Alle Jahre wieder: Weihnachten mit Tauwetter und bis zu 16 Grad

Beim Blick aus dem Fenster mag man es im Osten kaum glauben, aber Weiße Weihnachten bleiben auch heuer ein frommer Wunsch. Dabei hat es heute – 1 Tag vor Heiligabend – selbst in Wien noch für eine dünne Schneedecke gereicht.

Von Westen her setzt sich in den kommenden Stunden aber immer mildere Luft durch, der Schnee im Flachland wird den heutigen Tag so nicht mehr überleben.

Noch schlechter die Nachrichten für alle Schneefans, wenn man die morgigen Höchstwerte betrachtet. Verbreitet werden 5 bis 10 Grad erreicht, abseits der Berge gar 10-13 Grad.

Höchstwerte an Heiligabend.

Noch milder wird es dann sogar am Christtag. Mit starkem Westwind klettern die Temperaturen vielerorts über die 10-Grad-Marke, am Alpenostrand (Wien, Eisenstadt, Wiener Neustadt) sind auch Höchstwerte von 15 oder 16 Grad zu erwarten.

Höchstwerte am Christtag.

Doch nicht nur in Österreich wird der Christtag sehr mild, der Dauerfrost hat sich weit nach Nord- und Osteuropa zurückgezogen. Höchstwerte unter 0 Grad gibt es dann noch nördlich der Linie Oslo-Moskau. Rund ums Mittelmeer sind sogar Höchstwerte von rund 20 Grad drinnen.

Die Höchstwerte in Europa am 25.12.

Für Rekorde zu Weihnachten (24. – 26.12.) wird es zwar schwer, aber nicht unmöglich. Exakt 15,0 Grad beträgt der Rekord in Wien, dieser könnte am Montag ebenso fallen wie die 15,5 Grad in Eisenstadt. Auch die Christnacht wird im östlichen Flachland extrem mild mit Tiefst(!)werten von rund +10 Grad. Auch dies wäre ein neuer Rekord.

Rekorde der Tiefst- und Höchstwerte zu Weihnachten in den Landeshauptstädten.

Somit geht ein weiteres Jahr ohne Schneedecke in den Landeshauptstädten in die Statistik ein. Zuletzt Weiße Weihnachten gab es 2021 in Klagenfurt. In Wien war es 2012 so weit, in St. Pölten muss man gar bis 2007 zurückblicken, um Schnee an Weihnachten zu haben.

Statistik für Weiße Weihnachten bis 2022.

Weihnachtstauwetter

Der erste Schnee im Flachland fällt meist schon Ende November oder in der ersten Dezemberhälfte, dennoch gibt es im Flachland meist „grüne Weihnachten“. Neben der generellen Abnahme der Tage mit einer Schneedecke aufgrund des Klimawandels spielt dabei aber auch das sog. Weihnachtstauwetter eine wichtige Rolle. Es handelt sich um eine milde und teils auch nasse Witterungsperiode, bei der atlantische Luftmassen nach Mitteleuropa gelangen. Diese meteorologische Singularität (auch Witterungsregelfall genannt) tritt in Mitteleuropa in etwa sechs bis sieben von zehn Jahren rund um Weihnachten ein.

Weiße Weihnachten und Klimawandel

Weiße Weihnachten in den Niederungen sind generell selten. Allgemein spielt dabei die Seehöhe eine wichtige Rolle: Ab einer Höhe von etwa 500 m liegt die Wahrscheinlichkeit im Mittel bei 40 %, in 800 m Höhe bei 70 % und ab 1.200 m über 90 %.  Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten im Flachland nimmt im Zuge des Klimawandels weiter ab, so hat sich die Zahl der Tage mit Schnee am 24. Dezember seit Anfang der 80er Jahre in etwa halbiert und der Trend deutet weiter abwärts. Vor allem seit den 2000ern hat die Häufigkeit deutlich abgenommen.

Rekorde

Besonders in den 60er Jahren lag zu Weihnachten häufig Schnee, in Klagenfurt war es damals sogar jedes Jahr weiß. Die Rekorde aus dem Jahr 1969 im Norden und Osten haben bis heute Bestand: Damals gab es in Linz 24, in Wien 30 cm, in Eisenstadt 39 cm und in St. Pölten sogar 50 cm der weißen Pracht. Letztmals Schnee in allen Landeshauptstädten zu Weihnachten gab es hingegen im Jahr 1996.