1. Dezember: Meteorologischer Winterbeginn

Winterliche Kälte lässt Seifenblasen gefrieren.

Astronomischer Winter

Durch die Wintersonnenwende, die mit der längsten Nacht und dem kürzesten Tag des Jahres einhergeht, wird der astronomische Beginn des Winters festgelegt. Der kalendarische Eintrittspunkt variiert und fällt, abhängig vom Abstand zum letzten Schaltjahr, immer entweder auf den 21. oder 22. Dezember. Im Jahr 2022 fällt der kalendarische Winterbeginn auf den 21. Dezember. Beendet wird der Winter stets durch die Tag-und-Nacht-Gleiche, dem sogenannten Äquinoktium, am 20. März 2023.

Gut zu sehen ist die Ursache für die Jahreszeiten bei uns auf der Erde auf folgender Grafik: Auf ihrem Weg um die Sonne (1 Umlauf dauert 365 Tage) ist die Nordhalbkugel rund um den 21.12. der Sonne abgeneigt, wir erhalten also viel weniger Strahlung von der Sonne als im Sommer (da ist die Nordhalbkugel der Sonne zugeneigt). Dieses unterschiedliche Strahlungsangebot sorgt für die Jahreszeiten.

Die Roation der Erde um die Sonne verursacht Jahreszeiten.
Die Rotation der Erde um die Sonne verursacht Jahreszeiten.

Meteorologischer Winter

Die Meteorologie hat aus statistischen Gründen den Beginn des Winters auf den 1. Dezember festgelegt. So können Statistiken bzw. Klimavergleiche leichter erstellt werden. Der Winter geht in der Meteorologie somit immer vom 1. Dezember bis zum letzten Tag des Februars. Ausgenommen davon ist natürlich die Südhalbkugel, hier sind alle Jahreszeiten um jeweils ein halbes Jahr verschoben.

Der meteorologische Herbst schließt deutlich zu mild ab. © UBIMET

Einen Ausblick auf den Winter gibt es hier: Winter 2022 in Österreich, eine erste saisonale Prognose

Phänologischer Winter

Eine weitere Festsetzung des Winterzeitraums findet in der Phänologie statt. Als Winter wird hier jene Zeitspanne definiert, in der alle Bäume ihr Laub verloren haben (von wenigen Ausnahmen wie z.B. wintergrünen Laubgehölzen abgesehen), das Wintergetreide aufläuft und im Allgemeinen Vegetationsruhe herrscht. Der phänologische Winter dauert meist von Ende November/Anfang Dezember bis Mitte/Ende Februar, also recht ähnlich zu seinem meteorologischen Pendant.

Quelle Titelbild: https://pixabay.com/

November 2022 deutlich zu mild

Typisches Bild im November: Nebel und Reif auf den Wiesen.

Deutlich zu mild dank spätsommerlichem Beginn

Österreichweit betrachtet schließt der November rund 1,5 Grad zu mild ab, vergleicht man ihn mit dem langjährigen Mittel von 1991-2020. Die Abweichungen zeigen sich dabei recht einheitlich. Die größten Abweichungen finden sich im Westen des Landes wieder, so schließt der Monat im Rheintal um 2,5 Grad milder als das langjährige Mittel ab, selbiges gilt etwa für Ehrwald in Tirol. Geringere Temperaturabweichungen als im Landesschnitt gab es in so manchem inneralpinen Tal. Doch selbst in Zeltweg, Sillian und Saalbach nähern sich die Abweichungen +1 Grad im Vergleich zum langjährigen Mittel.

Der November war deutlich zu mild.

Landesweit kommt der November nicht an den Spitzenreiter 2014 ran, dieser thront weiterhin mit einer Anomalie von +3,0 Grad an der Spitze vor dem November 1926 (+2,8 Grad). Die Landeshauptstädte platzieren sich allesamt in den Top 20, wobei es in Bregenz sogar für den drittwärmsten November der dortigen Messgeschichte reicht.

Hauptverantwortlich für den milden November zeichnet sich eine extreme erste Monatshälfte. Zum Auftakt in den Monat gab es gleich die höchsten Temperaturen. 23,3 Grad zeigte das Thermometer zu Allerheiligen auf der Hohen Wand, noch nie war es an einem 1. November in Österreich wärmer. Logischerweise stellte die Hohe Wand somit auch einen neuen Monatsrekord für die dortige Station auf und setzte mit der wärmsten Novembernacht (+13,5 Grad) noch einen drauf. Doch auch in Gutenstein, Mönichkirchen oder Bad Eisenkappel gab es zu Beginn des Monats neue Rekorde.

Die höchsten gemessenen Temperaturen im November.

Abkühlung in zweiter Hälfte, erster Flachland-Schnee

In der zweiten Monatshälfte kehrten die Temperaturen schließlich wieder auf halbwegs normale Werte für die Jahreszeit zurück. Auch den ersten Schnee in tiefen Lagen gab es am 19.11 zu bestaunen. 4 cm wurden in St. Pölten gemessen, immerhin 1 cm in Wien. Etwa alle 5 Jahre gibt es derart früh im Jahr den ersten Schnee im Flachland, zuletzt 2018. Mit dem Schnee einher ging auch vielerorts der erste Frost in diesem Herbst, der 19.11. markiert hier eine relativ späte Frostpremiere. Im Schnitt sinken die Temperaturen etwa in Wien und Eisenstadt in der ersten Novemberwoche erstmals unter den Gefrierpunkt. Noch etwas länger dauerte es in der Stadt Innsbruck bis zur ersten Frostnacht, erst am 27.11. wurden negative Temperaturen gemessen. Das ist rund 4 Wochen später als im Klimamittel üblich und nahe dran am Rekord für den spätesten Herbstfrost (2014 war es am 10.12. so weit)

Etwas zu trocken, etwas mehr Sonne

Die Niederschlagsbilanz fällt über ganz Österreich etwas unterdurchschnittlich aus, rund 10 Prozent Regen bzw. Schnee fehlen in den heimischen Messkübeln am Ende des Monats. Lokal zeigen sich hier aber doch deutliche Unterschiede, so brachten einige Fronten wiederholt kräftigen Regen an der Alpennordseite. In Bad Ischl, dem mit 151 Litern pro Quadratmeter nassesten Ort des Landes, summierte sich rund 50 Prozent mehr Niederschlag als im Durchschnitt auf. Abweichungen von oft +20 bis +40% gab es generell vom Tiroler Unterland bis zum Wienerwald. Deutlich zu trocken war der November dagegen vom Tiroler Oberland über Osttirol, Kärnten bis ins Südburgenland. Exemplarisch seien an dieser Stelle Landeck (-65%), Obervellach (-70%) und Deutschlandsberg mit -40% genannt. Die absolut trockenste Region war aber das nördliche Weinviertel: Nur 9 Liter pro Quadratmeter fielen in Hohenau an der March, was einem Defizit von 75% entspricht.

Eine Zweiteilung zeigt sich bei der Niederschlagsbilanz im November.

Die Sonne machte verbreitet Überstunden, hier stechen das Waldviertel und so manches Alpental hervor. In Weitra waren mit 88 Sonnenstunden bisher nur drei November der Messgeschichte noch sonniger, in Litschau waren es deren vier. In Krimml (Salzburg) liegt der zweitsonnigste November seit der Jahrtausendwende hinter uns (nach dem November 2011).

Die Sonnenstunden im November.

Extremwerte November 2022 (Bundesland, Tag des Auftretens) Stand: Heute, 29.11.2022, 11 Uhr

Höchste Temperaturen

    • 23,3 Grad Hohe Wand (NÖ, 01.)
    • 22,8 Grad Villach-Fürnitz (K, 01.)
    • 21,5 Grad Gutenstein-Mariahilfberg (NÖ, 01.)
    • 21,1 Grad Fischbach (ST, 01.) + Berndorf (NÖ, 02.)

Tiefste Temperaturen Hochtäler

    • -12,5 Grad St. Leonhard/Pitztal (T, 27.)
    • -11,9 Grad St. Jakob/Defereggen (T, 27.)
    • -11,5 Grad Lech/Arlberg (V, 27.)

Tiefste Temperaturen unter 1000 m Seehöhe

    • -9,1 Grad Kötschach-Mauthen (K, 28.)
    • -9,0 Grad Bad Bleiberg (K, 27.)
    • -8,6 Grad Rauris (S, 28.)

Anzahl Eistage (ganztags unter 0 Grad)

    • 10 Obertauern (S)
    • 7 Obergurgl (T)
    • 5 Mittewald/Drau (T)
    • 4 Schmirn + Weitlanbrunn (beide T)

Nasseste bewohnte Orte

    • 151 Liter pro Quadratmeter Bad Ischl (OÖ)
    • 145 Liter pro Quadratmeter Loibl (K)
    • 139 Liter pro Quadratmeter Unterach am Attersee (OÖ)
    • 137 Liter pro Quadratmeter St. Wolfgang (OÖ)
    • 133 Liter pro Quadratmeter Alberschwende (V)

Trockenste Orte

    • 9 Liter pro Quadratmeter Hohenau (NÖ)
    • 11 Liter pro Quadratmeter Poysdorf (NÖ)
    • 12 Liter pro Quadratmeter Mistelbach (NÖ)
    • 13 Liter pro Quadratmeter Laa/Thaya (NÖ)
    • 18 Liter pro Quadratmeter Landeck (T)

Absolut sonnigste Orte

    • 119 Sonnenstunden Weißensee (K)
    • 114 Sonnenstunden Mariapfarr (S)
    • 111 Sonnenstunden Arriach (K)

Stärkste Windspitzen Niederungen

    • 91 km/h Murau (ST, 07.)
    • 90 km/h Innsbruck-Kranebitten (T, 04.) + Kindberg (ST, 05.)
    • 87 km/h Reichenau/Rax (NÖ, 05.)

Stärkste Windspitzen Berge

    • 145 km/h Patscherkofel (T, 03.)
    • 128 km/h Rudolfshütte (S, 14.)
    • 107 km/h Dachstein-Hunerkogel (OÖ, 06.) + Sonnblick (S, 24.)

Lake Effect sorgt für 1,5 Meter Neuschnee rund um Buffalo

Der Lake Effect tritt unter bestimmten meteorologischen Rahmenbedingungen besonders zu Beginn des Winters auf, wenn sehr kalte Luft arktischen Ursprungs  über die noch nicht zugefrorenen bzw. vergleichsweise warmen Wasserflächen der Großen Seen zieht. Die Luft wird dabei labilisiert und nimmt viel Feuchtigkeit auf. Meist bilden sich Schauerstraßen, die dann in schmalen Streifen parallel zur Strömung auf die windzugewandten Küstenregionen treffen. Manchmal wachsen die Schauer sogar zu Schneegewitter heran. Die Niederschlagsraten können jedenfalls enorm sein, so sind wie im aktuellen Fall locker bis zu 1,5 m Neuschnee in 24 Stunden möglich.  Die räumlichen Unterschiede bei den Neuschneemengen sind aufgrund der teils eng begrenzten Schauerstraßen aber markant.

In diesem Fall war der Großraum Buffalo besonders stark betroffen, die Stadt liegt (siehe roter Pin auf Karte) am Ostufer des Lake Erie im Bundesstaat New York.

Hotspot der Schneemassen: Buffalo am Ostufer des Eriesees

Am Radarfilm vom gestrigen Freitag sieht man wunderbar, wie die Schauer auf immer der gleichen Zugbahn über den warmen Eriesee zogen und dann die Schneemassen am Ostufer in und um Buffalo (eingekreist) abluden.

Besonders eindrücklich ist die Ankunft der starken Schneeschauer auf folgendem Zeitraffer aus Buffalo:

Wie bereits eingangs erwähnt, gibt es beim Lake Effekt große Unterschiede bei den Schneemengen auf kleinstem Raum. Am aktuellen Beispiel festgemacht: Links versinkt das Stadion des NFL-Teams der Buffalo Bills im Schnee, rechts wird das Stadion der University of Buffalo von nur geringen Schneemengen „befreit“. Luftlinie liegen zwischen den beiden Sportstätten nicht einmal 30 km.

Hier noch weitere Bilder aus dem Großraum Buffalo, die das Herz jeden Schneefans wohl höher schlagen lassen:

In Summe kamen an der Wetterstation Orchard Park (nahe des Stadions der Bills) in nur 24 Stunden unglaubliche 66 inches Schnee zusammen. In gewohnte Einheiten umgerechnet sind das 167 cm! Seit Donnerstag – also das gesamte Event betrachtet – haben sich hier sogar knapp 2m Schnee angesammelt.

Doch auch an den anderen Großen Seen in Nordamerika kam es in den vergangenen Stunden zu ergiebigen Schneefällen, wie die Analysekarte des staatlichen Wetterdienstes zeigt:

 

Lake Effect auch in Europa

Der Lake Effect tritt nicht nur in den USA auf, sondern allgemein im Bereich von großen Seen oder Binnenmeeren. Voraussetzung dafür sind lediglich sehr kalte Luftmassen sowie eine ausreichend große, vergleichsweise milde Wasseroberfläche.  Auch in Deutschland und Österreich ist der Effekt gelegentlich zu beobachten, wie etwa am Südostufer des Bodensees oder wie derzeit auch an der deutschen Ostseeküste von Rügen bis Usedom. Weitere Beispiele sind die Südküste des Schwarzen Meeres in der Türkei bei Nordwind oder die Westküste der Adria in Italien bei Nordostwind.

Erster Gruß vom Winter im Nordosten

Zuerst Regen, am Abend Schnee

Herbst der Kontraste

Wärmster Oktober der Messgeschichte in Österreich, erste Novemberhälfte auch schon wieder 2,5 Grad zu mild. Die Schlagzeilen der vergangenen Wochen kannten nur eine Richtung. Doch die Anzeichen für den nahenden Winter sind im Alltag unübersehbar: Die ersten Weihnachtsmärkte öffnen ihre Pforten, in einer Woche ist der erste Advent und in zwei Wochen beginnt für uns Meteorologen die kälteste aller Jahreszeiten auch offiziell. Pünktlich zum bevorstehenden Wochenende besinnt sich auch das Wetter auf den Kalender und beschert dem Norden und Osten Österreichs einen ersten Wintergruß. Eines vorneweg: Für Mitte bis Ende November ist die bevorstehende Witterung absolut normal, weitaus ungewöhnlicher waren die vergangenen Wochen.

Keine Liebesgrüße aus Moskau

In den Weiten Russlands und Nordskandinaviens hat sich die winterliche Kälte schon breit gemacht, Moskau und Minsk bleiben heute mit -2 Grad im Dauerfrost stecken. Und genau von dort erreicht uns ab Freitagabend auch die Kaltluft. Dabei ist heute mit 6 bis 14 und morgen mit 3 bis 10 Grad noch nichts von der bevorstehenden Abkühlung zu spüren. In den Abendstunden des morgigen Tages sickert von Tschechien aber immer kältere Luft ein. Die Nacht auf Samstag bringt dann auch in Wien den ersten Frost der Saison, bis auch -4 Grad sinken die Temperaturen im Waldviertel. Der Höhepunkt der Kälte wird der Samstag: Im Wald- und Weinviertel bleibt es mit -3 bis -1 Grad bei Dauerfrost, selbst in Wien werden nur rund 0 Grad als Höchstwert erreicht. Abseits von Wien und Niederösterreich bleibt es mit 3 bis 9 Grad deutlich milder.

Hier grafisch dargestellt die Höchstwerte am Samstag:

Die Höchstwerte am Samstag mit Dauerfrost im Waldviertel.

Schnee (nicht nur) im Waldviertel

Zur Kälte kommt auch der für viele erste Schnee des Herbstes. Besonders im Waldviertel kann sich von Freitag- bis Samstagabend eine 5-10 cm mächtige Schneedecke ausbilden. Doch auch im Mühl- und Weinviertel, in Wien und in den Voralpen Niederösterreichs rieseln die ersten Flocken. Speziell in der Bundeshauptstadt wird es aber kaum für eine Schneedecke reichen – zu warm sind die Böden noch immer. Auch in den Nordalpen fällt immer wieder Schnee, allerdings liegt die Schneefallgrenze von Vorarlberg bis zur Eisenwurzen mit 1000 bis 1300 Meter deutlich höher.

Erwartete Neuschneemengen am Freitag und Samstag.

Nur kurzes (W)intermezzo

Das Gastspiel des Winters am Wochenende ist nur von kurzer Dauer, denn schon am Sonntag und Montag macht sich im Vorfeld eines Atlantiktiefs wieder mildere Luft breit. Bei jeweils 3 bis 10 Grad taut der Schnee rasch wieder dahin. Aus heutiger Sicht könnte ein Italientief am Dienstag dem Süden und Südwesten Neuschnee bescheren, diese Entwicklung ist aber noch sehr unsicher. Fest steht, dass die weitere Woche bis hin zum 1. Advent wohl keinen weiteren Neuschnee im Flachland bringen und tendenziell zu mild ausfallen wird.

Hurrikan Nicole trifft auf Florida

Derzeit (Donnerstagfrüh unserer Zeit) trifft der Hurrikan Nicole an der Ostküste Floridas auf Land, mit einem Kerndruck von 980 hPa und mittleren Windgeschwindigkeiten von rund 120 km/h handelt es sich um einen Hurrikan der Kategorie 1 (von 5). Gut zu sehen ist der Wirbelsturm auf dem folgenden Radarbild aus Florida. Das Auge ohne Niederschlag befindet sich hier noch knapp vor der Küste bei Port St. Lucie.

Aktuelles Radarbild aus Florida.

Im größeren Kontext (Satellitenfilm der gesamten Karibik) erkennt man Nicole ebenfalls sehr gut im oberen linken Eck mit der klassischen Rotation gegen den Uhrzeigersinn:

Aktuelle Satelliten-Animation mit Hurrikan Nicole (oben links). Quelle: NOAA

Nach dem Landgang in Florida wird sich Nicole rasch zu einem Tropischen Sturm abschwächen (=S), bis zum Wochenende dann sogar nur noch zu einem „normalen“ Tiefdruckgebiet (D). Seine Zugbahn führt den Sturm nämlich über Georgia und South Carolina bis nach Virginia.

Vorhersage der Zugbahn des Hurrikans Nicole. Quelle: NOAA

Ist so ein Hurrikan so spät im Jahr ungewöhnlich? Nein, geht doch die offizielle Hurrikansaison noch bis 30. November. Allerdings nimmt die Wahrscheinlichkeit für Tropische Stürme im Allgemeinen und Hurrikanes im Speziellen im Herbst rapide ab, der Höhepunkt der Saison ist rein statistisch gesehen in der ersten Septemberhälfte. Wir sehen an der folgenden Grafik aber auch, dass selbst im Dezember noch Hurrikane auf dem Atlantik vorkommen können.

Häufigkeit Tropischer Stürme UND Hurrikanes in rot bzw. nur Hurrikanes in gelb nach Monaten. Quelle: NOAA

Die abschließende Grafik zeigt, wann seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen anno 1967 der letzte Hurrikan auf dem Atlantik im jeweiligen Jahr aufgetreten ist.

Wir sehen eine recht große Spannbreite: In manchen Jahren (1983, 1993, 2002 und 2006) kam es schon Ende September zum letzten Hurrikan der Saison. Es gibt aber wie oben bereits erwähnt auch einzelne Hurrikane (6 an der Zahl), die noch nach dem offiziellen Ende der Saison beobachtet wurden. Der bislang späteste registrierte Hurrikan datiert übrigens aus dem Jahre 2005, als Hurrikan Zeta am Silvesterabend die Rekordsaison 2005 auch inoffiziell abschloss. In diesem Jahr gab es unglaubliche 28 benannte Stürme auf dem Atlantik.

Zeitpunkt des letzten Hurrikans auf dem Atlantik im Laufe der Jahre. Quelle: NOAA

Wärmstes Jahr der Messgeschichte? 2022 auf Rekordkurs

Betrachten wir zunächst einmal die nüchternen Fakten, wie das Jahr 2022 bis dato (d.h. bis einschließlich des gestrigen 5. Novembers) da steht. In der folgenden Grafik gut ersichtlich ist das gesamte Land rot eingefärbt, d.h. es gibt keine Region, die bis dato zu kühl war. Im Gegenteil: Verbreitet war 2022 bis jetzt rund 1 bis 1,5 Grad wärmer als im langjährigen Mittel von 1991 bis 2020 üblich. Noch markanter mit Temperaturabweichungen von knapp +2 Grad gegenüber dem Mittel waren die ersten gut 10 Monate heuer u.a. in Feldkirch, Reutte und Lienz. Österreichweit gesehen beträgt die Abweichung derzeit +1,3 Grad!

Temperaturabweichungen 2022 bis inklusive 5. November

Werfen wir einen Blick auf die einzelnen Monate, so wird klar, dass es fast durchwegs (teils deutlich) zu warm war. Die folgende Animation zeigt die Temperaturabweichungen der Monate Jänner bis November 2022:

Animation der Temperaturabweichungen der einzelnen Monate Jänner bis November.

April und September (beide blau dominiert) waren die einzigen zu kühlen Monate in Österreich, alle anderen lagen zum Teil recht deutlich über dem Klimamittel. Tabellarisch dargestellt:

Monat 2022 Abweichung zu 1991-2020
Jänner +1,6 Grad
Februar +3,2 Grad
März +0,4 Grad
April -1,5 Grad
Mai +1,7 Grad
Juni +2,2 Grad
Juli +1,1 Grad
August +1,2 Grad
September -0,6 Grad
Oktober +3,5 Grad
November (bis 5.11.) +3,3 Grad

 

Wie steht 2022 nun im Vergleich mit den bislang wärmsten Jahren der Messgeschichte da? An der Spitze dieser Statistik thront noch (!) das Jahr 2018, das mit einer Temperaturabweichung von +1,2 Grad gegenüber dem Klimamittel das bislang wärmste Jahr in Österreich seit dem Jahr 1767 war. Dahinter folgen mit 2014 und 2019 zwei weitere Jahre der jüngeren Vergangenheit. 2022 würde sich Stand heute Platz 1 mit der erwähnten Abweichung von +1,3 Grad knapp sichern, alles hängt nun vom restlichen November und dem Dezember ab.

Rang Jahr Abweichung zu 1991-2020
1 2018 +1,2 Grad
2 2014 +1,1 Grad
3 2019 +1,0 Grad
4 2015 +0,8 Grad
5 2020 +0,6 Grad

 

Am Beispiel Wien-Hohe Warte wird deutlich, wie außergewöhnlich das Jahr 2022 bis dato war. Orange Balken sind dabei Tage, die zu warm waren. Rote Balken symbolisieren Tage, an denen es noch nie zuvor so warm war wie 2022. Äquivalent dazu sind türkise Balken unterdurchschnittlich temperierte Tage. Rekordkalte Tage (wären dunkelblau) gibt es gar nicht.

Man sieht: Die orangenen/roten Balken sind klar in der Mehrzahl, es gab nur zwischendurch kurze zu kühle Phasen. Zum Beispiel im März und April sowie in der 2. Septemberhälfte. Im Gegensatz zu Gesamt-Österreich hinkt 2022 dem Rekordjahr 2018 in Wien noch ein wenig hinterher, aber auch in der Bundeshauptstadt ist noch alles möglich.

Temperaturabweichungen 2022 auf Tagesbasis in Wien.

Herbst: Zeit der Inversionen

Zu dieser Jahreszeit stellt sich unter Hochdruckeinfluss immer öfter eine sogenannte Inversionswetterlage ein. Diese zeichnet sich durch eine Umkehr der normalerweise vorherrschenden Abnahme der Temperatur mit der Höhe aus, d.h. „leichte“ Warmluft lagert oberhalb von „schwerer“ Kaltluft. Die Ursache hierfür ist, dass aufgrund der Ausstrahlung die unteren Luftschichten wesentlich schneller abkühlen als die Luftmassen in der Höhe. Bevorzugt in Tal- und Beckenlagen entstehen so bodennahe Kaltluftseen, die durch die immer schwächere Sonne erst spät oder gar nicht mehr ausgeräumt werden können.

Scharfe Wetterscheide

Bei einer ausgeprägten Inversionswetterlage ist der Übergang von Warm- zu Kaltluft teils sehr scharf. An der Grenze der beiden unterschiedlichen temperierten Luftmassen bilden sich oft Wolken. In den Wetterberichten ist dann von Hochnebel die Rede. Während in den Tälern und Niederungen graues und kaltes Wetter herrscht, sind tagsüber in mittleren und hohen Lagen bei Sonnenschein und ausgesprochen guter Fernsicht ungewöhnlich hohe Temperaturen anzutreffen.
Aber auch ohne Wolkenschicht ist es unterhalb der Inversion häufig dunstig, denn durch die fehlende Durchmischung mit der oberen Atmosphäre sammeln sich Feuchte und Schadstoffe langsam an und die Sicht ist getrübt.

Quelle Titelbild: www.foto-webcam.eu/webcam/wilder-kaiser

26 Grad: Oktober endet mit Rekordwärme

Oben blau – unten grau

ZACHARIAS beschert uns einen ungewöhnlich warmen Ausklang des Oktobers, so lautet nämlich der Name des wetterbestimmenden Hochs. Mit im Gepäck hat das Hoch Luft aus Südwesteuropa (roter Pfeil)

Die prognostizierte Frontenanalyse für Freitag, 12 UTC. Karte: FU Berlin / DWD

Bis einschließlich Montag dominiert im Berg- und Hügelland der Sonnenschein, wenn überhaupt ziehen nur harmlose Schleierwolken durch. In den Niederungen, konkret v.a. im Donauraum, im östlichen Flachland, im Grazer und im Klagenfurter Becken werden Nebel und Hochnebel aber zunehmend starker Gegner der Sonne. Oft löst sich das Grau zwar im Laufe des Tages auf, besonders im Nordosten und so auch in Wien könnte es aber in den kommenden Tagen durchwegs trüb bleiben. Unter dem Hochnebel bleiben die Temperaturen mit 13 bis 17 Grad auch eher gedämpft, mit der Sonne liegen die Höchstwerte aber oft um oder sogar über 20 Grad. Spätsommerlich wird es dabei mit leichter Föhnunterstützung am Wochenende in den Nordalpen, wo Höchstwerte von 26 Grad möglich sind.

Exemplarisch hier die Höchstwerte für den Samstag:

Die Höchstwerte am Samstag.

Sommertage Ende Oktober selten

Sommertage mit einer Höchsttemperatur jenseits der 25 Grad sind ab Mitte Oktober generell sehr selten und treten meist nur mit Föhn auf. Dennoch sind diese sogar noch im November möglich, wie ein Blick in die Archive zeigt: Den Rekord für den spätesten Sommertag im Jahr halten mehrere Wetterstationen im Traun- und Mostviertel am 16.11.2002, als bei einem schweren Föhnsturm in Weyer bis zu 26,1 Grad gemessen wurden. In der letzten Oktoberdekade (21.10. bis 31.10.) liegen die Rekorde in den Landeshauptstädten zwischen 23,2 Grad (Linz, 28.10.2013) und 27,2 Grad (Graz, 21.10.2019)

Extreme Wärme auch auf den Bergen

Die kommenden Tage bieten perfektes Wanderwetter. Bei meist schwachwindigen Verhältnissen und traumhafter Fernsicht erwarten die Bergsportler Temperaturen, wie man sie sonst häufig nicht einmal im Sommer vorfindet. In 2.000 Meter Höhe bewegen sich die Höchstwerte über das Wochenende oft zwischen 16 und 18 Grad, selbst in 3000 Meter Höhe gibt es milde 5 bis 7 Grad. Normal wären in letztgenannten Höhenlagen jetzt Ende Oktober Höchsttemperaturen von rund -3 Grad. Besonders warm wird es aber in mittleren Höhenlagen von 1000 bis 1500 m. Auf der Hohen Wand beispielsweise zeichnen sich am Sonntag sommerliche 26 Grad ab, das wäre ein neuer Oktoberrekord für diese Wetterstation.

Für die meisten Landeshauptstädte steuert der Oktober auf den wärmsten der jeweiligen Messgeschichte zu, wie der Blick auf die folgenden Daten beweist:

Stadt  

Oktober 2022

Oktober Rekord 2022 derzeit auf Rang…
Wien 13,7 Grad 13,9 Grad 4
Salzburg 13,9 Grad 13,9 Grad 1
Bregenz 14,3 Grad 13,6 Grad 1
Eisenstadt 14,0 Grad 14,1 Grad 3
Graz 14,0 Grad 14,1 Grad 2
Innsbruck 14,3 Grad 13,6 Grad 1
Klagenfurt 13,3 Grad 12,9 Grad 1
Linz 13,6 Grad 13,6 Grad 1
St. Pölten 13,4 Grad 13,4 Grad 1

 

Österreichweit hält die Temperaturabweichung derzeit bei knapp 3 Grad:

Bisherige Temperaturabweichungen im Oktober. © UBIMET

Wetterumstellung erst mit Monatswechsel

Eine Umstellung der Großwetterlage kündigt sich nach derzeitigem Stand erst Anfang November an. So erreichen ab Allerheiligen am Dienstag Fronten atlantischer Tiefs Österreich in abgeschwächter Form von Westen her mit Wolken und ein paar Regenschauern. Die Temperaturen gehen dabei im Vergleich zum spätsommerlichen Oktoberende wieder zurück, verbleiben aber auf einem für die fortgeschrittene Jahreszeit hohen Niveau. Eine markante Abkühlung inklusive Schnee zumindest für die Hochtäler der Alpen ist jedoch auch in den ersten Tagen des Novembers nicht in Sicht.

Leuchtende Weinberge im Herbst

Weinblätter strahlen in der Oktobersonne

Im Herbst beginnen sich Laubgewächse zu verfärben, da durch weniger Sonneneinstrahlung die Produktion des grünen Pflanzenfarbstoffs Chlorophyll zurückgeht (hier mehr Infos zur Laubverfärbung). Um den Farbstoff über den Winter nicht zu verlieren, entzieht ihn die Pflanze den Blättern. Das Resultat: Andere Farbstoffe kommen zum Vorschein. Beim Wein sind sämtliche Farben von Gelb über Orange bis zum tiefen Rot und sogar Lila- und Violett-Töne möglich. So kann es in einem Weinberg, wo eine Vielzahl von Rebstöcken vereint ist, zu einer wahren Farbenvielfalt kommen.

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Weinberge im Herbst. © https://stock.adobe.com/

Sonne bringt Farben zum Leuchten

Schon bei trübem Wetter sind die Farben ein Blickfang. Doch so richtig zur Geltung kommt die Verfärbung des Weinberges erst, wenn direktes Sonnenlicht hinzukommt. Speziell die gelb-rötlichen Strahlen der tief stehenden Herbstsonne am mittleren und späteren Nachmittag lassen die Farben des Weinberges intensiv wirken und diesen richtiggehend leuchten. Die so ins rechte Licht gesetzten warmen Gelb-, Gold- und Rottöne schaffen eine angenehme Atmosphäre, sorgen oft für gute Stimmung und wirken aktiv und belebend. So lassen sich die negativen Begleiterscheinungen des Herbstes wie Müdigkeit und Antriebslosigkeit gut bekämpfen.

Wien
Wien im Herbst. © AdobeStock

Ein Ausflug in eine Weinberggegend zu dieser Jahreszeit ist bei entsprechendem Wetter also zu empfehlen, um die für den Herbst ebenso typischen tristen, nebelgrauen Tage gut zu kompensieren.

Der Altweibersommer

Herbstsonne

Wissenschaftlich gesehen versteht man unter dem Altweibersommer eine sogenannte meteorologische Singularität. Also einen Witterungsabschnitt mit beständigem Hochdruckwetter im Frühherbst, der nahezu jedes Jahr eintritt. Der Altweibersommer findet meist in der zweiten Septemberhälfte oder im Oktober statt.

20 Grad und kühle Nächte

In dieser Zeit steigen die Temperaturen an den Nachmittagen regelmäßig über 20 Grad. Die Nächte sind oft aber schon empfindlich kühl, manchmal sogar frostig und immer häufiger breiten sich in den Tälern und Becken Frühnebelfelder aus. Auf den Bergen gibt es dafür oft den ganzen Tag strahlend blauen Himmel und perfekte Fernsicht. Besonders im Oktober sind die Temperaturen an manchen Tagen im Mittelgebirge sogar höher als im Tal.

Glänzende Spinnfäden

Die Herkunft des Wortes ist nicht sicher, man vermutet aber, dass der Altweibersommer seinen Namen den Spinnen zu verdanken hat, welche im Herbst durch die Luft segeln: Die Fäden von jungen Baldachinspinnen glänzen im Sonnenschein und erinnern dabei an das graue Haar alter Frauen. Häufig läuft man unbeabsichtigt in solche Fäden hinein. Mit „weiben“ bezeichnete man im Althochdeutschen übrigens das Knüpfen von Spinnweben. Wenn sich im Oktober das Laub langsam verfärbt, ist dann häufig auch vom goldenen Oktober die Rede (in Nordamerika „Indian Summer„).

Spinnenflug

Das Fliegen stellt für Baldachinspinnen eine erfolgreiche Strategie zur Verbreitung dar. Dafür produzieren sie einen Flugfaden, welcher ab einer bestimmten Länge vom Wind erfasst wird und die Spinne zum Abheben bringt. Dieser Vorgang wird „Luftschiffen“ oder „Spinnenflug“ genannt. Beim Transport durch die Luft können Baldachinspinnen Höhen von mehreren Tausend Metern erreichen und bis zu mehrere Hundert Kilometer weit fliegen. Viele Spinnen überleben ihre Reisen allerdings nicht: Die meisten landen auf dem Wasser, in ungeeigneten Lebensräumen oder werden von Vögeln gefressen.

Titelbild © Adobe Stock

Hurrikan IAN trifft mit voller Wucht auf Florida

Werfen wir zunächst einen Blick auf den aktuellen Satellitenfilm von IAN. Derzeit dreht sich der Wirbelsturm ca. 105 km südwestlich der Stadt Naples in Florida noch über dem Golf von Mexiko. Mit einer mittleren Windgeschwindigkeit von 250 km/h und einem Kerndruck von 936 hPa handelt es sich um einen Hurrikan der Stufe 4 auf der fünfteiligen Skala.

Die Rotation ist auch sehr gut auf dem Radarfilm zu sehen, der die ergiebigen Niederschläge und auch schön das Auge des Wirbelsturms zeigt.

In den kommenden Stunden trifft IAN nun an der Westküste Floridas auf Land, im nächsten Bild die vorhergesagte Zugbahn von IAN des National Hurricane Centers. Demnach zieht er am Donnerstag weiter über die Mitte Floridas nach Nordosten, schwächt sich dabei aber rasch zu einem Tropischen Sturm (S) ab.

Markant wird bei diesem Hurrikan definitiv die Sturmflut. IAN drückt das Wasser des Golfs von Mexiko mit voller Wucht gegen die Westküste Floridas. Hier die zu erwarteten Wasserstände gegenüber dem Normalzustand. Besonders zwischen Tampa Bay und Fort Myers ( = roter Bereich) dürfte der Wasserstand 8 bis 12 Fuß (das entspricht ca. 2,5 bis 3,5 Metern!) höher als normal sein. Vereinzelt sind sogar bis zu 16 Fuß ( = violetter Bereich) möglich, das sind umgerechnet knapp 5 Meter! Für den flachen Küstenstreifen katastrophale Aussichten.

Hinzu kommen neben Orkanböen von 150-200 km/h massive Regenfälle. Hier die Vorhersage des amerikanischen Wetterdienstes. Im roten Bereich kommen demnach 10 bis 15 Inches pro Quadratmeter zusammen, das entspricht 250 bis 380 Liter pro Quadratmeter. Vereinzelt sind sogar Regenmengen jenseits der 400 l/m² möglich (violetter Bereich).

Das europäische Wettermodell (Darstellung in gewohnten Litern pro Quadratmeter) sieht die Mengen recht ähnlich. Bild bitte für volle Größe anklicken.

Hurrikan FIONA wütet in Karibik

In den vergangenen Wochen hat die Hurrikan-Saison auf dem Atlantik ordentlich an Fahrt aufgenommen, nachdem im August erstmals seit 1997 kein einziger Wirbelsturm zwischen Amerika und Afrika beobachtet wurde. FIONA ist nun der erste Hurrikan der diesjährigen Saison, der nennenswerte Schäden verursacht. Gebildet hatte sich FIONA vergangene Woche, wurde rasch zum tropischen Sturm heraufgestuft und forderte auf Guadeloupe ein erstes Todesopfer. Auf der weiteren Zugbahn des Wirbelsturms lagen Puerto Rico (Sonntag), die Dominikanische Republik (Montag) und die Turks- und Caicos-Inseln (Dienstag). Auf letzteren wurden Windspitzen bis zu 185 km/h verzeichnet!

Hier ein Video von dort:

Am stärksten hat es bisher aber Puerto Rico getroffen, am Sonntag fiel auf der gesamten Insel (mehr als 3 Millionen Einwohner) der Strom aus, noch gestern saßen 80% des Eilands im Dunkeln. Die Trinkwasserversorgung ist ebenfalls zusammengebrochen. Böen von bis zu 180 km/h sorgten für umstürzende Strommasten, die Insel kämpft noch immer mit den Folgen des verheerenden Hurrikans MARIA aus dem Jahr 2017.

Die Windspitzen waren zwar schon beachtlich, die Regenmengen aber noch um einiges mehr. Zahlreiche Überflutungen und Erdrutsche wurden verzeichnet, kein Wunder bei Regenmengen von bis zu 800 Liter pro Quadratmeter. Zum Vergleich: In Berlin fallen in einem ganzen Jahr (!) rund 550-600 l/m².

Auf dem folgenden Regenradar von Puerto Rico sieht man den Hurrikan sich schön entgegen des Uhrzeigersinns einkringeln.

Die weitere Zugbahn von FIONA führt nun an den Bahamas vorbei nord- bis nordostwärts auf den offenen Atlantik, für die USA besteht also keine Gefahr. Anders sieht es bei deren nördlichen Nachbarn aus: Zum Wochenende hin wird der Hurrikan im Nordosten Kanadas auf Land treffen. Besonders in Acht nehmen sollten sich dabei die Menschen in den Provinzen Nova Scotia, New Brunswick, Prince Edward Island und Newfoundland.

Weitere Zugbahn von Hurrikan FIONA. Quelle: NOAA

Sommer 2022: Deutlich weniger Blitze als üblich

Blitz

Vom 1. Juni bis zum 31. August registrierte das Blitzmesssystem vom UWR über ganz Deutschland verteilt exakt 2.161.712 Blitzentladungen (Wolken- und Erdblitze). Dieser Wert liegt damit auf dem letzten Rang seit Beginn der modernen Blitzerfassung, das bisherige Schlusslicht 2015 wurde noch einmal um 60.000 Blitze unterboten. Zwar präsentierte sich der Juni noch außerordentlich blitzreich mit rund 900.000 Blitzen, im Juli und August lagen die detektierten Blitze jedoch deutlich unter dem Schnitt. Deutschlandweit gewitterte es im Sommer aber immerhin an 69 von 92 Tagen irgendwo im Bundesgebiet: Während es in Bremen nur 13 Tage mit Blitzentladungen gab, waren es in Bayern derer 59. Paradoxerweise war der blitzreichste Monat des Jahres 2022 der Mai, der nicht zum meteorologischen Sommer und so zur traditionell blitzreichsten Zeit im Jahr zählt. Im letzten Frühlingsmonat blitzte es im Bundesgebiet mehr als 1 Million mal und somit deutlich öfter als in jedem der drei Sommermonate.

Blitzdichte im Sommer 2022. © UBIMET

Spitzenreiter Bayern

Mit exakt 652.148 Blitzentladungen führt Bayern wie so oft das Bundesländer-Ranking deutlich an, an zweiter Stelle folgt mit 386.364 Blitzen Baden-Württemberg. Niedersachsen komplettiert mit 275.130 Entladungen das Podium. Deutlich weniger Gewitter wurden im zurückliegenden Sommer dagegen im Norden und Nordosten registriert: Sachsen-Anhalt kommt beispielsweise auf lediglich 101.613 Blitze, das kleinste Bundesland Bremen gar nur auf 3.113. In Bezug auf die Blitzdichte liegt mit fast 11 Blitzen pro km² hingegen Baden-Württemberg an erster Stelle, dicht gefolgt von Bayern mit gut 9, dem Bremen mit 8 und Hamburg mit etwas mehr als 6 Blitzen pro km². An den letzten Stellen liegen Nordrhein-Westfalen mit etwa 3 sowie das Saarland mit etwa 2 Blitzen pro km².

Stärkster Blitz im hohen Norden

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in Sievershütten (Lankreis Segeberg) gemessen: Spitzenreiter ist eine Entladung mit rund 437 kA am 17. August in dem kleinen Ort in Schleswig-Holstein. In kürzester Zeit wurde dabei eine 27.000 mal höhere Stromstärke erreicht, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.

Blitzspektakel am 26. August

Der gewitterreichste Tag des Sommers war der 26. August, als etwa 345.000 Blitzentladungen erfasst wurden, davon allein 80.000 in Bayern bzw. 62.000 in Baden-Württemberg. An zweiter bzw. dritter Stelle folgen der 20. Mai mit 336.000 Entladungen und der Vortag, der 19. Mai mit 298.000.

Die blitzreichsten Bundesländer im Sommer 2022

1. Bayern 652.148

2. Baden-Württemberg 386.364

3. Niedersachsen 275.130

4. Brandenburg 165.417

5. Mecklenburg-Vorpommern 125.079

6. Nordrhein-Westfalen 103.533

7. Sachsen-Anhalt 101.613

8. Sachsen 78.981

9. Hessen 72.082

10. Rheinland-Pfalz 64.962

11. Schleswig-Holstein 64.906

12. Thüringen 53.144

13. Saarland 5.364

14. Berlin 5.154

15. Hamburg 4.722

16. Bremen 3.113

Deutschland Gesamt 2.161.712 (Blitzdichte: 6 Blitze/km²)

 

Blitzreichste Landkreise

1. Mecklenburgische Seenplatte (Mecklenburg-Vorpommern) 34.275

2. Ostalbkreis (Baden-Württemberg) 32.881

3. Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) 26.212

4. Rotenburg/Wümme (Niedersachsen) 25.728

5. Sigmaringen (Baden-Württemberg) 25.019

 

Stärkste Blitze

1. Sievershütten (Segeberg) 437 kA (17. August)

2. Schneverdingen (Soltau-Fallingbostel) 349 kA (27. Juni)

3. Groß Molzahn (Nordwestmecklenburg) 347 kA (17. August)

Extremwetter im Juli

Großer Hagel im Juli

Explosive Atmosphäre

Durch den hohen Sonnenstand und die sich stark erwärmten Meere und der daraus resultierenden schwülen Luft steht im Juli oftmals das Maximum an Energie in der Atmosphäre zur Verfügung. Die Folge sind teils unwetterartige Gewitter, die zu großen Schäden führen können. Im Einflussbereich subtropischer Luftmassen ist es sogar möglich, dass in Deutschland Gewitter bis zu einer Höhe von gut 13 Kilometern heranwachsen, höher als jedes Gebirge der Erde.

Riesiger Hagel

Neben Starkregen richtet besonders Hagel große Schäden in der Landwirtschaft, an Gebäuden oder Autos an. Besonders betroffen von Hagelunwettern sind die südlichen Regionen, allerdings kann es sie bei entsprechenden Bedingungen auch in den anderen Landesteilen geben. Besonders großen Hagel gab es am 28. Juli 2013 in Reutlingen (Baden-Württemberg). An diesem Tag entstanden im Südschwarzwald kräftige Gewitter, die sich in kurzer Zeit zu markanten Hagelunwettern entwickelten und dann weiter nach Nordosten zogen. In einer bis zu 15 km breiten Schneise kam es dabei zu schwerem Hagelschlag mit rund 8 cm großen Hagelsteinen. Speziell im Landkreis Reutlingen wurden allerdings einzelne Exemplare mit einem Durchmesser von unglaublichen 14 cm gefunden! Das Unwetter war für mehrere verletzte Personen verantwortlich, zudem fielen zahlreiche Vögel dem Hagel zum Opfer. Der verursachte Gesamtschaden lag bei 3,6 Mrd. Euro und ist somit der größte Hagelschaden für die deutsche Versicherungswirtschaft.

Gewitter können aber auch durch Sturm- oder Orkanböen extrem gefährlich sein. Am 10. Juli 2002 fegte ein sogenanntes „Derecho“ über den Nordosten Deutschlands hinweg. Dabei handelte es sich um ein linienhaftes Gewitter, das 400 Kilometer lang war und bei dem teilweise Windböen von über 150 km/h auftraten. Dabei starben 7 Personen, mehrere 1000 Bäume knickten um und es entstand ein Schaden in Millionenhöhe.

Rekordtemperaturen

Der Juli ist auch der Monat mit der höchsten je gemessenen Temperatur in Deutschland. Am 5. Juli 2015 wurden im bayerischen Kitzingen 40,3 Grad gemessen. Allerdings gab es im darauffolgenden August ebenfalls 40,3 Grad im selben Ort. Aber es gibt auch andere Extreme, denn bei besonders ungünstigen Wetterlagen kann die Temperatur in manchen Regionen auch Richtung Gefrierpunkt sinken: In Elslohe im Sauerland war es am 7. Juli 1964 mit 0,0 Grad extrem kalt.

Titelbild: https://visualhunt.com/f2/photo/13614016553/8ecdfb4019/

Gewitter brachten im Juni fast 900.000 Blitze

Unwetter

Wie blitzarm der Sommermonat Juni 2022 war, zeigt der Vergleich mit den vergangenen Jahren. Seit 2015 (465.000 Blitze) gab es keinen Juni mehr mit weniger Blitzen. Der Durchschnitt von 2011-2020 liegt auch deutlich über dem heurigen Wert, er ist in der folgenden Grafik rot markiert.

Juni-Blitze in Deutschland seit 2009.

Mit wenigen Ausnahmen waren Gewitter im Juni in weiten Teilen Deutschlands Mangelware. Hier die Karte der Blitzdichte (dargestellt ist also die Blitzanzahl pro Quadratkilometer) für den Juni. Wir sehen: Vor allem der Süden Baden-Württembergs und Bayerns holen für ganz Deutschland die Kohlen aus dem Feuer, ohne die dortige kräftige Gewitteraktivität hätten wir wohl einen neuen Negativrekord aufgestellt.

Die Blitzdichte im Juni.

Der Juni war in Deutschland zwar deutlich wärmer als im langjährigen Mittel, allerdings war die Luftschichtung oft zu stabil für Gewitter, so war der Monat vor allem in der Mitte und im Osten auch verbreitet zu trocken. Regional kam es dennoch zu unwetterartigen Gewittern, so wurde etwa am 5. sowie am 27. im äußersten Süden Bayerns lokal sehr großer Hagel mit Durchmessern bis zu 8 cm beobachtet. Die blitzreichsten Tage waren der Monatsletzte mit 177.000 Blitzentladungen gefolgt vom 20. mit 130.000 Entladungen.

Spitzenreiter Bayern

Das zeigt sich auch in den Top 5 der Bundesländer. Bayern weit vor Baden-Württemberg, dann kommt lange nichts. 60 Prozent aller Blitze in Deutschland entfallen auf die beiden südlichsten Bundesländer.

Das Ranking der blitzreichsten Bundesländer.

Zoomt man eine Stufe näher ins Land hinein, haben wir die Top 10 auf Landkreisebene vor uns. Auch hier befinden sich nur Landkreise in Bayern und Baden-Württemberg, die meisten Blitze gab’s im Ostalbkreis. Bei der Blitzdichte hat hingegen die Stadt Rosenheim die Nase vorne.

Das Ranking der blitzreichsten Landkreise.

Noch detaillierter hier der Blick auf die blitzreichsten Gemeinden Deutschlands. Hier hat Schwäbisch Gmünd Platz 1 inne, knapp vor Lenggries in Oberbayern.

Das Ranking der blitzreichsten Gemeinden.

Stärkster Blitz in Niedersachsen

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in Niedersachsen gemessen: Spitzenreiter ist eine Entladung mit rund 349 kA am 27. Juni in Soltau-Fallingbostel im Kreis Heidekreis.Kurzzeitig wurde dabei gut 20.000 mal höhere Stromstärke erreicht, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit maximal 16 Ampere verfügbar ist.

  • Soltau-Fallingsbostel (NI) 349 kA
  • Cuxhaven (NI) 343 kA
  • Kyffhäuser Kreis (TH) 309 kA
  • Waldshut (B-W) 284 kA
  • Märkischer Kreis (B-W) 283 kA

Die Weißen Nächte im Hohen Norden

Weisse Nächte in Finnland

In den Weißen Nächten geht die Sonne zwar für kurze Zeit unter, allerdings sinkt sie nur wenig unter den Horizont. Somit erscheint der Himmel trotz der Nachtstunden in einem angenehmen weiß bzw. blau, die restliche Sonnenstrahlung reicht dafür aus.

Wo kommen sie vor?

Jetzt kurz nach dem astronomischen Sommerbeginn kann man die Weißen Nächte etwa nördlich von 57°N beobachten, d.h. in Europa etwa nördlich von Kopenhagen. Noch etwa bis Mitte Juli gibt es die besten Beobachtungschancen, dann ziehen sich die weißen Nächte ganz langsam und Stück für Stück nach Norden zurück. Natürlich gibt es dieses Phänomen aber auch in den USA und in Russland. In den polaren Regionen, also speziell im Norden Skandinaviens geht die Sonne derzeit gar nicht unter.

Weiße Nacht in Helsinki.
Weiße Nacht in Helsinki.

Rund um die Wintersonnenwende kehrt sich dann alles um. Während in den hohen Breiten der Nordhalbkugel die Polarnacht Einzug hält, kommt die Südhalbkugel in den Genuss der Weißen Nächte. Um diese zu erleben, macht man sich am besten auf den Weg in den äußersten Süden Argentiniens und Chiles.

Weiße Nacht in St. Petersburg.
Weiße Nacht in St. Petersburg.

Tief NASIM sorgt am Donnerstag für Sturm

Sturmgefahr

Auf der nachfolgenden Bodenwetterkarte für morgen Donnerstag sieht man gut, welches Tief verantwortlich für diesen stürmischen Tag ist. NASIM wurde das Tief getauft, zu Mittag liegt es auf der Nordsee vor der dänischen Küste.

Bodenwetterkarte für Donnerstag 14 Uhr. Quelle: DWD + FU Berlin

Mit welchen Windspitzen ist grob zu rechnen? Der Schwerpunkt liegt v.a. im Westen und der Mitte des Landes. Die am stärksten betroffene Region dürfte ein Streifen von der Eifel/Hunsrück/Pfälzerwald über das Hessische Bergland bis zum Harz/Thüringer Wald/Erzgebirge sowie Leipziger Bucht sein. Hier muss man v.a. mit Kaltfrontdurchgang mit einzelnen schweren Sturmböen von 80 bis 100 km/h rechnen. Doch auch sonst sollten Sie sich verbreitet auf Böen von 70 bis 90 km/h einstellen!

Hier die aktuellste Prognose der Windspitzen für morgen:

Prognostizierte Böen für den Donnerstag.

Besonders brisant dürfte der Durchzug von NASIMs Kaltfront werden. Kräftige Schauer und einzelne Gewitter können die Windspitzen noch einmal verstärken. Auf dem folgenden Radarloop für morgen sieht man die Kaltfront gut als schmales Band mit orangenen/roten Echos, wie sie ausgehend von von NRW und Niedersachsen einmal nach Südost über die Bundesrepublik zieht.

Animation des prognostizierten Radarsignals

Abschließend noch unsere Warnkarte für morgen, alle aktuellen Infos gibt es wie immer auf www.uwr.de!

Sturmwarnungen für Donnerstag.

Vom Schnee in den Hochsommer: Rekorde im April

Winter vs. Sommer

Geradezu hochsommerlich heiß präsentierten sich die letzten Tage im April 2012, am 28. kletterten die Temperaturen in Waidhofen an der Ybbs auf 32,0 Grad. Zur tiefsten gemessenen April-Temperatur in einem bewohnten Ort muss man bis ins Jahr 2003 zurückgehen, am 19.04. war es in Seefeld in Tirol mit -19,7 Grad klirrend kalt. Noch eisiger war es mit -26,6 Grad am 07.04.1929, auf dem Gipfel des Hohen Sonnblicks in etwa 3100 m Seehöhe. Damit umfasst die registrierte Temperaturspanne im April an bewohnten Orten deutlich über 50 Grad!

Schnee bis in tiefe Lagen

Schnee bis in tiefe Lagen kommt im April immer wieder vor, mitunter sind auch noch markante Ereignisse möglich. Etwa am 19. April 2017 lag der Alpenraum unter dem Einfluss eines kräftigen Tiefs und mit einer nordöstlichen Höhenströmung gelangte feuchtkalte Luft in die Osthälfte Österreichs. Die Schneefallgrenze sank somit bis ins Flachland und der Wind wehte kräftig mit stürmischen Böen aus Nord. Am Nachmittag musste die Wiener Außenring Autobahn (A21) schließlich in beide Fahrrichtungen komplett gesperrt werden und auch Teile der Westautobahn (A1) wurden für den Verkehr geschlossen. Mehr dazu hier.

A21 am 19. April 2017. © ASFINAG
A21 am 19. April 2017. © ASFINAG

Von 0 bis 500 Liter Niederschlag pro Quadratmeter

Beim höchsten Niederschlag sowohl innerhalb von 24 Stunden als auch im ganzen Monat April hat der Loiblpass in den Karawanken die Nase vorne. Am 09.04.1973 prasselten dort an nur einem Tag 150 mm vom Himmel, das ist fast der dort übliche Niederschlag für den gesamten Monat April. Und im Jahre 1975 kamen im gesamten April sogar 491 mm zusammen. In Linz blieb der Monat im Jahre 1893 hingegen komplett trocken. Örtlich waren aber auch der April 2007 und 2009 gänzlich trocken.

Aus diesen Jahren stammen auch einige Sonnenscheinrekorde. Am sonnigsten war allerdings der April 1946 in Wien (Hohe Warte), damit schien die Sonne damals weitaus länger als in einem normalen Juli.

Die Rekorde in der Übersicht:

Die höchsten Temperaturen in den Landeshauptstädten:

  • Bregenz 31,2°C (28.04.2012)
  • Innsbruck 30,1°C (28.04.2012)
  • Salzburg 31,5°C (27.04.2012)
  • Linz 30,9°C (28.04.2012)
  • Graz 28,8°C (29.04.2012)
  • Klagenfurt 28,2°C (07.04.2011)
  • Wien 30,0°C (30.04.2012)
  • Eisenstadt 30,0°C (28.04.1947)
  • St. Pölten 30,9°C (29.04.2012)
  • Österreichrekord: 32,0°C in Waidhofen/Ybbs am 28.04.2012

Die tiefsten Temperaturen in den Landeshauptstädten:

  • Bregenz -4,7°C (03.04.1952)
  • Innsbruck -7,0°C (08.04.2003)
  • Salzburg -3,9°C (01.04.2020)
  • Linz -2,4°C (08.04.1997)
  • Graz -6,7°C (07.04.2003)
  • Klagenfurt -7,1°C (09.04.1956)
  • Wien -8,1°C (04.04.1900)
  • Eisenstadt -4,0°C (07.04.1978)
  • St. Pölten -5,0°C (11.04.1954)
  • Österreichrekord Tal: -19,7°C in Seefeld (T) am 19.04.2003
  • Österreichrekord Berg: -26,6°C auf dem Sonnblick (S) am 07.04.1929

Größte Monatsniederschlagsmengen:

  • Loibl (K): 491 mm im Jahr 1975
  • Schröcken (V): 393 mm im Jahr 1977
  • Kötschach (K): 350 mm im Jahr 1876

Geringste Monatsniederschlagsmengen (Auswahl):

  • Linz (OÖ) 1897: komplett trocken
  • Stockerau (NÖ) 2009: komplett trocken
  • Andau (B) 2007: komplett trocken

Größter 24h-Niederschlag:

  • Loibl (K): 150 mm am 09.04.1973
  • Villacher Alpe (K): 129 mm am 09.04.1973
  • Dellach (K): 119 mm am 06.04.1975

Maximale monatliche Sonnenscheindauer:

  • Wien-Hohe Warte: 360 Std. im Jahr 1946
  • Neusiedl/See (B): 335 Std. im Jahr 2007
  • Andau (B): 332 Std. im Jahr 2007

Spitzenböen Tal:

  • Reichenau/Rax (NÖ): 126 km/h am 28.04.2015
  • Irdning/Gumpenstein (ST): 118 km/h am 08.04.1995
  • St. Radegund (ST): 115 km/h am 28.04.2015

Spitzenböen Berg:

  • Patscherkofel (T): 173 km/h am 14.04.1999
  • Rudolfshütte (S): 171 km/h am 12.04.1989
  • Feuerkogel (OÖ): 148 km/h am 02.04.2015

Quelle Titelbild: pixabay

Hochdruck open end: Die Trockenheit verschärft sich

März auf Rekordkurs

-93 Prozent: So lautet die erschreckende Niederschlagsbilanz im diesjährigen März bis zum heutigen Tage. Dabei erleben weite Landesteile bis dato einen Totalausfall in punkto Niederschlag, in Innsbruck und Graz beispielsweise fiel in diesem März noch kein einziger Regentropfen vom Himmel.

Abweichung des Niederschlags im März bis inkl. 22.3. (zum Vergrößern anklicken)

Die nasseste Landeshauptstadt war bislang Salzburg mit rund 13 l/m², doch selbst das sind um rund 80 Prozent weniger als im langjährigen Mittel der Mozartstadt. Somit ist es wenig verwunderlich, dass wir derzeit auf den trockensten März der Messgeschichte Österreichs zusteuern. In den Annalen rangiert hier der März 1929 noch immer auf Platz 1, in jüngerer Vergangenheit fielen die Märze 2003 und 2012 mit einem Minus von rund 70 Prozent annähernd ähnlich trocken aus.

Auch der Jänner und Februar waren lokal schon deutlich zu trocken, sodass landesweit für die ersten 80 Tage im Jahr 2022 ein ebenfalls dickes Minus von rund 45 Prozent in der Niederschlagsbilanz steht. Besonders markant war die Trockenheit heuer bislang im Wald- und Weinviertel sowie generell in Osttirol, Kärnten und im Süden der Steiermark. In diesen Regionen fehlen schon jetzt 70 bis 80 Prozent Niederschlag auf das langjährige Mittel.

Abweichung des Niederschlags im Jahr 2022 bis inkl. 22.3. (zum Vergrößern anklicken)

Pegel sinken – Waldbrandgefahr steigt

Die lang anhaltende Trockenheit hat mittlerweile ganz konkrete und für jeden sichtbare Folgen. Am Neusiedler See wird seit 1965 systematisch der Wasserstand aufgezeichnet, noch nie seit Beginn dieser Messungen war der Pegel des Sees zu dieser Zeit im Jahr niedriger als jetzt. Ganze 36 cm liegt der Pegel derzeit unter dem langjährigen Mittelwert für März. Das klingt wenig, bei einer durchschnittlichen Seetiefe von nur zwei Metern sind das aber Welten.

Für diese Zeit im Jahr ein neuer Tiefstwert beim Wasserstand.

In den vergangenen vier Wochen ist der Wasserstand des Sees um 3 bis 4 cm gesunken – und das in einer Zeit im Jahr, in welcher der See eigentlich durch Niederschlag und Schneeschmelze Wasser gewinnen sollte.

Seit Februar zeigt der Wasserstand steil nach unten.

Auch in den heimischen Wäldern macht sich die Trockenheit bemerkbar, aktuell gilt verbreitet eine mittlere Waldbrandgefahr. Besonders markant ist die Waldbrandgefahr im Nordosten des Landes, hier herrscht lokal schon ein hohes Risiko für Wald- und Flurbrände.

Nächste Woche (endlich) Wetterumstellung

Etwas Linderung in Form von Regen und Schneefall ist in der kommenden Woche in Sicht – wenngleich aus heutiger Sicht freilich noch nicht klar ist, wo und wie viel Niederschlag fallen wird. Nach derzeitigem Stand erreicht uns am Montag eine Kaltfront aus Norden, sie bringt ein paar Regenschauer und beendet den lang anhaltenden Hochdruckeinfluss. In der Nacht auf Dienstag legt sich die Front an die Alpen und sorgt dort für nennenswerte Regenmengen, abseits der Berge dürfte es sich bei den Schauern mit Kaltfrontdurchgang um den viel zitierten „Tropfen auf den heißen Stein“ handeln. Auch am Dienstag und Mittwoch bleibt es wohl unter Tiefdruckeinfluss eher wechselhaft und deutlich kälter als zuletzt. Um die Trockenheit nachhaltig zu lindern bzw. zu beenden bräuchte es flächendeckenden Landregen, dieser ist aber weit und breit nicht in Sicht.

Nach teils kühlem Wochenende startet der Frühling durch

Frühling in den Alpen

Am Sonntag um exakt 16:32 Uhr ist astronomischer Frühlingsbeginn, knapp drei Wochen nachdem wir Meteorologen den Lenz bereits eingeläutet haben. Zwar bringt das Wochenende einiges an Sonnenschein, besonders der Sonntag hat einen strahlend blauen Himmel zu bieten. Wir liegen aber an der Südseite eines Hochs mit Zentrum über Nordosteuropa und mit der daraus resultierenden Ostströmung erreichen uns relativ kühle Luftmassen. In der Osthälfte kommen die Temperaturen am Wochenende nicht über 6 bis 10 Grad hinaus, milder mit 10 bis 15 Grad wird es von Vorarlberg bis Salzburg.

Aus zwei wird eins: Ein umfangreiches Hoch liegt am Samstag über Europa.

Frühling startet durch

In der kommenden Woche setzt sich das stabile Hochdruckwetter fort, die kühle Ostströmung schwächt sich dabei allmählich ab. Mit strahlendem Sonnenschein zeigt der Trend bei den Temperaturen somit wieder nach oben. Am Montag und Dienstag sind im Westen schon 15 bis 17 Grad möglich, auch sonst werden es meist 10 bis 14 Grad. Am Mittwoch wird die 15-Grad-Marke verbreitet geknackt, spätestens am Donnerstag dürfte es dann an der leicht föhnigen Alpennordseite sogar den ersten 20er in Österreich seit dem 17. Februar geben. Auch die nachfolgenden Tage haben aus heutiger Sicht viel Sonnenschein und Tageshöchstwerte um 20 Grad zu bieten.

Am Donnerstag zeichnen sich vielerorts Temperaturen um 20 Grad ab. © UBIMET

Niederschlag Fehlanzeige

Abgesehen von einzelnen, aber nur kurzen und unergiebigen Schauern am Samstag durch ein kleinräumiges Höhentief ist weit und breit kein Niederschlag in Sicht. Das kräftige Hoch hält auch kommende Woche alle Fronten vom Alpenraum fern, die markante Trockenheit verschärft sich somit weiter. Schon bis dato waren Regen und Schnee im März absolute Mangelware, verbreitet beträgt das Defizit 90 bis 100 Prozent. Einzig vom Flachgau bis zur Eisenwurzen brachte die Kaltfront vom Mittwoch dieser Woche etwas mehr Regen, rund 75% fehlen aber selbst hier auf eine ausgeglichene Bilanz.

Niederschlagsabweichung vom Klimamittel bis zum 17.3. © UBIMET

Alle Landeshauptstädte bis auf Wien steuern somit derzeit auf den trockensten März ihrer jeweiligen Messgeschichte zu, nach derzeitigem Stand dürfte das auch so bleiben.

Niederschlagsprognose bis einschließlich 27.3. von ECMWF-ENS und UCM. © UBIMET

Saharastaub begünstigt Schneeschmelze

Der Saharastaub hat im Laufe dieser Woche nicht nur zu einem oft milchigen Himmel, teils farbenfrohen Sonnenauf- bzw. untergängen sowie Staubablagerungen etwa auf Autos geführt, sondern hat auch eine weitere meteorologische Besonderheit zu bieten: Der Staub hat sich großflächig auf den schneebedeckten Bergen abgelagert, die Landschaft im Hochgebirge erscheint derzeit mehr rötlich-braun als weiß. Mit den hohen Temperaturen der kommenden Woche wird sich die ohnehin einsetzende Schneeschmelze daher deutlich beschleunigen. Die Erklärung: Durch die Staubschicht auf Schnee und Eis und der daher dunkleren Oberfläche verringert sich das Rückstrahlvermögen der Oberfläche. Die einfallende Sonnenstrahlung wird also eher absorbiert statt reflektiert. Folglich erwärmen sich Schnee und Eis rascher und schmelzen schneller.

Weiße Pisten in einer bräunlichen Landschaft. ©www.foto-webcam.eu/
Traumhaftes Morgenrot am Hochkar - https://www.foto-webcam.eu/webcam/hochkar/
Morgenrot am Hochkar mit Saharastaub und Eiswolken. © www.foto-webcam.eu/

Titelbild © AdobeStock

Knapp 20 Grad: Frühlingshafter Donnerstag

Haselpollen im Frühling © pixabay

Am morgigen Mittwoch machen die beiden Tiefs XANDRA (zu Mittag mit ihrem Kern östlich von Schottland -> siehe nachfolgende Bodenwetterkarte) und YLENIA (zur gleichen Zeit mit Kern nordwestlich von Irland -> siehe ebenfalls Karte) den Weg frei für unseren milden Donnerstag.

Quelle: DWD, FU Berlin, http://www.met.fu-berlin.de/de/wetter/maps/emtbkna.gif. Zum Vergrößern anklicken bzw. -tippen.

Mit einer stürmischen Westströmung erreichen uns nämlich sehr milde Luftmassen vom Atlantik, verstärkt wird das Ganze noch durch föhnige Effekte am Alpenostrand.

Hier seht Ihr die Temperaturverteilung am Donnerstag. In den Niederungen gibt es verbreitet 10 bis 15 Grad, wobei die wärmsten Regionen von der Wachau über das östliche Flachland das Burgenland bis zum Grazer Becken zu finden sein werden. Hier steigen die Temperaturen sogar auf 15-18 Grad. Selbst 19 oder 20 Grad sind nicht ausgeschlossen, am besten hierfür stehen die Chancen im südlichen Wiener Becken, im Nordburgenland und in derWeststeiermark.

Die Höchstwerte am Donnerstag. Zum Vergrößern anklicken bzw. -tippen.

Wie außergewöhnlich solche Temperaturen jetzt Mitte Februar sind, zeigt der Blick auf die durchschnittlichen Höchstwerte zu dieser Jahreszeit. In Wien und Salzburg darf man mit 5 Grad Tageshöchstwert rechnen, in Innsbruck und Graz mit 6 Grad. Am Donnerstag liegen wir da also teils deutlich mehr als 10 Grad drüber!

Durchschnittliche Höchstwerte Mitte Februar in Österreich. Zum Vergrößern anklicken bzw. -tippen.

Für Februarrekorde werden diese Temperaturen aber definitiv nicht reichen. Hier eine Übersicht der Spitzenwerte für den Februar inklusive Temperaturprognose für den Donnerstag in den Landeshauptstädten:

Stadt Höchstwert Donnerstag Februarrekord  Datum
Wien-Hohe Warte 16 Grad 20,6 Grad 23.02.1903
St. Pölten 14 Grad 19,2 Grad 25.02.1990
Eisenstadt 19 Grad 21,1 Grad 05.02.2004
Linz 15 Grad 19,1 Grad 22.02.2016
Graz-Uni 17 Grad 22,8 Grad 28.02.2019
Salzburg-Freisaal 15 Grad 21,9 Grad 23.02.2017
Klagenfurt 11 Grad 21,5 Grad 13.02.1998
Innsbruck-Uni 16 Grad 21,5 Grad 28.02.2019
Bregenz 14 Grad 20,7 Grad 22.02.2021

Am knappsten wird es demzufolge in Eisenstadt, sonst liegen die Rekorde aber außer Reichweite.

Sturm, Schnee und Wärme in der neuen Woche

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Ruhiger Auftakt

Bevor es so richtig turbulent wird, hat am Montag zuerst aber noch einmal die Sonne das Sagen. Nebel- und Hochnebelfelder im Wald- und Mostviertel, im Mürztal und in den südlichen Becken lichten sich meist am Vormittag, sonst dominiert von früh bis spät sonniges Wetter. Es wird leicht föhnig, so sind an der Alpennordseite wie etwa in Innsbruck oder Salzburg bis zu 12 Grad in Sicht. Meist liegen die Höchstwerte aber zwischen 3 und 10 Grad.

Regen und Schnee am Dienstag

Das letzte größere Niederschlagsereignis in Kärnten fand am 05. Jänner statt, in den nachfolgenden knapp sechs Wochen herrschte im Süden des Landes nahezu vollständige Trockenheit. Das ändert sich am kommenden Dienstag, eine Kaltfront in Kombination mit einem Italientief bringen viele Wolken sowie verbreitet Regen und Schneefall. Die Schneefallgrenze pendelt dabei zwischen 700 und 1000 Metern, besonders in Kärnten kann es aber auch zeitweise bis ins Klagenfurter Becken hinabschneien. Am meisten Neuschnee kommt rund um den Alpenhauptkamm zusammen, rund 20 cm fallen hier in den etwas höher gelegenen Tälern. Die Temperaturen gehen wieder zurück, bleiben aber mit 1 bis 10 Grad über das ganze Land betrachtet zumindest leicht überdurchschnittlich.

Hier die prognostizierten Neuschneemengen am Dienstag:

Die Neuschneemengen am Dienstag.

Frühlingswärme am Donnerstag

Am Mittwoch gerät Österreich in den Einflussbereich eines Sturmtiefs über den Nordatlantik, die zugehörige Warmfront bringt der Alpennordseite zeitweiligen Regen. Die Schneefallgrenze steigt dabei nach und nach auf rund 1500 Meter an, der Winter zieht sich also ins Mittelgebirge zurück. Mit den Temperaturen geht es schon wieder bergauf, sie steigen abseits der Alpen auf 9 bis 12 Grad. In den Alpentälern bleibt es mit 4 bis 8 Grad etwas kühler. Das alles ist aber nur der Auftakt zu einem turbulenten Donnerstag… Dann nämlich erfasst uns die Warmluft vom Atlantik so richtig, die Temperaturen steigen auf frühlingshafte 10 bis 18 Grad. Selbst die 20 Grad sind im Wiener Becken sowie im Südosten nicht völlig außer Reichweite.

Die Höchstwerte am Donnerstag (zum Vergrößern klicken bzw. tippen)

Für Mitte Februar sind das extreme Höchstwerte, so beläuft sich die durchschnittliche Höchsttemperatur zu dieser Jahreszeit eigentlich auf 3 bis 7 Grad. Für einen Februarrekord reichen diese Temperaturen nicht, dieser stammt mit 24,2 Grad in Güssing und Deutschlandsberg aus dem Jahr 2019.

Stürmische Wärme

Mit der Wärme kommt aber auch der Sturm nach Österreich. Aus heutiger Sicht frischt im Laufe des Donnerstags an der Alpennordseite und im Osten immer öfter stürmischer Westwind mit Böen zwischen 70 und 90 km/h auf, selbst einzelne schwere Sturmböen um 100 km/h sind dann zwischen dem Innviertel und dem Großraum Wien möglich.

Die Windspitzen am Donnerstag (zum Vergrößern klicken bzw. tippen)

Winterliche Hitzewelle in Kalifornien

Besonders im Süden Kaliforniens wurden zahlrecihe Hitzerekorde gebrochen.

In den Vereinigten Staaten hat der Winter bisher eine breite Facette von Wetterextremen gebracht. Erwähnenswert ist da beispielsweise der verheerende Tornadoausbruch am 10./11. Dezember vergangenen Jahres, der Blizzard an der Ostküste in der ersten Januarhälfte oder ein veritabler Eissturm Anfang Februar im mittleren Westen. Nun wird ein weiteres Kapitel geschrieben. Der National Weather Service (NWS) hat eine Hitzewarnung für Teile von Kalifornien erlassen. In Los Angeles war dies an einem Februar letztmals 2006 der Fall.

Doch was sind die Hintergründe dieser für die Jahreszeit unüblich hohen Temperaturen? Um diese Frage beantworten zu können, müssen wir einen Blick auf die Druckverteilung im Westen der USA werfen. Die untenstehende Karte zeigt ein Hochdruckgebiet über dem Hochplateau der Bundesstaaten Idaho, Nevada und Utah. Die antizyklonale Strömung (im Uhrzeigersinn) um das Druckzentrum führt die Luftmassen von diesem Plateau in Richtung Pazifikküste. Durch den Absinkprozess wird die Luft trockenadiabatisch erwärmt – dieser Prozess wird durch den Gebirgszug der Sierra Nevada noch verstärkt. Dieser trockene und warme Santa-Ana-Wind wird umgangssprachlich auch als Teufelswind oder roter Wind bezeichnet, dies weil er oftmals im Herbst auftritt und die vorhandenen Waldbrände neu anfacht oder rasch ausbreiten lässt.

Druckverteilung am heutigen Samstag

Wovor warnt der Nationale Wetterdienst?

Die Warnungen betreffen einerseits die hohen Temperaturen von verbreitet über 32°C (90°F), dies besonders in der Grossregion um Los Angeles, im San Fernando Valley und im San Gabriel Valley mit den bekannten Orten Malibu, Beverly Hills oder Hollywood. Auch wenn solche Temperaturen im Sommer normal sind, sind die meisten Leute zur jetzigen Jahreszeit noch nicht an solche Bedingungen gewohnt. Es wird darauf hingewiesen genügend zu trinken, angemessenen Sonnenschutz zu tragen sowie keine Menschen oder Tiere unbeaufsichtigt in Autos zu lassen. Da es in dieser Region in den vergangenen Wochen zudem größtenteils zu trocken war, warnt der NWS ausserdem von einer „signifikanten“ Feuergefahr (Stufe 4 von 5) durch den trockenen Fallwind. Besonders betroffen dürfte die Region nördlich der Millionenstadt Los Angeles sein, wie folgende Darstellung für den heutigen Samstag zeigt.

Gebiete mit der größten Feuergefahr am Wochenende

Welches Wetter wäre für LA im Februar denn normal?

Das Klima von Los Angeles gilt als warm-gemäßigt. Statistisch beträgt die Durchschnittstemperatur im Februar rund 12°C, wobei die Tagesmaxima im Mittel auf 19,4°C steigen. Im klimatischen Mittel kann mit 3 Sommertagen (mindestens 25°C) und einem Hitzetag (mindestens 30°C) gerechnet werden. Hitzetage sind also nichts extrem seltenes, allerdings ist die Dauer von 5 Hitzetagen in Serie einzigartig. Die aktuellen Temperaturen von verbreitet 30°C (lokal auch mehr) liegen demnach rund 10 bis knapp 15 Grad über den zu erwartenden Höchstwerten.

Die folgende Karte zeigt die Temperaturanomalien für den morgigen Sonntag um 16 Uhr Ortszeit. Man sieht die großflächigen und stark über der Norm liegenden Temperaturen für den gesamten Bundesstaat Kalifornien.

Prognostizierte Temperaturabweichungen für heute Samstag, 16 Uhr Ortszeit. (Quelle:TropicalTidbits)

Wo wurden bereits Rekorde gebrochen?

Die aktuelle Hitzewelle hat am vergangenen Mittwoch begonnen und wird bis inkl. morgen Sonntag andauern. Am ersten Tag der Hitzewelle wurden beispielsweise in Camp Pendleton 33°C und San Pasqual 32°C gemessen. Am Donnerstag wurden zudem an mehreren Stationen neue Februarrekorde aufgestellt:

  • Santa Maria: 27.8°C (bisheriger Rekord: 26.7°C)
  • Paso Robles: 26.7°C (bisheriger Rekord: 26.1°C)
  • Burbank: 31.7°C (bisheriger Rekord: 30.6°C)
  • Salinas: 30.6°C (bisheriger Rekord: 24.4°C)

In San Francisco wurde mit 25.6°C sogar die höchste Temperatur für einen Wintertag registriert (Dezember-Februar, bisheriger Rekord: 25.0°C aus dem Jahr 1986.

Am Sonntag findet in Los Angeles der 56. Super Bowl statt. Die Chancen für das wärmste Finalspiel zwischen den Los Angeles Rams und den Cincinnati Bengals stehen sehr gut. Bisher war es in den Jahren 1973 und 2003 mit jeweils 27.7°C am wärmsten. Morgen wird eine Höchsttemperatur von bis zu 31°C erwartet. Spätestens zu Beginn der neuen Woche sinken die Temperaturen dann wieder. Am Montag werden für Los Angeles rund 27°C prognostiziert, am Dienstag sogar nur noch 18°C mit etwas Niederschlag.

Hier die aktuellste Vorhersage für Los Angeles:

Wann stäubt die Hasel?

Haselpollen als Frühlinsgbote.

Bei der Hasel handelt es sich um große Sträucher oder kleinere Bäume, sie kommt in Mitteleuropa verbreitet vor. Manche gezüchteten Arten (Korkenzieherhasel) fallen besonders im Winter durch ihre schraubenförmigen Zweige auf. Oft kann man schon im Dezember an der Hasel die typischen, aber noch recht kleinen und geschlossen erscheinenden Kätzchen („Würstchen“) entdecken, dabei handelt es sich um die männlichen Blüten. Sobald die Kätzchen einige Zentimeter lang und deutlich gelblich sind, und die Schuppen sich öffnen, beginnt bei mildem Wetter der Pollenflug. Derzeit muss im gesamten Land während längerer Sonnenphasen und bei Temperaturen über 5 Grad bereits mit intensiverem Pollenflug gerechnet werden!

Start meist im Winter

Haselpollen können, nachdem es schon einmal deutlichen Frost gegeben hat, bei mildem Wetter auch mitten im Winter freigesetzt werden. Die Hauptblüte und damit die erste große Pollenbelastungswelle im Jahr findet normalerweise je nach Region und Witterung im Februar oder im März statt. Nach einer eher kurzen Belastungsspitze von 1 bis 2 Wochen lässt die Pollenkonzentration aber bald wieder nach.

Immer früher

Die Hauptblüte der Hasel beginnt in tiefen Lagen (Donauraum, östliches Flachland, Steirisches Hügelland, Bodensee) üblicherweise während milder Wetterphasen im Februar. In den immer häufiger milden Wintern treten sie mittlerweile aber schon deutlich früher auf, mitunter sind bereits ab Ende Dezember erste Pollen unterwegs. Auch heuer wurden südlich der Alpen teils schon zu Silvester sehr hohe Pollenkonzentrationen gemessen. In den Niederungen nimmt die Pollenkonzentration dann je nach Witterungsverlauf Ende Februar oder Anfang März wieder ab.

In höheren Lagen des Hügellands (z.B. Mühl- und Waldviertel), in den Alpentälern und im Klagenfurter Becken beginnt die Haselblüte meist gegen Ende Februar, in manchen Jahren findet die Belastungsspitze für Allergiker erst im März statt. Meist endet der Pollenflug in der zweiten Märzhälfte, in mittleren Lagen der Alpen kann es vereinzelt bis Anfang April zu Haselpollenflug kommen.

Quelle Titelbild: pixabay

Jänner rund 1,5 Grad zu mild

Skitour

Temperaturen wenig winterlich

Österreichweit betrachtet schließt der Jänner rund 1,5 Grad zu mild ab, vergleicht man ihn mit dem langjährigen Klimamittel von 1991-2020. Mit dem alten, etwas kühleren Klimamittel von 1981-2010 fällt die Bilanz sogar noch markanter aus, knapp +2,5 Grad beträgt dann die Anomalie. Die Abweichungen zeigen sich dabei doch recht unterschiedlich, betrachtet man sich das Land etwas genauer.

Nahezu ausgeglichen temperiert bzw. nur minimal zu mild verlief der Jänner in Vorarlberg und weiten Teilen Kärntens, Abweichungen von bis zu +3 Grad gab es hingegen in der Osthälfte. Die absolut höchsten Temperaturen wurden gleich zu Monatsbeginn gemessen, bis auf 18,8 Grad erwärmte sich die Luft in Köflach. Nicht nur in den Niederungen war es aber zum Jännerauftakt ausgesprochen mild, mit 8,5 Grad wurde an der Rudolfshütte in den Hohen Tauern auf über 2300 Metern ein neuer Jännerrekord aufgestellt.

Wenige Eistage

Die Abnormalität des Jänners lässt sich auch an der Anzahl der Eistage (ganztags unter 0 Grad) eindrücklich festmachen. Diese sind ein Anzeichen dafür, wie streng ein Wintermonat war, von Strenge war vielerorts aber keine Spur. In einem durchschnittlichen Jänner der vergangenen 30 Jahre gibt es in Wien 8 Eistage, 7 sind es in Graz, 6 in Salzburg und deren 5 in Innsbruck. Im zurückliegenden Jänner gab es diesbezüglich aber mehr oder weniger einen Totalausfall. Von den genannten Landeshauptstädten schaffen lediglich Wien und Salzburg einen mageren Eistag, sonst steht die Null in der Bilanz. Eine winterliche Ausnahme stellt – neben den höher gelegenen Alpentälern – Unterkärnten dar. In Klagenfurt gab es 15 Eistage, das ist sogar etwas mehr als man im langjährigen Mittel erwarten darf. Hauptverantwortlich für diese meteorologische Besonderheit ist die Schneedecke, die sich dort seit über zwei Monaten hält und im Klagenfurter Becken ein eigenes Klima schafft.

Deutlich zu trocken

Passend zum häufig vorherrschenden Hochdruckeinfluss fällt auch die Niederschlagsbilanz eindeutig negativ aus, rund 40 Prozent Regen bzw. Schnee fehlen in den heimischen Messkübeln am Ende des Monats. Somit erlebten wir den dritttrockensten Jänner der vergangenen 20 Jahre.

Lokal zeigen sich hier aber doch deutliche Unterschiede, so brachte ein einziges starkes Niederschlagsereignis zu Monatsbeginn Kärnten mehr als den gesamten durchschnittlichen Jännerniederschlag. In Spittal an der Drau beträgt die Abweichung +50%, auch wenn weite Teile des Monats hier staubtrocken waren. Im großen Rest Österreichs haben die Wetterstationen aber ein mehr oder weniger großes Minus in der Bilanz stehen. Graz meldet ein Niederschlagsdefizit von 80%, Innsbruck schließt mit -65% und Wien mit -30% den Monat ab. Der relativ gesehen trockenste Ort Österreichs war aber der Schöckl mit einem Minus von 94%.

Sonne macht Überstunden

Österreichweit wurden rund 7 Prozent mehr Sonnenstunden gemessen als im langjährigen Mittel, lokal ergeben sich aber auch hier große Differenzen.

In weiten Teilen des Landes fällt das Plus an Sonnenstunden nämlich größer aus, speziell von Kärnten über die Südsteiermark und das Burgenland bis ins Weinviertel beträgt der Überschuss an Sonnenstunden oft 30 bis 50%. Dass die landesweite Bilanz an Sonnenstunden lediglich ein Plus von 7% hergibt, ist in erster Linie Oberösterreich sowie Teilen Niederösterreichs, Salzburgs und der nördlichen Obersteiermark zu ‚verdanken‘. In diesen Regionen blieb die Sonnenscheindauer nämlich unter den langjährigen Mittelwerten zurück, so gab es in Linz und Salzburg gut 20% weniger Sonnenstunden als in einem durchschnittlichen Jänner.

Extremwerte Jänner 2022 (Bundesland, Tag des Auftretens)

Stand: Heute, 01.02.2022, 10 Uhr

Höchste Temperaturen

  • 18,8 Grad Köflach (ST, 01.)
  • 18,1 Grad Micheldorf (OÖ, 02.)
  • 18,0 Grad Hohe Wand (NÖ, 02.)
  • 17,9 Grad Gleisdorf (ST, 01.)

Tiefste Temperaturen Hochtäler

  • -20,2 Grad St. Jakob/Defereggen (T, 07.)
  • -18,8 Grad Schmirn (T, 12.)
  • -18,5 Grad Lech/Arlberg (V, 12.)

Tiefste Temperaturen unter 1000 m Seehöhe

  • -17,8 Grad Hermagor (K, 13.)
  • -17,7 Grad Radstadt (S, 13.)
  • -17,2 Grad Villach-Fürnitz (K, 13.)

Anzahl Eistage (ganztags unter 0 Grad)

  • 20 Bärnkopf (NÖ)
  • 19 Hermagor (K)
  • 17 Kollerschlag (OÖ), Galtür (T), Mittersill (S)
  • 16 Mittewald/Drau (T)

Nasseste bewohnte Orte

  • 133 Liter pro Quadratmeter Ebensee (OÖ)
  • 112 Liter pro Quadratmeter Bad Ischl (OÖ)
  • 111 Liter pro Quadratmeter Lunz am See (NÖ), Kollerschlag (OÖ)
  • 110 Liter pro Quadratmeter Schröcken (V)
  • 109 Liter pro Quadratmeter Schönau/Enns (OÖ)

Trockenste Orte

  • 3 Liter pro Quadratmeter Obervellach (K), Köflach (ST)
  • 4 Liter pro Quadratmeter Graz-Uni + Laßnitzhöhe (beide ST), Gars am Kamp (NÖ)
  • 5 Liter pro Quadratmeter Pernegg/Mur, Zeltweg, Oberwölz (alle ST)
  • 6 Liter pro Quadratmeter St. Andrä/Lavanttal, Preitenegg, Döllach (alle K), Langenlois (NÖ), Graz-Straßgang, Frohnleiten, Aigen/Ennstal, Kapfenberg, Gleisdorf (alle ST)

Absolut sonnigste Orte

  • 162 Sonnenstunden Kötschach-Mauthen + Weißensee (beide K)
  • 157 Sonnenstunden Graz-Uni (ST)
  • 154 Sonnenstunden Graz-Straßgang (ST)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 135 km/h Irdning/Gumpenstein (ST, 30.)
  • 120 km/h Mariazell (ST, 30.)
  • 111 km/h Reichenau/Rax (NÖ, 30.)

Stärkste Windspitzen Berge

  • 132 km/h Buchberg (NÖ, 17.)
  • 127 km/h Leiser Berge (NÖ, 30.)
  • 124 km/h Wien-Jubiläumswarte (W, 17.)

-68 Grad: Die kältesten bewohnten Orte der Welt

Der kälteste Ort liegt in der Antarktis

Ideale Bedingungen für eisige Temperaturen findet man in kontinentalen Gebieten, also weit weg vom Meer und besonders in Hochtälern sowie in Becken- oder Muldenlagen. Zusätzlich sind folgende Bedingungen für eine starke Abkühlung der Luft besonders förderlich:

  • windschwache Verhältnisse
  • sternenklarer Himmel bzw. sehr trockene Luft
  • schneebedeckter Boden
  • tiefer Sonnenstand

Gefrierschrank Sibirien

Die kältesten bewohnten Orte der Erde befinden sich im Nordosten Sibiriens in Russland. Werchojansk sowie Oimjakon halten die Rekorde bei den Tiefstwerten mit jeweils -67,8 Grad Celsius. Die Entfernung dieser Orte beträgt etwa 630 km und in dieser Gegend sind häufig Hochdruckgebiete wetterbestimmend. Gebirgsketten umgeben die Region und sorgen für ausgeprägte Inversionswetterlagen. Das Meer hat kaum einen Einfluss auf das dortige Klima.

Rekordhalter Antarktis

Es geht aber noch kälter! Der sogenannte Gefrierschrank der Erde befindet sich in der Antarktis in der südlichen Hemisphäre. Am Ostantarktischen Plateau befindet sich seit 1957 die russische Antarktisstation namens „Wostok“in etwa 3.500 m Höhe, 1287 km vom geographischen Südpol entfernt. Am 21. Juli 1983 wurden dort eisige -89,2 Grad Celsius gemessen. Im Jahr 2010 wurden −93,2 Grad  und im Juli 2004 sogar -98,6 Grad Celsius registriert. Diese Werte wurden aber nicht offiziell anerkannt, da sie anhand von Satellitendaten ermittelt wurden (statt mit einer Wetterstationen in 2 m Höhe über dem Boden gemessen).

Rekorde der Kontinente

Kontinent Wert und Datum Ort
Antarktis -89.2 °C  am 27.7.1983 Wostok-Station
Asien -67,8 °C am 7.2.1892

-67,8 °C am 6.2.1933

Werchojansk bzw. Oimjakon, Russland
Australien -23,0 °C am 29.6.1994 Charlotte Pass, NSW
Afrika -23,9 °C am 11.2.1935 Ifrane, Marokko
Nordamerika -63,0 °C am 3.2.1947 Snag, Yukon, Kanada
Südamerika -32,8 °C am 1.6.1907 Sarmiento, Argentinien
Europa -58,1 °C am 31.12.1978 Ust-Schtschuger, Russland
Europa (EU) -52,6 °C am 2.2.1966 Vuoggatjålme, Schweden

Anbei noch die tiefsten gemessenen Temperaturen in bzw. am Rande von bewohnten Orten in Deutschland, Österreich und der Schweiz:

  • -41.8 Grad in La Brevine im Neuenburger Jura / CH (12.1.1987)
  • -37.8 Grad in Hüll/Wolnzach in Bayern / D (12.2.1929)
  • -36.6 Grad in Zwettl im Waldviertel / A (12.2. 1929 )

Noch tiefere Temperaturen wurden allerdings in manchen Senken bzw.  Dolinen in höheren Lagen der Alpen gemessen wie etwa im Grünloch in Österreich (-52.6 Grad), am Funtensee in Bayern (-45,9), auf der Glattalp in der Schweiz (-52,5) oder in der Busa Fradusta (-49,6) in Italien.

Kälteste Hauptstadt

Als kälteste Hauptstadt der Welt gilt mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von -2 Grad Ulaanbaatar in der Mongolei. Die tiefste gemessene Temperatur in der Metropole mit 1,5 Millionen Einwohnern liegt bei -42,2 Grad. An zweiter Stelle folgt Astana in Kasachstan, wo es im Mittel zwar etwas milder ist, dafür die Extreme aber ausgeprägter sind.

50 Grad: Historische Hitze auf der Südhalbkugel

In Südamerika und Australien kann es in den Sommermonaten heiß werden, das war schon immer so. Wie auch anderswo auf der Welt verschiebt sich der Rahmen des zu Erwartenden langsam aber sicher nach oben. Dass die aktuelle Hitze in Südamerika und Australien das übliche Mass sprengt, war zu befürchten und zeigte sich in den letzten Tagen beispielsweise schon in Argentinien, Chile, Uruguay und Paraguay.

Heute Nachmittag um 14:26 Uhr Ortszeit wurde an der Station Onslow Airport mit 50,7 Grad der alte australische Rekord sowie der Rekord für die gesamte Südhalbkugel egalisiert. Der alte Rekord mit ebenso 50,7 Grad stammt aus dem Jahr 1960 und wurde in Oodnatta registriert. Onslow ist eine Siedlung im Bundesstaat Western Australia mit rund 850 Einwohnern. Sie liegt unmittelbar an der Küste, was diesen Temperaturwert noch außergewöhnlicher macht. Es ist nämlich die höchste global je gemessene Temperatur in einem Küstenort! Er übertrifft die 49,5 Grad in Port Augusta (ebenfalls Australien) aus dem Jahr 2019 um über ein Grad.

Dass es in Australien, vor allem im Landesinneren (Outback), sehr heiß wird, ist keine Neuigkeit. Aber Temperaturen um 50 Grad sind auch hier eine absolute Seltenheit. Der letzte 50er liegt schon 24 Jahre zurück! Und mit 50,5 Grad an den Stationen Mardie und Roebourne wurde diese Marke heute noch zweimal geknackt.

Hier die Analyse der Temperaturen: hellviolette Farben entsprechen dabei mehr als 40 Grad, schwarz (im Nordwesten des Kontinents) = mehr als 50 Grad:

Anderer Kontinent – ähnliche Hitze

In Argentinien wird der Höhepunkt der Hitze heute, morgen und am Samstag erreicht. Dabei dürften etliche Stationsrekorde fallen. Der Landes- und gleichzeitig auch kontinentale Südamerikarekord ist schon sehr alt und stammt aus dem Jahr 1905. Er liegt bei 49,1 Grad in Villa de Maria (48,9 Grad in Rivadavia). Diese beiden Messwerte werden aber stark angezweifelt. Wahrscheinlicher liegt der Rekord eher bei 47,3 Grad in Campo Gallo aufgestellt am 16. Oktober 1936.

Wie dem auch sei, er liegt dieser Tage durchaus in Reichweite! Schon zuletzt brachte die Hitze die Infrastruktur des Landes an den Anschlag – und darüber hinaus, wie massive Stromausfälle zeigen. Auch die Landwirtschaft leidet unter Trockenheit und Hitze. Anfang nächster Woche gehen die Temperaturen in Argentinien deutlich zurück, dies dürft mit zum Teil ergiebigen Niederschlägen und starken Gewittern einhergehen. Die Hitze zieht sich in der Folge etwas weiter nach Norden nach Paraguay und das südliche Brasilien zurück.

Warme Antarktis

Auf den ersten Blick weniger spektakulär – aber ins Bild passend: In der Polarstation Belgrano 2, einer von 13 argentinischen Forschungsstationen in der Antarktis, wurde mit 11,4 Grad der höchste Januarwert seit Aufzeichnungsbeginn erfasst. Normalweise liegen hier die Höchstwerte zu dieser Jahreszeit nur um oder knapp über 0 Grad. An diesem Tag sanken sie nie unter den Gefrierpunkt, was ebenfalls ein Novum darstellt.

Die 7 besten Heiztipps für die kalte Jahreszeit

Eine warme Wohnung im Winter.
  1. Raumtemperatur der Zimmer anpassen: Grundsätzlich sollte die Raumtemperatur in Wohnräumen 20 bis 22 Grad betragen. In Schlafzimmern reichen bereits etwa 17 Grad aus, um bestens schlafen zu können. Räume, die nicht so häufig gebraucht werden, wie etwa ein Abstellraum oder auch die Küche, können niedriger beheizt werden. Dadurch lassen sich unnötige Heizkosten vermeiden. Jedes Grad weniger in der Wohnung spart rund sechs Prozent Heizenergie!
  2. Richtig Lüften: Wer ständig die Fenster gekippt hat und gleichzeitig heizt, wirft das Geld buchstäblich zum Fenster hinaus. Dauerhaft gekippte Fenster kühlen Räume und Wände aus. Statt Dauerlüften wird Stoßlüften empfohlen. Am Besten ihr öffnet morgens und abends alle Fenster in der Wohnung für einige Minuten, um ordentlich durchzulüften.
  3. Heizkörper regelmäßig entlüften: Zu Beginn der Heizsaison sollten alle Heizkörper entlüftet werden. Falls sich nämlich Luft im Wasserkreislauf der Heizung befindet, wird diese nicht richtig warm. Die Luftblasen reduzieren die Effizienz und führen dadurch zu einem höheren Energieverbrauch. Also einfach das Lüftungsventil an der Seite der Heizkörper aufdrehen und sie atmen lassen.
  4. Wärmestaus vermeiden: Geschlossene Vorhänge und Möbel, die vor den Heizkörpern platziert sind, führen zu Wärmestaus und dadurch zu unnötigen Heizkosten. Die Wärme kann sich nicht im Wohnraum ausbreiten, da sie blockiert wird. Achtet daher immer darauf, dass die Heizkörper frei bleiben.
  5. Raumtemperatur bei Abwesenheit senken: Falls eure Wohnung tagsüber leer steht, dreht die Heizung in dieser Zeit zurück. Das gilt auch, wenn mehrere Tage durchgehend niemand daheim ist. Komplett ausschalten solltet ihr die Heizung jedoch nicht, da die Wände sonst womöglich vollständig auskühlen und sich Schimmel bilden kann. Außerdem erhöhen sich die Heizkosten dadurch wieder, wenn ihr jedes Mal die Wohnung von Neuem komplett aufheizen müsst.
  6. Undichte Stellen an Fenstern abkleben: Undichte Fenster können eure Heizkosten in die Höhe schnellen lassen. Vor allem in älteren Häusern sind die Fenster oft nicht mehr ganz dicht. Mit speziellem Dichtungsklebeband könnt ihr jedoch die Fugen zwischen Fensterglas und Rahmen selbst abkleben.
  7. Zusatzheizungen vermeiden: Elektrische Zusatzheizungen, wie Radiatoren oder Heizlüfter sollten nur im Notfall eingesetzt werden, da sie richtige Stromfresser sind.

Quelle Titelbild: adobe stock

Temperatursturz und Neuschnee am Mittwoch

Schnee

Der Blick auf die heutigen Höchstwerte zeigt: Alles andere als normal sind die Temperaturen derzeit im Land. Rund 15 Grad heute mit Föhn v.a. im Westen des Landes, doch eine markante Kaltfront steht ante portas.

Die Höchstwerte am Dienstag.

So sieht der Vergleich der Temperaturen zwischen heute 16 Uhr und morgen 16 Uhr aus. Um rund 10 Grad rasseln die Temperaturen besonders in den Nordalpen hinab.

Temperaturvergleich heute vs. morgen.

Die Kaltfront, die uns am Abend und in der kommenden Nacht aus Nordwesten erfasst bringt in Kombination mit einem Genuatief ordentliche Niederschlagsmengen. Hier die aufsummierten Mengen von heute Abend bis Donnerstagfrüh. Am meisten Regen (und später immer öfter Schnee) fällt am Arlberg sowie vom Brenner bis zum Lungau und südlich davon.

Die Niederschlagsmengen von Dienstagabend bis Donnerstagfrüh.

Die Schneefallgrenze sinkt vom Hochgebirge in der kommenden Nacht auf 1200 bis 1000 m ab. Südlich des Hauptkamms bleibt sie noch etwas höher. Morgen schneit es dann immer öfter bis in die meisten Täler hinab, auch im Süden geht der teils gefrierende Regen im Tagesverlauf in Schneefall über.

Hier die zu erwartenden Neuschneemengen am Mittwoch:

Neuschneemengen am Mittwoch.

Bis zu 15 Grad: Letzte Dezemberwoche immer milder

Die Wetterlage der kommenden Tage

Derzeit liegt eine Luftmassengrenze noch quer über Österreich. Diese ist zwar kaum wetteraktiv, trennt aber frostige Polarluft im Norden und Osten des Landes von deutlich milderer Luft nach Westen zu. Mit einem Tief, das in den kommenden Tagen von Nordfrankreich über Mitteleuropa zur Ostsee zieht, wird die kalte Luft sukzessive aus Österreich verdrängt, immer mildere Atlantikluft macht sich ausgehend von Deutschland und der Schweiz breit. Zur Wochenmitte kündigt sich dann von Westen her zusätzlich eine kräftige Warmfront an, noch mildere Luft subtropischen Ursprungs strömt in den Alpenraum und die Schneefallgrenze zieht sich endgültig ins Hochgebirge zurück.

Die Aussichten bis Silvester im Detail

Von heute bis einschließlich Dienstag herrschen in Österreich weitgehend ruhige Bedingungen, von lokalem gefrierendem Regen in Oberösterreich und im Waldviertel einmal abgesehen. Dazu bleibt noch die Zweiteilung bei den Temperaturen bestehen, so liegen die Höchstwerte am Montag und Dienstag bei -2 Grad im Waldviertel und schon +9 Grad im Rheintal.

In der Nacht auf Mittwoch erreicht die angesprochene Warmfront Österreich von Westen her, von Vorarlberg bis zum Mostviertel beginnt es verbreitet zu regnen. Die Schneefallgrenze liegt in den östlichen Nordalpen noch bei 1000 bis 1300 m, nach Westen zu schon deutlich oberhalb von 1500 m.

Am Mittwoch selbst regnet es in den gesamten Nordalpen ohne nennenswerte Pausen weiter, dabei wird der Regen zunehmend intensiv. In den klassischen Staulagen kommen so große Regenmengen zusammen, die Schneefallgrenze steigt zugleich besonders im Westen schon auf über 2000 m an. Außerdem macht sich im Mittel- und Hochgebirge kräftiger bis stürmischer Westwind bemerkbar. Mit 2 bis 12 Grad wird es schon spürbar milder.

Der Donnerstag bringt im Nordstau der Alpen weiteren Regen, wobei sich dessen Schwerpunkt im Laufe des Tages allmählich auf die Regionen von Salzburg ostwärts konzentriert und im Westen die trockenen Phasen tendenziell wieder länger werden. Dabei ist es für die Jahreszeit extrem mild, die 0-Grad-Grenze beispielsweise liegt in 2000-2500 m Höhe. Zudem bleibt es in den Höhenlagen stürmisch. In den Abendstunden beruhigt sich die Situation dann nachhaltig, was den Regen angeht. Die Höchstwerte: milde 4 bis 15 Grad!

Hier noch exemplarisch die Höchstwerte für den 31.12.2021 (zum Vergrößern anklicken bzw. -tippen):

Viel Regen in den Nordalpen

Von Dienstagnacht bis Donnerstagabend kommen in den Nordalpen von Vorarlberg bis zum Mostviertel verbreitet 30-50 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen. Einzelne Staulagen scheinen aber noch deutlich größere Regenmengen abzubekommen. So kündigen sich für das Arlberggebiet, den Kaiserwinkl und den Raum Lofer sowie für das Salzkammergut und Ausseerland sogar Mengen zwischen 50 und vereinzelt 100 l/m² an.

Auswirkungen

Derzeit liegen in den etwas höher gelegenen Tälern oft noch 20-50 cm Schnee. Dieser wird dem Tauwetter rund um die Wochenmitte zu großen Teilen zum Opfer fallen, hinzu kommen die angesprochenen großen Regenmengen. Somit können kleinere Flüsse über die Ufer treten, Wiesen können überschwemmt werden. Zudem steigt die Gefahr von Nassschneelawinen durch die Durchfeuchtung der Schneedecke deutlich an. Im Hochgebirge kommen große Schneemengen zusammen, auch hier nimmt in Kombination mit dem stürmischen Wind und massiven Schneeverfrachtungen die Lawinengefahr markant zu.

Wir halten euch diesbezüglich hier auf uwz.at auf dem Laufenden!

Christtag bringt Neuschnee im Norden

Weiße Weihnachten

Mittlerweile sind weiße Weihnachten selten geworden. In den vergangenen Jahren war es meistens zu mild, auch heuer setzte pünktlich zu Heiligabend das Tauwetter ein. Somit kann am 24.12. als einzige Landeshauptstadt Klagenfurt mit einer Schneedecke aufwarten. Mit einem Tag Verspätung bekommt aber dieses Mal der Norden des Landes am Samstag (Christtag) noch eine regelrechte Schnee-Bescherung!

Die Wetterlage dieses Jahr zu Weihnachten ist wirklich spannend. Eine Luftmassengrenze befindet sich morgen quer über Mitteleuropa, sie trennt eiskalte Polarluft (blauer Pfeil) nördlich und milde Mittelmeerluft (roter Pfeil) südlich davon. Österreich liegt heute noch voll und ganz auf der warmen Seite, am Samstag kommt die Luftmassengrenze dann etwas nach Süden voran.

Die Wetterlage am Samstag.

Das sieht man auch schön am Verlauf der Temperaturen von Samstagfrüh bis Samstagabend. In Ober- und Niederösterreich sowie in Wien und im Nordburgenland werden die Höchstwerte (+2 bis +6 Grad) schon am Vormittag erreicht, dann kühlt es von Tschechien her immer weiter ab. Am Nachmittag und Abend ist dann schon Dauerfrost zu erwarten.

Der Temperaturverlauf am Christtag.

Mit Vorankommen der Front sinkt die Schneefallgrenze nach und nach bis in tiefe Lagen. Am meisten Schnee mit 5-10 cm (vereinzelt auch etwas mehr) fällt im Oberen Mühl- und Waldviertel sowie im nördlichen Weinviertel. Auch in Wien sind am Nachmittag und Abend Schneeflocken mit dabei, für eine Schneedecke reicht es wohl knapp nicht.

24-stündige Neuschneemengen am Christtag.

Weihnachten 2021: Oft grün und mild

Weihnachten ohne Schnee im Flachland.

Maue Schneelage

Derzeit präsentieren sich bereits nahezu alle Landeshauptstädte schneefrei, in Bregenz sind noch ein paar Schneereste in schattigen Lagen anzutreffen. Diese werden bis zum Heiligabend aber nicht bestehen bleiben, sodass auch am Bodensee Weihnachten 2021 grün ausfallen wird. Einzig Klagenfurt zeigt sich noch immer mit einer Schneehöhe von rund 15 cm tief winterlich, diese Schneedecke wird sich definitiv auch bis zum Weihnachtsfest halten können.

Die Schneehöhen am Dienstag.

Mildes Weihnachtsfest

Die kommenden beiden Tage verlaufen teils sonnig, teils länger trüb durch Hochnebel – klassisches Hochdruckwetter also. Kalt ist es in jedem Fall, die Höchstwerte liegen meist um den Gefrierpunkt. Milder wird es am Donnerstag bereits im Westen mit bis zu +7 Grad in Vorarlberg, hier macht sich bereits jene Luftmasse vom Atlantik bemerkbar, die uns (wieder mal) ein ausgesprochen mildes Weihnachtsfest beschert. Die milde Luft verdrängt bis zum Heiligabend nach und nach verbreitet die Kaltluft, wobei es am Donnerstagabend und in der Nacht auf Freitag an der Alpennordseite sowie im Osten zu gefährlichem gefrierendem Regen kommen kann.

Glättegefahr in der Nacht vom 23. auf den 24.12. (Stand: 22.12.; 12 Uhr). © www.uwz.at

Heiligabend und die beiden Weihnachtsfeiertage haben dann nahezu überall deutliche Plusgrade zu bieten, wobei besonders der Freitag im Osten sehr mild ausfällt: Die Höchstwerte kommen im Wiener Becken sogar bei 10 bis 12 Grad zu liegen. Zu Weihnachten gehen die Temperaturen nur geringfügig zurück, bei vielen Wolken und im Norden auch etwas Regen präsentiert sich das Wetter wenig winterlich. Einzig im äußersten Nordosten sickert vorübergehend wieder kalte Luft ein und mitunter geht der Regen im Wald- und Weinviertel vorübergehend in Schnee über. Generell kühl und somit halbwegs weihnachtlich bleibt es an den Feiertagen in Osttirol und Kärnten sowie einigen schattigen Alpentälern mit 0 bis +3 Grad.

Statistik bestätigt

Die Statistik der vergangenen Jahre spricht eine deutlich Sprache: Weiße Weihnachten werden in den Landeshauptstädten immer seltener. So gab es eine Schneedecke zu Weihnachten seit 2013 lediglich 2017 in Innsbruck und eben heuer in Klagenfurt. Für den Rest heißt es nun mehr seit mindestens 9 Jahren Warten auf eine Schneedecke zur Bescherung. Die längste Wartezeit gibt es dabei in St. Pölten, hier gab es anno 2007 das letzte Mal weiße Weihnachten.

Geschlossene Schneedecke am 24.12. („Weiße Weihnachten“) in den Landeshauptstädten in den letzten Jahrzehnten. © UBIMET

Grob hat sich in den vergangenen Jahrzehnten die Chance auf weiße Weihnachten in den Niederungen halbiert. Folglich überrascht es auch kaum, dass der Schneerekord zu Weihnachten in den Landeshauptstädten aus grauer Vorzeit stammt: 96 cm Schnee meldete Innsbruck am 24.12.1962, den Kälterekord hält Tamsweg mit einem Tiefstwert von -29 Grad zu Weihnachten 1944. Immerhin ist heuer trotz milder Luft kein Wärmerekord zu erwarten, dieser bleibt unangetastet (Salzburg, 19,1 Grad anno 2013). Weitere Infos dazu gibt es auch hier: Weiße Weihnachten: Trend und Klimatologie.

Weitere Infos von uns gibt es stets auch auf Twitter und Facebook.

Kräftiges Hoch bringt ruhiges Wetter

Aktuell liegt (noch) verbreitet Schnee

Die Schneefälle der vergangenen Woche haben das Land verbreitet in ein weißes Kleid gehüllt, im Flachland geht es der Schneedecke jedoch schon wieder an den Kragen. Heute morgen meldeten Wien, Eisenstadt und Innsbruck noch 2-3 cm Schnee, etwas mehr Schnee liegt in Graz und Bregenz mit 8 bzw. 10 cm. Die schneereichste Landeshauptstadt ist eindeutig Klagenfurt, wo zum Wochenstart 27 cm der weißen Pracht gemessen wurden. Es gibt jedoch auch schon schneefreie Regionen im Land, so präsentieren sich St. Pölten und Umgebung ebenso wie Teile des oberösterreichischen Zentralraums wieder im tristen braun. Viel Schnee melden naturgemäß etwas höhere Tallagen der Alpen, so liegen exemplarisch in Schröcken derzeit 86 cm, in Schmirn 42 cm und in Radstadt 35 cm.

Die Schneehöhen am Montag.

Die Gesamtschneehöhe der Landeshauptstädte am Montagmorgen um 07 Uhr:

Landeshauptstadt Schneehöhe
Wien 2 cm
St. Pölten 0 cm
Eisenstadt 3 cm
Linz 0 cm
Klagenfurt 27 cm
Graz 8 cm
Salzburg 4 cm
Innsbruck 3 cm
Bregenz 10 cm

Kräftiges Hoch kommt

Die kommenden Tage verheißen für die verbleibende Schneedecke im Flachland nichts Gutes – Neuschnee ist nämlich bis zum Wochenende nicht in Sicht. Im Gegenteil, ab morgen stellt sich stabiles Hochdruckwetter ein. Das kräftige Hoch platziert sich dabei über Nordfrankreich und Großbritannien und lässt atlantischen Tiefs samt ihrer Frontensysteme keine Chance, bis nach Österreich voranzukommen. Zudem liegen die Höchstwerte in den kommenden Tagen meist zwischen 0 und +8 Grad, womit es dem Schnee abseits der Alpen vielerorts an die Existenz geht. In den Alpen selbst hält sich das Tauwetter in Grenzen, hier wird sich die Schneedecke auf jeden Fall halten können.

Hier exemplarisch die Wetterlage am Freitag: Das kräftige Hoch über den Britischen Inseln dominiert in weiten Teilen Europas:

Hochdruckeinfluss bedeutet aber nicht zwangsläufig Sonnenschein, so sorgen Hochnebel und tiefliegende Wolken abseits der Berge vielfach für trübe Verhältnisse. Am meisten Sonnenschein gibt es in dieser Arbeitswoche von Vorarlberg bis Salzburg und Kärnten.

Neuschnee am 4. Adventswochenende?

Zum Wochenende hin zieht sich das Hoch weiter nach Norden zurück, somit wird der Weg frei für deutlich kältere Luft aus Osteuropa. Aus heutiger Sicht gibt es rund um den 4. Advent somit nur noch Höchstwerte um den Gefrierpunkt und mit einer Kaltfront fällt v.a. in der Osthälfte zeitweise Schnee. Auch in der Weihnachtswoche geht es tendenziell kalt und wechselhaft weiter. Wo sich der Schnee also bis zum kommenden Wochenende hält, stehen die Chancen für eine weiße Weihnacht sehr gut. Und auch im Flachland bestehen berechtigte Hoffnungen, dass sich Weihnachten 2021 kurzfristig noch weiß präsentieren könnte.

Der früheste Sonnenuntergang des Jahres

Der früheste Sonnenuntergang des Jahres

Der kürzeste Tag des Jahres ist der 21. Dezember, dann erreicht die Sonne in den Breiten unterhalb des südlichen Wendekreises den Höchststand. Nördlich des Polarkreises (66,57° N) ist es dagegen durchgehend finster.

Der früheste Sonnenuntergang findet bereits vor der Sonnenwende statt
Die Tageslänge im Laufe des Jahres (grau = Nacht; weiß = Tag).

Aufgrund der Neigung der Erdachse und der elliptischen Umlaufbahn unseres Planeten erfolgte der früheste Sonnenuntergang des Jahres hierzulande bereits am gestrigen 11. Dezember und nicht erst zur Wintersonnenwende am kürzesten Tag. Den spätesten Sonnenaufgang gibt es hingegen erst zu Neujahr, danach nimmt die Tageslänge sowohl am Morgen als auch am Abend langsam wieder zu.

Anbei eine Übersicht (Sonnenaufgang und Sonnenuntergang):

11. Dezember 21. Dezember 1. Januar
Wien 7:35 bis 16:00 7:43 bis 16:03 7:45 bis 16:11
Berlin 8:07 bis 15:51 8:15 bis 15:53 08:17 bis 16:01
Bern 8:06 bis 16:40 8:13 bis 16:42 8:16 bis 16:50

Zur Wochenmitte lokal wieder viel Neuschnee

Erste schwache Front am Dienstag

Bis Montagabend herrschen weitgehend ruhige Bedingungen, ein paar Schneeschauer gehen heute noch im Nordstau der Alpen nieder. In der Nacht auf Dienstag setzt in Vorarlberg mit der Front eines Nordseetiefs leichter bis mäßiger Schneefall ein.

Der Dienstag startet somit in Vorarlberg und Nordtirol mit Schneefall, im Laufe des Tages verlagert sich dieser unter Abschwächung über Salzburg hinweg nach Oberösterreich und ins westliche Niederösterreich. Im Rheintal und Innviertel mischt sich vorübergehend auch Regen dazu. Die Intensität des Niederschlags lässt dabei mit jedem Kilometer nach Osten nach. Spätestens am Abend trocknet es überall wieder ab.

Diese erste Front bringt lediglich in höheren Lagen Vorarlbergs (Bregenzerwald – Kleinwalsertal – Arlberg – Silvretta) sowie in Nordtirol nahe des Arlbergs nennenswerten Schneezuwachs von 10-15 cm. Sonst fallen die Schneemengen in den Nordalpen deutlich geringer aus.

Neuschneemenge am Dienstag.

Föhnsturm und Neuschnee am Mittwoch

Am Mittwoch, zu Mariä Empfängnis, wird es im Vorfeld eines Sturmtiefs über den Britischen Inseln vorübergehend föhnig, ehe das zugehörige Frontensystem auf Österreich übergreift. Zudem bildet sich ein Tief über Norditalien, womit im Westen und Süden große Schneemengen zu erwarten sind.

Hier die Großwetterlage mit dem Sturmtief HARRY über Großbritannien:

Die Großwetterlage am Mittwoch.

Zunächst weht von Innsbruck ostwärts teils stürmischer Föhn. Dieser hält den Niederschlag noch etwas zurück, sodass sich der Schneefall in der ersten Tageshälfte auf Vorarlberg konzentriert. Am Nachmittag bricht der Föhn von Westen her zusammen und der teils kräftige Schneefall greift auch mehr und mehr auf Tirol sowie Kärnten über. Im Süden schneit es v.a. zum Abend hin intensiv. In der Nacht auf Donnerstag erfasst der Schneefall dann den Großteil Österreichs, wobei die größten Schneemengen weiterhin Osttirol und Kärnten sowie Richtung Vorarlberg zu erwarten sind.

Winterlicher Donnerstag

Der Donnerstag startet im Großteil des Landes mit Schneefall, dieser wird im Laufe des Tages aber überall seltener und klingt auch in den Nordalpen bis zum Abend ab.

Die Neuschneemengen lassen sich durchaus sehen:

Neuschneemenge am Mittwoch + Donnerstag.

Ein Schwerpunkt wird dabei Vorarlberg und das Tiroler Oberland bzw. der Tiroler Alpenhauptkamm sein. In diesen Regionen fallen oft 15-30 cm Neuschnee, bis zu 40 oder sogar 50 cm sind rund um den Arlberg in den Hochtälern möglich. Der zweite Niederschlagsschwerpunkt liegt eindeutig in Osttirol und Oberkärnten. Hier sind verbreitet 30-50 cm Neuschnee zu erwarten, in Richtung Karnische Alpen auch mehr als ein halber Meter. Mengen um 20 cm sind aber auch in Villach oder Klagenfurt zu erwarten. In den Salzburger Tauerntälern kündigen sich ebenfalls 20-30 cm Neuschnee an. Auch abseits der genannten „Hotspots“ fällt in den Alpen vielerorts Schnee, wobei vom Karwendel über die Kitzbüheler Alpen bis zur Koralpe kaum mehr als 10-20 cm zusammenkommen. Eine dünne Schneedecke ist auch abseits der Alpen möglich, allerdings selten mehr als 5 cm mächtig.

Am Freitag und am Wochenende sind aus heutiger Sicht keine nennenswerten Schneemengen mehr zu erwarten.

Sonniger Herbst im Osten auf Rekordkurs

Fahrrad vor einem See im Spätsommer

Das heutige Webcambild mit dem Blick aus dem UWZ-Büro über Wien steht exemplarisch für den gesamten Herbst. Sonne so weit das Auge reicht. Normalerweise ist die Übergangsjahreszeit zwischen Sommer und Winter im östlichen Flachland ja prädestiniert für Nebel und Hochnebel, nicht so jedoch in diesem Jahr.

Sonniger Herbst in Wien

Werfen wir einen Blick auf die einzelnen Monate, der Herbst geht bei uns Meteorologen ja bekanntlich vom 1. September bis 30. November. Bereits im September gab es auf der Hohen Warte in Wien knapp 20% mehr Sonne als im langjährigen Mittel von 1981-2010. Der Oktober konnte sogar mit einem Plus von 50% aufwarten und auch der junge November steht schon wieder bei +37%.

Der Herbst 2021: deutlich zu sonnig

Alles in allem hievt das den Herbst 2021 schon jetzt (3 Wochen VOR Ende der Jahreszeit) in eine Spitzenposition. Auf der Hohen Warte wird seit 1880 die Sonnenscheindauer gemessen. Nachfolgend sind alle Herbst-Sonnenstunden der vergangenen 141 Jahre aufgezeichnet. In Rot horizontal dabei der Stand 2021: 442 Sonnenstunden bis dato.

Sonnenstunden im Herbst in Wien seit 1880.

Wir sehen schon: Viele Jahre gibt es nicht, in denen der Herbst noch sonniger als heuer ausgefallen ist. Und nochmal: Der Herbst 2021 geht noch über drei Wochen lang.

In Tabellenform schaut die Rangliste für die Station Wien-Hohe Warte wie folgt aus. Schon jetzt rangiert der Herbst 2021 auf Platz 17 der ewigen Bestenliste, jede einzelne Sonnenstunde in den kommenden Tagen bringt den heurigen Herbst weiter nach vorne.

Hitliste der sonnigsten Herbste in Wien.

Berücksichtigt man die Prognosen der nächsten Woche, könnte sich zur Monatshalbzeit schon ein Platz in den Top 10 ausgehen. Selbst der sonnigste Herbst der Messgeschichte ist keinesfalls unrealistisch. Auf den Spitzenreiter 2006 fehlen derzeit 87 Sonnenstunden, bei noch verbleibenen gut drei Wochen sind das knapp 4 Sonnenstunden pro Tag – durchaus machbar.

Kaltfront bringt langersehnten Regen

Bereits auf dem Satellitenbild von heute Vormittag ist die Kaltfront, die uns den Wetterwechsel samt Regen bringt, wunderbar zu erkennen. Sie reicht von Skandinavien über Deutschland, die Schweiz und Frankreich bis nach Spanien (blaue Linie). Davor, also im Großteil Österreichs noch klassisches Herbstwetter mit Sonne und Nebel.

Die Kaltfront (nachfolgend der Stand heute Mittag 13 Uhr) gehört zum Tief NAEL zwischen Schottland und Norwegen. Zudem bildet sich noch ein Tief über Korsika aus.

Hier die zu erwartenden Niederschlagsmengen: am meisten Regen fällt im zentralen und südlichen Bergland, also grob vom Brenner bis zum Gesäuse und südlich davon. Um die 50 l/m² können es v.a. in Osttirol und Kärnten werden. Nass mit Mengen jenseits der 10 l/m² wird es aber im gesamten Land, Balsam für die oft trockenen Böden.

Hier seht ihr unsere Warnkarte (auch zu finden mit Ortsgenauen Infos auf der Hauptseite).

Föhn lässt Oktober golden enden

Typische Föhnstimmung im Herbst.

Herbst = Föhnzeit

Jetzt im Oktober gehört der Föhn praktisch jedes Jahr zum festen Inventar eines Wetterberichts in Österreich. So auch in diesem Jahr, bereits am morgigen Donnerstag wird es allmählich leicht föhnig. Am Freitag und Samstag intensiviert sich der Föhn dann deutlich, so muss man in den klassischen Föhntälern der Nordalpen mit Böen von 60 bis 80 km/h rechnen. Auch im östlichen Flachland frischt der Südostwind lebhaft bis kräftig auf, Böen um die 50 km/h gibt es hier. Einen wahren Föhnsturm gibt es auf den Bergen der Nordalpen, so kündigen sich am Innsbrucker Hausberg Patscherkofel am Wochenende Orkanböen von bis zu 130 km/h an. Für den lodernden Waldbrand im Rax-Gebiet bedeuten diese windigen Aussichten natürlich nichts Gutes, der kräftige Wind in diesem Bereich dürfte die Flammen weiter anfachen.

Herbst = Hochnebelzeit

Wie der Föhn, das bunte Laub und das Martinigansl gehört aber auch der Hochnebel zum Herbst. Leidvoll erfahren werden dies in den kommenden Tagen die dafür anfälligen Regionen im Land, hierzu gehören u.a. der Bodensee, Unterkärnten, das Mur- und Mürztal, der Flachgau sowie weite Teile Oberösterreichs und auch das Waldviertel. Jeweils in den ersten Stunden des Tages hält sich hier das Grau, ehe sich nach und nach die Sonne behauptet. Lokal kann es aber auch bis weit in den Nachmittag hinein trüb bleiben. Dementsprechend gedämpft sind in diesen Landesteilen in den nächsten Tagen die Höchsttemperaturen, sie verharren oft bei nur 9 bis 13 Grad.

Lokal bis zu 20 Grad möglich

Der Föhn treibt die Temperaturen in den kommenden Tagen an der Alpennordseite spürbar in die Höhe, bereits am Donnerstag sind von Innsbruck über Bischofshofen bis nach Windischgarsten Höchstwerte von bis zu 18 Grad möglich. Noch wärmer wird es dann am Freitag, Samstag und Sonntag, wenn die Temperaturen mit dem kräftigen bis stürmischen Föhn in den prädestinierten Tälern auf 20 oder sogar 21 Grad klettern. Favoriten für die wärmsten Orte zum Oktoberausklang sind beispielsweise Bludenz, Innsbruck, St. Wolfgang oder auch Weyer. Solch hohe Temperaturen sind für Ende Oktober durchaus ungewöhnlich, liegen doch die Höchstwerte zu dieser Jahreszeit im langjährigen Mittel in den Niederungen zwischen 10 und 13 Grad. Der Föhn vermag es aber immer wieder, noch einmal für beinah spätsommerliche Bedingungen zu sorgen.

Wetterumstellung erst nächste Woche

Nach derzeitigem Stand erreicht am kommenden Montag eine kräftige Kaltfront von Westen her den Alpenraum. In Kombination mit einem Tief über Norditalien fällt am Feiertag verbreitet Regen und die Temperaturen gehen deutlich zurück. Auch der Dienstag fällt wechselhaft aus, wie es anschließend in den ersten Tagen des Novembers weitergeht, steht noch in den Sternen. Von einer frühwinterlichen Nordwestströmung bis hin zu einem Comeback des Föhns ist derzeit noch alles möglich.

Bis zu 24 Grad: Spätsommerlicher Mittwoch

Die Wetterlage, die uns diese außergewöhnlichen Temperaturen beschert, ist typisch für den Herbst. Wie man auf folgender Wetterkarte gut sehen kann, befindet sich Österreich am Mittwoch an der Vorderseite eines Tiefs mit Kern über Skandinavien in einer Südwestströmung. Mit dieser erreicht uns sehr warme Luft aus Spanien, der Föhn verstärkt das Ganze noch.

Wetterlage am Mittwoch.

Normal wären jetzt gegen Ende Oktober Höchstwerte von 13-16 Grad in den Landeshauptstädten (siehe nächste Karte). Der Mittwoch wird also wirklich markant…

Die Höchstwerte zu dieser Zeit im langjährigen Klimamittel (zum Vergrößern anklicken).

Wie warm wird es denn nun?

Die Temperaturen erreichen verbreitet die 20-Grad-Marke, wobei die wärmsten Regionen von Innsbruck über das Tiroler Unterland und den Flachgau, die Eisenwurzen bis zur Rax reichen. In diesem Streifen sorgt der Föhn sogar für Höchstwerte von bis zu 24 Grad. Selbst 25 Grad – und somit per Definition ein Sommertag – ist hier nicht ausgeschlossen.

Die erwarteten Höchstwerte am Mittwoch.

Dass es jetzt wieder föhnig wird, kommt nicht von ungefähr. Die nächste Grafik zeigt die Häufigkeit von Südföhn im Laufe eines Jahres am Beispiel Innsbruck. Das Maximum liegt eindeutig im April und Mai, ein zweiter Peak ist aber jetzt im Oktober zu erkennen. Herbst ist also gleich Föhnzeit.

Der typische Jahresgang des Südföhns in Innsbruck.
Der typische Jahresgang des Südföhns in Innsbruck.

Wie extrem sind nun 24 (oder eventuell sogar 25 Grad) im Oktober?

Den Rekord für den spätesten Sommertag im Jahr halten mehrere Wetterstationen mit bis zu 26,1 Grad am 16. November 2002 (zum Beispiel Weyer, Waidhofen/Ybbs, Bad Goisern, Kirchdorf/Krems). Es kann also noch rund 4 Wochen später im Jahr noch etwas wärmer werden.

Anfang Oktober gab es sogar schon Tage mit über 30 Grad, wie die Rangliste der höchsten jemals gemessenen Temperaturen in diesem Monat zeigt:

Station Temperatur Datum
Fußach (Vorarlberg) 30,2 Grad 04.10.1956
Schlins (Vorarlberg) 30,1 Grad 04.10.1956
Eisenstadt (Burgenland) 30,1 Grad 01.10.1956
Deutschlandsberg (Steiermark) 30,0 Grad 05.10.1983

 

In Österreich stieg die Temperatur in Eisenstadt am 01.10.1956 auf 30,1 Grad, in Deutschlandsberg (Steiermark) wurden am 05.10.1983 genau 30 Grad erreicht. Die absoluten Hitzerekorde für den Oktober stammen aber aus Vorarlberg: Am 4. Oktober 1966 kletterten die Temperaturen in Fußach und Schlins (beide Vorarlberg, mittlerweile nicht mehr aktive Stationen) auf 30,2 bzw. 30,1 Grad.

Goldener Oktober kommt

PHILINE lässt Tiefs keine Chance

Zwar erreicht uns in der kommenden Nacht die Kaltfront von Tief GEROLD mit Kern über Finnland, diese ist jedoch unter Hochdruckeinfluss nur wenig wetterwirksam. So startet der Samstag vom Tiroler Unterland bis ins Mariazellerland mit dichten Wolken und lokal etwas Regen, im übrigen Land geht es hingegen trocken und schon freundlich ins Wochenende. Im Laufe des Tages setzt sich überall die Sonne durch, dazu erwärmt sich die Luft auf 11 bis 17 Grad. Für Mitte Oktober sind das völlig durchschnittliche Temperaturen, so darf man derzeit in den Landeshauptstädten Tageshöchstwerte von rund 15 Grad erwarten.

Hier die Großwetterlage am Samstag: PHILINE gegen Tief GEROLD 1:0

Die Großwetterlage am Samstag.

Auch am Sonntag hält das Hoch die Tiefs auf Distanz zum Alpenraum. Typisch für den Herbst sorgen aber Nebel und Hochnebel in den ersten Stunden des Tages lokal für trübe Verhältnisse, so zum Beispiel in Unterkärnten, im Mur- und Mürztal sowie im Alpenvorland Oberösterreichs. Nach und nach gewinnt aber auch hier die Sonne die Oberhand, der Nachmittag verspricht dann landesweit strahlenden Sonnenschein und mit 12 bis 18 Grad noch etwas höhere Temperaturen.

Oktoberwärme

Zu Beginn der neuen Woche geht es unter der Regie von PHILINE mit dem ruhigen Oktoberwetter weiter, auf lokalen Nebel oder Hochnebel folgen wieder zahlreiche Sonnenstunden, nur harmlose durchziehende Wolken und an den Nachmittagen angenehme Temperaturen. Diese erreichen am Montag und Dienstag lokal schon die 20-Grad-Marke, wie etwa im Inntal, im Drautal oder auch im Raum Leoben. Doch auch sonst ist es mit 14 bis 18 Grad verbreitet zu mild für die Jahreszeit.

Exemplarisch nachfolgend die erwarteten Höchstwerte am Dienstag:

Am Mittwoch mischt in einer warmen Südwestströmung zusätzlich auch noch der Föhn mit, er treibt die Temperaturen an der Alpennordseite auf 20 bis 24 Grad, Höchstwerte um die 20 Grad gibt es aber im Großteil des Landes.

Nächste Kaltfront ante portas

Damit ist der Höhepunkt der Oktoberwärme auch schon erreicht, denn am Donnerstag erreicht die nächste Kaltfront mit Wolken und Regen von Westen her das Land. Temperaturen um 20 Grad gibt es dann wohl nur noch im Osten und Südosten, am Freitag kehren die Temperaturen in ganz Österreich wieder auf Normalwerte für die Jahreszeit zurück.

Quelle Titelbild: foto-webcam

September 2021: Zu warm, trocken und sonnig

Deutlich zu warm

Österreichweit betrachtet schließt der September fast 2 Grad zu warm ab, vergleicht man ihn mit dem langjährigen Klimamittel von 1981-2010. Selbst mit dem neuen, schon wärmeren Klimamittel von 1991-2020 fällt der Vergleich eindeutig zu Gunsten des heurigen Septembers aus, noch immer gut +1,5 Grad beträgt hier die Anomalie. Zu kalte Orte sucht man auf der Österreichkarte im September vergeblich, die geringsten Abweichungen sind mit +1 bis +1,5 Grad im Osten und Südosten zu finden. Auf der anderen Seite der Extrema liegen die Regionen von Vorarlberg bis Kärnten und Oberösterreich, wo beachtliche Abweichungen von rund +2,5 Grad registriert wurden. Der relativ gesehen wärmste Ort des Landes war Steinach am Brenner, im Wipptal geht der Monat sogar rund 3 Grad zu warm zu Ende.

Deutlich zu warm – der September 2021.

Viele Sommertage

Der eher sommerliche als herbstliche Charakter des Monats lässt sich auch anhand der Anzahl der Sommertage eindrucksvoll belegen. 15 Mal schafften es die Temperaturen zum Beispiel in Kleinzicken und Güssing über die magische 25-Grad-Marke und somit nur unwesentlich seltener als im Sommermonat August. Im Normalfall treten in den Niederungen rund 4-6 Sommertage in einem September auf. Selbst einen Hitzetag gab es zur Monatsmitte, die 30-Grad-Marke wurde am 15. September im Südosten geknackt. 30,4 Grad beträgt der österreichweite Höchstwert aus Bad Radkersburg.

Anzahl der Sommertage.

Wenig Regen

Passend zum häufig vorherrschenden Hochdruckeinfluss fällt auch die Niederschlagsbilanz eindeutig negativ aus, rund -50 Prozent Regen fehlen in den heimischen Messkübeln am Ende des Monats. Lokal zeigen sich hier aber doch deutliche Unterschiede, so schließen Innsbruck (+3%) und Mönichkirchen (+11%) als die beiden einzigen Stationen im Land leicht zu nass ab. Alle anderen Wetterstationen haben ein mehr oder weniger dickes Minus in der Bilanz stehen. Besonders markant war die Trockenheit nach den regenreichen Sommermonaten in Oberösterreich, im Burgenland sowie in Teilen Niederösterreichs und der Steiermark. Exemplarisch seien hier Kollerschlag (-90%), Kleinzicken (-78%), Puchberg/Schneeberg (-75%) und Deutschlandsberg (-76%) genannt.

Deutlich zu trocken – der September 2021.

Sonne macht Überstunden

Österreichweit wurden rund ein Drittel mehr Sonnenstunden gemessen als im langjährigen Mittel, in Zell am See beträgt die Abweichung sogar mehr als 60 Prozent. In einem durchschnittlichen September scheint die Sonne hier 146 Stunden lang, heuer waren es 225 Sonnenstunden! Zu trübe Regionen gibt es nicht, im ganzen Land machte die Sonne im zurückliegenden Monat Überstunden.

Deutlich zu sonnig – der September 2021.

Extremwerte September 2021 (Bundesland, Tag des Auftretens) Stand: Heute, 29.09.2021, 11 Uhr

Höchste Temperaturen

  • 30,4 Grad Bad Radkersburg (ST, 15.)
  • 30,3 Grad Andau (NÖ, 15.)
  • 30,0 Grad Leibnitz-Wagna (ST, 15.)

Tiefste Temperaturen Hochtäler

  • -1,2 Grad Galtür (T, 23.)
  • -0,5 Grad Mariapfarr (T, 23.)
  • -0,4 Grad Lech/Arlberg (V, 23.)

Tiefste Temperaturen unter 1000 m Seehöhe

  • -0,1 Grad Zeltweg (ST, 23.)
  • +0,2 Grad Weitensfeld (K, 23.), Neumarkt (ST, 23.)
  • +1,0 Grad Rottenmann (ST, 23.)

Anzahl Sommertage (Höchstwert mind. 25 Grad)

  • 15 Kleinzicken, Güssing (alle B)
  • 14 Mistelbach (NÖ), Lutzmannsburg (B)
  • 13 Leoben (ST), Hopfgarten im Brixental (T), Wien Donaufeld (W), Hohenau, Tullnerfeld (alle NÖ), Ferlach (K), Andau (B)

Anzahl Hitzetage (Höchstwert mind. 30 Grad)

  • 1 Leibnitz-Wagna, Bad Radkersburg (alle ST), Andau (NÖ)

Anzahl Frosttage (Tiefstwert unter 0 Grad)

  • 1 Lech/Arlberg (V), Galtür, St. Jakob/Defereggen (alle T), Zeltweg (ST), Mariapfarr, St. Michael/Lungau (alle S)

Nasseste bewohnte Orte

  • 132 Liter pro Quadratmeter Westendorf (T)
  • 129 Liter pro Quadratmeter Hochfilzen (T)
  • 115 Liter pro Quadratmeter Kirchdorf in Tirol (T)

Trockenste Orte

  • 8 Liter pro Quadratmeter Limberg (NÖ), Freistadt (OÖ)
  • 9 Liter pro Quadratmeter Kollerschlag, Summerau (OÖ), Zwettl (NÖ)
  • 10 Liter pro Quadratmeter Bad Zell (OÖ), Langenlois (NÖ)

Absolut sonnigste Orte

  • 247 Sonnenstunden Klagenfurt (K)
  • 244 Sonnenstunden Villach (K), Westendorf (T)
  • 243 Sonnenstunden Leibnitz-Wagna (ST)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 74 km/h Wien-Innere Stadt (W, 24.)
  • 71 km/h Reichenau/Rax (NÖ, 01.)
  • 68 km/h Lilienfeld/Tarschberg, Wiener Neustadt, Puchberg/Schneeberg (NÖ, 24.)

Stärkste Windspitzen Berge

  • 93 km/h Buchberg (NÖ, 24.)
  • 90 km/h Feuerkogel (OÖ, 24.), Rax (NÖ, 24.)
  • 89 km/h Sonnblick (S, 22.), Dachstein (OÖ, 22.)

Septembersommer: Am Mittwoch bis zu 30 Grad

Sonnenbrille gegen die Sonne - AdobeStock

Ungewöhnlicher Auftakt

Bis dato erinnert der September ja mehr an einen Sommer- als einen Herbstmonat. Rund 1,6 Grad zu warm waren die ersten 13 Tage des Monats im landesweiten Schnitt, +2 bis +3 Grad betrugen die Abweichungen sogar von Vorarlberg bis Oberösterreich.

Bis dato fiel der September deutlich zu warm aus (zum Vergrößern Bild anklicken bzw. -tippen).

Markant bislang auch die Trockenheit in diesem Monat, rund 90% fehlen österreichweit auf eine ausgeglichene Bilanz. Viele Orte haben sogar noch keinen Tropfen Regen abbekommen:

In Punkto Regen hahezu ein Totalausfall: Der September 2021 bis jetzt (zum Vergrößern Bild anklicken bzw. -tippen).

Dazu war es bislang viel sonniger als üblich (ein Plus von 60% bei den Sonnenstunden) und es gab schon mehr Sommertage als sonst im ganzen September. In Innsbruck und Güssing beispielsweise kletterten die Temperaturen seit Monatsbeginn schon 10 Mal über die Marke von 25 Grad:

Schon 10 Sommertage an manchen Orten im September (zum Vergrößern Bild anklicken bzw. -tippen).

Roland schickt uns Hochsommer

Jetzt wird es sogar noch wärmer. Bislang stehen 28,6 Grad in Weyer an der Spitze der höchsten Temperaturen im September 2021, dieser Wert wird aller Voraussicht nach morgen geknackt. Der Grund für die hohen Temperaturen ist in der Bodenwetterkarte für Mittwoch auszumachen. Das Tief ROLAND lenkt sehr warme Luft aus Südwesteuropa nach Österreich (roter Pfeil):

Tief ROLAND lenkt sehr warme Luft nach Österreich.

Und hier nun die Höchstwerte morgen: Von Lienz und Amstetten ostwärts gibt es wieder mehr als 25 Grad, ganz im Osten dürfte der 30er fallen. Heiße Kandidaten hierfür sind der Seewinkel im Nordburgenland und der Südosten der Steiermark.

Hochsommerliche Temperaturen morgen im Osten und Südosten (zum Vergrößern Bild anklicken bzw. -tippen).

Der Septemberrekord ist jedenfalls außer Reichweite, er steht bei schweißtreibenden 36,0 Grad (Pottschach_Ternitz am 01.09.2015)

Klimawandel lässt grüßen

Der Klimawandel macht auch vor den Hitzetagen im September nicht Halt. So muss man seit den 2000er Jahren etwas alle 2-3 Jahre noch mit 30 Grad oder mehr nach dem 10. September rechnen. Zuvor – also vor dem Jahr 2000 – kletterten die Temperaturen im Schnitt nur alle 5-7 Jahre so spät im Jahr über die 30-Grad-Marke.

Auch Oktoberhitze möglich

Was viele nicht wissen: 30 Grad sind sogar noch im Oktober möglich, der späteste Termin für einen Hitzetag mit 30 Grad ist mittlerweile auch schon über 50 Jahre alt. Am 4. Oktober 1966 kletterten die Temperaturen in Fußach und Schlins (beide Vorarlberg) auf 30,2 bzw. 30,1 Grad.

Sonnenbrandgefahr im September

Auch im September kann man sich noch einen Sonnenbrand holen

Am Ende der Badesaison denken sich wohl so manche, dass nun auch die Gefahr eines Sonnenbrandes gebannt ist. Gerade dieses Denken verleitet aber zur Sorglosigkeit und trägt dazu bei, dass sich gerade im Herbst empfindliche Personen noch einmal einen Sonnenbrand einfangen.

UV-Index ausschlaggebend

Anfang September gelangt, genauso wie etwa Anfang April, um die Mittagszeit noch immer etwas mehr als die Hälfte des Betrags der ultravioletten (UV) Sonnenstrahlung zu uns. Neben der Dicke der Ozonschicht, die uns grundsätzlich vor der UV-Strahlung schützt, ist auch die geographische Breite ein maßgeblicher Faktor. Da sich die Nordhalbkugel der Erde im Herbst langsam wieder von der Sonne abwendet und sich das Strahlungsmaximum Richtung Äquator verschiebt, nimmt logischerweise auch die Belastung Richtung nördlichen Wendekreis rascher ab als weiter südlich.

Seehöhe und Wolken spielen ebenfalls Rolle

Gerade der Herbst zieht ja viele in die Berge zum Wandern. Mit zunehmender Seehöhe nimmt aufgrund des kürzeren Weges des Sonnenlichtes durch die Atmosphäre auch die ultraviolette Strahlungsbelastung zu, da weniger UV-Strahlung durch die Atmosphäre gefiltert wird. Je 1000 Höhenmeter ist somit ein Anstieg um 10 bis 20 Prozent zu erwarten. Im Gegensatz dazu schützen die meisten Wolken etwas. Leichte Bewölkung oder etwa hohe Schleierwolken streuen und reflektieren die Strahlung hingegen eher und sorgen somit sogar für größeres Sonnenbrandrisiko als an klaren Tagen.

Gletscherbrand?

Auch erster Neuschnee, wie er im Herbst in höheren Lagen durchaus schon auftritt, kann die Sonnenbrandgefahr verstärken. Dies kann auch durch Eis auf einem Gletscher erfolgen, wobei ein Sonnenbrand, der durch die Reflexion der UV-Strahlung durch Schnee oder Eis hervorgerufen wird, als Gletscherbrand bezeichnet wird.

Hier noch ein  Vergleich des durchschnittlichen UV-Index zwischen Wien und dem Sonnblick:

 

Monat Wien (150 m) Sonnblick (3100 m)
Januar 1 2
Februar 2 3
März 3 5
April 5 7
Mai 6 8
Juni 7 9
Juli 7 8
August 6 8
September 5 6
Oktober 3 4
November 2 3
Dezember 1 2

Bis Mittwoch viel Regen an der Alpennordseite

Verantwortlich für die kühle und lokal sehr feuchte Witterung in den kommenden Tagen ist eine sogenannte „Omega-Wetterlage“. Sie heißt so, weil diese auf den Wetterkarten dem griechischen Buchstaben Omega ähnelt:

Der griechische Buchstabe Omega

Dabei wird ein Hoch von zwei Tiefs flankiert, hier am Beispiel für morgen Samstag auf der Europakarte. Das Hoch (H) befindet sich knapp nordwestlich von Irland, die beiden Tiefs (T) bei den Azoren bzw. über Tschechien. Dummerweise ist eine solche Omegawetterlage sehr beständig und kann locker einige Tage, wenn nicht sogar Wochen andauern. Läge das Hoch über Mitteleuropa statt Irland, wäre das ein Garant für feinstes Spätsommerwetter bei uns. Wie gesagt: wäre…

Eine Omega-Lage stellt sich ein. Tief NICK liegt etwa über Tschechien. © ECMWF / UBIMET

Zwischen dem Hoch und dem Tief (namens NICK) strömt bis auf Weiteres nämlich sehr feuchte Luft aus Norden zu den Alpen, die Folge sind große Regenmengen. Hier seht ihr die aufsummierten Niederschlagsmengen von Samstag bis Mittwoch:

Große Regenmengen an der Alpennordseite.

Die größten Niederschlagsmengen erwarten wir entlang der Nordalpen vom Bregenzerwald über das Außerfern, das Karwendel, den Kaiserwinkl und das Salzkammergut bis hin zum Mostviertel. Hier sind in den kommenden Tagen aufsummiert verbreitet 50 bis 90 Liter Regen pro Quadratmeter zu erwarten, in exponierten Staulagen (z.B. Raum Kössen, Salzkammergut) sind auch Regenmengen knapp über 100 l/m² möglich. Deutlich weniger Regen fällt in den südlichen Landesteilen Vorarlbergs, südlich des Inns in Tirol und südlich der Salzach im Salzburger Land. Hier deuten die Wettermodelle lediglich 30-50 l/m² an.

Klimamittel 1991-2020: Neue Zeiten brechen an

Das laufende Jahr (bis zum 17.08.) fällt im Vergleich mit dem „alten“ Klimamittel 1981-2010 österreichweit um 0.5 Grad zu warm aus (Wien sogar 0.6 Grad). Siehe hierzu Grafik 1, die rötlichen Farbtöne dominieren.

Temperaturabweichung 2021 (bis heute) vom Klimamittel 1981-2010 (zum Vergrößern anklicken bzw. -tippen).

Nimmt man aber die neue Klimareferenzperiode 1991-2020, dann wäre das Jahr bislang landesweit sogar leicht zu kühl ausgefallen (-0.1 Grad Anomalie, in Wien exakt +/- 0.0 Grad)! Nun dominieren auf einmal die grauen (neutralen) Farbtöne und die bläulichen, die auf eine negative Anomalie schließen lassen:

Temperaturabweichung 2021 (bis heute) vom Klimamittel 1991-2020 (zum Vergrößern anklicken bzw. -tippen).

Dieser Unterschied zwischen den beiden Referenzperioden spiegelt sich auch in der Juli-Anomalie wider. Österreichweit fiel der Juli gegenüber dem Mittel von 1981-2010 um 1.1 Grad zu warm aus. Im Vergleich zum neuen Mittel schmilzt die Abweichung auf nur noch +0.5 Grad zusammen.

Immer mehr Sommer- und Hitzetage

Kommen wir zu den Hitzetagen, also jenen Tagen mit einer Höchsttemperatur von 30 Grad oder mehr. Die jährliche Anzahl an Hitzetagen hat deutlich zugenommen. Im 1961-1990-Klimamittel waren es im Schnitt noch 3 solcher Tage im Jahr in Bregenz und 11 in Eisenstadt bzw. Sankt Pölten. Im allerneuesten Klimamittel 1991-2020 sind es in Bregenz nun 9, in St. Pölten 19 und in Eisenstadt sogar 21 Tage! Den größten Zuwachs an Hitzetagen zwischen 1961-1990 und 1991-2020 gab es dabei in Graz mit +350% (Zuwachs von 4 auf 18 Hitzetage).

Zahl der Hitzetage (>30 Grad) im Wandel der Klimamittelwerte (zum Vergrößern anklicken bzw. -tippen).
Zahl der Sommertage (>25 Grad) im Wandel der Klimamittelwerte (zum Vergrößern anklicken bzw. -tippen).
Zahl der Sommertage (>25 Grad) im Wandel der Klimamittelwerte (zum Vergrößern anklicken bzw. -tippen).

Frost- und Eistage rückläufig

Völlig konträr verhält sich der Trend bei den Eistagen, also all jenen Tagen mit ganztags weniger als 0 Grad. Deren Anzahl ist in den vergangenen Jahren generell weniger geworden, aber die Unterschiede sind hier etwas geringer als bei den Hitzetagen. Im 1961-1990-Klimamittel waren es noch 37 dieser Tage in Klagenfurt und 19 in Innsbruck. Im allerneuesten Klimamittel 1991-2020 sind es in Klagenfurt nun 27, in Innsbruck 11. Die größte Abnahme zwischen 1961-1990 und 1991-2020 gab es in Innsbruck mit -42%.

Zahl der Eistage (ganztags < 0 Grad) im Wandel der Klimamittelwerte (zum Vergrößern anklicken bzw. -tippen).
Zahl der Frosttage (Tagestiefstwert unter 0 Grad) im Wandel der Klimamittelwerte (zum Vergrößern anklicken bzw. -tippen).
Zahl der Frosttage (Tagestiefstwert unter 0 Grad) im Wandel der Klimamittelwerte (zum Vergrößern anklicken bzw. -tippen).

Am Samstag kräftige Gewitter in Oberösterreich, im Westen viel Regen

Gewitter am Bodensee - pixabay.com / HS-Papillon

Der Blick vom Satelliten auf Europa beweist: Noch  ist es ruhig, in Österreich scheint bei kräftigem Südföhn verbreitet die Sonne und es ist sommerlich warm. Von Spanien über Frankreich bis nach Deutschland lagert aber schon eine Kaltfront (blau) mit dichten Wolken, diese macht sich nun langsam auf den Weg nach Osten (blaue Pfeile):

Aktuelles Satellitenbild von Europa

Im Laufe des Nachmittags bilden sich in Vorarlberg und im Tiroler Außerfern erste kräftige Gewitter, anschließend wird es auch im Rest Nordtirols und am Abend dann auch im Flachgau und Oberösterreich vermehrt gewittrig. Es kann dabei stark regnen und auch größerer Hagel ist im Grenzbereich zu Bayern mit dabei.

Am Abend gehen die Gewitter in Vorarlberg und Tirol in kräftigen Regen über, hier die zu erwartenden Regenmengen bis morgen Nachmittag (inkl. der heutigen Gewitter): Am meisten Regen dürfte rund um den Arlberg zusammenkommen, 30-60 l/m² sind hier locker möglich. Doch auch im übrigen Vorarlberg sowie in Nordtirol und Richtung Hohe Tauern gehen sich 20 bis 40 l/m² aus:

Regenmengen von heute Nachmittag bis Sonntagnachmittag

Nicht zu unterschätzen ist heute die Sturmgefahr an der Alpennordseite. Ausgehend von den Gewittern über Südbayern macht sich nämlich eine sogenannte „Druckwelle“ auf den Weg nach Osten. Schlagartig dreht der Wind ab etwa 20 Uhr in Oberösterreich, ab ca. 21/22 Uhr dann auch in Niederösterreich auf West und frischt mit Böen von 60-80 km/h stürmisch auf! In exponierten Lagen sind sogar Böen bis zu 90 km/h möglich.

Animation der Windböen heute Abend/Nacht

Auf www.uwz.at bleibt ihr immer auf dem Laufenden.

Kräftiger Regen im Westen und Norden

Besonders im Osten Deutschlands sind heute kräftige Schauer und Gewitter unterwegs.

Verantwortlich für die großen Regenmengen sind gleich zwei Tiefs, gut zu sehen auf der heutigen Bodenwetterkarte. Tief HENRI über Polen und ein weiteres namenloses Tief über Westfrankreich lenken feuchte Luft von Südwesten her zu den Alpen.

Bodenwetterkarte für Mittwoch 14 Uhr.

Hier die zu erwartenden Regenmengen, los geht’s in Vorarlberg und Tirol im Laufe des heutigen Nachmittags, Richtung Salzburg, Kärnten und Oberösterreich dann zum Abend hin.

Verbreitet fallen von der Silvretta und den Karawanken hinauf bis zum Mühl- und Waldviertel 30-40 Liter Regen pro Quadratmeter. Noch mehr, nämlich 40-70 l/m² kommen voraussichtlich von den Stubaier Alpen bis zu den Hohen Tauern zusammen.

Regenmengen bis Donnerstag 14 Uhr.

Im Großen und Ganzen dürften sich die Auswirkungen in Grenzen halten, kleinere Bäche können aber in jedem Fall anschwellen und ausufern. Zudem sind in engen Tälern Muren nicht ausgeschlossen!

Abschließend noch die Warnungen, die wir bereits ausgegeben haben:

Warnungen vor Starkregen (Stand: Mi. 11 Uhr).

Auf www.uwz.at bleibt ihr immer auf dem Laufenden!

Quelle Titelbild: pixabay

Am Sonntag heftige Gewitter in Österreich

Unwettergefahr Shelf Cloud

+++ Live-Ticker Ende +++

Die letzten Gewitter und Regenschauer ziehen nun langsam außer Landes und das Wetter beruhigt sich in den kommenden Stunden im ganzen Land wieder. Bereits morgen stehen aber leider wieder die nächsten kräftigen Gewitter auf dem Programm. Hierzu werden wir euch natürlich auf dem Laufenden halten. Ein paar Infos dazu findet ihr hier: Warnlagebericht

Wir bedanken uns auf jeden Fall für das große Interesse und wünschen euch somit noch eine ruhige Nacht! Hiermit beenden wir den Live-Ticker.

+++Update 22:15 Uhr +++

Runde 2 in Wien! Über dem Wienerwald hat sich nochmal ein Gewitter gebildet und dieses zieht in der kommenden Stunde über den Westen der Bundeshauptstadt. Kräftiger Regen sowie Böen von 60 bis 70 km/h sind möglich!

+++Update 21:30 Uhr+++

Der Wienerwald zeigt wieder einmal seinen Einfluss als Wetterscheide. Die zuvor noch kräftige Gewitterlinie zeigt über den Wienerwald deutliche Auflösungserscheinungen (weißer Kreis und weißer Stern: Wien), hingegen der nördliche Teil (schwarzer Kreis) im Weinviertel hat aber weiterhin noch Energie, wo dann noch mit 50 bis 70 km/h Böen zu rechnen ist. Im Mostviertel kommt aber noch ein gewittriger Schauer nach (grüner Kreis):

+++Update 21:00 Uhr+++

Aus Neuhofen an der Krems etwa um 18 Uhr – gut, dass es der Grill überstanden hat, Christian 😉

+++Update 20:45 Uhr+++

Während sich das Wetter in vielen Landesteilen schon wieder beruhigt hat und vereinzelt nur noch Schauer durchziehen, hat es Wien und das Weinviertel noch vor sich. Hier wird in den nächsten Minuten die weiterhin kräftige Gewitterlinie aus Westen eintreffen. Dabei ist mit kleinem Hagel, vor allem aber stürmischen Böen von 50 bis 70 km/h zu rechnen!

+++Update 20:30 Uhr+++

Und weitere Bilder erreichen uns von Klaus Rockenbauer –

aus Langenlois bei Krems, mit einer beeindruckenden shelfcloud:

und aus Fels am Wagram:

+++Update 20:15 Uhr+++

Jetzt wird es langsam wieder interessant für Wien!

In diesem Moment genau über St. Pölten zieht die sich in Niederösterreich gebildete Linie nun weiter nach Nordosten. In deren Vorfeld ist mit stürmischen Böen zu rechnen!

+++Update 20:00 Uhr+++

Sage und Schreibe über 81.000 Blitzentladungen wurden heute schon in Oberösterreich detektiert.

 

Anhand des Blitzverlaufes der letzten 3 Stunden lässt sich auch gut erkennen, dass sich die Gewitter zu zusammenhängenden Clustern verbunden haben,

und dabei nicht nur Hagel brachten, sondern auch für Sturmböen sorgten:

+++Update 19:30 Uhr+++

Weitere beeindruckende Bilder nun von dem Gewittercluster aus Oberösterreich – Quelle: Stormscience Austria

Zu sehen ist die Böenfront, die zB. in Kremsmünster für 108 km/h Sturmböen sorgte.

+++Update 19:20 Uhr+++

Sehr kräftige Neuentwicklung nun im Mariazellerland (weißer Kreis)!

Passen Sie dort entsprechend auf, denn auch hier kann es hageln!
Eine weitere Neuentwicklung deutet sich nun nördlich von Wien an. Auch diese gilt es in den kommenden Minuten zu beobachten!

Radarbild

+++Update 19:10 Uhr+++

VORSICHT nun im nördlichen Waldviertel!

In den kommenden Minuten wird die weiterhin sehr kräftige Gewitterlinie auch das nördliche Waldviertel erreichen. Stellen Sie sich auch dort auf Sturmböen und Hagel ein!

Blitzverlauf

+++Update 19:00 Uhr+++

Stormchaser sind für diensthabende Meteorologen immer sehr wichtig, weil sie uns mit Bilder und Einschätzungen von den Gewittern live vor Ort versorgen. Eine erste Auswahl wollen wir auch mit euch teilen:

Folgende Bilder stammen von Oed bei Amstetten und zeigen die aufziehende Gewitterfront:

Quelle: Klaus Rockenbauer
Quelle: Klaus Rockenbauer
Quelle: Klaus Rockenbauer

+++Update 18:40 Uhr+++

ERHÖHTE VORSICHT jetzt im Mühlviertel!

Im Zuge der sehr kräftigen Gewitterlinien in Oberösterreich ist mit teils schweren Sturmböen und weiterhin auch mit Hagel und Starkregen zu rechnen! Seien Sie vorsichtig!

Kremsmünster meldete zB. 108 km/h, Bad Zell 104 km/h und selbst an der durch die Bebauung etwas geschützten Station in Linz wurden 80 km/h gemessen:

Windböen der letzten 3 Stunden

+++Update 18:25 Uhr+++

England, Frankreich, Benelux, Dänemark, Polen, Tschechien, Deutschland, Schweiz, Italien und besonders Österreich haben derzeit eines gemeinsam: Es gewittert – und das teilweise sehr kräftig!

Blitzverlauf

Beeindruckende, in den Folgen aber gleichermaßen unschöne Bilder erreichen uns zB. aus Bayern:

Oder aus der Schweiz:

Eines sollte man aber tunlichst vermeiden: sich bei aufziehenden Gewittern noch im Freien oder gar auf dem Wasser aufhalten, so wie die Bootsfahrer hier in Berlin kurz vor Eintreffen eines Gewitters!

+++Update 18:05 Uhr+++

ERHÖHTE VORSICHT in Oberösterreich!

Nicht nur in Linz, sondern eigentlich in ganz Oberösterreich ist nun erhöhte Vorsicht geboten! Eine sehr kräftige Gewitterlinie hat sich dort gebildet und zieht weiter nach Nordosten. Hauptgefahren sind Sturmböen, Hagel und Starkregen!

Bringen Sie draußen lose und leichte Gegenstände in Sicherheit und begeben Sie sich selbst in eine geschützte Umgebung, wie etwa das Haus oder das Auto!

Blitzverlauf

+++Update 17:45 Uhr+++

Erst nach Mitternacht sind die letzten Gewitter von gestern aus Niederösterreich und dem Burgenland abgezogen und schon ziehen wieder sehr kräftige Gewitter durch:

 

+++Update 17:15 Uhr+++

VORSICHT im Wechselgebiet!

Das kräftigste Gewitter samt größerem Hagel befindet sich derzeit südöstlich von Mürzzuschlag und zieht nun weiter nach Kirchberg am Wechsel (schwarzer Kreis)!
Aber auch die anderen Gewitter in Österreich sind nicht zu unterschätzen, vielmehr ebenso sehr kräftig! So muss man sich im Hausruckviertel auf kleineren Hagel, aber auch Sturmböen einstellen – Altmünster meldete eben 83 km/h Windböen! Seien Sie vorsichtig!

Radarbild

+++Update 16:45 Uhr+++

Neuentwicklung nun im Mostviertel! (weißer Kreis)
Auch sonst sind in der Steiermark weiterhin noch sehr kräftige Gewitter unterwegs und das ehemals Chiemgauer Gewitter hat inzwischen das Innviertel erreicht.

Radarbild

+++Update 16:30 Uhr+++

Der Satellitenfilm der letzten 2 Stunden zeigt anhand der roten Pluszeichen nicht nur die Gewitter aus diesem Zeitraum, sondern auch deren pilzförmige Wolkenstruktur.

Außerdem kann man daran gut erkennen, dass die Gewitter alle eine West-Ost-Nordost Zugrichtung haben, während der Amboss deren Wolken primär vom Gewitter weg nach Norden gezogen wird. Dies spricht für eine Änderung der Windrichtung mit der Höhe und ist somit ein Anzeichen für langlebige, aber auch kräftige Gewitter!

Satellitenfilm – UBIMET, EUMETSAT

+++Update 15:55 Uhr+++

In Höhen von 12 bis 13 km reichend und ebenfalls sehr intensiv sind die Gewitter in der Steiermark. Das Mürztal entlang ist daher mit Hagel zu rechnen!

Radarbild

+++Update 15:45 Uhr+++

Eine kräftige und vor allem sehr blitzaktive Gewitterzelle zieht derzeit vom Chiemgau nach Nordosten. In der nächsten Stunde ist daher besonders im Flachgau und im Innviertel Vorsicht geboten!

Blitzverlauf

+++Update 15:20 Uhr+++

Im Bezirk Kufstein muss man sich aktuell aufgrund eines kräftigen Gewitters auf Starkregen einstellen! (schwarzer Kreis)

Räumlich kleiner, dafür aber intensiver sind die beiden Gewitter in der Steiermark. Rechnen Sie daher in der Gegend Murau, Judenburg und Zeltweg in den kommenden Minuten mit Hagel! (weißer Kreis)

Radarbild

+++Update 15:10 Uhr+++

ACHTUNG jetzt im Rheintal, speziell in der Bodenseegegend!

Rohrspitz meldete eben einen Gewitter-Outflow von 73 km/h. Achten Sie daher auf leichte Gegenstände draußen und halten Sie Abstand von Bäumen!

+++Update 15:05 Uhr+++

Potential zu Schwergewittern ist heute im Alpenraum auf jeden Fall gegeben. Die Luftmasse bei unseren westlichen Nachbarn in der Schweiz ist eine ähnliche und so kann man an den Gewittern dort bereits abschätzen, was auch in Österreich lokal noch möglich sein wird.

Das Gewitter bei Galgenen in der Schweiz, das sich inzwischen – vor Eintreffen in Vorarlberg – wieder etwas abgeschwächt hat, brachte dort einen beeindruckenden Hagelteppich:

Aber ich anderswo in der Schweiz wird von Hagel berichtet:

+++Update 14:50 Uhr+++

Der aktuelle Blitzverlauf zeigt nicht nur, wo derzeit in Österreich Blitze detektiert wurden, sondern auch, in welche Richtung das Gewitter in den kommenden Minuten mit hoher Wahrscheinlichkeit ziehen wird. So erkennt man, dass derzeit ein Gewitter von der Schweiz aus nach Österreich zieht, es in Tirol, Osttirol, Kärnten und in der Steiermark aber ebenso blitzt:

Blitzverlauf

+++Update 14:30 Uhr+++

Schön langsam nimmt die Gewittertätigkeit Fahrt auf! Neben den bereits erwähnten Gewittern in Vorarlberg geht es nun auch in Nordtirol östlich von Innsbruck sowie rund um die Nockberge los. Grün markiert auf dem aktuellen Radarbild:

Radarbild um 14:15 Uhr

+++Update 14:15 Uhr+++

Hier noch ein Video nach dem schweren Gewitter in der Schweiz. Kurs nach wie vor Richtung Vorarlberg.

+++Update 14:00 Uhr+++

Große Hagelmengen hat die Gewitterzelle in der Ostschweiz hinterlassen:

Quelle: http://mgbuttikon.ch/webcam/live.jpg

+++Update 13:45 Uhr+++

Das Gewitter im Tiroler Oberland zieht nun über das Kaunertal und Pitztal Richtung vorderes Ötztal weiter. Anschließend könnte es auch noch das Oberinntal westl. von Innsbruck erreichen.

Blitze der letzten 3 Stunden.

+++Update 13:30 Uhr+++

Noch ist es freundlich in Feldkirch, am oberen linken Bildrand sind aber schon erste Ausläufer des heftigen Gewitters aus der Schweiz zu sehen. In knapp 60 Minuten trifft es dann im Rheintal ein.

Quelle: https://www.foto-webcam.eu/webcam/feldkirch/

+++Update 13:15 Uhr+++

Vorsicht demnächst im Rheintal in Vorarlberg! Aus der Schweiz nähert sich ein heftiges Gewitter dem Ländle, gut zu sehen an der „Blitzspur“ bei unseren Nachbarn:

+++Update 13:00 Uhr+++

Ein erstes kräftiges Gewitter ist bereits im Tiroler Oberland aktiv, es zieht derzeit über das Oberinntal Richtung Kaunertal.

Radarbild von 13:00 Uhr

+++Update 12:00 Uhr+++

Im Vergleich zu gestern ist die Wetterlage weitgehend unverändert. Im Vorfeld eines Tiefs über dem Ärmelkanal strömt weiterhin feuchte und labil geschichtete Luft nach Österreich.

Im Vorfeld eines Tiefs erreicht gewitteranfällige Luft die Alpen.

+++Update 11:30 Uhr+++

Mit Ausnahme des Tiroler Oberlands sind noch keine Gewitter in Österreich aktiv, das wird sich in den nächsten Stunden aber ändern! Werfen wir auch heute wieder einen Blick auf die Karte mit den zu erwartenden Gewitter-Hotspots (je nach Intensität der Gewitter in orange – rot – violett):

Hier gibt es die größte Gewittergefahr am Sonntag

+++ Übersicht +++

Herzlich willkommen zu unserem Live Ticker am nächsten unwetterträchtigen Tag.

Gleich zu Beginn haben wir für euch zwei wichtige Links:

  • Hier könnt ihr euch mit dem aktuellen Radarfilm selber einen Überblick über die Gewitter und deren Zugbahn verschaffen.
  • Tabellen und Grafiken mit aktuellen Höchstwerten, Blitzentladungen und Regenmengen haben ihr stets auf dieser Seite parat.

Wollt ihr nochmal nachlesen, was gestern alles passiert ist? Hier geht’s lang…

Heftige Gewitter von Vorarlberg bis Niederösterreich am 24.07.2021

+++Update 02:25 Uhr+++

Die Gewitter ziehen jetzt allmählich nach Norden bzw. Nordosten ab, damit beenden wir auch unseren Live-Ticker. Heute Sonntag erwarten uns im Tagesverlauf erneut teils kräftige Gewitter,  der Schwerpunkt der Gewittertätigkeit liegt dabei wieder entlang und nördlich der Alpen. Wir starten mit unseren Newsticker deshalb im Laufe des Vormittags! Vielen Dank fürs Mitlesen, kommt gut durch die Nacht!

Hier noch eine Übersicht über die Niederschlagsmengen der letzten zwei Stunden:

+++Update 01:40 Uhr+++

Blitzspektakel über Wien:

+++Update 01:00 Uhr+++

In diesen Minuten geht es auch in der Bundeshauptstadt mit den Gewittern los! Über dem Südwesten Wiens hat sich eine kräftige Gewitterzelle gebildet. Die Gewitter verlagern sich weiter nordostwärts, sodass demnächst in weiten teilen des Stadtgebietes mit Gewittern samt Starkregen gerechnet werden muss!

+++Update 00:25 Uhr+++

Die Gewitter greifen nun auch auf das südliche Wiener Becken über, auch in der Buckligen Welt und im Mittelburgenland muss man demnächst mit kräftigen Gewittern samt Starkregen rechnen!

+++Update 23:35 Uhr+++

Starke Gewitter ziehen derzeit vor allem in der östlichen Obersteiermark durch, demnächst betroffen ist der Raum Bruck an der Mur, das Mürztal und die Fischbacher Alpen!

+++Update 22:20 Uhr+++

Nachtschwärmer aufgepasst: Die kräftigsten Gewitter sind derzeit in Oberösterreich, Niederösterreich und in der Steiermark unterwegs. Jene Zelle, die an der Station am Wachtberg bei Steyr für sturzflutartigen Regen gesorgt hat, hat sich aber deutlich abgeschwächt. In der zweiten Nachthälfte muss man dann auch im östlichen Flachland verbreitet mit Schauern und Gewittern rechnen. Hier noch das Radarbild von 22:10 Uhr:

+++Update 21:30 Uhr+++

Unglaubliche 62,2 Liter hat es mit dem Durchzug der Gewitter in der letzten Stunde am Wachtberg bei Steyr geschüttet! Damit fiel hier in einer Stunde fast doppelt so viel Niederschlag wie an der zweitniederschlagreichsten Station des heutigen Tages in Bischofshofen….

+++Update 21:10 Uhr+++

ERHÖHTE VORSICHT in Niederösterreich!

Waidhofen an der Ybbs, Scheibs, Wieselburg, Melk, Pöggstall sind aktuell die Bereiche, wo in den nächsten Minuten das derzeit kräftigste Gewitter in ganz Österreich eintreffen wird. Gefahr geht hier immer noch von Hagel, Sturmböen und Starkregen aus!

Radarbild

+++Update 20:50 Uhr+++

Die nahezu uneingeschränkte Sonneneinstrahlung tagsüber und der bisher noch ausbleibende Niederschlag halten die Temperaturen im Osten noch oben, während es nach den Gewittern im Westen des Landes bereits 10 Grad kühler ist:

+++Update 20:40 Uhr+++

VORSICHT in Ober- und Niederösterreich!

Während sich das Wetter im Westen allmählich wieder beruhigt, ist im Salzburger Land, in Oberösterreich und nun auch in Niederösterreich erhöhte Vorsicht geboten. Der Blitzverlauf zeigt eine bereits sehr intensive und sich noch weiter verstärkende Gewitterlinie in Oberösterreich, die nun nach Amstetten und Waidhofen an der Ybbs weiterzieht. Hier ist von Hagel und Sturmböen auszugehen!

Blitzverlauf

+++Update 20:10 Uhr+++

Neue Radarübersicht:

Viele Schauer und Gewitter sind aktuell im Alpenraum unterwegs – die stärksten derzeit im Salzburger Land bzw. auf bayrischer Seite:

+++Update 19:45 Uhr+++

Die kräftigen Gewitter, die zuletzt durch Vorarlberg gezogen sind, brachten einiges an Niederschlag binnen kurzer Zeit. In der nachfolgenden Tabelle sind zwar die Mengen seit Mitternacht angegeben, meist kamen sie aber in der letzten Stunde vom Himmel, wie man sich bei den heftigen Fallstreifen  -aufgenommen von einer webcam in Dornbirn – vorstellen kann:

Fallstreifen über Dornbin – foto-webcam.eu

+++Update 19:15 Uhr+++

Starkes Gewitter der zuvor angesprochenen Linie derzeit in Vorarlberg vom Rheintal her nach Osten ziehend!

Blitzverlauf

Dieses Gewitter brachte auch „Kronkorken-großen“ Hagel in Lustenau:

+++Update 18:50 Uhr+++

Folgende Animation zeigt, wie sich die Ambosse der Gewitterwolken aufgrund der in den oberen Atmosphärenschichten stärkeren Strömung weit nach Nordosten vom Gewitter weg ausbreiten.

Außerdem ist anhand der Einfärbung die Temperatur an der Oberkante der Gewitterwolken abzulesen, was für uns Meteorologen wiederum ein wichtiges Indiz für Hagel ist. Die kräftigen Gewitter in Tirol weisen an ihrer Oberkante Temperaturen von etwa -60°C auf und könnten demnach Hagel beinhalten.

Wolkenanimation mit Blitzverlauf

+++Update 18:30 Uhr+++

Für die Statistik:

Bereits über 3500 Blitze in Tirol, davon einige der Kategorie „sehr stark“ mit über 100.000 Ampere:

+++Update 18:15 Uhr+++

Webcam- oder besser gesagt Sichtweiten-Vergleich:

Kaltenbach – Zillertal um 16:50 Uhr mit bereits dunklen Gewitterwolken:

Quelle: foto-webcam.eu

Kaltenbach – Zillertal um 17:50 Uhr mit Starkregen:

Quelle: foto-webcam.eu

+++Update 18:00 Uhr+++

Inzwischen erreichen uns auch erste Bilder und Videos aus den Gewitterregionen, die wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen:

+++Update 17:45 Uhr+++

Vorsicht ist nun auch geboten in der Bondeseeregion!

Von der Schweiz aus bis nach Schwaben hat sich nun eine Gewitterlinie gebildet. Solche Linien sind bekannt für stürmische Böen, besonders wenn der Wind über „glatten“ Untergrund fegen kann und daher kaum abgeschwächt wird – wie hier über den Bodensee!

Nach Osten ziehende Gewitterlinie

+++Update 17:15 Uhr+++

AUFPASSEN jetzt in Schwaz und Jenbach!

Die ehemalige Innsbrucker Gewitterzelle hat sich gesplittet, der nördliche Teil ist nach München unterwegs (im Radarbild weiß eingekreist) und schwächt sich ab, der südliche hingegen hat sich verstärkt und zieht nach Osten auf Schwaz und Jenbach zu.
Dieses Gewitter ist über 13 km hochreichend und inzwischen sehr kräftig. Gefahr geht daher von größerem Hagel aus!

Radarbild

+++Update 16:30 Uhr+++

AUFPASSEN jetzt in Innsbruck!

Das Gewitter nördlich davon baut nun nach Süden hin an. Es wurden bereits erste Blitze im Umkreis von 5 km zu Innsbruck detektiert.
Im Südwesten ist außerdem ein weiteres Gewitter mit Zugrichtung Innsbruck am Entstehen.

Aktueller Blitzverlauf in Tirol
Radarbild mit Gewitterzellen nördlich und südwestlich von Innsbruck

+++Update 16:15 Uhr+++

Ein Blick weiter nach Westen offenbart die feucht-labilen und somit gewitteranfälligen Luftmassen, die in den kommenden Stunden auch weiter in den Alpenraum strömen.
Im folgenden Blitzverlauf zeigen die Plus-Zeichen die Blitze an, wobei je dunkler, umso älter der Blitz:

Blitzverlauf

+++Update 15:45 Uhr+++

Viel Energie liegt heute in der Luft:
Bei Reutte wurde vorher ein Blitz mit über 100 kA (x1000 Ampere) detektiert. Ab dieser Stromstärke spricht man schon von einem sehr starken Blitz.

Bisher beschränken sich die Gewitter noch auf Tirol. Allerdings sind bereits neue am Entstehen:

Radarbild, UBIMET, AustroControl

+++Update 15:00 Uhr+++

Ein erstes Gewitter hat sich nun nördlich von Landeck gebildet mit Zugrichtung nach Nordosten:

Radarbild, UBIMET, AustroControl

+++Update 14:15 Uhr+++

Vorarlberg und Tirol waren bislang im Sommer nicht allzu oft von Gewittern betroffen. Hier stechen eindeutig Ober- und Niederösterreich, Wien und die Steiermark hervor. Das wird heute (und in den nächsten Tagen) geändert.

Blitzdichte im bisherigen Sommer

+++Update 13:45 Uhr+++

Hohenau an der March hat als erste Station die 30-Grad-Marke geknackt, bis zu 33 Grad werden es heute noch. Beste Voraussetzungen also für heftige Gewitter im Westen!

Die aktuellen Höchstwerte.

+++Update 13:00 Uhr+++

Derzeit kann die Sonne noch verbreitet ungestört die Luft aufheizen, wie der Blick vom Satelliten auf Österreich beweist. Gewitterwolken dagegen schon über Frankreich und Deutschland:

Aktuelles Satellitenbild von Mitteleuropa.
Quelle: EUMETSAT

+++Update 12:30 Uhr+++

Die Großwetterlage ist typisch für die Bildung schwerer Gewitter in Westösterreich. Ein Tief über dem Ärmelkanal schaufelt feuchte und heiße Luft nach Österreich.

Im Vorfeld eines Tiefs erreicht gewitteranfällige Luft die Alpen.

+++Update 12:00 Uhr+++

Noch sind zwar keine Gewitter in Österreich aktiv, das wird sich in den nächsten Stunden aber ändern! Werfen wir einen Blick auf die Karte mit den zu erwartenden Gewitter-Hotspots (je nach Intensität der Gewitter in orange – rot – violett):

Hier gibt es die größte Gewittergefahr am Samstag

+++ Übersicht +++

Herzlich willkommen zu unserem Live Ticker an diesem heißen und gewittrigen Samstag.

Gleich zu Beginn haben wir für euch zwei wichtige Links:

  • Hier könnt ihr euch mit dem aktuellen Radarfilm selber einen Überblick über die Gewitter und deren Zugbahn verschaffen.
  • Tabellen und Grafiken mit aktuellen Höchstwerten, Blitzentladungen und Regenmengen haben ihr stets auf dieser Seite parat.

Hitze und Gewitter: Am Dienstag bis zu 38 Grad und Unwetter

Hitzewelle

Schon wieder heißester Tag des Jahres?

Mit 37,5 Grad in Bad Deutsch-Altenburg wurde am vergangenen Donnerstag die bislang höchste Temperatur des Jahres gemessen, dieser Wert könnte bereits morgen wieder der Vergangenheit angehören. Im Vorfeld eines Höhentiefs über Frankreich erreichen uns nämlich extrem heiße Luftmassen von der Iberischen Halbinsel.

Die Großwetterlage ist auf der folgenden Karte gut zu erkennen:

Die Großwetterlage am Dienstag.

Die Hotspots dürften recht ähnlich wie vergangene Woche das Flachland Niederösterreichs, Wien, das Burgenland und die Südsteiermark sein. In diesen Regionen sind verbreitet Höchstwerte um 35 Grad in Sicht, punktuell gehen sich aber auch 37 oder sogar 38 Grad aus.

Hier die zu erwartenden Höchstwerte am Dienstag:

Die Höchstwerte am Dienstag. Zum Vergrößern der Karte anklicken bzw. -tippen

Heftige Gewitter aus Westen

Im Westen des Landes ist am Dienstag von Hochsommerhitze keine Spur, in Vorarlberg etwa verharren die Temperaturen meist sogar unter der 20-Grad-Marke. Im Übergangsbereich von der kühlen zur sehr heißen Luft kündigen sich im Laufe des Tages zudem heftige Gewitter an! Schon am Vormittag gehen in Nordtirol erste Gewitter nieder, Unwetterpotential ist hier aber noch nicht gegeben. Am Nachmittag und Abend steigt dann auch vom Kaisergebirge bis zum Mühl- und Waldviertel die Gewitterneigung deutlich an, wobei in diesem Streifen mit Sturmböen und großem Hagel gerechnet werden muss. Auch nach Osttirol und Oberkärnten ziehen von Italien her ein paar kräftige Gewitter. Weiter nach Osten zu passiert außer brütender Hitze dagegen gewittertechnisch nichts.

Hier jene Regionen mit der größten Unwettergefahr morgen:

In der Mitte und im Norden am Dienstag kräftige Gewitter.

Schwere Gewitter beendeten Hitzewelle

Sommergewitter - pixabay.com / SturmjaegerTobi

Heißester Tag des Jahres!

Mit 37,5 Grad in Bad Deutsch-Altenburg wurde am gestrigen Donnerstag die bislang höchste Temperatur des Jahres gemessen, der vorherige Spitzenwert von 35,3 Grad in Güssing und Leibnitz wurde damit klar überboten. Es war dies zugleich die höchste Temperatur in Österreich seit rund zwei Jahren. Hotspots waren gestern eindeutig Wien, das östliche Niederösterreich sowie das Nord- und Mittelburgenland mit mehr als 35 Grad. Zeitgleich wurden am westlichen Ende Österreichs in Bregenz lediglich 18 Grad registriert. Eine solch große Temperaturspanne zwischen dem Westen und dem Osten des Landes ist im Sommer extrem selten.

Im Osten gab es verbreitet einen Hitzetag (> 30 Grad, rot markiert)

Heftige Gewitter im Großteil Österreichs

Im Vorfeld sowie mit Durchzug einer Kaltfront von Westen her gingen dann jedoch teils heftige Gewitter nieder, seit gestern wurden rund 106.000 Blitze am Himmel über Österreich gezählt. Fast 40.000 Entladungen entfielen dabei auf Niederösterreich, gut 30.000 auf Oberösterreich. Mit 20.000 Blitzen auf Rang 3 liegt die Steiermark. Auch in Wien wurde es vergangene Nacht gewittrig, in der Bundeshauptstadt wurden immerhin 300 Blitze gezählt.

Blitze am Donnerstag.
Blitze am Freitag.

Mit den Gewittern kam es auch zu Sturmböen, wie zum Beispiel in Obervellach (Kärnten, 75 km/h) oder Limberg (Niederösterreich, 86 km/h). Besonders in der Eisenwurzen, im Oberen Murtal sowie im Grazer Bergland kam es lokal auch zu größerem Hagel. In Vorarlberg waren indes eher die großen Regenmengen ein Thema, 60-70 Liter pro Quadratmeter sind rund um das Rheintal in den vergangenen 24 Stunden zusammengekommen. Im Osten sorgten die Gewitter zumindest für eine geringe Linderung der extremen Trockenheit, 2-5 l/m² fielen im Großraum Wien.

24-stündiger Niederschlag bis Freitagfrüh.

Wochenende ruhiger

Das Wochenende verläuft deutlich ruhiger, wenngleich leicht unbeständig. Am Samstag scheint verbreitet die Sonne und mit 23 bis 31 Grad wird es auch sommerlich warm. Mit Annäherung eines Tiefs entstehen am Nachmittag und Abend über den Bergen Vorarlbergs und Tirols ein paar Schauer und Gewitter. Der Sonntag startet in Tirol, Salzburg und Oberösterreich bewölkt mit schauerartigem Regen, tagsüber kommt das Tief weiter nach Osten voran. Hier bilden sich nach einem freundlichen Start einige Schauer und Gewitter – Unwetterpotential besteht aber nicht und mit 22 bis 30 Grad bleibt es angenehm warm.

Neue Woche startet sehr heiß – später Unwettergefahr

Zu Beginn der neuen Woche stellt sich zunächst eine föhnige Südströmung ein, mit der die Temperaturen wieder deutlich ansteigen. Am Montag gibt es an der Alpennordseite schon bis zu 36 Grad, die 30-Grad-Marke wird aber fast überall geknackt. Der Dienstag bringt dem Osten noch einmal große Hitze mit rund 35 Grad, im Westen ist es mit Regen dagegen schon 15-20 Grad kühler. Aus heutiger Sicht drohen tagsüber aber wieder heftige Gewitter!

Knapp 40 Grad und schwere Gewitter am Donnerstag

Extreme Hitze im Osten

Bereits gestern haben wir an dieser Stelle über die anstehende Hitzewelle berichtet, heute manifestieren sich die heißen Aussichten. Heute und morgen gibt es bereits Höchstwerte um 35 Grad, am Donnerstag steht dann der heißeste Tag des bisherigen Jahres an!

Hier eine Übersicht der zu erwartenden Höchstwerte, violette Flächen = über 35 Grad:

Die Höchstwerte am Donnerstag

Der absolute Julirekord von 39,7 Grad in Dellach bleibt wohl unangetastet, an manchen Stationen im Osten bewegen wir uns aber in die Nähe der Rekorde.

Hier einige ausgewählte Temperaturrekorde für den Juli im Norden und Osten, es könnte durchaus vereinzelt neue Bestmarken geben:

Station Julirekord (Jahr)
Wien Hohe Warte 38,3 Grad (1957)
St. Pölten 39,0 Grad (1957)
Linz 38,0 Grad (1950)
Eisenstadt 38,7 Grad (2007)
Krems 38,8 Grad (2019)
Wiener Neustadt 38,1 Grad (2007)

Heftige Gewitter beenden Hitze

Die Hitze geht leider nicht geräuschlos zu Ende. Am Nachmittag entstehen von Vorarlberg bis Salzburg immer mehr Schauer und teils heftige Gewitter, in den Abendstunden besteht dann vom Tiroler Unterland bis zum Waldviertel erhöhte Unwettergefahr. Zu befürchten sind besonders im violetten Bereich der folgenden Karte
  • starker Regen mit bis zu 50 l/m² in kurzer Zeit
  • Sturmböen von 70 bis 90 km/h
  • großer Hagel mit rund 5 cm Durchmesser

Gewittergefahr am Donnerstag.

Trockenheit im Osten wird gelindert

Freitagnacht erreichen die Schauer und Gewitter auch den Osten, hier wir die seit Wochen andauernde Trockenheit zumindest etwas gelindert. Wie dramatisch die Lage ist, zeigt die Karte der Waldbrandgefahr für Donnerstag. Violett bedeutet eine extrem hohe Gefahr!

Extrem hohe Waldbrandgefahr derzeit im Osten.

Die Trockenheit ist hier seit Sommerbeginn Anfang Juni präsent, in Wien fehlen derzeit rund 90% jenen Regens, der sonst vom 1.6. bis zum heutigen Tag fällt. Somit sind wir auf Kurs des trockensten Sommers der Wiener Messgeschichte. Ähnlich sieht es in Eisenstadt aus (-89%).

Der Sommer verlief bislang in weiten Teilen des Landes zu trocken.

 

Drittwärmster Juni der Messgeschichte

Im Vergleich zum Mittel von 1981 bis 2010 schließt der Juni 2021 im Flächenmittel mit einer Abweichung von +3,3 Grad deutlich zu warm ab. Sogar rund 4 Grad zu warm fällt der zurückliegende in einem Streifen vom Wipptal über das Salzburger Land bis zum Alpenostrand aus. Eine Spur geringer, aber mit +3 Grad gegenüber dem Durchschnitt noch immer beachtlich geht der Juni im Waldviertel sowie in von Vorarlberg bis Oberkärnten in die Geschichtsbücher ein. Alles in allem reiht sich der Juni 2021 in den Rekordlisten ziemlich weit vorne ein. Die Plätze 1 und 2 waren zwar mit den Juni-Monaten 2019 und 2003 unerreichbar, hinter uns liegt nichtsdestotrotz der drittwärmste Juni seit Messbeginn 1767. Der Trenz zu einem immer wärmeren Klima setzt sich also unvermindert fort, befinden sich doch in den Top 10 der wärmsten Juni gleich 8 aus den 2000er- Jahren.

Der Juni war landesweit viel zu warm.

Verhaltener Start – heiße 2. Halbzeit

Verantwortlich für diesen deutlich zu warmen Monat war eine ausgeprägte Hitzewelle, die das Land in der zweiten Monatshälfte fest im Griff hatte. Andau im Seewinkel kommt auf 14 Tage mit Temperaturen von mehr als 30 Grad, 10 waren es in Wien und Innsbruck. In einem durchschnittlichen Juni der vergangenen Jahrzehnte gibt es in diesen beiden Städte nur 4 bzw. 6 solcher sogenannten Hitzetage. Selbst in Mariapfarr (Salzburg) und Flirsch (Tirol) auf über 1100 Metern Seehöhe kletterte die Temperaturen zumindest einmal über die 30-Grad-Marke. Den absoluten Höchstwert teilen sich indes Güssing und Leibnitz mit 35,3 Grad. Dabei erinnerte zu Monatsbeginn relativ wenig an den startenden Sommer, froren doch höhere Tallagen wie Seefeld und Radstadt bei leicht frostigen Nachttemperaturen.

Anzahl der Hitzetage mit mehr als 30 Grad im Juni

Verbreitet zu trocken

Die Schattenseiten der Hitzewelle war die markante Trockenheit, die vor allem im Osten rekordverdächtige Ausmaße annahm. Landesweit fehlen gut 40 Prozent Regen auf eine ausgeglichene Niederschlagsbilanz, von Salzburg und Kärnten ostwärts beträgt das Defizit sogar vielerorts 70 bis 90 Prozent. In Wien beispielsweise sind im Juni nicht mehr als 8 Liter pro Quadratmeter gefallen – in einem durchschnittlichen Juni sind es 70 l/m². Damit liegt in der Bundeshauptstadt der trockenste Juni der Messgeschichte hinter uns. Noch weniger Regen fiel lokal im Nordburgenland.

Deutlich zu trocken: Der Juni 2021.

Schwere Unwetter beenden Hitze

Die Hitzewelle ging in den vergangenen Tagen mit schweren Gewittern zu Ende, diese sorgten vor allem in einem Streifen vom Flachgau bis ins nördliche Weinviertel für erhebliche Schäden durch Hagel, Starkregen und Sturm. In diesen Regionen kamen teilweise über 100 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen, an der Spitze aller Wetterstationen liegt Kollerschlag mit 165 l/m². Wenig überraschend ist der Grenzbereich zu Bayern und Tschechien in Ober- und Niederösterreich auch die einzige Region im Land, die überdurchschnittliche Regenmengen aufweist. Auch hier liegt das Mühlviertel mit einem Plus von 60 bis 80% an der Spitze.

Sonne macht Überstunden

Passend zum heißen Wetter speziell in der zweiten Monatshälfte machte auch die Sonne im Juni zahlreiche Überstunden. Die meisten Sonnenstunden wurden in Mörbisch am Neusiedler See gemessen, 384 Stunden bedeuten im Schnitt fast 13 Stunden an jedem einzelnen Tag. Im landesweiten Mittel steht am Ende des Monats bei den Sonnenstunden ein sattes Plus von knapp 50 Prozent im Vergleich zum langjährigen Mittel. Exemplarisch hierbei sei Bad Mitterndorf genannt: statt wie üblich 177 Sonnenstunden konnte man im obersteirischen Kurort in diesem Juni 288 Sonnenstunden zählen, das Plus beträgt hier rund fast 70 Prozent.

Der Osten war wieder einmal die sonnigste Region Österreichs

Quelle Titelbild: pixabay

Bis zu 37 Grad: Juni endet extrem heiß

Heißer Start in die Woche

Zu Wochenbeginn erfassen aus Südwesten noch wärmere Luftmassen das Land: Am Montag gibt es bei viel Sonnenschein schon Höchstwerte bis zu 35 Grad. Lokale Hitzegewitter sind vorerst nur ganz vereinzelt im Bergland zu erwarten, erst am späten Abend nimmt die Gewitterneigung auch im Bodenseeraum zu.

Höchstwerte am Montag. Zum Vergrößern Antippen / Anklicken

Noch eine Spur heißer wird es dann am Dienstag, besonders im Südosten sind Spitzenwerte bis zu 37 Grad in Sicht. Damit dürfte der bisherige Jahreshöchstwert von 35,3 Grad in Leibnitz am 24. Juni ziemlich sicher wieder überboten werden.

Höchstwerte am Montag. Zum Vergrößern Antippen / Anklicken

Der österreichweite Juni-Hitzerekord ist aber sicher nicht in Gefahr. Er liegt bei 38,6 Grad, gemessen am 20. Juni 2013 in Waidhofen an der Ybbs in Niederösterreich.

Allerdings kommen wir mit dem heißen Monatsende schon nah dran an die Rekorde, was die Anzahl der Hitzetage (Tage mit mehr als 30 Tage) betrifft. Zum Beispiel Linz: In einem durchschnittlichen Juni der letzten 30 Jahre gab es hier rund 3 Hitzetage, heuer dürften es am Ende deren 10 sein. Nur einer weniger als im Rekordjuni 2019.

mittlere Anzahl Hitzetage 1991-2020

Juni 2021 (inkl. Prognose)

Hitzetage Rekord Juni

Eisenstadt

4

10

11 (2000 + 2017)

Klagenfurt Flughafen

4

11

12 (2006 + 2019)

St. Pölten

4

11

14 (2019)

Linz

3

10

11 (2019)

Salzburg Flughafen

3

7

8 (1935 + 2019)

Graz Universität

4

9

12 (2003)

Innsbruck Universität

6

12

17 (2019)

Bregenz

2

5

10 (2019)

Wien Hohe Warte

4

10

12 (2019)

Heißer Juni 2021

Der Juni wird somit wenig überraschend mit einer Temperaturabweichung von mehr als +3 Grad zum Mittel als einer der 5 wärmsten Junimonate der Messgeschichte abschließen. Der erste und der zweite Platz sind definitiv außer Reichweite, denn 2019 und 2003 war der Juni noch deutlich heißer. Der Juni 2021 bestätigt damit den Trend der vergangenen Jahre.  Die Top 10 der wärmsten Juni-Monate sind stark von den 2000er-Jahren dominiert:

  1. 2019
  2. 2003
  3. 2017
  4. 1811
  5. 2002
  6. 1822
  7. 2007
  8. 2012
  9. 2018
  10. 2008

Neuerlich Gewitter

Am Dienstag lässt der Hochdruckeinfluss langsam nach, damit nimmt die Schauer- und Gewitterneigung von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich im Tagesverlauf zu. Entlang der Nordalpen zeichnen sich lokal auch kräftige Gewitter mit Starkregen und Hagel ab. Im Süden und Osten bleibt es hingegen weitgehend trocken. Der Mittwoch verläuft dann mit Ausnahme des äußersten Südens verbreitet unbeständig mit Schauern und Gewittern, wobei die kräftigsten Gewitter im zentralen Bergland und im Südosten zu erwarten sind. Die Temperaturen gehen etwas zurück und liegen zwischen 19 Grad im Bregenzerwald und 34 Grad von Unterkärnten bis ins Südburgenland.

Der Juli startet am Donnerstag meist mit durchschnittlichen Temperaturen für die Jahreszeit, eine weitere Hitzewelle ist vorerst also nicht in Sicht.

 

Gewitter brachten 300.000 Blitze, Sturm und Starkregen am Sonntag

Überblick

Wie beenden nun den heutigen Liveticker. Aktuell sind in Nordbayern und Thüringen noch einige Gewitter unterwegs, die im Laufe der zweiten Nachthälfte weiter nordwärts ziehen. Örtlich kommt es dabei weiterhin zu Starkregen und mitunter auch zu stürmischen Böen.

In Summe gab es am Sonntag von 0 bis 24 Uhr mehr als 300.000 Blitzentladungen!

Blitzdichte am Sontag, 20. Juni 2021.

Update 23:55

Vorlaufend zur Gewitterlinie in Nordbayern haben sich nun auch in Thüringen vorlaufende Gewitter entwickelt. In der kommenden Stunde ziehen auch in der Oberpfalz und im Vogtland Gewitter auf.

Update 22:10

Die Gewitter in Bayern haben in der vergangenen Stunde für ergiebige Regenmengen in kurzer Zeit gesorgt, anbei ein paar Messungen:

  • 31 mm Feuchtwangen-Heilbronn
  • 31 mm Gollhofen
  • 28 mm Simmershofen-Adelhofen
  • 26 mm Dinkelsbühl-Oberwinstetten

Update 21:50

Eine ausgeprägte Gewitterlinie hat sich nun über Bayern entwickelt und zieht rasch nordwärts. Vorsicht vor schweren Sturmböen und Starkregen!

Update 22:25

Die stärksten Gewitter befinden sich aktuell in einer Linie von Würzburg über Ansbach bis Ingolstadt. Es besteht weiterhin die Gefahr von schweren Sturmböen, Hagel und Starkregen!

Update 22:05

Anbei die gemessenen Spitzenböen in der vergangenen Stunde:

  • 78 km/h Rheinstetten
  • 77 km/h Waibstadt
  • 75 km/h Stuttgart-Echterdingen

Örtlich gab es auch wieder ergiebige Regenmengen in kurzer Zeit, wie etwa in Ellwangen-Rindelbach (B-W) mit 19 Liter pro Quadratmeter. Der Schwerpunkt der Gewitter verlagert sich nun nach Franken.

Update 21:40

Anbei ein paar Bilder aus dem Südschwarzwald:

Update 21:10

Anbei die bisherigen Spitzenböen in Deutschland:

  • 87 km/h Weilheim-Bierbronnen
  • 81 km/h Kandern-Gupf
  • 65 km/h Laupheim

Dazu gab es örtlich große Regenmengen in kurzer Zeit wie etwa 31 Liter pro Quadratmeter in Villingen-Schwenningen.

Update 19:45

Nun hat es auch in Bayern ausgelöst. Ein Gewitter nimmt aktuell Kurs auf Augsburg!

Radarbild 19:30 Uhr, UBIMET, DWD

Update 19:15

Eine erste Gewitterlinie ist bereits von der Schweiz aus nach Baden-Württemberg hereingezogen samt Starkregen, Hagel und Sturmböen. Eine zweite, organisierte, noch giftigere Gewitterfront erreicht Freiburg in diesen Augenblicken:

Blitze – je dunkler, umso älter – Stand 17:05 Uhr, UBIMET, DWD
Radar mit Zugrichtung, Stand 17:05 Uhr, UBIMET, DWD

Update 19:00

Shelfcloud, die über den Bodensee zog:

Update 17:30

Es erreichen uns erste Aufnahmen aus der Schweiz, von wo aus die Gewitter nun allmählich auf Baden-Württemberg übergreifen:

Einleitung

Werfen wir zunächst einen Blick auf die Großwetterlage – rasch erkennen wir, dass Deutschland derzeit im Vorfeld mehrerer Tiefs vor Westeuropa liegt. Dabei wird sehr heiße und zunehmend feuchte Luft herangeführt – so auch heute(Karte ist für Sonntag 14 Uhr gültig):

Großwetterlage am Sonntag.

Am Sonntag ziehen die Gewitter der Nacht im Norden rasch Richtung Dänemark ab und für ein paar Stunden beruhigt sich das Wetter.

Aktuelle Wettersituation anhand eines Satellitenbildes (EUMETSAT,UBIMET)

Gegen Abend erreichen dann aber die derzeit noch über Katalonien und Südfrankreich liegenden Gewitter von Südwesten her die Bundesrepublik. Dabei kann es wirklich wild zugehen mit:

  • Böen von 100-120 km/h
  • Starkregen von 30-60 l/m² in kurzer Zeit
  • Hagel von bis zu 5 cm im Durchmesser

Selbst Tornados sind nicht ausgeschlossen!

Hier seht ihr die Animation des Radars in 3-Stunden-Schritten von Sonntagmittag bis Montagfrüh:

Radar-Animation für Sonntagnachmittag und -abend.

Abschließend hier noch einmal die Übersicht der größten Unwettergefahr am Sonntag. Wie schon erwähnt, ist ab den späten Nachmittagsstunden der gesamte Südwesten betroffen (violetter Bereich). Abends und in der Nacht zum Montag rücken dann mehr und mehr die Mitte und der Norden in den Fokus.

Die größte Unwettergefahr herrscht im Südwesten.

Samstagnacht: Blitzspektakel und Starkregen

In der Nacht auf Sonntag zog ein großräumiger Gewitterkomplex über den Westen und Norden hinweg und sorgte über Nacht für ein regelrechte Blitzspektakel. So wurden allein seit Mitternacht rund 200.000 Blitzentladungen registriert.

Dazu gab es anfangs  im Saarland und Rheinland-Pfalz auch noch Sturmböen, beachtlich waren aber auch die großen Regenmengen in kurzer Zeit.

Am Donnerstag im Westen erste heftige Gewitter möglich

Die Wetterlage:

Morgen befindet sich eine langgezogene Luftmassengrenze von Spanien über Frankreich bis zur Nordsee, zu erkennen auf der Bodenwetterkarte an den roten Halbkreisen und den blauen Dreiecken. An der Luftmassengrenze bilden sich die beiden Tiefs STEFAN und THANANONT.

Bodenwetterkarte für Donnerstag 14 Uhr MESZ

Im Vorfeld der beiden Tiefs wird sehr heiße Luft aus dem Mittelmeerraum bzw. Nordafrika nach Deutschland gelenkt, verbreitet werden über 30 Grad erreicht. Da und dort gibt es sogar Spitzenwerte von rund 35 Grad:

Die Höchstwerte am Donnerstag.

Die nahe Luftmassengrenze lenkt aber auch etwas feuchtere und labil geschichtete Luft in den Westen Deutschlands. Somit bilden sich am Nachmittag und Abend vom Münsterland bis zum Saarland erste, teils schon kräftige Gewitter.

In der Folgenacht gibt es dann in den gleichen Regionen ausgehend von Frankreich Belgien die nächste Runde an kräftigen Gewittern!

Am Nachmittag und Abend steigende Gewittergefahr!

Quelle Titelbild: Storm Science Austria

Die erste Hitzewelle des Sommers startet

Thermometer mit Hitze über 30 Grad - Adobe Stock

Hitzewelle beginnt heute im Westen

Schon am Montag gab es mit Imst und Lienz zwei Wetterstationen, die die 30-Grad-Marke knapp knacken konnten. Am heutigen Dienstag bekommen diese beiden Orte Gesellschaft, in Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Oberkärnten dürften die nächsten 30er dazukommen. Hotspot ist heute wieder einmal das Inntal, hier klettern die Temperaturen schon auf bis zu 32 Grad. Etwas kühler, mit 24 bis 28 Grad aber ebenfalls sommerlich, präsentiert sich die Osthälfte des Landes.

Ab Mittwoch überall heiß

Am morgigen Mittwoch erfasst die heiße Luft den Großteil Österreichs, dann beginnt auch im östlichen Flachland offiziell die erste Hitzewelle des Jahres. Die 30 Grad werden dann in jedem Bundesland erreicht. Die absolut höchsten Temperaturen kündigen sich dabei mit rund 32 Grad im Inntal an. Auch an den beiden Folgetagen hält das stabile Hochsommerwetter an. Hitzegewitter beschränken sich am Nachmittag meist auf das westliche und südwestliche Bergland, mit den Temperaturen geht es weiter bergauf. Am Donnerstag gibt es an der föhnigen Alpennordseite schon bis zu 33 Grad, am Freitag zwischen Traunviertel und Tullnerfeld sogar 34 Grad.

Wochenende: Hotspot Osten – Gewitter im Westen

Am Wochenende sickert in die Westhälfte des Landes vorübergehend feuchtere und gewitteranfälligere Luft ein, sodass sich die größte Hitze mehr in den Osten verlagert. So startet der Samstag im Westen schon mit ein paar Schauern und Gewittern, diese werden am Nachmittag etwa westlich von Linz und Villach mehr und können heftig ausfallen. Zudem wird es hier mit 25 bis 30 Grad vorübergehend nicht mehr so heiß. Im Osten dagegen bilden Hitzegewitter die Ausnahme, zudem steigert sich hier die Hitze. Somit ist im östlichen Flachland bei rund 35 Grad ordentlich Schwitzen angesagt.

Bereits am Sonntag wird die Zufuhr heißer Luft aus Südwesteuropa im gesamten Land schon wieder stärker. Verbreitet liegen die Höchstwerte dann zwischen 30 und 35 Grad, noch eine Spur heißer wird es mit rund 36 Grad im östlichen Flachland. Aus heutiger Sicht steht am Montag der Höhe- und zugleich Endpunkt der Hitzewelle bevor: Im Osten erwärmt sich die Luft im Vorfeld einer Kaltfront noch einmal auf 36 oder gar 37 Grad, letztere beendet mit schweren Gewittern von Westen her aber die knapp einwöchige Hitzewelle.

Hier noch die erwarteten Temperaturverläufe für Wien

Die Hitze in Wien.

Innsbruck

In Innsbruck startet die Hitzewelle.

…und Klagenfurt:

Auch in Klagenfurt wird es zunehmend heiß.

Österreich-Rekord außer Reichweite

Mit 38,6 Grad im Jahre 2013 hält Waidhofen an der Ybbs den Temperaturrekord für den Monat Juni. Diese Bestmarke dürfte nach derzeitigem Stand nicht erreicht werden, für einzelne Stationsrekorde v.a. im Osten des Landes dürfte es knapp werden. So steht auf der Hohen Warte in Wien noch immer der Juni-Rekord von 36,5 Grad anno 1857, dieser könnte am Höhepunkt der kommenden Hitzewelle knapp geknackt werden. Selbiges gilt beispielsweise für Eisenstadt.

Mai endet wechselhaft und frisch

Festgefahrene Lage

Von wenigen sommerlichen Tagen in der ersten Monatshälfte abgesehen dominieren in diesem Mai 2021 in Österreich kühle Luftmassen, Grund hierfür ist rege Tiefdruckaktivität über dem Atlantik und der Nordsee. Diese Tiefs lenken wiederholt feuchte und frische Meeresluft heran, ein stabiles Frühlingshoch musste man in diesem Monat bislang vergeblich suchen. Somit ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass der heurige Mai im Vergleich zum langjährigen Mittel derzeit bei einer Abweichung von -2 Grad hält.

Rund 2 Grad zu kalt: Der Mai 2021! Bild zum Vergrößern anklicken.

Einen ähnlich kalten Mai erlebten wir zuletzt vor zwei Jahren. Davor muss man aber schon ins Jahr 1991 zurückblicken, um einen noch kälteren Mai zu finden. Das Schicksal eines zu kalten Mai teilen wir übrigens mit weiten Teilen Mittel- und Westeuropas, wie nachfolgende Karte belegt (zu kalt = blau, zu warm = rot).

Vielerorts in Europa war der Mai bislang zu kalt (blaue Farbtöne). Bild zum Vergrößern anklicken.

Kaltfront am Donnerstag – Höhentief am Wochenende

Am Donnerstag überquert uns die Kaltfront des Tiefs NATHAN von West nach Ost mit Regenschauern, im Süden sind am Nachmittag auch Gewitter mit dabei. Die 20-Grad-Marke wird nur noch von Unterkärnten bis ins Südburgenland erreicht, sonst kühlt es schon wieder spürbar ab. Mit Hoch WALTRAUD stellt sich am Freitag vorübergehend zwar wieder freundlicheres und mit bis zu 23 Grad im Inntal auch wieder wärmeres Wetter ein, das Wochenende bringt aber bereits das nächste sogenannte Höhentief. Wo sich dieses ganz genau positionieren wird, ist derzeit noch mit größeren Unsicherheiten behaftet. Fest steht jedoch, dass die Temperaturen mit meist 13 bis 20 Grad gedämpft bleiben und Regenschauer unser steter Begleiter sein werden.

Erholung im Juni?

Derzeit deuten die Wettermodelle auch zu Beginn der neuen Woche und somit des meteorologischen Sommers auf keine signifikante Erwärmung hin. Im weiteren Verlauf der Woche steigen aber aus heutiger Sicht immerhin die Chancen auf Temperaturen wieder mal deutlich über der 20-Grad-Marke an. Wie schnell der Wandel von einem frischen Mai hin zu hochsommerlicher Hitze vollzogen werden kann, beweist der Blick zurück ins Jahr 2019. Der Mai fiel bekanntlich um fast 3 Grad zu kalt aus, ähnlich wie heuer pendelten die Höchstwerte im letzten Maidrittel lediglich zwischen 10 und 20 Grad. Im Juni gab der Sommer aber plötzlich Vollgas, keine zwei Wochen nach dem Monatswechsel gab es 30 Grad. Im weiteren Verlauf des Junis wurden dann sogar Rekorde mit bis zu 38 Grad aufgestellt. Wir sehen: Bei passender Wetterlage kann es sehr schnell gehen.

Quelle Titelbild: foto-webcam.eu

Premiere: Die 30 Grad kommen!

30 Grad in Sicht - AdobeStock

Bis dato halten Kleinzicken und Güssing (beide Südburgenland) mit je 26,9 Grad noch immer den absoluten Höchstwert im laufenden Jahr. Beachtlich hierbei ist, dass diese Temperatur bereits am 01. April gemessen wurde. Im Mai wurden bisher gut 25 Grad in Bad Gleichenberg als Maximum verzeichnet.

Doch das ändert sich in den kommenden Tagen! Der Blick auf die morgige Bodenwetterkarte exemplarisch auch für den Wochenbeginn verrät dem geneigten Leser, wohin die Reise geht. Im Vorfeld von Tief HUBERTUS vor Irland wird sehr warme Luft aus Nordafrika Richtung Alpen gelenkt (roter Pfeil).

Die Großwetterlage am Sonntag.

Bereits am morgigen Sonntag sind die 30 Grad nicht völlig ausgeschlossen, so etwa im Montafon, in Nordtirol oder auch im Flachgau.

Deutlich wahrscheinlicher werden sie dann am Montag: Aus heutiger Sicht liefern sich dann die Regionen vom Unterinntal über den Flachgau, das Salzkammergut, die Voralpen Ober- und Niederösterreichs bis hin zum Tullnerfeld ein Rennen um den ersten 30er anno 2021.

Die prognostizierten Höchstwerte am Montag.

Bereits im April möglich

30 Grad im Frühjahr sind eine Seltenheit, doch bereits ab Mitte April möglich. In allen Bundesländern mit Ausnahme von Kärnten wurden die frühesten 30-Grad-Tage im April verzeichnet. Dabei hat die Stadt Salzburg die Nase vorne, hier wurden schon am 17. April 1934 30,0 Grad gemessen und damit hält die Mozartstadt schon seit über 80 Jahren den Österreich-Rekord. Der Zeitpunkt des ersten Hitzetages liegt allerdings im langjährigen Durchschnitt je nach Region erst zwischen Anfang und Mitte Juni.

Übersicht des Termins für den „Ersten 30er“ seit 2010:

Jahr Erster 30er des Jahres
2021 voraussichtlich am 10. Mai
2020 23. Mai
2019 03. Juni
2018 20. April
2017 19. Mai
2016 22. Mai
2015 05. Mai
2014 21. Mai
2013 13. Juni
2012 27. April
2011 24. Mai
2010 25. Mai

 

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Wann fallen die 30 Grad?

Bereits im April möglich

30 Grad im Frühjahr sind eine Seltenheit, doch bereits ab Mitte April möglich. In allen Bundesländern mit Ausnahme von Kärnten wurden die frühesten 30-Grad-Tage im April verzeichnet. Dabei hat die Stadt Salzburg die Nase vorne, hier wurden schon am 17. April 1934 30,0 Grad gemessen und damit hält die Mozartstadt schon seit über 80 Jahren den Österreich-Rekord.

Meist erst im Juni

Der Zeitpunkt des ersten Hitzetages liegt allerdings im langjährigen Durchschnitt je nach Region erst zwischen Anfang und Mitte Juni. Dabei machte sich in den letzten Jahren die Klimaerwärmung deutlich bemerkbar. In der Stadt Salzburg zum Beispiel gab es den ersten 30er in den 1990er Jahren im Mittel am 12. Juni, im letzten Jahrzehnt hingegen schon durchschnittlich am 1. Juni.

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Seehöhe wichtiger Faktor

Aufgrund der Seehöhe sind Hitzetage oberhalb von etwa 800 Meter auch im Hochsommer eine Seltenheit und können an einer Hand abgezählt werden. Bei extremen Hitzewellen kann die Temperatur aber sogar noch in 1.500 Meter Höhe über die 30 Grad steigen. So liegt der Temperaturrekord in Galtür (T, 1587 m) bei 31 Grad (gemessen am 6. Juli 1957) oder in Flattnitz (K, 1442 m) bei genau 30 Grad (27. Juli 1983).

Heuer Premiere am 10. Mai

Die Temperaturen steigen in den kommenden Tagen deutlich an und erreichen frühsommerliche Werte um 25 Grad, der erste Hitzetag dürfte sich in Österreich am Montag an der Alpennordseite ausgehen.

Neue Rekorde an Frosttagen im April

Raureif

Im langjährigen Mittel (betrachtet werden dabei die Jahre 1981-2010) gibt es im April in Deutschland meist eine einstellige Anzahl an Frostnächten. Gut zu sehen auf der ersten Grafik. So sind es in Hamburg und Berlin 3 Nächte mit weniger als 0 Grad, in Köln gar nur eine Nacht.

Durchschnittliche Anzahl an Frosttagen im April.

Nicht nur in Deutschland waren die vergangenen 25 Tage deutlich zu kalt, die negativen Abweichungen reichen von Island bis zum Balkan (bläuliche Farben auf Europa-Karte):

Quelle: http://www.karstenhaustein.com/reanalysis/gfs0p5/ANOM2m_europe/ANOM2m_pastMTH_europe.html

Aufgestellt wurden in der Bundesrepublik zahlreiche Rekorde, zum Teil auch bei Wetterstationen mit einer langen Messreihe. Wir haben hier mal alle neuen Rekorde (überboten oder zumindest eingestellt) von Stationen aufgelistet, die eine Messreihe von mehr als 70 Jahren haben:

Station Anzahl Frosttage April 2021 bisheriger April-Rekord (Jahr) Messungen seit…
Merklingen 21 18 (2010) 1949
Hechingen 19 16 (1982) 1947
Fulda 17 17 (1991) 1949
Buchen 17 15 (2015) 1935
Augsburg 17 15 (1982) 1947
Weingarten 16 16 (1997) 1946
Rothenburg/Tauber 14 14 (1956) 1947
Cölbe 14 12 (1997) 1946
Weilerswist-Lommersum 14 14 (1954) 1937
Baden-Baden 14 10 (1997) 1949
Schotten 13 11 (1970) 1949
Müllheim 13 10 (1997) 1947
Rheinstetten 12 11 (1958) 1948
Wuppertal 11 11 (1954) 1937
Gießen 11 11 (1997) 1939
Freiburg 11 10 (2017) 1949
Bernburg/Saale 11 11 (1958) 1898
Worms 10 9 (2020) 1936
Trier 10 10 (1977) 1948
Essen 8 8 (1958) 1938

1-2 Frostnächte kommen zu obiger Bilanz noch bis zum Ende des Monats am Freitag hinzu, v.a. die kommende Nacht wird wieder verbreitet leicht frostig.

Kommende Nacht Supermond zu sehen

Morgen am Dienstag in der Früh gibt es den größten Vollmond des Jahres, nur rund 357.000 Kilometer entfernt von der Erde befindet sich der Mond dann. Im Durchschnitt beträgt die Distanz zwischen Erde und Mond knapp 30.000 Kilometer mehr, nämlich 384.000 Kilometer. Grund für diese Ungleichheit ist die nicht kreisrunde, sondern leicht elliptische Umlaufbahn des Mondes um die Erde, gut zu sehen auf der folgenden Grafik. Somit ist uns der Mond mal näher, mal ferner.

Die Mondumlaufbahn

Alle 4 Wochen erreicht der Mond auf dieser Ellipse seinen erdnächsten Punkt – auch Perigäum genannt. Wenn dieser Termin mit dem Termin des Vollmonds zusammenfällt, spricht man von einem Supermond. Ganz allgemein erscheint der Mond beim Perigäum größer am Nachthimmel, in Summe um rund 7% gegenüber der „durchschnittlichen“ Distanz. Mit bloßem Auge lässt sich das aber kaum unterscheiden, dazu müsste man schon 2 Monde nebeneinander am Himmel zum Vergleich haben. Der Unterschied zwischen einem Vollmond in erdnächster zu einem Vollmond in erdfernster Position beträgt verhältnismäßig etwa so viel wie zwischen einer 1- und 2-Euro-Münze.

Vollmond bei Erdferne (Apogäum, links) und Erdnähe (Perigäum, rechts)

Was man dagegen sehr wohl wahrnehmen kann: Ein Supermond ist deutlich heller als ein „normaler“ Vollmond und zwar um bis zu 30%. Besonders deutlich spürbar ist dieser Effekt auf dem Land, abseits menschlicher Lichtquellen.

Quelle Titelbild: pixabay

Halbzeitbilanz Frühling 2021

Markant war in diesem Frühjahr bisher die Trockenheit. Wirklich kräftige Tiefs mit viel Niederschlag blieben weitgehend aus, demzufolge weist die Regen- und Schneebilanz zur Halbzeit ein dickes Minus auf. Konkret sind über ganz Österreich betrachtet bis dato nur 57% jenes Niederschlags gefallen, wie üblicherweise in der 1. Frühlingshalbzeit. Besonders trocken war das Frühjahr seit 1. März im Süden, Südosten und Osten. In Mallnitz (Kärnten) z.B. beträgt das Minus sogar 81%, d.h. nur 19% der Norm ist hier zusammengekommen.

Der Frühling verlief bis dato viel zu trocken.

Rückblickend betrachtet steuern wir damit dem trockensten Frühling seit mindestens 20 Jahren entgegen. In der nachfolgenden Grafik sind die Abweichungen (jeweils des gesamten Frühlings) seit dem Jahr 2000 aufgetragen. Ähnlich trocken wie heuer war es nur im Vorjahr sowie 2003.

Die Niederschlagsabweichungen im Frühling seit 2000.

Kommen wir zu den Temperaturen: Ende März bzw. Anfang April gab es ja einen kräftigen Wärmeschub mit frühsommerlichen Temperaturen, davor und auch danach wieder jedoch markante Kaltluftvorstöße. Folglich bilanziert die Temperatur zur Halbzeit ziemlich ausgeglichen, es gibt keine großen Abweichungen nach oben oder unten. Tendenziell war es im Bergland des Westens und Südwestens etwas zu kühl, nach Südosten zu etwas zu mild.

Durchschnittlich präsentieren sich die Temperaturen im Mittel.

Auch hier schauen wir auf die vergangenen 20 Jahre: Unspektakulär sind die Abweichungen wie erwähnt 2021, gab es doch in der Vergangenheit schon Frühlinge mit Abweichungen von teils +2 Grad (2007 + 2018). Generell fällt auf, dass seit 2000 kaum noch markant zu kalte Frühjahre auftraten, fast immer war es zu warm.

Die Temperaturabweichungen im Frühling seit 2000.

Der Frühling 2021 dauert aber ja noch eineinhalb Monate, da kann noch viel passieren!

April zeigt uns weiter die kalte Schulter

Später Schnee im Frühling ist keine Seltenheit.

Exemplarisch für die mittlerweile herrschenden Temperaturen steht der gestrige Dienstag. Um 6,6 Grad zu kalt im Vergleich zum langjährigen Mittel verlief dieser über das ganze Land betrachtet, die blaue Farbe auf folgender Grafik – sie zeigt die Abweichungen gestern – spricht Bände.

Deutlich zu kalt war der gestrige Dienstag.

In ähnlicher Tonart ging es dann vergangene Nacht weiter. Zweistellige Minusgrade Mitte April sind selbst in den Alpentälern nicht alltäglich, Lech am Arlberg wachte bei eisigen -12 Grad auf!

Frostig kalt verlief die Nacht nicht nur im Bergland.

Warum ist es nun derzeit so kalt? Der Grund ist wie so oft auf der Bodenwetterkarte des DWD zu finden. Hoch QUEEN erstreckt sich von Großbritannien bis Schweden – das bringt uns aber herzlich wenig. Zwischen dem Hoch und Tief XANDER über Osteuropa strömt nämlich seit Wochenbeginn sehr kühle und feuchte Luft heran.

Die Wetterlage ist derzeit festgefahren.

Nun die noch schlechtere Nachricht: In dieser Tonart geht es auch bis Ende der Woche weiter, gut zu sehen an der Temperaturentwicklung für Wien bzw. Graz. Normal zu dieser Jahreszeit wären Höchstwerte von rund 16 Grad, da hinken wir doch deutlich hinterher mit oft nur 8-11 Grad.

Die frustrierenden Aussichten bis Montag.

Diese wiederholt kühle Wetterphase (eine gab es ja schon vergangene Woche) hat zur Folge, dass der April Stand jetzt zu kalt ausfallen würde. -1,2 Grad beträgt derzeit das Defizit österreichweit, der letzte derart unterkühlte April liegt knapp 20 Jahre zurück (2001 und 2003)!

Der April 2021: Mittlerweile unterdurchschnittlich temperiert.

Quelle Titelbild: pixabay

Kaltfront brachte Temperatursturz um knapp 20 Grad

Schnee im Frühling - pixabay.com

Zu Beginn eine Animation der Höchstwerte im Vergleich von gestern zu heute. Besonders massiv ist der Rückgang der Temperaturen vom Weinviertel bis ins Südburgenland und die Südsteiermark ausgefallen, wo ja zu Wochenbeginn noch der Frühling mit bis zu 20 Grad herrschte.

Höchstwerte gestern und heute im Vergleich

Hier jene Orte bzw. Wetterstationen mit dem markantesten Temperatursturz. Auf der Hohen Wand am Alpenostrand gab’s gestern noch T-Shirt-taugliche 16,8 Grad, heute früh dann Schneefall und nur noch -2,5 Grad. Macht fast 20 Grad Absturz!

Station Höchstwert gestern Temperatur heute Früh Rückgang von…
Hohe Wand 16,8°C -2,5°C -19,3 Grad
Puchberg 18,1°C 0,7°C -17,4 Grad
Pottschach 19,7°C 2,4°C -17,3 Grad
Mattersburg 19,7°C 2,4°C -17,3 Grad
Seibersdorf 20,0°C 2,8°C -17,2 Grad
Mönichkirchen 14,4°C -2,6°C -17,0 Grad
Aspang  18,6°C  1,7°C -16,9 Grad
Gutenstein  16,1°C  -0,7°C -16,8 Grad
Hollenthon 15,9°C -0,8°C -16,7 Grad
Besonders in den Alpen gab es planmäßig einige Zentimeter Neuschnee, hier die Mengen seit Mitternacht. Schwerpunkte waren Tirol, Salzburg und Kärnten. Auf den Bergen sind hier 20-40 cm Neuschnee dazugekommen, in den Tälern stechen Langen am Arlberg mit 20 cm und Ramsau mit 15 cm hervor.
Neuschneemengen seit Mitternacht

In Summe liegen im Bergland teils beachtliche Mengen für Mitte April:

Gemessene Schneehöhen am Dienstagmorgen

Abschließend noch ein paar winterliche Impressionen quer verteilt über Österreich:

Tannheim:

Neuschnee im Tannheimertal

Innsbruck:

Neuschnee in Innsbruck

Großraum Villach:

Neuschnee in Kärnten

Bucklige Welt:

Neuschnee in der Buckligen Welt

Quelle Titelbild: pixabay

Bis zu 25 Grad – Frühsommer im März kommt!

Frühsommer im März

Der Sonntag präsentiert sich nach Durchzug einer Kaltfront noch leicht wechselhaft mit dichten Wolken im Südosten und zeitweiligem Sonnenschein im Rest des Landes. Die Temperaturen präsentieren sich dabei noch halbwegs der Jahreszeit entsprechend, sie steigen auf 9 bis 17 Grad. In der neuen Woche sorgt dann Hoch NICOLE nicht nur für einige Tage mit viel Sonnenschein, auch die Temperaturen klettern Stück für Stück nach oben. Am Montag werden bereits milde 15 bis 22 Grad erreicht, wobei die höchsten Werte im Inntal beheimatet sein erden. Vergleichsweise kühl bleibt es noch in höheren Lagen des östlichen Berglandes. Am Dienstag und am Mittwoch wird es sogar noch wärmer, mit 18 bis 24 Grad erinnert einiges an den Frühsommer. Selbst 25 Grad sind möglich, per Definition ein Sommertag. Das war in einem März zuletzt vor vier Jahren der Fall (26 Grad in Bischofshofen). 2021 sind heiße Kandidaten hierfür am Mittwoch Landeck, Imst und Innsbruck.

Hier die erwarteten Höchstwerte in den Landeshauptstädten am Mittwoch (zum Vergrößern bitte anklicken bzw. -tippen):

Zur Einordnung: Jetzt Ende März liegen die durchschnittlichen Höchstwerte in den Landeshauptstädten eigentlich bei 10 bis 15 Grad.

Rekord außer Reichweite

Der Rekord für den Monat März bleibt aber trotz der außergewöhnlich hohen Temperaturen kommende Woche unangetastet. Dieser ist schon ein Weilchen her und stammt aus dem Jahre 1977, damals wurden in Gumpoldskirchen 27,5 Grad gemessen, knapp gefolgt von Eisenstadt mit 27,4 Grad. Der März ist dabei einer der wenigen Monate, dessen Rekord aus grauer Vorzeit stammt und noch immer hält, die meisten Monatsrekorde wurden in Zeiten des Klimawandels seit der Jahrtausendwende zum Teil mehrmals nach oben geschraubt.

Kräftige Abkühlung zu Ostern

Auch am Gründonnerstag, dem 1. April, hält das frühsommerlich anmutende Wetter noch an, über Deutschland rückt aber schon eine markante Kaltfront näher. Sie erreicht den Alpenraum in der Nacht auf Karfreitag. Die Temperaturen stürzen verbreitet um 10 bis 15 Grad ab und in den Nordalpen sinkt die Schneefallgrenze aus heutiger Sicht auf rund 600 m ab. Das Osterwochenende gestaltet sich voraussichtlich unbeständig und frisch, auch wenn die genaue Wetterentwicklung noch mit größeren Unsicherheiten behaftet ist.

Hier die Entwicklung der Temperatur in rund 1500 m Höhe in den nächsten 10 Tagen (für Temperatur im Flachland rund 15 Grad addieren):

Historie: Ostern alles möglich

Das Wetter zu Ostern fällt von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich aus: Einerseits befinden sich in der Übergangsjahreszeit in Nordeuropa oft noch sehr kalte Luftmassen, welche bei passender Großwetterlage bis nach Österreich gelangen. Andererseits gibt es bei einer südlichen Strömung in Zusammenspiel mit dem bereits hohen Sonnenstand im April auch schon sommerliche Tage mit Werten über 25 Grad. Selbstredend spielt auch das unterschiedliche Datum von Ostern eine gewichtige Rolle beim Osterwetter.

Schaut man sich die Osterfeste der vergangenen 30 Jahre an, so sticht einem sofort 2013 ins Auge. Ein massiver Kaltlufteinbruch hat damals pünktlich zum Fest für winterliche Verhältnisse mit Schneefall bis in tiefe Lagen gesorgt. In den östlichen Nordalpen gab es 20 bis 30 cm Schnee, aber selbst im Flachland fiel im Norden und Osten etwas Nassschnee. Im südlichen Mostviertel kam es sogar zu Stromausfällen durch umgestürzte Bäume. Dass Ostern wettertechnisch auch ganz anders ausfallen kann, zeigt ein Blick auf das Jahr 2000: Bei Temperaturen bis zu 29 Grad in Salzburg gab es verbreitet Sommerwetter im April. Auch 2009 und 2011 konnte man bei Temperaturen über 20 Grad die Osterneste getrost im T-Shirt suchen.

Quelle Titelbild: pixabay

Massiver Sandsturm erfasst Peking

Verantwortlich für den schweren Sandsturm war ein Tief, das nördlich der chinesischen Hauptstadt vorbeigezogen ist. Gut zu sehen sind sowohl das Tief als auch die bräunliche Schleppe aus feinem Wüstensand auf dem folgenden Satellitenbild. Der Sand stammt aus der Wüste Gobi, im Frühjahr sind Sandstürme in dieser Region recht häufig. Dass Peking (rot eingekreist) allerdings so stark getroffen wird, war zuletzt vor 10 Jahren der Fall.

Satellitenbild von Ostasien gestern Montag (zum Vergrößern anklicken)

Wir haben die besten Fotos und Videos für euch zusammengestellt:

Mittlerweile ist der Sandsturm aber weiter nach Osten gezogen, die Lage in Peking hat sich wieder deutlich entspannt:

Quelle Titelbild: Twitter

Die Zugvögel kommen zurück

Storch @ https://pixabay.com/users/alexas_fotos-686414/

Welche Vögel kommen zuerst zurück?

Im Frühling verlassen die Zugvögel sukzessive ihre Winterquartiere im Süden Europas und in Afrika und machen sich auf die Reise zurück nach Mittel- und Nordeuropa. Einer der frühesten Rückkehrer ist dabei für gewöhnlich der Kiebitz. Er verlässt oft schon im Februar die Iberische Halbinsel und macht sich auf den Weg nach Norden. Im März folgen dann beispielsweise die Singdrossel und der Weißstorch. Im April werden Jahr für Jahr Kuckuck und Mauersegler hierzulande wieder heimisch. Im Sommerhalbjahr profitieren die Zugvögel in Mittel- und Nordeuropa neben dem großen Nahrungsangebot auch von der langen Taghelligkeit. Diese wird ausgiebig für die Futtersuche genutzt, wodurch das Aufziehen der Jungvögel erleichtert wird.

Mehrere Störche sind bereits zurück in Mitteleuropa. © http://www.isny.tv/

Ursachen des Vogelzugs

Die wichtigste Ursache für die jährliche Reise der Vögel ist das bereits erwähnte jahreszeitlich verschiedene Nahrungsmittelangebot in Europa. Dies gilt sowohl für Insekten- als auch für Pflanzenfresser. Beide finden zwischen Oktober und März in den mittleren und hohen Breiten kaum mehr Nahrung vor. Der Grund hierfür liegt wiederum in den klimatischen Gegebenheiten vor Ort. Zusätzlich verspürt jeder Zugvogel einen „inneren Drang“ sein Winterquartier aufzusuchen. Sowohl die Flugrichtung als auch die Flugdauer sind genetischen Ursprungs und angeboren.

Guter Orientierungssinn

Zugvögel besitzen einen inneren Kompass und orientieren sich auf vielfältige Art und Weise. Zum einen nutzen sie das Erdmagnetfeld und wissen somit immer, in welche Himmelsrichtung sie fliegen müssen. Zum anderen bildet der nächtliche Sternenhimmel (besonders kleinere Vögel bevorzugen es, nachts zu fliegen) einen guten Anhaltspunkt für den Schwarm. Zu guter Letzt nutzen Zugvögel markante Punkte auf der Erdoberfläche als Orientierungshilfe. Dieser ausgeprägte Orientierungssinn macht Reisen von mehreren tausend Kilometern möglich.

Vogelzugrouten @ https://www3.hhu.de
Vogelzugrouten @ https://www3.hhu.de

Vogelflug in Zeiten des Klimawandels

Die Erderwärmung wirkt sich auch auf das Verhalten der Zugvögel aus. So gibt es einige Arten (Star, Kiebitz, Hausrotschwanz…), die angesichts immer milderer Winter hierzulande überwintern. Wieder andere Zugvögel verlängern im Herbst den Aufenthalt in Mitteleuropa und kehren immer früher im Jahr zurück. Studien gehen davon aus, dass das Zugsystem Europa-Afrika (mit derzeit fünf Milliarden Vögeln) beispielsweise noch im laufenden Jahrhundert verschwinden könnte.

 

Live-Karte von mit Sendern ausgestatteten Störchen:

https://blogs.nabu.de/stoerche-auf-reisen/

 

Zahlreiche Storchen-Webcams:

http://www.storchenelke.de/storchen_webcams.htm

 

Titelbild @ https://pixabay.com/users/alexas_fotos-686414/

Februar 2021: viel zu warm und zu trocken

Frühling und Winter kämpfen gegeneinander.

Warmer Start, kalte Mitte, extremes Ende

Verglichen mit dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 bilanziert der Februar 2021 mit einer Abweichung von rund +2,5 Grad deutlich zu warm. Auch der Vergleich zum neuen Klimamittel 1991-2020 fällt eindeutig zu Gunsten des Februars 2021 aus, wenngleich mit einem etwas geringeren Abstand. Die größten Abweichungen gab es im Bergland, Ehrwald schließt den Monat über 4 Grad zu warm, selbiges gilt für die Rudolfshütte und den Schöckl. Zu kalt war der Februar nirgends, am ehesten entsprachen die Temperaturen im Nordosten (Laa an der Thaya und Retz) noch dem Klimamittel.

Viel zu mild war der Februar (zum Vergrößern klicken bzw. tippen).

Dass der Februar am Ende keine Spitzenplatzierung einnimmt, verhinderte eine deutlich zu kalte Periode zwischen dem 11. und 15. des Monats. In diesem Zeitraum wurden auch die tiefsten Temperaturen des Monats gemessen: Auf bis zu -23,7 Grad kühlte es in St. Jakob im Defereggental ab, unterhalb von 1000 Metern lag der Kältepol mit -19,2 Grad in Schoppernau. Noch eisiger war es im Hochgebirge: Am Dachstein wurde mit -29,4 Grad die österreichweit tiefste Temperatur des ganzen Winters gemessen.

Diese Kältephase wurde aber von einem sehr milden Monatsauftakt und einem noch extremeren Monatsende in den Schatten gestellt. Bereits zu Beginn des Februars gab es bis zu 18 Grad in Feldkirch, in den letzten Tagen des Monats wurden dann reihenweise Rekorde gebrochen. 42 Wetterstationen verteilt über ganz Österreich haben ihren Rekord eingestellt bzw. gebrochen, willkürlich ausgewählte Beispiele sind Bregenz, Wien und Zwettl.

Vielfach zu trocken, Ausreißer Südwesten

In Punkto Niederschlag endet der letzte Wintermonat deutlich zu trocken, rund ein Drittel weniger Regen und Schnee verzeichneten die heimischen Wetterstationen. Dabei ergeben sich bei genauerer Betrachtung aber erhebliche lokale Unterschiede. Vom Arlberg über die gesamten Nordalpen hinweg bis in die Wachau fällt das Niederschlagsdefizit markant aus, exemplarisch hierfür stehen Imst mit -85%, Saalbach und Mürzzuschlag mit je -80% und St. Pölten mit -85% im Vergleich zum langjährigen Mittel von 1981-2010. Der totale Kontrast ergibt sich beim Blick in den Süden und Südwesten der Republik. Ein einziges Italientief zu Monatsbeginn brachte in Osttirol und Kärnten nahezu den gesamten heurigen Februarniederschlag – und dieser fiel nicht zu knapp aus: Am Weißensee kommen im Februar normalerweise rund 37 l/m² zusammen, heuer waren es mit 92 l/m² fast dreimal so viel. Auch Döllach und Mallnitz weisen doppelt so viel Niederschlag wie im Durchschnitt auf.

Insgesamt ein zu trockener Monat.

Sonne macht fast überall Überstunden

Passend zum beständigen Hochdruckwetter v.a. in der zweiten Monatshälfte mit Nebel und Hochnebel in den Niederungen, oft aber strahlendem Sonnenschein in sowie auf den Bergen präsentiert sich auch die Bilanz der Sonnenscheindauer. Nahezu in ganz Österreich schien die Sonne häufiger als im langjährigen Mittel, meist liegen die Abweichungen bei +20 bis +40 Prozent. Einzig im Flachland des Nordostens hinken die Sonnenstunden im ablaufenden Monat dem Soll etwas hinterher, Poysdorf beispielsweise weist ein Defizit von knapp 20 Prozent auf. Ganz anders dagegen das Bild auf den heimischen Gipfeln: Auf der Kanzelhöhe in Kärnten schien die Sonne bis dato schon 189 Stunden lang, 141 Stunden sind es hier im langjährigen Mittel im gesamten Februar. Damit ist die Station hoch über dem Ossiacher See die absolut sonnigste in ganz Österreich. Bei den bewohnten Orten hat Lienz mit 184 Sonnenstunden die Nase vorne.

Viele Sonnenstunden im Bergland.

Extremwerte Februar 2021 (Bundesland, Tag des Auftretens) Stand: Sonntag, 28.02.2021, 10:00 Uhr

Höchste Temperaturen

  • 22,6 Grad Köflach (ST, 23.)
  • 22,3 Grad Deutschlandsberg (ST, 23.)
  • 21,9 Grad Berndorf (NÖ, 26.)
  • 21,7 Grad Güssing (B, 24.)
  • 21,6 Grad Reichenau/Rax (NÖ, 25.)

Tiefste Temperaturen Hochtäler

  • -23,7 Grad St. Jakob im Defereggental (T, 14.)
  • -23,2 Grad Lech/Arlberg (V, 14.)
  • -22,7 Grad St. Leonhard im Pitztal (T, 14.)
  • -22,6 Grad Flattnitz (K, 13.)
  • -22,5 Grad Galtür (T, 14.)

Tiefste Temperaturen unter 1000 m Seehöhe

  • -19,2 Grad Schoppernau (V, 14.)
  • -18,9 Grad Weißensee (K, 15.)
  • -18,6 Grad Reutte (T, 13.)
  • -18,5 Grad Litschau (NÖ, 15.)
  • -18,1 Grad Summerau (OÖ, 15.)

Anzahl Frosttage (Tiefstwert kleiner 0 Grad)

  • 28: Lienz, Schmirn, St. Leonhard im Pitztal, Obergurgl, St. Jakob im Defereggental, Kals, Galtür, Sillian (alle T), Mürzzuschlag, Aflenz, Neumarkt, Turnau (alle ST), Mallnitz (K)
  • 27: Tamsweg, St. Michael im Lungau, Bad Gastein, Rauris, Böckstein, Radstadt, Bad Hofgastein, Mariapfarr (alle S), Weißensee, Flattnitz (beide K), Pichl, Seckau, Oberwölz (alle ST), Seefeld, Holzgau, Unterwindau (alle T)
  • 25: Flirsch, Imst, Kirchdorf in Tirol, Nauders (alle T), Semmering, Lunz am See (beide NÖ), Lech/Arlberg (V), Taxenbach, Saalbach, St. Johann/Pongau, Zell/See, St. Veit/Pongau (alle S), Rottenmann, Murau, Zeltweg, Gröbming, Bad Mitterndorf (alle ST)

Anzahl Eistage (Höchstwert kleiner 0 Grad)

  • 10: Allentsteig, Retz (beide NÖ)
  • 9: Weitra, Litschau (beide NÖ)
  • 6: Laa/Thaya, Schöngrabern, Raabs/Thaya, Irnfritz (alle NÖ), Wolfsegg (OÖ)

Nasseste bewohnte Orte

  • 200 Liter pro Quadratmeter Loibl (K)
  • 112 Liter pro Quadratmeter Alberschwende (V)
  • 92 Liter pro Quadratmeter Weißensee (K)

Trockenste Orte

  • 3 Liter pro Quadratmeter Hochzirl (T), Leoben (ST)
  • 5 Liter pro Quadratmeter Prutz (T)
  • 6 Liter pro Quadratmeter Jenbach (T)

Absolut sonnigste bewohnte Orte

  • 182 Sonnenstunden Lienz (T)
  • 179 Sonnenstunden Seckau, Zeltweg (beide ST)
  • 175 Sonnenstunden Preitenegg (K)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 93 km/h Wien-Unterlaa (W, 04.)
  • 90 km/h Wiener Neustadt (NÖ, 04.)
  • 89 km/h Reichenau/Rax (NÖ, 11.)

Stärkste Windspitzen Berge

  • 113 km/h Buchberg (NÖ, 04.)
  • 112 km/h Jauerling (NÖ, 04.)
  • 104 km/h Wien-Jubiläumswarte (W, 04.)

Quelle Titelbild: pixabay

April im Februar: Noch bis Freitag extrem warm

Falscher Monat?

Momentan erleben wir eine extrem warme Wetterphase, die am gestrigen Dienstag mit 22,6 Grad in Köflach ihren vorläufigen Höhepunkt fand. Dies bedeutete hier einen neuen Temperaturrekord, selbiges gelang seit Wochenbeginn schon unter anderem Bregenz, Dornbirn sowie Ramsau am Dachstein. Auch auf den Bergen herrschen aktuell außergewöhnlich hohe Temperaturen, stellten doch der Brunnenkogel und der Jauerling ebenfalls neue Bestmarken für die höchste je gemessene Temperatur in einem Februar auf.

Wie ungewöhnlich die derzeitigen Tageshöchstwerte sind, zeigt ein Vergleich mit den Frühlingsmonaten April und Mai. Jetzt Ende Februar bewegen sich die Höchstwerte im langjährigen Mittel eigentlich zwischen 4 und 8 Grad. 13 bis 17 Grad sind die durchschnittlichen Höchsttemperaturen im April, um die 20 Grad am Nachmittag sind eigentlich sogar erst im Mai normal.

Noch bis Freitag extreme Wärme

Das kräftige Hoch namens ILONKA bleibt uns auch noch heute, morgen und am Freitag erhalten. Die Folge sind vielerorts strahlender Sonnenschein, Nebel und Hochnebel in der ersten Tageshälfte weichen meist bis Mittag der Sonne. In der Atmosphäre gibt es immer noch einiges an Saharastaub, sodass der Himmel anstelle von tiefblau oftmals weißlich schimmert. Die Temperaturen bleiben nichtsdestotrotz auf einem ungewöhnlich hohen Niveau. Je nach Nebelauflösung steigen sie auf meist 10 bis 20 oder sogar 21 Grad. Somit wackeln vereinzelt weitere Monatsrekorde.

Hier die prognotizierten Höchstwerte für den morgigen Donnerstag (zum Vergrößern anklicken bzw. -tippen):

Höchstwerte am Donnerstag.

Erst in der Nacht auf Samstag erfasst Österreich von Nordosten her kühlere Luft.

Abkühlung, neues Hoch

Der Temperaturrückgang Freitagnacht verläuft in Summe ziemlich unspektakulär, Regen oder gar Schnee bleiben bis weit in die kommende Woche Mangelware. Am Samstag klettern die Temperaturen noch auf rund 6 bis 15 Grad, somit kühlt es doch verbreitet um einige Grad ab. Eine ähnliche Temperaturspanne hat der Sonntag zu bieten. Selbst das ist für die letzten Tage des meteorologischen Winters aber noch deutlich zu mild, ruft man sich die 4 bis 8 Grad in Erinnerung, die zu dieser Jahreszeit angemessen wären. Zum Start in den meteorologischen Frühling am Montag setzt sich im Alpenraum das nächste Hoch in Szene, die kommende Woche verspricht somit wieder viel Sonne. Die Temperaturen nähern sich im Laufe der Woche schon wieder der 20-Grad-Marke an. Ein Wintereinbruch ist jedenfalls weit und breit nicht in Sicht.

Pollenflug

Begünstigt durch das trockene und sehr warme Wetter der vergangenen Tage befinden sich Hasel und Erle in den Niederungen bereits in Vollblüte, die Pollenkonzentrationen beider Arten sind in den Niederungen mäßig bis hoch. Begünstigt sind hierbei noch die höheren Lagen sowie schneebedeckte Täler. Auch in den kommenden Tagen ist – trotz vorübergehender Abkühlung – mit verstärktem Pollenflug samt Auswirkungen auf Allergiker zu rechnen.

Quelle Titelbild: pixabay

Rund 50 l/m²: Kräftiger Regen im Süden

Auf der Bodenwetterkarte sieht man gut das Tief TRISTAN mit seinen beiden Zentren. Während TRISTAN I in Deutschland für Ungemach sorgt, ist für unser Wetter TRISTAN II über Norditalien entscheidend. Von Süden erreicht uns nämlich feuchte Luft, gleichzeitig sickert sehr kalte Luft bodennah in den Norden Österreichs.

Die Bodenwetterkarte für Sonntag, 13 Uhr.

Hier die Niederschlagsmengen von heute Nacht bis Montagfrüh. Schwerpunkt wie so oft in diesem Winter Osttirol und Oberkärnten, 30-40 l/m² kommen hier verbreitet zusammen. Noch mehr werden es im Lesach- und Gailtal sowie generell in den Karnischen Alpen mit teils bis zu 70 l/m²! Für Schnee ist es jedenfalls in den Tälern zu mild, erst oberhalb von 1200 bis 1600 m schneit es.

Gravierende Auswirkungen sollte der Regen aber nicht haben, die üppige Schneedecke im Südwesten saugt vieles davon wie ein Schwamm auf. Dort, wo der Schnee Gullys etc. verdeckt, sind aber kleinräumige Überschwemmungen möglich.

Niederschlagsmengen bis Montagfrüh.

Zweiter Fokus liegt morgen auf dem Norden und Nordosten. Wie eingangs erwähnt trifft dort tagsüber langsam kältere Luft ein, in der Höhe bleibt es indes noch sehr mild. Somit muss man bis zum Nachmittag in erster Linie im Waldviertel mit gefrierendem Nieseln aus dem Hochnebel rechnen, zum Abend hin sowie in der Nacht regnet es dann auch Richtung Wien und Weinviertel vorübergehend gefrierend mit entsprechender Glättegefahr! Die Animation zeigt die Wetterzustände im Loop zwischen Sonntag 13 Uhr und Montag 07 Uhr.

Regen=BlauSchnee=GrünGefrierender Regen=Rot

Niederschlagsform von Sonntagnachmittag bis Montagfrüh. Regen=blau, Schnee=grün, gefrierender Regen=rot

 

Rückblick Jänner: Lokal viel Schnee

Der Jänner 2021

Zweiteilung der Temperaturen

Die Temperaturen im Jänner 2021 entsprechen im landesweiten Flächenmittel nahezu exakt dem Durchschnitt von 1981 bis 2010, allerdings gab es bei näherer Betrachtung ausgeprägte Unterschiede zwischen West und Ost. So gab es östlich der Linie Lavanttal-Flachgau verbreitet überdurchschnittliche Temperaturen mit Abweichungen zwischen +1 und +2 Grad. Die größte positive Abweichung überhaupt wurde in Kleinzicken mit +2,8 Grad zum langjährigen Mittel verzeichnet. In Vorarlberg sowie vom Kaiserwinkl über den Pongau bis in die Weststeiermark waren die Temperaturen meist durchschnittlich. Ganz anders das Bild vom Arlberg über den Pinzgau bis nach Osttirol und Oberkärnten: Hier war es im Jänner vielerorts 1 bis 3 Grad kälter als im langjährigen Mittel. Besonders in den Tallagen in Osttirol wurde die Kaltluft Dank der überdurchschnittlichen Schneelage an Ort und Stelle produziert, so war Lienz (-3 Grad Abweichung) der relativ kälteste bewohnte Ort im vergangenen Monat.

Die Temperaturabweichungen im Jänner (Grafik anklicken bzw. -tippen zum Vergrößern.

Monatsrückblick in Zeiten des Klimawandels

In diesem Jahr findet erstmals das neue Klimamittel von 1991 bis 2020 seine Anwendung. Am Beispiel des heurigen Jänners zeigt sich dabei gleich eindrucksvoll der Trend zu einem immer wärmer werdenden Klima in den vergangenen Jahren. Vergleicht man nämlich den Jänner 2021 mit dem bisher gültigen Klimamittel (1981-2010), so bilanziert der Monat wie eingangs beschrieben nahezu ausgeglichen temperiert. Im Vergleich zum noch älteren Klimamittel 1961-1990 war der Monat sogar rund 1 Grad zu warm. Stellt man den Jänner 2021 aber in Relation zum neuesten Klimamittel, so fiel der zurückliegende Monat sogar etwas zu kalt aus.

Viel Neuschnee im Süden und Westen

Ein Italientief sorgte gleich zu Beginn des Monats wieder einmal im Süden und Südwesten für große Niederschlagsmengen, bis zu knapp einem Meter Neuschnee fiel in Osttirol und Oberkärnten. Während hier im weiteren Verlauf des Monats vorübergehend wieder Ruhe einkehrte, kamen zur Monatsmitte auch die westlichen Nordalpen zu ihrem ersten markanten Schneefall des Winters. Selbst im Rheintal fiel fast ein halber Meter Schnee, für Feldkirch zeichnet sich nicht zuletzt durch diesen ergiebigen Schneefall der schneereichste Winter seit gut 20 Jahren ab. Auch Bregenz und Innsbruck haben bereits mehr Schnee ausgefasst als sonst in einem ganzen Winter. Im letzten Monatsdrittel fiel dann noch einmal im Südwesten viel Neuschnee. Diese Region sticht bei den Monatsniederschlagsmengen deutlich hervor: In Lienz kamen im Jänner 135 l/m² zusammen, in einem durchschnittlichen Jänner sind es hier lediglich 33 l/m². Dies entspricht einer Abweichung von 450 Prozent!

Die Niederschlagsabweichungen im Jänner (Grafik anklicken bzw. -tippen zum Vergrößern.

Markantes Tauwetter + Sturm am Ende

In der letzten Jännerwoche setzte dann eine markant wärmere Westwetterlage vor allem in den Nordalpen dem Schnee arg zu. Regen, Wind und bis zu 13 Grad ließen dem Schnee vielerorts keine Chance. In diesem bislang relativ ruhigen Winter machte sich am 30. Jänner erstmals stürmischer Westwind bemerkbar, 93 km/h wurden auf der Hohen Warte in Wien registriert.

Extremwerte Jänner 2021 (Bundesland, Tag des Auftretens) Stand: Sonntag, 31.01.2021, 11 Uhr

Höchste Temperaturen

    • 14,9 Grad Berndorf (NÖ, 22.)
    • 14,5 Grad Gumpoldskirchen (NÖ, 22.), Andau (B, 22.)
    • 14,1 Grad Lutzmannsburg (B), Wiener Neustadt (NÖ), Wien-Unterlaa (alle 22.)

Tiefste Temperaturen Hochtäler (>1000 m Seehöhe)

    • -24,2 Grad St. Jakob/Defereggen (T, 11.)
    • -23,8 Grad St.Michael/Lungau (S, 12.)
    • -21,8 Grad St. Leonhard/Pitztal (T, 11.)

Tiefste Temperaturen unter 1000 m Seehöhe

    • -23,5 Grad Lienz (T, 11.)
    • -22,8 Grad Hermagor (K, 12.)
    • -21,3 Grad Weißensee (K, 17.)

Anzahl Eistage (Höchstwert unter 0 Grad)

    • 25 St. Jakob/Defereggen (T)
    • 24 Schmirn (T), Saalbach (S), Preitenegg (K), Flattnitz (K)
    • 23 Hochfilzen (T), Oberatuern (S), Lech/Arlberg (V)

Nasseste Orte

    • 332 Liter pro Quadratmeter Loibl (K)
    • 315 Liter pro Quadratmeter Mittelberg (V)
    • 295 Liter pro Quadratmeter Schröcken (V)
    • 282 Liter pro Quadratmeter Obergurgl (T)
    • 275 Liter pro Quadratmeter Warth (V)

Trockenste Orte

    • 15 Liter pro Quadratmeter Laa/Thaya (NÖ)
    • 17 Liter pro Quadratmeter Poysdorf (NÖ)
    • 18 Liter pro Quadratmeter Güssing (B)
    • 21 Liter pro Quadratmeter Mistelbach (NÖ)

Sonnigste Stationen

    • 123 Sonnenstunden Brunnenkogel (T)
    • 115 Sonnenstunden Patscherkofel (T)
    • 112 Sonnenstunden Kanzelhöhe (K)
    • 109 Sonnenstunden Neumarkt (ST)
    • 104 Sonnenstunden Hochzirl (T)

Stärkste Windspitzen Niederungen

    • 110 km/h Schröcken (V, 21.)
    • 101 km/h Ramsau am Dachstein (ST, 13.)
    • 93 km/h Wien-Hohe Warte (W, 30.), Bad Vöslau (NÖ, 30.)
    • 92 km/h Rohrspitz (V, 20.), Wolfsegg (OÖ, 28.)

Stärkste Windspitzen Berge

    • 164 km/h Feuerkogel (OÖ, 28.)
    • 141 km/h Patscherkofel (T, 21.)
    • 130 km/h Schmittenhöhe (S, 28.)

Quelle Titelbild: pixabay

Mildes Tauwetter kommt

Hundewetter am Wochenende

Kräftige Warmfront

Am Donnerstag erfasst eine Warmfront Österreich von Westen her, dabei setzt sich Stück für Stück immer mildere Luft bei uns durch. Meistens dominieren von der Früh weg die Wolken und zunächst schneit es an der Alpennordseite und im Westen verbreitet – und das meist noch bis in tiefe Lagen. Im Tagesverlauf intensiviert sich der Niederschlag zwischen Vorarlberg und Oberösterreich. Die Schneefallgrenze steigt dabei von Westen her immer weiter an und liegt am Nachmittag zwischen 500 m in Niederösterreich und über 1500 m in Vorarlberg. Gegen Abend beginnt es schließlich auch im Osten zu regnen, nur im Südosten bleibt es meist trocken. Mit 0 bis +8 Grad wird es langsam milder, in Vorarlberg können durch die hohen Temperaturen, den Regen und den schmelzenden Schnee kleinere Bäche über die Ufer treten.

Hier die zu erwartenden Niederschlagsmengen am Donnerstag:

Viel Regen und Schnee am Donnerstag.

Milder Start ins Wochenende

Am Freitag liegt Österreich in ziemlich milder Luft, allerdings bleibt uns der Tiefdruckeinfluss erhalten. Folglich zeigt sich der Start ins Wochenende generell von seiner trüben und oft nassen Seite, besonders im Westen fällt schon zu Beginn ergiebiger Regen, erst oberhalb von rund 1300 m handelt es sich um Schnee. Im Tagesverlauf breitet sich der zeitweise intensive Regen entlang der Nordalpen bis ins Mühlviertel und weiter ostwärts aus, mit dem Regen frischt nördlich der Alpen wieder kräftiger Westwind auf. Im Süden sind ein paar Schneeflocken bis in tiefere Lagen möglich, die meiste Zeit bleibt es hier aber trocken. Die Höchstwerte: 1 bis 11 Grad.

Am Samstag dominieren mit Ausnahme des etwas freundlicheren Südens und Südostens die Wolken und zunächst fällt entlang der Alpennordseite noch Regen, bzw. erst oberhalb von 900 bis 1100 m Schnee. Im Tagesverlauf setzt in Vorarlberg erneut Regen ein, der sich allmählich bis nach Oberösterreich und zur Obersteiermark ausbreitet. Die Schneefallgrenze liegt dann bei rund 1200 m. Von der Südsteiermark bis ins Weinviertel bleibt es dagegen weitgehend trocken und besonders im Süden zeigt sich häufig die Sonne. Lebhafter Westwind und maximal 3 bis 12 Grad – damit wird der Samstag der mildeste Tag der Woche.

Kaltfront Samstagnacht

Am Sonntag halten sich im Westen und im zentralen Bergland viele Restwolken und aus der Nacht heraus fällt in den Nordstaulagen noch etwas Schnee bis in die Täler – über Nacht hat uns nämlich wieder deutlich frischere Luft erreicht. Aus Nordosten setzt sich tagsüber allmählich deutlich trockenere Luft durch, der Niederschlag nördlich der Alpen klingt tendenziell ab. Im Osten kommt immer häufiger die Sonne zum Vorschein, etwas freundlicher ist es auch im Süden und Südosten. Der Wind dreht mehrheitlich auf Nord und weht lebhaft bis kräftig. Kühlere -2 bis +8 Grad, Dauerfrost gibt es im Waldviertel. Somit gehen die Temperaturen besonders im Nordosten um bis zu 10 Grad im Vergleich zum Samstag zurück.

Trend: Vorfrühling

Die Tiefs überqueren uns auch in der neuen Woche wie an der Perlenkette aufgereiht, dementsprechend wechselhaft geht es weiter. Ein stabiles Hoch ist jedenfalls nicht in Sicht. Für Schnee ist es aber oft zu mild, im Laufe der Woche kündigen sich dann aus heutiger Sicht sogar vorfrühlingshafte Werte bis zu +15 Grad an!

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Lokal wieder knapp 50 cm Neuschnee im Südwesten

Unterberg © Nikolas Zimmermann

Seit gestern Früh sind so vor allem von den Stubaier Alpen bis zu den Karawanken große Regen- und Schneemengen zusammengekommen, meist 40 bis 80 l/m². Lokal, wie am Loibl aber auch über 100 l/m².

Niederschlagsmenge (Regen+Schnee) seit Freitagfrüh

Die Schneefallgrenze sank dabei vergangene Nacht v.a. in Osttirol und Oberkärnten bis in einige Täler ab, hier seht ihr die Neuschneemengen seit Mitternacht: Schwerpunkt eindeutig Tiroler Alpenhauptkamm bis zur Kreuzeckgruppe.

Neuschneemengen seit Mitternacht

Werfen wir einen Blick auf 2 exemplarische Stationen. In Sillian liegen mittlerweile 142 cm, im Vergleich zu gestern ein Zuwachs von 25 cm:

Schneehöhe in Sillian

Dementsprechend tief verschneit das Ortszentrum:

Viel Neuschnee in Sillian.

Hotspot war aber einmal mehr das Lesachtal sowie das Tiroler Gailtal. In Obertilliach sind seit gestern wieder 50 cm Neuschnee hinzugekommen, insgesamt türmt sich der Schnee hier nun knapp 2 m auf.

Schneehöhe in Obertilliach

Auch in anderen Hochtälern des Südwestens wie hier in Innervillgraten gab es eine dicke Packung Neuschnee:

Viel Neuschnee in Innervillgraten

Überblick über ausgewählte Neuschneemengen seit Freitagmorgen:

Station Neuschnee vergangene 24h
Obertilliach 50 cm
Kornat 34 cm
Sillian 25 cm
St. Jakob/Defereggen 18 cm
Mittewald/Drau 17 cm
Döllach 17 cm
Kals 10 cm
Lienz 6 cm

Quelle Titelbild: Nikolas Zimmermann

Neuschnee und eisige Kälte – Wetterumstellung naht

Schneeflocke Nahaufnahme. @pixabay.com

Bis dato waren im Winter 2020/21 eindeutig Südwest- und Südlagen vorherrschend, dementsprechend fällt auch die Niederschlagsverteilung zur nahenden Halbzeit der kalten Jahreszeit aus. Von den Ötztaler Alpen über den Brenner bis hin nach Osttirol, Kärnten und dem Lungau fiel bereits jetzt deutlich mehr Niederschlag als durchschnittlich in drei vollen Wintermonaten. Besonders ins Auge sticht hierbei der Südwesten Österreichs: In Mallnitz wurde im Vergleich zu einem durchschnittlichen ganzen Winter bislang rund sechs mal so viel Regen und Schneefall registriert, in Lienz sogar mehr als das achtfache. Siehe nachfolgende Grafik, zum Vergrößern anklicken:

Im Südwesten war die erste Winterhalbzeit extrem nass.

Völlig konträr präsentiert sich die Lage hingegen in den Nordalpen. Vom Arlberg bis zum Schneeberg fehlen derzeit 50 bis 70 Prozent auf eine ausgeglichene Bilanz. In Schneehöhen ausgedrückt: Kornat in Oberkärnten schlägt mit 164 cm der weißen Pracht Hochfilzen in Nordtirol mit 9 cm um Längen.

Wenig Schnee in den Nordalpen.

Umstellung naht

Bis einschließlich Dienstag bleibt uns noch das aktuell herrschende Hochdruckwetter mit Sonne und Hochnebel erhalten. Besonders die Nächte im Bergland fallen weiterhin eisig kalt aus, in den schneebedeckten Tälern stehen noch drei weitere Nächte mit Tiefstwerten zwischen -15 und -20 Grad auf dem Programm.

Am Dienstagabend erreicht ein Frontensystem von Norden her den Alpenraum, teils kräftiger Schneefall setzt in den Nordalpen ein. Dieser hält aus heutiger Sicht bis Donnerstag an, in kalter Luft schneit es dabei bis in alle Täler. Bezüglich der Mengen bestehen noch große Unsicherheiten, ein halber Meter Pulverschnee auf den Bergen und 10 bis 40 cm in den Tälern scheinen derzeit aber abgesichtert – mit der Option auf mehr.

Hier die zu erwartenden Niederschlagsmengen bis Freitag nach dem europäischen Modell (fällt de facto alles als Schnee)

Endlich bekommen die Nordalpen Schnee

Auf Schnee folgt eisige Kälte

Ab Donnerstag klingt der Schneefall aus heutiger Sicht allmählich ab, dafür rücken dann die immer tieferen Temperaturen in den Fokus. Aus Russland strömt nämlich zum kommenden Wochenende hin eisige Luft heran, selbst tagsüber stellen sich oftmals Höchstwerte von -10 bis -5 Grad ein. In den Nächten rasseln die Temperaturen dann – besonders dort, wo Schnee liegt und die Wolken auflockern – im Sinkflug noch tiefer ins Minus. Selbst im östlichen Flachland heißt es bei -15 bis -10 Grad frieren, in manchen Alpentälern drohen sogar Tiefsttemperaturen von -25 bis -20 Grad.

Exemplarisch hierfür der Temperaturverlauf von Wien in den nächsten 7 Tagen:

In der zweiten Wochenhälfte wird es immer kälter.

Quelle Titelbild: pixabay

Viel Neuschnee in Spanien

Auf der Bodenwetterkarte von heute Mittag ist das Tief BARTOSZ bereits gut zu erkennen, noch befindet es sich vor der Küste Marokkos. In den kommenden Stunden verlagert sich das Tief weiter ostwärts in den Mittelmeerraum. An dessen Vorderseite wird sehr feuchte Luft nach Norden und somit nach Spanien gelenkt, diese feucht-warme Luft gleitet auf der vorhandenen Kaltluft auf. Voilá: Fertig ist die perfekte Mischung für ergiebige Schneefälle.

Tief BARTOSZ sorgt für Neuschnee in Spanien

Hier seht ihr, wieviel Schnee das europäische Wettermodell rechnet: Abseits der Küsten und des Süd- und Nordwestens dürfte verbreitet Schnee fallen, selbst Madrid darf sich auf 20-30 cm der weißen Pracht freuen. Noch mehr Schnee – nämlich rund ein halber Meter – ist in höheren Lagen zu erwarten.

Prognostizierte Neuschneemengen an diesem Wochenende

Kurz zur Einordnung, wie außergewöhnlich ein solches flächendeckendes Schneefall-Event in Spanien ist. Nachfolgend seht ihr die durchschnittliche Anzahl der Tage mit einer Schneedecke in einem ganzen Jahr. Vor allem auf den Bergen sind das doch teils mehr als 40 Tage (violett), weiter unten dagegen schon deutlich weniger. Erstmals seit 2007 hat daher der spanische Wetterdienst die höchste Schneewarnstufe ausgerufen!

Anzahl der Tage mit Schneedecke im langjährigen Mittel von 1981-2010

In Madrid selbst bildet sich im Mittel an nicht einmal 3 Tagen (2,6 ganz genau) pro Jahr eine Schneedecke.

Anzahl der Tage mit Schneedecke in Madrid im langjährigen Mittel von 1981-2010


Quelle Titelbild: pixabay

Montagnacht verbreitet Schneefall

Verantwortlich für das winterliche Intermezzo am Montagabend und in der Nacht zum Dienstag ist ein kleines Randtief mit Kern ziemlich genau über Sylt. Zu sehen auf der Bodenwetterkarte von Dienstag 01 Uhr:

Ein Randtief über der Nordsee lenkt nasskalte Luft heran.

Ebenfalls gut zu sehen ist die Front des Tiefs (violett/blau), die uns von Nordwesten her mit jeder Menge Feuchtigkeit erreicht.

Die Temperaturen passen in jedem Fall für Schnee, zumindest von der Eifel, dem Sauerland und Harz südwärts. Hier liegen die Temperaturen in der Nacht auf Dienstag zwischen -5 und 0 Grad, weiter im Norden und Nordwesten bleibt es dagegen zu mild für Schnee. Im Südwesten und in der Mitte besteht gebietsweise allerdings auch Glättegefahr durch gefrierenden Regen.

Frostige Temperaturen in der Südhälfte.

Bleibt die Antwort auf die spannende Frage, wo denn nun wie viel Schnee fällt! Hier die Auflösung: In der gesamten Südhälfte kann sich eine dünne Schneedecke ausbilden, ausgenommen dürfte davon wohl nur der Rheingraben sein. Mehr als 1 bis 5 cm werden es in den Niederungen wohl kaum, etwas mehr (bis zu knapp 10 cm) Neuschnee kündigt sich dagegen im Thüringer Wald, im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb sowie am Alpenrand an.

Erwartete Neuschneemengen in der Nacht von Montag auf Dienstag.

November 2020 deutlich zu warm und trocken

Einer der 10 wärmsten November

Verglichen mit dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 bilanziert der November 2020 mit einer Abweichung von rund +2 Grad deutlich zu warm. Damit reiht sich der zurückliegende Monat in die Top 10 der wärmsten Novembermonate seit Messbeginn ein. Die größten Abweichungen finden sich auf den heimischen Gipfeln wieder, wo der November sogar die Top 5 entert: Am Feuerkogel in über 1600 m Seehöhe bilanziert der November um rund 5 Grad zu warm, ein ähnliches Bild zeigt sich mit Abweichungen jenseits der +4 Grad auf dem Patscherkofel, dem Sonnblick und der Villacher Alpe. Die relativ gesehen kühlsten Regionen waren dagegen so manche Alpentäler. Hier konnte die Luft in den oftmals sternenklaren Nächten stark auskühlen, die schwache Novembersonne vermochte es nur bedingt, die Luft tagsüber kräftig zu erwärmen. Zell am See und Aigen im Ennstal schließen den Monat ausgeglichen, zu kalte Orte sucht man im November vergeblich.

Hinweis: Um die Bilder in voller Auflösung und somit besser lesbar genießen zu können, einfach anklicken/antippen…

Temperaturabweichungen im November 2020.

Anfang des Monats war es noch einmal fast schon spätsommerlich, hier die Höchstwerte der Bundesländer im November:

Gemessene Höchstwerte in den Bundesländern.

Doch auch mäßiger bis strenger Frost war schon mit dabei, wie der Blick auf die gemessenen Tiefstwerte zeigt:

Gemessene Tiefstwerte in den Bundesländern.

Kaum Niederschlag

Der anhaltende Hochdruckeinfluss hielt auch die meisten wetteraktiven Fronten vom Alpenraum fern, Mittelmeertiefs blieben ebenso Mangelware. Folglich verwundert es kaum, dass der November 2020 mit einer landesweiten Abweichung von rund 70 Prozent viel zu trocken ausfiel. Damit reiht sich der ablaufende Monat auf Platz 2 der trockensten November der vergangenen 60 Jahre. Lediglich anno 2011 bilanzierte der November österreichweit noch deutlich trockener. Besonders markant sind die Abweichungen in den Alpen: Zwischen der Silvretta im Westen und dem Wechsel im Osten belaufen sich die Defizite auf 90 bis 95%. Prutz und Döllach beispielsweise schrammten nur haarscharf an einem Totalausfall in Punkto Niederschlag vorbei, rund 1 Liter pro Quadratmeter wurde hier gemessen. Selbst in den typischerweise niederschlagsreichen Staulagen der Nordalpen füllten sich die Messkübel nur spärlich. Schröcken zum Beispiel weist einen durchschnittlichen Novemberniederschlag von 162 l/m² auf, heuer waren es hier auch nur knapp 50 l/m² bzw. -70%.

Niederschlagsabweichungen im November 2020.

Hier noch die absoluten Niederschlagsmengen im November:

Monatsniederschlag November 2020.

Viel Sonne im Bergland, Grauer November im Flachland

Passend zum beständigen Hochdruckwetter mit viel Nebel und Hochnebel in den Niederungen und oftmals strahlendem Sonnenschein in sowie auf den Bergen präsentiert sich auch die Bilanz der Sonnenscheindauer zweigeteilt. Im Flachland hinken die Sonnenstunden im ablaufenden Monat dem Soll hinterher, Wien beispielsweise weist ein Defizit von gut 10% auf. Ganz anders dagegen das Bild auf den heimischen Gipfeln: Auf der Kanzelhöhe in Kärnten schien die Sonne bis dato schon 196 Stunden lang, 118 Stunden sind es hier im langjährigen Mittel im gesamten November. Eine Abweichung von mehr als +50% verzeichnen auch die Schmittenhöhe in Salzburg sowie der Schöckl in der Steiermark. Deutlich häufiger als im langjährigen Mittel konnte man die Sonne aber auch in den Alpentälern genießen, exemplarisch hierfür dienen Feldkirch (+50%), Bad Ischl (+60%) und Bischofshofen (+40%). Das absolut sonnigste Fleckerl in Österreich war der Brunnenkogel, 205 Sonnenstunden wurden an der höchstgelegenen Station des Landes schon gemessen, nur der April war dort oben auf 3.400 m heuer noch sonniger.

Anzahl der Sonnenstunden.

Extremwerte November 2020 (Bundesland, Tag des Auftretens):

Höchste Temperaturen

    • 23,3 Grad Leibnitz-Wagna (ST, 03.)
    • 23,1 Grad Bad Gleichenberg (ST, 03.)
    • 23,0 Grad Dornbirn (V, 02.)
    • 22,5 Grad Bregenz (V, 02.)
    • 22,2 Grad Deutschlandsberg (ST, 03.)

Tiefste Temperaturen Hochtäler

    • -13,0 Grad Lech/Arlberg (V, 21.)
    • -11,9 Grad Galtür (T, 21.)
    • -11,8 Grad Schmirn (T, 21.)
    • -11,3 Grad Warth (V, 21.)
    • -10,3 Grad St. Jakob im Defereggental (T, 21.)

Tiefste Temperaturen unter 1000 m Seehöhe

    • -9,1 Grad Radstadt (S, 25.)
    • -8,8 Grad Zeltweg (ST, 22.)
    • -8,5 Grad Weitensfeld (K, 25.)
    • -8,4 Grad Turnau (ST, 22.), Mittersill (S, 25.)
    • -8,3 Grad Puchberg/Schneeberg (NÖ, 22.), Kindberg (ST, 22.)

Anzahl Frosttage (Tiefstwert kleiner 0 Grad)

    • 25 St. Michael im Lungau, Böckstein, Rauris (alle S), Neumarkt, Bad Mitterndorf, Irdning/Gumpenstein, Turnau (alle ST), St. Jakob im Defereggental, St. Leonhard im Pitztal, Nauders (alle T)
    • 24 Schmirn, Seefeld (beide T), Zell am See, Mittersill, Radstadt, Bad Hofgastein (alle S), Semmering (NÖ), Aigen/Ennstal, Oberwölz, Gröbming, Kalwang, Zeltweg, Rottenmann, Mariazell, Pichl, Seckau (alle ST), Lech/Arlberg (V), Flattnitz (K)
    • 23 Mallnitz (K), Saalbach, Mariapfarr, Bad Gastein, Taxenbach, Tamsweg (alle S), Aflenz (ST), Bichlbach, Galtür, Westendorf, Tannheim (alle T)

Anzahl Eistage (Höchstwert kleiner 0 Grad)

    • 8 Bad Bleiberg (K), Saalbach (S)
    • 7 Holzgau, Mittewald an der Drau (beide T)
    • 6 Gstatterboden (ST)

Nasseste bewohnte Orte

    • 49 Liter pro Quadratmeter Schröcken (V)
    • 44 Liter pro Quadratmeter Loibl (K)
    • 41 Liter pro Quadratmeter Sulzberg (V)

Trockenste Orte

    • 1 Liter pro Quadratmeter Prutz (T), Döllach (K)
    • 2 Liter pro Quadratmeter Nauders (T), Leoben (ST), Kals (T)
    • 3 Liter pro Quadratmeter Gröbming (ST), Brunn am Gebirge (NÖ), Aigen/Ennstal (ST)

Absolut sonnigste bewohnte Orte

  • 163 Sonnenstunden Preitenegg (K)
  • 152 Sonnenstunden Sulzberg (V)
  • 150 Sonnenstunden Neumarkt (ST)

20 Grad und mehr: Föhn bringt Spätsommerwärme

Föhnwolken

Die Wetterlage, die sich morgen etabliert und am Mittwoch ihren Höhepunkt findet, ist typisch für den Herbst und auf der Bodenwetterkarte des DWD für Mittwoch gut zu erkennen. Kräftige Tiefs tummeln sich zwischen Irland und Schweden, wir liegen dabei an deren Vorderseite in einer warmen Südwestströmung (roter Pfeil).

Die Großwetterlage am Mittwoch.

Die Folge ist Föhn an der Alpennordseite. Wie kräftig dieser Föhn ausfällt, kann man vereinfacht gesagt am Druckunterschied zwischen München und Bozen festmachen. Ist diese Differenz deutlich kleiner als 0 (sprich der Luftdruck in Südtirol höher als in Oberbayern), sind die Bedingungen für Föhn gegeben. Grundsätzlich gilt zudem: Je größer der Druckunterschied, desto stärker weht der Föhn. Im folgenden Diagramm kann man den Verlauf dieser Druckdifferenz gut nachverfolgen: Mit bis zu 9 Hektopascal herrscht am Mittwoch der größte Wert, dann pfeift auch der Föhn mit Böen bis zu 80 km/h durch die prädestinierten Täler der Nordalpen.

Verlauf der Luftdruckgegensätze im Alpenraum.

Der Föhn sorgt aber auch für ziemlich hohe Temperaturen von Vorarlberg bis zur nördlichen Obersteiermark. Bereits am Dienstag sind dort 17 bis 20 Grad zu erwarten, zum Föhnhöhepunkt am Mittwoch dann sogar 20 bis 24 Grad (siehe orange Farbtöne in der Grafik)!

Die Höchstwerte am Mittwoch (zum Vergrößern Klicken bzw. Tippen).

Einen Wermutstropfen könnte es aber geben. Saharastaub ist nämlich auch in der Luft (siehe abschließende Grafik), sodass sich doch ein paar mehr Wolken bilden könnten, als die Wettermodelle derzeit berechnen. Dies hätte dann widerum einen negativen Einfluss auf die Höchsttemperaturen.

Saharastaub am Mittwoch.

Warum gibt es Nebel im Herbst?

Nebel kommt im Herbst besonders oft vor.

In den Tälern der Alpen kam es schon im Spätsommer und Frühherbst öfters zu Frühnebel, jetzt inmitten des Herbsts beginnt die Nebelsaison dann so richtig.

Typische Verteilung von Frühnebel

Nebel am Morgen gibt es in Österreich besonders häufig entlang von Mur und Mürz sowie in den Tal- und Beckenlagen Kärntens. Die Alpentäler sind generell anfälliger für Frühnebel als das Flach- und Hügelland. Hochnebel dagegen ist auch oft im östlichen Flachland ein Thema, inklusive Wien.

Temperaturunterschiede

Im Spätsommer und Herbst werden die Tage kürzer und die Nächte länger. Bei windstillen Verhältnissen und klaren Nächten kühlt die Luft stark ab und sammelt sich in den Tälern. Immer öfter bildet sich dort eine Art Kaltluftsee, indem es kühler ist als auf den umliegenden Hügeln und Bergen. Hinzu kommt, dass kalte Luft weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann und somit schnell vollständig mit Wasserdampf gesättigt ist. Dadurch beginnt die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit zu kondensieren, also vom gasförmigen in den flüssigen Zustand überzugehen. Die daraus entstandenen, feinen Wassertröpfchen bezeichnen wir als Nebel.

Im Laufe des Herbstes werden Nebelfelder immer langlebiger und zäher, da die Sonne nicht mehr die nötige Energie liefert, um diese „wegzuheizen“. Die Kaltluftseen können sich dann oft von Tag zu Tag weiter ausdehnen, wodurch die Nebelwahrscheinlichkeit weiter ansteigt.

Wind und Nebel

Zur Nebelauflösung kommt es dann meist erst, wenn starker Wind die bodennahe Kaltluft „verbläst“. Häufig ist das im Zuge von Kaltfronten oder durch Föhn der Fall. Aber auch eine Wolkenschicht über dem Nebel reicht, damit sich die Nebelfelder lichten. Gerade der Wind ist auch der Grund, warum das Flachland in der Regel seltener von Nebel betroffen ist.

Zusammengefasst: Die Gründe, warum es im Spätsommer und Herbst häufiger in den Tälern nebelig ist, sind große Temperaturunterschiede zwischen bodennahen und höheren Luftschichten und das Fehlen von Wind.

Quelle Titelbild: pixabay

200 km/h: Föhn tobt in den Alpen

Föhnwolken

Die offiziellen Wetterstationen im Land können da zwar nicht ganz mithalten, markant ist der Föhn aber auch hier. Die Tabelle zeigt die 10 höchsten Spitzenböen aller 288 Wetterstationen, an der Spitze wie so oft der Patscherkofel mit 175 km/h!

Windspitzen der offiziellen Messstationen.

Auf der Karte mit den Spitzenböen je Bundesland erkennt man gut den Föhn in den Nordalpen, Schwerpunkt waren und sind Nordtirol und das Salzburger Land:

Windspitzen in Österreich am Samstag.

Betrachtet man zusätzlich noch die zahlreichen Messstationen der verschiedenen Lawinenwarndienste, so stechen 2 Gipfel noch einmal heraus. Auf der Elferspitze hoch über dem Stubaital wurde in der Nacht eine Windböe von 224 km/h gemessen, über 200 km/h waren es auch an der Schwarzen Schneid in den Ötztaler Alpen!

Windspitzen in Tirol.

Erster Schnee am Wochenende

Der erste Schnee im Herbst. Quelle: https://pixabay.com/photos/the-first-snow-mushrooms-nature-1800429/

Die Wetterlage, die zu diesem frühen Wintereinbruch führt, ist klassisch für den Herbst. Eine Kaltfront (blaue Linie mit Dreiecken auf der folgenden Karte) erreicht Österreich von Nordwesten her, gleichzeitig bildet sich ein Tief über Norditalien. Diese Kombination führt am Freitag und Samstag zu flächendeckendem Regen im Land, wobei die Schneefallgrenze immer weiter absinkt. Diese Entwicklung haben wir an dieser Stelle vor ein paar Tagen schon angedeutet.

Die frühwinterliche Wetterlage am Freitag

Los geht’s mit dem Schnee im Laufe des Freitagabends, dann sinkt die Schneefallgrenze von Vorarlberg bis ins Salzkammergut schon von Mittelgebirgslagen auf rund 1400 bis 1200 m ab. In der Nacht auf Samstag und am Samstag selbst schneit es dann in den Nordalpen sogar schon oberhalb von 1000 bis 1200 m. Sonst bleibt die Schneefallgrenze deutlich höher!

Zu den Mengen: Am meisten fällt naturgemäß auf den Bergen, so kommen in den Nordalpen vom Rätikon bis zum Dachstein in Lagen über 1500-1700 m verbreitet 30 bis 50 cm zusammen. Lokal, so zum Beispiel rund um den Arlberg ist auch bis zu 1 Meter Neuschnee möglich. In den Hochtälern oberhalb von rund 1200 m bildet sich aber auch eine geschlossene Schneedecke.

Hier die aktuellste Prognose der Schneemengen (zum Vergrößern Anklicken bzw. Antippen):

Erwartete Neuschneemengen am Wochenende.

Da der Schnee sehr nass sein wird und die Bäume zu Beginn des Herbstes praktisch noch vollständig belaubt sind, besteht erhöhte Schneebruchgefahr. So können einzelne Äste abbrechen, in manchen Hochtälern können auch umstürzende Bäume für Behinderungen sorgen.

Ungewöhnlich ist solch ein früher Wintereinbruch in den Hochtälern der Alpen übrigens nicht. So sind bei extremen Wetterlagen selbst im August Schneeflocken bis rund 1000 m durchaus möglich.

Quelle Titelbild: pixabay

Hitze im September: Bis zu 30 Grad

Wenige Wolken, viel Sonnenschein

Spätsommer dank LEIKI

Das derzeit herrschende Hochdruckgebiet trägt den Namen LEIKI und befindet sich über dem östlichen Mitteleuropa. Uns erreichen dabei bis einschließlich Mittwoch für die Jahreszeit sehr warme Luftmassen. Normalerweise pendeln sich die Höchsttemperaturen im Flachland sowie den breiten Alpentälern jetzt Mitte September bei rund 20 bis 22 Grad ein. Mit bis zu 30 Grad heute sowie an den beiden kommenden Tagen liegen wir folglich um 7 bis 10 Grad über diesen langjährigen Mittelwerten.

Stadt Höchstwert am Dienstag Durchschnittlicher Höchstwert Mitte September
Wien 29 Grad 21 Grad
St. Pölten 29 Grad 21 Grad
Eisenstadt 29 Grad 22 Grad
Linz 28 Grad 20 Grad
Graz 28 Grad 21 Grad
Klagenfurt 27 Grad 21 Grad
Salzburg 30 Grad 20 Grad
Innsbruck 30 Grad 21 Grad
Bregenz 28 Grad 20 Grad

Hier die prognostizierten Höchstwerte für Dienstag in Kartenform:

Sommerliche Wärme am Dienstag in Österreich.

Septemberhitze nicht (mehr) ungewöhnlich

30 Grad im September sind nicht so außergewöhnlich, wie man vielleicht denken mag. So gab es in den vergangenen zehn Jahren gleich sieben September mit einem 30er, dem gegenüber stehen drei September ohne Hitzetag seit 2010. Der absolute Temperaturrekord für den September bleibt jedoch in weiter Ferne, er stammt aus der jüngeren Vergangenheit. Am Monatsersten vor fünf Jahren wurden in Pottschach-Ternitz sogar 36 Grad gemessen. Die 30-Grad-Marke liegt hierzulande übrigens bis in den Oktober hinein in Reichweite: Der späteste Termin für einen 30er in Österreich datiert vom 5.10.1983 aus Deutschlandsberg.

Kaltfront am Donnerstag

Bereits am Mittwoch ist es nicht mehr im ganzen Land sonnig und warm. Besonders in Tirol, Salzburg und Oberösterreich entstehen nämlich am Nachmittag ein paar Regenschauer und Gewitter, die höchsten Temperaturen mit weiterhin bis zu 30 Grad konzentrieren sich dann auf den Osten. Der Donnerstag bringt dann einen vorübergehenden Wetterumschwung: An der Alpennordseite ziehen von Beginn an dichte Wolken samt Regenschauern durch, freundlich bleibt es im äußersten Westen sowie anfangs auch von Osttirol bis ins Burgenland. Doch auch im Süden und Südosten entwickeln sich am Nachmittag Schauer und Gewitter. Mit 18 bis 26 Grad kühlt es zwar überall ab, die Temperaturen bleiben damit aber auf einem überdurchschnittlichen Niveau.

Auf LEIKI folgt MANFRED

Am Freitag ist die Kaltfront schon wieder Geschichte. Hoch MANFRED beschert uns nicht nur einen letzten strahlend sonnigen Werktag, auch das Wochenende verspricht aus heutiger Sicht die meiste Zeit über Sonnenschein bei angenehm warmen 20 bis 28 Grad.

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Samstag bis 30 Grad, dann Abkühlung

Badewetter am Samstag

Die Temperaturen fahren in den kommenden Tagen Achterbahn – das Motto könnte lauten: ‚Vom Sommer in den Herbst und wieder zurück.‘ Am Samstag liegt der Alpenraum noch im Vorfeld einer Kaltfront, die sich quer über Deutschland erstreckt. Aus Südwesteuropa erreichen uns dabei noch einmal sommerlich warme Luftmassen, bei 24 bis 30 Grad und viel Sonnenschein bis weit in den Nachmittag hinein herrschen beste Bedingungen für jegliche Freizeitaktivitäten im Freien. Die 30-Grad-Marke könnte dabei vor allem in Wien und Niederösterreich, punktuell aber auch in Unterkärnten oder im Murtal geknackt werden.

Hier die Prognose der Höchstwerte morgen:

Am Samstag gibt es im Osten lokal 30 Grad.

Septemberhitze

30 Grad im September sind nicht so außergewöhnlich, wie man vielleicht denken mag. So gab es im September 1947 gleich 14 heiße Tage mit 30 Grad und mehr in Österreich. Der absolute Temperaturrekord für den September ist jedoch in weiter Ferne, er stammt aus der jüngeren Vergangenheit. Am Monatsersten vor fünf Jahren wurden in Pottschach-Ternitz schweißtreibende 36 Grad gemessen. Die 30-Grad-Marke liegt hierzulande übrigens bis in den Oktober hinein in Reichweite: Der späteste Termin für einen 30er in Österreich datiert vom 5.10.1983 aus Deutschlandsberg.

Wechselhafter Wochenwechsel

Am Sonntag erfasst die angesprochene Kaltfront Österreich, verbreitet dominieren dichte Wolken und Regenschauer das Geschehen. Lokal können auch größere Regenmengen zusammenkommen. Letzte Wolkenlücken von Unterkärnten bis ins Südburgenland schließen sich im Tagesverlauf, hier gibt es auch noch einmal spätsommerliche 23 bis 25 Grad, ehe auch hier Schauer und Gewitter entstehen. Sonst hat es bereits um rund 10 Grad abgekühlt, die Höchstwerte liegen meist zwischen 14 und 21 Grad.

Wie bereits angedeutet fallen lokal große Regenmengen, hier die Prognose für Sonntag:

Kräftiger Regen fällt am Sonntag besonders im östlichen Bergland.

Auch zum Schulstart in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland am Montag zeigt sich das Wetter frühherbstlich. 12 bis 21 Grad sind schon das Höchste der Gefühle, dazu ist der Himmel überwiegend bewölkt und in Tirol, Kärnten, dem Salzburger Land und in der Steiermark regnet es immer wieder. Die Sonne zeigt sich am ehesten ganz im Westen und im äußersten Osten.

Neues Hoch kommt

Ab Dienstag sorgt dann aber ein neues Hoch mit dem voraussichtlichen Namen Jurij wieder für stabile Bedingungen. Zwar können – typisch für den startenden Herbst – morgendliche Nebelfelder für einen grauen Start in den Tag sorgen, nach deren Auflösung scheint aber im ganzen Land die Sonne. Dazu klettern die Temperaturen wieder auf ein spätsommerliches Niveau mit meist 20 bis 26 Grad, Mittwoch und Donnerstag sind punktuell sogar wieder 28 Grad möglich.

Quelle Titelbild: pixabay

Fast 500.000 Blitze im August

Blitz mit Gewitter

Vom 1. bis 31. August registrierte unser Blitzortungssystem über ganz Österreich verteilt exakt 497.959 Blitzentladungen. Das sind fast 200.000 Blitzentladungen mehr als in den Augustmonaten der beiden vorangegangenen Jahre. Zuletzt mehr Blitze im August gab es 2017, als sogar über 800.000 Entladungen im letzten Sommermonat registriert wurden.

Vergleicht man die Anzahl der Blitzentladungen im heurigen August mit dem Mittel der vergangenen 10 Jahre (rund 375.000 Blitze), so geht der August 2020 als ausgesprochen gewittriger Monat in die Statistik ein. Der August bildet zusammen mit Juni und Juli üblicherweise die blitzreichste Zeit des Jahres. In den Sommermonaten sind die meteorologischen Voraussetzungen für Gewitter am besten. Die Sonne erreicht zu dieser Zeit ihren Höchststand, die Luft wird entsprechend aufgeheizt. In Kombination mit feuchter Luft und der Topografie Österreichs entwickeln sich dann zahlreiche Gewitter.

Steiermark wie so oft unangefochten

Mit exakt 189.445 Blitzen führt die Steiermark das Bundesländer-Ranking an, gefolgt von Niederösterreich und Oberösterreich -> siehe Tabelle. An letzter Stelle befindet sich mit Wien einmal mehr das flächenmäßig kleinste Bundesland.

Blitze nach Bundesland, Anzahl und Blitzdichte im August 2020:

Steiermark 189.445 11,55 Blitze/km²
Niederösterreich 95.167 4,96 Blitze/km²
Oberösterreich 73.086 6,10 Blitze/km²
Burgenland 49.317 12,44 Blitze/km²
Kärnten 38.545 4,04 Blitze/km²
Tirol 27.991 2,21 Blitze/km²
Salzburg 18.101 2,53 Blitze/km²
Vorarlberg 3.817 1,46 Blitze/km²
Wien 2.490 6,01 Blitze/km²
Österreich Gesamt 497.959 5,94 Blitze/km²

Mit knapp 12 Blitzen pro Quadratkilometer liegt die Steiermark hinsichtlich der Blitzdichte aber lediglich auf Platz zwei, geschlagen vom Burgenland. Hier wurden exakt 12,44 Blitzentladungen pro km² verzeichnet. Obwohl es in Wien nur knapp 2.500 Blitze gab, reicht es im Ranking der Blitzdichte für die Bundeshauptstadt nach Oberösterreich für Platz vier.

Hier die Blitzdichte in Österreich im August:

In Wien gab es sehr große Unterschiede zwischen den einzelnen Bezirken. So gab es in Favoriten nur etwas mehr als 1 Blitz pro Quadratkilometer, in Ottakring hingegen gut 19 Blitze pro Quadratkilometer. Diese hohe Blitzdichte hievt den Bezirk im Westen Wiens auch österreichweit auf Bezirksebene in die Top 10. In Führung liegen hier aber eindeutig Bezirke im Burgenland und in der Steiermark. Platz eins geht an die Blitzhauptstadt Graz, gefolgt vom Bezirk Südoststeiermark und Oberwart.

Gewitterfreie Tage bildeten im August die absolute Ausnahme, an insgesamt 29 von 31 Tagen wurde in Österreich zumindest eine Entladung registriert. Die meisten Gewittertage erlebte dabei Kärnten mit insgesamt 25 Tagen. Auf Wiener Gemeindegebiet gab es dagegen nur an 5 von möglichen 31 Tagen zumindest einen Blitz zu bestaunen.

Auch stärkster Blitz in der Steiermark

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in der Steiermark im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld gemessen: Spitzenreiter ist eine Entladung mit rund 261 kA am Nachmittag des 16. Augusts in Rohr bei Hartberg. In kürzester Zeit wurde dabei gut 16.000 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.

Mehr als 1 Million Blitze im August

Sommer und Gewitter

Vom 1. bis 31. August registrierte unser Blitzmesssystem über ganz Deutschland verteilt exakt 1.245.030 Blitze. Das sind gut 200.000 Blitzentladungen mehr als im August des Vorjahres und sogar 400.000 Blitze mehr als im August 2018. Zuletzt mehr August-Blitze gab es 2017, als sogar über 1,3 Millionen Entladungen registriert wurden.

Vergleicht man die Anzahl der Blitzentladungen im diesjährigen August mit dem Mittel der vergangenen 10 Jahre (dieses entspricht gut 900.000 Blitze), so geht der August 2020 als ausgesprochen gewittriger Monat in die Statistik ein. Der August bildet zusammen mit Juni und Juli generell die blitzreichste Zeit des Jahres. In den Sommermonaten sind die meteorologischen Voraussetzungen für Gewitter am besten. Die Sonne erreicht zu dieser Zeit ihren Höchststand, die Luft wird entsprechend aufgeheizt. In Kombination mit feuchter Luft, durchziehenden Kaltfronten und der Topografie entwickeln sich dann zahlreiche Gewitter.

Spitzenreiter Bayern, gewitterarmer Norden und Osten

Mit exakt 273.957 Blitzentladungen führt Bayern wie so oft das Bundesländer-Ranking deutlich an, an zweiter Stelle folgt mit knapp 233.000 Blitzen Nordrhein-Westfalen. Baden-Württemberg komplettiert mit ordentlich Abstand und rund 167.000 Blitzen das Podium. Somit entfallen rund 50% aller Blitze in der Bundesrepublik auf diese drei Bundesländer. Deutlich weniger Gewitter wurden im zurückliegenden Monat dagegen im Norden und Osten registriert: Mecklenburg-Vorpommern kommt beispielsweise auf lediglich gut 30.000 Blitze, Schleswig-Holstein nur auf knapp 7.000.

Die blitzreichsten Bundesländer im August 2020:

  1. Bayern 273.957
  2. Nordrhein-Westfalen 232.984
  3. Baden-Württemberg 167.511
  4. Rheinland-Pfalz 131.819
  5. Niedersachsen 119.967
  6. Hessen 64.711
  7. Sachsen 61.560
  8. Sachsen-Anhalt 50.985
  9. Thüringen 46.376
  10. Brandenburg 42.764
  11. Mecklenburg-Vorp. 31.544
  12. Saarland 12.494
  13. Schleswig-Holstein 6.706
  14. Berlin 712
  15. Bremen 579
  16. Hamburg 361Deutschland Gesamt 1.245.030

In Bezug auf die Blitzdichte hat Nordrhein-Westfalen ein Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Bayern gewonnen: Beide Bundesländer kommen auf knapp 7 Blitze pro Quadratkilometer. Auch hier zeigt sich der markante Unterschied zum Norden und Osten des Landes, weisen doch Berlin, Hamburg und Schleswig-Holstein nicht einmal 1 Blitz pro Quadratkilometer auf.

Blitzreichste Landkreise in Baden-Württemberg

Auf Landkreisebene liegt Baden-Württemberg in Führung, im Alb-Donau-Kreis sowie im Landkreis Biberach wurden die meisten Blitze registriert. Bei der aussagekräftigeren Blitzdichte liegen dagegen Unna und Hamm (beide NRW) mit rund 20 Blitzen pro Quadratkilometer in Führung. Ein weiterer Landkreis betritt das Parkett, blickt man auf die Tage mit Blitzen. Im bayerischen Landkreis Cham konnte an 15 Tagen und somit fast an jedem zweiten Tag im August zumindest ein Blitz verzeichnet werden.

Deutschlandweit gewitterte es sogar an 27 von 31 Tagen irgendwo im Bundesgebiet. Während es dabei in Hamburg nur zwei Tage mit Blitzentladungen gab, waren es in Bayern derer 24.

Stärkster Blitz in Herzogenrath

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in Nordrhein-Westfalen im Kreis Aachen gemessen: Spitzenreiter ist eine Entladung mit rund 400.000 Ampere am Abend des 11. August in Herzogenrath. In kürzester Zeit wurde dabei 25.000 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.

Gewitterreiche Monatsmitte

Hauptverantwortlich für die Zahl der Blitzentladungen im August war die Woche vom 10. bis 16. des Monats. An der Südflanke eines Skandinavienhochs strömte feucht-labile Luft ins Land, in der Folge entstanden über mehrere Tage hinweg teils heftige Gewitter. Diese bewegten sich kaum vom Fleck und brachten primär ergiebige Regenmengen. So wurden alleine in dieser Woche rund 735.000 Blitze registriert, dies macht 60% der Blitze im gesamten Monat aus. Der gewitterreichste Tag des Monats war dabei der 11. August mit alleine fast 150.000 Blitzen im Land.

August zu warm und zu nass

Platz 7 der wärmsten Augustmonate

Verglichen mit dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 bilanziert der August 2020 mit einer Abweichung von rund +2 Grad deutlich zu warm. Damit reiht sich der zurückliegende Monat auf Platz 7 der wärmsten Augustmonate seit Messbeginn ein. Die größten Abweichungen finden sich im Südosten wieder, so verzeichnete Bad Radkersburg sogar einen knapp 3 Grad zu warmen August. Die relativ gesehen kühlste Region war dagegen der Westen und Südwesten, aber selbst in Tirol und Kärnten betragen die positiven Abweichungen immer noch 1 bis 1,5 Grad.

Der August war viel zu warm.

Hauptursache für den zu warmen August war weniger eine ausgeprägte Hitzewelle als viel mehr das nahezu durchgehend hohe Temperaturniveau ohne markante kältere Phasen. Gut zu erkennen ist dies an der Anzahl der heißen Tage. Von Rekorden sind wir zwar weit entfernt, 10 Tage mit 30 Grad oder mehr auf der Hohen Warte in Wien sind dennoch doppelt so viele wie im langjährigen Schnitt üblich.

Auch die Nachttemperaturen waren meist über dem Mittel und tragen so zu einem zu warmen August bei. Paradoxerweise gab es auf der Hohen Warte in Wien aber erstmals seit rund 25 Jahren im gesamten August keine Tropennacht.

Verbreitet große Regenmengen

Zu Beginn und dann noch einmal am Ende des Monats sorgten beinahe stationäre Kaltfronten für ergiebige Niederschlagsmengen in weiten Teilen des Landes. Somit ist es auch wenig überraschend, dass der August über ganz Österreich gemittelt rund 30 Prozent zu nass abschließt. Dies bedeutet zugleich des nassesten August seit 10 Jahren.

Landesweit fiel mehr Regen als üblich.

Betrachtet man die Niederschlagsabweichungen näher, so stechen zwei Regionen deutlich hervor: Rund doppelt so viel Regen wie üblich kam vom Brenner bis zum Dobratsch zusammen, selbiges gilt auch für das Most- und Waldviertel.

Herausragend bei den absoluten Mengen ist aber eindeutig Oberkärnten, so fielen am Weißensee im August mehr als 390 Liter und somit zweieinhalb mal so viel Regen pro Quadratmeter wie üblich.

Der Weißensee – nassester Ort des Landes im August.

Zu trockene Regionen gab es im zurückliegenden Monat nur sehr wenige, in Unterkärnten und im Südwesten der Steiermark fehlen lokal rund 20% auf eine ausgeglichene Bilanz.

Sonne erreicht Soll

Der Sonne gelang praktisch im gesamten Land eine Punktlandung und schien in etwa so lange wie im langjährigen Schnitt. Ein paar Überstunden machte sie unter anderem in Teilen Oberösterreichs, so verzeichnete Aspach 250 statt der üblichen 232 Sonnenstunden. Ähnliches gilt für Zell am See, wo mit 200 Sonnenstunden ein Überschuss von 17 Stunden gemessen wurde. Der absolut sonnigste Ort des Landes war jedoch Mörbisch, hier am Neusiedler See schien die Sonne in Summe 276 Stunden lang. Pro Tag bedeutet dies rund 9 Sonnenstunden, die man genießen konnte.

Extremwerte August 2020 (Bundesland, Tag des Auftretens) Stand: Montag, 31.08.2020, 12 Uhr

Höchste Temperaturen

  • 35,6 Grad Innsbruck-Universität (T, 21.)
  • 35,3 Grad Innsbruck-Kranebitten (T, 21.)
  • 34,9 Grad Andau (B, 08.)

Tiefste Temperaturen Hochtäler

  • +2,2 Grad Seefeld (T, 31.)
  • +2,5 Grad Obergurgl (T, 31.)
  • +2,9 Grad Galtür (T, 25.)
  • +3,1 Grad St. Leonhard im Pitztal (T, 04.)

Tiefste Temperaturen unter 1000 m Seehöhe

  • +4,5 Grad Ehrwald, Achenkirch (beide T, 31.)
  • +5,3 Grad Zwettl (NÖ, 28.)
  • +5,4 Grad Schoppernau (V, 5.)

Anzahl Sommertage (Höchstwert mind. 25,0 Grad)

  • 27 Andau, Neusiedl am See, Güssing (alle B), Gänserndorf (NÖ), Bad Radkersburg (ST)
  • 26 Mörbisch (B), Zwerndorf, Wolkersdorf, Groß Enzersdorf, Seibersdorf, Hohenau, Mistelbach, Bruckneudorf, Poysdorf, Korneuburg (alle NÖ), Bad Gleichenberg, Leibnitz-Wagna (beide ST)
  • 25 Podersdorf, Eisenstadt (beide B), Fürstenfeld, Bruck/Mur, Feldbach, Graz-Universität, Graz-Straßgang, Hartberg (alle ST), Wien-Unterlaa, Wien-Stammersdorf, Wien-Donaufeld, Wien-Innere Stadt (alle W), Langenlebarn (NÖ)

Anzahl Hitzetage (Höchstwert mind. 30,0 Grad)

  • 15 Seibersorf (NÖ)
  • 14 Andau (B)
  • 13 Wien-Innere Stadt, Wien-Stammersdorf (beide W)

Nasseste bewohnte Orte

  • 392 Liter pro Quadratmeter Weißensee (K)
  • 371 Liter pro Quadratmeter Kornat (K)
  • 348 Liter pro Quadratmeter Kötschach-Mauthen (K)

Trockenste Orte

  • 47 Liter pro Quadratmeter Korneuburg, Gumpoldskirchen (beide NÖ)
  • 49 Liter pro Quadratmeter Wien-Stammersdorf (W)
  • 53 Liter pro Quadratmeter Wien-Donaufeld (W)

Absolut sonnigste Orte

  • 276 Sonnenstunden Mörbisch (B)
  • 267 Sonnenstunden Güssing (B)
  • 264 Sonnenstunden Summerau (OÖ)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 113 km/h Vöcklabruck (OÖ, 13.)
  • 110 km/h Mörbisch (B, 30.)
  • 101 km/h Wien-Jubiläumswarte (W, 31.)

Stärkste Windspitzen Berge

  • 146 km/h Villacher Alpe (K, 30.)
  • 121 km/h Sonnblick (S, 30.)
  • 110 km/h Feuerkogel (OÖ, 26.)

Quelle Titelbild: pixabay

Freitag bis zu 36 Grad – am Samstag heftige Gewitter

Die Hitze mit mehr als 30 Grad kommt zurück.

Es geht aufwärts

Heute beschäftigt uns noch schwacher Tiefdruckeinfluss, wechselhaftes Wetter ist im Großteil Österreichs die Folge. In der Wetterküche stehen aber schon alle Zutaten für zunehmend heiße Bedingungen in den kommenden Tagen bereit: Schon am Mittwoch macht sich aus Südwesten nämlich das Hoch FREDERIK bemerkbar, zeitgleich bringt sich draußen auf dem Atlantik Tief JANTRA in Stellung. Dieses für die Jahreszeit ungewöhnlich kräftige Tief sorgt bei uns für eine südwestliche Höhenströmung, die Temperaturen steigen von Tag zu Tag an. Am Mittwoch selbst ist mit 20 bis 27 Grad von der nahenden Hitze noch nichts zu spüren, doch schon am Donnerstag klettern die Temperaturen im Westen auf bis zu 32 Grad.

Brütende Hitze am Freitag

Am Freitag findet sich das Tief nördlich von Irland ein, an dessen Vorderseite wird noch deutlich heißere Luft von der Iberischen Halbinsel bis nach Österreich geschaufelt.

Die Großwetterlage am Freitag.

Uns erwartet nach derzeitigem Stand der heißeste Tag in diesem August, der bisherige Höchstwert liegt bei 35,5 Grad – aufgestellt am Monatsersten in Innsbruck. Siehe die Tabelle mit den 10 höchsten Temperaturen bislang im August 2020:

Die bislang höchsten gemessenen Temperaturen im August 2020.

Der Westen des Landes wird auch am kommenden Freitag der Hitzepol sein, auf bis zu 36 Grad klettern die Temperaturen bei leicht föhnigen Bedingungen von Vorarlberg bis Salzburg. Die 30-Grad-Marke wird jedoch in jedem Bundesland klar überschritten.

Hier die prognostizierten Höchstwerte der Landeshauptstädte am Freitag und Samstag:

Stadt Höchstwert am Freitag Höchstwert am Samstag
Wien 31 32
St. Pölten 31 33
Eisenstadt 31 32
Linz 32 34
Graz 31 33
Klagenfurt 33 33
Salzburg 35 33
Innsbruck 36 31
Bregenz 34 28

Heftige Gewitter am Samstag

Am Samstag verlagert sich die Heißluft mehr und mehr in die Osthälfte, Temperaturen von 34 Grad werden dann an der leicht föhnigen Alpennordseite von Salzburg ostwärts erreicht. Im Westen macht sich dagegen schon die kräftige Kaltfront von Tief JANTRA bemerkbar. Nach einem freundlichen Start entstehen ab etwa Mittag in Vorarlberg und Nordtirol mehr und mehr Gewitter, diese breiten sich bis zum Abend auch auf Salzburg, Ober- und Niederösterreich aus. Die Gewitter können heftig ausfallen und mit großen Regenmengen, Hagel und Sturmböen einhergehen. Sie vertreiben auch die heiße Luft nach Osten, so pendeln sich die Temperaturen am Sonntag bei deutlich erträglicheren und zur Jahreszeit passenden 20 bis 26 Grad ein.

Erste Augusthälfte: Zu warm, zu nass

Ein Hinweis in eigener Sache vorneweg: Falls ihr auf den Grafiken bestimmte Zahlen nicht lesen könnt, gibt es Abhilfe: Einfach anklicken bzw. antippen und schon seht ihr die Grafik etwas größer 🙂

Über das gesamte Land gemittelt verlief die erste Augusthälfte fast 2 Grad zu warm, +1,8 Grad beträgt die Abweichung ganz genau. Mehr als 1 Grad über dem langjährigen Mittel war es dabei überall, in Salzburg und Oberösterreich sowie im Südosten sogar mehr als 2 Grad.

Paradoxerweise ging diese zu warme erste Augusthälfte nicht – wie man vielleicht annehmen könnte – mit stabilem Hochdruckwetter einher. Anfang des Monats versorgte ein Italientief die Alpennordseite mit großen Regenmengen, zudem gingen viele Gewitter nieder. Folglich ist österreichweit bis dato um 50% mehr Regen gefallen als in einem durchschnittlichen August üblich. Herausragend ist dabei u.a. die Stadt Salzburg, wo es dreimal so viel Regen gab als sonst in der ersten Augusthälfte.

Bei der folgenden Karte der Blitzdichte sieht man gut, wo in den vergangenen 2 Wochen die meiste Action war: Besonders viele Gewitter gingen nämlich von Oberösterreich bis zur Südoststeiermark und zum Südburgenland nieder.

Bei den Absolutzahlen hat – mal wieder – die Steiermark die Nase vorne. Von den landesweit knapp 225.000 Blitzen entfielen mehr als 70.000 und somit rund jeder dritte Blitz auf die Steiermark.

Quelle Titelbild: pixabay

Heute noch kräftige Gewitter im Osten

Aufgenommener Blitz von unserer Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien

Ein aktueller Blick aus dem Satelliten zeigt uns die Großwetterlage. Ein Tief dreht sich über Westfrankreich und schaufelt sehr warme und gewitteranfällige Luft nach Mitteleuropa. Besonders in der noch sonnigen Osthälfte unseres Landes (roter Kreis) steigt jetzt am Nachmittag die Gewittergefahr!

Satellitenbild von Europa

Die aktuellen Temperaturen: Knapp 30 Grad schon in Wien, Niederösterreich und im Burgenland, nach Westen zu etwas kühler unter den Wolken.

Sommerlich warm bis heiß heute.

Die Vorwarnungen gelten heute für ganz Österreich, gewittern kann es also überall! Die größte Unwettergefahr besteht aber grob von Salzburg ostwärts, auch in Wien könnte es ab ca. 16 oder 17 Uhr blitzen und donnern. Da sich die Gewitter nur langsam verlagern besteht – ähnlich wie in den vergangenen Tagen – in erster Linie die Gefahr von großen Regenmengen in kurzer Zeit inkl. lokaler Überflutungen.

Gewittervorwarnungen in Österreich.

Quelle Titelbild: foto webcam Wien

Heute bis zu 36 Grad und kräftige Gewitter

Heftige Gewitter in Deutschland. @unsplash

Deutschland liegt heute „zwischen den Stühlen“. Im Norden und Osten bestimmt Hoch EMIL mit Kern über Skandinavien das Wetter mit trockener Luft, nach Westen und Süden zu macht sich hingegen Tief HEIKE über Frankreich mit deutlich feuchterer und somit gewitteranfälligerer Luft bemerkbar.

Die Großwetterlage am Dienstag, Quelle: http://www.met.fu-berlin.de

Heiß wird es in den kommenden Stunden überall, die 30-Grad-Marke fällt mit Ausnahme der Hochlagen der Mittelgebirge sowie des Küstenumfelds verbreitet. Spitzenwerte heute: 35 oder sogar 36 Grad entlang des Rheins.

Prognostizierte Höchstwerte am Dienstag, Quelle: UBIMET

Das angesprochene Tief sorgt für teils kräftige Gewitter, die am Nachmittag entstehen und besonders im Westen bis weit in die Nacht hinein andauern können. Da sich die Gewitter nur langsam bewegen, besteht die Hauptgefahr in großen Regenmengen. Doch auch kleinerer Hagel ist möglich! Hier ein Überblick der gefährdetsten Regionen (Abstufung gelb-orange-rot):

Folglich haben wir bereits die gesamte Südwesthälfte vorgewarnt, alle Warnungen findet ihr wie immer auf der Hauptseite des Unwetterradars.

Vorwarnungen für Gewitter, Quelle: UBIMET

 

Heute verbreitet Gewitter

@ https://stock.adobe.com

Auf der Wetterkarte für heute sehen wir wenige Isobaren – Linien gleichen Luftdrucks – über Mitteleuropa. Das heißt, da ist wenig Bewegung drinnen, die heiße Luft wird also von der Sonne an Ort und Stelle aufgekocht und die Gewitter ziehen nur sehr langsam. Tief HEIKE über Frankreich sorgt zusätzlich für etwas Labilisierung.

Die Großwetterlage am Dienstag, Quelle: http://www.met.fu-berlin.de

Bis es mit den Gewittern so richtig losgeht, erwärmt sich die Luft auf sommerliche Werte, bis zu 30 Grad sind heute verbreitet zu erwarten.

Prognostizierte Höchstwerte am Dienstag, Quelle: UBIMET

Zwar gehen schon jetzt am Vormittag im östlichen Flachland, in Kärnten und der Weststeiermark erste Gewitter nieder, ab etwa Mittag steigt dann aber im Großteil des Landes die Gewitterneigung. Dementsprechend haben wir das gesamte Land vorgewarnt:

Vorwarnungen für Gewitter, Quelle: UBIMET

Da, wie eingangs erwähnt, die Gewitter nur sehr langsam ziehen, besteht heute die Hauptgefahr primär aus großen Regenmengen, kleinem Hagel und lokal kräftigen Böen.

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Ein normaler Sommermonat: Juli war durchschnittlich warm

Schafberg am Mondsee

Ein normal temperierter Sommermonat

Verglichen mit dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 bilanziert der Juni 2020 mit einer Abweichung von wenigen Zehntel Grad nahezu ausgeglichen, die Abweichungen sind über den Großteil des Landes ähnlich verteilt. Einzig Vorarlberg sticht etwas heraus, im Ländle war der Juli nämlich um etwa 1 Grad zu warm. Auch wenn der Juli 2020 verglichen mit der Referenzperiode von 1981 bis 2010 durchschnittlich verlief, liegt dennoch einer der 45 wärmsten Julimonate der Messgeschichte hinter uns. Erklären lässt sich dies mit dem Klimawandel. Stellt man den Juli 2020 nämlich der vorangegangenen Referenzperiode von 1961 bis 1990 gegenüber, so beträgt die Abweichung schon gut +1,5 Grad. Dieser Zeitraum war noch nicht so stark vom Klimawandel beeinflusst, das Temperaturmittel in diesen 30 Jahren war schlicht nicht so hoch.

Temperaturabweichungen zum langjährigen Mittel von 1981-2010 im Juli.

Hitze- und Sommertage

Betrachtet man die Anzahl an Sommer- und Hitzetagen (also all jene Tage, an denen mindestens 25 bzw. 30 Grad gemessen wurden), sieht man, dass der Juli auch in dieser Hinsicht durchschnittlich verlief. 25 Sommertage waren es etwa in Hohenau an der March und in Andau, auch bei den Hitzetagen liegen diese Stationen mit 13 Tagen an der Spitze. Doch auch in höher gelegenen Orten wie Mariazell oder Holzgau schaffte der Juli am 28. des Monats einen Hitzetag. Dieser Tag war es auch, an dem die bislang höchste gemessene Temperatur in Österreich erreicht wurde: Bei 37,2 Grad schwitzte man in der Wiener Innenstadt, gut 36 Grad waren es am heißesten Tag des bisherigen Jahres aber auch in Innsbruck.

Anzahl der Sommertage im Juli 2020.
Anzahl der Heißen Tage im Juli 2020.

Große Unterschiede bei Regenmengen

Der zurückliegende Monat war – typisch für einen Hochsommermonat in Österreich – geprägt von zahlreichen Schauern und Gewittern und nur selten von flächendeckendem Regen. Im landesweiten Mittel ist dabei in etwa exakt so viel Regen gefallen wie in einem durchschnittlichen Juli, dabei gab es jedoch große lokale Unterschiede bei den Regenmengen. Deutlich zu trocken war der Juli in Vorarlberg und Tirol sowie punktuell im Osten. So fehlen etwa in Umhausen im Ötztal gut 60% auf eine ausgeglichene Regenbilanz, 44 statt 110 Liter pro Quadratmeter fielen hier. Im Gegensatz hierzu führt wiederholte Schauer- und Gewittertätigkeit in der Osthälfte vielerorts für einen Regenüberschuss. Besonders in Kärnten und der Steiermark beträgt dieser 40 bis 80%. Auf der Laßnitzhöhe bei Graz ist sogar die doppelte Regenmenge eines durchschnittlichen Julis zusammengekommen.

Niederschlagsabweichungen zum langjährigen Mittel von 1981-2010 im Juli.

Sonne erreicht Soll

Der Juli wurde seinem Ruf als sonnigster Monat im Jahresverlauf voll und ganz gerecht, praktisch im gesamten Land wurde das Soll an Sonnenstunden erreicht oder sogar leicht übertroffen. So erreichte Feldkirch mit 266 Sonnenstunden einen leichten Überschuss von 40 Stunden. Der absolut sonnigste Ort des Landes war jedoch Mörbisch, hier am Neusiedler See schien die Sonne in Summe 319 Stunden lang. Pro Tag bedeutet dies mehr als 10 Sonnenstunden, die man genießen konnte.

Quelle Titelbild: Adobe Stock

36 Grad – morgen heißester Tag des Jahres

Brütende Hitze am Dienstag

Bis dato steht der 10. Juli als bislang heißester Tag des Jahres in den Chroniken, an diesem Tag wurde mit 35,5 Grad in der Wiener Innenstadt auch die höchste Temperatur 2020 gemessen. Im Vorfeld von Tief DANA mit Kern über der Nordsee erreicht uns morgen aber noch heißere Luft, die Temperaturen klettern im Großteil des Landes deutlich über die 30-Grad-Marke.

Tief DANA schaufelt heiße Luft heran.

Die Spitzenwerte liegen am Dienstag im Bereich von 36 oder vereinzelt sogar 37 Grad, die Hitzepole befinden sich dabei in

  • Niederösterreich
  • Wien
  • und dem Nordburgenland

Wer der Hitze entfliehen will, muss hoch hinaus. Denn selbst auf 1.500 m werden rund 25 Grad erreicht, verhältnismäßig frische 13 Grad gibt es in 3.000 m Seehöhe.

Am Abend Unwettergefahr

Im Laufe des Abends werden dann aber neben der Hitze auch heftige Gewitter mehr und mehr die Schlagzeilen bestimmen. Die Kaltfront von Tief DANA ist nämlich nicht weit entfernt, vor der Front herrschen optimale Bedingungen für die Entstehung von Unwettern. Los geht’s am späten Nachmittag bzw. frühen Abend mit ersten kräftigen Hitzegewittern von Vorarlberg bis zur Obersteiermark, im weiteren Verlauf ziehen diese dann nordostwärts aus den Bergen hinaus. Somit muss man sich in den späten Abend- und Nachtstunden auch in Ober- und Niederösterreich auf teils kräftige Gewitter einstellen. Außen vor dürfte dagegen der Süden und Osten bleiben.

Hier die Unwettergefahr für morgen skizziert:

Große Gewittergefahr am Dienstag.

Markant dürfte aber auch der Wind werden: Mit Durchzug der Gewitter sowie in deren Vorfeld frischt vom Innviertel bis in den Großraum Wien kräftiger bis stürmischer Westwind auf.

Kurze Abkühlung am Mittwoch

Am Mittwoch liegt die Kaltfront dann genau über den Alpen, aus der Nacht heraus regnet es von Vorarlberg bis ins östliche Flachland schauerartig. Rasch wird es hier aber schon wieder sonnig, am Nachmittag sind von Osttirol bis ins Südburgenland noch einmal kräftige Gewitter zu erwarten. Hier wird es mit bis zu 30 Grad auch am wärmsten, sonst kühlt es auf 22 bis 28 Grad ab.

Diese Abkühlung ist aber nur von kurzer Dauer, denn schon am Donnerstag erreicht uns ein neuer Schwall heißer Luft aus Südwesteuropa. 25 bis 32 Grad werden erreicht, wobei die 30-Grad-Marke im Inntal sowie im lokal auch im östlichen Flachland geknackt wird.

Noch heißer dürfte aus heutiger Sicht der Freitag werden, die Temperaturen klettern auf 28 bis 35 Grad. Der Hitzepol wird dabei im Westen des Landes sein.

Nach Starkregen folgt neuer Sommeranlauf

Viel Regen in Osthälfte

Wenig sommerlich präsentierte sich der Samstag in der Osthälfte: Teils kräftiger Regen und Temperaturen oft nur um die 15 Grad erinnerten mehr an den Herbst als an den Hochsommer. Am meisten Regen kam in Kilb im Bezirk Melk im Mostviertel zusammen, gut 40 l/m² und somit rund ein Drittel des gesamten durchschnittlichen Juli-Niederschlags fielen hier binnen 24 Stunden. Generell wurden die größten Regenmengen in Niederösterreich gemessen, westlich der Linie Mistelbach-Gutenstein fielen flächendeckend mehr als 20 l/m².

Die Regenmengen des gestrigen Samstags.

Die größten Regenmengen am gestrigen Samstag:

  1. Kilb* 43 l/m²
  2. Lackenhof* 42 l/m²
  3. Lunz am See 41 l/m²
  4. Bärnkopf 38 l/m²
  5. Kolomansberg 35 l/m²
  6. Neubruck* 35 l/m²
  7. Gars am Kamp 34 l/m²
  8. Loosdorf 33 l/m²
  9. Weitra 33 l/m²

* Station des Hydrografischen Dienstes Niederösterreich

Wetterberuhigung zu Wochenbeginn

Ab morgen ist das Höhentief Geschichte, von Westen her setzt sich höherer Luftdruck durch.

Der Montag verläuft häufig sonnig, Restwolken lösen sich bald auf. In der Osthälfte entstehen aber wieder vermehrt Quellwolken und in der Folge einzelne Regenschauer oder Gewitter. Von Vorarlberg bis Oberösterreich bleibt es ganztags sonnig. Mit 24 bis 30 Grad wird es sommerlich warm, die 30 Grad gibt es v.a. in Vorarlberg und Tirol.

Auch am Dienstag scheint zunächst verbreitet die Sonne. Ab Mittag bilden sich vom Mühl- bis ins Weinviertel sowie einerseits entlang der Nordalpen, aber auch in den südlichen Gebirgsgruppen lokal kräftige Wärmegewitter. Bis zum Abend trocken bleibt es noch am Bodensee, im Innviertel, in vielen inneralpinen Tälern und vom Leibnitzer Feld bis ins Burgenland. Vor allem im Osten wird es hochsommerlich, die Temperaturen steigen auf 24 bis 32 Grad.

Stabiles Hoch Fehlanzeige

Zwar geht es ab Mittwoch sommerlich warm weiter, ein stabiles Hoch ist aber weit und breit nicht in Sicht. Von Westen her erreichen nämlich immer wieder schwach ausgeprägte Fronten den Alpenraum, folglich bleiben Schauer und Gewitter treu an unserer Seite. Diese können lokal kräftig ausfallen. Auch die 30 Grad dürften in der zweiten Wochenhälfte höchstens vereinzelt fallen, der beständig unbeständige Sommer geht also in eine neue Runde.

Quelle Titelbild: pixabay

Heute kräftige Gewitter im Osten

Schauer und Gewitter mit Blitz

Am Nachmittag muss man sich speziell von der Ostsee über den Großraum Berlin, Sachsen bis zum Bayerischen Wald auf ein paar Gewitter einstellen. Die größte Unwettergefahr (auf der Karte rot strichliert) besteht dabei in der deutsch-polnischen Grenzregion, sprich vom Stettiner Haff bis zum Zittauer Gebirge.

Da sich die Gewitter nur langsam bewegen, besteht die Hauptgefahr in großen Regenmengen von bis zu 50 l/m² in kurzer Zeit. Doch auch kleiner Hagel ist möglich!

Große Gewittergefahr heute im Osten.

Verantwortlich für die Gewitter ist ein Höhentief über Serbien, das feuchte und labil geschichtete Luft bis in den Osten unseres Landes schaufelt (schwarzer Pfeil):

Ein Höhentief schaufelt feucht-labile Luft heran.

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Sonne im Westen – Starkregen im Osten

Zweigeteiltes Wetter. © Adobe Stock

Vorarlberg: Strahlender Sonnenschein, bestes Ausflugswetter.

Quelle: https://www.foto-webcam.eu/webcam/feldkirch/

Wien: Dichte Wolken, kräftiger Regen. Perfekt für einen Couchtag.

Quelle: https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien/

Wir sehen, vor allem vom Salzkammergut bis ins östliche Flachland kommt heute einiges an Regen zusammen. Lokal bis zu 40 l/m².

Regenmengen heute und morgen.

Viel Regen an der Alpennordseite

Heute liegt das Höhentief noch über Nordostdeutschland, in den kommenden Tagen zieht es südwärts über Tschechien und Österreich Richtung Balkan. Hier die Position des Tiefs am Samstagmittag über Kroatien. In einem weiten Bogen wird feuchte Luft an die Alpennordseite gelenkt (blauer Pfeil):

Ein Höhentief sorgt für wechselhaftes Sommerwetter. Quelle: UBIMET / ECMWF

Los geht’s mit dem Regen heute Nachmittag und Abend von Deutschland her. Hier seht ihr die Regensummen bis Sonntagabend. 30 l/m² in Wien, noch mehr in den Nordalpen und hier besonders vom Loferer Land bis zu den Gutensteiner Alpen: 40 bis 60 oder gar 70 l/m² sind hier zu erwarten!

Viel Regen in den Nordalpen. Quelle: UBIMET

Wenige Gewitter im Sommer 2020

Hier eine Übersicht der Blitze in den vergangenen Sommer seit 2009. In blau der Durchschnitt in diesem Zeitraum: rund 1,2 Millionen Blitze.

 

Quelle Titelbild: Stormscience Austria

35 Grad: Freitag kurz Hitze, Samstag markante Abkühlung

Zweigeteiltes Wetter. © Adobe Stock

Bis zu 35 Grad am Freitag

Eine Woche nach den Kindern und Jugendlichen Osten starten am Freitag nun auch die restlichen Schüler in die Ferien, das Wetter hierzu könnte kaum sommerlicher ausfallen. An der Vorderseite des Ex-Tropensturms Edouard mit Kern über Deutschland erreichen nämlich sehr heiße Luftmassen unser Land.

Eine Kaltfront erfasst Österreich

Somit klettern die Temperaturen erstmals in diesem Jahr in jedem Bundesland auf 30 Grad oder mehr. Die Hitzepole werden dabei Wien, Niederösterreich und das Burgenland sein, hier werden schweißtreibende 35 Grad erreicht. Der Freitag wird zudem als bislang heißester Tag des Jahres 2020 in die Bilanz eingehen, bis dato liegt die Wiener Innenstadt mit 32,9 Grad am 28. Juni noch an der Spitze.

Am Freitag wird es sehr heiß.

Die Hitze ist jedoch nicht gekommen, um zu bleiben. Schon im Laufe des Freitags bilden sich von Vorarlberg bis in die Obersteiermark vermehrt teils kräftige Gewitter, sie kündigen die nahende Kaltfront von EDOUARD an.

Samstag Temperatursturz

Die Kaltfront erfasst am Samstag weite Teile Österreichs mit kräftigem Regen, die sommerlichen Temperaturen werden Richtung Balkan abgedrängt. So kommen die Höchstwerte nicht mehr über 16 bis 26 Grad hinaus, die 26 Grad gibt es aber auch nur noch im äußersten Osten und Südosten am Vormittag. Im Vergleich zum Freitag stürzen die Temperaturen also um rund 10 bis 15 Grad ab. Im Laufe des Tages verlagert sich die Front samt Regen und Gewittern in den Osten und Südosten des Landes, von Bregenz bis Linz kommt hinter der Kaltfront am Nachmittag sogar noch zeitweise die Sonne zum Vorschein.

Große Regenmengen kommen an der Alpennordseite zusammen.

Sommerwetter auch bei zweitem Formel 1-Rennen

Bedingt durch die Corona-Pandemie findet auch das zweite Rennen der Formel-1-Saison in Österreich statt, am kommenden Sonntag präsentiert sich die Obersteiermark neuerlich von ihrer sommerlichen Seite. Die Front ist mittlerweile über Osteuropa zum Liegen gekommen, ein Ableger des Azorenhochs sorgt nicht nur in Spielberg für überwiegend sonnige Bedingungen.

Hochdruckeinfluss am Sonntag

Sich bildende Quellwolken im Tagesverlauf stören dabei weder das Renngeschehen noch Freizeitaktivitäten jeglicher Art. Mit 21 bis 28 Grad wird es zudem schon wieder deutlich wärmer.

Kräftiges Hoch zum Wochenstart

Das Hoch vom Sonntag beschert uns dann auch zu Beginn der neuen Woche oftmals sonniges und angenehm warmes Ferienwetter. Am Montag werden z.B. 18 bis 25 Grad erreicht, am Dienstag 22 bis 29 Grad. Ob es dann im weiteren Verlauf der Woche mit stabilem Sommerwetter weitergeht, Gewitter mitmischen oder gar ein Tief über Osteuropa in unser Wetter eingreift, ist derzeit noch nicht vorhersagbar.

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Stürmischer Sonntag im Norden

Sturm Orkan

Werfen wir zunächst einen Blick auf die Frontenkarte für den morgigen Sonntag. Im Süden Deutschlands ist das Hoch WINFRIED vorherrschend, ein Ableger des Azorenhochs. Dieses sorgt für ruhige Bedingungen, unser Fokus liegt also klar auf der Mitte und dem Norden des Landes. Zwischen dem Hoch und Tief WENDY mit Kern vor der norwegischen Atlantikküste stellt sich nämlich ein ordentlicher Luftdruckunterschied ein – beachtlich für diese Zeit im Jahr, doch dazu später mehr…

Auch die Kaltfront von Tief WENDY ist gut zu erkennen, sie erreicht zu Mittag den Norden des Landes.

Tief WENDY zieht nördlich an Deutschland vorbei

In den Morgenstunden wird es zunächst an der Nordsee stürmisch, im Laufe des Vormittags dann auch mehr und mehr im Landesinneren. Hier seht ihr die berechneten Spitzenböen am morgigen Tag nach dem europäischen Wettermodell ECMWF. Verbreitet gibt es Windspitzen von 60-80 km/h, direkt an der Nordsee geht’s auch bis knapp 90 km/h hinauf!

Abends beruhigt sich die Lage oft wieder, nur an der See bleibt es bis Montagmorgen besonders mit durchziehenden Schauern und einzelnen Gewittern stürmisch.

Die erwarteten Windböen am Sonntag.

Kommen wir zur Einordnung. Viele werden nun sagen: „Naja Sturm mit 70 km/h gibt es bei mir öfters, ist nichts besonderes.“

Im Winter mag das stimmen, aber für Anfang Juli nicht. Wir befinden uns nämlich aktuell im Hochsommer und somit in einer Zeit, in der Sturmtiefs keine Rolle in unserem Wetter spielen. Wenn es Sturmböen gibt, dann primär mit Gewittern (dann aber meist nur lokal).

Das unterstreicht auch der sogenannte EFI (= Extreme Forecast Index), dargestellt für morgen Sonntag auf unserer letzten Grafik. Es handelt sich dabei um eine Kennzahl, die zwischen -1 und +1 liegt. Beim Wert 0 handelt es sich um ein alltägliches Ereignis, bei -1 und +1 dagegen um außergewöhnliche Ereignisse, wie beispielsweise extrem tiefe oder hohe Temperaturen. Wir sehen: Morgen liegt der EFI in Norddeutschland zwischen 0,8 und 0,9. Ein durchaus außergewöhnlicher stürmischer Sonntag im Juli wird das also…

Außergewöhnlich hohe Windgeschwindigkeiten für Juli am Sonntag

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1816 – Das Jahr ohne Sommer

Der Sommer 1816 fiel einem Vulkanausbruch zum Opfer.

Das Jahr 1816 ging als das „Jahr ohne Sommer“ in die Geschichte ein, mit tagelangen Regenfällen und Gewittern, Nachtfrösten und stellenweise selbst mit Schnee bis in mittlere Lagen. Wir werfen hier einen kleinen Blick zurück in die Vergangenheit und erklären, was damals in der Atmosphäre los war. Das Jahr 1816 wird in weiten Teilen Europas und auch in Nordamerika als das „Jahr ohne Sommer“ bezeichnet. Ungewöhnliche Kälteperioden, die selbst Anfang Juli und Ende August im Nordosten der USA sogar zu Nachtfrost führten, waren nur eine der ungewöhnlichen Wetterkapriolen in jenem Jahr. Im Osten Kanadas soll es sogar zu heftigen Schneefällen gekommen sein. Auch ein Großteil Europas erlebte ganz und gar unsommerliches Wetter mit häufigem Regen und extrem niedrigen Temperaturen.

Hochwasser und Missernten

Viele Chroniken beispielsweise aus der Schweiz, dem Elsass oder auch dem südlichen Deutschland berichten von häufigem Hochwasser, der Rhein trat über die Ufer und überschwemmte ähnlich wie viele andere Flüsse im südlichen Mitteleuropa viele Landstriche. Die Luft war oft kalt genug, dass es in den Nordalpen mehrfach bis gegen 800 Meter herab schneite. Auch weite Teile Frankreichs und Großbritanniens erlebten über längere Phasen hinweg nasskaltes Wetter, welches zu Missernten führte. In einigen Regionen, besonders in der Schweiz, führte dies sogar zu Hungersnöten, da der Getreidepreis innerhalb kurzer Zeit extrem anstieg.

Vulkan als Ursache

Erst im frühen 20. Jahrhundert kam man den Ursachen für diese Witterungsanomalie auf die Spur. Im Jahre 1815, also ein Jahr zuvor, brach der Tambora-Vulkan in Indonesien aus. Dieser Ausbruch gehört bis heute zu den schwersten Eruptionen neuerer Zeit, die neben enormen Asche- und Staubmengen vor allem auch große Mengen an Schwefel in die Atmosphäre schleuderte. Dieser legte sich wie ein Schleier um die Erde und dämpfte die Sonnenstrahlung markant, wodurch die globale Temperatur der Erde für einige Jahre um rund 1 Grad absank. Zudem gab es bereits in den Jahren davor andere, schwächere Ausbrüche. In Kombination mit der Tambora-Eruption hatte diese ungewöhnliche Serie von Ausbrüchen einen folgenreichen Effekt auf das globale Klima.

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107.000 Blitze: Kräftige Gewitter am Mittwoch

Vorsicht bei Blitz und Donner in den Bergen!

Heftige Gewitter

Im Laufe des gestrigen Mittwochs entlud sich die drückende Hitze mit bis zu 32 Grad in Wien und Andau in weiten Teilen Österreichs in zum Teil schweren Gewittern. Besonders betroffen war – wie bereits am Montag – die Steiermark. So wurden mit Durchzug eines kräftigen Gewitters in Turnau in der Obersteiermark schwere Sturmböen von bis zu 93 km/h gemessen, stürmische Böen gab es außerdem auch in Mürzzuschlag und Rottenmann.

Eindrucksvolle Gewitter am Mittwoch, hier im Mühlviertel. Quelle: Storm Science Austria

Auch bei den Regensummen stechen steirische Wetterstationen hervor: 53 Liter pro Quadratmeter wurden in Murau registriert, 45 l/m² in St. Radegund.

Große Regenmengen lokal am Mittwoch.

Größerer Hagel wurde zudem aus Stallhofen im Bezirk Voitsberg gemeldet:

Blitz-Hotspot Steiermark

Landesweit wurden am Mittwoch mehr als 107.000 Blitze detektiert, davon 64.661 in der Steiermark, 10.649 in Niederösterreich und 9.450 im Burgenland. Damit blitzte es in der Steiermark an nur einem Tag deutlich öfter als im gesamten vorangegangen Halbjahr (45.000 Blitze von 1. Jänner bis 30. Juni). Auch bei der Blitzdichte hatte die Steiermark die Nase vorne: Pro Quadratkilometer wurden am Mittwoch fast 4 Blitzentladungen registriert (siehe nächste Grafik).

Extrem viele Blitze in der Steiermark.

So ist es wenig verwunderlich, dass die blitzreichste Gemeinde ebenfalls in der Steiermark beheimatet ist. In Mariazell blitzte es 2.426 mal, gefolgt von Gaming in Niederösterreich mit 2.252 Entladungen. Der stärkste Blitz mit einer Stromstärke von rund 222.000 Ampere wurde dagegen in der Gemeinde St. Leonhard/Pitztal in Tirol registriert.

Anzahl Blitze am Mittwoch, aufgeschlüsselt nach Bundesländern:

  1. 64.661 Steiermark
  2. 10.649 Niederösterreich
  3. 9.450 Burgenland
  4. 6.332 Tirol
  5. 6.258 Oberösterreich
  6. 5.746 Kärnten
  7. 2.883 Salzburg
  8. 1.368 Vorarlberg
  9. 79 Wien

Regensummen am Mittwoch:

  1. 53 l/m² Murau (ST)
  2. 45 l/m² St. Radegund (ST)
  3. 34 l/m² Gstatterboden (ST)
  4. 33 l/m² Gleisdorf (ST)
  5. 30 l/m² Krimml (S)

Auch am Donnerstag Unwettergefahr!

Im Vorfeld einer Kaltfront über Deutschland muss man auch am heutigen Donnerstag wieder mit teils kräftigen Gewittern rechnen, ähnlich starke Entwicklungen wie am Mittwoch sind wahrscheinlich. Los geht es im Laufe des Nachmittags im gesamten Bergland, später ziehen dann auch in Oberösterreich kräftige Gewitter von Bayern her durch. Zum Abend hin können sich die Gewitter auch auf das Grazer Becken ausbreiten, geringer ist die Gewittergefahr heute im Nordosten.

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Warum ist schwüles Wetter so anstrengend?

Schwüles Wetter treibt den Schweiß auf die Stirn.

Schwüle ist ein subjektives Empfinden. Das heißt während manche Menschen bereits bei 25 Grad unter der Hitze stöhnen, befinden sich andere bei diesen Temperaturen noch in ihrer ganz persönlichen „Wohlfühlzone“. Es gibt also keine eindeutige Definition. Einen Hinweis auf bevorstehende Schwüle gibt aber in einer klaren und windstillen Nacht die Tiefsttemperatur: Liegt sie bei mehr als 15 Grad, ist ein schwüler Tag zu erwarten, bei mehr als 20 Grad (Tropennacht) ist am nachfolgenden Tag mit starker, drückender Schwüle zu rechnen.

Auswirkungen auf den menschlichen Körper

Bei warmem Wetter wird der Körper durch die Verdunstungskälte von Schweiß gekühlt. Allerdings verdunstet der Schweiß umso schlechter, je feuchter die Luft ist. Damit kann der Körper bei schwüler Luft nur noch schlecht gekühlt werden. In Folge dessen drohen Kreislaufprobleme und Schwindel, auch die Gefahr eines Kreislaufkollaps und eines Herzinfarkts ist erhöht. Daher sollten ungewohnte körperliche Anstrengungen vermieden werden. Das gilt vor allem während Hitzewellen in Mitteleuropa oder Urlauben in tropischen oder subtropischen Gefilden.

Essen und Trinken bei Schwüle

Angesichts der verlockenden Aussicht ein kühles Getränk zu sich zu nehmen, klingt folgender Rat vielleicht komisch: Man sollte eiskalte Getränke bei Hitze vermeiden. Im Mundraum kann dieses zwar erfrischend wirken, sobald es aber im Magen ist, wird es auf Körpertemperatur erwärmt. Dabei wird dem Körper das Signal gegeben, dass er wärmen soll – genau das Falsche bei drückender Hitze.

Auch eine bewusste Ernährung hilft das schwüle Wetter leichter zu ertragen. Schwere, fettige Speisen und Alkohol stellen eine zusätzliche Belastung dar. Esst deshalb vermehrt leicht verdaubare Lebensmittel wie frisches Obst, rohes Gemüse, Joghurt oder Kefir.

Schwüle-Hotspots

Insgesamt sind schwüle Tage in Mitteleuropa recht selten – pro Jahr ist meist mit 10 bis 20 solcher Tage zu rechnen.

25 bis 30 schwüle Tage gibt es vor allem:

  • In Österreich: Wien bis zum Neusiedler See
  • In Deutschland: Oberrheingraben von Basel bis Frankfurt
  • In der Schweiz: Tessin

Selten ist Schwüle hingegen in Norddeutschland, in den höheren Lagen der Mittelgebirge und in den Alpen.

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Junirückblick: Durchschnittlich warm, mehr Regen

Besonders im Osten Deutschlands sind heute kräftige Schauer und Gewitter unterwegs.

Ein normal temperierter Sommermonat

Verglichen mit dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 bilanziert der Juni 2020 durchschnittlich, die Abweichungen sind über das ganze Land gemittelt kaum messbar. Während es in der Osthälfte um maximal ein halbes Grad zu warm war, schließt der Westen eine Spur zu kühl ab.

Die Temperaturen zeigten sich ausgeglichen.

Anhand dieses Monats sieht man, wie sehr einen das Gefühl trügen kann. Viele Menschen würden den Juni instinktiv als deutlich zu kalt einstufen, einen normal temperierten Sommermonat gibt es in den vergangenen Jahren tatsächlich immer seltener.

Wenig Hitzetage

So richtig hochsommerlich heiß wurde es dann erstmals im ganzen Land am vergangenen, dem letzten Wochenende im Juni. Bis auf knapp 33 Grad kletterte das Thermometer in der Wiener Innenstadt. An selbiger Station wurde auch die erste Tropennacht des Jahres in Österreich verzeichnet, die Temperatur sank nicht unter 21 Grad. Vergangene Nacht folgten noch einige weitere Stationen im Osten des Landes mit ihrer jeweils ersten Tropennacht.

Die höchsten Temperaturen des Junis 2020.

Das durchschnittliche Temperaturniveau schlägt sich auch in der Anzahl der Hitzetage nieder. Eine Hitzewelle blieb aus, folglich weisen die Spitzenreiter im Land auch „nur“ drei Tage mit mehr als 30 Grad auf. Im Juni des Vorjahres waren es noch verbreitet 10-15 Hitzetage, auch die Anzahl der Sommertage liegt um etwa 50% unter jener des Junis 2019.

Anzahl der Hitzetage im Juni.
Anzahl der Sommertage im Juni.

Extreme Regenmengen im Nordosten

Der zurückliegende Monat war geprägt von zahlreichen Schauern und Gewittern, auch ein paar nahezu stationäre Fronten sorgten für ausreichend Nass von oben. Im landesweiten Mittel beträgt der Regenüberschuss rund 10 bis 20 Prozent, wobei es nordöstlich der Linie Mühlviertel-Mittelburgenland deutlich zu nass war. So fiel in St. Pölten, Weitra und Langenlebarn doppelt so viel Regen wie in einem durchschnittlichen Juni. Auch von Vorarlberg bis Kärnten fällt die Regenbilanz leicht positiv aus, die zu trockenen Regionen waren dementsprechend rar gesät. Einzig vom Pongau und dem Salzkammergut bis zum Semmering wurde das Regensoll nicht ganz erfüllt, in Tamsweg fehlen z.B. rund 30% auf eine ausgeglichene Bilanz.

Vor allem im Nordosten deutlich mehr Regen als üblich.

Sonne verfehlt Soll

Ganz dem wechselhaften Sommerwetter entsprechend hinkt die Anzahl der Sonnenstunden dem langjährigen Mittel ein wenig hinterher. Beispiel Eisenstadt: Zwar wurden hier hinter Mörbisch mit 206 h die zweitmeisten Sonnenstunden Österreichs gemessen, auf das Soll fehlen aber rund 40 Sonnenstunden. Somit hatte nicht nur in der Hauptstadt des Burgenlandes sogar der April des laufenden Jahres mehr Sonnenstunden auf dem Konto als der Juni.

Extremwerte Juni 2020 (Bundesland, Tag des Auftretens)

Stand: Montag, 29.06.2020, 14 Uhr

Höchste Temperaturen

  • 32,9 Grad Wien-Innere Stadt (W, 28.)
  • 32,6 Grad Wien-Botanischer Garten (W, 28.)
  • 32,5 Grad Andau (B), Hohenau (NÖ), St. Pölten (NÖ, alle 28.)

Tiefste Temperaturen Hochtäler

  • -0,1 Grad Lech am Arlberg (V, 01.)
  • +0,2 Grad Obergurgl (T, 07.)
  • +0,3 Grad Galtür (T, 01.)

Tiefste Temperaturen unter 1000 m Seehöhe

  • 1,7 Grad Radstadt (S, 02.)
  • 2,8 Grad Weitensfeld (K, 02.)
  • 3,1 Grad Ehrwald (T, 02.)

Anzahl Sommertage (Höchstwert mind. 25,0 Grad)

  • 15 Andau, Möbisch (beide B), St. Andrä im Lavanttal (K), Bad Radkersburg, Graz-Straßgang (beide ST)
  • 14 Graz-Universität, Gleisdorf (beide ST)

Anzahl Hitzetage (Höchstwert mind. 30,0 Grad)

  • 3 Schärding (OÖ), St. Andrä im Lavanttal, Hermagor (beide K), Bad Radkersburg, Graz- Straßgang (beide ST), Wien-Donaufeld, Wien-Innere Stadt (beide W), Langenlebarn, Laa an der Thaya, Hohenau, Wieselburg (alle NÖ), Güssing, Neusiedl am See, Andau (alle B)

Vorläufig nasseste Orte

  • 369 Liter pro Quadratmeter Fraxern (V)
  • 340 Liter pro Quadratmeter Dornbirn (V)
  • 321 Liter pro Quadratmeter Lunz am See (NÖ)

Vorläufig trockenste Orte

  • 67 Liter pro Quadratmeter St. Michael im Lungau (S)
  • 71 Liter pro Quadratmeter Ritzing (B), St. Georgen ob Judenburg (ST)
  • 72 Liter pro Quadratmeter Oberwölz (ST)

Absolut sonnigste Orte

  • 234 Sonnenstunden Mörbisch (B)
  • 206 Sonnenstunden Andau, Eisenstadt, Neusiedl am See, Podersdorf (alle B)
  • 211 Sonnenstunden Güssing (B)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 116 km/h Innsbruck (T, 27.)
  • 90 km/h Gumpoldskirchen (NÖ, 07.)
  • 87 km/h Irdning-Gumpenstein (ST, 03.)

 

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Kräftige Gewitter: Unwetterlage setzt sich fort

116 km/h in Innsbruck, 77 Liter Regen in Aspang

Im Vorfeld eines Tiefs mit Kern über Westeuropa bildeten sich am Samstag teils kräftige Gewitter. Besonders betroffen war der Alpenostrand, das Mittelburgenland sowie generell das westliche Bergland. Punktuell kamen dabei große Regenmengen zusammen: So fielen in Aspang am Wechsel rund 77 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit, das sind rund zwei Drittel des üblichen gesamten Juni-Niederschlags.

Aspang sticht bei den Regenmengen heraus.

Ein weiteres Gewitter sorgte am Abend in Innsbruck für eine orkanartige Böe von 116 km/h am Flughafen. In Summe wurden gestern 18.190 Blitze über Österreich verzeichnet, die meisten davon in Tirol. Die Gemeinde mit der höchsten Blitzdichte ist jedoch mit Pilgersdorf im Burgenland beheimatet.

Kräftige Gewitter am Samstag.

 

Ebenfalls am Samstag konnte in vielen Orten des Landes zum ersten Mal in diesem Jahr die 30-Grad-Marke geknackt werden, so zum Beispiel auf der Hohen Warte in Wien, in Klagenfurt oder Kapfenberg (auf der nächsten Karte in rot dargestellt = über 30 Grad). Für die Bundeshauptstadt bedeutete dies den spätesten 30er seit dem Jahr 2001, rund zwei Wochen später als im langjährigen Mittel wurde hier der erste Hitzetag registriert.

Verbreitet gab es um die 30 Grad.

Eine weitere Premiere gab es in der Nacht auf Sonntag: Mit einem Tiefstwert von rund 21 Grad gab es die erste Tropennacht Österreichs in diesem Jahr – aufgestellt in der Wiener Innenstadt.

Sonntag und Montag Unwettergefahr

Heute sind nach einem vielfach sonnigen Start am Nachmittag v.a. in der Steiermark und später auch in Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Oberösterreich teils kräftige Gewitter zu erwarten. In der Folgenacht rückt dann zunehmend auch Niederösterreich in den Fokus, nach Westen zu gehen die Gewitter in länger anhaltenden Starkregen über.

Der Montag startet nördlich der Alpen schon mit intensiven Regenschauern und eingelagerten Gewittern, südöstlich der Linie Osttirol-Nordburgenland erwärmt die Sonne die Luft hingegen noch einmal auf bis zu 32 Grad. Besonders in diesen Regionen kündigen sich am Nachmittag dafür aber schwere Gewitter mit der Gefahr von Hagel, Sturmböen und Starkregen an!

Ab Dienstag beständig unbeständig

Am Dienstag beruhigt sich das Wetter wieder spürbar, Gewitter sind dann kein Thema mehr. Bei vielfach freundlichen Bedingungen klettern die Temperaturen auf 23 bis 30 Grad.

Doch schon am Mittwoch nimmt im Bergland die Neigung zu teils kräftigen Wärmegewittern wieder zu, mit 24 bis 31 Grad bleiben die Temperaturen vorerst auf einem hochsommerlichen Niveau.

Am Donnerstag nähert sich dann von Westen her die nächste Kaltfront, dabei breiten sich teils heftige Schauer und Gewitter im Laufe des Tages auf das ganze Land aus. Besonders im Osten und Südosten besteht bei bis zu 31 Grad erneut Unwettergefahr. Ein stabiles Sommerhoch ist jedenfalls auch danach nicht in Sicht, Schauer und Gewitter bleiben aus heutiger Sicht auch zum Start in die Sommerferien im Osten unsere treuen Begleiter.

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Waldbrände in Sibirien

Waldbrand

Bereits vor ein paar Tagen haben wir hier über die Hitze am Kältepol Sibiriens berichtet. Bis auf 38 Grad stiegen die Temperaturen kürzlich in Werchojansk. Wenn dieser Wert verifiziert wird, handelt es sich um die höchste je gemessene Temperatur innerhalb des Nördlichen Polarkreises.

Das war jedoch nur das Tüpfelchen auf dem „I“, denn bereits der gesamte Monat Mai war in dieser Region um 5 bis 10 Grad zu warm (siehe dunkelrote Fläche auf der nachfolgenden Weltkarte):

Der Mai war in Sibirien bereits viel zu warm.

Auch für die kommenden 7 Tage sieht es bezüglich Hitze und Trockenheit in Teilen Sibiriens nicht wirklich besser aus, zum Teil betragen die Abweichungen zum langjährigen Mittel Richtung Polarmeer +15 bis +20 Grad!

Anhaltend viel zu warm in den kommenden 7 Tagen.

In Folge der Hitze und der Trockenheit sind in den vergangenen Wochen zahlreiche Wald- und Torfbrände ausgebrochen, auf folgendem Satellitenbild (mit den Maßen 2000×2000 km!) gut als orangene Flecken zu erkennen. Gegen 72 größere Brände kämpfen die russischen Behörden aktuell.

Zahllose Waldbrände in Sibirien.

Zum Teil kommen die Flammen den zumeist kleinen Ortschaften gefährlich nahe:

Wenig überraschend ist angesichts der anhaltend extrem hohen Temperaturen auch der starke Rückgang des Meereises der Ostsibrischen See, hier steuern wir 2020 auf ein neues Rekordminimum zu!

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Der Sommer kommt in Fahrt – jedoch Unwettergefahr am Wochenende!

Blitzreiches Wochenende

Der Start in den meteorologischen Sommer (dieser begann am 01. Juni) verlief temperaturmäßig eher mau, die ersten 9 Tage im Juni weisen daher auch eine landesweit negative Temperaturabweichung aus. Während diese im Norden und Osten bis dato 0 bis -1 Grad betragen, liegen sie im Süden und Westen bei rund -2 Grad.

Der Juni verlief bislang deutlich zu kühl.

Der Sommer kommt in Fahrt

Durch den heutigen Mittwoch und den Donnerstag müssen wir noch durch, die Höchstwerte bleiben bei wechselhaften Bedingungen deutlich unter 25 Grad und somit unterhalb der offiziellen Schwelle für einen Sommertag.

Am Freitag jedoch klettern die Temperaturen verbreitet auf ein sommerliches Niveau, dazu scheint meist die Sonne und die Gewitterneigung ist sehr gering. 30 Grad sind lokal im Westen und Südwesten zu erwarten:

Sommerlich warm am Freitag in fast ganz Deutschland.

Der Samstag hat dann eine sogenannte flache Druckverteilung zu bieten, heißt: Kräftige Hochs oder Tiefs samt Fronten sind über Mitteleuropa nicht auszumachen, die Luftdruckgegensätze nur sehr schwach ausgeprägt. Das sieht man auch gut an der Bodendruckverteilung für Samstag.

Flache Druckverteilung über Europa.

Zwar dominiert auch am Samstag der Sonnenschein, rasch steigen die Temperaturen auf sommerliche Werte von 25 bis 31 Grad an. Etwas kühler bleibt es an den Küsten sowie im Südwesten.

Auch am Samstag sommerliche Temperaturen.

Von Osten her erreicht uns aber auch zunehmend schwüle Luft. Je besonders dampfig wird’s von der Nordsee bis zur Lausitz, wo auch die nachfolgende Karte des Taupunkts die höchsten Werte anzeigt.

Extrem schwüle Luft kommt aus Osteuropa zu uns.

In diesen Regionen ist die Luft auch extrem labil geschichtet, folglich kommt es insbesondere dort im Laufe des Samstags zu kräftigen Gewittern. Da diese nur sehr langsam ziehen, besteht die Hauptgefahr aus großen Regenmengen in kurzer Zeit sowie kleinkörnigen Hagel.

Die Luft am Samstag ist im Osten und Nordosten labil geschichtet.

Noch sind es ein paar Tage bis dahin, wir halten euch in jedem Fall hier auf UWR auf dem Laufenden!

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Wetterbesserung in Sicht

Vor allem in den Alpen und entlang der Voralpen war die vergangene Nacht eine ziemlich nasse Angelegenheit. Anbei eine ausführliche Liste mit den bis zur Stunde registrierten Mengen:

Berücksichtigte Zeitspanne der Hitliste (Schweiz, Liechtenstein) vom 9. Juni 2020, 18:00 bis zum 10. Juni 2020, 07:40

  1. Rossberg (1119 m ü.M., SZ) 62 l/m²
  2. Gersau (435 m ü.M., SZ) 54 l/m²
  3. Sattel (790 m ü.M., SZ) 49 l/m²
  4. Luzern (456 m ü.M., LU) 49 l/m²
  5. Einsiedeln (910 m ü.M., SZ) 48 l/m²
  6. Innerthal (903 m ü.M., SZ) 45 l/m²
  7. Flühli (884 m ü.M., LU) 43 l/m²
  8. Schwyz (448 m ü.M., SZ) 33 l/m²
  9. Bad Ragaz (496 m ü.M., SG) 33 l/m²
  10. Schönegg (570 m ü.M., ZG) 32 l/m²
  11. Pilatus (2106 m ü.M., LU) 31 l/m²
  12. Steinen (474 m ü.M., SZ) 31 l/m²

Heute Mittwoch kommen noch einmal ein paar Liter dazu, vor allem entlang der Alpen regnet es immer wieder. Im Flachland sind die trockenen Phasen deutlich länger, aber auch hier gibt es im Laufe des Tages noch den einen oder anderen Regenguss. Speziell dem Jura entlang sowie in Richtung Schwarzwald können auch mal Blitz und Donner mit dabei sein. Die Temperaturen bleiben einmal mehr verhalten, die Höchstwerte liegen im Norden zwischen 14 und maximal 17 Grad. Mit dem heutigen Tag ist nun aber die Talsohle bezüglich der Temperaturen durchschritten – die in diesem Jahr deutlich spürbare Schafskälte neigt sich ihrem Ende entgegen!

Morgen Donnerstag gelangen wir auf die Vorderseite eines sich neu bildenden Tiefdruckzentrums mit Kern über der Biskaya. In der Folge dreht die Strömung über dem Alpenraum auf Süd und führt wieder wärmere Luft zu uns ins Land. Dabei ist es aber nach wie vor wechselhaft. Nach nächtlichen Regengüssen beginnt der Tag oft noch wolkenverhangen, im weiteren Verlauf zeigt sich aber speziell im Flachland immer häufiger die Sonne. Über den Bergen bilden sich wieder dicke Quellwolken und in weiterer Folge noch einmal neue Platzregen und Gewitter. Mit 20 bis 21 Grad steigen die Temperaturen im Vergleich zu gestern und heute bereits wieder merklich an. Das Ende der Fahnenstange ist diesbezüglich aber noch nicht erreicht, am Freitag wird es sogar wieder sommerlich bis hochsommerlich warm. Auch optisch bildet dieser Tag das Highlight der Woche! Auf der Alpennordseite bietet der Tag viel Sonnenschein, die sich über den Bergen bildenden Quellwolken bleiben zum grössten Teil harmlos. Dem Jura entlang ist das Risiko für einzelne Platzregen oder Gewitter gegen Abend etwas erhöht. Die Temperaturen erreichen am Nachmittag 25 bis 28 Grad, in den Alpen trägt der Föhn in den typischen Tälern seinen Teil dazu bei. Auf der Alpensüdseite gibt es generell mehr Wolken und schon tagsüber gewittrig durchsetzte Regengüsse, mit 20 bis 22 Grad hinken auch die Temperaturen hinterher.

Im Osten zeigt sich der Samstag dann noch längere Zeit recht sonnig und sommerlich warm, in den Alpen ist es noch immer leicht föhnig. Aus Südwesten erreicht aber wieder feuchtere Luft die Schweiz, im Vorfeld einer sich von Frankreich her nähernden Kaltfront breiten sich Regengüsse und Gewitter aus. Ob uns die erwähnte Kaltfront erreicht, oder nur dem Jura entlang streift – darüber sind sich die Modelle noch nicht ganz einig. Mittelfristig scheint es zwar relativ warm, aber auch leicht wechselhaft zu bleiben. Aus heutiger Sicht stellt sich in der nächsten Woche über Mitteleuropa eine eher flache Druckverteilung ein, das Wetter würde dann zu einem erheblichen Teil von lokalen Einflussfaktoren abhängen. Und dazu gehören zu dieser Jahreszeit speziell über den Bergen auch Gewitter.

Leuchtende Nachtwolken

Leuchtende Nachtwolken

Leuchtende Nachtwolken (auch „NLC “ von engl. noctilucent clouds) sind weißlich bis bläulich leuchtende Wolken, welche sich deutlich vom fast dunklen Himmel am Ende der langen Dämmerung im Sommer abheben. Während sich alle anderen Wolken nur bis in 10 oder vereinzelt 15 km Höhe erstrecken, befinden sich Leuchtende Nachtwolken in einer Höhe von 80 bis 85 km. Die Sonne sinkt in Mitteleuropa im Sommer nur langsam und nicht allzuweit unter den Nordwesthorizont. Damit bescheint die Sonne auch lange nach Sonnenuntergang von schräg unten diese Wolken, wobei der Himmel gleichzeitig schon dunkel ist.

Beobachtung

Etwa von Mitte Mai bis Mitte August lassen sich die Leuchtenden Nachtwolken beobachten, am häufigsten treten sie jetzt im Juni und im Juli auf. Um sie zu sehen, braucht man einen möglichst freien Blick nach Norden bis Nordwesten, eine einigermaßen dunkle Umgebung und einen ansonsten weitgehend wolkenlosen Himmel. Sie lassen sich etwa ein bis zwei Stunden nach Sonnenuntergang und ebenso vor Sonnenaufgang beobachten. Allerdings sind sie bei weitem nicht in jeder klaren Nacht zu sehen, da es in großen Höhen nur selten Wolken gibt. An klaren Sommerabenden lohnt es sich aber immer wieder einen Blick in Richtung Nordwesten zu werfen.

Entstehung

Leuchtende Nachtwolken bestehen, ähnlich wie Cirruswolken, aus Eiskristallen. Sie bilden sich am Oberrand der Mesosphäre, so nennt man die Atmosphärenschicht in 50 bis 80 km Höhe, diese befindet sich oberhalb der bekannteren Stratosphäre. Dort kann die Temperatur gelegentlich von den üblichen -85 Grad bis auf -140 Grad absinken, nur dann ist es für die Bildung von Leuchtenden Nachtwolken kalt genug. Die zur Bildung der Eiskristalle nötigen Staubpartikel stammen hauptsächlich aus den Resten verglühter Sternschnuppen.

Flensburg im hohen Norden Deutschlands.

Title-Photo credit: WherezJeff on VisualHunt / CC BY-NC

Wie viele Sommertage gibt es pro Jahr?

Das Thermometer zeigt einen Sommertag an © pixabay

Einflüsse auf die Häufigkeit

In Deutschland bestimmen 3 Einflüsse die Anzahl der Sommertage. Da wärmere Luft normalerweise aus südlichen und kältere aus nördlichen Richtungen einströmt, ist in Süddeutschland eine höhere Zahl an Sommertagen zu erwarten.

Des Weiteren wirkt sich die Höhenlage auf die Temperatur aus, meistens ist es pro 100 m Höhenanstieg um 0,5 bis 1 Grad kälter. Da der Süden großteils höher liegt als Norddeutschland, gleichen sich die beiden genannten Einflüsse teilweise aus.

In Küstennähe wirkt sich zudem tagsüber der kühlende Effekt des Meeres aus, es kommt seltener zu Tagen mit mehr als 25 Grad.

Viel Sommer im Südwesten

Die meisten Tage mit mehr als 25 Grad sind entlang des Oberrheins zu erwarten, hier zählt man im Mittel 55 bis 60 Sommertage pro Jahr, in Mannheim sind es sogar 61 Tage. Mit 40 bis 50 Tagen darf man von der Kölner Bucht über den Mittelrhein und Franken bis nach Niederbayern rechnen, aber auch vom nördlichen Sachsen bis nach Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin. Vom Niederrhein bis ins südliche Mecklenburg-Vorpommern, in Mittelgebirgslagen und im südlichen Alpenvorland sind es meist 30 bis 40 Tage. Entlang der Küsten muss man sich jedoch in durchschnittlichen Jahren mit 15 bis 25 Sommertagen zufrieden geben.

Noch deutlich weniger sind es in den Mittelgebirgen oberhalb von 700-900 Metern, wie man folgender Tabelle u.a. entnehmen kann:

Ort Anzahl Sommertage im langjährigen Mittel (1981-2010)
Frankfurt (Main) 52
Berlin 43
Köln 40
Kempten 32
Erfurt 32
Hamburg 28
List/Sylt 8
Zinnwald-Georgenfeld (Erzgebirge) 4
Felberg (Schwarzwald) 1

Quelle Titelbild: pixabay

Bauernregeln im Juni

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Bauernregeln genießen besonders bei der älteren ländlichen Bevölkerung noch reges Ansehen. Die Magie, der sich besonders um Lostage rankenden Regeln, scheint ähnlich der eines Horoskops zu sein. Dabei scheiden sich in der Bevölkerung die Geister. Während die einen daran glauben, ist es für die anderen bloß ein Firlefanz. Doch was liegt aus meteorologischer Sicht wirklich auf der Hand?

Besonders die Regeln der dritten Juni-Dekade sind durchwegs interessant. Diese nehmen wir folgend kurz unter die Lupe:

20. Viel Donner im Juni bringt ein fruchtbar Jahr.

Bei Gewittern werden durch die Hitze der Blitzschläge aus Stickstoff und Sauerstoff der Luft Stickoxide erzeugt. Diese reagieren mit den Wassertropfen in der Luft zu salpetriger Säure oder Salpetersäure und werden als saurer Regen in den Boden eingetragen. Dieser Dünger, in natürlich bestimmten, bescheidenen Mengen, macht die Erde fruchtbar und fördert somit das Pflanzenwachstum.

23. Vor Johannes bitt um Regen, nachher kommt er ungelegen.

Die ersten beiden Junidekaden sind, so wie auch der gesamte Mai, für das Pflanzenwachstum besonders wichtig. Bereits hier entscheidet sich, ob die Pflanzen genug Substanz aufbauen können, um später ertragreich Früchte zu tragen. In der dritten Junidekade sollte sich jedoch allmählich trockeneres Wetter einstellen, damit das Korn über den Juli hinweg die nötige Reife erlangen kann, um Anfang August geerntet zu werden. Hier beginnt auch der Zeitraum, in dem sich, für beständiges Sommerwetter in den darauf folgenden Wochen, das Azorenhoch in Mitteleuropa durchsetzen sollte.

26. Wenn nass und kalt der Juni war, verdirbt er meist das ganze Jahr.

Auch diese Regel geht konform mit obiger Behauptung. Ein zu nasser und kalter Juni ist meist ein Indiz dafür, dass es das Azorenhoch, auch Rossbreitenhoch genannt, noch nicht geschafft hat, bis nach Mitteleuropa vorzudringen.

27. Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag.

Die sehr intuitive Siebenschläferregel ist auch heute noch eine der bekanntesten Bauernregeln. Es ist statistisch erwiesen, dass beinahe in zwei von drei Fällen (gut 60 Prozent) das Wetter der folgenden sieben Wochen ähnlich wie Ende Juni, Anfang Juli ausfällt. Für normal stabilisiert sich das Wetter in diesem Zeitraum in Mitteleuropa. Dann entscheidet sich, ob unser Sommer vorwiegend vom Azorenhoch und somit warmen, subtropischen Luftmassen oder wiederholt von kühlen Nordwestwetterlagen geprägt wird. Der Siebenschläfertag hat sich allerdings durch die Gregorianische Kalenderreform (1582) verschoben und läge heute eigentlich am 7. Juli und nicht am 27. Juni. Betrachtet man das Zeitfenster um den 7. Juli, also etwa die Zeitspanne von Anfang bis Mitte Juli, erhöht sich die Trefferwahrscheinlichkeit sogar auf über 70 Prozent.

28. Was es in die Rosen regnet, wird den Feldern mehr gesegnet.

Zu trocken sollte es im Juni nicht sein. Wiederholte Schauer und Gewitter sind für die landwirtschaftlich genutzten Flächen enorm wichtig. Mit dem Sonnenhöchststand am 21. Juni erreicht die Strahlungsleistung der Sonne im Nordsommer ihr Maximum, womit viel Wasser verdunstet. Was den Rosen im Juni zu viel Regen ist und zu Rosenfäule führen kann, gleicht für die Felder der Bauern also eher einem Segen.

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30 Grad feiern heute Premiere

Hitze im Sommer

Bis zum heutigen Tag wurden die 30 Grad in Deutschland zwar schon das eine oder andere Mal in Angriff genommen, geknackt wurde die magische Sommer-Marke aber noch nicht.

So sind diese drei Wetterstationen noch immer die Spitzenreiter im Jahr 2020, wenn es um die höchste gemessene Temperatur geht:

  1. Lingen (Niedersachsen) mit 29,4 Grad (21.05.2020)
  2. Kleve (NRW) mit 29,0 Grad (22.05.2020)
  3. Rheinfelden (Baden-Württemberg) 28,9 Grad (22.05.2020)

Ein Ableger von Hoch STEFFEN mit Kern über der Nordsee sorgt heute aber für nahezu ungetrübten Sonnenschein und sehr warme Luftmassen, beste Bedingungen für das Erreichen der 30 Grad.

Frontenkarte für Dienstag, 02.06.2020 um 14 Uhr MESZ

In den kommenden Stunden steigen die Temperaturen kräftig an und erreichen im Laufe des Nachmittags meist 23 bis 30 Grad, nur an den Küsten sowie in höheren Lagen der Mittelgebirge bleibt es etwas kühler.

Hier haben wir mal die Höchstwerte vom heutigen Tag auf der Deutschland-Karte aufgetragen. Die 30 Grad werden wohl am ehesten in den Flusstälern des Westens bzw. Südwestens fallen, also z.B. entlang von Rhein, Mosel und Neckar.

Lokal heute 30 Grad im Westen des Landes.

Sieht man sich den Termin des ersten „30ers“ der vergangenen Jahre an, so fällt auf, dass wir heuer verhältnismäßig spät dran sind. Vor einem Jahr war es auch am 02. Juni so weit, oft aber schon im Mai oder sogar im April. Nur anno 2013 hieß es noch länger warten – nämlich bis zum 13. Juni.

Jahr Datum Station Bundesland Temperatur
2011 07.05. Geldern-Walbeck NRW 30,0 Grad
2012 28.04. Kitzingen Bayern 32,9 Grad
2013 13.06. Rheinfelden Baden-Württemberg 30,4 Grad
2014 21.05. Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 30,3 Grad
2015 12.05. Ohlsbach Baden-Württemberg 31,3 Grad
2016 22.05. Jena Thüringen 31,4 Grad
2017 17.05. Geilenkirchen NRW 31,1 Grad
2018 22.04. Ohlsbach Baden-Württemberg 30,4 Grad
2019 02.06. Geldern-Walbeck NRW 32,9 Grad
2020 02.06. (?) ??? ??? ???

 

In den vergangenen Jahren gibt es bedingt durch den Klimawandel einen eindeutigen Trend hin zu immer mehr Hitzetagen – völlig unabhängig vom Zeitpunkt des ersten 30ers im jeweiligen Jahr.

So waren die Jahre 2019 und 2018 jene mit den meisten Hitzetagen im Deutschlandmittel seit Beginn der Wetteraufzeichungen, und das, obwohl im Vorjahr erst sechs Wochen nach der Premiere 2018 die 30 Grad geknackt wurden.

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Die Ostsee ist wieder eisfrei

Folgendes Satellitenbild wurde am vergangenen Wochenende aufgenommen. Es zeigt die letzten verbliebenen Eisschollen im Küstengebiet vor Schweden und Finnland. Wirklich zusammenhängende Eisflächen sind dies nicht mehr, die hoch stehende Sonne, umgebendes Meerwasser und relativ warme Luft werden in den nächsten Tagen dafür sorgen, dass auch diese Eisschollen abschmelzen. Bemerkenswert auch die sichtbaren immer noch schneebedeckten Flächen im Hinterland.

Aktuelle Eisbedeckung der nördlichen Ostsee vom Satelliten aus gesehen.

Im langjährigen Mittel sollte jetzt – Ende Mai – eine doch deutlich größere zusammenhängende Fläche der nördlichen Ostsee noch von 20-40 cm dickem Eis bedeckt sein.

Eisbedeckung Ende Mai im langjährigen Mittel.

Dass wir es mit einem extrem unterdurchschnittlichen „Jahrgang“ zu tun haben, zeigt auch ein Blick in die jüngere Vergangenheit. So zum Beispiel sah der Blick von oben auf den Bottnischen Meerbusen am 11. April, also vor rund 6 Wochen und kurz nach dem Zeitpunkt der maximalen Ausdehnung aus.

Zwar lagen rund um Ostern große Teile des Festlandes unter einer Schneedecke, die Eisausdehnung war aber auch im heurigen April nur auf den äußersten Norden beschränkt.

Eisbedeckung der nördlichen Ostsee vom Satelliten aus gesehen (Stand 11. April 2020)

So verwundert es auch nur wenig, dass die Ostsee in weiten Teilen derzeit eine viel zu hohe Wassertemperatur aufweist, zum Teil liegen die Abweichungen (dunkelrot + violett in der Grafik) bei +3 bis +4 Grad.

Aktuelle Abweichung der Meeresoberflächentemperatur

Bereits Ende März twitterte der finnische Meteorologe Mika Rantanen, dass die maximale Eisbedeckung heuer mit nur rund 30.000 km² den niedrigsten Wert seit Beginn der Messungen vor über 60 Jahren angenommen hat. Zum Vergleich: Im langjährigen Mittel sind am Höhepunkt der Eisausdehnung im März rund 150.000 km² der Ostsee mit Eis bedeckt.

In den vergangenen Jahren häufen sich Winter mit relativ wenig Eis, es gibt aber auch in jüngerer Vergangenheit Extrema in die andere Richtung. So zum Beispiel sah das Satellitenbild der Ostsee im Februar 2011 aus. Mit rund 300.000 km² war nicht nur eine Fläche fast so groß wie Deutschland mit teils 1m dickem Eis bedeckt, gegenüber dem heurigen Jahr bedeutet dies einen Faktor 10!

Eisbedeckung der nördlichen Ostsee vom Satelliten aus gesehen (Stand 24. Februar 2011)

In Ausnahmefällen (1987) ist sogar nahezu die gesamte Ostsee von Eis bedeckt, also auch das Meerwasser beispielsweise rund um Rügen und Usedom in Deutschland.

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Bauernregel „Mairegen bringt Segen“

Regen im Frühling tut den Pflanzen gut.

Die alte Wetterregel „Mairegen bringt Segen“ beschreibt die Wichtigkeit ausreichender Regenmengen im späten Frühling für Natur und Landwirtschaft. Heutzutage wünschen sich viele Menschen möglichst immer Sonne und Wärme, aber längere Trockenheit kann trotz moderner Technik gravierende Folgen haben.

Steigender Wasserbedarf

Im Winter verdunstet nur wenig Wasser, somit sind auch im zeitigen Frühjahr die Böden durch Wasser aus Regen und Schnee meist feucht. Mit steigendem Sonnenstand kann jedoch täglich immer mehr Wasser verdunsten, das dann durch ausreichende Niederschläge nachgeliefert werden muss. Zudem beginnen die Pflanzen zu wachsen und bilden Blätter, über die weiteres Wasser verdunstet. Daher ist nun für gutes Pflanzenwachstum häufiger Regen besonders wichtig. Das widerspricht zwar dem Bild vom Wonnemonat Mai mit Sonnenschein und bestem Outdoor-Wetter, aber neben Landwirten wissen besonders Gartenbesitzer um die Wichtigkeit des Regens.

Feuchtes Klima

In Mitteleuropa herrscht in den meisten Jahren gutes Wachstums-Wetter, denn im Laufe des Frühlings nehmen die Regenmengen im Mittel deutlich zu, um im Sommer ihr Maximum zu erreichen. Damit wird die mit dem Sonnenstand ansteigende Verdunstung ausgeglichen, als Folge davon haben wir dichte grüne Wälder und intensive und ertragreiche landwirtschaftliche Nutzung. Allerdings kann es auch zu viel des Guten geben: Hin und wieder kommt es im Spätfrühling oder Frühsommer zu anhaltendem, starkem Regen und in weiterer Folge zu Hochwasser. Zuletzt war das Ende Mai / Anfang Juni 2013 der Fall.

Und 2020?

Schauen wir uns den diesjährigen Mai mal genauer an. Auch wenn dieser erst zu knapp zwei Dritteln vorbei ist, so kann man jetzt schon Aussagen zum Thema Mairegen treffen.

Stadt Regenmenge 01.-24.05.2020 Langjähriges Mittel des Gesamtmonats
Hamburg 25 l/m² 57 l/m²
Bremen 21 l/m² 54 l/m²
Berlin 23 l/m² 54 l/m²
Düsseldorf 10 l/m² 69 l/m²
Dresden 37 l/m² 63 l/m²
Hannover 21 l/m² 61 l/m²
Stuttgart 53 l/m² 82 l/m²
Frankfurt 37 l/m² 63 l/m²
Augsburg 26 l/m² 85 l/m²

Man sieht, zu den langjährigen Mittelwerten des Gesamtmonats haben wir jede Menge Platz, besonders im Norden und Nordwesten war der Mai bislang deutlich zu trocken.

In den kommenden Tagen herrscht verbreitet Hochdruckwetter, einzig im Südosten kündigen sich nennenswerte Regenmengen an. Somit ist bereits jetzt klar, dass der Mai im Großteil des Landes zu trocken ausfallen wird.

Prognostizierte Niederschlagsmenge bis Freitag.

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Erster Zyklon des Jahres bedroht Indien

Stand heute – Donnerstag – gibt es im Golf von Bengalen noch keinen Tropischen Wirbelsturm. Allerdings hat sich zwischen Sri Lanka und der Inselgruppe der Andamanen bereits ein Tief entwickelt. Dieses wird sich den neuesten Modellberechnungen zufolge schon am Samstag zu einem Tropischen Zyklon intensivieren.

Satellitenbild vom Indischen Ozean (Donnerstag 08 Uhr MESZ)

Über dem gut 30 Grad warmen Meerwasser herrschen beste Bedingungen für eine Verstärkung. In weiterer Folge wird der Zyklon, der auf den Namen AMPHAN getauft werden wird, weiter nordwestwärts ziehen. Zu Beginn der neuen Woche gerät dann der indische Bundesstaat Andhra Pradesh sowie später eventuell auch noch der Bundesstaat Odisha in den Fokus des Wirbelsturms. Aus heutiger Sicht drohen den küstennahen Gebieten Orkanböen von 150 km/h, zudem fällt sintflutartiger Regen mit 200 bis 500 Litern pro Quadratmeter.

Position des Zyklons AMPHAN Montagnacht (Ortszeit)

Der Golf von Bengalen ist übrigens kein unbekanntes Terrain für Tropische Wirbelstürme. In folgender Grafik sind alle Zugbahnen solcher Wirbelstürme dargestellt – und zwar von 1985 bis 2005. So ist der Teilbereich des Indischen Ozeans zwischen Indien und Südostasien eine der Brutstätten tropischer Stürme.

Globales Auftreten tropischer Wirbelstürme von 1985 bis 2005.

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40 Grad: Erste markante Hitzewelle in Südeuropa

Verantwortlich für den Vorstoß der außergewöhnlich heißen Luft von der Sahara Richtung Mittelmeerraum ist ein Tief über der Iberischen Halbinsel. An dessen Vorderseite wird in den kommenden Tagen eben sehr heiße und trockene Wüstenluft angezapft und nach Norden gelenkt.

Ein Tief über der Iberischen Halbinsel zapft heiße Luft aus der Sahara an.

Wie außergewöhnlich eine solche Luftmasse Mitte Mai selbst in hitzegewöhnten Regionen wie Sizilien oder Griechenland ist, lässt sich anhand folgender Grafik gut erkennen. Sie zeigt die Entwicklung der Temperatur in rund 1500 m Seehöhe – für uns Meteorologen ist diese immer ein wichtiger Indikator, wie warm es dann auch am Boden wird. Als Faustregel gilt hierbei: Temperatur in 1500 m plus 15 Grad = Temperatur im Flachland.

Normalerweise pendeln die Temperaturen in 1500 m zu dieser Jahreszeit in Athen bei rund 12 oder 13 Grad. Bis in die neue Woche hinein werden aber rund 25 Grad gemessen, erst dann folgt eine Rückkehr zu jahreszeitlich „normalen“ Temperaturen.

Die Luftmassen sind 10 bis 15 Grad wärmer als normal.

Zählt man zu diesen 25 Grad wie oben beschrieben rund 15 Grad hinzu, so kommt man auf eine Höchsttemperatur von 40 Grad im Schatten. Und das ist auch genau jene Temperatur, die der griechischen Hauptstadt bevorsteht. Damit ist eines so gut wie sicher: Der bisherige Mairekord von 36,7 Grad wird in Athen fallen, wahrscheinlich sogar deutlich übertroffen!

Der Mairekord für Athen dürfte ziemlich sicher fallen.

Doch nicht nur Athen ist betroffen, praktisch ganz Griechenland steht vor einer markanten Hitzewelle. Daneben sind auch im Süden Italiens, in Albanien, Nordmakedonien, Bulgarien und in der Türkei Höchstwerte von 35 bis 40 Grad zu erwarten. Besonders in der Türkei sind im Hinterland sogar lokal 45 Grad möglich!

Neben der Heißluft erreichen auch größere Mengen Saharastaub den Süden Europas. Da es keinen Niederschlag gibt, wird dieser aber nicht ausgewaschen sondern dürfte nur für einen milchigen Himmel sorgen.

Auch Saharastaub wird mit der Heißluft nach Norden gelenkt.

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Regen – Sturm – Schnee – Gewitter: Turbulenter Montag

Den Ursprung der arktischen Luftmassen sehen wir gut auf den Trajektorien für 4 ausgewählte deutsche Städte: Vom Europäischen Nordmeer macht sich die Polarluft derzeit auf den Weg nach Süden Richtung Mitteleuropa. Am Sonntagnachmittag erreicht die Kaltfront bereits die Nordseeküste.

Die Luft strömt aus dem hohen Norden zu uns.

Über Nacht kommt die Front dann weiter in den Süden voran, sie liegt Montagmittag etwa auf der Linie Luxemburg-Cottbus.

Die Lage der Kaltfront am Montag um 14:00 Uhr.

Die Front trennt polare Luftmassen im Norden von noch immer feucht-warmer Luft im Süden, dementsprechend groß sind auch die morgigen Temperaturunterschiede. Während es unter der Front meist nur 1 bis 6 Grad gibt, hält sich im Südosten Bayerns noch die Warmluft mit rund 20-22 Grad. Hinter der Front sorgt der Nordwind für eine gute Durchmischung der Atmosphäre, mit 10-12 Grad bleibt es aber auch dort recht frisch.

Hier haben wir für euch die erwarteten Temperaturen morgen um 14 Uhr.

Große Temperaturunterschiede Montagmittag.

Mit der Kaltfront beginnt es Montagmorgen von Frankreich her teils kräftig zu regnen, der Regen breitet sich dann am Vormittag über die Mitte des Landes nach Nordosten aus. Besonders in einem Streifen vom Saarland und Rheinland-Pfalz über Hessen, Thüringen und Nordbayern bis nach Sachsen und Brandenburg regnet es auch ergiebig. 25-40 Liter pro Quadratmeter sind dort zu erwarten.

Mit Vorankommen der Kaltluft geht der Regen im Laufe des Nachmittags oberhalb von 400 bis 600 m in Schnee über. Besonders in etwas höheren Lagen von Thüringer Wald und Erzgebirge sind um die 5 cm Neuschnee zu erwarten!

Große Regenmengen in der Mitte.

Vor der Front – also in Bayern und Baden-Württemberg – entstehen zudem am Nachmittag noch ein paar Gewitter, die mit Starkregen, kleinem Hagel und stürmischen Böen lokal kräftig ausfallen können.

Auch der Sturm wird morgen zum Thema, und zwar in erster Linie im Westen sowie in den Mittelgebirgen (Harz, Thüringer Wald, Rhön, Hunsrück, Eifel). Zwar sind die Böen im Vergleich zu winterlichen Sturmereignissen überschaubar, da aber alle Bäume belaubt sind, herrscht auch bei Böen von 60-80 km/h bereits eine erhöhte Astbruchgefahr!

Vor allem im Westen und in den Mittelgebirgen wird es stürmisch.

Nach Abzug der Kaltfront Richtung Tschechien und Österreich steht der Bundesrepublik eine oft sternenklare und windschwache Nacht bevor. Folglich rasseln die Temperaturen in den Keller. Abschließend noch eine Grafik mit den zu erwartenden Tiefsttemperaturen Dienstagfrüh. Vor allem im Mittelgebirgsraum muss man sich auf leichten Luftfrost von -3 bis 0 Grad einstellen, Bodenfrost dürfte es recht verbreitet geben.

Die Nacht zum Dienstag wird lokal noch einmal frostig!

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Von wegen Frühling: Maischnee in New York

Woher diese für die Jahreszeit extrem kalte Luft kam, lässt sich mit Hilfe sogenannter Trajektorien gut nachvollziehen. Man sieht auf folgendem Bild: Noch vor wenigen Tagen lagerten die Luftmassen über dem noch zugefrorenen Aktischen Meer. Über der Hudsonbay (ebenfalls noch eisbedeckt) konnte sich die Luft nicht erwärmen und so traf die Kaltluft (entlang der blauen Linie) mit voller Wucht auf den Nordosten der USA.


Samstagfrüh wurden im Central Park nur noch +1,1 Grad gemessen. Das bedeutet nicht nur einen Negativrekord für den 9. Mai, so kalt war es so spät im Jahr überhaupt noch nie in der New Yorker Messgeschichte. Mit nur +8 Grad stiegen die Temperaturen im Tagesverlauf auch nur wenig. Der durchschnittliche Höchstwert zu dieser Jahreszeit beträgt in NYC übrigens +20 Grad!

Doch nicht nur die Kälte war sehr ungewöhnlich, hinzu kam auch noch Schnee. Für eine geschlossene Schneedecke reichte es in der Stadt zwar nicht, die Wetterstation im Central Park maß aber immerhin Spuren. So spät im Jahr hatte es zuvor erst einmal – nämlich 1977 – geschneit. Damit wurde gestern genauso viel Schnee registriert wie beispielsweise im gesamten Monat Februar 2020!

Abschließend noch ein paar Impressionen dieses wahrlich seltenen Ereignisses:

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Weiterhin große Waldbrandgefahr im Osten

Bereits im April haben wir an dieser Stelle über Trockenheit und Waldbrände berichtet. Im Großteil des Landes haben Niederschläge in den vergangenen Wochen die Dürre beendet, nicht so jedoch im Osten des Landes. Besonders in Wien, Niederösterreich und im Burgenland herrscht auch morgen eine mittlere (gelb) bis hohe (rot) Waldbrandgefahr:

Auch am Sonntag noch große Waldbrandgefahr im Osten Österreichs.

Seit Monatsbeginn ist im östlichen Flachland nur wenig Regen gefallen, im Großraum Wien beispielsweise um 70% weniger als üblicherweise in den ersten Maitagen:

Der Mai startete viel zu trocken.

Noch eindrucksvoller zeigt sich die Niederschlagsabweichung, wenn wir den gesamten Frühling betrachten (also der Zeitraum vom 01. März bis heute). Landesweit fehlen knapp 40% auf eine ausgeglichene Bilanz, in der gesamten Nordosthälfte beträgt das Regendefizit sogar 60 bis 70%! Am Beispiel Wien bedeutet das: Seit 01. März sind hier erst 33 Liter Regen pro Quadratmeter zusammengekommen, normal wären es in diesem Zeitraum aber 114 l/m².

Ein extrem trockener Frühling im Osten.

Am Sonntag sorgen lokale Schauer und Gewitter höchstens für punktuelle Linderung der Trockenheit, eine Kaltfront bringt Montagnacht für etwas flächendeckenderen Regen. Man sieht aber an der prognostizierten Regenmenge bis kommende Woche Freitag, dass sich die Mengen weiterhin Grenzen halten. Mehr als 5-10 l/m² darf man sich von St. Pölten und Graz ostwärts nicht erwarten.

Nur wenig Regen fällt in den kommenden Tagen im Osten.

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Heute vor 5 Jahren: Der Tornado von Bützow

Heute vor 5 Jahren sorgte einer der stärksten Tornados der jüngeren deutschen Geschichte in einer Kleinstadt namens Bützow in Mecklenburg-Vorpommern für große Schäden.

Generell kommen Tornados nicht nur in den USA vor, von dort kennen wir ja alle die eindrucksvollen Videos. Auch hier in Deutschland bilden sich Jahr für Jahr mehrere Dutzend Tornados. Das Besondere beim Tornado von Bützow war jedoch neben der Intensität die Jahreszeit.

Auf nachfolgender Grafik könnt ihr sehen, in welchem Monat in Europa die meisten Tornados für gewöhnlich vorkommen:

Monate mit den meisten Tornados in Europa.
Monate mit den meisten Tornados in Europa.

Man sieht: In Deutschland ist die Hochsaison im Juli, verbunden mit den üblichen heftigen Gewittern. Im Mai sind solch kräftige Tornados schon sehr selten.

Der Tornado von Bützow war zudem ein verhältnismäßig kräftiger Tornado, er wurde nachträglich aufgrund der Zerstörungen als Stärke F3 klassifiziert.

Was das bedeutet? Hier eine Übersicht der Tornadoklassen der sog. Fujita-Skala, aufgeschlüsselt nach den auftretenden Windböen:

  • F0: 63-117 km/h
  • F1: 118-180 km/h
  • F2: 181-253 km/h
  • F3: 254-332 km/h
  • F4: 333-418 km/h
  • F5: 419-512 km/h

Insgesamt 16 Häuser wurden derart stark beschädigt, dass sie nachfolgend unbewohnbar waren. Ein Auto wurde um 70 m verfrachtet. Schäden reichten über eine Länge von rund 13 km und betrugen in Summe rund 40 Millionen Euro. Nachfolgend ein paar Aufnahmen:

 

Titelbild: Aufnahme der Schäden nach Durchzug des Tornados von Bützow vom 05.05.2015 – Quelle: https://www.vol.at/tornado-verwuestete-deutsche-kleinstadt-buetzow/4320228

Wandern im Frühjahr

Der erfahrene Bergsteiger weiß, dass Ausflüge über 2000 m Höhe in den Frühlingsmonaten gute Ausrüstung erfordern. Gerade in Nordhängen, wo die Sonne noch nicht so lange ihre Kraft gegen den Schnee ausspielen kann, hält sich dieser häufig bis in den Früh- oder sogar in den Hochsommer. Der Altschnee ist dabei vor allem in den Morgenstunden teils sogar noch gefroren oder schon alleine durch die Setzung der Schneedecke während der Wintermonate pickelhart. So findet man mit herkömmlichen Wanderschuhen hier zum Teil nur sehr schwer Halt.

Sorgfältige Routenplanung

Eine erfolgreiche Tour beginnt somit schon bei der Planung. Zuallererst ist es wichtig, die eigene Kondition, die ja im Frühling bei manchen noch etwas schwächelt, nicht zu überschätzen. Auf jeden Fall muss man aber auch die Geländebeschaffenheit in die Vorbereitungen einfließen lassen. Gerade Auf- und Abstiege, die sich im Bereich von Rinnen befinden, sollten gemieden werden, da diese im Frühsommer oft noch mit Altschnee gefüllt sind. In besonderen Fällen besteht hier sogar noch die Gefahr von Nassschneelawinen.

Generell ist aber darauf zu achten, vor allem nach Norden ausgerichtete Hänge zu meiden. Lässt sich eine Begehung dieser nicht verhindern, muss man die Standardausrüstung dementsprechend anpassen. Steigeisen und Pickel sind bei manchen Touren durchaus empfehlenswert. Auskunft über die Bedingungen auf bestimmten Touren kann man sich zusätzlich auf diversen Internetseiten, etwa bei den Alpenvereinen, holen.

Sollte eine Begehung grundsätzlich möglich sein, darf man auf keinem Fall vergessen, sich auch die aktuelle Wettervorhersage anzusehen. Wetterumschwünge gehen im Gebirge im Frühjahr oft noch mit Schneefall einher, aber auch die steigende Gewittergefahr darf nicht mehr außer Acht gelassen werden.

Unterschätzte Gefahr

Wenn die ersten Seilbahnen nach der Coronakrise ab 29. Mai ihren Betrieb wieder aufnehmen, kommen aber nicht nur Bergsteiger in möglicherweise gefährliche Höhen hinauf, sondern auch „Zufallsgäste“. Gerade Tagestouristen sind oft nicht auf die vorherrschenden Bedingungen im Frühjahr im Gebirge eingestellt und können nach Ankunft mit der Bahn bei der Bergstation selbst bei kurzen Ausflügen ins Gelände in Gefahr geraten. Hierfür ist meist die mangelhafte Ausstattung, aber oft auch die fehlende Erfahrung schuld. Das wetter.tv Team wünscht jedenfalls einen aufregenden, aber dennoch ungefährlichen und sicheren Start in die Wandersaison! Berg Heil!

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Trockenheit wird gelindert

Markante Trockenheit

Seit Monatsbeginn ist vielerorts kaum Regen gefallen, über ganz Österreich gemittelt beträgt das Defizit gegenüber eines durchschnittlichen Aprils bis zum heutigen Tage rund 75 Prozent. In Bregenz beispielsweise sind seit Monatsbeginn erst 4 Liter pro Quadratmeter gefallen, normal wären hier bis dato aber 94 l/m². Aber auch in Dellach im Drautal, Waizenkirchen und Tamsweg war der heurige April in Puncto Niederschlag mit bislang nicht einmal 5 l/m² nahezu ein Totalausfall.

Niederschlagsabweichung April 2020

Bezieht man den etwas feuchteren März 2020 noch mit in die Betrachtung ein, ergibt sich für die ersten beiden Monate des meteorologischen Frühlings ein ähnlich trockenes Bild: Landesweit fehlt dann nämlich noch immer die Hälfte des üblichen Niederschlags, besonders in Oberösterreich sogar rund zwei Drittel.

Niederschlagsabweichung Frühling 2020

Erste Kaltfront Dienstag und Mittwoch

Nach lediglich lokalen Schauern und Gewittern am morgigen Wochenauftakt erreicht am Dienstag von Westen her eine Kaltfront Österreich. Sie überquert das Land in der Folgenacht und am Mittwoch selbst und bringt verbreitet 5 bis 10 Liter Regen pro Quadratmeter. Geringere Mengen kommen von Klagenfurt über Graz bis nach Wien zusammen, bis zu 20 l/m² hingegen vom Bregenzerwald bis zum Mühlviertel und dem Ausseerland.

24-stündiger Niederschlag Dienstag- bis Mittwochnachmittag

Bei der derzeitigen Dürre ist das vorerst nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein, zumindest die oberen Bodenschichten werden aber angefeuchtet. In Linz wird sich die Niederschlagsbilanz im April somit von 5 auf etwa 15 l/m² erhöhen, von den rund 50 l/m² wie im langjährigen Mittel üblich sind wir aber auch dann noch immer ein gutes Stück entfernt.

Zweite Kaltfront am Donnerstag

Im Laufe des Donnerstags und des Freitags überquert die nächste Kaltfront unser Land. Dabei gibt es wieder Regen für nahezu alle Landesteile, einmal mehr kommt aus heutiger Sicht nur wenig davon jedoch im Osten an. Besonders im östlichen Flachland und somit auch im landwirtschaftlich intensiv genutzten Marchfeld wird die Trockenheit kaum gelindert, 5 l/m² sind hier schon das Höchste der Gefühle. Spürbar mehr Regen kommt hingegen im gesamten Bergland und im Süden zusammen, 20 bis 30 l/m² sorgen hier für eine weitere Entspannung der Dürre.

24-stündiger Niederschlag Donnerstag- bis Freitagnachmittag

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Sonnenscheindauer und Trockenheit im April auf Rekordkurs

Bis dato war die Sonne im April wahrlich ein Dauerbrenner. Nachfolgend seht ihr die gemessenen Sonnenstunden im Land, mit 293 Stunden hat hier der Flughafen München die Nase vorne, gefolgt von Konstanz mit 289 Stunden. Nur zur Verdeutlichung: Damit hat an diesen beiden Orten an den ersten 25 Tagen des Monats JEDEN Tag die Sonne fast 12 Stunden geschienen. In vielen Orten haben die Sonnenstunden sogar das Soll eines durchschnittlichen Junis oder Julis (für gewöhnlich die sonnigsten Monate im Jahresverlauf) überschritten.

Viele Sonnenstunden bislang im April

Wenig überraschend also, dass der Überschuss an Sonnenstunden im April gegenüber eines durchschnittlichen Aprils beachtlich ist. In der Tabelle haben wir exemplarisch Städte analysiert. So bedeuten 263 Sonnenstunden bislang im April in Dresden schon um 54% mehr als sonst in einem ganzen April. Selbst die Rekorde – alle aus den Jahren 2007 und 2009 sind definitiv in Reichweite, sind doch noch ein paar Tage zu gehen:

Stadt Sonnenstunden April 2020 (bis inkl. 25.04.) Sonnenstunden GANZER April im langjährigen Mittel (1961-1990) Abweichung in % Rekord (Jahr)
Berlin 265 179 +48% 312 (2009)
Hamburg 260 172 +51% 281 (2009)
Bremen 265 170 +56% 276 (2009)
Dresden 263 171 +54% 286 (2009)
Hannover 255 166 +54% 263 (2007)
Düsseldorf 247 165 +50% 295 (2007)
Frankfurt 270 178 +52% 312 (2007)
München 293 193 +52% 336 (2007)
Stuttgart 256 171 +50% 346 (2007)

Ähnlich extrem sieht die Bilanz beim Thema Niederschlag aus. Hier dargestellt die bislang (1. bis 25. April) gemessenen Regenmengen in Deutschland. Vor allem im Südwesten ist teilweise noch kein einziger Tropfen gefallen, auch sonst vielerorts weniger als 10 l/m². Etwas feuchtere Ausnahmen sind das Sauerland, Thüringer Wald, Vogtland und der Alpenrand.

Kaum Regen bislang im April

Auch hier werfen wir wieder einen Blick auf ausgewählte Städte. Die Regen-Defizite belaufen sich auf durchwegs 95-99 Prozent. Rekorde sind momentan auch hier in Reichweite, auch sie stammen meist aus dem April 2007:

Stadt Regenmenge April 2020 (bis inkl. 25.04.) Regenmenge GANZER April im langjährigen Mittel (1961-1990) Abweichung in % Rekord trockenster April (Jahr)
Berlin 1,6 l/m² 31 l/m² -95% 1,2 l/m² (2007)
Hamburg 2,1 l/m² 43 l/m² -95% 1,4 l/m² (2007)
Bremen 0,6 l/m² 40 l/m² -99% 1,8 l/m² (1893)
Dresden 1,5 l/m² 42 l/m² -96% 0,9 l/m² (2007)
Hannover 0,9 l/m² 40 l/m² -98% 7,7 l/m² (2007)
Düsseldorf 0,6 l/m² 52 l/m² -99% 2,8 l/m² (2007)
Frankfurt 3,6 l/m² 42 l/m² -91% 0,1 l/m² (2007)
München 3,0 l/m² 46 l/m² -93% 8,5 l/m² (2018)
Stuttgart 2,6 l/m² 49 l/m² -95% 0,4 l/m² (2007)

Alles entscheidend ist natürlich nun die Frage, ob es auch bis zum Monatsende trocken weitergeht.

Hier die zu erwartenden Niederschlagsmengen bis zum 30.04., 23 Uhr nach dem europäischen Modell:

Wir sehen, v.a. nach Osten zu dürfte wenig bis gar nix ankommen, im Westen und Süden bringen Fronten doch mal verbreitet 10-30 l/m².

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Sonnenscheindauer im April auf Rekordkurs

Seit Monatsbeginn begleitet uns nun schon weitgehend stabiles Hochdruckwetter, nur kurz unterbrochen von Kaltfronten aus Nord. Somit stand in den vergangenen dreieinhalb Wochen die Sonne im Vordergrund.

Man kann schon jetzt sagen, dass der Monat viel zu sonnig ausfallen wird. Das Soll eines üblichen Aprils ist nämlich bereits überschritten, alles was jetzt noch kommt ist Draufgabe.

Das sind die derzeit sonnigsten Orte im Land, gemessen an den Sonnenstunden seit 01. April:

  1. Mörbisch (B) 287 Sonnenstunden
  2. Feldkirchen bei Mattighofen (OÖ) 287 Sonnenstunden
  3. Reichersberg (OÖ) 284 Sonnenstunden
  4. Bruckneudorf (NÖ) 283 Sonnenstunden
  5. Hollenthon (NÖ) 282 Sonnenstunden

Das bedeutet, dass an diesen Wetterstationen im Schnitt die Sonne täglich rund 11 Stunden schien.

Nachfolgend haben wir für euch die Sonnenbilanz der 9 Landeshauptstädte mal genauer ausgewertet. Man sieht: In jeder Stadt haben wir das Monatssoll schon längst geschafft, in Bregenz wurde schon ein „Überschuss“ an Sonnenstunden von 67% angehäuft:

Landeshauptstadt Sonnenstunden April 2020 (bis inkl. 25.04.) Sonnenstunden GANZER April im langjährigen Mittel Abweichung in %
Wien 264 197 +34%
St. Pölten 260 188 +38%
Eisenstadt 268 204 +31%
Linz 259 173 +50%
Graz 244 178 +37%
Klagenfurt 266 184 +45%
Salzburg 229 153 +50%
Innsbruck 251 183 +37%
Bregenz 260 156 +67%

 

Spannend wird es, wenn wir uns die Prognosen bis zum Monatsende kommende Woche ansehen. Mit nur kleinen Schönheitsfehlern (Quellwolken am Nachmittag und zwei Fronten) hat die Sonne nämlich auch in den kommenden Tagen oft das Sagen. Rund 14 Sonnenstunden sind ohne Abschattung durch Wolken mittlerweile schon möglich.

Wir sehen in der folgenden Tabelle: Die Rekorde – meist im Jahre 2007 aufgestellt – rücken immer näher und dürften in manchen Orten übertroffen werden. So steht schon jetzt so gut wie fest, dass Klagenfurt den Aprilrekord von 284 Sonnenstunden knacken wird:

Landeshauptstadt Prognostizierte Sonnenstunden gesamter April 2020 Rekord sonnigster April (Jahr)
Wien 305 360 Stunden (1946)
St. Pölten 300 310 Stunden (2009)
Eisenstadt 305 325 Stunden (2007)
Linz 305 317 Stunden (2007)
Graz 280 288 Stunden (2007)
Klagenfurt 300 284 Stunden (2007)
Salzburg 270 300 Stunden (2007)
Innsbruck 285 303 Stunden (2007)
Bregenz 290 298 Stunden (2007)

Quelle Titelbild: pixabay

Wie kommt das Salz ins Meer?

Das Salz kommt aus den Flüssen…

In erster Linie sind die auf der Erde vorhandenen Salze im Gestein der Erdkruste gebunden. Durch Regen- und Schmelzwasser wird es fortwährend aus den Gesteinen gespült und gelangt anschließend über die zahlreichen Flüsse in die Weltmeere. Die in den Flüssen transportierte Salzmenge ist aber so gering, dass man hier noch von Süßwasser spricht. Erst in den Weltmeeren, wo die Salzkonzentration durch das aus den Flüssen mitgeführte Salz und die Verdunstung des Meerwassers über die Jahrmillionen angestiegen ist, ist von Salzwasser die Rede.

…und aus dem Ozeanboden

Eine weitere nicht zu vernachlässigbare Salzquelle stellen Unterwasser-Vulkane am Grund der Tiefsee dar. Beim Ausbruch solcher vulkanischer Schlote werden neben den Gasen auch Teilchen ausgestoßen, die Salze enthalten.

Nimmt der Salzgehalt in den Weltmeeren also immer weiter zu?

Trotz der ständigen Salzzufuhr hat sich der Salzgehalt der Weltmeere vor etwa 250 Millionen Jahren bei durchschnittlich 3,5 Prozent eingependelt. Einer der wichtigsten Gründe hierbei ist, dass sich immer wieder große Salzmengen am Ozeanboden ablagern. Darüber hinaus senkt der Wind den Salzgehalt der Meere, indem er wiederholt Meerwasser an die Küsten weht.

Auf nachfolgender Grafik ist der durchschnittliche Salzgehalt in den Weltmeeren dargestellt. Blau bedeutet relativ wenig Salz – Rot bedeutet verhältnismäßig viel Salz.

Man sieht hier, dass der höchste Salzgehalt in den subtropischen Regionen des Atlantiks sowie im Mittelmeer vorzufinden ist. Hier ist die Verdunstung von Meerwasser (zurück bleibt u.a. das Salz) besonders hoch, zudem fällt wenig Regen (Süßwasser, das den Ozean „verwässert“). Die geringsten Salzkonzentrationen findet man in den hohen Breiten vor. Ursache hierfürsind eine geringe Verdunstung, viel Regen und viele ins Meer mündende Flüsse mit Süßwasser.

Der Salzgehalt in den Ozeanen der Erde.

Quelle Titelbild: pixabay

Methan – der Klimaveränderer

Bedenkliche Entwicklung

Methan ist nach Kohlendioxid das zweitwichtigste, von uns Menschen emittierte Treibhausgas in der Erdatmosphäre. Untersuchungen von eingeschlossenen Luftbläschen in Eisbohrkernen zeigen, dass während der vergangenen 650.000 Jahren die Methankonzentration in der Atmosphäre zwischen 400 ppb (parts per billion) und 700 ppb schwankte. Seit 1750 stieg der Methangehalt in der Luft jedoch kontinuierlich an, im Jahre 2015 wurde schließlich sogar ein Wert von 1834 ppb festgestellt. Auch zuletzt stieg der Gehalt weiter an (rund 1870 ppb im Jahre 2019), somit ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht.

Schuldfrage?

Zusätzliches Methan entsteht meist bei Fäulnisprozessen unter Luftabschluss mit Beteiligung von Mikroorganismen. Der Überschuss kommt einerseits durch natürliche, andererseits aber auch durch menschliche Quellen zustande. Nachfolgend sind die unterschiedlichen Quellen und ihr Anteil am Gesamtüberschuss dargestellt:

Natürliche Quellen (49%):

  • Feuchtgebiete 32.0 %
  • Seen, Flüsse 6.0 %
  • geolog. Quellen 7.0 %
  • Termiten 1.5 %
  • Sonstige Quellen 1.5 %

Anthropogene Quellen (51%):

  • Energiegewinnung 14.5 %
  • Mülldeponien 11.5 %
  • Viehzucht 13.0 %
  • Reisanbau 6.0 %
  • Verbrennen v. Biomasse 6.0 %

Die anthropogenen Quellen (menschliche Ursache) haben dabei leicht die Nase vorne, wobei besonders das Halten von Rindern sowie generell die Energiebranche eine bedeutende Rolle spielen.

Mögliches Szenario

Die weltweit weiterhin ansteigenden Temperaturen sowie die damit verbundenen größeren Niederschlagsmengen in Form von Regen auf die Permafrostböden führen vermehrt zum Auftauen dieser in den höheren Breiten. Die gesamte gespeicherte Menge an Methan im Permafrost der Nordhalbkugel wird dabei auf 7,5 bis 400 Gigatonnen Kohlenstoff geschätzt, im Vergleich dazu ist die aktuelle Methanmenge in der Atmosphäre mit 4 Gigatonnen Kohlenstoff äußerst gering. Eine weitere bedeutende Quelle könnten Methanhydrate, entstandene Verbindungen aus Wasser und Methan unter hohem Druck und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt an den Kontinentalhängen der Ozeanböden, sein. Würde selbst nur ein geringer Anteil dieser riesigen im Ozean gespeicherten Menge des Methans (geschätzt zu etwa 700 bis 10.000 Gigatonnen Kohlenstoff) freigesetzt werden, hätte dies verheerende Auswirkungen zur Folge.

Quelle Titelbild: Photo by Tomas Eidsvold on Unsplash

Erhöhte Waldbrandgefahr

Brennender Föhrenwald bei Saubersdorf am 07.04.2020 - (C) Erwin Haslauer

Die Grundlage für eine steigende Wald- und Flurbrandgefahr bietet klarerweise zu wenig oder ausbleibendes Wasser von oben in Form von Regen oder Schnee. Schauen wir uns deshalb mal an, wie der meteorologische Frühling bisher (also der gesamte März plus die ersten 6 Tage im April) aus niederschlagstechnischer Sicht verlief.

In der folgenden Grafik sind all jene Regionen, die in den vergangenen 37 Tagen zu wenig Niederschlag abgekriegt haben, in gelblichen und bräunlichen Tönen dargestellt. Man sieht, das ist der Großteil des Landes. In Freistadt (OÖ) beispielsweise fehlen 80% auf eine ausgeglichene Bilanz seit Anfang März. Zu feucht (Sillian z.B. +7%) war es seit dem 01.03. lediglich in Osttirol, Kärnten und im Lungau. Landesweit bilanzieren die vergangenen 35 Tage aber mit einem Niederschlagsdefizit von 42%!

Niederschlagsabweichung im Frühling 2020 im Vergleich zum langjährigen Mittel.
Niederschlagsabweichung im Frühling 2020 im Vergleich zum langjährigen Mittel.

Wir von der Österreichischen Unwetterzentrale haben einen eigenen Index für die Waldbrandgefahr entwickelt. Auf den nachfolgenden Karten ist die berechnete Waldbrandgefahr für Dienstag, Mittwoch und Donnerstag farblich dargestellt. Dabei bedeutet:

  • Grau –> Keine Gefahr
  • Grün –> Geringe Gefahr
  • Gelb –> Mittlere Gefahr
  • Rot –> Hohe Gefahr
  • Violett –> Extreme Gefahr

Bereits heute herrscht im östlichen Flachland eine hohe Waldbrandgefahr, sonst meist eine mittlere.

Die Waldbrandgefahr am Dienstag.
Die Waldbrandgefahr am Dienstag.

Am Mittwoch und am Donnerstag bleiben die roten Flächen aufgrund des trockenen und sonnigen Wetters (hohe Verdunstung aus dem Boden!) ziemlich verbreitet.

Die Waldbrandgefahr am Mittwoch.
Die Waldbrandgefahr am Mittwoch.
Die Waldbrandgefahr am Donnerstag.
Die Waldbrandgefahr am Donnerstag.

Entscheidend für die weitere Entwicklung der Brandgefahr in der Karwoche ist der zu erwartende Niederschlag. Im nächsten Bild ist die aufsummierte Regenmenge bis zum Ostersonntag (europäisches Modell) dargestellt. Nun ja, es bleibt bis dahin ziemlich sicher trocken, erst dann könnte (!) eine Kaltfront die Brandgefahr lindern.

Erwarteter Niederschlag bis zum Ostersonntag.
Erwarteter Niederschlag bis zum Ostersonntag.

Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass die Feuerwehren bereits zu den ersten Bränden ausrücken mussten. So zum Beispiel heute im Föhrenwald bei Saubersdorf (Bezirk Neunkirchen) und entlang der Brennerautobahn in Tirol:

Brennender Föhrenwald bei Saubersdorf am 07.04.2020 - (C) Erwin Haslauer
Brennender Föhrenwald bei Saubersdorf am 07.04.2020 – (C