Jahresende bringt winterliches Wetter in Deutschland

Die Zeit zwischen den Jahren ist nicht selten durch eine winterliche Wetterphase geprägt, so auch dieses Jahr. Deutschland liegt derzeit im Einflussbereich von polarer Kaltluft. Somit sind die Bedingungen abseits des norddeutschen Tieflandes gut für ein wenig Neuschnee.

Unbeständiger Jahreswechsel

Tagsüber

Am Silvestertag zieht ein kleines Tief vom Nordmeer nach Polen und dessen Frontensystem bringt ein erstes Niederschlagsgebiet mit sich. Vor allem zwischen dem Sauerland und dem Erzgebirge wird es zeitweise schneien und in den Staulagen sind dort 10 bis 20 cm Neuschnee zu erwarten. Aber auch sonst muss oberhalb von etwa 300 m mit ein wenig Schnee gerechnet werden.

Prognostizierte Niederschlagssumme am 31. Dezember 2025 © UBIMET
Prognostizierter Neuschnee am 31. Dezember 2025 © UBIMET

Nachts

Die Nacht bringt dann eingangs vor allem östlich einer Linie von der Nordseeküste – Weserbergland – Thüringer Wald – Niederbayern fortlaufend etwas Schnee bzw. Schneeregen. Ganz im Norden handelt es hingegen meist nur um Regen. Im Westen und Südwesten ist es hingegen trocken und aufgelockert, ansonsten dominieren die Wolken. Später kommen an der Nordsee Schauer auf. In deren Umfeld ist Schnee bzw. Graupel zu erwarten. Zudem lebt hier allmählich frischer bis starker und in Böen stürmischer Südwest- bis Westwind auf.

Stürmischer Neujahrstag

Am Neujahrstag macht sich das nächste, aber deutlich markantere Tief namens TIZIAN bemerkbar. Dabei nimmt der Wind vor allem in der Nordhälfte weiter zu und dort muss mit stürmischen Böen, vereinzelt auch Sturmböen gerechnet werden. An den Küsten sind auch schwere Sturmböen zu erwarten. Dazu ziehen hier immer wieder Schneeregen-, Schnee- und Graupelschauer landeinwärts. Je weiter südlich sie ziehen, umso mehr Schneeanteile sind dabei. In den nördlichen Mittelgebirgen ist also weiterer Neuschnee zu erwarten. An den Küsten sind Blitz und Donner mit dabei.

Prognostizierte Böen am 1. Januar 2026 nach dem ICON-Modell © DWD/UBIMET
Prognostizierte Niederschlagssumme am 1. Januar 2026 © UBIMET

 

Weitere Aussichten

Auch anschließend bleibt es unter dem Einfluss des sich allmählich abschwächenden Tiefs winterlich und am Freitag kündigt sich verbreitet etwas Schneefall an, häufig bis in tiefe Lagen. Dabei liegen die Mengen aber meist nur um 5 cm, in Staulagen jedoch auch etwas mehr. Das erste Wochenende des neuen Jahres verläuft kalt, aber häufig nur noch mit sehr wenig Neuschnee.

Trockener Dezember, Silvester bringt zweigeteiltes Wetter

Im Flächenmittel gab es im Dezember in Österreich bislang nur 35 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge, was dem trockensten Dezember seit 2016 entspricht. Besonders trocken war es in den Alpen, wo die vorläufige Niederschlagsbilanz mancherorts bei minus 80 Prozent liegt und entsprechend akuter Schneemangel herrscht.

Vorläufiger Niederschagsanteil im Dezember. © UBIMET
Vorläufige Geopotential-Anomalien im Dezember. In Mittel- und Nordeuropa gab es überdurchschnittlich viel Hochdruckeinfluss.

Das Jahresende bringt nur regional eine leichte Linderung der Trockenheit: Das blockierende Hoch über Nordeuropa verlagert sein Zentrum etwas weiter nach Westen zum Nordatlantik. Im Nordosten Österreichs machen sich Tiefausläufer aus Nordeuropa bemerkbar, im Westen überwiegt weiterhin der Hochdruckeinfluss. Nach dem Jahreswechsel verstärkt sich in Mitteleuropa generell der Tiefdruckeinfluss, wodurch auch im Westen die Chancen auf Niederschlag zunehmen.

U.a. im Westen herrscht Schneemangel. © www.foto-webcam.eu

Frostiger und sonniger Wochenbeginn

Am Montag liegt Österreich unter dem Einfluss eines Hochdruckgebiets namens „Jasmin“. Vom Bodensee bis nach Oberösterreich und in Unterkärnten hält sich teils zäher Nebel, sonst scheint verbreitet die Sonne. Die Temperaturen erreichen 0 bis +9 Grad mit den höchsten Werten im westlichen und südlichen Bergland.

Prognose der Tiefstwerte in der Nacht auf Montag für Wetterstationen bis 1500 m Höhe. © UBIMET

Am Dienstag regional etwas Schnee

Am Dienstag lässt der Hochdruckeinfluss nach und der Nordosten des Landes wird von einem Tiefausläufer namens „Roman“ gestreift. Im Süden und am Alpenhauptkamm scheint anfangs noch häufig die Sonne, sonst dominieren die Wolken und vom Tiroler Unterland bis ins Burgenland ziehen ein paar Schneeschauer durch. Tagsüber lockert es auch im Nordosten wieder auf, während der Schneefall in den östlichen Nordalpen vorübergehend etwas stärker wird: Vom Tennengau bis ins Mariazellerland kommen 5 bis 10 cm Schnee zusammen. Im Osten weht kräftiger, im Süden föhniger Nordwestwind. Von Nord nach Süd werden -2 bis +5 Grad erreicht.

Die Neuschneeprognose für den Dienstag. © UBIMET

Zu Silvester zweigeteilt

Der Mittwoch, Silvester, beginnt meist trocken und vor allem im Westen und Süden sonnig aufgelockert. Im Norden werden die Wolken jedoch dichter und tagsüber setzt vom Mühl- bis ins Weinviertel leichter Schneefall ein, welcher sich am Nachmittag auf den gesamten Norden und Osten ausbreitet. Im Süden und Westen bleibt es trocken. Der Wind legt weiter zu und weht im Norden und Osten zeitweise stürmisch aus West. Die Höchstwerte zwischen -3 und +4 Grad.

Aktuelle Prognose der Windspitzen am 31.12. © UBIMET

Die Silvesternacht verläuft von Vorarlberg über Kärnten bis in die Südweststeiermark häufig klar, sonst überwiegen die Wolken und im östlichen Berg- und Hügelland schneit es noch zeitweise leicht. Der Wind lässt etwas nach.

Aktuelle Prognose der Temperatur zum Jahreswechsel. © UBIMET

Ruhiger Start ins neue Jahr

Der Donnerstag, Neujahr, startet im Nordosten mit Restwolken und vereinzelt fallen im Bergland noch ein paar Schneeflocken. Am Vormittag trocknet es rasch ab und die Wolken lockern auf, nachfolgend scheint bei einigen Schleierwolken landesweit zumindest zeitweise die Sonne. Der Wind weht mäßig, anfangs auch noch lebhaft aus westlichen bis südlichen Richtungen. Maximal werden -2 bis +5 Grad erreicht.

Tiefdruckeinfluss nimmt zu

Am Freitag scheint vor allem im Süden und Südosten häufig die Sonne, während sich sonst die Wolken verdichten und im Norden im Tagesverlauf zeitweise etwas Schnee oder Schneeregen fällt. Die Prognose für das kommende Wochenende ist noch sehr unsicher: Mit zunehmendem Tiefdruckeinfluss überwiegen meist die Wolken und besonders am Sonntag sind regional Regen und Schneefall möglich.

Der Trend für die kommende Woche (zum Vergrößern auf das Bild klicken). © ECMWF

Weiße Weihnachten im Südosten so wahrscheinlich wie seit Langem nicht mehr

Winterliche Stimmung am Wiener Rathausplatz (Archivbild) - Julius_Silver pixabay.com

Während viele Landeshauptstädte auf einen rekord-trüben Dezember zusteuern, bringt eine kalte Ostströmung pünktlich zu den Feiertagen zumindest regional Chancen auf weiße Weihnachten. Die Wahrscheinlichkeit für ein weißes Weihnachtswunder ist aktuell im Süden und Osten am höchsten. In tieferen Lagen des Westens bleibt die Schneelage hingegen unbefriedigend.

Herkunft der Luftmasse am 25.12.2025 in Wien. Bodennah (gelbe Linie) erreicht kalte Luft aus Osteuropa das Land. Gleichzeitig wird in der Höhe mit einem Italientief feuchtere Luft aus dem Schwarzem Meer (~1500 m Höhe, orange) bzw. aus Südwesteuropa (~5000 m Höhe, dunkelrot) herangeführt. Diese Konstellation bringt im Winter häufig Schnee! - ECMWF IFS, UBIMET
Herkunft der Luftmasse am 25.12.2025 in Wien. Bodennah (gelbe Linie) erreicht kalte Luft aus Osteuropa das Land. Gleichzeitig wird in der Höhe mit einem Italientief feuchtere Luft aus dem Schwarzem Meer (~1500 m Höhe, orange) bzw. aus Südwesteuropa (~5000 m Höhe, dunkelrot) herangeführt. Diese Konstellation bringt im Winter häufig Schnee! – ECMWF IFS, UBIMET

Grau, grauer, Dezember 2025

Der Dezember 2025 zeigt sich in vielen Niederungen Österreichs bislang von seiner grauen Seite. Vor allem im Osten und im Donauraum war Sonnenschein Mangelware: In Linz wurde bis zum 20. Dezember gerade einmal eine Sonnenstunde registriert, auch in Wien, Eisenstadt und St. Pölten liegt die Sonnenscheindauer deutlich unter dem klimatologischen Mittel. In diesen Landeshauptstädten ist ein rekord-trüber Dezember nicht ausgeschlossen. Nur ein sonniges Jahresende würde noch etwas ändern.

Stadt

Sonnenstunden Dezember 2025 (bis 22.12.)

Sonnenstunden Dezember Klimamittel 91-20

Sonnenstunden Dezember Minimum

Sonnenstunden Dezember Maximum

Bregenz

22

55

22 (1988)

106 (2016)

Innsbruck

81

89

24 (1923)

153 (2016)

Salzburg

45

85

33 (1943)

165 (2015)

Linz

7

47

18 (1993)

77 (2008)

St. Pölten

16

50

25 (2007)

103 (2015)

Wien

7

56

9 (1903)

90 (1972)

Eisenstadt

7

58

20 (1985)

98 (1989)

Graz

50

66

11 (1995)

125 (2016)

Klagenfurt

7

66

7 (1995)

155 (2016)

Weihnachtlicher Wetterumschwung

Passend zur düsteren Bilanz stellt sich das Wetter pünktlich zu Weihnachten jedoch um. Ab dem Heiligen Abend setzt sich eine zunehmend kalte Ostströmung durch. Gleichzeitig sorgt ein Italientief vor allem im Süden und Osten für Niederschlagschancen. Die Schneefallgrenze sinkt dabei im Laufe des 24. Dezember von anfangs etwa 400 Metern bis in tiefe Lagen ab. Im südlichen und östlichen Berg- und Hügelland ist eine weiße Überraschung recht wahrscheinlich, ganz im Osten und Südosten könnte sich aber lange Zeit auch Regen dazu mischen. Im Westen und Nordwesten Österreichs sind aktuell nur ein paar Schneeflocken in Sicht. Bei lebhaft, im Westen auch kräftig auffrischendem Nordostwind kommen die Temperaturen nicht mehr über -1 bis +3 Grad hinaus. Der Christtag und der Stefanitag verlaufen nach derzeitigem Stand meist trocken. Nur im Süden und anfangs auch im Osten kann es bei bedecktem Himmel zeitweise noch schneien. Im Westen überwiegt hingegen an den beiden Tagen dank föhniger Verhältnisse der Sonnenschein, nur der Hochnebel könnte den Niederungen einen Strich durch die Rechnung machen. Die Temperaturen verharren im Bereich des Klimamittels für die Jahreszeit, mit häufigem Morgenfrost und zarten Plusgraden am Nachmittag.

Weiße Weihnachten: Süden und Osten klar im Vorteil

Die Chancen auf eine geschlossene Schneedecke zu Weihnachten bleiben in den westlichen Landeshauptstädten somit gering. In Bregenz und Innsbruck liegen sie aus aktueller Sicht bei unter fünf Prozent. Auch in Salzburg und Linz sind weiße Weihnachten eher unwahrscheinlich, hier dürften aber am 24. zahlreiche Schneeflocken vom Himmel tanzen. Deutlich besser sieht es im Süden aus: In Graz und Klagenfurt liegt die Wahrscheinlichkeit für eine sich bildende Schneedecke an den Feiertagen bei rund 80 bis 90 Prozent. Für Wien, St. Pölten und Eisenstadt besteht noch eine gewisse Unsicherheit, die Chancen sind hier jedoch so hoch wie seit Langem nicht mehr.

Aktuelle 48h-Neuschneeprognose für den 24. und 25. Dezember. © UBIMET

In Wien würde es sich um die ersten Weiße Weihnachten seit 2012 handeln, allerdings zeichnet sich einmal mehr ein starker West-Ost-Unterschied ab. Schnee zu Weihnachten lag in Klagenfurt schon im vergangenen Jahr mit rund 1 cm sowie auch im Jahr 2021 mit 15 cm. Für Graz wären 2025 hingegen die ersten Weiße Weihnachten seit 2010, damals mit rund 8 cm am Boden.

Schneevorwarnungen für den 24. Dezember. In diesen Regionen schneit es nach derzeitigem Stand zeitweise kräftig. © www.uwz.at

Stadt

Letzte Weiße Weihnachten

Wahrscheinlichkeit für eine Schneedecke

(Prognose 2025)

Wahrscheinlichkeit für Schneeflocken, inklusive Schneeregen (Prognose 2025)

Bregenz

2024 ( 5 cm)

0 bis 5 %

30%

Innsbruck

2024 (21 cm)

0 bis 5 %

40%

Salzburg

2010 ( 3 cm)

10 bis 15 %

70%

Linz

2010 ( 1 cm)

10 bis 15 %

70%

Eisenstadt

2012 ( 3 cm)

50 bis 60 %

90%

Wien

2012 ( 1 cm)

50 bis 60 %

95%

St. Pölten

2007 ( 2 cm)

70 bis 80 %

95%

Graz

2010 ( 8 cm)

80 bis 90 %

95%

Klagenfurt

2024 ( 1 cm)

80 bis 90 %

95%

Weiße Weihnachten in den Landeshauptstädten (zum Vergrößern auf das Bild klicken).
Weiße Weihnachten in den Landeshauptstädten (zum Vergrößern auf das Bild klicken).

Bergwetter in den Feiertagen

Die Schneelage präsentiert sich derzeit vor allem im südlichen und östlichen Bergland noch unbefriedigend. Insbesondere im Bereich von Tauern und Dachstein sowie generell in Kärnten und Osttirol fällt auch die Schneeprognose für die Weihnachtstage eher verhalten aus. Die besten Chancen auf eine ordentliche Portion Neuschnee pünktlich zum Heiligen Abend bieten derzeit die Berge von der Koralpe über das Grazer Bergland bis zum Wechsel. Im Westen sorgten bereits feucht-kalte Phasen im November für einen soliden Saisonstart. Oberhalb von etwa 1800 bis 2000 Metern sind die Pistenbedingungen weiterhin sehr gut. Mangels weiterer Neuschneefälle bleiben tiefere Lagen in Vorarlberg und Tirol – auch rund um 1000 Meter Seehöhe – jedoch vielfach grün. Positiv zu bewerten ist die Lawinensituation: Aufgrund der insgesamt überschaubaren Neuschneemengen bleibt die Lawinengefahr in nahezu allen Regionen gering.

Weiße Weihnachten in Österreich: Wie stehen die Chancen?

Weihnachten

Österreich liegt derzeit unter Hochdruckeinfluss, das Wetter gestaltet sich entsprechend ruhig. Während in den Niederungen feuchtkühle Luft für nebelig-trübes Wetter sorgt, scheint im Bergland häufig die Sonne. Bis zum 23. Dezember ist keine nennenswerte Änderung in Sicht: Während es in den Nordalpen bei Höchstwerten bis zu 10 Grad leicht föhnig ist, bleibt es in den Niederungen verbreitet trüb. Am Heiligen Abend gelangt aus Nordosten allmählich kühlere Luft nach Österreich, gleichzeitig versorgt uns ein Mittelmeertief mit feuchter Luft. Damit fällt am 24. vor allem im Süden und Osten zeitweise etwas Regen und Schnee, wobei die Schneefallgrenze von anfangs 500 gegen 300 m absinkt bzw. später teils sogar bis in tiefe Lagen.

Die aktuelle Wahrscheinlichkeit für 1 mm Niederschlag in Form von Schnee am 24. bzw. in der Nacht auf den 25.12.25. Stand: 19.12.2025 © ECMWF/UBIMET

Regional Schnee möglich

Die besten Chancen auf nennenswerte Niederschlagsmengen bestehen aus heutiger Sicht von der Koralpe bis zum Semmering-Wechsel-Gebiet, in Teilen Kärntens, in den östlichen Nordalpen sowie in Teilen des Waldviertels – hier kann es also pünktlich zu Weihnachten weiß werden. Deutlich schlechter stehen die Chancen dagegen von Vorarlberg bis ins Innviertel. Insgesamt sind die Unsicherheiten jedoch noch groß – selbst im östlichen Flachland bestehen bei der bevorstehenden Ostlage noch Chancen.

Diese Modellprognose zeigt, wo bis Weihnachten mit Schneeakkumulation wahrscheinlich ist. Nahezu abgesichert ist etwas Neuschnee in Nordskandinavien sowie im Bergland von Nordspanien bis zu den Westalpen. In Österreich bestehen regional noch gute Chancen.

Weiße Weihnachten: Ein seltener werdendes Phänomen

Die Wahrscheinlichkeit für Schnee zu Weihnachten ist in Europa sowohl von der geographischen Lage als auch von der Höhenlage abhängig: Sie nimmt  einerseits von Südwest nach Nordost zu (geringerer atlantischer Einfluss), andererseits auch mit zunehmender Seehöhe.

Die Wahrscheinlichkeit für eine Schneedecke zu Heiligabend in Europa nimmt ab (hier ein Vergleich vom Zeitraum 1951-1980 mit 1991-2020). © ERA5-Auswertung von Daan van den Broek

Österreich: Starke Höhenabhängigkeit

In den Alpen liegt die Wahrscheinlichkeit ab einer Höhe von etwa 1200 m über 90 Prozent. In höheren Tallagen um 800 m liegt die Wahrscheinlichkeit immerhin noch bei 70 Prozent, in den größeren Tallagen um 600 m dann nur noch bei 40 Prozent. In den Niederungen treten weiße Weihnachten nur noch selten auf, im 30-jährigen Mittel liegt die Wahrscheinlichkeit etwa in Wien nur noch bei 20 Prozent und der Trend geht weiter abwärts. Am längsten ohne Schnee zu Weihnachten auskommen muss man in St. Pölten, wo zuletzt im Jahre 2007 am 24. Dezember Schnee lag.

Weiße Weihnachten in den Landeshauptstädten (zum Vergrößern auf das Bild klicken).

Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten nimmt im Zuge der globalen Erwärmung immer weiter ab: Im östlichen Flachland in Österreich ist sie von etwa 60 Prozent in den 50er und 60er Jahren auf mittlerweile 20 Prozent gesunken. Schnee bleibt zwar Teil unseres Klimas (mehr dazu hier), er schmilzt aber tendenziell schneller, weshalb er auch zum richtigen Zeitpunkt fallen müsste (also nicht zu früh, sondern unmittelbar vor oder zu Weihnachten).

Die Wahrscheinlichkeit nimmt weiter ab (zum Vergrößern auf das Bild klicken).
Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten in Mitteleuropa hat seit Mitte des letzten Jahrhunderts stark abgenommen. © ERA5-Auswertung von Daan van den Broek

Viel Schnee im Jahr 1969

Besonders in den 60er Jahren lag zu Weihnachten häufig Schnee, in Klagenfurt war es damals sogar jedes Jahr weiß. Die Rekorde aus dem Jahr 1969 im Norden und Osten haben bis heute Bestand: Damals gab es in Wien 30 cm, in Eisenstadt 39 cm und in St. Pölten sogar 50 cm der weißen Pracht. Letztmals Schnee in allen Landeshauptstädten zu Weihnachten gab es hingegen im Jahr 1996. Bei den Temperaturen liegen die Kälterekorde schon weit zurück, während 2013 bzw. in Eisenstadt auch 2023 neue Wärmerekorde aufgestellt wurden.

 

Titelbild © Adobe Stock

Atmosphärischer Fluss: Dauerregen im Nordwesten der USA

Atmosphärischer Fluss

Atmosphärische Flüsse lassen sich anschaulich als Flüsse am Himmel beschreiben. Es handelt sich um lange, schmale Feuchtebänder in der Atmosphäre, die wie ein Förderband enorme Mengen an Wasserdampf aus den warmen Tropen in außertropische Breiten transportieren.

Trotz ihrer sehr unterschiedlichen Ausprägung führt ein durchschnittlicher atmosphärischer Fluss etwa so viel Wasserdampf mit sich wie der gesamte Tagesabfluss großer europäischer Ströme, etwa Rhein und Donau zusammen. Besonders intensive Ereignisse können diese Menge sogar um das Zehn- bis Fünfzehnfache übertreffen. Trifft ein atmosphärischer Fluss auf Land, wird der transportierte Wasserdampf in Form von Regen oder Schnee freigesetzt.

Animation der Feuchte in 700 hPa – Quelle: ECMWF

Nicht alle atmosphärischen Flüsse haben negative Folgen. Viele dieser Systeme sind vergleichsweise schwach und liefern dringend benötigten Regen oder Schnee, der für die regionale Wasserversorgung von großer Bedeutung ist. Gleichzeitig sind sie jedoch ein zentraler Faktor für Hochwasserrisiken, insbesondere im Westen der Vereinigten Staaten.

Betrachtet man die Herkunft der Luftmasse ( grün, blau, rote Linien), zeigt sich, dass sie aus dem Pazifikraum rund um Hawaii stammt. Aufgrund dieses Ursprungs wird ein solcher atmosphärischer Fluss in den USA häufig als „Pineapple Express“ bezeichnet.

Backward Trajectories – Quelle: NOAA

Hochwasser und Evakuierungen

In den vergangenen Tagen wurden in vielen Regionen 100 bis 200 mm Niederschlag gemessen. In Extremfällen fielen im Bundesstaat Washington bis zu 600 mm Regen. Diese außergewöhnlichen Mengen führten zu zahlreichen Hochwasser führenden Flüssen sowie zu mehreren Hangrutschungen.

In der Folge mussten viele Anwohner ihre Häuser verlassen, teils wurden großflächige Evakuierungen angeordnet. Besonders betroffen sind tiefer gelegene Flussgebiete und Regionen mit bereits stark gesättigten Böden.

Massive Schäden an der Infrastruktur

Auch die Verkehrsinfrastruktur ist stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Zahlreiche Straßen und Highways wurden unterspült, wichtige Verkehrsverbindungen sind teilweise vollständig zerstört.

Besonders gravierend ist die Situation am Highway 2, der nach schweren Schäden voraussichtlich für mehrere Monate gesperrt bleiben wird.

Aktuelle Pegelstände ( Punkte aktuell, Quadrate prognostiziert) Quelle: NOAA

Vor allem die Flüsse Skagit und Snohomish verzeichneten einen massiven Anstieg der Pegelstände. Mehrere Dämme hielten den Wassermassen nicht stand, wodurch ganze Wohngebiete überflutet wurden und evakuiert werden mussten.

Zusätzliche Belastung durch Sturm

Neben den anhaltenden Regenfällen verschärfen derzeit kräftiger Wind mit schweren Sturmböen die Lage im Nordwesten. Auf den bereits stark aufgeweichten Böden kam es dabei vermehrt zu Baumentwurzelungen, was zusätzliche Schäden an Infrastruktur und Stromversorgung verursachte.

Windböen der letzten 12h (Stand 17.12 16 UTC) Quelle: UBIMET)

Ausblick: Weitere Niederschläge erwartet

In den kommenden Tagen erreichen den pazifischen Nordwesten erneut mehrere Feuchteschübe. Diese dürften die angespannte Lage in einigen Regionen weiter verschärfen. Lokal werden zusätzliche 100 bis 180 mm Regen erwartet, wodurch stellenweise das Hochwasserrisiko weiter ansteigt.

Aufsummierte Regenmenge bis Sonntagnacht – Quelle: ECMWF

Auch die mittelfristigen Prognosen zeigen ein erhöhtes Signal für eine anhaltend nasse Wetterlage. Der Schwerpunkt der Niederschläge verlagert sich dabei voraussichtlich weiter nach Süden, mit zunehmendem Einfluss bis in Teile Kaliforniens.

Titebild: Pexels

Reif, Raureif und Raueis

Frost

Ein häufiges Phänomen bei stabilen Hochdruckwetterlagen mit klaren Nächten im Winterhalbjahr ist der Reif. Während er im Flachland meist tagsüber wieder sublimiert, kann er sich in schattigen Tallagen über mehrere Tage hinweg halten: Der Reifansatz wird nämlich Nacht für Nacht etwas mächtiger. In extrem feuchten und schattigen Lagen, etwa entlang von Bächen und Flüssen, können die Reifkristalle mehrere Zentimeter groß werden. Besonders in West-Ost ausgerichteten Tälern kann man den starken Kontrast zwischen grünen, sonnigen Südhängen und reifig-weißen, schattigen Nordhängen bzw. Talböden beobachten.

Raureif
Raureif und Nebel in der Buckligen Welt. © www.foto-webcam.eu

Entstehung von Reif

Die Luft kann je nach Temperatur nur eine bestimmte Menge an Wasserdampf aufnehmen. Dabei gilt: Je höher die Temperatur, desto mehr Wasserdampf kann sie fassen. Kommt die Luft jedoch in Kontakt mit kalten Oberflächen, dessen Temperatur kälter als der eigene Taupunkt ist, kühlt sie sich ab und kann den gespeicherten Wasserdampf nicht mehr halten (siehe auch Taupunkt). Der Wasserdampf wächst bei Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts in Form von Eiskristallen typischerweise an Grashalmen oder Autos an. Dabei handelt es sich um Eisablagerungen in Form von Schuppen, Nadeln oder Federn. Dieser Prozess, bei dem der Wasserdampf der Luft in den festen Zustand übergeht, nennt man Resublimation.

Raureif

Raureif ist ein fester Niederschlag, der bei hoher Luftfeuchtigkeit, wenig Wind und kalten Temperaturen unter etwa -8 Grad an freistehenden Gegenständen wie etwa Bäume oder Zäune durch Resublimation entsteht (oft innerhalb einer Wolke bzw. bei Nebel). Er besteht meist aus dünnen, an Gegenständen nur locker haftenden und zerbrechlichen Eisnadeln oder -schuppen.

Raureif
Raureif im Wienerwald am 2.12.2020. © N. Zimmermann

Raueis

Raueis bzw. Raufrost entsteht meist bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt und erhöhten Windgeschwindigkeiten, wenn unterkühlte Nebel- oder Wolkentropfen auf freistehende Gegenstände treffen. Raueis wächst entgegen der Windrichtung und ist relativ fest. Durch Lufteinschlüsse erscheint es milchig weiß.


Klareis

Eine weiter Form der Frostablagerung ist das Klareis. Es handelt sich um eine glatte, kompakte und durchsichtige Eisablagerung mit einer unregelmäßigen Oberfläche. Klareis entsteht bei Temperaturwerten zwischen 0 und -3 Grad durch langsames Anfrieren von unterkühlten Nebeltröpfchen an Gegenständen und kann zu schweren Eislasten anwachsen.

Klareis im Wienerwald am 19.12.2020. ©: M. Beisenherz

Titelbild © AdobeStock

Starkregen bringt Rekordhochwasser im Nordwesten der USA

Tagelanger Starkregen hat im Pazifischen Nordwesten der USA zu teils rekordverdächtigen Überschwemmungen geführt. Besonders im Westen des US-Bundesstaates Washington traten zahlreiche Flüsse über die Ufer und überfluteten ganze Ortschaften. Mehr als 100.000 Menschen mussten evakuiert werden, zudem wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Die Behörden fordern alle Bewohner innerhalb der ausgewiesenen 100-Jahres-Überflutungsgebiete auf, umgehend höher gelegenes Gelände aufzusuchen.

Extreme Hochwasser

Ursache für die enormen Regenmengen war ein sogenannter atmosphärischer Fluss: Ein langes Band extrem feuchter Luft in der Atmosphäre, das große Wassermengen über den Pazifik transportierte und sie als kräftigen Regen an der Westküste Nordamerikas abregnen ließ. In diesem Fall reichte der feuchte Luftstrom über tausende Kilometer über den Ozean und brachte ungewöhnlich viel Niederschlag in die Region um den amerikanischen Bundesstaat Washington.

Solche Wetterlagen sind besonders in Herbst und Winter an der Westküste der USA häufig und können bei langanhaltendem, kräftigem Regen massive Überschwemmungen, Erdrutsche und Infrastrukturprobleme auslösen.

Zwar ist die Region bereits seit mehreren Wochen von einer nassen Wetterlage geprägt, die ergiebigen Regenfälle setzten jedoch ab Sonntag deutlich ein. In den vergangenen Tagen fielen verbreitet 25 bis 75 Millimeter Regen pro Tag, lokal sogar bis zu 100 Millimeter. An den Westhängen der Kaskaden summierten sich die Niederschläge insgesamt vermutlich auf über 300 Millimeter. Die enorme Abflussmenge ließ zahlreiche Flüsse auf hohes bis extremes Hochwasser ansteigen.

Wichtige Infrastruktur betroffen

Besonders kritisch ist die Lage am Skagit River, der voraussichtlich mehrere Meter über dem bisherigen Rekordstand kulminieren wird. Große Teile eines wichtigen landwirtschaftlichen Tals stehen bereits unter Wasser. Zahlreiche Straßen mussten gesperrt werden, vielerorts kam es zu Wasserrettungseinsätzen. Zusätzlich sorgen Erdrutsche in den steileren Regionen für Gefahr. Die Autobahn I-90 östlich von Seattle ist teilweise blockiert. Auch im Südwesten der kanadischen Provinz British Columbia sind wichtige Verkehrsverbindungen unterbrochen, dies schnitt sogar die Großstadt Vancouver zum Teil von der Außenwelt ab.

 

Schwere Gewitter im Nahen Osten

Superzelle

Derzeit liegt Deutschland in einer unbeständigen, aber sehr milden Südwestströmung. Der Hochdruckeinfluss hat sich in Richtung Balkan zurückgezogen und die Großwetterlage über Europa ist ziemlich festgefahren.  Doch weiter südöstlich – zwischen dem Levantinischen Meer und dem Nahen Osten – hat diese Konstellation nach einer sehr warmen Phase zu einem kräftigen Kaltfrontdurchzug geführt.

Anomalie der Großwetterlage (Orange = Hochdruckeinfluss, Hellblau = Tiefdruckeinfluss) in diesen Tagen zwischen Südosteuropa und dem Nahen Osten - ECMWF
Anomalie der Großwetterlage (Orange = Hochdruckeinfluss, Hellblau = Tiefdruckeinfluss) in diesen Tagen zwischen Südosteuropa und dem Nahen Osten – ECMWF

Seit Tagen kommt es im östlichen Mittelmeerraum und vor allem im Nahen Osten zu kräftigen, gewittrig durchsetzten Niederschlägen. Im bzw. südlich vom Kaukasus gab es wiederholt Schneestürme bis in tieferen Lagen. Zwischen Irak und Saudi Arabien wurde großer Hagel gemeldet, auch eine Tornado-Sichtung wurde bereits bestätigt. In den kommenden Stunden bzw. Tagen verlagert sich der Schwerpunkt in Richtung Emirate und Iran. Nachfolgend beruhigt sich das Wetter nur vorübergehend: Am Wochenende steht bereits der nächste, ähnlich kräftige Kaltluftvorstoß auf dem Programm.

Anomalie der Niederschlagssumme (Orange = trocken, Grün = nass) in diesen Tagen zwischen Südosteuropa und dem Nahen Osten - ECMWF
Anomalie der Niederschlagssumme (Orange = trocken, Grün = nass) in diesen Tagen zwischen Südosteuropa und dem Nahen Osten – ECMWF

Anbei ein paar Aufnahmen aus der Region und ein Bonus-Video des Schneesturms aus Almaty, in Kazakhstan (etwas weiter östlich der betroffenen Gebiete).

Warm, wärmer, Dezember: Vom Winter keine Spur

Der Dezember war bislang in weiten Teilen des Landes von deutlich überdurchschnittlichen Temperaturen geprägt. Im Flächenmittel lagen die Werte bislang um rund 2 Grad über dem langjährigen Mittel. Besonders groß fielen die Abweichungen im Bergland und im äußersten Osten aus, während Inversionwetterlagen in manchen Tallagen der Nordalpen für durchschnittliche Verhältnisse gesorgt haben.

Der Dezember 2025 hat sehr mild begonnen und vorerst ist keine Änderung in Sicht.

In den kommenden Wochen deuten die Modelle auf rege Tiefdrucktätigkeit über dem Atlantik, während Mitteleuropa unter Hochdruckeinfluss liegt und nur vorübergehend von atlantischen Tiefausläufern beeinflusst wird. Mit einer überwiegend westlichen bis südwestlichen Strömung gelangen dabei weiterhin milde Luftmassen zum Alpenraum, wobei sich in den Niederungen regional kalte Luft hält und sich eine Inversionwetterlage einstellt.

Der Trend für die kommenden Wochen fällt überdurchschnittlich mild und deutlich zu trocken aus (zum Vergrößern auf das Bild klicken). © ECMWF

Schnee adé, Sonne olé

Der Wintereinbruch im November hat heuer in einigen Skigebieten einen frühen Saisonstart ermöglicht. Die derzeit noch günstige Ausgangslage in einigen Regionen wird allerdings nicht von Dauer sein: Bis auf Weiteres ist kein Neuschnee in Sicht und vor allem in mittleren Höhenlagen liegen die Temperaturen deutlich über dem jahreszeitlichen Mittel. In diesem Höhenbereich sind auch kaum günstige Zeitfenster für künstliche Beschneiung zu erwarten. Höher gelegene Skigebiete bekommen zwar ebenfalls keinen Neuschnee, können sich aber zumindest über reichlich Sonnenschein freuen – zudem hält sich der bereits gefallene Schnee hier deutlich besser.

Bis Heiligabend sind in Österreich höchstens geringe Niederschlagsmengen in Sicht. © ECMWF
In Oberkärnten war der November deutlich zu trocken. Der Unterschied zwischen den Süd- und Nordhängen ist derzeit besonders markant. © www.foto-webcam.eu

Erster Trend für Weihnachten

Die Kombination aus überdurchschnittlichen Temperaturen und nur wenig Niederschlag sorgt heuer für eine denkbar schlechte Ausgangslage für weiße Weihnachten. Ab dem 20. Dezember nehmen die Unsicherheiten in den Modellen jedoch deutlich zu. Derzeit deuten sie auf eine zögerliche Abkühlung rund um den 4. Advent hin. Verantwortlich dafür wäre nach aktuellem Stand eine sich einstellende „Hoch-über-Tief“-Wetterlage, also mit einem umfangreichen Hoch nördlich der Alpen und einem abgetropften Tief über dem zentralen oder südlichen Mittelmeer. Diese Konstellation bringt im Alpenraum allerdings meist nur geringe Niederschlagsmengen. Die ohnehin schon geringe klimatologische Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten im Flachland fällt nach aktueller Modelllage daher noch etwas geringer aus.

Nach derzeitigem Stand liege die Temperaturen in mittleren Höhenlagen frühestens ab dem 4. Advent wieder im Bereich des langjährigen Mittels.
Die erste Wetterkarte für Heiligabend deutet im Alpenraum auf eine nördliche Höhenströmung unter erneut zunehmendem Hochdruckeinfluss. © ECMWF

Sehr milde und ruhige Woche steht bevor

Die einzelnen Tage im Detail:

Der Montag beginnt an der Alpennordseite nass, Schnee fällt nur mehr im Hochgebirge. Von der Früh weg trocken verläuft der Tag ganz im Süden, am Vormittag trocknet es von Westen her generell ab. In der zweiten Tageshälfte stellt sich im Westen und Süden ein Sonne-Wolken-Mix ein, trüb bleibt es entlang der Nordalpen von Salzburg ostwärts. Im Norden und Osten weht zunächst mäßiger bis lebhafter Westwind, am Nachmittag lässt der Wind nach. Bei 4 bis 13 Grad geht es mit den Temperaturen weiter bergauf.

Animation der Temperatur in 1500 m Höhe und der Bodendruck © ECMWF/UBIMET

Am Dienstag ziehen ausgedehnte Wolken durch, es bleibt aber trocken und vor allem im westlichen und südlichen Bergland scheint auch zeitweise die Sonne. Im Flachland sowie in Oberösterreich und in den südlichen Becken hält sich gebietsweise Nebel, die Nebelfelder in den inneralpinen Tälern lösen sich dagegen am Vormittag auf. Meist werden 6 bis 14, bei zähem Nebel nur um 5 und in etwas erhöhten Lagen etwa am Alpenostrand dagegen bis zu 15 Grad erreicht.

Der Mittwoch hat vor allem im Bergland freundliches und sehr mildes Wetter zu bieten. Ein paar Schleierwolken bleiben harmlos und trüben den Sonnenschein kaum, die meisten Nebelfelder in den Tälern lösen sich auf. Im östlichen Flachland und im Donauraum hält sich der Nebel aber häufig zäh. Die Höchstwerte liegen verbreitet zwischen 5 und 14 Grad, bei zähem Nebel auch etwas darunter und am Alpenostrand mit bis zu 17 Grad noch höher.

Aktuelle Temperaturprognose für Mittwoch, den 10.12.2025 @ UBIMET

Am Donnerstag halten sich im Donauraum, im östlichen Flachland sowie in den südlichen Becken und inneralpinen Tälern teils zähe Nebel- und Hochnebelfelder. Im Bergland zeigt sich dagegen über weite Strecken die Sonne. Der Wind weht meist nur schwach aus südlichen Richtungen. Die Höchstwerte liegen je nach Nebel und Höhenlage zwischen 3 und 13 Grad.

Auch Richtung drittes Adventswochenende ist weiterhin weit und breit kein Winterwetter in Sicht. Wenn überhaupt, überqueren uns Tiefs nur kurz, vom Atlantik dürften uns anhaltend milde Luftmassen erreichen.

Die Vorzeichen für Weiße Weihnachten stehen heuer also denkbar schlecht, auch wenn es bis zum Fest noch mehr als zwei Wochen hin ist.

War Weihnachten in den Landeshauptstädten in den letzten Jahren weiß oder grün? @ UBIMET

 

Titelbild: Webcam Obervellach @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/obervellach

Sehr milde Wetterwoche in Deutschland erwartet

Aktiver Atlantik

Seit einigen Tagen herrscht auf Atlantik rege Tiefdruckaktivität. Bisher hat aber ein Hoch über Osteuropa dafür gesorgt, dass Mitteleuropa davon wenig mitbekommen hat. In der neuen Woche ändert sich dies nun aber spürbar. In der folgenden Animation sieht man, dass im Vorfeld eines Orkantiefs am Dienstag, welches zu den Britischen Inseln zieht, deutlich mildere Luft aus dem westlichen Mittelmeerraum nach Mitteleuropa geführt. Aber auch schon zuvor mit wird mittels eines vorherigen Sturmtiefs die kältere Luft nach Skandinavien vertrieben.

Animation der Temperatur in 1500 m Höhe und der Bodendruck © ECMWF/UBIMET

‚Wärmewelle‘

Somit wird der Höhepunkt der ‚Wärmewelle‘ am Dienstag erwartet. Aber schon am Montag liegen die Temperaturen in Deutschland im Mittel über 8 Grad über dem langjährigen Mittel. Auf der unten stehenden Grafik sieht man, wie massiv die Wärme fast den ganzen Kontinent erreicht.

Prognostizierte Temperaturabweichung am Montag, den 8.12.2025. © http://www.karstenhaustein.com/reanalysis/gfs0p5/ANOM2m_europe/ANOM2m_f60_europe.html

Die Höchstwerte am Montag liegen meist im zweistelligen Bereich, am Oberrhein kommen sogar die 18 Grad in Reichweite. Die Schneefallgrenze zieht sich an den Alpen ins Hochgebirge zurück und in den Mittelgebirgen tauen die letzten Schneereste weg.

Prognostizierte Höchstwerte am Montag, den 8.12.2025 © UBIMET

Unbeständig

Generell wird der Wettercharakter unbeständig sein, immer wieder ziehen Regengebiete in Abwechslung mit Schauern durch. Der Wind weht aber höchstens an den Küsten und in den höheren Lagen der Mittelgebirge frisch bis stark und in Böen stürmisch. Am ehesten muss noch am Montag an der Nordsee mit Sturmböen gerechnet werden.

aufsummierter Niederschlag bis Donnerstag nach dem ICON-Modell © DWD/UBIMET

Anders ist es hingegen auf den Britischen Inseln, dort werden mit den einzelnen Tiefs immer wieder Böen teils über 100 km/h erwartet. Hier die Prognose des ICON-Modells für den Zeitraum von Dienstag bis Mittwoch:

Maximale Böen innerhalb von 24 Stunden nach dem ICON-Modell bis Mittwochfrüh © DWD/UBIMET

Meteorologischer Hintergrund

Den Grund für die rege Tiefdrucktätigkeit ist in der Animation auch zu erkennen. Über dem Osten von Kanada (namentlich die Provinzen Neufundland und Labrador sowie Nova Scotia) finden immer wieder satte Kaltluftausbrüche statt. Diese sorgen dafür, dass dort sog. Barokline Instabilität vorliegt, welche der Grundprozess für Tiefdruckentwicklungen darstellt. In der Folge finden dann über dem Ostatlantik sog. sekundäre Tiefdruckentwicklungen statt.

Wetterrückblick: Der November 2025 in Deutschland

Schneefall im Herbst - Adobe Stock

Im landesweiten Flächenmittel lag die Temperatur im November 2025 nahezu im Durchschnitt, vergleicht man sie mit dem Mittel von 1991 bis 2020. Während die Abweichungen im Westen und Nordwesten zwischen etwa +0,5 und +1 Grad lagen, war es vor allem in Teilen Bayerns und Baden-Württembergs eine Spur kühler als üblich. In Regensburg und Freiburg etwa fiel der November um rund ein Grad kühler aus als sonst. Wenn man den Monat mit dem älteren Klimamittel von 1961 bis 1990 vergleicht, war er allerdings um etwa 1 Grad zu mild.

Die erste Monatshälfte war durch eine Inversionswetterlage geprägt, so gab es in höheren Lagen stark überdurchschnittliche Temperaturen, während es in den Niederungen regional oft nebelig-trüb war.

Höchste Temperaturen
  • 22,3 Grad Emmendingen (B-W; 13.11.)
  • 22,1 Grad Baden-Baden (B-W; 13.11.)
  • 22,0 Grad Freiburg (B-W; 13.11.), Bad Kohlgrub (BY; 14.11.)

Nach der Monatsmitte folgte dann eine Umstellung der Großwetterlage und mit Ankunft kalter Luftmassen polaren Ursprungs wurde der erste Wintereinbruch der Saison eingeleitet. Regional kam es dabei bis in tiefe Lagen zum ersten Schnee der Saison und zum Monatsende kam es vor allem im Südosten zu zwei ausgeprägten Lagen mit gefrierendem Regen.

Tiefste Temperaturen
  • -18,5 Grad Oberstdorf (BY; 23.11.)
  • -17,6 Grad Altenstadt (BY; 23.11.); Meßstetten (B-W; 22.11.)
  • -17,2 Grad Deutschneudorf (SN; 23.11.)
In der ersten Monatshälfte lag die Tagesmitteltemperatur auf der Zugspitze an drei Tagen auf Rekordniveau. Danach folgte ein Wintereinbruch.


Die Schneedecke erreichte in Oberstdorf eine maximale Höhe von 35 cm am 27. November. Auf der Zugspitze wurden bis zu 130 cm verzeichnet bzw. am Feldberg im Schwarzwald bis zu 83 cm.

In der Mitte trocken

Der Wechsel von Inversionswetterlagen und polarer Luftmassen hat zu einer negativen Niederschlagsbilanz geführt, im Flächenmittel betrug die Abweichung rund -32 Prozent. Besonders trocken war es in der Mitte des Landes, so gab es etwa in Frankfurt am Main, Erfurt, Leipzig und Dresden weniger als die Hälfte der üblichen Niederschlagssumme. Mehr Niederschlag als sonst gab es dagegen im äußersten Südwesten des Landes, so lagen auch die absolut nassesten Orte im Schwarzwald. Knapp überdurchschnittlich war die Bilanz aber auch im nördlichen Niedersachsen und in Teilen Bayerns.

Nasseste Orte
  • 198 mm Malsburg-Marzell (B-W)
  • 171 mm Todtmoos (B-W)
  • 162 mm Seebach / Schwarzwald (B-W)

Sonniger November

Während der Oktober in weiten Teilen des Landes weniger Sonnenschein als üblich brachte, war der November vielerorts überdurchschnittlich sonnig. Die größten Abweichungen gab es im Osten und im Südwesten, während die Bilanz in der Mitte um im Norden regional durchschnittlich war.

Sonnigste Orte
  • 128 Sonnenstunden Kempten (BY)
  • 126 Sonnenstunden Altenstadt (B-W)
  • 122 Sonnenstunden Kaufbeuren (BY)

Noch sonniger war es auf den Bergen, so wurden etwa auf der Zugspitze 160 Sonnenstunden verzeichnet. Teils weniger als 40 Sonnenstunden gab es dagegen mancherorts in Hessen und im äußersten Norden Bayerns.