Schneebringer Adria

Winter und Schnee

Wenn kalte Luftmassen westlich der Alpen in den Mittelmeerraum vordringen, bewirken sie dort in der Regel die Bildung eines Tiefdruckgebiets. Diese sogenannten Italientiefs führen oft sehr feuchte Luftmassen nach Österreich und manchmal ziehen sie in weiterer Folge über die Adria hinweg nach Nordosteuropa. Dann bestehen auch im Osten und Südosten Österreichs die größten Chancen auf Schneefall. Allgemein kann man zwischen zwei typischen Wetterlagen unterscheiden, welche im Süden bzw. Osten mit großen Niederschlagsmengen verbunden sind:

  • Ergiebiger Südstau
  • Vb-Tief („Fünf-b-Tief“)

Ein weiterer Spezialfall ist die sog. Gegenstromlage, mehr dazu findet ihr hier.

Südstau

Nahezu ortsfeste Tiefdruckgebiete über dem westlichen Mittelmeerraum sorgen in Österreich für eine anhaltende Südströmung. Bevor die Luft auf die Alpen prallt, nimmt sie über dem Mittelmeerraum viel Feuchtigkeit auf und wird in weiterer Folge vor allem in den Karnischen und Julischen Alpen sowie in den Hohen Tauern wie ein Schwamm ausgepresst (weitere Details dazu gibt es hier). In Österreich sind davon vor allem Osttirol und Oberkärnten betroffen. Besonders im Herbst sorgen Kaltluftvorstoße über den noch relativ milden Gewässern rund um Italien zudem für eine labile Schichtung der Luft, weshalb die Niederschläge besonders intensiv ausfallen.  Trotz der eigentlich recht milden Luftmasse kann die Schneefallgrenze dabei bis in manche Tallagen absinken: Die Schmelzwärme des Schnees, die der Umgebung entzogen wird, sorgt nämlich in engen Tälern für eine Abkühlung der Luft bis auf 0 Grad.

Tief VAIA sorgt für Wetterextreme in Mitteleuropa.
Tiefs über dem westlichen Mittelmeerraum sorgen für Südstau (Bild: Sturm VAIA).

Vb-Tief

Wenn sich Tiefdruckgebiete von Norditalien über Slowenien und Ungarn in Richtung Baltikum verlagern, sprechen Meteorologen von einem Tief mit einer Vb-Zugbahn („Fünf-b-Tief“). Solche Tiefdruckgebiete bringen vor allem im Südosten und Osten Österreichs teils große Regen- oder Schneemengen: Feuchte Adrialuft gleitet nämlich bei solchen Wetterlagen oft auf kühle Luftmassen in tiefen Schichten auf, weshalb die gesamte Luftsäule Temperaturen um oder knapp unterhalb des Gefrierpunkts aufweist.

Vb-Tief
Bereits vor über 100 Jahren hat Van Bebber die häufigsten Tief-Zugbahnen analysiert.

Schnee und Klimawandel

Die Klimawandel sorgt bekanntermaßen für steigende Temperaturen im Alpenraum, weshalb die Anzahl an Tagen mit einer Schneedecke besonders in tiefen Lagen deutlich abnimmt: Die winterliche Nullgradgrenze ist in den letzten 50 Jahren im Mittel um etwa 250 m angestiegen. Dieser Trend wird sich fortsetzen, so wird die Nullgradgrenze wohl noch vor 2050 im Winter durchschnittlich über einer Seehöhe von 1000 m liegen. Dadurch nimmt die Länge des Winters ab, gemessen an der Tage mit Schneedecke: Der Schnee kommt später und schmilzt früher. Etwa in Arosa in der Schweiz hat sich die Periode mit einer Schneedecke von mindestens 40 cm bereits von fünfeinhalb Monaten auf etwas mehr als drei Monate verkürzt. Studien aus der Schweiz zeigen, dass derzeit Lagen unterhalb von 1300 m davon besonders stark betroffen sind, während es in Lagen oberhalb von etwa 2000 m keinen klaren Trend gibt.

Klimawandel in Arosa
Mittlerer Verlauf der Schneehöhe in Arosa. Mehr Details dazu gibt es hier: Meteoschweiz

Extremereignisse

Besonders in den Alpen kann es in manchen Jahren aber zu Extremereignissen kommen, wie wir es etwa im Jänner 2019 an der Alpennordseite oder im November 2019 sowie Dezember 2020 in den Südalpen erlebt haben. Tatsächlich kann mildere Luft nämlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte, zudem sorgen die steigenden Wassertemperaturen rund um Mitteleuropa (Nordsee, Mittelmeer) bei Kaltluftvorstoßen für eine labile Schichtung der Luft. Bei manchen Wetterlagen kann es also besonders von mittleren Höhenlagen aufwärts ergiebig schneien, zudem kann die Schneefallgrenze durch die Niederschlagskühlung auch im Einflussbereich relativ milder Luftmassen manchmal bis in windgeschützte Täler absinken. Dadurch nimmt die Gefahr von Schneebruch und Gleitschneelawinen tendenziell zu. Laut manchen Studien soll es zudem auch eine Zunahme an blockierten Wetterlagen geben, was ebenfalls größere Niederschlagsextreme zur Folge hat. Andererseits kann es aber je nach Lage der Tiefs und Hochs auch zu ungewöhnlich langen trockenen Phasen kommen.

Titelbild © www.foto-webcam.eu

Die markantesten Unwetter im Jahr 2021 in Österreich

Jahreszeiten

Das Jahr 2021 ist in wenigen Stunden Geschichte und wir blicken zurück auf ein abwechslungsreiches Jahr mit einigen Unwettern. Anbei folgt eine Auswahl an besonders markanten Wetterlagen in den vergangenen 365 Tagen, auf die wir etwas näher eingehen wollen:

  • 14.1. Starker Schneefall im Westen
  • 17.2 Gefrierender Regen im Osten
  • 2.5. Sturm im Wiener Becken
  • 21. bis 24.6. Gewitter mit Hagel in Ober- und Niederösterreich
  • 13. bis 18.7. Tief BERND bringt Hochwasser und Gewitter
  • 30.7. Unwetter in Graz
  • 5. bis 9.12. Schnee in ganz Österreich
  • 23.12. Gefrierender Regen im Norden und Osten

14.1. Starker Schneefall im Westen

Der erste Monat des Jahres brachte vor allem im Süden und Westen große Neuschneemengen. Ein Italientief sorgte gleich zu Beginn des Monats im Süden und Südwesten für große Niederschlagsmengen, bis zu knapp einem Meter Neuschnee fiel in Osttirol und Oberkärnten. Zur Monatsmitte sorgte eine nahezu stationäre Luftmassengrenze dann vor allem in Westösterreich, in der Schweiz und in Südwestdeutschland für anhaltenden und teils starken Schneefall. In Gaschurn gab es 66 cm Neuschnee innerhalb von nur 24 Stunden und selbst im Rheintal fiel fast ein halber Meter Schnee. Auch Bregenz und Innsbruck haben im Jänner mehr Schnee ausgefasst als sonst in einem ganzen Winter.

17.2. Gefrierender Regen im Osten

Der Februar verlief deutlich wärmer als im langjährigen Mittel, zum Monatsende wurde sogar reihenweise neue Rekorde aufgestellt wie etwa in Bregenz, Wien und Zwettl. Zwischen dem 11. und 15.2. gab es aber einen sehr kalten Abschnitt, dabei wurde mit -29,4 Grad am Dachstein auch die tiefste Temperatur des Jahres verzeichnet. Diese kalte Phase wurde am 17. durch eine Warmfront mit gefrierendem Regen im Osten beendet, auch in der Landeshauptstadt kam es dabei auf einigen Gehwegen zu Glatteis.


2.5. Tief DANIEL bringt Sturm in Wien

Der April war heuer kühl und frostreich, in Summe handelt es sich österreichweit um den kühlsten April seit 1997 und den ersten zu kühlen Monat seit Mai 2020. Lokal wurden sogar neue Monatsrekorde aufgestellt wie etwa in Bad Mitterndorf mit -11,8 Grad. Auch der Mai verlief kühler als im langjährigen Mittel, zudem gab es gleich zu Monatsbeginn einen außergewöhnlichen Sturm: Tief DANIEL brachte am 2.5. in Wien orkanartige Böen bis 112 km/h bzw auf der Jubiläumswarte sogar 124 km/h, was dem schwersten Maisturm seit Aufzeichnungsbeginn entspricht. Auch wenn der Monat in Summe kühl verlief, sorgte der Föhn für sehr warme Abschnitte: In der Nacht auf den 10. gab es im Rheintal die erste Tropennacht und am 10. wurde in Salzburg der erste Hitzetag verzeichnet.

21-24.6. Gewitter mit Hagel und Sturm

Vom 21. bis zum 24 bzw. im Südosten auch 25. Juni wurden in Österreich mehr als 240.000 Blitzentladungen erfasst. Vor allem in Ober- und Niederösterreich sowie örtlich auch in der Steiermark gab es teils schwere Unwetter mit großem Hagel. Etwa am 22.6. wurde das Oberösterreichische Seengebiet besonders heftig getroffen, als eine Superzelle mit Sturmböen und großem Hagel vom Flachgau über Gmunden bis  in den Raum Sierning zog.

Der Höhepunkt der Unwetterlage wurde am 24.6. erreicht, als es in Oberösterreich sowie auch in Teilen Niederösterreichs und Wiens Superzellen mit teils sehr großem Hagel gab. Eines dieser Gewitter sorgte knapp hinter der Grenze zu Tschechien sogar für einen sehr starken  F4-Tornado mit einer Zugbahn von etwa 26 km! In dieser Woche wurde laut der Österreichischen Hagelversicherung mit 28 Millionen Euro Gesamtschaden in Ober- und Niederösterreich eine neuer Negativrekord aufgestellt.

13.-18.7. Tief BERND bringt Starkregen

Mitte Juli sorgte das nahezu ortsfeste Tief BERND für eine schwere Hochwasserkatastrophe in Westdeutschland, Belgien und den Niederlande mit mehr als 200 Todesopfern und Schäden in Milliardenhöhe.



Österreich war davon zunächst nur marginal betroffen, vom 16. bis zum 18. kam es dann aber auch entlang der Nordalpen zu ergiebigem Regen, in Melk wurden beispielsweise 170 mm in 48 Stunden gemessen. Einige Flüsse führten Hochwasser und es kam zu Überflutungen und Vermurungen.


Im Osten Österreichs gab es Gewitter mit Starkregen, so kam es auch in Teilen Wiens zu Überflutungen. Im Orbi-Tower in Wien-Erdberg wurden zwei unterirdische Geschosse komplett geflutet und das Hochhaus steht aufgrund des Schadens in Millionenhöhe weiterhin leer.

30.7. Unwetter in Graz

Der heißeste Tage des Jahres wurde mit bis zu 37,1 Grad in Wien sowie am Neusiedler See der 8. Juli. Im Süden bleibt der Sommer aber vor allem für Trockenheit und vergleichsweise wenig Gewitter in Erinnerung, allerdings wurde Graz am 30. Juli noch von einem schweren Unwetter getroffen. Innerhalb von nur einer Stunde wurden dabei 61 mm Regen gemessen, in wenigen Stunden sogar 112 mm. Den gesamten Sommerrückblick gibt es hier: 1,4 Millionen Blitze im Sommer 2021.

Anfang Dezember: Verbreitet Schnee

Nach einem milden und gebietsweise sehr trockenem Herbst (in der Südsteiermark gab es Mitte September noch einen Hitzetag und in Wien wurde sogar noch eine Tropennacht verzeichnet) und nur einem nennenswerten Sturm am 30. November stellte sich die Wetterlage pünktlich zu Winterbeginn um. Ein Italientief brachte am 5. Dezember in Kärnten, in den Hohen Tauern sowie im Oberen Murtal kräftigen Schneefall, in Klagenfurt wurden 32 cm gemessen. Ein weiteres Italientief versorgte am 9. Dezember das gesamte Land mit Schnee, selbst in Teilen Wiens wurden 15 cm gemessen.


23.12. Gefrierender Regen im Norden & Osten

Das winterliche Wetter im Flachland währte nicht lange und noch vor Weihnachten gelangten schubweise immer mildere Luftmassen ins Land. Von Oberösterreich bis ins östliche Flachland kam es dabei mehrmals zu gefrierendem Regen. Nach Weihnachten gelangte vorübergehend nochmals kontinentale Kaltluft in die Osthälfte des Landes, dabei kam es im Norden streckenweise erneut zu Glatteis.

Titelbild © AdobeStock

Rückblick: Temperatursturz Silvester 1978/79

Die Wetterlage nach Weihnachten im Jahre 1978 war durchaus eine besondere. Zuerst suchte ein massiver Schneesturm den Norden Deutschlands heim, gefolgt von einem Temperatursturz, der mancherorts bis heute noch Rekorde hält für die tiefste Temperatur. Nur wenige Wochen später, Mitte Februar, stellte sich aber bereits eine ähnliche Wetterlage mit einem erneut massivem Schneesturm ein.

Die Großwetterlage

Ein kräftiger Tiefdruckkomplex über dem Ostatlantik führte feucht-warme Luftmassen aus Süden heran, während ein kräftiges Hoch über Skandinavien sehr kalte und trockene Luftmassen aus Nordrussland einströmen ließ.

In folgender Abbildung sieht man die Großwetterlage mit den weißen Linien für die Isobaren, farblichen Markierungen für die Luftmassen (blau & violett steht hierbei für trockene und kalte Luftmassen) und schwarz hervorgehoben die heutige BRD.

Großwetterlage vom 31.12.1978 um 0-UTC, Quelle: wetter3.de

Genau über Norddeutschland stießen diese beiden völlig gegensätzlichen Luftmassen am 28. Dezember zusammen, wobei die feucht-warmen nach oben verdrängt wurden und somit zu ergiebigen Niederschlägen und Neuschneemengen führten. Aufgrund der heftigen Schneefälle musste mancherorts Katastrophenalarm ausgelöst werden.

Enorme Schneemassen in Norddeutschland, Quelle: dpa

Die starken Luftdruckgegensätze äußerten sich zudem noch in einem kräftigen Sturm. Dieser führte wiederum dazu, dass viele Ortschaften bei meterhohen Schneeverwehungen auf den Straßen eingeschneit und von der Außenwelt abgeschnitten wurden. Räumdienste kamen gegen diese Massen an Schnee nicht mehr an, Panzer mussten den Eingeschneiten helfen und Schwangere mit Helikoptern in die Krankenhäuser fliegen. Der Begriff „Heli-Babys“ wurde dabei mit ihnen geboren.

Verschneite Straßen, Quelle: dpa

Temperatursturz

Das angesprochene Tief, welches zuerst noch die feucht-warmen Luftmassen nach Norden lenkte, zog über Silvester nach Osten weiter:

Verlauf der Großwetterlage, Quelle: wetter3.de

Rückseitig des Tiefs strömten in der Silvesternacht die polaren Luftmassen folglich über Deutschland hinweg bis in den Süden. Während in Thüringen und Sachsen-Anhalt an Silvester bereits Tagesmitteltemperaturen von -20 Grad gemessen wurden, war es in Bayern und Baden-Württemberg mit bis zu +10 Grad noch sehr warm:

Tägliche Temperatur-Minima im zeitlichen Verlauf, Quelle: mtwetter.de

Energiekrise

Der enorme Temperatursturz und auch die großen Schneemengen im Norden führten besonders in der damaligen DDR zu Schwierigkeiten in der Energieversorgung.
Mit einem Wasseranteil von 60% gefror die Braunkohle nach vorausgegangenen Regenfällen in den Güterwaggons und konnte für die Kraftwerke nicht mehr verarbeitet werden. Letztere mussten teilweise lahmgelegt werden. Der mit 49,5 Hertz eh schon grenzwertig niederfrequente Strom in der DDR drohte noch weiter zu fallen, die landesweite Energieversorgung stand an einem kritischen Punkt, was besonders dramatisch war für die eingeschneiten Bezirke.
Letztlich – und noch nie zuvor geschehen – mussten in der Silvesternacht bei bis zu -25 Grad Außentemperatur die ganzen Bezirke Erfurt, Suhl und Gera vom Strom genommen werden.

Titelbild: Schneemassen in Norddeutschland, Quelle: dpa

In Wien mildester Jahreswechsel seit mindestens 80 Jahren

Wien zu Silvester

Österreich liegt in den kommenden Tagen unter dem Einfluss einer milden Westströmung, welche subtropische Luftmassen ins Land führt. Zu Silvester gerät das Land zudem unter den Einfluss eines Hochs namens CHRISTINE, somit machen die Restwolken im Norden und Osten sowie auch die Nebelfelder in manchen Tal- und Beckenlagen tagsüber immer häufiger der Sonne Platz. Die Temperaturen steigen verbreitet auf frühlingshaft anmutende 10 bis 17 Grad, nur in den Niederungen Kärntens und in schattigen Tallagen liegen die Höchstwerte stellenweise um 5 Grad.

Subtropische Luft erreicht den Osten Österreichs. © NOAA

Jahr klingt ruhig und trocken aus

Der Jahreswechsel gestaltet sich zumindest vom Wetter her trocken und vor allem in den Alpen und im Osten ist der Himmel oft sogar sternenklar. Der Wind frischt vom Mostviertel über das Wiener Becken bis ins Nordburgenland lebhaft bis kräftig aus West auf, in der zweiten Nachthälfte sind von der Hohen Wand bis in die Thermenregion stellenweise auch stürmische Böen zu erwarten. In Oberösterreich sowie im Most- und Waldviertel ziehen dagegen hochnebelartige Wolken durch und in den südlichen Becken bildet sich streckenweise Nebel. Vor allem im Norden und Osten verläuft die Nacht zudem sehr mild, leicht frostig wird es nur in Kärnten sowie in höheren Tallagen der Nordalpen.

Temperaturprognose Jahreswechsel

Extrem milder Jahreswechsel im Wiener Becken

Der zunehmende Wind treibt die Temperaturen in der Silvesternacht in die Höhe: Um Mitternacht liegen die Temperaturen im Wiener Becken oft zwischen 10 und 13 Grad. Damit kündigt sich in der Landeshauptstadt der mildeste Jahreswechsel seit mindestens dem Jahre 1941 ab: Wenn man die Temperaturen um exakt 0 Uhr betrachtet, erlebten die Wiener den bislang mildesten Jahreswechsel mit rund 9 Grad um 0 Uhr am 1.1.1987. Dieser Wert dürfte heuer überboten werden. Den kältesten Jahreswechsel in Wien gab es dagegen am 1.1.1997 mit -9,4 Grad.

Temperaturen zum Jahreswechsel in Wien seit 1941. © M. Salmi / UBIMET

Zu Neujahr im Süden und Westen oft sonnig

Am Samstag, Neujahr, ziehen im Norden und Nordosten kompakte Wolken durch, bis auf vereinzelte Regentropfen bleibt es aber trocken und im Tagesverlauf kommt im östlichen Flachland zeitweise die Sonne zum Vorschein. Von Vorarlberg bis ins Südburgenland überwiegt meist der Sonnenschein, nur in den Niederungen kann sich stellenweise Nebel halten. Im Nordosten weht anfangs kräftiger Nordwestwind, der tagsüber nachlässt. Die Temperaturen liegen weiterhin über dem jahreszeitlichen Mittel mit maximal 4 bis 15 Grad. Eine Abkühlung ist nach derzeitigem Stand erst gegen Mitte der kommenden Woche in Sicht.

Temperaturtrend in Wien in der freien Atmosphäre. © ECMWF

Titelbild  © AdobeStock

Bergwetter am Wochenende

Sonne, Berge und Schnee sorgen besonders im Frühling für erhöhte Sonnenbrandgefahr - pixabay.com

Freitag, 31. Dezember 2021

Der Freitag beginnt vom Salzkammergut ostwärts mit einigen Restwolken und in manchen Tallagen sowie in den südlichen Becken wie etwa in Unterkärnten hält sich Nebel. Tagsüber setzt sich allgemein trockenes und häufig sonniges Wetter durch, in den Alpen ist der Himmel oft wolkenlos. Auch in der Silvesternacht bleibt es in den Alpen meist trocken und vielerorts auch sternenklar. Der Wind weht lebhaft bzw. in den Hochlagen zeitweise kräftig aus West bis Nordwest. In der Nacht gibt es von den Fischbacher Alpen bis in den Wienerwald dann stürmische Böen. Die Temperatur erreicht in 3.000 Meter Höhe 0 bis +3 Grad, in 2.000 Meter Höhe liegen die Höchstwerte zwischen 6 Grad am Schneeberg und 10 Grad am Arlberg.

Samstag, 1. Jänner 2022

Am Samstag, Neujahr, ziehen von den Berchtesgadener Alpen über die nördliche Obersteiermark bis zum Semmering-Wechsel-Gebiet anfangs teils kompakte Wolken durch, bis auf vereinzelte Regentropfen bleibt es aber trocken. Von Vorarlberg und dem Allgäu über die Tauern bis nach Kärnten und zum Grazer Bergland scheint dagegen bei höchstens harmlosen Schleierwolken oft die Sonne, nur in den Niederungen hält sich anfangs Nebel. Tagsüber lockert es auch im östlichen Bergland auf, nur vom Toten Gebirge bis zu den Gutensteiner Alpen bleibt es überwiegend bewölkt. Der Wind weht von den Tauern bis an den Alpenostrand kräftig mit Sturmböen aus Nordwest, im Laufe der zweiten Tageshälfte lässt er dann langsam nach. Die Höchstwerte liegen in 3.000 m Höhe zwischen -1 und +2 Grad, in 2.000 m gibt es von Ost nach Südwest 2 bis 7 Grad.

Sonntag, 2. Jänner 2022

Der Sonntag beginnt im Bergland oft noch sonnig, im Flach- und Hügelland sowie in einigen Tälern häufig trüb durch Nebel oder Hochnebel. Tagsüber ziehen von Westen her auch über dem Nebel immer mehr Wolken durch, meist bleibt es aber trocken und vor allem inneralpin sowie im Süden freundlich. Die meisten Sonnenstunden sind in den Südalpen und am Alpenostrand zu erwarten, aber auch am Alpenhauptkamm überwiegt meist der freundliche Eindruck. Der Wind weht mäßig, in den westlichen Nordalpen auch lebhaft aus westlicher Richtung. Die Temperatur erreicht in 3.000 Meter Höhe -1 bis +2 Grad, auf 2.000 m liegen die Höchstwerte zwischen 5 und 9 Grad.

Bergwetter-Tipp:

In den Alpen kann man sich in der Silvesternacht recht verbreitet auf sternenklaren Himmel und milde Temperaturen freuen. Selbst in 2.000 Meter Höhe liegen die Temperaturen um Mitternacht deutlich über 0 Grad, so erwarten wir etwa auf der Schmittenhöhe und am Galzig +5 Grad und selbst auf der Rudolfshütte +3 Grad. Leicht frostig wird es nur in den Niederungen in Kärnten sowie in einzelnen, höheren Tallagen der Nordalpen. Extrem mild verläuft die Nacht im Wiener Becken: Bei föhnigem Westwind liegen die Temperaturen zum Jahreswechsel zwischen 10 und 13 Grad!

Temperaturprognose für den Jahreswechsel (zum Vergrößern auf das Bild klicken). © UBIMET

Titelbild © pixabay.com

Starkregen und Tauwetter in den Alpen

Die kalte Luft über dem Alpenraum wurde in der Nacht auf Mittwoch endgültig ausgeräumt. Mit einer kräftigen Warmfront strömt nun aus Westen sehr milde Luft aus den Subtropen zu uns. Die Schneefallgrenze steigt damit ins Hochgebirge auf über 2000 m an, an der Alpennordseite kommt es zu kräftigem Regen und markantem Tauwetter.

Die kalte Luft (blau/grün) wird von milder Luft aus Westen (rot/orange) nach Osten abgedrängt. ©ECMWF/Ubimet

Kräftiger Regen an der Alpennordseite

In Vorarlberg und Nordtirol beginnt es am Mittwochnachmittag von Westen her zunehmend kräftig zu regnen. Die Schneefallgrenze steigt mit Ankunft der milden Luft rasch ins Hochgebirge an. Vor allem in der Nacht auf Donnerstag fällt dann anhaltender und kräftiger Regen, wobei in den Staulagen der Nordalpen die größten Regenmengen zu erwarten sind. Vom Bregenzerwald über den Kaiserwinkl bis zur Eisenwurzen kommen zu den gefallenen Mengen noch etwa 15 bis 30 Liter pro Quadratmeter dazu. In den Staulagen des Arlbergs sowie Dachsteins weitere 20 bis 40 Liter.

Nassschneelawinen und lokale Überflutungen

Derzeit liegen in den höher gelegenen Täler etwa 20 bis 30 Zentimeter Schnee. Dieser wird aufgrund der milden Luft rasch schmelzen und in Kombination mit den Regenmengen kann es zu Problemen kommen. Kleinere Flüsse können über die Ufer treten und auch die Gefahr von Nassschneelawinen steigt in den kommenden Tagen deutlich an. Auch einzelne Murenabgänge sowie Hangrutschungen sind nicht auszuschließen.

Aktuelle Warnungen der Unwetterzentrale

Bis zu 15 Grad: Letzte Dezemberwoche immer milder

Die Wetterlage der kommenden Tage

Derzeit liegt eine Luftmassengrenze noch quer über Österreich. Diese ist zwar kaum wetteraktiv, trennt aber frostige Polarluft im Norden und Osten des Landes von deutlich milderer Luft nach Westen zu. Mit einem Tief, das in den kommenden Tagen von Nordfrankreich über Mitteleuropa zur Ostsee zieht, wird die kalte Luft sukzessive aus Österreich verdrängt, immer mildere Atlantikluft macht sich ausgehend von Deutschland und der Schweiz breit. Zur Wochenmitte kündigt sich dann von Westen her zusätzlich eine kräftige Warmfront an, noch mildere Luft subtropischen Ursprungs strömt in den Alpenraum und die Schneefallgrenze zieht sich endgültig ins Hochgebirge zurück.

Die Aussichten bis Silvester im Detail

Von heute bis einschließlich Dienstag herrschen in Österreich weitgehend ruhige Bedingungen, von lokalem gefrierendem Regen in Oberösterreich und im Waldviertel einmal abgesehen. Dazu bleibt noch die Zweiteilung bei den Temperaturen bestehen, so liegen die Höchstwerte am Montag und Dienstag bei -2 Grad im Waldviertel und schon +9 Grad im Rheintal.

In der Nacht auf Mittwoch erreicht die angesprochene Warmfront Österreich von Westen her, von Vorarlberg bis zum Mostviertel beginnt es verbreitet zu regnen. Die Schneefallgrenze liegt in den östlichen Nordalpen noch bei 1000 bis 1300 m, nach Westen zu schon deutlich oberhalb von 1500 m.

Am Mittwoch selbst regnet es in den gesamten Nordalpen ohne nennenswerte Pausen weiter, dabei wird der Regen zunehmend intensiv. In den klassischen Staulagen kommen so große Regenmengen zusammen, die Schneefallgrenze steigt zugleich besonders im Westen schon auf über 2000 m an. Außerdem macht sich im Mittel- und Hochgebirge kräftiger bis stürmischer Westwind bemerkbar. Mit 2 bis 12 Grad wird es schon spürbar milder.

Der Donnerstag bringt im Nordstau der Alpen weiteren Regen, wobei sich dessen Schwerpunkt im Laufe des Tages allmählich auf die Regionen von Salzburg ostwärts konzentriert und im Westen die trockenen Phasen tendenziell wieder länger werden. Dabei ist es für die Jahreszeit extrem mild, die 0-Grad-Grenze beispielsweise liegt in 2000-2500 m Höhe. Zudem bleibt es in den Höhenlagen stürmisch. In den Abendstunden beruhigt sich die Situation dann nachhaltig, was den Regen angeht. Die Höchstwerte: milde 4 bis 15 Grad!

Hier noch exemplarisch die Höchstwerte für den 31.12.2021 (zum Vergrößern anklicken bzw. -tippen):

Viel Regen in den Nordalpen

Von Dienstagnacht bis Donnerstagabend kommen in den Nordalpen von Vorarlberg bis zum Mostviertel verbreitet 30-50 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen. Einzelne Staulagen scheinen aber noch deutlich größere Regenmengen abzubekommen. So kündigen sich für das Arlberggebiet, den Kaiserwinkl und den Raum Lofer sowie für das Salzkammergut und Ausseerland sogar Mengen zwischen 50 und vereinzelt 100 l/m² an.

Auswirkungen

Derzeit liegen in den etwas höher gelegenen Tälern oft noch 20-50 cm Schnee. Dieser wird dem Tauwetter rund um die Wochenmitte zu großen Teilen zum Opfer fallen, hinzu kommen die angesprochenen großen Regenmengen. Somit können kleinere Flüsse über die Ufer treten, Wiesen können überschwemmt werden. Zudem steigt die Gefahr von Nassschneelawinen durch die Durchfeuchtung der Schneedecke deutlich an. Im Hochgebirge kommen große Schneemengen zusammen, auch hier nimmt in Kombination mit dem stürmischen Wind und massiven Schneeverfrachtungen die Lawinengefahr markant zu.

Wir halten euch diesbezüglich hier auf uwz.at auf dem Laufenden!

Christtag bringt Neuschnee im Norden

Weiße Weihnachten

Mittlerweile sind weiße Weihnachten selten geworden. In den vergangenen Jahren war es meistens zu mild, auch heuer setzte pünktlich zu Heiligabend das Tauwetter ein. Somit kann am 24.12. als einzige Landeshauptstadt Klagenfurt mit einer Schneedecke aufwarten. Mit einem Tag Verspätung bekommt aber dieses Mal der Norden des Landes am Samstag (Christtag) noch eine regelrechte Schnee-Bescherung!

Die Wetterlage dieses Jahr zu Weihnachten ist wirklich spannend. Eine Luftmassengrenze befindet sich morgen quer über Mitteleuropa, sie trennt eiskalte Polarluft (blauer Pfeil) nördlich und milde Mittelmeerluft (roter Pfeil) südlich davon. Österreich liegt heute noch voll und ganz auf der warmen Seite, am Samstag kommt die Luftmassengrenze dann etwas nach Süden voran.

Die Wetterlage am Samstag.

Das sieht man auch schön am Verlauf der Temperaturen von Samstagfrüh bis Samstagabend. In Ober- und Niederösterreich sowie in Wien und im Nordburgenland werden die Höchstwerte (+2 bis +6 Grad) schon am Vormittag erreicht, dann kühlt es von Tschechien her immer weiter ab. Am Nachmittag und Abend ist dann schon Dauerfrost zu erwarten.

Der Temperaturverlauf am Christtag.

Mit Vorankommen der Front sinkt die Schneefallgrenze nach und nach bis in tiefe Lagen. Am meisten Schnee mit 5-10 cm (vereinzelt auch etwas mehr) fällt im Oberen Mühl- und Waldviertel sowie im nördlichen Weinviertel. Auch in Wien sind am Nachmittag und Abend Schneeflocken mit dabei, für eine Schneedecke reicht es wohl knapp nicht.

24-stündige Neuschneemengen am Christtag.

Tief PER bringt regional Glätte und im Nordosten Schnee

Der Hochdruckeinfluss in Mitteleuropa lässt langsam nach und am Donnerstag zieht ein atlantischer Tiefausläufer über Norddeutschland hinweg. In weiten Teilen des Landes setzt sich dabei mildere Luft durch, nur der äußerste Nordosten verbleibt durchgehend in der kalten Luftmasse arktischen Ursprungs.

Bodenwetterkarte für Donnerstagmittag. © UBIMET

Regen und Schnee

Am Donnerstagvormittag setzt im Nordwesten allmählich leichter Schneefall oder Schneeregen ein, stellenweise sind auch Eiskörner dabei.  Der Schnee geht aber ausgehend vom Emsland rasch in Regen über, dabei ist streckenweise auch in Niedersachsen und im äußersten Nordosten von NRW leichter gefrierender Regen möglich. Im Laufe des Nachmittags greift die Front auch auf den Nordosten sowie die Mitte über und am Abend fällt schließlich im gesamten Osten häufig Schnee. Besonders in Mecklenburg-Vorpommern und im nördlichen Brandenburg schneit es zeitweise auch etwas kräftiger, hier zeichnen sich teils über 5 cm Schnee ab. Im Laufe des Abends geht der Schneefall in einem Streifen von Schleswig-Holstein und Hamburg bis nach Sachsen in teils gefrierenden Regen über, von Mecklenburg bis zum Oderbruch fällt dagegen auch in der Nacht noch Schnee, hier sind streckenweise sogar 10 cm Schnee möglich.

Im Nordosten sind bis teils mehr als 5 cm Schnee in Sicht. © UBIMET

An Heiligabend breiten sich in der Nordhälfte wieder kalte Luftmassen aus und in der Nacht auf dem 25. Dezember ist im Osten von Mecklenburg-Vorpommern und in der Uckermark sogar teils strenger Frost um -10 Grad in Sicht. Am Abend vom 25. steigen die Chancen für Schneefall dann auch in einem Streifen von Nordhessen über die Rhön bis zum Fichtelgebirge an, hier bestehen aber noch einige Unsicherheiten. Im Süden und Westen bleiben dagegen feuchtwarme Luftmassen wetterbestimmend.

Die Rückwärtstrajektorien zu Weihnachten zeigen ein zweigeteiltes Land. ©www.wetter3.de

Weitere Infos von uns gibt es stets auch auf Twitter und Facebook.

Weihnachten 2021: Oft grün und mild

Weihnachten ohne Schnee im Flachland.

Maue Schneelage

Derzeit präsentieren sich bereits nahezu alle Landeshauptstädte schneefrei, in Bregenz sind noch ein paar Schneereste in schattigen Lagen anzutreffen. Diese werden bis zum Heiligabend aber nicht bestehen bleiben, sodass auch am Bodensee Weihnachten 2021 grün ausfallen wird. Einzig Klagenfurt zeigt sich noch immer mit einer Schneehöhe von rund 15 cm tief winterlich, diese Schneedecke wird sich definitiv auch bis zum Weihnachtsfest halten können.

Die Schneehöhen am Dienstag.

Mildes Weihnachtsfest

Die kommenden beiden Tage verlaufen teils sonnig, teils länger trüb durch Hochnebel – klassisches Hochdruckwetter also. Kalt ist es in jedem Fall, die Höchstwerte liegen meist um den Gefrierpunkt. Milder wird es am Donnerstag bereits im Westen mit bis zu +7 Grad in Vorarlberg, hier macht sich bereits jene Luftmasse vom Atlantik bemerkbar, die uns (wieder mal) ein ausgesprochen mildes Weihnachtsfest beschert. Die milde Luft verdrängt bis zum Heiligabend nach und nach verbreitet die Kaltluft, wobei es am Donnerstagabend und in der Nacht auf Freitag an der Alpennordseite sowie im Osten zu gefährlichem gefrierendem Regen kommen kann.

Glättegefahr in der Nacht vom 23. auf den 24.12. (Stand: 22.12.; 12 Uhr). © www.uwz.at

Heiligabend und die beiden Weihnachtsfeiertage haben dann nahezu überall deutliche Plusgrade zu bieten, wobei besonders der Freitag im Osten sehr mild ausfällt: Die Höchstwerte kommen im Wiener Becken sogar bei 10 bis 12 Grad zu liegen. Zu Weihnachten gehen die Temperaturen nur geringfügig zurück, bei vielen Wolken und im Norden auch etwas Regen präsentiert sich das Wetter wenig winterlich. Einzig im äußersten Nordosten sickert vorübergehend wieder kalte Luft ein und mitunter geht der Regen im Wald- und Weinviertel vorübergehend in Schnee über. Generell kühl und somit halbwegs weihnachtlich bleibt es an den Feiertagen in Osttirol und Kärnten sowie einigen schattigen Alpentälern mit 0 bis +3 Grad.

Statistik bestätigt

Die Statistik der vergangenen Jahre spricht eine deutlich Sprache: Weiße Weihnachten werden in den Landeshauptstädten immer seltener. So gab es eine Schneedecke zu Weihnachten seit 2013 lediglich 2017 in Innsbruck und eben heuer in Klagenfurt. Für den Rest heißt es nun mehr seit mindestens 9 Jahren Warten auf eine Schneedecke zur Bescherung. Die längste Wartezeit gibt es dabei in St. Pölten, hier gab es anno 2007 das letzte Mal weiße Weihnachten.

Geschlossene Schneedecke am 24.12. („Weiße Weihnachten“) in den Landeshauptstädten in den letzten Jahrzehnten. © UBIMET

Grob hat sich in den vergangenen Jahrzehnten die Chance auf weiße Weihnachten in den Niederungen halbiert. Folglich überrascht es auch kaum, dass der Schneerekord zu Weihnachten in den Landeshauptstädten aus grauer Vorzeit stammt: 96 cm Schnee meldete Innsbruck am 24.12.1962, den Kälterekord hält Tamsweg mit einem Tiefstwert von -29 Grad zu Weihnachten 1944. Immerhin ist heuer trotz milder Luft kein Wärmerekord zu erwarten, dieser bleibt unangetastet (Salzburg, 19,1 Grad anno 2013). Weitere Infos dazu gibt es auch hier: Weiße Weihnachten: Trend und Klimatologie.

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Wintersonnenwende und astronomischer Winterbeginn

Der kürzeste Tag des Jahres ist der 21. Dezember, dann erreicht die Sonne in den Breiten unterhalb des südlichen Wendekreises den Höchststand, oberhalb des nördlichen Wendekreises den Tiefstand. Nördlich des Polarkreises (66,57° N) herrscht die Polarnacht, hier ist es also den ganzen Tag finster. Damit beginnt auf der Nordhalbkugel auch der astronomische Winter, auf der Südhalbkugel der astronomische Sommer. Grund dafür ist die Neigung der Erdachse um 23,5 Grad.

Wintersonnenwende und Neigung der Erdachse © timeanddate.com

Warum beginnt nun aber der meteorologische Winter bereits Anfang Dezember?

Dies hat einen einfachen statistischen Grund: Klimatologische Auswertungen werden immer vom ersten Tag bis zum letzten eines Monats gemacht und daher auch die Auswertungen von Jahreszeiten. Beginnen die Jahreszeiten nun mit dem Monatsersten, erleichter dies die Auswertungen.

Für Österreich hat dies den kürzesten Tag und die längste Nacht zur Folge. So geht in Wien die Sonne erst um 07:42 auf und um 16:03 bereits wieder unter. Das heißt aber auch, dass ab dem 21. Dezember die Tage wieder länger werden und die Nächte wieder kürzer. Vorerst nur um wenige Sekunden, nach Weihnachten dann um etwa 1 Minute pro Tag und ab dem 10. Jänner um etwa 2 Minuten täglich. In exakt einem Monat sind die Tage dann schon etwa 40 Minuten länger.

Stadt 21. Dezember 01. Jänner 01. Februar
Innsbruck 07:59 bis 16:27 08:02 bis 16:35 07:41 bis 17:17
Salzburg 07:55 bis 16:19 07:58 bis 16:27 07:36 bis 17:09
Wien 07:42 bis 16:03 07:46 bis 16:11 07:24 bis 16:54

Zusammenhang mit dem Wetter

Auswirkungen auf das Wetter hat die Wintersonnenwende aber nur indirekt. Zwar wird das Wetter natürlich von der Sonne gesteuert und je weniger diese scheint desto kälter ist es im Allgemeinen, doch einen Zusammenhang kann auf das aktuelle Wetter damit nicht hergestellt werden. Denn wenn auch die Tage derzeit am kürzesten sind, zeichnet sich zu Weihnachten wieder deutlich milderes Wetter ab. Dazu aber in den kommenden Tagen noch mehr.

Kontinentale Kaltluft erfasst zu Wochenbeginn Österreich

Frost

Die Großwetterlage in Europa wird derzeit von einem blockierenden Hochdruckgebiet namens ZAFIRA mit Kern über den Britischen Inseln bestimmt. Das Hoch hält atlantische Tiefs vom Alpenraum fern und macht zu Wochenbeginn den Weg frei für trockene, kontinentale Kaltluft arktischen Ursprungs. Es handelt sich dabei um einen Streifschuss des massiven Kaltlufteinbruchs über Osteuropa.

In Osteuropa gibt es einen massiven Kaltlufteinbruch. © ECMWF

Im Laufe der Woche verlagert sich das blockierende Hoch langsam weiter in Richtung Grönland, damit können pünktlich zu Weihnachten wieder atlantische Tiefs auf Mitteleuropa übergreifen. Der exakte zeitliche Verlauf macht den Wettermodellen noch zu schaffen, allerdings kündigt sich zu Heiligabend eine Warmfront an.

Berechnete Rückwärtstrajektorien der Luft in Mitteleuropa am Dienstag. © wetter3.de

Kaltfront zu Wochenbeginn

Am Montag erfassen kalte Luftmassen aus Norden das Land und anfangs fällt vor allem vom Kaiserwinkl bis ins Mariazellerland etwas Schnee bzw. unterhalb von 500 m mitunter auch Regen. Nennenswerte Mengen sind nur vom Toten Gebirge bis zum Hochschwab zu erwarten. Im Tagesverlauf lässt der Schneefall zögerlich nach, die Wolken lockern aber kaum auf. Im Donauraum und im östlichen Flachland ziehen nach einem oft sonnigen Start einige Wolken durch, im Westen und Süden bleibt es abseits lokaler Nebelfelder freundlich. Bei lebhaftem, am Alpenostrand auch noch kräftigem Nordwestwind erreichen die Temperaturen -1 bis +7 Grad mit den höchsten Werten im Grazer Becken.

Neuschneeprognose von Sonntagnacht bis Montagmittag. © UBIMET

Oft sonnig und frostig zur Wochenmitte

Der Dienstag und der Mittwoch verlaufen bei nur harmlosen Wolken überwiegend sonnig, nur regional wie etwa in Unterkärnten und in Vorarlberg halten sich teils zähe Nebel- oder Hochnebelfelder. Bei schwachem Wind liegen die Höchstwerte zwischen -4 und +2 Grad. Die Nächte verlaufen verbreitet frostig, in vielen Alpentälern muss man mit strengem Frost rechnen.

Prognose der Tiefstwerte in der Nacht auf Mittwoch. © UBIMET

Wetterumstellung zu Weihnachten

Der Donnerstag beginnt vor allem im Norden und Osten meist bewölkt oder nebelig-trüb. Die Sonne zeigt sich zeitweise im westlichen und südlichen Bergland, aber auch hier zieht es am Nachmittag zu und von Vorarlberg bis ins Mühlviertel beginnt es am Abend mit Ankunft einer Warmfront allmählich zu regnen. Mit maximal -3 bis +5 Grad wird es speziell im Westen spürbar milder, im Osten kommen die Temperaturen dagegen nur vereinzelt über die 0-Grad-Marke hinaus. In der Nacht erfasst die Warmfront die gesamte Alpennordseite: Anfangs fällt im äußersten Norden und Nordosten mitunter noch etwas Schnee oder Schneeregen bis in tiefe Lagen, dieser geht aus heutiger Sicht aber immer häufiger in teils gefrierenden Regen über. Der weitere Trend ist noch unsicher, die Modelle tendieren zu Heiligabend aber auf aber etwas milderes Wetter und an der Alpennordseite auch auf etwas Regen hin. Die Chancen auf weiße Weihnachten im Flachland stehen also schlecht, weitere Infos dazu gibt es auch hier: Weiße Weihnachten: Trend und Klimatologie.

Titelbild © AdobeStock

Weiße Weihnachten: Trend und Klimatologie

Weihnachten im Schnee

Weiße Weihnachten in den Niederungen sind generell selten. Allgemein spielt dabei die Seehöhe eine wichtige Rolle: Ab einer Höhe von etwa 500 m liegt die Wahrscheinlichkeit im Mittel bei 40 %, in 800 m Höhe bei 70 % und ab 1.200 m über 90 %. Heuer liegt vor allem im Arlberggebiet, am Alpenhauptkamm sowie in Osttirol und Kärnten  bereits viel Schnee, dementsprechend kann man hier auch zu Weihnachten von einer geschlossenen Schneedecke ausgehen. In Klagenfurt sind somit erstmals seit 2010 wieder weiße Weihnachten in Sicht.

In Klagenfurt liegen derzeit 15 bis 20 cm Schnee. Bild © klagenfurt-sternwarte.panocloud

2021: Südwestlage zu Weihnachten?

Die aktuellen Modellberechnungen für Weihnachten sehen mild aus, das sog. Weihnachtstauwetter könnte also mal wieder eintreffen. Zuvor wird es noch vorübergehend kalt, so erreicht zu Wochenbeginn kontinentale Kaltluft das Land, allerdings sind dabei nur geringe Neuschneemengen in den östlichen Nordalpen in Sicht. Ab Mitte der kommenden Woche dreht die Höhenströmung dann von Nord zunehmend auf West bis Südwest und milde Luftmassen erfassen  den Alpenraum. Zunächst macht sich die Milderung vor allem in der Höhe bemerkbar, während im Flachland bodennah eine Inversionswetterlage wahrscheinlich ist. Über die Weihnachtsfeiertage hinweg nimmt die Wahrscheinlichkeit jedoch zu, dass sich regional die milde Luft auch in tiefen Lagen durchsetzt, entsprechend sind auch Höchstwerte im Bereich der 10-Grad-Marke nicht ausgeschlossen.

Der aktuelle Temperaturtrend geht zu Weihnachten aufwärts. © ECMWF/UBIMET

Die meisten Modelle sind zwar mild, allerdings gibt aber auch noch kältere Modelllösungen, somit gibt es durchaus noch Unsicherheiten. Nach Weihnachten nehmen die Chancen für einen Kaltlufteinbruch dann generell zu. Wir halten euch hier in den kommenden Tagen auf dem Laufenden.

Weiße Weihnachten und Klimawandel

Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten im Flachland nimmt im Zuge des Klimawandels ab, so hat sich die Zahl der Tage mit Schnee am 24. Dezember seit Anfang der 80er Jahre in etwa halbiert und der Trend deutet weiter abwärts. Vor allem seit den 2000ern hat die Häufigkeit deutlich abgenommen: In Wien und Eisenstadt war es letztmals vor neun Jahren weiß. In Innsbruck wurde im Jahr 2017 zwar eine Schneedecke von 2 cm Schnee gemeldet, tatsächlich handelte es sich dabei aber nur um die letzten Reste einer Altschneedecke am Stadtrand. Am längsten ohne Schnee zu Weihnachten auskommen muss man in St. Pölten, wo zuletzt im Jahre 2007 am 24. Dezember Schnee lag.

Geschlossene Schneedecke am 24.12. („Weiße Weihnachten“) in den Landeshauptstädten in den letzten Jahrzehnten inkl. Prognose für 2021. © UBIMET

Rekorde

Besonders in den 60er Jahren lag zu Weihnachten häufig Schnee, in Klagenfurt war es damals sogar jedes Jahr weiß. Die Rekorde aus dem Jahr 1969 im Norden und Osten haben bis heute Bestand: Damals gab es in Linz 24, in Wien 30 cm, in Eisenstadt 39 cm und in St. Pölten sogar 50 cm der weißen Pracht. Letztmals Schnee in allen Landeshauptstädten zu Weihnachten gab es hingegen im Jahr 1996.

Klimatologische Wahrscheinlichkeit für Weiße Weihnachten. © UBIMET

Wenn man die Wetterextreme zu Weihnachten betrachtet, stechen besonders die Jahre 1962, 1969 sowie 2013 hervor:

  • Die maximale Schneehöhe in einer Landeshauptstadt: 96 cm am Flughafen Innsbruck im Jahre 1962
  • Die kälteste Weihnachtsnacht: -27,9 Grad in Kitzbühel im 1962
  • Kältester Tag: Maximal -19.8 Grad in Vils (Tirol) im 1962.
  • Die maximale Schneehöhe in Wien bzw. im Flachland wurde im 1969 verzeichnet mit etwa 30 cm in Wien und 50 cm in St. Pölten.
  • Wärmerekord: Im Jahre 2013 trieb der Föhn die Temperatur in Salzburg auf bis zu 19,1 Grad
  • Auf den Bergen wurden am 25.12.2013 Orkanböen verzeichnet, am Patscherkofel etwa wurden 177 km/h erreicht! Auch in den Tälern war es stürmisch mit bis zu 100 km/h in Innsbruck.
Die größte Wahrscheinlichkeit für Schnee im Osten (grüne Linie) herrscht im Mittel erst Ende Jänner. © UBIMET

Titelbild © AdobeStock

Tief NEO bringt am Sonntag teils stürmischen Wind im Osten

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Österreich liegt derzeit weiterhin am Rande eines umfangreichen Hochs namens ZAFIRA mit Kern über Westeuropa. Am Sonntag zieht über Russland ieht aber ein Tief namens NEO hinweg, damit nehmen die Druckgegensätze im Ostalpenraum deutlich zu. Bereits in den frühen Morgenstunden frischt am 4. Advent kräftiger Westwind auf, im Laufe des Vormittags muss man vom Mostviertel bis ins Wiener Becken dann mit stürmischem Westwind rechnen.

Bodenwetterkarte für Sonntagmittag. © UBIMET

Föhnig und mild

Besonders in den westlichen und südlichen Außenbezirken Wiens, in den Regionen entlang der Thermenlinie sowie generell in exponierten Lagen des Wienerwalds zeichnen sich stellenweise teils schwere Sturmböen um 90 km/h ab. In den Hochlagen wie etwa auf der Jubiläumswarte in Ottakring sind auch Böen um 100 km/h in Sicht. Sturmböen um 75 km/h sind dagegen im südlichen Wiener Becken, in Teilen des Mostviertels sowie im Osten Wiens zu erwarten. Der föhnige Westwind treibt die Temperaturen in die Höhe, besonders im Steinfeld sowie rund um das Grazer Becken gibt es Spitzenwerte um 10 Grad.

Modellprognose der Windspitzen am Sonntag. © UBIMET
Sturmwarnungen für den Sonntag. © www.uwz.at

Sonntagnacht Kaltfront

In der Nacht auf Montag zieht die Kaltfront von Tief NEO durch und bringt im Nordosten etwas Regen. Die Schneefallgrenze sinkt von 700 gegen 500 m ab. Bis Montagmorgen klingt der Regen im Osten überall ab und die Wolken lockern rasch auf, länger nass bleibt es dagegen vom Kaiserwinkl über das Salzkammergut bis ins Mariazellerland. Besonders in den Niederösterreichischen Voralpen und im Mariazellerland sind oberhalb von etwa 600 Meter 5 bis 10 cm Schnee in Sicht.

Neuschneeprognose von Sonntagnacht bis Montagmittag.

Titelbild © www.foto-webcam.eu

Weihnachtswetter ohne Überraschungspotential

Aktuell liegt Deutschland an der Ostflanke des kräftigen Hochs ZAFIRA mit Zentrum über den Britischen Inseln. Beständiger Hochdruckeinfluss im Winter ist oft auch mit einer kompakten Hochnebeldecke verbunden, so wie wir sie auch in diesen Tagen erleben.  Hier ist exemplarisch die Wetterlage am Samstag dargestellt:

Bodendruckkarte und Bewölkung bzw. Niederschlag am Samstag, 18.12.2021. RACE-Modell @ UBIMET.

Am kommenden Sonntag zieht das Zentrum des Hochs etwas weiter nach Norden und zwischen diesem und einem ausgeprägten Tiefdruckgebiet über Westrussland gelangt Deutschland in eine Nordströmung. Mit dieser werden deutlich kältere Luftmassen herangeführt –  da sie relativ trocken sind, gibt es keine großen Auswirkungen auf unser Wetter.

Wetterumschwung

Richtung Heiligabend wird es aber wettertechnisch spannender, denn zur Wochenmitte schwächt sich der Hochdruckeinfluss über Westeuropa ab und ein Tief über dem Atlantik greift in unser Wettergeschehen ein. Am Donnerstag, den 23. Dezember gelangt Mitteleuropa allmählich in eine südwestliche Strömung und mit dieser gelangen nun mildere Luftmassen nach Deutschland. Dabei baut sich am Freitag (24. Dezember) eine Luftmassengrenze auf, die sich im Laufe des Tages quer über die Bundesrepublik von Südwest nach Nordost hinwegbewegt.

Animation der zu erwartenden Niederschlagsart um den Weihnachtstag herum. Quelle: ECMWF.

Entlang dieser fällt an ihrer Nordseite noch etwas Schnee, bevor sich unter dem Warmluftvorstoß aus dem Süden überall Regen durchsetzt. Von der Mitte des Landes nordwärts ist zudem im Laufe des Tages mit Glatteis durch gefrierenden Regen zu rechnen!

Am Weihnachtstag selbst wird ganz Deutschland dann von den relativ milden Luftmassen erfasst.

Äquivalentpotentielle Temperatur in etwa 1500 m Höhe am 25. Dezember, sie charakterisiert die Eigenschaften der Luftmasse – Orange bzw. rot stehen für milde und energiereichere, Blau bzw. Violet für kalte Luftmassen. Quelle: ECMWF, UBIMET

Ein Vergleich verschiedener Wettermodelle zeigt aus heutiger Sicht keine markanten Unterschiede, somit erwartet uns aller Voraussicht nach ein relativ mildes und zum Teil verregnetes Weihnachten.

Titelbild: www.pixabay.com

 

Blocking-Lage sorgt bis Sonntag für trockenes und mildes Wetter

Im westlichen und südlichen Bergland herrscht oft sonniges Wetter bei sehr guter Fernsicht - www.pixabay.com

Am Donnerstag verstärken sich gleich zwei Hochs über Mittel- und Westeuropa weiter und verlagern sich zum Wochenende hin in Richtung Britische Inseln.

Wetterlage am Donnerstag - www.uwz.at
Wetterlage am Donnerstag – www.uwz.at

Blocking-Lage

Solch eine Wetterlage wird unter Meteorologen als „Blocking-Lage“ benannt, weil das Hoch die sonst bei uns vorherrschenden Westwinde und Wetterfronten aus dem Atlantik blockiert bzw. nach Norden umlenkt. Diese Konstellation gilt als sehr stabil und kann oft mehrere Tage wenn nicht gleich ein paar Wochen anhalten. Die Osthälfte Österreichs verbleibt somit bis inklusive Sonntag am Rande der zunehmenden Tiefdrucktätigkeit über Osteuropa in einer straffen, leicht unbeständigen und nur etwas kühleren Nordströmung. Die richtig kalte Polarluft aus Nordosten erfasst vorerst nur den Südosten Europas. Der Westen Österreichs steht hingegen eindeutig unter dem Einfluss des Hochs.

Animation der Großwetterlage bis zum Beginn der Weihnachtswoche (blau = Tiefdruckeinfluss, rot = Hochdruckeinfluss) - ECMWF-IFS, UBIMET
Animation der Großwetterlage bis zum Beginn der Weihnachtswoche (blau = Tiefdruckeinfluss, rot = Hochdruckeinfluss) – ECMWF-IFS, UBIMET

Uns steht somit ein wettertechnisch ruhiges, warnfreies und nur nach Osten zu zeitweise etwas abwechslungsreicheres Ende der Woche bevor. Im Kern des Hochs (zwischen England und den Westalpen bzw. den Pyrenäen) ist in den kommenden 6 Tagen oft sogar kein einziger Tropfen in Sicht!

Aufsummierte Niederschlagsmenge bis zum kommenden Dienstag - ECMWF-IFS Modell, UBIMET
Aufsummierte Niederschlagsmenge bis zum kommenden Dienstag. Im Kern des Hochs bleibt es komplett trocken! – ECMWF-IFS Modell, UBIMET

Hoch lässt Luftmassen kreisen

Das kräftige Hoch ist nämlich so stabil, dass sich die Luft in der Höhe (auf etwa 3000 m) buchstäblich im Kreis dreht. Im unteren Bild sind die Trajektorien der Luftmassen in Bregenz und in Wien für die kommenden Tagen dargestellt. Die Luft, die heute über dem Ärmelkanal bzw. Nordfrankreich zu finden ist, wird rund um das Hoch umgelenkt und kommt dann am Sonntag aus Norden wieder zu uns. Das Fahrgeschäft des Wetters!

Trajektorien der Luftmasse in Wien und Bregenz bis zum kommenden Sonntag - HYSPLIT-Modell - https://www.arl.noaa.gov/
Trajektorien der Luftmasse in Wien und Bregenz bis zum kommenden Sonntag – HYSPLIT-Modell – https://www.arl.noaa.gov/

Zusammengefasst heißt das für uns: Bis inklusive Sonntag ist unspektakuläres, oft trockenes und teils sonniges Wetter in Sicht. Nur in exponierten Lagen des Alpenostrandes und des Ostens frischt zum Wochenende hin teils kräftiger Nordwestwind auf. Zudem bleiben die Temperaturen vor allem in höheren Schichten nach Westen zu deutlich zu mild für die Jahreszeit. Im Südosten sind dank des föhnigen Nordwindes sogar Höchstwerte im zweistelligen Bereich – zumindest lokal – in Reichweite.

Winterlich kalte Weihnachtszeit?

Doch eine Umstellung hin zu deutlich kälterem Wetter könnte sich pünktlich zu Beginn der Weihnachtswoche verwirklichen. Laut probabilistischen, mittelfristigen Prognosen könnte ab Montag oder Dienstag kontinentale Polarluft zumindest in den Osten des Landes einfließen. Höchstwahrscheinlich würde es sich aber vorerst um sehr kalte, aber auch sehr trockene (= wenig bis kaum Niederschlag) Luft handeln.

Mittelfristige Tendenz für Wien und Bregenz - ECMWF Ensemble-Modell
Mittelfristige Tendenz für Wien und Bregenz – ECMWF Ensemble-Modell

Dank der zuerst sehr trockenen und später auch höchstwahrscheinlich kalten Tendenz gibt es schon ein paar Städte (Klagenfurt und Lienz, wo immer noch knappe 20 cm Altschnee liegen) wo weiße Weihnachten bereits jetzt recht wahrscheinlich sind. Für Klagenfurt war dies das letzte Mal vor 10 Jahren der Fall!

Geschlossene Schneedecke am 24.12. ("Weiße Weihnachten") in den Landeshauptstädten in den letzten Jahrzehnten - UBIMET, ZAMG
Geschlossene Schneedecke am 24.12. („Weiße Weihnachten“) in den Landeshauptstädten in den letzten Jahrzehnten – UBIMET, ZAMG

Die anderen Landeshauptstädte müssen noch auf eine sicherere Wetterprognose für die Weihnachtszeit warten. Von kräftigem und stürmischem Weihnachtstauwetter gibt es heuer jedenfalls höchstwahrscheinlich keine Spur!

 

Titelbild: Im westlichen und südlichen Bergland herrscht oft sonniges Wetter bei sehr guter Fernsicht – www.pixabay.com

Inversionswetterlagen und Industrieschnee

Emissions und Industrieschnee. @shutterstock.com/Anatoliy Berislavskiy

Industrieschnee entsteht bei Hochdrucklagen mit tief liegendem Hochnebel oder Nebel durch Emissionen von Wasserdampf und/oder feinen Ruß- und Staubpartikeln vor allem aus größeren Industrieanlagen wie Kraft- oder Heizwerke. Voraussetzung ist eine ausgeprägte Temperaturinversion mit sehr kalter, frostiger Luft in den Niederungen und milder und trockener Luft in mittleren Höhenlagen (am Boden sollte es mindesten 10 Grad kälter sein als oberhalb der Inversion). Häufig ist Industrieschnee nur auf wenige hundert Meter beschränkt, kann aber im Extremfall in kurzer Zeit eine mehrere Zentimeter dicke Schneeschicht verursachen.

Menschengemacht

Aufgrund des generell höheren Schadstoffausstoßes durch das größere Verkehrsaufkommen und die ausgeprägte Industrie hält sich über Städten oftmals eine drei- bis fünfmal höhere Konzentration an Kondensationskernen, was die Entstehung von Nebel und mitunter auch von Niederschlag begünstigt. Allerdings betrifft dies oft nur kleine Teile oder das nähere Umland der Städte, da sich der Niederschlag auf die windabgewandten Seiten der Industrieanlagen beschränkt. Dieser Schnee ist oft feinkörniger als normaler Schnee, da er aus deutlich geringeren Höhen stammt.


Titelbild © shutterstock.com/Anatoliy Berislavskiy

Weiße Weihnachten: Trend und Klimatologie

Weihnachten

Weiße Weihnachten in den Niederungen sind generell selten. Allgemein spielt dabei die Seehöhe eine wichtige Rolle: Ab einer Höhe von etwa 500 m liegt die Wahrscheinlichkeit im Mittel bei 40 %, in 800 m Höhe bei 70 % und ab 1.200 m über 90 %. Heuer liegt in den Alpen bereits viel Schnee, dementsprechend gibt es vor allem in höheren Tallagen eine günstige Ausgangslage. Vor allem in Klagenfurt bzw. generell in Osttirol und Kärnten sowie im Arlberggebiet sind weiße Weihnachten also sehr wahrscheinlich. Gute Chancen gibt generell in den Bergen oberhalb von etwa 800 m Seehöhe, im Flachland sieht es dagegen nach grünen Weihnachten aus.

Wahrscheinlichkeit für Schnee am 24. Dezember und maximale Schneehöhe seit 1951 @ UBIMET
Wahrscheinlichkeit für Schnee am 24. Dezember und maximale Schneehöhe seit 1951 @ UBIMET

Wahrscheinlichkeit nimmt ab

Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten im Flachland nimmt im Zuge des Klimawandels ab, so hat sich die Zahl der Tage mit Schnee am 24. Dezember seit Anfang der 80er Jahre in etwa halbiert. Vor allem in den 2000ern hat die Häufigkeit deutlich abgenommen: In Wien und Eisenstadt war es letztmals vor neun Jahren weiß. In Innsbruck wurde im Jahr 2017 zwar eine Schneedecke von 2 cm Schnee gemeldet, tatsächlich handelte es sich dabei aber nur um die letzten Reste einer Altschneedecke am Stadtrand. Am längsten ohne Schnee zu Weihnachten auskommen muss man in Sankt Pölten, wo zuletzt 2007 am 24. Dezember Schnee lag.

Weiße Weihnachten in den Landeshauptstädten stellen mittlerweile die Ausnahme dar, auch im Jahr 2020 war es grün. © UBIMET

Viel Schnee im Jahr 1969

Besonders in den 60er Jahren lag zu Weihnachten häufig Schnee, in Klagenfurt war es damals sogar jedes Jahr weiß. Die Rekorde aus dem Jahr 1969 im Norden und Osten haben bis heute Bestand: Damals gab es in Wien 30 cm, in Eisenstadt 39 cm und in St. Pölten sogar 50 cm der weißen Pracht. Letztmals Schnee in allen Landeshauptstädten zu Weihnachten gab es hingegen im Jahr 1996.

Klimatologische Wahrscheinlichkeit für Neuschnee zu Heilig Abend. © UBIMET

Titelbild © Adobe Stock

Wie Tornados klassifiziert werden

Der nationale Wetterdienst der USA, im besonderen das Sturmvorhersagezentrum (SPC), hat die Aufgabe im Nachhinein die Stärke eines Tornados zu klassifizieren. Dafür wird die als „Enhanced Fujita Scale“, kurz EF-Skala, bezeichnete Klassifikationsskala verwendet.

Enhanced Fujita Scale

Dabei kommt es in erster Linie auf die Schäden an, die ein Tornado verursacht hat. Hierzu wird eine Vorortuntersuchung durch Experten aus Meteorologie, Ingenieurwesen und Biologie durchgeführt, wie derzeit unter anderem in Kentucky. Die Experten haben dabei einen ganzen Katalog an Schadensmustern zu analysieren und zu bewerten.

Ein Hauptkriterium ist zum Beispiel die Beschaffenheit eines Gebäudes. Handelt es sich um ein einfaches Holzhaus kann ein nur mäßiger Tornado bereits ein großes Schadensbild hervorrufen. Ist hingegen ein solide gebautes Gebäude schwer beschädigt müssen die Kräfte schon deutlich höher gewesen sein. Ähnliches kann auch über Vegetation gesagt werden. Hierbei spielen insbesondere Bäume eine wichtige Rolle.

Hat ein Baum nur Äste verloren war der Tornado eher schwach. Wurde hingegen die Rinde abgeschält und/oder der Baum zur Hälfte abgebrochen, muss der Tornado schon  kräftiger gewesen sein. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht:

Skala Windgeschwindigkeit in km/h Schaden
EFU nicht definiert Schäden können nicht klassifiziert werden
EF0 105-137 Geringer Schaden
EF1 138-177 Moderate Schäden
EF2 178-217 Deutliche Schäden
EF3 218-266 Schwere Schäden
EF4 267-322 Sehr schwere Schäden
EF5 >322 Extreme Schäden

Dabei entspricht ein geringer Schaden z.B. einem teilweise abgedeckten Dach. Unter „deutlichen Schäden“ fallen beispielsweise abgedeckte Dachstühle oder umgekippte Bäume. Extreme Schäden bedeuten schließlich, dass ganze Häuser von ihren Fundamenten gerissen wurden, Autos teils hunderte Meter verfrachtet wurden und Bäume nahezu vollständig entrindet sind.

Ein Manko für manche ist, dass ein Tornado, der für kurze Zeit extreme Windgeschwindigkeiten aufweisen kann und sich rasch wieder abschwächt, bisweilen eine zu geringe Klasse gewählt wird. Dies ist zum Beispiel beim Tornado von El-Reno in Oklahoma vom 31.5.2013 der Fall. Hier wurden für kurze Zeit Windgeschwindigkeiten von über 400 km/h gemessen, schlussendlich wurde er aber als EF3 klassifiziert, da er nur zum Ende hin einen Bauernhof zerstörte und ansonsten über Felder zog.

EF5 in Kentucky?

Bei dem verheerenden Tornado (siehe Blog) vor wenigen Tagen wird den ersten Einschätzungen nach von Windgeschwindigkeiten bis 300 km/h oder sogar darüber ausgegangen. Dies würde eine Tornado der Klasse EF4 entsprechen. In den nächsten Tagen wird sich erweisen, ob der Tornado nicht aber auch als ein EF5-Tornado klassifiziert wird.

Titelbild: https://twitter.com/HenryRothenberg/status/1470419300984971277/photo/3

 

Kräftiges Hoch bringt ruhiges Wetter

Aktuell liegt (noch) verbreitet Schnee

Die Schneefälle der vergangenen Woche haben das Land verbreitet in ein weißes Kleid gehüllt, im Flachland geht es der Schneedecke jedoch schon wieder an den Kragen. Heute morgen meldeten Wien, Eisenstadt und Innsbruck noch 2-3 cm Schnee, etwas mehr Schnee liegt in Graz und Bregenz mit 8 bzw. 10 cm. Die schneereichste Landeshauptstadt ist eindeutig Klagenfurt, wo zum Wochenstart 27 cm der weißen Pracht gemessen wurden. Es gibt jedoch auch schon schneefreie Regionen im Land, so präsentieren sich St. Pölten und Umgebung ebenso wie Teile des oberösterreichischen Zentralraums wieder im tristen braun. Viel Schnee melden naturgemäß etwas höhere Tallagen der Alpen, so liegen exemplarisch in Schröcken derzeit 86 cm, in Schmirn 42 cm und in Radstadt 35 cm.

Die Schneehöhen am Montag.

Die Gesamtschneehöhe der Landeshauptstädte am Montagmorgen um 07 Uhr:

Landeshauptstadt Schneehöhe
Wien 2 cm
St. Pölten 0 cm
Eisenstadt 3 cm
Linz 0 cm
Klagenfurt 27 cm
Graz 8 cm
Salzburg 4 cm
Innsbruck 3 cm
Bregenz 10 cm

Kräftiges Hoch kommt

Die kommenden Tage verheißen für die verbleibende Schneedecke im Flachland nichts Gutes – Neuschnee ist nämlich bis zum Wochenende nicht in Sicht. Im Gegenteil, ab morgen stellt sich stabiles Hochdruckwetter ein. Das kräftige Hoch platziert sich dabei über Nordfrankreich und Großbritannien und lässt atlantischen Tiefs samt ihrer Frontensysteme keine Chance, bis nach Österreich voranzukommen. Zudem liegen die Höchstwerte in den kommenden Tagen meist zwischen 0 und +8 Grad, womit es dem Schnee abseits der Alpen vielerorts an die Existenz geht. In den Alpen selbst hält sich das Tauwetter in Grenzen, hier wird sich die Schneedecke auf jeden Fall halten können.

Hier exemplarisch die Wetterlage am Freitag: Das kräftige Hoch über den Britischen Inseln dominiert in weiten Teilen Europas:

Hochdruckeinfluss bedeutet aber nicht zwangsläufig Sonnenschein, so sorgen Hochnebel und tiefliegende Wolken abseits der Berge vielfach für trübe Verhältnisse. Am meisten Sonnenschein gibt es in dieser Arbeitswoche von Vorarlberg bis Salzburg und Kärnten.

Neuschnee am 4. Adventswochenende?

Zum Wochenende hin zieht sich das Hoch weiter nach Norden zurück, somit wird der Weg frei für deutlich kältere Luft aus Osteuropa. Aus heutiger Sicht gibt es rund um den 4. Advent somit nur noch Höchstwerte um den Gefrierpunkt und mit einer Kaltfront fällt v.a. in der Osthälfte zeitweise Schnee. Auch in der Weihnachtswoche geht es tendenziell kalt und wechselhaft weiter. Wo sich der Schnee also bis zum kommenden Wochenende hält, stehen die Chancen für eine weiße Weihnacht sehr gut. Und auch im Flachland bestehen berechtigte Hoffnungen, dass sich Weihnachten 2021 kurzfristig noch weiß präsentieren könnte.

Der früheste Sonnenuntergang des Jahres

Der früheste Sonnenuntergang des Jahres

Der kürzeste Tag des Jahres ist der 21. Dezember, dann erreicht die Sonne in den Breiten unterhalb des südlichen Wendekreises den Höchststand. Nördlich des Polarkreises (66,57° N) ist es dagegen durchgehend finster.

Der früheste Sonnenuntergang findet bereits vor der Sonnenwende statt
Die Tageslänge im Laufe des Jahres (grau = Nacht; weiß = Tag).

Aufgrund der Neigung der Erdachse und der elliptischen Umlaufbahn unseres Planeten erfolgte der früheste Sonnenuntergang des Jahres hierzulande bereits am gestrigen 11. Dezember und nicht erst zur Wintersonnenwende am kürzesten Tag. Den spätesten Sonnenaufgang gibt es hingegen erst zu Neujahr, danach nimmt die Tageslänge sowohl am Morgen als auch am Abend langsam wieder zu.

Anbei eine Übersicht (Sonnenaufgang und Sonnenuntergang):

11. Dezember 21. Dezember 1. Januar
Wien 7:35 bis 16:00 7:43 bis 16:03 7:45 bis 16:11
Berlin 8:07 bis 15:51 8:15 bis 15:53 08:17 bis 16:01
Bern 8:06 bis 16:40 8:13 bis 16:42 8:16 bis 16:50

Bei winterlichem Tornadoausbruch in den USA viele Tote

Tornadobildung

Für die Bildung eines Tornados sind zwei Dinge hauptverantwortlich, zum einen muss der Wind mit der Höhe zunehmen, zum anderen muss sich die Windrichtung mit der Höhe verändern. Beides zusammen lässt sich mit Hilfe eines Hodographen studieren. Dabei wird die gemessene Windgeschwindigkeit mit der Höhe dargestellt, der Winkel entspricht der Windrichtung und die Länge der Geschwindigkeit. Die kleinen Zahlen geben die Höhe in Hektofuß (eine gebräuchliche Höhenangabe aus der Luftfahrt) an.

Hodograph in der weiteren Umgebung des Tornados am 11.12.2021 um 1 Uhr MEZ.

Man erkennt, dass der Wind mit der Höhe nach rechts dreht und deutlich an Stärke zunimmt. Von etwa 20 km/h (10 kt) in Bodennähe sind es in ungefähr 2000 m (kleine 69 im Bild) bereits rund 90 km/h (50 kt). Dies entspricht einer extremen Geschwindigkeitsscherung. Zudem dreht die Windrichtung von fast Süd mit 200 Grad auf 230 Grad in 2000 m Höhe.

Dies sind ideale Bedingungen für die Bildung von Superzellen. Die mit der Höhe zunehmende Geschwindigkeit erzeugt eine Rotation, wie sie in der Graphik unten erkennbar ist an dem Football. Wird diese Rotation gestreckt (Pirouettenfeekt) und in einem Aufwind aufgerichtet, ist eine Superzelle entstanden. Zusätzlich kann Rotation am Niederschlagsfuß entstehen und dann ebenfalls mittels Streckung und Kippung einen Tornado bilden.

 

Schema einer Superzelle. © https://sites.psu.edu/pmarkowski/how-tornadoes-form/
Schema einer Superzelle. © https://sites.psu.edu/pmarkowski/how-tornadoes-form/

Auswirkungen

Ein besonders heftiger Tornado hat in der Kleinstadt Mayfield in Kentucky große Schäden hinterlassen, wie die folgenden Tweets zeigen. In Summe kamen bei dem Tornadoausbruch nach bisherigen Erkenntnissen mehr als 50 Menschen ums Leben. Dabei wurden bei dem Ausbruch mehr als 30 Tornados beobachtet.

Der unten stehende Tweet zeigt die Radarbilder der für den heftigen Tornado verantwortlichen Superzelle. Das Titelbild zeigt den Tornado aufgenommen vom bekannten Storm Chaser Reed Timmer.

 

Titelbild: https://twitter.com/ReedTimmerAccu/status/1469580898546995203/photo/1

Viele Tote bei Tornadoausbruch im mittleren Westen der USA

Wettersituation

Im Vorfeld eines Troges bildete sich am Freitag über Colorado im mittleren Westen der USA ein Tief, welches in der Folge nordostwärts in Richtung Michigan zog. Im Vorfeld wurde für die Jahreszeit sehr milde Luft vom Golf von Mexiko weit nach Norden geführt. Dabei wurde es im weiten Umfeld des Mississippi-Flusses 10 bis 20 Grad wärmer als üblich. Die unten stehende Graphik zeigt diese enorme Abweichung. Mit der Wärme kam gleichzeitig auch bodennah feuchte Luft mit, in Summe war die Luftmasse mit der im Monat März vergleichbar.

Abweichung der 2 Meter Temperatur am Samstagmorgen © http://www.karstenhaustein.com/reanalysis/gfs0p5/ANOM2m_ntham/verification/ANOM2m_f00_verification_ntham.html

Bedingungen für Tornados

Da auf der Rückseite der Kaltfront winterlich-kalte Luft aus dem südlichen Kanada nach Süden strömte, gab es an der Front einen Temperaturunterschied von rund 20 Grad. Daher gab es im Vorfeld der Front einen sogenannten Low-Level-Jet, einen Bereich mit deutlich erhöhten Windgeschwindigkeiten in den untersten Schichten der Atmosphäre, man spricht dabei auch von Windscherung. Dies ist extrem günstig für Tornadobildung. Die unten stehende Graphik zeigt anhand des Football-Balls, wie in Superzellen, die vertikale Scherung durch Kippung und Streckung, sowohl den Aufwind rotieren lassen, als auch für Tornadobildung sorgen.

Schema einer Superzelle. © https://sites.psu.edu/pmarkowski/how-tornadoes-form/
Schema einer Superzelle. © https://sites.psu.edu/pmarkowski/how-tornadoes-form/

Auswirkungen

Bei den entstandenen Tornados kamen bisherigen Schätzungen zufolge mehr als 50 Menschen ums Leben, da mehrere Industriekomplexe schwer getroffen wurden, in denen viele Arbeiter anscheinend im Schichtbetrieb arbeiteten. Die Bilder und Videos zeigen die stark getroffene Stadt Mayfield in Kentucky.

 

In dem unteren Tweet ist die aus Radardaten abgeleitete Rotationsspur der Superzelle dargestellt. Die Länge der Spur ist weit über unglaubliche 200 km lang und führt durch 4 Bundesstaaten. Daher wird der Tornado auch „Quad-State tornado“ genannt, in Anlehnung an den „Tri-State Tornado“, der zuvor die längste Spur der Messgeschichte hervorbrachte.

 

Titelbild: https://twitter.com/AlaStormTracker/status/1469498784946307072/photo/1

Tornadoausbruch im mittleren Westen der USA erwartet

Unwetter

Wetterlage

Die Animation (Anklicken zum Starten) zeigt die prognostizierte Entwicklung des Tiefs über dem südlichen mittleren Westen der USA nach dem ICON-Modell. Dabei  entsprechen die weißen Linien dem Bodendruck und die Farbe der Temperatur in etwa 1500 m Höhe. Man erkennt, dass das Tief in der Folge nach Nordosten über die Großen Seen zum Atlantik zieht.

Entwicklung der Wetterlage von Freitagvormittag bis Sonntagnachmittag© UBIMET/DWD

Dabei werden für die Jahreszeit sehr warme Luftmassen in den Osten der USA geführt wird. Hier ist es teils 15 bis 20 Grad wärmer als im Durchschnitt, wie die unten stehende Graphik zeigt.

Abweichung der 2 Meter Temperatur
© http://www.karstenhaustein.com/reanalysis/gfs0p5/ANOM2m_ntham/ANOM2m_f24_ntham.html

Tornadogefahr

Diese ungewöhnliche warme und feuchte Luft bildet die Grundlage für die Entwicklung von kräftigen Gewittern. Die Scherung ist aufgrund der hohen Temperaturgegensätze im Umfeld der Kaltfront hoch, sodass die Bildung von Superzellen (rotierende Gewitterzellen) erwartet wird. Zudem nimmt der Wind bereits deutlich an Geschwindigkeit zu im unteren Kilometer der Atmosphäre, somit ist die Bildung von starken Tornados zu erwarten.

Die Vorhersage des nationalen Wetterdienstes der USA sieht daher eine erhöhte Gefahr (enhanced risk,orange):

Vorhersage des nationalen Wetterdienstes der USA © spc.noaa.gov

Sturm über den großen Seen

Mit dem Tief wird es am Sonntag stürmisch im Bereich der großen Seen. Insbesodners für den Huronsee, den Eriesee und den Ontariosee werden am Sonntag teils orkanartige Böen vorhergesagt. Die unten stehende Graphik zeigt die prognostizierten Böen des europäischen Modells.

Spitzenböen von Samstagabend bis Sonntagabend © ECMWF

 

Titelbild: Adobe Stock

Am Donnerstag landesweit Schnee, auch in Wien bis zu 15 cm in Sicht

Tiefwinterliche Wetterverhältnisse in Wien - Archivbild, Nikolas Zimmermann

Am Mittwoch vertieft sich ein Italientief weiter und zieht am Donnerstag über Ungarn hinweg in Richtung Polen, unter Meteorologen werden solche Tiefs auch als „5B-Tiefs“ bekannt. Diese bringen typischerweise nicht nur im Bergland, sonder auch dem äußersten Osten und Südosten Österreichs die größten Neuschneemengen.

Wetterlage am Donnerstag - uwz.at
Wetterlage am Donnerstag – uwz.at

Bereits Mittwochabend und in der Nacht auf Donnerstag breitet sich teils kräftiger Schneefall auf den Großteil Österreichs aus, wobei die größten Schneemengen zunächst in Osttirol und Kärnten sowie in Vorarlberg zu erwarten sind. Im Frühverkehr am Donnerstag sind aber im ganzen Land winterliche Verhältnisse einzuplanen. In den Morgenstunden verlagert sich der Schwerpunkt vom Bergland mehr und mehr in den Osten und Südosten des Landes und vom Weinviertel über Wien bis ins Burgenland schneit es am Vormittag kräftig. In der zweiten Tageshälfte muss man im Osten weiterhin mit tiefwinterlichen Straßenverhältnissen rechnen, ansonsten lässt die Intensität deutlich nach.

Regional stärkster Schneefall in 10 Jahren

Mit Abzug des Tiefs nach Nordosten klingt der Schneefall in der Nacht auf Freitag auch im Nordosten ab. Bis dahin kommen aber vom Weinviertel über Wien bis ins Nord- und Mittelburgenland verbreitet 10 bis 20 cm Schnee zusammen bzw. im Seewinkel und an der March stellenweise auch etwas mehr. Solch ein markantes Schneeereignis im östlichen und südöstlichen Flachland gab es zuletzt im Winter 2012/2013 und somit vor knappe 10 Jahren. Im Bergland muss man verbreitet mit 20 bis 40 cm Neuschnee rechnen. In Vorarlberg, Osttirol und Oberkärnten kommen gebietsweise auch bis zu 50 oder 60 cm der weißen Pracht hinzu. Aber auch sonst sind in ganz Österreich 5 bis 10 cm zu erwarten, lediglich im westlichen Donauraum rund um Linz bildet sich aller Voraussicht nach nur eine sehr dünne Schneedecke aus. Eine landesweite Schneedecke anfangs Dezember kommt es klimatologisch gesehen etwa jede 5 Jahre vor.

Prognostizierte Neuschneemenge bis Freitagfrüh - UBIMET UCM-Modell
Prognostizierte Neuschneemenge bis Freitagfrüh – UBIMET UCM-Modell

Der Schnee ist gekommen, um zu bleiben

Nach einer kurzen Wetterberuhigung am Freitag setzt im Westen bereits in der Nacht auf Samstag vorübergehend wieder kräftiger Schneefall ein und auch am Wochenende geht es entlang der Nordalpen winterlich weiter. Hier kommen ein paar Zentimeter Neuschnee hinzu. Große Neuschneemengen sind nach derzeitigem Stand aber nicht mehr zu erwarten und im Süden kommt dank kräftigen Nordföhns wieder häufig die Sonne zum Vorschein. Die Temperaturen bleiben aber landesweit auf einem winterlichen Niveau. Erst in der neuen Woche ist eine leichte Erwärmung in der Höhe wahrscheinlich, wobei gleichzeitig die Neigung zu kalten und nebelanfälligen Inversionen in den Niederungen der Osthälfte zunimmt. Der gefallene Schnee könnte sich somit bis in die zweite Dezemberhälfte hinein nicht nur im Bergland, sondern auch in manchen Niederungen relativ gut erhalten. Vor allem in den Alpen und im Süden steigt damit auch die Chance für weiße Weihnachten.

Mittelfristige, probabilistische Prognose für Wien und Innsbruck - ECMWF Ensemble-Modell
Mittelfristige, probabilistische Prognose für Wien und Innsbruck – ECMWF Ensemble-Modell

 

Titelbild: Tiefwinterliche Wetterverhältnisse in Wien – Archivbild, Nikolas Zimmermann

Zu Wochenmitte teils kräftiger Schneefall

Am Dienstagabend erreicht das okkludierte Frontensystem des Tiefs HARRY mit Zentrum über den Britischen Inseln den Westen Deutschlands.

Satellitenbild um 19 Uhr MEZ. Quelle: EUMETSAT, UBIMET.

In den Abendstunden setzen zunächst im Westen, später dann auch im Südwesten Schnee und Regen ein. In den tiefen Lagen von NRW sowie im Rheingraben handelt es sich meist um Regen.

In der Höhe werden milde Luftmassen in den Süden des Landes über die kalte bodennahe Luft herangeführt. Wenn dann der Niederschlag einsetzt, kann es in der Früh zu Glatteis kommen. Vom Bodensee über die Schwäbische Alb und das westliche Oberbayern bis nach Unterfranken und Hessen sollte man also Mittwochfrüh vorsichtig sein.  Hier noch eine Karte mit den am wahrscheinlichsten betroffenen Gebieten:

Gefahr von gefrierendem Regen Mittwochnacht bzw. Mittwochfrüh (orange und rot = leichte bzw. mäßig bis hohe Gefährdung). UBIMET

Am Mittwoch wird sich im Laufe des Tages auch im Süden in allen Höhen kältere Luft durchsetzen. Tagsüber kommt die Front dann quer über Deutschland zu liegen und dabei fällt von der Nordsee bis zum Bodensee etwas Schnee, je weiter nach Süden umso mehr.

Frontenkarte für Mittwoch, den 08. Dezember um 13 Uhr MEZ. Quelle: DWD.

In der Nordhälfte verliert die Front allmählich an Kraft, über dem Golf von Genua bildet sich aber ein neues Tief und dieses verstärkt den Niederschlag im Süden des Landes.

Neuschnee von Mittwochabend bis Donnerstagnachmittag.

Von Mittwoch bis Donnerstagabend ist in einem Streifen vom Allgäu über die Fränkische Alb bis zum Thüringer Wald und dem Harz mit einigen Zentimetern Neuschnee zu rechnen.

Neuschneesumme für Mittwoch und Donnerstag. UCM @ UBIMET

 

 

Titelbild: Winterwonderland ( www.pixabay.com)

Zur Wochenmitte lokal wieder viel Neuschnee

Erste schwache Front am Dienstag

Bis Montagabend herrschen weitgehend ruhige Bedingungen, ein paar Schneeschauer gehen heute noch im Nordstau der Alpen nieder. In der Nacht auf Dienstag setzt in Vorarlberg mit der Front eines Nordseetiefs leichter bis mäßiger Schneefall ein.

Der Dienstag startet somit in Vorarlberg und Nordtirol mit Schneefall, im Laufe des Tages verlagert sich dieser unter Abschwächung über Salzburg hinweg nach Oberösterreich und ins westliche Niederösterreich. Im Rheintal und Innviertel mischt sich vorübergehend auch Regen dazu. Die Intensität des Niederschlags lässt dabei mit jedem Kilometer nach Osten nach. Spätestens am Abend trocknet es überall wieder ab.

Diese erste Front bringt lediglich in höheren Lagen Vorarlbergs (Bregenzerwald – Kleinwalsertal – Arlberg – Silvretta) sowie in Nordtirol nahe des Arlbergs nennenswerten Schneezuwachs von 10-15 cm. Sonst fallen die Schneemengen in den Nordalpen deutlich geringer aus.

Neuschneemenge am Dienstag.

Föhnsturm und Neuschnee am Mittwoch

Am Mittwoch, zu Mariä Empfängnis, wird es im Vorfeld eines Sturmtiefs über den Britischen Inseln vorübergehend föhnig, ehe das zugehörige Frontensystem auf Österreich übergreift. Zudem bildet sich ein Tief über Norditalien, womit im Westen und Süden große Schneemengen zu erwarten sind.

Hier die Großwetterlage mit dem Sturmtief HARRY über Großbritannien:

Die Großwetterlage am Mittwoch.

Zunächst weht von Innsbruck ostwärts teils stürmischer Föhn. Dieser hält den Niederschlag noch etwas zurück, sodass sich der Schneefall in der ersten Tageshälfte auf Vorarlberg konzentriert. Am Nachmittag bricht der Föhn von Westen her zusammen und der teils kräftige Schneefall greift auch mehr und mehr auf Tirol sowie Kärnten über. Im Süden schneit es v.a. zum Abend hin intensiv. In der Nacht auf Donnerstag erfasst der Schneefall dann den Großteil Österreichs, wobei die größten Schneemengen weiterhin Osttirol und Kärnten sowie Richtung Vorarlberg zu erwarten sind.

Winterlicher Donnerstag

Der Donnerstag startet im Großteil des Landes mit Schneefall, dieser wird im Laufe des Tages aber überall seltener und klingt auch in den Nordalpen bis zum Abend ab.

Die Neuschneemengen lassen sich durchaus sehen:

Neuschneemenge am Mittwoch + Donnerstag.

Ein Schwerpunkt wird dabei Vorarlberg und das Tiroler Oberland bzw. der Tiroler Alpenhauptkamm sein. In diesen Regionen fallen oft 15-30 cm Neuschnee, bis zu 40 oder sogar 50 cm sind rund um den Arlberg in den Hochtälern möglich. Der zweite Niederschlagsschwerpunkt liegt eindeutig in Osttirol und Oberkärnten. Hier sind verbreitet 30-50 cm Neuschnee zu erwarten, in Richtung Karnische Alpen auch mehr als ein halber Meter. Mengen um 20 cm sind aber auch in Villach oder Klagenfurt zu erwarten. In den Salzburger Tauerntälern kündigen sich ebenfalls 20-30 cm Neuschnee an. Auch abseits der genannten „Hotspots“ fällt in den Alpen vielerorts Schnee, wobei vom Karwendel über die Kitzbüheler Alpen bis zur Koralpe kaum mehr als 10-20 cm zusammenkommen. Eine dünne Schneedecke ist auch abseits der Alpen möglich, allerdings selten mehr als 5 cm mächtig.

Am Freitag und am Wochenende sind aus heutiger Sicht keine nennenswerten Schneemengen mehr zu erwarten.

Am 2. Advent in Kärnten und Salzburg teils kräftiger Schneefall

Ergiebiger Schneefall

Das winterliche Wetter in Teilen Österreichs setzt sich fort. Nach dem Durchzug einer Warmfront mit teils gefrierendem Regen am Samstag folgt in der Nacht auf Sonntag bereits die nächste Kaltfront. Im Zusammenspiel mit einem Randtief über Norditalien ist am Sonntag vor allem in Kärnten und im zentralen Bergland Neuschnee in Sicht.

Kalte Luftmassen aus Nordwesten treffen auf feuchte Mittelmeerluft. © ECMWF / UBIMET

Regen und Schnee

Der Sonntag verläuft in den zentralen Landesteilen und im Süden häufig winterlich mit zeitweiligem Schneefall, vor allem in den Hohen Tauern und Kärnten schneit es zeitweise auch kräftig. Abseits der Alpen liegt die Schneefallgrenze bei 400 bis 600 m, in der Früh ist im Nordosten sowie stellenweise auch im Grazer Becken und in der Oststeiermark gefrierender Regen möglich. Im Arlberggebiet sowie im Mühl- und Waldviertel überwiegen untertags die trockenen Phasen. Die Sonne zeigt sich am ehesten ganz im Westen zwischendurch. Nördlich der Alpen weht mäßiger Wind aus westlichen Richtungen, sonst bleibt der Wind schwach. Die Höchstwerte liegen zwischen -2 Grad im Lungau und +4 Grad im Rheintal sowie im östlichen Flachland.

Neuschneeprognose für den 2. Advent (zum Vergrößern auf das Bild klicken). © UBIMET

Die größten Neuschneemengen sind in den Hohen Tauern und in den Karawanken zu erwarten, auf den Bergen kommen hier teils mehr als 30 cm Neuschnee zusammen. Aber auch in den Beckenlagen Kärntens sind recht verbreitet 10 bis 15 cm Schnee in Sicht.

Zu Wochenbeginn Wetterbesserung

Am Montag halten sich von Vorarlberg bis Oberösterreich dichte Wolken und vor allem in den typischen Staulagen von den Kitzbüheler Alpen bis ins Mariazellerland gehen ein paar Schneeschauer nieder, die Mengen bleiben in Summe aber gering. Im Osten und Süden bleibt es hingegen meist trocken mit mit einigen Sonnenstunden, am Nachmittag lockert es auch ganz im Westen auf. Im Osten frischt tagsüber mäßiger bis lebhafter Nordwestwind auf. Die Temperaturen liegen zwischen -2 Grad in manchen Tälern am Alpenhauptkamm und bis zu +5 Grad im Südosten. Am Dienstag ist dann von Vorarlberg bis in die nördliche Obersteiermark wieder ein wenig Schnee bzw. in tiefsten Lagen im Norden auch Schneeregen in Sicht.

Tief FRANK bringt am Samstag regional Glättegefahr

Eisregen

Mit einer nordwestlichen Höhenströmung gelangen am Freitag kalte Luftmassen nach Österreich und unter Zwischenhocheinfluss lockern die Wolken vorübergehend auf.  Damit gibt es in der Nacht auf Samstag verbreitet teils mäßigen bzw. in den Alpen vom Pinzgau bis in die nördliche Obersteiermark auch strengen Frost.

Tief FRANK zieht auf. © Fu Berlin

In der Nacht zieht aus Westen die Warmfront von Tief FRANK auf, damit steigen die Temperaturen im äußersten Westen bei aufziehender Bewölkung und einsetzendem Regen schon in der zweiten Nachthälfte langsam wieder an und am Samstag geht es am Bodensee und im Rheintal oft schon frostfrei in den Tag.

Prognose der Tiefstwerte in der Nacht auf Samstag. Im Westen werden diese schon in der ersten Nachthälfte erreicht (zum Vergrößern auf die Karte klicken). © UBIMET

Glättegefahr

Am Samstag dominieren meist die Wolken und in Vorarlberg sowie im Außerfern fällt bereits in der Früh Regen oder Schnee. Im Laufe des Tages breitet sich der Niederschlag an der gesamten Alpennordseite aus, die Schneefallgrenze liegt anfangs in den Alpen sowie im Mühl- und Waldviertel in tiefen Lagen,  entlang der Nordalpen steigt sich aber rasch gegen 1300 m an. Damit fällt regional bei Temperaturen um oder knapp unter 0 Grad Regen, wie etwa in Teilen des Donauraums, im Waldviertel oder auch in manchen Tallagen wie dem Ennstal. Am Abend und in der Nacht steigt das Risiko auch im äußersten Osten und am Alpenostrand leicht an, am Alpenhauptkamm fällt dagegen immer häufiger Schnee.

Potential für gefrierenden Regen (orange/rot) am Samstag. © UBIMET

Weitgehend trocken bleibt es vorerst nur im Süden und Südosten, in der zweiten Nachthälfte setzt dann in Kärnten Schneefall bzw. in Südosten Regen ein. Die Höchstwerte liegen zuvor meist zwischen -2 und +3 Grad, nur in Vorarlberg und im Außerfern gehen sich tagsüber 6 bis 8 Grad aus.

Am 2. Advent in Kärnten Schnee

Der 2. Advent verläuft landesweit bewölkt und vor allem in Kärnten, im Süden Salzburgs sowie in der Obersteiermark winterlich mit zeitweiligem Schneefall. Im Osten und Südosten fällt zeitweise etwas Regen, wobei die Schneefallgrenze zwischen etwa 400 und 600 m liegt. Die Sonne zeigt sich höchstens vorübergehend in Vorarlberg und Nordtirol, am Abend gehen dann auch im Bregenzerwald Schneeschauer nieder. Die Temperatur erreicht maximal -2 bis +5 Grad.

Titelbild © AdobeStock

Novemberrückblick: Auffallend unauffällig

Beständige Hochdrucklagen mit anhaltenden Inversionswetterlagen und Nebel waren in diesem Monat Mangelware. Wiederholt prägte Tiefdruckeinfluss das Wettergeschehen im Alpenraum. Insbesondere das letzte Monatsdrittel verlief durch ein blockierendes Hoch über dem Atlantik und einer damit verbundenen feuchten nördlichen Strömung zunehmend winterlich. Gerade seit dem 23. des Monats lagen die täglichen Höchstwerte nicht selten zwischen 2 und 5 Grad unter den für diese Jahreszeit üblichen Temperaturen. Zu Beginn des meteorologischen Winters liegt somit nahezu überall Schnee. Dies ist aber nichts Außergewöhnliches und kommt klimatologisch gesehen etwa alle 5 Jahre vor. Auch die derzeitigen Schneemassen im Bergland fallen in der Langzeitstatistik nicht besonders auf und kommen im Alpenraum fast jedes Jahr vor.

Abweichung der Temperatur vom Klimamittel 1991-2020 @ UBIMET

Landesweit leicht unterdurchschnittlich temperiert

Eine kurze, deutlich mildere Phase gegen Monatsmitte reichte nicht, um den zweiten zu kalten Monat in Reihe zu verhindern. Nach dem Oktober verlief also auch der November eine Spur zu kühl im Vergleich zum allerneusten Klimamittel. Umso erstaunlicher ist damit jedoch, dass der gesamte Herbst 2021, bestehend aus den drei Monaten September, Oktober und November, trotzdem als einer der zwanzig wärmsten der letzten 100 Jahren in die Geschichtsbücher eingehen wird. Ausschlaggebend hierfür ist vor allem der ausgesprochen warme September. Österreichweit fiel der November leicht unterdurchschnittlich temperiert mit geringen regionalen Unterschieden. Vor allem in den westlichen Nordalpen ist die negative Abweichung ausgeprägter, zwischen Osttirol und Oberkärnten wurden hingegen sogar leicht positive Abweichungen verzeichnet.

Regional viel Niederschlag

Der Herbst war bis Ende Oktober rekordverdächtig trocken mit nur der Hälfte des Niederschlags, der normalerweise fällt. Dies hat sich im November im Großteil Österreichs glücklicherweise geändert. Landesweit betrachtet war der letzte Herbstmonat durchschnittlich nass, doch vor allem das zentrale Bergland und der Süden haben mehr Regen als üblich abbekommen. Etwas zu trocken blieb es dagegen im Norden, hier spitzt sich die Lage in Sachen Trockenheit weiterhin zu.

Abweichung der Niederschlagsmenge vom Klimamittel 1991-2020 @ UBIMET

Im Osten nebelarm mit viel Sonne

Die meist fehlenden Inversionswetterlagen führten vor allem in der Osthälfte des Landes zu wenigen Nebel- und Hochnebeltagen. Trotz unbeständigen Wetters verlief somit der November hier verbreitet um 30 bis 50% sonniger als im langjährigen Durchschnitt. Nach Westen zu sorgten hingegen atlantische Fronten und Italientiefs für oft trübe Verhältnisse. Vor allem in Kärnten sowie vom Rheintal bis zum Flachgau und dem Innviertel machte die Sonne Unterstunden.

Abweichung der Sonnenscheindauer vom Klimamittel 1991-2020 @ UBIMET

Extremwerte November 2021 (Bundesland, Tag des Auftretens)

 

Höchste Temperaturen
18,7 Grad Brand (V, 10.)
18,7 Grad Patsch (T, 10.)
18,4 Grad Lutzmannsburg (B, 04.)

Tiefste Temperaturen unter 1500 m Seehöhe
-12,9 Grad Schmirn (T, 06.)
-11,6 Grad Lech am Arlberg (V, 07.)
-11,5 Grad Zeltweg (ST, 30.)

Nasseste bewohnte Orte
208 Liter pro Quadratmeter Kötschach – Mauthen (K)
179 Liter pro Quadratmeter Dellach (K)
168 Liter pro Quadratmeter Kornat (K)

Trockenste Orte
24 Liter pro Quadratmeter Retz (NÖ)
25 Liter pro Quadratmeter Melk (NÖ)
26 Liter pro Quadratmeter Allentsteig (NÖ)

Sonnigste Stationen
152 Sonnenstunden Brunnenkogel (T)
144 Sonnenstunden Rax (NÖ)
135 Sonnenstunden Dachstein (ST)

Stärkste Windspitzen Niederungen
98 km/h Wien – Hohe Warte + Wien – Innere Stadt (W, 30.)
91 km/h Brunn am Gebirge (NÖ, 30.)
90 km/h Wolfsegg (OÖ, 30.)

Stärkste Windspitzen Berge
157 km/h Feuerkogel (OÖ, 30.)
123 km/h Patscherkofel (T, 03.)
119 km/h Sonnblick (S, 04.)

 

Titelbild: Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/koettmannsdorf