufgetreten sind. Obwohl der Hurrikan Harvey noch immer als Maßstab für Überschwemmungen gilt, sind einige Gebiete durch Imelda stärker überflutet worden wie beispielsweise die Städte Vidor und Winnie (beide Texas). Was Harvey im Laufe von 4 bis 5 Tagen angerichtet hat, hat Imelda in diesen Orten in 4 bis 5 Stunden geschafft.

Warum es der Herbst bunt treibt

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Laubbäume betreiben in den warmen Jahreszeiten Photosynthese, bei der sie mit Hilfe von Sonnenlicht Wasser und Kohlendioxid in Traubenzucker und Sauerstoff umwandeln. Dies macht ihnen der grüne Farbstoff Chlorophyll möglich. Um diesen wertvollen Stoff im Winter nicht zu verlieren, beginnen die Pflanzen, sobald zu wenig Sonneneinstrahlung da ist um wirkungsvoll Photosynthese zu betreiben, den Blättern das Chlorophyll zu entziehen. Sie wandeln es dann in eine farblose Form um und lagern es in ihre Zellen ein.

Der intensiv grüne Farbstoff hat andere im Blatt vorhandene Farbstoffe überdeckt, die nun sichtbar werden. So färben sich beispielsweise Lärchen und Birken gelb bis goldgelb aufgrund von Karotin. Für die rote Farbe von Eiche und Ahorn ist Anthocyan verantwortlich. Durch Gerbstoffe kommt die braune Färbung von Buchen und Eichen zustande.

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Abfallprodukt Laub

Zum Eigenschutz werfen die Bäume ihre Blätter ab, sobald sie ihnen jegliches Chlorophyll entzogen haben. Einerseits könnte viel wertvolles Wasser an der großen Oberfläche der Blätter verdunsten, andererseits würde das Wasser in den Blattzellen sehr schnell gefrieren. Zudem besteht bei noch vorhandenen Blättern akute Schneebruchgefahr.

Oh Tannenbaum

Nadelbäume, abgesehen von der Lärche, haben eine ganz andere Überwinterungsstrategie. Ihre „Blätter“ bleiben das ganze Jahr über grün und fallen in der kalten Jahreszeit nicht ab. Dadurch, dass die Nadeln ganz schmal sind, verdunstet weniger Wasser an der kleineren Oberfläche. Zudem ist die äußere Zellschicht sehr dick und von Wachs überzogen. Darüber hinaus wirkt Zucker als „Frostschutzmittel“ um das Gefrieren des in den Nadeln enthaltenen Wassers zu verhindern.

 

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Astronomischer Herbstanfang am Montag

Bielersee im Herbst - pixabay/csr_ch

Am kommenden Montag, dem 23. September, beginnt astronomisch bzw. kalendarisch gesehen der Herbst. Bisher verlief der September aber fast überall zu warm, im Flachland beträgt der Überschuss rund um 1 Grad, im Westen, auf den Bergen und im Süden etwa 1,5 bis 2 Grad. Zudem wurde vielerorts heute das Soll an Sonnenstunden bereits erreicht oder überschritten, so beispielsweise auf dem Chasseral, auf dem Hörnli, aber auch im Flachland der Alpennordseite wie beispielsweise in Schaffhausen, Aarau, Zürich, Luzern, Basel und Bern.

Föhn am Sonntag

Pünktlich am Montag, also auf den astronomischen Herbstanfang, wenn die Sonne senkrecht über dem Äquator steht und Tag-und-Nacht-Gleiche herrscht, erreicht uns eine Kaltfront. Im Vorfeld wird es nach vereinzelten Schauern am Vormittag mit teilweise starkem bis stürmischem Föhn morgen Sonntag vielerorts noch freundlich und warm, vor allem im Osten dürfte sogar noch zeitweise die Sonne scheinen. Der Föhn treibt die Temperaturen speziell im Rheintal auf sommerliche Werte von 25 bis 26, lokal auch 27 Grad. Der Föhn dürfte vor allem im Urner Reusstal Böenspitzen bis etwa 100 km/h bringen.

Kaltfront zieht auf

Die Wolken verdichten sich am Sonntag im Tagesverlauf von Westen her aber zunehmend. Während es im Jura bereits tagsüber zu Niederschlägen kommt, setzen diese in den übrigen Gebieten spätestens in der Nacht auf Montag ein. Vor allem die zweite Nachthälfte und der Montagvormittag verlaufen trüb und nass, zudem sinkt die Schneefallgrenze auf etwa 2500 Meter, stellenweise auch tiefer, dies besonders im Bündnerland, wo die Niederschläge bis weit in den Montag hinein anhalten könnten. Mit Höchstwerten um 15 bis knapp 20 Grad ist es denn auch deutlich kühler als noch an diesem Wochenende. Die Tage danach verlaufen wechselhaft mit sonnigen Abschnitten und Regengüssen sowie für die Jahreszeit üblichen Temperaturen mit Höchstwerten um 16 bis gut 20 Grad.

Herbst ist Föhnzeit

Typische Föhnstimmung im Herbst.

Gebirgskette und Druckdifferenz sind Voraussetzung

Im Allgemeinen ist Föhn ein Fallwind. Wenn sich Gebirgsketten der Luftströmung  in den Weg stellen, wird die Luft zunächst auf der windzugewandten Seite (Luv) zum Aufsteigen gezwungen, um dann auf der windabgewandten Seite des Gebirges (Lee) wieder talwärts zu strömen, was sich als Fallwind bemerkbar macht. In Europa sind es die über weite Strecken West-Ost verlaufenden Alpen, die namensgebend für dieses Phänomen sind, das sich somit je nach Anströmung als Süd- oder Nordföhn äußert.

Erscheinungsbilder

Die bekannteste Form des Föhns ist wohl der Südföhn, wenn Luft von Italien über die Alpen strömt. Typisch dafür ist die Annäherung eines kräftigen Tiefs über Westeuropa. An dessen Vorderseite baut sich über dem Alpenraum eine straffe Südströmung auf. Der Luftdruckunterschied zwischen Alpensüd- und Alpennordseite setzt die Föhnströmung in Gang.

Auch am morgigen Sonntag wird der erstmals nach dem Sommer in den Nordalpen zum Thema, gut zu sehen an der Wetterlage für morgen: die roten Pfeile stellen den Südföhn dar, die weißen Linien sind Linien gleichen Luftdrucks (Isobaren). Über den Alpen sind die Isobaren dicht gedrängt -> Föhn schafft hier den Ausgleich zwischen hohem Luftdruck über Italien und tiefem Luftdruck über Bayern.

Der Föhn kommt am Sonntag in Gang.
Der Föhn kommt am Sonntag in Gang.

Speziell im Winter steigt die Wahrscheinlichkeit für Kaltluftseen in den tieferen Tallagen. Dann kommt es bei schwach ausgeprägten Luftdruckunterschieden vor, dass sich der Föhn nicht mehr gegen die kalte Talluft durchsetzen kann und sich auf die Hochtäler am Hauptkamm beschränkt.

Gut zu sehen ist dieses winterliche Minimum auch im folgenden Bild, es zeigt die Häufigkeit für Südföhn in Innsbruck im Laufe eines Jahres: Die „föhnigste“ Jahreszeit ist demnach der Frühling, ein zweites Maximum gibt es im Oktober.

Der typische Jahresgang des Südföhns in Innsbruck.
Der typische Jahresgang des Südföhns in Innsbruck.

Quelle Titelbild: pixabay

Astronomischer Herbstbeginn am Montag

Nebel ist typisch für den Herbst.

Feuchter Einstand

Am Montag um exakt 09:50 Uhr MESZ beginnt der astronomische Herbst, pünktlich zu diesem Stichtag verabschiedet sich der Spätsommer aus Österreich. Den Sonntag kann man noch bei viel Sonnenschein und Temperaturen von bis zu 27 Grad genießen, zu Beginn der neuen Woche erreicht uns dann aber eine Kaltfront von Westen her. Meist dominieren am Montag von der Früh weg die Wolken und ausgehend von Vorarlberg, Tirol und Kärnten breiten sich teils kräftige Regenschauer auf weite Teile des Landes aus. Bis zum Abend wird es dann auch in Wien und Niederösterreich immer öfter nass. Die Temperaturen erhalten einen deutlichen Dämpfer, sie steigen auf 13 Grad in den Nordalpen und nur noch 20 Grad im östlichen Flachland.

So stark gehen die Temperaturen in den Landeshauptstädten zurück:

Stadt Höchstwert Sonntag Höchstwert Montag Änderung
Wien 22 Grad 19 Grad -3 Grad
St. Pölten 22 Grad 19 Grad -3 Grad
Eisenstadt 22 Grad 19 Grad -3 Grad
Linz 22 Grad 17 Grad -5 Grad
Graz 22 Grad 17 Grad -5 Grad
Klagenfurt 22 Grad 17 Grad -5 Grad
Salzburg 25 Grad 16 Grad -9 Grad
Innsbruck 25 Grad 15 Grad -10 Grad
Bregenz 24 Grad 16 Grad -8 Grad

Sonne gibt den Takt vor

Der astronomische Herbst beginnt auf der Nordhalbkugel stets am 22., 23. oder 24. September. An diesem Tag wird das sogenannte Äquinoktium, die Tag-und-Nacht-Gleiche, erreicht. Auf der gesamten Erde dauern Tag und Nacht dann genau je 12 Stunden. Das Datum sowie die exakte Uhrzeit des Herbstbeginns richten sich nach dem Sonnenstand: Die Sonne steht zu Herbstbeginn am Äquator im Zenit, also senkrecht über dem Beobachter. Auf der Südhalbkugel ist es übrigens andersherum, hier verabschiedet sich mit der gleichbedeutenden Tag-und-Nacht-Gleiche der Winter und der Frühling kehrt ein.

Hier eine Übersicht der Tageslängen im Laufe eines Jahrs…jetzt im Herbst nimmt die Tageslänge mit rund 3 Minuten pro Tag besonders stark ab:

Die Tage werden langsam wieder länger
Die Änderung der Tageslänge im Jahresverlauf

Hintergrund: Astronomische vs. meteorologische Jahreszeiten

Für uns Meteorologen ist der Herbst schon rund drei Wochen alt, er begann am 01. September. Warum es neben den astronomischen Jahreszeiten auch die sogenannten meteorologischen gibt, hat einen einfachen Grund. Meteorologische Statistiken über die Jahreszeiten lassen sich nur schwer erstellen, wenn der Beginn ebendieser mitten in einem Monat liegt und dann auch noch von Jahr zu Jahr schwankt. Deshalb wurde noch in Zeiten ohne Computer die Entscheidung getroffen, die meteorologischen Jahreszeiten immer an den Monatsersten beginnen zu lassen.

Quelle Titelbild: pixabay

Höhepunkt der Hurrikansaison

Das momentan stärkste tropische Tiefdruckgebiet ist der Hurrikan JERRY, der sich als Kategorie 2 Sturm auf dem Atlantik rund 500 km vor Antigua und Barbuda befindet. Seine vorhergesagte Zugrichtung ist Nordwest, er soll aber weit vor den Bahamas nach Norden abdrehen und in der Nacht zum Dienstag auf Bermuda treffen. Hier hatte bereits der Hurrikan HUMBERTO am Mittwoch einige Schäden angerichtet. Dieser Sturm hat sich bereits abgeschwächt und in ein außertropisches Tief umgewandelt. Am Dienstag wird er voraussichtlich auf Irland treffen.

Es gibt aber noch weitere tropische Tiefdruckgebiete, so ist die Saison auch über dem östlichen Pazifik derzeit sehr aktiv. Dieses Satellitenbild von Donnerstagabend zeigt die Stürme in ihrer ganzen Pracht.

Zudem zieht zurzeit der sich abschwächende Tropensturm IMELDA über Texas und bringt dort in der Region Houston ergiebigen Regen und Überschwemmungen. Die aufgeführten Regenmengen sind, wie üblich in den USA üblich, in inch angegeben, wobei ein inch 25,4 mm bzw. Liter pro Quadratmeter entspricht. Damit ergibt sich, dass 43.15 inch exakt 1096 L/m² gleichkommen. Das entspricht in manchen Regionen Deutschlands dem 1,5-fachen des mittleren Jahresniederschlags! Zudem gab es knapp 500000 Blitze.

 

Auf dem Pazifik tummeln sich die Tropenstürme KIKO, LORENA und MARIO. Hiervon wird nur LORENA auf Land treffen, die beiden anderen werden über dem Ozean bleiben und sich in der nächsten Woche abschwächen. LORENA wird im Süden der Baja California auf Land treffen und dann entlang der Westküste nach Nordnordwesten ziehen und soll sich in den nächsten Stunden zu einem Hurrikan verstärken.

Saisonhöhepunkt

Der Höhepunkt der atlantischen Hurrikansaison wird üblicherweise gegen Mitte September erreicht. Ab etwa Mitte Oktober lässt die Aktivität dann deutlich nach.

Titelbild: A satellite image of Hurricane Humberto, west of Bermuda, U.S., September 17, 2019. NOAA/Handout via REUTERS.

Der erste Frost der Saison

Frost und Frühnebel

Bereits am Donnerstag war es in der Früh sehr frisch und in vielen Alpentälern gab es Bodenfrost. Luftfrost konnte an den offiziellen Wetterstationen aber noch nicht gemessen werden.

Tiefstwerte am Donnerstag pro Bundesland
Tiefstwerte am Donnerstag pro Bundesland

So lag die Tiefsttemperatur in Mariazell bei 0,1 Grad, im Süden war es aufgrund der Wolken bzw. des Hochnebels hingegen deutlich milder mit teilweise 12 Grad.

Luftfrost in 5 Bundesländern

Die vergangene Nacht verlief im ganzen Land klar und windschwach. Somit konnten die Temperaturen stark absinken und seit Mai gab es das erste Mal wieder in ganz Österreich einstellige Tiefstwerte. Am mildesten blieb es dank Stadteffekt in der Wiener Innenstadt mit 8,9 Grad. Ähnlich mild verlief die Nacht auch direkt am Neusiedler See, da hier das Wasser die Abkühlung dämpfte.

Tiefstwerte am Freitag pro Bundesland
Tiefstwerte am Freitag pro Bundesland

Am kältesten verlief die Nacht im Salzburger Lungau, ein der bekanntesten Kältepole von Österreich. Luftfrost gab es aber auch verbreitet in der Obersteiermark, im Wald- und Mühlviertel sowie stellenweise in Wienerwald und in Nordtirol. Hier die Rangliste der kältesten Orte:

Tiefstwerte Ort und Seehöhe
-2,3 Grad Mariapfarr (S), 1151 m
-2,0 Grad St. Michael im Lungau (S), 1052 m
-1,6 Grad Aigen im Ennstal (ST), 641 m
-1,4 Grad Zwettl (NÖ), 502 m
-1,4 Grad Litschau (NÖ), 558 m
-1,1 Grad Tamsweg (S), 1025 m
-1,1 Grad Summerau (OÖ), 656 m
-0,9 Grad Klausen-Leopoldsdorf (NÖ), 389 m
-0,8 Grad Radstadt (S), 836 m

Frost im September normal

Luftfrost in höheren Lagen sind gerade in der letzten Septemberdekade keine Seltenheit und treten beinahe jährlich auf. So tritt der erste Frost im September im Lungau durchschnittlich am 21. September auf. Auch im Waldviertel oder im Wienerwald tritt Frost beinahe jährlich im September auf und kann auch als klares Indiz für den beginnenden Herbst gesehen werden.

Titelbild: Adobe Stock

Bergwetter: Am Wochenende viel Sonnenschein und steigende Temperaturen

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Freitag, 20. September 2019

Der Freitag startet verbreitet sonnig, nur in manch inneralpinen Tälern und südlichen Becken vereinzelt mit Nebel. Am Alpenostrand bilden sich dann am Nachmittag ein paar Wolken und auch sonst ziehen ein paar Schleierwolken durch, der sonnige Eindruck überwiegt aber überall. Nach einem frischen, in exponierten Lagen lokal sogar frostigen Morgen werden in den Tälern im Westen bis zu 21 Grad erreicht, auf 2.000 m Höhe liegen die Temperaturen zwischen 2 Grad auf dem Schneeberg 13 Grad in den Ötztaler Alpen, auf 3.000 m Höhe werden 0 bis +5 Grad erreicht. Der Wind ist meist nur schwach bis mäßig aus nördlichen Richtungen unterwegs.

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Samstag, 21. September 2019

Am Samstag halten sich in den Tal- und Beckenlagen von Vorarlberg bis Kärnten ein paar Frühnebelfelder, diese lösen sich aber rasch auf und am Nachmittag dominiert im Großteil des Landes strahlender Sonnenschein. Lediglich im Bereich des Alpenhauptkammes bilden sich flache Quellwolken, häufiger treten diese noch in Südtirol auf. Hier werden teils nur 5 Sonnenstunden erreicht, sonst werden es aber verbreitet 9 bis 12 Sonnenstunden. Der Wind dreht auf südliche Richtungen und damit wird es wieder wärmer. Die Höchstwerte liegen in den Tälern von Ost nach West zwischen 17 und 24 Grad, in 2.000 m Höhe werden 7 bis 15 Grad erreicht, in 3.000 m Höhe 3 bis 8 Grad.

Bergwetter am Samstag, den 21.09.2019 @ UBIMET
Bergwetter am Samstag, den 21.09.2019 @ UBIMET

Sonntag, 22. September 2019

Der Sonntag beginnt westlich einer Linie Karwendel – Karnische Alpen bereits mit ersten Wolkenfeldern, diese breiten sich tagsüber weiter nach Osten bis zu den Voralpen Niederösterreichs aus. Die Sonne kommt jedoch nicht zu kurz, über weite Strecken bleibt der freundliche Eindruck noch immer erhalten. Erste Regentropfen sind zum Abend hin bereits in Südtirol möglich, sonst bleibt es noch meist trocken. Am Alpenostrand frischt lebhafter, lokal auch kräftiger Südost- bis Südwestwind auf und von den Hohen Tauern bis zum Mariazellerland wird es leicht föhnig. Die Temperaturen steigen auf 18 bis 26 Grad in den Tälern, in 2.000 m Höhe werden 11 bis 16 Grad erreicht, in 3.000 m Höhe 4 bis 8 Grad.

Bergwetter-Tipp:

Jetzt zum Ende des kalendarischen Sommers erreicht die Schneebedeckung auf den heimischen Gletschern ihr jährliches Minimum. Aus diesem Grund sind derzeit Hochtouren bis weit über 3.000 m fast ohne Schneekontakt möglich. Achten Sie auf den aperen Gletschern aber unbedingt auf freiliegende Spalten! Steigeisen, Pickel und Seil gehören daher zur Standardausstattung bei Touren auf dem ewigen Eis.

 

Titelbild @ https://stock.adobe.com

Wetterpatenschaften für 2020

Wetterkarte für Freitag, den 20.09.2019 @ www.wetterpate.de

Bereits seit mehr als 60 Jahren werden die in Mitteleuropa aktiven Hoch- und Tiefdruckgebiete mit Namen belegt, Grundüberlegung war eine leichtere Kommunikation zwischen den Meteorologen in Anlehnung an die dazumal schon gängige Praxis in den USA. Die breite Öffentlichkeit wurde im deutschsprachigen Raum aber erst 1990 durch die Orkantiefs VIVIAN und WIEBKE darauf aufmerksam. Seitdem ist  die Verwendung der Namen in den Medien quasi Standard. Seit 2002 können schließlich die Bürger im Rahmen der Aktion „Wetterpate“ Namen für die Druckgebiete wählen und sich so ein Hoch oder Tief selbst gönnen oder verschenken.

Hier im Berliner Wetterturm des Met. Instituts der FU Berlin werden die Patenschaften vergeben und wird das Wetter beobachtet, @ www.wetterpate.de
Hier im Berliner Wetterturm des Met. Instituts der FU Berlin werden die Patenschaften vergeben und das Wetter beobachtet, @ www.wetterpate.de

 

Und die Einnahmen kommen einem guten Zweck zu Gute: Am Meteorologischen Institut der FU Berlin gibt es noch eine praxisnahe Ausbildung der angehenden Meteorologen. U.a. gibt es hier eine eigene Wetterstation, deren Daten und Beobachtungen in das weltweite Netz einfließen. Diese ist rund um die Uhr besetzt, also Augenbeobachtungen wie Wetterzustände, Wolkenarten und -höhen, Sichtweiten etc. werden von Studenten aufgenommen und international verschlüsselt. Gerade dies wird heutzutage immer seltener, denn die nationalen Wetterdienste ersetzen immer mehr Wetterbeobachter durch Instrumente, deren Qualität oftmals zu wünschen übrig lässt.

Abschlusspaket für einen Paten, @ www.wetterpate.de
Abschlusspaket für einen Paten, @ www.wetterpate.de

 

 

Gewitter mit extremen Blitzraten

Unwetter mit Blitz

Für die Entstehung von Gewittern sind grundsätzlich drei Zutaten notwendig: Ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit, eine labile Schichtung der Atmosphäre sowie ein Mechanismus, der die Luft zum Aufsteigen bringt. Letzteres kann beispielsweise ein Zusammenströmen der Luft in Bodennähe oder eine Front sein.

Hohe Blitzraten

Die Ladungstrennung innerhalb einer Gewitterwolke kommt durch Reibungsprozesse zwischen den enthaltenen Wassertröpfchen und Eispartikeln im Bereich der Auf- und Abwinde zustande. Eiskristalle laden sich dabei positiv auf, die Tropfen negativ. Dies führt im oberen Teil der Wolke zu einem Gebiet mit positiver Ladung, während an der Wolkenuntergrenze negative Ladung überwiegt. Wenn die Spannung zwischen den verschiedenen Ladungen sehr groß wird, kommt es zu einem Blitz. Dieser Spannungsausgleich erfolgt entweder innerhalb der Wolke oder zwischen dem Erdboden und dem unteren Teil der Wolke. Manchmal schlagen Blitze allerdings auch vom oberen Teil der Wolke am Boden ein. Für sehr viele Blitze benötigt man spezielle Bedingungen:

  • Starker Aufwind innerhalb der Gewitterwolke
  • Hochreichende Gewitterwolken, wobei besonders der Höhenunterschied zwischen der Nullgradgrenze und der Wolkenobergrenze relevant ist
  • Viele Aerosole bzw. Eiskeime

Die Blitzrate steht zwar häufig in Zusammenhang mit der Intensität eines Gewitters, allerdings ist dies nicht immer der Fall. So gibt es durchaus blitzreiche Gewitter mit relativ harmlosen Auswirkungen.

Unwetter in Spanien

Vergangene Woche war der Südosten Spaniens von heftigen Unwettern betroffen (siehe auch hier). Das Zusammenspiel aus Höhenkaltluft und milden Wassertemperaturen hatte dort für eine hochreichend labile Schichtung der Luft gesorgt. Auf den folgenden Videos sieht man eindrücklich, wie intensiv die Blitzrate bei diesen Gewittern war.


Hier geht es zum Blitzreport 2019 für Deutschland.

Titelbild © Adobe Stock

Der Altweibersommer

Herbstsonne

Wissenschaftlich gesehen versteht man unter dem Altweibersommer eine sogenannte meteorologische Singularität. Also einen Witterungsabschnitt mit beständigem Hochdruckwetter im Frühherbst, der nahezu jedes Jahr eintritt. Der Altweibersommer findet meist in der zweiten Septemberhälfte oder im Oktober statt.

20 Grad und kühle Nächte

In dieser Zeit steigen die Temperaturen an den Nachmittagen regelmäßig über 20 Grad. Die Nächte sind oft aber schon empfindlich kühl, manchmal sogar frostig und immer häufiger breiten sich in den Tälern und Becken Frühnebelfelder aus. Auf den Bergen gibt es dafür oft den ganzen Tag strahlend blauen Himmel und perfekte Fernsicht. Besonders im Oktober sind die Temperaturen an manchen Tagen im Mittelgebirge sogar höher als im Tal.

Glänzende Spinnfäden

Die Herkunft des Wortes ist nicht sicher, man vermutet aber, dass der Altweibersommer seinen Namen den Spinnen zu verdanken hat, welche im Herbst durch die Luft segeln: Die Fäden von jungen Baldachinspinnen glänzen im Sonnenschein und erinnern dabei an das graue Haar alter Frauen. Häufig läuft man unbeabsichtigt in solche Fäden hinein. Mit „weiben“ bezeichnete man im Althochdeutschen übrigens das Knüpfen von Spinnweben. Wenn sich im Oktober das Laub langsam verfärbt, ist dann häufig auch vom goldenen Oktober die Rede (in Nordamerika „Indian Summer„).

Spinnenflug

Das Fliegen stellt für Baldachinspinnen eine erfolgreiche Strategie zur Verbreitung dar. Dafür produzieren sie einen Flugfaden, welcher ab einer bestimmten Länge vom Wind erfasst wird und die Spinne zum Abheben bringt. Dieser Vorgang wird „Luftschiffen“ oder „Spinnenflug“ genannt. Beim Transport durch die Luft können Baldachinspinnen Höhen von mehreren Tausend Metern erreichen und bis zu mehrere Hundert Kilometer weit fliegen. Viele Spinnen überleben ihre Reisen allerdings nicht: Die meisten landen auf dem Wasser, in ungeeigneten Lebensräumen oder werden von Vögeln gefressen.


Titelbild © Adobe Stock

Herbst: Unwettersaison am Mittelmeer

Blitz am Meer

Die Gewittersaison in Mitteleuropa geht durchschnittlich von Mai bis August. In dieser Jahreszeit liefert die Sonne die nötige Energiemenge, um den Boden und somit auch die untersten Luftschichten derart zu erwärmen, dass die Luftschichtung labil wird. Im Spätsommer und Herbst verlagert sich der Schwerpunkt der Gewittertätigkeit immer weiter südwärts.

Zunehmender Tiefdruckeinfluss

Im Sommer liegt Südeuropa häufig unter dem Einfluss der subtropischen Hochdruckgebiete, welche sich von den Azoren und Nordafrika nordwärts ausbreiten. Dies sorgt für trockenes und heißes Sommerwetter. Im Herbst verlagert sich der Jetstream im Mittel langsam südwärts und die Ausläufer des subtropischen Hochdruckgürtels werden nach Nordafrika abgedrängt. Die Tiefdrucktätigkeit nimmt zu, so stellen Herbst und Winter im Mittelmeer auch die nasseste Zeit des Jahres dar.

In Barcelona ist der Oktober der nasseste Monat des Jahres.
In Barcelona ist der Oktober der nasseste Monat des Jahres.
Im Herbst fällt der meiste Niederschlag in Dubrovnik
In Dubrovnik fällt vor allem im November viel Regen.

Labile Schichtung der Luft

Der zunehmende Tiefdruckeinfluss im Herbst sorgt für die ersten markanten Kaltluftvorstoße bis in den Mittelmeerraum, was hier in Zusammenspiel mit den milden Wassertemperaturen zu einer labilen Schichtung der Luft führt. Im folgenden Bild sieht man die mittlere, potentiell verfügbare Energie für Konvektion bzw. vertikale Luftmassenbewegung (CAPE), welche ein wichtiges Maß für Gewitter darstellt: Während im Sommer das Mittelmeer eher stabilisierend wirkt und CAPE vor allem im Landesinneren wie etwa in Norditalien und Südosteuropa vorhanden ist, verlagert sich der Schwerpunkt im Herbst ins Mittelmeer und die angrenzenden Küstenregionen.

Im Herbst ist die Luftschichtung im Mittelmeer labil.
Mittlere, potentiell verfügbare Energie für Konvektion im Juni und September. © Tilev-Tanriöver

Unwettersaison

Der Spätsommer und Frühherbst stellen vor allem im nördlichen Mittelmeer die gewitteranfälligste Zeit des Jahres dar. Das zentrale Mittelmeer ist besonders im Laufe des Herbsts von Unwettern betroffen, während es im äußersten Süden und Osten meist erst im Winter der Fall ist. Dies spiegelt sich auch in den Ergebnissen einer Studie des ESWD wider, welche die Monate mit den meisten Tagen mit Tornados zeigt: In Mitteleuropa ist dies im Hochsommer der Fall, in Südeuropa dagegen im Herbst.

Im Mittelmeer gibt es im Herbst die meisten Tagen mit Tornados
Der Monat des Jahres mit den im Mittel meisten Tagen mit Tornados. © ESWD

Warmes Mittelmeer

Die Wassertemperaturen im Mittelmeer nehmen im Zuge der globalen Erwärmung langsam zu, so gab es auch im 2019 von Mitte Juni bis jetzt überdurchschnittliche Wassertemperaturen.

Mittlere Wassertemperatur im Vergleich zum Mittel. © CEAM
Mittlere Wassertemperatur im Vergleich zum Mittel. © CEAM

Auch im langjährigen Trend seit 1982 kann man eine Zunahme der mittleren Wassertemperaturen beobachten, was für die angrenzenden Länder eine steigende Gefahr darstellt. Die Unwettersaison wird nämlich tendenziell länger und intensiver, denn je wärmer das Wasser im Herbst ist, desto mehr Energie steht für Unwetter zur Verfügung. Besonders bei auflandigem Wind unter Tiefdruckeinfluss besteht dann die Gefahr von Sturzfluten und Hochwasser.

Klimastreifen für das Mittelmeer. © CEAM
Entwicklung der Wassertemperatur im Vergleich zum Mittel 1982-2011. © CEAM

Italien sehr exponiert

Italien ist für Starkregen besonders anfällig, da es einerseits nahe einer der wichtigsten Geburtsstätten für Tiefdruckgebiete im Golf von Genua liegt, andererseits weil es hier aufgrund der geographischen Form immer exponierte Gebiete mit auflandigem Wind gibt – unabhängig von der exakten Lage der Tiefs. Weiters sorgen die Alpen und die Apenninen stets für Staueffekte beim Niederschlag.

Unwetter in Spanien

In der vergangenen Woche hat ein Höhentief über dem südwestlichen Mittelmeerraum für schwere Unwetter gesorgt. Besonders betroffen waren die Provinzen Murcia und Valencia im Südosten Spaniens, siehe auch hier: Jahrhundertflut in Südostspanien. Auch im Jahr 2018 gab schwere Unwetter auf Mallorca und in Italien.

Titelbild © Adobe Stock

Der Herbst und die Trockenheit

Nicht von ungefähr spricht man nicht nur durch die Laubverfärbung, sondern auch aufgrund der sonnigen Tagen von Altweibersommer, Goldenen Oktober und Martinisommer. Doch ist der Herbst wirklich die trockenste Zeit im Jahr?

Auf diese Frage gibt es im deutschsprachigen Raum kein eindeutiges Ja oder Nein. Denn die Niederschlagssummen zeigen im Herbst von Region zu Region teils große Unterschiede, teilweise wie in Richtung Westdeutschland und Nordsee sind die Niederschlagssummen sogar über das gesamte Jahr beinahe gleichmäßig.

Stabile Hochs

Nach einem oft gewitter- und schaueranfälligen Sommer stellen sich im Herbst meist längere stabile Hochdruckwetterlagen ein. Aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit können sich kaum mehr Schauer oder Gewitter bilden und die Nebelfelder in den Niederungen lösen sich tagsüber oftmals noch auf. Damit gehen die Niederschlagssummen in den meisten Regionen merklich gegenüber den Sommermonaten zurück, allerdings ist der Vorfrühling, also Februar und März meist trockener als der Herbst.

Italientiefs und Südföhn

In den Südalpen, vom Tessin bis nach Kärnten, gehört der Herbst zur nassesten Zeit im ganzen Jahr. Mit den ersten Kaltluftausbrüchen in Richtung Süden bilden sich im Mittelmeer wieder vermehrt Tiefs, die dann feuchte Luftmassen gegen die Südalpen stauen und teils enorme Regenmengen bringen.

Typische Wetterlage im Herbst
Typische Wetterlage im Herbst

Im Gegenzug dazu weht an der Nordseite der Alpen kräftiger trockener Südföhn. Entlang der Nordalpen ist besonders der Oktober oftmals der trockenste Monat des ganzen Jahres.

Titelbild: Adobe Stock

Stürmischer Dienstag in Norddeutschland

Stürmische Ostsee

Derzeit verläuft die Frontalzone von Island über Südskandinavien bis nach Russland. Mit einem Randtief, das am Dienstag knapp nördlich an Deutschland vorbeizieht, verlagert sich die Frontalzone etwas nach Süden und macht sich vorübergehend auch im Norden der Bundesrepublik mit Sturm und Regenschauern bemerkbar.

An der Ostsee schwere Sturmböen möglich

Am Dienstagmorgen erreicht die Kaltfront des Randtiefs die deutsche Nordsee- und Ostseeküste mit kräftigen Schauern und auch einzelnen Gewittern. Dazu frischt hier stürmischer Nordwestwind auf. Im Tagesverlauf verlagert sich die Front unter Abschwächung südostwärts. Bis zu einer Linie Münster-Chemnitz sind ein paar teils gewittrige Schauer einzuplanen.

Maximale Sturmböen am Dienstag
Maximale Sturmböen am Dienstag © UBIMET

Hinter der Kaltfront ziehen besonders im Ostseeumfeld weitere Regenschauer durch, mit denen vereinzelt schwere Sturmböen von bis zu 90 km/h auftreten. Sturmböen sind kurzzeitig aber auch in Hamburg oder Berlin zu erwarten.

Ab Mittwoch rückt das Hoch HANNEKE näher

Das Randtief zieht Dienstagnacht nach Osten ab, gleichzeitig baut sich über den Britischen Inseln ein mächtiges Hoch namens HANNEKE auf. HANNEKE sorgt dann ab Mittwoch für meist ruhiges und sonniges frühherbstliches Wetter, nur der Nordosten bleibt bis einschließlich Freitag leicht tiefdruckbeeinflusst. Hier ziehen öfters dichte Wolken und ganz vereinzelt auch kurze Regenschauer durch.

Am Wochenende viel Sonne und warm

Am Wochenende verlagert sich HANNEKE über Deutschland hinweg nach Osteuropa. Somit dreht die Höhenströmung auf West bis Südwest und von Frankreich her breitet sich nochmals ausgesprochen warme Luft auf das Land aus. Dazu strahlt die Sonne überall von einem meist wolkenlosen Himmel. Das kommende Wochenende bietet also nochmals perfektes Ausflugswetter.

Titelbild: Adobe Stock

Achterbahnfahrt der Temperaturen

Achterbahnfahrt der Temperaturen

Hoch GAIA sorgt zu Wochenbeginn nochmals für warmes und sonniges Spätsommerwetter, doch mit Ankunft einer Kaltfront am Dienstag beginnt es abzukühlen. Die Temperaturen gehen bis zur Wochenmitte um rund 10 Grad zurück und die Nullgradgrenze sinkt auf 2000 m. Allerdings bleibt es unter Hochdruckeinfluss meist trocken.

Fast 30 Grad am Montag

Am Montag scheint abseits lokaler Nebelfelder von der Früh weg häufig die Sonne. Im Tagesverlauf machen sich von Norden her Wolken der herannahenden Kaltfront bemerkbar, Regenschauer treten aber nur vereinzelt im Bergland auf.

Prognostizierte Höchstwerte am Montag
Prognostizierte Höchstwerte am Montag © UBIMET

Mit bis zu 29 Grad wird es in Kärnten am wärmsten, gerade hier sind aber zum Abend hin auch einzelne Gewitter zu erwarten. Auch im übrigen Land wird es mit 23 bis 28 Grad sommerlich warm.

Kaltfront am Dienstag zieht nur langsam nach Süden

Am Dienstagvormittag sorgt die Kaltfront nördlich der Donau für trübes Wetter und leichten Regen, sonst scheint noch zeitweise die Sonne. Tagsüber gehen dann überall ein paar Regenschauer nieder, im Süden mischen sich auch Gewitter dazu. Die eigentliche Kaltfront erreicht aber erst am Abend mit etwas Regen die Alpennordseite.  Zudem frischt tagsüber nördlich der Alpen lebhafter West- bis Nordwestwind auf. Die Höchstwerte liegen zwischen 17 Grad in Waldviertel und nochmals 27 Grad im Süden.

Von Mittwoch bis Freitag kühl und meist trocken

Am Mittwoch hat die Kaltfront die Alpen bereits überquert und Österreich liegt zwischen einem Hoch über den Britischen Inseln und einem Tief über Osteuropa in einer kühlen Nordströmung.

Großwetterlage von Mittwoch bis Freitag
Großwetterlage von Mittwoch bis Freitag © UBIMET

Allerdings überwiegt grundsätzlich der Einfluss des Hochs, sodass oftmals die Sonne scheint und nur vereinzelt Regenschauer niedergehen. Die Temperaturen kommen meist aber nicht mehr über 15 bis 20 Grad hinaus, einzig in Tirol und Kärnten sind vereinzelt bis zu 22 Grad möglich. Die Nächte verlaufen ebenfalls sehr kühl, im Bergland stellt sich verbreitet Bodenfrost ein!

Am Wochenende geht es wieder bergauf

Am kommenden Wochenende verlagert sich der Schwerpunkt des Hochdruckgebietes allmählich nach Mittel- und Osteuropa. Somit reißt die kühle Nordströmung ab und aus Südwesten kommen wieder warme Luftmassen nach Österreich. Dabei überwiegt nach wie vor der Sonnenschein und besonders im Westen und Südwesten wird es wieder spätsommerlich warm mit Temperaturen über der 25-Grad-Marke.

Titelbild: pixabay.com

Jahrhundertflut in Südostspanien

Das Tief sorgte bereits am Dienstag und Mittwoch für Überschwemmungen auf den Balearen. In weiterer Folge zog der Kern des Tiefs in Richtung Algerien und Marokko. Dabei steuerte es feuchtwarme Mittelmeerluft in den Südosten von Spanien. Von Granada über Murcia bis nach Valencia sorgten Starkregen und Gewitter für heftige Überflutungen.  Vor allem im gebirgigen Hinterland fielen teilweise knapp 300 l/m² in nur 24 Stunden:

In dieser wüstenähnlichen Gebieten in Südostspanien fällt oftmals im ganzen Jahr nicht so viel Regen. Daher kam es zu so weitreichenden Überflutungen, wie hier in Orehuela nahe Murcia:

Gewitter über Nacht

In der vergangenen Nacht sorgten Gewitter in den betroffen Regionen neuerlich für Überschwemmungen. So fielen teilweise in 2 Stunden 90 l/m² an Regen!

Blitzverteilung der vergangenen 24 h @ UBIMET

Neben Starkregen gab es lokal ein kräftigen Hagelschlag:

Wetterberuhigung in Sicht

Bis zum Sonntag verlagert sich das Tief unter Abschwächung in den Norden von Portugal. Damit reißt die Zufuhr feucht-labiler Luft ab und das Wetter beruhigt sich bereits in den kommenden Stunden im Südosten von Spanien. Somit sinken die Wasserstände wieder und es kann mit den Aufräumarbeiten begonnen werden. Allerdings sorgt das Tief am Sonntag und auch noch am Montag in Zentralspanien für teils heftige Gewitter. Somit ist auch hier zumindest lokal mit Hagel und Sturzfluten zu rechnen. Ab Dienstag stellt sich dann wieder in ganz Spanien freundliches Spätsommerwetter ein.

Titelbild: @ Rosa Cabrera Torres

Seen immer noch warm – Badewetter am Wochenende

Badewetter am Wochenende auch im Salzkammergut.

Die Sommerferien sind zu Ende, in einer Woche beginnt auch astronomisch der Herbst. Nichtsdestotrotz laden die heimischen Badeseen noch einmal zum Schwimmen ein – vielleicht ja das letzte Mal in diesem Jahr.

Nachfolgend die aktuellen Wassertemperaturen ausgewählter Seen:

Vorarlberg
Bodensee 20 Grad

 

Tirol
Piburgersee 20 Grad
Walchsee 17 Grad
Reintaler See 22 Grad
Achensee 16 Grad

 

Salzburg
Zeller See 18 Grad
Fuschlsee 18 Grad
Wolfgangsee 18 Grad

 

Kärnten
Ossiacher See 21 Grad
Millstätter See 20 Grad
Kleinsee 19 Grad
Wörthersee 21 Grad
Faaker See 20 Grad
Afritzer See 20 Grad
Flatschacher See 21 Grad

 

Steiermark
Ödensee 19 Grad
Toplitzsee 19 Grad
Stubenbergsee 25 Grad
Grundlsee 19 Grad

 

Oberösterreich
Mondsee 21 Grad
Traunsee 20 Grad
Wolfgangsee 18 Grad
Holzöstersee 19 Grad
Langbathsee 18 Grad

 

Niederösterreich
Lunzer See 21 Grad
Badesee Horn 20 Grad
Viehofner Seen 24 Grad

 

Wien
Alte Donau 21 Grad
Neue Donau 20 Grad

 

Burgenland
Sonnensee Ritzing 24 Grad
Badesee Rechnitz 22 Grad
Neusiedler See 19 Grad
Badesee Kobersdorf 25 Grad

 

Quelle: pixabay

Spätsommer: Am Wochenende bis knapp 30 Grad

Ein vielleicht letztes Mal 2019 stellt sich Badewetter ein.

Heute am Freitag überquert noch eine Kaltfront das Land von Nord nach Süd, gut zu sehen am Satellitenbild von heute Vormittag. Die Front gehört übrigens zum Ex-Hurrikan GABRIELLE:

Eine Kaltfront überquert uns heute.
Eine Kaltfront überquert uns heute.

Am Samstag spielt die Front keine Rolle mehr, dann liegen wir im Bereich einer ausgedehnten Hochdruckzone. Das Resultat sind pünktlich zum Wochenende zwei ruhige Septembertage mit verbreitet viel Sonnenschein – außerdem ist es besonders im Süden für die Jahreszeit sehr warm.

Gut zu erkennen ist das lang gestreckte Hoch auf der Bodenwetterkarte für den morgigen Samstag. Es reicht von den Azoren bis nach Polen und sorgt auch bei uns für perfektes Ausflugswetter!

Die Wetterlage am Samstag in Europa.
Die Wetterlage am Samstag in Europa.

Nachdem also die heutige Kaltfront überstanden ist, wartet der Samstag schon mit Höchstwerten meist zwischen 20 und 25 Grad auf. Etwas wärmer mit 26 oder sogar 27 Grad wird es von Trier bis Konstanz und südwestlich davon. Eine Spur kühler präsentieren sich einzig die Küsten.

Höchstwerte am Samstag:

Am Samstag wird es warm.
Am Samstag wird es warm.

Das Highlight der Woche ist dann aber der Sonntag. Selbst an Nord- und Ostsee werden es rund 20 Grad, im großen Rest steigen die Temperaturen dagegen auf 22 bis 27 Grad. Bestes Ausflugs-, Grill- und Badewetter also. Noch etwas wärmer wird es im Südwesten, so liegen die Höchstwerte beispielsweise in Freiburg, Mannheim oder Koblenz zwischen 28 und 30 Grad!

Höchstwerte am Sonntag:

Sommerwetter am Sonntag.
Sommerwetter am Sonntag.

Für Rekorde reicht es definitv nicht, denn vor allem in der ersten Septemberhälfte sind immer wieder mal Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad möglich. Die meisten Septemberrekorde im Flachland gab es denn auch zwischen einem 1. und 15. September.

Was tatsächlich auch jetzt im ersten Herbstmonat noch möglich wäre, zeigt diese Übersicht mit den Top 10 der Rekordtemperaturen für den Monat September (aufgelistet sind nur Stationen, die heute noch messen):

  1. Jena mit 36,5 Grad (03.09.1911)
  2. Trier-Zewen mit 35,2 Grad (05.09.1925)
  3. Magdeburg mit 35,0 Grad (04.09.1895)
  4. Potsdam mit 34,9 Grad (04.09.1895)
  5. Quedlinburg mit 34,9 Grad (19.09.1947)
  6. Köln-Stammheim mit 34,9 Grad (19.09.1947)
  7. Würzburg mit 34,8 Grad (19.09.1947)
  8. Bad Mergentheim-Neunkirchen mit 34,8 Grad (13.09.1947)
  9. Soltau mit 34,7 Grad (16.09.1947)
  10. Kahl am Main mit 34,7 Grad (13.09.1947)

Quelle Titelbild: pixabay

Am Wochenende warmes Spätsommerwetter

Perfektes Wanderwetter in den kommenden Tagen.

Momentan liegen wir im Bereich einer ausgedehnten Hochdruckzone, das Resultat ist eine Reihe ruhiger Septembertage mit viel Sonnenschein – ausserdem ist es für die Jahreszeit sehr warm.

Gut zu erkennen ist das lang gestreckte Hoch auf der Bodenwetterkarte für den morgigen Samstag. Es reicht von den Azoren bis nach Polen und sorgt auch bei uns für perfektes Ausflugswetter!

Die Wetterlage am Samstag in Europa.
Die Wetterlage am Samstag in Europa.

Schon heute ist mit Höchsttemperaturen um 25 Grad wohl noch einmal verbreitet ein lupenreiner Sommertag zu verzeichnen. Am Sonntag und Montag wird es mit 26 bis 28 Grad sogar noch etwas wärmer, bei leichtem Südwestwind kratzen manche Stationen wie Genf, Delsberg oder Basel mitunter sogar an der 30-Grad-Marke. Auch in den Bergen ist es extrem mild, die Nullgradgrenze liegt zwischen 4200 und 4600Metern.

Für Rekorde reicht es wohl trotzdem nicht, denn vor allem in der ersten Septemberhälfte sind immer wieder mal Temperaturen zwischen 25 und knapp 30 Grad möglich. Die meisten Septemberrekorde im Flachland gab es denn auch zwischen einem 1. und 15. September. In den Alpen kann es speziell in den Föhntälern auch noch etwas später im Jahr warm bis heiss werden. Was tatsächlich möglich wäre, zeigt diese grobe Übersicht mit Rekordtemperaturen für den Monat September:

  • Basel 33,5 Grad am 06.09.1949
  • Bern 31,4 Grad am 14.09.1987
  • Chur 32,2 Grad am 01.09.2009
  • Genf 35,0 Grad am 05.09.1906
  • Lugano 33,4 Grad am 05.09.1911
  • Luzern 31,3 Grad am 06.09.1949
  • St. Gallen 31,4 Grad am 17.09.1975
  • Vaduz 32,1 Grad am 18.09.1987
  • Zürich-Flughafen 31,1 Grad am 01.09.2009
  • Jungfraujoch 10,8 Grad am 11.09.2018
  • Pilatus 19,3 Grad am 01.09.2009
  • Säntis 17,6 Grad am 06.09.2006

Quelle Titelbild: pixabay

Schwere Überschwemmungen in Spanien

Überflutungen in Spanien.

Im Herbst nimmt der Tiefdruckeinfluss und auch die Unwettergefahr im Mittelmeerraum tendenziell zu. In Zusammenspiel mit den noch hohen Wassertemperaturen führt dies besonders in den Küstenregionen zur regenreichsten Zeit des Jahres.

Vor allem unter dem Einfluss von Höhentiefs kommt es häufig zu heftigen Gewittern: Die verstärkte vertikale Temperaturabnahme sorgt nämlich für eine labile Schichtung der Atmosphäre. Auch aktuell ist ein Höhentief für die großen Regenmengen verantwortlich.

Das Mittelmeer ist derzeit noch immer sehr warm, zwischen den Balearen und dem spanischen Festland werden Wassertemperaturen von 24 bis 26 Grad gemessen.

Warmes Mittelmeer
Warmes Mittelmeer

Aktuell liegt das Höhentief über Marokko, in einem weiten Bogen lenkt es höhenkalte und sehr feuchte Luft über das Mittelmeer gegen das bergige Festland der Iberischen Halbinsel.

Die Wetterlage am Donnerstag.
Die Wetterlage am Donnerstag.

Gut zu sehen ist das sich drehende Tief auch auf dem folgenden Satellitenfilm:

Besonders von den Unwettern ist heute die Region um Valencia betroffen, am Freitag sind dann weiter südlich in den Regionen Murcia und Ostandalusien heftige Regenfälle zu erwarten!

Bezüglich der Auswirkungen der Unwetter sprechen Bilder bzw. Videos mehr als 1000 Worte, nachfolgend einige Impressionen von heute aus Spanien:

Quelle Titelbild: pixabay

Bestes Bergwetter am Wochenende

Perfektes Wanderwetter in den Alpen.

Freitag, 13. September 2019

Am Freitag halten sich vom Feuerkogel und Schöckl ostwärts zunächst ein paar dichtere Wolken, im großen Rest der Ostalpen scheint dagegen von Beginn an die Sonne. Im laufe des Tages muss man generell nördlich der Alpen mit durchziehenden Wolkenfeldern rechnen, der sonnige Eindruck bleibt aber auch hier bestehen. Ungetrübten Sonnenschein gibt es speziell in den Bergen von Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Kärnten. Der Nordwestwind weht mäßig bis lebhaft, die Temperaturen klettern auf den höchsten Gipfeln in 3.000 m auf 5 bis 9 Grad, in 2.000 m Höhe werden 13 bis 17 Grad gemessen. Die höchsten Temperaturen kann man dabei in Südtirol genießen.

Samstag, 14. September 2019

Der Samstag bringt vom Bregenzerwald über den Hochkönig und den Dachstein bis zur Saualpe sowie generell südwestlich davon von früh bis spät überwiegend sonniges Wetter. Vor allem in den Bergen Nieder- und Oberösterreichs sowie in der östlichen Obersteiermark halten sich dagegen längere Zeit dichte Wolken, auch etwas Regen ist hier am Vormittag möglich. Im Laufe des Nachmittags setzt sich aber auch in den anfangs trüben Regionen zumindest noch zeitweise die Sonne in Szene. Bei mäßigem bis lebhaftem West- bis Nordwestwind erwärmt sich die Luft in 3.000 m Höhe auf 7 bis 10 Grad, in 2.000 m werden von Ost nach West 7 bis 17 Grad gemessen.

Spätsommerlicher Morgen im Drautal.
Spätsommerlicher Morgen im Drautal.

Sonntag, 15. September 2019

Am Sonntag hält sich in der Früh in manchen Tälern Nebel, von den Karnischen Alpen bis zum Semmering können hochnebelartige Wolken zunächst für trübe Bedingungen sorgen. Gegen die kräftige Septembersonne haben diese aber keine Chance, noch am Vormittag wird es in den gesamten Ostalpen sonnig. Am Nachmittag zeigen sich dann nur noch wenige, harmlose Quellwolken am Himmel. Im Hochgebirge ist der Westwind lebhaft unterwegs, stört aber nicht weiter. Dazu wird es angenehm warm bzw. mild, in 3.000 m Höhe steigen die Temperaturen auf rund 10 Grad, zwischen 18 und 20 Grad liegen die Höchstwerte auf 2.000 m.

Bergwetter-Tipp:

Mitte September beginnt in den Ostalpen traditionell die Zeit der Almabtriebe. Noch bis Anfang Oktober kehren alleine von den gut 8.000 Almen in Österreich mehr als 300.000 Rinder und 100.000 Schafe wieder in ihre Heimatställe zurück – ein farbenfrohes Spektakel, das Einheimische und Urlauber gemeinsam feiern. Zum Dank für eine hoffentlich unfallfreie Bergsaison wird das Vieh mit Blumen geschmückt, Glocken kündigen ihre Heimkehr in den Dörfern an. Zumindest am kommenden Wochenende steht den Abtrieben wettertechnisch nichts im Wege.

Die Kühe kehren dieser Tage zurück ins Tal.
Die Kühe kehren dieser Tage zurück ins Tal.

Quelle Titelbild: pixabay

Der Taupunkt und der Tau

Morgentau auf eine Wiese

Als Tau bezeichnet  man einen beschlagenden Niederschlag aus flüssigem Wasser. Er entsteht durch Kondensation von in der Atmosphäre unsichtbar enthaltenem Wasserdampf an unterkühlten Oberflächen. Förderlich für dieses Phänomen sind folgende Faktoren:

  • Lange Nächte im Spätsommer und Herbst
  • Windschwache Verhältnisse
  • Wolkenloser Himmel

Die Luft kann je nach Temperatur nur eine bestimmte Menge an Wasserdampf aufnehmen. Dabei gilt: Je höher die Temperatur, desto mehr Wasserdampf kann sie fassen. Kommt etwas wärmere und feuchte Luft jedoch in Kontakt mit kühleren Oberflächen wie etwa Grashalme oder Autos, kühlt sie sich ab und kann den gespeicherten Wasserdampf nicht mehr halten. Dieser fällt aus und lagert sich dann in Form von Tautropfen ab. Passiert das ganze bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, entsteht übrigens weißlicher Reif.

Der Taupunkt

Der Tau hat in der Meteorologie sogar zur Namensgebung einer physikalischen Größe beigetragen: Unter der „Taupunkttemperatur“ versteht man nämlich jene Temperatur, auf die sich die Luft abkühlen müsste, um vollständig mit Wasserdampf gesättigt zu sein. Ab dieser Temperatur beträgt die relative Feuchte der Luft bereits 100 %. Kühlt sich die Luft nur um wenige Zehntel weiter ab, beginnt Wasser an Oberflächen oder Kondensationskernen in der Umgebung zu kondensieren und es entsteht Nebel bzw. Tau.

Abschätzung der Tiefsttemperatur

Da beim Phasenübergang vom gasförmigen Wasserdampf zu flüssigem Wasser Wärme freigesetzt wird, wird die nächtliche Abkühlung bei einsetzender Taubildung gebremst oder sogar gestoppt. Daher gibt es in der Wettervorhersage auch eine Faustregel, welche die Taupunktstemperatur am Nachmittag als grobe Abschätzung für die nächtlichen Tiefstwerte heranzieht. Dies funktioniert natürlich nur dann, wenn die Luftmasse über einem Ort in den Stunden zwischen Nachmittag und dem folgenden Morgen nicht durch eine Wetterfront ausgetauscht wird. Auch bei bewölktem Himmel oder Wind ist diese Abschätzung nicht möglich, beides führt zu milderen Nächten.


Titelbild: Robert Körner on VisualHunt / CC BY-NC-SA

Unwetter auf den Balearen

Überschwemmung

Im Herbst nimmt der Tiefdruckeinfluss im Mittelmeerraum im Mittel zu, was in Zusammenspiel mit den noch milden Wassertemperaturen besonders in den Küstenregionen zur regenreichsten Zeit des Jahres führt. Vor allem unter dem Einfluss von Höhentiefs kommt es häufig zu heftigen Gewittern: Die verstärkte vertikale Temperaturabnahme sorgt nämlich für eine labile Schichtung der Atmosphäre. Weitere Details zu dem Thema gibt es hier: Herbst im Mittelmeer: Unwettersaison durch Regen und Gewitter. Auch in den vergangenen Stunden war ein Höhentief für die großen Regenmengen verantwortlich.

Höhentief über Südwesteuropa
Das Höhentief über Südwesteuropa am Dienstagabend. © UBIMET / NCEP

Große Regenmengen

Die größten Regenmengen wurden am Dienstagnachmittag und -abend im Norden von Mallorca gemessen, kräftige Gewitter haben aber auch Menorca heimgesucht. Anbei die nassesten Orte in den vergangenen 24 Stunden (Stand: Mittwoch 6 Uhr):

  • 215 mm Son Torrella, Escorca (Mallorca)
  • 184 mm Lluc, Escorca (Mallorca)
  • 83 mm Sierra de Alfabia, Bunyola (Mallorca)
  • 69 mm Palma, Universitat (Mallorca)
  • 68 mm Aeropuerto de Menorca (Menorca)

Die großen Regenmengen haben für Sturzfluten und Überflutungen gesorgt, besonders betroffen waren die Orte Selva und Caimari. Der für den Mittwoch vorgesehene Schulbeginn wurde  in mehreren Gemeinden auf Donnerstag verschoben. Zumindest ist bislang nur Sachschaden bekannt, weil erst vor einem Jahr hatten schwere Unwetter im Südosten von Mallorca mehrere Todesopfer gefordert (Bericht dazu hier).

Derzeit zieht das Höhentiefs südwärts und auf den Balearen kommt das Wetter zur Ruhe. Dafür muss man nun im Südosten Spaniens mit erhöhter Unwettergefahr rechnen, besonders im Bereich der Provinz Murcia zeichnen sich ergiebige Regenmengen mit der Gefahr von Sturzfluten und Überschwemmungen ab.


Titelbild © Adobe Stock

Wasserhosen im Herbst

Wasserhosen im Mittelmeer © shutterstock

Für die Entstehung von Wasserhosen braucht es eine große, warme Wasserfläche, welche in Zusammenspiel mit einer relativ kalten Luftmasse für eine labile Schichtung der bodennahen Luft sorgt. Weiters sind windschwache Verhältnisse oder allgemein Bereiche mit zusammenströmenden Winden günstig, welche für kleinräumige Verwirbelungen sorgen. An der Unterseite von Schauer- oder Gewitterwolken kann es dann zu Wasserhosen kommen, welche oftmals auch paarweise auftreten.

Kurzlebige Wirbel

Wasserhosen sind meist deutlich schwächer als Tornados und haben eine Lebensdauer von wenigen Sekunden bis hin zu über 10 Minuten. Sie legen höchstens wenige hundert Meter zurück und sind meist harmlos. Nur wenn Boote oder Schiffe ihnen zu nahe kommen oder die Wasserhose auf das Land zieht, kann es gefährlich werden. Vergleichsweise selten treten mesozyklonale Wasserhosen in Zusammenspiel mit Superzellengewittern auf, diese können deutlich höhere Windgeschwindigkeiten aufweisen!

Sichtungen

Im Zuge des Kaltlufteinbruchs über Mitteleuropa am vergangenen Wochenende kam es besonders im Mittelmeerraum zu mehreren Sichtungen von Wasserhosen, wie etwa in Barcelona, bei Elba in Italien und an der nördlichen Adria. Auch über größeren Seen kommt es aber manchmal zu Wasserhosen, so auch am vergangenen Sonntag am Starnberger See in Bayern.

Dorian: Vom Hurrikan zum Islandtief

Tropische Wirbelstürme im Atlantik entstehen auf den warmen Gewässern zwischen der Karibik und Afrika. Mit den dort vorherrschenden östlichen bis südöstlichen Winden verlagern sich die Stürme meist in Richtung Amerika, wie etwa im Fall von Hurrikan Dorian in der vergangenen Woche. Abhängig von der großräumigen Druckverteilung können die Stürme aber manchmal auch schon früher nordwärts abbiegen, wie es aktuell Hurrikan Gabrielle macht.

Die aktuelle Lage der Tiefs und deren weitere Zugbahn. © UBIMET / NCEP
Die aktuelle Lage der Tiefdruckgebiete. © UBIMET / NCEP

Vom Hurrikan zum Islandtief

Wenn Hurrikane in nördlichere Breite vorstoßen kommen sie allmählich in den Bereich der Westwindzone. In diesen Gebieten sorgt die zunehmende Windscherung für eine Umwandlung des Tiefs: Die Symmetrie geht verloren, das Tief entwickelt allmählich Fronten und bei etwas nachlassenden Windgeschwindigkeiten wird es größer. Vorerst besitzt das Tief noch einen warmen Kern, im weiteren Verlauf kühlt dieser aber ab und das Tief wird schließlich zu einem außertropischen Tiefdruckgebiet der mittleren Breiten. Diese sogenannte Extratropical Transition hat Dorian entlang der US-Ostküste durchgemacht, mittlerweile befindet sich Dorian als außertropisches Tief südöstlich von Grönland.

Entwicklung von Dorian. © Robert Hart, FSU; NCEP
Die Umwandlung des Tiefkerns von ex-Hurrikan Dorian. © FSU / NCEP

Am Dienstagabend bzw. in der Nacht zum Mittwoch zieht Dorian über den Süden Islands hinweg zur Norwegischen See, dabei kommt besonders auf den Färöer-Inseln und in Schottland stürmischer Westwind auf, in Summe sind die zu erwartenden Windgeschwindigkeiten aber keineswegs ungewöhnlich für die sturmerprobten Regionen am Rande des Nordatlantiks.

Gabrielle zerschellt an Irland

Der Ex-Hurrikan Gabrielle wird nach derzeitigem Stand unter Abschwächung am Donnerstag Irland erreichen. Bis auf etwas Regen und Wind sind aber keine markanten Wettererscheinungen mehr zu erwarten.

Die Zugbahn von Hurrikan Gabreille inkl. Prognose vom NHC. © NOAA
Die Zugbahn von Hurrikan Gabrielle inkl. Prognose vom NHC. © NOAA

Hurrikane in Europa

Knapp 50 % der tropischen Wirbelstürme im Atlantik wandeln sich in außertropische Tiefdruckgebiete um, manche davon beeinflussen in weiterer Folge auch das Wetter in Europa. Dass ein tropischer Sturm das europäische Festland trifft, ist hingegen äußerst selten, da sich die Stürme zuvor meist in hybride Stürme der mittleren Breiten mit einem warmen Kern und einem sich entwickelnden Frontensystem umwandeln. Dennoch können Tiefdruckgebiete mit überwiegend tropischen Eigenschaften im Kernbereich das europäische Festland erreichen: Der erste offizielle Fall war der Ex-Hurrikan Vince im Jahr 2005. Im Oktober 2017 kam Hurrikan Ophelia der Iberischen Halbinsel sehr nahe, er traf dann allerdings als Hybridsturm auf Irland. Im Oktober 2018 sorgte der Ex-Hurrikan Leslie für Orkanböen an der Westküste Portugals. Weiters können auch über dem Mittelmeer manchmal tropische Tiefdruckgebiete entstehen, aufgrund der geographischen Lage werden sie „Medicanes“ genannt.

Wetterbesserung am Wochenende

Die kommenden Tage gestalten sich besonders in der Nordhälfte Deutschlands leicht unbeständig, da am Mittwoch die okkludierte Front von Ex-Dorian den Nordwesten erfasst und  am Freitag die Reste von Ex-Gabrielle über den Norden hinwegziehen. Leicht wetterbegünstigt ist der Süden. In weiterer Folge etabliert sich über den Britischen Inseln aber ein Ableger des Azorenhochs namens Friederike, welches am Wochenende im ganzen Land für ruhige Wetterbedingungen sorgt. Besonders im Südwesten wird es zudem spätsommerlich warm.

Ex-Hurrikan Dorian nimmt Kurs auf Europa

Das Seegebiet zwischen der Karibik und Afrika ist eine der wichtigsten Brutstätten für tropische Stürme. Die Wassertemperatur beträgt dort im Sommer rund 27 Grad – damit ist eine wichtige Komponente für die Entstehung von tropischen Stürmen gegeben. Mit den östlichen Winden werden die Stürme nach Westen verlagert und entwickeln sich unter Umständen zu Hurrikanen. So auch der Hurrikan Dorian, der vergangene Woche die Inselgruppe der Bahamas und die Ostküste der USA getroffen hat (siehe auch diesen Blog-Eintrag). Nun ist der Ex-Hurrikan in weit abgeschwächter Form über Neufundland gezogen und nimmt weiter Kurs auf Nordeuropa. Die zu erwartenden Windgeschwindigkeiten sind weitaus geringer als über dem Westatlantik. Beachtlich ist dennoch die Lebensdauer und zurückgelegte Wegstrecke des Druckgebildes. Anfangs hatte der Zyklon seine Energie aus dem warmen Wasser der Außertropen bezogen, jetzt, in den mittleren Breiten, zapft er wieder kalte Luft aus dem Norden an. Damit geht auch eine neuerliche Frontenbildung einher. Ex-Dorian zieht allerdings Richtung Spitzbergen, somit wird Mitteleuropa nur am Rande von dessen Frontensystemen am Mittwoch gestreift.

Die Überbleibsel von Hurrikan Dorian ziehen nach Osten. Quelle: National Hurricane Center / NOAA

Ein weiterer Player auf dem derzeitigen Wetterspielfeld Atlantik ist der tropische Zyklon GABRIELLE. Nach derzeitigem Stand erreicht dieser am Donnerstag die Britischen Inseln, verliert aber auf seinem nordöstlichen Kurs an Kraft. Stürmischer Wind (Böen bis 100 km/h) und kräftiger Regen stehen dennoch vor allem für die Küstenregionen am Programm.

Der Tropische Zyklon GABRIELLE nimmt Kurs auf die Britischen Inseln. Quelle: National Hurricane Center / NOAA

 

Bodendruckverteilung am Donnerstag 11.9.2019, 00 Uhr UTC. Datenquelle: ECMWF

Hurrikane in Europa

Dass ein Hurrikan das europäische Festland trifft ist äußerst selten. Zuletzt erreichte der Hurrikan LESLIE im Oktober 2018 mit Windspitzen bis 160 km/h die Iberische Halbinsel (siehe Blogeintrag: Hurrikan Leslie).

Europa unter Hochdruckeinfluss

In West- und Mitteleuropa setzt sich im Laufe der Woche immer mehr ein Azorenhoch durch. Damit werden Tiefs vom Atlantik – so auch  der Zyklon Gabrielle – nach Nordosten abgedrängt. Für den Alpenraum zeichnen sich ein paar spätsommerliche Tage ab, die Temperaturen steigen wieder deutlich an, am Freitag sind bis zu 27 Grad möglich.

Tief HANS bringt im Osten verbreitet Regen

Regentag

Das ehemalige Italientief HANS ist vergangene Nacht über die Alpen gezogen und liegt derzeit über Tschechien. In den kommenden Stunden verlagert sich der Kern über Ostsachsen und Westpolen langsam in Richtung Ostsee.

Die aktuelle Bodenwetterkarte. © DWD
Die aktuelle Bodenwetterkarte. © DWD

Vor allem am Westrand des Tiefs fällt verbreitet anhaltender Regen, da sich das Niederschlagsgebiet hier um den Tiefkern wickelt und somit in Zusammenspiel mit der entgegengesetzten Verlagerungsrichtung des Tiefs nach Norden nur sehr langsam vom Fleck kommt (die Radaranimation gibt es hier).

Radarbild und Tiefkern um 9 Uhr
Radarbild und Tiefkern um 11 Uhr. © DWD / UBIMET

Regen im Osten

Besonders im Vogtland sowie in dessen nähreren Umgebung regnet es derzeit kräftig mit teils über 5 Liter pro Quadratmeter pro Stunde. Anbei die größten Niederschlagsmengen in den vergangenen 24 Stunden in den betroffenen Regionen (Update: Dienstag, 02 Uhr):

    • 58 mm Aue (Sachsen)
    • 54 mm Stützengrün-Hundshübel (Sachsen)
    • 53 mm Raschau (Sachsen)
    • 52 mm Marienberg (Sachsen)
    • 52 mm Carlsfeld (Sachsen)

In den kommenden Stunden verlagert sich der Tiefkern nordwärts, daher verlagert sich der Niederschlagsschwerpunkt langsam in den Nordosten des Landes.

Besonders in Sachsen, Franken und Thüringen war der Sommer 2019 deutlich zu trocken mit örtlich weniger als 50% vom durchschnittlichen Niederschlag. Im Nordosten fällt die Bilanz etwas ausgeglichener aus, dennoch besteht nach dem extrem trockenen Jahr 2018 weiterhin ein hohes Niederschlagsdefizit.

Lake Effect am Bodensee

Noch größere Niederschlagsmengen gab es vergangene Nacht am Ostufer des Bodensees: Da der Temperaturunterschied zwischen Wasser und Luft besonders groß war (Wassertemperatur 18 Grad, Temperatur in einer Höhe von 1000 m knapp über 5 Grad), konnte die Luft beim Überströmen des Bodensees sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen. Diese hat die Schauertätigkeit am Ostufer deutlich verstärkt. In Sigmarszell (Zeisertsweiler) wurden in den letzten 24 Stunden 66 Liter pro Quadratmeter Regen gemessen, davon mehr als 27 innerhalb von nur 2 Stunden. Weitere Details zu diesem Phänomen gibt es hier.

Wetterberuhigung am Dienstag

Am Dienstag liegt der Kern von HANS über der Ostsee und bei stark auffrischendem Westwind mit teils stürmischen Böen fällt im äußersten Nordosten noch etwas Regen. Auf Rügen regnet es mitunter auch gewittrig durchsetzt. Sonst beruhigt sich das Wetter wieder.

Ruhiges Spätsommerwetter mit bis zu 27 Grad in Sicht

Strohballen beim Sonnenuntergang

In den kommenden Tagen zieht der Ex-Hurrikan Dorian über Island hinweg und der Ex-Hurrikan Gabrielle trifft auf die Britischen Inseln. Während sich in Nordeuropa unbeständiges Herbstwetter einstellt, wird in Mitteleuropa der Weg frei für einen Ableger des Azorenhochs.

Bodenwetterkarte am Dienstag. © FU Berlin /DWD
Bodenwetterkarte am Dienstag. © FU Berlin / DWD

Wetterbesserung

Am Dienstag lockern Restwolken und Nebelfelder am Vormittag auf und die Sonne kommt vor allem an der Alpennordseite häufig zum Vorschein. Im Osten und Süden ziehen im Tagesverlauf ein paar Wolken durch, es bleibt aber trocken und die Temperaturen steigen auf 18 bis 23 Grad. Der Mittwoch bringt bei nur harmlosen Wolken vor allem in der Osthälfte viel Sonnenschein. Die Höchstwerte liegen zwischen 18 und 24 Grad.

Ruhiges Spätsommerwetter

Am Donnerstag setzt sich das ruhige und überwiegend sonnige Wetter fort. Die Temperaturen steigen noch etwas an mit Höchstwerten zwischen 20 und 26 Grad. Der Freitag wird voraussichtlich der wärmste Tag der Woche bei Temperaturen bis zu 27 Grad im Osten Österreichs. Am Wochenende setzt sich der Hochdruckeinfluss fort, aus Norden sickert aber vorübergehend etwas kühlere Luft ein, somit gehen die Temperaturen geringfügig zurück.

Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Freitag
Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe am Freitag. © UBIMET / NCEP

Schnee von gestern

Italientief HANS hat am Sonntag für eine sogenannte Gegenstromlage gesorgt, bei der aus Nordwesten kühle Luft einsickert, während ein Italientief in der Höhe sehr feuchte Luft aus Süden heranführt. Die Schneefallgrenze ist dabei in Nordtirol vorübergehend gegen 1000 m abgesunken und in den Hochlagen der Stubaier und Ötztaler Alpen gab es bis zu 50 cm Neuschnee. Die größten Regenmengen gab es in Oberkärnten, so wurden in Spittal an der Drau 86 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden gemessen. Markante Regenmengen gab es aber auch im Westen Österreichs sowie von der südlichen Steiermark bis ins östliche Flachland. Örtlich wurde auch schon der durchschnittliche Septemberniederschlag übertroffen, wie etwa im Raum Innsbruck, in Teilen Oberkärntens sowie in Teilen des Weinviertels. In der zweiten Wochenhälfte steigt die Nullgradgrenze aber gegen 4.000 m an und bis auf Weiteres ist landesweit kein nennenswerter Niederschlag in Sicht.

Neuschneeanalyse am Sonntag. © UBIMET
Neuschneeanalyse am Sonntag. © UBIMET

Regenanteil vom Monatsmittel
Regenanteil vom Monatsmittel am 9. September. © UBIMET

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Tief HANS bringt Regen, Gewitter und Schnee

Schneefall

Am Sonntag liegt Mitteleuropa unter dem Einfluss eines umfangreichen Höhentiefs, welches am Boden von Italientief HANS flankiert wird. In der Nacht zum Montag verlagert sich das Tief über die Alpen hinweg und liegt am Montag dann über Tschechien und Westpolen.

Das Höhentief führt sehr feuchte Luftmassen über Österreich hinweg
Das Höhentief führt sehr feuchte Luftmassen über Österreich hinweg. © UBIMET / GFS

Schnee in den Alpen

Im Westen fällt am Sonntag von Beginn an häufig Regen, dabei sinkt die Schneefallgrenze am Arlberg und am Alpenhauptkamm gegen 1300 m ab. Aktuell schneit es etwa in Lech, Galtür, Nauders und Obergurgl. Am Nachmittag und Abend sinkt die Schneefallgrenze auch im Bereich der Tauern weiter ab, kurzzeitig zeichnet sich hier in den Abendstunden auch in den Hochtälern um 1100 m etwas Schneeregen oder Nassschnee ab.

Schnee im hinteren Ötztal. © Land Tirol
Schnee am Arlberg. © Land Tirol
Schnee am Arlberg. © Land Tirol

Regen und Gewitter

Im Tagesverlauf verlagert sich der Schwerpunkt des Regens in den Süden, besonders im Bereich der Karnischen Alpen und der Kreuzeckgruppe regnet es am Nachmittag und Abend auch ergiebig und gewittrig durchsetzt! Vorerst noch trocken bleibt es hingegen in der Osthälfte, vorübergehend kommt hier auch die Sonne zum Vorschein. In der Nacht auf Montag zieht das Tief dann über die Alpen hinweg und auch im Osten muss man zeitweise mit kräftigem und teils gewittrig durchsetztem Regen rechnen.

Schneeprognose bis Montagmorgen. © UBIMET
24h-Schneeprognose bis Montagmorgen. © UBIMET
Regenprognose bis Montagmorgen. © UBIMET
24h-Regenprognose bis Montagmorgen. © UBIMET

Wetterbesserung ab Montag

Der Montag startet verbreitet nass, im Norden und Osten mit kräftigen und vereinzelt sogar gewittrigen Schauern. Im Tagesverlauf lässt der Regen nach und die Wolken lockern auf, am freundlichsten wird es in Osttirol und Oberkärnten. Vom Salzburger Land bis ins Mühl- und Waldviertel zeigt sich die Sonne hingegen kaum. Im Südosten sind am Nachmittag nochmals einzelne Gewitter möglich. Vom Mostviertel bis zum Wienerwald frischt lebhafter bis kräftiger Westwind auf. Die Temperaturen kommen selbst im äußersten Süden kaum über die 20-Grad-Marke hinaus.


Trockenes Jahr 2019 – Regen willkommen

Trockenheit im Herbst

Der Sommer 2019 hat uns mit Sonnenschein und Hitze verwöhnt, dafür war es in vielen Regionen Österreichs deutlich zu trocken. Nun mit dem Beginn des meteorologischen Herbstes vergangene Woche hat sich auch das Wetter umgestellt und auf Herbstmodus gestellt. Seit langer Zeit erlebt das ganze Land mal wieder ein durchwegs trübes und nasses Wochenende. Das Schmuddelwetter erfreut nur wenige, ist aber Segen für die Natur.

Sommer 2019 fast überall zu trocken

Die vergangenen drei Sommermonate verliefen beinahe im ganzen Land zu trocken. Nur im Weinviertel, im Tiroler Oberland sowie in der Umgebung der Stadt Salzburg gab es etwas mehr Regen als im langjährigen Durchschnitt.

Niederschlagsabweichung im Sommer vom langjährigen Mittel
Niederschlagsabweichung im Sommer vom langjährigen Mittel

Im übrigen Land war es meist deutlich zu trocken, teilweise gab es gerade einmal die Hälfte des üblichen Niederschlags im Sommer.

2019 – Oberösterreich und Südosten zu trocken

Ein Blick auf das bisherige Jahr zeigt, dass es gerade vom Inn- und Waldviertel bis ins Burgenland und die südliche Steiermark viel zu trocken war. Teilweise gab es erst 60 Prozent des üblichen Niederschlags.

Niederschlagsabweichung 2019 vom langjährigen Mittel
Niederschlagsabweichung 2019 vom langjährigen Mittel

Dank eines nassen Winters und Frühjahrs gab es über das Jahr gesehen von Vorarlberg bis Kärnten sowie im Weinviertel bis jetzt ausreichend Regen. Am Wochenende kommen nun im ganzen Land ein paar Liter an Regen zusammen, ob der Herbst aber für ausreichend Regen in den trockenen Regionen sorgt, bleibt nach wie vor abzuwarten.

Durchschnittliche Niederschlagsmengen am Wochenende
Durchschnittliche Niederschlagsmengen am Wochenende

Titelbild: Adobe Stock

Am Wochenende Regen und im Gebirge Schnee

Schnee im Herbst auf den Bergen

Am Wochenende ereignet sich ein Trogvorstoß direkt über Mitteleuropa, kältere Luft wird von Norden her über die Alpen geführt und verursacht in Oberitalien eine Tiefdruckentwicklung. Somit stellt sich am Sonntag über Österreich eine Gegenstromlage ein: Während bodennah kältere Luft in die Täler der Alpennordseite sickert, steuert das Italientief feuchte Mittelmeerluft gegen die Alpen. Solch eine Wetterkonstellation führt in den Alpen zu reichlich Regen, dort wo sich Kaltluft und Starkregen überlagern, kann es vorübergehend frühwinterlich werden.

Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Sonntag
Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe am Sonntag. An der Alpennordseite strömt kühle Luft ein und wird von einer feuchten Südströmung überlagert. © UBIMET

Am Samstag oft nass

Am Samstag überwiegen von der Früh weg die Wolken und zeitweise fällt Regen. Tagsüber stellen sich im Südosten und Osten längere trockene und kurze sonnige Phasen ein, gerade hier nimmt aber am Nachmittag wieder die Schaueraktivität zu. Von Oberkärnten über die Packalpe bis zum Semmering sind am Nachmittag starke Regenschauer und auch einzelne Gewitter zu erwarten. Die Temperaturen bleiben mangels Sonnenschein gedämpft und liegen zwischen 12 und 20 Grad.

Nasser Sonntag im Südwesten, Schnee in den Tauern

Am Sonntag ziehen von Beginn an ein paar Schauer durch. Tagsüber bleibt es dann im Osten trocken, während sich im Südwesten der Regen verstärkt. Am Nachmittag und Abend stellt sich vom Tiroler Unterland bis zum Ausseerland und dem Klagenfurter Becken intensiver Dauerregen ein, im Süden sind dabei stellenweise auch Gewitter eingelagert. Die Höchstwerte liegen zwischen 8 und 21 Grad.

Aktuelle Niederschlagsprognose für Sonntag.

Wintereinbruch im Gebirge

Die Temperaturen gehen in den Alpen am Sonntag kontinuierlich zurück und die Schneefallgrenze sinkt von Westen her auf 2200 bis 1700 m ab. In den Hohen Tauern kann es am Abend dank der Niederschlagsabkühlung bei starker Niederschlagsintensität vorübergehend auch bis in die Hochtäler um 1000 m schneien!

Neuschneesumme bis Montagmorgen

Im Hochgebirge kommen einige Zentimeter Neuschnee zusammen, in den Hochlagen der Tauern zeichnen sich bis Montagmorgen Mengen bis zu 50 cm Neuschnee ab! Erste Kaltlufteinbrüche sind im September allerdings nicht ungewöhnlich, im Jahr 2018 war dies erstmals schon am 26. August der Fall, siehe hier: Schnee bis 1000 m in Salzburg.

Titelbild © Adobe Stock

Mistral – Der meisterliche Wind

Mistral - Surfer

Wettertechnisch dominieren derzeit zwei Themen die Medien. Überall kann man aktuelle Bilder und Prognosen zu Hurrikan Dorian und Taifun Lingling lesen. Beim Thema Wind gibt es derzeit aber auch aus Europa einiges interessantes zu berichten. Ein Blick nach Frankreich zeigt, dass die Großwetterlage in diesen Tagen ein berüchtigtes Wetterphänomen in Kraft setzt – den Mistral.

Aktuelle Großwetterlage hat Mistral zur Folge

Derzeit befindet sich ein Hochdruckgebiet über dem Ostatlantik, ein Tiefdruckgebiet über Skandinavien und ein weiteres Tief über Oberitalien. Bei dieser Konstellation – Luftmassen strömen im Uhrzeigersinn aus dem Hoch und gegen den Uhrzeigersinn in das Tief – resultiert ein Wind über Frankreich aus nordwestlicher Richtung.

Orographie und Bernoulli-Effekt

Besonders zwischen dem französischem Zentralmassiv und den Alpen wird die Strömung in das Rhônetal hinein kanalisiert. Aufgrund des Bernoulli-Effektes, welcher besagt, dass eine Strömung beschleunigt, sobald sie kanalisiert wird, resultieren hohe Windgeschwindigkeiten, die nicht selten bis zur Mittelmeerküste zu orkanartigen Böen führen. Der Mistral wird daher auch als katabatischer Wind bezeichnet, was so viel bedeutet, wie ein kalter Fallwind.

Die Pyrenäen haben einen ähnlichen Düseneffekt, dort kommt der Wind aber aus West bis Nordwest und wird Tramontane genannt. Je nach Ort an der französischen Mittelmeerküste bläst der Mistral aus nördlicher bis nordwestlicher Richtung und hat oft wolkenlosen Himmel, gute Fernsicht und abfallende Temperaturen zur Folge.

Erste Böen über 100 km/h

Maximale Windgeschwindigkeiten, 18 Uhr, 05.09.2019, Quelle: Ubimet

Der Blick auf die aktuellen Windgeschwindigkeiten verrät, dass der Mistral zwar noch nicht vollständig ausgeprägt ist, aber bereits erste Böen über 100 km/h gemeldet wurden.

Entsprechend interessanter ist, wie sich der Mistral in den nächsten Stunden entwickelt. Hierzu wurde eine Animation des Ubimet-eigenen Wettermodells erstellt. Sie zeigt die maximalen Windböen bis Freitag, 17 Uhr:

Animation der maximalen Windböen

Beeindruckende Motive sind an solchen Tagen an der ganzen Küstenregion zu finden:

Quelle Titelbild: Visualhunt.com

 

Septemberwetter

Fahrrad vor einem See im Spätsommer

Kalendarisch beginnt der Herbst heuer erst am 23. September, in der Meteorologie zählt man den September bereits komplett zur dritten Jahreszeit. Besonders in der ersten Hälfte des Monats sollte der Sommer aber keineswegs unterschätzt werden. Temperaturen an die 30 Grad bzw. sogar darüber kommen in manchen Jahren vor. Im September 2015 wurde in Österreich erstmals sogar die 35-Grad-Marke erreicht! Die Nächte werden aber tendenziell immer kühler und besonders im Bergland kommt es wieder häufiger zu Bodenfrost.

Abnehmende Tageslänge

Die Sonne steht im September immer tiefer, so büßt man beispielsweise in Wien durchschnittlich vier Minuten pro Tag an Tageslänge ein. Sind zu Beginn des Monats bei wolkenlosem Himmel noch 13,5 Stunden Sonnenschein möglich, stehen am Ende nur noch 11,5 Stunden zur Verfügung. Zudem ist die Intensität der Strahlung aufgrund des geringeren Sonnenstands herabgesetzt, im September kommt ungefähr die gleiche Globalstrahlung wie im März an. Dies führt unweigerlich zu einem Abwärtstrend der Temperatur.

Die Tage werden jetzt merklich kürzer.
Die Tageslänge nimmt ab Ende August um etwa 4 Minuten pro Tag ab.

Nebelfelder

Wegen der immer länger werdenden Nächte kann die Luft bodennah stärker auskühlen als noch in den Monaten davor. Somit bilden sich besonders in Gewässernähe und in Beckenlagen wieder vermehrt Nebelfelder. Liegen in höheren Schichten noch dazu deutlich wärmere Luftmassen, sind bereits Hochnebelfelder möglich. In der Regel reicht die Kraft der Sonne aber noch aus, um diese untertags aufzulösen. Da die Luft in tendenziell auch stabiler trockener wird, gibt es häufig eine gute Fernsicht auf den Bergen. Gewitter treten abseits der Küsten hingegen nur noch vereinzelt auf.

Sturm

Im September nehmen die Temperaturgegensätze zwischen den Subtropen und der Arktis zu und der Jetstream in den mittleren Breiten wird tendenziell wieder stärker. Mitunter schaffen es somit auch die ersten kräftigeren Tiefdruckgebiete bis nach Mitteleuropa, dabei sind insbesondere in Norddeutschland erste Herbststürme möglich, die an ihrer Rückseite kühle Luft bis nach Mitteleuropa führen können. In Zusammenspiel mit Italientiefs stehen damit auch erste Wintereinbrüche bis in höhere Tallagen der Alpen wieder auf dem Programm. Andererseits kommt es im Vorfeld solcher Kaltfronten wieder häufiger zu Föhn in den Alpen, daher können die Temperaturgegensätze in dieser Jahreszeit sehr groß ausfallen.#

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Hurrikan Dorian hinterlässt Spur der Verwüstung auf den Bahamas

Hurrikan Dorian von der ISS

Hurrikan Dorian hinterlässt auf den nördlichen Bahamas eine Spur der Verwüstung. Am Montag war er als Hurrikan der Kategorie 5 mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis knapp 300 km/h auf die Insel Great Abaco getroffen und in weiterer Folge am Dienstag auf Grand Bahama, wo der Wirbelsturm nahezu ortsfest mehr als 24 Stunden lang wütete.

Teile der Insel geflutet

Die Kombination aus extrem hohen Windgeschwindigkeiten, Sturmflut und sintflutartigem Regen hat erwartungsgemäß zu katastrophalen Auswirkungen auf den betroffenen Inseln geführt. Weite Teile der Insel Grand Bahama wurden überflutet, zudem hat der Wind unzählige Häuser vollständig zerstört bzw. dem Boden gleichgemacht. Das gesamte Ausmaß der Schäden wird sich erst in den kommenden Stunden zeigen, bislang sind jedoch schon mindestens 7 Todesopfer zu beklagen.

Rekord-Hurrikan

Hurrikan Dorian hat im Atlantik für neue Maßstäbe gesorgt: Einerseits war es der bislang stärkste Hurrikan im Atlantik abseits der Tropen (>23.5 °N), andererseits hat sich die Windgeschwindigkeit im Kern des Sturms innerhalb von nur 9 Stunden von 240 auf 300 km/h verstärkt – auch das ist ein neuer Rekord im Atlantik. In Bezug auf die höchste Windgeschwindigkeit liegt er auf Platz zwei zusammen mit Hurrikan Gilbert und Hurrikan Wilma, nur Hurrikan Allen im Jahr 1980 wies noch etwas höheren Windgeschwindigkeiten auf.


Kurs auf die Carolinas

Mittlerweile hat Dorian die Bahamas langsam nordwärts verlassen und sich zu einem Hurrikan der Kategorie 2 abgeschwächt. In den kommenden Tagen wird er vor allem im Nordosten von Florida sowie an den Küsten von South und North Carolina für eine Sturmflut sorgen, zudem muss man weiterhin mit Orkanböen und ergiebigen Regenmengen rechnen. Nach derzeitigem Stand wird der Kern des Sturms Donnerstagnacht bzw. am Freitag entlang der Küste von South und North Carolina entlangziehen. Auf den warmen Gewässern des Golfstroms wird der Sturm weiterhin über viel Energienachschub verfügen, Dorian bleibt also weiterhin ein sehr gefährlicher Hurrikan!


Titelbild: Blick auf Hurrikan Dorian aus der Internationalen Raumstation.

Was Hurrikans, Zyklone und Taifune unterscheidet

Hurrikan DORIAN @NOAA

Als Hurrikan wird ein tropischer Wirbelsturm bezeichnet, der im einminütigen Mittel eine Windgeschwindigkeit von mindestens 118 km/h aufweist und im Bereich des Atlantiks und des Nordostpazifiks auftritt. Der Begriff Hurrikan leitet sich von Huracán ab, dem Maya-Gott des Windes, des Sturmes und des Feuers. In anderen Regionen der Erde ist der Hurrikan hingegen unter anderen Namen bekannt: So heißt das gleiche Phänomen in Ostasien und im Westpazifik Taifun, im Indischen und im Südpazifik Zyklon und in Australien und Indonesien Willy-Willy (inoffizielle Bezeichnung).

Entstehung und Auftreten

Tropische Wirbelstürme entstehen für gewöhnlich in der Passatwindzone über den Weltmeeren. Eine Grundvoraussetzung für deren Bildung ist eine warme Wasseroberflächentemperatur (besonders effektiv ab etwa 26 Grad), da dann große Wassermengen verdunsten, die dem thermodynamischen System bei seiner Entwicklung enorme Energiemengen bereitstellen. Entsprechend treten die meisten tropischen Wirbelstürme in den Sommer- und Herbstmonaten der jeweiligen Regionen auf.

Struktur und Auswirkungen

Mit einem Durchmesser von einigen hundert Kilometern und einer Lebensdauer von mehreren Tagen gehören tropische Wirbelstürme zu den größten und langlebigsten meteorologischen Erscheinungen. Sie sind gekennzeichnet durch großflächige organisierte Konvektion und weisen eine geschlossene zyklonale Bodenwindzirkulation auf. Darüber hinaus kommt es bei entsprechender Intensität zur Ausbildung eines wolkenarmen Auges im Zentrum des Sturms, wo der Luftdruck im Extremfall unter 900 hPa sinkt. Am Rande des Auges treten die höchsten Windgeschwindigkeiten von teils mehr als 300 km/h auf. Neben dem starken Wind sind vor allem sintflutartige Regenfälle sowie Sturmfluten die größte Gefahr.

Saffir-Simpson-Skala

Es gibt unterschiedliche Skalen für die Klassifizierung der  Windstärken von tropischen Wirbelstürmen. Im Atlantik erfolgt dies mittels der sogenannten Saffir-Simpson-Skala, die in fünf Kategorien unterteilt ist. Nicht verwechseln darf man allerdings einen Hurrikan bzw. Taifun mit einem Tornado! Dieser entsteht auf völlig unterschiedliche Art und Weise im Bereich von Superzellengewittern und weist somit entsprechend andere Eigenschaften auf. Allein seine horizontale Ausdehnung ist um etwa das Tausendfache geringer.

 

Über 300.000 Blitze im Sommer 2019

Gewitter

Nach der sehr kühlen Witterung im Mai, hat die Gewittersaison in diesem Jahr später begonnen, als in vergangenen Jahren. Lediglich rund 8.000 Blitze wurden im Mai erfasst. In den darauffolgenden Sommermonaten waren es dann schweizweit etwas mehr als 336.000 Blitze. Dabei war der Juli mit über 133.000 Blitzentladungen der blitzreichste Monat, gefolgt vom Juni (107.000) und dem August (96.000). Mit 41.772 Blitzen hat sich der 6. August als blitzreichster Tag herauskristallisiert. Der stärkste Blitz wurde mit über 400.000 Ampere am 19. Juni um 22:26 Uhr in der Gemeinde Oberriet SG registriert.

Blitzdichte im Sommer 2019. © meteonews / UBIMET
Blitzdichte im Sommer 2019. © meteonews / UBIMET

Blitzreichste Kantone (Top 5)

  1. Graubünden 46.479
  2. Bern 40.560
  3. Tessin 38.357
  4. St. Gallen 33.076
  5. Wallis 22.155

Grösste Blitzdichte im Süden und Osten

Wie die nachfolgende Karte illustriert, finden sich die Regionen mit den grössten Blitzdichten in der Ostschweiz und im Tessin. In den hellgrau gefärbten Gebieten haben sich auf nur einem Quadratkilometer über den gesamten Sommer mehr als 20 Blitze entladen. Vergleichsweise geringe Blitzdichten weisen hingegen einige Gebiete im Kanton Graubünden, dem Wallis und in einem Streifen von Freiburg bis ins Freiamt im Kanton Aargau auf.

4,3 Millionen Blitze im Sommer 2019

Unwetter

Vom 1. Juni bis zum 31. August registrierte das Blitzmesssystem von nowcast im Hochpräzisionsmessbereich über ganz Deutschland verteilt exakt 4.378.313 Blitze. Das sind etwas weniger Blitze als in den vergangenen Jahren. Aufgrund der langen Hitzewelle und der trockenen Witterung entstanden vor allem im Juni deutlich weniger Gewitter als üblich.

Blitzdichte in Deutschland
Blitzdichte in Deutschland. © nowcast / UBIMET

Spitzenreiter Bayern

Mit exakt 1.065.066 Blitzen führt Bayern das Bundesländer-Ranking an, gefolgt von Niedersachsen mit 503.096 und Brandenburg mit 469.085 Entladungen. An letzter Stelle befinden sich mit Bremen und Hamburg die flächenmäßig kleinsten Bundesländer, hier gab es im Sommer aber immerhin 3.468 bzw. 6.075 Blitze. In Berlin waren es 18.730 Entladungen. Im Bezug auf die Blitzdichte hat Berlin die Nase vorne: Mit rund 21 Blitzen pro Quadratkilometer liegt Berlin vor Sachsen und Brandenburg mit knapp 19 bzw. 16 Blitzen pro Quadratkilometer.

Blitzreichste Bundesländer

  • Bayern 1.065.066
  • Niedersachsen 503.096
  • Brandenburg 469.085
  • Baden-Württemberg 430.670
  • Mecklenburg-Vorpommern 347.250
  • Sachsen 341.798
  • Nordrhein-Westfalen 289.107
  • Sachsen-Anhalt 266.115

Deutschland Gesamt: 4.378.313 (Blitzdichte 12,2 Blitze/km²)

Blitzreichster Landkreis

Auf Landkreisebene liegt Mecklenburg-Vorpommern in Führung: Die Kreise mit den meisten Blitzen in diesem Sommer waren Mecklenburgische Seenplatte, Rostock und Ludwigslust-Parchim. Die höchste Blitzdichte gab es dagegen im Potsdam (Brandenburg) mit 45 Blitzen pro Quadratkilometer, dicht gefolgt von Ebersberg und Günzburg in Bayern.

Stärkster Blitz in NRW

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in Nordrhein-Westfalen im Kreis Wesel gemessen: Spitzenreiter ist eine Entladung mit mehr als 348.000 Ampere am Morgen des 29. Augusts in Dinslaken. In kürzester Zeit wurde dabei mehr als 20.000 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.

  • 348.400 Ampere Dinslaken (Nordrhein-Westfalen)
  • 329.700 Ampere Lienen (Nordrhein-Westfalen)
  • 310.500 Ampere Urnshausen (Thüringen)
  • 310.000 Ampere Bobenthal (Rheinland-Pfalz)
  • 308.900 Ampere Bad Herrenalb (Baden-Württemberg)

Weniger Blitze als üblich

Durch die trockene und heiße Witterung im vergangenen Sommer gab es weniger Blitze als üblich und auch weniger als im Vorjahr, als knapp über 5 Millionen Blitze registriert wurden. In Summe wurde an 76 von 92 Tagen in Deutschland mindestens eine Blitzentladungen registriert. Die meisten Gewittertage gab es typischerweise in den Alpen, so liegt auf Landkreisebene Ostallgäu mit 38 Gewittertagen an der Spitze.

Heftige Gewitter

Auch wenn es weniger Blitze als üblich gab, waren die Gewitter durchaus heftig. In Erinnerung bleibt unter anderem der Pfingstmontag, als ein Superzellengewitter mit großem Hagel für schwere Schäden im Großraum München sorgte. Am Flughafen wurde eine Orkanböe von 118 km/h gemessen, in Mühldorf am Inn gar 120 km/h. Noch größere Windgeschwindigkeiten mit bis zu 151 km/h in Kümmersbruck wurden am 18. August gemessen, als Unwetter vor allem in Hessen und Franken für schwere Schäden sorgten. Weiters kam es auch zu kleinräumigen Überflutungen, wie etwa in Hamburg am 27. August, als 39 Liter pro Quadratmeter innerhalb von einer Stunde vom Himmel prasselten. Noch größere Regenmenge gab es in Potsdam am 11. Juni mit rund 80 Litern pro Quadratmeter in knapp 5 Stunden.


Hurrikan DORIAN fegt über die Bahamas hinweg

Hurrikan DORIAN @NOAA

Mit Mittelwinden über 265 km/h fegte der Hurrikan DORIAN in der Nacht auf Montag über die nördlichen Inseln der Bahamas hinweg. Mittlerweile eingestuft als Sturm der Kategorie 5 zählt dieser als einer der gefährlichsten Hurrikans, die jemals über den Atlantik zogen.

Prognostizierte Regenmengen bis Dienstagnacht @UBIMET
Prognostizierte Regenmengen bis Dienstagnacht @UBIMET

Aufgrund der extrem langsamen Verlagerung des Sturms, sind die Regenmengen enorm, die der Hurrikan mit sich bringt. Dazu kamen bis zu sieben Meter hohe Wellen die auf die Küste der Bahamas trafen und mit Böen über 320 km/h verwüstete DORIAN große Teile der Inseln.

Warnungen der Behörden

Während sich der Hurrikan über den Bahamas befand, tauchten im Internet viele Videos auf, in denen Menschen im Auge des Sturmes das Haus verließen. Davon ist jedoch abzuraten! Zwar ist allgemein bekannt, dass es in der Mitte des Hurrikans windstill ist, die Winde können aber ganz plötzlich wieder zunehmen. Die Behörden reagierten aber rasch auf diese Videos und riefen die Menschen auf in ihren Häusern zu bleiben.

Prognosen

Wie es nun weitergeht mit dem Hurrikan ist schwer zu sagen. Die langsame Verlagerung macht es den Meteorologen schwer, eine genau Zugbahn vorherzusagen. Die Menschen an der Ostküste von Florida sowie von Carolina bereiten sich auf jeden Fall aus das Schlimmste vor!

Mögliche Zugbahn von Hurrikan DORIAN @NOAA
Mögliche Zugbahn von Hurrikan DORIAN @NOAA

Hier ein paar Impressionen vom Hurrikan:

1 Million Blitze im Sommer 2019

Blitz über Wien

Vom 1. Juni bis zum 31. August registrierte das Blitzmesssystem von UBIMET im Hochpräzisionsmessbereich ab 1 kA über ganz Österreich verteilt exakt 1.010.195 Blitze. Das sind etwas mehr Blitze als im Sommer 2018, allerdings deutlich weniger als im sehr gewitterreichen Jahr 2017. Aufgrund der langen Hitzewelle und der trockenen Witterung entstanden vor allem im Juni deutlich weniger Gewitter als üblich.

Blitzdichte
Blitzdichte im Sommer 2019. © UBIMET

Spitzenreiter Steiermark

Mit exakt 285.460 Blitzen führt die Steiermark das Bundesländer-Ranking an, gefolgt von Niederösterreich mit 180.410 und Oberösterreich mit 165.462 Entladungen. An letzter Stelle befindet sich mit Wien das flächenmäßig kleinste Bundesland, hier gab es im Sommer aber immerhin 3.901 Blitze.

Anzahl Blitze Blitzdichte
Steiermark 285.460 17,4 Blitze/km²
Niederösterreich 180.401 9,4 Blitze/km²
Oberösterreich 165.462 13,8 Blitze/km²
Tirol 124.677 9,9 Blitze/km²
Kärnten 91.812 9,6 Blitze/km²
Salzburg 89.212 12,5 Blitze/km²
Burgenland 45.749 11,5 Blitze/km²
Vorarlberg 23.521 9,0 Blitze/km²
Wien 3.901 9,4 Blitze/km²


Auch im Bezug auf die Blitzdichte hat die Steiermark deutlich die Nase vorne. Mit rund 17 Blitzen pro Quadratkilometer liegt die Steiermark vor Oberösterreich mit rund 14 Blitzen pro Quadratkilometer. Auf Gemeindeebene liegt ebenfalls die Steiermark in Führung: In St. Andrä-Höch im Bezirk Leibnitz wurden 66 Blitze pro Quadratkilometer registriert. Die blitzreichsten Bezirke befinden sich in der Steiermark und in Oberösterreich, angeführt vom Bezirk Liezen mit 36.246 Entladungen. Danach folgen die Bezirke Bruck-Mürzzuschlag mit 34.022 Blitzen, Südoststeiermark mit 31.744 und Gmunden mit 27.633 Entladungen.

Blitzdichte auf Gemeindebasis
Blitzdichte auf Gemeindebasis. © UBIMET

Stärkster Blitz in Oberösterreich

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in Oberösterreich gemessen. Spitzenreiter ist eine Entladung mit mehr als 295.000 Ampere am Nachmittag des 6. Juni in Gosau im Bezirk Gmunden. In kürzester Zeit wurde dabei mehr als 18.000 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.

  • 295.800 Ampere Gosau (OÖ)
  • 281.500 Ampere Vorchdorf (OÖ)
  • 269.200 Ampere St. Gallenkirch (V)
  • 251.900 Ampere Preding (ST)
  • 246.400 Ampere Lech (V)

Unterdurchschnittlicher Sommer

Wenn man nur Blitze ab einer Stärke ab 5 kA betrachtet (orientiert an der internationalen Norm IEC 62858), wurden in diesem Sommer 353.161 Blitze gemessen. Das ergibt den drittletzten Platz seit dem Beginn der modernen Blitzerfassung im Jahre 2009: Nur im Sommer 2015 und 2018 wurden knapp weniger Blitze detektiert. Im Rekordjahr 2012 wurden hingegen fast viermal so viele Blitze verzeichnet. Damit liegt der Sommer 2019 auch deutlich unter dem Mittel von 650.000 Blitzen (>5 kA von 2009 bis 2018). Obwohl der Sommer vergleichsweise gewitterarm verlief, bildeten österreichweit gesehen gewitterfreie Tage die Ausnahme. An 79 von 92 Tagen wurde in Österreich mindestens eine Blitzentladungen registriert. Allein im Bezirk Murtal gab es an 49 Tagen Gewitter.

Anzahl der Gewittertage
Anzahl der Gewittertage im Sommer 2019. © UBIMET

Heftige Gewitter

Im vergangenen Sommer gab es zwar weniger Blitze als üblich, die Gewitter waren aber durchaus heftig. Anfang Juli wurde am Flughafen Innsbruck eine Orkanböe von 119 km/h registriert und auch im Oberinntal sowie im östlichen Waldviertel gab es lokal orkanartige Böen. In Mieming im Bezirk Imst sorgte in der Nacht auf den 12.8. ein Tornado für Schäden. Vor allem in der Steiermark und im Oberen Waldviertel kam es zudem mehrfach zu großem Hagel: Besonders markant waren die Gewitter am 27. Juli, als in Wildon im Bezirk Leibnitz Hagel mit einem Durchmesser von etwa 8 cm beobachtet wurde. Die größte Regenmenge im Zuge eines Gewitters kam am Abend des 24.08. in Ritzing und Lutzmannsburg im Mittelburgenland zusammen: In nur einer Stunde prasselten mehr als 70 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel, in diesen 60 Minuten wurde somit ein Drittel des gesamten Sommerregens gemessen.

Maximale stündliche Niederschlagssumme
Maximale stündliche Niederschlagssumme. © UBIMET

Titelbild © https://www.foto-webcam.eu/webcam/bisamberg/

Der Sommer endet mit kräftigen Gewittern

Quellwolken eines Gewitters - pixabay.com

Vom Saarland bis nach Schleswig-Holstein und westlich davon verlief der letzte Abend des meteorologischen Sommers nicht ganz ruhig: Zahlreiche Gewitter bildeten sich zwischen Frankreich und den Niederlanden und zogen in der Nacht auf Sonntag in Form einer heftigen Gewitterlinie bis zur Ostsee. Dabei verursachten vor allem die teils schweren Sturmböen etliche Schäden. In Essen wurden bei einem Konzert 28 Personen durch eine eingestürzte LED-Leinwand verletzt. Windspitzen von bis zu 112 km/h wurden in Cuxhaven mit Durchzug der Gewitterlinie gemessen.

Maximale Sturmböen der vergangenen 24h bis zum 01.09 um 8 Uhr MESZ - UBIMET, DWD
Max. Windböen der vergangenen 24h bis 01.09 um 8 Uhr MESZ – UBIMET, DWD

Am heutigen Sonntag regional weiterhin Unwettergefahr

Mit dem Eintreffen einer Kaltfront fließt am Sonntag im Westen und Norden kühlere, energieärmere Luft ein. Somit nimmt das Gewitterpotential in diesen Regionen deutlich und rasch ab. In der Südosthälfte bleibt uns hingegen die feuchte und warme Luftmasse bis zum Abend erhalten. Vor allem zwischen dem Thüringer Wald und Sachsen sowie an den Alpen muss man besonders im Laufe des Nachmittags und am Abend mit schweren Gewittern samt Starkregen, Hagel und Sturmböen rechnen.

Wetterlage für den Sonntagnachmittag und -abend - UBIMET
Wetterlage für den Sonntagnachmittag und -abend – UBIMET
6h Niederschlagsumme bis 01.09. um 20 Uhr MESZ - UBIMET
6h Niederschlagsumme bis 01.09. um 20 Uhr MESZ – UBIMET