Auf strengen Frost folgt Glätte durch Eisregen

Glatteis und Eisregen - AdobeStock
Frontenkarte Europa Samstag 12z – ©DWD

Das Sturmtief ELLI hat sich inzwischen deutlich abgeschwächt, liegt aktuell (in obiger Frontenkarte gut zu erkennen) über Süddeutschland. Dahinter strömt aus Norden wieder deutlich kältere Luft ein. Ein Blick auf den Energiegehalt der Luftmassen über Europa (siehe nächste Karte) zeigt in dunkelblau die deutlich energieärmeren, sprich kälteren Luftmassen heute bereits über Norddeutschland:

Luftmassenanalyse Samstag, in blau kältere Luft, in orange wärmere – © UBIMET

Strenger Frost

Das Einfließens deutlich kälterer Luft ist sicherlich ein Hauptgrund. Genau genommen ist es aber ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. So stellt sich zB. am Sonntag kurzfristig Hochdruckeinfluss ein, was vielerorts zur Wolkenauflösung und dadurch entsprechend verstärkter Wärme-Ausstrahlung führt. Über dem am gestrigen Freitag vielerorts gefallenen Schnee kühlt die Luft zudem besonders ab. Folglich zeigt das Thermometer am Sonntagmorgen verbreitet Tiefstwerte von etwa -10 Grad, teils noch darunter:

Temperaturminima am Sonntagmorgen – © UBIMET

Warmfront folgt auf Frost

Blickt man ein paar Zeitschritte weiter in der Zukunft auf die Luftmassenanalyse, kann man zum Sonntagabend bereits in Westeuropa deutlich wärmere Luftmassen erkennen. Ein Tief bei den Britischen Inseln lenkt diese vom Atlantik her zu uns.

Luftmassenanalyse für Sonntag, in blau kältere Luft, in orange wärmere – © UBIMET

Entsprechend wird dieser Luftmassenwechsel auch in der Frontenkarte für die Nacht auf Montag deutlich. Gut auszumachen hier das Tief über den Britischen Inseln und dessen Warmfront bereits westlich von Deutschland:

Frontenkarte Europa Sonntagnacht 00 UTC – ©DWD

Gefrierender Regen bringt erhebliche Glättegefahr

Die mit der Warmfront einfließende, wärmere Luft macht sich nicht sofort am Boden bemerkbar, sondern zuerst in höheren Luftschichten. Ein Diagramm über den Temperaturverlauf vom Boden bis in höhere Luftschichten verdeutlicht das Prinzip des gefrierenden Regens:

Temperaturverlauf in der Atmosphäre über Hamburg am Montag 16 Uhr – © UBIMET, DWD

Als Beispiel dient hier Hamburg. Die orangene Linie ist sozusagen die 0-Grad Kennlinie von unten – Erdboden bis in höhere Luftschichten mit rechts davon Plusgraden und links davon Minusgraden. Die rote Kurve stellt den Temperaturverlauf der Luftschichten über Hamburg am Montag um 16 Uhr dar. Man erkennt im unteren Bereich des Diagramms diese Ausbeulung der roten Kurve in den Temperaturbereich rechts der orangenen Linie mit Plusgraden. In diesen Luftschichten taut der fallende Niederschlag zu Regen. In den untersten Schichten, direkt über dem Erdboden, befindet sich aber aber noch frostige Luft, die aber nur mehr ausreicht, um den Regen bei Auftreffen auf dem Boden sofort gefrieren zu lassen.

Prognostiziert wird mit Durchzug der Warmfront über die zuvor noch sehr frostige Luft am Boden verbreitet in Deutschland markanter gefrierender Regen (mit den Warnfarben orange, rot und violett):

Prognosekarte zum gefrierenden Regen in der ersten Tageshälfte am Montag – © UBIMET, DWD

 

 

Prognosekarte zum gefrierenden Regen in der zweiten Tageshälfte am Montag – © UBIMET, DWD