Mai 2020 in Österreich erster zu kalter Monat seit einem Jahr

Schauer

In Summe war der Monat landesweit etwa 1 Grad kühler als im langjährigen Mittel. Besonders markant fallen die Abweichungen im Norden aus, so liegt die Abweichung zum Klimamittel im Mühlviertel und im Oberen Waldviertel bei -2 Grad. Im Donauraum sowie im östlichen Flachland war der Monat etwa 1 bis 1,5 Grad kühler als im Mittel, während er im Westen und Süden relativ durchschnittlich abschließt. Im Bereich des Alpenhauptkamms lagen die Temperaturen mitunter auch knapp über dem Durchschnitt, wie etwa in Tamsweg mit einer Abweichung von +1 Grad.

Temperaturabweichung vom langjährigen Mittel (1981-2010) im Mai 2020.

Ein Hitzetag in Tirol

Im Vorfeld der Kaltfront von Tief GUDRUN hat föhniger Südwestwind am 23.5. die Temperaturen im Oberinntal auf bis zu 32 Grad getrieben, somit wurde hier die 30-Grad-Marke etwa zwei Wochen früher als im Klimamittel erreicht. Innsbruck war mit einem Höchstwert von 31,4 Grad somit heuer die erste Landeshauptstadt mit einem sogenannten Hitzetag. Dies war allerdings bislang auch der einzige Hitzetag des Jahres, da nachfolgend eine nördliche Strömung kühle Luftmassen ins Land geführt hat. Die Kaltfront sorgte zudem für kräftige Gewitter mit teils schweren Sturmböen um 100 km/h, welche von Tirol bis in die Obersteiermark einige Schäden verursachten.

Höchstwerte pro Bundesland im Mai 2020.

Mit GUDRUN kam im Nordosten der Regen

Während der Monat besonders von der Weststeiermark bis ins Mittelburgenland sowie in Tirol neuerlich zu trocken ausfällt, haben leicht überdurchschnittliche Regenmengen von Salzburg bis nach Wien zu einer Linderung der Trockenheit geführt. Seit dem Durchzug von Tief GUDRUN liegt Österreich nämlich am Rande eines Höhentiefs über Südosteuropa, welches aus Norden wiederholt feuchte Luft in den Nordosten gebracht hat. Die größten Abweichungen wurden in Kremsmünster sowie in Oberndorf an der Melk verzeichnet mit etwa 160 bzw. 190% des Solls. In Graz und Innsbruck kam dagegen weniger als die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge zusammen.

Niederschlagsabweichung in Prozent im Mai 2020.

Wenig Blitze

Im Mai wurden bislang landesweit etwa 68.000 Blitze detektiert, die meisten davon in Ober- und Niederösterreich. Dieser Wert entspricht knapp der Hälfte vom 10-jährigen Durchschnitt, liegt aber über dem Wert vom äußerst gewitterarmen Mai 2019. Die höchste Blitzdichte gab es in der Gemeinde Schwarzenau im Bezirk Zwettl, der stärkste Blitz mit einer Stromstärke von 287 kA wurde dagegen in Bad Gleichenberg in der Südoststeiermark am 26.5. detektiert.

Blitzdichte im Mai 2020 (Daten: nowcast / UBIMET)

Weniger Sonne als im April

Nach dem außergewöhnlich sonnigen April mit oft mehr als 300 Sonnenstunden im Flachland fiel die Sonnenscheindauer im Mai besonders im Norden sowie im östlichen Bergland mit 70 bis 80% des Solls unterdurchschnittlich aus. In Vorarlberg, im Tiroler Oberland sowie in Osttirol und Oberkärnten wurde das Soll an Sonnenstunden dagegen knapp übertroffen, im östlichen Flachland und im Süden liegen die Werte im Bereich des langjährigen Mittels. Der absolut sonnigste Ort war Hollenthon in der Buckligen Welt mit 280 Sonnenstunden.

Extremwerte Mai 2020

(Bundesland, Tag des Auftretens)
Höchste Temperaturen
  • 32,2 Grad Imst (T, 23.)
  • 31,4 Grad Innsbruck (T, 23.)
  • 30,6 Grad Landeck, Haiming (T, 23.)
Tiefste Temperaturen Hochtäler
  • -4,9 Grad Obergurgl (T, 3.)
  • -3,5 Grad Galtür (T, 7.)
  • -3,4 Grad Lech am Arlberg (V, 3.)
Tiefste Temperaturen unter 800 m Seehöhe
  • -2,8 Grad Summerau (OÖ, 6.)
  • -2,6 Grad Turnau (ST, 4.)
  • -2,5 Grad Freistadt (OÖ, 6.)
Max. Sommertage (Höchstwert mind. 25,0 Grad)

6 Tage: Innsbruck (T), Bad Goisern (OÖ), Bludenz (V), Dellach (K), St. Pölten, Pottschach-Ternitz, Langenlebarn (NÖ)

Nasseste Orte
  • 183 Liter pro Quadratmeter Lunz am See (NÖ)
  • 173 Liter pro Quadratmeter  Oberndorf / Melk (NÖ)
  • 164 Liter pro Quadratmeter Waidhofen an der Ybbs (NÖ)
Trockenste Orte
  • 28 Liter pro Quadratmeter Schöckl (ST)
  • 35 Liter pro Quadratmeter Kroisegg (B), Frohnleiten (ST)
  • 36 Liter pro Quadratmeter Lutzmannsburg (B), Eichberg (ST)
Absolut sonnigste Orte
  • 282 Sonnenstunden Hollenthon / Bucklige Welt (NÖ)
  • 260 Sonnenstunden Mörbisch (B)
  • 252 Sonnenstunden Laa an der Thaya (NÖ)
Stärkste Windspitzen Niederungen
  • 109 km/h Enns (OÖ, 11.)
  • 104 km/h Linz Hörsching (OÖ, 11.), Innsbruck (T, 23.)
  • 103 km/h Windischgarsten (OÖ, 23. ), Mooslandl / Hieflau (ST, 23.)

Monatsrückblick Mai: Zu kühl, aber wieder einmal deutlich zu trocken

Bezogen auf den Referenzzeitraum 1981-2010 war der Monat in Summe landesweit etwa 1 Grad kühler als im langjährigen Mittel. Besonders markant fallen die Abweichungen von Brandenburg bis Bayern aus, so liegt die Abweichung zum Klimamittel bspw. in Berlin bei knapp -2 Grad. Im Südwesten des Landes ist die Bilanz meist ausgeglichen, an einzelnen Orten wie Ohlsbach auch leicht positiv. Noch kälter war der Mai 2019 mit einer Abweichung von -2 Grad, seitdem lagen die Durchschnittstemperaturen der Monate durchweg über dem langjährigen Mittel. Insofern ist der diesjährige Mai der erste zu kalte Monat nach 11 zu warmen Monaten, innerhalb der letzten zwei Jahre waren nur diese beiden Monate zu kalt.

Abweichung der Monatsmitteltemperatur vom langjährigen Mittel der Referenzperiode 1981 bis 2010 @ UBIMET, DWD

 

Bedingt durch den häufigen Hochdruckeinfluss gab es auch zu wenig Niederschlag, die seit Februar anhaltende Trockenheit setzt sich damit in weiten Landesteilen fort. Besonders in NRW wurden teilweise nur 10 bis 20 % der üblichen Menge erreicht, im Mittel über ganz Deutschland sind etwa 50 % an Regen gefallen. Dies hat natürlich Auswirkungen auf die Pegel der Flüsse, welche häufig zu niedrig sind. Gerade am Rhein sinken die Pegelstände gerade deutlich. Zudem treten in Brandenburg schon wieder Wald- und Moorbrände auf.

Abweichung der Monatsniederschlags vom langjährigen Mittel der Referenzperiode 1981 bis 2010 @ UBIMET, DWD

Nach dem außergewöhnlich sonnigen April mit oft mehr als 300 Sonnenstunden fiel die Sonnenscheindauer im Mai von der Ostsee bis zu den Alpen ziemlich durchschnittlich aus. Im Westen dagegen wurde das Soll an Sonnenstunden wieder übertroffen. Der absolut sonnigste Ort war Weilerswist-Lommersum bei Bonn mit knapp 300 Sonnenstunden bis inkl. 30.05. Gut möglich, dass am heutigen letzten Tag des meteorologischen Frühlings deuschlandweit noch die letzten Sonnenstunden gemessen werden, welche für ein sonnigstes Frühjahr seit Beginn der Aufzeichnungen notwendig wären (März, April, Mai):

 

Abweichung der Sonnenscheindauer vom langjährigen Mittel der Referenzperiode 1981 bis 2010 @ UBIMET, DWD

Tropischer Sturm sorgt für Überschwemmungen im Süden Omans

Der tropische Sturm „92A“ ist am vergangenen Donnerstag auf den Südwesten des Wüstenstaats Oman getroffen. Neben teils schweren Sturmböen bringt er vor allem ergiebige Regenmengen, zumal sich der Wirbelsturm nur sehr langsam verlagert. Im Bereich der 340.000-Einwohner-Stadt Salalah an der Südküste des Omans sind bereits über 150 Liter pro Quadratmeter gefallen und in den kommenden Stunden sind vor allem im Landesinneren weitere, ergiebige Regenmengen zu erwarten.

Prognose der Niederschlagsmengen von Freitag- bis Montagabend von ECMWF.

Extreme Regenmengen

Das Tief zieht in den kommenden Tagen langsam Westwärts quer über den Jemen hinweg. Nach aktullem Stand könnten die Reste des Tiefs sogar noch das Rote Meer erreichen! Besonders im Südwesten des Oman sind in Summe  gebietsweise mehr als 300 Liter pro Quadratmeter zu erwarten! Zum Vergleich: Der durchschnittliche Jahresniederschlag von Salalah liegt bei etwa 130 Liter pro Quadratmeter.

Wasserfälle von Darbat

Diese Wassermassen fließen vom Hochland an die Küste und sorgen hier für weitreichende Überschwemmungen. Die bekannten Wasserfälle von Darbat sind bereits stark angeschwollen. Diese Wasserfälle führen normalerweise nur von Juni bis September nennenswerte Wassermengen, wenn der asiatische Monsun in der Region häufiger für Regen sorgt.

Titelbild © https://twitter.com/WEATHER__OMAN/

Gewitter verhinderten den Start vom Dragon-2-Raumschiff

Gewitter SpaceX

Am Mittwochabend um 22:33 MESZ war der Start des SpaceX-Raumschiff Dragon-2 mit einer Falcon-9-Trägerrakete vom Kennedy Space Center bei Cape Canaveral in Florida geplant. Es handelt sich dabei um die erste bemannte Mission des US-amerikanischen Raumschiffs Crew Dragon, welche zwei Astronauten zur Internationalen Raumstation bringen soll. In den vergangenen Jahren wurde dies ausschließlich mittels der russischen Sojus-Raumschiffen vom Kosmodrom Baikonur im Süden Kasachstans gemacht.

Gewitter mit SpaceX
Dunkle Gewitterwolken über Cape Canaveral. Foto: Brandon Wynn

Das Wetter hat allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht, so gab es südlich des tropischen Sturms Bertha, der zeitgleich in South Carolina Landfall gemacht hat, auch in Florida zahlreiche Gewitter.

Blitze über dem Atlantik

Bis kurz vor dem Start gab es in der Umgebung mehrere Gewitter. Da das Raumschiff nach dem Start einen nach Osten gerichteten Kurs einschlägt, waren besonders die Gewitter südöstlich von Cape Canaveral über dem Atlantik problematisch. Der Start wurde somit 35 Minuten vor dem geplanten Abflug abgebrochen.


Nächste Gelegenheit am Samstag

Der Start wurde auf kommenden Samstag um 21:22 MESZ verschoben. Die Wetterbedingungen sind diesmal etwas günstiger: Vor allem im Landesinneren sind zwar neuerlich Gewitter zu erwarten, an der Küste und über dem Ozean stehen die Chancen aber etwas besser, dass es trocken bleibt. Im Fall einer weiteren Verschiebung wäre der nächstmögliche Termin bereits am 31. Mai

Titelbild: Jane O’Brien

Häufig wechselhaftes und kühles Wetter zu Pfingsten

Webcam Pendling West / foto-webcam.eu (https://www.foto-webcam.eu/webcam/pendling-west/2020/05/25/1950)

Der Alpenraum liegt bereits seit dem vergangenen Wochenende in einer kühlen und feuchten Nordströmung, und auch zu Pfingsten wird sich daran nicht viel ändern. Tiefer Luftdruck über Osteuropa sorgt wiederholt für durchziehende Störungen mit phasenweise kompakten Wolken und wiederholtem Regen. Erst nach Pfingsten deutet sich eine Umstellung der Großwetterlage und damit eine Rückkehr von zumindest sommerlichen Temperaturen an.

Die Aussichten im Detail:

Am Freitag bleibt es in der Osthälfte wechselhaft mit zahlreichen Regenschauern, entlang der Alpennordseite vom Salzkammergut bis zur Rax-Schneeberg-Region regnet es im Laufe des Tages mitunter länger. Auch im Süden bilden sich später ein paar, teils gewittrige Schauer, in Vorarlberg und Tirol verläuft der Tag hingegen freundlich und meist trocken. Es weht mäßiger bis lebhafter Wind aus Nord, am Alpenostrand sind auch ein paar kräftige Böen möglich. Die Temperaturen erreichen von Ost nach West 13 bis 21 Grad.

Webcam St. Johann @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/st-johann-in-tirol/

Am Samstag halten sich vom Tiroler Unterland bis ins Mariazellerland einige Restwolken, sonst startet der Tag verbreitet freundlich. Im Laufe des Tages entstehen im Bergland vermehrt Quellwolken und vor allem hier sowie im Süden gehen Regenschauer nieder. Im nördlichen und östlichen Flachland sowie ganz im Westen verläuft der Tag hingegen weitgehend trocken und es reicht für die ein oder andere Sonnenstunde. Dazu liegen die Tageshöchstwerte unverändert zwischen 13 und 19 Grad, nur in Vorarlberg werden bis zu 21 Grad erreicht.

Am Pfingstsonntag trübt es sich von Oberösterreich über Wien bis ins Burgenland rasch ein und spätestens am Nachmittag regnet es hier für ein paar Stunden, die Temperaturen bleiben entsprechend gedämpft mit lediglich 11 bis 17 Grad. Auch im Rest des Landes übernehmen die Wolken im Tagesverlauf die Regie, von Vorarlberg bis in die südliche Steiermark bleibt es aber noch bis zum Abend meist trocken und die Temperaturen erreichen immerhin lokal um 20 Grad.

Prognostizierte Höchstwerte am Nachmittag des Pfingstsonntag @ UBIMET

Der Pfingstmontag präsentiert sich nach aktuellem Stand schließlich wieder ruhiger. An der Alpennordseite von den Kitzbüheler Alpen ostwärts überwiegen zwar weiterhin die Wolken und bringen phasenweise noch Regen, sonst zeigt sich die Sonne bei ein paar Schauern jedoch wieder häufiger. Einmal mehr sind Vorarlberg und Tirol wetterbegünstigt, hier scheint die Sonne am längsten. Die Temperaturen steigen etwas an auf 17 bis 24 Grad.

 

Titelbild: Webcam Pendlinghaus / Quelle: https://www.foto-webcam.eu/webcam/pendling-west/2020/05/25/1950

Die Ostsee ist wieder eisfrei

Folgendes Satellitenbild wurde am vergangenen Wochenende aufgenommen. Es zeigt die letzten verbliebenen Eisschollen im Küstengebiet vor Schweden und Finnland. Wirklich zusammenhängende Eisflächen sind dies nicht mehr, die hoch stehende Sonne, umgebendes Meerwasser und relativ warme Luft werden in den nächsten Tagen dafür sorgen, dass auch diese Eisschollen abschmelzen. Bemerkenswert auch die sichtbaren immer noch schneebedeckten Flächen im Hinterland.

Aktuelle Eisbedeckung der nördlichen Ostsee vom Satelliten aus gesehen.

Im langjährigen Mittel sollte jetzt – Ende Mai – eine doch deutlich größere zusammenhängende Fläche der nördlichen Ostsee noch von 20-40 cm dickem Eis bedeckt sein.

Eisbedeckung Ende Mai im langjährigen Mittel.

Dass wir es mit einem extrem unterdurchschnittlichen „Jahrgang“ zu tun haben, zeigt auch ein Blick in die jüngere Vergangenheit. So zum Beispiel sah der Blick von oben auf den Bottnischen Meerbusen am 11. April, also vor rund 6 Wochen und kurz nach dem Zeitpunkt der maximalen Ausdehnung aus.

Zwar lagen rund um Ostern große Teile des Festlandes unter einer Schneedecke, die Eisausdehnung war aber auch im heurigen April nur auf den äußersten Norden beschränkt.

Eisbedeckung der nördlichen Ostsee vom Satelliten aus gesehen (Stand 11. April 2020)

So verwundert es auch nur wenig, dass die Ostsee in weiten Teilen derzeit eine viel zu hohe Wassertemperatur aufweist, zum Teil liegen die Abweichungen (dunkelrot + violett in der Grafik) bei +3 bis +4 Grad.

Aktuelle Abweichung der Meeresoberflächentemperatur

Bereits Ende März twitterte der finnische Meteorologe Mika Rantanen, dass die maximale Eisbedeckung heuer mit nur rund 30.000 km² den niedrigsten Wert seit Beginn der Messungen vor über 60 Jahren angenommen hat. Zum Vergleich: Im langjährigen Mittel sind am Höhepunkt der Eisausdehnung im März rund 150.000 km² der Ostsee mit Eis bedeckt.

In den vergangenen Jahren häufen sich Winter mit relativ wenig Eis, es gibt aber auch in jüngerer Vergangenheit Extrema in die andere Richtung. So zum Beispiel sah das Satellitenbild der Ostsee im Februar 2011 aus. Mit rund 300.000 km² war nicht nur eine Fläche fast so groß wie Deutschland mit teils 1m dickem Eis bedeckt, gegenüber dem heurigen Jahr bedeutet dies einen Faktor 10!

Eisbedeckung der nördlichen Ostsee vom Satelliten aus gesehen (Stand 24. Februar 2011)

In Ausnahmefällen (1987) ist sogar nahezu die gesamte Ostsee von Eis bedeckt, also auch das Meerwasser beispielsweise rund um Rügen und Usedom in Deutschland.

Quelle Titelbild: pixabay

Bauernregel „Mairegen bringt Segen“

Regen im Frühling tut den Pflanzen gut.

Die alte Wetterregel „Mairegen bringt Segen“ beschreibt die Wichtigkeit ausreichender Regenmengen im späten Frühling für Natur und Landwirtschaft. Heutzutage wünschen sich viele Menschen möglichst immer Sonne und Wärme, aber längere Trockenheit kann trotz moderner Technik gravierende Folgen haben.

Steigender Wasserbedarf

Im Winter verdunstet nur wenig Wasser, somit sind auch im zeitigen Frühjahr die Böden durch Wasser aus Regen und Schnee meist feucht. Mit steigendem Sonnenstand kann jedoch täglich immer mehr Wasser verdunsten, das dann durch ausreichende Niederschläge nachgeliefert werden muss. Zudem beginnen die Pflanzen zu wachsen und bilden Blätter, über die weiteres Wasser verdunstet. Daher ist nun für gutes Pflanzenwachstum häufiger Regen besonders wichtig. Das widerspricht zwar dem Bild vom Wonnemonat Mai mit Sonnenschein und bestem Outdoor-Wetter, aber neben Landwirten wissen besonders Gartenbesitzer um die Wichtigkeit des Regens in dieser Zeit des Jahres.

Feuchtes Klima

In Mitteleuropa herrscht in den meisten Jahren gutes Wachstums-Wetter, denn im Laufe des Frühlings nehmen die Regenmengen im Mittel deutlich zu, um im Sommer ihr Maximum zu erreichen. Damit wird die mit dem Sonnenstand ansteigende Verdunstung ausgeglichen, als Folge davon haben wir dichte grüne Wälder und intensive und ertragreiche landwirtschaftliche Nutzung. Allerdings kann es auch zu viel des Guten geben: Hin und wieder kommt es im Spätfrühling oder Frühsommer zu anhaltendem, starkem Regen und in weiterer Folge zu Hochwasser. Zuletzt war das Ende Mai / Anfang Juni 2013 der Fall.

Und 2020?

Schauen wir uns den diesjährigen Mai mal genauer an. Auch wenn dieser erst am Sonntag zu Ende geht, so kann man jetzt schon Aussagen zum Thema Mairegen treffen.

Bisher gefallener Niederschlag im Mai.

Deutlich aussagekräftiger als die reinen Regenmengen (wie oben abgebildet) sind natürlich die Abweichungen vom langjährigen Mittel:

Abweichung des bisher gefallenen Niederschlags im Mai vom langjährigen Mittel.

 

Landeshauptstadt Regenmenge 01.-24.05.2020 Abweichung zum langjährigen Mittel
Wien 57 l/m² +9%
St. Pölten 67 l/m² +12%
Eisenstadt 45 l/m² -22%
Linz 50 l/m² -14%
Graz 42 l/m² -40%
Klagenfurt 66 l/m² +10%
Salzburg 69 l/m² +6%
Innsbruck 39 l/m² -43%
Bregenz 91 l/m² -17%

Man sieht, v.a. in Tirol und in der Steiermark gibt es deutlich zu trockene Regionen, im Großteil des Landes zeigt sich die Niederschlagsbilanz aber ausgeglichen bzw. überdurchschnittlich. Über ganz Österreich gemittelt beträgt die Abweichung vom Durchschnitt derzeit rund 7%.

In den kommenden Tagen ist mit weiterem Regennachschub zu rechnen, Schauer und Gewitter sorgen vor allem im östlichen Bergland für lokal große Regenmengen. Das Wettermodell des Deutschen Wetterdienstes beispielsweise berechnet für einen Streifen vom Salzkammergut bis zu den Gutensteiner Alpen weitere 50 bis 80 Liter Regen pro Quadratmeter:

Prognostizierte Niederschlagsmenge bis Freitag.

Quelle Titelbild: pixabay

Bauernregel „Mairegen bringt Segen“

Regen im Frühling tut den Pflanzen gut.

Die alte Wetterregel „Mairegen bringt Segen“ beschreibt die Wichtigkeit ausreichender Regenmengen im späten Frühling für Natur und Landwirtschaft. Heutzutage wünschen sich viele Menschen möglichst immer Sonne und Wärme, aber längere Trockenheit kann trotz moderner Technik gravierende Folgen haben.

Steigender Wasserbedarf

Im Winter verdunstet nur wenig Wasser, somit sind auch im zeitigen Frühjahr die Böden durch Wasser aus Regen und Schnee meist feucht. Mit steigendem Sonnenstand kann jedoch täglich immer mehr Wasser verdunsten, das dann durch ausreichende Niederschläge nachgeliefert werden muss. Zudem beginnen die Pflanzen zu wachsen und bilden Blätter, über die weiteres Wasser verdunstet. Daher ist nun für gutes Pflanzenwachstum häufiger Regen besonders wichtig. Das widerspricht zwar dem Bild vom Wonnemonat Mai mit Sonnenschein und bestem Outdoor-Wetter, aber neben Landwirten wissen besonders Gartenbesitzer um die Wichtigkeit des Regens.

Feuchtes Klima

In Mitteleuropa herrscht in den meisten Jahren gutes Wachstums-Wetter, denn im Laufe des Frühlings nehmen die Regenmengen im Mittel deutlich zu, um im Sommer ihr Maximum zu erreichen. Damit wird die mit dem Sonnenstand ansteigende Verdunstung ausgeglichen, als Folge davon haben wir dichte grüne Wälder und intensive und ertragreiche landwirtschaftliche Nutzung. Allerdings kann es auch zu viel des Guten geben: Hin und wieder kommt es im Spätfrühling oder Frühsommer zu anhaltendem, starkem Regen und in weiterer Folge zu Hochwasser. Zuletzt war das Ende Mai / Anfang Juni 2013 der Fall.

Und 2020?

Schauen wir uns den diesjährigen Mai mal genauer an. Auch wenn dieser erst zu knapp zwei Dritteln vorbei ist, so kann man jetzt schon Aussagen zum Thema Mairegen treffen.

Stadt Regenmenge 01.-24.05.2020 Langjähriges Mittel des Gesamtmonats
Hamburg 25 l/m² 57 l/m²
Bremen 21 l/m² 54 l/m²
Berlin 23 l/m² 54 l/m²
Düsseldorf 10 l/m² 69 l/m²
Dresden 37 l/m² 63 l/m²
Hannover 21 l/m² 61 l/m²
Stuttgart 53 l/m² 82 l/m²
Frankfurt 37 l/m² 63 l/m²
Augsburg 26 l/m² 85 l/m²

Man sieht, zu den langjährigen Mittelwerten des Gesamtmonats haben wir jede Menge Platz, besonders im Norden und Nordwesten war der Mai bislang deutlich zu trocken.

In den kommenden Tagen herrscht verbreitet Hochdruckwetter, einzig im Südosten kündigen sich nennenswerte Regenmengen an. Somit ist bereits jetzt klar, dass der Mai im Großteil des Landes zu trocken ausfallen wird.

Prognostizierte Niederschlagsmenge bis Freitag.

Quelle Titelbild: pixabay

Fast 27.000 Blitze: Kaltfrontdurchzug brachte Unwetter am 23.05.2020

Kleinkörniger Hagel - pixabay.com / Hans

Im Vorfeld der Kaltfront von Tief GUDRUN über Skandinavien wurde es am 23.05. im äußersten Südosten noch einmal sommerlich warm, was man anhand des Satellitenbildes und der gemessenen Temperaturmaxima des Tages erkennen kann.

Wetterlage-Samstag-GUDRUN
Satellitenbild vom 25.03.2020 um 11:30 Uhr MESZ mit eingezeichneten Fronten @ EUMETSAT, UBIMET
Temperaturmaxima am 23.05.2020 - DWD, UBIMET
Temperaturmaxima am 23.05.2020 – DWD, UBIMET

Energiereiche Luft: Primäre Zutat für Gewitter

Diese sehr warme Luftmasse war aber im weiteren Verlauf genau in dieser Region eine gute Energiequelle für die sich bildenden Gewitter, die besonders südlich der Donau oft kräftig ausfielen. Der Norden blieb aber nicht ganz verschont, denn in der kühlen Luft hinter der Kaltfront bildeten sich bis in die Folgenacht hinein schnell durchziehende Hagel- und Graupelgewitter.

Blitzverlauf am 23.05.2020 - UBIMET, nowcast
Blitzverlauf am 23.05.2020 – UBIMET, nowcast
Geortete Blitze pro Bundesland am 23.05.2020 - UBIMET, nowcast
Geortete Blitze pro Bundesland am 23.05.2020 – UBIMET, nowcast

Hagelschlag und Sturmböen

Hauptgefahr im Norden war wie gesagt vor allem der kleinkörnige Hagel oder Graupel. Im Süden Bayerns zogen hingegen besonders kräftige Gewitter durch, unter anderem auch ein paar sogenannte Superzellen. Diese brachten lokal Hagelschlag und teils schwere Sturmböen. Vor allem zwischen dem Chiemsee und dem Berchtesgadener Land wurden zudem örtlich auch orkanartige Böen und große Regenmengen binnen weniger Minuten registriert.

Maximale Windböen am 23.05.2020 - UBIMET, DWD
Maximale Windböen am 23.05.2020 – UBIMET, DWD
24h Niederschlagssumme für den 23.05.2020 - UBIMET, DWD
24h Niederschlagssumme für den 23.05.2020 – UBIMET, DWD

Hagelschlag und Sturmschäden im Südosten:

Gewitterwolken im Norden und Graupelschauer bei Schwerin:

Was ist Höhenkaltluft?

In der Erdatmosphäre nimmt die Lufttemperatur für gewöhnlich von der Erdoberfläche ausgehend bis hin zur Tropopause um etwa 0,6 bis 1 Grad pro 100 Höhenmeter ab. Nun herrschen aber in den verschiedenen Schichten der Troposphäre, dem unteren Teil der Atmosphäre, in der sich das Wetter hauptsächlich abspielt, unterschiedliche Winde vor. Diese variieren nicht nur in ihrer Stärke sondern auch in ihrer Richtung deutlich. So ist es beispielsweise möglich, dass bis zu einer Höhe von etwa 3000 m über dem Erdboden Westwind dominiert, während in höheren Schichten die Luft aus Norden kommt. Oberhalb dieser drei Kilometer kann mit dem Nordwind in einer gewissen räumlichen Ausdehnung deutlich kältere Luft im Vergleich zur Umgebung herangeführt werden. Diese kältere Luftmasse bezeichnet man als Höhenkaltluft, mit der meistens auch ein Höhentief verbunden ist. Auf Bodenwetterkarten scheint dieses jedoch nicht auf.

Temperatur in 5,5 bis 6 km Höhe am Montagabend @ NCEP, UBIMET

Folgen der Höhenkaltluft

Dennoch hat ein Höhentief und somit auch Höhenkaltluft häufig Auswirkungen auf das tatsächliche Wettergeschehen, das uns tagtäglich begleitet, denn Höhenkaltluft sorgt für eine Destabilisierung der Atmosphäre. Im geringsten Fall bilden sich nur Quellwolken, nicht selten entstehen aber vor allem vom Frühling bis zum Herbst unter dem Einfluss der Höhenkaltuft aus diesen Quellwolken Schauer und mitunter auch kräftige Gewitter.

Die Lebensdauer von Höhentiefs und abgeschnürter Höhenkaltluft, sogenannter Kaltlufttropfen, ist allerdings meist auf einige Tage bis etwa eine Woche begrenzt, da sich die Luftmassen in weiterer Folge wieder vermischen und sich so die Temperaturunterschiede in der Höhe ausgleichen.

Auswirkungen auf die Vorhersagegenauigkeit

Wenn Höhenkaltluft im Spiel ist, nimmt die Vorhersagegenauigkeit des Wetters oft etwas ab. Die kalte Luft in den mittleren Atmosphärenschichten kann aufgrund einer geringeren Datendichte, die den Modellen aus dieser Höhe zur Verfügung steht, nämlich nicht so genau lokalisiert werden, was wiederum Auswirkungen auf die Prognosequalität hat. Vor allem räumlich detaillierte Prognosen sind bei solchen Wetterlagen also mit gewisser Vorsicht zu genießen.

 

Titelbild @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/innsbruck-uni

Wetter bleibt kühl und unbeständig

Erstmals 30 Grad in Österreich gemessen

Die Kaltfront des Tiefs GUDRUN hatte es in sich. Doch bevor sie ab den frühen Nachmittagsstunden des Samstags von Westen her auf Österreich übergriff, konnte im Tiroler Oberland mit leicht föhnigem Südwind zum ersten Mal in diesem Jahr die 30 Grad-Marke überschritten werden. Ganze 32,2 Grad zeigte das Thermometer kurzzeitig in Imst, auch in Innsbruck wurde der erste so genannte Hitzetag 2020 erreicht. Die Luft war hier jedoch sehr trocken, damit waren die Bedingungen gegeben für kräftigen Sturm, welcher mit Eintreffen der Kaltfront besonders über das Inntal herein brach. In Innsbruck an der Uni wurden maximale Böen von 104 km/h gemessen, in Haiming 102 km/h, in Jenbach waren es 90 km/h.

Gemessene Höchstwerte am Samstag, 23.05.2020 @ UBIMET
Gemessene Windböen am Samstag, 23.05.2020 @ UBIMET

Häufig kräftiger Regen

Von kräftigen Gewittern begleitet war die Kaltfront entlang der Alpennordseite vom Achensee über das Salzkammergut und die Eisenwurzen bis zum südlichen Wienerwald. Auch hier wurden an mehreren Orten teils orkanartige Sturmböen über 100 km/h registriert, wie bspw. in Abtenau, Windischgarsten und Mooslandl/Hieflau. Einher gingen die Gewitter stellenweise mit sintflutartigem Regen und Mengen über 20 l/m² innerhalb einer Stunde. Beim Regen blieb es schließlich bis hinein in die Nacht, so dass generell im Norden und Osten des Landes verbreitet zwischen 15 und 40 l/m² zusammen kamen.

Analyse der Regenmengen mit eingetragen Messwerten vom Samstag, 23.05.2020 @ UBIMET

Kühle Wetterphase bis Pfingsten

Auf der Rückseite der Kaltfront ist nun deutlich kühlere Luft eingeflossen. In den kommenden Tagen verbleibt der Alpenraum zwischen Hoch STEFFEN über West- und einem Tief über Osteuropa. Besonders von Innsbruck ostwärts muss man mit einigen Wolken und wiederholten Schauern sowie einzelnen Gewittern rechnen, direkt an der Alpennordseite regnet es insbesondere am Montag auch für längere Zeit. Dazu bleiben die Temperaturen hier mit meist 13 bis 20 Grad deutlich unter den für diese Jahreszeit üblichen Höchstwerten von rund 22 Grad. Einzig im äußersten Westen sowie in Osttirol und Kärnten werden diese Woche bei deutlich mehr Sonnenschein und weitgehend trockenen Verhältnissen Höchstwerte bis 24 Grad erreicht.

Eine Rückkehr von ruhigem Sommerwetter ist derzeit also noch in weiter Ferne. Aktuelle Wettermodelle sehen Anzeichen dafür im Laufe des Pfingstwochenendes, möglicherweise aber auch erst danach.

 

Titelbild: Webcambild St. Johann @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/wilder-kaiser/

Rückblick Kaltfrontdurchzug, 23.05.2020

+++ Vorläufiges Résumé +++

Ein wettertechnnisch ereignisreicher Tag neigt sich dem Ende entgegen. Die Kaltfront von Tief Gudrun brachte kräftige Gewitter mit Starkregen, kleinem Hagel und Sturmböen. Besonders traf es dabei Salzburg, das Salzkammergut, wie auch das Waldviertel und die Obersteiermark.

Anbei eine Grafik mit den bisher in Gewitternähe gemeldeten Sturmböen:

Maximale Windböen vom 23.05.2020

Der folgenden Grafik kann man entnehmen, dass bereits am frühen Nachmittag in Vorarlberg die ersten Gewitter entstanden, ähnlich wie in Bayern und Tschechien. Diese erreichten dann zum Abend hin Salzburg bzw. das Waldviertel:

Blitzverlauf am 23.05.2020

Lokal wurden hohe Niederschlagsraten und eine hohe Blitzanzahl gemessen:

Blitzanzahl am 23.05.2020

 

Wir hoffen, von euch ist keiner zu Schaden gekommen, wünschen noch einen schönen Abend und beenden hiermit den Liveticker.
In den nächsten Stunden regnet es noch weiter, stellenweise auch noch etwas kräftiger. Unwetterartige Gewitter und Sturmböen sind aber nicht mehr zu erwarten.

+++ Update 20:30 Uhr +++

Hier noch ein Bild aus dem Wiener Becken (Bad Vöslau um 19:50 Uhr MESZ) von den Stormchasern des Vereins „Storm Science Austria“. Die Böenfront schwächt sich jetzt allmählich ab und auch die Gewitteraktivität lässt nach.

+++ Update 20:00 Uhr +++

Die Böenfront hat jetzt auch das südliche Wiener Becken erreicht und zieht nach Osten und Südosten weiter:

Böenfront im Bezirk Neunkirchen (NÖ) - Roland Reiter | UBIMET
Böenfront im Bezirk Neunkirchen (NÖ) – Roland Reiter | UBIMET

+++ Update 19:45 Uhr +++

Etwa 500 km lange Schauer- und Gewitterlinie entlang der aufziehenden Kaltfront von Südtirol bis nach Wien:

+++ Update 19:20 Uhr +++

Die Stormchaser des Vereins „Storm Science Austria“ folgen immer noch dem Gewitter in Niederösterreich und haben uns ein paar Bilder von der Zelle im Waldviertel (bei Kirchberg am Walde vor etwa einer Stunde und bei Kirchberg am Wagram vor wenigen Minuten) geschickt:

+++ Update 19:00 Uhr +++

Vor allem im östlichen Bergland wird es in den kommenden Minuten recht stürmisch! In der letzten Stunde wurden vielerorts teils schwere Sturmböen gemessen und die Gewitterlinie zieht rasch nach Osten und Südosten weiter. Mittlerweile sind auch erste Videos von Sturmschäden in Tirol aufgetaucht.

+++ Update 18:40 Uhr +++

Zwei Gewitterlinien ziehen aus Nordwesten in Richtung Weinviertel/Wien bzw. Mur-Mürz-Furche/Alpenostrand. Nach wie vor werden schwere Sturmböen (z.B. Moosland-Hieflau 103 km/h) und Hagel gemeldet!

+++ Update 18:10 Uhr +++

Größte Gefahr: Sturmböen! Vom Salzburger Land und dem Ennstal breitet sich eine Böenfront mitsamt Blitz und Hagel nach Osten und Südosten aus. In den kommenden Minuten muss man also auch in Teilen Niederösterreichs und in der Obersteiermark oft mit stürmisch auffrischendem West- bis Nordwestwind rechnen!

+++ Update 17:30 Uhr +++

Das größte Gewitterrisiko besteht derzeit entlang der nördlichen Voralpen im Salzkammergut, zwischen Linz und Wels sowie in kürze auch im nördlichen Waldviertel. In diesen Regionen werden nach wie vor teils schwere Sturmböen (z.B. Abtenau mit 101 km/h) und Hagel gemeldet!

+++ Update 17:00 Uhr +++

Hier noch ein Bild der kräftigen Gewitterlinie über dem Flachgau (Blich aus Norden), das die Stormchaser des Vereins „Storm Science Austria“ uns geschickt haben.

+++ Update 16:35 Uhr +++

Auch im westlichen Donauraum steigt jetzt die Gewitterneigung rasch an. Die Stadt Salzburg wird in kürze von einer kräftigen Gewitterlinie mitsamt Sturmböen, Hagel und Starkregen erreicht! Hier das Livebild vom Flughafen Salzburg: https://livecam.salzburg-airport.com/

+++ Update 16:25 Uhr +++

Vorsicht: In den kommenden Minuten sind im Inntal lokal schwere Sturmböen möglich! Die Station in Haiming meldete schon Böen bis zu 102 km/h mit der hereinfließenden Kaltluft.

+++ Update 15:45 Uhr +++

Aktuell ziehen die Gewitter vor allem an der Alpennordseite entlang nach Osten. Gerade die Zelle bei München hat im Radarbild zwischenzeitlich auch durchaus Superzellenstrukturen aufgewiesen.

Blitzverlauf über die letzten 90 Minuten @ UBIMET
Webcambild Achensee @ https://wiesenhof.panomax.com

+++ Update 15:15 Uhr +++

Auf beachtliche 32 Grad ist die Temperatur inzwischen in Imst gestiegen, gleichzeitig liegt der Taupunkt 29 Grad niedriger. Der Luftdruckunterschied zwischen St. Anton am Arlberg und Landeck beträgt 8 hPa. Hier schrillen bei jedem Meteorologen die Alarmglocken -> Für das Tiroler Oberland ergibt sich ein großes Sturmpotential.

+++ Update 14:30 Uhr +++

Übrigens wurde soeben im Tiroler Oberland zum ersten Mal im Jahr 2020 die 30 Grad-Marke erreicht (Landeck; Imst und Haiming noch knapp darunter). Die Taupunkte liegen hier jedoch nur im niedrigen einstelligen Bereich, d.h. die Luft ist sehr trocken. Dies ist ein Indiz für potentiell schwere Sturmböen in Verbindung mit Gewittern und der Kaltfront.

Bis 14 Uhr gemessene Höchstwerte @ UBIMET

+++ Update 14:15 Uhr +++

Die ersten Gewitter erreichen nun Vorarlberg. Im Bild zu sehen sind die aktuellen Blitze und die Regenmengen der letzten Stunde. Man erkennt: Die Gewitter liegen an der Vorderseite eines größeren Regengebietes:

Regenmengen der letzten Stunde und aktuelle Blitze @ UBIMET
Regenmengen der letzten Stunde und aktuelle Blitze @ UBIMET

 

+++ Update 13:30 Uhr +++

Über der Schweiz und nördlich des Bodensees entstehen nun immer mehr Gewitter, sie werden im Rheintal nicht mehr lange auf sich warten lassen. Die kräftigeren Gewitter erwarten wir jedoch entlang der Alpennordseite, hier gibt es zumindest ein Potential für so genannte Superzellen und Bow-Echos, welche mit Hagel und schweren Sturmböen einhergehen können.

Gewittergefahr am heutigen Nachmittag und Abend @ UBIMET

+++ Update 12:45 Uhr +++

Die Hauptgefahr bei den heutigen Gewittern geht von Sturmböen aus, aber auch abseits von Gewittern wird der Wind mit der Kaltfront bis in viele Täler stürmisch auffrischen. Entsprechend gelten aktuell folgende Sturmwarnungen:

Sturmwarnungen für Samstagnachmittag und -abend @ UBIMET

+++ Update 12:30 Uhr +++

Über Nacht und am Vormittag ist bereits die Warmfront des Tiefs über den Norden und Osten des Landes gezogen, gebietsweise hat es für ein paar Stunden geregnet. Hier die bisherigen Regenmengen:

Analyse der Regenmengen bis Samstag, 11 Uhr @ UBIMET

 

Nach Abzug dieser Front lockern die Wolken nun auch im Osten langsam auf, von Vorarlberg bis in die Steiermark scheint die Sonne schon längere Zeit. Hier konnte sich die Luft bereits auf bis zu 26 Grad erwärmen, knapp 30 Grad sind hier heute das Maximum. Mit jedem Grad steigt auch der Energiegehalt der Luft, sie wird also zunehmend instabiler und spätestens mit dem Eintreffen der Kaltfront löst dies Schauer und Gewitter aus.

Tief GUDRUN bringt Gewitter, Regen und teils stürmischen Wind

Der Alpenraum liegt am Freitag noch am Rande eines Hochs über der Ostsee, die aufziehenden, hochliegenden Wolken kündigen aber bereits das herannahende Tief GUDRUN an. Die Warmfront des Tiefs sorgt am Samstagmorgen im Nordosten für etwas Regen, tagsüber gibt es dann besonders im Süden und Westen ein paar föhnige Auflockerungen und die Temperaturen steigen hier auf teils auf 29 Grad. Kühler bleibt es dagegen bei vielen Wolken im äußersten Nordosten, so liegen die Höchstwerte im Weinviertel nur bei knapp 20 Grad.

Kaltfront mit Sturmböen

Am Samstagnachmittag zieht aus Bayern die kräftige Kaltfront von Tief GUDRUN auf, dabei steigt die Schauer- und Gewitterneigung von Vorarlberg bis Oberösterreich rasch an. Am späten Nachmittag ziehen vom Flachgau bis ins Mostviertel und in die Obersteiermark auch kräftige Gewitter durch und gebietsweise besteht die Gefahr von schweren Sturmböen um 100 km/h und Hagel!

Fronten am Samstagnachmittag (Daten: ECMWF)

Am Abend muss man auch im Osten mit Sturmböen um 70 km/h rechnen und ein paar Stunden lang fällt im ganzen Land kräftiger Regen. Damit wird die Regenbilanz deutlich aufgebessert und auch zu Wochenbeginn ziehen noch Regenschauer durch. Dennoch fällt der Mai wieder zu trocken aus, im Gegensatz zu den Vormonaten aber gebietsweise auch zu kühl.

12-h-Niederschlagsprognose von Samstagnachmittag bis -nacht. (ECMWF / UBMET).

Zweigeteilt ab Sonntag

Am Sonntag und zu Wochenbeginn liegt Österreich zwischen Hoch STEFFEN über Westeuropa und reger Tiefdrucktätigkeit über Osteuropa. Im Einflussbereich einer nördlichen Höhenströmung stellt sich dabei in Österreich zweigeteiltes Wetter ein: Während in Vorarlberg und im Tiroler Oberland sowie generell von Osttirol bis in die südliche Steiermark häufig die Sonne scheint, gestaltet sich das Wetter im Norden und Osten leicht unbeständig mit ein paar Regenschauern.

Zu Wochenbeginn liegen wir unter dem Einfluss einer nördlichen Strömung. (GFS)

Die Temperaturen liegen zu Wochenbeginn unter dem langjährigen Mittel, wobei die höchsten Temperaturen mit bis zu 23 Grad in Oberkärnten zu erwarten sind. In den östlichen Nordalpen kommen die Temperaturen dagegen kaum über 13 Grad hinaus und auch im Donauraum bleiben die Temperaturen bis einschließlich Dienstag meist unterhalb der 20-Grad-Marke. Ab Mitte der Woche steigen die Temperaturen dann generell etwas an.

Titelbild: Adobe Stock

Tief GUDRUN bringt Abwechslung

Aktuell am Freitagmittag liegt die Warmfront des Tiefs bereits quer über der Westhälfte des Landes. Während schauerartig verstärkter Regen im äußersten Nordwesten fällt, scheint von der Ostsee bis zu den Alpen noch die Sonne. Am Nachmittag verlagert sich diese Aufteilung nach Osten, somit gelangen große Teile des Landes in den so genannten Warmsektor des Tiefs, also den Bereich zwischen abgezogener Warmfront und nahender Kaltfront. Hier erreicht die Zufuhr warmer und energiereicher Luft aus Süden ihren Höhepunkt, von NRW bis Bayern erreichen die Temperaturen verbreitet sommerliche Werte zwischen 25 und 28 Grad.

Satellitenbild von Freitag 12:15 Uhr mit eingezeichneten Fronten @ EUMETSAT, UBIMET

Gewitter im Mittelgebirgsraum

Die Kaltfront lässt jedoch nicht lange auf sich warten, sie kommt von Nordwesten her bis zum Abend bereits in die Mitte des Landes voran. An ihr wird die lagernde, relativ energiereiche Luft gehoben, Schauer und Gewitter entstehen. Letztere erwarten wir heute am ehesten von der Eifel über das Sauerland bis zum Thüringer Wald und zum Erzgebirge. Lokal sind Starkregen und kleiner Hagel zu erwarten, generell sollte sich die Unwettergefahr aber in Grenzen halten.

Gewittergefahr am Freitag, 22.05.2020 @ UBIMET

Am Samstag Gewitter und Wind im Südosten

Morgen am Samstag liegt der Fokus im Süden. Denn die Kaltfront kommt über Nacht über der Mitte des Landes fast zum Liegen, um dann ab Mittag neuerlich an Fahrt aufzunehmen. Etwa von der Schwäbischen Alb bis zum Bayerischen Wald sowie südlich davon sind am Nachmittag wieder Gewitter zu erwarten, welche auch kräftig ausfallen können. Insbesondere können sie stürmisch auffrischenden Wind bringen, etwa östlich von München bildet sich am Nachmittag auch eine so genannte Druckwelle aus. Diese kann bereits vor den aufziehenden Gewittern Sturmböen bringen. Während direkt am Alpenrand nochmal Temperaturen um 25 Grad erreicht werden, fließt rückseitig der Kaltfront frischere Luft ein und lässt das Thermometer nur noch auf rund 15 bis 20 Grad steigen.

Bodendruckkarte für Samstag, 23. Mai 2020, 14 Uhr MESZ. Quelle: UBIMET

Die nachfolgenden Tage verlaufen schließlich noch leicht unbeständig, windig und verhältnismäßig kühl mit Schauern, bevor Richtung Wochenmitte von Westen her der Hochdruckeinfluss wieder zunimmt.

 

Titelbild @ https://stock.adobe.com

Neusiedler See leidet unter Trockenheit

Bisher verlief das Frühjahr an der gesamten Alpennordseite sowie im Osten viel zu trocken. Besonders im östlichen Flachland fielen teilweise nur 30 Prozent des üblichen Niederschlags.

Bisherige Niederschlagsmengen im Frühling in Prozent zum langjährigen Durchschnitt

Vor allem die Landwirtschaft leidet unter der vorherrschenden Trockenheit, aber auch in der Wasserwirtschaft gibt es immer mehr Probleme. So wird derzeit am Neusiedler See der bisher tiefste Pegelstand in einem Mai seit dem Messbeginn im Jahr 1965 erreicht.

Wasserknappheit am Neusiedler See

Der Neusiedler See ist ein Steppensee ohne großen Zu- oder Abfluss und kann daher weder vom Schmelzwasser der Alpen noch von unterirdischen Quellen profitieren. Der Pegelstand ist also stark vom Niederschlag bzw. der Verdunstung abhängig. Durch das trockene Frühjahr befindet sich der See derzeit auf Rekordniedrigwasser.

Wasserstand Neusiedler See

Der jährliche Tiefststand wird im Mittel allerdings erst im September oder Oktober erreicht, so wurden im Herbst auch schon etwas niedrigere Wasserstände gemessen.  Derzeit wirkt sich der niedrige Wasserstand nur auf die Schifffahrt aus, so haben Segler schon Probleme ihre Schiffe auf den See zu bringen. Die Folgen für die Tief- und Pflanzenwelt kann man derzeit noch schwer abschätzen, da die Witterung im Juni und Juli dafür eine entscheidende Rolle spielen wird.

In der Vergangenheit schon komplett ausgetrocknet

In der Vergangenheit war der Wasserstand des Neusiedler Sees schon öfters starken Schwankungen ausgesetzt. So trocknete der See im 18. und 19. Jahrhundert zeitweise komplett aus, was massive Auswirkungen auf die umliegende Landwirtschaft hatte. Allerdings gab es dazwischen auch Jahre mit Hochwasser. Durch verschiedene Kanäle wurde der Wasserstand im 20. Jahrhundert unter Kontrolle gebracht und die Schwankungen wurden geringer.

Titelbild: Adobe Stock

Langes Wochenende: Im Südwesten sommerlich, am Samstag Kaltfront

Der Alpenraum liegt derzeit zwischen einem Tief über Südosteuropa und einem Hoch über der Ostsee. In diesem Übergangsbereich gelangen vor allem in den Süden und Westen des Landes milde Luftmassen, während sich im Nordosten etwas kühlere Luft hält. Zu Christi Himmelfahrt scheint häufig die Sonne, nur vom Tiroler Unterland bis zur nördlichen Obersteiermark überwiegen anfangs noch die Wolken und es gehen einzelne Schauer nieder. Am Nachmittag ziehen nur harmlose, flache Quellwolken durch und die Höchstwerte liegen zwischen 17 Grad im östlichen Bergland und knapp 26 Grad in Vorarlberg.

Am Wochenende zieht Tief GUDRUN auf (Daten: FU Berlin / DWD).

Auch der Freitag präsentiert sich besonders am Vormittag von seiner sonnigen Seite. Am Nachmittag ziehen von Nordwesten her vermehrt Wolken durch und über den Bergen bilden sich Quellwolken, die Schauer- und Gewitterneigung bleibt aber gering. Die Temperaturen steigen besonders im Westen etwas an und erreichen 20 bis 27, in Vorarlberg lokal auch 28 Grad.

Kaltfront am Samstag

Am Samstag zeigt sich im Süden und Westen noch häufig die Sonne, sonst überwiegen die Wolken und anfangs fällt von Oberösterreich bis ins östliche Flachland etwas Regen. Nach vorübergehenden föhnigen Auflockerungen zieht am Nachmittag die Kaltfront von Tief GUDRUN mit teils kräftigen Regenschauern und Gewittern auf. Am Abend fällt verbreitet Regen, dazu frischt im Donauraum und am Alpenostrand starker Nordwestwind auf.

Im Vorfeld einer Kaltfront wird es am Samstagnachmittag gewittrig (Daten: ECMWF).

Zuvor erreichen die Temperaturen von Nord nach Süd 18 bis 28 Grad. Besonders von Tirol über Kärnten bis zur südlichen Steiermark wird es sommerlich warm, im Nordosten liegen die Höchstwerte dagegen bei knapp 20 Grad.

Im Vorfeld der Kaltfront wird es vor allem im Süden sommerlich warm.

Besserung am Sonntag

Der Sonntag startet gebietsweise mit Restwolken, zwischen Dachstein und Schneeberg sowie von den Karawanken bis ins Südburgenland stellenweise noch mit etwas Regen. Tagsüber scheint zeitweise die Sonne, nur im östlichen Bergland halten sich dichte Wolken mit einzelnen Schauern. Bei lebhaftem West- bis Nordwestwind ist es überall etwas kühler, die Höchstwerte liegen zwischen 14 und 23 Grad.

Titelbild: Adobe Stock

Zyklon Amphan trifft auf Festland

Rasche Intensivierung

Wie schon vor ein paar Tagen berichtet, hat sich das ehemalige Tiefdruckgebiet im Golf von Bengalen zu einem Zyklon namens Amphan entwicklet. Wassertemperaturen um die 30°C führten zu einer raschen Intensivierung, sodass der Zyklon kurzzeitig in die höchste Kategorie von tropischen Wirbelstürmen hochgestuft wurde. Montagnacht erreichte der Sturm Windspitzen von bis zu 270 km/h. Somit ist Zyklon Amphan der bisher stärkste Sturm im Norden des indischen Ozeans. Im Jahr 1999 bildete sich im Golf von Bengalen ein ähnlich starker Sturm und kostete 10.000 Menschen das Leben.

Landfall zwischen Indien und Bangladesch

Der Zyklon trifft nun im Verlauf des Mittwochs zwischen Indien und Bangladesch auf Land. Vor allem die Region um Kolkata mit etwa 14 Millionen Menschen wird betroffen sein.

Starkregen, Sturm und Sturmflut

Obwohl sich der Zyklon über Land deutlich abschwächen wird, bringt er weiterhin Orkanböen von 150 km/h mit sich. Zudem fällt sintflutartiger Regen mit 150 bis 300 Litern pro Quadratmeter.

Die Sturmflut wird wahrscheinlich an der Küste von Bangladesch am stärksten sein, hier werden auch die höchsten Windgeschwindigkeiten erwartet. Da die Küste hier sehr flach verläuft und eine bis zu fünft Meter hohe Sturmflut prognostiziert wird, könnte das Wasser 25 Kilometer weit ins Landesinnere vordringen.

Millionen von Menschen aus tiefer gelegenen Gebieten in Bangladesch mussten ihre Häuser verlassen und wurden in Sicherheit gebracht. Das wird wohl leider nicht das einzige Mal in diesem Jahr gewesen sein, denn die Saison der Zyklone geht bis in den November hinein.

Titelbild: ©NASA

Schneeräumung auf den Passstraßen der Alpen

Schneeräumung

Der Winter 2019/20 brachte vor allem im November außergewöhnliche Schneemassen in den Südalpen. Im Hochwinter präsentierte sich die Schneelage dann meist durchschnittlich und seit April sorgt trockenes und mildes Frühlingswetter für eine rasche Schneeschmelze. Derzeit liegt in den Hochlagen meist weniger Schnee als üblich für die Jahreszeit und auf den hochalpinen Passstraßen findet die jährliche Schneeräumung statt.

Meterhoher Schnee

Wenn im Winter im Hochgebirge Schnee fällt, kommt es auf dem unebenen Gelände zu stark unterschiedlichen Schneehöhen: Der teils stürmische Wind verfrachtet den Schnee nämlich von Kuppen und Rücken und füllt dabei Mulden und Rinnen auf. Stellenweise türmt sich der Schnee hier bis zu 10 Meter auf. Die Rotationspflüge fräsen sich bei solchen Schneemassen schichtweise nach unten und schleudern den Schnee bis zu 50 Meter weit.

Heuer finden die Räumungsarbeiten an der Großglockner Hochalpenstraße aufgrund des Coronavirus später als üblich statt, so fand der Durchstich vergangenes Jahr am 8. Mai statt und ab dem 10. Mai gab es freie Durchfahrt. Heuer wird die Straße spätestens am 28. Mai befahrbar sein.

Frühjahr 2019 vs. 2020

Im Mai 2019 war das Wetter in den Alpen durch mehrere Kaltluftvorstöße mit Schneefall und unterdurchschnittlichen Temperaturen geprägt, zudem lag nach den Rekordschneefällen im Jänner überdurchschnittlich viel Schnee in den Nordalpen. Heuer waren die Schneemengen im Hochwinter dagegen durchschnittlich und seit April ist die Schneeschmelze in vollem Gange.

Schneelage in den Alpen am 19. Mai 2019 bzw. 2020.
19 Mai 2019 19. Mai 2020
Säntis (CH), 2502 m 665 cm 264 cm
Sonnblick (A), 3105 m 525 cm 317 cm
Zugspitze (D), 2964 m 561 cm 271 cm*
Pitztaler Gletscher (A), 2864 m 363 cm 198 cm
Weissfluhjoch (CH), 2691 m 266 cm 128 cm
Galzig / St. Anton (A), 2079 m 160 cm 0 cm

*Letzte verfügbare Messung vom 17. Mai 2020

Titelbild © www.www.foto-webcam.eu

Schneelage in den Alpen: Vor einem Jahr Skifahren am Hochkar

Ski

Der Winter 2018/19 brachte vor allem im Jänner außergewöhnliche Schneemassen in den Nordalpen. Nach einer vorübergehenden Schmelzphase im April verlief der Mai 2019 ausgesprochen kühl und nass, so blieb die Schneelage in den Hochlagen über lange Zeit hinweg nahezu unverändert. Ganz anders präsentiert sich das Wetter im vergangenen Winter: Zwar gab es zu Saisonbeginn im November in den Südalpen Rekordschneefälle,  im Hochwinter präsentierte sich die Schneedecke aber meist durchschnittlich und seit April sorgt trockenes und mildes Frühlingswetter für eine rasche Schneeschmelze.

Schneelage in den Alpen am 19. Mai 2019 bzw. 2020.

Die Unterschied zu vergangenem Jahr fällt in allen Höhen markant aus: Höhenlagen um 2000 m sind heuer bereits weitgehend ausgeapert, während dort vor einem Jahr noch über 1,5 m Schnee lagen. Auch auf den Gletschern gibt es aber große Unterschiede, so lagen am Sonnblick vor einem Jahr noch mehr als 5 Meter Schnee!

19 Mai 2019 19. Mai 2020
Säntis (CH), 2502 m 665 cm 264 cm
Sonnblick, 3105 m 525 cm 317 cm
Pitztaler Gletscher, 2864 m 363 cm 198 cm
Villacher Alpe, 2117 m 160 cm 0 cm
Rudolfshütte, 2317 m 334 cm 119 cm
Galzig / St. Anton, 2079 m 160 cm 0 cm
Schneelage am Arlberg am 19. Mai 2019 bzw. 2020. (www.foto-webcam.eu)

Skifahren im Mai

Da im Mai 2019 auf den Bergen außergewöhnlich viel Schnee lag, konnten manche Skigebiete wie die Gosauer Zwieselalm in Oberösterreich und das Hochkar in Niederösterreich am 18. und 19. Mai sogar nochmals ihre Lifte in Betrieb nehmen. Heuer kann man dagegen problemlos schon wandern.

Gute Wanderbedingungen im Mai 2020.

Gewitter in Wien

Wind- und Zugrichtung oftmals entscheidend

Tatsächlich werden Gewitter, die aus Westen kommen, durch die spezielle geografische Lage Wiens am östlichen Rande der Alpen bzw. im Lee des Wienerwalds oftmals abgeschwächt oder nach Norden hin abgelenkt. Nicht selten wurde auch schon beobachtet, dass die Gewitter sich nur durch den Leeeffekt des Wienerwalds genau über der Stadt kurzzeitig abschwächen, bevor sie sich am östlichen Stadtrand wieder verstärken. Allerdings kam am 23. Juli 2009 eines der stärksten Gewitter der letzten Jahrzehnte mit schweren Sturmböen von etwa 110 km/h aus westlicher Richtung.

Aufnahme der UBIMET-Webcam vom 12.08.2019 @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien

Bevorzugt kommen starke Gewitter aus südlicher Richtung entlang des Wienerwalds oder aus Osten nach Wien. Natürlich können auch starke Gewitter mit einer Konvergenz ( = Zusammenströmen von Luft aus unterschiedlichen Richtungen) direkt über der Stadt entstehen und dann vor allem durch große Regenmengen zu Überflutungen führen. Bestes Beispiel dafür war das Gewitter am 13. Mai 2010, als die Lerchenfelderstraße zu einem Fluss wurde.

Ausnahme 2015

Der letzte Sommer 2019 war bereits relativ gewitterarm, doch diesbezüglich unschlagbar war das gesamte Jahr 2015, wo im Stadtgebiet ledilgich 216 Blitze registriert wurden. Hauptgrund dafür waren die stark ausgeprägten Hitzewellen. Dadurch fehlte oftmals die nötige Feuchtigkeit, dass sich Gewitter bilden konnten. Im Durchschnitt gibt es in Wien etwa 25 Tage pro Jahr mit Gewittern, die meisten davon natürlich von Mai bis August. Also gar nicht mal so selten, wie man es sich vielleicht erwarten würde. Natürlich gibt es aber noch deutlich gewitterreichere Regionen in Österreich, wie etwa die Obersteiermark oder auch ein Streifen entlang der Nordalpen vom Bodensee bis zum Salzkammergut mit etwa 40 bis 45 Gewittertagen pro Jahr.

 

Titelbild: Aufnahme der UBIMET-Webcam vom 12.07.2016 @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien

Bis zu 43 Grad: Erste Hitzewelle in Südosteuropa

Seit Freitag stöhnen die Menschen vom Süden Italiens über Griechenland bis Zypern und in die Türkei unter sengender Hitze. Verantwortlich für den Vorstoß der außergewöhnlich heißen Luft von der Sahara Richtung Mittelmeerraum ist ein Tief, welches sich von der Iberischen Halbinsel bis auf die Höhe von Sardinien verlagert hat. An dessen Vorderseite wird eben sehr heiße und trockene Wüstenluft angezapft und nach Norden gelenkt.

Ein Tief über der Iberischen Halbinsel zapft heiße Luft aus der Sahara an, inzwischen liegt es über Italien.

 

Neuer Monatsrekord in Athen

Wie außergewöhnlich eine solche Luftmasse Mitte Mai selbst in solch hitzegewöhnten Regionen ist, lässt sich anhand folgender Grafik gut erkennen. Sie zeigt die Entwicklung der Temperatur in rund 1500 m Seehöhe – für uns Meteorologen ist diese immer ein wichtiger Indikator, wie warm es dann auch am Boden wird. Als Faustregel gilt hierbei: Temperatur in 1500 m plus 15 Grad = Temperatur im Flachland.

Normalerweise pendeln die Temperaturen in 1500 m zu dieser Jahreszeit in Athen bei rund 12 oder 13 Grad. Bis Donnerstag werden aber rund 25 Grad erreicht, erst dann folgt eine Rückkehr zu jahreszeitlich „normalen“ Temperaturen.

Die Luftmassen sind 10 bis 15 Grad wärmer als normal.

Zählt man zu diesen 25 Grad wie oben beschrieben rund 15 Grad hinzu, so kommt man auf eine Höchsttemperatur von 40 Grad im Schatten. Diese wurde in Athen bisher zwar nicht erreicht, aber am Wochenende wurden jeweils 38 Grad als Höchsttemperatur gemessen. Damit wurde der bisherige Mairekord von 36,7 Grad bereits deutlich übertroffen.

Der Mairekord für Athen dürfte ziemlich sicher fallen.

43 Grad in Antalya

Nicht nur die griechische Hauptstadt ächzt unter der Hitze, in Palermo auf Sizilien wurden ebenso wie auf Kreta oder der Halbinsel Peloponnes 40 Grad gemessen. Auf Zypern waren es hingegen bis zu 43 Grad, genauso wie mancherorts in der Türkei. So wurden am gestrigen Sonntag beispielsweise auch in Antalya und damit in der normalerweise um diese Zeit bereits gut von Urlaubern bevölkerten Strandregion um Belek und Side 43 Grad im Schatten gemessen.

In Italien ist die große Hitze durch die Annäherung des verursachenden Tiefs inzwischen wieder beendet, weiter nach Osten hält die Hitzewelle jedoch noch bis Mitte der Woche an.

 

Zyklon Amphan bedroht Indien und Bangladesch

In den vergangenen Stunden hat sich im Golf von Bengalen der tropische Wirbelsturm – im Indischen Ozean Zyklon genannt – Amphan gebildet.

Satellitenbild vom Indischen Ozean (Sonntag 08 Uhr MESZ)

Im Golf von Bengalen liegen die Wassertemperaturen derzeit um die 30 Grad, das sind perfekte Bedingungen für eine Verstärkung des Zyklons. In den kommenden Tagen wandert Amphan langsam nach Norden und intensiviert sich nach derzeitigen Berechnungen zu einem Wirbelsturm der Kategorie 3 oder sogar 4.

Zur Wochenmitte trifft der Zyklon dann in der Umgebung der Millionenmetropole Kalkutta mit Orkanböen von 150 bis 200 km/h auf die flache Küstenregion. Aufgrund der mehreren Meter hohen Sturmflut ist mit massiven Überschwemmungen zu rechnen und im Landesinneren sorgen die enormen Regenmengen von 200 bis 500 l/m² ebenfalls für großflächige Überschwemmungen.

Unsicherheiten bei der Zugbahn

Die genaue Zugbahn der Wirbelsturms ist noch unsicher. So gibt es auch Berechnungen, dass der Sturm etwas mehr nach Osten abdriftet und somit mit voller Wucht auf Bangladesch trifft.

In welcher Stärke und wo genau der Sturm auf Land trifft, bleibt also noch abzuwarten. So oder so werden aber wohl Millionen Menschen vor dem herannahenden Tropensturm in Sicherheit gebracht werden müssen.

Titelbild: AdobeStock

Vor 2 Jahren: Tornado bei Viersen

Luftbildaufnahmen von umgestürzten Bäumen © Marco Bayer

 

Um kurz vor 18 Uhr bildete sich der Tornado im Zuge eines schweren Gewitters und zog über eine Strecke von etwas mehr als 5 km, u. a. über den Ort Boisheim hinweg.  Eine private Agrarwetterstation bei Boisheim wurde angeblich von dem Tornado überquert, 223 km/h wurde als maximale Böe gemessen. Noch keine andere Wetterstation im Flachland Deutschlands hat je so starken Wind gemessen, entsprechend dürfte es sich um einen Rekord handeln. Jedoch um einen inoffiziellen, da die Station zum Einen nicht der Norm der World Meteorological Organization entspricht und zum Anderen der Wert nicht überprüft werden konnte bzw. der Betreiber auf Rückfragen damals nicht eingegangen ist.

 

So oder so, mit 223 km/h entspräche der Tornado der Stärke 2 auf der sechsteiligen Fujita-Skala. Und dies deckt sich mit den beobachteten Schäden wie etwa zahlreichen abgedeckten Häusern oder entwurzelten Bäumen, auch die Experten der Tornado-Arbeitsgruppe Deutschland kommen bei ihrer Analyse auf einen F2-Tornado. Im Übrigen wurden die Nutzer und Kunden von uwr.de damals rechtzeitig und mit der höchsten Warnstufe vor dem aufziehenden Unwetter gewarnt:

 

Etwa 30 bis 60 Tornados treten jedes Jahr in Deutschland auf und die meisten entsprechen der Stärke F0 bis F2, sind also mit Windgeschwindigkeiten von rund 70 bis 250 km/h verbunden. Der aktuelle Tornado hat auf den ersten Blick womöglich mächtiger und stärker gewirkt als viele andere, die bisher dokumentiert wurden. Dies liegt hauptsächlich an der großen Menge an Sand und Staub, die aufgewirbelt und mitgeführt wurde.

 

Tornados traten in unseren Breiten schon immer auf, von daher kann man nicht von einem neuzeitlichen Phänomen sprechen. Die Wahrnehmung hat sich jedoch verändert, heutzutage hat jeder ein Handy griffbereit und kann aufgenommene Videos mit zwei Klicks in den Social Media-Kanälen verbreiten. Nachfolgend haben wir noch ein weiteres beeindruckendes Video, welches die Waldschäden analysiert:

 

Copyright Titelbild: Marco Bayer, https://www.facebook.com/marco.bayer.12

Wann fallen die 30 Grad?

Bereits im April möglich

30 Grad im Frühjahr sind eine Seltenheit, doch bereits ab Mitte April möglich. Besonders früh wurde in Deutschland die magische 30-Grad-Marke im Jahr 1934 übertroffen, gleich 4 Städte (Cottbus, Halle, Jena und Zerbst) verzeichneten am 17. April mehr als 30 Grad. Am heißesten wurde es damals in Jena mit einem Maximum von 31,2 Grad.

Erderwärmung führt zu mehr heißen Tagen

Der Zeitpunkt des ersten Hitzetages liegt allerdings im langjährigen Durchschnitt je nach Region erst zwischen Anfang Juni und Mitte Juli, wobei in Küstennähe in manchen Jahren die 30-Grad-Marke gar nicht erreicht wird. Auch die Klimaerwärmung machte sich in den letzten Jahren deutlich bemerkbar. In der Stadt Freiburg zum Beispiel gab es den ersten 30er in den 1970er Jahren im Mittel erst Anfang Juli, im letzten Jahrzehnt hingegen schon durchschnittlich einen Monat früher. Auch die Anzahl der heißen Tage hat besonders seit Beginn der 1990er-Jahre deutlich zugenommen.

@ https://stock.adobe.com

Seehöhe wichtiger Faktor

Aufgrund der Seehöhe sind Hitzetage oberhalb von etwa 700 Meter auch im Hochsommer eine Seltenheit und können hier, so wie auch in Küstennähe zumeist an einer Hand abgezählt werden. Bei extremen Hitzewellen kann die Temperatur aber sogar noch in deutlich über 1.000 Meter Höhe über die 30 Grad steigen. So liegt der Temperaturrekord am Großen Arber (1446 m) bei 30,3 Grad (gemessen am 27. Juli 1983) oder am Fichtelberg (1215 m) bei beachtlichen 30,6 Grad (07. Juli 1957).

Ist es am Donnerstag soweit?

Die Temperaturen steigen in den kommenden Tagen an und erreichen wieder frühsommerliche Werte zwischen 20 und 25 Grad. Nach aktuellem Stand erreicht die Zufuhr der Warmluft am Donnerstag ihren Höhepunkt, dann sind am Oberrhein und im äußersten Westen auch Werte um 28 und 29 Grad zu erwarten. Gut möglich also, dass lokal der 30er zum ersten Mal im Jahr 2020 erreicht wird. Im großen Rest des Landes muss man auf den ersten Hitzetag aber wohl noch etwas warten.

Wann fallen die 30 Grad?

Bereits im April möglich

30 Grad im Frühjahr sind eine Seltenheit, doch bereits ab Mitte April möglich. In allen Bundesländern mit Ausnahme von Kärnten wurden die frühesten 30-Grad-Tage im April verzeichnet. Dabei hat die Stadt Salzburg die Nase vorne, hier wurden schon am 17. April 1934 30,0 Grad gemessen und damit hält die Mozartstadt schon seit über 80 Jahren den Österreich-Rekord.

Meist erst im Juni

Der Zeitpunkt des ersten Hitzetages liegt allerdings im langjährigen Durchschnitt je nach Region erst zwischen Anfang und Mitte Juni. Dabei machte sich in den letzten Jahren die Klimaerwärmung deutlich bemerkbar. In der Stadt Salzburg zum Beispiel gab es den ersten 30er in den 1990er Jahren im Mittel am 12. Juni, im letzten Jahrzehnt hingegen schon durchschnittlich am 1. Juni.

@ https://stock.adobe.com

Seehöhe wichtiger Faktor

Aufgrund der Seehöhe sind Hitzetage oberhalb von etwa 800 Meter auch im Hochsommer eine Seltenheit und können an einer Hand abgezählt werden. Bei extremen Hitzewellen kann die Temperatur aber sogar noch in 1.500 Meter Höhe über die 30 Grad steigen. So liegt der Temperaturrekord in Galtür (T, 1587 m) bei 31 Grad (gemessen am 6. Juli 1957) oder in Flattnitz (K, 1442 m) bei genau 30 Grad (27. Juli 1983).

Heuer muss man noch ein wenig warten

Zwar steigen die Temperaturen in den kommenden Tagen an und erreichen wieder frühsommerliche Werte um 25 Grad, auf den ersten Hitzetag muss Österreich aber wohl noch etwas warten. Immerhin deuten sich ab Donnerstag Werte bis maximal 28 oder 29 Grad an, es wird also langsam knapp.

Erster Zyklon des Jahres bedroht Indien

Stand heute – Donnerstag – gibt es im Golf von Bengalen noch keinen Tropischen Wirbelsturm. Allerdings hat sich zwischen Sri Lanka und der Inselgruppe der Andamanen bereits ein Tief entwickelt. Dieses wird sich den neuesten Modellberechnungen zufolge schon am Samstag zu einem Tropischen Zyklon intensivieren.

Satellitenbild vom Indischen Ozean (Donnerstag 08 Uhr MESZ)

Über dem gut 30 Grad warmen Meerwasser herrschen beste Bedingungen für eine Verstärkung. In weiterer Folge wird der Zyklon, der auf den Namen AMPHAN getauft werden wird, weiter nordwestwärts ziehen. Zu Beginn der neuen Woche gerät dann der indische Bundesstaat Andhra Pradesh sowie später eventuell auch noch der Bundesstaat Odisha in den Fokus des Wirbelsturms. Aus heutiger Sicht drohen den küstennahen Gebieten Orkanböen von 150 km/h, zudem fällt sintflutartiger Regen mit 200 bis 500 Litern pro Quadratmeter.

Position des Zyklons AMPHAN Montagnacht (Ortszeit)

Der Golf von Bengalen ist übrigens kein unbekanntes Terrain für Tropische Wirbelstürme. In folgender Grafik sind alle Zugbahnen solcher Wirbelstürme dargestellt – und zwar von 1985 bis 2005. So ist der Teilbereich des Indischen Ozeans zwischen Indien und Südostasien eine der Brutstätten tropischer Stürme.

Globales Auftreten tropischer Wirbelstürme von 1985 bis 2005.

Quelle Titelbild: pixabay

40 Grad: Erste markante Hitzewelle in Südeuropa

Verantwortlich für den Vorstoß der außergewöhnlich heißen Luft von der Sahara Richtung Mittelmeerraum ist ein Tief über der Iberischen Halbinsel. An dessen Vorderseite wird in den kommenden Tagen eben sehr heiße und trockene Wüstenluft angezapft und nach Norden gelenkt.

Ein Tief über der Iberischen Halbinsel zapft heiße Luft aus der Sahara an.

Wie außergewöhnlich eine solche Luftmasse Mitte Mai selbst in hitzegewöhnten Regionen wie Sizilien oder Griechenland ist, lässt sich anhand folgender Grafik gut erkennen. Sie zeigt die Entwicklung der Temperatur in rund 1500 m Seehöhe – für uns Meteorologen ist diese immer ein wichtiger Indikator, wie warm es dann auch am Boden wird. Als Faustregel gilt hierbei: Temperatur in 1500 m plus 15 Grad = Temperatur im Flachland.

Normalerweise pendeln die Temperaturen in 1500 m zu dieser Jahreszeit in Athen bei rund 12 oder 13 Grad. Bis in die neue Woche hinein werden aber rund 25 Grad gemessen, erst dann folgt eine Rückkehr zu jahreszeitlich „normalen“ Temperaturen.

Die Luftmassen sind 10 bis 15 Grad wärmer als normal.

Zählt man zu diesen 25 Grad wie oben beschrieben rund 15 Grad hinzu, so kommt man auf eine Höchsttemperatur von 40 Grad im Schatten. Und das ist auch genau jene Temperatur, die der griechischen Hauptstadt bevorsteht. Damit ist eines so gut wie sicher: Der bisherige Mairekord von 36,7 Grad wird in Athen fallen, wahrscheinlich sogar deutlich übertroffen!

Der Mairekord für Athen dürfte ziemlich sicher fallen.

Doch nicht nur Athen ist betroffen, praktisch ganz Griechenland steht vor einer markanten Hitzewelle. Daneben sind auch im Süden Italiens, in Albanien, Nordmakedonien, Bulgarien und in der Türkei Höchstwerte von 35 bis 40 Grad zu erwarten. Besonders in der Türkei sind im Hinterland sogar lokal 45 Grad möglich!

Neben der Heißluft erreichen auch größere Mengen Saharastaub den Süden Europas. Da es keinen Niederschlag gibt, wird dieser aber nicht ausgewaschen sondern dürfte nur für einen milchigen Himmel sorgen.

Auch Saharastaub wird mit der Heißluft nach Norden gelenkt.

Quelle Titelbild: pixabay

13. Mai: Eisheiliger Servatius

Raureif

Bei Servatius vermischen sich geschichtlich vermutlich zwei Persönlichkeiten. Der eine Servatius, ein Bischof von Tongeren, welcher im 5. Jahrhundert lebte. Der andere, für die römische Glaubenslehre wichtige Servatius, von dem in den Chroniken schon fast 100 Jahre früher berichtet wird. Servatius soll in einer Erscheinung der Hunneneinfall von 450 n. Chr. vorhergesagt worden sein, vor welchem er dann die Bevölkerung von Tongeren warnte. Darauf basiert seine Verehrung.

Wetterregeln

Servatius oder in Kurzform Servaz sind als Eisheiligen ein paar Bauernregeln zugeordnet:

  • „Servaz muss vorüber sein, willst vor Nachtfrost sicher sein.“
  • „Vor Servaz kein Sommer, nach Servaz kein Frost.“
  • „Nach Servaz findet der Frost keinen Platz.“
  • „War vor Servatius kein warmes Wetter, wird es nun von Tag zu Tag netter.“

Klarerweise liegt bei Servatius der Fokus auf Frost und Kälte. So wie auch bei den anderen Eisheiligen ergibt eine Analyse der Wetterstatistik aber, dass an diesem Tag nicht nur keine Häufung von Frost auftritt, sondern dieser sogar extrem selten ist. Kälteeinbrüche rund 10 Tage später sind aus mehrjährigen Daten aber doch zumindest teilweise herauszulesen. Weitere Details zu diesem Thema gibt es hier: Die Eisheiligen.

Am Mittwoch gab es in Mitteleuropa örtlich leichten Frost.

Trockenheit weiterhin großes Problem

Eine eingefahrene Wetterlage sorgte für einen ruhigen April. Obwohl dieser ja bekanntlich als einer der turbulentesten Monate gilt, zumindest was das Wetter betrifft. Niederschlag ist leider im Großteil des Landes, ja sogar in ganz Mitteleuropa, nicht wirklich nennenswerter gefallen. Recht ähnlich verlief nun auch der bisherige Mai. Die Trockenheit in einige Gebieten Deutschlands ist mittlerweile ein großes Problem.

Regen am Beginn der Eisheiligen

Vor ein paar Tagen, pünktlich zum Auftakt der Eisheiligen, fiel zwar vor allem in den Mittelgebirgen sowie im Süden einiges an Niederschlag, die von Trockenheit geplagten Gebiete gingen aber größtenteils wieder leer aus. In NRW sowie Niedersachsen sind in den letzten beiden Monate stellenweise nicht einmal 20 Liter Regen gefallen. Nicht verwunderlich, dass insbesondere die obersten Bodenschichten völlig ausgetrocknet sind. Etwas entspannt hat sich die Lage aber eben durch den zuletzt gefallenen Niederschlag vom Rheinland-Pfalz bis nach Sachsen.

Niederschlagssumme im bisherigen Mai im Vergleich zum Monatsmittel. © Bernd Hussing

Trockene Böden, niedrige Pegel und Waldbrandgefahr

Wie bereits erwähnt, sind vor allem die oberste Bodenschicht sehr stark von der Trockenheit betroffen. Am Beispiel Hannover zeigen Bodenmessungen, dass besonders die ersten 20 Zentimeter ein großes Defizit an Feuchte aufweisen. Darunter leider insbesondere nicht tiefwurzelnde Pflanzen, da diese nicht das Wasser aus den tieferen Schichten beziehen können.

Großes Defizit von Bodenfeuchte in den ersten 20 Zentimeter © DWD

Auch bei den Pegelständen der Flüsse im Osten von Deutschland macht sich die Trockenheit bemerkbar. So führen etwa die Oder sowie die Elbe stellenweise bereits seit Anfang Mai Niedrigwasser.

Ein weiteres Problem, das durch die trockenen Böden entsteht, ist die Waldbrandgefahr. Zwar sind die Temperaturen derzeit vergleichsweise kühl, bei höheren Temperaturen muss aber auch sofort mit einer erhöhten Waldbrandgefahr ausgegangen werden.

Wenig Niederschlag in Sicht

Ein Blick in die Wetterkarten verheißt leider nichts Gutes und Linderung ist wenig in Sicht. Nur im Süden kann man in den nächsten Tagen mit mehr Niederschlag rechnen, im Norden wird es bei vereinzelten Regenschauern bleiben. Brauchen würde es aber länger anhaltenden Landregen, um die Trockenheit zumindest für das kommende Monat in einigen Gebieten zu lindern.

Titelbild: © pixabay.com

12. Mai: Eisheiliger Pankratius

Blümchenfrost @ https://stock.adobe.com

Der Name Pankratius kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Der alles Beherrschende“. Er lebte von rund 290 bis etwa 304 n. Chr. und war ein christlicher Märtyrer. Schon als Jugendlicher wurde er wegen seines Glaubens unter der Herrschaft des Diokletian oder der des Kaisers Valerian hingerichtet. Seine Verehrung war europaweit verbreitet. Der Hl. Pankratius wird oft in vornehmer Kleidung oder Ritterrüstung, mit Schwert, Märtyrerkrone und Palme dargestellt. Nach ihm werden – oft in der Kurzform Pankraz – Orte benannt. Dazu gehören beispielsweise St. Pankraz in Oberösterreich und in Salzburg.

Wetterbezug

Pankratius gehört zu den Eisheiligen, entsprechend sind ihm auch ein paar Bauernregeln zugeordnet:

„Wenn’s an Pankratius gefriert, so wird im Garten viel ruiniert.“

„Pankratius hält den Nacken steif, sein Harnisch klirrt vor Frost und Reif.“

„Ist Sankt Pankratius schön, wird guten Wein man sehn.“

„Pankratz und Urban ohne Regen versprechen reichen Erntesegen.“

Neben dem Bezug zur Ernte steht Pankratius klarerweise vor allem für Frostgefahr. Durchforstet man man aber alte Aufzeichnungen und analysiert die Wetterstatistik, lässt sich feststellen, dass Frost im Mai eher selten auftritt und genau zu Pankratius nochmal um einiges unwahrscheinlicher ist. Weitere Details zu diesem Thema gibt es hier: Die Eisheiligen.

Am Dienstagmorgen gab es in Mitteleuropa gebietsweise Luftfrost.

Pankratius brachte Föhn, kräftige Gewitter und Schnee

Storm Science Austria

Südföhn

Montagfrüh erstreckte sich eine Tiefdruckrinne von der Iberischen Halbinsel bis nach Skandinavien. Der Alpenraum lag im Vorfeld der Kaltfront in einer Südströmung. Mit Annäherung der Kaltfront aus Norden im Verlauf des Tages verstärkte sich die Strömung zunehmend. Bereits am Vormittag griff der Föhn mit Sturmböen in Innsbruck durch, am Nachmittag machte sich dieser dann im Osten des Landes bemerkbar. Der Föhn trieb dann vor allem im Donauraum die Temperaturen nochmal nach oben, im Tullnerfeld wurden sommerliche 27.7 °C erreicht.

Gewitter an der Alpennordseite

Während die Front dann mehr oder weniger in der Mitte von Deutschland hängen blieb und dort für Starkregen sorgte, bildeten sich um die Mittagszeit in der Schweiz die ersten Gewitter. Diese zogen dann an der Alpennordseite entlang in Richtung Rheintal und am Abend ins Alpenvorland. Vor allem in Oberösterreich entwickelten sich dann kräftige Gewitter. So wurden etwa in Waizenkirchen eine schwere Sturmböe mit 98 km/h gemessen, in Enns waren es sogar 109 km/h. Eine private Messtation in Kirschlag bei Linz registrierte eine Orkanböe mit knappen 120 km/h. Vor allem im westlichen Donauraum und im Mühlviertel wurde die Feuerwehr zu zahlreichen Einsätzen gerufen. Selbst für Wien und für das von Trockenheit geplagte Weinviertel reichte es für Gewitter und ein paar Liter Regen.

 

Ein wenig Schnee

In der Nacht auf Dienstag kam die Kaltfront dann nach Süden voran und überquerte den Alpenraum. Damit floss deutlich kühlerer Luft ein und die Schneefallgrenze sank sukzessive. Im Westen reichte es für eine dünne Schneedecke wie etwa in Schröcken (1250m). Auch in den höheren Lagen des Wald- und Mühlviertel tänzelten ein paar Schneeflocken.

Dünne Schneedecke in Schröcken © foto-webcam.eu

Hier noch ein paar Eindrücke von gestern:

 

Aufziehendes Gewitter im Rheintal ©foto-webcam.eu
Gewitter in Ebbs

Titelbild: © Storm Science Austria

Kaltfront bringt an der Alpennordseite Gewitter und etwas Schnee

Der Alpenraum liegt zu Wochenbeginn zwischen einem Tiefdruckgebiet über Frankreich und einem Skandinavientief namens BRITTA. Die Kaltfront des Skandinavaientief erstreckt sich von Finnland über Deutschland bis nach Nordfrankreich und erfasst in den Abendstunden auch den Alpenraum.

Stürmischer Föhn

Am Rande des Tiefs über Frankreich fällt am Montag südlich des Alpenhauptkamms zeitweise etwas Regen, an der Alpennordseite frischt im Zusammenspiel mit einem Randtief hingegen teils stürmischer Föhn auf. In den typischen Föhntälern der Nordalpen, im östlichen Flachland sowie teils auch im Süden haben wir bereits Warnungen vor stürmischen Böen ausgegeben. Die Temperaturen steigen dabei vor allem im Nordosten nochmals auf ein frühsommerliches Niveau mit Höchstwerten in Niederösterreich um 26 Grad.

Sturmwarnungen am Montag (Stand 8 Uhr). www.uwz.at

Gewitter im Norden

Im Tagesverlauf entstehen in den Nordalpen erste Schauer und Gewitter, im Laufe des Nachmittags und Abends greifen diese dann auf den Norden über. Besonders vom Kaiserwinkl über Oberösterreich bis ins Waldviertel können diese mitunter auch kräftig ausfallen und für kleinen Hagel und teils schwere Sturmböen sorgen! Am Abend sind dann auch im Osten lokale Schauer oder Gewitter nicht ausgeschlossen, hier macht sich die Front aber in erster Linie durch kräftig bis stürmisch auffrischenden Nordwestwind bemerkbar.

Im Vorfeld der Kaltfront entstehen am Montagabend Gewitter.

Ein wenig Schnee

In der Nacht auf Dienstag fällt dann besonders von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich sowie im Süden zeitweise Regen, dabei sinkt die Schneefallgrenze in den Nordalpen sowie im Mühl- und Waldviertel gegen 900 bis 600 m ab. Ab etwa 1000 m kann sich vorübergehend eine dünne Schneedecke bilden. Am Dienstag kommt es dann rasch zu einer Wetterbesserung, die Temperaturen kommen aber nicht über 9 bis 17 Grad hinaus.

Schneeprognose bis Dienstagmorgen von UCM (UBIMET).

Titelbild: Gewitter über den Zillertaler Alpen (Adobe Stock)

Regen – Sturm – Schnee – Gewitter: Turbulenter Montag

Den Ursprung der arktischen Luftmassen sehen wir gut auf den Trajektorien für 4 ausgewählte deutsche Städte: Vom Europäischen Nordmeer macht sich die Polarluft derzeit auf den Weg nach Süden Richtung Mitteleuropa. Am Sonntagnachmittag erreicht die Kaltfront bereits die Nordseeküste.

Die Luft strömt aus dem hohen Norden zu uns.

Über Nacht kommt die Front dann weiter in den Süden voran, sie liegt Montagmittag etwa auf der Linie Luxemburg-Cottbus.

Die Lage der Kaltfront am Montag um 14:00 Uhr.

Die Front trennt polare Luftmassen im Norden von noch immer feucht-warmer Luft im Süden, dementsprechend groß sind auch die morgigen Temperaturunterschiede. Während es unter der Front meist nur 1 bis 6 Grad gibt, hält sich im Südosten Bayerns noch die Warmluft mit rund 20-22 Grad. Hinter der Front sorgt der Nordwind für eine gute Durchmischung der Atmosphäre, mit 10-12 Grad bleibt es aber auch dort recht frisch.

Hier haben wir für euch die erwarteten Temperaturen morgen um 14 Uhr.

Große Temperaturunterschiede Montagmittag.

Mit der Kaltfront beginnt es Montagmorgen von Frankreich her teils kräftig zu regnen, der Regen breitet sich dann am Vormittag über die Mitte des Landes nach Nordosten aus. Besonders in einem Streifen vom Saarland und Rheinland-Pfalz über Hessen, Thüringen und Nordbayern bis nach Sachsen und Brandenburg regnet es auch ergiebig. 25-40 Liter pro Quadratmeter sind dort zu erwarten.

Mit Vorankommen der Kaltluft geht der Regen im Laufe des Nachmittags oberhalb von 400 bis 600 m in Schnee über. Besonders in etwas höheren Lagen von Thüringer Wald und Erzgebirge sind um die 5 cm Neuschnee zu erwarten!

Große Regenmengen in der Mitte.

Vor der Front – also in Bayern und Baden-Württemberg – entstehen zudem am Nachmittag noch ein paar Gewitter, die mit Starkregen, kleinem Hagel und stürmischen Böen lokal kräftig ausfallen können.

Auch der Sturm wird morgen zum Thema, und zwar in erster Linie im Westen sowie in den Mittelgebirgen (Harz, Thüringer Wald, Rhön, Hunsrück, Eifel). Zwar sind die Böen im Vergleich zu winterlichen Sturmereignissen überschaubar, da aber alle Bäume belaubt sind, herrscht auch bei Böen von 60-80 km/h bereits eine erhöhte Astbruchgefahr!

Vor allem im Westen und in den Mittelgebirgen wird es stürmisch.

Nach Abzug der Kaltfront Richtung Tschechien und Österreich steht der Bundesrepublik eine oft sternenklare und windschwache Nacht bevor. Folglich rasseln die Temperaturen in den Keller. Abschließend noch eine Grafik mit den zu erwartenden Tiefsttemperaturen Dienstagfrüh. Vor allem im Mittelgebirgsraum muss man sich auf leichten Luftfrost von -3 bis 0 Grad einstellen, Bodenfrost dürfte es recht verbreitet geben.

Die Nacht zum Dienstag wird lokal noch einmal frostig!

Quelle Titelbild: pixabay

Von wegen Frühling: Maischnee in New York

Woher diese für die Jahreszeit extrem kalte Luft kam, lässt sich mit Hilfe sogenannter Trajektorien gut nachvollziehen. Man sieht auf folgendem Bild: Noch vor wenigen Tagen lagerten die Luftmassen über dem noch zugefrorenen Aktischen Meer. Über der Hudsonbay (ebenfalls noch eisbedeckt) konnte sich die Luft nicht erwärmen und so traf die Kaltluft (entlang der blauen Linie) mit voller Wucht auf den Nordosten der USA.


Samstagfrüh wurden im Central Park nur noch +1,1 Grad gemessen. Das bedeutet nicht nur einen Negativrekord für den 9. Mai, so kalt war es so spät im Jahr überhaupt noch nie in der New Yorker Messgeschichte. Mit nur +8 Grad stiegen die Temperaturen im Tagesverlauf auch nur wenig. Der durchschnittliche Höchstwert zu dieser Jahreszeit beträgt in NYC übrigens +20 Grad!

Doch nicht nur die Kälte war sehr ungewöhnlich, hinzu kam auch noch Schnee. Für eine geschlossene Schneedecke reichte es in der Stadt zwar nicht, die Wetterstation im Central Park maß aber immerhin Spuren. So spät im Jahr hatte es zuvor erst einmal – nämlich 1977 – geschneit. Damit wurde gestern genauso viel Schnee registriert wie beispielsweise im gesamten Monat Februar 2020!

Abschließend noch ein paar Impressionen dieses wahrlich seltenen Ereignisses:

Quelle Titelbild: pixabay

Weiterhin große Waldbrandgefahr im Osten

Bereits im April haben wir an dieser Stelle über Trockenheit und Waldbrände berichtet. Im Großteil des Landes haben Niederschläge in den vergangenen Wochen die Dürre beendet, nicht so jedoch im Osten des Landes. Besonders in Wien, Niederösterreich und im Burgenland herrscht auch morgen eine mittlere (gelb) bis hohe (rot) Waldbrandgefahr:

Auch am Sonntag noch große Waldbrandgefahr im Osten Österreichs.

Seit Monatsbeginn ist im östlichen Flachland nur wenig Regen gefallen, im Großraum Wien beispielsweise um 70% weniger als üblicherweise in den ersten Maitagen:

Der Mai startete viel zu trocken.

Noch eindrucksvoller zeigt sich die Niederschlagsabweichung, wenn wir den gesamten Frühling betrachten (also der Zeitraum vom 01. März bis heute). Landesweit fehlen knapp 40% auf eine ausgeglichene Bilanz, in der gesamten Nordosthälfte beträgt das Regendefizit sogar 60 bis 70%! Am Beispiel Wien bedeutet das: Seit 01. März sind hier erst 33 Liter Regen pro Quadratmeter zusammengekommen, normal wären es in diesem Zeitraum aber 114 l/m².

Ein extrem trockener Frühling im Osten.

Am Sonntag sorgen lokale Schauer und Gewitter höchstens für punktuelle Linderung der Trockenheit, eine Kaltfront bringt Montagnacht für etwas flächendeckenderen Regen. Man sieht aber an der prognostizierten Regenmenge bis kommende Woche Freitag, dass sich die Mengen weiterhin Grenzen halten. Mehr als 5-10 l/m² darf man sich von St. Pölten und Graz ostwärts nicht erwarten.

Nur wenig Regen fällt in den kommenden Tagen im Osten.

Quelle Titelbild: pixabay

Wetter und Gleitschirmfliegen

Kleines Flugfenster

Gleitschirmfliegen ist bei entsprechenden Wetterbedingungen in jeder Jahreszeit möglich. Besonders im Frühjahr und im Sommer kann man aber dank der gut entwickelten Thermik deutlich längere Flüge durchführen. Jeder Pilot benötigt dabei Kenntnisse über die überregionalen Windströmungen sowie auch den lokalen Bedingungen eines Gebietes. Der Wind darf zudem nicht zu stark sein, da der Gleitschirm ein relativ langsames Fluggerät ist: Bereits ab Windgeschwindigkeiten von knapp 30 km/h kann ein Gleitschirm mitunter nicht mehr sicher gesteuert werden. Weiters darf der Wind auch nicht zu böig sein, da dies in Zusammenhang mit Turbulenzen steht.

Trügerischer Föhn

Starke Turbulenzen stellen eine große Gefahr für Gleitschirmflieger dar, da sie zum Zusammenklappen des tragenden Gleitschirms führen können. Im schlimmsten Fall kann es zu einem vollständigen Strömungsabriss kommen und somit zu einem schnellen Höhenverlust. Starke Turbulenzen treten ganz besonders in der Nähe von Schauern und Gewittern auf, also in der Umgebung von Cumulonimbus-Wolken. Ein Pilot sollte daher immer das Wolkenbild im Auge behalten und allgemein niemals in Quellwolken hinein fliegen, da die fehlende Orientierung ebenfalls ein hohes Risiko darstellt. Ein weiterer Spezialfall ist der Föhn: Obwohl das Wetter an Föhntagen in der Regel freundlich ist, ist Föhn meist für starke, unsichtbare Turbulenzen verantwortlich. Es gibt zwar Gebiete die nicht vom Föhn direkt beeinflusst werden, unerfahrene Piloten sollten an solchen Tagen aber unbedingt am Boden bleiben.

Red Bull X-Alps. © zooom.at / Sebastian Marko
Red Bull X-Alps. © zooom.at / Sebastian Marko

Berge und Hochdruck bevorzugt

Bestes Flugwetter stellt sich bei stabilen Hochdrucklagen ein, da der überregionale Wind schwach ist und bodennah von den regionalen Windsystemen, wie beispielsweise den Hangwinden, überlagert wird. Im Sommer können sich bei solchen Wetterlagen regelrechte Thermikschläuche bilden, die Gleitschirmflieger und Segelflieger zum Auftrieb nutzen. Das ist auch der Grund, wieso Gleitschirmflieger oft über sonnenbeschienenen Berghängen enge Kreise ziehen. Die Folgen aufsteigender Luft sind oftmals Quellwolken, welche einen wichtigen Hinweis auf thermische Aufwinde geben. Im Hochgebirge ermöglichen gut entwickelte Thermikschläuche den Gleitschirmfliegern teils auf über 4000 m Höhe aufzusteigen.

Titelbild: Adobe Stock

Die Eisheiligen stehen bevor

Nahaufnahme von Frost auch einem Gänseblümchen ©pixabay/Myriamy_Fotos

Den Ursprung der Eisheiligen nimmt man im Mittelalter an, als die gläubige, vorwiegend bäuerliche Bevölkerung von spätem Frost und den dadurch entstandenen Ernteeinbußen betroffen war. Die Ehrfurcht vor diesem Witterungsphänomen hat die Menschen dazu veranlasst, die Gedenktage Heiligen und Märtyrern zuzuordnen. Je nach Region sind das drei bis fünf Eisheilige:

  1. Mamertus, Bischof von Vienne – 11. Mai (nur Norddeutschland)
  2. Pankratius, frühchristlicher Märtyrer – 12. Mai
  3. Servatius, Bischof von Tongeren – 13. Mai
  4. Bonifatius, frühchristlicher Märtyrer – 14. Mai
  5. Sophia „Kalte Sophie“, frühchristliche Märtyrerin – 15. Mai

Frost im Mai

Die Temperaturen auf dem europäischen Festland steigen im Mai im Durchschnitt sehr schnell an, so erhöht sich die durchschnittliche Tagesmitteltemperatur beispielsweise in Wien im Laufe des Monats von 13 auf 17 Grad. Frost im Mai und somit auch zu den Eisheiligen ist in den tiefen Lagen also generell recht selten. In Wien, Zürich und Berlin muss man höchstens alle 10 Jahre, in Innsbruck und München zumindest in jedem zweiten Jahr damit rechnen. Deutlich häufiger sind späte Fröste allerdings in höher gelegenen Alpentälern. In diesen Regionen ist sogar Anfang Juni noch leichter Morgenfrost möglich.

Eismänner

Die Ehrfurcht vor dem Frost während der Blütezeit wichtiger Pflanzen hat die Menschen dazu veranlasst, die Gedenktage vom 12. bis zum 15. Mai zuzuordnen. Aufgrund der gregorianischen Kalenderreform finden die Eisheiligen genau genommen aber knapp 10 Tage später statt, weil diese Bauernregel noch aus der Zeit des julianischen Kalenders stammt.

Singularität

Die Eisheiligen sind aus meteorologischer Sicht eine sogenannte Singularität, also eine spezielle Wetterlage, die zu einem bestimmten Zeitabschnitt im Jahr mit erhöhter Wahrscheinlichkeit auftritt. Tatsächlich weist die durchschnittliche Tagesmitteltemperatur in Österreich in den vergangenen 50 Jahren zwischen dem 19. und dem 24. Mai einen vorübergehenden Rückgang auf, also gibt es zu dieser Jahreszeit eine Häufung an Kaltlufteinbrüchen. Streng genommen finden die Eisheiligen also heuer zu früh statt, so zeichnet sich Montag- und Dienstagnacht besonders in der Mitte Deutschlands sowie in manchen Tälern der Ostalpen und im Waldviertel örtlich leichter Frost ab.

Klimawandel

Das Wetter und damit die Blühtermine unterliegen früher wie heute großen Schwankungen von Jahr zu Jahr. Mittlerweile sorgen die milden Winter und die rasch steigenden Temperaturen im März und April jedoch regelmäßig für einen früheren Start der Vegetationsperiode. Wenn diese frühere Ausnahme immer häufiger vorkommt und dadurch zum Normalfall wird, kommt es zu einer Verschiebung der Durchschnittswerte, und das ist eben genau das, was der Klimawandel macht. Auf diese Art kommt die paradox anmutende Situation zustande, dass bei wärmerem Klima die Frostgefährdung in Mitteleuropa sogar zunimmt. Früher waren die Eisheiligen besonders gefürchtet, da die Pflanzen erst zu dieser Zeit soweit entwickelt waren, um frostgefährdet zu sein. Heutzutage haben Landwirte dagegen bereits im April mit der Frostgefahr zu kämpfen.

Auf sommerliches Wochenende folgt zu den Eisheiligen Kaltlufteinbruch

Schnee im Mai

Österreich liegt am Wochenende zwischen einem Hoch über dem Mittelmeerraum und einer Tiefdruckrinne über Westeuropa. Mit einer südwestlichen Höhenströmung gelangen feuchte Luftmassen ins Land und besonders an der Alpennordseite wird es erstmals in diesem Jahr schwül-warm. Das Wetter gestaltet sich allerdings leicht unbeständig, so entstehen bei zeitweiligem Sonnenschein im Bergland und an der Alpennordseite ein paar Schauer und Gewitter. Weitgehend trocken bleibt es hingegen von Unterkärnten bis ins östliche Flachland. Die Temperaturen erreichen am Samstag bis zu 26 Grad, am Sonntag liegen die Spitzenwerte in Niederösterreich dann sogar bei 28 Grad.

Am Samstag gerät feuchtwarme Luft ins Land. (FU Berlin / DWD / UBIMET).

Auf Föhn folgt Kaltlufteinbruch

Am Montag zieht aus Norden die Kaltfront von Skandinavientief BRITTA auf, vorerst macht sich im Alpenraum aber föhniger Südwind bemerkbar. Vor allem in der Osthälfte sind in exponierten Lagen auch stürmische Böen zu erwarten und die Temperaturen steigen hier nochmals auf sommerliche 27 Grad. Aus Westen ziehen jedoch vermehrt Wolken auf und südlich des Alpenhauptkamms setzt tagsüber Regen ein. Am Nachmittag ziehen dann auch an der Alpennordseite Schauer und Gewitter auf, welche am Abend von Vorarlberg bis zum Waldviertel in anhaltenden Regen übergehen. Die Schneefallgrenze sinkt hier am späten Abend rasch unter 1000 m ab, in der Nacht fallen dann bis 500 m herab ein paar Schneeflocken. In Lagen oberhalb etwa 1000 m kann sich vorübergehend eine dünne Schneedecke bilden.

Neuschneeprognose in der Nacht auf Dienstag. (UBIMET)

Kühl am Dienstag

Am Dienstag fallen in den Nordalpen in der Früh noch ein paar Schneeflocken, im Norden und Osten kommt aber tagsüber zeitweise die Sonne zum Vorschein. Sonst überwiegen noch die Wolken und im Laufe der zweiten Tageshälfte kann es im Bergland auch leicht regnen. Bei anfangs noch kräftigem Nordwind kommen die Temperaturen dabei nicht über 9 bis 17 Grad hinaus und in der Folgenacht zeichnet sich in höheren Lagen wie etwa im Waldviertel leichter Frost ab. In der zweiten Wochenhälfte steigen die Temperaturen dann wieder spürbar an.

Kalte Luftmassen arktischen Ursprungs erfassen Österreich (Daten: NOAA)

Eisheilige

Den Ursprung der Eisheiligen, deren Gedenktage vom 12. bis zum 15. Mai liegen, nimmt man im Mittelalter an, als die gläubige, vorwiegend bäuerliche Bevölkerung von spätem Frost und den dadurch entstandenen Ernteeinbußen betroffen war. Aufgrund der gregorianischen Kalenderreform finden die Eisheiligen genau genommen aber erst knapp 10 Tage später statt, weil diese Bauernregel noch aus der Zeit des julianischen Kalenders stammt. Tatsächlich weist die durchschnittliche Tagesmitteltemperatur in Österreich zwischen dem 19. und dem 24. Mai einen vorübergehenden Rückgang auf, also gibt es zu dieser Jahreszeit eine Häufung an Kaltlufteinbrüchen. Streng genommen finden die Eisheiligen daher heuer zu früh statt. Die Eisheiligen sind aus meteorologischer Sicht eine sogenannte Singularität, also eine spezielle Wetterlage, die zu einem bestimmten Zeitabschnitt im Jahr mit erhöhter Wahrscheinlichkeit auftritt.

Nach dem Kaltlufteinbruch wird es bald wieder wärmer. (NCEP / UBIMET)

Titelbild © Adobe Stock

Kaltlufteinbruch zu Wochenbeginn: Örtlich Schnee bis in tiefe Lagen

Schnee auf Laubbaum

Am kommenden Wochenende liegt Deutschland unter dem Einfluss einer Tiefdruckrinne und im Vorfeld einer Kaltfront gelangen feuchtwarme Luftmassen ins Land. Die Temperaturen steigen im Südwesten auf bis zu 27 Grad, die Schauer- und Gewitterneigung steigt im Süden aber bereits am Samstag etwas an.

Am Samstag gerät aus Südwesten feuchtwarme Luft ins Land, aus Norden nähert sich aber schon die Kaltfront. (FU Berlin / DWD / UBIMET).

Gewitter am Sonntag

Am Sonntag entwickelt sich über Skandinavien ein weiteres Tiefdruckgebiet, dessen Kaltfront in der Nacht zum Montag den Norden Deutschlands erfasst. In ihrem Vorfeld entstehen am Sonntag besonders in der Mitte bzw. in der Südosthälfte teils kräftige Schauer und Gewitter. Im Laufe des Montags erfasst die Kaltfront dann auch den Süden, hier wird sie im Zusammenspiel mit einem Randtief über Österreich aber abgebremst und es kommt zu anhaltendem Regen.

Die Kaltfront und das Randtief am Montag. © ECMWF / UBIMET

Schnee teils bis in tiefe Lagen

Der Montag bringt besonders in der Südosthälfte dichte Wolken und häufig fällt Regen. Die Schneefallgrenze liegt im nördlichen Mittelgebirgsraum zunächst bei 400 bis 600 m, kurzzeitig ist im Bereich des Thüringer Waldes sogar gefrierender Regen nicht ausgeschlossen. Die Schneefallgrenze sinkt in den Morgen- und Vormittagsstunden bei stärkerer Niederschlagsintensität dann gebietsweise bis in tiefe Lagen ab. Die Unsicherheiten sind noch groß, nach derzeitigem Stand sind aber besonders die Regionen in einem breiten Streifen vom Schwarzwald und der Schwäbischen Alb über Mittelfranken bis zum Erzgebirge und dem Böhmerwald betroffen. Vor allem in mittleren Höhenlagen kann es hier zeitweise auch kräftig schneien, so sind in Lagen oberhalb von etwa 500 m durchaus 5 bis 10 cm Nassschnee möglich, aber selbst in tiefen Lagen ist etwas Schneematsch nicht ausgeschlossen. Am Abend verlagert sich der Schwerpunkt leicht südwärts in Richtung Allgäu und in der Mitte klingen Regen und Schneefall ab. In der Nacht zum Dienstag lässt die Niederschlagsintensität dann auch im Süden langsam nach.

Potential für Schnee oder Schneeregen am Montag (Stand: Donnerstag, 13 Uhr)

Der Streifen mit den am stärksten betroffenen Gebieten erstreckt sich über der Südhälfte des Landes von S-SW nach O-NO, er kann sich aber durchaus noch je nach Timing der Kaltfront etwas nach Norden oder Süden verschieben, das wird sich erst in den kommenden Tagen genauer prognostizieren lassen. Da die Bodentemperaturen seit dem Winter bereits gestiegen sind, wird etwaige Schneeakkumulation je nach Untergrund allgemein recht inhomogen ausfallen: Begünstigt wird sie auf metallischen Gegenständen wie etwa Autos sowie auf freistehenden Objekten wie Bäumen. Da sämtliche Bäume bereits belaubt sind, zeichnet sich in manchen Regionen jedenfalls eine erhöhte Schneebruchgefahr ab.

Titelbild: Adobe Stock

Heute vor 5 Jahren: Der Tornado von Bützow

Heute vor 5 Jahren sorgte einer der stärksten Tornados der jüngeren deutschen Geschichte in einer Kleinstadt namens Bützow in Mecklenburg-Vorpommern für große Schäden.

Generell kommen Tornados nicht nur in den USA vor, von dort kennen wir ja alle die eindrucksvollen Videos. Auch hier in Deutschland bilden sich Jahr für Jahr mehrere Dutzend Tornados. Das Besondere beim Tornado von Bützow war jedoch neben der Intensität die Jahreszeit.

Auf nachfolgender Grafik könnt ihr sehen, in welchem Monat in Europa die meisten Tornados für gewöhnlich vorkommen:

Monate mit den meisten Tornados in Europa.
Monate mit den meisten Tornados in Europa.

Man sieht: In Deutschland ist die Hochsaison im Juli, verbunden mit den üblichen heftigen Gewittern. Im Mai sind solch kräftige Tornados schon sehr selten.

Der Tornado von Bützow war zudem ein verhältnismäßig kräftiger Tornado, er wurde nachträglich aufgrund der Zerstörungen als Stärke F3 klassifiziert.

Was das bedeutet? Hier eine Übersicht der Tornadoklassen der sog. Fujita-Skala, aufgeschlüsselt nach den auftretenden Windböen:

  • F0: 63-117 km/h
  • F1: 118-180 km/h
  • F2: 181-253 km/h
  • F3: 254-332 km/h
  • F4: 333-418 km/h
  • F5: 419-512 km/h

Insgesamt 16 Häuser wurden derart stark beschädigt, dass sie nachfolgend unbewohnbar waren. Ein Auto wurde um 70 m verfrachtet. Schäden reichten über eine Länge von rund 13 km und betrugen in Summe rund 40 Millionen Euro. Nachfolgend ein paar Aufnahmen:

 

Titelbild: Aufnahme der Schäden nach Durchzug des Tornados von Bützow vom 05.05.2015 – Quelle: https://www.vol.at/tornado-verwuestete-deutsche-kleinstadt-buetzow/4320228

Wandern im Frühjahr

Der erfahrene Bergsteiger weiß, dass Ausflüge über 2000 m Höhe in den Frühlingsmonaten gute Ausrüstung erfordern. Gerade in Nordhängen, wo die Sonne noch nicht so lange ihre Kraft gegen den Schnee ausspielen kann, hält sich dieser häufig bis in den Früh- oder sogar in den Hochsommer. Der Altschnee ist dabei vor allem in den Morgenstunden teils sogar noch gefroren oder schon alleine durch die Setzung der Schneedecke während der Wintermonate pickelhart. So findet man mit herkömmlichen Wanderschuhen hier zum Teil nur sehr schwer Halt.

Sorgfältige Routenplanung

Eine erfolgreiche Tour beginnt somit schon bei der Planung. Zuallererst ist es wichtig, die eigene Kondition, die ja im Frühling bei manchen noch etwas schwächelt, nicht zu überschätzen. Auf jeden Fall muss man aber auch die Geländebeschaffenheit in die Vorbereitungen einfließen lassen. Gerade Auf- und Abstiege, die sich im Bereich von Rinnen befinden, sollten gemieden werden, da diese im Frühsommer oft noch mit Altschnee gefüllt sind. In besonderen Fällen besteht hier sogar noch die Gefahr von Nassschneelawinen.

Generell ist aber darauf zu achten, vor allem nach Norden ausgerichtete Hänge zu meiden. Lässt sich eine Begehung dieser nicht verhindern, muss man die Standardausrüstung dementsprechend anpassen. Steigeisen und Pickel sind bei manchen Touren durchaus empfehlenswert. Auskunft über die Bedingungen auf bestimmten Touren kann man sich zusätzlich auf diversen Internetseiten, etwa bei den Alpenvereinen, holen.

Sollte eine Begehung grundsätzlich möglich sein, darf man auf keinem Fall vergessen, sich auch die aktuelle Wettervorhersage anzusehen. Wetterumschwünge gehen im Gebirge im Frühjahr oft noch mit Schneefall einher, aber auch die steigende Gewittergefahr darf nicht mehr außer Acht gelassen werden.

Unterschätzte Gefahr

Wenn die ersten Seilbahnen nach der Coronakrise ab 29. Mai ihren Betrieb wieder aufnehmen, kommen aber nicht nur Bergsteiger in möglicherweise gefährliche Höhen hinauf, sondern auch „Zufallsgäste“. Gerade Tagestouristen sind oft nicht auf die vorherrschenden Bedingungen im Frühjahr im Gebirge eingestellt und können nach Ankunft mit der Bahn bei der Bergstation selbst bei kurzen Ausflügen ins Gelände in Gefahr geraten. Hierfür ist meist die mangelhafte Ausstattung, aber oft auch die fehlende Erfahrung schuld. Das wetter.tv Team wünscht jedenfalls einen aufregenden, aber dennoch ungefährlichen und sicheren Start in die Wandersaison! Berg Heil!

Quelle Titelbild: pixabay

Strahlungstag

Strahlend sonnig ©pixabay

Unerlässlich für einen Strahlungstag ist ein weitgehend wolkenloser Himmel, der somit tagsüber Einstrahlung und nachts Ausstrahlung zulässt. Zu Strahlungstagen kommt es zu jeder Jahreszeit, wobei im Winter meist die Ausstrahlung und demzufolge die Tiefsttemperaturen im Vordergrund stehen und im Sommer mit der Einstrahlung die Höchsttemperaturen.

Wie wirkt sich ein Strahlungstag aus?

Strahlungstage zeichnen sich vor allem durch viele Sonnenstunden und einen ausgeprägten Gang der Temperatur aus.  Ist die Luft zudem sehr trocken und der Wind schwach, kann der Unterschied der Temperatur zwischen dem Morgen und dem Nachmittag 20 Grad, inneralpin auch bis zu 25 Grad betragen.

Großstädte – Hotspots im Sommer

In Großstädten ist der Tagesgang der Temperatur generell verringert. Straßen und Gebäude speichern die Wärme des Tages besonders gut und geben sie in der Nacht wieder ab. Während sich die Höchstwerte so kaum von denen des ländlichen Raums unterscheiden, können die Unterschiede der Tiefstwerte zwischen einer stark bebauten Innenstadt und dem „grünen“ Stadtrand bei windschwachen Verhältnissen bis zu 8 Grad betragen.

Vorübergehender Frühsommer naht

Trockenheit im Westen und Süden gelindert

Bis zu 90 l/m² an wertvollem Regen wurden in den vergangenen 7 Tagen in Vorarlberg und im Tiroler Außerfern gemessen, sonst wurden im Westen und Süden häufig 20 bis 50 l/m² registriert. Das ist bei Weitem nicht genug, um das bisherige Niederschlagsdefizit im Frühjahr auszugleichen, lindert die Trockenheit hier aber doch ein wenig. Deutlich weniger Regen fiel dagegen im Norden und vor allem im Osten des Landes, gerade rund um Wien waren die durchschnittlich nur rund 5 l/m² nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Hier setzt sich die Trockenheit zunächst fort.

Niederschlagsabweichung Frühling 2020 bis 25.04.2020, Quelle: UBIMET
Niederschlagsabweichung Frühling 2020 bis 03.05.2020, Quelle: UBIMET

Ab Mittwoch sonnig und trocken

Mit der Passage einer Kaltfront fällt in der Nacht auf Dienstag und am Dienstag selber zwar besonders an der Alpennordseite noch einmal signifikanter Regen, doch bereits ab Mittwoch hat mit Hoch PAUL über der Nordsee wieder hoher Luftdruck das Sagen. Der Rest der Woche verläuft somit landesweit sonnig und trocken, dazu steigen die Temperaturen mit jedem Tag an. Am Donnerstag wird bereits in jedem Bundesland wieder die 20 Grad-Marke geknackt, am Freitag wird mit teils über 25 Grad im Westen und Süden ein Sommertag erreicht.

Bis zu 28 Grad am Wochenende

Den Höhepunkt erreicht diese Entwicklung voraussichtlich am Samstag mit sommerlichen Temperaturen von bis zu 28 Grad etwa im Nordosten, aber auch sonst darf man sich zumindest auf Werte um 25 Grad und weiter viel Sonnenschein freuen. Am Sonntag wird die wärmste Luft bereits etwas in den Osten und Süden abgedrängt, im Bergland nimmt die Schauer- und Gewitterneigung hingegen zu.

Prognose der Höchstwerte am Samstag, den 09.05.2020 @ UBIMET

Kälterückfall am Montag oder Dienstag

Eine markante Umstellung der Wetterlage deutet sich schließlich für den Beginn der neuen Woche an. Nach derzeitigem Modellstand ist mit einer kräftigen Kaltfront nicht nur verbreitet ergiebiger Regen möglich, nachfolgend fließt auch deutlich kältere Luft ein. Selbst einstellige Höchstwerte sind dann kurzzeitig nicht ausgeschlossen.

Wetterlage / Temperaturen in rund 1500 m Höhe am Sonntagabend @ UBIMET, ECMWF

 

Titelbild: https://stock.adobe.com

5 Tornados in einer Reihe in Mexiko

Am Freitag entwickelten im Landesinnneren von Mexiko rund um Mexiko-Stadt lokale Hitzegewitter. In der Nähe des Orts San Nicolàs Buenos Aires, etwa 150 km östlich von Mexiko-Stadt, wurden dabei zeitweise bis zu fünf Tornados in einer Reihe beobachtet! Der Ort liegt auf einer Hochebene in einer Seehöhe von 2.300 m. So viele Tornados in eine Reihe über dem Festland sind außergewöhnlich: Mehr als zwei Tornados in einer Reihe sieht man meist nur über dem Meer, wie etwa in seltenen Fällen im Herbst über dem Mittelmeer.

Lokale Windkonvergenz

Bei diesen Tornados handelte es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Verwirbelungen im Bereich einer lokalen Konvergenzlinie, also einem linienhaft angeordneten Bereich, in dem die Luft horizontal zusammenströmt. Diese können auf unterschiedliche Weise entstehen wie etwa:

  • Im Vorfeld einer Kaltfront durch starke Warmluftzufuhr (vor allem in mittleren Breiten im Sommer)
  • Durch kräftige Sonneneinstrahlung am Boden (thermisches Tief)
  • Durch topographische Gegebenheiten wie etwa in der Nähe von Küsten (Seebrisenfront ) oder  durch den Einfluss von Bergen (z.B. Leekonvergenz).

In diesem Fall könnte auch der Abwind eines umliegenden Gewitters zur Entwicklung der lokalen Windkonvergenz beigetragen haben. Solche Tornados sind meist nur schwach ausgeprägt und nicht vergleichbar mit jenen, welche in Zusammenhang mit langlebigen Superzellengewittern mit rotierendem Aufwindbereich auftreten. Dieses Windhosen können aber durchaus für kleinere Schäden sorgen und sind auch nicht mit Staubteufeln zu verwechseln, welche meist bei wolkenlosem Himmel auftreten.



Titelbild: https://twitter.com/TornadosMexico/

Wildes Wetter von Qatar bis Mexiko

Doha – Hauptstadt des Emirats Katar, gelegen am Persischen Golf. Eine Gegend, die man eher mit Hitze und Wüsten in Verbindung setzt. Und doch kommt es dort vor allem im Winterhalbjahr immer wieder zu Schauern und Gewittern, die es mit den uns bekannten aus Mitteleuropa durchaus aufnehmen können. So geschehen auch am vergangenen Donnerstag, als ein Unwetter knapp südlich des Internationalen Flughafens niederging. Nach bisherigem Erkenntnisstand sorgte ein so genannter Downburst nicht nur für einen gewaltigen Wolkenbruch, sondern auch Orkanböen um 130 km/h.

Für ein geparktes und nicht im operationellen Dienst stehendes Flugzeug der Qatar Airways war das zu viel. Die Bremsen lösten sich, der Boeing Dreamliner drehte sich um 90 Grad und rollte langsam von dannen, siehe Video. Doch ein Flugzeug parkt selten allein und so kam, was kommen musste: ein Crash mit einem benachbarten Airbus A350. Die Berührung war jedoch nicht sehr stark, der Schaden hält sich in Grenzen und Menschen kamen auch nicht zu Schaden.


 

Themenwechsel. Mexiko – auch ein Land, was eher für etwas anderes bekannt ist als für seine Tornados. Doch davon gab es gestern nicht nur einen, der wahrlich viel Staub aufgewirbelt hat, sondern gleich 5 Stück an der Zahl. Gleichzeitig und nebeneinander! Aber seht selbst:

 

Titelbild @ https://twitter.com/CranfieldA

2. Mai 2018: Gewitter mit 50.000 Blitzen rund um Wien

Blitz in Wien

Am 2. Mai 2018 lag der Alpenraum am Rande eines Tiefdruckgebietes mit Kern über dem zentralen Mittelmeerraum. Mit einer südöstlichen Strömung gelangten dabei außergewöhnlich feuchte und labil geschichtete Luftmassen in den Osten Österreichs. Zunächst entwickelten sich am Nachmittag erste kräftige Gewitter am Alpenostrand, so kam es im Bezirk Neunkirchen und im Osten von Wien lokal zu Hagelschlag.

In den Abendstunden gab es dann im gesamten Osten kräftige Gewitter, im Wienerwald und im östlichen Tullnerfeld fielen dabei ergiebige Regenmengen: In Langenlebarn etwa gab es innerhalb von wenigen Stunden rund 64 Liter pro Quadratmeter Regen. Weiters wurden örtlich auch Sturmböen verzeichnet wie etwa in Gumpoldskirchen mit 79 km/h.

12-Niederschlag bis Freitagmorgen. © UBIMET
12-Niederschlag bis Freitagmorgen. © UBIMET

Durch die Unwetter wurden Dutzende Keller überflutet, Straßen und Äcker überschwemmt, zudem stürzten Bäume auf Strom- und Telefonleitungen. Besonders betroffen waren die Bezirke Wien Umgebung, Tulln, St. Pölten und Mödling. Die Feuerwehren standen hier im Dauereinsatz um Bäume zu beseitigen und Keller auszupumpen. Am Flughafen Wien-Schwechat musste die Bodenabfertigung für etwa 60 Minuten teilweise bzw. gänzlich unterbrochen werden.

Gewitterhotspot Niederösterreich

In Summe wurden landesweit 69.948 Blitze detektiert, davon 49.631 in Niederösterreich, 8.707 in der Steiermark, 6.761 im Burgenland und 4.683 in Wien. Diese Zahlen sind vergleichbar mit hochsommerlichen Gewitterlagen, für diese Jahreszeit ist das aber außergewöhnlich. Anbei noch eine die blitzreichsten Gemeinden:

    • Tulln an der Donau (2.261 Blitze)
    • Pressbaum (1.884 Blitze)
    • Purkersdorf (1.668 Blitze)
Blitzdichte am Mittwoch. © nowcast / UBIMET
Blitzdichte am 2. Mai 2018. ©  UBIMET

Wonnemonat Mai: Es begann mit Karl dem Großen

Alles begann mit Karl dem Großen

Der Begriff Wonnemonat wurde bereits im 8. Jahrhundert von Karl dem Großen eingeführt. Im althochdeutschen bedeutete „wunnimanot“ Weidemonat und bezog sich darauf, dass dann das Vieh auf die Weide getrieben werden konnte. Mit der heutigen Begriffsbezeichnung hatte der alte Monatsname also nichts zu tun.

Wandlung des Begriffs

Bereits zu Beginn der Neuzeit und des Neuhochdeutschen, sprich im 16. Jahrhundert, wandelte sich der Begriff hin zu seiner heutigen Bedeutung. Nun bezeichnet er im Allgemeinen das Aufblühen und Erneuern der Natur. Vor allem Dichter, Sänger und Liedermacher verwendeten den Begriff gerne für ihre Stücke.

Meteorologischer Hintergrund

Auch von meteorologischer Seite her hat der Ausdruck Wonne = Freude für viele ihre Berechtigung, besonders im Mai. Schließlich ist dies oftmals der erste Monat im Jahr, der (frühsommerliche) Wärme und beständiges, sonniges Wetter über einen längeren Zeitraum mit sich bringt. Gerade dieses Wetter ist es, dass viele Menschen nach den langen, dunklen Wintermonaten und einem mitunter sehr launischen April herbeisehnen.  In diesem Jahr kann man aber wohl getrost den sehr sonnigen und warmen April bereits als Wonnemonat einstufen.

Aprilwetter zum Maiauftakt

Die Kaltfront von Tief ZLATINA hat uns vergangene Nacht überquert und liegt nun über Polen. Hinter der Kaltfront stellt sich im Nahbereich des Tiefdruckkerns über der Nordsee verbreitet schaueranfälliges Wetter ein.

Aktuelles Satellitenbild (Samstag 12z) mit Blitzen

Dabei bilden sich durch die starke Maisonne auch ein paar Gewitter. Diese bringen lokal kleinkörnigen Hagel und Sturmböen von 60 bis 90 km/h.

Am Samstag unverändert

Am Samstag zieht das Tief weiter nach Skandinavien, hat aber weiterhin Einfluss auf Deutschland. Somit entstehen im Tagesverlauf neuerlich zahlreiche Schauer und ein paar Gewitter, die wieder Sturmböen und kleinen Hagel bringen können.

Bodenfrontenkarte am Samstag 2.Mai

Nur ganz im Süden ist die Gewittergefahr gering hier sorgt aber ein kleines Randtief am Samstagabend vorübergehend für kräftigen Regen und die Schneefallgrenze sinkt in den bayerischen Alpen bis auf 1300 m ab.

Ab Sonntag freundlicher

Am Sonntag nimmt der Tiefdruckeinfluss und somit auch die Schaueraktivität ab. Einzelne Schauer gibt es dann nur mehr zwischen Nordsee und Erzgebirge sowie in Alpennähe. Gewitter sind keine mehr zu erwarten. In der neuen Woche baut sich dann ein Hoch auf, das von Island über die Britischen Inseln bis nach Nordwestdeutschland reicht. Dabei wird an dessen Ostflanke kühle und meist trockene Luft aus Norden nach Deutschland transportiert und nur der Südwesten bleibt im Einfluss wärmer, aber auch leicht labiler Luft aus Frankreich. Insgesamt gibt es bei mäßig warmen Wetter kaum mehr Regen.