Kaltluftsee Grünloch

Grünloch © Roland Reiter

Dass es im Hochgebirge im Winter richtig kalt werden kann, ist wohl kein Geheimnis. Um nun die niedrigsten Temperaturen in Österreich zu finden, muss man aber nicht etwa den Großglockner besteigen. In einer Senke in den Ybbstaler Alpen sammelt sich oft kalte Luft und damit bildet sich ein sogenannter Kaltluftsee aus, dann werden nämlich selbst im Sommer Minusgrade gemessen. Besonders ausgeprägte Kaltluftseen bilden sich in Senken mit einem hohen sky view factor (geringe Horizontüberhöhung).

Grünloch

In der Nähe von Lunz am See, auf etwa 1200 Meter, befindet sich eine Senke mit dem Namen Grünloch. Im Winter 1932 wurde hier ein Temperaturminimum von -52.6 °C gemessen. Bis zu diesem Zeitpunkt, war dies die tiefste, jemals in Europa  gemessene Temperatur.

Das Grünloch in den Ybbstaler Alpen, in der Nähe von Lunz am See © geoland
Das Grünloch in den Ybbstaler Alpen, in der Nähe von Lunz am See © geoland

Faktoren für extreme Minima

Aus meteorologischer Sicht gibt es nun einige Faktoren oder Bedingungen die eintreten müssen, damit die Temperatur derart weit ins Negative fällt

  • Ungestörte Abstrahlung durch fehlende Bewölkung
  • Windstille
  • Kalte Luft aus polaren Regionen
  • Schneebedeckung

Mit diesen Faktoren kann es auch im Flachland oder in Tälern und Becken richtig kalt werden, die besonderen Eigenschaften des Grünlochs sorgen aber für weit tiefere Minima. Das Ausschlaggebende ist nämlich die Form.

Aufgrund der ellipsenartigen Form sammelt sich im Laufe der Nacht die kalte Luft in der Senke. Da die Luft nun nicht wieder ausfließen kann, wie es zum Beispiel in Tälern der Fall ist (Talauswind in der Nacht), kühlt diese immer weiter ab. So werden die tiefsten Temperaturen dann kurz vor Sonnenaufgang gemessen.

Die ellipsenartige Form verhindert ein Ausfließen der Kaltflut © Roland Reiter
Die ellipsenartige Form verhindert ein Ausfließen der Kaltflut © Roland Reiter

Weitere Kaltluftseen

In Europa gibt es weitere Kaltluftseen, so zum Beispiel auf der Glattalp in der  Schweiz, der Funtensee in Deutschland oder auch manche Dolinen in den Dolomiten in Italien. In den Medien ist aber derzeit ein Kaltluftsee in den USA präsent. Am 30. Oktober wurden in den in den Dolomiten, einer Senke in Utah, unglaubliche -43.1 °C gemessen. Die ist ein neuer Oktoberrekord in den USA (exkl. Alaska).

Titelbild: © Roland Reiter

Waldbrände in Kalifornien: Zunehmende Gefahr bei Los Angeles

Satellitenbild vom Kincade-Fire @ Pierre Markuse

Das Kincade-Feuer hat im Sonoma County mehr als 300 Quadratkilometer verwüstet, seit es sich Ende letzter Woche entzündet hat. Beständig starker Wind hat verhindert, dass Tausende von Feuerwehrleuten das Feuer unter Kontrolle bekommen konnten. Bis Dienstag wurden nur 15% des Feuers gelöscht. Um zu verhindern, dass sich weitere Brände entzünden, hat der regionale Stromlieferant PG & E die Stromversorgung von fast einer Million Kunden in Zentralkalifornien unterbrochen. Diese kontrollierten Stromausfälle reduzieren die Gefahr, dass durch die starken Winde schlecht gewartete und alte Stromkabel neue Brände auslösen. Die Stromausfälle haben die Kritik an dem Unternehmen verstärkt, das bereits wegen anderer tödlicher Waldbrände, für die es in den Jahren 2017 und 2018 verantwortlich gemacht wurde, Konkurs anmelden musste. Zum Glück für Zentralkalifornien nehmen die Winde allmählich ab und die Temperaturen sinken in Richtung winterlicher Werte.

Leider kann das nicht für weiter südlich im LA-Becken behauptet werden. Monate ohne messbare Niederschläge haben viele trockene Büsche hinterlassen, ein idealer Brennstoff für potenzielle Waldbrände. Es wird erwartet, dass die berüchtigten Winde in Santa Ana an einigen Stellen am Mittwoch mit Böen von 100 bis 130 km / h wehen (siehe Animation oben). Jedes Feuer wird sich unter diesen Bedingungen schnell ausbreiten und bereits überstrapazierte Brandbekämpfungsressourcen belasten. Bereits in dieser Woche bedrohte ein relativ kleines verheerendes Feuer das Getty Art Museum und erzwang die Evakuierung von Tausenden Menschen, darunter Basketballstar LeBron James und Schauspieler Arnold Schwarzenegger.

 

Titelbild: Satellitenbild vom Kincade-Fire @ Pierre Markuse

Lichtmangel im Herbst

Webcam Saalfelden @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/saalfelden

Der jahreszeitlich bedingte Lichtmangel geht bei vielen Menschen mit einem Mangel an Wohlbefinden einher. Das Unbehagen verstärken zudem die sogenannten, im Flachland oder in manchen Beckenlagen anzutreffenden Inversionswetterlagen mit teils über Tage anhaltendem Nebel oder Hochnebel.

Gründe und Auswirkungen

Unser Körper reagiert in vielerlei Hinsicht auf das reduzierte Lichtpensum in den Herbst- und Wintermonaten. Nicht nur die Stimmung ist oftmals gedämpft, es treten auch vermehrt Erschöpfung, Müdigkeit oder Antriebslosigkeit auf. Grund dafür ist das Hormon Melatonin. Bei Dunkelheit produziert unser Körper dieses Hormon im Gehirn, damit wir schlafen können. Bei Helligkeit wird das sogenannte Schlafhormon hingegen abgebaut. Wenn man nun bei Dunkelheit aufsteht, wird das Hormon nicht so schnell abgebaut und wir fühlen uns folglich antriebslos.

@ https://stock.adobe.com
@ https://stock.adobe.com

Aber auch der Botenstoff Serotonin, der auch als „Glückshormon“ bekannt ist, spielt eine wichtige Rolle: Der Spiegel dieses Hormons wird auf der einen Seite durch das Sonnenlicht quasi automatisch gesteuert (je länger der Aufenthalt in der Sonne, desto höher wird der Gehalt des Serotonins), auf der anderen Seite kann man durch den regelmäßigen Verzehr von Obst und Gemüse den Spiegel erhöhen.

Was tun?

Trotz des Nebelgraus sind längere Aufenthalte im Freien in den Herbst- und Wintermonaten sehr wichtig. Es ist bewiesen, dass gemäßigte Bewegung und Aktivitäten im Freien die Stimmung aufhellen. Das liegt daran, dass bei regelmäßigem Sport im Freien der Serotoninspiegel automatisch erhöht wird. Somit tut man mit Sport nicht nur dem Körper etwas Gutes, sondern eben auch der Psyche. Deshalb sollte man jede Gelegenheit ins Freie zu kommen auch nutzen!

@ https://stock.adobe.com
@ https://stock.adobe.com

 

Titelbild: Webcam Saalfelden @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/saalfelden

Vorläufige Monatsbilanz Oktober 2019

Oktober im Val di Campo @ https://stock.adobe.com

Markante Ereignisse gab es am 13. Oktober, als in Basel-Binningen, in Chur und in Delsberg ein Sommertag verzeichnet wurde. Mit 26.2 Grad war es in Delsberg noch nie seit Messbeginn so spät im Jahr derart warm. Weiter wurde in der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober mit stürmischem Föhn in Meiringen und in Altdorf eine Tropennacht verzeichnet. Das dritte erwähnenswerte Wetterereignis fand am 23. Oktober statt. In rund 1500 Metern Höhe herrschten mit 16 bis 19 Grad Temperaturen vor, die sonst in einem Sommermonat zu erwarten wären. Durch aufkommenden Föhn stieg das Quecksilber in den nördlichen Alpentälern verbreitet auf deutlich über 20 Grad an. In Meiringen im Berner Oberland wurde mit 25.5 Grad sogar der höchste Wert seit Messbeginn für den Monat Oktober erreicht. 25 Grad und mehr, aber keine neuen Monatsrekorde wurden in Giswil, Altdorf, Glarus, Vaduz und Bad Ragaz erreicht. In der darauf folgenden Nacht gab es in Vaduz im Fürstentum Liechtenstein eine Tropennacht, die Temperaturen fielen nicht unter 20 Grad.

Höchsttemperaturen Oktober 2019 @ meteonews, UBIMET
Höchsttemperaturen Oktober 2019 @ meteonews, UBIMET

 

Regen gab es praktisch überall überdurchschnittlich viel, der Überschuss ist regional aber sehr unterschiedlich. Am grössten ist er im Süden sowie entlang der zentralen und östlichen Alpen. Im Norden fiel lokal fast doppelt so viel Niederschlag wie normalerweise im Oktober zu erwarten wäre. Durch die hohen Temperaturen im Mittelmeerraum und die kräftige Südströmung, die in den Tagen vom 15. sowie vom 19. bis 22. Oktober vorherrschte, wurde viel Feuchtigkeit an die Alpen geführt und dort ausgeregnet. In Robiei wurden vom 19. bis 22. Oktober 391 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Insgesamt fielen dort im Oktober bisher 575 Liter Regen pro Quadratmeter, was mehr als das Doppelte der üblicherweise im Oktober erwarteten Menge von 265 Litern entspricht. Minimal zu wenig Niederschlag gab es bisher in Genf und in Sitten, das dortige Defizit könnte heute Mittwoch und morgen Donnerstag aber noch ausgeglichen werden.

Niederschlagssumme Oktober 2019 @ meteonews, UBIMET
Niederschlagssumme Oktober 2019 @ meteonews, UBIMET

 

In den tiefen Lagen des Flachlands schien die Sonne bisher überdurchschnittlich lange, so gab es bisher beispielsweise in Zürich, Aarau und Luzern etwa 8 bis 20 Stunden mehr Sonnenschein als normalerweise im Oktober zu erwarten wäre. Dies ist hauptsächlich auf die häufig ausbleibenden Nebellagen zurückzuführen. Im Gegensatz dazu fehlen im Jura, in den Alpen
und im Süden rund 15 bis 25% der durchschnittlichen Sonnenscheindauer. Dies entspricht etwa 15 bis 35 Stunden Sonnenschein. An diesen Werten wird sich heute und morgen kaum mehr etwas ändern.

Mittlere Anzahl von Sonnenstunden Oktober 2019 @ meteonews, UBIMET
Mittlere Anzahl von Sonnenstunden Oktober 2019 @ meteonews, UBIMET

 

Titelbild: Oktober im Val di Campo @ https://stock.adobe.com

Vorläufige Monatsbilanz Oktober 2019

Oktober im Val di Campo @ https://stock.adobe.com

Markante Ereignisse gab es am 13. Oktober, als in Basel-Binningen, in Chur und in Delsberg ein Sommertag verzeichnet wurde. Mit 26.2 Grad war es in Delsberg noch nie seit Messbeginn so spät im Jahr derart warm. Weiter wurde in der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober mit stürmischem Föhn in Meiringen und in Altdorf eine Tropennacht verzeichnet. Das dritte erwähnenswerte Wetterereignis fand am 23. Oktober statt. In rund 1500 Metern Höhe herrschten mit 16 bis 19 Grad Temperaturen vor, die sonst in einem Sommermonat zu erwarten wären. Durch aufkommenden Föhn stieg das Quecksilber in den nördlichen Alpentälern verbreitet auf deutlich über 20 Grad an. In Meiringen im Berner Oberland wurde mit 25.5 Grad sogar der höchste Wert seit Messbeginn für den Monat Oktober erreicht. 25 Grad und mehr, aber keine neuen Monatsrekorde wurden in Giswil, Altdorf, Glarus, Vaduz und Bad Ragaz erreicht. In der darauf folgenden Nacht gab es in Vaduz im Fürstentum Liechtenstein eine Tropennacht, die Temperaturen fielen nicht unter 20 Grad.

Höchsttemperaturen Oktober 2019 @ meteonews, UBIMET
Höchsttemperaturen Oktober 2019 @ meteonews, UBIMET

 

Regen gab es praktisch überall überdurchschnittlich viel, der Überschuss ist regional aber sehr unterschiedlich. Am grössten ist er im Süden sowie entlang der zentralen und östlichen Alpen. Im Norden fiel lokal fast doppelt so viel Niederschlag wie normalerweise im Oktober zu erwarten wäre. Durch die hohen Temperaturen im Mittelmeerraum und die kräftige Südströmung, die in den Tagen vom 15. sowie vom 19. bis 22. Oktober vorherrschte, wurde viel Feuchtigkeit an die Alpen geführt und dort ausgeregnet. In Robiei wurden vom 19. bis 22. Oktober 391 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Insgesamt fielen dort im Oktober bisher 575 Liter Regen pro Quadratmeter, was mehr als das Doppelte der üblicherweise im Oktober erwarteten Menge von 265 Litern entspricht. Minimal zu wenig Niederschlag gab es bisher in Genf und in Sitten, das dortige Defizit könnte heute Mittwoch und morgen Donnerstag aber noch ausgeglichen werden.

Niederschlagssumme Oktober 2019 @ meteonews, UBIMET
Niederschlagssumme Oktober 2019 @ meteonews, UBIMET

 

In den tiefen Lagen des Flachlands schien die Sonne bisher überdurchschnittlich lange, so gab es bisher beispielsweise in Zürich, Aarau und Luzern etwa 8 bis 20 Stunden mehr Sonnenschein als normalerweise im Oktober zu erwarten wäre. Dies ist hauptsächlich auf die häufig ausbleibenden Nebellagen zurückzuführen. Im Gegensatz dazu fehlen im Jura, in den Alpen
und im Süden rund 15 bis 25% der durchschnittlichen Sonnenscheindauer. Dies entspricht etwa 15 bis 35 Stunden Sonnenschein. An diesen Werten wird sich heute und morgen kaum mehr etwas ändern.

Mittlere Anzahl von Sonnenstunden Oktober 2019 @ meteonews, UBIMET
Mittlere Anzahl von Sonnenstunden Oktober 2019 @ meteonews, UBIMET

 

Titelbild: Oktober im Val di Campo @ https://stock.adobe.com

Oktober 2019 rund zwei Grad zu warm

Abweichung der Temperatur vom Klimamittel für den Oktober 2019 @ UBIMET

Sommertage & Temperaturrekorde

Mit einer österreichweiten Abweichung von rund +2 Grad fällt der Oktober gegenüber dem langjährigen Mittel von 1981-2010 deutlich zu warm aus. Damit weist das Jahr 2019 bereits acht überdurchschnittlich warme Monate auf, einzig der Jänner und der Mai zeigten sich kälter als das langjährige Mittel. Besonders die Berge und das Hügelland profitierten von stabilem und teils föhnigem Hochdruckwetter, das sich nach einem zu kalten Auftakt in den Monat etwa ab dem 10. Oktober etablierte. Am Feuerkogel, in Mönichkirchen sowie auf dem Schöckl geht der Oktober folglich mit einem Überschuss von knapp 4 Grad zu Ende.

Das hohe Temperaturniveau äußert sich auch in der Anzahl der Sommertage. Davon gab es in Weyer ganze fünf, in Windischgarsten stieg die Temperatur vier Mal über die 25-Grad-Marke. Im langjährigen Mittel gibt es im Oktober nirgendwo in Österreich mehr als einen Sommertag.

Die warme Witterung gipfelte in zahlreichen Temperaturrekorden für den Monat Oktober: In Leibnitz-Wagna erwärmte sich die Luft auf 27,8 Grad – ein neuer Spitzenwert, ebenso stellten z. B. Graz, Puchberg am Schneeberg und St. Andrä im Lavanttal neue Rekorde auf. Besonders bemerkenswert sind hierbei die Rekorde auf dem Jauerling und der Hohen Wand. Beide Stationen in knapp 1000 m Höhe konnten in diesem Oktober ihre Bestmarken auf rund 25 Grad schrauben.

Höchsttemperaturen im Oktober 2019 mit den höchsten Werten je Bundesland @ UBIMET
Höchsttemperaturen im Oktober 2019 mit den höchsten Werten je Bundesland @ UBIMET

Trockener Südosten

In punkto Niederschlag gab es im zurückliegenden Monat eine klare Zweiteilung des Landes. Von Vorarlberg über die Staulagen Nordtirols bis ins Salzkammergut präsentierte sich der Oktober überdurchschnittlich nass, verantwortlich hierfür waren die von tiefem Luftdruck geprägten ersten 10 Tage des Monats. Auch im äußersten Nordosten fiel mehr Regen als üblich. Deutlich zu trocken war der Monat dagegen südlich der Linie Innsbruck-Wien. Vor allem in Kärnten und in der Steiermark fehlen bis zu 80% auf eine ausgeglichene Oktoberbilanz. Besonders im Grazer Becken setzt sich die seit Monaten andauernde Trockenheit unvermindert fort. In der steirischen Landeshauptstadt sind in diesem Jahr erst rund 480 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, mehr als 250 l/m² weniger als im langjährigen Mittel. Graz steuert dem trockensten Jahr der Messgeschichte entgegen. Ein Ausreißer im trockenen Südosten stellt im Oktober das Südburgenland dar: So wurden in Kleinzicken im Zuge eines heftigen Gewitters am Monatszweiten rund 74 Liter Regen pro Quadratmeter registriert. Hier wurde alleine an diesem Tag die durchschnittliche Regenmenge eines gesamten Oktobers von 51 l/m² deutlich übertroffen.

Abweichung des Niederschlags vom Klimamittel für den Oktober 2019 @ UBIMET
Abweichung des Niederschlags vom Klimamittel für den Oktober 2019 @ UBIMET

Dauerbrenner Sonne

Dem besonders in der zweiten Monatshälfte ruhigen und von hohem Luftdruck dominierten Wetter entsprechend schien die Sonne im Großteil des Landes deutlich länger als im Mittel. Exemplarisch sei an dieser Stelle Pörtschach am Wörthersee genannt, das im Oktober bislang schon 174 Sonnenstunden sammeln konnte. Üblicherweise sind es in einem Oktober hier lediglich 119 Stunden, das Plus beträgt also fast 50 Prozent. Die Reihe an überdurchschnittlich sonnigen Monaten setzt sich vielerorts fort, so ist beispielsweise in Linz, Wien oder Eisenstadt das Soll an Sonnenstunden für das gesamte Jahr 2019 bereits längst überschritten. Soll heißen: Selbst wenn die verbliebenen beiden Monate ohne einen einzigen Sonnenstrahl verlaufen, würde das Jahr 2019 immer noch deutlich zu sonnig ausfallen.

Föhnige Tage

Der Oktober machte auch seinem Namen als Föhnmonat alle Ehre, mit 144 km/h wurde am Patscherkofel die höchste Windgeschwindigkeit des Landes gemessen. Doch auch in den klassischen Föhntälern der Nordalpen konnten wiederholt Sturmböen registriert werden. So blies der Südföhn am 20. des Monats mit 90 km/h durch Innsbruck, gut 70 km/h waren es am Bodensee und in den Salzburger Tauerntälern. Ein wirklich markantes herbstliches Sturmtief blieb im zurückliegenden Monat dagegen aus, folglich kamen die Spitzenböen im dafür anfälligen Donauraum auch nicht über 80 km/h hinaus.

 

Extremwerte Oktober 2019 (Bundesland, Tag des Auftretens)

Stand: 30.10.2019 – 9 Uhr

Höchste Temperaturen

  • 27,8 Grad Leibnitz-Wagna (ST, 21.)
  • 27,6 Grad Graz-Straßgang (ST, 21.) + Klausen-Leopoldsdorf (NÖ, 24.)
  • 27,5 Grad Feldbach (ST, 21.)

Tiefste Temperaturen

  • -4,2 Grad St. Jakob/Defereggen (T, 04.)
  • -4,0 Grad St. Michael im Lungau (S, 06.) + Mariapfarr (S, 04.)
  • -3,7 Grad Flattnitz (K, 04.)

Sommertage (Höchstwert von 25 Grad oder mehr)

  • 5 Weyer (OÖ)
  • 4 Windischgarsten (OÖ)
  • 3 Bludenz (V)

Nasseste Orte

  • 223 Liter pro Quadratmeter Alberschwende (V)
  • 219 Liter pro Quadratmeter Sulzberg (V)
  • 198 Liter pro Quadratmeter Warth + Bregenz (V)

Trockenste Orte

  • 15 Liter pro Quadratmeter Gleisdorf (ST)
  • 16 Liter pro Quadratmeter Groß Enzersdorf (NÖ)
  • 17 Liter pro Quadratmeter Gumpoldskirchen + Seibersdorf (NÖ) + Wien-Unterlaa (W)

Absolut sonnigster bzw. trübster Ort

  • 213 Sonnenstunden, Hollenthon (NÖ)
  • 68 Sonnenstunden, St. Leonhard/Pitztal (T)

Relativ sonnigster bzw. trübster Ort

  • 146 % Pörtschach (K)
  • 78 % Rauris (S)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 90 km/h Innsbruck-Kranebitten (T, 20.)
  • 83 km/h Wien-Hohe Warte (W, 05.) + Innsbruck-Uni (T, 20.) + Pernegg an der Mur (ST, 03.)
  • 77 km/h Haag (NÖ, 10.)

Zur Wochenmitte Stippvisite vom Winter

Schnee im Herbst

Derzeit liegt quer über den Alpen eine Luftmassengrenze , die recht kalte und trockene Polarluft im Norden von feucht-milder Luft im Süden und Westen trennt. In dieser Grenze sind immer wieder kleine Tiefs bzw. Wellen eingelagert die für etwas Regen oder im Gebirge Schnee sorgen. Dabei kommt in der Nacht auf Mittwoch die kalte Luft etwas nach Süden und Westen voran, sodass die milde Luft nur mehr in Vorarlberg, Tirol und den Salzburger Gebirgsgauen vorhanden ist.

Am Mittwoch Luftmassengrenze über den Alpen
Die Luftmassengrenze liegt am Mittwoch über den Alpen @UBIMET

Dazu sorgt eine weitere kleine Randwelle am Mittwochmorgen für einsetzenden Niederschlag.

Schnee kurzzeitig bis auf 600 Meter

Am Mittwoch in der Früh regnet es von Vorarlberg bis ins Waldviertel und den Wienerwald verbreitet. Die Schneefallgrenze liegt dabei im Westen knapp über 1.500 m, im Mühl- und Waldviertel sowie am Alpenostrand sind hingegen bereits oberhalb von 600 bis 800 m Schneeflocken zu erwarten. Bereits am Vormittag verlagert sich der Niederschlag in den Südosten, dabei liegt die Schneefallgrenze in den Fischbacher Alpen und in der Buckligen Welt mit rund 700 m am tiefsten. Sonst schneit es erst oberhalb von rund 1000 m. Im Laufe des Nachmittags klingen Regen und Schneefall auch im Südosten wieder ab. Aufgrund der sehr warmen Vorgeschichte und dem Bodenwärmestroms kann sich aber unter 1000 m kaum wo eine Schneedecke ausbilden und wenn dann nur sehr kurz.

Neuschneeprognose am Mittwoch
24-h-Neuschneeprognose für Mittwoch. © UBIMET

Frost im Flachland am Donnerstag

Die Nacht auf Donnerstag verläuft dann im Osten und Norden oftmals klar und auch der Wind weht meist nur schwach. Durch die vorhanden Polarluft kühlt es somit kräftig aus und von Oberösterreich bis ins Burgenland muss man im Flachland verbreitet mit leichtem Frost rechnen.

Tiefstwerte am Donnerstag in der Früh
Tiefstwerte am Donnerstag in der Früh @UBIMET

Vom Frost verschont bleiben noch die Ballungszentren wie die Linzer oder Wiener Innenstadt. In den Randbezirken von Wien ist allerdings mit dem Frost zu rechnen.

Am Wochenende wieder milder

Am Donnerstag ist allerdings der Höhepunkt des Kaltlufteinbruchs auch schon wieder erreicht, am Wochenende liegen die Alpen an der Vorderseite eines Tiefs in einer straffen und milden Südwestströmung. damit wird es an der Alpennordseite wieder föhnig und teils stürmisch, im Südwesten stellt sich hingegen allmählich eine nasse Wetterlage ein.

Titelbild: Adobe Stock

Extreme Waldbrandgefahr in Kalifornien

Waldbrand

Die Waldbrandsaison in Kalifornien erreicht typischerweise im Herbst ihren Höhepunkt, da die Böden durch den heißen und niederschlagsarmen Sommer in dieser Jahreszeit völlig ausgetrocknet sind. Auch in diesen Tagen sorgt warmes und trockenes Wetter in Zusammenspiel mit teils stürmischem, föhnigem Nordostwind im Norden Kaliforniens bzw. Ostwind im Süden Kaliforniens für extreme Waldbrandgefahr.

Diablo und Santa-Ana-Wind

Besonders das Kincade Fire im Sonoma County nördlich von San Francisco hat bereits eine Fläche von rund 30.000 Hektar verbrannt. Besonders am Sonntag herrschte bei auffrischendem Diablo-Wind extreme Gefahr: Es handelt sich nämlich um einen örtlichen, trockenen Fallwind aus Nord- bis Nordost im Großraum von Sacramento und San Francisco, der etwaige Waldbrände extrem schnell ausbreiten lässt. Mittlerweile hat der Wind hier etwas nachgelassen, die Lage bleibt aber kritisch. Zudem warnt der amerikanische Wetterdienst SPC nun auch im Süden von Kalifornien rund um Los Angeles vom extremer Waldbrandgefahr, da hier am Mittwoch teils stürmischer Santa-Ana-Wind aus östlicher Richtung aufkommt. In diesen Regionen sind bereits das Getty Fire und das Tick Fire aktiv.

Diablo und Santa-Ana-Wind in Kalifornien.
Diablo und Santa-Ana-Wind in Kalifornien.

kincadefire

Um die Gefahr weiterer Brandauslösungen so gering wie möglich zu halten, wurden bereits vorsorglich noch nie dagewesene Maßnahmen ergriffen, wie etwa einer Million Haushalten den Strom abzudrehen. Damit soll verhindert werden, dass es zu Funkenflug durch Kurzschlüsse oder Überschläge in den Stromleitungen kommt. Weiters mussten allein nördlich von San Francisco mehr als 200.000 Menschen zeitweise ihre Häuser verlassen, darunter auch die gesamten Kleinstädte Healdsburg und Windsor.


Titelbild © Adobe Stock

Hurrikan Pablo: Neuer Rekord über dem Ostatlantik

Hurrikan Pablo über dem Atlantik

Am Sonntag hat sich der tropische Sturm PABLO etwa 700 km westlich von Galizien vorübergehend zu einem Hurrikan der Kategorie 1 verstärkt mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis 130 km/h. So weit östlich über dem Atlantik, auf einem Längengrad von 18.3°W, ist zuvor noch nie ein Hurrikan entstanden! Der bisherige Rekordhalter war Hurrikan VINCE im Jahr 2005 auf einem Längengrad von 18.9°W. Mittlerweile hat sich PABLO wieder deutlich abgeschwächt und in ein hybrides Tief der mittleren Breiten umgewandelt, welches am Dienstag von einem weiteren atlantischen Tief eingefangen wird.

Kühle Wassertemperaturen

Hurrikan PABLO war zwar vergleichsweise klein und kurzlebig, dennoch hat er vorübergehend ein deutliches Auge ausgebildet. Dies ist sehr bemerkenswert, weil die Wassertemperatur in diesem Teil des Atlantiks bei etwa 20 Grad liegt und somit deutlich unter den zur Hurrikanentstehung häufig erwähnten 26 Grad. Tatsächlich entsteht die Mehrzahl der Hurrikane bei einer Wassertemperatur über 26 Grad, allerdings stellt dies keine notwendige Bedingung dar: Bei vergleichsweise kalten Temperaturen in einer Höhe von etwa 12 km kann es nämlich durchaus auch bei geringeren Wassertemperaturen zur Entstehung von Hurrikanen kommen. Dies ist übrigens gelegentlich auch im Mittelmeer der Fall, wenn es zur Entwicklung sogenannter Medicanes kommt.

Neue Maßstäbe

Nicht nur Hurrikan PABLO hat in dieser Hurrikansaison neue Maßstäbe gesetzt, so war erst Ende September Hurrikan LORENZO der bislang östlichste Hurrikan der höchsten Kategorie 5 über dem Atlantik. Anfang Oktober war er dann als Hurrikan der Kategorie 1 über die westlichen Azoren gezogen.

Hurrikane in Europa

Knapp 50 % der tropischen Wirbelstürme im Atlantik wandeln sich in außertropische Tiefdruckgebiete um, manche davon beeinflussen in weiterer Folge auch das Wetter in Europa. Dass ein tropischer Sturm das europäische Festland trifft, ist allerdings äußerst selten, da sich die Stürme zuvor in hybride Stürme der mittleren Breiten mit einem warmen Kern und einem sich entwickelnden Frontensystem umwandeln. Nur sehr selten behalten sie ihre tropischen Eigenschaften im Kern bis zum Landfall, wie etwa Hurrikan VINCE im Jahr 2005. Für Schlagzeilen hat im Jahr 2017 auch Hurrikan OPHELIA gesorgt, welcher den bislang östlichsten Major Hurricane (mind. Kategorie 3) auf dem Atlantik darstellt. Er zog westlich der Iberischen Halbinsel vorbei und traf als Hybridsturm auf Irland. Im Oktober 2019 zog hingegen Hurrikan LORENZO mit Orkanböen über die westlichen Azoren hinweg und erreichte als Hybridsturm Irland.

Hurrikan Ophelia im Jahr 2017
Hurrikan Ophelia im Jahr 2017. © EUMETSAT / UBIMET

Titelbild © EUMETSAT

Zur Wochenmitte verbreitet Frost

Am Wochenende sorgte eine Kaltfront für einen markanten Temperatursturz und Umstellung der Großwetterlage. Die Kaltfront liegt derzeit noch am Alpenrand und bleibt hier bis Mittwoch stationär liegen.

Aktuelles Satellitenbild von Montag 10 MEZ
Aktuelles Satellitenbild von Montag 10 MEZ @METEOSAT, UBIMET

Rückseitig der Kaltfront dominiert in der kalten, aber auch recht trockenen Luft oftmals der Sonnenschein, nur in der Mitte hält sich gebietsweise dichter Nebel. Über der noch recht warmen Nordsee bilden sich in der kalten Luft bereits Schauer, die im Norden tagsüber für leicht wechselhaftes Wetter sorgen.

Noch eine Spur kälter

Am Dienstag erreicht den Norden und Osten von Deutschland eine weitere Kaltluftstaffel, womit es hier nochmals eine Spur kälter wird als am Vortag.

Frontenkarte am Dienstag

Gleichzeitig baut sich über der Nordsee das mächtige Hoch OLDENBURGIA auf, das in weiterer Folge über Deutschland hinweg sich nach Osteuropa verlagert.

Frostiger Mittwoch und Donnerstag

Am Mittwoch liegt das Hoch dann direkt über Deutschland und sorgt mit Ausnahme des Südens für eine meist klare und windschwache Nacht. Somit stellt sich verbreitet leichter Luftfrost ein. Frostfrei bleibt es noch im bewölkten Süden sowie entlang des Rheins und an den Küsten.

Temperaturen Donnerstagfrüh
Modelltemperaturen Donnerstagfrüh

Am Donnerstag wird der Höhepunkt der Kälte erreicht. Verbreitet sinkt das Thermometer unter den Gefrierpunkt und nahezu überall gibt es zumindest Bodenfrost. Frostfrei bleibt es am ehesten noch am Bodensee, entlang des Rheins sowie an der Küste.

Am Freitag zieht Hoch OLDENBURGIA nach Osten ab und von Westen her übernimmt ein Atlantiktief die Wetterregie. Somit setzt sich bis zum Wochenende von Westen her wieder deutlich mildere Luft im ganzen Land durch und frost ist kein Thema mehr.

Titelbild: Adobe Stock

Feuer und Wind: Extreme Gefahr im Norden von Kalifornien

Waldbrand

Waldbrände können in Kalifornien zwar im gesamten Jahr auftreten, besonders im Herbst ist die Gefahr aber besonders groß, da die Böden in dieser Jahreszeit sehr trocken sind. Der bislang verheerendste Waldbrand erfolgte im November 2018, als das Camp Fire nördlich von Sacramento für 85 Todesopfer und schwere Schäden auf einer Fläche von mehr als 60.000 Hektar sorgte.

Extreme Waldbrandgefahr

Am Sonntag herrscht neuerlich extreme Waldbrandgefahr, da im Großraum von San Francisco und Sacramento stürmischer, föhniger Nordostwind aufkommt. Dieser kann die aktuell schon bestehenden Brände wie das Kincade Fire im Sonoma County nördlich von San Francisco rasch außer Kontrolle geraten lassen. Der amerikanische Wetterdienst SPC warnt in diesen Regionen am Sonntag sogar von einer potentiell historischen Waldbrandgefahr! Weiters herrscht auch im Süden Kaliforniens große Waldbrandgefahr, hier macht besonders das Tick Fire nördlich von Los Angeles den Feuerwehrmännern zu schaffen.

Kincade Fire

Das Kincade Fire im Sonoma County hat seit Mitte dieser Woche bereits eine Fläche 10.000 Hektar verbrannt. Nun kommt zusätzlich teils stürmischer Wind auf, welche örtlich als Diablo Wind bezeichnet wird. Es handelt sich um einen trockenen Fallwind aus nordöstlichen Richtung, der die Ausbreitung etwaiger Waldbrände rasch außer Kontrolle geraten lässt. Dieser Wind ist nicht mit dem Santa-Ana-Wind zu verwechseln, welcher im Süden von Kalifornien rund um Los Angeles häufig Waldbrände antreibt.

Diablo und Santa-Ana-Wind in Kalifornien.
Die typischen trockenen Wind in Kalifornien.

Evakuierung

Um die Gefahr weiterer Brände so niedrig wie möglich zu halten, wurden vorsorglich beispiellose Maßnahmen ergriffen:  Etwa einer Million Haushalten wurde den Strom abgedreht, damit es zu keinen Funken durch Kurzschlüsse oder Überschläge in den Stromleitungen kommt. Weiters mussten mehr als 80.000 Menschen ihre Häuser verlassen, darunter auch die gesamten Kleinstädte Healdsburg und Windsor.

Titelbild © Adobe Stock

Spektakuläre Schwerewellen in Australien

Spektakuläre Schwerewellen in Australien

Als Schwerewellen bezeichnet man Wellen in der Atmosphäre oder im Wasser, bei denen die Schwerkraft für die Wellenbildung verantwortlich ist. Sie treten nur bei einer stabilen Schichtung auf, wie etwa im Bereich einer Temperaturinversion: Wenn die Luft hier aus seiner stabilen Ruhelage gebracht wird, beginnt sie unter dem Einfluss der Schwerkraft um die Ausgangslage zu schwingen. Eine gute Analogie stellen die Wellen an einer Wasseroberfläche dar, nachdem man einen Stein hineingeworfen hat. Auf Satellitenbildern sind Schwerewellen als quer zur Windrichtung orientierte Wolkenbänder zu erkennen.

Am Montag und Dienstag haben Gewitter in den nördlichen Regionen Westaustraliens für böig auffrischenden Südostwind gesorgt. Dieser hat sich nordwestwärts ausgebreitet und dabei für die Entstehung von Schwerewellen gesorgt, welche sich zum Teil mehr als 2000 km weit über dem Indischen Ozean ausgebreitet haben. Mit dem auffrischendem Wind wurde zudem auch Wüstensand aufgewirbelt. Allgemein können Schwerewellen in sämtlichen Stockwerken der Atmosphäre auftreten, oft sind sie allerdings unsichtbar, da die Luft nicht feucht genug ist und die Wellenberge nicht durch Wolken gekennzeichnet werden. In Mitteleuropa treten sie häufig als stationäre Leewellen auf der windabgewandten Seite eines Gebirges auf.

Titelbild © MODIS Land Rapid Response Team, NASA GSFC

Zeitumstellung: Ab Sonntag Normalzeit gültig

Zeitumstellung: Ab Sonntag Normalzeit gültig

Die Umstellung der Uhren erfolgt in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Die Uhren werden um 03:00 Uhr eine Stunde zurückgestellt. Daraus folgt, dass ihr eine Stunde länger schlafen könnt. Generell sollte das Aufstehen somit leichter fallen, denn am Morgen ist es bei Normalzeit heller als bisher. Dafür wird es am Abend deutlich früher dunkel.

Zeitumstellung in Mitteleuropa seit 1980

Versuche, die Uhrzeit im Sommer und Winter an den Sonnenstand anzupassen, gab es schon vor 1980. Doch erst 1980 gab es einen Konsens. Die Zeitänderungen im mitteleuropäischen Raum wurde somit nachhaltig festgelegt. Das Resultat: Seit 6. April 1980 wird zwischen 2:00 Uhr und 3:00 Uhr morgens zweimal jährlich an Europas Uhren gedreht. Wirklich gedreht wird allerdings nur mehr an sehr wenigen Uhren. Elektronische Geräte stellen ihre Uhren oftmals automatisch um oder bekommen die korrekte Uhrzeit über das Internet.

Zeitumstellung in der Nacht

Die Ursachen für die Umstellung während der Nachtstunden sind das geringere Verkehrsaufkommen (vor allem Fahrpläne öffentlicher Verkehrsmittel) und die geringe wirtschaftliche Aktivität, die zu dieser Tageszeit herrschen. Erst seit 1996 erfolgt die Zeitumstellung am letzten März- und letzten Oktoberwochenende.

Straße in der Nacht ©picjumbo.com - https://picjumbo.com/night-car-lights-on-the-road/
Die Uhr wird in der Nacht umgestellt, da das Verkehrsaufkommen gering ist und es kaum wirtschaftliche Aktivität gibt. ©picjumbo.com

Auswirkungen der Zeitumstellung

Im Gegensatz zur Zeitumstellung im März (eine Stunde weniger Schlaf) bringt die Umstellung auf die Normalzeit im Oktober wenig Probleme mit sich. Der ursprüngliche Sinn hinter der Zeitumstellung war das Sparen von Energie. Im Sommer ist es durch die Umstellung länger hell, der Verbrauch von Strom für Beleuchtung ist also geringer. Durch die Umstellung auf Normalzeit wird im Herbst mehr Energie für das Heizen von Wohnungen und Büros benötigt. Ob man in Summe also tatsächlich Energie spart, ist umstritten.

Titelbild © Adobe Stock

Markanter Wetterumschwung am Wochenende

Am Samstag im Norden stürmisch

Das Wochenende beginnt besonders an der Nordseeküste mit stürmischen Böen. Aber auch im angrenzenden Binnenland muss vereinzelt mit kräftigen Böen aus Südwest gerechnet werden. Dazu gehen im Landesteil Schleswig vereinzelt Schauer im Vorfeld der über der Nordsee liegenden Kaltfront nieder.

Temperaturen am Samstag, den 26.10.2018 um 16 Uhr. © UBIMET

Währenddessen zieht der Kern des Sturmtiefs Xander nach Südschweden. Auf seiner Rückseite dreht der Wind allmählich auf Nordwest. Damit wird die Kaltfront landeinwärts geführt, sodass es am Abend im Nordwesten anfängt zu regnen.

Am Sonntag in der Mitte einfließende Kaltluft

Am Sonntagmorgen liegt die Kaltfront dann vom Ruhrgebiet bis hinauf nach Rügen. Im Umfeld der Front regnet es für einige Stunden etwas, größere Regenmengen sind jedoch nicht zu erwarten. Besonders im Nordwesten und Westen steigen die Temperaturen nicht an, sondern sinken im Tagesverlauf weiter ab. Dazu weht an den Küsten weiter frischer Nordwestwind.

Die Lage der Kaltfront am Sonntagmittag nach dem ICON-Modell. © DWD

Im Süden nochmals schön und warm

Dagegen scheint im Süden nach Nebelauflösung noch häufig die Sonne und Höchstwerte von teils über 20 Grad werden erreicht. Hier kommt die Front erst in der Nacht auf Montag an. Dann liegt die Schneefallgrenze jedoch erst bei etwa 2500 Metern an den Alpen.

Temperaturen am Sonntag, den 27.10.2018 um 16 Uhr. © UBIMET

Titelbild: https://pixabay.com/photos/pool-wet-autumn-leaves-autumn-4548967/

Schwere Unwetter von Mallorca bis zur Côte d’Azur

Auf unserer täglich neu gezeichneten Frontenkarte kann das Tief VLAD in seiner Entwicklung dargestellt werden. Am Dienstag lag das Tief mit Kern vor den Balearen und brachte besonders in Spanien heftige Unwetter. Da das Mittelmeer noch Wassertemperaturen von über 20°C hat, in der Höhe aber ein Schwall recht kalter Luft über Spanien nach Süden geführt worden ist, war die Atmosphäre instabil geschichtet, sodass Gewitter möglich waren. Da zudem die Scherung (Wind nimmt mit der Höhe deutlich an Geschwindigkeit zu) hoch war, fielen diese besonders heftig aus.

Frontenkarte von Dienstag, dem 22.10.2019 © UBIMET

Spanien

Bei diesen Gewittern kamen im Nordosten von Spanien und den Balearen lokal über 100 L/m² zusammen. Lokal gab es auch schwere Sturmböen oder orkanartige Böen. Zudem gibt es einen Tornadoverdacht.

 

Frankreich

Am Abend und in der Nacht auf Mittwoch zog das Tief weiter nach Norden und lag nun über Südfrankreich. Im Vorfeld vor der Kaltfront entwickelte sich ein sogenannter Mesoscale Convective Cluster. Dies ist ein besonders mächtiges Gewittersystem, das viel Regen bringt und lokal auch schwere Sturmböen verursachen kann. In diesem Fall gab es besonders kräftigen Regen. An einigen Stationen gab es jedoch auch kräftige Böen, wie in Perpignan  mit 94 km/h.

Satellitenbild vom 23.10.2019 um 3 Uhr Ortszeit. © EUMETSAT
Niederschlagssumme über 6 Stunden am Morgen des 23.10.2019

Im weiteren Verlauf des Tages verlagerte sich die Gewitteraktivität weiter in Richtung  Carmague und Côte d’Azur, denn die Kaltfront kam nun weiter nach Osten voran.

Frontenkarte von Mittwoch den 23.10.2019 © UBIMET

Dabei ging im gesamten Süden Frankreichs ergiebiger Regen nieder und an den Küsten und den höhergelegenen Stationen der Seealpen und den Cévennenen traten orkanartige Sturmböen oder Orkanböen auf. Die daraus resultierenden Überschwemmungen sind unten dargestellt.  Zudem ist eine Animation des MCC zu sehen.

Niederschlagssumme über 24 Stunden am 23.10.2019
Windböen am 23.10.2019

 

Zum Schluss sind alle Blitze von Dienstagmorgen (in grün) bis Mittwochnacht (in rot) dargestellt.  Insgesamt gab es rund eine halbe Million Blitze. Besonders auffällig ist in unten stehender Aufschlüsselung der Blitzaktivität, die des MCC am Dienstagabend zu erkennen. Dabei zeigt die blaue Kurve Wolkenblitze und die orangene Kurve Bodenblitze an. Besonders die Wolkenblitze in einem solchen System nehmen Anzahl zu, es kommt zu stroboskob-artigen Blitzsalven.

Die Blitzspur von Dienstagmorgen bis Mittwochnacht. © nowcast
Minutengenaue Aufschlüsselung der Blitzaktivität. © nowcast

Wie schon im Blitzbild erkennbar ist ziehen die Gewitter nun auf Italien zu. Auch hier muss mit kräftigen Gewittern mit heftigem Starkregen gerechnet werden.

Tielbild: https://twitter.com/VascoDeSouza2/status/1186944105038917632/photo/1

Umstellung der Großwetterlage

Wetterlage am Dienstag mit Kaltluftzufuhr aus nördlichen Breiten @ NCEP, UBIMET

Innsbruck mit spätestem Sommertag

Etliche Temperatur-Oktoberrekorde wurden in den letzten Tagen schon aufgestellt, am Mittwoch wurde in Innsbruck mit 26,3 Grad gar der späteste Sommertag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen registriert. Die hierfür verantwortliche südliche Höhenströmung auf der Vorderseite tiefen Luftdrucks über Westeuropa kehrt nach einer kurzen Unterbrechung am Freitag bereits am Wochenende wieder zurück. Im Bergland darf man sich auf bestes Wanderwetter freuen – die Sonne scheint am Nationalfeiertag und am Sonntag von früh bis spät und durch die trockene Luft herrscht hier eine ausgezeichnete Fernsicht. In den Niederungen ist zwar regional mit Nebel oder Hochnebel zu rechnen, meist löst sich dieser jedoch bis Mittag auf. Mit Höchstwerten zwischen 17 und 24 Grad bleibt es deutlich zu warm für Ende Oktober.

Abweichung der Mitteltemperatur vom Klimamittel am 23.10.2019 @ UBIMET
Abweichung der Mitteltemperatur vom Klimamittel am 23.10.2019 @ UBIMET
Höchstwerte am Mittwoch, den 23.10.2019 @ UBIMET
Höchstwerte am Mittwoch, den 23.10.2019 @ UBIMET

Ab Montag deutlich kühler

Ein Ende dieser bald über etwa zwei Wochen anhaltenden Wetterphase ist jedoch in Sicht. Ab Montag etabliert sich tiefer Luftdruck über dem Baltikum und an dessen Westflanke wird der Weg frei für deutlich kühlere Luft aus nördlichen Breiten. Zwar sind noch gewisse Unsicherheiten bezüglich der genauen Entwicklung gegeben, doch ein Temperaturrückgang um durchschnittlich 10 Grad erscheint nach derzeitigem Stand wahrscheinlich. Von Dienstag an bewegen sich die Höchsttemperaturen häufig nur noch im einstelligen Bereich.

 

Titelbild: Wetterlage am Dienstag mit Kaltluftzufuhr aus nördlichen Breiten @ NCEP, UBIMET

Leuchtende Weinberge im Herbst

Weinblätter strahlen in der Oktobersonne

Pflanzenbegleitstoffe bringen Farben ans Licht

Im Herbst beginnen sich Laubgewächse zu verfärben, da durch weniger Sonneneinstrahlung die Produktion des grünen Pflanzenfarbstoffs Chlorophyll zurückgeht. Um den Farbstoff über den Winter nicht zu verlieren, entzieht ihn die Pflanze den Blättern. Das Resultat: Andere Farbstoffe kommen zum Vorschein. Beim Wein sind sämtliche Farben von Gelb über Orange bis zum tiefen Rot und sogar Lila- und Violett-Töne möglich. So kann es in einem Weinberg, wo eine Vielzahl von Rebstöcken vereint ist, zu einer wahren Farbenvielfalt kommen.

@ https://stock.adobe.com/
@ https://stock.adobe.com/

Sonne bringt Farben zum Leuchten und sorgt für gute Stimmung

Schon bei trübem Wetter sind die Farben ein Blickfang. Doch so richtig zur Geltung kommt die Verfärbung des Weinberges erst, wenn direktes Sonnenlicht hinzukommt. Speziell die gelb-rötlichen Strahlen der tief stehenden Herbstsonne am mittleren und späteren Nachmittag lassen die Farben des Weinberges intensiv wirken und diesen richtiggehend leuchten. Die so ins rechte Licht gesetzten warmen Gelb-, Gold- und Rottöne schaffen eine angenehme Atmosphäre, sorgen oft für gute Stimmung und wirken aktiv und belebend. So lassen sich die negativen Begleiterscheinungen des Herbstes wie Müdigkeit und Antriebslosigkeit gut bekämpfen.

Ein Ausflug in eine Weinberggegend zu dieser Jahreszeit ist bei entsprechendem Wetter also zu empfehlen, um die für den Herbst ebenso typischen tristen, nebelgrauen Tage gut zu kompensieren.

Unwettertief VLAD über Südfrankreich

Gewitter bringen Starkregen

Bereits am Dienstag sorgte das Tief auf den Balearen und in Katalonien für unwetterartige Gewitter mit sintflutartigem Regen und an der Küste traten Böen um die 100 km/h auf. Dabei fielen innerhalb von 24  Stunden verbreitet 50 bis 150 l/m², lokal sogar über 200 l/m².

Das Blitzmesssystem von UBIMET konnte in der Region über 100.000 Blitze seit Dienstagfrüh registrieren:

Blitze der vergangenen 24 h (desto heller, desto aktueller die Bltize)

Überschwemmung in Okzitanien

Über Nacht verlagerte sich nun der Gewitter- und damit auch der Regenschwerpunkt nach Südfrankreich . Dabei fielen in nur wenigen Stunden in der Region um Perpignan teilweise über 200 l/m² und darum kam es hier zu Überschwemmungen.

An der Vorderseite des Tiefs wird hingegen extrem warme Luft nach Norden transportiert, so wurden bereits heute Früh in Ajaccio auf Korsika 31 Grad gemessen. Auch bei uns macht sich die warme Luft mit Südföhn bemerkbar.

Verlagerung Richtung Italien

In den kommenden Stunden verlagert sich der Gewitterschwerpunkt in Richtung Montpellier und Marseille, am Abend und in der Nacht ist dann entlang der gesamten Cote d’Azur mit kräftigen Gewitterregen zu rechnen.

Aktuelles Satellitenbild mit Blitze @ METEOSAT, UBIMET

Am Donnerstag wird dann das Gebiet zwischen Genua und Rom von den starken Gewittern heimgesucht. Dabei schwächt sich das Tief allmählich ab, sorgt aber am Freitag noch für kräftige Gewitter auf Sizilien.

Titelbild: Adobe Stock

 

Taifun BUALOI nimmt Kurs auf Japan

Taifun BUALOI vom Satelliten aus betrachtet.

Es ist noch nicht lange her, dass Taifun HAGIBIS auf Japan getroffen ist, wir hatten an dieser Stelle darüber berichtet.

Nun nimmt mit BUALOI der nächste Wirbelsturm Kurs auf den Inselstaat. Noch dreht der Taifun zwar weit entfernt von Japan auf dem Pazifik seine Runden, er zieht aber mit rund 20 km/h Richtung Japan. Mit mittleren Windgeschwindigkeiten von rund 220 km/h und Böen bis Tempo 265 handelt es sich derzeit um einen Taifun der zweithöchsten Kategorie 4.

Auf der folgenden Grafik könnt ihr am unteren Bildrand die aktuelle Position des Sturms erkennen. Die weitere Zugbahn führt BUALOI nun nach Nordwesten und ab Mittwoch nach Nordosten. Freitag befindet sich der Taifun dann schon östlich der Hauptinsel Honshu, etwa auf der geografischen Breite von Tokio.

Die weitere Zugbahn von Taifun BUALOI
Die weitere Zugbahn von Taifun BUALOI

Japan bekommt also im Gegensatz zu HAGIBIS keinen Volltreffer ab, eher streift der Taifun BUALOI die Hauptinsel Honshu im Osten. Nichtsdestotrotz darf die Gefahr dieses Taifuns nicht unterschätzt werden, werfen wir deshalb einen Blick auf die zu erwartenden Windböen und Regenmengen.

Mit Orkanböen bis zu 140 km/h muss man am Freitag vor allem an der Süd- und Ostküste von Honshu rechnen, Tokio kommt voraussichtlich glimpflich davon. In der Metropolregion der japanischen Hauptstadt dürfte der Wind mit Böen zwischen 80 und 100 km/h wehen. Das Hauptsturmfeld befindet sich wie schon erwähnt östlich von Japan auf dem Meer.

Vor allem im Osten Honshus wird es sehr stürmisch.
Vor allem im Osten Honshus wird es sehr stürmisch.

Im westlichen Umfeld des Taifuns soll am Freitag noch ein zweites Tief für teils intensive Regenfälle auf der Ostseite von Honshu sorgen. Vor allem von Tokio hinauf bis nach Fukushima kommen 150 bis 200 l/m² in nur 24 Stunden zusammen, lokal sind staubedingt auch noch größere Regenmengen zu befürchten.

Große Regenmengen im Osten Honshus.
Große Regenmengen im Osten Honshus.

Darüber hinaus wird es an der Ostküste Honshus zu einer Sturmflut kommen, der Pazifik peitscht hier mit Wellen von 5 bis 10 Metern Höhe ans Land.

Quelle Titelbild: Met Office Twitter

Stabiles Herbstwetter setzt sich fort

Nebel im Pinzgau.

Seit etwa 10 Tagen sorgt rege Tiefdrucktätigkeit über dem Nordatlantik und Westeuropa für mildes Herbstwetter in Österreich. Auch in den kommenden Tagen gibt es bei föhnigem Südwind örtlich spätsommerliche Temperaturen: Am Mittwoch treibt kräftiger Föhn die Temperaturen auf bis zu 26 Grad in den Nordalpen und am Alpenostrand. Im Flachland stellt sich allerdings neuerlich eine Inversionswetterlage ein. Besonders im Donauraum, im Wald- und Weinviertel sowie im Mürztal muss man nahezu täglich mit hartnäckigem Nebel rechnen.

Neue Oktoberrekorde

Bereits zum Wochenauftakt sorgten föhniger Südwestwind, in Kärnten und der Steiermark Jauk genannt, und die warmen Luftmassen für einige neue Oktoberrekorde. So stellte beispielsweise Leibnitz mit 27,8 Grad eine neue Bestmarke für den Oktober auf, auch in Bad Gleichenberg, Graz, Hartberg, Kleinzicken und St. Andrä im Lavanttal war es am Montag so warm wie noch nie in einem Oktober.

Hier eine Grafik, die zeigt, wie extrem warm der Montag verbreitet war. Dargestellt sind die Abweichungen der Temperatur vom langjährigen Klimamittel am gestrigen Tag:

Abweichung der Temperatur am Montag vom Klimamittel.
Abweichung der Temperatur am Montag vom Klimamittel.

Abkühlung erst nächste Woche

Kommende Woche deuten die Modelle auf eine Umstellung der Großwetterlage hin. Nach derzeitigem Stand dreht die Höhenströmung ab Sonntag allmählich auf West und in weiterer Folge auf Nord, somit erreichen deutlich kühlere Luftmassen den Alpenraum. Die Unsicherheiten sind noch groß, manche Modelle berechnen ab Wochenbeginn aber eine Abkühlung von mehr als 15 Grad.

Hintergrundwissen: Entstehung von Nebel

Allgemein spricht man bei einer horizontalen Sichtweite von unter einem Kilometer von Nebel. Er besteht aus kondensiertem Wasserdampf in bodennahen Luftschichten. Nebel entsteht durch einen Rückgang der Temperatur unter den sogenannten Taupunkt oder durch eine Zunahme des Wasserdampfes durch Verdunstung bzw. die Mischung von feuchtwarmer und kalter Luft. Meteorologen unterscheiden meist zwischen Strahlungsnebel, orographischem Nebel, Advektionsnebel, Mischungsnebel und Verdunstungsnebel.

Hier eine grafische Übersicht der verschiedenen Nebel-Typen:

Es gibt verschiedene Typen und Entstehungsformen von Nebel.
Es gibt verschiedene Typen und Entstehungsformen von Nebel.

In Österreich treten vor allem die ersten beiden Fälle häufig auf: Strahlungsnebel bildet sich typischerweise nachts in Tal- und Beckenlagen, orographischer Nebel ist hingegen in Ostösterreich typisch: Das Gelände steigt von der Pannonischen Tiefebene in Ungarn bis zum Alpenostrand sowie zum hügeligen Wald- und Weinviertel in Österreich an, wodurch die Luft bei Südostanströmung sanft, aber stetig angehoben wird. Kondensation und in weiterer Folge Nebel ist die Konsequenz.

Quelle Titelbild: foto-webcam.eu

USA: Tropischer Sturm Nestor richtet Schaden an

Über St. Vincent Island im Nordwesten von Florida traf Sturm Nestor am Samstag auf Land. Er ist inzwischen der 14. registrierte Sturm der diesjährigen Hurrikansaison im Atlantik. Bei anhaltend 72 km/h Wind, mit Spitzen von knapp 100 km/h, brachte er zudem große Niederschlagsmengen. Schäden durch Sturm und Überschwemmungen waren verbreitet an der Küste die Folge.

Zahlreiche Tornados

Viel mehr wird Nestor aber aufgrund der hohen Anzahl an Tornados in Erinnerung bleiben. Bisher wurden 8 Tornados  aus den Bundesstaaten Florida, Georgia und South Carolina gemeldet, die aufgrund des Tropensturms entstanden sind.

Der stärkste war dabei ein Tornado der Kategorie EF2 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 217 km/h. Dieser sorgte in der Nähe des Lakeland Regional Airports für erhebliche Schäden an mindestens 50 Häusern und entwurzelte hunderte Bäume. Zudem brach in dieser Gegend die Stromversorgung zusammen.

Kleine Sturmflut

Abgesehen von zerstörerischen Tornados brachte Nestor dem Florida Panhandle eine kleine Sturmflut. In Apalachicola, Florida stieg das Wasser um knapp einen Meter. Die Niederschlagsmengen betrugen durchschnittlich 51-102 mm.

Obwohl es in einigen Gebieten von Florida und Georgia zu Sturzfluten kam, brachten diese nach der schweren Dürre in den letzten Monaten auch das lang ersehnte Nass.

Schwächer als Hurrikan Michael

Nestor traf ungefähr auf das gleiche Gebiet, über das Hurrikan Michael im letzten Jahr hinwegfegte. Von diesem Kategorie 5 – Hurrikan haben sich die Betroffenen immer noch nicht ganz erholt bzw. sämtliche Schäden repariert. Solch ein tropischer Sturm ist nichts, was Menschen in ihrer Region haben wollen. Aber im Fall von Nestor, der im Vergleich zu Michael deutlich schwächer war, sagen viele Bewohner des Panhandle in Florida, dass sie ihn hinnehmen würden.

Altocumulus Lenticularis – Föhnwolken

Föhnwolken am Himmel über Österreich.

Föhnwolken nehmen häufig die Form von Linsen oder Mandeln an, sind langgestreckt und klar von ihrer Umgebung abgegrenzt. Daher werden sie bspw. auch als Föhnfische bezeichnet, machmal sehen sie wie Ufo’s aus. Sie entstehen, wenn Gebirge überströmt werden und die Luft entsprechend gehoben wird. Auf der windabgewandten Seite entstehen Leewellen, welche mitunter ortsfest sind. Die Luft strömt also hindurch, durch aufsteigende Bewegungen an festen Punkten kondensiert die enthaltene Feuchte und Wolken erscheinen beständig an der gleichen Stelle.

Nachfolgend ein paar beeindruckende Impressionen vom Samstagabend:

 

Titelbild: https://pixabay.com/photos/clouds-altocumulus-lenticularis-1380111/

Unwettergefahr in Südwesteuropa

In den kommenden Tagen herrscht Unwettergefahr am Mittelmeer.

In den kommenden Tagen braut sich im westlichen Mittelmeerraum eine gefährliche Wetterlage zusammen, für die Region typisch im Herbst. Ein sogenanntes Höhentief bildet sich nämlich über der Iberischen Halbinsel, dieses ist angereichert mit kalter Luft in der Höhe.

Auf der Wetterkarte für Mittwoch seht ihr das Höhentief bereits sehr gut, dann liegt dessen Kern über dem Osten Spaniens. Sein Gegenspieler ist das Hoch über dem Balkan (das beschert uns ja eine ruhige Wetterwoche). Zwischen Tief und Hoch strömt – symbolisiert mit den blauen Pfeilen – sehr feuchte Mittelmeerluft Richtung Südfrankreich und Spanien:

Ein Tief über der Iberischen Halbinsel sorgt für Unwetter.
Ein Tief über der Iberischen Halbinsel sorgt für Unwetter.

Die hohen Wassertemperaturen sorgen in Kombination mit der kalten Luft in der Höhe für eine labil geschichtete, gewitteranfällige Atmosphäre und somit für ein großes Unwetterpotential. Noch immer misst das Mittelmeer in der Region rund um die Balearen nämlich 22 bis 24 Grad.

Noch immer hohe Wassertemperaturen im Mittelmeer.
Noch immer hohe Wassertemperaturen im Mittelmeer.

Schauen wir uns die zu erwartenden Regenmengen an: Besonders betroffen sind neben den Balearen die Küste und das Hinterland Kataloniens sowie die südfranzösische Region Okzitanien. Hier kommen in den nächsten Tagen 200 bis 300, örtlich sogar bis zu 400 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen.

Viel Regen in Barcelona

Auch die Metropole Barcelona dürfte somit wahre Wassermassen dieser Größenordnung abkriegen. Zur Einordnung: In Barcelona werden im Oktober durchschnittlich „nur“ 90 l/m² gemessen, im ganzen Jahr knapp 600 l/m²!

In Spanien und Frankreich kommen lokal große Regenmengen zusammen.
In Spanien und Frankreich kommen lokal große Regenmengen zusammen.

Aufgewühltes Meer

Doch nicht nur heftige Gewitter samt immensen Regenmengen stehen den beliebten Urlaubsdestinationen bevor. Auch der Wind wird immer wieder stürmisch auffrischen, Böen von 90 bis 110 km/h sind möglich! Dementsprechend aufgewühlt wird sich das Mittelmeer präsentieren, wie unsere letzte Grafik zeigt. So dürften sich am Mittwoch zwischen Mallorca und Südfrankreich Wellen von bis zu 6 Metern Höhe auftürmen!

Hoher Wellengang kommende Woche im westl. Mittelmeer.
Hoher Wellengang kommende Woche im westl. Mittelmeer.

Quelle Titelbild: pixabay

Regen – Sturm – Gewitter: Unwettergefahr im westlichen Mittelmeer

Heftige Regenfälle werden im westlichen Mittelmeer erwartet.

In den kommenden Tagen braut sich im westlichen Mittelmeerraum eine gefährliche Wetterlage zusammen, für die Region typisch im Herbst. Ein sogenanntes Höhentief bildet sich nämlich über der Iberischen Halbinsel, dieses ist angereichert mit kalter Luft in der Höhe. Auf der Wetterkarte für Mittwoch seht ihr das Höhentief bereits sehr gut, dann liegt dessen Kern über dem Osten Spaniens. Sein Gegenspieler ist das Hoch über dem Balkan (das beschert uns ja eine ruhige Wetterwoche). Zwischen Tief und Hoch strömt – symbolisiert mit den blauen Pfeilen – sehr feuchte Mittelmeerluft Richtung Südfrankreich und Spanien:

Ein Tief über der Iberischen Halbinsel sorgt für Unwetter.
Ein Tief über der Iberischen Halbinsel sorgt für Unwetter.

Die hohen Wassertemperaturen sorgen in Kombination mit der höhenkalten Luft für eine labil geschichtete Atmosphäre und somit für ein großes Unwetterpotential. Noch immer misst das Mittelmeer in der Region rund um die Balearen nämlich 22 bis 24 Grad.

Noch immer hohe Wassertemperaturen im Mittelmeer.
Noch immer hohe Wassertemperaturen im Mittelmeer.

Schauen wir uns die zu erwartenden Regenmengen an: Besonders betroffen sind neben den Balearen die Küste und das Hinterland Kataloniens sowie die südfranzösische Region Okzitanien. Hier kommen in den nächsten Tagen 200 bis 300, örtlich sogar bis zu 400 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen. Auch die Metropole Barcelona dürfte somit wahre Wassermassen dieser Größenordnung abkriegen. Zur Einordnung: In Barcelona werden im Oktober durchschnittlich „nur“ 90 l/m² gemessen, im ganzen Jahr knapp 600 l/m²!

In Spanien und Frankreich kommen lokal große Regenmengen zusammen.
In Spanien und Frankreich kommen lokal große Regenmengen zusammen.

Doch nicht nur heftige Gewitter samt immensen Regenmengen stehen den beliebten Urlaubsdestinationen bevor. Auch der Wind wird immer wieder stürmisch auffrischen, Böen von 90 bis 110 km/h sind möglich! Dementsprechend aufgewühlt wird sich das Mittelmeer präsentieren, wie unsere letzte Grafik zeigt. So dürften sich am Mittwoch zwischen Mallorca und Südfrankreich Wellen von bis zu 6 Metern Höhe auftürmen!

Hoher Wellengang kommende Woche im westl. Mittelmeer.
Hoher Wellengang kommende Woche im westl. Mittelmeer.

Quelle Titelbild: pixabay

Spannender Wetter- und Wahlsonntag!

Föhnwolken am Himmel über der Schweiz.

Heute zeichnet sich nicht nur bei den Wahlen, sondern auch beim Wetter ein spannender Sonntag ab. Mit einer starken bis stürmischen südlichen Höhenströmung mit örtlichen Orkanböen (Böen ≥ 118km/h) wird nämlich sehr milde und im Süden auch feuchte Luft an die Alpen geführt. Diese muss am Alpensüdhang aufsteigen, was teilweise intensive Niederschläge zur Folge hat. Seit Freitag sind im Süden örtlich schon über 100 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen (siehe untenstehende Liste). Bis Dienstagvormittag dürften nun vor allem im nördlichen Tessin nochmals weit über 100 Liter dazukommen.

Die Nordschweiz ist dagegen im Lee der Alpen gegenüber den feuchten Luftmassen geschützt, wobei heute in den Alpentälern auch noch ein starker bis stürmischer Föhn dazukommt. So scheint abseits des Nebels zumindest teilweise die Sonne. Dazu erreichen die Temperaturen in den föhnigen Alpentälern weit über 20 Grad, bereits am Morgen gab es in Altdorf und Vaduz um 22 Grad. Tagsüber werden dann 23 bis 26 Grad erreicht, wobei es im Rheintal am wärmsten werden dürfte. Hier könnte auch örtlich die Sommermarke von 25 Grad geknackt werden. Auch in der Höhe ist es mild, die Nullgradgrenze befindet sich auf knapp 4000 Metern. Im Flachland erwarten wir je nach Zeitpunkt der Nebelauflösung zwischen etwa 15 und 20 Grad.

Morgen hält die starke bis stürmische südliche Höhenströmung an, im Süden regnet es weiter teils kräftig. Im Norden schläft der Föhn dagegen ein, sodass der Regen insbesondere in der Westschweiz wie auch schon am letzten Freitag auch auf den Norden übergreifen kann. Im Osten dürfte es – wenn überhaupt – dagegen nur wenig Niederschlag geben.

Niederschlagsmenge seit Freitag 00:00 Uhr (Stand Sonntag 07:40):

Messstationen Niederschlagsmenge (in mm)
Robiei (1898 m ü.M., TI) 131
Airolo (1139 m ü.M., TI) 94
Torricella – Crana (1002 m ü.M., TI) 92
Faido (747 m ü.M., TI) 87
L’Auberson (1096 m ü.M., JU) 70
Longirod (900 m ü.M., VD) 67
San Bernardino (1639 m ü.M., GR) 64
La Brévine (1050 m ü.M., NE) 63
Locarno-Magadino (203 m ü.M., TI) 61
Magglingen (883 m ü.M., BE) 59
Berninapass (2328 m ü.M., GR) 57
Monte Generoso (1608 m ü.M., TI) 54

Quelle Titelbild: Visual Hunt

Tief THILO brachte Gewitter und Böen bis 100 km/h

Sturm

Am Freitag lag Deutschland unter dem Einfluss von Tief THILO mit Kern über den Britischen Inseln bzw. der Nordsee. Die Kaltfront des Tiefs erfasste gegen Mittag zunächst Nordrhein-Westfalen und zog am Nachmittag als geschlossene Linie rasch ost- bis nordostwärts über Niedersachsen und Hessen hinweg. Am Abend erfasste sie in abgeschwächter Form schließlich den Osten des Landes. Einzelne, kräftige Gewitter gab es aber auch in Franken und im äußersten Süden.

In Summe kam es zu knapp 22.000 Blitzen, davon 7.465 in Niedersachsen, 4.372 in Mecklenburg-Vorpommern und 3.743 in Schleswig-Holstein.

Blitzdichte am Freitag
Blitzdichte am Freitag (pink: > 2 Blitze pro Quadratkilometer). © UBIMET

Schwere Sturmböen

Mit Durchzug der Schauer- und Gewitterlinie kam es zu abrupt stark bis stürmisch auffrischenden Westwind. In einem Streifen von NRW über das östliche Niedersachsen bis nach Mecklenburg kam es teils auch zu schweren Sturmböen:

  • 101 km/h Wunstorf (Niedersachsen)
  • 97 km/h Schwerin (M-V)
  • 96 km/h Düsseldorf (NRW)
  • 94 km/h Celle (Niedersachsen)
  • 94 km/h Pelzerhaken (S-H)
  • 93 km/h Belm (Niedersachsen)
  • 91 km/h Bremervörde (Niedersachsen)

Im Fernverkehr der Bahn kam es aufgrund von Bäumen im Gleis zu Umleitungen und Verspätungen, wie etwa auf den Strecken Hannover-Bremen und Hamburg-Berlin. In Voerde in Nordrhein-Westfalen wurde zudem eine Frau von einem umgestürzten Baum schwer verletzt. In Summe gab es im Westen und Norden Deutschlands zahlreiche Feuerwehreinsätze, besonders im Rhein-Erft-Kreis in NRW kam es zu teils schweren Schäden.

Titelbild © Adobe Stock

Fit und gesund durch den Herbst

Sport im Herbst.

Gerade in der Übergangsjahreszeit machen es einem die häufigen Wetterwechsel schwer, zur richtigen Garderobe zu greifen. Die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht erschweren die Wahl der richtigen Kleidung noch weiter. Wer sich also nicht nach dem Zwiebelschalenprinzip kleidet, damit er tagsüber ein paar Schichten ablegen kann, bekommt zunehmend ein Problem. Die Sonne hat nämlich noch genug Kraft hat und ihr kommt leicht ins Schwitzen. Wer allerdings zu viele Kleidungsstücke ablegt, wird rasch vom kühlen Wind überrascht und die Erkältungsgefahr steigt.

Nasskalte Witterung besonders gefährlich

Die Gefahr den Körper zu unterkühlen und damit das Immunsystem zu schwächen, ist besonders bei nasskalter, windiger Witterung hoch.

  • Bei tiefen Temperaturen neigt der Körper dazu auszukühlen.
  • Wird Kleidung oder die Haut nass, verdunstet das Wasser. Dabei entzieht es der Haut Wärme und kühlt diese zusätzlich.

Ansteckungsgefahr

Gerade in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen kann die Virenlast sehr hoch werden. Besonders viele Viren lauern auf Türschnallen oder Liftknöpfen. Ist das Immunsystem bereits geschwächt, kommt es zum Ausbruch von Erkältungen bis hin zu grippalen Infekten oder gar der Grippe. Um dem vorzubeugen, ist regelmäßiges Händewaschen Pflicht.

Was schwächt unser Immunsystem?

  • Kälte: Kühlt der Körper aus, ist er empfindlicher gegenüber Viren. Bitte also immer genug anziehen!
  • Schlafmangel: Schlafen sie weniger als sieben Stunden pro Nacht, ist ihr Risiko zu erkranken um das Dreifache erhöht.
  • Stress: Stress greift die Abwehrkräfte an. Das Einlegen von Pausen hilft, auch so manches gelassener hinzunehmen.
  • Bewegungsmangel: Zu wenig Freizeit an der Natur schwächt uns. Mindestens eine halbe Stunde pro Tag sollten wir an der frischen Luft verbringen und/oder joggen oder schwimmen.
  • Falsche Ernährung: Nicht nur das falsche Essen, auch zu wenig Essen schwächt unsere Abwehrkräfte. Um einem Vitaminmangel vorzubeugen, empfehlen sich einige Portionen Obst und Gemüse pro Tag. Aber auch Vollkornprodukte, Eiweiß und gesunde Fette sollen täglich auf dem Speiseplan stehen.

Stärkung des Immunsystems

Kurz zusammengefasst sollte man auf Folgendes achten:

  • Vitaminreiche Nahrung
  • Sport (einmal pro Tag außer Atem kommen wirkt Wunder)
  • Frischluft (Spaziergänge im Wald helfen)
  • Psychisches Wohlbefinden (kein Stress!)
  • Ausreichend Schlaf (mindestens sieben Stunden)
  • Menschenansammlungen meiden (Infektionsgefahr!)
  • Bei ersten Anzeichen einer Erkältung auf Sport verzichten

Quelle Titelbild: pixabay

25 Grad: Südföhn sorgt noch einmal für Sommertage

Föhnstimmung am Bodensee.

Bereits am heutigen Samstag ist es föhnig, so richtig in Gang kommt der Südföhn dann aber am Sonntag. Die Wetterlage – dargestellt auf dem ersten Bild –  ist typisch für den Herbst: Ein Tief über der Iberischen Halbinsel, hoher Luftdruck über dem Balkan. Daraus resultiert in Österreich eine föhnige Südwestströmung (roter Pfeil).

Wetterlage am Sonntag.
Wetterlage am Sonntag.

In den klassischen Föhntälern (Brandnertal, Wipptal, Großraum Innsbruck, Salzburger Tauerntäler) frischt der Wind morgen mit Böen zwischen 60 und 90 km/h auf. Deutlich ruppiger ist der Südwind aber auf den typischen Föhnbergen. Hier am Beispiel Patscherkofel seht ihr, dass morgen Spitzenböen bis zu 135 km/h erwartet werden. Nur am Dienstag legt der Föhn eine Verschnaufpause ein, sonst geht’s auch nächste Woche föhnig weiter.

Föhnige Tage auf dem Patscherkofel.
Föhnige Tage auf dem Patscherkofel.

Erste Warnungen bzgl. des Föhns wurden bereits gesetzt, hier unsere Warnkarte für heute/morgen.

Sturm-Warnungen am Sonntag.
Sturm-Warnungen am Sonntag.

Die aktuellsten Warnungen für euren Ort findet Ihr übrigens auf der Hauptseite

Der Föhn macht sich aber nicht nur mit Sturmböen bemerkbar, er treibt v.a. in den Nordalpen die Temperaturen auf ein sommerliches Niveau. Am wärmsten mit Höchstwerten von 25 oder sogar 26 Grad wird es beispielsweise in

  • Feldkirch
  • Bludenz
  • Innsbruck
  • Salzburg
  • Weyer

So spät im Jahr sind Sommertage (also Tage mit einem Höchstwert von 25 Grad oder mehr) absolut außergewöhnlich!

Am Montag kommt dann auch im Süden der Steiermark und im Südburgenland noch ein Sommertag für die Bilanz hinzu. Mehr als 6 Monate liegen somit heuer zwischen dem ersten Sommertag (25 Grad am 20. April in Innsbruck) und dem vermutlich letzten in Österreich.

Hier die Top 10 der Stationen mit den meisten Sommertagen 2019:

Ort Anzahl Sommertage 2019
Andau (B) 95
Güssing (B) 94
Seibersdorf (NÖ) + Bad Radkersburg (ST) 93
Hohenau (NÖ) 92
Mörbisch + Neusiedl (B) 90
Wolkersdorf + Tullnerfeld (NÖ) 89
Fürstenfeld (ST) + Wien-City + Langenlois (NÖ) 88
Krems (NÖ) + Wien Donaufeld + Stockerau (NÖ) + Lutzmannnsburg (B) + Graz Strassgang 87
Ferlach (K) + Langenlebarn (K) + Eisenstadt 86

Abschließend noch eine Übersicht der Sommertage 2019 in den Landeshauptstädten. Überall deutlich öfter über 25 Grad als im langjährigen Mittel…

Ort Anzahl Sommertage 2019 Anzahl Sommertage im Klimamittel Differenz
Wien 85 64 +21
St. Pölten 82 59 +23
Eisenstadt 86 66 +20
Linz 75 56 +19
Graz 84 63 +21
Klagenfurt 78 63 +15
Salzburg 62 55 +7
Innsbruck 77 63 +14
Bregenz 56 39 +17

Quelle Titelbild: pixabay

Sonnenaktivität und Klima

Sonnenaktivität und Klima

Die Sonne strahlt nicht immer mit der gleichen Intensität. Die Zahl und Häufigkeit der Sonnenflecken variiert in einem rund 11-jährigen Rhythmus. Auch wenn die Magnetfelder der Flecken punktuell die Abstrahlung hindern, bewirkt die „kühlere“ Sonne keine Abkühlung.

Helle Flecken vs. dunkle

Im Gegenteil, die kühleren und damit strahlungsärmeren Flecken auf der Sonne werden durch so genannte Sonnenfackeln überkompensiert. Sie sind anders als die Flecken heißer und heller als die übrige Sonnenoberfläche. Ihre Zahl steigt und sinkt parallel zu den Sonnenflecken. Es gibt zwar keine theoretische Grundlage, nach der es immer so sein müsste, aber nach den bisherigen Beobachtungen produziert die Sonne bei vielen Sonnenflecken insgesamt sogar mehr Strahlung als eine „blanke“ Sonne.

Das 20. Jahrhundert brachte insgesamt viele Sonnenflecken und auf der Erde gleichzeitig eine Erwärmung, sodass die Theorie aufkam, die Sonnenaktivität sei für den globalen Temperaturanstieg verantwortlich. Dies passte zu den bisherigen Beobachtungen, weil indirekte Methoden eine geringe Sonnenaktivität im kalten 18. Jahrhundert und eine hohe während der mittelalterlichen Wärmeperiode ergaben. Nachdem das Sonnenfleckenmaximum im Jahr 2000 bereits eine deutlich geringere Aktivität als seine Vorgänger zeigte, erwarteten manche Klimatologen eine Trendwende hin zur Abkühlung. Von einer „schwächelnden“ oder gar „kalten“ Sonne war die Rede.

Verlauf von Strahlungsaktivität der Sonne und Globaltemperatur. ©NASA
Verlauf von Strahlungsaktivität der Sonne und Globaltemperatur. ©NASA

Entgegengesetzter Trend

Das nächste Sonnenfleckenmaximum trat dann auch verspätet im Jahr 2014 ein und fiel noch weit schwächer aus als das vorhergehende. Schon das vorherige Minimum war das tiefste seit fast 200 Jahren, und das derzeit laufende schickt sich an, noch niedriger und länger auszufallen. Dennoch ist von der beschworenen kalten Sonne noch wenig zu spüren, die Temperaturkurve auf der Erde geht weiterhin ungebremst nach oben.

Tief THILO sorgt im Norden für Gewitter

Das Sommerwetter legt eine kurze Pause ein.

Deutschland liegt derzeit unter dem Einfluss eines umfangreichen Tiefdruckgebiets namens THILO mit Kern über den Britischen Inseln. Am Freitagvormittag erfasst die Kaltfront des Tiefs den Westen Deutschlands und zieht in weiterer Folge rasch über die Nordhälfte des Landes hinweg.

Die Kaltfront am Freitagvormittag um 10:40 Uhr
Die Kaltfront am Freitagvormittag um 10:40 Uhr. © UBIMET / EUMETSAT

Schauer und Gewitter

Unmittelbar im Bereich der Kaltfront zeichnen sich ab etwa Mittag im Westen und Nordwesten erste Schauer und Gewitter ab, welche aus Westen rasch ost- bis nordostwärts ziehen. Im Laufe des Nachmittags können sich diese in einem Streifen von Nordhessen über das östliche Niedersachsen bis nach Schleswig-Holstein auch linienhaft anordnen. Mit Durchzug der Gewitter dreht der Wind hier von Süd auf Südwest bis West und frischt kräftig auf. Örtlich besteht dabei die Gefahr von schweren Sturmböen! Im Nordwesten ist zudem vereinzelt auch kleiner Hagel nicht ausgeschlossen.

Simuklietres Radarbild mit einer Gewitterlinie am Freitagnachmittag von RACE. C UBIMET
Simuliertes Radarbild mit einer Gewitterlinie am Fr.nachmittag von RACE. © UBIMET

Am Abend erfasst die Front unter Abschwächung dann auch den äußersten Osten des Landes, dabei sind örtlich noch kräftige Windböen um 60 km/h möglich. Im Donauraum und in den Alpen bleibt es dagegen meist trocken.

Oktober ist Föhnzeit

Föhnwolken bei Sonnenuntergang, aufgenommen von einer Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/roethis-west

Gebirgskette und Druckdifferenz sind Voraussetzung

Im Allgemeinen ist Föhn ein Fallwind. Wenn sich Gebirgsketten der Luftströmung  in den Weg stellen, wird die Luft zunächst auf der windzugewandten Seite (Luv) zum Aufsteigen gezwungen, um dann auf der windabgewandten Seite des Gebirges (Lee) wieder talwärts zu strömen, was sich als Fallwind bemerkbar macht. In Europa sind es die über weite Strecken West-Ost verlaufenden Alpen, die namensgebend für dieses Phänomen sind, das sich somit je nach Anströmung als Süd- oder Nordföhn äußert.

Erscheinungsbilder

Die bekannteste Form ist wohl der Südföhn, wenn Luft von Italien über die Alpen strömt. Typisch dafür ist die Annäherung eines kräftigen Tiefs über Westeuropa. An dessen Vorderseite baut sich über dem Alpenraum eine straffe Südströmung auf. Der Luftdruckunterschied zwischen Alpensüd- und Alpennordseite setzt die Föhnströmung in Gang. Beim Aufsteigen an der Alpensüdseite kühlt die Luft ab, wobei es vielfach zur Kondensation und oft auch zur Niederschlagsbildung kommt. Auf der anderen Seite des Gebirgskamms rauscht die Luft sodann als turbulenter Fallwind talwärts, wobei sich diese, ihrer Feuchtigkeit mittlerweile entledigt, schneller erwärmen kann, als sie sich zuvor abgekühlt hat. So kommt es dass die Luft bei gleicher Höhenlage an der Alpennordseite deutlich wärmer als beispielsweise in Südtirol ist.

Speziell im Winter steigt die Wahrscheinlichkeit für Kaltluftseen in den tieferen Tallagen. Dann kommt es bei schwach ausgeprägten Luftdruckunterschieden vor, dass sich der Föhn nicht mehr gegen die kalte Talluft durchsetzen kann und sich auf die Hochtäler beschränkt.

Gut zu sehen ist dieses winterliche Minimum auch im folgenden Bild, es zeigt die Häufigkeit für Südföhn in Innsbruck im Laufe eines Jahres: Die „föhnigste“ Jahreszeit ist demnach der Frühling, ein zweites Maximum gibt es im Oktober. Dazu passt das föhnige Wetter am Wochenende.

Der typische Jahresgang des Südföhns in Innsbruck.
Der typische Jahresgang des Südföhns in Innsbruck.

Des einen Freud, des anderen Leid

Im Gegensatz zur Luv-Seite, wo der Himmel meist bewölkt ist und zum Teil auch der nasse Wettercharakter dominiert, bewirkt Föhn als trockener Wind im Lee oft freundliche Wetterbedingungen. Dabei zeigt sich der Himmel häufig wolkenarm und somit kommen Sonnenhungrige auf ihre Rechnung. Allerdings kann der Föhn in Sachen Windstärke Probleme bereiten, und örtlich durchaus auch für Sturmschäden verantwortlich zeichnen. Überdies ist der Föhn bei manchen Menschen in Verruf geraten, denn er steht in Verdacht, den Organismus zu beeinflussen. Empfindliche Menschen leiden bei Föhn unter Nervosität, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, innerer Unruhe und mitunter auch unter Kreislaufbeschwerden.

Südföhn am Wochenende

Bereits am Dienstag wehte der Südföhn in den Alpen, nach einer Pause ist es hier ab Samstag wieder soweit. Auf der Vorderseite tiefen Luftdrucks über Westeuropa nimmt die Südströmung an Stärke zu, speziell am Samstag und Sonntag sind daher in prädestinierten Tälern von Vorarlberg bis Oberösterreich stürmische Böen zu erwarten, auf den Bergen des Alpenhauptkamms weht der Föhn mitunter in Orkanstärke, wie die nachfolgende Prognose für den Patscherkofel bei Innsbruck zeigt:

Ausschnitt aus einem Vorhersagediagramm für den Patscherkofel @ UBIMET
Ausschnitt aus einem Vorhersagediagramm für den Patscherkofel @ UBIMET

 

Titelbild: Föhnwolken bei Sonnenuntergang, aufgenommen von einer Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/roethis-west

Balearen: Medicane möglich

Möglicher Medicane bei Mallorca Mitte nächster Woche @ UBIMET, ECMWF

Der Mittelmeerraum ist vor allem im Winterhalbjahr eine regelrechte Brutstätte von Tiefdruckgebieten. Dies ist einerseits der Lage des Mittelmeers zwischen den mittleren Breiten und den Subtropen zu verdanken, andererseits auch der zahlreichen, angrenzenden Gebirgsketten, die den Prozess der Tiefdruckentwicklung begünstigen. In der Regel entstehen Tiefdruckgebiete über dem Mittelmeer im Zuge von Kaltluftvorstößen, welche von Tiefs der mittleren Breiten eingeleitet werden. Diese Tiefdruckgebiete weisen im Gegensatz zu tropischen Tiefs einen kalten Kern auf und besitzen Warm- und Kaltfronten.

Medicanes

Unter bestimmten Bedingungen können sich auch im Mittelmeerraum subtropische oder gar tropische Tiefdrucksysteme entwickeln. Obwohl sie die Stärke eines Hurrikans der Kategorie 1 nur in Ausnahmefällen erreichen, werden sie Medicanes (Mediterranean hurricane) genannt. Sie treten vor allem im Herbst auf und dann bevorzugt im Bereich der Balearen und über dem Ionischen Meer. In den meisten Fällen entstehen sie in Folge von Kaltlufteinbrüchen im Mittelmeerraum und werden durch zurückbleibende Höhentiefs begünstigt. Ähnlich wie bei tropischen Tiefdruckgebieten stellt die Kondensation des Wasserdampfs in den Gewitterwolken die treibende Kraft dar (begünstigt durch die Temperaturunterschiede zwischen der Meeresoberfläche und der Luft).

Aktueller Fall

Am Wochenende weitet sich tiefer Luftdruck über Westeuropa weit nach Süden aus, ein Höhentief reicht am Sonntag bis nach Marokko. Zu Beginn der neuen Woche verlagert sich dieses etwas ostwärts und damit deutet die Mehrheit der zur Verfügung stehenden Wettermodelle die Bildung eines neuen Tiefs mit kräftigen Schauern und Gewittern im westlichen Mittelmeer an. Die Unsicherheiten sind noch groß, das Potential für die Entwicklung eines Medicanes mit schweren Sturmböen ist aber vorhanden. Nach aktuellem Stand wären vor allem die Balearischen Inseln wie Mallorca oder Ibiza betroffen.

Animation der 6-stündigen Böen von Dienstag, 22.10.2019 bis Freitag, 25.10.2019 @ UBIMET, ECMWF
Animation der 6-stündigen Böen von Dienstag, 22.10.2019 bis Freitag, 25.10.2019 @ UBIMET, ECMWF

 

Medicane ZORBAS traf 2018 Griechenland

Erst Ende September letzten Jahres wurde vor allem Griechenland von einem Medicane getroffen. Wir haben hier darüber berichtet.

 

Titelbild: Möglicher Medicane Mitte nächster Woche @ UBIMET, ECMWF

460 mm in 9 Stunden: Unwetterartiger Regen bei Genua

@ https://www.facebook.com/rocco.citro.5

Seit Montagabend kommt es bei Genua bereits zu kräftigen Schauern und Gewittern, ausgelöst durch eingeflossene kältere Luft in höheren Luftschichten. Mit einer südlichen Strömung wird zudem feuchte Luft vom Meer her gegen die Berge im Hinterland von Genua geführt und dort gestaut, es regnet sich also beständig aus. Die Stadt Genua war bisher nur in den westlichen Bezirken betroffen, heftig hat es die Region um Mele knapp westlich der Stadt getroffen. Hier sind innerhalb von 9 Stunden bereits mehr als 460 l/m² an Regen gefallen, in einer Stunde waren es allein knapp 115 l/m².

Satellitenbild von Dienstagvormittag @UBIMET, EUMETSAT
Satellitenbild von Dienstagvormittag @UBIMET, EUMETSAT
Niederschlags-Messwerte der Station Mele @ http://93.62.155.214/~omirl/WEB/mappa_sensori.html
Niederschlags-Messwerte der Station Mele @ http://93.62.155.214/~omirl/WEB/mappa_sensori.html
Analyse des 12h-Niederschlags in der Region Genua @ http://93.62.155.214/~omirl/WEB/areali/last_12h.gif
Analyse des 12h-Niederschlags in der Region Genua @ http://93.62.155.214/~omirl/WEB/areali/last_12h.gif

In dieser Region kommen sintflutartige Regenfälle zwar immer wieder mal vor, die Werte sind dennoch beachtlich und führen natürlich auch hier zu Überflutungen:

Wie die nachfolgende Grafik zeigt, halten die Ligurischen Alpen und der küstennahe Bereich um Genua die Rekorde in Italien bzgl. Niederschlag in weniger als 24 Stunden. Aktuell ist man von diesen aber weit entfernt:

Niederschlagsrekorde Italien @ ISPRA
Niederschlagsrekorde Italien @ ISPRA

 

Von sehr ergiebigem Regen ist nicht nur die Region um Genua betroffen, auch in Frankreich hat das Tief SEBASTIEN gestern und in der Nacht auf Dienstag bereits zahlreiche kräftige Gewitter gebracht. Im Zentralmassiv und in den Seealpen nördlich von Nizza und Monaco hat es an einigen Stationen über 100 l/m² geregnet. Zudem kam es hier wie auch schon im Westen und Norden des Landes gebietsweise zu teils schweren Sturmböen.

12h Niederschlagsmengen Frankreich bis Dienstag, 09 Uhr @ UBIMET, MeteoFrance
12h Niederschlagsmengen Frankreich bis Dienstag, 09 Uhr @ UBIMET, MeteoFrance

Mit dem nun entstehenden neuen Tief rückt auch die Alpensüdseite in den Fokus, denn gerade im Piemont und Tessin kündigen sich bis Mittwochvormittag ebenso beachtliche Niederschläge an:

Prognose des 24h-Niederschlags bis Mittwochmorgen @ UBIMET
Prognose des 24h-Niederschlags bis Mittwochmorgen @ UBIMET

 

Titelbild @ https://www.facebook.com/rocco.citro.5

Die Auswirkungen des Wetters auf den Kopf

Symbolbild Kopfschmerzen - Photo credit: Matt From London on Visual hunt / CC BY

Wetterschwankungen bringen Kopfschmerzen?

Viele Menschen meinen, dass sich das Wetter negativ auf Ihr Wohlbefinden auswirken kann. Das häufigste Symptom dieser so genannten Wetterfühligkeit ist der Kopfschmerz. Aus wissenschaftlicher Sicht ist es schwierig, einen direkten Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Kopfwehattacken und dem Verlauf meteorologischer Parameter festzustellen, wenn man nicht zu sehr komplexen statistischen Verfahren greift. Die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen offenbaren aber sehr überzeugende Zusammenhänge, die man folgendermaßen zusammenfassen kann: Der menschliche Organismus kommt mit schnellen Schwankungen von Temperatur, Druck, Wind und Sonnenschein nur schlecht zurecht.

Rasche Veränderungen sind von Nachteil

Befreit man die Messungen der meteorologischen Parameter von den natürlichen, jahreszeitlich bedingten Schwingungen, zeigt sich klar, dass kurzfristige Wetteränderungen und Fluktuationen in hohem Zusammenhang zum Auftreten von Kopfweh bei wetterfühligen Menschen stehen. Dies kann beispielsweise bei massiven Kaltfronten, plötzlichen Erwärmungen und auch bei starkem, böigem Wind der Fall sein. Auf der anderen Seite steht die Erkenntnis, dass der Mensch für den langen Trend der Jahreszeiten und die länger andauernden kalten und heißen Großwetterlagen sehr gut gerüstet ist. Laut Untersuchungen haben im Alpenraum insbesondere zwei Wetterlagen sehr starke Auswirkungen auf Personen mit Neigung zu Migräne:

  1. Föhn: Ein klassischer Kopfwehbringer, da sich die Temperatur bei Föhn sehr schnell ändern kann und der Verlauf von Wind und Luftdruck dabei markante Schwankungen aufweist.
  2. Orkantiefs: Bei rasch ziehenden Sturmtiefs und vor allem bei Orkantiefs treten in der Regel rasche Änderungen von Druck, Temperatur und Wind auf.

Winterliche Hochdruckgebiete lassen uns hingegen aus der Kopfwehperspektive durchatmen und entspannen, denn sie bringen die Konstanz, auf die unser Körper positiv reagiert.

 

Titelbild: Symbolbild Kopfschmerzen – Photo credit: Matt From London on Visual hunt / CC BY

Stürmischer Föhn bringt am Dienstag bis zu 26 Grad

Föhnwolken am Himmel über Österreich.

Den „Verursacher“ der spätsommerlichen Wärme auch am morgigen Dienstag ist leicht auf der folgenden Bodenwetterkarte auszumachen. Über der Nordsee dreht sich zu Mittag das Tief SÉBASTIEN, Österreich liegt an dessen Vorderseite in einer föhnigen Südwestströmung. Auch SÉBASTIENs Kaltfront kann man schon erkennen, sie beschäftigt uns dann ab Dienstagnachmittag und -abend.

Tief Sébastien am Dienstag.
Tief Sébastien am Dienstag.

Wie stark der Südföhn wird, können wir Meteorologen anhand der Druckdifferenz zwischen Nordalpen (z.B. Garmisch-Partenkirchen) und Südalpen (z.B. Bozen) abschätzen. Wir sehen auf folgender Grafik den Verlauf dieses Druckunterschiedes.

Am Dienstag (roter Kasten) erreicht die Differenz ihr Minimum, in Bozen herrscht als also ein deutlich höherer Luftdruck als in Garmisch. Als Ausgleichbewegung hierzu weht in den Nordalpen kräftiger bis stürmischer Föhn.

Südlich der Alpen höherer Druck als nördlich bedeutet Südföhn.
Südlich der Alpen höherer Druck als nördlich bedeutet Südföhn.

Den kräftigsten Föhn mit Böen von rund 70 bis 80 km/h, vereinzelt auch an die 90 km/h erwarten wir morgen vom Brandnertal über den Tiroler Alpenhauptkamm und Innsbruck bis zu den Salzburger Tauerntälern. Doch auch sonst sind in den Nordalpen von Vorarlberg bis nach Niederösterreich sowie in der Buckligen Welt Böen von 60-70 km/h durchaus möglich. Entsprechende Warnungen wurden bereits ausgegeben, diese findet ihr auf der Hauptseite www.uwz.at

Stürmischer Südföhn am Dienstag.
Stürmischer Südföhn am Dienstag.

Der Föhn sorgt aber nicht nur für windige, sondern auch für sehr warme Bedingungen. So klettern die Temperaturen insbesondere in den folgenden Regionen auf 23-26 Grad:

  • Unterinntal
  • Pinzgau, Pongau, Tennengau, Flachgau
  • Salzkammergut
  • Gesäuse
  • Mostviertel
  • Eisenwurzen
Spätsommerlich warm an der Alpennordseite.
Spätsommerlich warm an der Alpennordseite.

Im Laufe des Nachmittags und Abends geht der Föhn dann mit kräftig bis stürmisch auffrischendem Westwind und Regenschauern von Westen her zu Ende.

Quelle Titelbild: pixabay

Grau oder Blau? Hochnebel teilt Österreich

Oben blau - unten grau. Herbst in Österreich

Umgekehrte Verhältnisse

Zu dieser Jahreszeit stellt sich unter beständigem Hochdruckeinfluss immer öfter eine sogenannte Inversionswetterlage ein. Diese zeichnet sich durch eine Umkehr der normalerweise vorherrschenden Abnahme der Temperatur mit der Höhe aus, d.h. „leichte“ Warmluft lagert oberhalb von „schwerer“ Kaltluft. Die Ursache hierfür ist, dass aufgrund der Ausstrahlung die unteren Luftschichten wesentlich schneller abkühlen als die Luftmassen in der Höhe. Bevorzugt in Tal- und Beckenlagen entstehen so bodennahe Kaltluftseen, die durch die immer schwächere Sonne erst spät oder gar nicht mehr ausgeräumt werden können.

Der Blick vom Satelliten heute auf Österreich zeigt die markante Zweiteilung des Landes:

Österreich ist zweigeteilt.
Österreich ist zweigeteilt.

Scharfe Wetterscheide

Bei einer ausgeprägten Inversionswetterlage ist der Übergang von Warm- zu Kaltluft teils sehr scharf. An der Grenze der beiden unterschiedlichen temperierten Luftmassen bilden sich oft Wolken. In den Wetterberichten ist dann von Hochnebel die Rede. Während in den Tälern und Niederungen graues und kaltes Wetter herrscht, sind tagsüber in mittleren und hohen Lagen bei Sonnenschein und ausgesprochen guter Fernsicht ungewöhnlich hohe Temperaturen anzutreffen.

Hier ein aktuelles Beispiel: Auf dem Jauerling über dem Nebel in Niederösterreich (knapp 1000 m hoch) sonnig und fast schon sommerlich mit 23,6 Grad:

Bestes Herbstwetter auf dem Jauerling.
Bestes Herbstwetter auf dem Jauerling.

Kontrastprogramm dagegen in Wien bei trüben 12 Grad:

Trübes Dauergrau in Wien.
Trübes Dauergrau in Wien.

Aber auch ohne Wolkenschicht ist es unterhalb der Inversion häufig dunstig, denn durch die fehlende Durchmischung mit der oberen Atmosphäre sammeln sich Feuchte und Schadstoffe langsam an und die Sicht ist getrübt.

Quelle Titelbild: https://www.foto-webcam.eu/webcam/schwarzenbach/

Straßenverhältnisse im Herbst: 5 Herausforderungen für Autofahrer

Straße im Herbst

Die Umstellung von Sommerzeit auf Winterzeit findet zwar erst in zwei Wochen statt, doch schon jetzt werden die Tage merklich kürzer. Der Pendelverkehr verlagert sich nun zunehmend in die Dämmerung. Mehrere Gefahrenquellen werden somit für Autofahrer zunehmend zum Thema:

  • Sonnenblendung
  • Wildwechsel
  • Nebel
  • Eis
  • Laub

Sonnenblendung

Die Sonne steht derzeit bereits recht tief am Himmel, so kommt es besonders in den Morgen- und Abendstunden vor, dass man beim Autofahren direkt in die Sonne schaut. Dies wirkt sich negativ auf die Sichtweite aus, im Extremfall wird es sogar vergleichbar zu einer Nebelsituation. Selbst die Sonnenblende hilft manchmal nicht, sondern nur eine Verminderung der Fahrgeschwindigkeit.

Wildwechsel

Besonders jetzt im Herbst ist zur Dämmerung viel Wild unterwegs. Da Wildtiere meist auf bekannten Wegen die Verkehrsstraßen der Menschen passieren, warnen Hinweisschilder genau vor dem Wildwechsel. Somit kann die Gefahr von Zusammenstößen zwischen Autos und Wildtieren zumindest minimiert werden. Nichtsdestotrotz gibt es Jahr für Jahr zahlreiche Unfälle!

Gefahr von Wildwechsel auf den Straßen.
Gefahr von Wildwechsel auf den Straßen. © pixabay.com

Nebel und Eis

In den kommenden Wochen nimmt die Nebelanfälligkeit kontinuierlich zu. Bekannte Nebelregionen sind beispielsweise der Bodenseeraum, der Donauraum, das Klagenfurter Becken und das Schweizer Mittelland. Die Sichtweite kann dabei drastisch abnehmen! Frost ist ein Wetterparameter, der erst zum Ende des Herbstes wirklich verbreitet auftritt, in Tal- und Beckenlagen kann es aber bereits jetzt Bodenfrost geben. Besonders auf Brücken kann es dann in den Nächten nach Durchzug einer Wetterfront glatt werden und in klaren Nächten kann sich Reif bilden. Dies ist in den kommenden Wochen besonders gefährlich, da viele Autos noch mit Sommerreifen unterwegs sind.

Raureif und Nebel
Reif und Nebel im Herbst. © Adobe Stock

Rutschiges Laub

Herabfallendes Laub ist vor allem bis Mitte November ein Problem. Gerade nach windigen Tagen sowie kalten Nächten präsentieren sich viele Straßen übersät von bunten Blättern. In Kombination mit Regen oder Tau wirkt das nasse Laub wie ein natürliches Schmiermittel. Allgemein bleiben die Straßen nach einem Frontdurchgang zudem immer länger feucht.

Laub auf den Straßen im Herbst.
Laub auf den Straßen im Herbst. © Adobe Stock

Titelbild © Adobe Stock

Taifun Hagibis hinterlässt schwere Überschwemmungen in Japan

Taifun HAGIBIS hinterlässt schwere Überschwemmungen in Japan

Am Samstag ist der ehemalige Supertaifun Hagibis mit Orkanböen und heftigen Regenfällen auf Japan getroffen. Örtlich wie in Hakone kam es dabei zu Regenmengen von über 900 Liter pro Quadratmeter innerhalb von nur 24 Stunden,  was etwa dem mittleren Jahresniederschlag Innsbrucks entspricht! Durch die extremen Regenmengen sind einige Flüsse über die Ufer getreten und es kam zu Überschwemmungen und Erdrutschen. In Summe kamen dabei mindesten 19 Menschen ums Leben, zudem werden einige noch vermisst.

Niederschlagssummen im Großraum von Tokio
Niederschlagssummen im Großraum von Yokohama und Tokio. © JMA / UBIMET

Vor allem im Bereich der Bucht von Tokio kam es verbreitet zu Orkanböen. Anbei die höchsten Windspitzen:

  • 161 km/h Koudzushima
  • 158 km/h Yokohama
  • 158 km/h Edogawarinkai
  • 154 km/h Tokio Haneda
  • 152 km/h Miyakejima
  • 149 km/h Toukyouo
  • 145 km/h Chiba

In mehr als 100.000 Haushalte gab am frühen Sonntag keinen Strom. Mittlerweile sind etwa 27.000 Soldaten im Einsatz, um die Rettungs- und Aufräumarbeiten zu unterstützen.

Titelbild © anonymousAsia

Kaltluftausbruch in den USA

Season change

In den letzten Tagen hat ein massiver Wintereinbruch weite Teile der USA getroffen. Während im Texas am Mittwoch noch rekordverdächtig hohe Temperaturwerte verzeichnet wurden, erreichte die Temperatur am Donnerstag in weiten Teilen der Rocky Mountains Staaten das andere Extremum.

Kaltluftvorstoß bis weit in den Süden der USA

Bereits am Donnerstag hat ein Vorstoß kalter Luft polaren Ursprungs die US-Bundesstaaten Montana und North Dakota erreicht. Kaltluftvorstöße in den Übergangsjahreszeiten sind in den USA keine Seltenheit, jedoch erreichen sie selten diese Ausmaße.

Kaltluftvorstoß Quelle: GFS/NOAA, UBIMET

Während die Mais- und Sojaernte praktisch noch ausständig ist, wurden die Menschen dort mit tiefwinterlichen Bedingungen konfrontiert. Der erste Schnee dieser Saison wird wohl vielen in Erinnerung bleiben, denn Blizzards mit Sturmböen und vielerorts mehr als ein halber Meter Schnee gibt es nicht alle Tage.

Eine Kaltfront enormer Ausmaße zog praktisch über den halben Kontinent hinweg, von den Rocky Mountains und den Südwesten bis weit in den Mittleren Westen der USA. So stürzte z. B. mir der Kaltfront die Temperatur in Denver binnen 24 Stunden um 30 Grad, von spätsommerlichen 24 auf tiefwinterliche -7 Grad Celsius, Verkehrschaos inklusive! Das war für Denver der bisher größte Temperatursturz im Oktober je beobachtet.

Besonders hart hat es die Bundesstaaten im Norden getroffen, vor allem North Dakota.

Die Kombination aus stürmischem Wind, nassem Schnee und meist noch belaubten Bäumen führt zu vielen abgebrochenen Ästen und in weiterer Folge, da die meisten Stromleitungen in den USA oberirdisch verlaufen, zu Stromausfällen.

Tief ROCCO bringt spätsommerliche Temperaturen und lokale Gewitter

Unwetter

Mitteleuropa liegt am Samstag im Einflussbereich einer westlichen bis südwestlichen Höhenströmung und am Rande von Hoch LISBETH gibt es in der Mitte und im Süden Deutschlands verbreitet sonnige und milde Wetterbedingungen. Von Litauen quer über Norddeutschland bis zum Nordatlantik erstreckt sich hingegen eine Luftmassengrenze, welche für viele Wolken und etwas Regen sorgt.

Tief ROCCO

Im Bereich der Luftmassengrenze über den Nordatlantik entwickelt sich in den kommenden Stunden ein Randtief, welches am Sonntag unter Verstärkung über England hinwegzieht. Deutschland gerät dabei in den Warmsektor des Tiefs und aus Frankreich gelangen warme und teils labil geschichtete Luftmassen ins Land.

Tief Rocco am Sonntagnachmittag
Tief Rocco am Sonntagnachmittag. © UBIMET / NCEP

Örtlich Gewitter

Bereits am Samstagabend nimmt die Schauer- und Gewitterneigung in einem Streifen von Rheinland-Pfalz und dem Saarland bis zum Thüringer Wald zu. Am Sonntag ziehen im Westen und Norden bereits in der ersten Tageshälfte lokale Schauer und Gewitter durch, am Abend ab etwa 20 Uhr sind im äußersten Westen und Nordwesten dann mit Durchzug der Kaltfront weitere Schauer und Gewitter in Sicht. Im Sommer würde solch eine Wetterlage typischerweise für eine erhöhte Unwettergefahr sorgen. Die potentiell verfügbare Energie für Konvektion ist mittlerweile zwar nur noch gering, dies wird allerdings durch die starke Windscherung teilweise kompensiert. Somit kann es örtlich durchaus zu Platzregen und Sturmböen kommen!

Niederschlagsprognose bis Sonntagnacht.von RACE. © UBIMET
Niederschlagsprognose bis Sonntagnacht von RACE. © UBIMET

Spätsommerlich warm

Im Süden und Südosten bleibt es im Einflussbereich von teils föhnigem Süd- bis Südwestwind hingegen trocken und bei viel Sonnenschein wird es spätsommerlich warm. Die Temperaturen steigen in Baden-Württemberg auf bis zu 27 Grad, aber auch in Franken und in Teilen Ostdeutschlands gibt es Höchstwerte um 25 Grad.

Höchstwerte am 13. Oktober
Prognose der Höchstwerte am 13. Oktober von ICON. © DWD / UBIMET

Die Kaltfront von Tief ROCCO erfasst Montagnacht nur den Westen und Nordwesten Deutschlands, da sie mit Ankunft eines weiteren Randtiefs rasch wieder am warmaktiv wird. Somit bleiben die Höchstwerte auch am Montag und Dienstag im Südwesten sowie im Osten des Landes im Bereich der 25-Grad-Marke.

Titelbild © AdobeStock

51. Barcolana im Golf von Triest

Jährlich am zweiten Sonntag im Oktober findet in Triest die Barcolana statt. Es handelt sich um die größte Segelregatta weltweit: Zum 50-jährigen Jubiläum wurde im Jahr 2018 mit 2.689 Teilnehmerbooten sogar ein neuer Rekord aufgestellt und die Barcolana wurde im „Guinness Buch der Rekorde“ als größte Segelregatta der Welt aufgenommen. Die Teilnehmer werden je nach Bootsgröße in unterschiedliche Kategorien aufgeteilt, sowohl Profis als auch Hobby-Segler starten allerdings gleichzeitig. Erstmals fand der Wettbewerb im Jahr 1969 statt.

Segelboote
Barcolana in Triest. © Adobe Stock

Hochnebel und kaum Wind

Zur Barcolana präsentiert sich das Wetter heuer von seiner grauen Seite. Von Beginn an halten sich hochnebelartige Wolken über dem Golf, im Laufe des Tages lockern diese aber etwas auf und zumindest zeitweise zeigt sich bei diesigen Verhältnissen die Sonne. Problematischer für die Teilnehmer präsentiert sich allerdings der kaum vorhandene Wind: In den Morgenstunden weht noch ein leiser Zug aus östlicher Richtung, zum Start der Regatta zeichnen sich beinahe windstille Bedingungen ab (1-3 kt). Im Tagesverlauf ist dann mit einem Hauch an westlichem Wind zu rechnen. Die Temperaturen steigen von 16 Grad in der Früh auf rund 21 Grad am Nachmittag an.

Kein Wind am Sonntagvormittag
Am Sonntagvormittag herrscht nahezu Windstille im Golf von Triest. © ECMWF / DWD

Bora

Der bekannteste Wind in Triest ist die Bora. Es handelt sich dabei um einen kalten, böigen Wind aus nordöstlicher Richtung, der je nach Wetterlage an der Adriaküste zwischen Triest, Kroatien und Montenegro auftritt. Besonders im Winter ist er meist schneidend kalt und erreicht in Böen sogar Orkanstärke. Die Barcolana hatte bereits mehrmals mit der Bora zu kämpfen, wie beispielsweise auch im Jahr 2000, als zahlreiche Teilnehmer nicht das Ziel erreichen konnten. Durchschnittlich kam es im Zeitraum von 1994 bis 2018 in 42% der Fälle zu Bora, während bei etwa jeder vierten Regatta nahezu Windstille herrschte.

Titelbild: AdobeStock

Warum gibt es Nebel im Herbst?

Nebel kommt im Herbst besonders oft vor.

In den Tälern der Alpen sowie der Mittelgebirge kommt es schon im Spätsommer und Frühherbst öfters zu Frühnebel, im Herbst beginnt die Nebelsaison dann so richtig.

Typische Verteilung von Frühnebel

Nebel am Morgen gibt es in Österreich besonders häufig entlang von Mur und Mürz sowie in den Tal- und Beckenlagen Kärntens. Die Alpentäler sind generell anfälliger für Frühnebel als das Flach- und Hügelland. In Deutschland beginnen die Tage besonders in den Tälern der Mittelgebirge oft neblig, auch vom Bodensee entlang der Donau bis nach Niederbayern gibt es oft und verbreitet Nebel. In der Schweiz erweisen sich die Alpentäler und das Mittelland als nebelanfällig.

Temperaturunterschiede

Im Spätsommer und Herbst werden die Tage kürzer und die Nächte länger. Bei windstillen Verhältnissen und klaren Nächten kühlt die Luft stark ab und sammelt sich in den Tälern. Immer öfter bildet sich dort eine Art Kaltluftsee, indem es kühler ist als auf den umliegenden Hügeln und Bergen. Hinzu kommt, dass kalte Luft weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann und somit schnell vollständig mit Wasserdampf gesättigt ist. Dadurch beginnt die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit zu kondensieren, also vom gasförmigen in den flüssigen Zustand überzugehen. Die daraus entstandenen, feinen Wassertröpfchen bezeichnen wir als Nebel.

Im Laufe des Herbstes werden Nebelfelder immer langlebiger und zäher, da die Sonne nicht mehr die nötige Energie liefert, um diese „wegzuheizen“. Die Kaltluftseen können sich dann oft von Tag zu Tag weiter ausdehnen, wodurch die Nebelwahrscheinlichkeit weiter ansteigt.

Wind und Nebel

Zur Nebelauflösung kommt es dann meist erst, wenn starker Wind die bodennahe Kaltluft „verbläst“. Häufig ist das im Zuge von Kaltfronten oder durch Föhn der Fall. Aber auch eine Wolkenschicht über dem Nebel reicht, damit sich die Nebelfelder lichten. Gerade der Wind ist auch der Grund, warum das Flachland in der Regel seltener von Nebel betroffen ist.

Zusammengefasst: Die Gründe, warum es im Spätsommer und Herbst häufiger in den Tälern nebelig ist, sind große Temperaturunterschiede zwischen bodennahen und höheren Luftschichten und das Fehlen von Wind.

Quelle Titelbild: pixabay

Taifun HAGIBIS zieht auf Japan zu

Taifun Hagibis auf dem Pazifik vor Japan

Momentan wütet der Taifun noch fernab jeglicher Zivilisation auf dem Pazifik, seine Kennzahlen sind aber durchaus beeindruckend:

  • Wellenhöhen 15-20 Meter
  • Mittlere Windgeschwindigkeiten 260 km/h
  • Spitzenböen 300 km/h
  • Durchmesser des Auges rund 50 km

Seine weitere Zugbahn führt HAGIBIS nun nordwärts, über dem knapp 30 Grad warmen Meerwasser wird er sich dabei kaum abschwächen. Somit rückt ab Samstag (Ortszeit) die japanische Hauptinsel Honshū in den Fokus des Wirbelsturms.

Taifun HAGIBIS
Taifun HAGIBIS

Auf der folgenden Animation kann man wunderschön das typische Auge des Taifuns erkennen:

Voraussichtlich am Samstagnachmittag (Lokalzeit) trifft der Taifun dann zwischen Nagoya und Tokio als Taifun der Kategorie 3 (von 5) auf Land. Neben Orkanböen von bis zu 180 km/h an der Küste werden vor allem die immensen Regenmengen zu Beeinträchtigungen im öffentlichen Leben führen.

Hier seht ihr die prognostizierten Niederschlagsmengen des europäischen Wettermodells: Verbreitet dürften um die 200 Liter Regen pro Quadratmeter zusammenkommen, in etwas hügeligerem Gelände sind aber auch 300 bis 500 l/m² denkbar!

Immense Regenmengen kommen in Japan zusammen.
Immense Regenmengen kommen in Japan zusammen.

Formel 1 und Rugby betroffen

An diesem Wochenende findet das F1-Rennen in Suzuka statt, der Taifun dürfte das Rennprogramm gehörig durcheinanderwirbeln. Während die Trainings am Freitag wohl noch wie geplant stattfinden können, fällt das Programm am Samstag dem Taifun zum Opfer.

Der Taifun dürfte am Samstag knapp östlich von Suzuka auf Land treffen und massiven Regen an der Rennstrecke bringen. Bis Sonntag ist der Taifun aber schon nach Nordosten abgezogen und somit werden wohl, wie vor 5 Jahren bei Taifun PHANFONE, Qualifying und Rennen am Sonntag stattfinden.

Auch die Rugby-WM findet als zweites sportliches Großereignis derzeit in Japan statt, sie wird am Samstag ebenso vom Taifun betroffen sein. So wurden bereits die für diesen Tag angesetzten Partien Neuseeland-Italien und England-Frankreich abgesagt und vorab mit 0:0 gewertet.

 

Quelle Titelbild: Japan Meteorological Agency (JMA)

Der Goldene Oktober kommt

Goldene Oktober

Der Ausdruck „Goldener Oktober“ hat im deutschsprachigen Raum eine sehr lange Tradition. Er wurde nachweislich bereits vor mehreren hundert Jahren verwendet, wobei das exakte Datum des Aufkommens allerdings nicht gesichert ist.

Faktor Vegetation

Die Bezeichnung bezieht sich auf die in den Herbstmonaten einsetzende Blattverfärbung der Laubwälder. Diese ist nicht auf den Oktober beschränkt, sondern beginnt eher fließend allmählich im Spätsommer und endet im Laufe des Spätherbstes bzw. zu Winterbeginn. Im Oktober ist die Verfärbung aber häufig am Höhepunkt. So kommt es auch, dass im Herbst mit der abnehmenden Sonnenstrahlung die Photosynthese nachlässt. Um den dazu benötigten, wichtigen grünen Farbstoff Chlorophyll über den Winter nicht zu verlieren, wird dieser den Blättern entzogen und andere Farbstoffe werden sichtbar. Bei Lärchen und Birken etwa kommt es durch Karotin zu einer gelb bis goldgelben Färbung, bei Eiche und Ahorn hingegen sorgt der Stoffe Anthocyan für einen deutlich rote Farbe, während Buchen und Eichen aufgrund von Gerbstoffen eher ins Bräunliche gehen.

Faktor Sonne

Die Färbung der Blätter wird durch die verstärkte Streuung des Sonnenlichts in dieser Jahreszeit zusätzlich hervorgehoben, insbesondere bei tiefstehender Sonne. Denn dann überwiegt die gelb-rötliche Strahlung, welche die Blattverfärbung noch besser und intensiver zur Geltung bringt. Oftmals geht der Farbton sogar ins Goldene. Diese wunderbare Verfärbung kann man ab Freitag dank eines mächtigen Hochs beinahe überall genießen.

Titelbild: Adobe Stock

Supertaifun HAGIBIS bedroht Japan

Taifun HAGIBIS hat sich in den vergangenen Tagen in unglaublicher Schnelligkeit über dem Pazifik von einem tropischen Tief in einen Taifun der höchsten Kategorie 5 entwickelt.

Solch starke Stürme die Windböen über 250 km/h produzieren werden allgemein als Supertaifune bezeichnet.

Zugbahn Richtung Japan

Derzeit befindet sich der Sturm noch mitten auf dem Pazifik, steuert nun aber nach Nordnordwest und erreicht am Samstag die japanische Hauptinsel Honshu. Nach derzeitigen Berechnungen trifft er leicht abgeschwächt als Wirbelsturm der dritten Kategorie knapp westlich der Hauptstadt Tokio auf Land.

Zugbahn von Taifun Hagibis

Dabei sind an der Küste immer noch Windgeschwindigkeiten von 180 km/h zu erwarten, meterhohe Wellen und dazu hat HAGIBIS reichlich Regen im Gepäck. Verbreitet fallen in 24 Stunden 200 bis 300 l/m², in den gebirgigen Regionen der Insel sind stellenweise auch bis zu 500 l/m² zu erwarten. Überschwemmungen und Sturmschäden werden das öffentlich Leben am Wochenende massiv beeinträchtigen!

F1-Programm in Suzuka beeinträchtigt

An diesem Wochenende findet das F1-Rennen in Suzuka statt und Taifun HAGIBIS dürfte das Rennprogramm gehörig durcheinander wirbeln. Während die Trainings am Freitag wohl noch wie geplant stattfinden können, fällt das Programm am Samstag dem Taifun zum Opfer.

24 h Niederschlagsumme bis Samstagabend MESZ

Der Taifun dürfte am Samstag knapp östlich von Suzuka auf Land treffen und massiven Regen an der Rennstrecke bringen. Bis Sonntag ist der Taifun aber schon nach Nordosten abgezogen und somit wird wohl, wie vor 5 Jahren bei Taifun PHANFONE, Qualifying und Rennen am Sonntag stattfinden.

Auch die Rugby-WM in Japan dürfte durch den Taifun Spiele verschoben werden. So trifft am Samstag in Yokohama England auf Frankreich und zum Spielbeginn dürfte der Wirbelsturm direkt darüber liegen. Eine Verschiebung des Spiels ist somit sehr wahrscheinlich.

Titelbild: https://himawari8.nict.go.jp/

 

Oktober bisher kühl und in den Nordalpen nass

Die ersten Oktobertage standen meist im Zeichen von Tiefdruckgebieten, die für kühles und nasses Wetter sorgten. Somit ist es wenig verwunderlich, dass der Oktober bisher landesweit und 2 Grad zu kühl verlief. Besonders unterkühlt war es bisher auf den Bergen, eine Spur zu mild verlief der Oktober bisher nur im äußersten Südosten.

Bisherige Temperaturabweichung im Oktober im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt.

Teilweise schon Monatsniederschlag erreicht

Die ersten Oktobertage verliefen nicht nur zu kühl, sondern auch recht nass. Nur im Süden war es bisher etwas zu trocken. Deutlich zu viel Regen fiel in Vorarlberg, im Tiroler Außerfern, im Großraum Salzburg sowie durch Gewitter im Südburgenland.

Niederschlagsabweichung zum Klimamittel

In diesen Regionen wurde das Monatssoll an Regen schon erreicht bzw. übertroffen. Auch am Mittwoch kommen im Norden noch einige Liter pro Quadratmeter an Regen hinzu.

Am Freitag kommt perfektes Herbstwetter

Bis freitag bleibt es noch wechselhaft, aber schon recht mild. Am freitag setzt sich dann ein mächtiges Hoch durch und aus Südwesten kommt nochmals sehr milde Luft in den Alpenraum. Somit überwiegt dann der Sonnenschein und die Höchstwerte liegen verbreitet zwischen 20 und 25 Grad. In der kommenden Woche geht es wohl mild weiter, allerdings könnte dann der Hochnebel allmählich zäher werden.

Titelbild: Adobe Stock

Bis Freitag unbeständiges Westwetter

Die Warm- und Kaltfront von Tief PETER überqueren am Dienstag den Großteil des Landes und leiten eine unbeständige und windige Wetterphase ein. Dabei kommt die Kaltfront am Nachmittag nur mehr langsam nach Süden voran und sorgt vom Saarland bis nach Franken und Sachsen für ergiebigen Regen.

Regensumme am Dienstag @UBIMET

Windiges und unbeständiges Westwetter

Am Mittwoch liegt die Kaltfront dann über dem äußersten Süden und bringt hier anhaltenden und kräftigen Regen.

Regensumme am Mittwoch @UBIMET

Im übrigen Land ziehen mit frischen bis kräftigen Südwestwind einige Schauer und im Nordwesten mitunter auch kurze Gewitter durch.

Frontekarte am Mittwoch

Im Einflussbereich von Tief PETER bleibt es auch am Donnerstag wechselhaft und der Wind legt noch ein wenig an Stärke zu. Vor allem in der Mitte und im Süden gibt es stellenweise Sturmböen. Dazu ziehen neuerlich zahlreiche Schauer und einzelne Gewitter durch.

Am Wochenende kommt der Goldene Oktober

Am Freitag nimmt dann von Südwesten der Hochdruckeinfluss zu und das Wetter beruhigt sich allmählich, am Wochenende setzt sich dann vielerorts sonniges und angenehm warmes Herbstwetter durch. Etwaige Frühnebelfelder lösen sich meist rasch auf und tagsüber steigen die Temperaturen auf 20 bis 25 Grad. Nur im äußersten Norden hält der Tiefdruckeinfluss an, hier bleibt es unbeständig und windig.

Titelbild: Adobe Stock

Kleiner Gruß vom Winter

Aus Norden eingeflossene Kaltluft in Verbindung mit einem Tief über Italien haben am Montag in der Früh die Schneefallgrenze am Alpenostrand und im Waldviertel auf knapp unter 1000 m gedrückt. So waren etwa die Wiesen am Jauerling, auf der Hohen Wand oder am Semmering angezuckert.

Bärnkopf im Waldviertel auf 970 m
Skilift Jauerling auf 960 m
Hohe Wand -zur Kleine Kanzel auf 1090 m

Im Waldviertel ist es bereits trocken und auch im Semmeringgebiet klingt der Niederschlag im Laufe des Vormittags ab. Deutlich mehr Neuschnee gab es im Westen des Landes, hier lag die Schneefallgrenze aber deutlich höher bei rund 2000 m.

Neuschneemengen seit Mitternacht

Dem Osten steht eine kalte Nacht bevor

In den Nordosten von Österreich fließt am Montag trockene und für die Jahreszeit recht kalte Luft ein. Dadurch lösen sich die Wolken auf und in der kommenden Nacht bleibt es vom Waldviertel über Wien bis ins Burgenland und die Oststeiermark weitgehend klar und auch windstill. Ideale Voraussetzungen für eine kalten Morgen.

Lufttemperatur am Dienstagmorgen @ UBIMET

Somit muss man sich in diesen Regionen verbreitet auf Bodenfrost einstellen, aber auch Luftfrost ist z.B. im Kamptal, im nördlichem Weinviertel, im Steinfeld und generell in Senke zu erwarten. Auch am Wiener Stadtrand etwa in Unterlaa oder Mariabrunn werden die Temperaturen um den Gefrierpunkt liegen. Deutlich milder verläuft der Morgen im Westen und Süden, hier ist die Luftmasse milder und auch Wolken schützen vor starkem Auskühlen.

Restliche Woche deutlich milder

Dienstagmorgen ist dann aber der Tiefpunkt für diese Woche erreicht. Bereits tagsüber setzt sich mit einer Warmfront deutlich milderes Wetter durch, das uns die ganze Woche über bleibt. Dabei bleibt es bis Freitag noch unbeständig anschließend scheint dich der Goldene Oktober mit Höchstwerte zwischen 20 und 25 Grad einzustellen.

Fallstreaks – Löcher am Himmel

Quelle: Wikipedia. https://de.wikipedia.org/wiki/Hole-Punch_Cloud#/media/Datei:HolePunchCloud.jpg

Die „Fallstreaks“ (auch „Hole-Punch-Wolke“ genannt) wird seit dem Jahr 2017 von der WMO als eigenständige Sonderklasse unter dem Namen cavum (lat. Höhle, Loch) geführt und tritt meist in Cirrus- oder Altostratuswolken auf. Das räumliche und zeitliche Auftreten dieser Wolkenlöcher ist noch nicht gänzlich geklärt, allerdings sind die Mechanismen bekannt:
In der Wolkendecke befinden sich viele kleine, unterkühlte Wassertröpfchen, also Wasser in flüssiger Form bei Temperaturen weit unter der 0-Grad-Grenze. Fallen nun Eiskristalle aus höheren Luftschichten in die unterkühlte Wolke, frieren die Wassertröpfchen rasch an den Eiskristallen an. Es folgt eine Kettenreaktion an unzähligen dieser Kristalle, meist kreisförmig vom Anfangspunkt weggerichtet. In Summe beobachtet man eine Art Wolke, die aus dem entstandenen Loch herausfällt. (Ein vergleichbares, aber weitaus häufigeres Phänomen sind Fallstreifen – Virga.)

Altocumulus cavum über der Südschweiz 2012. Quelle: Wikipedia
Altocumulus cavum über der Südschweiz 2012. Quelle: Wikipedia

Woher kommen die Eiskristalle?

Es wird angenommen, dass die Eiskristalle meist aus Kondensationsstreifen stammen, aber auch, dass die Druckunterschiede an Flugzeugpropellern oder den Tragflächen zur Entstehung der Eisteilchen führen können. Fliegt ein Flugzeug durch oder oberhalb dieser Wolkenschicht entlang, entsteht eine langgezogene, ausfallende Wolke.

 

 

Ebenjener Effekt tritt auch beispielsweise bei Start und Landung in sehr feuchter Umgebungsluft hinter den Tragflächen eines Flugzeugs auf, allerdings ist hier die Luft deutlich wärmer – die Wolke verdunstet gleich wieder:

 

 

Weiterführende Links:

 

Quelle Titelbild: wikipedia.org

Wechselhafte Wetterwoche, ab Freitag Goldener Oktober

Lediglich in Teilen Osttirols und Kärntens blieb es am Samstag trocken, sonst war es ein launischer Herbsttag wie er im Buche steht. Von Vorarlberg bis Niederösterreich regnete es anhaltend und kräftig, Schauer und gar einzelne Gewitter zogen mit kräftigem Wind im Nordosten durch. 43 l/m² wurden in Summe in Kössen gemessen, 42 l/m² waren es in Warth am Arlberg, mit Sturmböen von bis zu 83 km/h wehte der Wind in Wien.

Niederschlagssumme Österreich vom 05.10.2019 @ UBIMET
Niederschlagssumme Österreich vom 05.10.2019 @ UBIMET

Schnee teils bis 1000 m

Zwar ist der Wind nun erstmal kein Thema mehr, mit der aufziehenden Warmfront des nächsten Tiefs ist ab Sonntagnachmittag im Westen jedoch wieder mit anhaltendem Regen zu rechnen. Am Montag regnet es am Vormittag noch von Vorarlberg bis ins Mostviertel verbreitet, Schnee fällt von Ost nach West bereits oberhalb von 1000 bis 1800 m. Sonst überwiegen zunächst ebenfalls die Wolken. Am Nachmittag klingt der Regen mit Ausnahme vom Salzkammergut weitgehend ab und abseits des Berglands scheint zumindest ab und zu noch die Sonne. Die Temperaturen kommen nicht über 7 bis 15 Grad hinaus.

Der Dienstag beginnt im Nordosten nach einer meist klaren Nacht ausgesprochen kalt. Häufig liegen die Tiefstwerte am Morgen zwischen 0 und +5 Grad, lokal kann es im östlichen Flachland erstmals in diesem Herbst leichten Frost geben. Der Tag selber verläuft hier häufig sonnig, aber auch von Tirol bis in die Obersteiermark scheint die Sonne zumindest zeitweise. In Vorarlberg und ganz im Norden zieht es ab Mittag wieder zu und am Abend kann es hier vereinzelt etwas regnen. Im Tagesverlauf kommt lebhafter, im Bergland nördlich des Alpenhauptkamms föhniger Südwind auf. Die Temperaturen steigen auf 13 bis 20 Grad.

Webcam Körbersee @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/koerbersee/
Webcam Körbersee @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/koerbersee/

Verbreitet Regen am Mittwoch

Am Mittwoch überwiegen die Wolken, nur im Südosten scheint anfangs noch die Sonne. Zunächst regnet es durch einen Tiefausläufer besonders an der Alpennordseite häufig, am Nachmittag gehen dann auch im Süden und Osten kräftige Regenschauer nieder. Am Abend frischt im Donauraum und im Nordosten lebhafter Westwind auf. Von Nordwest nach Südost werden 9 bis 20 Grad erreicht.

Am Donnerstag halten sich an der Alpennordseite einige Wolken und bringen ab und zu etwas Regen. Von Osttirol bis ins Burgenland scheint zumindest zeitweise die Sonne und es bleibt meist trocken. Es weht mäßiger, am Bodensee und im Donauraum auch lebhafter bis kräftiger Wind aus West bis Südwest. Die Höchstwerte liegen zwischen 10 und 18 Grad.

@ https://stock.adobe.com
@ https://stock.adobe.com

Goldener Oktober in Sicht

Nachfolgend deuten die Wettermodelle auf eine beständige und ruhige Wetterphase hin. Auf der Vorderseite tiefen Luftdrucks über dem Ostatlantik wird mit einer südlichen Strömung zudem wieder milde Luft herangeführt. Nach aktuellem Stand sind am Wochenende wieder 20 bis 25 Grad zu erwarten, reichlich Sonnenschein begleitet uns schließlich bis in die folgende Woche.

Titelbild @ https://stock.adobe.com

Wieder Taifungefahr für Formel 1 in Japan

Maximale Böen über 6 Stunden am Sonntagmittag Ortszeit @ ECMWF, UBIMET

Update 06.10.2019

Die großen Globalmodelle sind sich weiterhin überraschend einig, was bei tropischen Systemen mehrere Tage im Voraus selten vorkommt. Alle sehen den Taifun am kommenden Wochenende im Umfeld von Japan. Einen Einfluss auf die F1 wird er mit erhöhter Wahrscheinlichkeit haben, für Details ist es jedoch noch zu früh.

Inzwischen ist aus der tropischen Depression übrigens ein tropischer Sturm geworden, die zuständige Behörde hat ihn auf den Namen HAGIBIS getauft. Nachfolgend ein aktuelles Satellitenbild und die vom JTWC berechnete Zugbahn:

Satellitenbild des tropischen Sturms HAGIBIS von Sonntag @ JTWC
Satellitenbild des tropischen Sturms HAGIBIS von Sonntag @ JTWC
Prognostizierte Entwicklung und Zugbahn @ JTWC, https://www.metoc.navy.mil/jtwc
Prognostizierte Entwicklung und Zugbahn @ JTWC, https://www.metoc.navy.mil/jtwc

 

Artikel vom 05.10.2019

20W – so der aktuelle Name einer tropischen Depression, welche sich gerade mitten auf dem offenen Pazifik formiert, weit entfernt von jeglicher Zivilisation. Doch dieser weiße Wolkenbatzen am Satellitenbild hat es in sich. Das Joint Typhoon Warning Center rechnet mit einer rapiden Intensivierung innerhalb der nächsten Stunden und weist auf die Möglichkeit hin, dass sich daraus innerhalb von 5 Tagen ein Supertaifun entwickeln könnte. Dies entspricht der höchsten Hurrikankategorie 5.

Prognostizierte Entwicklung und Zugbahn @ JTWC, https://www.metoc.navy.mil/jtwc
Prognostizierte Entwicklung und Zugbahn @ JTWC, https://www.metoc.navy.mil/jtwc

 

Und in der Tat stützen dies die globalen Wettermodelle GFS und ECMWF, beide sind sich bzgl. der Entwicklung, der Zugbahn und des Timings relativ einig. Gerade bei noch nicht entstanden Stürmen ist dies selten. Demnach verlagert sich der zukünftige Taifun, dessen Name wohl bald folgen wird,  zunächst langsam nach Westen Richtung Guam, um dann Ende der Woche allmählich Richtung Japan nach Norden einzuschwenken.

Ensemble der möglichen Zugbahnen gemäß dem GFS-Modell @ tropicaltidbits.com
Ensemble der möglichen Zugbahnen gemäß dem GFS-Modell @ tropicaltidbits.com

Die Rahmenbedingungen wie Wassertemperaturen oder Strömungsbedingungen sind sehr gut und so soll sich dieser unscheinbare Wolkenbatzen rasch zu einem Taifun intensivieren. Entsprechend aktueller Prognosen sollte der Taifun im Laufe des Wochenendes die ersten südlichen Inseln Japans erreichen, das Sturmfeld würde für das Formel 1-Event noch keine Rolle spielen. Vorlaufende Regenbänder würden jedoch auch am Samstag und Sonntag schon die Hauptinsel treffen.

Noch einmal: Es ist nur ein erster Hinweis auf eine mögliche bedrohliche Entwicklung, sie kann sich noch ändern. Doch nicht erst seit dem Taifun ‚Phanfone‘ 2014 dürfte man im Umfeld der Formel 1 auf derartige Entwicklungen ein gutes Auge haben.

 

Titelbild: Maximale Böen über 6 Stunden am Sonntagmittag Ortszeit, Stand: 06.10.2019 @ ECMWF, UBIMET

Wiesnwetter 2019

Zum Oktoberfestfinale am Sonntag heißt es besonders nachmittags wieder: Hinein in die Zelte.l

Derzeit ist München wieder gut besucht von internationalen Gästen der heurigen Wiesn. Viele kommen in Tracht, stylisch soll sie sein, aber auch traditionell. Wir sagen euch, was passend zum Wetter in diesen Tagen die vernünftigste Kombination aus Dirndl mit Strickjacke oder Hirschlederne mit Joppn ist.

Aktuelle Infos zur Wiesn, Übersichtspläne, Termine und Sonstiges gibts auf 00der offiziellen Oktoberfest-Hompage, wie auch Livebilder verschiedener Wiesnbereiche.
Zusätzliche Infos gibt’s auf der Homepage der Stadt München selbst.

Das aktuelle Wetter

Spätestens nach dem Wochenende sollte auch dem letzten Wiesngast die nüchterne Erkenntnis ereilen, dass nun endgültig der Herbst Einzug gehalten hat – Rasche Wetterwechsel begleiten uns auch in die neue Arbeitswoche.

Aussichten

Nach einem durchwachsenen Vormittag gehen der Samstagnachmittag und -abend beschaulich und trocken zu Ende. Auch in der Nacht auf Sonntag bleibt es regenfrei und die Wolken geben immer mehr vom Nachthimmel preis. Wer für den Abend noch einen Tisch in einem der Wiesnzelte ergattern konnte, sollte auf alle Fälle warme Kleidung mitbringen, denn der nächtliche Heimweg wird bei rund 3 Grad richtiggehend frostig!

Freundlich und trocken startet der Sonntag, aber noch am Vormittag zieht es wieder zu und im Laufe des Nachmittags setzt leichter Regen ein. Mit bis zu 12 Grad bleibt es zudem der Jahreszeit entsprechend kühl. In der Nacht auf Montag regnet es dann auch zeitweise kräftig.

Weiterer Ausblick

Dicht bewölkt und nass geht es in die neue Arbeitswoche, die Sonne macht sich am Montag rar, aber immerhin spielt der Wind keine Rolle. Die Höchstwerte bleiben mit rund 11 Grad nahezu unverändert.

Etwas sonniger als der Vortag präsentiert sich der Dienstag. Den Regenschirm sollte man aber auch dann dabei haben, wenn besonders am Nachmittag immer wieder kurze Regenschauer herunterprasseln. Dazu weht allenfalls mäßiger Südwestwind und die Temperaturen schaffen es wieder auf 15 bis 17 Grad.

 

Das wetter.tv-Team wünscht allen Besuchern ein letztes, friedliches und schönes Wies’n-Wochenende!

 

Titelbild: pixabay.com

Kräftige Gewitter in Griechenland

Bereits am Dienstag hatte sich ein Tief über Frankreich abgelöst und eine turbulente Wetterphase im Mittelmeerraum eingeleitet. Am Donnerstag erreichten die Gewitter auch Griechenland, die Hauptstadt Athen wurde von einem wahren Monster getroffen. Nachfolgende Bilder erinnern an den Film Independence Day:

Am Freitag kam das Tief schließlich weiter nach Osten voran, so wurden auch viele der Urlaubsinseln in der Ägäis getroffen. Nur die südlichen Inseln wie Santorini oder Kreta wurden verschont. Gerade auf Kreta wurde es dafür außergewöhnlich heiß, zumindest auf der Nordseite. Föhniger Südwind brachte das Thermometer nahe Chania bis auf 37,6 Grad.

Dieser Strand auf der Insel Kefalonia wurde durch Tonnen von Schlamm leider ziemlich in Mitleidenschaft gezogen:

Grundsätzlich ist der Herbst die Jahreszeit, zu welcher es im Mittelmeerraum am häufigsten zu Gewittern kommt. Hierzu wurde vor kurzem bereits ein ausführlicher Artikel geschrieben. Als Auszug daraus folgende Karte, welche den Monat mit dem höchsten Tornadopotential zeigt:

Im Mittelmeer gibt es im Herbst die meisten Tagen mit Tornados
Der Monat mit den meisten Tagen mit Tornados

 

Titelbild: Blitzverteilung am Donnerstag, den 04. Oktober 2019 @ nowcast, UBIMET

Nasser und windiger Samstag durch Ex-Hurrikan LORENZO

Regnerischer Herbsttag

Der ehemalige Hurrikan LORENZO zog in den vergangenen Tagen von den Azoren nach Irland und erreicht Freitagnacht den Norden von Deutschland.

Zugbahn von Lorenzo

Dabei hat sich Lorenzo in ein gewöhnliches, außertropisches Tief umgewandelt und besitzt Kalt- und Warmfront. Die Warmfront sorgt bereits in Vorarlberg für leichten Regen, am Samstag erreicht die Kaltfront die Nordalpen. Vom Bregenzerwald bis zur Eisenwurzen regnet es den ganzen Tag hindurch anhaltend und so kommen doch größere Regenmengen von bis zu 50 l/m² zusammen.

24-stündige Regenmengen bis Samstagabend

Windiger Samstag

Da LORENZO nur knapp nördlich an Österreich über Tschechien nach Osten zieht, nimmt auch der Wind am Samstag merklich zu. Vor allem im Donauraum, in der Obersteiermark, im Wiener Becken sowie in den Nordföhntälern frischt am Nachmittag und Abend lebhafter bis kräftiger West- bis Nordwestwind auf. Stellenweise kann es auch zu stürmischen Böen kommen. In der Nacht auf Sonntag fließt dann hinter dem Tief von Norden her kalte Luft in den Ostalpenraum, sodass im Mariazellerland die Schneefallgrenze gegen 1000 m sinkt. Allerdings gibt es dann nur mehr wenige Schauer.

Nächstes Tief folgt zugleich

Am Sonntag stellt sich nur eine kurze Zwischenbesserung ein. Vor allem am Vormittag scheint zeitweise die Sonne, allerdings kommen dann aus Westen neuerlich Wolken eines Tiefs über dem Ärmelkanal auf. Gegen Abend setzt dann von Vorarlberg bis ins Innviertel neuerlich Regen ein. In der Folgenacht regnet es dann im Bergland verbreitet, dabei sinkt die Schneefallgrenze von Ost nach West auf 1.000 bis 1.800 m.

Titelbild: Adobe Stock

Zivilschutz-Probealarm am 5. Oktober

Sirene

Der jährliche Zivilschutz-Probealarm soll nicht nur als Funktionstest der Sirenen dienen, sondern auch der Bevölkerung die Bedeutung der Signale in Erinnerung rufen. Am Samstag werden somit mehr als 8.000 Sirenen in ganz Österreich heulen. Mit diesen soll nämlich im Katastophenfall die Bevölkerung gewarnt und alarmiert werden.

Sirenensignale

    • Sirenenprobe: 15 Sekunden
    • Warnung: 3 Minuten gleichbleibender Dauerton: Herannahende Gefahr!
    • Alarm: 1 Minute auf- und abschwellender Heulton: Gefahr!
    • Entwarnung: 1 Minute gleichbleibender Dauerton: Ende der Gefahr
Die Bedeutung der Sirenensignale
Die Bedeutung der Sirenensignale. © zivilschutzverband.at

Weitere Infos dazu gibt es hier: zivilschutzverband.at

Titelbild © Adobe Stock

Ex-Hurrikan Lorenzo zieht über Deutschland hinweg

Lorenzo bringt Hundewetter

Der Ex-Hurrikan Lorenzo hat, wie berichtet, bereits einen langen Weg hinter sich. So zog er von den Kapverdischen Inseln nordwärts zu den Azoren und liegt nun umgewandelt in ein außertropisches Tiefdruckgebiet über Irland. Am Freitag zieht das Tief unter weiterer Abschwächung weiter nach Mitteleuropa und liegt zu Mitternacht über dem südlichen Niedersachsen. Dabei trennt Lorenzo kalte Luft über Skandinavien von milder Atlantikluft im Südwesten.

Zugbahn von Lorenzo @UBIMET

Am Samstag zieht das Tief rasch nach Osten weiter und liegt 24 Stunden später bereits über Ostungarn. Mit Lorenzo muss man sich verbreitet auf frischen bis kräftigen Wind einstellen, Sturmböen treten aber keine mehr auf.

Reichlich Regen mit Lorenzo

Dafür bringt Lorenzo flächendeckend Regen nach Deutschland. Vor allem nahe des Tiefkerns regnet es vorübergehend auch kräftig. So muss vor allem vom südlichen Niedersachsen über den Harz und Sachsen-Anhalt bis am Samstag in Sachsen mit 20 bis 35 l/m² gerechnet werden.

24-stündigen Regenmengen bis Samstagmittag @UBIMET

Ebenfalls sehr nass wird es direkt am Alpenrand sowie in den Staulagen von Schwarzwald und Bayerischen Wald.

Nächstes Tief folgt zugleich

Nach Abzug von Lorenzo stellt sich in der Nacht auf Sonntag vorübergehen überall trockenes Wetter ein. Allerdings nicht lange, denn bereits in der Früh setzt im Westen erneut Regen eines weiteren Tiefs über dem Ärmelkanal ein. Tagsüber regnet es dann von Westfalen über die Pfalz bis nach Schwaben ohne längere Unterbrechung. Im Norden und Osten bleibt es hingegen in der eingeflossenen Kaltluft trocken.

Titelbild: Adobe Stock

Ex-Hurrikan Lorenzo erreicht am Freitag Deutschland

Lorenzo nimmt Kurs auf Deutschland

Hurrikan Lorenzo ist in den frühen Morgenstunden am Mittwoch mit Orkanböen über die westlichen Azoren gezogen. An den wenigen vorhanden Wetterstationen  wurden Orkanböen gemessen:

  • 144 km/h Horta
  • 141 km/h Flores
  • 115 km/h Angra Do Heroismo

An exponierten Stellen von Flores gab es allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit sogar noch höhere Windspitzen.

Extratropical Transition

Lorenzo war der stärkste Hurrikan, der je so weit im Nordosten des Atlantiks beobachtet wurde, so erreichte er in der Nacht auf den 29. September vorübergehend sogar die höchste Kategorie 5 mit mittleren Windgeschwindigkeiten von 260 km/h. Am Mittwochmorgen hat er als Katerogie-1-Hurrikan die Azoren überquert und zieht derzeit weiter nordostwärts. Hier trifft er auf immer niedrigere Wassertemperaturen und gerät in den Einflussbereich des Jetstreams. Dadurch wandelt sich das einst tropische Tief allmählich in ein Sturmtief der mittleren Breiten um, welches im Gegensatz zu einem Wirbelsturm eine asymmetrische Struktur mit einer Kalt- und Warmfront aufweist. Dieser Prozess wird in der Meteorologie „Extratropical Transition“ bezeichnet.

Lorenzo trifft Irland

Die weitere Zugbahn von Lorenzo war bis Dienstag noch sehr ungewiss, so zeigten die Modellläufe sowohl einen potentiellen Kurs in Richtung Island als auch in Richtung der Britische Inseln. Mittlerweile steht aber fest, dass Lorenzo in der Nacht zum Freitag als Sturmtief auf Irland treffen wird. Vor allem an der Westküste muss man dabei mit Orkanböen um 120 km/h rechnen! Am Freitag zieht Lorenzo dann unter deutlicher Abschwächung als gewöhnliches Tiefdruckgebiet weiter nach Mitteleuropa, der Wind spielt dabei keine Rolle mehr. Für den Normalbürger präsentiert sich der ehemalige Hurrikan dann nur noch als ganz gewöhnliches Tiefdruckgebiet.

Die Prognose der Zugbahn von Ex-Hurrikan Lorenzo. © UBIMET
Die Prognose der Zugbahn von Ex-Hurrikan Lorenzo. © UBIMET

Unbeständiges Herbstwetter

Am Freitag zeigt sich im äußersten Nordosten sowie in Nieder- und Oberbayern anfangs noch die Sonne, sonst sorgt Lorenzo bereits für kompakte Wolken und von Rheinland-Pfalz bis zur Nordsee auch für Regen. Im Laufe der zweiten Tageshälfte greift der Regen auf das gesamte Land über. Die Höchstwerte liegen zwischen 9 Grad im nördlichen Mittelgebirgsraum und 17 Grad im Breisgau. Der Samstag beginnt besonders im Süden und Osten häufig nass, sonst gehen nur noch vereinzelt kurze Schauer nieder und besonders im Bereich der Nordsee kommt oft die Sonne zum Vorschein. Die Temperaturen liegen am Nachmittag zwischen 7 Grad im Vogtland und 16 Grad am Oberrhein. Am Sonntag kommt von Sachen bis Schleswig-Holstein zeitweise die Sonne zum Vorschein, sonst überwiegen die Wolken und im Südwesten setzt neuerlich Regen ein. Die Temperaturen kommen nicht über 8 bis 14 Grad hinaus.

Ex-Hurrikan Lorenzo erreicht am Wochenende Mitteleuropa

Ex-Hurrikan Lorenzo erreicht Mitteleuropa

Hurrikan Lorenzo ist am Mittwochmorgen mit Orkanböen über die westlichen Azoren gezogen, so wurden in Horta 144 km/h und in Flores 137 km/h gemessen. Dabei kam es auch zu einer Sturmflut, wie man auf ersten Videos eindrucksvoll sehen kann.


Umwandlung

Hurrikan Lorenzo sorgt seit mehreren Tagen für Schlagzeilen, so war er der stärkste Hurrikan, der je so weit im Nordosten des Atlantiks beobachtet wurde. Mittlerweile schwächt er sich auf den immer kühleren Gewässern des Nordatlantiks ab und gerät in den Einflussbereich des Jetstreams. Dadurch wandelt sich das einst tropische Tief allmählich in ein Sturmtief der mittleren Breiten um, welches im Gegensatz zu einem Wirbelsturm eine unsymmetrische Struktur mit einer Kalt- und Warmfront aufweist.

Ex-Hurrikan zieht nach Mitteleuropa

Lange war die Zugbahn von Lorenzo ungewiss, so waren sich die Modelle nicht einig, ob der ehemalige Wirbelsturm in Richtung Island oder in Richtung Britische Inseln ziehen würden. Mittlerweile steht aber fest, dass Lorenzo Donnerstagnacht als Sturmtief auf Irland treffen wird. Besonders an der Westküste der Grünen Insel muss man dabei mit Orkanböen um 120 km/h rechnen. In weiterer Folge zieht Lorenzo unter deutlicher Abschwächung als gewöhnliches Tiefdruckgebiet weiter nach Mitteleuropa, der Wind spielt dabei keine Rolle mehr. Für den Normalbürger präsentiert sich der ehemalige Hurrikan der höchsten Kategorie nur noch als ganz gewöhnliches Tiefdruckgebiet.

Die Prognose der Zugbahn von Ex-Hurrikan Lorenzo. © UBIMET
Die Prognose der Zugbahn von Ex-Hurrikan Lorenzo. © UBIMET

Unbeständiges und kühles Wochenende

Nach einem sonnigen Beginn sorgt Lorenzo am Freitag von Westen her für Wolken und in der zweiten Tageshälfte setzt von Vorarlberg bis Oberösterreich allmählich Regen ein. Nach einem frischen, örtlich sogar leicht frostigen Morgen steigen die Temperaturen auf 12 bis 18 Grad. Der Samstag verläuft dann trüb und häufig nass, vor allem in den Nordalpen regnet es zeitweise auch kräftig. Nennenswerte Auflockerungen gibt es nur im äußerten Süden und die Temperaturen kommen von Nord nach Süd nicht über 10 bis 18 Grad hinaus. Am Sonntag gibt es vorübergehend eine Wetterbesserung: Der Regen entlang der Nordalpen klingt rasch ab und besonders im Süden und Osten kommt zeitweise die Sonne zum Vorschein. Am Abend setzt im Westen aber erneut Regen ein und die Temperaturen bleiben bis auf Weiteres gedämpft.

Hurrikan LORENZO trifft auf die Azoren

Hurrikan Lorenzo auf dem Atlantik.

Momentan befindet sich der Hurrikan (Kategorie 2 von 5) rund 900 km südwestlich der Azoren. Am Mittwoch wird der Wirbelsturm dann knapp an der zu Portugal gehörenden Inselgruppe vorbeiziehen, aber auch hier noch Böen bis Tempo 200 und große Regenmengen mit sich bringen.

Die weitere Zugbahn des Hurrikans ist auch schon recht sicher. Weiter nordostwärts wird er sich über dem kälteren Wasser allmählich in ein außertropisches Tief umwandeln und am Donnerstag bzw. Freitag mit Orkanböen Irland treffen.

Hurrikan Lorenzo auf dem Weg nach Nordosten.
Hurrikan Lorenzo auf dem Weg nach Nordosten.

Auf der nächsten Karte ist die prognostizierte Wellenhöhe auf dem Atlantik dargestellt. Man sieht: Am morgigen Mittwoch werden westlich der Azoren Wellen von 10-12 m Höhe (=rot) erreicht, auch einzelne Wellen von mehr als 15 m Höhe (=dunkelrot/braun) dürften dabei sein!

Riesige Wellen am Mittwoch.
Riesige Wellen am Mittwoch.

Angesichts der hohen Windgeschwindigkeiten und der immensen Wellen machen derzeit alle Schiffe einen großen Bogen um den Hurrikan. Gut zu sehen auf der folgenden Karte:

Dass ein Hurrikan auf die Azoren trifft, kommt gar nicht mal so selten vor. Seit 1851 gab es insgesamt 14 Hurrikane bzw. Tropische Stürme, die über die Inselgruppe hinwegzogen. Der einzige Hurrikan, der Stufe 3 von 5 erreichte, war OPHELIA vor rund zwei Jahren.

Auf der folgenden Karte seht ihr alle Hurrikanzugbahnen auf dem Atlantik (seit 1851) und dem Pazifik (seit 1949). Man erkennt: Rund um die Azoren ist zwar über die Jahrzehnte nicht so viel los wie in der Karibik, ca. alle 10 Jahre verirrt sich ein Hurrikan aber auch hierhin.

Alle Hurrikanzugbahnen auf dem Atlantik seit 1851.
Alle Hurrikanzugbahnen auf dem Atlantik seit 1851.

Quelle Titelbild: NASA World View

4 mal so groß wie Wien: Eisberg in Antarktis bricht ab

Symbolbild eines Eisbergs

Der Abbruch des Eisbergs, der auf den Namen D-28 getauft wurde, fand bereits am 26. September statt. Mit einer Größe von rund 1600 km² ist der Eisberg in etwa vier mal so groß wie die Bundeshauptstadt, 50×30 km misst der Koloss. Bereits vor rund 20 Jahren entdeckten Wissenschaftler einen Riss im Amery Eisschelf (das drittgrößte Eisschelf der Antarktis) und prognostizierten den Abbruch eines großen Eisbergs zwischen 2010 und 2015. Nun mit leichter Verspätung ist es soweit.

Passiert ist das Ganze in diesem Teil der Antarktis, hier die Karte:

In der Antarktis bricht ein riesiger Eisberg ab.
In der Antarktis bricht ein riesiger Eisberg ab.

Auf folgender Animation sieht man gut den Abbruch vor wenigen Tagen:

Wie geht es nun weiter?

Es dauert Jahre, bis ein Eisberg dieser Größe abschmilzt. In näherer Zukunft dürfte der Eisberg D-28 aufgrund vorherrschender Meeresströmungen erst einmal nahe des antarktischen Kontinent treiben. Zum Meeresspiegelanstieg trägt das Abschmelzen übrigens nicht bei, da der Eisberg bereits im Wasser schwimmt (ähnlich wie ein Eiswürfel im Cocktail).

Im Vergleich zu anderen bereits beobachteten Eisbergen in der Antarktis ist D-28 aber verhältnismäßig klein. Der bislang größte dokumentierte Eisberg namens B-15 hatte im Jahr 2000 eine Größe von rund 11.000 km², was in etwa der Größe Oberösterreichs entspricht. Reste dieses riesigen Eisbergs treiben knapp 20 Jahre später noch immer im Südatlantik herum.

Klimawandel?

Mit dem Klimawandel hat das sog. Kalben dieser riesigen Eisberge übrigens kaum etwas zu tun. Dieser natürliche Vorgang ist nötig, damit die Eisplatten das Gleichgewicht auf dem Wasser halten können. Satellitendaten zeigen, dass das Amery-Eisschelf trotz alljährlicher großer Oberflächenschmelze im Sommer im Gleichgewicht mit seiner Umwelt steht.

Quelle Titelbild: pixabay

September rund 1 Grad zu warm

Der Sommer geht, der Herbst kommt.

Hitze und Frost

Mit einer österreichweiten Abweichung von knapp +1 Grad fällt der September gegenüber dem langjährigen Mittel von 1981-2010 etwas zu warm aus. Damit weist das Jahr 2019 bereits sieben überdurchschnittlich warme Monate auf, einzig der Jänner und der Mai zeigten sich kälter als das langjährige Mittel. Die Abweichungen im September sind im ganzen Land ähnlich, positive Abweichungen von etwas mehr als 1 Grad weisen vor allem Wien, Niederösterreich und das Burgenland auf.

Die Temperatur-Abweichungen in Grad vom Klimamittel.
Die Temperatur-Abweichungen in Grad vom Klimamittel.

Die höchsten Temperaturen wurden gleich am Monatsersten gemessen, Spitzenreiter ist Andau im Seewinkel mit 34,4 Grad.  Hier die Höchstwerte des Septembers pro Bundesland:

Vor allem im Osten war der 1. September sehr heiß.
Vor allem im Osten war der 1. September sehr heiß.

Keine drei Wochen später gab es dann aber auch schon den ersten Frost der Saison, am Morgen des 20. September zeigte das Thermometer im Lungau -2 Grad, leichten Frost gab es aber beispielsweise auch im Mühl- und Waldviertel sowie im Wienerwald.

Trockenes Mostviertel

Über ganz Österreich gemittelt zeigt sich der September in punkto Niederschlag sehr ausgeglichen, allerdings lohnt hier ein genauerer Blick auf die einzelnen Regionen. Deutlich mehr Regen als im Durchschnitt kam rund um den Alpenhauptkamm sowie in Kärnten zusammen, exemplarisch hierfür geht der Monat in Spittal an der Drau mit 182 Litern pro Quadratmeter statt den üblichen 96 l/m² um rund 90% zu nass zu Ende. Auf der anderen Seite der Extrema liegen die Eisenwurzen und das Mostviertel, in Weyer und Oberndorf fiel nur rund die Hälfte des mittleren Septemberniederschlags. Auch den ersten Schnee in den Tälern gab es im September schon zu bestaunen, nur gut eine Woche nach dem heißen Monatsauftakt schneite es in den Nordalpen bis auf rund 1200 m hinab.

Hier grafisch dargestellt die Abweichungen beim Niederschlag:

Die Niederschlags-Abweichungen in Prozent vom Klimamittel.
Die Niederschlags-Abweichungen in Prozent vom Klimamittel.

Letzte Gewitter – erster Sturm

Die heiße Luft zu Monatsbeginn wurde von teils kräftigen Gewittern vertrieben, insgesamt wurden knapp 39.000 Blitzentladungen registriert. Rund die Hälfte aller Blitze gab es in Niederösterreich und in der Steiermark, nur wenige Gewitter bildeten sich im Westen des Landes. Der September als Übergangsmonat zwischen sommerlichen Gewittern und ersten Herbststürmen wurde seinem Ruf auch in diesem Jahr voll und ganz gerecht. Sturmtief MORTIMER sorgte am Monatsletzten in Ober- und Niederösterreich sowie in Wien für Böen von rund 90 km/h, Orkanböen wurden auf den Bergen gemessen.

Quelle Titelbild: pixabay