Kältester Jänner seit 2017 in Österreich

Vom Eisregen überzogene Vegetation in Wien Simmering am 13.01.2026 - Storm Science Austria https://www.stormscience.at/

Der zu Ende gehende Jänner war besonders in den Niederungen der Osthälfte im Vergleich zum jüngeren Klimamittel 1991-2020 deutlich zu kalt. Wiederholte Ost- bis Südostlagen mit Zufuhr seichter, kontinentaler Kaltluft sorgten im gesamten Donauraum und im Südosten für Abweichungen um -2 Grad, während der Monat im Westen der Alpenrepublik nur leicht unterdurchschnittlich abschießt. Österreichweit beträgt die Temperaturanomalie etwa -1 Grad: Der kälteste Jänner seit 2017.

Temperaturabweichung vom Klimamittel 1991-2020 in Österreich im Jänner 2026 - UBIMET
Temperaturabweichung vom Klimamittel 1991-2020 in Österreich im Jänner 2026 – UBIMET

Auch in Wien war der Jänner 2026 der kälteste seit 2017. Im 20. Jahrhundert (Vergleich mit Klimamittel 1961-1990) wäre ein solcher Jänner mit einer Abweichung von rund -0,6 Grad jedoch als nicht besonders kalt aufgefallen.

Verlauf der Jänner-Temperaturanomalie im Vergleich zum Klimamittel 1961-1990 seit Messbeginn in Wien Döbling - UBIMET, GSA
Verlauf der Jänner-Temperaturanomalie im Vergleich zum Klimamittel 1961-1990 seit Messbeginn in Wien Döbling – UBIMET, GSA

Die Anzahl der Tage mit einem Höchstwert unter 0 Grad (Eistage) war in den meisten Niederungen durchschnittlich (Westen) bzw. überdurchschnittlich (Osten). Besonders viele Eistage gab es im Jänner im südöstlichen Flachland, von Rekorden sind wir aber sehr weit entfernt.

Anzahl der Eistage (Höchstwert unter 0 Grad) in den Landeshauptstädten - UBIMET, GSA
Anzahl der Eistage (Höchstwert unter 0 Grad) in den Landeshauptstädten – UBIMET, GSA
Anzahl der Eistage (Höchstwert unter 0 Grad) im Monat Jänner seit Messbeginn in Eisenstadt - UBIMET, GSA
Anzahl der Eistage (Höchstwert unter 0 Grad) im Monat Jänner seit Messbeginn in Eisenstadt – UBIMET, GSA

Winterdürre

Eindeutig zweigeteilt war der Jänner 2026 in Sachen Niederschlag. In der gesamten Nordhälfte schließt der Monat deutlich zu trocken ab. Oft beträgt das Manko hier -60 bis -70 Prozent. Im Süden fallen die Anomalien deutlich geringer aus, vor allem im Grazer Becken und in der Südweststeiermark war der Monat sogar leicht zu nass. Landesweit betrachtet beträgt die Abweichung etwa -50 Prozent: Man kann durchaus von regionalen Winterdürre sprechen.

Niederschlagsabweichung vom Klimamittel 1991-2020 in Österreich im Jänner 2026 - UBIMET
Niederschlagsabweichung vom Klimamittel 1991-2020 in Österreich im Jänner 2026 – UBIMET

Die meist zu kalte Witterung führte zu häufigen Schneefällen. In der Nordwesthälfte fiel der Niederschlag sogar zu 80 bis 90 Prozent als Schneefall („fester Niederschlag“). Die Neuschneemengen hielten sich jedoch selbst im Bergland aufgrund der relativen Trockenheit eher in Grenzen. Die seichte, kontinentale Kaltluft brachte zudem vor allem im Norden und Osten auch relevante Eisregen-Ereignisse (siehe Beitragsbild vom Eisregen in Wien am 13.01.2026).

Anteil der monatlichen Niederschlägen, der als Schnee gefallen ist (in Prozent) - UBIMET
Anteil der monatlichen Niederschlägen, der als Schnee gefallen ist (in Prozent) – UBIMET
Diagramm der täglichen, akkumulierten Niederschläge in Landeck im sehr trockenen Jänner 2026 - UBIMET, GSA
Diagramm der täglichen, akkumulierten Niederschläge in Landeck im sehr trockenen Jänner 2026 – UBIMET, GSA

Regional viel Sonnenschein

Bei der Sonnenscheindauer wurde im Jänner eine österreichweite Abweichung von +15 Prozent verzeichnet. Besonders viel Sonne – zumindest im Vergleich zum Klimamittel – gab es im westlichen Donauraum. Ein kleiner Trost nach dem rekord-trüben Dezember hier. Der Monat war nur im Südosten und im Waldviertel etwas trüber als üblich.

Abweichung der Sonnenscheindauer vom Klimamittel 1991-2020 in Österreich im Jänner 2026 - UBIMET
Abweichung der Sonnenscheindauer vom Klimamittel 1991-2020 in Österreich im Jänner 2026 – UBIMET
Diagramm der täglichen, akkumulierten Sonnenscheindauer in Aspach im sehr sonnigen Jänner 2026 - UBIMET, GSA
Diagramm der täglichen, akkumulierten Sonnenscheindauer in Aspach im sehr sonnigen Jänner 2026 – UBIMET, GSA

 

Extreme im Jänner 2026

Eisregen, Schnee und arktische Kälte: Der Januar 2026 im Wetterrückblick

Chronologie der Wetterereignisse

Besonders in Erinnerung blieb das Sturmtief ELLI, das vor allem dem Norden Deutschlands erhebliche Neuschneemengen brachte. In Kombination mit stürmischem Wind kam es vielerorts zu ausgeprägten Schneeverwehungen, wodurch der Fernverkehr regional zeitweise vollständig zum Erliegen kam. Kurz darauf folgte das Tief GUNDA, das von Westen erneut Schneefälle sowie vielerorts gefrierenden Regen verursachte.

Im Anschluss an diese Tiefdruckserie etablierte sich zur Monatsmitte ein blockierendes Hoch über Skandinavien. Die damit verbundene anhaltende Ostanströmung führte arktische Kaltluft nach Deutschland und sorgte verbreitet für strengen Frost. In der letzten Januarwoche verlagerte sich schließlich ein Mittelmeertief über die Alpen bis zur Ostsee. Diese Wetterlage brachte besonders Bayern rekordverdächtige Neuschneemengen, während es im Osten großflächig zu Eisregen kam.

Deutlich kälter als im Klimamittel

Auf den deutlich zu milden Dezember folgte im Januar 2026 verbreitet eine kältere Witterung als im langjährigen Mittel. Deutschlandweit lag die Temperatur im Flächenmittel um 1.6 Grad unter dem Klimamittel 1991–2020. Die stärksten negativen Abweichungen traten von der Nordsee bis nach Sachsen sowie in Teilen Bayerns auf, dort meist zwischen -2 und -3 Grad. Im Westen und Südwesten fielen die Abweichungen etwas geringer aus. In Potsdam wurde der kälteste Jänner seit 2010 registriert.

 

Temperaturabweichung vom Klimamittel 1991-2010

In Potsdam wurde der kälteste Jänner seit 2010 registriert. Die anhaltenden Kältephasen zur Monatsmitte sowie wiederholte Zufuhr polarer Luftmassen führten dort zu deutlich unterdurchschnittlichen Temperaturen über mehrere Tage hinweg.

Temperaturanomalie Januar 2026 Potsdam

Zur Einordnung sei jedoch erwähnt, dass dieser Januar im Vergleich zu den Verhältnissen vor vier bis fünf Jahrzehnten nicht außergewöhnlich gewesen wäre. Solche Temperaturen traten damals deutlich häufiger auf und entsprachen eher dem klimatologischen Normalzustand der Wintermonate.

Große regionale Unterschiede bei insgesamt trockenem Monat

Bei der Niederschlagsverteilung traten regional erhebliche Unterschiede auf. Während im Süden und Osten verbreitet etwa 30 bis 50% des üblichen Niederschlags fehlten, im Erzgebirge und in der Lausitz lokal sogar bis zu 70%, verzeichneten Hessen, im Raum Hamburg sowie Unter- und Mittelfranken ein Plus von etwa 20 bis 30%. Im bundesweiten Flächenmittel fiel der Monat mit einem Defizit von rund 30 % aber zu trocken aus.

Niederschlagsabweichung vom Klimamittel (1991-2010)

In Nürnberg wurde zudem die größte Neuschneemenge an einem Tag seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen. Mit insgesamt 33 cm Schnee im gesamten Jänner gab es dort nur in den Jahren 1968 und 2010 noch höhere Monatswerte mit jeweils 37 cm.

Sulzbach – Copyright: Unwetterfreaks

Deutliches Plus mit Schwerpunkt im Süden

Die Sonnenscheinbilanz fiel in fast der gesamten Bundesrepublik positiv aus. Besonders Bayern stach mit einem kräftigen Plus von 50 bis 60 Prozent gegenüber dem langjährigen Mittel deutlich hervor. Ein leichtes Defizit wurde lediglich im äußersten Westen registriert. Im Norden, unter anderem im Raum Hamburg, lag die Sonnenscheindauer hingegen im Bereich des Sollwerts.

Sonnenscheindauer -Abweichung vom Klimamittel 1991 – 2011

 

Sonnenscheindauer Nürnberg – Quelle: DWD

 

Titelbild: Schneefall in Sulzbach/Rems-Murr-Kreis © Unwetterfreaks

Eis, Schnee und Gewitter: Historischer Wintersturm legt weite Teile der USA lahm

Arktische Kaltluft trifft auf kräftiges Höhentief

Ein außergewöhnliches Wetterereignis hält die Vereinigten Staaten seit dem Wochenende in Atem. Was als Verlagerung eines starken Höhentiefs aus Mexiko begann, entwickelte sich in Kombination mit einem massiven arktischen Kaltlufteinbruch zu einem der schwersten Winterstürme der letzten Jahrzehnte. Das System, das sich über 3.000 Kilometer von den Great Plains bis zur Ostküste erstreckt, betrifft laut Behördenangaben rund 190 Millionen Menschen – mehr als die Hälfte der US-Bevölkerung.

Winter Storm Severity Index – NOAA

Zwischenzeitlich waren mehr als eine Million Haushalte ohne Strom. Ein Teil dieser Ausfälle dürfte noch mehrere Tage andauern. Angesichts prognostizierter Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt entwickelte sich daraus eine äußerst heikle Situation. Bis heute wurden dem Sturm mindestens 13 Todesopfer zugerechnet.

Schneemassen im Norden des Systems

Auf der Nordseite des Sturms kam es zu intensivem Schneefall. In den zentralen Plains und im Mittleren Westen wurden Neuschneemengen von 20 bis 40 cm gemessen. Noch extremer fiel der Schneefall im Binnenland des Nordostens sowie im südlichen Neuengland aus, wo lokal bis zu 50 cm zusammenkamen. In vielen Regionen kam der Verkehr zeitweise vollständig zum Erliegen.

Eisregen und Graupel mit verheerenden Folgen

Südlich des Schneefallgebiets dominierte eine Mischung aus Eisregen und Graupel. Mehrere Zentimeter Graupel sowie stellenweise über 2 cm dicke Eispanzer führten zu massiven Schäden. Besonders stark betroffen war ein breiter Streifen von Osttexas über Nordlouisiana und Mississippi bis ins westliche Tennessee.

Stundenlange Graupelschauer und intensiver gefrierender Regen ließen in manchen Regionen zahlreiche Äste von den Bäumen brechen. Dies führte zu großflächigen Stromausfällen. Reparaturarbeiten mussten zeitweise eingestellt werden, da herabstürzende Äste eine akute Gefahr für Einsatzkräfte in Hubarbeitsbühnen darstellten.

Stillstand im Luftverkehr

Der Luftverkehr verzeichnete die schwersten Einschränkungen seit dem Jahr 2020. Insgesamt wurden am Wochenende mehr als 17.000 Flüge annulliert, wobei der Schwerpunkt mit rund 11.000 Streichungen auf dem Sonntag lag. Große Luftfahrt-Drehkreuze wie Dallas, Atlanta und Charlotte waren von massiven Verspätungen und Ausfällen betroffen.

Schwere Gewitter im Süden

Währenddessen kam es an der Golfküste, insbesondere in Mississippi, Alabama und Florida, durch das Aufeinandertreffen der Luftmassen zu schweren Gewittern mit Böen von über 115 km/h sowie mehreren bestätigten Tornados, die lokale Sachschäden verursachten.

Titelbild: Pexels.com

Tief LEONIE bringt gefrierenden Regen und Schnee

Zum Start in die neue Woche sorgt das Tiefdruckgebiet LEONIE in weiten Teilen Deutschlands für unbeständiges Winterwetter. In einem Streifen von Nordwürttemberg und Franken bis nach Schleswig-Holstein schneit es zeitweise kräftig, in großen Teilen Brandenburgs kommt zudem gefrierender Regen samt hoher Glättegefahr hinzu.

Wetterlage

Tief LEONIE zieht in den kommenden Stunden nordwärts und kommt in der Nacht auf Montag über Ostdeutschland zu liegen. Die zugehörige Okklusion bringt von Bayern bis nach Schleswig-Holstein verbreitet Niederschläge. Vor allem von Sachsen bis an die Ostsee wird in der Höhe mildere Luft herangeführt: Im Winter ist das eine klassische Voraussetzung für gefrierenden Regen.

Frontenkarte 26.01. 12 UTC; @meteonews.ch

Glättegefahr deutlich erhöht

Während LEONIE in der Höhe mildere Luftmassen nach Ostdeutschland transportiert, bleiben die Temperaturen in Bodennähe weiterhin unter dem Gefrierpunkt. Der Niederschlag fällt dadurch vielerorts als gefrierender Regen, was die Glättegefahr auf Straßen und Gehwegen massiv erhöht. Die höchsten Mengen werden in Brandenburg und Berlin erwartet, lokal können in der Uckermark bis zu 8 Liter gefrierender Regen zusammenkommen.

12-stündige Prognose des ECMWF-Modells für gefrierenden Regen für den 26.01. von 00 UTC bis 12 UTC; @UBIMET

Aktive Warnungen

Entsprechend gelten in weiten Teilen Brandenburgs sowie in Berlin rote Warnungen vor gefrierendem Regen, im Nordosten Brandenburgs wurde sogar die violette und somit höchste Warnstufen ausgerufen. Zusätzlich fällt von Bayern bis nach Schleswig-Holstein verbreitet Schnee. Die größten Neuschneemengen werden dabei in der Nordhälfte Bayerns sowie in Teilen Schleswig-Holsteins erwartet, wo am Montag über 20 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen können. Die untenstehende Warnkarte zeigt die besonders betroffenen Regionen.

Warnkarte für den 26.01.2026

Harry sorgt für Unwetter in Süditalien

Zwischen einem ausgeprägten Hochdruckgebiet über Russland sowie einem Tiefdruckgebiet namens HARRY mit Kern über Tunesien verstärkt sich der Druckgradient und somit stellt sich eine stürmische Süd- bis Südostströmung über dem Süden von Italien ein. Außerdem hat die zugehörige Okklusion, welche nur langsam über das Land zieht und an den Bergketten regelrecht ausgequetscht wird, einiges an Niederschlag in Gepäck.

Bodendruck- und Frontenkarte für Montag, 19. Jänner 2026, 13:00 MEZ

Auswirkungen

Die aufziehende Okklusion sorgt besonders auf den Inseln Sizilien, Sardinien und Korsika (Frankreich) sowie in der süditalienischen Region Kalabrien für eine markante Unwetterlage.

Bis zum Mittwochmittag kommen dort verbreitet zwischen 200 und 400 mm zusammen, lokal berechnen Wettermodelle in den Staulagen auch bis zu 600 mm. Entsprechend groß ist die Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen.

Akkumulierte Niederschlagsmengen des Modells ICON-2I

Begleitet werden die ergiebigen Niederschläge von schweren Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 90 und 100 km/h, auch orkanartige Böen bis zu 110 km/h sind mit dabei.

24-stündige prognostizierte Windböen bis Mittwoch, 21.01.2026 nach dem ECMWF-Modell

Der Sturm lässt die Wellen deutlich an Höhe gewinnen. Auf dem Meer werden Wellenhöhen von sechs bis acht Metern erwartet. Besonders an südöstlich exponierten Küstenabschnitten besteht damit ein erhöhtes Risiko für Sturmfluten.

Signifikante Wellenhöhe und mittlere Ausbreitungsrichtung für Dienstag, 20.01.2026, 18 UTC – ECMWF

Trockener, kalter Jänner setzt sich in Österreich fort

Winterlandschaft - www.pixabay.com, andibreit

Die erste Jännerhälfte ist bald zu Ende. Der Monat war bislang von winterlichen Bedingungen geprägt. Die Temperaturabweichung vom jüngsten Klimamittel 1991-2020 beträgt österreichweit etwa -2 bis -3 Grad. Der letzte Jänner mit ähnlichen Temperaturbedingungen war im Jahr 2017 (damals konnte man sogar auf der Neuen Donau in Wien – natürlich auf eigene Gefahr – spazieren gehen). Im Vergleich zum Klima der 70er- und 80er-Jahre sind solche Temperaturen jedoch nur leicht unterdurchschnittlich. Von Kälterekorden sind wir sehr weit entfernt.

Temperaturabweichung vom langjährigen Klimamittel für den Jänner 2026 (bis zum 14.01.) - UBIMET
Temperaturabweichung vom langjährigen Klimamittel für den Jänner 2026 (bis zum 14.01.) – UBIMET
Diagramm der täglichen Mitteltemperatur in Wien im Jänner 2026 (bis zum 14.01.). Im Vergleich zum Klimamittel 1991-2020 fällt der Monat bislang sehr kalt aus, in den Jahren 1961-1990 war ein solcher Jänner absolut normal bzw. nur leicht zu kühl. Seit 1873 gab es zudem mehr als 50 Jänner, die noch kälter gestartet sind - UBIMET
Diagramm der täglichen Mitteltemperatur in Wien im Jänner 2026 (bis zum 14.01.). Im Vergleich zum Klimamittel 1991-2020 fällt der Monat bislang sehr kalt aus, in den Jahren 1961-1990 war ein solcher Jänner absolut normal bzw. nur leicht zu kühl. Seit 1873 gab es zudem mehr als 50 Jänner, die noch kälter gestartet sind – UBIMET

Staubtrockener Winter

Die Wintermonate 2025/2026 waren zudem bislang außergewöhnlich trocken. Das Manko beträgt landesweit etwa -60 Prozent, in Osttirol und Oberkärnten fehlt jedoch häufig bis zu 80% der zu erwartenden Niederschlägen. In den meisten Regionen auch abseits des Berglands fiel jedenfalls etwa 50 bis 70 Prozent des (wenigen) Niederschlags als Schnee oder gefrierenden Regen. Auch niederschlagsmäßig war zuletzt der Jänner 2017 sehr ähnlich zum heurigen Start ins neue Jahr.

Niederschlagsabweichung vom langjährigen Klimamittel für den Winter 2025/2026 (bis zum 14.01.) - UBIMET
Niederschlagsabweichung vom langjährigen Klimamittel für den Winter 2025/2026 (bis zum 14.01.) – UBIMET
Diagramm der beobachteten, täglichen Niederschläge in Innsbruck im Winter 2025/2026 (bis zum 15.01.). Nur zwei Winter waren hier in der Messgeschichte noch trockener - UBIMET
Diagramm der beobachteten, täglichen Niederschläge in Innsbruck im Winter 2025/2026 (bis zum 15.01.). Nur zwei Winter waren hier in der Messgeschichte noch trockener – UBIMET

Winterdürre setzt sich fort

Die Tendenz bis zum Monatsende scheint von der Großwetterlage her relativ abgesichert zu sein: Tiefdruckgebiete werden häufig vom Atlantik in Richtung Nordafrika ziehen. Über Osteuropa etabliert sich hingegen ein mächtiges, blockierendes Hoch, das Fronten und atlantische Feuchtigkeit über mehrere Tage hinweg von uns fern halten wird. In einer föhnigen, zunehmend straffen und auch zunehmend kalten Südostströmung wird es primär in den Niederungen der Südosthälfte winterlich bleiben. Im Westen sind hingegen auch im Zusammenhang mit dem Südföhn vergleichsweise milde Temperaturwerte in Sicht. Erst zum Monatsende hin könnte sich die Kaltluft aus Osteuropa auch nach Westen durchsetzten, die Unsicherheiten sind jedoch noch groß. Was nahezu fix ist: Nennenswerte Niederschläge sind in den kommenden Tagen nicht in Sicht. Der Jänner 2026 könnte somit gebietsweise rekordverdächtig trocken zu Ende gehen.

Prognose der Temperaturabweichung für die kommende Woche - ECMWF
Prognose der Temperaturabweichung für die kommende Woche (blau=kalt, rot=mild) – ECMWF
Prognose der Niederschlagsabweichung für die kommende Woche - ECMWF
Prognose der Niederschlagsabweichung für die kommende Woche (grün = nass, orange = trocken) – ECMWF

In der neuen Woche erneut Glatteis in Österreich

Glatteiswarnung - AdobeStock

Österreich steht vor einer heiklen Wetterphase. In der Nacht auf Sonntag zieht eine Kaltfront durch, die vorübergehend etwas Neuschnee bringt. Dahinter fließt sehr kalte Luft ein, der Himmel klart bis Sonntagabend vielerorts auf – perfekte Bedingungen für kräftige nächtliche Abkühlung. Der Boden ist durch Schnee vorbereitet, die Atmosphäre stark geschichtet: Eine klassische Ausgangslage für spätere Glatteisprobleme.

Großwetterlage am Samstag (10.01.2026) - UBIMET
Großwetterlage am Samstag (10.01.2026) – UBIMET

Kalte Luft übernimmt das Kommando

In der Nacht auf Montag sinken die Temperaturen verbreitet auf -10 bis -15 Grad. In inneralpinen Tälern und schneebedeckten Becken im Norden sind lokal sogar bis zu -20/-25 Grad möglich. Diese tiefen Werte sorgen dafür, dass Straßen, Böden und Objekte stark auskühlen. Wichtig dabei: Diese extreme Kälte bleibt besonders in Bodennähe gespeichert, selbst wenn sich die Luft in höheren Schichten später deutlich erwärmt.

Prognose der Temperaturminima am Montag in der Früh - UBIMET
Prognose der Temperaturminima am Montag in der Früh – UBIMET

Wenn Regen zur Rutschbahn wird

Zwischen Montag und Dienstag überquert eine Warmfront von West nach Ost das Land. In der Höhe wird es rasch milder, während die bodennahe Kaltluft nur sehr langsam verdrängt wird. Im Osten könnte sich die eisige, bodennahe Luft sogar bis über die Wochenmitte hinaus aufrecht halten! Der Niederschlag fällt daher in der neuen Woche nach einer kurzen Schneephase meist als Regen, gefriert aber beim Auftreffen sofort – es kommt zu gefrierendem Regen. Besonders kritisch sind die aktuell vorhergesagten, nennenswerten Niederschlagsmengen im Norden und Osten: Im Flachland kann sich hier ein 0,5 bis 1,5 cm dicker Eispanzer bilden, mit erheblicher Gefahr durch Eisbruch an Bäumen und Leitungen.

Animation der Luftmassen (Dunkelblau = sehr kalt, Orange = mild) bis Dienstag 13.01.2026. Aus Westen wird es in der Höhe deutlich milder - UBIMET
Animation der Luftmassen (Dunkelblau = sehr kalt, Orange = mild) bis Dienstag 13.01.2026. Aus Westen wird es in der Höhe deutlich milder – UBIMET

Hier wird’s besonders tückisch

Das größte Glatteisrisiko besteht im Norden und Osten Österreichs, insbesondere im nördlichen und östlichen Flachland. Hier hält sich die Kaltluft am längsten, während gleichzeitig die Niederschläge intensiv genug sind, um rasch Eis aufzubauen. Aber auch angrenzende Becken- und Tallagen im zentralen und östlichen Bergland sind betroffen. Auch in Nachbarländern wie Deutschland, Tschechien, Slowakei und Ungarn wird die Lage bis Dienstag ähnlich schwierig. Verkehr, Infrastruktur und gebietsweise auch die Stromversorgung können dadurch beeinträchtigt werden – höchste Vorsicht ist geboten.

Glättegefahr am Montag 12.01.2026 - www.uwz.at, UBIMET
Glättegefahr am Montag 12.01.2026 – www.uwz.at, UBIMET
Glättegefahr am Dienstag 13.01.2026 - www.uwz.at, UBIMET
Glättegefahr am Dienstag 13.01.2026 – www.uwz.at, UBIMET

Auf strengen Frost folgt Glätte durch Eisregen

Glatteis und Eisregen - AdobeStock
Frontenkarte Europa Samstag 12z – ©DWD

Das Sturmtief ELLI hat sich inzwischen deutlich abgeschwächt, liegt aktuell (in obiger Frontenkarte gut zu erkennen) über Süddeutschland. Dahinter strömt aus Norden wieder deutlich kältere Luft ein. Ein Blick auf den Energiegehalt der Luftmassen über Europa (siehe nächste Karte) zeigt in dunkelblau die deutlich energieärmeren, sprich kälteren Luftmassen heute bereits über Norddeutschland:

Luftmassenanalyse Samstag, in blau kältere Luft, in orange wärmere – © UBIMET

Strenger Frost

Das Einfließens deutlich kälterer Luft ist sicherlich ein Hauptgrund. Genau genommen ist es aber ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. So stellt sich zB. am Sonntag kurzfristig Hochdruckeinfluss ein, was vielerorts zur Wolkenauflösung und dadurch entsprechend verstärkter Wärme-Ausstrahlung führt. Über dem am gestrigen Freitag vielerorts gefallenen Schnee kühlt die Luft zudem besonders ab. Folglich zeigt das Thermometer am Sonntagmorgen verbreitet Tiefstwerte von etwa -10 Grad, teils noch darunter:

Temperaturminima am Sonntagmorgen – © UBIMET

Warmfront folgt auf Frost

Blickt man ein paar Zeitschritte weiter in der Zukunft auf die Luftmassenanalyse, kann man zum Sonntagabend bereits in Westeuropa deutlich wärmere Luftmassen erkennen. Ein Tief bei den Britischen Inseln lenkt diese vom Atlantik her zu uns.

Luftmassenanalyse für Sonntag, in blau kältere Luft, in orange wärmere – © UBIMET

Entsprechend wird dieser Luftmassenwechsel auch in der Frontenkarte für die Nacht auf Montag deutlich. Gut auszumachen hier das Tief über den Britischen Inseln und dessen Warmfront bereits westlich von Deutschland:

Frontenkarte Europa Sonntagnacht 00 UTC – ©DWD

Gefrierender Regen bringt erhebliche Glättegefahr

Die mit der Warmfront einfließende, wärmere Luft macht sich nicht sofort am Boden bemerkbar, sondern zuerst in höheren Luftschichten. Ein Diagramm über den Temperaturverlauf vom Boden bis in höhere Luftschichten verdeutlicht das Prinzip des gefrierenden Regens:

Temperaturverlauf in der Atmosphäre über Hamburg am Montag 16 Uhr – © UBIMET, DWD

Als Beispiel dient hier Hamburg. Die orangene Linie ist sozusagen die 0-Grad Kennlinie von unten – Erdboden bis in höhere Luftschichten mit rechts davon Plusgraden und links davon Minusgraden. Die rote Kurve stellt den Temperaturverlauf der Luftschichten über Hamburg am Montag um 16 Uhr dar. Man erkennt im unteren Bereich des Diagramms diese Ausbeulung der roten Kurve in den Temperaturbereich rechts der orangenen Linie mit Plusgraden. In diesen Luftschichten taut der fallende Niederschlag zu Regen. In den untersten Schichten, direkt über dem Erdboden, befindet sich aber aber noch frostige Luft, die aber nur mehr ausreicht, um den Regen bei Auftreffen auf dem Boden sofort gefrieren zu lassen.

Prognostiziert wird mit Durchzug der Warmfront über die zuvor noch sehr frostige Luft am Boden verbreitet in Deutschland markanter gefrierender Regen (mit den Warnfarben orange, rot und violett):

Prognosekarte zum gefrierenden Regen in der ersten Tageshälfte am Montag – © UBIMET, DWD

 

 

Prognosekarte zum gefrierenden Regen in der zweiten Tageshälfte am Montag – © UBIMET, DWD

Tief „Elli“ sorgt regional für Glatteis

In der Nacht auf Freitag erreicht uns die Warmfront des Tiefs „Elli“, das sich am Donnerstag vom Ärmelkanal in Richtung Deutschland verlagert hat. Dabei schiebt sich vorübergehend milde Atlantikluft über die bestehende Kaltluft. Der Schneefall geht von Westen her regional allmählich in Regen beziehungsweise gefrierenden Regen über. Aufgrund der ausgeprägten Kaltluftschicht am Boden können auch Eiskörner auftreten.

Wetterlage Europa 9. Jänner 2025

Vorsicht vor Glatteis auf dem Arbeitsweg

Im Laufe der Nacht auf Freitag steigt die Schneefallgrenze von Vorarlberg bis ins westliche und südliche Oberösterreich generell gegen 1000 bis 1300 m an. Abseits mancher inneralpinen Täler, in denen es weiterhin bei Schneefall bleibt, geht der anfängliche Schneefall bis zu den Morgenstunden am Freitag somit zunehmend in gefrierenden Regen über. Besonders im Salzburger Flachgau sowie in Oberösterreich ist mit teils erheblicher Glätte zu rechnen. Am Vormittag breitet sich der Niederschlag weiter ostwärts aus und erreicht zunächst auch den Osten, später auch den Südosten des Landes. Zunächst fällt häufig Schnee, im weiteren Verlauf ist hier mit einer Mischung aus Schneefall, Schneeregen, Eiskörnern und gebietsweise gefrierendem Regen zu rechnen. Besonders entlang der Donau bis zum Wienerwald und im Waldviertel ist dann ebenso mit teils erheblicher Glätte zu rechnen, im weiteren Verlauf steigt das Glätterisiko auch von der südlichen Steiermark bis ins Süd- und Mittelburgenland an. Im Wiener Raum und im Weinviertel ist das Risiko nach derzeitigem Stand etwas geringer, hier wird es meist bei Schneefall bleiben. 

Warnungen Gefrierender Regen / Stand 08.Jänner 18:00 MEZ

Am Wochenende beruhigt sich die Lage in Bezug auf Glatteis wieder. Aus Norden erreichen zunehmend kältere Luftmassen das Land, wodurch nachfolgend vor allem entlang der Nordalpen wieder mit Neuschnee zu rechnen ist.

 

Titelbild: Pixabay.com

 

Tief ELLI bringt turbulentes Winterwetter

Derzeit liegt Deutschland im Einflussbereich von Polarluft. Dabei hat sich in den vergangenen Tagen verbreitet eine Schneedecke gebildet, besonders ausgeprägt und ungewöhnlich vor allem auch im Norden des Landes. Hier hilft das etwas wärmere Wasser der Nordsee für den Feuchtenachschub.

Aktuelle Schneehöhe am Mittwoch, den 7.1.2026 © UBIMET

Tief ELLI

Generell hat sich eine schwache Westwetterlage aufgebaut, mit der nun die Bedingungen für die Bildung eines Orkantiefs gegeben sind. Dieses zieht vom Ostatlantik nach Mitteleuropa, wie die folgende Animation zeigt.

Lebenslauf des Tiefs ELLI (Animation) nach dem ECMWF-Modell © UBIMET

Dabei führt das Tief milde Atlantikluft gegen die bei uns vorherrschende Kaltluft. Somit sind die Rahmenbedingungen günstig für sattes Winterwetter.

Schnee

Mit der Warmfront des Tiefs wird sich ab dem Donnerstagabend ein Schneefallgebiet auf große Teile Deutschlands ausbreiten. Dabei schneit es zunächst bis in die Niederungen. Im weiteren Verlauf schiebt sich im Süden und Westen etwas mildere Luft hinein und der Schneefall geht hier in Regen über.

Besonders nördlich der Mittelgebirge sowie generell im Norden und Osten kann sich aber die kalte Luft halten und somit handelt es sich hier durchwegs um Schnee. Besonders in einem Streifen von Ostfriesland über die Heide und die Elbmündung bis in Richtung Fläming zeichnen sich am Freitag zwischen 10 und 20 cm Neuschnee ab. Aber auch zwischenzeitlich kommen bereits in der Nacht auf Freitag in den Mittelgebirgen 5 bis 10 cm Neuschnee zusammen.

Am Samstag zieht das Tief unter Abschwächung nach Süden ab und auf der Rückseite sowie in der Nähe des Tiefzentrums schneit es weiter, besonders in den Mittelgebirgen und nachfolgend auch an den Alpen zeichnen sich weitere 10 bis 20 cm Neuschnee ab.

Prognostizierte Neuschneesumme am Freitag, den 9.1.2026 © UBIMET

Gefrierender Regen

Vor allem in Bayern, aber auch stellenweise in Baden-Württemberg und in den östlichen und nördlichen Mittelgebirgen zeichnen dabei am Freitag ein paar Millimeter gefrierender Regen ab. Hier besteht erhöhte Glättegefahr, besonders in Niederbayern.

Abgeleitete Summe des Anteils des gefrierenden Regens nach dem ICON-Modell © DWD/UBIMET

Sturm

Das Tief ist zwar klein, die Druckgegensätze zu den umliegenden Hochdruckgebieten sind aber durchaus markant, somit wird auch Sturm ein Thema werden. Besonders im Südwesten des Landes, sowie an den Küsten von Nord- und Ostsee. In den Hochlagen des Schwarzwaldes sowie des Pfälzerwaldes sind durchaus Böen bis zu 100 km/h zu erwarten. Der Wind wird im Norden und in den höheren Lagen der Mittelgebirge bei den erwarteten Neuschneemengen auch zu einigen Schneeverwehungen führen. Etliche Verkehrsbehinderungen sind somit in diesen Regionen zu erwarten.

Prognostizierte Windböen am Freitag nach dem ICON-Modell © DWD/UBIMET

An der Ostseeküste weht stürmischer und eisiger Ostwind, auch hier sind Böen um 100 km/h zu erwarten. Diese sorgen für eine Sturmflut mit 1 bis 1,2 m über Normalnull. An der Nordsee wird hingegen eine Sturmebbe erwartet.

Prognose des Wasserstandes in Schleimünde an der Ostsee © BSH

 

Besonders in Frankreich wird es ein ausgewachsenes Sturmereignis sein, hier werden verbreitet Böen zwischen 100 und 120 km/h erwartet. Am Ärmelkanal am Donnerstagabend sogar Böen über 120 km/h.

Regen und Gewitter

In der Phase der Milderung im Süden und Westen regnet es besonders im Westen des Landes zeitweise kräftiger, lokal kommen nach dem Schneefall um die 20 L/m² zusammen. Einige Modelle deuten an, dass mit der Kaltfront im Südwesten in der Nacht auf Freitag auch Gewitter aufkommen können.

Prognostizierte Niederschlagssumme am Freitag, den 9.1.2026 © UBIMET

Eisige Winternacht: Örtlich sehr strenger Frost um -20 Grad

Frost

Österreich liegt derzeit unter dem Einfluss eines Hochs namens „Karen“. In der Nacht auf Montag steht bei klarem Himmel und wenig Wind vielerorts eine der kältesten Nächte des Winters bevor, mancherorts könnte es sogar die kälteste werden. Besonders im Berg- und Hügelland muss man verbreitet mit strengem Frost unter -10 Grad rechnen.

Prognose der Tiefstwerte für Orte <1500 m Höhe (zum Vergrößern auf das Bild klicken). © UWZ.at

Kältepole

Die typischen Kältepole Österreichs finden sich einmal mehr zum einen im Oberen Waldviertel und im angrenzenden Mühlviertel, zum anderen in manchen Hochtälern der Alpen. So werden in der Nacht auf Montag etwa in Lech am Arlberg, im Außerfern, im Defereggental und im Lungau örtlich Tiefstwerte um -20 Grad erwartet. Im Freiwald und im Raum Liebenau sind lokal sogar Temperaturen von bis zu -25 Grad möglich.

Prognose der Tiefstwerte am Montag. © UWZ

Etwas weniger kalt verläuft die Nacht im Süden und Osten des Landes, doch auch von der Südsteiermark über den Seewinkel bis in die Wiener Innenstadt ist mit mäßigem Frost um −5 Grad zu rechnen. An vielen Seen bildet sich derzeit eine Eisschicht, die teilweise aber noch  recht dünn ist. Bevor man das Eis betritt, sollte man aber unbedingt die Eisdicke kontrollieren. Mehr Infos dazu: Ab welcher Eisdicke kann man sicher Eislaufen?

Das erste Eis der Saison an der Alten Donau. © https://wrc-pirat.at

Strenger Frost

Für sehr strengen Frost müssen hierzulande mehrere Bedingungen zusammenkommen:

  • Kein Wind: Bei Windstille kann sich in Bodennähe ein flacher Kaltluftsee ausbilden. Stärkerer Wind würde die kalte Luft ständig mit wärmerer Luft aus höheren Schichten durchmischen und so die Abkühlung bremsen.
  • Klarer Himmel: Fehlen Wolken, kann die vom Boden abgestrahlte Wärme ungehindert ins All entweichen. Besonders tiefe Wolken wirken sonst wie eine isolierende Decke und halten die Wärme zurück.
  • Kalte, trockene Luft: Da Wasserdampf Wärme speichert, wird bei trockener Luft weniger Wärme zurückgehalten und die Abstrahlung ins All ist effizienter.
  • Schnee: Ein schneebedeckter Boden begünstigt die Abstrahlung und wirkt zugleich isolierend, sodass kaum Wärme aus dem Boden nachgeliefert wird.
  • Beckenlage: In flachen Beckenlagen kann die kalte, schwere Luft nicht abfließen. Sie sammelt sich am tiefsten Punkt und kühlt an Ort und Stelle immer weiter ab.

Die bislang tiefste Temperatur des Winters wurde vergangene Nacht am Brunnenkogel mit -24,4 Grad gemessen. In einem bewohnten Ort liegt hingegen vorerst noch Tannehim an der Spitze mit einem Tiefstwert von -20,1 Grad, gemessen am 23. November.

Aktuelle Wetterdaten kann man hier verfolgen.

Ab welcher Eisdicke kann man Eislaufen?

Zugefrorener See @ b_hanakam on VisualHunt / CC BY-NC-SA

Üblicherweise nimmt die Dichte von Stoffen mit abnehmender Temperatur zu, weshalb sich beispielsweise die kühlste Luft bei einer ruhigen Hochdrucklage im Winter immer am Boden eines Tals ansammelt. Es gibt jedoch ein paar Stoffe, darunter Wasser, die ein gegenteiliges, anomales Verhalten zeigen. So rücken die Moleküle des Wassers bei einer Temperatur von +4 Grad besonders nah zusammen und erreichen die maximale Dichte. Bei Temperaturen unter 4 Grad nimmt die Dichte des Wassers wieder etwas ab.

Der Weissensee in Kärnten. © it-wms

Die 4-Grad-Marke

Durch die Dichteanomalie des Wassers kühlt ein stehendes Gewässer im Laufe des Herbstes gänzlich auf 4 Grad ab, bevor sich das Wasser an der Oberfläche weiter in Richtung Gefrierpunkt abkühlen kann. Im Winter kommt es somit immer an der Oberfläche eines Gewässers zur Eisbildung, während am Seeboden eine 4 Grad „warme“ Schicht erhalten bleibt. Diese Eigenschaft des Wassers ist überlebenswichtig für die dortige Tier- und Pflanzenwelt.

Der Frauenwieserteich im Waldviertel. © http://wetter-hausruckviertel.at/

Freigabe

Die Freigabe einer Eisfläche erfolgt meist durch lokale Vereine (z. B. für Unterkärnten: www.evw.at). In der Regel wird aber nicht ein ganzer See freigegeben, sondern immer nur bestimmte, gekennzeichnete Bereiche, da die Eisdicke besonders im Uferbereich oder in der Nähe von Zuflüssen meist ungleichmäßig ist. Wer sich auf das glatte Parkett bewegt, sollte sich der damit verbundenen Gefahren aber bewusst sein! In der Regel soll das Eis eines stehenden Gewässers mindestens 8 cm dick sein, um es gefahrlos betreten zu können:

  • 5 cm: einzelne Personen
  • 8 cm: mehrere Personen
  • 12 cm: Schlittengespanne
  • 18 cm: Autos

Gefrorene Flüsse bzw. Fließgewässer sind viel gefährlicher als stehende Gewässer, diese sollte man also generell nicht betreten.

Der Ritzensee in Saalfelden. https://www.foto-webcam.eu/webcam/saalfelden/

Was Hurrikans, Zyklone und Taifune unterscheidet

Tiefdruckgebiete entstehen überall auf der Erde, unterscheiden sich jedoch je nach geografischer Breite deutlich. Tropische Tiefdruckgebiete bilden sich über warmen Ozeanen und beziehen ihre Energie aus der freigesetzten Wärme feuchter Luft. Sie sind meist symmetrisch aufgebaut, besitzen keine Fronten und können sich zu Wirbelstürmen verstärken. Je nach Entstehungsort werden sie dann Taifun, Hurrikan oder Zyklon genannt.

Tiefdruckgebiete der mittleren Breiten entstehen dagegen durch starke Temperaturgegensätze zwischen warmen und kalten Luftmassen. Sie können deutlich größer werden, besitzen Fronten und prägen mit wechselhaftem Wetter das Klima der mittleren Breiten. Sie können sich zu Sturmtiefs oder Orkantiefs verstärken.

Tropische Wirbelstürme

Als Hurrikan wird ein tropischer Wirbelsturm bezeichnet, der im einminütigen Mittel eine Windgeschwindigkeit von mindestens 118 km/h aufweist und im Bereich des Atlantiks oder des Nordostpazifiks auftritt. Der Begriff Hurrikan leitet sich von Huracán ab, dem Maya-Gott des Windes, des Sturmes und des Feuers. In anderen Regionen der Erde ist der Hurrikan hingegen unter anderen Namen bekannt: So heißt das gleiche Phänomen in Ostasien und im Westpazifik Taifun, im Indischen und im Südpazifik Zyklon und in Australien und Indonesien manchmal auch Willy-Willy (inoffizielle Bezeichnung).

Entstehung und Auftreten

Tropische Wirbelstürme entstehen für gewöhnlich in der Passatwindzone über den Weltmeeren. Eine Grundvoraussetzung für deren Bildung sind hohe Wassertemperaturen  (besonders effektiv ab etwa 26 Grad), da dann große Wassermengen verdunsten, die dem thermodynamischen System bei seiner Entwicklung enorme Energiemengen bereitstellen. Entsprechend treten die meisten tropischen Wirbelstürme in den Sommer- und Herbstmonaten der jeweiligen Regionen auf.

Struktur und Auswirkungen

Mit einem Durchmesser von einigen hundert Kilometern und einer Lebensdauer von mehreren Tagen gehören tropische Wirbelstürme zu den größten und langlebigsten meteorologischen Erscheinungen. Sie sind gekennzeichnet durch großflächige organisierte Konvektion und weisen eine geschlossene zyklonale Bodenwindzirkulation auf. Darüber hinaus kommt es bei entsprechender Intensität zur Ausbildung eines wolkenarmen Auges im Zentrum des Sturms, wo der Luftdruck im Extremfall unter 900 hPa sinkt. Am Rande des Auges treten die höchsten Windgeschwindigkeiten von teils mehr als 300 km/h auf. Neben dem starken Wind sind vor allem sintflutartige Regenfälle sowie Sturmfluten die größte Gefahr.

Saffir-Simpson-Skala

Es gibt unterschiedliche Skalen für die Klassifizierung der  Windstärken von tropischen Wirbelstürmen. Im Atlantik erfolgt dies mittels der sogenannten Saffir-Simpson-Skala, die in fünf Kategorien unterteilt ist. Nicht verwechseln darf man allerdings einen Hurrikan bzw. Taifun mit einem Tornado! Dieser entsteht auf völlig unterschiedliche Art und Weise im Bereich von Superzellengewittern und weist somit entsprechend andere Eigenschaften auf. Allein seine horizontale Ausdehnung ist um etwa das Tausendfache geringer.

Dezember 2025: mild und trocken mit viel Hochnebel

Windrad im Nebel

Österreichweit fiel der Dezember um fast 2 Grad zu mild aus, vergleicht man ihn mit dem langjährigen Mittel von 1991 bis 2020 aus. Eine Anomalie von +3 Grad ergibt sich sogar, wenn man den Dezember in Relation zum älteren (kälteren) Klimamittel von 1961 bis 1990 betrachtet.
Damit folgt der Dezember der Mehrheit der Monate im Jahr 2025: Sieben fielen deutlich überdurchschnittlich aus, vier bewegten sich im Bereich der Norm mit Anomalien zwischen -0,5 und +0,5 Grad. Der Mai war der einzige Monat, der heuer signifikant zu kalt ausfiel.

Temperaturabweichung im Dezember 2025.

Oben warm – unten kalt

Doch zurück zum Dezember: In diesem waren die Abweichungen recht unterschiedlich verteilt. Besonders die Hochlagen profitierten von wochenlangem Hochdruckeinfluss und milder Luft, mit +4,1 Grad wurde die höchste Anomalie auf dem Hahnenkamm bei Kitzbühel verzeichnet. Deutlich geringer – aber dennoch nahezu überall positiv – waren die Abweichungen in den oft trüben Niederungen. In Salzburg fiel der Monat mit 0,1 Grad Abweichung nahezu durchschnittlich aus, in Dornbirn betrug die Abweichung +0,5 Grad.
Am Ende reichte es selbst bei Stationen mit längeren Messreihen in höheren Lagen für eine Podiumsplatzierung der wärmsten Dezember seit Messbeginn.


Ihren Höhepunkt fand die häufig vorherrschende Inversionswetterlage mit 16,6 Grad in St. Radegund am 10. des Monats.

Höchste Temperaturen
  • 16,6 Grad St. Radegund (ST, 10.)
  • 15,8 Grad Fraxern (V, 09.) + Weitra (NÖ, 09.)
  • 15,6 Grad Achenkirch (T, 16.)
  • 15,5 Grad Tauchen-Schaueregg (ST, 10.)
  • 15,4 Grad Reutte (T, 16.)
Tiefste Temperaturen (<1500 m)
  • -18,2 Grad Liebenau-Gugu (OÖ, 31.)
  • -17,4 Grad St. Jakob/Defereggen (T, 31.)
  • -17,1 Grad Lech/Arlberg (V, 31.)
  • -16,6 Grad Schmirn (T, 31.)
  • -16,5 Grad Schwarzau im Freiwald (NÖ, 29.)

Auf der Suche nach Regen und Schnee

Nicht nur zu warm war der Dezember, er zeichnete sich auch durch ein großes Niederschlagsdefizit aus. Rund 66 Prozent fehlen am Ende in den Messkübeln, damit liegt österreichweit einer der trockensten Dezember seit Messbeginn hinter uns. Vom Waldviertel über Wien bis ins Grazer Becken waren die Anomalien mit -20 bis -40 Prozent nicht ganz so markant. Im großen Rest des Landes betragen die Abweichungen dagegen oftmals -90 bis -70 Prozent. Ein Beispiel: In Bischofshofen erreicht ein normaler Dezember 64 l/m² an Regen und Schnee. 2025 waren es dagegen nicht einmal 7 l/m², was einer Abweichung von -89% entspricht. Nicht nur hier war dies der trockenste Dezember seit Messbeginn, diese zweifelhafte Ehre wird u.a. auch Zell am See und St. Veit im Pongau zuteil. Am Sonnblick, in Bludenz und in Mondsee handelt es sich um den zweittrockensten Dezember seit Messbeginn.

Niederschlagsabweichung im Dezember 2025.
Nasseste Orte
  • 50 Liter pro Quadratmeter Tannheim (T)
  • 45 Liter pro Quadratmeter Warth (V)
  • 40 Liter pro Quadratmeter Kössen (T)
  • 39 Liter pro Quadratmeter Mittelberg + Schröcken (V)
  • 37 Liter pro Quadratmeter Dalaas (V)

Auch Schnee wurde in mittleren Höhenlagen zunehmend zur Mangelware. Eine Ostlage hat dann aber pünktlich am Heiligen Abend im Osten und Südosten regional Schnee bis in tiefe Lagen gebracht, so gab es etwa in St. Pölten erstmals seit 2007 wieder weiße Weihnachten.

Zu Weihnachten kam regional der Schnee zurück. © CBK PAN

Sonniges Bergland – nebeliges Flachland

Bei der Sonnenscheindauer gibt es einen markanten Unterschied zwischen einem überdurchschnittlich sonnigen Bergland und einem oftmals trüben Flachland.

Abweichung der Sonnenscheindauer im Dezember 2025.

Zunächst zu den Gewinnern: Auf dem Feuerkogel gab es statt der üblichen 91 heuer stolze 159 Sonnenstunden, ein Plus von gut 70%. In Bad Aussee und in Krimml schien die Sonne gar mehr als doppelt so häufig wie in einem durchschnittlichen Dezember. Das sonnige Berg- und Hügelland sorgt für ein österreichweites Plus von rund 15%. Dass dieses nicht noch höher ausfällt, darf man getrost auf den Nebel schieben. Im Rheintal, in Unterkärnten, im Donauraum, im östlichen Flachland und in der Mur-Mürz-Furche gab es aufgrund häufigen Nebels um 30 bis 70 Prozent weniger Sonnenschein als üblich. In Linz (17 Tage in Serie) wurde dabei ebenso wie in Klagenfurt (20 Tage in Serie) und Völkermarkt (21 Tage) ein neuer Rekord an trüben Tagen am Stück aufgestellt. Nur rund 15 Stunden Sonne durfte man im Dezember in Klagenfurt genießen, an der sonnigsten Station des Landes am Brunnenkogel waren es mehr als 200 Stunden.

Hochnebel
Ein häufiges Bild im Dezember 2025: Untern grau – oben blau. © N. Zimmermann

-68 Grad: Die kältesten bewohnten Orte der Welt

Der kälteste Ort liegt in der Antarktis

Ideale Bedingungen für eisige Temperaturen findet man in kontinentalen Gebieten, also weit weg vom Meer und besonders in Hochtälern sowie in Becken- oder Muldenlagen. Zusätzlich sind folgende Bedingungen für eine starke Abkühlung der Luft besonders förderlich:

  • windschwache Verhältnisse
  • sternenklarer Himmel bzw. sehr trockene Luft
  • schneebedeckter Boden
  • tiefer Sonnenstand

Gefrierschrank Sibirien

Die kältesten bewohnten Orte der Erde befinden sich im Nordosten Sibiriens in Russland. Werchojansk sowie Oimjakon halten die Rekorde bei den Tiefstwerten mit jeweils -67,8 Grad Celsius. Die Entfernung dieser Orte beträgt etwa 630 km und in dieser Gegend sind häufig Hochdruckgebiete wetterbestimmend. Gebirgsketten umgeben die Region und sorgen für ausgeprägte Inversionswetterlagen. Das Meer hat kaum einen Einfluss auf das dortige Klima.

Rekordhalter Antarktis

Es geht aber noch kälter! Der sogenannte Gefrierschrank der Erde befindet sich in der Antarktis in der südlichen Hemisphäre. Am Ostantarktischen Plateau befindet sich seit 1957 die russische Antarktisstation namens „Wostok“in etwa 3.500 m Höhe, 1287 km vom geographischen Südpol entfernt. Am 21. Juli 1983 wurden dort eisige -89,2 Grad Celsius gemessen. Im Jahr 2010 wurden −93,2 Grad  und im Juli 2004 sogar -98,6 Grad Celsius registriert. Diese Werte wurden aber nicht offiziell anerkannt, da sie anhand von Satellitendaten ermittelt wurden (statt mit einer Wetterstationen in 2 m Höhe über dem Boden gemessen).

Rekorde der Kontinente

Kontinent Wert und Datum Ort
Antarktis -89.2 °C  am 27.7.1983 Wostok-Station
Asien -67,8 °C am 7.2.1892

-67,8 °C am 6.2.1933

Werchojansk bzw. Oimjakon, Russland
Australien -23,0 °C am 29.6.1994 Charlotte Pass, NSW
Afrika -23,9 °C am 11.2.1935 Ifrane, Marokko
Nordamerika -63,0 °C am 3.2.1947 Snag, Yukon, Kanada
Südamerika -32,8 °C am 1.6.1907 Sarmiento, Argentinien
Europa -58,1 °C am 31.12.1978 Ust-Schtschuger, Russland
Europa (EU) -52,6 °C am 2.2.1966 Vuoggatjålme, Schweden

Anbei noch die tiefsten gemessenen Temperaturen in bzw. am Rande von bewohnten Orten in Deutschland, Österreich und der Schweiz:

  • -41.8 Grad in La Brevine im Neuenburger Jura / CH (12.1.1987)
  • -37.8 Grad in Hüll/Wolnzach in Bayern / D (12.2.1929)
  • -36.6 Grad in Zwettl im Waldviertel / A (12.2. 1929 )

Noch tiefere Temperaturen wurden allerdings in manchen Senken bzw.  Dolinen in höheren Lagen der Alpen gemessen wie etwa im Grünloch in Österreich (-52.6 Grad), am Funtensee in Bayern (-45,9), auf der Glattalp in der Schweiz (-52,5) oder in der Busa Fradusta (-49,6) in Italien.

Kälteste Hauptstadt

Als kälteste Hauptstadt der Welt gilt mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von -2 Grad Ulaanbaatar in der Mongolei. Die tiefste gemessene Temperatur in der Metropole mit 1,5 Millionen Einwohnern liegt bei -42,2 Grad. An zweiter Stelle folgt Astana in Kasachstan, wo es im Mittel zwar etwas milder ist, dafür die Extreme aber ausgeprägter sind.