Am Samstag im Flachland viele Wolken

PROGNOSE FÜR DIE SCHWEIZ

Am Samstag im Flachland nur wenig Sonne, aber trocken. In den Alpen freundlicher. 12-14 Grad. Im Süden Sonne und Wolken, 14-15 Grad.

AUSSICHTEN FÜR DIE SCHWEIZ

In der Nacht auf Sonntag regionaler Regen. Am Sonntag nach letzten Tropfen und vielen Wolken immer mehr Auflockerungen. Erst gegen Abend richtig Sonne. 10 – 13 Grad.

Titelbild:  @pixabay.com

Warnlagebericht

Bodendruck- und Frontenkarte für Samstag, 28. Februar 2026, 13:00 MEZ (Quelle: UBIMET)

Aktuelle Wetterlage

Ein kräftiges Hochdruckgebiet sorgt am Samstag tagsüber weiterhin für ruhiges Wetter. Mit einer südwestlichen Höhenströmung gelangen zudem für die Jahreszeit außergewöhnlich milde Luftmassen in den östlichen Alpenraum, sodass verbreitet frühlingshafte Höchstwerte erreicht werden. In manchen Flachlandregionen kann sich jedoch zäher Nebel länger halten. Am Sonntag erreicht schließlich eine schwache Kaltfront den östlichen Alpenraum, warnrelevantes Wetter ist aber bis auf Weiteres nicht in Sicht. Zum Wochenbeginn setzt sich erneut Hochdruckeinfluss durch und das Wetter bleibt ruhig.

Überblick Warnungen

Derzeit sind keine Warnungen in Kraft.

Wetterausblick

Am Freitag hält sich vom westlichen Donauraum über das Waldviertel und  östliche Flachland bis in die südlichen Becken anfangs gebietsweise Nebel. Dieser lockert im Laufe des Vormittags langsam auf, lediglich im Waldviertel und im Nordosten kann sich der Nebel auch etwas länger halten. Sonst dominiert von früh bis spät oft strahlender Sonnenschein mit nur einzelnen hohen Schleierwolken. Im Osten weht schwacher bis mäßiger Südostwind, meist spielt der Wind aber keine Rolle.

Die Nacht auf Samstag verläuft verbreitet trocken und ruhig und meist bleibt der Himmel sternenklar. Erst in den Morgenstunden wird es im Donauraum sowie in den südlichen Becken lokal trüb durch etwas Nebel.

Der Samstag beginnt abseits der Alpen und in den südlichen Becken gebietsweise mit Nebelfeldern, abseits davon oft sonnig. Im Laufe des Vormittags löst sich der Nebel auf, nachfolgend scheint zunächst landesweit die Sonne. Am Nachmittag zieht es aber im Westen zu und ab dem späten Abend ziehen entlang der Nordalpen vereinzelt leichte Schauer durch. Der Wind weht meist nur schwach, im Osten auch mäßig, aus Südost.

Am Sonntag ziehen entlang der Alpennordseite dichte Wolken mit einzelnen Regen- und oberhalb von 1300 bis 1500 m Schneeschauern durch. In der zweiten Tageshälfte trocknet es im Westen ab, die Sonne zeigt sich aber nur selten. Im Osten scheint sie abseits von Nebel am Vormittag noch zeitweise, am Nachmittag zieht es auch dort zu und ab dem Abend fallen vereinzelt ein paar Tropfen. Am freundlichsten bleibt es im Süden.

Der Montag startet regional mit Restwolken und Nebelfeldern, tagsüber setzt sich besonders im Westen ein freundlicher Sonne-Wolken-Mix durch. Am Alpenostrand sind die Wolken etwas hartnäckiger, aber auch dort bleibt es überwiegend trocken. Im Donauraum weht mäßiger Wind aus östlichen, im Osten und Südosten aus südlichen Richtungen.

Letzte Aktualisierung:

Freitag, 27. Februar 2026, 14:15 Uhr

Rekord-Blizzard legt die US-Ostküste lahm, 50 cm Schnee in New York

Ein kräftiges Tiefdruckgebiet hat von Sonntag bis Montag enorme Schneemengen entlang des dicht besiedelten US-Ostkorridors gebracht. Von New York City bis in den Süden von Neuengland fielen verbreitet 60 bis 90 Zentimeter Neuschnee, begleitet von schweren Sturmböen bis zu 120 km/h. Stundenlange Whiteout-Bedingungen und meterhohe Schneeverwehungen ließen die Infrasturktur stillstehen. In fünf Bundesstaaten galten Fahrverbote, rund 500.000 Haushalte waren zeitweise ohne Strom.

Wetterlage

Ausgelöst wurde das Extremereignis durch ein kräftiges Höhentief, das vom Mittleren Westen zur Ostküste zog. Daraus entwickelte sich vor der Küste ein rasch intensivierendes Tiefdruckgebiet, das feuchte Atlantikluft in eine vorhandene Kaltluftmasse führte. Diese Konstellation ist typisch für einen sogenannten Nor’easter. Ein kräftiges Küstentief an der US-Ostküste, das mit starken Nordostwinden einhergeht und im Winter häufig für heftige Schneestürme sorgt. In den stärksten Schneebändern fielen zeitweise bis zu 5–8 Zentimeter Schnee pro Stunde.

Rekordneuschnee

Besonders betroffen waren Rhode Island und Massachusetts mit bis zu 90 Zentimetern Neuschnee. In Providence wurde mit 84 Zentimetern ein neuer Allzeitrekord aufgestellt. Auch New York City verzeichnete mit bis zu 69 Zentimetern die höchsten Mengen seit 2016. Der schwere, nasse Schnee in Kombination mit Sturm ließ Bäume und Stromleitungen umstürzen, tausende Flüge wurden gestrichen und die Aufräumarbeiten werden noch mehrere Tage in Anspruch nehmen.

 

Wetter-Trend: Atlantik-Tiefs bringen den Umschwung

Wintereinbruch mit Sturm, Regen und Schnee @ pixabay.com

Der meteorologische Winter 2025/26 zeigte sich bislang von seiner extrem trockenen Seite. Seit dem 1. Dezember herrscht in weiten Teilen des Landes ein massives Niederschlagsdefizit – im landesweiten Schnitt fehlt gut die Hälfte der üblichen Regen- und Schneemengen. In Regionen wie dem Arlberg oder dem Ennstal liegt das Minus sogar bei rund 75 Prozent. Lokal steuern wir derzeit auf einen der trockensten Winter der Messgeschichte zu. Doch nun ist ein Ende der blockierenden Wetterlage in Sicht.

Niederschlagsabweichung bis 07.02.2026 für den Winter 2025/2026

Ruhiger Wochenstart, gefolgt von der Umstellung

Die neue Woche beginnt zunächst noch zögerlich und erinnert an die vergangenen Tage. Am Montag und Dienstag herrscht vielerorts noch ruhiges Hochdruckwetter, wobei sich im Flachland teils zäher Hochnebel hält. In den Alpen hingegen dominiert strahlender Sonnenschein. Trotz der Ruhe zeichnet sich die milde Luft bereits ab: Mit Höchstwerten zwischen 1 und 10 Grad liegen die Temperaturen schon jetzt über dem für Anfang Februar typischen Niveau, das normalerweise eher bei 4 bis 6 Grad angesiedelt wäre.

Maximumtemperatur für den 11.02. laut Wettermodell des ECMWF

Vorfrühlingshafte Temperaturen bis 15 Grad

In der zweiten Wochenhälfte festigt sich die milde Westströmung spürbar. Bereits der Donnerstag gestaltet sich unter dem Einfluss von Tiefdruckgebieten über der Nordsee zwar unbeständig, aber mit Werten zwischen 5 und 13 Grad bleibt es für die Jahreszeit außergewöhnlich mild. Zum Wochenende hin bestimmen schließlich feuchte Luftmassen aus West- und Nordwesteuropa das Wettergeschehen. Dabei rückt besonders im Osten und Südosten des Landes die 15-Grad-Marke in greifbare Nähe und sorgt für erste echte Frühlingsgefühle.

Maximumtemperatur für den 13.02. laut Wettermodell des ECMWF

Aufatmen in den Skigebieten der Nordalpen

Besonders erfreulich sind die Aussichten für die Alpennordseite. Durch die rasche Abfolge von Warm- und Kaltfronten werden von Vorarlberg bis zum Mostviertel verbreitet 25 bis 50 l/m² Niederschlag erwartet – am Arlberg lokal sogar mehr. Auch wenn es in den Tälern zeitweise regnet, bedeutet der Neuschnee in den höheren Lagen ein wichtiges Aufatmen für die Skigebiete.

48h-Neuschneeprognose bis Donnerstagabend. © UBIMET

Deutlich trockener bleibt es hingegen im Süden und Osten: Von Osttirol bis zum Weinviertel fallen die Mengen mit 5 bis 10 l/m² eher bescheiden aus. Die große „Winterdürre“ wird dort also nur leicht gemildert.

Niederschlagssumme für die Woche ab 09.02.2026; Quelle: UBIMET

Tief LEONIE bringt gefrierenden Regen und Schnee

Zum Start in die neue Woche sorgt das Tiefdruckgebiet LEONIE in weiten Teilen Deutschlands für unbeständiges Winterwetter. In einem Streifen von Nordwürttemberg und Franken bis nach Schleswig-Holstein schneit es zeitweise kräftig, in großen Teilen Brandenburgs kommt zudem gefrierender Regen samt hoher Glättegefahr hinzu.

Wetterlage

Tief LEONIE zieht in den kommenden Stunden nordwärts und kommt in der Nacht auf Montag über Ostdeutschland zu liegen. Die zugehörige Okklusion bringt von Bayern bis nach Schleswig-Holstein verbreitet Niederschläge. Vor allem von Sachsen bis an die Ostsee wird in der Höhe mildere Luft herangeführt: Im Winter ist das eine klassische Voraussetzung für gefrierenden Regen.

Frontenkarte 26.01. 12 UTC; @meteonews.ch

Glättegefahr deutlich erhöht

Während LEONIE in der Höhe mildere Luftmassen nach Ostdeutschland transportiert, bleiben die Temperaturen in Bodennähe weiterhin unter dem Gefrierpunkt. Der Niederschlag fällt dadurch vielerorts als gefrierender Regen, was die Glättegefahr auf Straßen und Gehwegen massiv erhöht. Die höchsten Mengen werden in Brandenburg und Berlin erwartet, lokal können in der Uckermark bis zu 8 Liter gefrierender Regen zusammenkommen.

12-stündige Prognose des ECMWF-Modells für gefrierenden Regen für den 26.01. von 00 UTC bis 12 UTC; @UBIMET

Aktive Warnungen

Entsprechend gelten in weiten Teilen Brandenburgs sowie in Berlin rote Warnungen vor gefrierendem Regen, im Nordosten Brandenburgs wurde sogar die violette und somit höchste Warnstufen ausgerufen. Zusätzlich fällt von Bayern bis nach Schleswig-Holstein verbreitet Schnee. Die größten Neuschneemengen werden dabei in der Nordhälfte Bayerns sowie in Teilen Schleswig-Holsteins erwartet, wo am Montag über 20 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen können. Die untenstehende Warnkarte zeigt die besonders betroffenen Regionen.

Warnkarte für den 26.01.2026

Starkregen bringt Rekordhochwasser im Nordwesten der USA

Tagelanger Starkregen hat im Pazifischen Nordwesten der USA zu teils rekordverdächtigen Überschwemmungen geführt. Besonders im Westen des US-Bundesstaates Washington traten zahlreiche Flüsse über die Ufer und überfluteten ganze Ortschaften. Mehr als 100.000 Menschen mussten evakuiert werden, zudem wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Die Behörden fordern alle Bewohner innerhalb der ausgewiesenen 100-Jahres-Überflutungsgebiete auf, umgehend höher gelegenes Gelände aufzusuchen.

Extreme Hochwasser

Ursache für die enormen Regenmengen war ein sogenannter atmosphärischer Fluss: Ein langes Band extrem feuchter Luft in der Atmosphäre, das große Wassermengen über den Pazifik transportierte und sie als kräftigen Regen an der Westküste Nordamerikas abregnen ließ. In diesem Fall reichte der feuchte Luftstrom über tausende Kilometer über den Ozean und brachte ungewöhnlich viel Niederschlag in die Region um den amerikanischen Bundesstaat Washington.

Solche Wetterlagen sind besonders in Herbst und Winter an der Westküste der USA häufig und können bei langanhaltendem, kräftigem Regen massive Überschwemmungen, Erdrutsche und Infrastrukturprobleme auslösen.

Zwar ist die Region bereits seit mehreren Wochen von einer nassen Wetterlage geprägt, die ergiebigen Regenfälle setzten jedoch ab Sonntag deutlich ein. In den vergangenen Tagen fielen verbreitet 25 bis 75 Millimeter Regen pro Tag, lokal sogar bis zu 100 Millimeter. An den Westhängen der Kaskaden summierten sich die Niederschläge insgesamt vermutlich auf über 300 Millimeter. Die enorme Abflussmenge ließ zahlreiche Flüsse auf hohes bis extremes Hochwasser ansteigen.

Wichtige Infrastruktur betroffen

Besonders kritisch ist die Lage am Skagit River, der voraussichtlich mehrere Meter über dem bisherigen Rekordstand kulminieren wird. Große Teile eines wichtigen landwirtschaftlichen Tals stehen bereits unter Wasser. Zahlreiche Straßen mussten gesperrt werden, vielerorts kam es zu Wasserrettungseinsätzen. Zusätzlich sorgen Erdrutsche in den steileren Regionen für Gefahr. Die Autobahn I-90 östlich von Seattle ist teilweise blockiert. Auch im Südwesten der kanadischen Provinz British Columbia sind wichtige Verkehrsverbindungen unterbrochen, dies schnitt sogar die Großstadt Vancouver zum Teil von der Außenwelt ab.

 

Heftige Unwetter mit Hagel um 10 cm rund um Brisbane

Über dem Südosten Queenslands hat sich zu Wochenbeginn eine Wetterlage festgesetzt, die sehr instabile Bedingungen verursacht. Zwei Tage in Folge zogen heftige Superzellen-Gewitter über die Metropolregion Brisbane hinweg und richteten massive Schäden an. Riesenhagel, Orkanböen und mögliche Tornados hinterließen zerstörte Autos, eingeschlagene Dächer und entwurzelte Bäume. Einige Orte wurden sogar an beiden Tagen getroffen.

Langlebige Superzelle trifft Brisbane

Am Sonntag entwickelte sich nahe der Grenze zwischen Queensland und New South Wales eine besonders langlebige Superzelle. Sie legte mehr als 60 Kilometer zurück und traf schließlich die östlichen Vororte Brisbanes. Entlang ihrer Zugbahn fielen Hagelkörner mit 7–9 cm Durchmesser. Besonders heftig erwischte es Eagleby und Loganholme. In Silver Spur sowie im nordöstlichen NSW bei Glen Innes meldeten Anwohner sogar Hagel in Baseball-Größe.

Noch größerer Hagel, fast nationaler Rekord

Nur einen Tag zog eine weitere Superzelle von der Gold Coast rasch nach Norden. Diese zweite Serie fiel noch zerstörerischer aus: Vielerorts wurden Hagelkörner mit über 10 cm Durchmesser gemeldet. Die größten davon trafen Chandler östlich von Brisbane mit unglaublichen 13–14 cm. Diese Werte liegen nur knapp unter dem australischen Rekord von 16 cm. Für viele, darunter erneut die Menschen in Loganholme, bedeutete dies binnen 24 Stunden einen zweiten Hagelsturm mit massiven Sachschäden.

Orkanböen und mögliche Tornados

Je weiter die Unwetter nach Norden zogen, desto stärker rückten extreme Windböen in den Vordergrund. In Wallu und auf Bribie Island wurden mögliche Tornados beobachtet. Böen zwischen 150 und 180 km/h sollen Autos umgeworfen sowie Bäume und Stromleitungen zu Boden gerissen haben.

Wetterumschwung: Gewitter und Regen stehen bevor

Nach einer Phase mit ruhigem und hochsommerlich heißem Wetter kündigt sich nun ein Abschnitt mit unbeständigen Bedingungen an. Ein Tiefdruckgebiet über Frankreich beeinflusst das Wettergeschehen in Österreich und sorgt bis zum Wochenende für verbreitete Regenfälle sowie eine spürbare Abkühlung.

Wetterlage

Bereits in der Nacht auf Mittwoch verlagert sich ein Tiefdruckgebiet von Frankreich ostwärts und erfasst zunehmend den Alpenraum. Dabei erreichen die Westhälfte Österreichs erste Schauer und einzelne Gewitter. Auf der unten abgebildeten Frontenkarte für Mittwoch ist gut zu erkennen, dass das Frontensystem des Tiefs über den Alpen zu liegen kommt. Besonders am Donnerstag führt dies verbreitet zu ergiebigen Regenfällen, die stellenweise auch noch bis Freitag andauern können.

Frontenkarte für den 20. August 2025, 12 UTC; Quelle: meteonews.ch

Zunächst Gewitter, dann Regen

Von Mittwoch an ziehen von Westen her erste Schauer und Gewitter auf, die besonders im Bergland und im Süden lokal hohe Regenmengen bringen können. Im Tagesverlauf breiten sich die Gewitter ostwärts aus, während es nördlich der Alpen und im Osten noch meist trocken bleibt.

Am Donnerstag regnet es anschließend vor allem im Bergland und Süden länger anhaltend und teils ergiebig, lokal sind weiterhin Gewitter möglich. Nach einem zunächst trockenen Start im Osten und im Donauraum werden Schauer und Gewitter auch dort im Laufe des Vormittags zahlreicher. Von Donnerstagvormittag bis Freitagvormittag kommen dabei laut ECMWF-Modell vor allem entlang der Nordalpen erhebliche Regenmengen zusammen.

Prognostizierte 24-stündige Regenmenge von Donnerstag 6 UTC bis Freitag 6 UTC ©ECMWF

Kontinuierliche Abkühlung

Das Tief bringt nicht nur Regen und Gewitter, sondern auch eine spürbare Abkühlung. Bis zum Wochenende dreht die Höhenströmung zunehmend auf Nordwest, wodurch kühlere Luftmassen in den Alpenraum gelangen. Während am Mittwoch noch verbreitet Höchstwerte über 30 Grad möglich sind, sinken die Temperaturen bis Samstag auf maximal 24 Grad.

Die untenstehende Grafik zeigt die ECMWF-Prognose für Wien in den kommenden 10 Tagen: Oben sind die erwarteten Temperaturen und ihr Rückgang bis zum Wochenende dargestellt, unten die prognostizierten Niederschlagsmengen für Donnerstag.

Ensemble-Prognose vom ECMWF für Wien der nächsten 10 Tage für Temperatur und Niederschlag. @ECMWF

 

Waldbrände in Südfrankreich und Spanien

Im August sorgt eine stabile Hochdrucklage für eine Hitzewelle in Südfrankreich und Südspanien, die verheerende Waldbrände begünstigte. Trockenheit, Hitze und teils starker Wind ließen die Feuer schnell wachsen und zwangen viele Menschen zur Evakuierung. Die Hitzewelle hält auch weiterhin an und breitet sich nun bis in den Alpenraum und nach Süddeutschland aus.

Waldbrände in Südfrankreich und Spanien

Dieser Brand zählt zu den stärksten Waldbrandkatastrophen Frankreichs seit Jahrzehnten. In der Nacht wuchs das Schadensgebiet auf etwa 8.000 Hektar und dehnte sich im weiteren Verlauf auf 16.000 Hektar aus, das entspricht einer Fläche von rund 23.000 Fußballfeldern. Die schnelle Ausbreitung mit Geschwindigkeiten von 5 bis 6 km/h wurde durch Trockenheit, Hitze und  Wind begünstigt.

Auch in Südspanien in der Urlaubsregion Andalusien nahe Tarifa brachen Waldbrände aus und zahlreiche Hotels mussten evakuiert werden. Die Feuer sind zwar mittlerweile unter Kontrolle, dennoch verschärft die anhaltende Hitzewelle mit Temperaturen über 40 °C die Lage und erhöht das Brandrisiko deutlich.

Hitzewelle in Europa

Ein ausgedehntes Hochdruckgebiet erstreckt sich derzeit von Spanien bis nach Osteuropa und sorgt für eine stabile Wetterlage. Über weiten Teilen Europas liegen heiße Luftmassen, die bis zum Wochenende beständig bleiben und die Temperaturen auf hochsommerlichem Niveau halten.

Frontenkarte für den 7. August 2025, 12 UTC; Quelle: meteonews.ch

 

Die Berechnungen des ECMWF-Wettermodells zeigen für Samstag eine anhaltende Hitzewelle in großen Teilen Europas. Im Mittelmeerraum, besonders in Spanien und Südfrankreich klettern die Temperaturen auf rund 40 Grad, ein entscheidender Faktor für die dortigen Waldbrände. Auch im Alpenraum und in Süddeutschland bleibt es mit Höchstwerten über 30 Grad heiß.

 

Höchsttemperaturen Südeuropa am Samstag, den 09.08.2025 nach dem ECMWF-Modell.

Starkregen im Nordosten Deutschlands

Starkregen (Archivbild) - Adobe Stock

Ab dem Montagnachmittag setzte im Nordosten Deutschlands teils kräftiger Dauerregen ein. Besonders betroffen waren Mecklenburg-Vorpommern und der Norden Brandenburgs, wo es über Nacht ergiebig regnete. An einzelnen Messstationen wurden innerhalb von 24 Stunden Regenmengen von bis zu 100 l/m² registriert.

Wetterlage

Ein Tiefdruckkomplex namens ISAAC beeinflusste am Montag große Teile Europas. Er reichte von den Britischen Inseln bis zur Ostsee. Im Tagesverlauf zog die zugehörige Front ostwärts über Mitteleuropa und erreichte am Abend den Nordosten Deutschlands. Besonders in Mecklenburg-Vorpommern fiel dabei anhaltender, teils kräftiger Regen, der bis in die Morgenstunden andauerte.

Frontenkarte für den 22. Juli 2025, 12 UTC; Quelle: meteonews.ch
Frontenkarte für den 22. Juli 2025, 12 UTC; Quelle: meteonews.ch

Messwerte

Durch den anhaltenden Regen meldeten viele Wetterstationen aufsummierte Niederschlagsmengen von über 50 l/m². An einer Station wurden sogar 106 l/m² gemessen. Auch entlang der dänischen Inseln setzte sich der starke Regen fort – dort wurden ebenfalls stellenweise über 100 l/m² registriert.

24-stündige Niederschlagssumme in l/m² am 22. Juli 2025 um 9 UTC

Ausblick

Das Regenfeld ist zwar vorübergehend weiter nach Norden gezogen, doch das Tief über der Ostsee lenkt das Frontensystem bis zum Abend wieder zurück in Richtung deutsche Ostseeküste. Damit bleibt der Norden Deutschlands in den kommenden 24 Stunden erneut im Einflussbereich des Tiefs mit teils kräftigen Niederschlagsmengen.

Prognose der Regenmenge für die nächsten 24 Stunden

Für das Gebiet an der dänischen-deutschen Grenze werden Regenmengen um die 30 bis 50 Liter erwartet. Regenwarnungen bis Mittwochnachmittag sind für die Region in Kraft.

Regenwarnungen für die kommenden Stunden. Stand 22.07.2025 13:50 Uhr - www.uwr.de
Regenwarnungen für die kommenden Stunden. Stand 22.07.2025 13:50 Uhr – www.uwr.de

Tornado-Verdacht in Oberösterreich am Dienstag

Schwere Sturmschäden in Taufkirchen an der Pram am 15.07.2025 - © Feuerwehr Laufenbach
Am 15. Juli 2025 zog zwischen 14:30 und 15:00 Uhr eine kräftige Gewitterzelle über den Raum Taufkirchen an der Pram in Oberösterreich hinweg und richtete schwere Schäden an mehreren Gebäuden an. Es besteht der Verdacht, dass ein Tornado dafür verantwortlich sein könnte. Da kein Bild- oder Videomaterial vorliegt, bleibt eine abschließende Einschätzung jedoch vorerst aus. Ob sich der Tornadoverdacht bestätigt, kann erst nach einer detaillierten Analyse der Schadensbilder festgestellt werden.
Österreich befand sich an der Vorderseite des Tiefdruckgebiets HORST über Deutschland. In Verbindung mit einer durchziehenden Kaltfront aus Westen wurden in Oberösterreich günstige Bedingungen für die Entstehung von Gewittern geschaffen. Eine Gewitterzelle, die sich zunächst in Niederbayern entwickelte, zog anschließend unter Verstärkung über die Grenze bei Schärding – wie auch anhand des Blitzverlaufs vom 15. Juli ersichtlich ist.
Geortete Blitzentladungen in Österreich am 15.07.2025 - UBIMET, nowcast
Geortete Blitzentladungen in Österreich am 15.07.2025 – UBIMET, nowcast
Bezüglich der lokalen Lage: Die verantwortliche Gewitterzelle verstärkte sich an einer Windkonvergenzzone in tieferen Schichten (Zusammenströmen von Winden aus Südwest mit Winden aus nördlicher Richtung). Tatsächlich trafen hier Schauer aus Westen mit Gewittern aus Nordwesten zusammen. Damit gab es vorübergehend günstige Bedingungen für die Entstehung eines Tornados.
Radaranimation zwischen 14:30 Uhr und 15:00 Uhr MESZ am 15.07.2025 im westlichen Donauraum mit Windrichtung in 10m Höhe. Taufkirchen an der Pram ist im schwarzen Kreis - UBIMET, Austrocontrol
Radaranimation zwischen 14:30 Uhr und 15:00 Uhr MESZ am 15.07.2025 im westlichen Donauraum mit Windrichtung in 10 m Höhe. Taufkirchen an der Pram ist im schwarzen Kreis – UBIMET, Austrocontrol

 

Tornados in Österreich

Im Durchschnitt treten in Österreich pro Jahr etwa 3 bis 5 Tornados auf, allerdings sind die meisten davon nur schwach und kurzlebig. Meistens stehen diese auch nicht im Zusammenhang mit Superzellengewittern, sondern entwickeln sich an lokalen Windkonvergenzen („Typ-II-Tornados“). Starke Tornados sind extrem selten, wobei das bislang bekannteste Ereignis der Tornado von Wiener Neustadt am 10. Juli 1916 war. Die Einschätzung der Stärke dieses Tornados liegt bei F4/T8, was Windgeschwindigkeiten um 350 km/h bedeutet. Vor wenigen Jahren, am 10.07.2017, kam es auch knapp südlich von Wien (10.07.2017 – Tornado bei Wien) zu einem Tornado im Zuge einer Superzelle.

Verteilung aller Tornado-Meldungen in Österreich seit 1900 anhand der ESWD-Datenbank - https://eswd.eu/cgi-bin/eswd.cgi
Verteilung aller Tornado-Meldungen in Österreich seit 1900 anhand der ESWD-Datenbank – https://eswd.eu/cgi-bin/eswd.cgi

Wirft man einen Blick auf die österreichischen Nachbarländer, blieben in den letzten Jahren einige Fälle in Erinnerung. Etwa der starke Tornado knapp nördlich der österreichischen Grenze in Tschechien am 24.06.2021 (24.06.2021 – Starker Tornado in Tschechien) oder mehrere Tornados am 20.05.2022 in Deutschland (20.05.2022 – Tornados richten in Deutschland Schäden an).

Yesterday’s probable tornado in Taufkirchen an der Pram (Upper Austria) had a small velocity couplet around 12:55 UTC in storm-relative doppler winds as seen from GSA Hochficht radar. Visualization by ESSL/Bram van ‚t Veen.

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— Alois M. Holzer (@alois-m-holzer.bsky.social) 16. Juli 2025 um 12:18


Titelbild: Schwere Sturmschäden in Taufkirchen an der Pram am 15.07.2025 – © Feuerwehr Laufenbach

Heftige Unwetter im Nordosten der USA: Rekordregen führt zu Überschwemmungen

Am Montag kam es in Teilen von New Jersey, New York und Connecticut zu schweren Überschwemmungen. Ursache waren ortsfeste Gewitterzellen, die innerhalb kurzer Zeit enorme Regenmengen freisetzten. In New York City drang das Wasser bis in die Schächte der U-Bahn ein.

Extremregen mit Rekordwerten

Bereits am Montagnachmittag bildeten sich erste Gewitter über den Vororten von New York City. Aufgrund ihrer langsamen Zuggeschwindigkeit entluden sie sich nahezu stationär über der Region. Das führte lokal zu Rekordniederschlagsmengen: Die Wetterstation im Central Park registrierte innerhalb einer Stunde rund 67 Millimeter Regen – der zweithöchste je gemessene Wert an diesem Standort. Andere Stationen im Stadtgebiet meldeten sogar bis zu 150 Millimeter.

Wasser bis in die U-Bahn-Schächte

Die Wassermassen setzten weite Teile Manhattans unter Wasser. Besonders betroffen war das öffentliche Verkehrsnetz: In der U-Bahn-Station an der 28th Street stand das Wasser und Menschen saßen im Zug fest. Auch auf den Straßen kam es zu gefährlichen Situationen – Autos wurden weggespült, einige Menschen mussten aus ihren Fahrzeugen gerettet werden.


In New Jersey starben zwei Menschen, als ihr Auto von der überfluteten Straße abkam. Auch in New York City waren Kellerwohnungen betroffen. Hier standen die Wohnungen teils bis zur Hüfte unter Wasser. Dank neuer Notfallprotokolle, die nach den tragischen Kellerüberflutungen im September 2021 eingeführt wurden, konnten diesmal jedoch schwerwiegendere Verletzungen oder Todesfälle verhindert werden.

Eine kühle Wetterwoche steht uns bevor

Eine lange Phase mit anhaltendem Hochdruckeinfluss und Hitze geht am Wochenende zu Ende. Das Tiefdruckgebiet FRIEDEMANN über Südskandinavien verdrängt am Wochenende mit einer Kaltfront die letzten heißen Luftmassen aus Mitteleuropa. Dahinter fließen mit einer Nordwestströmung in der Höhe deutlich kühlere Luftmassen von der Nordsee ein.

Kühle Tage

Verglichen mit der Hitze der letzten Tage bringt der Start in die kommende Woche eine deutliche Abkühlung. Die Temperaturen bleiben landesweit bereits am Sonntag deutlich unter 30 Grad. Dieser Trend setzt sich auch am Montag und Dienstag fort. Nur noch Höchstwerte von knapp 20 Grad zeigt das Wettermodell ICON für Dienstag. Im klimatologischen Durchschnitt für die Jahreszeit bedeutet das eine negative Abweichung von verbreitet 5 bis 7 Grad.

Prognostizierte Höchstwerte nach dem ICON-Modell am Dienstag, dem 8.7.2025 © DWD/UBIMET
Abweichungen der 2m-Temperatur vom klimatologischen Durchschnitt am Dienstagnachmittag ©http://www.karstenhaustein.com/reanalysis/gfs0p5/ANOM2m_europe/ANOM2m_f96_europe.html

Westhälfte nass, Osthälfte trocken

Generell zeichnet sich unbeständiges Wetter ab. Immer wieder ziehen besonders im Westen und Süden Schauer und Gewitter durch. Überregional kommen bis Mittwoch Regenmengen von 20 bis 30 L/m² zusammen.

 

Prognostizierter Regen bis Mittwochmittag, den 9.7.2025 © DWD/UBIMET

 

Im Osten fallen nur 5 bis 10 L/m², doch gerade hier wird der Regen schmerzlich vermisst. Die Niederschlagsmengen im bisherigen Sommer sind deutlich unterdurchschnittlich, so fielen beispielsweise in Leipzig 50 % weniger als der Durchschnitt. Die Trockenheit hat bereits einige Wald- und Flächenbrände zur Folge.

Abweichungen des Niederschlags des Sommers 2025 © DWD/UBIMET