Hochsommer im März: Die Rekord-Hitzewelle in den USA

Der Auslöser für diese Frühlingshitzewelle war ein ausgedehntes Hochdruckgebiet, das sich über dem Südwesten der USA festsetzte und schlicht kaum vom Fleck kam. Bildlich kann man sich das wie eine Hitzeglocke über der Region vorstellen, im Englischen spricht man von einem Heat Dome.

Das Prinzip dahinter ist schnell erklärt: In einem solchen Hoch sinkt Luft von oben nach unten ab, wird dabei komprimiert und diese Kompression erzeugt Wärme, ähnlich wie beim Aufpumpen eines Fahrradreifens. Wolken lösen sich auf, die Sonne trifft ungefiltert auf den Boden. Herannahende Tiefdruckgebiete werden abgeblockt und um das Hoch herumgeleitet. Kein Ausweg für die heiße Luft, Tag für Tag heizt sich die Region weiter auf.

Solche Heat Domes sind im Südwesten der USA keine Seltenheit, sie gehören zum Sommer dazu. Was dieses Ereignis so außergewöhnlich machte: Es war das stärkste, das in dieser Region je im März beobachtet wurde.

 

Erster Tag mit Tmax ≥ 40 °C: El Centro, Kalifornien: Der erste Tag mit mindestens 40 Grad kam 2026 bereits am 19. März rund zwei Monate früher als im langjährigen Mittel.

 

Erster Tag mit Tmax ≥ 35 °C: Bakersfield, Kalifornien: Normalerweise wartet man hier bis Anfang bis Mitte Mai auf den ersten 35-Grad-Tag. 2026 war es der 18. März
Erster Tag mit Tmax ≥ 40 °C: Phoenix, Arizona: Der erste 40-Grad-Tag kam 2026 so früh wie nie

Von der Wüste bis in die Prärie

Die Hitzeglocke wanderte langsam ostwärts und zog dabei immer weitere Teile des Landes in ihren Bann. Am Ende verzeichneten insgesamt 14 Bundesstaaten ihren heißesten Märztag seit Aufzeichnungsbeginn: Kalifornien, Arizona, Nevada, Utah, Colorado, New Mexico, Wyoming, Nebraska, Kansas, South Dakota, Missouri, Iowa, Minnesota und Idaho. Bemerkenswert dabei: An manchen Stationen waren wenige Tage zuvor noch Minusgrade gemessen worden. In der Kleinstadt Chanute im Bundesstaat Kansas zeigte das Thermometer am 16. März noch minus 10 Grad, vier Tage später waren es bereits über  +30. Der amerikanische Wetterdienst NWS zählte zwischen dem 15. und 26. März über 100 Stationen, die neue März-Temperaturrekorde verzeichnet hatten. Die endgültige Zahl dürfte nach vollständiger Auswertung noch höher liegen.

März Monatsrekorde – Quelle: NWS/NOAA

 

In Phoenix stand am 27. März der Zähler bei zehn aufeinanderfolgenden Tagen mit mindestens 35 Grad. Der bisherige März-Rekord lag bei fünf solchen Tagen in Folge, er wurde damit schlicht verdoppelt. Noch bemerkenswerter: Der neue März-Rekord von 40,6 Grad wurde gleich dreimal erreicht, an drei aufeinanderfolgenden Tagen vom 19. bis 21. März.

Phoenix Airport: Die drei höchsten je im März gemessenen Temperaturen stammen alle aus der Woche vom 18. bis 21. März 2026.

In Downtown Los Angeles wurden über 35 Grad gemessen, in Burbank 37 Grad, in Woodland Hills sogar 38 Grad.

Los Angeles: Mit 36,7 Grad am 17. März 2026 egalisierte die Stadt den bisherigen Rekord vom 26. März 1988 — der höchste je im März gemessene Wert seit Beginn der Aufzeichnungen 1906

Die untenstehende Karte zeigt das ECMWF-Ensemble-Mittel der 2-Meter-Temperaturanomalie für den Zeitraum 25. bis 30. März. Das tiefe Rot und Pink über dem Südwesten steht für Abweichungen von 16 Grad und mehr vom langjährigen Mittel, nicht an einzelnen Stationen, sondern flächendeckend über Kalifornien, Nevada, Arizona, Utah und Colorado. Selbst weiter nördlich, bis nach Montana und Wyoming, lagen die Anomalien noch deutlich im positiven Bereich.

ECMWF-Ensemble-Mittel der 2-Meter-Temperaturanomalie, 25.–30. März 2026. Quelle: Tropical Tidbits

Was die Hitze angerichtet hat

In Arizona wurden Wanderwege gesperrt, weil die Hitze für unvorbereitete Touristen schlicht lebensgefährlich gewesen wäre. Sportveranstaltungen wurden abgesagt oder verschoben.

Dazu kam die Waldbrandgefahr. Die wochenlange Trockenheit in Kombination mit der extremen Hitze und Wind ließ das Grasland ausdörren. In Nebraska, Wyoming, Kansas und Oklahoma gab der nationale Wetterdienst entsprechende Warnungen der zweithöchsten Stufe heraus.

Einen schwachen Trost gab es immerhin: Die Luftfeuchtigkeit war deutlich niedriger als bei sommerlichen Hitzewellen. Für den menschlichen Körper macht das einen erheblichen Unterschied, denn schwüle Hitze ist weitaus belastender für den Organismus als trockene.

Der Schnee in den Rocky Mountains und der Sierra Nevada ist Wochen zu früh geschmolzen. Mit Anfang April wird in vielen Regionen der Rocky Mountains der niedrigste Schneevorrat aller Zeiten gemessen werden und dieser Schnee fehlt als Wasserreserve im Sommer, wenn die Trockenheit einsetzt und die Waldbrandgefahr steigt.

Besonders hart trifft das den Westen der USA, der ohnehin seit Jahren mit Wasserknappheit kämpft. Der Colorado River, das wichtigste Reservoir der Region, ist bereits auf einem historischen Tiefstand.

Rolle des Klimawandels

Die Frage die sich stellt: Hat der Klimawandel damit zu tun? Die kurze Antwort lautet ja. Forscher des unabhängigen Netzwerks World Weather Attribution (WWA), das auf solche Schnellanalysen spezialisiert ist, kamen zu einem eindeutigen Ergebnis: Eine Hitzewelle dieser Stärke wäre ohne den vom Menschen verursachten Klimawandel im März praktisch unmöglich gewesen. Die globale Erwärmung hat die Temperaturen im Mittel um rund 2,6 Grad erhöht. Klingt erstmal nach wenig, ist es aber nicht. Bei einem bereits extremen Ereignis kann genau dieser Unterschied darüber entscheiden, ob Rekorde gebrochen oder pulverisiert werden.

Noch deutlicher wird es bei den Zahlen zur Häufigkeit. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses hat sich laut WWA in den vergangenen zehn Jahren um den Faktor 800 erhöht. Die USA verzeichnen heute knapp 77 Prozent mehr Hitzerekorde als noch in den 1970er Jahren und knapp 20 Prozent mehr als in den 2010er Jahren.

Historische Einordnung

Die wohl bekannteste Hitzewelle der amerikanischen Geschichte sind die Dust-Bowl-Sommer der 1930er Jahre, als weite Teile des Mittleren Westens jahrelang unter extremer Trockenheit und Hitze litten. Die Temperaturen damals waren in manchen Regionen höher als im März 2026, aber jene Ereignisse spielten sich im Hochsommer ab, über mehrere Monate verteilt.

Der direkteste Vergleich ist die Hitzewelle im Pazifischen Nordwesten im Juni 2021, als die kanadische Stadt Lytton 49,6 Grad erreichte und allein in British Columbia über 600 Menschen an den Folgen der Hitze starben. Jenes Ereignis gilt seither als Maßstab für Extremwetter jenseits jeder historischen Erfahrung. Der März 2026 reiht sich in dieselbe Kategorie ein, mit einem entscheidenden Unterschied: Er kam im Frühling, zu einer Zeit, zu der niemand damit rechnet.

Ausblick

Die schlimmste Hitze hat inzwischen nachgelassen. Pazifische Tiefdruckgebiete haben die Hitzeglocke diese Woche aufgebrochen, die Temperaturen sind auf normalere Werte zurückgegangen. Die Folgen der wochenlangen Trockenheit und Hitze werden den Westen noch länger begleiten, bei der Wasserversorgung, bei der Waldbrandgefahr, bei der Landwirtschaft.

Dazu zeichnet sich im Pazifik ein weiterer Faktor ab. Klimawissenschaftler beobachten derzeit die Entstehung eines El Niño, der sich im Laufe des Jahres zu einem starken Ereignis entwickeln könnte. Das würde bedeuten: mehr Wärme, mehr Trockenheit, eine längere und intensivere Waldbrandsaison für den Westen der USA.

Titelbild: Pexels.com

Auf Frühlingswetter folgt Temperatursturz und Winter-Comeback

Schnee Frühling

Österreich liegt zu Beginn der neuen Woche zwischen einem Hoch namens „Max“ im Norden und einem Höhentief über dem Mittelmeerraum. Die Temperaturen liegen meist leicht über dem jahreszeitlichen Mittel und erreichen am Mittwoch lokal bis zu 20 Grad. Am Mittwochabend erfasst aus Nordwesten jedoch die Kaltfront eines Tiefs namens „Livia“ das Land und leitet einen nachhaltigen Wetterumschwung ein. In der Nacht auf Donnerstag erfasst ein Schwall arktischer Kaltluft das Land und die Schneefallgrenze sinkt in den Alpen bis in die Tallagen ab. Die Temperaturen gehen um 10 bis 15 Grad zurück.

Entwicklung der Wetterlage von Dienstag bis Donnerstag: Eine Kaltfront erfasst Österreich.

Auch am Wochenende gelangen mit einer kräftigen Nordströmung kühle Luftmassen ins Land, besonders im Berg- und Hügelland zeichnet sich nochmals winterliches Wetter ab.

Zu Wochenbeginn frühlingshaft

Am Montag scheint zeitweise die Sonne, eine geringe Schauerneigung besteht tagsüber am ehesten im westlichen Bergland sowie von der Koralpe bis zum Ötscher und Schneeberg. In weiten Landesteilen bleibt es aber trocken und vor allem im Flachland überwiegt der freundliche Wettercharakter. Die Höchstwerte liegen zwischen 9 und 17 Grad, am mildesten wird es im Osten.

Der Dienstag beginnt örtlich mit hochnebelartigen Restwolken, tagsüber scheint bei nur harmlosen Wolken häufig die Sonne. Die Temperaturen steigen auf 12 bis 18 Grad.

Am Mittwoch mild, dann Temperatursturz

Am Mittwoch scheint in der ersten Tageshälfte im gesamten Land noch zeitweise die Sonne. In den Mittagsstunden ziehen an der Alpennordseite vermehrt Wolken auf und ausgehend von Vorarlberg setzt schauerartiger Regen ein. Im  Südosten bleibt es dagegen noch überwiegend sonnig und frühlingshaft mild: Die Höchstwerte erreichen von West nach Ost 11 bis 20 Grad.

Am Abend breitet sich der Regen auf die gesamte Alpennordseite aus und nachts wird es verbreitet nass. Die Schneefallgrenze sinkt im Westen von zunächst 1200 m rasch gegen 800 m und in der Nacht bis in viele Täler ab. In den Alpen ist auf vielen Straßen wieder mit winterlichen Verhältnissen zu rechnen. An der Alpennordseite frischt zudem lebhafter bis kräftiger Westwind auf, vorübergehend sind auch stürmische Böen möglich.

Prognose der Höchstwerte am Mittwoch und am Donnerstag (zum Vergrößern auf das Bild klicken).

Winter-Comeback in den Alpen

Der Donnerstag präsentiert sich von seiner trüben und nasskalten Seite. Aus dichten Wolken fällt zeitweise Regen bzw. im Berg- und Hügelland Schnee. Die Schneefallgrenze pendelt zwischen 300 und 500 m, in Osttirol und Kärnten sowie vom Inn- bis ins Waldviertel trocknet es tagsüber weitgehend ab. Die Sonne zeigt sich aber auch dort kaum. Bei kräftigem, am Alpenostrand gegen Abend sogar stürmischem Nord- bis Nordwestwind kommen die Temperaturen nicht mehr über 0 bis +8 Grad hinaus.

Am Freitag und am Wochenende bleibt es kühl, besonders in den östlichen Nordalpen fällt häufig Schnee. Zumindest zeitweise sind aber auch im Flachland wieder Schneeflocken dabei. Die Temperaturen kommen im Flachland kaum noch über 3 bis 5 Grad hinaus, zudem lässt der kräftige Nordwestwind die Luft noch kälter erscheinen. Nur der Süden ist bei föhnigem Nordwind leicht wetterbegünstigt.

Prognose für Salzburg via www.morecast.com
Der Trend für die Karwoche zeigt unterdurchschnittliche Temperaturen.

Tropischer Zyklon Narelle wütet in Australien

Über den warmen Gewässern des Korallenmeers, dem Teil des Pazifik zwischen Papua-Neuguinea und dem nordöstlichen Australiens, hat sich aus einem tropischen Tiefdruckgebiet ein Zyklon entwickelt. Dieser hat am Donnerstagabend MEZ den ersten Landfall als Kategorie 4-Sturm an der nördlichen Ostküste des Bundesstaats Queensland gemacht.

Erste Auswirkungen

Dabei wurden bei dem Durchzug im Norden des Bundesstaats Queensland Regenmengen zwischen 200 und 300 L/m² in 24 Stunden und Böen über 100 km/h gemessen. Anzumerken ist, dass sich die Stationen nicht direkt im Bereich des Auges befinden und an der Stelle des Landegangs mit Sicherheit deutlich höhere Windgeschwindigkeiten aufgetreten sind.

Aktuelle Situation

Derzeit zieht der Zyklon in die Bucht von Carpentaria, der großen Bucht im Norden des Kontinents. Der Sturm zog mit rund 20 km/h westwärts. Die maximalen anhaltenden Windgeschwindigkeiten betragen etwa 55 kn (≈100 km/h) und die Böen um 150 km/h bei einem Kerndruck von 984 hPa, womit das System derzeit als Kategorie-2-Zyklon in der australischen Skala klassifiziert wird. Dies entspricht einem Tropensturm in der bekannten Saffir-Simpson-Skala.

Die Meeresoberflächentemperaturen vor den Küsten im Norden Australiens liegen weiterhin verbreitet über 29 °C und somit sind die Bedingungen für die Tiefdruckentwicklung hervorragend. Infrarotsatellitenbilder zeigen sehr kalte Wolkenobergrenzen (bis etwa −90 °C), was auf intensive konvektive Prozesse hinweist.

(Quelle: Tropical Tidbits, Himawari-9 IR Daten vom Satelliten Loop, 2026)

Weitere Entwicklung

Es wird erwartet, dass NARELLE im Tagesverlauf wieder über den Golf von Carpentaria zieht. Dort trifft das System erneut auf günstige Bedingungen wie die sehr hohe Luftfeuchtigkeit in allen Schichten der Troposphäre, die warmen Meeresoberflächen (>29 °C) und die weiterhin vorhandene, jedoch nicht dominante Richtungsscherung.

Unter diesen Bedingungen wird eine erneute Intensivierung prognostiziert, wobei nach aktuellen Modellrechnungen eine Verstärkung bis Kategorie 3 vor dem nächsten Landfall an der Küste des Northern Territory wahrscheinlich ist (Samstagabend/-nacht).

Nachfolgend wird folgender Intensitätsverlauf erwartet:
– kurzfristig: spürbare Abschwächung über Land
– über Wasser: erneute Intensivierung (bis ~75 kn / 140 km/h möglich)
– nach Landfall: rasche Abschwächung über Top End
– mittelfristig: mögliches Re-Development über dem östlichen Indischen Ozean

Aktuelle Modelllage und Zugbahnunsicherheit

Auch in verschiedenen Modellprodukten (u. a. basierend auf globalen Vorhersagesystemen und spezialisierten Tropenmodellen) wird eine weitere Verstärkung bis hin zu einem schweren tropischen Zyklon als wahrscheinlich eingestuft. Hier die Prognose des Joint Typhoon Warning Centers.

Prognose des Joint Typhoon Warning Centers © JTWC

 

Astronomischer Frühlingsbeginn mit Höhentief

Nachdem am Freitag durch Hochdruckgebiet MAX noch ruhiges Wetter herrscht, überquert am Wochenende, zum astronomischen Frühlingsbeginn, ein Höhentief das Land von Nordost nach Südwest und sorgt für unbeständiges Wetter. Den genauen Verlauf zeigt die folgende Animation.

Zugbahn des Höhentiefs am Samstag und Sonntag nach dem Modell ECMWF
Zugbahn des Höhentiefs am Samstag und Sonntag nach dem Modell ECMWF

Astronomischer Frühlingsbeginn

Durch das Primär-Äquinoktium (erste Tag-und-Nacht-Gleiche des Jahres, denn im September vollzieht sich die zweite, die man als Sekundär-Äquinoktium bezeichnet) wird der astronomische Beginn des Frühlings festgelegt. Der kalendarische Eintrittspunkt variiert und fiel, abhängig vom Abstand zum letzten Schaltjahr, bislang entweder auf den 20. oder 21. März. Im Jahr 2026 fällt der kalendarische Frühlingsbeginn auf den 20. März (Fakt am Rand: Im Jahr 2048 wird es erstmals der 19. des Monats sein).

Am Freitag milder Sonne-Wolken-Mix

Der Tag präsentiert sich vor allem im Westen und Südwesten von seiner sonnigen Seite. In den übrigen Regionen herrscht ein freundlicher Sonne-Wolken-Mix. Erst am Nachmittag werden die Wolken von Norden her dichter, dennoch bleibt es trocken. Die Höchstwerte erreichen bei mäßigem bis lebhaftem Nord- bis Nordostwind zwischen 9 und 15 Grad.

Prognose der Höchstwerte für Freitag, den 20.03.2026
Prognose der Höchstwerte für Freitag, den 20.03.2026

Höhentief bringt unbeständiges Wetter

Am Samstag dominieren dichte Wolken das Wettergeschehen. Nur im Süden und Westen zeigen sich zu Beginn noch einige sonnige Auflockerungen. Bereits am Vormittag setzt im Nordosten und Osten Regen ein. Im Laufe des Tages breiten sich die Schauer weiter aus und erfassen schließlich das gesamte Land, bevor sie am Abend auch den äußersten Westen erreichen. Die Schneefallgrenze liegt dabei von Ost nach West zwischen 900 und 1200 Metern. Vom Arlberg bis in die Obersteiermark und Oberkärnten kommen zwischen 5 und 15 cm Neuschnee zusammen, wobei die größten Mengen von den Tauern bis in die Seckauer Alpen erwartet werden.  Bei mäßigem bis lebhaftem Nordostwind steigen die Temperaturen auf Höchstwerte zwischen 6 und 13 Grad.

24-stündige Neuschneemengen für Samstag, den 21.03.2026

Am Sonntag Wetterberuhigung

Im Westen und Süden sowie im zentralen Bergland halten sich dichte Wolken und zu Beginn ziehen Schauer durch. Tagsüber lassen die Schauer aber nach und im Westen lockert es ab Mittag etwas auf. Länger trüb bleibt es im Süden. Die Schneefallgrenze steigt von anfangs 900 bis 1000 m in höhere Lagen. Im Norden und Osten überwiegt hingegen von Beginn an der freundliche Sonne-Wolken-Mix. Der Wind weht mäßig, im westlichen Donauraum lebhaft aus Ost, dabei werden maximal 8 bis 14 Grad erreicht.

Aussichten

Werfen wir nun einen Blick auf die weitere Temperaturentwicklung: Am Beispiel von Wien zeigt sich, dass das Höhentief am Samstag für eine spürbare Abkühlung sorgt und zudem etwas Regen bringt. In den darauffolgenden Tagen steigen die Temperaturen wieder an. Gegen Ende der Woche deutet sich aus heutiger Sicht jedoch erneut eine Abkühlung an, ausgelöst durch kalte Luftmassen aus dem Norden. In diesem Punkt sind sich die Wettermodelle allerdings noch nicht ganz einig.

Prognose für Wien
Prognose für Wien

Am Wochenende Schnee im Westen, Waldbrandgefahr im Osten

Später Schnee im Frühling ist keine Seltenheit. Quelle: https://pixabay.com/photos/plum-tree-prunus-domestica-1353814/

Nach einem äußerst ruhigen Freitag greift eine aus Westen langsam vorankommende Front am Wochenende ins Wettergeschehen ein. Mit Bildung eines für die Jahreszeit durchaus kräftigen Italientiefs wird es auch im Westen und Südwesten Österreichs zunehmend unbeständig. Von Samstag auf Sonntag sind von Vorarlberg über Tirol bis nach Oberkärnten verbreitet 10 bis 30 l/m² Niederschlag in Sicht.

Prognostizierte Niederschlagssumme am Wochenende - UBIMET
Prognostizierte Niederschlagssumme am Wochenende – UBIMET

Im Westen Neuschnee

Gleichzeitig sickert kältere Luft aus Nordeuropa in Richtung westlichen Alpenraum ein. Im Grenzgebiet Schweiz-Italien sind bis Sonntag größere Neuschneemengen bis in viele Tallagen zu erwarten, auf den Bergen sind hier ein bis zwei Meter Neuschnee binnen weniger Stunden im Bereich des Möglichen! Aber auch in Vorarlberg und im Tiroler Oberland sinkt die Schneefallgrenze zwischen Samstagabend und Sonntagmorgen oft bis in die Tallagen. Selbst im Rheintal ist Sonntagfrüh mit nassem Schneefall zu rechnen, rund um den Arlberg sind bis dahin oft 10-30 cm Neuschnee in Sicht.

 

Prognostizierte Neuschneesumme im Alpenraum am Wochenende - UBIMET
Prognostizierte Neuschneesumme im Alpenraum am Wochenende – UBIMET

Im Osten windig samt erhöhter Waldbrandgefahr

Nach Osten zu bleibt es am Wochenende nahezu komplett trocken. Zudem frischt am Samstag in den Nordalpen und im Osten kräftiger, föhniger Süd- bis Südostwind auf. Tagsüber sind in exponierten Lagen häufig stürmische Böen um 60-70 km/h einzuplanen – siehe Warnungen dazu. Aufgrund der windigen Verhältnisse und der anhaltenden Trockenheit muss man am Wochenende in der Natur sehr aufpassen, denn die Flur- und Waldbrandgefahr sind vorübergehend erhöht!

 

Prognose der maximalen Windböen aus Süd bis Südost am Samstag - UBIMET
Prognose der maximalen Windböen aus Süd bis Südost am Samstag – UBIMET
Prognose der Waldbrandgefahr am Wochenende - UBIMET
Prognose der Waldbrandgefahr am Wochenende – UBIMET

März bislang vor allem im Osten sehr mild und trocken

Die ersten zwei Märzwochen waren vor allem in der Osthälfte sehr trocken und deutlich wärmer im Vergleich zum Klimamittel 1991-2020. Im östlichen Flachland ist im bisherigen März verbreitet kein einziger Regentropfen gefallen. Zudem beträgt die Temperaturabweichung der ersten Monatshälfte hier oft +4 bis +5 Grad. Beispiel Wien (Messbeginn 1873): Hier war die erste Märzhälfte nur im Jahr 2019 noch milder.

Temperaturabweichung vom Klimamittel 1991-2020 im bisherigen März - UBIMET
Temperaturabweichung vom Klimamittel 1991-2020 im bisherigen März – UBIMET
Akkumulierte Niederschlagsmenge im bisherigen März - UBIMET
Akkumulierte Niederschlagsmenge im bisherigen März – UBIMET

Erwachen der Vegetation

Bei dieser Ausgangslage ist es somit kein Wunder, dass die Vegetation trotz des kalten Jänners nun rasant schnell erwacht. Nach einem verzögerten Start steigt die Grünlandtemperatursumme rasch an: Das östliche und südöstliche Flachland sowie die breiteren Tallagen der Alpen haben die 200-Marke („Vegetationsbeginn“) bereits erreicht und übertroffen. Das nördliche Flachland wird bald folgen.

 

Statistik der Wärmesumme oder Grünlandtemperatursumme (Ein Wert = 200 führt zum Erwachen der meisten Pflanzenarten) für Innsbruck, Graz, Kremsmünster und Wien im Jahr 2026 – UBIMET
Statistik der Wärmesumme oder Grünlandtemperatursumme (Ein Wert = 200 führt zum Erwachen der meisten Pflanzenarten) für Innsbruck, Graz, Kremsmünster und Wien im Jahr 2026 – UBIMET

 

 

Saharastaub – Ein Gruß aus der Wüste

Sonnenaufgang mit Saharastaub - VisualHunt

Die aktuelle Großwetterlage transportiert erneut große Mengen Saharastaub von Nordafrika in Richtung Mitteleuropa. Dadurch präsentiert sich der Himmel immer wieder deutlich milchig-grau – gut zu erkennen auf dem Webcambild.

Saharastaub in der Donaueben; Quelle: foto-webcam.eu

Wie kommt der Staub zu uns?

Derzeit liegt ein Tiefdruckgebiet über dem westlichen Mittelmeer, das sich bis Freitag weiter nach Spanien verlagern wird. Gleichzeitig dominiert über Osteuropa ein kräftiges Hochdruckgebiet. Zwischen diesen beiden Drucksystemen stellt sich über Deutschland in der Höhe eine südliche Strömung ein. Mit dieser Strömung gelangt zunehmend Luft aus Nordafrika zu uns, die aufgewirbelten Saharastaub enthält und nach und nach bis nach Mitteleuropa transportiert.

Bodendruck- und Frontenkarte für Donnerstag, 05. März 2026, 13:00 MEZ (Quelle: UBIMET)

Was bedeutet das?

Heute steigen die Saharastaubkonzentrationen im Tagesverlauf allmählich an, mit einem Schwerpunkt zunächst im Westen und im Süden. Bis Freitag dürfte dann bis in den Osten – je nach Modell – spürbar Saharastaub in der Luft liegen, wobei sich die höchsten Konzentrationen vom Südwesten in den Nordwesten verlagern.

Konzentration von Saharastaub von Donnerstag bis Sonntag basierend auf ECMWF-CAMS

Farbenprächtiges Schauspiel

Die feinen Staubpartikel streuen das Sonnenlicht. Kurze Wellenlängen wie Blau und Grün verschwinden fast, während die langen Rot- und Orangetöne dagegen intensiv leuchten. Vor allem bei Sonnenauf- und -untergang, wenn das Licht eine lange Strecke durch die staubhaltige Luft zurücklegt, wirken die Farben besonders.

Hintergrundwissen und Klimatologie

In letzter Zeit ist Saharastaub häufig zum Thema geworden. Doch dies sollte niemanden überraschen, denn Frühling ist typischerweise Saharastaub-Zeit. Am Ende des Winters auf der Nordhalbkugel sind die Gebiete rund um die Sahara-Wüste am trockensten. Gleichzeitig herrscht im Atlantik bzw. über Europa noch rege Tiefdrucktätigkeit. Das Zusammenspiel zwischen diesen beiden Aspekten sorgt häufig für starke Winde über Nordafrika, die die Sandpartikeln aufwirbeln und sie in die Luft bringen. Die kleineren und leichteren Partikeln (‚Staub‘) gelangen somit bis in große Höhen und können daher bis nach Europa transportiert werden.

Zugbahnen des Sharastaubs - Querol, X., Tobías, A., Pérez, N., Karanasiou, A., Amato, F., Stafoggia, M., Pérez García-Pando, C., Ginoux, P., Forastiere, F., Gumy, S., Mudu, P., & Alastuey, A. (2019). Monitoring the impact of desert dust outbreaks for air quality for health studies. Environment international, 130, 104867. https://doi.org/10.1016/j.envint.2019.05.061
Zugbahnen des Sharastaubs nach Europa (hell-orange Pfeilen) – Querol, X et al. (2019). Monitoring the impact of desert dust outbreaks for air quality for health studies. Environment international, 130, 104867. https://doi.org/10.1016/j.envint.2019.05.061

Man unterscheidet dabei meist drei Arten von Saharastaub-Ereignissen über Mitteleuropa. Entweder wird der Staub direkt von Marokko und Algerien über die Balearen und Italien bis nach Mitteleuropa gebracht (Typ 1), oder stammt der Sand eher aus Libyen und wird von den Südwinden über den Balkan bis nach Europa transportiert (Typ 2). Bei einem dritten Fall (Typ 3), der besonders im heurigen März stattgefunden hat, entsteht die Staubwolke über Marokko und verlagert sich dann über Spanien und Frankreich bis in den Alpenraum. Die dazugehörigen, typischen Wetterlagen sind oft von einem Tief (‚L‘) über Westeuropa oder direkt im Mittelmeerraum beherrscht. Nur bei Typ 3 liegt das Tief weiter im Südwesten bei den Kanaren. Ein Hoch (‚H‘) über Algerien sorgt dann für die kräftigen Südwestwinde, die den Sand bis zu uns bringen.

https://doi.org/10.1016/j.envint.2020.105712.
Trajektorien und auslösende Wetterlagen für drei verschiedene Arten von Saharastaub-Ereignissen – György Varga, Changing nature of Saharan dust deposition in the Carpathian Basin (Central Europe): 40 years of identified North African dust events (1979–2018), Environment International, 2020, https://doi.org/10.1016/j.envint.2020.105712.

Die Sahara-Wüste ist bei weitem der weltweite Hot-Spot der Produktion von Sand- und Staubstürmen. Die Aktivität dieser Stürme variiert aber stark mit den Jahreszeiten. Das Maximum der Aktivität wird dabei im Frühling und im Sommer erreicht, wenn die Böden in Nordafrika am trockensten sind.

Anzahl der Tage mit viel Staub in der Atmosphäre pro Jahreszeit. Die Sahara-Wüste ist der Hot-Spot weltweit - Ginoux, P., Prospero, J. M., Gill, T. E., Hsu, N. C., and Zhao, M. (2012), Global-scale attribution of anthropogenic and natural dust sources and their emission rates based on MODIS Deep Blue aerosol products, Rev. Geophys., 50, RG3005, doi:10.1029/2012RG000388.
Anzahl der Tage mit viel Staub in der Atmosphäre pro Jahreszeit. Die Sahara-Wüste ist der Hot-Spot weltweit – Ginoux, P., et al.  (2012), Global-scale attribution of anthropogenic and natural dust sources and their emission rates based on MODIS Deep Blue aerosol products, Rev. Geophys., 50, RG3005, doi:10.1029/2012RG000388.

Kein Wunder also, dass Europa gerade zwischen März und Juli den Großteil der Saharastaub-Ereignisse erleben darf (siehe untenstehende Grafik, Statistik zwischen 1979 und 2018). Denn ohne Sandstürme im Norden Afrikas gäbe es auch keine Saharastaub-Ereignisse bei uns.

Saharastaub-Ereignisse pro Monat zwischen 1979 und 2018 in Ungarn - György Varga, Changing nature of Saharan dust deposition in the Carpathian Basin (Central Europe): 40 years of identified North African dust events (1979–2018), Environment International, Volume 139, 2020, 105712, ISSN 0160-4120, https://doi.org/10.1016/j.envint.2020.105712.
Saharastaub-Ereignisse pro Monat zwischen 1979 und 2018 in Ungarn – György Varga, Changing nature of Saharan dust deposition in the Carpathian Basin (Central Europe): 40 years of identified North African dust events (1979–2018),
Environment International, 2020, https://doi.org/10.1016/j.envint.2020.105712.

Interessant ist es auch die Häufung an Saharastaub-Ereignissen in den letzten Jahrzehnten. Das Gefühl, dass solche Ereignisse in letzter Zeit öfters vorkommen ist also wissenschaftlich bestätigt. Was die totale Ablagerung angeht (also, was tatsächlich über Mitteleuropa am Boden bleibt, rote Linie unten), gibt es aber in den letzten vier Jahrzehnten keine großen Variationen.

Anzahl an Saharastaub-Ereignissen in Ungarn von 1979 bis 2018. Die rote Linie ist die jährliche Ablagerung in g/m² - György Varga, Changing nature of Saharan dust deposition in the Carpathian Basin (Central Europe): 40 years of identified North African dust events (1979–2018), Environment International, Volume 139, 2020, 105712, ISSN 0160-4120, https://doi.org/10.1016/j.envint.2020.105712.
Anzahl an Saharastaub-Ereignissen in Ungarn von 1979 bis 2018. Die rote Linie ist die jährliche Ablagerung in g/m² – György Varga, Changing nature of Saharan dust deposition in the Carpathian Basin (Central Europe): 40 years of identified North African dust events (1979–2018), Environment International, 2020, https://doi.org/10.1016/j.envint.2020.105712.

Erweitert man aber den Blick auf die letzten 200 Jahre (mittels Analyse der Eisbohrkerne der Alpengletscher), so sieht es anders aus. Im langjährigen Verlauf scheint die Häufung an Saharstaub-Ereignissen in letzter Zeit leicht rückläufig zu sein, nach dem Maximum in den 70er bzw. 80er Jahren.

Verlauf der Häufigkeit und Stärke der Sahasrastaub-Ereignisse in den Westalpen aus den Eisbohrkernen des Colle Gnifetti Gletschers - Clifford, H. M., Spaulding, N. E., Kurbatov, A. V., More, A., Korotkikh, E. V., Sneed, S. B., et al. (2019). A 2000 year Saharan dust event proxy record from an ice core in the European Alps. Journal of Geophysical Research: Atmospheres, 124, 12882– 12900. https://doi.org/10.1029/2019JD030725
Verlauf der Häufigkeit und Stärke der Saharastaub-Ereignisse in den Westalpen aus den Eisbohrkernen des Colle Gnifetti Gletschers – Clifford, H. M., et al. (2019). A 2000 year Saharan dust event proxy record from an ice core in the European Alps. Journal of Geophysical Research: Atmospheres, 124, 12882– 12900. https://doi.org/10.1029/2019JD030725

Im Zuge des Klimawandels erwarten Experten eine generelle Abnahme der Saharastaub-Ereignisse über Europa, dafür könnten sie aber oft kräftiger ausfallen.

Saharastaub – Besuch aus der Wüste

Diesige Luft durch Saharastaub - AdobeStock

Die aktuelle Großwetterlage transportiert erneut große Mengen Saharastaub von Nordafrika in Richtung Alpenraum und Mitteleuropa. Dadurch präsentiert sich der Himmel immer wieder deutlich milchig-grau – gut zu erkennen auf dem Webcambild.

Innsbruck Seegrube © foto-webcam.eu

Wie kommt der Staub zu uns?

Derzeit liegt ein Tiefdruckgebiet über dem westlichen Mittelmeer, das sich bis Freitag weiter nach Spanien verlagern wird. Gleichzeitig dominiert über Osteuropa ein kräftiges Hochdruckgebiet. Zwischen diesen beiden Drucksystemen stellt sich über Österreich in der Höhe eine südliche Strömung ein. Mit dieser Strömung gelangt zunehmend Luft aus Nordafrika zu uns, die aufgewirbelten Saharastaub enthält und diesen nach und nach bis in den Alpenraum transportiert.

Bodendruck- und Frontenkarte für Donnerstag, 05. März 2026, 13:00 MEZ (Quelle: UBIMET)

Was bedeutet das?

Heute steigen die Saharastaubkonzentrationen im Tagesverlauf allmählich an, mit einem Schwerpunkt zunächst im Westen. Bis Freitag dürfte dann im ganzen Land – je nach Modell – spürbar Saharastaub in der Luft liegen, wobei die höchsten Konzentrationen weiterhin im Westen erwartet werden.

Konzentration von Saharastaub von Donnerstag bis Sonntag basierend auf ECMWF-CAMS

Farbenprächtiges Schauspiel

Die feinen Staubpartikel streuen das Sonnenlicht. Kurze Wellenlängen wie Blau und Grün verschwinden fast, während die langen Rot- und Orangetöne dagegen intensiv leuchten. Vor allem bei Sonnenauf- und -untergang, wenn das Licht eine lange Strecke durch die staubhaltige Luft zurücklegt, wirken die Farben besonders.

Hintergrundwissen und Klimatologie

In letzter Zeit ist Saharastaub häufig zum Thema geworden. Doch dies sollte niemanden überraschen, denn Frühling ist typischerweise Saharastaub-Zeit. Am Ende des Winters auf der Nordhalbkugel sind die Gebiete rund um die Sahara-Wüste am trockensten. Gleichzeitig herrscht im Atlantik bzw. über Europa noch rege Tiefdrucktätigkeit. Das Zusammenspiel zwischen diesen beiden Aspekten sorgt häufig für starke Winde über Nordafrika, die die Sandpartikeln aufwirbeln und sie in die Luft bringen. Die kleineren und leichteren Partikeln (‚Staub‘) gelangen somit bis in große Höhen und können daher bis nach Europa transportiert werden.

Zugbahnen des Sharastaubs - Querol, X., Tobías, A., Pérez, N., Karanasiou, A., Amato, F., Stafoggia, M., Pérez García-Pando, C., Ginoux, P., Forastiere, F., Gumy, S., Mudu, P., & Alastuey, A. (2019). Monitoring the impact of desert dust outbreaks for air quality for health studies. Environment international, 130, 104867. https://doi.org/10.1016/j.envint.2019.05.061
Zugbahnen des Sharastaubs nach Europa (hell-orange Pfeilen) – Querol, X et al. (2019). Monitoring the impact of desert dust outbreaks for air quality for health studies. Environment international, 130, 104867. https://doi.org/10.1016/j.envint.2019.05.061

Man unterscheidet dabei meist drei Arten von Saharastaub-Ereignissen über Mitteleuropa. Entweder wird der Staub direkt von Marokko und Algerien über die Balearen und Italien bis nach Mitteleuropa gebracht (Typ 1), oder stammt der Sand eher aus Libyen und wird von den Südwinden über den Balkan bis nach Europa transportiert (Typ 2). Bei einem dritten Fall (Typ 3), der besonders im heurigen März stattgefunden hat, entsteht die Staubwolke über Marokko und verlagert sich dann über Spanien und Frankreich bis in den Alpenraum. Die dazugehörigen, typischen Wetterlagen sind oft von einem Tief (‚L‘) über Westeuropa oder direkt im Mittelmeerraum beherrscht. Nur bei Typ 3 liegt das Tief weiter im Südwesten bei den Kanaren. Ein Hoch (‚H‘) über Algerien sorgt dann für die kräftigen Südwestwinde, die den Sand bis zu uns bringen.

https://doi.org/10.1016/j.envint.2020.105712.
Trajektorien und auslösende Wetterlagen für drei verschiedene Arten von Saharastaub-Ereignissen – György Varga, Changing nature of Saharan dust deposition in the Carpathian Basin (Central Europe): 40 years of identified North African dust events (1979–2018), Environment International, 2020, https://doi.org/10.1016/j.envint.2020.105712.

Die Sahara-Wüste ist bei weitem der weltweite Hot-Spot der Produktion von Sand- und Staubstürmen. Die Aktivität dieser Stürme variiert aber stark mit den Jahreszeiten. Das Maximum der Aktivität wird dabei im Frühling und im Sommer erreicht, wenn die Böden in Nordafrika am trockensten sind.

Anzahl der Tage mit viel Staub in der Atmosphäre pro Jahreszeit. Die Sahara-Wüste ist der Hot-Spot weltweit - Ginoux, P., Prospero, J. M., Gill, T. E., Hsu, N. C., and Zhao, M. (2012), Global-scale attribution of anthropogenic and natural dust sources and their emission rates based on MODIS Deep Blue aerosol products, Rev. Geophys., 50, RG3005, doi:10.1029/2012RG000388.
Anzahl der Tage mit viel Staub in der Atmosphäre pro Jahreszeit. Die Sahara-Wüste ist der Hot-Spot weltweit – Ginoux, P., et al.  (2012), Global-scale attribution of anthropogenic and natural dust sources and their emission rates based on MODIS Deep Blue aerosol products, Rev. Geophys., 50, RG3005, doi:10.1029/2012RG000388.

Kein Wunder also, dass Europa gerade zwischen März und Juli den Großteil der Saharastaub-Ereignisse erleben darf (siehe untenstehende Grafik, Statistik zwischen 1979 und 2018). Denn ohne Sandstürme im Norden Afrikas gäbe es auch keine Saharastaub-Ereignisse bei uns.

Saharastaub-Ereignisse pro Monat zwischen 1979 und 2018 in Ungarn - György Varga, Changing nature of Saharan dust deposition in the Carpathian Basin (Central Europe): 40 years of identified North African dust events (1979–2018), Environment International, Volume 139, 2020, 105712, ISSN 0160-4120, https://doi.org/10.1016/j.envint.2020.105712.
Saharastaub-Ereignisse pro Monat zwischen 1979 und 2018 in Ungarn – György Varga, Changing nature of Saharan dust deposition in the Carpathian Basin (Central Europe): 40 years of identified North African dust events (1979–2018),
Environment International, 2020, https://doi.org/10.1016/j.envint.2020.105712.

Interessant ist es auch die Häufung an Saharastaub-Ereignissen in den letzten Jahrzehnten. Das Gefühl, dass solche Ereignisse in letzter Zeit öfters vorkommen ist also wissenschaftlich bestätigt. Was die totale Ablagerung angeht (also, was tatsächlich über Mitteleuropa am Boden bleibt, rote Linie unten), gibt es aber in den letzten vier Jahrzehnten keine großen Variationen.

Anzahl an Saharastaub-Ereignissen in Ungarn von 1979 bis 2018. Die rote Linie ist die jährliche Ablagerung in g/m² - György Varga, Changing nature of Saharan dust deposition in the Carpathian Basin (Central Europe): 40 years of identified North African dust events (1979–2018), Environment International, Volume 139, 2020, 105712, ISSN 0160-4120, https://doi.org/10.1016/j.envint.2020.105712.
Anzahl an Saharastaub-Ereignissen in Ungarn von 1979 bis 2018. Die rote Linie ist die jährliche Ablagerung in g/m² – György Varga, Changing nature of Saharan dust deposition in the Carpathian Basin (Central Europe): 40 years of identified North African dust events (1979–2018), Environment International, 2020, https://doi.org/10.1016/j.envint.2020.105712.

Erweitert man aber den Blick auf die letzten 200 Jahre (mittels Analyse der Eisbohrkerne der Alpengletscher), so sieht es anders aus. Im langjährigen Verlauf scheint die Häufung an Saharstaub-Ereignissen in letzter Zeit leicht rückläufig zu sein, nach dem Maximum in den 70er bzw. 80er Jahren.

Verlauf der Häufigkeit und Stärke der Sahasrastaub-Ereignisse in den Westalpen aus den Eisbohrkernen des Colle Gnifetti Gletschers - Clifford, H. M., Spaulding, N. E., Kurbatov, A. V., More, A., Korotkikh, E. V., Sneed, S. B., et al. (2019). A 2000 year Saharan dust event proxy record from an ice core in the European Alps. Journal of Geophysical Research: Atmospheres, 124, 12882– 12900. https://doi.org/10.1029/2019JD030725
Verlauf der Häufigkeit und Stärke der Saharastaub-Ereignisse in den Westalpen aus den Eisbohrkernen des Colle Gnifetti Gletschers – Clifford, H. M., et al. (2019). A 2000 year Saharan dust event proxy record from an ice core in the European Alps. Journal of Geophysical Research: Atmospheres, 124, 12882– 12900. https://doi.org/10.1029/2019JD030725

Im Zuge des Klimawandels erwarten Experten eine generelle Abnahme der Saharastaub-Ereignisse über Europa, dafür könnten sie aber oft kräftiger ausfallen.

März-Frühling greift in die Vollen

Nur rund zweieinhalb Wochen nach dem heftigen Wintereinbruch mit 15-20 cm Neuschnee bis in tiefe Lagen ist von der kalten Jahreszeit bereits keine Spur mehr.

In der folgenden Animation sieht man gut, wie die Schneedecke in diesem Zeitraum abseits der Berge überall verschwunden ist:

Änderung der Schneebedeckung in Österreich vom 20.2. im Vergleich zum 3.3.

Ein Hoch versorgt uns seit rund einer Woche mit reichlich Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen von meist 10 bis 15 Grad. In Weyer (OÖ) konnten wir Ende Februar sogar schon den ersten 20er des Jahres abhaken:

Die bisher höchsten Temperaturen des Jahres stammen noch von Ende Februar.

Im kürzlich angelaufenen März und damit im ersten meteorologischen Frühlingsmonat hat sich nicht viel daran geändert, sieht man von einer schwachen Kaltfront am vergangenen Wochenende und einem kleinen Höhentief heute und morgen mal ab. Und die weiteren Aussichten geben dem Frühling ebenfalls die volle Punktzahl.

Zur Einordnung: Jetzt in der ersten Märzwoche liegen die Höchstwerte in den Niederungen durchschnittlich zwischen +5 und +10 Grad – je nach Höhenlage.

Durchschnittliche Höchstwerte in einer ersten Märzwoche.

Davon sind wir derzeit aber recht weit entfernt, der Auftakt in den März war bereits rund 5 Grad milder als üblich.

Schauen wir, wie es mit den Temperaturen weitergeht. Am nachfolgenden Beispiel Innsbruck sehen wir, dass deutlich zweistellige Temperaturen weiterhin unser täglich Brot sein werden:

Konstant hohe Temperaturen in der kommenden Woche – hier am Beispiel Innsbruck

Man kann also schon jetzt mit recht großer Gewissheit sagen: die erste Märzhälfte wird in Österreich deutlich zu mild ausfallen. Und auch auf den ganzen Monat lassen sich bereits erste Rückschlüsse ziehen. So müsste ab der Monatsmitte schon sehr viel passieren, dass nicht auch der gesamte März zu mild ausfallen wird. Ein hierfür benötigter markanter Kaltluftvorstoß ist aber in den Wetterkarten weit und breit nicht auszumachen.

Im Gegenteil, nachfolgend sehen wir die Temperaturabweichungen in Europa in dieser Kalenderwoche, danach in der zweiten Kalenderwoche:

Abweichung der Lufttemperatur in der laufenden Kalenderwoche. Quelle: ECMWF
Abweichung der Lufttemperatur in der kommenden Kalenderwoche. Quelle: ECMWF

Wir sehen: Weiten Teilen Mitteleuropas stehen deutlich zu milde Tage bevor!

Wie sieht es mit dem Niederschlag aus? Der Februar brachte ja nach einem sehr trockenen Dezember und Jänner endlich den lang ersehnten Niederschlag – der ganze Monat war letztendlich deutlich zu nass.

In den kommenden beiden Wochen ist hier aber nahezu gar nichts in Sicht, wie die aktuelle Modellprognose vom ECMWF bis inkl. 12.03. zeigt:

In den kommenden 10 Tagen ist nahezu kein Niederschlag im Alpenraum zu erwarten. Quelle: ECMWF

Nennenswerte Niederschläge sind in diesem Zeitraum eher Richtung Iberische Halbinsel zu erwarten – bei uns dagegen Dürre.

Vieles erinnert derzeit an den März vor 4 Jahren, der in Österreich der trockenste und sonnigste der Messgeschichte war. Aktuell wandeln wir definitiv auf dessen Spuren…

Kontrastreicher Februar 2026 in Deutschland

Ausgeprägte Gegensätze

Die Wetterlage war geprägt von einem kräftigen Hoch über Skandinavien und vielen Tiefs, die vom Atlantik her nach Westeuropa zogen. Damit war der Westen und Süden im Einflussbereich von atlantischen Fronten, während im Norden und Osten die kalte Luft aus dem Hoch vorherrschte. Somit ergeben sich dich markanten Abweichungen von teils mehr als +3 Grad im Südwesten und -2 Grad in Vorpommern. Über die Fläche gemittelt ergibt sich somit aber eine Abweichung von rund +1 Grad.

Abweichung der Mitteltemperatur vom Klimamittel © DWD/UBIMET

Eistage

Dabei gab es u.a. in Schwerin 11 Eistage und in Hamburg 9, während es in Düsseldorf, Frankfurt am Main und München deren 0 gab. Ein Eistag ist definitionsgemäß ein Tag, an dem das Thermometer nicht über 0,0 Grad hinauskommt.

Tiefstwerte

Der Monat begann vor allem in Vorpommern und der Uckermark sehr kalt, am 2. kam die Temperatur in Grambow nicht über -8,5 Grad hinaus. Auch einige Nächte waren sehr kalt, so etwa am 15. und 19. des Monats. In Dörnick in Schleswig-Holstein wurden in der Früh des 19. eine Temperatur von -16,6 Grad gemessen. Nur auf der Zugspitze war noch kälter mit -17,3 Grad.

Höchstwerte

Am Ende des Monats sorgte dann der erste Vorstoß an warmer Luft aus dem Südwesten verbreitet für neue Monatsrekorde an vielen Stationen, ohne jedoch den Allzeitrekord geknackt zu haben. Am 27. des Monats wurde an der Station Ohlsbach im Oberrheingraben 23 Grad gemessen.

Im Süden zu nass

Mit der beschriebenen Großwetterlage lässt sich auch die Niederschlagsverteilung erklären. Die angesprochenen Fronten versorgten den Süden und Südwesten regelmäßig mit Niederschlag, währten der Schnee und Eisregen im Norden und Osten für eine ausgeglichene Bilanz sorgten. Markant sind die Lees des Harzes und des Thüringer Waldes, hier war teils deutlich zu trocken. Der Norden vermisste die sonst üblichen Fronten, die von der Nordsee aufkommen und gewöhnlich hier für viel Regen sorgen.

Abweichung des Niederschlags vom Monatsmittel © DWD/UBIMET

Der Monat brachte durchaus auch einiges an Schnee. So gab es am 3. des Monats in Hessen ein markantes Ereignis mit lokal 10 bis 15 cm Neuschnee in wenigen Stunden. Aber auch in Schleswig-Holstein war der Schnee lange Zeit ein Thema. Die Reste der jeweiligen Fronten brachten immer wieder etwas Neuschnee, ehe sich in der letzten Woche des Monats auch hier die milde Luft durchsetzen konnte.

Mittlere Schneehöhe in cm in Hessen © mtwetter
Mittlere Schneehöhe in cm in Schleswig-Holstein © mtwetter

Zu trüb

Dies alles führte aber zu viel Bewölkung und somit ist es wenig verwunderlich, dass im Mittel rund ein Viertel weniger die Sonne schien, als üblich. Lediglich direkt an den Alpen gab es nahezu durchschnittlichen Sonnenschein.

Abweichung des Sonnenscheins vom Mittel © DWD/UBIMET

Kein Orkan, aber Eisregen

Der Monat wird sicherlich in Erinnerung bleiben für die vielen Eisregenlagen, die vor allem zwischen dem Weserbergland und Ostfriesland sowie im Osten für teils wiederkehrende erhebliche Glätte sorgten. Besonders die erste Woche des Monats war hier außergewöhnlich und setzte die Lagen des Vormonats fort.

Durch die oben beschriebene Wetterlage schaffte es kein kräftiges Tief nach Deutschland und somit blieben auch orkanartige oder Orkanböen im Flachland und selbst an den Küsten aus.

Titelbild: © https://pixabay.com/photos/black-ice-ice-cream-smooth-winter-75597/