Partielle Sonnenfinsternis bringt Schattenspiele

Am Dienstag, um die Mittagszeit, ist es einmal wieder soweit: Der Mond schiebt sich vor die Sonne, eine partielle Sonnenfinsternis tritt ein. Eine totale oder ringförmige Finsternis ist dieses Mal allerdings nirgends zu bestaunen, denn der Mondschatten streift die Erde nur.

Angebissen

Durch die teilweise Bedeckung nimmt die Sonne vorübergehend Sichelform an, wobei die Sichel recht breit ausfällt. Eher sieht es aus, als würde die runde Form von oben her angeknabbert. In Wien werden maximal 30 Prozent der Sonnenscheibe vom Mond verdeckt, in Innsbruck sind es nur 22 Prozent. Die Finsternis beginnt in Wien um 11.16 MESZ mit einer zunächst unsichtbaren Einkerbung, die aber rasch anwächst und um 12: 21 Uhr ihr Maximum erreicht. Um 13:27 ist die Finsternis dann wieder vorüber. Weiter westlich wie etwa in Innsbruck findet das Spektakel etwa 5 Minuten früher statt.

Verlauf der Sonnenfinsternis in Wien. © https://www.timeanddate.de/

Höhepunkt:

  • 12:09 Uhr Hamburg
  • 12:11 Uhr Zürich
  • 12:13 Uhr Berlin
  • 12:14 Uhr München
  • 12:15 Uhr Innsbruck
  • 12:21 Uhr Wien

Schwierig zu beobachten

Wer versucht, direkt in die trotz der teilweisen Abdeckung fast unvermindert grelle Mittagssonne zu blicken, riskiert rasch Augenschäden, zudem ist aufgrund der enormen Blendung die Einkerbung kaum zu erkennen. Am besten geht es mit einer so genannten Sonnenfinsternisbrille, die mit einer reflektierenden Metallfolie bespannt ist. Auch mit einem aufgestellten Fernglas lässt sich die Sonne auf ein Blatt Papier projizieren. Allerdings ist tunlichst zu vermeiden, dabei durch das Glas hindurchzuschauen. Notfalls kann man das Sonnenbild samt Delle auch mit einem einfachen kleinen Spiegel auf eine ca. 10-30 m entfernte, schattige Wand werfen.

Wetter spielt zumindest teilweise mit

Prinzipiell setzt sich am Dienstag wieder ein Zwischenhoch durch, sodass in den meisten Landesteilen genügend Wolkenlücken für die Beobachtung zu erwarten sind. Etwas hartnäckiger sind die Wolken im Süden und in der fortgeschrittenen Jahreszeit lässt sich im Flachland oder in Tallagen auch zäher Nebel nicht ausschließen.

Bild von markito auf Pixabay

Mini-Sonnenfinsternis zum Sommerbeginn

Der Sonne fehlt ein Stück

Angebissener Apfel

Um 11:52 MESZ berührt der Rand des Mondes die Sonnenscheibe, gut eine halbe Stunde später hat er etwa ein Zehntel ihres Durchmessers erreicht. Die Sonne hat rechts oben eine Delle bekommen, die an einen angebissenen Apfel erinnert. Um 12:40 ist bereits der Höhepunkt dieser bescheidenen Finsternis erreicht, um 13:28 endet die Bedeckung schließlich.

Nur mit Hilfsmitteln sichtbar

Direkt in die Sonne zu blicken ist niemals ratsam ; neben der erheblichen Gefahr schwerer Augenschäden verhindert die Blendung auch jegliche Detailwahrnehmung, sodass ohnehin nichts von der Einkerbung zu sehen wäre. Dies gilt um so mehr, weil die Sonne zur Finsternis sowohl tages- als auch jahreszeitlich bedingt nahezu ihren höchstmöglichen Stand erreicht.

Filter oder Projektion

Zur Beobachtung werden einerseits metallbedampfte Folien empfohlen, die in Form sogen. Finsternisbrillen („Sofi-Brillen“) im optischen Fachhandel erhältlich sind. Bequemer ist aber gerade bei dem hohen Sonnenstand eine indirekte Beobachtung mit einem Fernglas oder Spektiv auf eine Projektionsfläche, etwa ein weißes Papierblatt. Hierzu ein paar Tipps:

  • Gewöhnliche Feldstecher und Spektive sind meist gut geeignet, astronomische Fernrohre weniger. Diese können durch Erhitzung des Fernrohrinneren sogar Schaden nehmen.
  • Das Fernglas auf ein Stativ montieren und anhand des Eigenschattens auf die Sonne ausrichten. Bei einem zweiäugigen Feldstecher evtl. eines der Objektive abdecken. Wenn das Sonnenbild auf der Projektionsfläche erscheint, am Okular drehen, bis das Bild möglichst scharf auf dem Papier zu sehen ist. Je nach Fernrohrgröße ist ein Abstand von 20-50 vom Okular zum Papier ideal.
  • Besonders wichtig: Dabei niemals mit den Augen anvisieren! Während schon das direkte Sonnenlicht im Auge nach kurzer Zeit z.T. irreversible Schäden anrichtet, riskiert man durch das im Fernglas gebündelte Licht mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Erblindung! Das vom Papier reflektierte Sonnenbild ist dagegen unschädlich, auch wenn es bei zu geringem Abstand zum Fernglas recht grell erscheinen kann. Jedenfalls sollte man den Blick stets in Richtung der Projektionsfläche, also nach unten halten und nicht aufwärts Richtung Sonne!
So eine Brille ist zur Beobachtung geeignet, im Gegensatz zu einer normalen Sonnenbrille@AdobeStock

Das nächste Mal

Die nächste in Österreich sichtbare Sonnenfinsternis findet am Dienstag, den 25. Oktober 2022 ebenfalls um die Mittagszeit statt. Dann wird die Sonne immerhin zu knapp einem Drittel vom Mond bedeckt, präsentiert sich also auch sichelförmig und nicht nur wie „angebissen“.

Begegnung mit einem kosmischen Felsbrocken

Ein kosmischer Felsbrocken fliegt am Sonntag an der Erde vorbei - so nahe allerdings nicht.

Nah und fern

Wie die großen Planeten bewegen sich  diese Asteroiden, auch Planetoiden oder Kleinplaneten genannt, auf Ellipsenbahnen um die Sonne. Hauptsächlich sind sie weit außerhalb der Erdbahn zwischen Mars und Jupiter unterwegs, zumindest kleinere Teile kommen aber immer wieder auch ’nahe‘ bei unserem Planeten vorbei.

Sternschnuppen entstehen durch kleine Bruchstücke von Asteroiden oder Kometen@AdobeStock.

Keine Gefahr

Das klingt erst einmal bedrohlich, nahe bezogen auf die Verhältnisse des Sonnensystems  kann jedoch auf die Erde übertragen eine riesige Distanz sein. So kommt uns dieser Asteroid nicht näher als knapp 2 Millionen Kilometer oder gut das 5-fache zur Entfernung zum Mond. Eine Kollision mit der Erde ist also auszuschließen. Die letzte vergleichbare Begegnung mit einem Asteroiden ähnlicher Größe fand am 22. Dezember 2018 statt.

…vorläufig

Wesentlich näher wird uns in acht Jahren der ca. 300 m messende Planetoid Apophis kommen, er wird die Erde „nur“ um 38.000 km verfehlen. Aber auch da besteht keine Kollisionsgefahr, was allerdings keine absolute Entwarnung bedeuten kann. So zog am 15. Februar 2013 ein schon drei Jahre bekannter Asteroid von 40 Metern, wie berechnet, in 28. 000 km Entfernung an der Erde vorbei. Am selben Tag lieferte jedoch ein ähnliches Objekt einen unerwarteten Treffer – die bekannte Meteoritenexplosion im nordrussischen Tscheljabinsk. Dieser Asteroid näherte sich der Erde aus Richtung der Sonne und konnte daher nicht vorher beobachtet werden. Auf kurze oder lange Sicht (astronomisch, also bis zu Jahrmillionen) gilt ein erneuter, dann global katastrophaler Treffer eines noch weit größeren Brockens sogar als sicher.

Ein Vorübergang des Merkur vor der Sonne

Ein Vorübergang des Merkur vor der Sonne

Bei einer Sonnenfinsternis schiebt sich bekanntlich der Mond vor die Sonne. Im Prinzip ist dies auch bei den Planeten Venus und Merkur möglich, die innerhalb der Erdbahn um die Sonne laufen. Aufgrund ihrer im Vergleich zum Mond wesentlich größeren Entfernung zur Erde bedecken sie aber nur einen winzigen Bruchteil der Sonne, sodass von einer Finsternis keine Rede sein kann.

Genaues Timing

Die Bahn des innersten, sonnennächsten Planeten Merkur ist relativ stark zur Erdbahn geneigt, dadurch gerät er nur selten genau auf die Verbindungslinie Sonne-Erde. Am 11.11. von 13:35 bis 16: 22 Uhr (MEZ) ist dies heuer aber der Fall, Astronomen sprechen von einem Merkurtransit und bezeichnen diesen sogar als das bemerkenswerteste Himmelsereignis des Jahres.

Merkur Transit im2016. © Tom Polakis
Merkurtransit vor der Sonne im Jahr 2016. © Tom Polakis

Schwierige Beobachtungsbedingungen

Nun ist der Transit aber nicht ganz einfach zu beobachten, da Merkur von der Erde aus gesehen ausgesprochen winzig erscheint. Neben klarem Himmel, gerade im November keine Selbstverständlichkeit, benötigt man daher auch noch ein optisches Hilfsmittel. Aber Vorsicht: Ist es schon wenig ratsam, mit freiem Auge in die Sonne zu blicken, sind Augenschäden bis hin zur Erblindung geradezu unvermeidlich, wenn man dies mit einem Fernglas bzw. Teleskop tut!

Nicht spektakulär, aber selten

Der schwarze Mini-Punkt vor der Sonne lässt sich am ehesten durch Projektion der Sonne auf einen weißen Karton sichtbar machen. Allerdings ist nicht jedes Teleskop dafür geeignet, und Experimente mit dem durch Linsen oder Spiegel gebündelten Sonnenlicht können im Wortsinne ins Auge gehen! Wer sich also wirklich für das Ereignis interessiert und es „live“ beobachten will, sollte eine der öffentlichen Sternwarten aufsuchen, die meisten sperren aus diesem Anlass auf. Wie erwähnt handelt es sich um ein seltenes Schauspiel, der nächste Merkurtransit findet erst am 13. November 2032 statt.

Titelbild © Adobe Stock

Die Jahrhundert-Mondfinsternis

Freitagnacht findet die Jahrhundert-Mondfinsternis statt.

Bei einer Mondfinsternis durchquert der Mond den Schattenkegel, den die von der Sonne beleuchtete Erde im Weltraum wirft. Dieses astronomische Ereignis findet also statt, wenn Sonne, Erde und Mond nahezu exakt auf einer geraden Linie liegen. Zunächst tritt der Mond in den Halbschatten der Erde, ehe er dann den Kernschatten der Erde durchläuft. Die Totalität dauert bei der aktuellen Mondfinsternis  1 Stunde und 43 Minuten. In weiterer Folge verlässt der Mond dann erst den Kernschatten und dann auch den Halbschatten der Erde. In Summe dauert das Ereignis 6 Stunden und 14 Minuten.

Perfektes Timing

Das Timing passt bei dieser Mondfinsternis perfekt, da sie gleich am Abend zum Mondaufgang beginnt. In Wien geht der Mond beispielsweise um 20:29 bereits schwach partiell verfinstert auf. Die totale Finsternis findet um 22:22 statt, nach Westen zu hingegen etwas später. Der Mond verschwindet aber nicht ganz, sonst er erscheint verdunkelt und rötlich verfärbt. Unterhalb des Mondes wird zudem auch der rötlich leuchtende Mars zu sehen sein. Dieser befindet derzeit am erdnächsten Punkt seiner Umlaufbahn.

Anbei die wichtigsten Zeiten für ausgewählte Städte:

Mondaufgang Höhepunkt der Mondfinsternis
Wien 20:29 22:22
München 20:49 22:22
Berlin 20:58 22:22
Zürich 20:58 22:22

Wetter spielt mit

Am Freitag bilden sich am Nachmittag von Sachsen bis zu den Alpen ein paar Schauer und Gewitter, die sich aber bis zur totalen Mondfinsternis oftmals schon wieder aufgelöst haben. Somit herrschen zur Zeit der totalen Mondfinsternis hervorragende Bedingungen, an einem lauen Sommerabend ist die Verfinsterung des Mondes verbreitet zu sehen. Einzelne Gewitter und Wolkenreste können nur in den Ostalpen zum Spielverderber werden, meist bietet sich aber auch in diesen Regionen zumindest ein zeitweiliger Blick auf das Himmelsspektakel. Dazu liegen die Temperaturen zwischen 16 und 25 Grad.

Title-Photo credit: Frank Friedrichs on VisualHunt / CC BY-NC-ND