Gestern meldeten zahlreiche Wetterstationen im Land neue Temperaturrekorde. Der Wärmeschwerpunkt lag dabei im Südwesten. So registrierte die Station in Freiburg im Breisgau einen Spitzenwert von 27,6 Grad, wodurch der alte Rekord aus dem Jahre 2006 um 1,9 Grad überschritten wurde. Aber auch an vielen anderen Stationen im Süden und in der Mitte Deutschlands gab es neue Dekadenrekorde. Die Sommertagsmarke von 25 Grad überschritten gestern insgesamt 19 Stationen im Land!


Ursache für diese ungewöhnliche Wärmeperiode ist eine persistente Südwestlage. Dabei werden zwischen einer Tiefdruckzone über dem Ostatlantik und einem kräftigen Hoch mit Zentrum über Südosteuropa, immer wieder sehr milde Luftmassen aus den Subtropen nach Mitteleuropa geführt. Diese Luftmassen haben ihren Ursprung in West und Nordafrika, wie Abbildung 3 verdeutlicht.


Wie lange hält diese ungewöhnlich warme Wetterphase an?
Auch Morgen hält das ruhige und sehr milde Wetter an. Allerdings gehen die Höchstwerte im Vergleich zum Samstag und zum Freitag etwas zurück. Zudem verlagert sich der Wärmeschwerpunkt in den Osten, sodass mit leichtem Föhn im Erzgebirge erneut lokal ein Sommertag möglich ist. Im weiteren Verlauf wird die Wärme mit einer auf West drehenden Strömung sukzessive abgebaut, sodass sich die Werte Anfang November auf ein deutlich niedrigeres Niveau von 11 bis 15 Grad einpendeln. Ein Kaltlufteinbruch mit ersten frühwinterlichen Facetten ist somit vorerst noch nicht in Sicht.
