Warnlagebericht

Aktuelle Wetterlage

Am Wochenende schwächelt allmählich das bisher bestimmende Hoch und ein schwaches Genuatief macht sich bemerkbar. Die nebelanfällige Inversionslage im Norden und Osten hält aber bis zum Wochenbeginn an.  Am Samstag fällt an der Alpensüdseite gebietsweise ein wenig Regen oder Schnee, ehe am Sonntag wieder meist trockenes Wetter herrscht. Anfang der neuen Woche zeichnet sich über dem Ärmelkanal und der Nordsee ein Sturmtief ab, im Vorfeld dessen sich eine milde, westliche Strömung über der Alpenraum etabliert. Zur Wochenmitte wird es dann aus heutiger Sicht unbeständig und wieder etwas kühler.

Überblick Warnungen

Derzeit sind keine Warnungen aktiv.

Warnausblick

Freitagnacht halten sich im östlichen und südöstlichen Flachland sowie im Donauraum und am Bodensee verbreitet Nebel- und Hochnebelfelder. Sonst ist es nach wie vor meist klar. Erst in der zweiten Nachthälfte ziehen von Südwesten her allmählich Wolken auf. Zum Morgen hin fallen am westlichen Hauptkamm sowie in Osttirol und Kärnten auch ein paar Flocken oder Tropfen. Vor allem in Unterkärnten kann es örtlich glatt werden.

Am Samstag ziehen aus Süden kompakte Wolken auf und in Osttirol und Kärnten fallen ein paar Regentropfen oder Schneeflocken. In Unterkärnten kann es in den Tälern und Becken anfangs auch glatt werden.

Am Sonntag halten sich landesweite dichte Wolken, im Flachland auch oft Nebel oder Hochnebel. Von Nordtirol bis in die westliche Obersteiermark fallen ein paar Schneeflocken. Sonntagnacht kann es in Oberösterreich zu leichtem gefrierendem Regen kommen!

Am Montag setzt in Vorarlberg und im Tiroler Oberland am Vormittag leichter Regen ein, der sich am Nachmittag auf das Flachgau und Oberösterreich ausbreitet. Die Schneefallgrenze liegt knapp über 1000 m.

Autor

Michele Salmi
Freitag, 24. Januar 2020 um 17:00 Uhr

Saharastaub erfasst Mitteleuropa

Hoch EKART sorgt in weiten Teilen Mitteleuropas nach wie vor für eine Inversionswetterlage. Während es dabei in den Niederungen zum Teil Dauerfrost mit Nebel oder Hochnebel gibt, scheint in den Alpen bei überdurchschnittlichen Temperaturen verbreitet die Sonne. Im Vergleich zu den Vortagen lässt die Fernsicht ab Freitag jedoch nach: Tief ILKA führt nämlich Saharastaub ins Land.

Tief ILKA führt von Algerien Saharastaub nach Mitteleuropa. © NASA (21.-23.1.20)

Saharastaub

Tief ILKA hat in den vergangenen Tagen für schwere Unwetter mit mindesten 12 Todesopfern im Osten und Nordosten Spaniens gesorgt. Am Samstag erfassen die Reste der Okklusionsfront des Tiefs den Alpenraum, bis auf ein paar Tropfen oder Flocken im Süden bleibt es aber meist trocken. In der Höhe gelangt allerdings Saharastaub ins Land, somit wird es vielerorts diesig. Die gute Fernsicht der vergangenen Tage ist damit vorerst Geschichte, zumal auch einige Wolken durchziehen.

Am Samstag erfasst der Saharastaub ganz Österreich. © CAMS
Saharastaub
Im Westen wird es bereits am Freitag zunehmend diesig. © foto-webcam.eu
Beim Blick vom Großglockner kündigt sich der Saharastaub an. © foto-webcam.eu

Wetterumstellung

Der Kern des Tiefdruckgebiets, welches in Spanien den Namen „Gloria“ trug, befindet sich derzeit über dem Ostatlantik und leitet hierzulande allmählich eine Wetterumstellung ein. In Zusammenspiel mit Tief KIM über dem Nordatlantik wird das einst blockierende Hoch EKART nämlich in die Zange genommen und zu Beginn der kommenden Woche wird schließlich der Weg frei für atlantische Tiefausläufer. Der Saharastaub ist dann rasch wieder Geschichte.

Am Dienstag kündigt sich eine Westlage an. © UBIMET / NCEP

Nach derzeitigem Stand bleiben die Temperaturen zwar knapp über dem langjährigen Mittel, besonders von Vorarlberg bis Oberösterreich zeichnet sich aber wieder etwas Niederschlag ab.

Jänner-Sonne hat Soll teils schon erreicht

Die Sonne ist ein Dauerbrenner im laufenden Jänner.

Das Hochdruckwetter der ersten drei Jännerwochen macht sich nun allmählich auch in der Sonnenscheinbilanz bemerkbar. Noch sind zwar 9 Tage zu absolvieren, schon jetzt haben aber viele Orte im Land ihr Soll an Sonnenstunden für den gesamten Monat weit übertroffen.

Der Jänner ist – no na – einer der sonnenscheinärmsten Monate des ganzen Jahres. Für Wien, Klagenfurt und Innsbruck haben wir mal nachfolgend die durchschnittlich zu erwartenden Sonnenstunden in den einzelnen Monaten aufgetragen. Demnach darf man sich im ersten Monat eines Jahres auf 70 (Wien) bis 100 Sonnenstunden (Innsbruck) freuen:

Sonnenstunden im Jahresverlauf
Sonnenstunden im Jahresverlauf

Wie sieht es nun im laufenden Monat aus?

Es gibt zahlreiche Orte – v.a. im Bergland – , die bereits ihr Soll erreicht oder sogar übertroffen haben. Eine kleine Auswahl haben wir für euch zusammengestellt:

Ort Sonnenstunden 01.01. – 22.01.2020 Abweichung in % von Gesamtmonatssumme
Feldkirch 94 +32%
Jenbach 92 +1%
Bad Gastein 68 +31%
Aspach 65 +27%
Litschau 65 +30%
Bad Gleichenberg 95 +27%
Pörtschach 119 +45%

 

Eine weitere Grafik, auf der man die sonnigsten Regionen schnell identifizieren kann, seht ihr nachfolgend. Sie zeigt, wieviel Prozent der astronomisch maximal möglichen Sonnenscheindauer im Jänner 2020 bislang erreicht wurden. Beispiel: In Osttirol und Oberkärnten bewegt sich dieser Wert bei nahe 100%, hier gab es also seit 3 Wochen keine nennenswerte Abschattung durch Wolken! Anders das Bild von Linz bis zum Seewinkel, hier lagerte des öfteren Hochnebel. Somit wurden hier nur 35-40% der astronomisch möglichen Sonnenscheindauer erreicht.

Viel Sonne im Bergland - öfter trüb im Flachland
Viel Sonne im Bergland – öfter trüb im Flachland

Es geht noch mehr

Von Rekorden für den sonnigsten Jänner der Messgeschichte liegen wir aber meist noch ein ganzes Stück entfernt, hier der Blick auf die Landeshauptstädte:

Stadt Sonnenstunden bis 23.01.2020 Rekord Sonnenstunden Jänner (Jahr)
Wien 64 h 131 h (1883)
St. Pölten 73 h 91 h (2006)
Eisenstadt 69 h 116 h (1993)
Linz 52 h 90 h (2006)
Graz 122 h 161 h (1981)
Klagenfurt 153 h 172 (1918)
Salzburg 86 h 117 h (2006)
Innsbruck 105 h 149 h (2006)
Bregenz 78 h 95 h (2008)

 

Am ehesten könnte es in Bregenz, Klagenfurt und Graz für einen neuen sonnigsten Jänner der Messgeschichte reichen. Endgültig feststehen wird dies aber erst am 01. Februar 🙂

Quelle Titelbild: pixabay

Unwettertief hält Spanien in Atem

Seit Sonntag sorgt Sturmtief GLORIA an der Ostküste von Spanien, auf den Balearen sowie im südlichsten Frankreich für Sturm, Gewitter und Starkregen. Zudem prallen meterhohe Wellen an die Küste und sorgen für Schäden. Im gebirgigen Hinterland bzw. in den östlichen Pyrenäen kommt es zu großen Neuschneemengen.

Feucht-warmes Förderband

Das Tiefzentrum liegt zwischen Spanien und Algerien und somit wird warme Luft von Nordafrika über dem Mittelmeer angefeuchtet und weiter an die Ostküste Spaniens befördert. Dabei kann es gewittrig verstärkt regnen und in kurzer Zeit zu großen Regenmengen kommen. In den vergangenen 24 Stunden kamen teils über 200 l/m² zusammen. Dazu prallten teils 6 m hohe Wellen an die Küste:

Im Bergland viel Neuschnee

Im Hinterland sowie in den östlichen Pyrenäen ging der Regen oberhalb von 500 bis 1000 m in starken Schneefall über, sodass sich hier teils tief winterliche Bedingungen einstellten.

Unwetter auch noch am Mittwoch

Das Sturmtief verlagert sich am Mittwoch westwärts an die Südküste Portugals und schwächt sich dabei merklich ab. Allerdings muss man in Katalonien und dem angrenzenden Frankreich weiterhin mit ergiebigen Regen und Starkschneefall in den Hochlagen rechnen. Am Donnerstag geht dann auch dort der Regen zu Ende und die Lage beruhigt sich nachhaltig.

Titelbild: Twitter/Noticias Terra Gea

Unwetter in Australien: Hagel, Regen und Sturm

Haboob

Nach der extremen Hitze im Dezember bzw. zu Jahresbeginn hat sich das Wetter in Australien grundlegend umgestellt. Am vergangenen Freitag gab es vor allem an der Gold Coast südlich von Brisbane gewittrigen Starkregen mit ergiebigen Regenmengen von teils über 200 Liter pro Quadratmeter in weniger als 12 Stunden und örtlichen Überflutungen.

Gewitter und Staubsturm

Seit dem Wochenende sorgt nun ein Tiefdruckgebiet über dem Südosten des Landes für Unwetter. Im Bereich der Städte Parkes und Dubbo (NSW), etwa 300 km westlich von Sydney, kam es auch zu einem spektakulären Staubsturm. Dieser ist durch die ausfließende Kaltluft eines Gewitters entstanden, welcher den staubigen, trockenen Boden aufgewirbelt hat.

5 cm Hagel

Am Sonntag und Montag kam es besonders in Teilen von New South Wales, Victoria sowie im ACT zu heftigen Gewittern. Auch die Großstädte Melbourne und Canberra waren von großem Hagel teils bis 5 cm betroffen, zudem wurden in der Hauptstadt auch orkanartige Böen bis 117 km/h gemessen. Die Folgen waren massive Schäden u.a. an Autos, Dächern und Gewächshäusern.


Titelbild © Adobe Stock

Bilder: Blizzard auf Neufundland

@ https://twitter.com/KaylaHounsell

 

Titelbild: @ https://twitter.com/KaylaHounsell

Am Samstag Glätte und etwas Schnee

Schnee in Wien

Am Samstag zieht die Kaltfront eines Tiefs mit Kern über der Norwegischen See über Österreich hinweg. In Zusammenspiel mit einem Randtief über Italien muss man verbreitet mit etwas Regen und Schnee rechnen, wobei besonders im Mühl- und Waldviertel am Samstagmorgen und – vormittag Glättegefahr durch gefrierenden Regen besteht!

Etwas Schnee

Tagsüber erfasst die Front unter Abschwächung auch den Osten Österreichs. Nach der vergangenen Inversionswetterlage hält sich im östlichen Flachland noch kalte Luft, welche aufgrund der nur noch schwachen Ausprägung der Front kaum bzw. zögerlich ausgeräumt wird. Während die Schneefallgrenze an der Alpennordseite bei etwa 600 m liegt, schneit es in windgeschützten Tälern der Alpen sowie im Osten bis in tiefe Lagen. Die Mengen halten sich zwar in Grenzen, auch im Flachland kann sich aber gebietsweise ein dünne Schneedecke bilden. Nennenswerte Mengen von 5 bis 15 cm gibt es von Vorarlberg bis zur nördlichen Obersteiermark oberhalb von etwa 700 bis 800 m. Auf den Bergen gibt es besonders von den Kitzbüheler Alpen bis zum Toten Gebirge rund 20 cm Neuschnee.

Schneefall in Innsbruck am Samstagmorgen. © www.panomax.com / www.innsbruck.info

Hoch EKART

Am Sonntag hält die Zufuhr kalter Luftmassen an und in den Nordalpen gehen noch ein paar Schneeschauer nieder. Auch im Osten bleibt es bewölkt und gelegentlich fällt ein wenig Regen, wetterbegünstigt ist dagegen der Süden des Landes. In den Staulagen vom Außerfern bis ins Mariazellerland kommen noch ein paar Zentimeter Neuschnee zusammen. In der kommenden Woche kündigt sich allerdings neuerlich ein kräftiges Hochdruckgebiet an und die Temperaturen steigen besonders im Westen sowie in mittleren Höhenlagen neuerlich an.

Bis zu 1050 hPa Luftdruck über den Britischen Inseln am Montag. © NCEP / UBIMET

Neuschnee am Wochenende auch im Flachland?

Schnee ist in Wien in diesem Winter eine Rarität.

Bis einschließlich Freitag herrscht unter Hochdruckeinfluss durchwegs ruhiges Winterwetter ohne markante Erscheinungen. In der Nacht auf Samstag erfasst eine Kaltfront Österreich von Westen her, sie überquert am Samstag das ganze Land. Zugleich bildet sich über Norditalien ein Tief, dieses lenkt zusätzlich feuchte Luft heran. Somit kündigen sich vor allem in den Nordalpen von Salzburg ostwärts, unter Umständen aber auch im östlichen Flachland inklusive Wien v.a. ab Samstagabend winterliche Bedingungen ab.

Die Aussichten (Update Do. 10 Uhr)

In der Nacht auf Samstag setzt von Vorarlberg bis Oberösterreich allmählich Schneefall ein, unterhalb von 800 bis 1000 m handelt es sich um Regen.

Am Samstag selbst breiten sich Regen und Schneefall weiter ostwärts aus und erfassen weite Teile des Landes, der Schwerpunkt befindet sich dabei in den Nordstaulagen der Alpen. Im Nordosten schneit es anfangs noch bis in tiefe Lagen, sonst liegt die Schneefallgrenze zwischen 600 und 800 m. Im Laufe der zweiten Tageshälfte kann es dann auch im östlichen Flachland zeitweise leicht schneien, am Abend geht der Schnee aber auch hier bei aufkommendem Nordwestwind zunächst im Wiener Becken, später dann im äußersten Osten in Regen oder Schneeregen über.

Der Sonntag bringt aus heutiger Sicht v.a. in den Alpen vom Karwendel über die Eisenwurzen bis zum Wienerwald zeitweiligen Schneefall. Im Osten liegt die Schneefallgrenze nach aktuellem Stand (Do. 10 Uhr) bei etwa 400 m. Leicht wetterbegünstigt sind Osttirol und Kärnten, hier gibt es teils sonnige Auflockerungen.

Die Mengen:

Am meisten Schnee kommt zwischen Freitagnacht und Sonntagabend in den Nordalpen zusammen, hier sind oberhalb von 700-800 m rund 10 bis 20 cm in Sicht. Weiter herunten in den Tälern (Rhein-, Inn-, Salzachtal) sowie im Flachland fällt entsprechend weniger Schnee. Der Schwerpunkt des Schneefalls liegt aus heutiger Sicht im Bregenzerwald sowie im Bereich der Kitzbüheler Alpen bzw. der Hohen Tauern, hier sind in exponierten Lagen auch Mengen um 30 cm zu erwarten. Abseits der Alpen fällt zwar deutlich weniger Schnee, doch selbst in Wien könnten die ersten Zentimeter des Winters zusammenkommen.

Schneeprognose für das Wochenende (Stand: Do. 10 Uhr). © UBIMET

Schneepremiere in Landeshauptstädten

Bis dato warten mit Wien, St. Pölten, Linz, Bregenz, Graz und Salzburg noch immer sechs Landeshauptstädte auf die erste geschlossene Schneedecke von mindestens 1 cm in diesem Winter. Das kommende Wochenende könnte also besonders im östlichen Flachland einen Totalausfall in punkto Schnee noch abwenden, im bislang schneeärmsten Winter in Wien 1974/75 waren es drei Tage mit Schneedecke. Nichtsdestotrotz wird dieser Winter in der Bundeshauptstadt deutlich unter dem langjährigen Mittel von 32 Schneedeckentagen bleiben.

Wie die nachfolgende Grafik zeigt, gab es bereits im Winter 2013/2014 einen ähnlich schneearmen Winter:

Übersicht der Tage mit einer Schneedecke von mind. 1 cm in sechs Landeshauptstädten.
Übersicht der Tage mit einer Schneedecke von mind. 1 cm in sechs Landeshauptstädten.

Quelle Titelbild: pixabay

Fragen und Antworten zum Schnee in Österreich

@ https://stock.adobe.com/

Die kommenden Tage: Wie wird da das Wetter?

Bis inkl. Freitag gestaltet sich das Wetter im Alpenraum durch Hochdruckeinfluss ruhig und trocken mit viel Sonnenschein. Nur in den Niederungen entlang der Donau, im Osten und Südosten hält sich teils zäher Nebel und Hochnebel mit lokalem Schneegriesel. Hier bleiben die Temperaturen ‚winterlicher‘ und liegen tagsüber um den Gefrierpunkt. Abseits der Hochnebelgebiete gibt es mäßige Nachtfröste und tagsüber bis zu +10 Grad.

Wann ist mit Neuschnee in Österreich zu rechnen? Wieviel Schnee fällt? Wo?

Am Wochenende stellt sich die Wetterlage wieder mehr Richtung Winter um, am Samstag und Sonntag deuten sich an der Alpennordseite ein paar Zentimeter Neuschnee bis in die meisten Täler an. Im Bergland sind durchaus auch bis zu 30 oder 40 cm drin. Für das Flachland schaut es hingegen weiter schlecht aus. Nachfolgend bleiben die Temperaturen wohl für ein paar Tage des Jahreszeit entsprechend, nach signifikantem Niederschlag schaut es dann eher nicht aus.

Analyse der Gesamtschneehöhe am 13.01.2020 @ UBIMET
Analyse der Gesamtschneehöhe am 13.01.2020 @ UBIMET
Analyse der Gesamtschneehöhe am 13.01.2019 @ UBIMET
Analyse der Gesamtschneehöhe am 13.01.2019 @ UBIMET

Was ist der Grund für den ‚Wintereinbruch‘?

Man kann es wohl eher als eine ‚vorübergehende Rückkehr zu der Jahreszeit entsprechenden Verhältnissen‘ beschreiben. Grund hierfür ist ein kräftiges Tief, das in den Norden von Skandinavien zieht und auf der Rückseite Kaltluft aus Nordwest nach Mitteleuropa führt. Zudem bildet sich dann über dem Ostatlantik ein Hoch, welches die Rückkehr milderer Luft aus Westen verhindert/blockiert. Entsprechend kann sich die etwas kältere Luft wohl ein wenig halten.

Warum ist es überhaupt derzeit so mild?

Etwa seit Weihnachten liegt der Alpenraum mehrheitlich unter Hochdruckeinfluss, in einigen Teilen Österreichs ist 2020 bisher noch gar kein Niederschlag gefallen, vor allem im Süden. Tiefs konzentrieren sich bisher auf den Atlantik und ziehen häufig an Mitteleuropa vorbei nach Norden, daher ist der Hochdruckeinfluss bei uns mit einer leichten Südwestströmung verbunden. Diese führte und führt vor allem in mittleren und hohen Lagen zu zu milden Temperaturen. Im Mittel über das ganze Land beträgt die Abweichung der Temperatur im bisherigen Jänner +3 Grad, wobei sie mit bis zu +5 Grad in Hochlagen am markantesten ist.

Frontenkarte für Dienstag, den 14.01.2020 @ UBIMET
Frontenkarte für Dienstag, den 14.01.2020 @ UBIMET

Besteht noch Hoffnung auf einen Flachland-Winter?

De facto geht der Winter ja noch zwei Monate, insofern besteht noch genügend Zeit für Kaltluftausbrüche aus Sibirien oder eine Ladung Schnee auch in tiefen Lagen. Jedoch ist tendenziell nicht von zu kaltem Wetter über längere Zeit auszugehen. Langfristmodelle sind sich relativ einig über weiterhin überdurchschnittlich hohe Temperaturen, wie das Mittel aus sechs Modellen für den 3-Monatszeitraum Januar bis März in der nachfolgenden Grafik zeigt:

Prognose der 2m-Temperatur-Anomalie Jänner-März @ https://climate.copernicus.eu/charts/c3s_seasonal/
Prognose der 2m-Temperatur-Anomalie Jänner-März @ https://climate.copernicus.eu/charts/c3s_seasonal/

 

Titelbild: https://stock.adobe.com/

Ein intensiver Wintersturm zieht über die Mitte und den Osten der USA hinweg

Der Sturm, der voraussichtlich das ganze Wochenende andauern wird, hat viele verschiedene Wetterlagen am Programm und wird Millionen von Menschen treffen. Mit Schnee im Mittleren Westen, Tornados im Süden und warmen Temperaturen im Osten wird es wahrlich ein Wetterereignis, das einen Eindruck mehrerer Jahreszeiten vermittelt.

Vorhersagekarte für Samstag 11.01.2020 (Quelle: NOAA)

Die breite Unwetterpalette

Der gefährlichste Teil dieses Sturmsystems ist sein Unwetterpotential. In den nächsten Tagen sind heftige Gewitter mit zerstörerischen Winden, großem Hagel und sogar Tornados möglich. Das Gebiet mit dem höchsten Risiko erstreckt sich von den Southern Plains nach Südosten.

Tornados wurden bereits in mehreren Bundestaaten von Texas bis Kentucky beobachtet, dabei wurden zahlreiche Häuser und die Infrastruktur zerstört.

Tornado-Warnungen, Sturzfluten und Hagel wurden am Freitagabend in der Region Dallas, im Bundesstaat Texas, gemeldet, während viele Flüge am Flughafen Dallas verschoben oder abgesagt wurden. Am Samstag wurde dann auch der Flughafen in Chicago vom Wintersturm betroffen.

Tornado-Vorwarnungen gibt es derzeit in mehreren Bundesstaaten, darunter in Arkansas und Louisiana, selbst nächtliche Tornados sind möglich.

Sobald der Sturm weiter nach Osten zieht, so verlagert sich auch die Gefahr von schweren Gewittern in Richtung Osten.

Ungewöhnlich hohe Temperaturen an der Ostküste

Während die mittleren und die nördlichen Teile des Landes von extremem Winterwetter heimgesucht werden, wird sich der größte Teil der Ostküste in frühlingshafter Wärme sonnen. Mit Temperaturen am Wochenende von bis zu 15, teils sogar bis 25 Grad Celsius (60 – 70 Grad Fahrenheit), was 25 bis 30 Grad über dem Durchschnitt liegt, werden sich viele Leute fragen, ob es Januar oder Mai ist.

Die ungewöhnlich warmen Temperaturen werden wahrscheinlich dazu führen, dass in den kommenden Tagen viele Rekorde gebrochen werden.

 

Weiterhin warten auf Neuschnee

Geringfügigen Regen und Schnee bringt lediglich eine Kaltfront in der Nacht auf Samstag, doch selbst in den Staulagen der Nordalpen kommen dabei oberhalb von 700-800 m nur rund 5 cm Neuschnee zusammen. Am Samstag steigt der Luftdruck von Westen her schon wieder, ab Sonntag übernimmt dann für einige Tage ein stabiles Hoch die Regie beim Wetter. Dabei stellt sich eine sogenannte Temperaturinversion ein. Während es im Berg- und Hügelland teilweise Höchstwerte von milden 10 Grad und mehr gibt, verharren die Temperaturen in den Niederungen im einstelligen Bereich. Im Flachland werden zudem wieder Nebel und Hochnebel ein Thema, lokal präsentieren sich die Temperaturen hier mit rund 0 Grad oder sogar leichtem Dauerfrost zumindest einigermaßen der Jahreszeit entsprechend.

Änderung erst nach Monatsmitte

Die nächste markantere Front samt nennenswerten Mengen Regen und Schnee trifft aus heutiger Sicht frühestens am nächsten Wochenende auf Österreich. Diese Entwicklung ist allerdings noch mit Unsicherheiten behaftet. Eine nachhaltige Umstellung der Wetterlage hin zu einem Kaltluftvorstoß mit Schneefall bis ins Flachland ist jedenfalls weit und breit nicht in Sicht.

Jänner bislang deutlich zu mild

Über ganz Österreich gemittelt verliefen die ersten neun Tage des Jänners um 2,5 Grad zu mild. Besonders auf den Bergen und in leicht erhöhten Lagen Süd- und Ostösterreichs wurden bis dato sogar noch etwas höhere Abweichungen registriert. So halten der Feuerkogel, die Kanzelhöhe und der Patscherkofel derzeit bei einer positiven Anomalie von 4-5 Grad –> siehe Grafik.

Angesichts der wenig winterlichen Aussichten wird sich dieses deutlich zu milde Muster weiter manifestieren. Bemerkenswert: Von den rund 270 Wetterstationen im Land gibt es keine einzige, an der der Jahresauftakt zu kühl war. Zell am See und Tamsweg liegen als kälteste Orte derzeit genau im langjährigen Mittel.

Deutlich zu mild bisher: Der Jänner 2020.
Deutlich zu mild bisher: Der Jänner 2020.

Warten auf Regen und Schnee im Süden

Abgesehen von einer Kaltfront, die den Nordalpen vergangenes Wochenende 20 bis 30 l/m² in Form von Regen und Schnee brachte, besticht der Auftakt in das Jahr 2020 mit sehr trockenen Verhältnissen. Knapp 62% fehlen über ganz Österreich gemittelt aktuell auf eine ausgeglichene Bilanz, noch markanter ist das Defizit im Westen, Süden und Südosten: In Landeck, Lienz und Klagenfurt ist beispielsweise noch kein einziger Tropfen Regen bzw. keine Schneeflocke gefallen (siehe Grafik: Abweichung -100%) Hier heißt es zumindest bis zur Monatsmitte warten auf den ersten Niederschlag im neuen Jahr.

Deutlich zu trocken bisher: Der Jänner 2020.
Deutlich zu trocken bisher: Der Jänner 2020.

Quelle Titelbild: pixabay

Starker Polarwirbel sorgt weiterhin für milden Winter in Europa

Perlmuttwolken

Die Atmosphäre der Erde besteht hinsichtlich ihres vertikalen Temperaturverlaufs aus verschiedenen Schichten. Das tägliche Wetter passiert in der Troposphäre, für die Großwetterlagen im Winter auf der Nordhalbkugel spielen allerdings manchmal auch die Geschehnisse in der Stratosphäre eine Rolle. Hier entwickelt sich im Winter nämlich der sogenannte Polarwirbel. Er ist gefüllt mit sehr kalter Luft, die in der Stratosphäre Werte unter -80 Grad erreichen kann. Seine Stärke hängt vom Temperaturunterschied zwischen dem Äquator und den Polen ab, daher erreicht er seine maximale Ausprägung meist im Jänner.

Der Polarwirbel in der Stratosphäre am 3.1.20 © FU Berlin

Extreme Kälte

Während es in den vergangenen beiden Wintern je zu einer Spaltung des Polarwirbels kam (mittels einer plötzlichen Stratosphärenerwärmung), präsentiert er sich heuer außergewöhnlich stark. Am 3. Jänner wurden von einer Radiosonde in einer Höhe von 25 km sogar Temperaturen von -96 Grad gemessen, was dem tiefsten Wert seit mindestens 40 Jahren entspricht.

Milder Winter

Der Polarwirbel in der Stratosphäre ist derzeit vergleichsweise gut mit dem Jetstream in der Troposphäre gekoppelt. Seine starke Ausprägung sorgt dabei für relativ mildes, westwinddominiertes Winterwetter in Mitteleuropa und etwaige Kaltlufteinbrüche sind nur von kurzer Dauer. Eine Änderung ist vorerst nicht in Sicht und die Langfristmodelle deuten bis auf Weiteres auch auf überdurchschnittliche Temperaturen in Europa hin. Da das Azorenhoch zudem stark ausgeprägt ist und die Frontalzone weit nördlich verläuft, berechnen die Modelle im Alpenraum bis zum Monatsende nur noch geringe Niederschlagsmengen. Nach derzeitigem Stand ist somit selbst auf den Bergen kein nennenswerter Neuschnee in Sicht.

Der stratosphärische Polarwirbel bleibt vorerst stark ausgeprägt. © ECMWF
Die Langfristprognosen für die kommenden Monate sehen mild aus. © copernicus

Stratosphärenwolken

In Höhen über 20 km bei Temperaturen unter -78 Grad treten in den Polarregionen manchmal polare Stratosphärenwolken auf (polar stratospheric clouds), welche nach ihrem Aussehen auch Perlmuttwolken genannt werden. Sie bestehen aus Kristallen von Schwefelsäure oder Salpetersäure (Typ I) bzw. bei extrem niedrigen Temperaturen mitunter auch aus Eiskristallen (Typ II). Wenn die Wolken aus Säurekristallen bestehen, sind sie für Ozonabbau in der Stratosphäre verantwortlich.

Tiefste Temperaturen in etwa 28 km Höhe. Heuer gab es Rekordwerte (pink) © NASA


Titelbild © Adobe Stock

Über Nacht Neuschnee und Sturm

Ein erstes Frontensystem hat in der Nacht Österreich erreicht und sorgt in den Nordalpen für Regen und Schnee. Dabei hält sich die bodennahe Kaltluft in den Alpentälern hartnäckig, daher gab es in den Früh- und Vormittagsstunden vom Pinz- und Pongau über das Ennstal und Gesäuse bis ins Mur- und Mürztal gebietsweise spiegelglatte Straßen durch gefrierenden Regen.

Vorstoß polarer Kaltluft bringt Neuschnee

Zwischen einen Hoch über Südwesteuropa und einem Tief über Russland kommt es über Osteuropa zu einem kräftigen Kaltluftvorstoß, der am Sonntag die Ägäis erreicht. Auch Österreich wird von diesem Vorstoß polarer Kaltluft gestreift und in der Nacht setzen von Tiroler Unterland bis zum Mariazellerland kräftiger Regen und Schneefall ein. Dabei sinkt die Schneefallgrenze von 700 m von Osten her bis in die Tallagen.

Neuschneemengen Samstagnacht
Neuschneemengen Samstagnacht

Die größten Neuschneemengen kommen vom Hochkönig bis zum Ötscher zusammen, hier sind oberhalb von rund 800 m gute 20 bis 30 cm , lokal sogar bis zu 40 cm Neuschnee zu erwarten. In tieferen Lagen hingegen handelt es sich anfangs um Regen bis Sonntagfrüh sind aber doch verbreitet 5 bis 10 cm möglich. Kaum bzw. kein Schnee fällt westlich von Innsbruck sowie im leeseitigen Süden.

Stürmischer  Alpenostrand und Föhnsturm

Mit Annäherung der polaren Kaltluft frischt der Wind am Alpenostrand am Abend stürmisch auf  und vor allem in der ersten Nachthälfte sind verbreitet Böen von 70-90 km/h zu erwarten. Zwischen Bad Vöslau und Reichenau an der Rax sind stellenweise auch Böen um die 100 km/h zu erwarten.

Sturmwarnungen für Samstagnacht und Sonntagvormittag
Aktuelle Sturmwarnungen für Samstagnacht und Sonntagvormittag www.uwz.at

Gleichzeitig macht sich auch der Nordföhn in den Tallagen von Osttirol und Oberkärnten bis zum Joglland immer öfter bemerkbar. Bereits in der Nacht gibt es hier immer wieder Sturmböen, der Höhepunkt wird hier aber erst Sonntagfrüh bzw. -vormittag erreicht. Dann treten auch in diesen Regionen Sturmböen von 70-90 km/h auf.

Wetterberuhigung im Laufe des Sonntags

Am Sonntag klingt zunächst der Schneefall in den Nordalpen am Vormittag ab, am Nachmittag lässt dann auch der stürmische Nordföhn im Süden deutlich nach. Verantwortlich dafür ist ein Hoch über Südwesteuropa, das allmählich auch die Alpen beeinflusst. In der kommenden Woche setzt sich das ruhige Hochdruckwetter meist fort, nur der Norden wird ab und zu von schwachen Tiefausläufern gestreift. Dazu wird es vor allem auf den Bergen wieder sehr mild, in den schneebedeckten inneralpinen Tallagen baut sich hingegen eine mächtige Inversionswetterlage auf. Hier bleibt es also oftmals bei Dauerfrost.

Unwetterrückblick 2019

Schneemassen gab es im Jänner in den Nordalpen.

Drittwärmstes Jahr der Messgeschichte

Mit einer österreichweiten Abweichung von +1,8 Grad fällt das Jahr 2019 gegenüber dem langjährigen Mittel von 1981-2010 deutlich zu warm aus. Seit Beginn der instrumentellen Temperaturmessung 1767 waren lediglich die Jahre 2018 und 2014 noch wärmer. Passend zu dieser großen Temperaturabweichung weist das Jahr 2019 zehn überdurchschnittlich warme Monate auf. Der Jänner zeigte sich eine Spur und der Mai markant kälter als das langjährige Mittel, er ging als kältester Mai seit 1991 in die Annalen ein.

Das drittwärmste Jahr der Messgeschichte.
Das drittwärmste Jahr der Messgeschichte.

Jänner: Schneemassen in den Nordalpen

Durch eine gut zwei Wochen anhaltende, nasskalte Nordlage gab es an der Alpennordseite außergewöhnliche Neuschneemengen. So lagen zur Monatsmitte in den Nordalpentälern verbreitet 1 bis 2 Meter Schnee, stellenweise wurden neue Schneehöhenrekorde für den Jänner aufgestellt. Auf den Bergen türmten sich die Schneemassen teilweise bis zu 5 Meter in die Höhe. Diese enormen Schneemengen führten zur höchsten Lawinenwarnstufe 5. Dadurch kam es zu weitreichenden Straßensperren und einige Orte waren für Tage von der Außenwelt abgeschnitten.

Extremer Juni

Auf der anderen Seite der Extrema lag der Juni. Er fiel mit einer Abweichung von +4,7 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel nicht nur deutlich zu warm aus. Landesweit war der Juni 2019 nämlich sogar der wärmste der Messgeschichte, nur gebietsweise wie etwa in Vorarlberg und in Teilen Tirols war der Juni 2003 noch etwas heißer. Nach dem zu kalten und zu nassen Mai setzte in den Alpen zudem eine extreme Schneeschmelze ein, welche am 12. und 13. zu einem markanten Hochwasser am Inn führte. Nur knapp wurde in Innsbruck ein hundertjährliches Hochwasser verfehlt. Bei den Tageshöchstwerten wurden im Juni an mehr als der Hälfte aller Wetterstationen neue Juni-Stationsrekorde aufgestellt, 27 Stationen stellten sogar neue Allzeit-Rekorde dar, wie etwa Imst, der Brenner oder die Schmittenhöhe.

In drei Bundesländern wurden zudem neue Monatsrekorde aufgestellt:

  • Kärnten: 38,1 Grad in Hermagor (27.6.)
  • Tirol: 37,5 Grad in Imst (26.6.) und Innsbruck (27.6.)
  • Steiermark: 37,2 Grad in Graz (27.6.)

November: Rekordniederschläge im Südwesten

Die Wetterlage im November war von einem immer wiederkehrenden Muster geprägt. Kräftige Tiefdruckgebiete über dem Mittelmeer lenkten extrem feuchte Luft von Süden her gegen die Alpen, die Folge waren immense Regen- und Schneemengen vor allem vom Ötztal über die Salzburger Tauerntäler bis ins Obere Murtal sowie generell in Osttirol und Kärnten. Mit Abstand am meisten Regen und Schnee ist an der Messstation am Loibltunnel an der Grenze zu Slowenien zusammengekommen, nämlich 741 l/m². Mehr als 500 l/m² gab es aber auch in Kötschach-Mauthen, Dellach im Drautal und am Weißensee. Mehr als 30 Stationen haben einen neuen Novemberrekord aufgestellt, bspw. wurde in Kals am Großglockner der 103 Jahre währende Rekord um knapp 100 l/m² regelrecht pulverisiert. Orte wie Mallnitz, Virgen oder Millstatt meldeten gar den generell nassesten Monat der jeweiligen Messgeschichte.

Im Norden Trockenheit

Über das gesamte Land gemittelt lagen die Niederschlagsmengen 2019 genau im Durchschnitt, allerdings mit lokalen Unterschieden. Um 20 bis 30% zu trocken war das Jahr vom Innviertel über das Mariazellerland bis nach Graz. Von Vorarlberg bis Kärnten fiel dagegen mehr Regen und Schnee als im Mittel. So kamen in Spittal an der Drau statt 981 l/m² insgesamt 1474 l/m² zusammen.

Im Norden war es 2019 zu trocken.
Im Norden war es 2019 zu trocken.

Quelle Titelbild: pixabay

Rund um Sydney: Silvesterfeiern und Feuerhölle nah beieinander

Aktuelle Waldbrände im Südosten Australiens @ http://google.org/crisismap/australia

Und nicht nur hier, das gesamte Hügelland im Südosten Australiens erfährt aktuell wieder massive Buschbrände. Starke Winde und sengende Temperaturen fachen kleinere Brandherde an – außer Kontrolle geratene Waldbrände, die die Häuser und das Leben von Tausenden bedrohen, sind die Folge. Furchtbare Szene werden über Facebook und Twitter geteilt:

Nach Bränden in der Umgebung von Bateman’s Bay musste New South Wales am Dienstag Tausende von Bewohnern an den Strand evakuieren. Erstickender Rauch machte den Tag zur Nacht, Asche regnete. Verzweifelte Evakuierte waren bereit, in Booten zu fliehen oder sogar zu schwimmen, als die Brände selbst den Strand bedrohten. Die australische Marine war in Alarmbereitschaft, um die Bewohner abgeschnittener Städte wie Bateman’s Bay zu evakuieren.

 Wald

Durch die Busch- und Waldbrände entstehen so genannte Pyrocumuluswolken. Sie ragen tausende von Metern in die Luft und  funktionieren ähnlich wie Gewitter, so dass sie regelmäßig Blitze auslösen (siehe Radartweet oben). Genau wie Gewitter können diese Feuer auch sehr starke Winde erzeugen, sogar Tornados. Ein solcher Tornado hat möglicherweise das Leben eines freiwilligen Feuerwehrmanns gefordert, der am Dienstag beim Feuer im Green Valley in der Nähe von Jingellic, NSW, gearbeitet hat. Zeugen berichteten von einem plötzlichen Feuertornado, bei dem mehrere Fahrzeuge umgekippt wurden, einschließlich des 10-Tonnen-Truck des Feuerwehrmanns, als er versuchte Vieh zu retten. Zwei weitere Personen in demselben Lastwagen wurden mit schweren Verbrennungen in ein Krankenhaus in Sydney geflogen.

Ein paar Gewitter ziehen heute in der Region durch, verbunden mit einem Wechsel hin zu kühlerer Luft. Leider ist es unwahrscheinlich, dass diese die Art von Niederschlag erzeugen, die zum Ersticken der Brände erforderlich ist. Starke Südwestwinde in Folge der Front können die gefährlichen Bedingungen tatsächlich verschärfen und die Brände in Richtung zuvor unverbrannter Gebiete treiben.

 

Titelbild: http://google.org/crisismap/australia

Dezember 2019 knapp 3 Grad zu warm

Winterwetter im Dezember.

10 von 12: Warme Serie geht weiter

Mit einer österreichweiten Abweichung von knapp +3 Grad fällt der Dezember gegenüber dem langjährigen Mittel von 1981-2010 deutlich zu warm aus. Seit 1961 war lediglich der Dezember 2015 wärmer, in der gesamten Messhistorie Österreichs seit 1767 rangiert der ablaufende Monat unter den Top 5. Damit weist das Jahr 2019 zehn überdurchschnittlich warme Monate auf, einzig der Jänner und der Mai zeigten sich kälter als das langjährige Mittel. Die Abweichungen im Dezember sind im ganzen Land positiv, relativ gesehen am wärmsten war es in Ehrwald in Tirol mit einer Anomalie von +4 Grad. Etwas geringer fallen die Abweichungen in windgeschützten Tal- und Beckenlagen von Osttirol, Salzburg und Kärnten aus, wo Inversionswetterlagen zu vergleichsweise gedämpften Temperaturen geführt haben.

Deutlich zu warm im Dezember.
Deutlich zu warm im Dezember.

Mehr als 20 Grad: Extrem warme Monatsmitte

Für das Gros der Temperaturabweichung war eine föhnige und außergewöhnlich warme Woche rund um die Monatsmitte verantwortlich. So wurden zwischen dem 17. und dem 20. Dezember an insgesamt 34 Wetterstationen im Land neue Temperaturrekorde für den Monat aufgestellt, auch die wärmste Dezembernacht der Messgeschichte Österreichs mit fast 15 Grad in Pottschach gab es in diesem Zeitraum. Unter anderem schraubten Amstetten, Golling, Schärding und Tannheim ihre jeweiligen Bestmarken nach oben. Auch die Mozartstadt verzeichnete zur Monatsmitte einen neuen Rekord. Die 20,1 Grad am Salzburger Flughafen bedeuten nicht nur einen neuen Stationsrekord, sondern auch das erstmalige Überschreiten der 20-Grad-Marke im Dezember überhaupt im Bundesland Salzburg. Der Österreichrekord für den Dezember von 22,2 Grad anno 1989 bleibt aber zumindest ein weiteres Jahr in Laz (Vorarlberg) beheimatet.

Wenig Eis- und Frosttage

Die Milde des zurückliegenden Monats zeigt sich auch bei der Auswertung von Eis- und Frosttagen. Darunter fasst man all jene Tage zusammen, an denen die Temperatur zu keiner Zeit über den Gefrierpunkt klettert (=Eistag) oder der Tagestiefstwert unter 0 Grad liegt (=Frosttag). So konnte die Station Wien-Hohe Warte im Dezember keinen einzigen Eis- und nur 11 Frosttage verzeichnen, im langjährigen Mittel sind es in der Bundeshauptstadt 6 bzw. 15 dieser Kenntage. Auch Salzburg, Innsbruck und Bregenz schließen den Monat mit 0 Eistagen ab, normal sind es in diesen drei Städten ebenfalls 5-6 Tage mit Dauerfrost.

Etwas mehr Niederschlag

Über ganz Österreich gemittelt zeigt sich der Dezember eine Spur zu nass, rund 5% beträgt die Abweichung. Wie so oft lohnt sich hier aber ein genauerer Blick auf die einzelnen Regionen. Deutlich mehr Regen und Schnee als im Durchschnitt kam im Großteil des Berglandes sowie im Nordosten zusammen, exemplarisch hierfür geht der Monat in Poysdorf mit 60 statt den üblichen 39 Litern pro Quadratmeter und somit um rund 50% zu nass zu Ende. Auf der anderen Seite der Extrema liegt ein Streifen vom Innviertel bis zum Neusiedler See, hier fehlen 30 bis 40 Prozent auf eine ausgeglichene Bilanz.

Zu trockene und zu nasse Regionen liegen nah beinander.
Zu trockene und zu nasse Regionen liegen nah beinander.

Extremwerte Dezember 2019 (Bundesland, Tag des Auftretens) Stand: Montag, 30.12.2019 … 09 Uhr

Höchste Temperaturen

  • 21,3 Grad Feldkirch (V, 17.)
  • 20,4 Grad Rohrspitz (V, 17.)
  • 20,1 Grad Salzburg-Flughafen (S, 17.)

Tiefste Temperaturen

  • -17,7 Grad Schmirn (T, 29.)
  • -17,1 Grad St. Jakob / Defereggen (T, 11.)
  • -16,7 Grad Tamsweg (S, 12.)

Relativ wärmste Orte (im Vergleich zum Mittel von 1981-2010)

  • +4,0 Grad Ehrwald (T)
  • +3,8 Grad Wien-Hohe Warte (W)
  • +3,7 Grad Schoppernau (V), Feldkirch (V), Fürstenfeld (ST)

Relativ kälteste Orte (im Vergleich zum Mittel von 1981-2010)

  • +0,6 Grad St. Jakob / Defereggen (T)
  • +0,9 Grad Zell am See (S)
  • +1,0 Grad Sillian (T), St. Leonhard / Pitztal (T)

Frosttage (Tiefstwert von weniger als 0 Grad)

  • 30 Obergurgl (T), St. Leonhard/Pitztal (T)
  • 29 St. Jakob / Defereggen (T), St. Anton (T), Flirsch (T)
  • 28 Mariapfarr (S), Neumarkt (ST), Sillian (T), Lech (V), Galtür (T), Seefeld (T)

Eistage (ganztägig weniger als 0 Grad)

  • 16 St. Jakob / Defereggen (T)
  • 12 Obergurgl (T)
  • 11 Flattnitz (K)

Nasseste Orte

  • 282 Liter pro Quadratmeter Loibl (K)
  • 210 Liter pro Quadratmeter Warth (V)
  • 186 Liter pro Quadratmeter Schröcken (V)

Trockenste Orte

  • 22 Liter pro Quadratmeter Wiener Neustadt (NÖ)
  • 23 Liter pro Quadratmeter Mattersburg (B)
  • 24 Liter pro Quadratmeter Melk (NÖ)

Absolut sonnigste Orte

  • 97 Sonnenstunden Neumarkt (ST)
  • 91 Sonnenstunden Güssing (B)
  • 89 Sonnenstunden Fresach (K)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 112 km/h Achenkirch (T, 20.)
  • 107 km/h Mariazell (ST, 23.)
  • 102 km/h Tannheim (T, 14.)

Stärkste Windspitzen Berge

  • 156 km/h Patscherkofel (T, 16.)
  • 146 km/h Brunnenkogel (T, 16.) + Feuerkogel (OÖ, 14.)
  • 140 km/h Rudolfshütte (S, 20.)

Quelle Titelbild: pixabay

Etwas Neuschnee, dann ruhiges Winterwetter

Frost

Der Dezember verlief bislang außergewöhnlich mild, so liegt die Abweichung zum Mittel landesweit etwa bei knapp +3 Grad. In der Rangliste der wärmsten Dezember seit 1961 reiht sich der laufende Monat derzeit auf Platz 2 ein. An diesem Wochenende erfasst aber kalte Luft arktischen Ursprungs das Land, somit gibt es zumindest vorübergehend winterliche Temperaturen.

Aus Skandinavien erreichen uns arktische Luftmassen. © DWD / UBIMET

Arktische Luft

Am Freitag stauen sich noch die Reste von Tief DIETMAR in den Nordalpen, somit gibt es von Vorarlberg bis zur Obersteiermark etwas Schnee. Die Schneefallgrenze liegt von Ost nach West zwischen den Tallagen und etwa 1000 m. In den kommenden Stunden etabliert sich allerdings ein umfangreiches Hoch namens WILTRUD über Mitteleuropa und an dessen Ostflanke gelangt ein Schwall arktischer Luft nach Österreich.

Arktische Luft erfasst am Samstag Österreich. © NOAA

Etwas Neuschnee

Am Samstag dominieren vom Kaiserwinkl bis zum Rax-Schneeberg-Gebiet die Wolken und besonders vom Salzkammergut bis zu den Gutensteiner Alpen schneit es zeitweise. Hier sind etwa 5, in höheren Lagen auch 10 cm Neuschnee zu erwarten. Vom Großraum Innsbruck westwärts sowie in den Südalpen lockert es hingegen auf, besonders im Tiroler Oberland sowie in Osttirol und Kärnten dominiert der Sonnenschein. Der Wind weht allerdings besonders im Osten und in den Südalpen lebhaft bis kräftig aus Nord. Die Höchstwerte liegen zwischen -2 Grad im Oberen Waldviertel und +5 Grad im Rheintal sowie in Kärnten.

Neuschneeprognose von Donnerstagvormittag bis Freitagnachmittag. © UBIMET

Strenger Frost

Der Sonntag und Montag bringen kräftigen Hochdruckeinfluss. In weiten Teilen des Landes dominiert ganztags der Sonnenschein, nur im östlichen Flachland und im Rax-Schneeberg-Gebiet halten sich teils hochnebelartige Wolken. Die Temperaturen erreichen nur -4 Grad in manchen schattigen Tälern und +4 Grad in sonnigen Hanglagen um 1000 m. In den Nächsten gibt es verbreitet Frost, in vielen Tälern der Alpen ist auch strengen Frost zwischen -15 und -10 Grad zu erwarten. Auf den Bergen herrschen dafür aber sehr gute Bedingungen zum Skifahren! Im Laufe der kommenden Woche steigen die Temperaturen dann wieder etwas an.

Die Wetterprognose für das Wochenende gibt es auf wetter.tv

Titelbild © Adobe Stock

Fotos: Ringförmige Sonnenfinsternis

@ https://twitter.com/jae__juneeeeeh

Zu sehen war die ringförmige Finsternis nur in einem Streifen von der Arabischen Halbinsel über Singapur bis Indonesien, nördlich wie südlich davon handelte es sich um eine partielle Sonnenfinsternis. Im südlichen Indien wurde sogar extra ein Feiertag ausgerufen, damit alle menschen das Spektakel verfolgen konnten. Die nächste Möglichkeit dazu wird sich erst in 40 Jahren wieder ergeben. Wir haben ein paar Aufnahmen zusammen getragen:

 

 

 

Titelbild: https://twitter.com/jae__juneeeeeh

Lokal Dauerfrost: Am Wochenende vorübergehend kälter

Am Wochenende nähern sich die Temperaturen dem jahreszeitlichen Mittel an.

Bis einschließlich Freitag dominieren noch atlantische Luftmassen unser Wetter, dementsprechend eher mild ist es bis dahin. Auch Schnee ist weiterhin ein Thema. Bis Donnerstagfrüh bekommen die Nordalpen oberhalb von 600 bis 900 m einige Zentimeter ab, eine weitere Front bringt den gleichen Regionen am Freitag noch einmal etwas Neuschnee.

Dann aber beginnt sich die Großwetterlage umzustellen. Über Deutschland etabliert sich am Samstag ein kräftiges Hoch, über der Ukraine als Gegenspieler ein Tief. Die resultierende Strömung in Österreich ist dabei Nord bis Nordost (=blauer Pfeil in der nachfolgenden Grafik). Aus Skandianvien kommt somit vorübergehend deutlich kältere Luft zu uns.

Aus Nordosten kommt deutlich kältere Luft zu uns.
Aus Nordosten kommt deutlich kältere Luft zu uns.

Somit ist am Samstag besonders im Wald- und Mühlviertel sowie in den östlichen Nordalpen Dauerfrost zu erwarten. Dies ist insofern bemerkenswert, da es beispielsweise in Mariazell bisher im Dezember erst 2 Tage mit Dauerfrost gab. Normal sind es hier 8 solcher sogenannten Eistage. Im Flachland bleiben die Temperaturen am Wochenende meist im Plus.

Richtig zapfig wird’s am Samstag auf den Bergen am Alpenostrand. Hier der Verlauf der Höchstwerte auf der Rax in 1600 m Höhe. Tiefpunkt am Samstag mit -8 Grad als Tageshöchstwert. Wir sehen aber auch schon, wohin danach die Reise geht. Ab Sonntag wird die Luftmasse nämlich wieder deutlich milder, sodass kommende Woche auf der Rax wieder Tageshöchstwerte zwischen +3 und +8 Grad gemessen werden.

Nach kurzer Abkühlung deutlich überdurchschnittliche Temperaturen auf der Rax.
Nach kurzer Abkühlung deutlich überdurchschnittliche Temperaturen auf der Rax.

Somit wird sich auch am bislang viel zu milden Dezember wenig ändern. Über das ganze Land gemittelt beträgt die Temperaturabweichung derzeit +2,9 Grad (siehe folgende Grafik),  Anomalien bis zu +4 Grad gibt es an der Alpennordseite.

Der Dezember 2019 ist viel zu warm.
Der Dezember 2019 ist viel zu warm.

In der Rangliste der wärmsten Dezember seit 1961 reiht sich der laufende Monat derzeit auf Platz 2, ein Platz in den Top 5 ist wohl trotz der kurzen kühleren Phase am Wochenende sicher.

Die wärmsten Dezember seit 1961:

Rang Jahr Abweichung zum Mittel 1981-2010
1 2015 4,5
2 2019 2,9
3 1985 2,6
4 1979 2,5
5 2006 2,4
6 1974 2,4
7 2014 2,3
8 2013 2,2
9 2000 2,1
10 1971 2,1

Quelle: pixabay

Zu Weihnachten an der Alpennordseite Regen, auf den Bergen winterlich

Christbaum

Der Alpenraum liegt in den kommenden Tagen unter dem Einfluss einer westlichen bis nordwestlichen Strömung und atlantische Tiefausläufer führen zeitweise feuchte Luftmassen an die Alpennordseite. Die Luft ist allerdings auch relativ mild, weshalb weiße Weihnachten auch heuer im Flachland kein Thema sind. Auf den Bergen und in den Hochtälern  gibt es in den kommenden Tagen hingegen reichlich Neuschnee.

Weiße Weihnachten in den Landeshauptstädten werden immer seltener. © UBIMET

Regen und Schnee

Am Dienstag stauen sich in den Nordalpen viele Wolken und am Morgen gehen vom Salzkammergut bis zum Wienerwald einzelne Regen- bzw. oberhalb von etwa 600 m Schneeschauer nieder. Tagsüber stellt sich vorübergehend trockenes Wetter ein und besonders im Süden und Osten lockert es auf. Im Westen verdichten sich die Wolken hingegen zunehmend und ab etwa Mittag setzt ausgehend von Vorarlberg Regen ein, welcher sich bis zum späten Nachmittag bis nach Oberösterreich ausbreitet. Die Schneefallgrenze steigt dabei vorübergehend gegen 1500 m an, nur im Mühlviertel gibt es noch bis 700 m herab ein paar Schneeflocken. Am Abend erreicht der Regen auch den Osten, im Süden bleibt es hingegen trocken. Die Höchstwerte liegen zwischen 3 und 11 Grad.

In der Heiligen Nacht erreicht uns feuchte und mäßig kühle Atlantikluft. © UBIMET

Heilige Nacht, nasse Nacht

In der Nacht auf Mittwoch fällt an der Alpennordseite verbreitet Regen, dabei sinkt die Schneefallgrenze allmählich wieder gegen 1100 bis 900 m ab. Der Christtag verläuft an der Alpennordseite dann weiterhin trüb mit teils kräftigem Regen, oberhalb von 800 bis 1000 m schneit es. Im Donauraum und im Nordosten scheint zwischen einzelnen Regenschauern ab und zu die Sonne, von Kärnten bis ins Südburgenland überwiegt sogar der Sonnenschein. Die Temperaturen erreichen 2 bis 11 Grad. In der Nacht auf den Stefanitag schneit es von den Kitzbüheler Alpen bis zur nördlichen Obersteiermark bis in die meisten Täler.

 

Schneeprognose für den 24. und 25. Dezember 2019. © UBIMET

Auf den Bergen gibt es reichlich Neuschnee, so sind oberhalb von etwa 2000 m 50 bis 80 cm Neuschnee zu erwarten, am Arlberg sowie von den Hohen Tauern bis zum Toten Gebirge vereinzelt auch etwas mehr. Weiße Weihnachten gibt es heuer somit in den Alpen ab einer Seehöhe von etwa 1000 m sowie generell in Osttirol.

Stefanitag bringt Besserung

Am Stefanitag gehen vom Salzkammergut bis zum Wienerwald anfangs noch ein paar Regen- oder Schneeschauer nieder, wobei die Schneefallgrenze bei etwa 400 m liegt. Im Tagesverlauf macht sich dann ein Zwischenhoch bemerkbar und die Wolken lockern auf. Die meisten Sonnenstunden gibt es einmal mehr von Osttirol über Kärnten bis ins Südburgenland. Die Temperaturen steigen auf 1 bis 8 Grad mit den höchsten Werten im Südosten.

Neues Jahr, neues Glück

Nach einer vorübergehenden kühlen Phase rund um den 29. Dezember deuten die Modelle zum Jahresende auf einen Temperaturanstieg hin. Der Dezember wird in Summe somit deutlich zu mild ausfallen, derzeit liegt die Abweichung im Flächenmittel bei +2,4 Grad. Winterwetter war im Flachland bislang eher die Ausnahme, klimatologisch betrachtet gibt es die höchste Wahrscheinlichkeit für eine Schneedecke im Donauraum sowie im Osten und Südosten des Landes aber erst Ende Jänner. Schneefreunde können also durchaus noch auf einen richtigen Flachlandwinter hoffen.

 

Wahrscheinlichkeit für eine Schneedecke im Laufe des Winters. © UBIMET

Titelbild © Adobe Stock

Böen bis Tempo 100: Stürmischer Wochenbeginn

Sturmwarnung

Der Grund für diesen stürmischen Auftakt in die Weihnachtswoche lässt sich wie so oft auf der Bodenwetterkarte für morgen ausmachen. Zwischen Tief AILTON mit Kern über Rumänien und einem namenlosen Hoch über Spanien nimmt der Druckunterschied deutlich zu. Die Folge ist stürmischer Nordwestwind.

Eine stürmische Nordwestströmung stellt sich ein.
Eine stürmische Nordwestströmung stellt sich ein.

Dementsprechend bunt präsentiert sich unsere Warnkarte (die aktuellsten Warnungen gibt es wie gewohnt auf www.uwz.at ). Dabei sind je nach Warnstufe zu erwarten:

  • Rot: 80 bis 100 km/h
  • Orange: 70 bis 80, lokal auch 90 km/h
  • Gelb: 60 bis 70 km/h möglich
Windwarnungen am Montag.
Windwarnungen am Montag.

Los geht es schon in der Nacht auf Montag, der Schwerpunkt ist dann tagsüber. Bis Dienstagfrüh verliert der Nordwestwind wieder deutlich an Stärke.

Deutlich heftiger als morgen Österreich hat es vergangene Nacht und heute Vormittag jedoch Frankreich erwischt. In Bordeaux wurde eine Orkanböen von 144 km/h registriert, noch kräftiger wehte der Wind auf der Mittelmeerinsel Korsika. An allen Wetterstationen auf der Insel gab es Böen von mehr als 100 km/h, an den Küsten und in exponierten Lagen tobte der Sturm sogar mit Tempo 180 bis 200 km/h!

Hier die stärksten Böen auf Korsika der vergangenen Stunden:

Orkanböen auf Korsika.
Orkanböen auf Korsika.

In Folge des Sturms gibt es nicht nur zahlreiche Stromausfälle und Verkehrsbehinderungen, auch der Flughafen der Hauptstadt Ajaccio ist stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Er liegt direkt am Meer, der Sturm hat das Wasser weit ins Landesinnere gedrückt. An das Landen eines Flugzeuges ist hier erstmal nicht mehr zu denken. Bis mindestens Montag bleibt der Airport daher gesperrt. Kein Wunder, wenn man das folgende Video sieht:

Föhn: Temperaturrekorde an 34 Wetterstationen

Föhn trieb die Temperaturen am Alpenrand in die Höhe.

Besonders herausragend waren dabei der Dienstag und Freitag. Doch der Reihe nach…

Am Dienstag gab es den ersten Wärme-Höhepunkt im Land. In der nächsten Grafik seht ihr die Temperaturabweichungen an diesem Tag im Vergleich zum langjährigen Mittel. Über Österreich gemittelt war es 7,6 Grad wärmer als an einem 17.12. üblicherweise. In Feldkirch betrug die Abweichung sogar mehr als 17 Grad! Zur Verdeutlichung: Eine Anomalie von 17 Grad nach oben würden beispielsweise im Juli in Feldkirch einen nächtlichen Tiefstwert von 31 Grad und einen Tagshöchstwert von 42 Grad bedeuten. Unvorstellbar…

Temperaturabweichungen am Dienstag.
Temperaturabweichungen am Dienstag.

Ein noch extremeres Bild ergibt sich am Freitag (siehe nächste Grafik): Mit 9,4 Grad Abweichung über ganz Österreich gemittelt war es sogar noch wärmer. Mit Weyer und Salzburg lagen die Orte mit den höchsten Abweichungen weiter im Osten. Bemerkenswert: Der kälteste bewohnte Ort war Kals, hier war der Freitag „nur“ 5,4 Grad zu warm.

Temperaturabweichungen am Freitag.
Temperaturabweichungen am Freitag.

Abschließend haben wir für euch mal alle neuen Rekorde aufgelistet, vielleicht ist ja auch euer Ort mit dabei…

Station Bundesland neuer Rekord aufgestellt am
Alpbach T 15,2 Grad Dienstag
Altmünster 19,1 Grad Freitag
Amstetten 17,0 Grad Freitag
Aspach 17,3 Grad Freitag
Bad Eisenkappel K 15,0 Grad Dienstag
Bad Goisern 18,7 Grad Dienstag
Gallspach 14,0 Grad Freitag
Gaschurn V 14,4 Grad Freitag
Golling S 18,9 Grad Freitag
Graz-Straßgang ST 17,3 Grad Dienstag
Großarltal T 13,0 Grad Freitag
Hohe Wand 16,9 Grad Mittwoch
Jauerling 15,3 Grad Mittwoch
Kitzbühel T 16,6 Grad Donnerstag
Lech am Arlberg V 11,2 Grad Dienstag
Linz-Flughafen 16,7 Grad Freitag
Linz-Stadt 16,9 Grad Freitag
Lofer S 17,6 Grad Freitag
Lunz am See 17,2 Grad Dienstag
Mattighofen 18,0 Grad Freitag
Oberndorf/Melk 18,0 Grad Freitag
Rax 15,6 Grad Dienstag
Rottenmann ST 16,7 Grad Dienstag
Rohrspitz V 20,4 Grad Freitag
Salzburg-Freisaal S 19,6 Grad Dienstag
Salzburg-Flughafen S 20,1 Grad Dienstag
Schärding 16,5 Grad Freitag
Söll T 16,5 Grad Freitag
St. Pölten 16,4 Grad Freitag
Tannheim T 14,1 Grad Dienstag
Wachtberg bei Steyr 18,4 Grad Freitag
Waizenkirchen 15,2 Grad Freitag
Wieselburg 15,7 Grad Freitag
Windischgarsten 17,6 Grad Dienstag

 

Mit solch hohen Temperaturen ist es jetzt erst einmal vorbei, neue Rekorde werden also in den kommenden Tagen nicht geknackt. Meist liegen die Höchstwerte zwischen 2 und 10 Grad, besonders an Heiligabend sind im Südosten auch 12 Grad zu erwarten. Für Ende Dezember ist das aber weiterhin deutlich zu mild.

Quelle Titelbild: pixabay

Am Freitag Föhnorkan, danach Abkühlung

Weite Teile Mitteleuropas erleben derzeit außergewöhnlich milde Temperaturen für die Jahreszeit, so lag die Temperaturabweichung österreichweit am Dienstag und Mittwoch knapp 8 Grad über dem Mittel. In manchen Föhnschneisen waren die Abweichungen allerdings noch markanter, so verlief etwa der Dienstag in Feldkirch rund 17 Grad milder als üblich für Mitte Dezember!

Temperaturabweichung vom Klimamittel am Dienstag (Tagesbasis). © UBIMET

Wetterumstellung

Die Großwetterlage in Mitteleuropa stellt sich am Wochenende um, zunächst gibt es am Freitag aber nochmals einen schweren Föhnsturm bzw. auf den Bergen sogar Föhnorkan. Besonders von Vorarlberg bis zu den Hohen Tauern sowie am Freitagabend dann auch im Semmering-Wechsel-Gebiet und Steinfeld sind örtlich teils schwere Sturmböen um 100 km/h zu erwarten, aber auch entlang der östlichen Nordalpen gibt es Sturmböen. Auf exponierten Berggipfeln vom Rätikon über die Stubaier Alpen bis zu den Hohen Tauern zeichnen sich Windspitzen teils um 180 km/h ab!

Sturmwarnungen für Freitag in Österreich (Stand Donnerstag, 12 Uhr). © www.uwz.at

Italientief bringt Regen und Schnee

Am Freitag scheint an der Alpennordseite von den Kitzbüheler Alpen ostwärts häufig die Sonne, am Alpenhauptkamm sowie südlich davon stauen sich dagegen kompakte Wolken und im Tagesverlauf setzt leichter Regen bzw. oberhalb von etwa 1500 m Schneefall ein. Gegen Abend nimmt die Intensität langsam zu und auch in Vorarlberg beginnt es mit Ankunft einer Kaltfront zu regnen und zu schneien, wobei die Schneefallgrenze allmählich gegen 1000 m absinkt.  In der Nacht greift der Niederschlag in Zusammenspiel mit einem Italientief auf den gesamten Alpenraum über, dabei sinkt die Schneefallgrenze in den Nordalpen vorübergehend gegen 800 m ab. Im Westen sind auf den Bergen besonders oberhalb von etwa 2000 m rund 20 cm Neuschnee zu erwarten, in den Hochlagen des Alpenhauptkamms 30 bis 40 cm.

Neuschneeprognose von Freitagabend bis Samstagabend von UCM. © UBIMET

Nach einer vorübergehenden Wetterberuhigung am Samstag im Westen bzw. Samstagabend im Osten macht sich am Sonntag bereits das nächste Italientief bemerkbar, wobei die exakte Zugbahn und damit auch die Niederschlagsmengen noch mit Unsicherheiten behaftet sind. Die besten Chancen für Neuschnee gibt es auf den Bergen von Kärnten bis zum Semmering sowie im Arlberggebiet.

Titelbild © Adobe Stock

Bis zu 50 Grad – Extreme Hitze in Australien

Großwetterlage

Ein Hoch führt an dessen Rückseite sehr trockene und heiße Luft ins Zentrum und den Süden des Kontinents. Im Anbetracht der hochstehenden Sonne (Sonnenwende 21.12.) und der aktuellen Tageslänge (~13h17Min) stehen  Rekordwerte bis 50 Grad Celsius im Raum. Da die Luft zudem sehr trocken ist, geht beinahe die gesamte solare Energie in die Erwärmung des Erdbodens, der wiederum die Luft anheizt.

Geopotentialverteilung und relative Tropgrafie in 500 hPa am 19.12.2019, 12 UTC. Daten: NCEP
Geopotentialverteilung und relative Tropgrafie in 500 hPa am 19.12.2019, 12 UTC. Daten: NCEP

In den vergangenen Tagen wurden bereits bestehende Temperaturrekorde eingestellt oder sogar übertroffen. Gestern Dienstag lag die landesweite Durchschnittstemperatur (= ein Mittel über alle Messstationen) bei 40,9 Grad. Damit wurde der alte Rekord aus dem Jahr 2013 um 0,6 Grad übertroffen. Beachtlich sind auch die Temperaturen der heißesten Messstationen:

  • 46,5 Grad – Ceduna, (SA)
  • 46,1 Grad – Birdsville (Qld)
  •  46 Grad – Lajamanu (NT)
  • 45.8 Grad – Rabbit Flat (NT)
  • 45.6 –  Jervois (NT)
  • 45.3 – Longreach (Qld)
  • 45 – Trepell (Qld)
  • 44.9 – Oodnadatta (SA)

In South Australia, im Südwesten von Queensland und im Nordwesten von Victoria werden morgen Donnerstag Spitzenwerte bis 48 oder 49 Grad erwartet. Oben genannte Stationen sind dabei heiße Kandidaten, an denen neue Rekorde aufgestellt werden könnten.  Lokal könnte auch das Allzeit-Maximum (49,5 Grad in Birdsville) fallen und  auch 50 °C sind in Reichweite. Allerdings ist fraglich, ob entsprechende Rekordwerte auch tatsächlich an einer Wetterstation anfallen.

 

Im Folgenden die 2m-Temperaturen für Donnerstag, 19.12.2019

Temperaturvorhersage für Donnerstag, 19. Dezember 2019, 5:00 UTC. Quelle: UBIMET
Temperaturvorhersage für Donnerstag, 19. Dezember 2019, 5:00 UTC. Quelle: UBIMET

Der Ausschnitt aus oberer Karte (rotes Rechteck):

Temperaturvorhersage für Donnerstag, 19. Dezember 2019, 5:00 UTC. Quelle: UBIMET
Temperatur im Süden Australiens, Donnerstag, 19. Dezember 2019, 5:00 UTC. Quelle: UBIMET

 

Zu erwartendes Ausmaß der Hitze ab Mittwoch. Quelle: UBIMET
Zu erwartendes Ausmaß der Hitze ab Mittwoch. Quelle: UBIMET

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Wärmste Dezembernacht seit Messbeginn

Blick auf Feldkirch, die mildeste Stadt im Dezember

In Feldkirch im Rheintal wurde in der Nacht von Montag auf Dienstag mit einem Minimum von 13,9 Grad die bisher mildeste Dezembernacht gemessen. Feldkirch schlug damit den 30 Jahre alten Rekord von Leibnitz mit 13,4 Grad. Der Rekord hat allerdings keine 24 Stunden gehalten, da dieser Wert in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch an gleich drei Stationen in drei unterschiedlichen Bundesländern wieder überboten wurde! Der neue Rekordhalter ist Pottschach-Ternitz im Bezirk Neunkirchen mit 14,6 Grad.

Die jeweilig tiefsten und höchsten Minimas der vergangenen Nacht
Die jeweilig tiefsten und höchsten Minimas pro Bundesland der vergangenen Nacht

Verantwortlich für die hohen Tiefstwerte war das Zusammenspiel aus sehr milder Luftmasse, föhnigem Südwestwind und dichter Bewölkung.

Die höchsten Tiefstwerte in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. © UBIMET
Die höchsten Tiefstwerte in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. © UBIMET

Überhaupt ähnelt die derzeitige Wetterlage sehr der von 1989. So wurde es auch damals kurz vor Weihnachten  durch stürmischen Südföhn extrem mild, wenig verwunderlich, dass auch diesem Jahr auch der bisherige Dezemberhöchstwert von 22,2 Grad in Latz (Vorarlberg) stammt. Tatsächlich wurden am Dienstag in Nenzing sogar 22,3 Grad gemessen, dieser Wert stammt allerdings nicht vom offiziellen Messnetz.

Nach Verschnaufpause erneut Föhnorkan

Der Föhn lässt am Mittwoch ist er selbst in den klassischen Föhntälern kaum spürbar. Trotzdem bleibt es verbreitet mild. Am Donnerstag legt der Südföhn im Tagesverlauf wieder an Stärke zu. und am Abend sind erneut Sturmböen an der Alpennordseite zu erwarten. Diesmal frischt auch im östlichen Flachland lebhafter bis kräftiger Südostwind auf, der allmählich den Nebel verdrängt.

Die Druckdifferenz zwischen Salzburg und Udine zeigt das Föhnmaximum am Freitag. © UBIMET
Die Druckdifferenz zw. Salzburg und Udine zeigt das Föhnmaximum am Freitag. © UBIMET

Am Freitag erreicht der Südföhn seinen zweiten Höhepunkt. Auf den Bergen tobt ein Föhnorkan mit Windspitzen um die 150 km/h und auch in den Tälern entlang der Alpennordseite wird es verbreitet stürmisch. Dazu scheint zeitweise die Sonne und gerade im Rheintal sind wieder Höchstwerte um die 20 Grad zu erwarten. Am Abend geht dann die Südföhnphase mit Annäherung einer Kaltfront von Westen her zu Ende und es setzt Regen ein.

Zu Weihnachten kühler und Schnee?

Am letzten Adventswochenende stellt sich die Großwetterlage auf ein abwechslungsreiches Westwetter um. Dabei ziehen in Folge mehrere Tiefs über das nördliche Mitteleuropa hinweg und bringen einmal kühlere, dann wieder mildere Luft nach Österreich. Generell pendelt die Schneefallgrenze um die 1000 m, zu Weihnachten vielleicht sogar etwas tiefer.

Weiße Weihnachten in den Landeshauptstädten

Somit bestehen in den höheren Nordalpentälern trotz des derzeit massiven Südföhns noch Hoffnungen auf weiße Weihnachten, im Flachland hingegen sind diese verschwindend gering. Somit heißt es wohl ein weiteres Jahr warten auf weiße Weihnachten.

Titelbild: www.foto-webcam.eu/webcam/hoherkasten

 

Vierte Adventswoche bringt Föhnsturm

Föhnstimmung am Alpenrand.

Am Freitag schon haben wir bereits an dieser Stelle auf die anstehende föhnige Wetterwoche hingewiesen, nun konkretisiert sich der Ablauf bis zum 4. Advent zunehmend.

Auf der Frontenkarte für die Nacht auf Dienstag sehen wir die typische Wetterlage für Föhn im Alpenraum. Über der Iberischen Halbinsel dreht sich ein Tief, an dessen Vorderseite strömt in den kommenden Tagen sehr milde Luft aus dem Norden Afrikas über das Mittelmeer bis zu uns – symbolisiert durch den roten Pfeil.

Eine stürmische Südströmung stellt sich ein.
Eine stürmische Südströmung stellt sich ein.

Wie stark der Föhn wird, lässt sich u.a. am Druckgradienten zwischen der Alpensüd- und der Alpennordseite festmachen. Je größer dieser ist (im Süden herrscht also ein höherer Luftdruck als im Norden), desto kräftiger greift auch der Föhn in den Nordalpen durch. Wir sehen auf dem Verlauf ebendieser Druckdifferenz, dass der Föhn am Dienstag und am Freitag sein Maximum erreichen wird.

Große Druckunterschiede zwischen Süd- und Nordalpen bewirken Föhn.
Große Druckunterschiede zwischen Süd- und Nordalpen bewirken Föhn.

Dabei sind in den prädestinierten Tälern der Nordalpen zwischen Vorarlberg und der Obersteiermark Böen zwischen 70 und 90 km/h zu erwarten, vereinzelt gibt es aber selbst in den Tallagen schwere Sturmböen um 100 km/h! Auf den Bergen tobt der Föhn teils sogar in Orkanstärke, dem Patscherkofel etwa stehen Böen um 150 km/h bevor.

Der Föhn bringt aber nicht nur Sturmböen, er sorgt auch für außergewöhnlich hohe Temperaturen:

  • Montag in den Föhntälern schon 10-14 Grad, im Walgau/Rheintal sogar um 17 Grad
  • Dienstag an der Alpennordseite verbreitet um 15 Grad, vereinzelt (Rheintal, Flachgau, Salzkammergut, Eisenwurzen) sogar an die 20 Grad!
  • Mittwoch+Donnerstag etwas „kühler“, aber mit Föhn wieder 11-16 Grad
  • Freitag dank Föhn 14-19 Grad, selbst 20 Grad sind aus heutiger Sicht nicht ausgeschlossen

Der abschließende Blick auf ausgewählte Rekordtemperaturen für den Dezember zeigt: Da sind wir kommende Woche nicht mehr allzu weit weg. Vor allem die Stadt Salzburg könnte den alten Rekord von 19,2 Grad aus dem Jahr 2006 einstellen oder sogar übertreffen!

Ort Temperaturrekord Dezember
Salzburg-Freisaal 19,2 Grad
Innsbruck-Kranebitten 17,9 Grad
Windischgarsten 16,9 Grad
St. Wolfgang 19,1 Grad
Feldkirch 21,8 Grad (Österreich-Rekord!)
Kufstein 19,2 Grad
Hieflau 16,5 Grad

Quelle Titelbild: pixabay

Föhn sorgt kommende Woche für bis zu 18 Grad in den Nordalpen

Schnee im Frühling mit Sonne

Derzeit liegt der Alpenraum noch unter dem Einfluss von Italientief UWE, welches im Arlberggebiet sowie im Süden Österreichs am Freitag 5 bis 10, im Süden Kärntens auch 15 cm Schnee bringt. Im Laufe des Wochenendes sorgt rege Tiefdrucktätigkeit über dem Nordatlantik allerdings für eine Drehung der Höhenströmung auf West bis Südwest. In Österreich stellt sich ab Sonntag eine föhnige Südwestströmung ein. Die Temperaturen steigen dabei Tag für Tag etwas an, in windgeschützten Tallagen sowie teils auch im Norden und Osten stellt sich allerdings eine Inversionswetterlage ein.

Neuschneeprognose von UCM bis Samstagvormittag. © UBIMET

Wetterbesserung am Wochenende

Am Samstag fällt von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich etwas Regen und Schnee, wobei die Schneefallgrenze von anfangs tiefen Lagen in den Alpen auf 700 bis 1200 m ansteigt. Der Wind frischt an der Alpennordseite kräftig bis stürmisch aus West auf. Weitgehend trocken und zeitweise sonnig verläuft der Tag dagegen von Kärnten bis ins Burgenland. Die Temperaturen erreichen 0 bis +10 Grad. Am Sonntag ziehen im Norden anfangs noch kompakte Wolken durch, im Mühl- und Waldviertel regnet es leicht. Sonst ist es von Beginn an sonnig und am Nachmittag gibt es auch im Norden einige sonnige Abschnitte. Die Höchstwerte liegen zwischen -1 Grad in manchen Tallagen Oberkärntens und +13 Grad bei aufkommendem Föhn entlang der Nordalpen.

Außergewöhnlich mild

Kommende Woche liegt Österreich unter Föhneinfluss und besonders in den Nordalpen wird es sehr mild für die Jahreszeit. In mittleren Höhenlagen liegen die Temperaturen teils mehr als 10 Grad über dem jahreszeitlichen Durchschnitt, die Nullgradgrenze steigt an der Alpennordseite gegen 3000 m an. Während in den Nordalpen und im Südosten verbreitet die Sonne scheint, hält sich in den Niederungen von Oberösterreich bis ins östliche Flachland jedoch gebietsweise beständiger Hochnebel und auch in Osttirol und Oberkärnten stauen sich kompakte Wolken. Die höchsten Temperaturen werden nach derzeitigem Stand am Dienstag und Mittwoch mit 15 bis 18 Grad etwa im Walgau oder in den Niederösterreichischen Voralpen erreicht. In den trüben Regionen kommen die Temperaturen allerdings gebietsweise nicht über 3 Grad hinaus.

Die kommenden Tage verlaugen ungewöhnlich mild. © NCEP via Karsten Haustein

Grüne Weihnachten

In der zweiten Wochenhälfte gehen die Temperaturen geringfügig zurück, bleiben aber über dem langjährigen Mittel. Die Vorzeichen für weiße Weihnachten im Flachland sowie generell in Lagen unterhalb von 1000 m stehen also denkbar schlecht. Eine Ausnahme stellen hier manche Tallagen in Osttirol und Oberkärnten dar, wo nach den Rekordniederschlägen im November noch immer viel Schnee liegt. Über die vorherrschende Witterung an den Weihnachtstagen herrscht derzeit aber noch große Unsicherheit.

Temperaturtrend im Vergleich zum langjährigen Mittel für Wien. © NCEP / UBIMET

Titelbild © Adobe Stock

256 km/h: Schwerer Schneesturm in Island

Schwerer Schneesturm in Island.

Verantwortlich für den Blizzard auf der Insel im Nordatlantik ist das kräftige Orkantief SIRO. Auf der Bodendruckkarte von vergangener Nacht erkennt man dessen Kern knapp östlich von Island. Auf der Rückseite des Tiefs strömt seit gestern sehr kalte Luft Richtung Island. Der Druckunterschied ist dabei enorm. Im Tiefkern beträgt der Luftdruck nur 950 Hektopascal, auf der Nordwestseite Islands dagegen 990 hPa. 40 hPa Unterschied auf so kleinem Raum kann nur eines bedeuten: STURM!

Orkantief SIRO über dem Nordatlantik.
Orkantief SIRO über dem Nordatlantik.

In Folge des Sturms und der massiven Schneeverfrachtungen gibt es auf der Insel derzeit unzählige Straßensperren (= „Durchfahrt verboten“-Symbol auf Karte):

Zahlreiche Straßen sind derzeit gesperrt.
Zahlreiche Straßen sind derzeit gesperrt.

Kein Wunder, wenn man sich die Windgeschwindigkeiten ansieht. In der Hauptstadt Reykjavik peitschte der Nordwind mit Böen bis zu 120 km/h durch die Straßen, noch heftiger erwischte es das hügelige Inselinnere. So wurden an der Station Skálafell knapp östlich von Reykjavik gestern Abend mittlere (!) Windgeschwindigkeiten von 209 km/h (58 m/s in Grafik ) gemessen. Die Böen erreichten sogar Tempo 256 km/h (71 m/s in Grafik)! Zur Einordnung: Solche Windgeschwindigkeiten entsprechen einem Hurrikan der Kategorie 4 von 5.

Verlauf der Wetterstation Skalafell.
Verlauf der Wetterstation Skalafell.

Abschließend haben wir für euch ein paar eindrucksvolle Bilder bzw. Videos aus Island zusammengetragen:

Quelle Titelbild: pixabay

Tief RUDI sorgt für Neuschnee in den Nordalpen

Schnee

Während die Südalpen im vergangenen Monat außergewöhnlich viel Schnee abbekommen haben, liegt in den Nordalpen weniger Schnee als üblich für die Jahreszeit. Die Strömung dreht Montagnacht aber von West auf Nordwest bis Nord und vorübergehend stellt sich eine Nordstaulage ein.

Die Nordkette oberhalb von Innsbruck ist nur in den Hochlagen weiß. ©www.stefanjud.net/
Die Nordkette ist derzeit nur in den Hochlagen weiß. ©www.stefanjud.net/

Tief RUDI

Österreich liegt derzeit unter dem Einfluss von Tief RUDI mit Kern über Skandinavien. Die Kaltfront des Tiefs liegt bereits quer über dem Alpenraum, vorerst liegt die Schneefallgrenze aber noch zwischen etwa 500 m in der Obersteiermark und 1200 m in den Nordalpen. In der Nacht auf Dienstag führt ein weiteres Randtief allerdings einen weiteren Schwall feuchtkalter Luft ins Land und die Schneefallgrenze sinkt an der Alpennordseite bis in viele Täler.

Unterdurchschnittliche Schneehöhen in den Nordalpen. © Land Tirol
Aktuell gibt es unterdurchschnittliche Schneehöhen in den Nordalpen. © Land Tirol

50 cm am Arlberg

Am Montagabend beginnt es im Westen wieder vermehrt zu regnen und zu schneien, besonders im Arlberggebiet schneit es zeitweise auch kräftig. In der Nacht auf Dienstag breitet sich der Schneefall ostwärts bis zum Mariazellerland aus, dabei sinkt die Schneefallgrenze von anfangs 1200 m allmählich bis in die Tallagen ab. Die größten Neuschneemengen sind mit bis zu 50 cm im Arlberggebiet zu erwarten, aber auch sonst sind oberhalb von etwa 1000 m rund 15, im Bregenzerwald auch 25 cm Schnee in Sicht. In den größeren Tallagen wie dem Rhein- oder Inntal reicht es hingegen nur für etwas Schneematsch.

Neuschneeprognose bis Dienstagabend. © UBIMET
Neuschneeprognose bis Dienstagabend. © UBIMET

Nordföhn

Am Dienstag schneit es von Vorarlberg bis ins Mariazellerland und zur nördlichen Obersteiermark zunächst verbreitet, ab etwa Mittag lockern die Wolken im Westen aber langsam auf. Am Abend klingen letzte Schneeschauer dann auch in den östlichen Nordalpen ab. Die Schneefallgrenze pendelt zwischen tiefen Lagen und etwa 500 m. Vom Lienzer Becken über Unterkärnten bis ins östliche Flachland bleibt es hingegen weitgehend trocken und zeitweise scheint die Sonne. Am Alpenostrand und in manchen Tallagen Oberkärntens weht allerdings kräftiger Nordwestwind mit teils stürmischen Böen.

Prognose der Windspitzen am Dienstag von RACE. © UBIMET

Buschbrände hüllen Sydney in Rauch

Buschfeuer in Australien @ https://stock.adobe.com

Buschbrände wüten aktuell in nahezu jedem Bundesstaat, besonders betroffen sind jedoch die küstennahen Regionen im Südosten, welche auch durch eine große Bevölkerungsdichte geprägt sind – New South Wales und Queensland. Von der Hauptstadt Canberra über Sydney bis hinauf nach Brisbane brennt es schon seit Wochen, 140 verschiedene Brände werden hier gezählt.

Schaut man auf die meteorologischen Statistiken, ist der Grund hierfür schnell ausgemacht: Es war einfach viel zu trocken und zu warm. Seit rund 20 Monaten hat sich in weiten Teilen des Landes und hier speziell im Südosten ein enormes Niederschlagsdefizit aufgebaut, teilweise ist von Rekorden die Rede.

Regionen mit markantem Regendefizit über die letzten 20 Monate @ BOM, Australian Government
Regionen mit markantem Regendefizit über die letzten 20 Monate @ BOM, Australian Government

 

Auf den ganzen Kontinent gesehen war der Frühling 2019 (äquivalent zu unserem Herbst auf der Nordhalbkugel) der trockenste überhaupt. Die mittlere Höchsttemperatur lag um 2,41 Grad über dem Mittel:

Feuerwehrleute geben ihr bestes die Brände einzudämmen und nicht auf Siedlungen übergreifen zu lassen. Wie sehr sie sich dabei selber in Gefahr begeben, zeigt das nachfolgende Video. Man erkennt, wie plötzlich markant auffrischender Wind eine wahre Feuerwalze auslöst und in Sekunden ausgedorrte Bäume in Brand setzt:

Rund 300.000 Hektar stehen aktuell nur eine Autostunde von Sydney entfernt in Flammen, die Stadt ist phasenweise in dichten Rauch gehüllt. Das wirkt sich natürlich auf die Gesundheit vieler Menschen aus, an Sport im Freien ist bspw. nicht zu denken. Am Dienstag werden dazu rund 36 Grad erwartet. Lokale Behörden gehen davon aus, dass sich an dieser Situation über mehrere Wochen bis hin zu Monaten nicht viel ändern wird. Nur großflächige Niederschläge könnten die Feuer löschen, doch diese sind momentan nicht in Sicht.

 

 

 

 

Am Samstag im Norden Glättegefahr, danach spürbarer Temperaturanstieg

Raureif

Das Wetter in Österreich ist derzeit auf den Kopf gestellt, so gibt es auf den Bergen höhere Temperaturen als im Flachland: Am Donnerstag wurden auf der Schmittenhöhe in knapp 2000 m Höhe bis zu 10 Grad gemessen, während die Temperaturen etwa in Graz, Linz und Klagenfurt bei beständigem Hochnebel nicht über 0 Grad gekommen sind. Diese sogenannte Inversionswetterlage wird am Samstag allerdings von Tief QUENTIN beendet.

Nebel im Rheintal
Inversion mit Hochnebel im Rheintal. © foto-webcam.eu

Glättegefahr im Norden

Freitagnacht ziehen aus Westen kompakte Wolken auf und am Samstagmorgen setzt von Vorarlberg über Oberösterreich bis ins Weinviertel Regen ein. Besonders entlang der Donau, im Kamptal sowie im Weinviertel kann es mitunter auch zu gefrierendem Regen kommen. Die Böden sind zwar noch nicht gefroren, dennoch kann es lokal wie etwa auf Brücken zu Glätte kommen. Weiters kann der Regen auf freistehenden, metallischen Gegenständen wie etwa Autos anfrieren. Im Süden und Südosten bleibt es hingegen trocken und zeitweise kommt die Sonne zum Vorschein.

Glättegefahr am Samstag (Stand: Freitag 11 Uhr). © www.uwz.at
Glättegefahr am Samstag (Stand: Freitag 11 Uhr). © www.uwz.at

Milderung

Am Samstagvormittag kommt an der Alpennordseite lebhafter Westwind auf, welcher die kühle Luft in den Niederungen ausräumt und für einen spürbaren Temperaturanstieg sorgt. Im Wiener Becken gibt es am Nachmittag bis zu 11 Grad, vergleichsweise kühl mit Höchstwerten zwischen 2 und 5 Grad bleibt es allerdings in windgeschützten Tallagen der Alpen wie etwa im Pongau, in Osttirol und in Oberkärnten.

Wetterprognose für Wien
Wetterprognose für Wien (Quelle: wetter.tv)

Sonniger Sonntag

Am Sonntag ziehen im Nordosten anfangs noch ein paar Wolken durch, tagsüber zeigt sich aber im ganzen Land die Sonne. Am Nachmittag ziehen im Westen vermehrt Wolken auf, bis zum Abend bleibt es aber noch trocken. Vor allem im zentralen Bergland und im Süden gibt es viele Sonnenstunden. Die Höchstwerte liegen zwischen 2 Grad im Oberpinzgau und 12 Grad im Mostviertel.

Erste Eistage im Flachland

Eistag

Von einem Eistag spricht der Meteorologe, wenn die Temperatur den ganzen Tag über im Frostbereich verharrt. Solche Eistage treten bei uns im Flachland mehrmals jährlich auf. Allerdings schwankt die Anzahl der Eistage stark und ist abhängig von der vorherrschenden Großwetterlage im Winter.

Bisher sehr mild und wenig Frost

Die vergangenen Wochen verliefen relativ mild und es gab in den Niederungen im Herbst ungewöhnlich wenig Frosttage, von Eistagen ganz zu sprechen.

Anzahl der Frosttag 2019 Durchschnitt
Bregenz 3 7
Innsbruck 3 13
Salzburg 6 12
Linz 3 8
St. Pölten 4 11
Wien 2 8
Eisenstadt 1 10
Graz 0 12
Klagenfurt 0 18

Graz erlebte erst am Dienstag den ersten Tag mit Frost, nur 2014 wurde es in der steirischen Hauptstadt noch später das erste Mal frostig. Nun sorgt aber eingeflossene Kaltluft und das Hoch SARENA für winterliche Bedingungen, dabei stellt sich eine ausgeprägte Inversionswetterlage ein.

Inversionwetterlage

Zu dieser Jahreszeit stellt sich unter beständigem Hochdruckeinfluss eine sogenannte Inversionswetterlage ein. Diese zeichnet sich durch eine Umkehr der normalerweise vorherrschenden Abnahme der Temperatur mit der Höhe aus, so ist auf den Bergen milder als in den Tal- und Beckenlagen. Dafür verantwortlich sind die langen Nächte sowie die Subsidenz bei Hochdrucklagen.

Inversion mit Subsidenz. © UBIMET / www.foto-webcam.eu
Ein perfektes Beispiel für Inversion mit Subsidenz. © UBIMET / www.foto-webcam.eu

Kräftige Hochdruckgebiete sorgen in der freien Atmosphäre für eine absinkende Bewegung der Luft („Subsidenz“). Wenn Luft absinkt, dann gelangt sie unter höheren Luftdruck und wird demzufolge komprimiert und erwärmt. Dies hat zur Folge, dass die Luft im Gebirge oft sehr trocken und die Fernsicht ausgezeichnet ist. Die Grenze zum darunterliegenden Kaltluftsee wird dann besonders markant und fördert beständigen Nebel oder Hochnebel.

Erste Eistage am Donnerstag und Freitag

Am heutigen Mittwoch gibt es kaum Hochnebel und somit verbreitet Sonnenschein, die Inversionswetterlage bildet sich aber allmählich aus. Am Donnerstag und Freitag herrscht dann in den Niederungen im Donauraum, im östliche Flachland sowie im Südosten meist trübes und kaltes Wetter, während auf den Bergen weiterhin die Sonne scheint und hervorragende Fernsicht herrscht.

Höchstwerte am Freitag
Höchstwerte am Freitag Quelle: UBIMET

In den ganztags trüben Regionen stellt sich bereits am Donnerstag ein Eistag ein, am Freitag tritt dieser wohl noch verbreiteter auf. Dann muss man sich auch in Wien auf den ersten Eistag der Saison einstellen. Allerdings geht die Inversionswetterlage bereits am Samstag mit einer schwachen Front zu Ende und auch in der kommenden Woche kündigt sich unter vorherrschenden Tiefdruckwetter im Flachland keine frostige Wetterphase mehr an.

Titelbild: Adobe Stock

Schnee bis die Niederungen

Schnee am Hocheck im Wienerwald. Quelle: Adobe Stock

In der Nacht auf Montag – pünktlich zum meteorologischen Winterbeginn – schwenkte ein Trog über den Alpenraum; Die mit der nordwestlichen Höhenströmung in den Alpenraum transportierte Luft  sorgte für eine winterliches Bild, teils auch in den Niederungen.
Auf folgendem Bild ist sind die Neuschneesummen dargestellt:

Neuschnee von 0 bis 11 Uhr, 2.12.2019. Quelle: UBIMET
Neuschnee von 0 bis 11 Uhr, 2.12.2019. Quelle: UBIMET

 

Der Niederschlagsschwerpunkt lag vor allem in der Obersteiermark. Im Mürztal fielen 5 bis 10 cm, auf den Bergen, wie etwa am Grimming, waren es auch bis 20 cm.

Neuschneezuwachs auf dem 2350 m hohen Grimming. Quelle: lawine-steiermark.at
Neuschneezuwachs auf dem 2350 m hohen Grimming. Quelle: lawine-steiermark.at

 

St. Lorenzen im Mürztal

Mürzzuschlag

 

Weitaus geringer, wie auch in der Neuschnee-Grafik oben zu erkennen, waren die Mengen im Mariazellerland und im Mostviertel, aber zumindest für eine hauchdünne Auflage hat es hier gereicht:

Nur angezuckert: Mariazell. Quelle: mariazell.at
Nur angezuckert: Mariazell. Quelle: mariazell.at

 

Wenig Neuschnee in Lunz, Quelle: https://www.lunz.at/m1/m1/webcam.jpg
Wenig Neuschnee in Lunz, Quelle: https://www.lunz.at/m1/m1/webcam.jpg

 

Eine winterliche Schneedecke gab’s auch im Wald- und Mühlviertel:

Moorbad, Harbach

Tautendorf bei Gars am Kamp

 

Auch in den höher gelegenen Randbezirken Wiens fielen ein paar Flocken. Vorübergehendes Schneegestöber wurde auch im Wienerwald und am Bisamberg, nördlich der Stadt, beobachtet:

https://www.foto-webcam.eu/webcam/bisamberg/2019/12/02/0820https://www.foto-webcam.eu/webcam/bisamberg/2019/12/02/0820

 

Auf der Karte der Gesamtschneehöhe sind nun auch die östlichen Alpenausläufer und der Norden eingefärbt, weiters sticht deutlich der Südwesten hervor: Mehrere Italientiefs brachten in Osttirol und Oberkärnten Rekordniederschläge:

Gesamtschneehöhe 2.12.2019, 6:00 Uhr. Quelle: UBIMET
Gesamtschneehöhe 2.12.2019, 6:00 Uhr. Quelle: UBIMET

 

Ausblick

In den kommenden Tagen stellt sich mit dem Hoch SERENA verbreitet ruhiges Frühwinterwetter ein. Die Nächte verlaufen meist frostig und in den Niederungen nimmt die Neigung für Nebel- und Hochnebel wieder zu. Besonders am Mittwoch und Donnerstag sind auf den Bergen aber auch einige Sonnenstunden zu erwarten, in rund 1500 Meter steigen die Temperaturen auf knapp +10 Grad, während in den tiefen Lagen stellenweise je nach Wolken und Wind Dauerfrost angesagt ist.

 

Quelle Titelbild: Schnee am Hocheck im Wienerwald / Adobe Stock

Tief OLAF bringt ein wenig Schnee

Schneefall im Herbst

Der Alpenraum liegt am ersten Adventssonntag zwischen Hoch ROMY über Osteuropa und Tief OLAF über Frankreich. Die daraus resultierende Südströmung sorgt in den Nordalpen vorübergehend für Südföhn, so wurden etwa in Ellbögen im Wipptal bereits Sturmböen bis 77 km/h gemessen. Noch stärker macht sich der Wind auf den Bergen bemerkbar, wie etwa am Brunnenkogel in den Ötztaler Alpen mit 126 km/h.

Tief OLAF bringt die ersten Schneeflocken im Flachland. © FU Berlin / DWD / Disney

Gegen Abend verdichten sich die Wolken im gesamten Land und am Abend setzt von Vorarlberg bis Oberkärnten leichter Regen und Schneefall ein. Die Schneefallgrenze liegt zwischen den Tallagen in Osttirol und etwa 1000 m in Vorarlberg.

Regen und Schneefall

In der Nacht auf Montag greift das Niederschlagsgebiet nach und nach auf das gesamte Land über, dabei sinkt die Schneefallgrenze an der Alpennordseite allmählich gegen 300 m ab. Die Niederschlagsmengen bleiben überall gering, nur im südlichen Kärnten sind Summen um 10 Liter pro Quadratmeter zu erwarten. Im Süden pendelt die Schneefallgrenze allerdings zwischen manchen Tallagen in Oberkärnten und etwa 1200 m nach Südosten zu.

Besonders von den Ötztaler bis zu den Gurktaler Alpen gibt es etwas Neuschnee. C UBIMET
Besonders im zentralen Bergland gibt es etwas Neuschnee. © UBIMET

Am Montagmorgen geht der Regen auch im östlichen Flachland vorübergehend in Schneeregen oder Nassschnee über, somit kündigen sich hier die ersten Flocken der Saison an. Schneeakkumulation ist allerdings nicht zu erwarten und auch im Bergland bleiben die Mengen gering. Nennenswerte Neuschneemengen um 10 cm sind am ehesten in höheren Lagen von den Ötztaler Alpen bis zu den Karawanken in Sicht. Am späten Montagvormittag geht der Regen voraussichtlich auch im äußersten Südosten kurzzeitig in Schneeregen über, aus Nordwesten macht sich am Nachmittag aber rasch Hochdruckeinfluss bemerkbar und Regen und Schneefall klingen weitgehend ab.

Montagmorgen zeichnet sich auch in Wien Schneeregen (gelb) bzw. Schnee (grün) ab.

Hochdruckeinfluss ab Dienstag

Am Dienstag gerät der Alpenraum unter den Einfluss von Hoch SARENA, lediglich in den Nordalpen vom Salzkammergut bis zum Semmering gehen bis Dienstagvormittag noch vereinzelte Schneeschauer nieder. Sonst bleibt es meist trocken und besonders im Süden und Westen scheint oft die Sonne.

Sonne und Frost

Dienstagnacht gibt es im gesamten Land Frost, selbst im Donauraum und im östlichen Flachland zeichnen sich am Mittwoch Frühtemperaturen zwischen -6 und -2 Grad ab. In höheren Tallagen der Alpen ist auch mit strengem Frost unter -10 Grad zu rechnen. Untertags dominiert dann aber verbreitet der Sonnenschein, lediglich am Bodensee und im Klagenfurter Becken hält sich zeitweise Hochnebel.

Prognose der Tiefstwerte in der Nacht auf Mittwoch. © UBIMET

 

Titelbild © Adobe Stock

Novemberrückblick

Anteil vom klimatologischen Monatsniederschlag November @ UBIMET

Die Wetterlage in den vergangenen 4 Wochen war von einem immer wiederkehrenden Muster geprägt. Kalte Luft stieß über Westeuropa ins Mittelmeer vor, dort bildeten sich in der Folge kräftige Tiefdruckgebiete. Diese lenkten extrem feuchte Luft von Süden her gegen die Alpen, die Folge waren immense Regen- und Schneemengen vor allem vom Ötztal über die Salzburger Tauerntäler bis ins Obere Murtal sowie generell in Osttirol und Kärnten. Mit Abstand am meisten Regen und Schnee ist an der Messstation am Loibltunnel an der Grenze Kärnten-Slowenien zusammengekommen, 741 l/m² sind mehr als beispielsweise in Wien in einem gesamten Jahr im Mittel fällt. Mehr als 500 l/m² gab es aber auch in Kötschach-Mauthen, Dellach im Drautal und am Weißensee. Im langjährigen Mittel kommen im Süden in einem November nur 80-150 l/m² zusammen, die Abweichungen hierzu sind also enorm. So hat es z.B. in Spittal an der Drau rund fünfmal mehr geregnet und geschneit als üblich. Mehr als 30 Stationen haben einen neuen Novemberrekord aufgestellt, bspw. wurde in Kals am Großglockner der 103 Jahre währende Rekord um knapp 100 l/m² regelrecht pulverisiert. Orte wie Mallnitz, Virgen oder Millstatt meldeten gar den generell nassesten Monat der jeweiligen Messgeschichte.

Stationen mit der höchsten Niederschlagssumme im November 2019 @ UBIMET
Stationen mit der höchsten Niederschlagssumme im November 2019 @ UBIMET

Teils mehr Schnee als im Februar

Auch Schneerekorde sind zu vermelden. Besonders viel Schnee gab es von den Ötztaler Alpen bis zu den Hohen Tauern bzw. zur Kreuzeckgruppe in Oberkärnten. Stellenweise lag auf den Bergen bereits fast das Doppelte derjenigen Schneemenge, die es im Schnitt erst zur schneereichsten Zeit des Winters Ende Februar hat. Der bisherige November-Schneerekord in Zettersfeld wurde mit 163 cm um fast 70 cm übertroffen, ebenfalls wurden in Obergurgl oder am Brenner neue Rekordschneehöhen für die erste Novemberhälfte registriert. Die großen Schneemengen haben vor allem in Osttirol sowie teils auch in den Tauern für Schneebruch und etliche Stromausfälle gesorgt, nachfolgendes Tauwetter und Regen hingegen für viele Schäden durch Hangrutschungen und Muren.

Rekordschnee für die Jahreszeit am Zettersfeld. © Land Tirol
Rekordschnee für die Jahreszeit am Zettersfeld. © Land Tirol

Was an der Alpensüdseite an Niederschlag zu viel des Guten war, fehlte im Monatsverlauf im Norden. Als trockenste Regionen bilanzieren etwa Teile Vorarlbergs, das Außerfern und vor allem Oberösterreich. In Rohrbach im Mühlviertel wurde mit 44% bspw. nicht mal die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge erreicht.

Knapp 2 Grad zu mild

Durch die zahlreichen Südlagen wurde im November nicht nur feuchte, sondern häufig auch entsprechend milde Luft in den Alpenraum geführt. So verwundert es nicht, dass auch dieser Monat mit einer Abweichung von knapp 2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel von 1981-2010 zu mild ausfällt. Es ist damit der 6. zu milde Monat in Folge und der 9. in diesem Jahr. Weniger markant war die Abweichung in den erwähnten Regionen mit Regen- und Schneerekorden, mit 3 bis 4 Grad über dem Schnitt bilanziert der Monat am mildesten vom Klagenfurter Becken bis ins Weinviertel. Die absolut höchsten Temperaturen wurden meist bei Südföhn gemessen, welcher ebenso überdurchschnittlich häufig wehte. In den klassischen Föhntälern der Nordalpen konnten wiederholt teils schwere oder gar orkanartige Sturmböen registriert werden. So tobte der Südföhn am 15. und 17. des Monats mit bis zu 108 km/h durch Windischgarsten und Bichlbach. Ein wirklich markantes herbstliches Sturmtief blieb im zurückliegenden Monat dagegen aus, folglich kamen die Spitzenböen im dafür anfälligen Donauraum auch nicht über 80 km/h hinaus.

Abweichung der Temperatur im November 2019 @ UBIMET
Abweichung der Temperatur im November 2019 @ UBIMET

 

Extremwerte November 2019 (Bundesland, Tag des Auftretens)
Stand: 29.11.2019 – 9 Uhr

Höchste Temperaturen
20,9 Grad Bad Radkersburg (ST, 03.)
20,7 Grad Weyer (OÖ, 03.)
20,1 Grad Micheldorf (OÖ, 17.)

Tiefste Temperaturen
-14,5 Grad St. Leonhard/Pitztal (T, 13.)
-14,0 Grad Galtür (T, 14.)
-13,3 Grad St. Jakob/Defereggen (T, 14.)

Nasseste Orte
741 Liter pro Quadratmeter Loibl (K)
616 Liter pro Quadratmeter Kötschach-Mauthen (K)
573 Liter pro Quadratmeter Dellach (K)

Trockenste Orte
24 Liter pro Quadratmeter Retz (NÖ)
29 Liter pro Quadratmeter Litschau (NÖ)
30 Liter pro Quadratmeter Rohrbach + Freistadt + Linz (OÖ), Weitra, Allentsteig + Schöngrabern (NÖ)

Absolut sonnigster bzw. trübster Ort
113 Sonnenstunden Feuerkogel (OÖ)
12 Sonnenstunden Ferlach (K)

Relativ sonnigster bzw. trübster Ort
131 % St. Pölten (NÖ)
17 % Ferlach (K)

Stärkste Windspitzen Niederungen
108 km/h Windischgarsten (OÖ, 17.) + Bichlbach (T, 15.)
104 km/h Zell am See (S, 15.) + Bad Gastein (S, 15.)
97 km/h Bad Goisern (OÖ, 17.)

 

Temperaturrückgang: Etwas Schnee an Alpennordseite

Die Aussichten im Detail:

Am Freitag scheint vom Lienzer Becken bis ins Südburgenland abseits lokaler Nebelfelder gelegentlich die Sonne und es bleibt trocken. An der Alpennordseite regnet es zunehmend häufig, Schnee fällt oberhalb von etwa 1000 bis 1200 m. Am Abend sinkt die Schneefallgrenze vom Bregenzerwald bis ins Salzkammergut auf 800 bis 700 m ab. Im Nordosten fällt nur vereinzelt etwas Regen, zwischendurch lockert es auf. In Ober- und Niederösterreich weht lebhafter bis kräftiger Westwind, von West nach Ost werden maximal 5 bis 13 Grad erreicht.

In der Nacht auf Samstag fällt von Vorarlberg bis zum Salzkammergut Schnee bis auf rund 600 m hinab und somit bis in die meisten Täler.

Prognostizierte Neuschneesumme über 48 Stunden bis Samstagmorgen @ UBIMET
Prognostizierte Neuschneesumme über 48 Stunden bis Samstagmorgen @ UBIMET

Der Samstag beginnt an der Alpennordseite streckenweise noch mit etwas Schneefall meist bis in die Niederungen, nur am Bodensee mischt sich Regen dazu. Tagsüber lockert es in den Nordalpen nur zögerlich auf, im Donauraum und im Flachland kommt zeitweise die Sonne zum Vorschein. Häufig sonnig wird es im Süden und Südosten. Der zunächst lebhafte West- bis Nordwestwind lässt tagsüber nach. Mit 0 bis +8 Grad kühlt es deutlich ab, oberhalb von 1100 m stellt sich Dauerfrost ein.

Der Sonntag startet im Westen mit vielen Wolken und leicht unbeständig. Etwas öfter zeigt sich die Sonne im Osten und Südosten sowie föhnbedingt entlang der Alpennordseite. In den Abendstunden breitet sich der Regen allmählich nach Norden aus, ganz im Süden intensiviert er sich. Die Schneefallgrenze liegt von Süd nach Nord bei rund 1400 bis 1000 Meter. Bei teils lebhaftem Südostwind werden -1 bis +6 Grad erreicht.

Sehr gute Bedingungen zum Ski fahren findet man bereits am Stubaier Gletscher, Tirol, Alpen © QYINT
Sehr gute Bedingungen zum Ski fahren findet man bereits am Stubaier Gletscher, Tirol, Alpen © QYINT

In der Nacht auf Montag fällt vorübergehend im ganzen Land Regen und Schnee. Dabei sinkt die Schneefallgrenze von Norden her wieder auf rund 400 bis 200 m ab, im Süden bleibt es mehrheitlich bei Regen.

Am Montag schneit es an der Alpennordseite anfangs noch leicht, selbst im östlichen Flachland sind aus der Nacht heraus ein paar nasse Schneeflocken möglich. Im Süden und Südosten mischt sich unterhalb von etwa 500 m Regen dazu. Tagsüber klingen Regen und Schneefall ab, die Sonne zeigt sich aber kaum. Bei mäßigem, im Osten auch lebhaftem Nordwestwind kommen die Temperaturen nicht mehr über -2 bis +5 Grad hinaus.

Nächste Woche wieder milder

Die Zufuhr von Kaltluft ist jedoch leider nicht von Beständigkeit geprägt, bereits ab Mitte der kommenden Woche wird es wieder in allen Lagen milder. Immerhin bekommen nun aber auch die Nordalpen etwas Schnee ab und dieser dürfte oberhalb von etwa 2000 m auch die nachfolgende Milderung mehrheitlich überstehen. Und so wird bspw. auch der Stubaier Gletscher weiterhin sehr gute Pistenbedingungen liefern, hier ist Schneeauflage aufgrund vorangegangener Schneeschübe von Süden schon beeindruckend gut. Nachfolgend dazu ein paar aktuelle Bilder, die uns heute durch Thomas Weninger / QUINT erreicht haben:

Stubaier Gletscher, Tirol, Alpen © QYINT
Stubaier Gletscher, Tirol, Alpen © QYINT
Stubaier Gletscher, Tirol, Alpen © QYINT
Stubaier Gletscher, Tirol, Alpen © QYINT
Stubaier Gletscher, Tirol, Alpen © QYINT
Stubaier Gletscher, Tirol, Alpen © QYINT
Stubaier Gletscher, Tirol, Alpen © QYINT
Stubaier Gletscher, Tirol, Alpen © QYINT

 

Titelbild: Stubaier Gletscher, Tirol, Alpen © QYINT

 

Kaltluftvorstoß in Mitteleuropa

Großwetterlage

Ein Tiefdruckgebiet über Skandinavien lenkt zum Wochenende kalte Polarluft nach Mitteleuropa. Im Laufe des Freitags stößt die Kaltluft mit einer nordwestlichen Höhenströmung in den Alpenraum vor. Am Samstag liegt die Luftmassengrenze parallel zum Alpenhauptkamm und es besteht damit ein markanter Temperaturgradient in der freien Atmosphäre über Österreich.

Am Freitag Mittag befindet sich die Kaltfront voraussichtlich über Frankreich und Deutschland und bewegt sich Richtung Süden weiter. © Deutscher Wetterdienst

Temperaturunterschiede im Alpenraum

In den südlichen Landesteilen liegt am Samstag tagsüber die Lufttemperatur auf dem Druckniveau von 850 hPa bei bis zu 2 Grad, im äußersten Nordosten dagegen bei etwa minus 7 Grad. Somit ist auch bei der Schneefallgrenze ein deutlicher Unterschied von Nord nach Süd zu verzeichnen. In der kalten aber relativ trockenen Luft nördlich der Alpen ist dort nur wenig Niederschlag zu erwarten, in den westlichen Landesteilen – von Vorarlberg bis in die Tauernregion – ist die Luft wesentlich feuchter, dort gehen dagegen teils kräftige Schneefälle nieder.

Der Temperaturgradient über Österreich am kommenden Samstag um 00 UTC gemäß dem RACE-Wettermodell. © UBIMET

Frost

Vielerorts ist in der Nacht von Freitag auf Samstag bzw. Samstag auf Sonntag mit Bodenfrost zu rechnen, tagsüber bleiben die Temperaturen dann jeweils im einstelligen, aber positiven Bereich. Am Montag sind dagegen in einigen Landesteilen Eistage möglich, d.h. die Tageshöchstwerte übersteigen über den gesamten Tag den Gefrierpunkt nicht.

Ausblick

Am Sonntag setzt sich mit einer südwestlichen Höhenströmung etwas wärmere Luft durch, die jedoch im Laufe des Montags erneut von polarer Kaltluft zurückgedrängt wird. Dabei ist dann nach aktuellem Stand der Wettermodelle bis ins nordöstliche Flachland etwas Schnee möglich.

Am 27. November 2018, vor genau einem Jahr, lag am 358 m hohen Bisamberg bei Wien ein wenig Schnee. © foto-webcam.eu

 

Titelbild: pixabay.com

Neue Niederschlagsrekorde in Südösterreich

Heftige Regenfälle im Herbst.

Die Wetterlage in den vergangenen 3 Wochen war von einem immer wiederkehrenden Muster geprägt. Kalte Luft stieß westlich von uns ins Mittelmeer vor, dort bildeten sich in der Folge kräftige Tiefdruckgebiete. Diese lenkten extrem feuchte Luft von Süden her gegen die Alpen, die Folge waren immense Regen- und Schneemengen vor allem vom Ötztal über die Salzburger Tauerntäler bis ins Obere Murtal sowie generell in Osttirol und Kärnten.

Grafisch aufbereitet sieht das Ganze folgendermaßen aus: Hotspot oder besser gesagt Wetspot war ganz klar Oberkärnten:

Große Regen- und Schneemengen im Süden und Südwesten.
Große Regen- und Schneemengen im Süden und Südwesten.

Mit Abstand am meisten Regen und Schnee ist an der Messstation am Loibltunnel an der Grenze Kärnten-Slowenien zusammengekommen, 723 l/m² sind mehr als beispielsweise in Wien in einem gesamten Jahr im Mittel fällt! Mehr als 500 l/m² gab’s aber auch in Kötschach-Mauthen, Dellach im Drautal und am Weißensee:

Die nassesten Orte im November 2019 bislang.
Die nassesten Orte im November 2019 bislang.

Im langjährigen Mittel kommen im Süden in einem November „nur“ 80-150 l/m² zusammen, die Abweichungen hierzu sind enorm. Auf der folgenden Grafik sind genau diese dargestellt. So hat es z.B. in Spittal an der Drau bislang schon 5-mal (in Grafik: 540%) mehr geregnet und geschneit als üblich!

Im Süden und Südwesten viel zu nass.
Im Süden und Südwesten viel zu nass.

Folglich können wir schon jetzt – eine Woche vor Monatsende – zahlreiche neue Novemberrekorde vermelden. Diese haben wir in der folgenden Tabelle zusammengefasst. Bemerkenswert zwei Fakten:

  • mehr als 30 Stationen haben ihren Novemberrekord geknackt
  • Kals hat seinen 103 Jahre alten Rekord sogar regelrecht pulverisiert (alt: 176 l/m²  — neu: 275 l/m²)
Station Niederschlag November 2019 November-rekord Jahr Differenz zu Rekord
Spittal 474 303 2000 171
Sonnblick 482 319 2002 163
Mallnitz 456 316 2002 140
Virgen 269 150 2012 119
Feldkirchen 280 173 2010 107
Kals 275 176 1916 99
Weißensee 504 412 2000 92
Lienz 415 331 2002 84
Obervellach 433 352 2002 81
Millstatt 348 275 2000 73
Krimml 213 146 1966 67
Rauris 266 203 1947 63
St. Michael/Lungau 261 199 2000 62
Sillian 384 323 2002 61
Flattnitz 334 275 2000 59
Fresach 340 289 2000 51
Tamsweg 225 176 1996 49
Bad Bleiberg 379 332 2000 47
Mayrhofen 207 184 1979 23
Kornat 587 568 2002 19
Kanzelhöhe 270 253 2000 17
Gröbming 140 124 2007 16
Bischofshofen 138 123 2007 15
Pörtschach 243 239 2000 4
Zell am See 205 202 1947 3
Seckau 133 131 1893 2

Zudem stellten auch Arriach, St. Johann und St. Veit / Pongau, Mariapfarr, Murau und Bad Gastein neue Bestmarken für den November auf.

Auch in St. Jakob im Defereggental sowie in Döllach dürfte es einen neuen Novemberrekord gegeben haben, an diesen beiden Stationen gab es zuletzt allerdings leider Datenlücken.

Kommt da noch mehr?

Laut den Berechnungen des europäischen Wettermodells sind bis zum kommenden Wochenende und somit dem Monatswechsel in den betroffenen Regionen noch einmal 20 bis 30 l/m² zu erwarten. Nicht die Welt, aber ausreichend, dass noch ein paar weitere Stationen einen neuen Niederschlagsrekord aufstellen werden.

Nicht mehr allzu viel Niederschlag bis Ende November.
Nicht mehr allzu viel Niederschlag bis Ende November.

Quelle Titelbild: adobe stock

Bis zu 100 km/h: Föhnsturm am Samstag

Föhn in den Alpen

Stürmischer Südföhn am Samstag

Bereits am heutigen Freitag macht sich der Südföhn in den dafür typischen Tälern der Nordalpen mit kräftigen bis stürmischen Böen bemerkbar. Mit Annäherung von Tief LUIS über dem Löwengolf verstärkt sich am Samstag der Druckunterschied und folglich der Südföhn deutlich. Vor allem vom Brandnertal über den Großraum Innsbruck bis zu den Salzburger Tauerntälern muss man mit Böen von 80 bis 100 km/h rechnen. Ein regelrechter Föhnorkan kündigt sich sogar auf den Bergen an, beispielweise werden am Patscherkofel oder in den Kammlagen der Hohen Tauern Spitzenböen bis zu 150 km/h erwartet. Die aktuellsten Warnungen findet Ihr stets auf unserer Hauptseite

Die vom Föhnsturm betroffenen Regionen am Samstag.
Die vom Föhnsturm betroffenen Regionen am Samstag.

Der Föhn treibt auch die Temperaturen kräftig in die Höhe, am wärmsten mit bis zu 19 Grad wird es im Walgau und im Rheintal. Selbst 20 Grad sind dort nicht ausgeschlossen! Außergewöhnlich mild mit 14 bis 17 Grad wird es aber generell in den Nordalpen.

Danach: Wechselhaft, aber mild

Am Sonntag lässt der Föhn zwar wieder nach, sorgt aber vom Salzkammergut bis zum Mariazellerland noch einmal für bis zu 16 Grad. Deutlich frischer bleibt es am Wochenende dagegen generell in weiten Teilen des Flachlands, wo zäher Nebel und Hochnebel die Temperaturen kaum über die 10-Grad-Marke steigen lassen.

In der neuen Woche kommt dann Bewegung in die Großwetterlage: Tiefs über dem Atlantik nehmen mehr und mehr Einfluss auf unser Wetter. Eine erste Front überquert uns am Dienstag mit Regenschauern, wechselhaft geht es anschließend weiter. Die Temperaturen bleiben aber auch nächste Woche klar über dem langjährigen Mittelwerten für Ende November.

Winterwetter zum Winterbeginn?

Noch herrscht bei den großen Wettermodellen Uneinigkeit, allerdings mehren sich die Anzeichen für eine nachhaltige Abkühlung zum kommenden Wochenende hin. Pünktlich zum Monatswechsel und zum Start des meteorologischen Winters könnte nach derzeitigem Stand kalte Polarluft aus Nordeuropa bis nach Österreich vorankommen. Ob ein solcher Kaltlufteinbruch mit Schneefall oder doch eher trocken vonstatten geht, kann man aber noch nicht verlässlich sagen.

Diesbezüglich müssen wir uns also noch ein paar Tage gedulden, dann sollten auch die Wetterkarten ein eindeutigeres Bild zeigen.

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Extremwetter und Klimawandel

Feuerwehr bei Hochwasser und Starkregen

Die Forschung zu Extremwetterereignissen und Klimawandel hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Bei dieser sogenannten Attributionsforschung vergleicht man mit Computersimulationen die Wahrscheinlichkeit für Extremereignisse im aktuellen Klima sowie in jenem der vorindustriellen Zeit.

Die Rolle des Klimawandels

Noch vor wenigen Jahren lautete die typische Antwort zum Zusammenhang von Extremwetter und Klimawandel, dass einzelne Ereignisse nicht kausal auf den Klimawandel zurückführbar seien. Als uneingeschränkte und generelle Aussage ist diese Antwort allerdings nicht mehr korrekt, da man mittlerweile durchaus belegen kann, dass bestimmte Extremwetterereignisse durch den Klimawandel wahrscheinlicher geworden sind. Besonders gut funktioniert das für sommerliche Hitzewellen, so spielt der Klimawandel in Europa mittlerweile bei nahezu jeder Hitzewelle eine Rolle, während man bei anderen Ereignissen wie Winterstürmen oder Tornados praktisch keine Aussagen machen kann.

Niederschlagsextreme

Beim Niederschlag ist die Attribution etwas komplizierter, zumal es für vergleichsweise kleine Flächen wie etwa Mitteleuropa kaum möglich ist, statistisch signifikante Änderungen bei der Häufigkeit von Extremniederschlägen zu erfassen. Details dazu gibt es hier: Klimawandel und Extremniederschlag. Allgemein kommen jedenfalls zwei Faktoren zusammen: Einerseits werden Wetterlagen im Zuge des Klimawandels tendenziell langlebiger, da sich die atmosphärische Zirkulation ändert, andererseits nimmt die Regenmenge in feuchtgesättigter Luft um etwa 7% bzw. pro Grad Erwärmung zu (der Wasserdampfgehalt der Atmosphäre ist weltweit bereits um 5% angestiegen). Weiters ist auch ein Anstieg der Meerestemperaturen zu beobachten, was besonders im Herbst in Zusammenspiel mit Kaltluftvorstoßen zu einer vergleichsweise labilen Schichtung der Luft führt, weshalb etwa Tiefdruckgebiete im Mittelmeerraum tendenziell kräftiger ausfallen. Auch für tropische Wirbelstürme spielen die höheren Wassertemperaturen eine wichtige Rolle: Etwa bei Hurrikan Harvey im Jahr 2017 wurde berechnet, dass es in Houston 12 bis 22 Prozent mehr Regen gab, als es in einer Welt ohne Klimawandel der Fall gewesen wäre.

Regen im November 2019 (bis 18.11)
Im November 2019 wurden bereits zahlreiche neue Niederschlagsrekorde aufgestellt.

Häufigkeit nimmt zu

Aktuellen Studien zufolge muss man im Zuge des Klimawandels mit einer Zunahme an Wetterextremen rechnen. Dies kann man bereits jetzt beobachten, so gab es in Österreich allein in den letzten 13 Monaten mehrere, extrem außergewöhnliche Wetterlagen – zusätzlich zu den sommerlichen Hitzewellen mit unzähligen Temperaturrekorden (Teile Österreichs haben im Jahr 2019 den wärmsten Sommer der jeweiligen Messreihe verzeichnet):

    • Ende Oktober 2018: Sturm VAIA sorgte im Süden Österreichs für schwere Sturmschäden und ergiebigen Regen (30- bis 100-jährliches Hochwasser an Gail, Möll und Drau)
    • Jänner 2019: Festgefahrene Nordwestlage mit Rekordschneefällen in den Nordalpen (statistische Jährlichkeit der Neuschneesummen teils größer als 100 Jahre)
    • November 2019: Festgefahrene Südlage mit Regen- und Schneefällen in Osttirol und Oberkärnten (die Jährlichkeit der Niederschlagsmengen am vergangenen Wochenende im Bereich der Tauern lag bei 50 bis 100 Jahren)

Eine allgemeine Übersicht, wie sich der Klimawandel in Bezug auf die Schneelage in den Alpen auswirkt, haben wir im zweiten Teil dieses Artikels zusammengefasst: Schnee und Klimawandel.


Erderhitzung

Bekanntermaßen hat es Klimaveränderungen auf der Erde schon immer gegeben. Wenn man allerdings den Zeitraum seit der letzten Eiszeit betrachtet, ist es auffällig, dass es in den letzten 20.000 Jahren noch nie so hohe Temperaturen sowie einen so schnellen Temperaturanstieg wie aktuell gegeben hat. Global betrachtet haben wir in den vergangenen 100 Jahren einen Temperaturanstieg von rund 1,1 Grad erlebt: Das ist mehr als zehnmal schneller als der bislang markanteste Temperaturanstieg der letzten 20.000 Jahre von 1 Grad in etwa 1100 Jahren. Man kann also auch von einer „Erderhitzung“ sprechen, ein Begriff der für die meisten Menschen weniger abstrakt als „Klimawandel“ ist (es handelt sich dabei letztendlich um eine mathematisch errechnete Größe, die nicht direkt spürbar oder fassbar ist).


Die Ursache für die aktuelle Klimaveränderung seit der vorindustriellen Zeit ist die zunehmende Konzentration an Treibhausgasen. Eine Übersicht zum Einfluss von unterschiedlichen Faktoren wie Erdbahnparameter, Sonnenaktivität, Vulkanausbrüche und Treibhausgase auf unser Klima sind im folgenden Video zusammengefasst, ein paar Fakten zum Thema Sonne gibt es weiters auch hier: Sonnenaktivität und Klima.

Titelbild © Adobe Stock

Rekord: Im Südwesten örtlich nassester November seit Messbeginn

Vermurung und Nassschnee

Italientief INGMAR hat am Sonntag für ergiebige Regen- und Schneemengen gesorgt, wobei die Schneefallgrenze im Tagesverlauf auf über 1500 m angestiegen ist. Neben Osttirol und Oberkärnten war diesmal auch der Pinzgau von großen Regenmengen betroffen. Die ergiebigsten Regenmengen gab es im Lesachtal sowie im Bereich der Hohen Tauern.

48-h-Regenmengen bis Montag, 7 Uhr

  • 186 Liter pro Quadratmeter Kornat (K)
  • 166 Liter pro Quadratmeter Kolm-Saigurn (S)
  • 157 Liter pro Quadratmeter Obervellach (K)
  • 154 Liter pro Quadratmeter Kötschach-Mauthen (K)
  • 149 Liter pro Quadratmeter Mallnitz (K)

Stellenweise kam es durch die großen Niederschlagsmengen zu Überflutungen und Vermurungen, zudem sind die Pegel mancher Flüsse in Kärnten auf HQ5 bis HQ10 gestiegen bzw. vereinzelt wie an der Gurk sogar auf HQ30. Ein katastrophales Hochwasser konnte aber dank der tiefen Schneefallgrenze bislang verhindert werden, da ein Großteil des Niederschlags im Einzugsgebiet vorerst nicht zum Abfluss kommt. Die festgefahrene Wetterlage erinnert an den Jänner 2019: Damals sorgte allerdings eine persistente Nord- bis Nordwestströmung für ergiebige Neuschneemengen in den Nordalpen.

Regenrekorde

In Summe wurden seit Monatsbeginn in Tirol, Kärnten und Salzburg bereits an 28 Wetterstationen neue Novemberrekorde aufgestellt. Hier eine Auswahl:

  • Spittal an der Drau: 450 Liter pro Quadratmeter (bisheriger Rekord: 303)
  • Mallnitz: 441 Liter pro Quadratmeter (bisheriger Rekord: 316)
  • Virgen: 267 Liter pro Quadratmeter (bisheriger Rekord: 150)
  • Kals am Großglockner: 273 Liter pro Quadratmeter (bisheriger Rekord: 176)
  • Feldkirchen: 265 Liter pro Quadratmeter (bisheriger Rekord: 173)
  • Lienz: 406 Liter pro Quadratmeter (bisheriger Rekord: 331)

In Osttirol und Oberkärnten ist gebietsweise schon viermal mehr Niederschlag gefallen, als in einem durchschnittlichen November. In Spittal an der Drau entsprechen die gemessenen 450 Liter pro Quadratmeter sogar 484 Prozent des mittleren Novemberniederschlags von 93 Liter pro Quadratmeter.

Abweichung zum durchschnittlichen Novemberniederschlag. © UBIMET
Abweichung zum durchschnittlichen Novemberniederschlag. © UBIMET

Weiters melden sechs Stationen sogar den nassesten Monat überhaupt der jeweiligen Messgeschichte: Mallnitz, Virgen, Obervellach, Millstatt, Weißensee und Fresach. Am Dienstag dürften dann auch Sillian und St. Michael im Lungau folgen.

Regen im November 2019 (bis 18.11)
Im Südwesten gab es bereits über 500 l/m² im November 2019 (Stand 18.11). © UBIMET

Schneerekorde

In den vergangenen Tagen wurden nicht nur Regenrekorde aufgestellt, sondern auch Schneerekorde für die Jahreszeit. Besonders viel Schnee gab es von den Ötztaler Alpen bis zu den Hohen Tauern bzw. zur Kreuzeckgruppe in Oberkärnten.

48-Stunden-Neuschnee bis Montagmorgen. © UBIMET
48-Stunden-Neuschnee bis Montagmorgen. © UBIMET

Stellenweise liegt auf den Bergen bereits jetzt fast das Doppelte derjenigen Schneemenge, die es im Schnitt erst zur schneereichsten Zeit des Winters, Ende Februar hat. Der bisherige November-Schneerekord in Zettersfeld wurde mit den aktuell 163 cm ebenfalls regelrecht pulverisiert.

Schneerekord für die Jahreszeit am Zettersfeld oberhalb von Lienz. © Land Tirol
Schneerekord für die Jahreszeit am Zettersfeld oberhalb von Lienz. © Land Tirol


Die großen Schneemengen haben vor allem in Süd- und Osttirol sowie teils auch in den Tauern für Schneebruch gesorgt.

Tief KEKE

Am Dienstag greift ein weiteres Italientief namens KEKE auf den Süden über, somit muss man zeitweise wieder mit Regen bzw. oberhalb von 800 bis 1400 m mit Schneefall rechnen. Dienstagnacht lässt der Regen langsam wieder nach. In Summe handelt es sich aber um ein wesentlich schwächeres Italientief und die Niederschlagsmengen halten sich mit 25 bis 50 Liter pro Quadratmeter in Grenzen. Die Schneebruchgefahr lässt deutlich nach, allerdings kann es auf den gesättigten Böden mitunter noch zu Vermurungen kommen. In den Hochtälern besteht zudem noch die Gefahr von Gleitschneelawinen.

Niederschlagsprognose für Dienstag von UCM. © UBIMET
Niederschlagsprognose für Dienstag von UCM. © UBIMET

Entspannung ab Mittwoch

Ab Mitte dieser Woche ist eine längere, ruhige Wetterphase in Sicht. Die großräumige, südliche Höhenströmung bleibt zwar erhalten, nach aktuellem Stand ziehen die nächsten Mittelmeertiefs aber nach Süden ab. Im Laufe der Woche kann man in Osttirol und Kärnten also allmählich mit einer Entspannung rechnen.

Titelbild © Freiwillige Feuerwehr Mittersill

Im Süden und Westen starker Regen und Schneefall

Schneewarnsignal ©shutterstock.com/Olaf Naami

Update 23:00 Uhr

Hiermit beenden wir unseren Live-Ticker für heute. Gute Nacht!

Update 21:05 – Obergurgl von der Außenwelt abgeschnitten

Update 21:00 Uhr – Der Blick aufs verschneite Lienz

© https://www.foto-webcam.eu/webcam/lienz/

Update 20:40 Uhr – Föhn

Neben Regen und Schnee gab es heute auch Föhn. Dabei gab es insbesondere in Windischgarsten und Umgebung einen Föhnsturm mit Böen über 100 km/h. Es gab auch dort etliche Feuewehreinsätze, wie der unten stehende Tweet zeigt.

© UBIMET

Update 20:30 Uhr – Lawine im Stubaier Tal

Update 20:20 Uhr – Lawine bei Heiligenblut

Update 20:10 Uhr – Niederschlag

Der Niederschlag geht allmählich zurück. Daher kann ein erstes Fazit getroffen werden. Man erkennt in der Graphik, dass viel Regen und Schnee zwischen den Ötztaler Alpen und Oberkärnten gefallen ist. Die höchsten Werte wurden in einem Streifen von den Karnischen Alpen bis in den Pongau gemessen.  Hier sind verbreitet über 100 L/m² gefallen. Hier konzentrieren sich ja auch die Auswirkungen, wie man am Tage verfolgen konnte.

Niederschlagssumme © UBIMET

Update 18:40 – Tauernbahn

Update 18:25 Uhr

Anbei noch ein gefilmter Felssturz in Villanders in Südtirol:

Update 18:15 Uhr

Der Höhepunkt des Ereignisses ist überschritten. Dennoch werden im Süden bis Mitternacht noch 10 bis 20 L/m² zusammenkommen. Nun gilt der Blick den Flüssen. Besonders in Kärtnen und Salzburg steigen die Pegel. Dabei überschreitet die Gail in Hermagor gerade HQ5.

Update 17:40 Uhr – Zivilschutzwarnung Land Salzburg

In den Gemeinden Muhr, Großarl, Hüttschlag und Bad Hofgastein (alle befinden sich im Pongau) ist deine Zivilschutzwrnung erlassen worden. Alle Bewohner sollen in ihren Häusern bleiben. Es besteht große Murenabgangs- und Hochwassergefahr. An der Station Bad Gastein hat es 81 l/m² geregnet in den letzten 24 Stunden.

Update 17:20 Uhr – Vermurung

Update 17:05  – Video aus Heiligenblut

Update 17:00 – Video aus Bobojach Gemeinde Prägraten am Grossvenediger

 

Update 16:30 Uhr – Blitze

Hier der bisherige Blitzverlauf des heutigen Tages. Aus der Nacht heraus hat es geblitzt, insgesamt 264 Blitze wurden registriert. Die meisten in Kärnten mit 167 Stück.

Blitze am 17.11.2019 © nowcast

Update 15:30 Uhr – Satellitenbild

Das Satellitenbild zeigt die momentane Wettersituation. Der Tiefkern von Tief INGMAR zieht in diesen Stunden über Vorarlberg nach Norden. Die Kaltfront wird dann in der Nacht von Südwesten das Land erreichen. Damit verschiebt sich der Niederschlagsschwerpunkt in den Südosten des Landes. Zudem schwächst sich der Regen und der Schnee dann ab.

Satellitenbild von 15.20 Uhr © EUMETSAT mit den Blitzen der letzten Stunde © nowcast

Update 15:20 Uhr – ÖBB Streckensperrung

Neben den Auswirkungen auf der Straße hat das Wetter natürlich auch Auswirkungen auf den Schienenverkehr.

Update 14:40 – Schneefallgrenze

Die Schneefallgrenze ist derzeit von Tal zu Tal je nach Wind und Niederschlagsintensität sehr unterschiedlich, so fällt etwa in Obergurgl (1942 m) bei +2 Grad Regen, während in Telfs im Oberinntal (634 m) bei knapp +1 Grad Nassschnee fällt. Auch in Osttirol und Oberkärnten fällt derzeit teils bis 1500 m hinaus Regen, während es im Oberpinzgau noch bis in die Täler schneit. Der nasse und schwere Schnee sorgt weiterhin für eine erhöhte Schneebruchgefahr.

Update 14:20 Hochwasser

Der Pegel kleiner Flüsse in den Kitzbüheler Alpen steigen derzeit unvermindert an, die Saalach hat die HW1-Schwelle und die Tiroler Ache sogar die HW5-Schwelle überschritten.

Die Saalach bei Lofer führt Hochwasser. © www.foto-webcam.eu
Die Saalach bei Lofer führt Hochwasser. © www.foto-webcam.eu

Update 14:00 – Südtirol

Auch in Südtirol bleibt die Lage kritisch. Die Totalsperre der Brennerautobahn konnte zwar mittlerweile wieder aufgehoben werden, es gibt aber weiterhin unzählige Straßensperren. Immer wieder brechen Bäume unter der Schneelast zusammen, mitunter wurden auch Stromleitungen beschädigt:

Update 13:30 – Pinzgau

Die großen Regen- und Schneemengen sorgen auch im Pinzgau zunehmend für Probleme. Neben Schneebruch wurden örtlich auch Vermurungen gemeldet. Hier die bislang nassesten Orte im Pinzgau:

  • 93 mm Kolm-Saigurn
  • 75 mm Rauris
  • 62 mm Zell am See
  • 60 mm Maria Alm


In den kommenden Stunden fällt im Pinzgau weiterhin kräftiger Regen bzw. oberhalb von etwa 900 bis 1300 m Schnee, erst am späten Abend lässt die Niederschlagsintensität deutlich nach.

Update 13:00 – Novemberregen

Anbei die Niederschlagsmengen in Österreich seit dem 1. November:

  • 568 mm Loibl
  • 502 mm Kötschach-Mauthen
  • 478 mm Dellach im Drautal
  • 470 mm Kornat
  • 400 mm Weißensee
  • 400 mm Kolm-Saigurn
  • 393 mm Spittal an der Drau
Niederschlagsmenge seit dem 1. November. © UBIMET
Niederschlagsmenge seit dem 1. November. © UBIMET

Die Niederschlagsmengen in Osttirol und Oberkärnten entsprechen etwa dem 3- bis 4-fachen, durchschnittlichen Novemberniederschlag. Ein schweres Hochwasser konnte bislang nur verhindert werden, weil der Großteil des Niederschlags als Schnee gefallen ist.

Update 12:40 – 20 Grad

Im Norden Österreichs steigen die Temperaturen weiter an, in Micheldorf werden bei föhnigem Südwind werden derzeit 20 Grad gemessen!

    • 20,1 Grad Micheldorf (OÖ)
    • 19,7 Grad Amstetten (NÖ)
    • 19,5 Grad Waidhofen an der Ybbs (NÖ)

Im Oberinntal fällt dagegen weiterhin Schnee oder Schneeregen bei +1 Grad.

Update 12:10 – Regenmengen

Von Tirol bis zum Pongau sowie in Osttirol und Oberkärnten fällt weiterhin kräftiger Regen und Schnee. Anbei die nassesten Orte der vergangenen 12 Stunden:

  • 92 mm Kornat (K)
  • 83 mm Kötschach-Mauthen (K)
  • 82 mm Kolm-Saigurn (S)
  • 74 mm Lienz (T)
  • 69 mm Mittewald an der Drau (T)
  • 68 mm Obervellach (K)
  • 65 mm Rauris (S)

Update 11:40 – Örtlich Hochwasser

Nicht nur im Süden sorgt die anhaltende Südlage zunehmend für Hochwassergefahr, auch in Salzburg sind die Pegel mancher Bäche und Flüsse wie die Saalach angestiegen.

Update 11:10 – Temperaturen

Tief INGMAR sorgt derzeit für zweigeteiltes Wetter, so fällt in Innsbruck bei +1 Grad Schneeregen, währen in Linz bei zeitweiligem Sonnenschein 17 Grad erreicht werden! Am mildesten ist es derzeit in Waidhofen an der Ybbs bei föhnigem Südwind. Anbei eine Auswahl an Temperaturen um 11 Uhr:

  • -1 St. Leonhard im Pitztal (T)
  • 0 Grad Imst (T)
  • +1 Innsbruck (T)
  • +1 Lienz (T)
  • +1 Dellach im Drautal (K)
  • +5 Salzburg (S)
  • +5 Schärding (OÖ)
  • +9 Ramsau am Dachstein (ST)
  • +11 Villach (K)
  • +11 Graz (ST)
  • +12 Wien (W)
  • +14 St. Pölten (NÖ)
  • +17 Linz (OÖ)
  • +19 Waidhofen an der Ybbs (NÖ)
Temperaturverteilung um 11 Uhr. © UBIMET
Temperaturverteilung um 11 Uhr. © UBIMET

Update 10:40 – Schneebruch

Der Schnee in Osttirol und im westlichen Oberkärnten wird immer feuchter, in den größeren Tallagen fällt Regen. Da die Bäume schneebedeckt sind, nimmt die Schneelast weiter zu! Aufgrund der Schneebruchgefahr gibt es zahlreiche Straßensperren und auch manche Ortschaften haben weiterhin keinen Strom. Auch einige Wetterstationen sind davon betroffen, so gibt es derzeit etwa keine Daten mehr aus Döllach.

Schneebruch an der Glocknerstraße. © Land Tirol
Schneebruch an der Glocknerstraße. © Land Tirol

Update 10:10 – Große Lawinengefahr

Am Alpenhauptkamm sowie in Süd- und Osttirol herrscht derzeit Lawinenwarnstufe 4. Auch große, spontane Lawinenabgänge sind zu erwarten, welche in Höhenlagen unterhalb von 2500 m als Gleitschneelawinen abgehen. Es gibt bereits eine Lawinenmeldung aus dem Martelltal in Südtirol.

Update 9:45 – Schneefallgrenze

Die Warmfront von Tief INGMAR liegt derzeit quer über dem Westen Österreichs, dementsprechend weist die Schneefallgrenze große Unterschiede von West nach Ost auf: Im Tiroler Oberland fällt derzeit bis in die Tallagen um 650 m kräftiger Schnee, im Lungau fällt dagegen am Katschberg in 1600 m Höhe bei +4 Grad Regen. Selbst auf der Villacher Alpe auf 2100 m geht der Schneefall derzeit in Regen über!

Schneefall in Landeck. © https://www.landeckzams.at
Schneefall in Landeck. © https://www.landeckzams.at

Update 9:10 – Obergurgl

Auch am Alpenhauptkamm in Nordtirol schneit es derzeit wieder kräftig, so liegen in Obergurgl bereits 115 cm Schnee am Boden, davon 20 cm Neuschnee in den vergangenen 10 Stunden!

Update 9:00 Uhr – 40 cm Neuschnee

Am meisten Neuschnee ist in den vergangenen 10 Stunden in den Hohen Tauern gefallen mit bis zu 40 cm Neuschnee! Viel Schnee ist auch in Teilen Osttirols gefallen, etwa am Zettersfeld oder in Obertilliach mit 30 cm Neuschnee. Die Gesamtschneehöhe erreicht hier bereits Rekordwerte für die Jahreszeit.

Rekordschnee für die Jahreszeit am Zettersfeld. © Land Tirol
Rekordschnee für die Jahreszeit am Zettersfeld. © Land Tirol

Update 8:45 Uhr – Föhnsturm

Die Osthälfte Österreichs liegt an der Ostflanke des Tiefs und in den östlichen Nordalpen kommt zunehmend stürmischer Föhn auf. In Windischgarsten in Oberösterreich wurde soeben sogar eine orkanartige Böe von 108 km/h gemessen!

Update 08:30 Uhr – Satellitenbild

Anbei ein aktuelles Satellitenbild sowie die Blitze der vergangenen 60 Minuten. Über der Adria entstehen wiederholt Gewitter und mit der südlichen Höhenströmung gelangen besonders nach Tirol, Salzburg und Oberkärnten sehr feuchte Luftmassen. Die Niederschlagsraten liegen derzeit bei bis zu 9 l/m² pro Stunde im Pongau.

Satellitenbild und Blitze um 8:30 Uhr. © UBIMET / EUMETSAT
Satellitenbild und Blitze um 8:30 Uhr. © UBIMET / EUMETSAT

Update 07:20 Uhr – Steigende Schneefallgrenze

In den vergangenen Stunden hat es in Tirol, Salzburg und Oberkärnten bis in viele Täler geschneit, aus Südosten erfasst nun aber etwas mildere Luft Österreich, somit steigt die Schneefallgrenze auch in Osttirol gegen 1200 m an. Im Drautal fällt mittlerweile mehrheitlich Regen.

In der Höhe gelangt etwas mildere Luft nach Österreich
In der Höhe gelangt etwas mildere Luft nach Österreich. © UBIMET / NCEP

Update 06:10 Uhr – Schneegewitter

Das Italientief INGMAR sorgt im Süden und am Alpenhauptkamm derzeit für kräftigen Regen und Schneefall, vereinzelt sind in Osttirol und Oberkärnten sowie im Bereich der Tauern auch Gewitter eingelagert.

Schneegewitter
Ein Blitz erhellt das Drautal. © www.foto-webcam.eu

Überblick: Italientief INGMAR

In der Nacht auf Sonntag hat uns das nächste Italientief erfasst, auch dieses hat wieder große Regen- und Schneemengen im Gepäck. Vom Tiroler Alpenhauptkamm bis zum Lungau sowie in Osttirol und Oberkärnten regnet und schneit es intensiv. Die Schneefallgrenze pendelt zwischen 1000 und 1400 m, lokal kann es aber auch wieder etwas weiter hinab schneien. In diesen Regionen kommen verbreitet 50 bis 100 l/m² zusammen, örtlich auch mehr. In den Hochtälern sind weitere Neuschneemengen von 20 bis 50 cm zu erwarten.

Hier die zu erwartenden Neuschneemengen:

Neuschnee bis Sonntagabend.
Neuschnee bis Sonntagabend.

Regen und Schnee auch am Dienstag

Der Montag bringt eine vorübergehende Wetterberuhigung, doch schon in den Abendstunden erreicht von Italien her der nächste Regen und Schneefall den Süden und Südwesten Österreichs. Zunächst schneit es nur oberhalb von 1400 m, in der Nacht auf Dienstag sinkt die Schneefallgrenze aber wieder bis auf knapp unter 1000 m ab. Vor allem Osttirol und Oberkärnten stehen abermals große Niederschlagsmengen bevor, aus heutiger Sicht kommen hier in den Tälern 40 bis 70 l/m² zusammen. In höheren Tallagen dürften dagegen wieder 20-40 cm Nassschnee fallen.

Steigende Überflutungsgefahr

Durch die extrem nasse Vorgeschichte steigt neben der Schneebruch- und Murengefahr auch die Überflutungsgefahr deutlich an. So wird an der Unteren Drau, der Gurk, Glan und Vellach ein Hochwasser erwartet, das statistisch gesehen alle 10 bis 30 Jahre vorkommt. Doch auch abseits der Flüsse kann es auf Wiesen und Feldern zu Überschwemmungen kommen.

Lokal neue Monats-Rekordwerte

Die ausgesprochen nassen ersten beiden Wochen des Novembers führen in Osttirol und Kärnten sowie im Lungau lokal bereits zu ersten neuen Rekordwerten. So war es beispielsweise im laufenden Monat mit 366 l/m² in Spittal an der Drau ebenso wie mit 206 l/m² in St. Michael im Lungau noch nie in einem November so nass wie heuer. Mit den erwarteten großen Regen- und Schneemengen der kommenden Tage dürften sich noch einige weitere Wetterstationen auf der Rekordliste eintragen, selbst der uralte Novemberrekord in Klagenfurt gerät ins Wanken. Im November anno 1851 wurden in der Landeshauptstadt 320 l/m² verzeichnet, aktuell hält Klagenfurt schon bei 155 l/m².

Hier die Abweichung der Niederschlagssumme im November 2019 vom Klimamittel (auf der Karte sind zusätzlich die jeweiligen Top-15-Stationen dargestellt) –> Lesebeispiel: In Dellach sind bislang schon 426% dessen gefallen, was im langjährigen Mittel bis 15.11. zusammenkommt:

Im Südwesten rekordverdächtig nass.
Im Südwesten rekordverdächtig nass.

Ab Mittwoch nachhaltige Wetterberuhigung

Zur Wochenmitte beruhigt sich das Wetter dann spürbar. Zwar liegt der Alpenraum weiterhin im Einflussbereich einer föhnigen Südwestströmung, die Serie an Italien- bzw. Mittelmeertiefs reißt jedoch ab. Nennenswerte Regen- oder Schneemengen sind nach derzeitigem Stand also nicht mehr in Sicht, womit sich die Situation im Südwesten Österreichs allmählich entspannen dürfte.

Rückblick: Turbulenter Freitag

Bereits am Freitag sind im Südwesten des Landes wieder große Niederschlagsmengen zusammengekommen, mehr als 100 l/m² teils als Regen, teils als Schnee verzeichneten beispielsweise Kornat, Dellach und Mallnitz. In Folge des nassen und sehr schweren Neuschnees stürzten mancherorts Bäume um, folglich mussten in den Hochtälern einige Straßen gesperrt werden. Nördlich des Hauptkamms tobte dagegen ein Föhnsturm, 104 km/h wurden in Zell am See gemessen. Doch auch in Warth, Bichlbach und Rottenmann wehte der Südföhn mit Tempo 100. Auf den Bergen im Südwesten herrscht mittlerweile die zweithöchste Lawinenwarnstufe 4.

Gesamtschneehöhen am Samstagmorgen (Auswahl):

  • 101 cm Obergurgl (T)
  • 92 cm St. Jakob in Defereggen (T)
  • 87 cm Virgen (T)
  • 72 cm Sillian (T)
  • 70 cm Kals (T)
  • 67 cm Kornat (K)
  • 58 cm Brenner (T)
  • 37 cm Lienz (T)
  • 36 cm Mallnitz (K)
  • 18 cm Dellach/Drautal (K)

GÜNTHER sorgt für Sturmschäden und Schneebruch

Schneebruch durch Nassschnee

Ein umfangreiches Tiefdruckgebiet über Westeuropa sorgt seit mehreren Wochen für eine anhaltende Südströmung im Alpenraum und das Wetter kommt nicht zur Ruhe. In den vergangenen Stunden haben sowohl der stürmische Föhn an der Alpennordseite, als auch die großen Schneemengen im Südwesten für Schäden und Sperren gesorgt.

Böen bis 200 km/h

Am Donnerstag haben Schneefahnen auf den Bergen den stürmisch auffrischenden Südwind bereits angekündigt, der in den Abend- und Nachtstunden dann immer häufiger bis in die Tallagen der Alpennordseite durchgegriffen hat. Auf den Bergen gab es in der Nacht auf Freitag einen regelrechten Föhnorkan, anbei eine Auswahl an Messdaten:

  • 201 km/h Elferspitze (Tirol)
  • 193 km/h Feuersang (Salzburg)
  • 193 km/h Tuxer Joch (Tirol)
  • 155 km/h Rudolfshütte (Salzburg)
  • 155 km/h Brunnenkogel (Tirol)
  • 151 km/h Patscherkofel (Tirol)


Der Föhn hat mit teils orkanartigen Böen auch bis in viele Täler durchgegriffen, besonders heftige Böen gab es unter anderem im Arlberggebiet, im Außerfern und im Pinzgau. Anbei die maximalen Windspitzen in den Tälern:

  • 112 km/h Warth (Vorarlberg)
  • 108 km/h Bichlbach (Tirol)
  • 105 km/h Ellbögen (Tirol)
  • 104 km/h Zell am See (Salzburg)
  • 104 km/h Bad Gastein (Salzburg)
  • 101 km/h Obertauern (Salzburg)
  • 97 km/h Innsbruck (Tirol)
  • 97 km/h Rottenmann (Steiermark)

Besonders im Außerfern stürzten einige Bäume um, wie etwa auf der Fernpassstraße oder der Außerfernbahn zwischen Bichlbach und Reutte. Sturmschäden gab es zudem auch an manchen Häusern in Bichlbach.

Schneebruch

Am Alpenhauptkamm sowie in Osttirol und Oberkärnten fällt hingegen unvermindert Regen und Schnee. Die Schneefallgrenze ist tagsüber zeitweise auf über 1000 m gestiegen, bei stärkerer Niederschlagsintensität ist sie aber wieder bis in die Tallagen gesunken. Der zunehmend nasse Schnee sorgt allerdings immer häufiger für Probleme, so kam es wiederholt zu Schneebruch.

In Südtirol wurden vorsorglich schon am Mittwoch Hubschrauber eingesetzt, um die Bäume entlang der Pustertaler Straße von der Schneelast zu befreien.

1 Meter Schnee

In höheren Tallagen türmt sich der Schnee hingegen weiter auf, stellenweise wurden bereits neue Rekorde für die erste Novemberhälfte aufgestellt. Anbei ein paar aktuelle Schneehöhen (Freitag 18 Uhr):

  • 100 cm Obergurgl (Tirol)
  • 95 cm Obertilliach (Tirol)
  • 77 cm St. Jakob in Defereggen (Tirol)
  • 64 cm Sillian (Tirol)
  • 64 cm Kornat (Kärnten)
  • 62 cm Mittewald an der Drau (Tirol)
Neue Schneerekord für die Jahreszeit oberhalb von Lienz. © Land Tirol
Neuer Schneerekord für die Jahreszeit am Zettersfeld oberhalb von Lienz. © Land Tirol



Keine Entspannung

Am Samstag lässt der Niederschlag im Südwesten vorübergehend nach, am Abend greift allerdings ein weiteres Italientief auf den Alpenraum über. In der Nacht auf Sonntag regnet und schneit es besonders in Osttirol und Oberkärnten dann neuerlich kräftig, wobei die Schneefallgrenze zwischen den Tallagen und 1400 m pendelt. Erst am Freitagnachmittag lässt die Niederschlagsintensität nach derzeitigem Stand deutlich nach. Auf den Bergen herrscht gebietsweise bereits große Lawinengefahr (Stufe 4 auf der 5-teiliegn Skala).

Auf den Bergen im Südwesten ist neuerlich bis zu 1 m Neuschnee in Sicht. © UBIMET
Auf den Bergen ist neuerlich bis zu 1 m Neuschnee in Sicht. © UBIMET

Tief GÜNTHER bringt Föhnorkan auf den Bergen mit Böen um 150 km/h

Sturm und große Neuschneemengen lassen Lawinengefahr ansteigen.

Eine festgefahrene Großwetterlage mit einem umfangreichen Tiefdruckgebiet über Westeuropa sorgt derzeit für eine anhaltende Südströmung im Alpenraum. Während im westlichen Mittelmeerraum der nächste Kaltluftvorstoß stattfindet, kommt in den Alpen vorübergehend eine sehr starke Höhenströmung aus Süd auf. Auf den Bergen steht ein kurzer, aber heftiger Föhnorkan bevor, wobei der Höhepunkt am Alpenhauptkamm in der Nacht auf Freitag erreicht wird und in den östlichen Nordalpen am Freitagvormittag.

Wind in etwa 3000 m Höhe am Freitagmorgen
Wind in etwa 3000 m Höhe am Freitagmorgen (ICON). © DWD / UBIMET

Föhnorkan

Am Alpenhauptkamm und in den Nordalpen weht am Donnerstag bereits tagsüber Föhn, in den Abendstunden legt der Wind aber deutlich zu und in der Nacht muss man auf den Bergen mit Orkanböen rechnen. In exponierten Lagen wie auf dem Patscherkofel sind Böen um 150 km/h zu erwarten, aber auch in höheren Tallagen greift der Föhn stellenweise mit teils schweren Sturmböen durch. In der zweiten Nachthälfte setzt am Alpenhauptkamm allmählich Regen und Schneefall ein, somit verlagert sich der Schwerpunkt nordwärts in die Nördlichen Kalkalpen.

Druckprognose für Freitagvormittag
Am Freitag gibt es große Druckunterschiede auf engem Raum. © ECMWF / UBIMET

Am Freitag lässt der Föhn im Westen bei einsetzendem Regen rasch nach, länger föhnig bleibt es dagegen von den Tauern bis zum Mariazellerland. Auch abseits der Alpen kommt zudem im westlichen Donauraum sowie im Mühl- und Waldviertel kräftiger Ost- bis Südostwind auf.

Sturmwarnungen
Warnungen vor dem bevorstehendem Föhnsturm. © www.uwz.at

Am Alpenhauptkamm sowie in Osttirol und Oberkärnten fällt am Freitag neuerlich kräftiger Regen und Schnee, wobei die Schneefallgrenze hier mit 900 bis 1400 m etwas höher als zuletzt liegt. Einiges an Neuschnee gibt es wieder auf den Bergen, so sind in den Hochlagen von den Ötztaler Alpen bis zu den Hohen Tauern 50 bis 100 cm Neuschnee in Sicht.

Große Lawinengefahr

Dank der zahlreichen Italientiefs der vergangenen Tage liegt am Alpenhauptkamm und in den Südalpen außergewöhnlich viel Schnee für die Jahreszeit. Stellenweise wurden sogar neue Rekorde für die erste Novemberhälfte aufgestellt, wie etwa am Brenner, in Obergurgl oder in Obertilliach. Auf den Bergen herrscht in den kommenden Tagen allerdings teils große Lawinengefahr: Stürmischer Föhn sorgt in der Nacht auf Freitag in den Hochlagen für massive Schneeverfrachtungen und in den kommenden Tagen ist hier weiterer Neuschnee in Sicht. Der Triebschnee wird somit teilweise eingeschneit, weshalb Gefahrenstellen nur schwer zu erkennen sind. Wintersportler müssen in den kommenden Tagen mit größter Vorsicht agieren!

https://www.foto-webcam.eu/webcam/sonnblickbasis/
Im Hochgebirge wird aktuell bereits Schnee verfrachtet. © www.foto-webcam.eu/

Starker Schneefall in den Alpen, zunehmende Lawinengefahr

Schneebruch

Ein Italientief führt seit Dienstag sehr feuchte Luftmassen aus dem Mittelmeerraum ins Land, dabei hat das Zusammenspiel aus kühlen Luftmassen und starken Niederschlagsraten die Schneefallgrenze an der Alpennordseite bis 300 Meter absinken lassen. Auch in den Landeshauptstädten Innsbruck und Salzburg gab es den ersten Schnee der Saison. Die größten Neuschneemengen gab es mit rund 1 Meter in den Hohen Tauern. Knapp 50 cm Neuschnee sind aber auch in höheren Tallagen des Alpenhauptkamms und der Karnischen Alpen gefallen, wie etwa in Obergurgl, Böckstein oder Obertilliach.

24-h-Neuschnee (Update 14 Uhr):

  • 51 cm Mittewald an der Drau (T)
  • 50 cm Ginzling (T)
  • 50 cm Böckstein (S)
  • 48 cm Obergurgl (T)
  • 44 cm Kornat (K)
  • 40 cm Sillian (T)
  • 39 cm St. Jakob in Defereggen (T)
Neuschnee bis Mittwochmorgen. © UBIMET
Neuschnee bis Mittwochmorgen. © UBIMET

Auf Wetterberuhigung folgt Föhnsturm

Am Donnerstag stellt sich vorübergehend ruhiges und trockenes Spätherbstwetter ein, am Alpenhauptkamm kommt im Tagesverlauf aber eine föhnige Südströmung auf, welche sich am Abend deutlich verstärkt. In der Nacht herrscht auf den Bergen ein schwerer Föhnsturm mit Orkanböen über 130 km/h. Der Föhn greift allerdings auch bis in höhere Tallagen von Vorarlberg bis zur nördlichen Obersteiermark mit stürmischen Böen durch.


Nächstes Italientief am Freitag

Der Freitag bringt im Norden und Osten trockenes Wetter mit ein paar Auflockerungen, der Rest des Landes gerät dagegen unter den Einfluss eines weiteren Italientiefs. Am Alpenhauptkamm sowie in Osttirol und Oberkärnten sind somit von Beginn an wieder kräftiger Regen und Schneefall zu erwarten. Westlich von Villach kommen verbreitet 60 bis 90, in den Stauregionen wie Lesach- und Gailtal teilweise auch über 100 l/m² innerhalb von 24 Stunden zusammen. Die Schneefallgrenze steigt leicht an und liegt zunächst um 1200 m, sinkt am Abend aber neuerlich bis in höhere Tallagen um 800 m ab. Am Samstag regnet und schneit es zunächst noch kräftig, tagsüber lässt die Intensität aber deutlich nach und die Schneefallgrenze steigt gegen 1400 m an. Erst am Abend verstärkt sich der Regen neuerlich.

Weiterer Regen und Schnee

Nach derzeitigem Stand macht sich in der Nacht auf Sonntag ein weiteres, kräftiges Italientief bemerkbar, somit muss man im Südwesten wieder mit intensivem Regen und oberhalb von etwa 1000 m Schneefall rechnen. In den Tallagen nimmt aufgrund der extrem nassen Vorgeschichte die Gefahr von Hangrutschungen und kleinräumigen Überschwemmungen zu. Eine Nachhaltige Wetterberuhigung ist erst kommende Woche in Sicht.

Große Lawinengefahr

Der Föhnsturm auf den Bergen sorgt Donnerstagnacht für massive Schneeverfrachtungen, weshalb man in den kommenden Tagen im Hochgebirge mit großer Lawinengefahr rechnen muss. Da am Wochenende zudem weiterer Neuschnee fällt, ist bis auf Weiteres keine Entspannung der Lage in Sicht. Obwohl es erst Mitte November ist und es noch keinen offiziellen Lawinenlagebericht gibt, müssen sich Wintersportler im Hochgebirge also auf Bedingungen wie mitten im Winter einstellen.

Titelbild © Adobe Stock

Markanter Schneefall bis in viele Täler

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Zwischenhocheinfluss sorgte besonders am Sonntag zwar für ruhiges Wetter, bereits ab Montagabend greift aus Süden jedoch schon das nächste Italientief auf den Alpenraum über. Es sorgt am Dienstag und auch am Mittwoch speziell in Osttirol und Kärnten für teils kräftigen Regen und Schneefall. Im Nordalpenbereich sinkt die Schneefallgrenze mit Einsickern kälterer Luft bis in viele Täler.

Die Details:

In der Nacht auf Dienstag halten Regen und Schnee in Osttirol und Oberkärnten an, in den Karnischen Alpen regnet es bereits teils kräftig, zudem kommt auch nördlich des Alpenhauptkamms in Vorarlberg und Nordtirol Niederschlag auf. Die Schneefallgrenze sinkt von anfangs 1000 m auf bis zu 800 m ab.

Der Dienstag startet generell stark bewölkt, dazu fällt westlich der Linie Salzburg-Villach von Beginn an Regen, die Schneefallgrenze bleibt unverändert. Im Tagesverlauf breiten sich Regen und Schneefall ostwärts aus, im Südosten regnet es am Nachmittag auch phasenweise kräftig, ganz im Westen trocknet es hingegen vorübergehend ab.

Am Abend und in der Nacht auf Mittwoch werden Regen und Schneefall von Süden her generell stärker und an den Alpennordseite schneit es dann zunehmend bis in die Täler. Insbesondere vom Arlberg bis zur Eisenwurzen sowie in Osttirol und Oberkärnten schneit es über Nacht bei Temperaturen um den Gefrierpunkt teils kräftig, nasser Schnee deutet sich hier auch für tiefste Lagen wie Innsbruck und Salzburg an.

Prognose der Neuschneesumme über 48 h bis Mittwochabend @ UBIMET
Prognose der Neuschneesumme über 48 h bis Mittwochabend @ UBIMET

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Am Mittwoch regnet und schneit es im Großteil des Landes von Beginn an, ganz im Osten gibt es noch längere trockene Phasen. Tagsüber verlagern sich Regen und Schnee mit ihrem Schwerpunkt etwas nach Osten, lokal kann der Niederschlag erneut kräftig ausfallen. In Vorarlberg und Tirol stellt sich dagegen mehr und mehr trockenes Wetter ein, lokal lockern sogar die Wolken auf. Die Schneefallgrenze liegt zwischen 500 und 900 m, im Südosten über 1000 m. In der Nacht auf Donnerstag zieht der Niederschlag schließlich Richtung Tschechien ab, letzter Schnee fällt vorwiegend noch in der Obersteiermark und im Waldviertel, aber auch im Wienerwald kann es oberhalb von rund 300 bis 400 m etwas anzuckern.

Fazit:

In Summe deuten sich besonders von Dienstagabend bis Mittwochnachmittag von Vorarlberg bis in die Obersteiermark sowie im Südwesten winterliche Bedingungen bis in viele Täler an, phasenweise schneit es hier kräftig. In Lagen oberhalb von rund 800 m sind markante Neuschneemengen zwischen 10 und 20 cm zu erwarten, oberhalb von rund 1000 m bis zu 40 cm. Aber selbst in den tiefsten Tälern zwischen 500 und 800 m Seehöhe deutet sich der erste markante Neuschnee des Winters an, hier reicht die Spanne voraussichtlich von etwas Schneematsch bis zu 5, lokal bis zu 10 cm.

Alpensüdseite auch nachfolgend ausgesprochen nass

In der zweiten Wochenhälfte gewinnt ein ausgeprägtes Tiefdrucksystem zwischen Frankreich und der Iberischen Halbinsel an Einfluss auf das Wettergeschehen und führt wieder wärmere Luft aus dem Mittelmeer an den Alpenraum heran. Besonders südlich des Hauptkamms sind somit bei ansteigender Schneefallgrenze nach wie vor große Regenmengen in Sicht.

 

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Funnelcloud bei Bad Waltersdorf

Bild des aufgetretenen Funnels bei Bad Waltersdorf @ Nadine Haas / AWÖ

Eine kurze Erklärung dazu: Am Nordrand von Tief CARLETTO III herrschte in der Region mit Ankunft der schwachen Kaltfront von Tief CARLETTO IV eine ausgeprägte Windkonvergenz vor (Zusammenströmen, negative Feuchteflussdivergenz):

Bodendruckkarte mit eingezeichneten Druckgebilden @ DWD
Bodendruckkarte mit eingezeichneten Druckgebilden @ DWD
Analyse der Winde am Boden @ UBIMET
Analyse der Winde am Boden @ UBIMET

 

Mit etwas CAPE im Vorfeld der Trogachse hat es für 7 l/m² in 30 Minuten in Fürstenfeld und ein paar Blitze gereicht:

Registrierte Blitze @ UBIMET, nowcast
Registrierte Blitze @ UBIMET, nowcast

 

Titelbild: Bild des aufgetretenen Funnels bei Bad Waltersdorf @ Nadine Haas / AWÖ

Kommende Woche wieder viel Regen und Schnee im Südwesten

Viel Regen und Schnee weiterhin in Osttirol und Kärnten.

Die Wetterlage ist seit Monatsbeginn ziemlich festgefahren, auch in den kommenden Tagen wiederholt sich das Muster. Das Azorenhoch ist derzeit sehr stark ausgeprägt und bewegt sich kaum vom Fleck, an dessen Ostflanke kann so wiederholt kalte Luft in den westlichen Mittelmeerraum strömen. Dort bilden sich in der Folge immer wieder Tiefs, die sehr feuchte Luft von Süden her Richtung Alpen lenken. Exemplarisch ist die Großwetterlage von kommendem Freitag skizziert:

Festgefahrene Wetterlage seit Monatsbeginn.
Festgefahrene Wetterlage seit Monatsbeginn.

Die feuchte Luft wird am Alpenhauptkamm regelrecht ausgequetscht, folglich bekommen in Österreich vor allem Osttirol und Oberkärnten extrem hohe Niederschlagsmengen ab. Das europäische Wettermodell berechnet in den folgenden 10 Tagen insgesamt rund 200 bis 300 l/m² zwischen den Hohen Tauern und den Karnischen Alpen sowie den Karawanken. Lokal dürfte aber auch noch mehr fallen!

Viel Regen und Schnee im Südwesten in den kommenden 10 Tagen.
Viel Regen und Schnee im Südwesten in den kommenden 10 Tagen.

Die Schneefallgrenze pendelt dabei in der kommenden Woche je nach Niederschlagsintensität und exakter Anströmung zwischen 700 und 1400 m. In den Hochtälern wie zum Beispiel im Defereggental dürfte somit der Großteil des Niederschlags als Schnee fallen.

Solche Niederschlagsmengen alleine sind noch kein großes Problem, allerdings gibt es genau in dieser Region Österreichs schon eine sehr nasse Vorgeschichte. Auf der folgenden Karte seht ihr, wie viel Regen und Schnee bislang im November schon zusammengekommen sind. Vor allem Osttirol und Kärnten waren auch in der ersten Novemberdekade schon auf der nassen Seite:

Niederschlagssumme seit 01. November
Niederschlagssumme seit 01. November

Wenig verwunderlich also, dass von den Top 10 der nassesten Orte im bisherigen November ganze 9 in Kärnten liegen. Unangefochten an der Spitze ist der Loibl mit 333 l/m², doch auch Kötschach-Mauthen hat schon die 200-Liter-Marke geknackt:

Niederschlagssumme seit 01. November
Niederschlagssumme seit 01. November

In einem durchschnittlichen gesamten (!) November fallen am Loibl 215 l/m², selbst diese Monatsmenge haben wir also schon um gut 100 Liter pro Quadratmeter übertroffen.

In Spittal an der Drau bedeuten die bislang gefallenen 193 l/m² ein sattes Plus von 580% im Vergleich zu den 30 l/m², die sonst in der ersten Dekade des Novembers gemessen werden.

Quelle Titelbild: Webcam Obervellach

Winterliche Verhältnisse im Südwesten

Der Großglockner am 7.November vom Glocknerwinkel aus gesehen. Quelle: foto-webcam.eu

Bei weitem nicht so rekordverdächtig wie der Schneefall zur Wochenmitte im norwegischen Tromsö, aber dennoch weiß wurde es heute im Südwesten Österreichs.

Aufgrund der zeitweise hohen Niederschlagsraten und der damit einhergehenden Niederschlagskühlung (mehr dazu in diesem Beitrag) sank die Schneefallgrenze lokal bis 800 Meter ab. Vor allem aber die Lagen oberhalb von 1000 Meter, somit viele Täler Osttirols und Oberkärntens, durften sich über einige Zentimeter Neuschnee freuen.
Im Lesachtal (auf rund 1300 m Seehöhe) fielen 20 cm, in St. Jakob im Defereggental wurden am Abend 15 cm Neuschnee gemessen. Auch am Brenner wurden 10 cm Neuschnee registriert, weiter westlich lag die Schneefallgrenze deutlich höher: In Obergurgl (1942 m) kamen immerhin 22 cm dazu, am Pitztaler Gletscher rund 30 cm.

Der Winter ist da – zumindest regional

Der gestern noch in vielen Tallagen spätherbstliche Anstrich wurde heute von einem winterlichen Schneeweiß abgelöst. Nicht nur im Biathlonzentrum in Obertilliach, wo gestern noch Schnee per LKW herangeschafft wurde, dürfte man sich über den natürlichen Schneegewinn freuen. Im Folgenden haben wir ein paar Webcam-Vergleiche von heute Nachmittag und Donnerstag gleicher Uhrzeit zusammengestellt:

 

Quelle: foto-webcam.eu; Montage: UBIMET
Obertilliach/Biathlonzentrum. Quelle: foto-webcam.eu; Montage: UBIMET

 

Quelle: foto-webcam.eu; Montage: UBIMET
Villgraten. Quelle: foto-webcam.eu; Montage: UBIMET

 

Quelle: foto-webcam.eu; Montage: UBIMET
St. Veit im Defereggen. Quelle: foto-webcam.eu; Montage: UBIMET

 

Quelle: foto-webcam.eu; Montage: UBIMET
Kals am Großglockner . Quelle: foto-webcam.eu; Montage: UBIMET

 

Die Gesamtschneehöhe zeigt ein für Anfang November recht durchschnittliches Bild in Mittel- und Höhenlagen. In den Niederungen und Tälern ist es noch deutlich zu warm, als dass etwaiger Schnee liegen bliebe. So kommen auf folgender Karte  die Höhenlagen rund um den westlichen Hauptkamm deutlich hervor.

Gesamtschneehöhe 8.11.2019, 16:00 MEZ. Quelle: UBIMET
Gesamtschneehöhe 8.11.2019, 16:00 Uhr MEZ. Quelle: UBIMET

 

Hochdruckwetter am Wochenende

Für das Wochenende kündigt sich Hochdruckeinfluss an, der verbreitet für ruhiges und teils sonniges Wetter sorgt. Allerdings sind sich die Modelle noch nicht einig über die Zugbahn eines Höhentroges und seines Bodentiefs, das am Sonntag über Ungarn Richtung Norden zieht. Abgesehen davon deutet sich mit Beginn der kommenden Woche ein schwache südliche bis südwestliche Höhenströmung an, mit der die Temperaturen in mittleren Lagen wieder leicht ansteigen.

 

Titelbild: Der Großglockner am Donnerstag vom Glocknerwinkel aus gesehen. Quelle: foto-webcam.eu

Italientief bringt am Freitag 50 cm Neuschnee am Alpenhauptkamm

Schnee im Herbst

Der Alpenraum liegt seit vergangenem Wochenende im Einflussbereich einer südlichen Höhenströmung, welche schubweise feuchte Luftmassen nach Österreich führt. In Zusammenspiel mit Randtiefs über dem Mittelmeerraum gab es besonders in Kärnten teils große Niederschlagsmengen, so wurde örtlich wie etwa im Unteren Drautal oder in den Karawanken bereits der durchschnittliche Monatsniederschlag erreicht.

Aktuelle Schneehöhe in Österreich
Aktuelle Schneehöhe in Österreich. © UBIMET

Am Donnerstag leicht föhnig

Am Donnerstag gerät Österreich unter den Einfluss von Tief CARLETTO mit Kern über England. Zunächst wird es leicht föhnig, somit scheint an der Alpennordseite häufig die Sonne. Auch im Osten gibt es zeitweise Sonnenschein, länger bewölkt bleibt es dagegen im Süden. In Vorarlberg ziehen tagsüber zunehmend dichte Wolken auf, bis zum Abend bleibt es aber noch trocken. Die Temperaturen erreichen 7 bis 13 Grad.

Zweigeteiltes Wetter am Freitag

Am Freitag fällt von Vorarlberg bis Oberkärnten zunehmend kräftiger Regen, besonders in der zweiten Tageshälfte regnet es in Osttirol und Oberkärnten auch anhaltend und intensiv. Im Norden und Osten bleibt es trocken, die Sonne kommt nach Nebelauflösung aber nur gelegentlich zum Vorschein. Die Höchstwerte liegen zwischen 2 Grad im Paznaun und 14 Grad bei lebhaftem Südwind im Osten des Landes.

Schnee
Am Alpenhauptkamm gab es bereits am Dienstag Neuschnee. © www.foto-webcam.eu

50 cm Neuschnee am Alpenhauptkamm

Die Schneefallgrenze liegt am Freitag zunächst zwischen 1100 m in Vorarlberg und 1400 m in Kärnten. Mit zunehmender Niederschlagsintensität sinkt die Schneefallgrenze am Abend kurzzeitig auf 1000 bis 700 m ab. Neuerlich viel Neuschnee gibt es auf den Bergen: Von den Ötztaler Alpen bis zu den Hohen Tauern sowie in Osttirol und Oberkärnten zeichnet sich oberhalb von etwa 2000 m ein halber Meter Neuschnee ab. Autofahrer müssen auf höheren Straßen wie dem Brenner neuerlich mit winterlichen Straßenverhältnissen rechnen. Am Samstag lässt die Niederschlagsintensität aber rasch nach und die Schneefallgrenze steigt wieder gegen 1000 bis 1200 m an.

24-Neuschneeprognose bis Freitagnacht. © UBIMET
24h-Neuschneeprognose bis Freitagnacht. © UBIMET

Titelbild © Adobe Stock

Starkniederschläge im Süden Österreichs

Großwetterlage

Am Dienstag, 05.11.2019 befand sich von Frankreich bis zum Baltikum ein ausgedehnter Tiefdruckkomplex. In diesem Zusammenhang entwickelte sich in der Nacht auf Dienstag auch über Norditalien ein Tief. Dieses drückte im Laufe des Tages von Süden her feucht-warme Luftmassen gegen die Alpen.

Bodendruckkarte, 2019-11-05 12UTC, Quelle: GFS

Stauniederschlag

Bei südwestlicher Höhenströmung wurden zudem feucht-warme Luftmassen aus dem Mittelmeerraum nach Norden bewegt. Diese waren aufgrund der Alpen gezwungen aufzusteigen und wurden dabei regelrecht ausgequetscht. Binnen 24 Stunden fielen dabei in Kärnten verbreitet bis zu 40 Liter Niederschlag, an den Karawanken, speziell am Loibl-Pass sogar über 100 Liter.

Niederschlagssumme 2019-11-05

Der Ebriacher Bach bei Bad Eisenkappel reagierte sofort auf diese großen Niederschlagsmengen. Um die Mittagszeit fielen dort binnen 3 Stunden knapp 30 Liter, weshalb an der Messstation Bad Eisenkappel kurzfristig auch HQ10 erreicht wurde. Dies steht für eine bestimmte Durchflussmenge bei Hochwasser, die im Schnitt nur alle 10 Jahre auftritt. Andere Flüsse, allen voran die Drau und die Gail, reagierten aber nur verhalten mit vorübergehenden Anstiegen unterhalb der HQ1-Marke.

Abfluss Ebriacher Bach, Quelle: Hydrographischer Dienst Kärnten

Hochwasserkatastrophe von 2012 in Lavamünd

Auf den Tag genau vor 7 Jahren gab es im unteren Drautal, speziell in Lavamünd ein katastrophales Hochwasserereignis. Die Wettersituation war eine ähnliche: Ein Italientief drückte feucht-warme Luftmassen aus dem Mittelmeerraum an die Alpen und ließ es an den Karnischen Alpen und den Karawanken langanhaltend und kräftig regnen. Verbreitet wurden in Unterkärnten binnen 24 Stunden um ca. 60 Liter gemeldet. Am Loibl-Pass und in Eisenkappel sogar über 100 Liter. Speziell bei Lavamünd wurde HQ100 registriert. Es kam zu katastrophalen Hochwasserschäden in Millionenhöhe.

Hochwasserkatastrophe Nov. 2012 Lavamünd

Wird sich nun ein solches Hochwassereignis wiederholen?

Vor 7 Jahren war zwar ein ähnliches Italientief verantwortlich für die großen Niederschlagsmengen, aber entscheidend war der Wetterverlauf in den Wochen zuvor und die sehr hohe Schneefallgrenze. Bereits vor diesem Hochwasserereignis hatte es in Unterkärnten binnen weniger Tage diejenige Menge Niederschlag geregnet, die es üblicherweise im ganzen Monat regnet. Somit waren die Böden gesättigt und konnten kaum mehr Regenwasser aufnehmen. Auch die auf über 2000m Höhe liegende Schneefallgrenze sorgte dafür, dass der gesamte Niederschlag nicht in fester Form als Schnee liegen blieb, sondern innerhalb kurzer Zeit die Flüsse anschwellen ließ.

Die am heutigen Dienstag gefallen Niederschlagsmengen alleine führen daher nicht zu einem erneuten Hochwasserereignis. Für Freitag sind aber in Südösterreich bereits weitere große Regenmengen zu erwarten, weniger aber in Unterkärnten.

Titelbild, Quelle: pixabay.com

Am Dienstag trüb und nass, auf den Bergen winterlich

Schnee und Regen in den Bergen

Mit einer südwestlichen Höhenströmung gelangen seit dem Wochenende sehr feuchte Luftmassen nach Österreich. Während auf den Bergen am Sonntag ein Föhnsturm tobte mit Orkanböen von 137 km/h am Patscherkofel, gab es in Teilen Kärntens große Regenmengen. Der nasseste Ort seit Sonntagmorgen war der Loibl mit 107 Liter pro Quadratmeter Regen, gefolgt von Kötschach-Mauthen und Dellach im Drautal mit je 86 Liter pro Quadratmeter. In weniger als 24 Stunden ist hier etwa die Hälfte des durchschnittlichen Monatsniederschlags gefallen.

Regensummen am Sonntag
Regensummen am Sonntag. © UBIMET

Im Gebirge gab es in der Nacht auf Montag bereits etwas Neuschnee, so wurden etwa auf der Rudolfshütte 16 cm Neuschnee gemeldet und am Galzig bei St. Anton am Arlberg 15 cm. Auch in einzelnen Hochtälern wie etwa in Obergurgl kamen 5 cm Schnee zusammen.

Schnee bei der Rudolfshütte. © www.foto-webcam.eu
Schnee bei der Rudolfshütte. © www.foto-webcam.eu
Schnee am Großglockner © www.foto-webcam.eu
Schnee am Großglockner © www.foto-webcam.eu

Am Dienstag Regen und Schneefall

Nach einer vorübergehenden Wetterberuhigung zu Wochenbeginn verläuft der Dienstag neuerlich trüb und besonders im Bergland und im Süden regnet es häufig. Während die Schneefallgrenze in den Südalpen knapp über 2000 m liegt, sinkt sie in den Nordalpen von 1400 m bis zum Abend gegen 1000 m ab. Vor allem in höheren Tallagen vom Pinzgau bis zur nördlichen Obersteiermark kann es am Abend vorübergehend etwas Nassschnee geben. Nennenswerte Neuschneemengen sind aber erst oberhalb von etwa 1600 m zu erwarten: Im Hochgebirge von den Ötztaler Alpen bis zu den Tauern sind sogar 25 bis 40 cm Schnee in Sicht. Die Höchstwerte liegen zwischen 4 Grad in den Kitzbüheler Alpen und 12 Grad im äußersten Osten.

Neuschneeprognose für Dienstag
Neuschneeprognose für Dienstag von UCM. © UBIMET

Wetterbesserung am Mittwoch

Der Mittwoch verläuft nördlich der Alpen sowie im östlichen Flachland meist trocken und tagsüber kommt zunehmend die Sonne zum Vorschein. Von Vorarlberg bis Salzburg und Kärnten lockern die Wolken nur zögerlich auf und stellenweise fällt auch noch ein wenig Regen. Die Temperaturen steigen leicht an und erreichen 6 bis 14 Grad. In der zweiten Wochenhälfte liegt der Alpenraum weiterhin im Einflussbereich einer südwestlichen Höhenströmung, somit setzt sich das wechselhafte Wetter fort. Auf den Bergen ist am Freitag neuerlich etwas Schnee in Sicht. Die Temperaturen ändern sich kaum und bleiben im Bereich des langjährigen Mittels.

Stürmische Zeiten in Westeuropa

Sturm am Atlantik

Derzeit liegt das Sturmtief ZED über England und verursacht vor allem an der Südküste von England Orkanböen. So wurden in den Hafenstädten an der Küste teilweise Orkanböen von bis zu 130 km/h gemessen.


Im Inland sind es meist Böen von 80 bis 90 km/h, auch in London wird es in den kommenden Stunden noch stürmisch.

Sturmtief ZED über England

Auch auf der anderen Seite des Ärmelkanals bewirkt ZED in der Bretagne und Normandie schwere Sturmböen von bis zu 100 km/h. Dazu verlagert sich der Fokus kommende Nacht nach Süden, an die französische Atlantikküste.

Sturm ARNE in Frankreich

Über den Atlantik hat sich in der Zwischenzeit nämlich ein weiteres Tief rapide verstärkt – ein sogenannter Schnellläufer. Dieses Tief namens ARNE trifft in der Nacht zum Sonntag auf die französische Atlantikküste:

Randtief ARNE trifft Samstagnacht auf Südwestfrankreich.
Randtief ARNE trifft Samstagnacht auf Südwestfrankreich.

Solche Schnellläufer besitzen flächenmäßig meist nur ein kleines, dafür aber umso stärkeres Sturmfeld. So werden an der Atlantikküste nahe Bordeaux Böen von bis zu 140 km/h prognostiziert. Solche Stürme sind im Hochwinter in dieser Region keine Seltenheit, Anfang November allerdings schon außergewöhnlich. So beträgt etwa in Cazaux, südwestlich von Bordeaux, die höchste je gemessene Windgeschwindigkeit (Messbeginn 1921) im November 112 km/h.

Sturmtief ARNE Sonntag in der Früh

Sobald das Tiefzentum auf das Festland trifft, schwächt es sich sukzessive ab, sodass sich auch der Sturm mit Verlagerung nach Osten rasch abschwächt.

Auswirkungen auf Österreich?

Mit den zwei Tiefs wird wieder deutlich mildere Atlantikluft nach Österreich geführt, dazu wird es vor allem am Sonntag föhnig und bis zu 20 Grad mild. Die Kaltfront von Tief ARNE sorgt allerdings auch für die Bildung eines Italientiefs. Somit wird es in Osttirol und Kärnten am Sonntag zunehmend regnerisch, vor allem am Abend kann es auch gewittrig verstärkt regnen.

Zu Wochenbeginn beruhigt sich vorübergehend das Wetter, doch bereits am Dienstag kündigt ein neues Italientief weiteren Regen an. Dabei bleibt es relativ mild, Schnee bis in die Tallagen ist vorerst kein Thema.

 

Noch einmal 20 Grad in Sicht!

Föhnstimmung im Herbst an den Alpen.

Die Woche verlief ja bislang deutlich zu kalt, Höchstwerte im einstelligen Bereich vertrieben jäh die Erinnerung an den oft spätsommerlichen Oktober (zum Monatsrückblick geht’s hier lang). Doch das ändert sich am Wochenende.

Die Wetterlage stellt sich schon heute langsam um. Mehr und mehr gewinnen Tiefs über den Britischen Inseln an Einfluss auch auf unser Wetter, eine föhnige Südlage etabliert sich.

Gut zu sehen auch an der Großwetterlage am Sonntag. Gleich drei Tiefs tummeln sich rund um Großbritannien und Frankreich, Österreich liegt dagegen an deren Vorderseite in einer starken Südströmung. Die Folge ist Föhn, der die Temperaturen v.a. an der Alpennordseite markant nach oben schraubt. Lokal sind bis zu 20 oder sogar 21 Grad zu erwarten…

Eine föhnige Südlage sorgt am Sonntag für Wärme.
Eine föhnige Südlage sorgt am Sonntag für Wärme.

Typisch für diese Wetterlage sind am Sonntag die „Hotspots“ bei den Temperaturen folgende Regionen:

  • die Föhntäler von Salzburg ostwärts
  • das östliche Flachland
  • das Wiener Becken
  • das Burgenland mit Ausnahme erhöhter Lagen
  • die südliche Steiermark

Zur besseren Übersicht haben wir das Ganze auch noch grafisch aufbereitet:

Regionen mit Potential für 20 Grad am Sonntag.
Regionen mit Potential für 20 Grad am Sonntag.

Damit liegen die Höchstwerte am Sonntag um bis zu 10 Grad über jenen, die wir an einem 3. November erwarten dürften. So kann man der Tabelle entnehmen, dass beispielsweise in St. Pölten die Tageshöchsttemperatur Anfang November im Mittel bei rund +10 Grad liegt. Da sind 20 Grad am Sonntag schon eine Ansage!

Nachfolgend haben wir außerdem mal im Archiv gewühlt und die Rekorde der Landeshauptstädte herausgesucht. Wir sehen: Die Bestmarken sind nirgendwo in Gefahr, in Wien kommen wir dem November-Rekord noch am nächsten.

Stadt erwarteter Höchstwert am Sonntag durchschnittlicher Höchstwert am 3. November Temperaturrekord November
Wien 19 Grad 11 Grad 21,7 Grad
Eisenstadt 19 Grad 11 Grad 22,7 Grad
St. Pölten 20 Grad 10 Grad 23,4 Grad
Linz 16 Grad 11 Grad 23,5 Grad
Graz 18 Grad 12 Grad 23,0 Grad
Klagenfurt 13 Grad 10 Grad 21,5 Grad
Salzburg 18 Grad 12 Grad 23,8 Grad
Innsbruck 16 Grad 12 Grad 22,3 Grad
Bregenz 14 Grad 11 Grad 25,4 Grad

 

Quelle Titelbild: pixabay

Kaltluftsee Grünloch

Grünloch © Roland Reiter

Dass es im Hochgebirge im Winter richtig kalt werden kann, ist wohl kein Geheimnis. Um nun die niedrigsten Temperaturen in Österreich zu finden, muss man aber nicht etwa den Großglockner besteigen. In einer Senke in den Ybbstaler Alpen sammelt sich oft kalte Luft und damit bildet sich ein sogenannter Kaltluftsee aus, dann werden nämlich selbst im Sommer Minusgrade gemessen. Besonders ausgeprägte Kaltluftseen bilden sich in Senken mit einem hohen sky view factor (geringe Horizontüberhöhung).

Grünloch

In der Nähe von Lunz am See, auf etwa 1200 Meter, befindet sich eine Senke mit dem Namen Grünloch. Im Winter 1932 wurde hier ein Temperaturminimum von -52.6 °C gemessen. Bis zu diesem Zeitpunkt, war dies die tiefste, jemals in Europa  gemessene Temperatur.

Das Grünloch in den Ybbstaler Alpen, in der Nähe von Lunz am See © geoland
Das Grünloch in den Ybbstaler Alpen, in der Nähe von Lunz am See © geoland

Faktoren für extreme Minima

Aus meteorologischer Sicht gibt es nun einige Faktoren oder Bedingungen die eintreten müssen, damit die Temperatur derart weit ins Negative fällt

  • Ungestörte Abstrahlung durch fehlende Bewölkung
  • Windstille
  • Kalte Luft aus polaren Regionen
  • Schneebedeckung

Mit diesen Faktoren kann es auch im Flachland oder in Tälern und Becken richtig kalt werden, die besonderen Eigenschaften des Grünlochs sorgen aber für weit tiefere Minima. Das Ausschlaggebende ist nämlich die Form.

Aufgrund der ellipsenartigen Form sammelt sich im Laufe der Nacht die kalte Luft in der Senke. Da die Luft nun nicht wieder ausfließen kann, wie es zum Beispiel in Tälern der Fall ist (Talauswind in der Nacht), kühlt diese immer weiter ab. So werden die tiefsten Temperaturen dann kurz vor Sonnenaufgang gemessen.

Die ellipsenartige Form verhindert ein Ausfließen der Kaltflut © Roland Reiter
Die ellipsenartige Form verhindert ein Ausfließen der Kaltflut © Roland Reiter

Weitere Kaltluftseen

In Europa gibt es weitere Kaltluftseen, so zum Beispiel auf der Glattalp in der  Schweiz, der Funtensee in Deutschland oder auch manche Dolinen in den Dolomiten in Italien. In den Medien ist aber derzeit ein Kaltluftsee in den USA präsent. Am 30. Oktober wurden in den in den Dolomiten, einer Senke in Utah, unglaubliche -43.1 °C gemessen. Die ist ein neuer Oktoberrekord in den USA (exkl. Alaska).

Titelbild: © Roland Reiter

Oktober 2019 rund zwei Grad zu warm

Abweichung der Temperatur vom Klimamittel für den Oktober 2019 @ UBIMET

Sommertage & Temperaturrekorde

Mit einer österreichweiten Abweichung von rund +2 Grad fällt der Oktober gegenüber dem langjährigen Mittel von 1981-2010 deutlich zu warm aus. Damit weist das Jahr 2019 bereits acht überdurchschnittlich warme Monate auf, einzig der Jänner und der Mai zeigten sich kälter als das langjährige Mittel. Besonders die Berge und das Hügelland profitierten von stabilem und teils föhnigem Hochdruckwetter, das sich nach einem zu kalten Auftakt in den Monat etwa ab dem 10. Oktober etablierte. Am Feuerkogel, in Mönichkirchen sowie auf dem Schöckl geht der Oktober folglich mit einem Überschuss von knapp 4 Grad zu Ende.

Das hohe Temperaturniveau äußert sich auch in der Anzahl der Sommertage. Davon gab es in Weyer ganze fünf, in Windischgarsten stieg die Temperatur vier Mal über die 25-Grad-Marke. Im langjährigen Mittel gibt es im Oktober nirgendwo in Österreich mehr als einen Sommertag.

Die warme Witterung gipfelte in zahlreichen Temperaturrekorden für den Monat Oktober: In Leibnitz-Wagna erwärmte sich die Luft auf 27,8 Grad – ein neuer Spitzenwert, ebenso stellten z. B. Graz, Puchberg am Schneeberg und St. Andrä im Lavanttal neue Rekorde auf. Besonders bemerkenswert sind hierbei die Rekorde auf dem Jauerling und der Hohen Wand. Beide Stationen in knapp 1000 m Höhe konnten in diesem Oktober ihre Bestmarken auf rund 25 Grad schrauben.

Höchsttemperaturen im Oktober 2019 mit den höchsten Werten je Bundesland @ UBIMET
Höchsttemperaturen im Oktober 2019 mit den höchsten Werten je Bundesland @ UBIMET

Trockener Südosten

In punkto Niederschlag gab es im zurückliegenden Monat eine klare Zweiteilung des Landes. Von Vorarlberg über die Staulagen Nordtirols bis ins Salzkammergut präsentierte sich der Oktober überdurchschnittlich nass, verantwortlich hierfür waren die von tiefem Luftdruck geprägten ersten 10 Tage des Monats. Auch im äußersten Nordosten fiel mehr Regen als üblich. Deutlich zu trocken war der Monat dagegen südlich der Linie Innsbruck-Wien. Vor allem in Kärnten und in der Steiermark fehlen bis zu 80% auf eine ausgeglichene Oktoberbilanz. Besonders im Grazer Becken setzt sich die seit Monaten andauernde Trockenheit unvermindert fort. In der steirischen Landeshauptstadt sind in diesem Jahr erst rund 480 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, mehr als 250 l/m² weniger als im langjährigen Mittel. Graz steuert dem trockensten Jahr der Messgeschichte entgegen. Ein Ausreißer im trockenen Südosten stellt im Oktober das Südburgenland dar: So wurden in Kleinzicken im Zuge eines heftigen Gewitters am Monatszweiten rund 74 Liter Regen pro Quadratmeter registriert. Hier wurde alleine an diesem Tag die durchschnittliche Regenmenge eines gesamten Oktobers von 51 l/m² deutlich übertroffen.

Abweichung des Niederschlags vom Klimamittel für den Oktober 2019 @ UBIMET
Abweichung des Niederschlags vom Klimamittel für den Oktober 2019 @ UBIMET

Dauerbrenner Sonne

Dem besonders in der zweiten Monatshälfte ruhigen und von hohem Luftdruck dominierten Wetter entsprechend schien die Sonne im Großteil des Landes deutlich länger als im Mittel. Exemplarisch sei an dieser Stelle Pörtschach am Wörthersee genannt, das im Oktober bislang schon 174 Sonnenstunden sammeln konnte. Üblicherweise sind es in einem Oktober hier lediglich 119 Stunden, das Plus beträgt also fast 50 Prozent. Die Reihe an überdurchschnittlich sonnigen Monaten setzt sich vielerorts fort, so ist beispielsweise in Linz, Wien oder Eisenstadt das Soll an Sonnenstunden für das gesamte Jahr 2019 bereits längst überschritten. Soll heißen: Selbst wenn die verbliebenen beiden Monate ohne einen einzigen Sonnenstrahl verlaufen, würde das Jahr 2019 immer noch deutlich zu sonnig ausfallen.

Föhnige Tage

Der Oktober machte auch seinem Namen als Föhnmonat alle Ehre, mit 144 km/h wurde am Patscherkofel die höchste Windgeschwindigkeit des Landes gemessen. Doch auch in den klassischen Föhntälern der Nordalpen konnten wiederholt Sturmböen registriert werden. So blies der Südföhn am 20. des Monats mit 90 km/h durch Innsbruck, gut 70 km/h waren es am Bodensee und in den Salzburger Tauerntälern. Ein wirklich markantes herbstliches Sturmtief blieb im zurückliegenden Monat dagegen aus, folglich kamen die Spitzenböen im dafür anfälligen Donauraum auch nicht über 80 km/h hinaus.

 

Extremwerte Oktober 2019 (Bundesland, Tag des Auftretens)

Stand: 30.10.2019 – 9 Uhr

Höchste Temperaturen

  • 27,8 Grad Leibnitz-Wagna (ST, 21.)
  • 27,6 Grad Graz-Straßgang (ST, 21.) + Klausen-Leopoldsdorf (NÖ, 24.)
  • 27,5 Grad Feldbach (ST, 21.)

Tiefste Temperaturen

  • -4,2 Grad St. Jakob/Defereggen (T, 04.)
  • -4,0 Grad St. Michael im Lungau (S, 06.) + Mariapfarr (S, 04.)
  • -3,7 Grad Flattnitz (K, 04.)

Sommertage (Höchstwert von 25 Grad oder mehr)

  • 5 Weyer (OÖ)
  • 4 Windischgarsten (OÖ)
  • 3 Bludenz (V)

Nasseste Orte

  • 223 Liter pro Quadratmeter Alberschwende (V)
  • 219 Liter pro Quadratmeter Sulzberg (V)
  • 198 Liter pro Quadratmeter Warth + Bregenz (V)

Trockenste Orte

  • 15 Liter pro Quadratmeter Gleisdorf (ST)
  • 16 Liter pro Quadratmeter Groß Enzersdorf (NÖ)
  • 17 Liter pro Quadratmeter Gumpoldskirchen + Seibersdorf (NÖ) + Wien-Unterlaa (W)

Absolut sonnigster bzw. trübster Ort

  • 213 Sonnenstunden, Hollenthon (NÖ)
  • 68 Sonnenstunden, St. Leonhard/Pitztal (T)

Relativ sonnigster bzw. trübster Ort

  • 146 % Pörtschach (K)
  • 78 % Rauris (S)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 90 km/h Innsbruck-Kranebitten (T, 20.)
  • 83 km/h Wien-Hohe Warte (W, 05.) + Innsbruck-Uni (T, 20.) + Pernegg an der Mur (ST, 03.)
  • 77 km/h Haag (NÖ, 10.)

Zur Wochenmitte Stippvisite vom Winter

Schnee im Herbst

Derzeit liegt quer über den Alpen eine Luftmassengrenze , die recht kalte und trockene Polarluft im Norden von feucht-milder Luft im Süden und Westen trennt. In dieser Grenze sind immer wieder kleine Tiefs bzw. Wellen eingelagert die für etwas Regen oder im Gebirge Schnee sorgen. Dabei kommt in der Nacht auf Mittwoch die kalte Luft etwas nach Süden und Westen voran, sodass die milde Luft nur mehr in Vorarlberg, Tirol und den Salzburger Gebirgsgauen vorhanden ist.

Am Mittwoch Luftmassengrenze über den Alpen
Die Luftmassengrenze liegt am Mittwoch über den Alpen @UBIMET

Dazu sorgt eine weitere kleine Randwelle am Mittwochmorgen für einsetzenden Niederschlag.

Schnee kurzzeitig bis auf 600 Meter

Am Mittwoch in der Früh regnet es von Vorarlberg bis ins Waldviertel und den Wienerwald verbreitet. Die Schneefallgrenze liegt dabei im Westen knapp über 1.500 m, im Mühl- und Waldviertel sowie am Alpenostrand sind hingegen bereits oberhalb von 600 bis 800 m Schneeflocken zu erwarten. Bereits am Vormittag verlagert sich der Niederschlag in den Südosten, dabei liegt die Schneefallgrenze in den Fischbacher Alpen und in der Buckligen Welt mit rund 700 m am tiefsten. Sonst schneit es erst oberhalb von rund 1000 m. Im Laufe des Nachmittags klingen Regen und Schneefall auch im Südosten wieder ab. Aufgrund der sehr warmen Vorgeschichte und dem Bodenwärmestroms kann sich aber unter 1000 m kaum wo eine Schneedecke ausbilden und wenn dann nur sehr kurz.

Neuschneeprognose am Mittwoch
24-h-Neuschneeprognose für Mittwoch. © UBIMET

Frost im Flachland am Donnerstag

Die Nacht auf Donnerstag verläuft dann im Osten und Norden oftmals klar und auch der Wind weht meist nur schwach. Durch die vorhanden Polarluft kühlt es somit kräftig aus und von Oberösterreich bis ins Burgenland muss man im Flachland verbreitet mit leichtem Frost rechnen.

Tiefstwerte am Donnerstag in der Früh
Tiefstwerte am Donnerstag in der Früh @UBIMET

Vom Frost verschont bleiben noch die Ballungszentren wie die Linzer oder Wiener Innenstadt. In den Randbezirken von Wien ist allerdings mit dem Frost zu rechnen.

Am Wochenende wieder milder

Am Donnerstag ist allerdings der Höhepunkt des Kaltlufteinbruchs auch schon wieder erreicht, am Wochenende liegen die Alpen an der Vorderseite eines Tiefs in einer straffen und milden Südwestströmung. damit wird es an der Alpennordseite wieder föhnig und teils stürmisch, im Südwesten stellt sich hingegen allmählich eine nasse Wetterlage ein.

Titelbild: Adobe Stock

Extreme Waldbrandgefahr in Kalifornien

Waldbrand

Die Waldbrandsaison in Kalifornien erreicht typischerweise im Herbst ihren Höhepunkt, da die Böden durch den heißen und niederschlagsarmen Sommer in dieser Jahreszeit völlig ausgetrocknet sind. Auch in diesen Tagen sorgt warmes und trockenes Wetter in Zusammenspiel mit teils stürmischem, föhnigem Nordostwind im Norden Kaliforniens bzw. Ostwind im Süden Kaliforniens für extreme Waldbrandgefahr.

Diablo und Santa-Ana-Wind

Besonders das Kincade Fire im Sonoma County nördlich von San Francisco hat bereits eine Fläche von rund 30.000 Hektar verbrannt. Besonders am Sonntag herrschte bei auffrischendem Diablo-Wind extreme Gefahr: Es handelt sich nämlich um einen örtlichen, trockenen Fallwind aus Nord- bis Nordost im Großraum von Sacramento und San Francisco, der etwaige Waldbrände extrem schnell ausbreiten lässt. Mittlerweile hat der Wind hier etwas nachgelassen, die Lage bleibt aber kritisch. Zudem warnt der amerikanische Wetterdienst SPC nun auch im Süden von Kalifornien rund um Los Angeles vom extremer Waldbrandgefahr, da hier am Mittwoch teils stürmischer Santa-Ana-Wind aus östlicher Richtung aufkommt. In diesen Regionen sind bereits das Getty Fire und das Tick Fire aktiv.

Diablo und Santa-Ana-Wind in Kalifornien.
Diablo und Santa-Ana-Wind in Kalifornien.

kincadefire

Um die Gefahr weiterer Brandauslösungen so gering wie möglich zu halten, wurden bereits vorsorglich noch nie dagewesene Maßnahmen ergriffen, wie etwa einer Million Haushalten den Strom abzudrehen. Damit soll verhindert werden, dass es zu Funkenflug durch Kurzschlüsse oder Überschläge in den Stromleitungen kommt. Weiters mussten allein nördlich von San Francisco mehr als 200.000 Menschen zeitweise ihre Häuser verlassen, darunter auch die gesamten Kleinstädte Healdsburg und Windsor.


Titelbild © Adobe Stock

Hurrikan Pablo: Neuer Rekord über dem Ostatlantik

Hurrikan Pablo über dem Atlantik

Am Sonntag hat sich der tropische Sturm PABLO etwa 700 km westlich von Galizien vorübergehend zu einem Hurrikan der Kategorie 1 verstärkt mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis 130 km/h. So weit östlich über dem Atlantik, auf einem Längengrad von 18.3°W, ist zuvor noch nie ein Hurrikan entstanden! Der bisherige Rekordhalter war Hurrikan VINCE im Jahr 2005 auf einem Längengrad von 18.9°W. Mittlerweile hat sich PABLO wieder deutlich abgeschwächt und in ein hybrides Tief der mittleren Breiten umgewandelt, welches am Dienstag von einem weiteren atlantischen Tief eingefangen wird.

Kühle Wassertemperaturen

Hurrikan PABLO war zwar vergleichsweise klein und kurzlebig, dennoch hat er vorübergehend ein deutliches Auge ausgebildet. Dies ist sehr bemerkenswert, weil die Wassertemperatur in diesem Teil des Atlantiks bei etwa 20 Grad liegt und somit deutlich unter den zur Hurrikanentstehung häufig erwähnten 26 Grad. Tatsächlich entsteht die Mehrzahl der Hurrikane bei einer Wassertemperatur über 26 Grad, allerdings stellt dies keine notwendige Bedingung dar: Bei vergleichsweise kalten Temperaturen in einer Höhe von etwa 12 km kann es nämlich durchaus auch bei geringeren Wassertemperaturen zur Entstehung von Hurrikanen kommen. Dies ist übrigens gelegentlich auch im Mittelmeer der Fall, wenn es zur Entwicklung sogenannter Medicanes kommt.

Neue Maßstäbe

Nicht nur Hurrikan PABLO hat in dieser Hurrikansaison neue Maßstäbe gesetzt, so war erst Ende September Hurrikan LORENZO der bislang östlichste Hurrikan der höchsten Kategorie 5 über dem Atlantik. Anfang Oktober war er dann als Hurrikan der Kategorie 1 über die westlichen Azoren gezogen.

Hurrikane in Europa

Knapp 50 % der tropischen Wirbelstürme im Atlantik wandeln sich in außertropische Tiefdruckgebiete um, manche davon beeinflussen in weiterer Folge auch das Wetter in Europa. Dass ein tropischer Sturm das europäische Festland trifft, ist allerdings äußerst selten, da sich die Stürme zuvor in hybride Stürme der mittleren Breiten mit einem warmen Kern und einem sich entwickelnden Frontensystem umwandeln. Nur sehr selten behalten sie ihre tropischen Eigenschaften im Kern bis zum Landfall, wie etwa Hurrikan VINCE im Jahr 2005. Für Schlagzeilen hat im Jahr 2017 auch Hurrikan OPHELIA gesorgt, welcher den bislang östlichsten Major Hurricane (mind. Kategorie 3) auf dem Atlantik darstellt. Er zog westlich der Iberischen Halbinsel vorbei und traf als Hybridsturm auf Irland. Im Oktober 2019 zog hingegen Hurrikan LORENZO mit Orkanböen über die westlichen Azoren hinweg und erreichte als Hybridsturm Irland.

Hurrikan Ophelia im Jahr 2017
Hurrikan Ophelia im Jahr 2017. © EUMETSAT / UBIMET

Titelbild © EUMETSAT

Spektakuläre Schwerewellen in Australien

Spektakuläre Schwerewellen in Australien

Als Schwerewellen bezeichnet man Wellen in der Atmosphäre oder im Wasser, bei denen die Schwerkraft für die Wellenbildung verantwortlich ist. Sie treten nur bei einer stabilen Schichtung auf, wie etwa im Bereich einer Temperaturinversion: Wenn die Luft hier aus seiner stabilen Ruhelage gebracht wird, beginnt sie unter dem Einfluss der Schwerkraft um die Ausgangslage zu schwingen. Eine gute Analogie stellen die Wellen an einer Wasseroberfläche dar, nachdem man einen Stein hineingeworfen hat. Auf Satellitenbildern sind Schwerewellen als quer zur Windrichtung orientierte Wolkenbänder zu erkennen.

Am Montag und Dienstag haben Gewitter in den nördlichen Regionen Westaustraliens für böig auffrischenden Südostwind gesorgt. Dieser hat sich nordwestwärts ausgebreitet und dabei für die Entstehung von Schwerewellen gesorgt, welche sich zum Teil mehr als 2000 km weit über dem Indischen Ozean ausgebreitet haben. Mit dem auffrischendem Wind wurde zudem auch Wüstensand aufgewirbelt. Allgemein können Schwerewellen in sämtlichen Stockwerken der Atmosphäre auftreten, oft sind sie allerdings unsichtbar, da die Luft nicht feucht genug ist und die Wellenberge nicht durch Wolken gekennzeichnet werden. In Mitteleuropa treten sie häufig als stationäre Leewellen auf der windabgewandten Seite eines Gebirges auf.

Titelbild © MODIS Land Rapid Response Team, NASA GSFC

Umstellung der Großwetterlage

Wetterlage am Dienstag mit Kaltluftzufuhr aus nördlichen Breiten @ NCEP, UBIMET

Innsbruck mit spätestem Sommertag

Etliche Temperatur-Oktoberrekorde wurden in den letzten Tagen schon aufgestellt, am Mittwoch wurde in Innsbruck mit 26,3 Grad gar der späteste Sommertag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen registriert. Die hierfür verantwortliche südliche Höhenströmung auf der Vorderseite tiefen Luftdrucks über Westeuropa kehrt nach einer kurzen Unterbrechung am Freitag bereits am Wochenende wieder zurück. Im Bergland darf man sich auf bestes Wanderwetter freuen – die Sonne scheint am Nationalfeiertag und am Sonntag von früh bis spät und durch die trockene Luft herrscht hier eine ausgezeichnete Fernsicht. In den Niederungen ist zwar regional mit Nebel oder Hochnebel zu rechnen, meist löst sich dieser jedoch bis Mittag auf. Mit Höchstwerten zwischen 17 und 24 Grad bleibt es deutlich zu warm für Ende Oktober.

Abweichung der Mitteltemperatur vom Klimamittel am 23.10.2019 @ UBIMET
Abweichung der Mitteltemperatur vom Klimamittel am 23.10.2019 @ UBIMET
Höchstwerte am Mittwoch, den 23.10.2019 @ UBIMET
Höchstwerte am Mittwoch, den 23.10.2019 @ UBIMET

Ab Montag deutlich kühler

Ein Ende dieser bald über etwa zwei Wochen anhaltenden Wetterphase ist jedoch in Sicht. Ab Montag etabliert sich tiefer Luftdruck über dem Baltikum und an dessen Westflanke wird der Weg frei für deutlich kühlere Luft aus nördlichen Breiten. Zwar sind noch gewisse Unsicherheiten bezüglich der genauen Entwicklung gegeben, doch ein Temperaturrückgang um durchschnittlich 10 Grad erscheint nach derzeitigem Stand wahrscheinlich. Von Dienstag an bewegen sich die Höchsttemperaturen häufig nur noch im einstelligen Bereich.

 

Titelbild: Wetterlage am Dienstag mit Kaltluftzufuhr aus nördlichen Breiten @ NCEP, UBIMET

Unwettertief VLAD über Südfrankreich

Gewitter bringen Starkregen

Bereits am Dienstag sorgte das Tief auf den Balearen und in Katalonien für unwetterartige Gewitter mit sintflutartigem Regen und an der Küste traten Böen um die 100 km/h auf. Dabei fielen innerhalb von 24  Stunden verbreitet 50 bis 150 l/m², lokal sogar über 200 l/m².

Das Blitzmesssystem von UBIMET konnte in der Region über 100.000 Blitze seit Dienstagfrüh registrieren:

Blitze der vergangenen 24 h (desto heller, desto aktueller die Bltize)

Überschwemmung in Okzitanien

Über Nacht verlagerte sich nun der Gewitter- und damit auch der Regenschwerpunkt nach Südfrankreich . Dabei fielen in nur wenigen Stunden in der Region um Perpignan teilweise über 200 l/m² und darum kam es hier zu Überschwemmungen.

An der Vorderseite des Tiefs wird hingegen extrem warme Luft nach Norden transportiert, so wurden bereits heute Früh in Ajaccio auf Korsika 31 Grad gemessen. Auch bei uns macht sich die warme Luft mit Südföhn bemerkbar.

Verlagerung Richtung Italien

In den kommenden Stunden verlagert sich der Gewitterschwerpunkt in Richtung Montpellier und Marseille, am Abend und in der Nacht ist dann entlang der gesamten Cote d’Azur mit kräftigen Gewitterregen zu rechnen.

Aktuelles Satellitenbild mit Blitze @ METEOSAT, UBIMET

Am Donnerstag wird dann das Gebiet zwischen Genua und Rom von den starken Gewittern heimgesucht. Dabei schwächt sich das Tief allmählich ab, sorgt aber am Freitag noch für kräftige Gewitter auf Sizilien.

Titelbild: Adobe Stock

 

Stabiles Herbstwetter setzt sich fort

Nebel im Pinzgau.

Seit etwa 10 Tagen sorgt rege Tiefdrucktätigkeit über dem Nordatlantik und Westeuropa für mildes Herbstwetter in Österreich. Auch in den kommenden Tagen gibt es bei föhnigem Südwind örtlich spätsommerliche Temperaturen: Am Mittwoch treibt kräftiger Föhn die Temperaturen auf bis zu 26 Grad in den Nordalpen und am Alpenostrand. Im Flachland stellt sich allerdings neuerlich eine Inversionswetterlage ein. Besonders im Donauraum, im Wald- und Weinviertel sowie im Mürztal muss man nahezu täglich mit hartnäckigem Nebel rechnen.

Neue Oktoberrekorde

Bereits zum Wochenauftakt sorgten föhniger Südwestwind, in Kärnten und der Steiermark Jauk genannt, und die warmen Luftmassen für einige neue Oktoberrekorde. So stellte beispielsweise Leibnitz mit 27,8 Grad eine neue Bestmarke für den Oktober auf, auch in Bad Gleichenberg, Graz, Hartberg, Kleinzicken und St. Andrä im Lavanttal war es am Montag so warm wie noch nie in einem Oktober.

Hier eine Grafik, die zeigt, wie extrem warm der Montag verbreitet war. Dargestellt sind die Abweichungen der Temperatur vom langjährigen Klimamittel am gestrigen Tag:

Abweichung der Temperatur am Montag vom Klimamittel.
Abweichung der Temperatur am Montag vom Klimamittel.

Abkühlung erst nächste Woche

Kommende Woche deuten die Modelle auf eine Umstellung der Großwetterlage hin. Nach derzeitigem Stand dreht die Höhenströmung ab Sonntag allmählich auf West und in weiterer Folge auf Nord, somit erreichen deutlich kühlere Luftmassen den Alpenraum. Die Unsicherheiten sind noch groß, manche Modelle berechnen ab Wochenbeginn aber eine Abkühlung von mehr als 15 Grad.

Hintergrundwissen: Entstehung von Nebel

Allgemein spricht man bei einer horizontalen Sichtweite von unter einem Kilometer von Nebel. Er besteht aus kondensiertem Wasserdampf in bodennahen Luftschichten. Nebel entsteht durch einen Rückgang der Temperatur unter den sogenannten Taupunkt oder durch eine Zunahme des Wasserdampfes durch Verdunstung bzw. die Mischung von feuchtwarmer und kalter Luft. Meteorologen unterscheiden meist zwischen Strahlungsnebel, orographischem Nebel, Advektionsnebel, Mischungsnebel und Verdunstungsnebel.

Hier eine grafische Übersicht der verschiedenen Nebel-Typen:

Es gibt verschiedene Typen und Entstehungsformen von Nebel.
Es gibt verschiedene Typen und Entstehungsformen von Nebel.

In Österreich treten vor allem die ersten beiden Fälle häufig auf: Strahlungsnebel bildet sich typischerweise nachts in Tal- und Beckenlagen, orographischer Nebel ist hingegen in Ostösterreich typisch: Das Gelände steigt von der Pannonischen Tiefebene in Ungarn bis zum Alpenostrand sowie zum hügeligen Wald- und Weinviertel in Österreich an, wodurch die Luft bei Südostanströmung sanft, aber stetig angehoben wird. Kondensation und in weiterer Folge Nebel ist die Konsequenz.

Quelle Titelbild: foto-webcam.eu

Altocumulus Lenticularis – Föhnwolken

Föhnwolken am Himmel über Österreich.

Föhnwolken nehmen häufig die Form von Linsen oder Mandeln an, sind langgestreckt und klar von ihrer Umgebung abgegrenzt. Daher werden sie bspw. auch als Föhnfische bezeichnet, machmal sehen sie wie Ufo’s aus. Sie entstehen, wenn Gebirge überströmt werden und die Luft entsprechend gehoben wird. Auf der windabgewandten Seite entstehen Leewellen, welche mitunter ortsfest sind. Die Luft strömt also hindurch, durch aufsteigende Bewegungen an festen Punkten kondensiert die enthaltene Feuchte und Wolken erscheinen beständig an der gleichen Stelle.

Nachfolgend ein paar beeindruckende Impressionen vom Samstagabend:

 

Titelbild: https://pixabay.com/photos/clouds-altocumulus-lenticularis-1380111/

Regen – Sturm – Gewitter: Unwettergefahr im westlichen Mittelmeer

Heftige Regenfälle werden im westlichen Mittelmeer erwartet.

In den kommenden Tagen braut sich im westlichen Mittelmeerraum eine gefährliche Wetterlage zusammen, für die Region typisch im Herbst. Ein sogenanntes Höhentief bildet sich nämlich über der Iberischen Halbinsel, dieses ist angereichert mit kalter Luft in der Höhe. Auf der Wetterkarte für Mittwoch seht ihr das Höhentief bereits sehr gut, dann liegt dessen Kern über dem Osten Spaniens. Sein Gegenspieler ist das Hoch über dem Balkan (das beschert uns ja eine ruhige Wetterwoche). Zwischen Tief und Hoch strömt – symbolisiert mit den blauen Pfeilen – sehr feuchte Mittelmeerluft Richtung Südfrankreich und Spanien:

Ein Tief über der Iberischen Halbinsel sorgt für Unwetter.
Ein Tief über der Iberischen Halbinsel sorgt für Unwetter.

Die hohen Wassertemperaturen sorgen in Kombination mit der höhenkalten Luft für eine labil geschichtete Atmosphäre und somit für ein großes Unwetterpotential. Noch immer misst das Mittelmeer in der Region rund um die Balearen nämlich 22 bis 24 Grad.

Noch immer hohe Wassertemperaturen im Mittelmeer.
Noch immer hohe Wassertemperaturen im Mittelmeer.

Schauen wir uns die zu erwartenden Regenmengen an: Besonders betroffen sind neben den Balearen die Küste und das Hinterland Kataloniens sowie die südfranzösische Region Okzitanien. Hier kommen in den nächsten Tagen 200 bis 300, örtlich sogar bis zu 400 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen. Auch die Metropole Barcelona dürfte somit wahre Wassermassen dieser Größenordnung abkriegen. Zur Einordnung: In Barcelona werden im Oktober durchschnittlich „nur“ 90 l/m² gemessen, im ganzen Jahr knapp 600 l/m²!

In Spanien und Frankreich kommen lokal große Regenmengen zusammen.
In Spanien und Frankreich kommen lokal große Regenmengen zusammen.

Doch nicht nur heftige Gewitter samt immensen Regenmengen stehen den beliebten Urlaubsdestinationen bevor. Auch der Wind wird immer wieder stürmisch auffrischen, Böen von 90 bis 110 km/h sind möglich! Dementsprechend aufgewühlt wird sich das Mittelmeer präsentieren, wie unsere letzte Grafik zeigt. So dürften sich am Mittwoch zwischen Mallorca und Südfrankreich Wellen von bis zu 6 Metern Höhe auftürmen!

Hoher Wellengang kommende Woche im westl. Mittelmeer.
Hoher Wellengang kommende Woche im westl. Mittelmeer.

Quelle Titelbild: pixabay

25 Grad: Südföhn sorgt noch einmal für Sommertage

Föhnstimmung am Bodensee.

Bereits am heutigen Samstag ist es föhnig, so richtig in Gang kommt der Südföhn dann aber am Sonntag. Die Wetterlage – dargestellt auf dem ersten Bild –  ist typisch für den Herbst: Ein Tief über der Iberischen Halbinsel, hoher Luftdruck über dem Balkan. Daraus resultiert in Österreich eine föhnige Südwestströmung (roter Pfeil).

Wetterlage am Sonntag.
Wetterlage am Sonntag.

In den klassischen Föhntälern (Brandnertal, Wipptal, Großraum Innsbruck, Salzburger Tauerntäler) frischt der Wind morgen mit Böen zwischen 60 und 90 km/h auf. Deutlich ruppiger ist der Südwind aber auf den typischen Föhnbergen. Hier am Beispiel Patscherkofel seht ihr, dass morgen Spitzenböen bis zu 135 km/h erwartet werden. Nur am Dienstag legt der Föhn eine Verschnaufpause ein, sonst geht’s auch nächste Woche föhnig weiter.

Föhnige Tage auf dem Patscherkofel.
Föhnige Tage auf dem Patscherkofel.

Erste Warnungen bzgl. des Föhns wurden bereits gesetzt, hier unsere Warnkarte für heute/morgen.

Sturm-Warnungen am Sonntag.
Sturm-Warnungen am Sonntag.

Die aktuellsten Warnungen für euren Ort findet Ihr übrigens auf der Hauptseite

Der Föhn macht sich aber nicht nur mit Sturmböen bemerkbar, er treibt v.a. in den Nordalpen die Temperaturen auf ein sommerliches Niveau. Am wärmsten mit Höchstwerten von 25 oder sogar 26 Grad wird es beispielsweise in

  • Feldkirch
  • Bludenz
  • Innsbruck
  • Salzburg
  • Weyer

So spät im Jahr sind Sommertage (also Tage mit einem Höchstwert von 25 Grad oder mehr) absolut außergewöhnlich!

Am Montag kommt dann auch im Süden der Steiermark und im Südburgenland noch ein Sommertag für die Bilanz hinzu. Mehr als 6 Monate liegen somit heuer zwischen dem ersten Sommertag (25 Grad am 20. April in Innsbruck) und dem vermutlich letzten in Österreich.

Hier die Top 10 der Stationen mit den meisten Sommertagen 2019:

Ort Anzahl Sommertage 2019
Andau (B) 95
Güssing (B) 94
Seibersdorf (NÖ) + Bad Radkersburg (ST) 93
Hohenau (NÖ) 92
Mörbisch + Neusiedl (B) 90
Wolkersdorf + Tullnerfeld (NÖ) 89
Fürstenfeld (ST) + Wien-City + Langenlois (NÖ) 88
Krems (NÖ) + Wien Donaufeld + Stockerau (NÖ) + Lutzmannnsburg (B) + Graz Strassgang 87
Ferlach (K) + Langenlebarn (K) + Eisenstadt 86

Abschließend noch eine Übersicht der Sommertage 2019 in den Landeshauptstädten. Überall deutlich öfter über 25 Grad als im langjährigen Mittel…

Ort Anzahl Sommertage 2019 Anzahl Sommertage im Klimamittel Differenz
Wien 85 64 +21
St. Pölten 82 59 +23
Eisenstadt 86 66 +20
Linz 75 56 +19
Graz 84 63 +21
Klagenfurt 78 63 +15
Salzburg 62 55 +7
Innsbruck 77 63 +14
Bregenz 56 39 +17

Quelle Titelbild: pixabay

Balearen: Medicane möglich

Möglicher Medicane bei Mallorca Mitte nächster Woche @ UBIMET, ECMWF

Der Mittelmeerraum ist vor allem im Winterhalbjahr eine regelrechte Brutstätte von Tiefdruckgebieten. Dies ist einerseits der Lage des Mittelmeers zwischen den mittleren Breiten und den Subtropen zu verdanken, andererseits auch der zahlreichen, angrenzenden Gebirgsketten, die den Prozess der Tiefdruckentwicklung begünstigen. In der Regel entstehen Tiefdruckgebiete über dem Mittelmeer im Zuge von Kaltluftvorstößen, welche von Tiefs der mittleren Breiten eingeleitet werden. Diese Tiefdruckgebiete weisen im Gegensatz zu tropischen Tiefs einen kalten Kern auf und besitzen Warm- und Kaltfronten.

Medicanes

Unter bestimmten Bedingungen können sich auch im Mittelmeerraum subtropische oder gar tropische Tiefdrucksysteme entwickeln. Obwohl sie die Stärke eines Hurrikans der Kategorie 1 nur in Ausnahmefällen erreichen, werden sie Medicanes (Mediterranean hurricane) genannt. Sie treten vor allem im Herbst auf und dann bevorzugt im Bereich der Balearen und über dem Ionischen Meer. In den meisten Fällen entstehen sie in Folge von Kaltlufteinbrüchen im Mittelmeerraum und werden durch zurückbleibende Höhentiefs begünstigt. Ähnlich wie bei tropischen Tiefdruckgebieten stellt die Kondensation des Wasserdampfs in den Gewitterwolken die treibende Kraft dar (begünstigt durch die Temperaturunterschiede zwischen der Meeresoberfläche und der Luft).

Aktueller Fall

Am Wochenende weitet sich tiefer Luftdruck über Westeuropa weit nach Süden aus, ein Höhentief reicht am Sonntag bis nach Marokko. Zu Beginn der neuen Woche verlagert sich dieses etwas ostwärts und damit deutet die Mehrheit der zur Verfügung stehenden Wettermodelle die Bildung eines neuen Tiefs mit kräftigen Schauern und Gewittern im westlichen Mittelmeer an. Die Unsicherheiten sind noch groß, das Potential für die Entwicklung eines Medicanes mit schweren Sturmböen ist aber vorhanden. Nach aktuellem Stand wären vor allem die Balearischen Inseln wie Mallorca oder Ibiza betroffen.

Animation der 6-stündigen Böen von Dienstag, 22.10.2019 bis Freitag, 25.10.2019 @ UBIMET, ECMWF
Animation der 6-stündigen Böen von Dienstag, 22.10.2019 bis Freitag, 25.10.2019 @ UBIMET, ECMWF

 

Medicane ZORBAS traf 2018 Griechenland

Erst Ende September letzten Jahres wurde vor allem Griechenland von einem Medicane getroffen. Wir haben hier darüber berichtet.

 

Titelbild: Möglicher Medicane Mitte nächster Woche @ UBIMET, ECMWF

Stürmischer Föhn bringt am Dienstag bis zu 26 Grad

Föhnwolken am Himmel über Österreich.

Den „Verursacher“ der spätsommerlichen Wärme auch am morgigen Dienstag ist leicht auf der folgenden Bodenwetterkarte auszumachen. Über der Nordsee dreht sich zu Mittag das Tief SÉBASTIEN, Österreich liegt an dessen Vorderseite in einer föhnigen Südwestströmung. Auch SÉBASTIENs Kaltfront kann man schon erkennen, sie beschäftigt uns dann ab Dienstagnachmittag und -abend.

Tief Sébastien am Dienstag.
Tief Sébastien am Dienstag.

Wie stark der Südföhn wird, können wir Meteorologen anhand der Druckdifferenz zwischen Nordalpen (z.B. Garmisch-Partenkirchen) und Südalpen (z.B. Bozen) abschätzen. Wir sehen auf folgender Grafik den Verlauf dieses Druckunterschiedes.

Am Dienstag (roter Kasten) erreicht die Differenz ihr Minimum, in Bozen herrscht als also ein deutlich höherer Luftdruck als in Garmisch. Als Ausgleichbewegung hierzu weht in den Nordalpen kräftiger bis stürmischer Föhn.

Südlich der Alpen höherer Druck als nördlich bedeutet Südföhn.
Südlich der Alpen höherer Druck als nördlich bedeutet Südföhn.

Den kräftigsten Föhn mit Böen von rund 70 bis 80 km/h, vereinzelt auch an die 90 km/h erwarten wir morgen vom Brandnertal über den Tiroler Alpenhauptkamm und Innsbruck bis zu den Salzburger Tauerntälern. Doch auch sonst sind in den Nordalpen von Vorarlberg bis nach Niederösterreich sowie in der Buckligen Welt Böen von 60-70 km/h durchaus möglich. Entsprechende Warnungen wurden bereits ausgegeben, diese findet ihr auf der Hauptseite www.uwz.at

Stürmischer Südföhn am Dienstag.
Stürmischer Südföhn am Dienstag.

Der Föhn sorgt aber nicht nur für windige, sondern auch für sehr warme Bedingungen. So klettern die Temperaturen insbesondere in den folgenden Regionen auf 23-26 Grad:

  • Unterinntal
  • Pinzgau, Pongau, Tennengau, Flachgau
  • Salzkammergut
  • Gesäuse
  • Mostviertel
  • Eisenwurzen
Spätsommerlich warm an der Alpennordseite.
Spätsommerlich warm an der Alpennordseite.

Im Laufe des Nachmittags und Abends geht der Föhn dann mit kräftig bis stürmisch auffrischendem Westwind und Regenschauern von Westen her zu Ende.

Quelle Titelbild: pixabay

Taifun Hagibis hinterlässt schwere Überschwemmungen in Japan

Taifun HAGIBIS hinterlässt schwere Überschwemmungen in Japan

Am Samstag ist der ehemalige Supertaifun Hagibis mit Orkanböen und heftigen Regenfällen auf Japan getroffen. Örtlich wie in Hakone kam es dabei zu Regenmengen von über 900 Liter pro Quadratmeter innerhalb von nur 24 Stunden,  was etwa dem mittleren Jahresniederschlag Innsbrucks entspricht! Durch die extremen Regenmengen sind einige Flüsse über die Ufer getreten und es kam zu Überschwemmungen und Erdrutschen. In Summe kamen dabei mindesten 19 Menschen ums Leben, zudem werden einige noch vermisst.

Niederschlagssummen im Großraum von Tokio
Niederschlagssummen im Großraum von Yokohama und Tokio. © JMA / UBIMET

Vor allem im Bereich der Bucht von Tokio kam es verbreitet zu Orkanböen. Anbei die höchsten Windspitzen:

  • 161 km/h Koudzushima
  • 158 km/h Yokohama
  • 158 km/h Edogawarinkai
  • 154 km/h Tokio Haneda
  • 152 km/h Miyakejima
  • 149 km/h Toukyouo
  • 145 km/h Chiba

In mehr als 100.000 Haushalte gab am frühen Sonntag keinen Strom. Mittlerweile sind etwa 27.000 Soldaten im Einsatz, um die Rettungs- und Aufräumarbeiten zu unterstützen.

Titelbild © anonymousAsia

Kaltluftausbruch in den USA

Season change

In den letzten Tagen hat ein massiver Wintereinbruch weite Teile der USA getroffen. Während im Texas am Mittwoch noch rekordverdächtig hohe Temperaturwerte verzeichnet wurden, erreichte die Temperatur am Donnerstag in weiten Teilen der Rocky Mountains Staaten das andere Extremum.

Kaltluftvorstoß bis weit in den Süden der USA

Bereits am Donnerstag hat ein Vorstoß kalter Luft polaren Ursprungs die US-Bundesstaaten Montana und North Dakota erreicht. Kaltluftvorstöße in den Übergangsjahreszeiten sind in den USA keine Seltenheit, jedoch erreichen sie selten diese Ausmaße.

Kaltluftvorstoß Quelle: GFS/NOAA, UBIMET

Während die Mais- und Sojaernte praktisch noch ausständig ist, wurden die Menschen dort mit tiefwinterlichen Bedingungen konfrontiert. Der erste Schnee dieser Saison wird wohl vielen in Erinnerung bleiben, denn Blizzards mit Sturmböen und vielerorts mehr als ein halber Meter Schnee gibt es nicht alle Tage.

Eine Kaltfront enormer Ausmaße zog praktisch über den halben Kontinent hinweg, von den Rocky Mountains und den Südwesten bis weit in den Mittleren Westen der USA. So stürzte z. B. mir der Kaltfront die Temperatur in Denver binnen 24 Stunden um 30 Grad, von spätsommerlichen 24 auf tiefwinterliche -7 Grad Celsius, Verkehrschaos inklusive! Das war für Denver der bisher größte Temperatursturz im Oktober je beobachtet.

Besonders hart hat es die Bundesstaaten im Norden getroffen, vor allem North Dakota.

Die Kombination aus stürmischem Wind, nassem Schnee und meist noch belaubten Bäumen führt zu vielen abgebrochenen Ästen und in weiterer Folge, da die meisten Stromleitungen in den USA oberirdisch verlaufen, zu Stromausfällen.

Supertaifun HAGIBIS bedroht Japan

Taifun HAGIBIS hat sich in den vergangenen Tagen in unglaublicher Schnelligkeit über dem Pazifik von einem tropischen Tief in einen Taifun der höchsten Kategorie 5 entwickelt.

Solch starke Stürme die Windböen über 250 km/h produzieren werden allgemein als Supertaifune bezeichnet.

Zugbahn Richtung Japan

Derzeit befindet sich der Sturm noch mitten auf dem Pazifik, steuert nun aber nach Nordnordwest und erreicht am Samstag die japanische Hauptinsel Honshu. Nach derzeitigen Berechnungen trifft er leicht abgeschwächt als Wirbelsturm der dritten Kategorie knapp westlich der Hauptstadt Tokio auf Land.

Zugbahn von Taifun Hagibis

Dabei sind an der Küste immer noch Windgeschwindigkeiten von 180 km/h zu erwarten, meterhohe Wellen und dazu hat HAGIBIS reichlich Regen im Gepäck. Verbreitet fallen in 24 Stunden 200 bis 300 l/m², in den gebirgigen Regionen der Insel sind stellenweise auch bis zu 500 l/m² zu erwarten. Überschwemmungen und Sturmschäden werden das öffentlich Leben am Wochenende massiv beeinträchtigen!

F1-Programm in Suzuka beeinträchtigt

An diesem Wochenende findet das F1-Rennen in Suzuka statt und Taifun HAGIBIS dürfte das Rennprogramm gehörig durcheinander wirbeln. Während die Trainings am Freitag wohl noch wie geplant stattfinden können, fällt das Programm am Samstag dem Taifun zum Opfer.

24 h Niederschlagsumme bis Samstagabend MESZ

Der Taifun dürfte am Samstag knapp östlich von Suzuka auf Land treffen und massiven Regen an der Rennstrecke bringen. Bis Sonntag ist der Taifun aber schon nach Nordosten abgezogen und somit wird wohl, wie vor 5 Jahren bei Taifun PHANFONE, Qualifying und Rennen am Sonntag stattfinden.

Auch die Rugby-WM in Japan dürfte durch den Taifun Spiele verschoben werden. So trifft am Samstag in Yokohama England auf Frankreich und zum Spielbeginn dürfte der Wirbelsturm direkt darüber liegen. Eine Verschiebung des Spiels ist somit sehr wahrscheinlich.

Titelbild: https://himawari8.nict.go.jp/

 

Kleiner Gruß vom Winter

Aus Norden eingeflossene Kaltluft in Verbindung mit einem Tief über Italien haben am Montag in der Früh die Schneefallgrenze am Alpenostrand und im Waldviertel auf knapp unter 1000 m gedrückt. So waren etwa die Wiesen am Jauerling, auf der Hohen Wand oder am Semmering angezuckert.

Bärnkopf im Waldviertel auf 970 m
Skilift Jauerling auf 960 m
Hohe Wand -zur Kleine Kanzel auf 1090 m

Im Waldviertel ist es bereits trocken und auch im Semmeringgebiet klingt der Niederschlag im Laufe des Vormittags ab. Deutlich mehr Neuschnee gab es im Westen des Landes, hier lag die Schneefallgrenze aber deutlich höher bei rund 2000 m.

Neuschneemengen seit Mitternacht

Dem Osten steht eine kalte Nacht bevor

In den Nordosten von Österreich fließt am Montag trockene und für die Jahreszeit recht kalte Luft ein. Dadurch lösen sich die Wolken auf und in der kommenden Nacht bleibt es vom Waldviertel über Wien bis ins Burgenland und die Oststeiermark weitgehend klar und auch windstill. Ideale Voraussetzungen für eine kalten Morgen.

Lufttemperatur am Dienstagmorgen @ UBIMET

Somit muss man sich in diesen Regionen verbreitet auf Bodenfrost einstellen, aber auch Luftfrost ist z.B. im Kamptal, im nördlichem Weinviertel, im Steinfeld und generell in Senke zu erwarten. Auch am Wiener Stadtrand etwa in Unterlaa oder Mariabrunn werden die Temperaturen um den Gefrierpunkt liegen. Deutlich milder verläuft der Morgen im Westen und Süden, hier ist die Luftmasse milder und auch Wolken schützen vor starkem Auskühlen.

Restliche Woche deutlich milder

Dienstagmorgen ist dann aber der Tiefpunkt für diese Woche erreicht. Bereits tagsüber setzt sich mit einer Warmfront deutlich milderes Wetter durch, das uns die ganze Woche über bleibt. Dabei bleibt es bis Freitag noch unbeständig anschließend scheint dich der Goldene Oktober mit Höchstwerte zwischen 20 und 25 Grad einzustellen.

Kräftige Gewitter in Griechenland

Bereits am Dienstag hatte sich ein Tief über Frankreich abgelöst und eine turbulente Wetterphase im Mittelmeerraum eingeleitet. Am Donnerstag erreichten die Gewitter auch Griechenland, die Hauptstadt Athen wurde von einem wahren Monster getroffen. Nachfolgende Bilder erinnern an den Film Independence Day:

Am Freitag kam das Tief schließlich weiter nach Osten voran, so wurden auch viele der Urlaubsinseln in der Ägäis getroffen. Nur die südlichen Inseln wie Santorini oder Kreta wurden verschont. Gerade auf Kreta wurde es dafür außergewöhnlich heiß, zumindest auf der Nordseite. Föhniger Südwind brachte das Thermometer nahe Chania bis auf 37,6 Grad.

Dieser Strand auf der Insel Kefalonia wurde durch Tonnen von Schlamm leider ziemlich in Mitleidenschaft gezogen:

Grundsätzlich ist der Herbst die Jahreszeit, zu welcher es im Mittelmeerraum am häufigsten zu Gewittern kommt. Hierzu wurde vor kurzem bereits ein ausführlicher Artikel geschrieben. Als Auszug daraus folgende Karte, welche den Monat mit dem höchsten Tornadopotential zeigt:

Im Mittelmeer gibt es im Herbst die meisten Tagen mit Tornados
Der Monat mit den meisten Tagen mit Tornados

 

Titelbild: Blitzverteilung am Donnerstag, den 04. Oktober 2019 @ nowcast, UBIMET

Nasser und windiger Samstag durch Ex-Hurrikan LORENZO

Regnerischer Herbsttag

Der ehemalige Hurrikan LORENZO zog in den vergangenen Tagen von den Azoren nach Irland und erreicht Freitagnacht den Norden von Deutschland.

Zugbahn von Lorenzo

Dabei hat sich Lorenzo in ein gewöhnliches, außertropisches Tief umgewandelt und besitzt Kalt- und Warmfront. Die Warmfront sorgt bereits in Vorarlberg für leichten Regen, am Samstag erreicht die Kaltfront die Nordalpen. Vom Bregenzerwald bis zur Eisenwurzen regnet es den ganzen Tag hindurch anhaltend und so kommen doch größere Regenmengen von bis zu 50 l/m² zusammen.

24-stündige Regenmengen bis Samstagabend

Windiger Samstag

Da LORENZO nur knapp nördlich an Österreich über Tschechien nach Osten zieht, nimmt auch der Wind am Samstag merklich zu. Vor allem im Donauraum, in der Obersteiermark, im Wiener Becken sowie in den Nordföhntälern frischt am Nachmittag und Abend lebhafter bis kräftiger West- bis Nordwestwind auf. Stellenweise kann es auch zu stürmischen Böen kommen. In der Nacht auf Sonntag fließt dann hinter dem Tief von Norden her kalte Luft in den Ostalpenraum, sodass im Mariazellerland die Schneefallgrenze gegen 1000 m sinkt. Allerdings gibt es dann nur mehr wenige Schauer.

Nächstes Tief folgt zugleich

Am Sonntag stellt sich nur eine kurze Zwischenbesserung ein. Vor allem am Vormittag scheint zeitweise die Sonne, allerdings kommen dann aus Westen neuerlich Wolken eines Tiefs über dem Ärmelkanal auf. Gegen Abend setzt dann von Vorarlberg bis ins Innviertel neuerlich Regen ein. In der Folgenacht regnet es dann im Bergland verbreitet, dabei sinkt die Schneefallgrenze von Ost nach West auf 1.000 bis 1.800 m.

Titelbild: Adobe Stock

Ex-Hurrikan Lorenzo erreicht am Wochenende Mitteleuropa

Ex-Hurrikan Lorenzo erreicht Mitteleuropa

Hurrikan Lorenzo ist am Mittwochmorgen mit Orkanböen über die westlichen Azoren gezogen, so wurden in Horta 144 km/h und in Flores 137 km/h gemessen. Dabei kam es auch zu einer Sturmflut, wie man auf ersten Videos eindrucksvoll sehen kann.


Umwandlung

Hurrikan Lorenzo sorgt seit mehreren Tagen für Schlagzeilen, so war er der stärkste Hurrikan, der je so weit im Nordosten des Atlantiks beobachtet wurde. Mittlerweile schwächt er sich auf den immer kühleren Gewässern des Nordatlantiks ab und gerät in den Einflussbereich des Jetstreams. Dadurch wandelt sich das einst tropische Tief allmählich in ein Sturmtief der mittleren Breiten um, welches im Gegensatz zu einem Wirbelsturm eine unsymmetrische Struktur mit einer Kalt- und Warmfront aufweist.

Ex-Hurrikan zieht nach Mitteleuropa

Lange war die Zugbahn von Lorenzo ungewiss, so waren sich die Modelle nicht einig, ob der ehemalige Wirbelsturm in Richtung Island oder in Richtung Britische Inseln ziehen würden. Mittlerweile steht aber fest, dass Lorenzo Donnerstagnacht als Sturmtief auf Irland treffen wird. Besonders an der Westküste der Grünen Insel muss man dabei mit Orkanböen um 120 km/h rechnen. In weiterer Folge zieht Lorenzo unter deutlicher Abschwächung als gewöhnliches Tiefdruckgebiet weiter nach Mitteleuropa, der Wind spielt dabei keine Rolle mehr. Für den Normalbürger präsentiert sich der ehemalige Hurrikan der höchsten Kategorie nur noch als ganz gewöhnliches Tiefdruckgebiet.

Die Prognose der Zugbahn von Ex-Hurrikan Lorenzo. © UBIMET
Die Prognose der Zugbahn von Ex-Hurrikan Lorenzo. © UBIMET

Unbeständiges und kühles Wochenende

Nach einem sonnigen Beginn sorgt Lorenzo am Freitag von Westen her für Wolken und in der zweiten Tageshälfte setzt von Vorarlberg bis Oberösterreich allmählich Regen ein. Nach einem frischen, örtlich sogar leicht frostigen Morgen steigen die Temperaturen auf 12 bis 18 Grad. Der Samstag verläuft dann trüb und häufig nass, vor allem in den Nordalpen regnet es zeitweise auch kräftig. Nennenswerte Auflockerungen gibt es nur im äußerten Süden und die Temperaturen kommen von Nord nach Süd nicht über 10 bis 18 Grad hinaus. Am Sonntag gibt es vorübergehend eine Wetterbesserung: Der Regen entlang der Nordalpen klingt rasch ab und besonders im Süden und Osten kommt zeitweise die Sonne zum Vorschein. Am Abend setzt im Westen aber erneut Regen ein und die Temperaturen bleiben bis auf Weiteres gedämpft.

4 mal so groß wie Wien: Eisberg in Antarktis bricht ab

Symbolbild eines Eisbergs

Der Abbruch des Eisbergs, der auf den Namen D-28 getauft wurde, fand bereits am 26. September statt. Mit einer Größe von rund 1600 km² ist der Eisberg in etwa vier mal so groß wie die Bundeshauptstadt, 50×30 km misst der Koloss. Bereits vor rund 20 Jahren entdeckten Wissenschaftler einen Riss im Amery Eisschelf (das drittgrößte Eisschelf der Antarktis) und prognostizierten den Abbruch eines großen Eisbergs zwischen 2010 und 2015. Nun mit leichter Verspätung ist es soweit.

Passiert ist das Ganze in diesem Teil der Antarktis, hier die Karte:

In der Antarktis bricht ein riesiger Eisberg ab.
In der Antarktis bricht ein riesiger Eisberg ab.

Auf folgender Animation sieht man gut den Abbruch vor wenigen Tagen:

Wie geht es nun weiter?

Es dauert Jahre, bis ein Eisberg dieser Größe abschmilzt. In näherer Zukunft dürfte der Eisberg D-28 aufgrund vorherrschender Meeresströmungen erst einmal nahe des antarktischen Kontinent treiben. Zum Meeresspiegelanstieg trägt das Abschmelzen übrigens nicht bei, da der Eisberg bereits im Wasser schwimmt (ähnlich wie ein Eiswürfel im Cocktail).

Im Vergleich zu anderen bereits beobachteten Eisbergen in der Antarktis ist D-28 aber verhältnismäßig klein. Der bislang größte dokumentierte Eisberg namens B-15 hatte im Jahr 2000 eine Größe von rund 11.000 km², was in etwa der Größe Oberösterreichs entspricht. Reste dieses riesigen Eisbergs treiben knapp 20 Jahre später noch immer im Südatlantik herum.

Klimawandel?

Mit dem Klimawandel hat das sog. Kalben dieser riesigen Eisberge übrigens kaum etwas zu tun. Dieser natürliche Vorgang ist nötig, damit die Eisplatten das Gleichgewicht auf dem Wasser halten können. Satellitendaten zeigen, dass das Amery-Eisschelf trotz alljährlicher großer Oberflächenschmelze im Sommer im Gleichgewicht mit seiner Umwelt steht.

Quelle Titelbild: pixabay

Sturmtief MORTIMER

Inzwischen ist Sturmtief MORTIMER nach Osten abgezogen und die Wetterlage hat sich wieder entspannt. Im Folgenden geben wir einen Überblick, wie stark und wo genau das Sturmtief über das Land zog.

Orkanböen auf den Bergen

Bergstationen und auch andere exponierte Stationen meldeten bereits in den Morgenstunden des Montags schwere Sturmböen. Der Höhepunkt des Sturms wurde in den Mittagsstunden erreicht. Auf den Bergen hat sich MORTIMER bis zur Orkanstärke gesteigert. Aber auch im Flachland von Ober- und Niederösterreich wurden teils schwere Sturmböen gemessen:

MORTIMER fordert ein Todesopfer in Deutschland

Neben vielerorts einigen Sturmschäden durch umgeknickte Bäume und herabgefallene Äste hat Sturmtief MORTIMER in Deutschland auch ein Todesopfer gefordert. Ein 41-jähriger Autofahrer wurde in Sachsen-Anhalt von einem umstürzendem Baum erschlagen.

Spätsommerliche Temperaturen

Nicht nur hohe Windgeschwindigkeiten wurden heute gemessen, im Süden und Osten Österreichs wurden verbreitet auch spätsommerliche Temperaturen erreicht. Besonders in der Südoststeiermark und im südlichen Burgenland konnte bei Temperaturen über der 25 Grad – Marke ein weiterer Sommertag registriert werden. Güssing war heute mit 28,2 Grad der wärmste Ort in Österreich.

 

Die Aussichten

Nach Abzug von Sturmtief MORTIMER befinden wir uns am Dienstag kurzfristig unter Einfluss eines Zwischenhochs. Dieses beschert uns an der Alpennordseite weitgehend ruhiges und sonniges Wetter.

Der Mittwoch wird bedingt durch die Kaltfront von Tief NILS von Westen beginnend unbeständig und deutlich kühler.

Titelbild: pixabay.com

Nach der Wahl folgt der Sturm

Sturmgefahr

Am Wahlsonntag scheint an der Alpennordseite und im Osten bei nur harmlosen Wolken häufig die Sonne. Von Osttirol über Kärnten bis zum Wechsel halten sich anfangs hochnebelartige Wolken, im Tagesverlauf kommt aber zeitweise die Sonne zum Vorschein. Vor allem im Westen wird es spätsommerlich warm: Föhniger Südwind treibt die Temperaturen auf bis zu 26 Grad in Nordtirol.

Tief MORTIMER am Sonntag. © FU Berlin / DWD
Tief MORTIMER am Sonntagnachmittag. © FU Berlin / DWD

Stürmischer Wochenauftakt

Am Montag gerät Österreich unter den Einfluss von Tief MORTIMER mit Kern über der Ostsee. Bereits in den frühen Morgenstunden frischt entlang der Nordalpen zunehmend stürmischer Westwind auf. Am Vormittag und in den Mittagsstunden zeichnen sich von Oberösterreich bis ins östliche Flachland verbreitet Sturmböen zwischen 70 bis 90 km/h ab. Da die meisten Bäume noch belaubt sind und daher größeren Windwiderstand bieten, ist die Gefahr von Windbruch erhöht. Dazu ziehen an der Alpennordseite ein paar Regenschauer durch und die Temperaturen liegen um 20 Grad. Im Südosten scheint dagegen häufig die Sonne und mit bis zu 26 Grad wird es spätsommerlich warm.

Prognose der Windböen für Montag. © UBIMET
Prognose der Windböen für Montag von UCM. © UBIMET

Auf exponierten Berggipfeln wie etwa dem Feuerkogel oder dem Schneeberg sind auch Orkanböen um 120 km/h zu erwarten.

Spätsommerlicher Oktoberstart

Am Dienstag beruhigt sich das Wetter wieder und vor an der Alpennordseite und im Osten scheint verbreitet die Sonne. Mit maximal 19 bis 26 Grad liegen die Temperaturen weiterhin über dem langjährigen Mittel, am wärmsten wird es entlang der Nordalpen und im Wiener Becken. Das Auf und Ab der Temperaturen setzt sich jedoch fort, so kündigt sich am Mittwoch eine markante Kaltfront an.

Temperaturprognose für Dienstag
Prognose der Höchstwerte am Dienstag von ICON. © DWD / UBIMET

Wahlbeteiligung und Wetter

Eine Studie des Hamburger Instituts für Wetter- und Klimakommunikation besagt, dass das Wetter tatsächlich einen messbaren Einfluss auf die Wahlbeteiligung habe. So bleiben in Deutschland bei jedem zusätzlichen Grad circa 100.000 Wähler den Wahlurnen fern. Ökonomen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) haben im Jahr 2016 herausgefunden, dass Regen sich ebenfalls negativ auf die Wahlbeteiligung auswirkt. Genauer betrachtet soll Regen für konservative Parteien allerdings einen positiven Effekt haben, da sich ihre Wähler tendenziell vom Wetter weniger beeinflussen lassen. Aus Österreich liegen diesbezüglich zwar keine Zahlen vor, allerdings dürften sich die Wähler ähnlich verhalten.

Hurrikan Lorenzo nimmt Kurs auf Azoren

Hurrikan Lorenzo über dem Atlantik.

Gleich das Wichtigste vorneweg: Wir in Österreich werden von LORENZO wenig bis gar nichts mitbekommen. Aber der Reihe nach…

Aktuell dreht sich der Hurrikan noch auf dem offenen Atlantik, mehr als 2500 km von der zu Portugal gehörenden Inselgruppe der Azoren entfernt. Mit Böen um die 230 km/h hat er mittlerweile Kategorie 4 auf der fünfteiligen Skala erreicht, auf dem folgenden Satellitenfilm kann man sehr gut das typische Auge des Wirbelsturms erkennen.

In den kommenden Tagen zieht der Hurrikan nach Norden, später nach Nordosten. Es wird erwartet, dass er sich am Wochenende sogar kurzzeitig zu einem Hurrikan der höchsten Stufe 5 entwickeln kann. Kein Wunder, blickt man auf die aktuellen Temperaturen der Meeresoberfläche vor Ort (Es gilt: Je wärmer das Wasser, desto mehr kann sich ein Hurrikan intensivieren): Der blaue Punkt zeigt, wo sich der Hurrikan aktuell befindet. Dort hat das Wasser 26-28 Grad, kurz vor den Azoren noch immer 24-26 Grad. Erst nördlich der Inselgruppe kühlt das Wasser spürbar ab.

Warmer Atlantik fördert Intensivierung.
Warmer Atlantik fördert Intensivierung.

Auf dem folgenden Loop könnt ihr nachvollziehen, wie der Hurrikan in den kommenden Tagen laut dem Europäischen Wettermodell ziehen soll. In der linken Bildhälfte taucht er auf, zieht über die Azoren hinweg und steuert dann auf die Britischen Inseln zu:

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Bemerkenswert ist der Hurrikan LORENZO, da er einer der stärksten Hurrikane seit Messbeginn in diesem Teil des Atlantiks ist. Einzig Gabrielle 1989 war ähnlich stark. Östlich des 45. Längengrades gab es bislang überhaupt noch keinen vergleichbar starken Wirbelsturm! Auf der letzten Karte seht ihr die Positionen aller Hurrikane, die Böen von mehr als 230 km/h aufwiesen. Man erkennt: so weit östlich wie Lorenzo hat es solche starken Böen noch nie gegeben…

Wie es nach der Passage der Azoren am Mittwoch mit LORENZO weitergeht, ist noch sehr unsicher. Wahrscheinlich wandelt er sich aber in einen Tropischen Sturm und später in ein Extra-Tropisches Tief um und erreicht am Wochenende die Britischen Inseln…

Wir halten euch auf jeden Fall hier auf uwz.at auf dem Laufenden!

QuelleTitelbild: NOAA

Arktisches Meereis erreicht Minimum

Eisbär auf einer Eisscholle

Nachdem arktischen Sommer erreicht das arktische Meereis jedes Jahr, ähnlich wie die Gletscher in den Alpen, im September sein Minimum. Spätestens mit dem astronomischen Herbstbeginn wird das Minimum erreicht, anschließend baut sich das Meereis langsam wieder auf und erreicht zum Frühlingsbeginn sein Maximum.

Jährliche Meereisausdehnung in der Arktis
Jährliche Meereisausdehnung in der Arktis

Nur 2012 noch geringere Ausdehnung

Heuer erreichte das arktische Meereis am 18. September seine geringste Ausdehnung, die bei 4,15 km² lag. Geringer war die Ausdehnung nur im Jahr 2012, damals sorgte ein starker Sturm im August für die Zerstörung größerer Eisflächen.

Aktuelle Meereisausdehnung im Vergleich zum Durchschnitt (gelbe Linie) ©earthobservatory.nasa.gov
Aktuelle Meereisausdehnung im Vergleich zum Durchschnitt (gelbe Linie) ©earthobservatory.nasa.gov

Dafür haben die extrem warmen Sommermonate in Alaska dafür gesorgt, dass das Meereis hier an der Küste das erste Mal in den vergangenen 150 Jahren komplett abschmolz.

Meereis dünnt aus

Allerdings wird nicht nur die Fläche nahezu jedes Jahr geringer, sondern vor allem auch die Dicke des Meereises. So findet man immer weniger Fläche mit dickem mehrjährigen Meereis. Schön im nachfolgenden Video zu sehen, bemerkenswert vor allem die starke Abnahme seit dem Jahr 2000:

Hier eine etwas andere Darstellung und zwar wird das Meereis auf Europa gelegt. Dabei zus ehen die massiven Flächenverluste in den vergangen 4 Jahrzehnten, im Durchschnitt 87.000 km² pro Jahr. 

Titelbild: Adobe Stock

Umstellung der Großwetterlagen

Alpen im Herbst

Mit dem Herbstbeginn reagiert nicht nur die Natur auf die veränderten Strahlungsbedingungen, auch in der Atmosphäre stellt sich so einiges um. Während im Frühjahr und Sommer mit zunehmendem Sonnenstand das Wetter durch zahlreiche Gewitter (im Fachjargon Konvektion genannt) geprägt ist, sind es in den kühleren Jahreszeiten Herbst und Winter andere Prozesse, die die Großwetterlagen prägen.

Großwetterlagen

Das tägliche Wettergeschehen im Laufe eines Jahres folgt bestimmten Mustern. Das sind typische Wettersituationen, die durch Luftdruckverteilung gekennzeichnet sind, sogenannte Großwetterlagen.

In der warmen Jahreszeit heizt die Sonne den Erdboden stark auf und fördert den vertikalen Luftmassentransport (Konvektion), bei geeigneten Bedingungen entstehen zum Teil heftige Gewitter. Solche konvektive Wetterlagen sind z.B. typische Gewitterlagen, aber auch Schönwetterlagen mit strahlendem Sonnenschein.

Mit abnehmendem Sonnenstand in den kühleren Jahreszeiten steht für die Konvektion weniger Energie zur Verfügung, der Luftmassenaustausch wird dann überwiegend durch den horizontalen Transport (Advektion), d.h. durch Winde dominiert. Bei manchen dieser advektiven Wetterlagen ziehen innerhalb von wenigen Tagen mehrereTiefdrucksysteme mit ihren Fronten über Mitteleuropa hinweg, oft begleitet von stürmischen Winden und teils intensivem Niederschlag. Wir befinden uns aktuell in so einer sogenannten Westwetterlage. Solche Wetterlagen sorgen im Spätherbst für eher milde Temperaturen und viel Niederschlag.

Frontenkarte vom Montag, 23.09.2019 (Bodenluftdruck und Fronten). Quelle:DWD
Frontenkarte vom Montag, 23.09.2019 (Bodenluftdruck und Fronten). Quelle:DWD

Typisch für den Herbst sind auch Stauwetterlagen mit Föhn in den Alpen (siehe hier: https://uwz.at/de/a/herbst-ist-foehnzeit)

Titelbild Quelle: www.pixabay.com

Herbst ist Föhnzeit

Typische Föhnstimmung im Herbst.

Gebirgskette und Druckdifferenz sind Voraussetzung

Im Allgemeinen ist Föhn ein Fallwind. Wenn sich Gebirgsketten der Luftströmung  in den Weg stellen, wird die Luft zunächst auf der windzugewandten Seite (Luv) zum Aufsteigen gezwungen, um dann auf der windabgewandten Seite des Gebirges (Lee) wieder talwärts zu strömen, was sich als Fallwind bemerkbar macht. In Europa sind es die über weite Strecken West-Ost verlaufenden Alpen, die namensgebend für dieses Phänomen sind, das sich somit je nach Anströmung als Süd- oder Nordföhn äußert.

Erscheinungsbilder

Die bekannteste Form des Föhns ist wohl der Südföhn, wenn Luft von Italien über die Alpen strömt. Typisch dafür ist die Annäherung eines kräftigen Tiefs über Westeuropa. An dessen Vorderseite baut sich über dem Alpenraum eine straffe Südströmung auf. Der Luftdruckunterschied zwischen Alpensüd- und Alpennordseite setzt die Föhnströmung in Gang.

Auch am morgigen Sonntag wird der erstmals nach dem Sommer in den Nordalpen zum Thema, gut zu sehen an der Wetterlage für morgen: die roten Pfeile stellen den Südföhn dar, die weißen Linien sind Linien gleichen Luftdrucks (Isobaren). Über den Alpen sind die Isobaren dicht gedrängt -> Föhn schafft hier den Ausgleich zwischen hohem Luftdruck über Italien und tiefem Luftdruck über Bayern.

Der Föhn kommt am Sonntag in Gang.
Der Föhn kommt am Sonntag in Gang.

Speziell im Winter steigt die Wahrscheinlichkeit für Kaltluftseen in den tieferen Tallagen. Dann kommt es bei schwach ausgeprägten Luftdruckunterschieden vor, dass sich der Föhn nicht mehr gegen die kalte Talluft durchsetzen kann und sich auf die Hochtäler am Hauptkamm beschränkt.

Gut zu sehen ist dieses winterliche Minimum auch im folgenden Bild, es zeigt die Häufigkeit für Südföhn in Innsbruck im Laufe eines Jahres: Die „föhnigste“ Jahreszeit ist demnach der Frühling, ein zweites Maximum gibt es im Oktober.

Der typische Jahresgang des Südföhns in Innsbruck.
Der typische Jahresgang des Südföhns in Innsbruck.

Quelle Titelbild: pixabay

Herbst: Unwettersaison am Mittelmeer

Blitz am Meer

Die Gewittersaison in Mitteleuropa geht durchschnittlich von Mai bis August. In dieser Jahreszeit liefert die Sonne die nötige Energiemenge, um den Boden und somit auch die untersten Luftschichten derart zu erwärmen, dass die Luftschichtung labil wird. Im Spätsommer und Herbst verlagert sich der Schwerpunkt der Gewittertätigkeit immer weiter südwärts.

Zunehmender Tiefdruckeinfluss

Im Sommer liegt Südeuropa häufig unter dem Einfluss der subtropischen Hochdruckgebiete, welche sich von den Azoren und Nordafrika nordwärts ausbreiten. Dies sorgt für trockenes und heißes Sommerwetter. Im Herbst verlagert sich der Jetstream im Mittel langsam südwärts und die Ausläufer des subtropischen Hochdruckgürtels werden nach Nordafrika abgedrängt. Die Tiefdrucktätigkeit nimmt zu, so stellen Herbst und Winter im Mittelmeer auch die nasseste Zeit des Jahres dar.

In Barcelona ist der Oktober der nasseste Monat des Jahres.
In Barcelona ist der Oktober der nasseste Monat des Jahres.
Im Herbst fällt der meiste Niederschlag in Dubrovnik
In Dubrovnik fällt vor allem im November viel Regen.

Labile Schichtung der Luft

Der zunehmende Tiefdruckeinfluss im Herbst sorgt für die ersten markanten Kaltluftvorstoße bis in den Mittelmeerraum, was hier in Zusammenspiel mit den milden Wassertemperaturen zu einer labilen Schichtung der Luft führt. Im folgenden Bild sieht man die mittlere, potentiell verfügbare Energie für Konvektion bzw. vertikale Luftmassenbewegung (CAPE), welche ein wichtiges Maß für Gewitter darstellt: Während im Sommer das Mittelmeer eher stabilisierend wirkt und CAPE vor allem im Landesinneren wie etwa in Norditalien und Südosteuropa vorhanden ist, verlagert sich der Schwerpunkt im Herbst ins Mittelmeer und die angrenzenden Küstenregionen.

Im Herbst ist die Luftschichtung im Mittelmeer labil.
Mittlere, potentiell verfügbare Energie für Konvektion im Juni und September. © Tilev-Tanriöver

Unwettersaison

Der Spätsommer und Frühherbst stellen vor allem im nördlichen Mittelmeer die gewitteranfälligste Zeit des Jahres dar. Das zentrale Mittelmeer ist besonders im Laufe des Herbsts von Unwettern betroffen, während es im äußersten Süden und Osten meist erst im Winter der Fall ist. Dies spiegelt sich auch in den Ergebnissen einer Studie des ESWD wider, welche die Monate mit den meisten Tagen mit Tornados zeigt: In Mitteleuropa ist dies im Hochsommer der Fall, in Südeuropa dagegen im Herbst.

Im Mittelmeer gibt es im Herbst die meisten Tagen mit Tornados
Der Monat des Jahres mit den im Mittel meisten Tagen mit Tornados. © ESWD

Warmes Mittelmeer

Die Wassertemperaturen im Mittelmeer nehmen im Zuge der globalen Erwärmung langsam zu, so gab es auch im 2019 von Mitte Juni bis jetzt überdurchschnittliche Wassertemperaturen.

Mittlere Wassertemperatur im Vergleich zum Mittel. © CEAM
Mittlere Wassertemperatur im Vergleich zum Mittel. © CEAM

Auch im langjährigen Trend seit 1982 kann man eine Zunahme der mittleren Wassertemperaturen beobachten, was für die angrenzenden Länder eine steigende Gefahr darstellt. Die Unwettersaison wird nämlich tendenziell länger und intensiver, denn je wärmer das Wasser im Herbst ist, desto mehr Energie steht für Unwetter zur Verfügung. Besonders bei auflandigem Wind unter Tiefdruckeinfluss besteht dann die Gefahr von Sturzfluten und Hochwasser.

Klimastreifen für das Mittelmeer. © CEAM
Entwicklung der Wassertemperatur im Vergleich zum Mittel 1982-2011. © CEAM

Italien sehr exponiert

Italien ist für Starkregen besonders anfällig, da es einerseits nahe einer der wichtigsten Geburtsstätten für Tiefdruckgebiete im Golf von Genua liegt, andererseits weil es hier aufgrund der geographischen Form immer exponierte Gebiete mit auflandigem Wind gibt – unabhängig von der exakten Lage der Tiefs. Weiters sorgen die Alpen und die Apenninen stets für Staueffekte beim Niederschlag.

Unwetter in Spanien

In der vergangenen Woche hat ein Höhentief über dem südwestlichen Mittelmeerraum für schwere Unwetter gesorgt. Besonders betroffen waren die Provinzen Murcia und Valencia im Südosten Spaniens, siehe auch hier: Jahrhundertflut in Südostspanien. Auch im Jahr 2018 gab schwere Unwetter auf Mallorca und in Italien.

Titelbild © Adobe Stock

Achterbahnfahrt der Temperaturen

Achterbahnfahrt der Temperaturen

Hoch GAIA sorgt zu Wochenbeginn nochmals für warmes und sonniges Spätsommerwetter, doch mit Ankunft einer Kaltfront am Dienstag beginnt es abzukühlen. Die Temperaturen gehen bis zur Wochenmitte um rund 10 Grad zurück und die Nullgradgrenze sinkt auf 2000 m. Allerdings bleibt es unter Hochdruckeinfluss meist trocken.

Fast 30 Grad am Montag

Am Montag scheint abseits lokaler Nebelfelder von der Früh weg häufig die Sonne. Im Tagesverlauf machen sich von Norden her Wolken der herannahenden Kaltfront bemerkbar, Regenschauer treten aber nur vereinzelt im Bergland auf.

Prognostizierte Höchstwerte am Montag
Prognostizierte Höchstwerte am Montag © UBIMET

Mit bis zu 29 Grad wird es in Kärnten am wärmsten, gerade hier sind aber zum Abend hin auch einzelne Gewitter zu erwarten. Auch im übrigen Land wird es mit 23 bis 28 Grad sommerlich warm.

Kaltfront am Dienstag zieht nur langsam nach Süden

Am Dienstagvormittag sorgt die Kaltfront nördlich der Donau für trübes Wetter und leichten Regen, sonst scheint noch zeitweise die Sonne. Tagsüber gehen dann überall ein paar Regenschauer nieder, im Süden mischen sich auch Gewitter dazu. Die eigentliche Kaltfront erreicht aber erst am Abend mit etwas Regen die Alpennordseite.  Zudem frischt tagsüber nördlich der Alpen lebhafter West- bis Nordwestwind auf. Die Höchstwerte liegen zwischen 17 Grad in Waldviertel und nochmals 27 Grad im Süden.

Von Mittwoch bis Freitag kühl und meist trocken

Am Mittwoch hat die Kaltfront die Alpen bereits überquert und Österreich liegt zwischen einem Hoch über den Britischen Inseln und einem Tief über Osteuropa in einer kühlen Nordströmung.

Großwetterlage von Mittwoch bis Freitag
Großwetterlage von Mittwoch bis Freitag © UBIMET

Allerdings überwiegt grundsätzlich der Einfluss des Hochs, sodass oftmals die Sonne scheint und nur vereinzelt Regenschauer niedergehen. Die Temperaturen kommen meist aber nicht mehr über 15 bis 20 Grad hinaus, einzig in Tirol und Kärnten sind vereinzelt bis zu 22 Grad möglich. Die Nächte verlaufen ebenfalls sehr kühl, im Bergland stellt sich verbreitet Bodenfrost ein!

Am Wochenende geht es wieder bergauf

Am kommenden Wochenende verlagert sich der Schwerpunkt des Hochdruckgebietes allmählich nach Mittel- und Osteuropa. Somit reißt die kühle Nordströmung ab und aus Südwesten kommen wieder warme Luftmassen nach Österreich. Dabei überwiegt nach wie vor der Sonnenschein und besonders im Westen und Südwesten wird es wieder spätsommerlich warm mit Temperaturen über der 25-Grad-Marke.

Titelbild: pixabay.com

Jahrhundertflut in Südostspanien

Das Tief sorgte bereits am Dienstag und Mittwoch für Überschwemmungen auf den Balearen. In weiterer Folge zog der Kern des Tiefs in Richtung Algerien und Marokko. Dabei steuerte es feuchtwarme Mittelmeerluft in den Südosten von Spanien. Von Granada über Murcia bis nach Valencia sorgten Starkregen und Gewitter für heftige Überflutungen.  Vor allem im gebirgigen Hinterland fielen teilweise knapp 300 l/m² in nur 24 Stunden:

In dieser wüstenähnlichen Gebieten in Südostspanien fällt oftmals im ganzen Jahr nicht so viel Regen. Daher kam es zu so weitreichenden Überflutungen, wie hier in Orehuela nahe Murcia:

Gewitter über Nacht

In der vergangenen Nacht sorgten Gewitter in den betroffen Regionen neuerlich für Überschwemmungen. So fielen teilweise in 2 Stunden 90 l/m² an Regen!

Blitzverteilung der vergangenen 24 h @ UBIMET

Neben Starkregen gab es lokal ein kräftigen Hagelschlag:

Wetterberuhigung in Sicht

Bis zum Sonntag verlagert sich das Tief unter Abschwächung in den Norden von Portugal. Damit reißt die Zufuhr feucht-labiler Luft ab und das Wetter beruhigt sich bereits in den kommenden Stunden im Südosten von Spanien. Somit sinken die Wasserstände wieder und es kann mit den Aufräumarbeiten begonnen werden. Allerdings sorgt das Tief am Sonntag und auch noch am Montag in Zentralspanien für teils heftige Gewitter. Somit ist auch hier zumindest lokal mit Hagel und Sturzfluten zu rechnen. Ab Dienstag stellt sich dann wieder in ganz Spanien freundliches Spätsommerwetter ein.

Titelbild: @ Rosa Cabrera Torres

Unwetter auf den Balearen

Überschwemmung

Im Herbst nimmt der Tiefdruckeinfluss im Mittelmeerraum im Mittel zu, was in Zusammenspiel mit den noch milden Wassertemperaturen besonders in den Küstenregionen zur regenreichsten Zeit des Jahres führt. Vor allem unter dem Einfluss von Höhentiefs kommt es häufig zu heftigen Gewittern: Die verstärkte vertikale Temperaturabnahme sorgt nämlich für eine labile Schichtung der Atmosphäre. Weitere Details zu dem Thema gibt es hier: Herbst im Mittelmeer: Unwettersaison durch Regen und Gewitter. Auch in den vergangenen Stunden war ein Höhentief für die großen Regenmengen verantwortlich.

Höhentief über Südwesteuropa
Das Höhentief über Südwesteuropa am Dienstagabend. © UBIMET / NCEP

Große Regenmengen

Die größten Regenmengen wurden am Dienstagnachmittag und -abend im Norden von Mallorca gemessen, kräftige Gewitter haben aber auch Menorca heimgesucht. Anbei die nassesten Orte in den vergangenen 24 Stunden (Stand: Mittwoch 6 Uhr):

  • 215 mm Son Torrella, Escorca (Mallorca)
  • 184 mm Lluc, Escorca (Mallorca)
  • 83 mm Sierra de Alfabia, Bunyola (Mallorca)
  • 69 mm Palma, Universitat (Mallorca)
  • 68 mm Aeropuerto de Menorca (Menorca)

Die großen Regenmengen haben für Sturzfluten und Überflutungen gesorgt, besonders betroffen waren die Orte Selva und Caimari. Der für den Mittwoch vorgesehene Schulbeginn wurde  in mehreren Gemeinden auf Donnerstag verschoben. Zumindest ist bislang nur Sachschaden bekannt, weil erst vor einem Jahr hatten schwere Unwetter im Südosten von Mallorca mehrere Todesopfer gefordert (Bericht dazu hier).

Derzeit zieht das Höhentiefs südwärts und auf den Balearen kommt das Wetter zur Ruhe. Dafür muss man nun im Südosten Spaniens mit erhöhter Unwettergefahr rechnen, besonders im Bereich der Provinz Murcia zeichnen sich ergiebige Regenmengen mit der Gefahr von Sturzfluten und Überschwemmungen ab.


Titelbild © Adobe Stock

Ex-Hurrikan Dorian nimmt Kurs auf Europa

Das Seegebiet zwischen der Karibik und Afrika ist eine der wichtigsten Brutstätten für tropische Stürme. Die Wassertemperatur beträgt dort im Sommer rund 27 Grad – damit ist eine wichtige Komponente für die Entstehung von tropischen Stürmen gegeben. Mit den östlichen Winden werden die Stürme nach Westen verlagert und entwickeln sich unter Umständen zu Hurrikanen. So auch der Hurrikan Dorian, der vergangene Woche die Inselgruppe der Bahamas und die Ostküste der USA getroffen hat (siehe auch diesen Blog-Eintrag). Nun ist der Ex-Hurrikan in weit abgeschwächter Form über Neufundland gezogen und nimmt weiter Kurs auf Nordeuropa. Die zu erwartenden Windgeschwindigkeiten sind weitaus geringer als über dem Westatlantik. Beachtlich ist dennoch die Lebensdauer und zurückgelegte Wegstrecke des Druckgebildes. Anfangs hatte der Zyklon seine Energie aus dem warmen Wasser der Außertropen bezogen, jetzt, in den mittleren Breiten, zapft er wieder kalte Luft aus dem Norden an. Damit geht auch eine neuerliche Frontenbildung einher. Ex-Dorian zieht allerdings Richtung Spitzbergen, somit wird Mitteleuropa nur am Rande von dessen Frontensystemen am Mittwoch gestreift.

Die Überbleibsel von Hurrikan Dorian ziehen nach Osten. Quelle: National Hurricane Center / NOAA

Ein weiterer Player auf dem derzeitigen Wetterspielfeld Atlantik ist der tropische Zyklon GABRIELLE. Nach derzeitigem Stand erreicht dieser am Donnerstag die Britischen Inseln, verliert aber auf seinem nordöstlichen Kurs an Kraft. Stürmischer Wind (Böen bis 100 km/h) und kräftiger Regen stehen dennoch vor allem für die Küstenregionen am Programm.

Der Tropische Zyklon GABRIELLE nimmt Kurs auf die Britischen Inseln. Quelle: National Hurricane Center / NOAA

 

Bodendruckverteilung am Donnerstag 11.9.2019, 00 Uhr UTC. Datenquelle: ECMWF

Hurrikane in Europa

Dass ein Hurrikan das europäische Festland trifft ist äußerst selten. Zuletzt erreichte der Hurrikan LESLIE im Oktober 2018 mit Windspitzen bis 160 km/h die Iberische Halbinsel (siehe Blogeintrag: Hurrikan Leslie).

Europa unter Hochdruckeinfluss

In West- und Mitteleuropa setzt sich im Laufe der Woche immer mehr ein Azorenhoch durch. Damit werden Tiefs vom Atlantik – so auch  der Zyklon Gabrielle – nach Nordosten abgedrängt. Für den Alpenraum zeichnen sich ein paar spätsommerliche Tage ab, die Temperaturen steigen wieder deutlich an, am Freitag sind bis zu 27 Grad möglich.

Tief HANS bringt Regen, Gewitter und Schnee

Schneefall

Am Sonntag liegt Mitteleuropa unter dem Einfluss eines umfangreichen Höhentiefs, welches am Boden von Italientief HANS flankiert wird. In der Nacht zum Montag verlagert sich das Tief über die Alpen hinweg und liegt am Montag dann über Tschechien und Westpolen.

Das Höhentief führt sehr feuchte Luftmassen über Österreich hinweg
Das Höhentief führt sehr feuchte Luftmassen über Österreich hinweg. © UBIMET / GFS

Schnee in den Alpen

Im Westen fällt am Sonntag von Beginn an häufig Regen, dabei sinkt die Schneefallgrenze am Arlberg und am Alpenhauptkamm gegen 1300 m ab. Aktuell schneit es etwa in Lech, Galtür, Nauders und Obergurgl. Am Nachmittag und Abend sinkt die Schneefallgrenze auch im Bereich der Tauern weiter ab, kurzzeitig zeichnet sich hier in den Abendstunden auch in den Hochtälern um 1100 m etwas Schneeregen oder Nassschnee ab.

Schnee im hinteren Ötztal. © Land Tirol
Schnee am Arlberg. © Land Tirol
Schnee am Arlberg. © Land Tirol

Regen und Gewitter

Im Tagesverlauf verlagert sich der Schwerpunkt des Regens in den Süden, besonders im Bereich der Karnischen Alpen und der Kreuzeckgruppe regnet es am Nachmittag und Abend auch ergiebig und gewittrig durchsetzt! Vorerst noch trocken bleibt es hingegen in der Osthälfte, vorübergehend kommt hier auch die Sonne zum Vorschein. In der Nacht auf Montag zieht das Tief dann über die Alpen hinweg und auch im Osten muss man zeitweise mit kräftigem und teils gewittrig durchsetztem Regen rechnen.

Schneeprognose bis Montagmorgen. © UBIMET
24h-Schneeprognose bis Montagmorgen. © UBIMET
Regenprognose bis Montagmorgen. © UBIMET
24h-Regenprognose bis Montagmorgen. © UBIMET

Wetterbesserung ab Montag

Der Montag startet verbreitet nass, im Norden und Osten mit kräftigen und vereinzelt sogar gewittrigen Schauern. Im Tagesverlauf lässt der Regen nach und die Wolken lockern auf, am freundlichsten wird es in Osttirol und Oberkärnten. Vom Salzburger Land bis ins Mühl- und Waldviertel zeigt sich die Sonne hingegen kaum. Im Südosten sind am Nachmittag nochmals einzelne Gewitter möglich. Vom Mostviertel bis zum Wienerwald frischt lebhafter bis kräftiger Westwind auf. Die Temperaturen kommen selbst im äußersten Süden kaum über die 20-Grad-Marke hinaus.


Am Wochenende Regen und im Gebirge Schnee

Schnee im Herbst auf den Bergen

Am Wochenende ereignet sich ein Trogvorstoß direkt über Mitteleuropa, kältere Luft wird von Norden her über die Alpen geführt und verursacht in Oberitalien eine Tiefdruckentwicklung. Somit stellt sich am Sonntag über Österreich eine Gegenstromlage ein: Während bodennah kältere Luft in die Täler der Alpennordseite sickert, steuert das Italientief feuchte Mittelmeerluft gegen die Alpen. Solch eine Wetterkonstellation führt in den Alpen zu reichlich Regen, dort wo sich Kaltluft und Starkregen überlagern, kann es vorübergehend frühwinterlich werden.

Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Sonntag
Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe am Sonntag. An der Alpennordseite strömt kühle Luft ein und wird von einer feuchten Südströmung überlagert. © UBIMET

Am Samstag oft nass

Am Samstag überwiegen von der Früh weg die Wolken und zeitweise fällt Regen. Tagsüber stellen sich im Südosten und Osten längere trockene und kurze sonnige Phasen ein, gerade hier nimmt aber am Nachmittag wieder die Schaueraktivität zu. Von Oberkärnten über die Packalpe bis zum Semmering sind am Nachmittag starke Regenschauer und auch einzelne Gewitter zu erwarten. Die Temperaturen bleiben mangels Sonnenschein gedämpft und liegen zwischen 12 und 20 Grad.

Nasser Sonntag im Südwesten, Schnee in den Tauern

Am Sonntag ziehen von Beginn an ein paar Schauer durch. Tagsüber bleibt es dann im Osten trocken, während sich im Südwesten der Regen verstärkt. Am Nachmittag und Abend stellt sich vom Tiroler Unterland bis zum Ausseerland und dem Klagenfurter Becken intensiver Dauerregen ein, im Süden sind dabei stellenweise auch Gewitter eingelagert. Die Höchstwerte liegen zwischen 8 und 21 Grad.

Aktuelle Niederschlagsprognose für Sonntag.

Wintereinbruch im Gebirge

Die Temperaturen gehen in den Alpen am Sonntag kontinuierlich zurück und die Schneefallgrenze sinkt von Westen her auf 2200 bis 1700 m ab. In den Hohen Tauern kann es am Abend dank der Niederschlagsabkühlung bei starker Niederschlagsintensität vorübergehend auch bis in die Hochtäler um 1000 m schneien!

Neuschneesumme bis Montagmorgen

Im Hochgebirge kommen einige Zentimeter Neuschnee zusammen, in den Hochlagen der Tauern zeichnen sich bis Montagmorgen Mengen bis zu 50 cm Neuschnee ab! Erste Kaltlufteinbrüche sind im September allerdings nicht ungewöhnlich, im Jahr 2018 war dies erstmals schon am 26. August der Fall, siehe hier: Schnee bis 1000 m in Salzburg.

Titelbild © Adobe Stock

Hurrikan Dorian hinterlässt Spur der Verwüstung auf den Bahamas

Hurrikan Dorian von der ISS

Hurrikan Dorian hinterlässt auf den nördlichen Bahamas eine Spur der Verwüstung. Am Montag war er als Hurrikan der Kategorie 5 mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis knapp 300 km/h auf die Insel Great Abaco getroffen und in weiterer Folge am Dienstag auf Grand Bahama, wo der Wirbelsturm nahezu ortsfest mehr als 24 Stunden lang wütete.

Teile der Insel geflutet

Die Kombination aus extrem hohen Windgeschwindigkeiten, Sturmflut und sintflutartigem Regen hat erwartungsgemäß zu katastrophalen Auswirkungen auf den betroffenen Inseln geführt. Weite Teile der Insel Grand Bahama wurden überflutet, zudem hat der Wind unzählige Häuser vollständig zerstört bzw. dem Boden gleichgemacht. Das gesamte Ausmaß der Schäden wird sich erst in den kommenden Stunden zeigen, bislang sind jedoch schon mindestens 7 Todesopfer zu beklagen.

Rekord-Hurrikan

Hurrikan Dorian hat im Atlantik für neue Maßstäbe gesorgt: Einerseits war es der bislang stärkste Hurrikan im Atlantik abseits der Tropen (>23.5 °N), andererseits hat sich die Windgeschwindigkeit im Kern des Sturms innerhalb von nur 9 Stunden von 240 auf 300 km/h verstärkt – auch das ist ein neuer Rekord im Atlantik. In Bezug auf die höchste Windgeschwindigkeit liegt er auf Platz zwei zusammen mit Hurrikan Gilbert und Hurrikan Wilma, nur Hurrikan Allen im Jahr 1980 wies noch etwas höheren Windgeschwindigkeiten auf.


Kurs auf die Carolinas

Mittlerweile hat Dorian die Bahamas langsam nordwärts verlassen und sich zu einem Hurrikan der Kategorie 2 abgeschwächt. In den kommenden Tagen wird er vor allem im Nordosten von Florida sowie an den Küsten von South und North Carolina für eine Sturmflut sorgen, zudem muss man weiterhin mit Orkanböen und ergiebigen Regenmengen rechnen. Nach derzeitigem Stand wird der Kern des Sturms Donnerstagnacht bzw. am Freitag entlang der Küste von South und North Carolina entlangziehen. Auf den warmen Gewässern des Golfstroms wird der Sturm weiterhin über viel Energienachschub verfügen, Dorian bleibt also weiterhin ein sehr gefährlicher Hurrikan!


Titelbild: Blick auf Hurrikan Dorian aus der Internationalen Raumstation.

1 Million Blitze im Sommer 2019

Blitz über Wien

Vom 1. Juni bis zum 31. August registrierte das Blitzmesssystem von UBIMET im Hochpräzisionsmessbereich ab 1 kA über ganz Österreich verteilt exakt 1.010.195 Blitze. Das sind etwas mehr Blitze als im Sommer 2018, allerdings deutlich weniger als im sehr gewitterreichen Jahr 2017. Aufgrund der langen Hitzewelle und der trockenen Witterung entstanden vor allem im Juni deutlich weniger Gewitter als üblich.

Blitzdichte
Blitzdichte im Sommer 2019. © UBIMET

Spitzenreiter Steiermark

Mit exakt 285.460 Blitzen führt die Steiermark das Bundesländer-Ranking an, gefolgt von Niederösterreich mit 180.410 und Oberösterreich mit 165.462 Entladungen. An letzter Stelle befindet sich mit Wien das flächenmäßig kleinste Bundesland, hier gab es im Sommer aber immerhin 3.901 Blitze.

Anzahl Blitze Blitzdichte
Steiermark 285.460 17,4 Blitze/km²
Niederösterreich 180.401 9,4 Blitze/km²
Oberösterreich 165.462 13,8 Blitze/km²
Tirol 124.677 9,9 Blitze/km²
Kärnten 91.812 9,6 Blitze/km²
Salzburg 89.212 12,5 Blitze/km²
Burgenland 45.749 11,5 Blitze/km²
Vorarlberg 23.521 9,0 Blitze/km²
Wien 3.901 9,4 Blitze/km²


Auch im Bezug auf die Blitzdichte hat die Steiermark deutlich die Nase vorne. Mit rund 17 Blitzen pro Quadratkilometer liegt die Steiermark vor Oberösterreich mit rund 14 Blitzen pro Quadratkilometer. Auf Gemeindeebene liegt ebenfalls die Steiermark in Führung: In St. Andrä-Höch im Bezirk Leibnitz wurden 66 Blitze pro Quadratkilometer registriert. Die blitzreichsten Bezirke befinden sich in der Steiermark und in Oberösterreich, angeführt vom Bezirk Liezen mit 36.246 Entladungen. Danach folgen die Bezirke Bruck-Mürzzuschlag mit 34.022 Blitzen, Südoststeiermark mit 31.744 und Gmunden mit 27.633 Entladungen.

Blitzdichte auf Gemeindebasis
Blitzdichte auf Gemeindebasis. © UBIMET

Stärkster Blitz in Oberösterreich

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in Oberösterreich gemessen. Spitzenreiter ist eine Entladung mit mehr als 295.000 Ampere am Nachmittag des 6. Juni in Gosau im Bezirk Gmunden. In kürzester Zeit wurde dabei mehr als 18.000 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.

  • 295.800 Ampere Gosau (OÖ)
  • 281.500 Ampere Vorchdorf (OÖ)
  • 269.200 Ampere St. Gallenkirch (V)
  • 251.900 Ampere Preding (ST)
  • 246.400 Ampere Lech (V)

Unterdurchschnittlicher Sommer

Wenn man nur Blitze ab einer Stärke ab 5 kA betrachtet (orientiert an der internationalen Norm IEC 62858), wurden in diesem Sommer 353.161 Blitze gemessen. Das ergibt den drittletzten Platz seit dem Beginn der modernen Blitzerfassung im Jahre 2009: Nur im Sommer 2015 und 2018 wurden knapp weniger Blitze detektiert. Im Rekordjahr 2012 wurden hingegen fast viermal so viele Blitze verzeichnet. Damit liegt der Sommer 2019 auch deutlich unter dem Mittel von 650.000 Blitzen (>5 kA von 2009 bis 2018). Obwohl der Sommer vergleichsweise gewitterarm verlief, bildeten österreichweit gesehen gewitterfreie Tage die Ausnahme. An 79 von 92 Tagen wurde in Österreich mindestens eine Blitzentladungen registriert. Allein im Bezirk Murtal gab es an 49 Tagen Gewitter.

Anzahl der Gewittertage
Anzahl der Gewittertage im Sommer 2019. © UBIMET

Heftige Gewitter

Im vergangenen Sommer gab es zwar weniger Blitze als üblich, die Gewitter waren aber durchaus heftig. Anfang Juli wurde am Flughafen Innsbruck eine Orkanböe von 119 km/h registriert und auch im Oberinntal sowie im östlichen Waldviertel gab es lokal orkanartige Böen. In Mieming im Bezirk Imst sorgte in der Nacht auf den 12.8. ein Tornado für Schäden. Vor allem in der Steiermark und im Oberen Waldviertel kam es zudem mehrfach zu großem Hagel: Besonders markant waren die Gewitter am 27. Juli, als in Wildon im Bezirk Leibnitz Hagel mit einem Durchmesser von etwa 8 cm beobachtet wurde. Die größte Regenmenge im Zuge eines Gewitters kam am Abend des 24.08. in Ritzing und Lutzmannsburg im Mittelburgenland zusammen: In nur einer Stunde prasselten mehr als 70 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel, in diesen 60 Minuten wurde somit ein Drittel des gesamten Sommerregens gemessen.

Maximale stündliche Niederschlagssumme
Maximale stündliche Niederschlagssumme. © UBIMET

Titelbild © https://www.foto-webcam.eu/webcam/bisamberg/

Hurrikan Dorian nimmt Kurs auf die Ostküste der USA

Hurrikan Dorian @NOAA

Bereits vor einer Woche haben wir über den tropischen Sturm DORIAN berichtet, zu dieser Zeit befand sich dieser aber noch knapp östlich der kleinen Antillen (Hurrikan Saison 2019). Mittlerweile hat der Sturm Hurrikan-Stärke erreicht und steuert auf die Ostküste der USA zu.

Intensivierung

Aufgrund des sehr warmen Oberflächenwassers in der Karibik hat sich der Hurrikan im Verlauf des Freitags weiter verstärkt. Im Umfeld des Sturmes wurden bereits Winde von 210 km/h gemessen, dies macht Dorian zu einem Hurrikan der Stufe 4.
Die Höhenwinde haben, wie prognostiziert, die Richtung geändert und lenken den Sturm nun mehr in westliche Richtungen. Somit steuert dieser auf die nördlichen Bahamas und Florida zu.

Satellitenanimation des Hurrikans @NOAA
Satellitenanimation des Hurrikans @NOAA

Auf den Satellitenbildern ist mittlerweile auch schon ein gut ausgeprägtes Auge zu sehen, dies ist ein unverwechselbares Zeichen für einen intensiven Hurrikan. Derzeit sind auch zwei Erkundungsflugzeuge unterwegs, welche in das Auge des Sturm fliegen sollen, um dessen Intensität zu messen. Die Wettermodelle prognostizieren aber aufgrund der Zugbahn über das warme Wasser keine Abschwächung in den nächsten Tagen.
Auf den Bahamas sind bereits erste Evakuierungen im Gange, es wird erwartet dass der Hurrikan am Sonntag auf die Inselgruppe trifft.

Mögliche Zugbahn von Hurrikan Dorian @Ubimet
Mögliche Zugbahn von Hurrikan Dorian @Ubimet

Nördlicher Drift

Im Verlauf der nächsten Woche soll sich der Hurrikan dann drastisch verlangsamen und in Richtung Norden abdriften. Nun gibt es verschiedene Szenarien wie sich der Hurrikan in den nächsten Tagen verlagern könnte:
Eine Möglichkeit wäre das Auftreffen des Sturmes auf die Küste Floridas in der Nacht auf Montag und ein anschließender Drift in Richtung Norden. Dies hätte starke Regenfälle und Sturm in Florida zur Folge.
Die neuesten Trends deuten aber drauf hin, dass der Sturm sehr nahe an der Küste in Richtung Norden zieht.
Einige Modelle prognostizieren jedoch gar kein Auftreffen aus das Festland, sondern eine Zugbahn parallel zur Südostküste. Dies hätte zwar Auswirkungen auf einen großen Küstenabschnitt, die kräftigsten Wind würden aber abseits der Küste wehen.

Regenmengen Hurrikan Dorian @Ubimet
Regenmengen Hurrikan Dorian @Ubimet

Ein wenig Zeit bleibt noch, um den Sturm weiter zu beobachten. In der Zwischenzeit sollten sich die Bewohner von Südflorida bis hin zu den Küsten Nord-Carolinas jedoch auf das Schlimmste vorbereiten.
Für die Gebiete im Osten Floridas wurden bereits Evakuierungen angeordnet und in den kommenden Tagen werden wohl noch weitere erforderlich sein.

Markanter Wetterumschwung am Montag

Salzburg im Regen @ https://stock.adobe.com

Badewetter am Wochenende

Wer kann, sollte dieses Wochenende nutzen. Der Samstag hat verbreitet 10 bis 12 Sonnenstunden zu bieten, lokale Wärmegewitter entwickeln sich am Nachmittag nur vom Arlberg bis zur Koralpe, im Flachland bleibt es sowieso trocken. Mit 26 bis 32 Grad wird es überall warm, bestes Badewetter also.

Mondsee @ https://stock.adobe.com
Mondsee @ https://stock.adobe.com

Am Sonntag ändert sich zunächst nur wenig. Wieder gibt es viel Sonnenschein bei meist nur lockeren Quellwolken, diese wachsen inneralpin aber doch häufiger zu Schauern und Gewittern an als tags zuvor. Vor allem in Vorarlberg und Tirol werden sie zum Abend hin immer häufiger und gehen mitunter in kräftigen Regen über, hier macht sich bereits die angesprochene Kaltfront bemerkbar. Die Höchstwerte liegen zwischen 23 und 33 Grad, heiß wird es im Norden und Osten.

Höchsttemperaturen am Sonntag @ UBIMET
Höchsttemperaturen am Sonntag @ UBIMET

Schnee bis auf 1500 m am Montag

Über Nacht kommt die Kaltfront weiter nach Osten voran. So geht es am Montag nach aktuellem Stand nur noch von Osttirol über das Grazer Becken bis ins östliche Flachland mit etwas Sonne in den Tag. Hier bilden sich jedoch rasch Gewitter, welche bis Mittag auch die letzten trockenen Zipfel erreichen. Sie können lokal unwetterartige Ausmaße annehmen und Hagel und Sturmböen bringen. Im Westen und Norden hingegen regnet es aus der Nacht heraus teils kräftig, von Vorarlberg bis nach Salzburg ist mit dem Einfließen deutlich kühlerer Luft sogar mit Schnee bis auf rund 1500 m Höhe herab zu rechnen. Hinzu kommt vor allem am Alpenostrand kräftig bis stürmisch auffrischender Nordwestwind.

Höchsttemperaturen am Montag @ UBIMET
Höchsttemperaturen am Montag @ UBIMET

Die Kaltfront wird ihrem Namen mehr als gerecht, mit ihr fließt deutlich kühlere Luft ein. Die Temperaturen kommen am Montag im Westen und Norden nicht mehr über 13 bis 18 Grad hinaus, vom Klagenfurter Becken bis ins Burgenland erreichen sie nochmals 19 bis 27 Grad. Und auch nachfolgend bleibt es nach aktuellem Stand leicht zu kühl. Am Dienstag muss man sich landesweit auf rund 20 Grad einstellen, der Rest der Woche dürfte Werte im unteren 20er-Bereich sehen. Die 30 Grad-Marke ist zumindest für einige Zeit mal außer Reichweite.

 

Titelbild: Salzburg im Regen @ https://stock.adobe.com

2019 zweitwärmster Sommer der Geschichte

Thermometer mit Hitze über 30 Grad

2019 nur knapp hinter 2003

Der sogenannte „Jahrhundertsommer“ 2003 behält seine Spitzenposition, der zu Ende gehende Sommer 2019 kam ihm aber sehr nahe. Mit einer österreichweiten Abweichung von rund 2,7 Grad im Vergleich zum langjährigen Mittel reiht sich der Sommer 2019 auf Platz zwei der wärmsten Sommer der Messgeschichte ein und verdrängt das Jahr 2015 auf den dritten Platz. In gleich fünf Landeshauptstädten, darunter Wien und Linz, nimmt jedoch der heurige Sommer die Spitzenposition ein. An knapp 30 Wetterstationen wurden zudem neue Allzeitrekorde der Temperatur aufgestellt, wie etwa in Innsbruck mit 38,5 Grad am 30. Juni.

Temperaturabweichung im Sommer 2019
Temperaturabweichung im Sommer 2019. © UBIMET

Außergewöhnlich viele Hitzetage

Auch bei der Anzahl von Sommer- und Hitzetagen wurden die langjährigen Mittelwerte klar überschritten, lokal sogar um das Dreifache: In Hohenau beispielsweise gab es in diesem Sommer bislang an 80 von möglichen 89 Tagen Höchstwerte über 25 Grad und in Andau im Seewinkel kletterten die Temperaturen fast an jedem zweiten Tag sogar auf 30 Grad oder mehr. Ganz im Westen des Landes registrierte Feldkirch 21 Hitzetage, im Durchschnitt sind es im Rheintal lediglich 7.
Bei den Tropennächten hatte traditionell die Bundeshauptstadt die Nase vorn, insgesamt gab es in der Wiener Innenstadt bisher 39 Nächte mit einem Tiefstwert von 20 Grad oder mehr, der Rekord aus dem Vorjahr mit 46 Tropennächten wird in den kommenden hochsommerlichen Tagen nur knapp verfehlt.

Hitzetage im Sommer 2019
Hitzetage im Sommer 2019. © UBIMET

Der Trend zu immer heißeren Sommer setzt sich fort. Aktuellen Studien zufolge wird ein Hitzesommer wie 2003 in Mitteleuropa bei einer globalen Erwärmung von 1,5 Grad fast jedes zweite Jahr auftreten bzw. bei 2 Grad gar in der Mehrzahl der Jahre. Damit würde eine Sommer wie heuer zum Durchschnitt werden.

Studie von Andrew King und David Karoly 2017
Häufigkeit eines Hitzesommers wie 2003 in Mitteleuropa bei unterschiedlichen Klimaten. © A. King; D. Karoly; 2017

Fast landesweit zu trocken

Maßgeblich für die diesjährige Sommerbilanz war der Juni, ein in vielerlei Hinsicht extremer Auftakt in den Sommer 2019. Der erste Monat des heurigen Sommers war der heißeste, trockenste und zugleich sonnigste Juni der Messgeschichte. Auch die beiden weiteren Monate verzeichneten weniger Regen als im Mittel, wodurch den gesamten Sommer hinweg betrachtet ca. 30% auf einen ausgeglichene Regenbilanz fehlen. Somit nimmt der Sommer 2019 einen Platz in den Top 10 der trockensten Sommer der Messgeschichte ein. Nur in zwei Regionen fiel so viel oder sogar etwas mehr Regen als im Mittel, nämlich im nördlichen Weinviertel und Teilen des Tiroler Oberlandes.

Niederschlagsabweichung im Sommer 2019. © UBIMET
Niederschlagsabweichung im Sommer 2019

Wenige, aber heftige Gewitter

Im vergangenen Sommer gab es zwar weniger Blitze als üblich, die Gewitter waren aber durchaus heftig. Anfang Juli wurde am Flughafen Innsbruck eine Orkanböe von 119 km/h registriert und auch im Oberinntal sowie im östlichen Waldviertel gab es lokal orkanartige Böen. Vor allem in der Steiermark und im Oberen Waldviertel kam es auch zu großem Hagel: Besonders markant waren die Gewitter am 27. Juli, als in Wildon im Bezirk Leibnitz Hagel mit einem Durchmesser von etwa 8 cm beobachtet wurde. Die größte Regenmenge im Zuge eines Gewitters kam am Abend des 24.08. in Ritzing und Lutzmannsburg im Mittelburgenland zusammen: In nur einer Stunde prasselten mehr als 70 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel, in diesen 60 Minuten wurde somit ein Drittel des gesamten Sommerregens gemessen.


Abkühlung zu Herbstbeginn

Besonders im Osten Österreichs bleibt es bis zum Wochenende noch sommerlich heiß, pünktlich zu Beginn des meteorologischen Herbsts kündigt sich Anfang der kommenden Woche aber eine markante Kaltfront an.

Extremwerte Sommer 2019

(Bundesland, Tag des Auftretens); Vorläufiger Stand: 27.08.19

Höchste Temperaturen

  • 38,8 Grad Krems (NÖ, 01.07)
  • 38,6 Grad Stockerau und Langenlebarn (NÖ, 01.07)
  • 38,5 Grad Innsbruck – Universität (T, 30.06.)
  • 38,4 Grad Wien – Innere Stadt (W, 01.07)
  • 38,1 Grad Hermagor (K, 27.06.)

Tiefste Temperaturen

  • 2,0 Grad St. Leonhard im Pitztal, Galtür (beide T, 01.06.), St. Jakob in Defereggen (T, 11.07.)
  • 2,1 Grad Mariapfarr (S, 15.08.)
  • 2,3 Grad St. Michael im Lungau (S, 11.07.)

Hitzetage (30 Grad oder mehr)

  • 39 Andau (B)
  • 36 Langenlebarn, Seibersdorf (NÖ), Güssing (B), Bad Radkersburg (ST), Wien – Innere Stadt (W)
  • 35 Wien – Donaufeld (W)

Sommertage (25 Grad oder mehr)

  • 79 Hohenau, Seibersdorf (beide NÖ)
  • 78 Andau (B)
  • 77 Neusiedl am See, Güssing (beide B)
Sommertage im Sommer 2019
Sommertage im Sommer 2019. © UBIMET

Nasseste Orte

  • 546 Liter pro Quadratmeter Sulzberg (V)
  • 491 Liter pro Quadratmeter Schoppernau (V)
  • 465 Liter pro Quadratmeter Warth (V)

Trockenste Orte

  • 80 Liter pro Quadratmeter Brunn am Gebirge (NÖ)
  • 91 Liter pro Quadratmeter Wien – Unterlaa (W)
  • 94 Liter pro Quadratmeter Gumpoldskirchen (NÖ)
Niederschlagssumme im Sommer 2019. © UBIMET
Niederschlagssumme im Sommer 2019. © UBIMET

Absolut sonnigster bzw. trübster Ort

  • 900 Sonnenstunden, Mörbisch (B)
  • 341 Sonnenstunden, Böckstein (S)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 119 km/h Innsbruck – Kranebitten (T, 06.07.)
  • 108 km/h Haiming (T, 11.06.), Irnfritz (NÖ, 01.07.)
  • 104 km/h Rottenmann (ST, 27.06.)

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Heftige Gewitter in Salzburg und im Salzkammergut

Blitz mit Gewitter

Am Montagabend sind besonders im Salzkammergut heftige Gewitter durchgezogen. Mit Durchzug der Gewitter kam es zu Starkregen und Sturmböen, örtlich wurde zudem auch Hagel beobachtet. In Summe musste die Feuerwehr allein in Oberösterreich zu knapp 80 Einsätzen ausrücken, hauptsächlich wegen Überflutungen. Durch die großen Regenmengen in kurzer Zeit ist die Kanalisation übergelaufen und einige Keller wurden überflutet. Anbei die Regenmengen am Montag:

  • 57 mm Friedburg (OÖ)
  • 49 mm Golling (S)
  • 46 mm St. Koloman (S)
  • 45 mm Salzburg / Freisaal (S)
  • 37 mm Goasu (OÖ)
  • 34 mm St. Johann am Walde (OÖ)
  • 29 mm Bad Ischl (OÖ)

Extrem feuchte Luft

Mitteleuropa liegt derzeit unter dem Einfluss außergewöhnlich feuchter Luftmassen, so wurde bei den Radiosondenaufstiegen von München und Wien am Montagnachmittag PWAT („precipitable water“ bzw. „niederschlagbares Wasser“ in einem Vertikalprofil der Atmosphäre) von 35 bzw. 40 mm gemessen. Üblich in dieser Jahreszeit wären Werte um 23 mm. Am Montagabend kam es in den betroffenen Regionen zu einem Zusammenströmen dieser feuchten Luft, wie man eindrücklich in der analysierten Feuchteflusskonvergenz sieht. Die Luft kann dann nur nach oben ausweichen, weshalb es zu Gewittern kommt.

Feuchteflussdivergenz am Montagabend. Rot = Konvergenz. © IMGS Uni Wien
Feuchteflussdivergenz am Montagabend. Rot = Konvergenz. © IMGW Uni Wien

Regenanalyse von Montagnachmittag und -abend
Regenanalyse von Montagnachmittag und -abend. ©UBIMET

Als das Gewitter am Abend von den Bergen nordwärts gezogen ist, kam es zudem besonders im Flachgau und im Innviertel örtlich zu Sturmböen. Anbei die höchsten gemessenen Windspitzen:

  • 79 km/h Feldkirchen bei Mattighofen
  • 76 km/h Straßwalchen-Ederbauer
  • 72 km/h Salzburg Flughafen
  • 68 km/h Mattsee
  • 65 km/h Ranshofen / Braunau

Weiters wurde örtlich auch Hagel beobachtet wie etwa in Seekirchen am Wallersee.



30.000 Blitze

In Summe wurden in Österreich am Montag 47.670 Blitze detektiert, davon allein 30.000 am Abend in Salzburg und Oberösterreich. Die meisten Blitze gab es im Bezirk Salzburg-Umgebung, die höchste Blitzdichte hingegen im Bezirk Hallein. Anbei die Blitze pro Bundesland (Top 4):

  1. Oberösterreich 18.171
  2. Salzburg 15.703
  3. Steiermark 5.513
  4. Tirol 4.864

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Hurrikan-Saison 2019 kommt langsam in Fahrt

Hurrikan auf dem Atlantik @pixabay.com

Mit Ausnahme von Hurrikan BARRY, der sich Mitte Juli im Golf von Mexiko gebildet hat, war es bisher recht ruhig auf dem Atlantik, siehe auch hier: Ruhige Zeiten im tropischen Atlantik. Die Hurrikan-Saison hat offiziell am 1. Juni begonnen und geht bis Ende November, einen Höhenpunkt stellt der Zeitraum zwischen Mitte August und Oktober da.

Saison kommt langsam in Fahrt

Pünktlich zum Beginn der Hochsaison, bildete sich am 21. August der tropische Sturm CHANTAL. Ausgehend von einer Störungszone über dem Nordosten Floridas zog der Sturm dann aber auf den offenen Atlantik. Die Intensität blieb gering genug, um den Sturm nicht als Hurrikan zu klassifizieren. Mittlerweile wandert CHANTAL als außertropisches Tief in Richtung Europa.

Etwas gefährlicher könnte aber der tropische Sturm DORIAN werden. Derzeit befindet sich der Sturm nördlich von Venezuela, knapp östlich der Kleinen Antillen. Auf der Insel Barbados gelten bereits erste Sturmwarnungen, hier werden Sturmböen von 100 km/h erwartet. Der Sturm soll sich aber weiter verstärken und im Verlauf des Mittwochs dann auf die Insel Puerto Rico treffen.

Prognostizierte Zugbahn von DORIAN @NOAA
Prognostizierte Zugbahn von DORIAN @NOAA

Prognosen für die restliche Saison

Der bisherige Verlauf der Saison ist nicht überraschend. Die Wettermodelle haben generell eine eher unterdurchschnittliche Saison 2019 prognostiziert. So sollen sich laut der Universität von Colorado von Juni bis Ende November etwa 13 tropische Stürme und 3 Hurrikans bilden. Einen Zusammenhang stellt dabei die El Niño-Southern Oscillation (ENSO) dar: Bei El Niño fällt die Sturmsaison nämlich meist ruhiger aus. In den letzten Monaten gab es ein schwaches El-Niño-Ereignis, derzeit geht ENSO aber tendenziell wieder in einen neutralen Zustand über.


Für die Bewohner Nord- und Mittelamerikas wäre es auf jeden Fall mal ein Aufatmen, wenn die Stürme heuer eher schwächer bleiben. Allerdings kann es auch im Zuge von schwachen Sturmjahren einzelne, sehr heftige Hurrikane geben.

Titelbild Quelle: pixabay.com

Höhentief sorgt für kräftige Schauer und Gewitter

Storm Science Austria

Österreich liegt derzeit unter dem Einfluss eines Höhentiefs mit Kern über Italien und mit einer südöstlichen Strömung gelangen sehr feuchte und teils auch labil geschichtete Luftmassen ins Land. Der Höhenwind ist dabei nur schwach ausgeprägt, somit weisen die Gewitter eine sehr langsame Zuggeschwindigkeit auf.

Das Höhentief am Sonntag
Das Höhentief am Sonntag. © UBIMET / NCEP

Gewitter am Sonntag

Der Sonntag startet besonders im Süden und im Osten mit oft dichten Wolken und bereits in den Morgenstunden ziehen im Osten Schauer durch. Tagsüber kommt zeitweise die Sonne zum Vorschein, in der schwülen Luft entwickeln sich aber neuerlich Quellwolken und im Laufe des Nachmittags gehen im ganzen Land lokale Schauer oder Gewitter nieder. Durch die längere Verweildauer der Gewitterzellen an einem bestimmten Ort kommen lokal sehr große Niederschlagsmengen zusammen. Lediglich in Vorarlberg bleibt es überwiegend trocken.

Große Regenmengen am Samstag

Die Wetterlage ist derzeit festgefahren und auch zu Wochenbeginn gibt es wenig Änderungen. Bereits am Samstag haben Gewitter im Südosten örtlich für ergiebige Regenmengen gesorgt:

  • 81 mm St. Corona am Wechsel (NÖ)
  • 77 mm Lutzmannsburg (B)
  • 77 mm Ritzing (B)
  • 74 mm Breitenbach (ST)
  • 72 mm Nikitsch (B)
  • 67 mm Deutschkreutz (B)
  • 64 mm Frohnleiten NLV (ST)
  • 55 mm Reichenau an der Rax (NÖ)
  • 53 mm Bruckneudorf (B)

24h-Niederschlagsanalyse. © UBIMET
24-h-Niederschlagsanalyse. © UBIMET

Die großen Regenmengen in kurzer Zeit haben örtlich zu Überflutungen und Vermurungen geführt. Betroffen waren u.a. das Lavanttal, die Weststeiermark, das obere Murtal, der Raum Voitsberg und das Mittelburgenland. Lokal kam es zudem auch zu kleinem Hagel und stürmischen Böen. Anbei die höchsten gemessenen Windspitzen:

  • 78 km/h Hollenthon (NÖ)
  • 68 km/h Neudorf bei Landsee (B)
  • 66 km/h Mörbisch am See (B)



Viele Blitze im Südosten

In Summe wurden am Samstag vom UBIMET-Blitzortungssystem knapp 80.000 Blitze detektiert, davon mehr als ein Drittel in der Steiermark. Der Bezirk mit den meisten Blitzen war hingegen Kitzbühel in Tirol mit 5.261 Entladungen. Die höchste Blitzdichte gab es im Bezirk Oberpullendorf mit 6,5 Blitze/km². Die stärkste Entladung wurde mit 190 kA in Hermagor detektiert.

  • 28.996 Steiermark
  • 13.181 Burgenland
  • 12.161 Tirol
  • 11.594 Niederösterreich
Blitze am 24. August. © UBIMET
Blitze am 24. August. © UBIMET
Wolkenblitz bei Brunn am Gebirge © Storm Science Austria
Wolkenblitz bei Brunn am Gebirge © Storm Science Austria

Quelle Titelbild: Storm Science Austria

Massive Waldbrände im Amazonas

Satellitenbild der Waldbrände ©NASA

Nicht nur große Abholzung bedroht derzeit die Wälder des Amazonas, sondern auch einer der schwersten Waldbrände seit vielen Jahren.  Diese Brände wüten seit über zwei Wochen und Auswertungen ergaben über 70000 Brandherde, das sind fast doppelt so viele als noch im Vorjahr.

Große Trockenheit

Waldbrände sind in dieser Jahreszeit aufgrund der trockenen Bedingungen keine Seltenheit, doch das Ausmaß ist heuer größer als zuvor. Mehrere hundert Quadratkilometer sind gerade betroffen und die Brände verteilen sich auf die Staaten Brasilien, Paraguay und Bolivien. Die Dürre begünstigt die Brände natürlich, es wird aber angenommen, dass die Brände von Menschen gelegt worden sind. Einerseits durch die Rodung der Wälder, andererseits wurde aber auch kürzlich der „Tag des Feuer“ ausgerufen. Kurze Zeit später wurden auf den Satellitenbilder dann vermehrt Waldbrände registriert. Da es in einigen Gebieten fast über 90 Tage nicht geregnet hatte, breiten sich die Feuer auch rasch aus.

Gerodete Waldflächen im Amazonas ©dpa
Gerodete Waldflächen im Amazonas ©dpa

Rauchwolken über den Städten

Die Auswirkungen sind bereits jetzt für viele Menschen sichtbar. So verdunkelte sich der Himmel über der Stadt São Paulo aufgrund der Rauchwolken plötzlich, obwohl die Feuer über 2000 Kilometer weit entfernt sind.

Folgen für das Klima

Vor allem ist das lokale Klima betroffen. Im Amazonasbecken herrscht ausschließlich feucht-tropisches Klima, die Luftfeuchtigkeit liegt häufig über 90%. In Folge der Waldbrände und der Abholzung fehlt jedoch in den nächsten Jahren bis Jahrzehnten die Feuchtigkeit aufgrund der mangelnden Vegetation.

Die Wälder des Amazonas gelten nicht nur als riesen Kohlenstoff Speicher, welcher durch die Brände in Form von Kohlendioxid (CO₂) freigesetzt wird, sondern auch als „Lunge der Erde“. Ein Großteil des emittierten CO₂ wird nämlich in den Wäldern wieder zu Sauerstoff umgewandelt. Abschätzungen für das globale Klima lassen sich hingegen erst in einigen Jahren machen.

 

Auf Starkregen folgt erneut sommerliche Hitze

Sonne im Osten, Regen im Westen

Eine verwellte Kaltfront kommt über dem Westen Österreichs zu liegen, hier stellt sich am Diestag nasses und relativ kühles Wetter ein. Niederschlagssummen von über 50 bis 70 l/qm bis Mittwochnacht sind vor allem in Vorarlberg und im Außerfern möglich, entsprechende Starkregenwarnungen wurden bereits ausgegeben.

Nach dem klimatologischen Mittel fallen in Schoppernau (Vorarlberg) 251 l/qm im August. Bis inklusive Montag, den 19. August fielen an dieser Station bereits 187 l/qm.  Durch die reichlichen Niederschläge im äußersten Westen könnte nun innerhalb von nur zwei Tagen das Monats-Niederschlagssoll erreicht werden.

Prognose der 48-stündigen Niederschlagssumme. © UBIMET 2019
Prognose der 48-stündigen Niederschlagssumme. © UBIMET 2019

Der Hochsommer ist noch nicht vorbei

Im Laufe der Woche nimmt der Hochdruckeinfluss wieder zu und es setzt sich eine südöstliche Höhenströmung durch, mit der erneut warme Luftmassen aus dem Mittelmeerraum nach Österreich transportiert werden.

Demzufolge wird es am Freitag vor allem an der Alpenostseite wieder hochsommerlich – dort werden Temperaturen von über 30 Grad erwartet. Nach aktuellem Stand sind aber auch im Westen der Republik knapp 30 Grad möglich. Am Samstag und Sonntag fallen die Höchsttemperaturen planmäßig noch um eine Spur höher aus, dann wird wahrscheinlich auch in Salzburg und Oberösterreich die 30-Grad-Marke überschritten, wobei im Bergland die Schauer- und Gewitterneigung in Richtung Wochenende auch wieder etwas zunimmt.

Prognose der Höchstwerte für kommenden Sonntag. © ECMWF / UBIMET
Prognose der Höchstwerte für kommenden Sonntag. © ECMWF / UBIMET

 

 

Tief BERND bringt zweigeteiltes Wetter und Gewitter

Tief BERND bringt zweigeteiltes Wetter

Am Sonntag sorgt Hochdruckeinfluss für sonniges Sommerwetter in Österreich. Im Vorfeld einer Kaltfront wird es zudem leicht föhnig und die Temperaturen steigen verbreitet auf über 30 Grad, lokal sind im Bereich der östlichen Nordalpen Spitzenwerte um 34 Grad zu erwarten. Am späten Abend steigt die Gewitterneigung in Vorarlberg und im Außerfern aber langsam an und in der Nacht sind im gesamten Grenzbereich zu Bayern Gewitter möglich.

Zweigeteilter Wochenbeginn

Am Montag ziehen von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich kompakte Wolken durch und zeitweise regnet schauerartig, vereinzelt sind Blitz und Donner dabei. Von Kärnten und dem Steirischen Hügelland bis ins Weinviertel scheint dagegen häufig die Sonne und es bleibt tagsüber trocken, am Nachmittag entstehen von den Tauern bis zur Obersteiermark aber teils kräftige Gewitter, örtlich besteht dabei die Gefahr von Hagel, Starkregen und Sturmböen! Am Abend und in der Nacht gehen dann auch im Nordosten ein paar Schauer und Gewitter nieder, weitgehend trocken bleibt es dagegen vom Klagenfurter Becken über die Südsteiermark bis ins Südburgenland.

Gewitterpotential am Montag (Stand: Sonntag, 11 Uhr) © UBIMET
Gewitterpotential am Montag (Stand: Sonntag, 11 Uhr) © UBIMET

In Vorarlberg kommen die Temperaturen nicht über 20 bis 23 Grad hinaus, im östlichen Flachland und im Süden gibt es hingegen noch Spitzenwerte bis zu 32 Grad.

Höchstwerte am Montag von ICON
Prognose der Höchstwerte am Montag von ICON. © DWD / UBIMET

Gewittriger Dienstag

Der Dienstag verläuft im Großteil des Landes unbeständig, von Vorarlberg her breiten sich kräftige Schauer und Gewitter im Tagesverlauf bis nach Oberkärnten und ins Waldviertel aus. Auch im Osten ziehen ein paar Schauer durch, dazwischen scheint aber auch zeitweise die Sonne. Gegen Abend sind im Norden dann heftige Gewitter möglich. Am längsten sonnig und oft trocken bleibt es von Unterkärnten bis ins Burgenland. Die Zweiteilung bei den Höchstwerten bleibt erhalten, so kommen die Temperaturen in Vorarlberg kaum über 20 Grad hinaus, während es von Unterkärnten bis zum Seewinkel noch hochsommerliche 30 bis 32 Grad gibt.

Prognose der Niederschlagsmenge bis einschließlich Mittwoch von ICON
Prognose der Niederschlagsmenge bis einschließlich Mittwoch von ICON. © DWD

Mittwoch: Gewitter im Süden

Am Mittwoch scheint von Kärnten bis ins Burgenland in der ersten Tageshälfte noch zeitweise die Sonne, im Westen und Norden dominieren dichte Wolken. Vor allem im Bergland gehen immer wieder Schauer nieder und im Süden entstehen im Tagesverlauf teils kräftige Gewitter. Im östlichen Flachland ist die Schauerneigung bei lebhaftem bis kräftigem Nordwestwind nur gering und auch im Westen stellt sich tagsüber oft trockenes Wetter ein. Mit 17 bis 27 Grad ist es allgemein etwas kühler.

Ensemble-Niederschlgasprognose für Salzburg. © ECMWF/UBIMET
Ensemble-Niederschlagsprognose für Salzburg. © ECMWF/UBIMET

In der zweiten Wochenhälfte kündigt sich dann allmählich eine Wetterbesserung an und die Temperaturen steigen wieder etwas an.

Titelbild © Adobe Stock

Rote Kobolde über den Alpen

Red Sprites oberhalb eines Gewitters in Mexiko

Vorherige Woche hat ein Photograph aus der Schweiz womöglich eines der besten Beispiele Europas von Roten Kobolden eingefangen. Diese etwas besondere Art von elektrischer Entladung fand am 6. August 2019 einige Kilometer oberhalb eines starken Gewitterkomplexes in Norditalien statt und wurde aus dem Schweizer Kanton Jura, etwa 200 km Luftlinie entfernt, fotografiert.

Rote Kobolde


Bei dieser Erscheinung, im Englischen Red Sprites genannt, handelt es sich um rötliche oder leuchtend rote Entladungen oberhalb von besonders heftigen Gewittern im Bereich der Mesosphäre. Sie treten in Höhen von bis zu 75 km auf und erreichen Längen von bis zu 20 km. Das sich zerteilende Kopfende der Entladung dehnt sich sogar bis auf 50 km aus. Die aufwärts verlaufenden Blitzkanäle zerfallen kurz nach Austritt aus der Wolkendecke in zahllose Verästelungen. Je nach Form gibt es „Karottenkobolde“, „Engelskobolde“ oder auch „Quallenkobolde“. Dabei können Kobolde einzeln oder in Schwärmen auftreten. Eine Beobachtung mit bloßem Auge ist meist nur aus größerer Entfernung zum Gewitter möglich, wenn der Himmel im Hintergrund des Spektakels extrem dunkel ist, da diese deutlich lichtschwächer sind als herkömmliche Wolke-zu-Boden-Entladungen.

Elektrische Entladungen in der Atmosphäre.
Elektrische Entladungen in der Atmosphäre.

Dank der enormen Fortschritte der Photographie ist es heutzutage auch mit guten, herkömmlichen Reflexkameras immer einfacher, genügend Licht einzufangen, um diese extrem kurzen und lichtschwachen Ereignisse zu dokumentieren. Hier ein paar Beispiele aus dem heurigen Sommer:



Titelbild: Red Sprites von der Raumstation ISS aus. © NASA

Am Wochenende vorübergehend sommerlich heiß mit bis zu 34 Grad

Am Freitag sorgt Skandinavientief ANDREAS vor allem im Norden und Osten noch für leicht unbeständige Verhältnisse. Bei einem Mix aus vielen Wolken und etwas Sonne gehen vor allem von Salzburg ostwärts ein paar Schauer nieder, von Unterkärnten bis Niederösterreich entstehen auch einzelne Gewitter. Im Tagesverlauf macht sich aus Westen aber ein Zwischenhoch bemerkbar und die Wolken machen immer häufiger der Sonne Platz. Die Temperaturen erreichen 19 bis 26 Grad mit den höchsten Werten in Kärnten.

Tief ANDREAS führt mäßig warm und leicht labil geschichtete Luftmassen in den Osten.
Tief ANDREAS führt mäßig warme und leicht labil geschichtete Luft in den Osten.

Sommerwetter am Wochenende

Der Samstag präsentiert sich meist freundlich, vor allem im Süden und im östlichen Flachland scheint trotz einiger Wolkenfelder häufig die Sonne. Etwas dichter fallen die Wolken an der Alpennordseite aus, es bleibt aber trocken. Die Temperaturen steigen auf 22 bis 29 Grad. Am Sonntag stellt sich kurzzeitig Hochsommerwetter ein, verbreitet scheint die Sonne und bei teils föhnigem Südwind steigen die Temperaturen auf 28 bis 34 Grad. Besonders vom Flachgau bis zum Mostviertel wird es hochsommerlich heiß. Erst am Abend steigt die Gewitterneigung in Vorarlberg und im Außerfern langsam an. Das perfekte Badewetter am Wochenende sollte man auf alle Fälle ausnützen, denn kommende Woche geht es mit den Temperaturen wieder bergab.

Prognose der Höchstwerte für kommenden Sonntag. © ECMWF / UBIMET
Prognose der Höchstwerte für kommenden Sonntag. © ECMWF / UBIMET

Kommende Woche Abkühlung

Am Montag überwiegen an der Alpennordseite sowie generell im Bergland die Wolken und es regnet immer wieder schauerartig, vereinzelt sind Blitz und Donner dabei. Von Unterkärnten und dem Steirischen Hügelland bis ins Weinviertel scheint dagegen zeitweise die Sonne und vor allem im Südosten wird es nochmals sommerlich heiß. Am Nachmittag entstehen im Süden örtlich Gewitter, meist trocken bleibt es im östlichen Flachland. Die Höchstwerte liegen zwischen 19 Grad in den westlichen Nordalpen und 32 Grad im Südosten. Im Laufe der Woche gehen die Temperaturen besonders im Bergland und im Norden weiter zurück.

Titelbild © Adobe Stock

Neuschnee im Hochgebirge

Der Hochsommer geht zu Ende und das macht sich nicht nur in den Niederungen bemerkbar. Ein typisches Merkmal für den Spätsommer sind Wintereinbrüche im Hochgebirge. Einen ersten Vorgeschmack auf den Winter gab es in Lagen oberhalb von rund 2.500 m in der vergangenen Nacht. Hier Bilder vom Hochkönig:

Schneetreiben auf der Rudolfshütte:

www.foto-webcam.eu/webcam/rudolfshuette/
foto-webcam.eu/webcam/rudolfshuette/

Schnee zieht klare Linie:

foto-webcam.eu/webcam/mooserboden/
foto-webcam.eu/webcam/mooserboden/

Massiver Wintereinbruch August 2018

Ende August 2018 gab es nach einer lang andauernden Hitzewelle einen massiven Wintereinbruch. Während die Temperaturen am 23.08.2018 in Bad Gastein noch die 30-Grad-Marke erreichten, gab es 3 Tage späte in der Früh eine rund 5 cm dicke Schneedecke. Seit Messbeginn war das der erste Augustschneefall in Gasteinertal.

Wintereinbruch am 26.08.2018 im Gasteinertal
Wintereinbruch am 26.08.2018 im Gasteinertal

Von so einem massiven Wintereinbruch sind wir aber in nächster Zeit weit entfernt. Bis zum Wochenende liegt die Nullgradgrenze bei rund 3000 m, am Wochenende werden dann in 3000 m schon wieder warme 10 Grad erreicht. Der Schnee schmilzt also rasch wieder ab, einer Hochgebirgstour am Wochenende steht wettertechnisch nichts im Wege.

Titelbild: fuschertoerl.panomax.com

 

 

Superzelle zog mit schweren Sturmböen über Wien

Superzelle trifft auf Wien

Am Montagnachmittag wurde Wien von einem heftigen Gewitter mit Starkregen, kleinem Hagel und schweren Sturmböen getroffen. Die Feuerwehr musste auf über 90 Einsätze ausrücken um Sturm- und Wasserschäden zu beseitigen, zudem kam es in manchen Bezirken zu Stromausfällen. Besonders betroffen waren die zentralen und nordwestlichen Bezirke der Landeshauptstadt, so wurden am Botanischen Garten schwere Sturmböen bis 95 km/h gemessen und in der Nähe vom Karlsplatz knapp 20 Liter pro Quadratmeter Regen in nur 10 Minuten verzeichnet. Letzteres entspricht dort einer Wiederkehrzeit von etwa 15 bis 20 Jahren.

Die Superzelle vor der Ankunft in Wien © M. Spatzierer
Die Superzelle vor der Ankunft in Wien © M. Spatzierer
Der Hagel- und Regenkern des Gewitter aus Nordosten betrachtet. © M. Spatzierer
Der Hagel- und Regenkern des Gewitter aus Nordosten betrachtet. © M. Spatzierer

Blitze pro Bundesland am Montag (Top 5):

  • 12.270 Niederösterreich
  • 3.392 Oberösterreich
  • 1.900 Tirol
  • 1.880 Steiermark
  • 846 Wien

Höchste Blitzdichte pro Gemeinde (Top 5):

  • 9,5 Blitze/km² Strasshof an der Nordbahn (NÖ)
  • 6,9 Blitze/km² Gerasdorf bei Wien (NÖ)
  • 6,6 Blitze/km² Deutsch-Wagram (NÖ)
  • 6,6 Blitze/km² Bockfließ (NÖ)
  • 6,5 Blitze/km² Döbling (Wien)
Blitze am Montag
Blitzdichte am Montag. © UBIMET

Das Gewitter ist am Montag kurz vor 16 Uhr im südlichen Traunviertel entstanden und ist dann mit der Höhenströmung zunächst nach Nordosten gezogen. Mit der Entwicklung der Mesozyklone (für Details dazu siehe unten) ist das Gewitter allerdings ab etwa dem Grenzbereich zu Niederösterreich von der ursprünglichen Zugbahn leicht nach Osten ausgeschert und ist schließlich gegen 18:30 auf Wien getroffen.

Das Gewitter über Wien. © M. Spatzierer
Das Gewitter über Wien. © M. Spatzierer

Superzellengewitter

Das Gewitter über Wien am Montag war ein klassisches Superzellengewitter, also ein langlebiges, kräftiges und alleinstehendes Gewitter, welches einen beständigen rotierenden Aufwind aufweist (Mesozyklone). Superzellen entstehen bei ausgeprägter Windscherung: Bei einer starken vertikalen Windzunahme bilden sich nämlich quer zur Strömung horizontal liegende Luftwalzen. Der Aufwind eines entstehenden Gewitters saugt diese Luftwalze ein und kippt ihre Achse in die Senkrechte, wobei sich der Drehimpuls nach und nach auf den gesamten Aufwindbereich überträgt. Die Zufuhr feuchtwarmer Luft wird dabei durch den räumlich getrennten Abwindbereich, in dem der Niederschlag ausfällt, nicht gestört.

Schema einer Superzelle. © https://sites.psu.edu/pmarkowski/how-tornadoes-form/
Schema einer Superzelle. © https://sites.psu.edu/pmarkowski/how-tornadoes-form/
IR-Satbild
„Overshooting top“: Sehr kalte Temperaturen bis -65 Grad an der Wolkenobergrenze. IR-Satbild © EUMETSAT/UBIMET

Heftige Gewitter und Starkregen am Montag

Feldkirch zwischen Regen und Gewittern - foto-webcam.eu

Unwetterpotential am Montag

Österreich liegt heute zwischen kühlerer, atlantischer Luft im Westen Europas und eine heiße, energiereiche Luftmasse nach Osten zu. Solch beachtliche Temperaturgegensätze sorgen unter anderem für eine deutliche Zunahme des Windes mit der Höhe. Das Zusammenspiel zwischen einer sich aus Westen langsam annähernden Kaltfront, starkem Höhenwind und energiereicher Luft führt im Tagesverlauf zu heftigen Gewittern. Vor allem im Vorfeld der Front, etwa vom Tiroler Unterland und Oberkärnten bis zum Waldviertel steigt im Tagesverlauf die Gewitterneigung deutlich an. Die Gewitterzellen können lokal durchaus schwere Sturmböen sowie Hagel und Starkregen bringen.

In Vorarlberg ist die Gefahr von schweren Gewittern deutlich geringer, hier regnet es aber den ganzen Tag über teils kräftig und gewittrig durchsetzt. Bis in die Nacht auf Dienstag kommen verbreitet 30 bis 40 l/m² zusammen.

12-stündige akkumulierte Niederschlagmengen bis Mitternacht nach dem deutschen Modell ICON - DWD, UBIMET
12-stündige akkumulierte Niederschlagmengen bis Mitternacht nach dem deutschen Modell ICON – DWD, UBIMET

Bereits schwere Schäden in Tirol

Welches Unwetterpotential die heutigen Gewitter mitbringen können, hat es eine kleine Superzelle bereits vergangener Nacht in Tirol gezeigt. Das Gewitter hat sich kurz nach 1 Uhr zwischen Landeck und Imst  gebildet und ist dann entlang des Inntals nach Osten gezogen. Nach etwa 2 Stunden Lebenszeit schwächte sich die Zelle über den Kitzbüheler Alpen ab. An der Wetterstation in Haiming wurden Böen von bis zu 79 km/h gemessen. Die schweren Schäden in der Umgebung deuten aber darauf hin, dass auch Windspitzen von mehr als 100 km/h möglicherweise dabei waren.

Blitzmessungen am 12.08.2019 bis 08:30 Uhr MESZ - UBIMET, nowcast
Blitzmessungen am 12.08.2019 bis 08:30 Uhr MESZ – UBIMET, nowcast

Titelbild: Feldkirch zwischen Regen und Gewittern – foto-webcam.eu

Starker Tornado in Luxemburg

Am Freitag zog ein für die Jahreszeit ungewöhnlich starkes Sturmtief namens YAP von der Biskaya nach Irland. Die dazugehörige Kaltfront rauschte gestern mit großem Tempo über Frankreich, Benelux und den Großteil von Deutschland hinweg. Dabei gab es besonders in Ostfrankreich, Benelux und dem Westen von Deutschland teils heftige Gewitter.

Tornado in Luxemburg

Im Zuge eines dieser Gewitter entstand an der Grenze von Frankreich zu Luxemburg ein kräftiger F2-Tornado, der über die Stadt Petingen hinwegzog und über 100 Häuser beschädigte. Dabei gab es auch gut ein Dutzend Verletzte, was aufgrund der folgenden Bilder kein Wunder ist:

Tornado auch in Amsterdam

Auch in den Niederlanden kam es im Zuge der Kaltfront zu mindestens zwei Tornados. Ein Tornado traf dabei als Wasserhose auch Amsterdam.

Kaltfront erreicht Österreich

Am Samstag erreicht die Kaltfront auch Österreich. Dabei gibt es aber nicht mehr soviel Dynamik wie am Freitag, somit ist die Gefahr eines Tornados in Österreich zum Glück nur sehr gering. Trotzdem bilden sich im Laufe des Nachmittags und am Abend teils kräftige Gewitter. Hauptsächlich davon betroffen sind die Regionen von Osttirol un dem Salzkammergut über die Obersteiermark bis in den Wienerwald und das Wald- und Weinviertel. Einzelne Gewitter sind auch weiter südlich anzutreffen. Dabei kann es zu Starkregen und Hagel von bis zu 3 cm Korngröße kommen.

Titelbild: AdobeStock

Im Osten heiß, im Westen wechselhaft

Sonnenuntergang Wr. Neustadt

Die Kaltfront des Tiefs XAVER sorgte nicht nur hierzulande für kräftige Gewitter (nachzulesen hier: Rückblick Gewitter), sondern auch in Norditalien und in Polen.
Heute herrscht jedoch im Großteil des Landes bereits wieder ruhiges Sommerwetter, nur im Süden und Südosten bilden sich heute teils kräftiger Gewitter.

Badewetter am Freitag, am Samstag im Osten Hitze

Am Freitag halten sich anfangs zwar in den Tal- und Beckenlagen der Alpen ein paar Nebelfelder, aber diese lösen sich noch am Vormittag auf. Auch die Quellwolken im Bergland bleiben harmlos und im ganzen Land kann man sich tagsüber auf viele Sonnenstunden freuen.
Am Samstag nähert sich dann eine Kaltfront und von Vorarlberg bis zum Innviertel steht bereits von der Früh weg unbeständiges Wetter mit Regenschauern am Programm. Zum Nachmittag hin kommt die Kaltfront allerdings nach Osten voran und bis zum Abend erreichen dann einzelne Gewitter auch das östlichen Flachland.

Am Sonntag wieder freundlicher, große Temperaturunterschiede am Montag

Am Sonntag macht sich dann ein Zwischenhoch bemerkbar und vorübergehend wird es wieder etwas ruhiger im Alpenraum. Anfangs gehen zwar noch ein paar Regenschauer nieder, mit Ausnahme von ein paar Wärmegewittern in den Alpen bleibt es aber im Großteil des Landes trocken.
Im Vorfeld einer Kaltfront bauen sich dann am Montag über Österreich große Temperaturgegensätze auf. Während der Westen bereits im Einfluss der Kaltfront liegt, dreht die Strömung im Osten auf Süd und es wird föhnig. Der Südföhn treibt dann die Temperaturen auf bis zu 36 Grad. Am Nachmittag gehen dann vom Salzburger Land bis zum Waldviertel teils kräftige Gewitter nieder, im Osten wird die Hitze vom stürmischen Westwind abgedrängt.

Hier noch ein paar Impressionen der gestrigen Gewitter:

 

© Stormscience Austria
Gewitter über Wr. Neustadt Mittwochabend © Stormscience Austria

 

Titelbild: © Stormscience Austria

Rückblick: Kräftige Gewitter am Mittwoch

Aufzug eines Gewitters @ Stormscience Austria, Daniel Eßletzbichl

Am Mittwoch 07.08.2019 entwickelten sich im Laufe des Nachmittags die ersten Gewitterzellen über dem zentralen Bergland, die dann am Abend und in der ersten Nachthälfte in Form einer starken Gewitterlinie samt Böenfront den Osten Österreichs erreichten. Starkregen, kleinkörniger Hagel und vor allem teils schwere Sturmböen wurden entlang der Linie beobachtet bzw. gemessen.

+++ Update 20:27 +++

Die Gewitterlinie hat mit Pauken und Trompeten Wien erreicht. Die Spitzenböen aus Wien und Umgebung:

  • 90 km/h Wien-Jubiläumswarte
  • 76 km/h Wien-Hohe Warte
  • 65 km/h Wien-Innere Stadt
  • 61 km/h Wien-Mariabrunn

 

  • 97 km/h Buchberg
  • 79 km/h Langenlebarn
  • 72 km/h  Tullnerfeld
  • 68 km/h Gumpoldskirchen

+++ Update 19:22 +++

Im Donauraum greift nun der Westwind teils mit Sturmböen durch. In der Nähe der Gewitter sind Spitzenwerte bis 80 km/h möglich! Aber auch der kurzzeitige Starkregen bleibt ein Thema: Zum Teil sind die Mengen zwar kräftig aber nicht exzessiv ausgefallen, hier die Werte der letzten Stunde:

  • 14 l/m², Weyer
  • 12 l/m², Rottenmann
  • 8 l/m², Hall/Admont
  • 7 l/m², Waidhofen/Ybbs

+++ Update 18:45 +++

Lange haben sie sich geziert, nun sind aber verbreitet Gewitter Richtung Osten unterwegs. Die Windspitzen der letzten Stunde:

  • 72 km/h, Kremsmünster
  • 68 km/h, Linz
  • 65 km/h, Wels
  • 61 km/h, Vöcklabruck, Wolfsegg und Wieselburg
  • 60 km/h, Haag
Die Gewitter ziehen rasch ostwärts. Daten: Austrocontrol

+++ Update 17:30 +++

Die Entwicklung der Gewitter kommt immer mehr in Fahrt. Derzeit bewegt sich im Tennengau eine kräftige Zelle Richtung Salzkammergut. Auch ebendort bzw. nach Norden bis nach Wels bildet sich eine kleine Gewitterlinie. In der kommenden Stunde frischt dann auch im Traunviertel der Westwind auf. Mit dem Druchzug der Gewitter sind Spitzen zwischen 50 und 60 km/h möglich.

Blitze der vergangenen Stunde (gelb = aktuellste Messung). Quelle: UBIMET/nowcast
Blitze der vergangenen Stunde (gelb = aktuellste Messung). Quelle: UBIMET/nowcast

+++ Update 16:15 Uhr +++

Langsam bewegt sich was. Immerhin ist nun ein erstes Gewitter in den Kitzbüheler Alpen entstanden., ein zweites bei Bruneck knapp westlich von Osttirol und ein drittes am südlichen Stadtrand von Salzburg.

Webcambild vom Salzburger Flughafen @ https://livecam.salzburg-airport.com/
Webcambild vom Salzburger Flughafen @ https://livecam.salzburg-airport.com/

+++ Update 15:30 Uhr +++

Es tut sich nach wie vor wenig. Die hohen Wolken sind nun bis Oberösterreich so dicht, dass die Sonne nicht mehr durchkommt. Zwar ist es dort 27 bis 28 Grad warm, aber womöglich fehlen gerade 1 bis 2 Grad, um Quellwolken auszulösen. Zumindest ist der Wind entlang der Donau nun erwartungsgemäß mehrheitlich auf östliche Richtungen gedreht, in Wien auf Süd. Damit strömt Luft vor der aufziehenden Front zusammen, jedoch ist die Luftbewegung recht schwach.

Temperaturverteilung um 15:10 Uhr @ UBIMET
Temperaturverteilung um 15:10 Uhr @ UBIMET

+++ Update 14:30 Uhr +++

Mit dem Regen hat es im Westen abgekühlt. Hier werden rund 18 Grad gemessen,  während es im Osten und Südosten bis zu 31 Grad heiß ist. Somit gibt es zwar 13 Grad Unterschied zwischen West und Ost, in Summe läuft aber nicht alles nach Plan. Vom Achensee bis ins Salzkammergut sollte es nun allmählich Gewitter auslösen, doch die vielen Wolken hemmen die Entwicklung.

+++ Update 14:00 Uhr +++

Bei München entstehen nun die ersten Gewitter, welche früher oder später noch für Oberösterreich interessant werden können. Was hingegen schlecht für die Entwicklung der Gewitter ist: Es ziehen schon recht viele Wolken auf Höhe von Salzburg und Oberösterreich durch.

Radarbild von 13:40 Uhr @ UBIMET, Austrocontrol
Radarbild von 13:40 Uhr @ UBIMET, Austrocontrol

+++ Update 12:45 Uhr +++

Momentan zieht in Vorarlberg und in Tirol Regen durch. Auch wenn es hier später wieder etwas aufreißt, so ist die Unwettergefahr hier doch eher gering. Von Salzburg ostwärts heizt jedoch gebietsweise die Sonne ein. Die momentan auf Höhe von Wien hängenden Wolken ziehen auch bald mal weiter.

Satellitenbild kombiniert mit aktuellen Blitzen von 12:40 Uhr @ UBIMET
Satellitenbild kombiniert mit aktuellen Blitzen von 12:40 Uhr @ UBIMET

+++ Update 11:00 Uhr +++

Momentan erstreckt sich der Tiefausläufer etwa vom Saarland bis nach Sachsen. Hier sowie südlich davon gibt es derzeit die größte Wetteraktivität, bereits existierende Gewitter ziehen mit rund 60 km/h nach Nordosten:

Registrierte Blitze von 11 Uhr @ UBIMET, nowcast
Registrierte Blitze von 11 Uhr @ UBIMET, nowcast

+++ Update 10:30 Uhr +++

Bereits gegen 10 Uhr werden im Osten und Südosten verbreitet über 25 Grad gemessen, im Raum Wien sowie im Wiener Becken gar bis zu 29 Grad. Dem gegenüber stehen bspw. 18 Grad in Innsbruck, wo bereits einige Wolken durchziehen. Im Laufe der nächsten Stunden wird sich dieser Gegensatz der Temperaturen noch verstärken.

Aktuelle Höchstwerte @ UBIMET
Aktuelle Höchstwerte @ UBIMET

+++ 10:00 Uhr +++

Ein Tief namens XAVER liegt schon seit Tagen über den Britischen Inseln und der Nordsee und die zugehörige Kaltfront erstreckt sich seit ebenso geraumer Zeit von Südwest nach Nordost quer über Deutschland. Entsprechend liegt der Alpenraum bisher auf der Vorderseite in einer südwestlichen Strömung, warme Luft wurde herangeführt. Heute erreicht dieser Prozess seinen vorläufigen Höhepunkt, im Tagesverlauf schwenkt die Kaltfront jedoch von West nach Ost durch und damit entlädt sich die gesamte in der Luft enthaltene Energie, teils kräftige Gewitter entstehen.

Los geht es bereits gegen Mittag in Vorarlberg, die Unwettergefahr ist hier jedoch noch eher gering. Nach Osten fortschreitend bilden sich am frühen Nachmittag in Tirol und später in Salzburg erste Gewitter. Je später, desto höher ist die Gefahr von einzelnen sehr kräftigen Gewitterzellen, welche Hagel und Sturmböen bringen können. In Oberösterreich und der Obersteiermark löst es im Laufe des Nachmittags aus, womöglich erst zum Abend hin. Ab diesem Moment erscheint es wahrscheinlich, dass Gewitter zunehmend verclustern/sich vereinen und als komplexeres System weiter nach Nordosten ziehen.

Sturmböen rücken dann in den Fokus, sie können am Abend auch bereits deutlich vor den Gewittern auftreten. Insbesondere im östlichen Flachland inklusive Wiens stellt dieser stürmisch auffrischende Wind womöglich die Hauptgefahr dar. Es wäre nicht unüblich, wenn sich dadurch Gewitter bis zum Wienerwald kommend auflösen und erst Richtung Slowakei oder im Seewinkel neu entstehen würden.

Weitgehend ruhig bleibt es übrigens im Südosten – von Klagenfurt bis ins Mittelburgenland passiert bis in die Nacht nichts.

 

Titelbild @ Stormscience Austria, Daniel Eßletzbichl

Blitzspektakel in Guatemala

@ Alyssa Barrundia, Facebook

Der 3760 m hohe Volcan de Agua befindet sich nur wenige Kilometer westlich von Guatemala-Stadt und ist nicht aktiv. Als dort am Donnerstag Blitze zuckten, war also nicht etwa vulkanische Aktivität die Ursache, sondern es handelte sich um ein normales Gewitter genau über dem Berg. Die markante Bergspitze hat sicher schon etliche Blitzeinschläge erlebt, doch diesmal fungierte sie ausgesprochen häufig als Ausgangspunkt für aufwärts gerichtete und radial auseinander gehende Blitze. Die Folge sind beeindruckende Aufnahmen:

Blitzspektakel in Guatemala

 

Titelbild @ Alyssa Barrundia,  https://www.facebook.com/alyssa.beyer.71

Sommerwetter mit Abstrichen

Sommer und Gewitter

Nach zwei unterkühlten und teils nassen Tagen macht sich von Westen her ein Hoch bemerkbar.  Somit dominiert in den meisten Landesteilen der Sonnenschein. Nur vom Mühl- und Waldviertel über die Obersteiermark bis nach Kärnten und die südliche Steiermark ziehen noch mehr Wolken und einzelne Schauer und Gewitter durch.

Niederschlagsmengen am Samstag mit den gemessenen Spitzenwerten pro Bundesland
Niederschlagsmengen am Samstag mit den gemessenen Spitzenwerten pro Bundesland
Blitzverteilung am Samstag
Blitzverteilung am Samstag

Es geht bergauf

Am Montag nähern sich die Temperaturen schon der 30-Grad-Marke an, dazu scheint zeitweise die Sonne. Ganz beständig verläuft aber auch der Wochenbeginn nicht, in Nordtirol und Salzburg kommt es am Nachmittag zu Schauern, in Osttirol und Kärnten sind am Abend einzelne Gewitter zu erwarten. Am Dienstag setzt sich das warme Sommerwetter fort, im Donauraum und im Osten liegen die Höchstwerte um die 30 Grad. Im Bergland hingegen wird es schwülwarm und zunehmend gewittrig. Lokal können die Gewitter auch schon kräftig ausfallen.

Zur Wochenmitte Hitze und Unwetter

Der Mittwoch verläuft Im Osten und Südosten dann heiß mit Höchstwerten von 30 bis 34 Grad. Im Westen bilden sich hingegen im Tagesverlauf kräftige Gewitter, die sich bis zum späten Abend auf den Großteil des Landes ausbreiten, nur von Unterkärnten bis zum Neusiedler See bleibt es noch freundlich. Die Gewitter können dann unwetterartig ausfallen, Starkregen, großer Hagel und Sturm sind möglich.

Der Donnerstag verläuft dann unbeständig und nass, am Freitag setzt sich wieder Sommerwetter durch und zum kommenden Wochenende deutet sich heißes Sommerwetter an.

Titelbild: StockAdobe

Unwetter in Italien, Starkregen in Österreich

Ein Italientief im Zusammenspiel mit einem Höhentief bringt im Süden des Landes momentan kräftigen und gewittrig durchsetzten Regen. Dabei gingen in der letzten Stunde in Deutschlandsberg 26,7 l/m² und in Leibnitz-Wagna 21,1 l/m² nieder. Die Graphik zeigt die Niederschlagssumme der Steiermark seit Mitternacht.

Niederschlagssumme Steiermark seit Mitternacht © UBIMET

Unwetter in Italien und Slowenien

Dieser Regen zieht allmählich über die Südsteiermark in Richtung Ungarn ab. Noch heftiger sind die Gewitter in Norditalien und Slowenien. Hier gab es an der Station Katarina in Slowenien 66 l/m² in wenigen Stunden. Auch in den folgenden Stunden muss in Norditalien Ungarn, Slowenien, Kroatien und Ungarn mit heftigen Gewittern gerechnet werden.  Dabei muss mit Starkregen und schweren Sturmböen gerechnet werden. Zudem ist großer Hagel möglich.

Von Westen her neue Schauer und Gewitter

Desweiteren gibt es auch in Tirol und Salzburg teils kräftiger Gewitter, die allmählich in Richtung Südosten ziehen. Im weiteren Verlauf des Nachmittags muss also insbesondere in Osttirol und Kärnten mit Gewittern gerechnet werden. Hier sind lokal auch größere Regenmengen möglich.

Titelbild: Webcam St. Aigen

Blitzreport Juli: 421.767 Entladungen gab es am Himmel

Aufgenommener Blitz von unserer Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien

In diesem bezüglich Gewittern nur leicht unterdurchschnittlichen Juli registrierte das Blitzmesssystem von UBIMET über ganz Österreich verteilt exakt 421.767 Blitze. Damit gab es zwar mehr als doppelt so viele Blitzentladungen wie im Juli des Vorjahres, dieser stellte jedoch mit 173.440 Blitzen die geringste Zahl seit Beginn der modernen Erfassung im Jahr 2010. Der Juli bildet zusammen mit Juni und August üblicherweise die blitzreichste Zeit des Jahres. In den Sommermonaten sind die meteorologischen Voraussetzungen für Gewitter am besten. Die Sonne erreicht zu dieser Zeit ihren Höchststand, die Luft wird entsprechend aufgeheizt. In Kombination mit feuchter Luft und der Topografie Österreichs entwickeln sich dann zahlreiche Gewitter.

Blitzdichte auf Gemeindebasis im Juli 2019 @ UBIMET
Blitzdichte auf Gemeindebasis im Juli 2019 @ UBIMET

Spitzenreiter Steiermark, Salzburg blitzreichste Stadt Österreichs

Mit exakt 134.917 Blitzen führt die Steiermark das Bundesländer-Ranking an, gefolgt von Niederösterreich mit gut 65.000 und Tirol mit etwa 64.000 Entladungen. An letzter Stelle befindet sich mit Wien einmal mehr das flächenmäßig kleinste Bundesland, hier gab es nur 613 Blitze.

Mit rund acht Blitzen pro Quadratkilometer liegt die Steiermark hinsichtlich der Blitzdichte ebenso knapp vorne, gefolgt von Salzburg und Tirol mit rund fünf Blitzen pro Quadratkilometer. Auf Gemeindeebene hat St. Stefan im Rosental (St) die Nase vorne, hier wurden 43 Blitze pro Quadratkilometer registriert.

Die fünf blitzreichsten Bezirke finden sich allesamt in der Steiermark, angeführt vom Bezirk Südoststeiermark mit 17.718 Entladungen. Mit 20,4 Blitzen pro Quadratkilometer war relativ gesehen allerdings die Stadt Salzburg der Spitzenreiter, gefolgt vom Bezirk Südoststeiermark mit 17,5 Blitzen und Leibnitz mit 16,5 Blitzen pro Quadratkilometer.

Gewitterfreie Tage bildeten im Juli die Ausnahme, an insgesamt 26 von 31 Tagen wurde in Österreich zumindest eine Entladung registriert.

Anzahl der Gewittertage im Juli 2019 @ UBIMET
Anzahl der Gewittertage im Juli 2019 @ UBIMET

Stärkster Blitz in Vorarlberg

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurden in Vorarlberg gemessen. Spitzenreiter ist eine Entladung mit mehr als 269.000 Ampere am Vormittag des 3. Juli in St. Gallenkirch im Bezirk Bludenz. In kürzester Zeit wurde dabei rund 17.000 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.

 

Blitze nach Bundesland, Anzahl und Blitzdichte

  • Steiermark 134.917 – 8,23 Blitze/km²
  • Niederösterreich 64.800 – 3,38 Blitze/km²
  • Tirol 63.679 – 5,04 Blitze/km²
  • Oberösterreich 53.174 – 4,44 Blitze/km²
  • Kärnten 40.943 – 4,29 Blitze/km²
  • Salzburg 37335 – 5,22 Blitze/km²
  • Burgenland 15.030 – 3,79 Blitze/km²
  • Vorarlberg 11.276 – 4,32 Blitze/km²
  • Wien 613 – 1,48 Blitze/km²
  • Österreich Gesamt 421.767 – 5,03 Blitze/km²

Die fünf stärksten Blitze

  • 269.200 Ampere St. Gallenkirch (V)
  • 243.200 Ampere Stadl-Predlitz(ST)
  • 234.900 Ampere Westendorf (T)
  • 221.000 Ampere Dunkelsteinerwald (NÖ)
  • 218.300 Ampere Egg (V)

Jahr 2019 bisher blitzschwach

Im gesamten Jahr 2019 wurden in Österreich bisher 718.170 Blitze registriert. Dieser Wert liegt deutlich unter der durchschnittlichen Zahl von 973.000 Blitzen, gemessen seit 2010, stellt aber nicht mehr den niedrigsten Wert dar. Im Vergleich dazu wurden in den letzten drei Jahren 2016 bis 2018 zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als eine Million Blitze verzeichnet.

 

Titelbild: Aufgenommener Blitz von unserer Webcam @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien

Kräftige Gewitter vor allem im Süden

Gewitteraufzug im Burgenland

Bereits in den Morgenstunden hat die Kaltfront von Tief WOLFGANG den Westen von Österreich erreicht und sorgt hier für viele Wolken und Schauer. Im Süden und Osten scheint hingegen noch häufig die Sonne.

Aktuelles Satellitenbild (09:30 Uhr), Kaltfront inkludiert und gefährdete Bereiche

Bereits zu Mittag entstehen in der schwül-warmen Luft aber erste Gewitter, die sich am Nachmittag auf das gesamte östliche Berg- und Hügelland ausbreiten und gegen Abend auch den Südosten von Österreich erreichen.

Starkregen und Hagel

Seit dem Wochenende befinden sich sehr feuchte Luftmassen über Österreich, daher muss man im Zuge der Gewitter punktuell mit großen Regenmengen rechnen. Innerhalb von kurzer Zeit sind bis zu 30 l/m² möglich. Besonders im Süden ist auch Hagel wieder ein Thema, die Hagelschlossen sind in den stärksten Gewitterzellen groß genug, um wieder Schäden an Autos oder in der Landwirtschaft anzurichten. Mit den Gewittern frischt auch kurzzeitig der Wind auf, Sturmböen treten aber nur selten auf.

Süden bleibt Hotspot

Am späten Abend gehen die Gewitter wieder zu Ende, am Donnerstag und Freitag folgen aber im Süden weitere Gewitter. Vor allem am Freitag kann es im äußersten Süden und Südosten im Zuge von Gewittern auch intensiv regnen. Erst am Wochenende geht die Gewitterneigung im Süden zurück, dann sind kurze Gewitter vor allem noch im Norden und Osten anzutreffen.

Quelle Titelbild: privat / Daniel Eßletzbichler

Juli 2019: Rund 1,5 Grad zu warm und meist zu trocken

Der Juli zeigte sich oft von seiner sonnigen Seite

Der Juli 2019 fällt mit einer Abweichung von +1,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel deutlich zu warm aus. Am größten war die Abweichung in Vorarlberg und dem Tiroler Oberland, hier war der Juli im Schnitt 2,5 Grad zu warm. Landesweit gestaltete sich der Juli 2019 überall zu warm und ist vergleichbar mit dem Juli aus dem Vorjahr. Geprägt war das Monat zunächst vom Ende der ersten großen Hitzewelle, einer etwas zu kühlen Monatsmitte, auf die eine weitere Hitzewelle folgte. Diese ging dann im Großteil des Landes mit heftigen Gewitter zu Ende.

Heißer Start

Bereits am ersten Tag im Juli wurden die Höchstwerte für das Monat erreicht, in Krems stieg das Thermometer auf 38,8 Grad. Ähnlich heiß wurde es dann mit 36,7 Grad in Innsbruck erst wieder in der letzten Julidekade.

Die Höchsttemperatur im Juli pro Bundesland

Dazu gab es in den tiefen Regionen verbreitet 7 bis 10 Hitzetage. Besonders schwitzen mussten die Villacher, hier wurden sogar 13 Tage mit mehr als 30 Grad registriert.

Anzahl an Hitzetagen

Tropennächte gab es hingegen mit Ausnahme der Bundeshauptstadt nur vereinzelt, in der Wiener Innenstadt sank das Thermometer hingegen 12 mal nicht unter 20 Grad.

Dass der Juli auch wenig sommerlich ausfallen kann, beweist der Blick auf den 11. des Monats. So wurden in der Früh im Lungau und stellenweise auch im Mühl- und Waldviertel Bodenfrost und folglich Reif beobachtet.

Die Tiefsttemperaturen im Juli pro Bundesland

Unwetter am Ende

In der letzten Julidekade baute sich eine weitere Hitzewelle auf, die am vergangenen Wochenende mit heftigen Unwettern zu Ende ging. Dabei kam es lokal durch die enormen Regenmengen zu Überschwemmungen und Vermurungen. Besonders in Kärnten und der Steiermark fielen stellenweise auch tennisballgroße Hagelkörner vom Himmel. Durch die Gewitter und den Starkregen in den Nordalpen wurde die Niederschlagsbilanz regional noch aufgebessert.

Niederschlagssumme mit Minima und Maxima pro Bundesland

Deutlich zu trocken fällt der Juli sowohl in einem Streifen vom Innviertel über die nördliche Steiermark bis nach Wien und das Burgenland als auch in Osttirol und Oberkärnten aus. Verbreitet fielen hier nur 50 Prozent des üblichen Niederschlags. Das Regensoll wurde im äußersten Süden, vom Außerfern bis zum Salzkammergut sowie im Weinviertel erreicht.

Sonne erfüllt Soll

Die Sonne gehörte im zurückliegenden Monat zum treuen Begleiter. Praktisch im ganzen Land erfüllte sie exakt ihr Soll, zum Teil schien sie auch etwas häufiger als im langjährigen Mittel. In Litschau, dem relativ sonnigsten Ort des Landes, machte sie rund 30 Überstunden. Der absolut sonnigste Ort des Landes ist ebenfalls in Niederösterreich zu finden. Zwerndorf verzeichnete bis zum heutigen Tag 285 Sonnenstunden.

Hier die sonnigsten Orte pro Bundesland:

 

Bundesland Ort Sonnenstunden
Niederösterreich Zwerndorf 285 h
Vorarlberg Rohrspitz 282 h
Steiermark Bad Radkersburg 274 h
Burgenland Mörbisch 269 h
Kärnten Klagenfurt 262 h
Tirol Mittewald / Drau 261 h
Oberösterreich Kollerschlag 260 h
Wien Hohe Warte 259 h
Salzburg Mattsee 240 h

Titelbild: Stock Adobe

Mehr als 100 Liter Regen in den Nordalpen

Große Regenmengen an der Alpennordseite.

Vorarlberg bis Oberösterreich betroffen

Seit dem gestrigen Sonntag lenkt ein Tief südlich von Österreich sehr feuchte Mittelmeerluft in den Alpenraum, an der Alpennordseite von Vorarlberg bis Oberösterreich wurde diese förmlich ausgequetscht. Die Folge sind sehr große Regenmengen, die bis dato zusammengekommen sind. Verbreitet wurden 40 bis 70 l/m² Regen gemessen, lokal sind aber auch Regenmengen von deutlich mehr als 100 l/m² registriert worden. In Rußbach im Tennengau sind beispielsweise 112 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen worden, als Konsequenz wurde dort Zivilschutzalarm ausgelöst.

Hier grafisch dargestellt die Regenmengen von Samstag bis Montagfrüh mit den jeweiligen Spitzenreitern der Bundesländer:

Große Regenmengen kamen an den Nordalpen zusammen.
Große Regenmengen kamen an den Nordalpen zusammen.

Dazu reagieren viele Bäche und Flüsse auf die großen Regenmengen: In Mittersill ist der Pegel der Salzach von 200 auf 500 cm angestiegen, was Alarmstufe 2 bedeutet. Einen deutlichen Anstieg verzeichnete auch die Tiroler Ache.

Nachfolgend der Pegelverlauf der Salzach bei Mittersill der vergangenen Woche:

Der Pegel der Salzach ist stark gestiegen.
Der Pegel der Salzach ist stark gestiegen.

Regenmengen von mehr als 100 l/m² in den vergangenen 24 Stunden:

  1. Ebnit* (V) 166 l/m²
  2. Niederndorferberg* (T) 120 l/m²
  3. Bödele* (V) 115 l/m²
  4. Hintersee/Almbach* & Großgmain* (S) 113 l/m²
  5. Rußbach am Paß Gschütt* (S) 112 l/m²
  6. Kobenzl* (S) 111 l/m²
  7. Salzburg Flughafen (S) 104 l/m²
  8. Klessheim* (S) 102 l/m²
  9. Hallein (S)* 100 l/m²

*Station des Hydrografischen Dienstes

Am Sonntag kräftige Gewitter im Nordosten

Bereits gestern Abend sind teils kräftige Gewitter im Nordosten Österreichs niedergegangen. In der Bundeshauptstadt wurden dabei 179 Blitze registriert, in Niederösterreich gab es sogar 6788 Entladungen. In Langenlebarn fielen 30 l/m², schon untertags wurden in Unterkärnten und der Südsteiermark Regenmengen von bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter registriert.

Hier eine Übersicht der Blitzentladungen am Sonntag – zeitlich aufgeschlüsselt:

Die meisten Blitze gab es in Wien und in Niederösterreich.
Die meisten Blitze gab es in Wien und in Niederösterreich.

Heute Wetterberuhigung

Mit der Verlagerung des Tiefs Richtung Rumänien stabilisiert sich am Montag die Wetterlage allmählich, der kräftige Regen zwischen Kaiserwinkl und Eisenwurzen klingt im Tagesverlauf ab. In den kommenden Tagen erwartet uns dann sommerlich warmes, aber nicht ganz beständiges Wetter. Am Dienstag und am Mittwoch werden dabei lokal bis zu 32 Grad erreicht, zum Wochenende hin kühlt es dann wieder ab. Gewitter bleiben dabei unser treuer Begleiter, vor allem im Berg- und Hügelland. Eine neuerliche Hitzewelle kündigt sich aus heutiger Sicht bis auf Weiteres nicht an.

 

Quelle: pixabay

Unwetter am Samstag, große Regenmengen heute

Schwere Gewitter am Samstag im Südosten Österreichs.

Die Gewitter vom gestrigen Samstag beleuchten wir weiter unten in diesem Beitrag näher, auch heute gibt es recht verbreitet kräftige Regenschauer und Gewitter. Ganz so heftig wie gestern sollte es aber nicht mehr werden.

Nasse Nordalpen

Dafür stehen der Alpennordseite große Regenmengen bevor, verantwortlich ist ein Tief über Norditalien, das seit gestern feuchte Luft heranlenkt. Diese wird zwischen Vorarlberg und Oberösterreich durch eine zunehmend nördliche Höhenströmung regelrecht ausgequetscht.

Hier sehen wir die 24-stündigen Regenmengen bis Montagvormittag, wie sie das Modell des Deutschen Wetterdienstes berechnet. Natürlich gibt es noch ein paar Unsicherheiten, Schwerpunkte dürften aber der Bregenzerwald sowie der Streifen vom Kaiserwinkl bis zum Ausseerland sein. Hier kommen 40-80, lokal auch um oder über 100 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen!

Große Regenmengen an der Alpennordseite.
Große Regenmengen an der Alpennordseite.

Schwere Gewitter am Samstag

Insgesamt 85.657 Blitzentladungen haben wir gestern in Österreich gemessen, gut die Hälfte davon entfiel (mal wieder) auf die Steiermark. Hier die Rangliste der Bundesländer:

Viele Blitze am Samstag.
Viele Blitze am Samstag.

Dazu gab es zum Teil große Regenmengen, an der Spitze der offiziellen Wetterstationen liegt Kalwang mit rund 55 l/m². Sogar 79 l/m² waren es am nahe gelegenen Präbichl, die Station Zwieselgraben (Semmering-Gebiet) des Hydrografischen Dienstes Steiermark hat mit mehr als 100 Litern pro Quadratmeter aber den höchsten Wert aufzuweisen.

Lokal kräftiger Regen am Samstag.
Lokal kräftiger Regen am Samstag.

Neben kräftigem Regen und einzelnen stürmischen Böen war aber v.a. der große Hagel in Teilen der Steiermark markant. Wir haben abschließend noch ein paar Bilder davon sowie der Schäden aus der Region:

Großer Hagel in Wildon.
Großer Hagel in Wildon.
Zerhageltes Kürbisfeld bei Wildon.
Zerhageltes Kürbisfeld bei Wildon.

Quelle Titelbild: Quelle: privat / Daniel Eßletzbichler

40 Grad und mehr: Rekordhitze in Westeuropa

Flaggen vin Belgien, Niederlanden, Luxemburg

Mit einer südlichen Höhenströmung gelangen derzeit extrem heiße Luftmassen nach Westeuropa, so gab es am Mittwoch in Frankreich und Westdeutschland Spitzenwerte über 40 Grad. In Geilenkirchen bei Aachen wurde mit 40,5 Grad sogar ein neuer Allzeitrekord für Deutschland aufgestellt. In Belgien wurde die 40-Grad-Marke nur um ein Zehntel verfehlt, mit 39,9 Grad in Kleine Brogel handelt es sich ebenfalls um einen neuen Landesrekord. In den Niederlanden kletterten die Temperaturen auf bis zu 39,3 Grad in Eindhoven, auch Allzeitrekord. Diese Werte haben aber nur einen Tag lang gehalten.

Neue Landesrekorde

Bereits am Donnerstag (25. Juli) wurden diese Werte neuerlich übertroffen, in Deutschland wurde ein vorläufiger Höchstwert von 42,6 Grad aufgestellt.

  • Deutschland: 42,6 Grad in Lingen (zuvor 40,5 in Geilenkirchen am Vortag bzw. 40,3 Grad im Jahr 2015)*
  • Belgien: 40,7 Grad in Beitem (zuvor 39,9 Grad in Kleine Brogel am Vortag bzw. 38,8 Grad im 2015 und 2018)
  • Niederlande: 40,7 Grad in Gilze-Rijen (zuvor 39,3 Grad in Eindhoven bzw. 38,6 Grad im Jahr 1944)
  • Luxemburg: 39 Grad am Flughafen Findel (zuvor 37,9 Grad. Es handelt sich um die offizielle Referenzstation des Landes, andere Stationen haben aber bis zu 40,8 Grad gemessen)
  • England: 38,7 Grad in Cambridge Botanic Garden (zuvor 38,5 Grad in Faversham, Kent, im August 2003)

Hitzepol Frankreich

Von Frankreich über Benelux bis nach Westdeutschland gab es am Donnerstag verbreitet Temperaturen um oder über 40 Grad an. Besonders heiß war es in Nordfrankreich, so wurde mit 42,6 Grad in der französischen Hauptstadt Paris der Jahrzehnte alte Temperaturrekorde von 40,4 Grad aus dem Jahre 1947 übertroffen. Der höchste Messwert in Frankreich stammt aber aus Saint-Maur-des-Fossés mit 43.6 Grad. An nicht weniger als 235 Stationen wurden am Donnerstag in Frankreich Höchstwerte von 40.0 Grad und mehr verzeichnet. Einen neuen Monatsrekord gab es mit 38,1 Grad zudem auch in England.

Prognose der Höchstwerte am Donnerstag von ICON. © DWD / UBIMET
Prognose der Höchstwerte am Donnerstag von ICON. © DWD / UBIMET

Dazu gab es unzählige weitere Stations- und Monatsrekorde: In diesem Sommer verliert man den Überblick, wie viele neue Hitzerekorde in Europa aufgestellt werden. In Frankreich wurde bereits am 28. Juni mit 46,0 Grad in Vérargues ein neuer Landesrekord aufgestellt.

37 Grad in Österreich

Hierzulande lagen die Höchstwerte am Donnerstag bei 36,2 Grad in Kirchberg an der Piealch, am Freitag gibt es neuerlich Werte bis 36 oder 37 Grad. Neue Hitzerekorde sind aber nicht zu erwarten, da die extrem heiße Luft über Westeuropa lagert und Österreich davon nur am Rande betroffen ist.

Prognose der Höchstwerte am Donnerstag von ICON. © DWD / UBIMET
Am Freitag gibt es im Norden und Osten Österreichs verbreitet 35 Grad. © UCM UBIMET

Gewitter am Wochenende

Am Wochenende gelangt der Alpenraum aber unter den Einfluss eines Italientiefs und die Gewitterneigung nimmt im ganzen Land zu, besonders entlang der Nordalpen und im Osten sind am Samstag örtlich auch kräftige Gewitter zu erwarten. Im Westen kühlt es spürbar ab, so liegen die Höchstwerte zwischen 23 Grad im Bregenzerwald und 32 Grad in Kärnten. Am Sonntag setzt sich das unbeständige Wetter fort, vor allem vom Bregenzerwald bis zum Innviertel sowie im Südosten sind gebietsweise auch große Regenmengen möglich. Dazu gibt es von West nach Ost 20 bis 31 Grad. Zu Wochenbeginn gehen die Temperaturen noch etwas zurück auf Werte unterhalb der 30-Grad-Marke.

Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Samstagnachmittag
Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Samstagnachmittag. © UBIMET / GFS

Titelbild © Adobe Stock

Riesige Waldbrände in der Arktis

Großflächige Waldbrände im hohen Norden.

Der trockene und außergewöhnlich warme bis heiße Sommer in der Arktis befeuert riesige Wald- und Torfbrände im hohen Norden der Erde. Nachfolgend haben wir für euch zwei Satellitenbilder herausgesucht, auf denen man das Ausmaß der Brände zumindest erahnen kann.

Russland

Auch in Sibirien brennt es derzeit vielerorts.
Auch in Sibirien brennt es derzeit vielerorts.

Alaska

Brände wüten u.a. in Alaska
Brände wüten u.a. in Alaska

Alleine im Juni und Juli sind bei den extremen Waldbränden in der Arktis bisher schon über 100 Megatonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangt. Zum Vergleich: Das ist weit mehr Kohlendioxid als ganz Österreich in einem Jahr ausstößt!

Einer der Hotspots ist neben Sibirien der US-Bundesstaat Alaska. Hier stellt sich ein paradoxer Zustand ein: Auf unserem letzten Bild sind nämlich alle aktuellen größeren Waldbrände (=grüne Dreiecke) der USA dargestellt. Dabei gibt es alleine in Alaska momentan 24 große Brände, in allen anderen Staaten dagegen zusammen nur 19 Brände.

Waldbrände in den USA
Waldbrände in den USA

Die Brände setzen große Mengen Rauch in die Atmosphäre frei, auf dem folgenden Bild sieht man, wie ein kräftiges Tief diesen Rauch mit in die Zirkulation aufnimmt. Zur Verdeutlichung: Der Durchmesser dieses Satellitenbildes ist 3.500 km, vergleichbar mit einer Distanz von Wien bis nach Kuwait!

Quelle Titelbild: pixabay

Auf unbeständigen Sonntag folgt eine Hitzewelle

Der Hochsommer kommt

Die Überreste nächtlicher Gewitter bringen seit der Früh von Vorarlberg bis ins Inn- und Mühlviertel Regen. Im Laufe des Vormittags haben sich auch weiter im Osten erste gewittrige Schauer gebildet.

Bisherige Niederschlagssumme am Sonntag
Bisherige Niederschlagssumme am Sonntag

Im Süden scheint hingegen noch die Sonne, doch auch hier muss ab den Mittagsstunden mit Schauern und Gewittern gerechnet werden. Diese können vor allem von Unterkärnten bis ins Südburgenland auch noch heftig mit Starkregen, Hagel und Sturmböen ausfallen. Nach Durchzug des Regengebiets lockern die Wolken im Westen und Norden wieder auf, am Abend sind vom Inn- bis ins Waldviertel aus Nordwesten nochmals Gewitter zu erwarten.

Hitze in der neuen Woche

Über Nacht beruhigt sich rasch das Wetter und Hoch YVONNE übernimmt das Zepter. Das Hoch sorgt in der neuen Woche für ideales Sommerwetter mit Höchstwerte meist zwischen 30 und 36 Grad. Dabei liegt der Hitzeschwerpunkt zunächst in Westösterreich und verlagert sich zum Ende der Woche in Richtung Osten. Das Gewitterrisiko ist zunächst äußerst gering, erst am Donnerstagabend steigt die Wahrscheinlichkeit für Hitzegewitter von Westen her langsam wieder an.

Rückblick auf die Gewitter am Samstag

Am Samstag gab es vom Arlberg bis zum Semmering einige teils heftige Gewitter. Der Schwerpunkt der Gewitter lag zwischen dem Tiroler Außerfern dem Ennstal bzw. Gesäuse.

Zeitliche Blitzverlauf am Samstag
Zeitliche Blitzverlauf am Samstag

Somit ist es auch wenig verwunderlich, dass es in Tirol die meisten Blitze gab. In ganz Österreich wurde insgesamt 32.132 Blitze von unserem Messnetz registriert.

Bundesland Blitzanzahl
Tirol 12.257
Steiermark 8.030
Salzburg 5.868
Kärnten 3.317
Oberösterreich 1.384
Niederösterreich 1.021
Vorarlberg 255



Mit den Gewitter kam es stellenweise zu Sturmböen und auch kleiner Hagel wurde öfters beobachtet. Beachtlich waren auch die Regenmengen, so sorgte ein Gewitter im Gesäuse an der Station Gstatterboden für knapp 64 l/m², wobei innerhalb von einer Stunde ganze 57 l/m² vom Himmel prasselten.

Niederschlagsverteilung am Samstag
Niederschlagsverteilung am Samstag

Titelbild: AdobeStock

Am Samstag Gewitter in den Alpen

Gewitter im Bergland

Tief THEO über den Britischen Inseln schaufelt an seiner Vorderseite feucht. warme Luft aus Südwesten in den Alpenraum. Somit kehrt der Hochsommer am Samstag nach Österreich zurück. Kurz vor 14 Uhr wird bereits in allen Bundesländer Höchstwerte von über 30 Grad gemessen.

Höchstwerte in den jeweiligen Bundesländer um 13:20 Uhr

Allerdings haben sich nun auch erste Schauer und Gewitter in der Obersteiermark gebildet und in den kommenden Stunden sind entlang des Alpenhauptkamm einige Gewitter zu erwarten.  Am Abend sind Gewitter im gesamten Bergland möglich, die meisten davon treten von Tirol bis zum Salzkammergut und Oberkärnten auf. Die Gewitter fallen stellenweise heftig aus, Hagel, Starkregen und Sturmböen sind möglich. Bis Mitternacht lösen sich die Gewitter wieder auf.

Gewittriger Sonntag

Nach einer kurzen Verschnaufpause ziehen bereits in den frühen Morgenstunden vom Bodensee bis zum Waldviertel aus Nordwesten Gewitter durch. Diese breiten sich tagsüber rasch auf das gesamte Bergland und den Süden aus. Ausgenommen davon bleibt das östliche Flachland, hier sorgt der lebhaft bis kräftig auffrischende West- bis Nordwestwind nur für eine geringe Schauer und Gewitterneigung.

Titelbild: Adobe Stock

Hitzewelle im Anmarsch, Sommer auf Rekordkurs

Hitze im Sommer

Die Großwetterlage in Europa stellt sich derzeit um: Die rege Tiefdrucktätigkeit über Nordeuropa lässt langsam nach und kommende Woche verlagert sich ein umfangreiches Hochdruckgebiet von Westeuropa nach Skandinavien. Mit einer westlichen Höhenströmung erfasst dabei subtropische Warmluft vom Atlantik her Mitteleuropa. Unter Hochdruckeinfluss wird die Luft zusätzlich erwärmt. Besonders heiß wird es in Westeuropa, so zeichnen sich von Dienstag bis Donnerstag besonders im Südwesten und in der Mitte Frankreichs Höchstwerte knapp über 40 Grad ab.

Hitze und Gewitter am Wochenende

Bereits am Samstag steigen die Temperaturen in Österreich verbreitet 28 bis 33, im Osten lokal auch 34 Grad. Am Nachmittag und Abend sind im zentralen Bergland von Tirol bis zur westlichen Obersteiermark und Oberkärnten aber teils kräftige Hitzegewitter zu erwarten. Lokal besteht dabei die Gefahr von Vermurungen und Hagel.

Prognose von Gewitterregen am Samstagnachmittag und -abend von RACE. © UBIMET
Prognose von Gewitterregen am Samstagnachmittag und -abend von RACE. © UBIMET

Am Sonntag nimmt die Gewitterneigung vor allem in Kärnten und in der Steiermark weiter zu, die Temperaturen bleiben mit 25 bis 32 Grad aber auf hochsommerlichem Niveau. In den Ballungsräumen sind zudem wieder Tropennächte mit einem Tiefstwert über 20 Grad zu erwarten.

Trockene und heiße Woche

Die Zeit vom 23. Juli bis zum 23. August ist landläufig als Hundstage bekannt und gilt als die heißeste Zeit im Jahr. Passend dazu erwartet uns eine Woche mit Temperaturen auf hochsommerlichem Niveau: Die Höchstwerten in den Niederungen liegen meist zwischen 30 und 35 Grad. Die höchsten Temperaturen gibt es von Vorarlberg bis Salzburg, ganz so extreme Temperaturen wie im Juni sind aber zumindest in der ersten Wochenhälfte noch nicht zu erwarten. Dazu bleibt die Gewitterneigung gering, nur vereinzelt zeichnen sich am Alpenhauptkamm und im südlichen Bergland Hitzegewitter ab. Ein Ende der Hitzewelle ist nach derzeitigem Stand frühestens am kommenden Wochenende in Sicht.

Prognostizierte Höchstwerte am Dienstag von ICON. © DWD / UBIMET
Prognostizierte Höchstwerte am kommenden Dienstag von ICON. © DWD / UBIMET

Sommer auf Rekordkurs

Nach dem extrem heißen Juni, der nicht nur in Österreich der bislang wärmste Junimonat der Messgeschichte war, wird auch der Juli überdurchschnittlich temperiert ausfallen. Zwar liegen die Temperaturen bislang noch um oder knapp oberhalb des langjährigen Mittels, mit der bevorstehenden Hitzewelle wird aber auch dieser Monat deutlich zu warm ausfallen. Wir haben somit die heißeste erste Sommerhälfte der Messgeschichte erlebt. Bereits jetzt steht schon fest, dass der Sommer 2019 eine Spitzenplatzierung im Gesamtranking der heißesten Sommer einnehmen wird.

Titelbild © Adobe Stock

Sommerwetter mit lokalen Wärmegewittern

Gewitter am Wechsel. © Daniel Eßletzbichler

Mitteleuropa liegt derzeit unter dem Einfluss von Hoch XANDRA. Die Druckgegensätze sind aber relativ gering und im Einflussbereich einer westlichen Höhenströmung sorgen Tiefausläufer über Nordeuropa sowie lokale Windkonvergenzen im Alpenraum besonders am Alpenhauptkamm sowie im südlichen und östlichen Bergland für Schauer und Gewitter.

Gewitter im Südosten

Am Donnerstagnachmittag sind vor allem die Regionen von Tirol und Kärnten bis zur Obersteiermark sowie das Waldviertel betroffen. Örtlich können die Gewitter aber auch auf das angrenzende Flachland übergreifen, etwas im Südosten und im Mostviertel. Ein Gewitter mit Hagel hat bereits am frühen Nachmittag St. Polten getroffen. Etwas stabileres Wetter gibt es dagegen im äußersten Westen, im Innviertel, im westlichen Donauraum sowie im Weinviertel.

Lokale Schauer am Freitag

Auch der Freitag zeigt sich von seiner oftmals freundlichen, aber nicht ganz beständigen Seite. Insgesamt überwiegt der Sonnenschein, an der Alpennordseite ziehen in der Früh und am Vormittag Wolkenfelder durch, da und dort sind Regenschauer möglich. In der zweiten Tageshälfte gehen dann in erster Linie über dem Bergland lokale Schauer und Gewitter nieder. Die Temperaturen steigen dazu im äußersten Osten auf bis zu 30 Grad.

Hitzewelle in Sicht

Am Samstag sorgt eine leicht föhnige Südwestströmung für stabiles Sommerwetter, nur am Alpenhauptkamm gehen am späten Nachmittag lokale Hitzegewitter nieder. Bei Höchstwerten bis zu 33 Grad beginnt zudem eine neue Hitzewelle, welche sich nach derzeitigem Stand zumindest bis Donnerstag oder Freitag fortsetzt. Solch extreme Temperaturen wie im vergangenen Juni sind aber vorerst nicht in Sicht, so liegen die Höchstwerte meist zwischen 30 und 33 Grad.

Kräftige Gewitter am Mittwoch

Vor allem von Osttirol über Kärnten bis zur Steiermark gab es am Mittwochabend teils kräftige Gewitter. Örtlich kam es dabei zu großen Regenmengen in kurzer Zeit und kleinkörnigem Hagelschlag. Anbei die nassesten Wetterstationen am Mittwoch:

  • 38 mm Seckau (ST)
  • 35 mm Ferlach (K)
  • 29 mm Friesach (K)
  • 28 mm Arriach (K)
  • 27 mm Pörtschach (K)
  • 26 mm Völkermarkt (K)
  • 25 mm Zeltweg (ST)
Regenmengen am Mittwoch. © UBIMET
Regenmengen am Mittwoch. © UBIMET

Blitze am Mittwoch. © UBIMET
Blitze am Mittwoch. © UBIMET


Titelbild: Gewitter am Wechsel am Mittwoch © Daniel Eßletzbichler

Altocumulus Lenticularis: Beeindruckende Föhnfische in Indonesien

Föhnwolke

Diese ästhetischen Wolken, im Fachjargon Altocumulus lenticularis, also “linsenförmige hohe Haufenwolken” genannt, entstehen wenn ein in der Luftströmung stehender Berg von mäßig feuchter Luft überströmt wird. Die zunächst nicht gesättigte Luft kühlt beim Aufsteigen bis zur Wolkenbildung ab, an der Rückseite des Berges sinkt die Luft hingegen wieder ab und die Wolke löst sich auf. Die Luft weht also durch diese ortsfeste Wolke hindurch und während sich die Wolke am windzugewandten Ende dauernd neu bildet, löst sie sich am windabgewandten Ende ständig auf. Im Alpenraum werden sie meist als Föhnfische bezeichnet, da ihre Form an den Körper eines Fisches ohne Flossen erinnert. Am Mittwoch gab es beeindruckende Bilder davon am Vulkan Rinjani auf der indonesischen Insel Lombok.

Auch ohne Föhn

Diese Wolken entstehen speziell bei einer stabil geschichteten Atmosphäre und können bei ausreichender Feuchte auch mehrere Stockwerke aufweisen. Gute Bedingungen dafür gibt es besonders häufig bei alleinstehenden, hohen Bergen wie es meist bei Vulkanen der Fall ist. Manchmal entstehen Föhnfische aber auch anhand von Schwerewellen, die sich an der Grenze zwischen zwei übereinander liegenden Luftschichten mit unterschiedlicher Windrichtung bilden. Dann haben sie üblicherweise auch eine Eigenbewegung und können hunderte von Kilometern entfernt von einem Gebirge auftreten.

In den Alpen treten solche Wolken in der Regel bei Föhn auf, nicht selten allerdings auch bei einer westlichen Höhenströmung. Ein paar schöne Beispiele von Lenticularis folgen unten bzw. gibt es auch hier: Föhnwolken – Beeindruckende Aufnahmen aus Vorarlberg

Föhnwolken in der Schweiz. © www.foto-webcam.eu
Föhnwolken in der Schweiz. © www.foto-webcam.eu
Föhnfische am Schneeberg. © https://www.panomax.com/en.html
Föhnfische am Schneeberg. © https://goldbergen.panomax.com/

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Titelbild: Miqade @suryadelalu via Twitter

Gewittertief im Zentralen Mittelmeer

Wasserhosen im Mittelmeer © shutterstock

Die Serie von schweren Gewittern im zentralen Mittelmeerraum reißt nicht ab. Von Sonntag auf Montag zog ein Höhentief über die Alpen in den Golf von Genua und induzierte dort am Montag die Bildung eines Tiefs. Durch die eingeflossen kalte Höhenluft bilden sich über dem derzeit 27 Grad warmen Meerwasser rasch Gewitter. Diese bringen vor allem intensiven Regen. Betroffen sind davon derzeit vor allem Korsika, Ligurien und stellenweise die Toskana. Im Zuge der Gewitter kam es auch schon zu Wasserhosen, wie hier vor Bastia, Korsika:

Unwetter über Nacht in Süditalien

Das Tief und in Folge auch die Gewitter verlagern sich in den kommenden Stunden südwärts. Über Nacht sind vor allem in Süditalien heftige Gewitter mit großem Hagel, Sturm und Starkregen zu befürchten.

Aktuelle Lage des Tiefs und die weitere Zugbahn

Am Dienstag sorgt das Tief dann an der Westküste von Griechenland  sowie auf dem Peloponnes für teils starke Gewitter. Erst wenn sich das Tief Kreta nähert löst es sich allmählich auf. Nach Abzug des Tiefs dürfte die Serie an Unwettern im Zentralen Mittelmeer vorüber sein, und heißes trockenes Sommerwetter setzt sich durch.

Buschfeuer in Grönland und Alaska

Seltenes Ereignis: Flurbrände in Grönland

Zunächst mal eine Übersicht, wo befinden wir uns eigentlich? Ausgebrochen ist der Brand etwa 20 km östlich der Stadt Sisimiut (= rote Markierung), mit 5.500 Einwohnern der zweitgrößten Stadt der zu Dänemark gehörenden Insel. Der Polarkreis liegt übrigens 50 km südlich des Feuers…

Karte von Grönland.
Karte von Grönland.

Bereits 2017 gab es in Grönland einen großen Brand, auf dem folgenden Satellitenbild sieht man neben dem aktuellen Brand unten links auch die verbrannte Fläche im oberen Bildausschnitt.

Nachfolgend noch ein hochaufgelöstes und herangezoomtes Satellitenbild des Feuers, der Durchmesser dürfte ca. 1 km betragen. Besonders macht dieses Feuer (und auch jenes von 2017) der Umstand, dass es zuvor praktisch noch nie Busch- und Flurbrände auf Grönland gab.

Satellitenbild des Brandes.
Satellitenbild des Brandes.

Doch nicht nur auf Grönland brennt es, auch in anderen Teilen der Arktis wüten Wald- und Buschfeuer. Besonders stark betroffen ist der US-Bundesstaat Alaska. Hier haben die Feuer in diesem Jahr bereits mehr als 5.000 km² Land vernichtet, der dritthöchste Wert seit Beobachtungsbeginn vor knapp 30 Jahren. Zum Vergleich: dies entspricht der doppelten Größe Vorarlbergs!

Hauptverantwortlich für die Brände in Alaska dürften neben dem extrem warmen und trockenen Sommer (siehe hier) auch zahlreiche Gewitter sein, die diese Woche über den Bundesstaat hinweggezogen sind. Siehe hierzu die Blitzentladungen auf dem nächsten Bild. Für die Arktis sind Gewitter selbst im Hochsommer alles andere als gewöhnlich.

Somit stellt sich ein paradoxer Zustand ein: Auf unserem letzten Bild sind nämlich alle aktuellen größeren Waldbrände der USA dargestellt. Dabei gibt es alleine in Alaska momentan rund doppelt so viele Brände wie in allen anderen Staaten zusammen!

Übersicht aktueller Brände in den USA.
Übersicht aktueller Brände in den USA.

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Kommende Woche Rückkehr der 30 Grad

Die Hitze mit mehr als 30 Grad kommt zurück.

Kräftige Gewitter am Freitag, wechselhaftes Wochenende

Am Freitag gingen teils kräftige Gewitter nieder, rund 21.000 Blitze wurden am Himmel über Österreich gezählt. Am stärksten betroffen waren dabei die Steiermark, Oberösterreich und Vorarlberg. Neben kleinkörnigem Hagel kamen örtlich große Regenmengen zusammen, 37 l/m² prasselten am gestrigen Tag in Sulzberg vom Himmel. Auch der Samstag und Sonntag stehen noch im Zeichen von schaueranfälligem und etwas zu kühlem Sommerwetter, lokale Gewitter sind ebenfalls wieder einzuplanen. Unwettergefahr besteht am Wochenende aber nicht mehr.

Der Trend geht nach oben

In der neuen Woche stellen sich nicht nur häufig sonnige Verhältnisse ein, auch die Temperaturen beginnen wieder sukzessive zu steigen. Am Montag erwarten uns noch leicht unterdurchschnittliche 19 bis 26 Grad, am Mittwoch liegen die Höchstwerte dann schon zwischen 21 und 29 Grad. Auch die 30-Grad-Marke rückt wieder ins Visier, sie dürfte nach derzeitigem Stand am Freitag erstmals seit knapp zwei Wochen wieder geknackt werden. Ein erster, vorsichtiger Ausblick auf das kommende Wochenende deutet sogar mit Temperaturen bis zu 36 Grad große Hitze an.

Es wird sukzessive wärmer.
Es wird sukzessive wärmer.

Himmelsspektakel Dienstagnacht

Auch für alle Hobbyastronomen hat die neue Woche spannendes zu bieten. Dienstagabend bzw. in der Nacht auf Mittwoch lässt sich nämlich in Österreich eine partielle Mondfinsternis beobachten. Bei einer solchen Mondfinsternis tritt der Mond zumindest teilweise in den Kernschatten ein, den die von der Sonne beleuchtete Erde im Weltraum wirft. Dieses astronomische Ereignis findet also statt, wenn Sonne, Erde und Mond nahezu exakt auf einer geraden Linie liegen.

Die Beobachtungschancen stehen im ganzen Land ausgezeichnet, meist ist der Himmel nämlich sternenklar oder nur gering bewölkt. Zunächst tritt der Mond um 20:43 Uhr in den Halbschatten der Erde ein, ehe er zwischen 22:01 und 00:59 Uhr teilweise in den Kernschatten der Erde eintaucht. Die maximale Verdunkelung findet um 23:30 Uhr statt, die Mondfinsternis endet schließlich um 02:17 Uhr.

Eckdaten für Wien (für andere Orte betragen die Abweichungen nur wenige Minuten):

  • 20:43 Uhr – Beginn der Halbschattenfinsternis
  • 22:01 Uhr – Partielle Finsternis beginnt
  • 23:30 Uhr – Höhepunkt der Mondfinsternis
  • 00:59 Uhr – Partielle Finsternis endet
  • 02:17 Uhr – Ende der Halbschattenfinsternis

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Aprilwetter im Juli

Aprilwetter im Juli

Am Freitagvormittag sorgt die Front des Nordseetiefs namens QUINCTILIUS im Osten von Österreich für leichten aber flächendeckenden Regen. Hinter der Front fließt feucht-labile und mäßig warme Atlantikluft zu den Alpen.

Satellitenbild von Freitagfrüh @UBIMET/METEOSAT
Satellitenbild von Freitagfrüh zeigt die Front über dem Osten von Österreich und schon erste Gewitter im Südwesten von Deutschland @UBIMET/METEOSAT

Somit bilden sich im Tagesverlauf im ganzen Land zahlreiche Schauer, stellenweise bilden sich auch Gewitter. Lokal können die Gewitter etwas kräftiger ausfallen und Starkregen und kleinkörnigen Hagel bringen.

Regen vor allem im Norden

Das Tief zieht bis zum Samstag südostwärts in Richtung Balkan, dabei überquert es Freitagnacht auch die Alpen und sorgt besonders in den Staulagen der Nordalpen vom Bregenzerwald bis zum Salzkammergut für starken Regen.

Prognostizierte Regenmengen bis Samstagmittag
Prognostizierte Regenmengen bis Samstagmittag

Am Samstag liegt Österreich dann auf der Rückseite des Tiefs in einer Nordströmung. Somit bleibt es an der Alpennordseite unbeständig mit vielen Schauern, südlich der Alpen macht sich hingegen der Nordföhn bemerkbar. Somit scheint von Osttirol bis in die südliche Steiermark zeitweise die Sonne und am Nachmittag bilden sich nur vereinzelt Gewitter.

Am Sonntag setzt sich das Aprilwetter fort

Am Sonntag lässt die feuchte Nordströmung nach, somit scheint auch nördlich der Alpen wieder öfter die Sonne. Allerdings zieht im Tagesverlauf ein kleines Höhentief über die Alpen hinweg, das vor allem im Westen und Südwesten für ein Aufleben der Schauertätigkeit sorgt. Auch Gewitter sind wieder dabei. Trocken und sonnig bleibt es diesmal im Südosten des Landes.

Zu Beginn der neuen Woche setzt sich dann allmählich hoher Luftdruck durch und die Schauerneigung geht zurück. Die nördliche Strömung bleibt und noch erhalten, somit muss man sich zumindest bis zu Wochenmitte weiter auf mäßig warmes Wetter einstellen.

Titelbild: AdobeStock

USA: 1. Hurrikan der Saison?

Offiziell beginnt jedes Jahr am 1. Juni die Hurrikansaison im Atlantik. Bisher verlief die Saison ungewöhnlich ruhig und auch der mögliche erste Hurrikan der Saison hat eine ungewöhnlich Entwicklungsphase hinter sich.

Untypische Zugbahn

Die meisten Hurrikans am Atlantik bilden sich westlich von Kap Verde mitten am Atlantik und ziehen dann langsam westnordwestwärts in Richtung Karibik oder Richtung USA.

Satellitenbild vom Tief @NOAA NHC

Doch diesmal hat sich bereits in der Vorwoche ein Tief im Mittleren Westen der USA gebildet und brachte dort verbreitet starke Gewitter. Das Tief zog in den vergangenen Tagen langsam nach Süden und liegt nun über dem Golf von Mexiko. Hier hat das Meerwasser etwa 32 Grad und das Tief kann neuerlich an Stärke gewinnen. Bereits am Freitag sollte sich aus dem Tief ein tropischer Sturm bilden und am Samstag ist dann sogar eine Weiterentwicklung zu einem Hurrikan namens Barry möglich. Es wäre erst der 3 Hurrikan in den vergangenen 150 Jahre der schon im Juli auf die Küste von Loiusiana trifft.

Überflutungen in New Orleans

Da der Sturm nur langsam zieht werden vor allem in der Millionenmetropole New Orleans massive Überschwemmungen in den tiefer gelegenen Stadtteilen befürchtet. Bereits gestern hat ein vom Tief ausgelöstes Gewitter die Stadt getroffen und stellenweise für Überflutungen gesorgt.

Der Mögliche Hurrikan Barry trifft wohl am Samstag knapp westlich von New Orleans auf Land und bringt enorme Regenmengen von teilweise 300 l/m² innerhalb von 24 Stunden. Neben den Regenmengen ist auch die Sturmflut ein Problem, die das Wasser des Mississippis ins Landesinnere drängt. Durch die Kombination aus Sturmflut und Starkregen wird davon ausgegangen, dass der Sturm der schlimmste seit Katharina sein wird.

Zugbahn des Tiefs @ UBIMET

Titelbild: Adobe Stock

Heute vor zwei Jahren: Der Tornado bei Wien

Tornado südlich von Wien © Stormhunters Austria

Der 10. Juli des Jahres 2017 hatte es in sich: Die Luft hatte sich im Osten Österreichs auf rund 33 Grad aufgeheizt, im Vorfeld einer Kaltfront waren perfekte Bedingungen für kräftige Gewitter gegeben. Was dann geschah, kennen die meisten wohl nur aus den USA. Über dem Wienerwald bildete sich eine kräftige Gewitterzelle, diese zog inklusive Tornado anschließend knapp südlich an Wien vorbei Richtung Donau.

Den Stormhunters Austria (sog. Chaser, hier geht es zu ihrem Bericht dieses Tages) gelangen dabei u.a. folgende faszinierende Aufnahmen:

Tornado südlich von Wien am 10. Juli 2017 © Stormhunters Austria
Tornado südlich von Wien am 10. Juli 2017 © Stormhunters Austria
Tornado südlich von Wien am 10. Juli 2017 © Stormhunters Austria
Tornado südlich von Wien am 10. Juli 2017 © Stormhunters Austria
Tornado südlich von Wien am 10. Juli 2017 © Stormhunters Austria
Tornado südlich von Wien am 10. Juli 2017 © Stormhunters Austria

Auch im Video präsentierte sich der Tornado spektakulär, manch ein Chaser muss jahrelang warten, ehe er einen Tornado zu Gesicht bekommt.

In den Regensummen des Tages erkennt man gut die Spur des Gewitters von Heiligenkreuz im Wienerwald bis zur slowakischen Grenze. In Simmering fielen rund 70 Liter Regen (und Hagel) pro Quadratmeter:

24-stündige Regenmengen am 10. Juli 2017 © UBIMET
24-stündige Regenmengen am 10. Juli 2017 © UBIMET

Eindrucksvoll auch die „Blitzspur“ der Superzelle direkt vor den Toren Wiens (weiße Farbe bedeutet mehr als 30 Blitze pro Quadratkilometer):

Blitzverteilung am 10. Juli 2017 © UBIMET
Blitzverteilung am 10. Juli 2017 © UBIMET

Abschließend noch zwei Bilder des großen Hagels im Süden und Südosten Wiens:

 

300 km: Superzelle hinterlässt Spur in 4 Ländern

Registrierte Blitze zwischen 11 und 23 Uhr am 08.07.2019, in grau markiert die Spur der genannten Superzelle @ UBIMET, nowcast

Wie an einer Schnur gezogen, bewegte sich eine einzelne Gewitterzelle über eine Strecke von 300 km hinweg vom nordöstlichsten Zipfel Italiens über Slowenien und Kroatien bis nach Bosnien. Es handelte sich um eine so genannte Superzelle (Erklärung hier, schematische Darstellung unten) – in einer Ausprägung und Beständigkeit, wie sie nur selten vorkommt. Sie hinterließ im sprichwörtlichen Seite eine Spur der Verwüstung, denn entlang der Zugbahn wurden aus allen betroffenen Ländern Schäden durch Hagelschlag, Überflutungen und schwere Sturmböen gemeldet. Nachfolgend Eindrücke dazu:

Schematische Seitenansicht einer Superzelle @ https://upload.wikimedia.org
Schematische Seitenansicht einer Superzelle @ https://upload.wikimedia.org

Wie man am Titelbild erahnen kann, hat es auch wieder andere Regionen rund um die nördliche Adria getroffen, u.a. einmal mehr Venedig:

 

Titelbild: Registrierte Blitze zwischen 11 und 23 Uhr am 08.07.2019, in grau markiert die Spur der genannten Superzelle @ UBIMET, nowcast

Venedig & co.: Unwetter in den Urlaubsregionen

Aufnahme des Kreuzfahrtschiffes in Venedig @ Facebook / Davide Ravagnan

Zunächst ein kurzer Rückblick auf Österreich: Vor allem Kärnten hat es gestern erwischt, bereits am Vormittag hatte sich eine kräftige Hagelzelle bei Dellach im Drautal gebildet und ist über die Weißensee-Region bis Hermagor und weiter das Gailtal entlang gezogen. Nachfolgendes Video zeigt, welche Hagelmassen hier vom Himmel gekommen sind. Gewittert hat es vor allem auch von Vorarlberg bis nach Oberösterreich, zu Niederschlag kam es hingegen nahezu im ganzen Land. Die Natur freut sich.

Niederschlagssumme am Sonntag, den 07.07.2019 @ UBIMET
Niederschlagssumme am Sonntag, den 07.07.2019 @ UBIMET

Besonders günstig für die Entwicklung schwerer Gewitter waren die Bedingungen im nördlichen Italien. In Vercelli westlich von Mailand sorgten Hagelschlosse von 6-7 cm für massive Schäden, selbst Dachziegel wurden hier im großen Stile zerstört.

Auch Südtirol oder die Gardaseeregion wurde von Unwettern überquert, hier sorgten vor allem Sturmböen für Schäden:

In Venedig kam es zu einer brenzligen Situation, als ein Kreuzfahrtschiff seitlich von einem Downburst erfasst wurde und außer Kontrolle geriet. Erst im letzten Moment konnte eine Kollision mit dem ‚Festland‘ und anderen Booten vermieden werden.

Weiter ostwärts hat es auch Slowenien und Kroatien erwischt. Anhand des Bildes aus Ptuj sieht man, welch zerstörerische Wirkung eine Kombination aus Hagel und Sturm haben kann. Die Ernte ist hier verloren.

Titelbild: Aufnahme des Kreuzfahrtschiffes in Venedig @ Facebook / Davide Ravagnan

Kräftige Gewitter am Sonntag

Aufziehendes Gewitter

Bereits in der Früh ziehen von Bayern kommend kräftige Schauer und Gewitter auf, die  für starken Regen und stürmischen Wind sorgen.

Die Kaltfront liegt noch über der Mitte von Deutschland und nähert sich heute tagsüber den Alpen an. Im Vorfeld entstehen teils kräftige Gewitter.

Ab dem späten Vormittag greifen die Schauer und Gewitter auch auf den Süden von Österreich über. Dabei ist vor allem im äußersten Süden vom Klagenfurter Becken bis ins Südburgenland nochmals mit kräftigen Gewittern samt Hagel und Sturmböen zu rechnen. Im übrigen Land handelt es sich hingegen meist um Starkregen und teils stark auffrischendem Wind.

Unwetter an der Oberen Adria

Große Unwettergefahr herrscht am Sonntag besonders bei unseren südlichen Nachbarn. In Slowenien, Kroatien und an der Oberen Adria sind am Nachmittag und Abend Unwetter mit Orkanböen und sehr großem Hagel zu befürchten! Bereits am Samstag gab es im Norden von Italien sehr großen Hagel:

Titelbild: Bild von Tobias Hämmer auf Pixabay

Rückblick: Am Samstag Unwetter im Westen und Süden

@ foto-webcam.eu

Am Samstag, dem 06. Juli 2019 zogen besonders im Westen und im Süden Österreichs teils schwere Gewitter durch. Hier noch die Ranglisten der Extreme für Regen und Wind, sowie die Analysen der Blitze und der Niederschläge.

Nasseste Orte - © UBIMET
Nasseste Orte – © UBIMET
Stärkste Windböen - © UBIMET
Stärkste Windböen – © UBIMET
Blitzverlauf des Tages  © nowcast, UBIMET
Blitzverlauf des Tages © nowcast, UBIMET
Niederschalgssumme des Tages © UBIMET
Niederschalgssumme des Tages © UBIMET

+++ Update 23:00 Uhr +++

Die Gewitter schwächen sich generell langsam ab. Ein paar stärkere Zellen sind derzeit noch zwischen dem oberen Murtal und dem Lavanttal unterwegs. Hier noch ein Video aus dem Wechselgebiet mit ordentlichen Blitzraten!

+++ Update 22:00 Uhr +++

Höchste Warnstufe für die Gewitter in der Steiermark! An der Wetterstation Frohnleiten im Murtal sind 21.5 l/m² binnen 20 Minuten gefallen und wurden Böen bis zu 97 km/h gemessen.

Radarbild 06.07.2019 um 21:50 MESZ - © Austrocontrol, UBIMET
Radarbild 06.07.2019 um 21:50 MESZ – © Austrocontrol, UBIMET

+++ Update 21:15 Uhr +++

An unserer Wetterstation St. Georgen ob Judenburg sind innerhalb von 20 Minuten ganze 31 l/m² gefallen, das reicht definitv für kleinräumige Überflutungen. Bemerkenswert auch die 90 km/h in Dellach im Drautal, solche Böen werden hier eher selten gemessen.

+++ Update 21:00 Uhr +++

Die Gewitter westlich von Graz haben es in sich, lokal ist hier wieder mit Hagel zu rechnen. In den Seetaler Alpen warnen wir mit der höchsten Stufe violett. Und auch bei der kürzlich zwischen Kindberg und Mürzzuschlag entstandene Zelle ist Vorsicht geboten.

Derweil verstärken sich auch die Gewitter in Osttirol und Oberkärnten immer mehr.

Aktuelle Blitzentladungen um 21:00 Uhr @ UBIMET, nowcast
Aktuelle Blitzentladungen um 21:00 Uhr @ UBIMET, nowcast

+++ Update 20:30 Uhr +++

Von Südtirol aus haben sich die Gewitter weiter nach Osten verlagert, hier kann man nun hübsche Mammatus-Wolken beobachten.

Die kräftigsten Gewitter befinden sich aktuell über Friaul, doch auch angrenzend im südlichen Osttirol und Oberkärnten haben sich einzelne schwächere Gewitter gebildet.

+++ Update 20:00 Uhr +++

Kräftige Gewitter nun im Bereich Oberes Murtal und Seetaler Alpen sowie im Raum Wolfsberg. Sie verlagern sich nur langsam nach Südosten.

Gewittrig wird es nun auch im Innviertel.

+++ Update 19:30 Uhr +++

Nachfolgend die aktuellen Blitzentladungen von 19:20 Uhr. Salzburg und Osttirol rücken nun mehr in den Fokus. Wie schon mehrmals erwähnt, kann der Wind auch ohne Gewitter stürmisch auffrischen.

Aktuelle Blitzentladungen um 19:20 Uhr @ UBIMET, nowcast
Aktuelle Blitzentladungen um 19:20 Uhr @ UBIMET, nowcast

+++ Update 19:15 Uhr +++

119 km/h in Innsbruck-Kranebitten! 90 km/h am Flughafen, 86 km/h an der Uni – und das, obwohl es nur für einzelne Blitze gereicht hat. Die Luft ist vor der aufziehenden Schauer- und Gewitterlinie sehr trocken, entsprechend sind derartige Böen heute hier das Hauptthema.

+++ Update 18:45 Uhr +++

Auch auf Tiroler Seite war und ist es stürmisch. So musste die Reschenstraße im südlichen Oberland gesperrt werden, dort schaut es wie folgt aus:

Gewitter gibt es hier vor allem im Bereich Achensee und Jenbach, aber auch südlich davon kommt es in Verbindung mit der aufziehenden Schauerlinie zu stürmisch auffrischendem Wind.

+++ Update 18:15 Uhr +++

Während das steirische Hagelgewitter nach Slowenien abgezogen ist, haben es nachfolgende Entwicklungen im Süden schwer. Oftmals gehen sich entwickelnde Schauer nach kurzer Zeit wieder ein. Derweil formiert sich jedoch eine Linie von Gewittern, welche vom dt. Alpenvorland bis zum Gardasee reicht und nach Osten zieht. Auch vor Innsbruck gibt es nun erste Blitzentladungen. Später wird es damit auch in Salzburg und in Osttirol interessant.

Einen Nachtrag haben wir noch zu den Gewittern in Vorarlberg. Offenbar sind durch den stürmisch auffrischenden Wind doch einige Bäume umgefallen und haben für Behinderungen gesorgt. Das nachfolgende Video stammt aus der Nähe von Feldkirch, das zweite aus dem schweizerischen Luzern (wo 135 km/h gemessen wurden):

+++ Update 17:40 Uhr +++

Während mit dem ‚Schweizer Gewitter‘ in Lindau am Bodensee Böen bis 91 km/h und in Oberriet bis 89 km/h gemessen wurden, liegen die Messwerte auf Vorarlberger Seite deutlich darunter. Hier gab es im Schnitt Böen zwischen 50 und 70 km/h. Mittlerweile zieht das Gewitter über das Außerfern hinweg nach Osten, generell wird es nun westlich von Innsbruck interessant.

Aktuelle Blitzentladungen um 17:30 Uhr @ UBIMET, nowcast
Aktuelle Blitzentladungen um 17:30 Uhr @ UBIMET, nowcast

+++ Update 17:15 Uhr +++

Und schon liegen die nächsten Hagelmeldungen aus dem Raum Deutschlandsberg vor. Geschätzt waren die Hagelkörner hier im Durchmesser bis zu 4 cm groß.

+++ Update 16:45 Uhr +++

Bereits gegen 16 Uhr haben kräftige Gewitter von der Schweiz kommend Vorarlberg erreicht, siehe Titelbild. Während in der Schweiz gebietsweise Böen zwischen 90 und 100 km/h gemessen wurden, in Luzern waren es gar 135 km/h, hat es das Rheintal nicht so schlimm erwischt.

Südwestlich von Graz hat sich derweil eine wirklich massive Gewitterzelle mit höchsten Radarreflektivitäten bis in große Höhen gebildet. Hier ist in einem engen Streifen mit Hagel zu rechnen. Aus Wettmannstätten wird dieser inzwischen auch schon bestätigt.

Hagelzelle südwestlich von Graz @ UBIMET, Austrocontrol
Hagelzelle südwestlich von Graz @ UBIMET, Austrocontrol
@ https://infrastruktur.oebb.at/de/webcams/koralmtunnel01-webcam.jpg
@ https://infrastruktur.oebb.at/de/webcams/koralmtunnel01-webcam.jpg

+++ Update 15:00 Uhr +++

Am Alpenhauptkamm sowie von Osttirol bis zur Steiermark bilden sich am Nachmittag vermehrt Quellwolken und einzelne, aber dann kräftige Gewitter. Die Luft ist hier recht schwül, in Eibiswald liegt der Taupunkt bei 21 Grad. Im Süden ist vor allem die Gefahr von großem Hagel gegeben.

Im Westen hingegen ziehen von Schweiz kommend kräftige Gewitter auf, welche bereits vorlaufend stürmisch auffrischenden Wind bringen können. Auch weiter ostwärts in Tirol kann es im weiteren Verlauf zu Sturmböen kommen, selbst ohne Gewitter.

 

 

Titelbild @ foto-webcam.eu

Hitze ab Sonntag kein Thema mehr

30 Grad gibt es auf absehbare Zeit nicht mehr.

Kräftige Gewitter am Samstag und Sonntag

Vor der nachhaltigen Abkühlung stehen aber noch einmal Hitze und Blitze auf der Tagesordnung. Am heutigen Samstag werden verbreitet mehr als 30 Grad erreicht, Spitzenwerte bis zu 35 Grad sind im Osten möglich. Im Vorfeld einer Kaltfront über Deutschland sind am Nachmittag und Abend von Vorarlberg bis in die Südsteiermark aber bereits erste, teils heftige Gewitter zu erwarten. Der Sonntag hat dann mit 20 bis 28 Grad schon deutlich kühleres Wetter zu bieten, dazu muss man sich im Großteil des Landes auf Schauer und Gewitter einstellen. Diese können von Osttirol bis ins Südburgenland heftig ausfallen!

Hochsommer auf Tauchstation

In der kommenden Woche erwarten uns dann nur noch Höchstwerte zwischen 17 und 27 Grad, damit bewegen wir uns knapp unter dem langjährigen Mittel für die erste Julihälfte. Grund hierfür ist eine recht festgefahrene Wetterlage ab Montag. Über den Britischen Inseln liegt ein Hoch, das sich kaum vom Fleck bewegt. An dessen Vorderseite strömt vom Europäischen Nordmeer über die Nordsee und Deutschland ständig recht kühle Luft bis nach Österreich. Auch die Nächte werden ziemlich frisch, in der Nacht auf Mittwoch sind im Berg- und Hügelland vielerorts einstellige Tiefstwerte zu erwarten. In ungünstigen Lagen des Mühl- und Waldviertels ist vereinzelt sogar Bodenfrost möglich.

Auf folgendem Bild kann man gut sehen, woher nächste Woche der „Wind weht“. Es zeigt für Dienstag am Beispiel Wien (schwarzer Stern), dass die Luft in den vorherigen Tagen aus den Polarregionen über den Nordatlantik und die Nordsee sowie Deutschland bis zu uns strömt:

Aus dem Hohen Norden kommt die kühle Luft.
Aus dem Hohen Norden kommt die kühle Luft.

Zu kühler Dienstag in den Landeshauptstädten:

Stadt Durchschnittliche Höchsttemperatur im Juli Erwartete Höchstwerte am Dienstag Abweichung in Grad
Wien 27°C 22°C -5
St. Pölten 26°C 22°C -4
Eisenstadt 27°C 23°C -4
Graz 26°C 24°C -2
Linz 26°C 22°C -4
Klagenfurt 27°C 24°C -3
Salzburg 25°C 23°C -2
Innsbruck 26°C 26°C 0
Bregenz 24°C 23°C -1

Serie geht zu Ende

Der bislang letzte Tag, der landesweit gesehen zu kalt ausgefallen ist, war der 31. Mai. Danach folgte der wärmste Juni der Messgeschichte, in dem jeder einzelne Tag zu warm ausfiel. Auch die erste Juliwoche war von durchwegs überdurchschnittlichen Temperaturen geprägt, dies ändert sich in der kommenden Woche. Grund zur Beunruhigung gibt es aber nicht: Zu kalte Phasen sind auch im Sommer vollkommen normal, sie sind in den vergangenen Jahren schlicht zur Rarität geworden.

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Wochenendwetter: Auf Hitze folgen Blitze

Sonnenuntergang im Sommer

Der Alpenraum liegt derzeit am Rande eines Tiefdruckgebiets mit Kern über dem Baltikum. Die Kaltfront des Tiefs liegt derzeit über Polen und Nordostdeutschland und auch hierzulande macht sich die Störung vor allem im Norden und Osten mittels hochliegenden Wolken und lebhaft auffrischendem Westwind bemerkbar. Niederschlag ist aber keiner zu erwarten, da Hoch WINNIE mit Kern bei den Britischen Inseln für stabile Wetterverhältnisse sorgt. Mit einer westlichen Strömung gelangen dabei zunehmend warme Luftmassen ins Land.

Satellitenbild am Freitag um 9 Uhr. © EUMETSAT / UBIMET
Satellitenbild am Freitag um 9 Uhr. © EUMETSAT / UBIMET

Vereinzelte Schauer sind am Freitag lediglich im Bergland von den Karnischen Alpen bis zur Koralpe nicht ganz ausgeschlossen. Dazu gibt es Temperaturen bis zu 32 Grad in Oberkärnten.

Hochsommerlich am Samstag

Am Samstag scheint von Beginn an verbreitet die Sonne. Die Temperaturen steigen am Nachmittag auf 30 bis 34, im äußersten Osten vereinzelt auch 35 Grad. Am späten Nachmittag stiegt die Gewitterneigung aber ausgehend von Vorarlberg und Kärnten langsam an, gegen Abend wird es dann auch im Westen und in Teilen des Steiermark vermehrt gewittrig. Vor allem im Süden zeichnen sich örtlich wieder kräftige Gewitter ab mit der Gefahr von Hagel und Sturmböen!

Gewitterpotential am Samstag (Stand: Freitag 10 Uhr)
Gewitterpotential am Samstag. Rot = Unwettergefahr (Stand: Freitag 10 Uhr) © uwz.at

Abkühlung am Sonntag

Der Sonntag bringt viele Wolken und von Vorarlberg bis Oberösterreich ziehen bereits in den Morgenstunden Schauer und teils kräftige Gewitter durch. Im Laufe des Vormittags breiten sich die Gewitter auch auf die Alpensüdseite und den Südosten aus, länger sonnig und trocken bleibt es tendenziell im nördlichen Waldviertel, im Weinviertel und in Teilen des Marchfelds. Die Temperaturen erreichen maximal 20 bis 27 Grad mit den höchsten Werten im Gail- und Drautal.

Kommende Woche keine Hitze

Zu Beginn der kommenden Woche setzt sich das unbeständige Wetter mit Schauern und lokalen Gewittern in den Alpen sowie im Süden fort. Die Temperaturen gehen weiter zurück und liegen zumindest bis Donnerstag knapp unter dem langjährigen Mittel. Die Höchstwerte liegen am Montag zwischen 18 und 27 Grad, von Dienstag bis Donnerstag kommen die Temperaturen dann auch im Flachland kaum noch über die 25-Grad-Marke hinaus. Hitze ist in der kommenden Woche kein Thema.

Die Temperaturen im Flachland liegen bei sonnigem Wetter etwa 15 Grad höher. © NCEP / UBIMET
Die Höchstwerte im Flachland liegen bei sonnigem Wetter etwa 16 Grad höher.

Titelbild © AdobeStock

272.000 Blitze im Juni 2019

Gewitter mit Blitz

Über ganz Österreich verteilt gingen im Juni 2019 exakt 272.376 Blitze nieder. Damit gab es weniger Blitzentladungen als in den vergangenen Jahren, so wurden etwa im Juni 2018 fast 450.000 Blitze detektiert. Weniger Blitze gab es zuletzt im Juni 2015. Allgemein bildet der Juni zusammen mit Juli und August üblicherweise die blitzreichste Zeit des Jahres.

Blitze im Juni
Blitze im Juni. © UBIMET

Hotspot Oberösterreich

Mit exakt 73.150 Blitzen führt Oberösterreich das Bundesländer-Ranking an, gefolgt von der Steiermark mit 71.066 und Niederösterreich mit 51.426 Entladungen. An letzter Stelle befindet sich das flächenmäßig kleinste Bundesland Wien, auch hier gab es aber immerhin 1.217 Blitze.

  1. Oberösterreich 73.150
  2. Steiermark 71.066
  3. Niederösterreich 51.426
  4. Salzburg 23.160
  5. Tirol 22.673
  6. Kärnten 15.122
  7. Burgenland 9.887
  8. Vorarlberg 4.675
  9. Wien 1.217


Auch bei der Blitzdichte liegt Oberösterreich mit 6,1 Blitzen pro Quadratkilometer an der Spitze:

  • 6,1 Blitze pro Quadratkilometer Oberösterreich
  • 4,3 Blitze pro Quadratkilometer Steiermark
  • 3,2 Blitze pro Quadratkilometer Salzburg
  • 2,9 Blitze pro Quadratkilometer Wien
  • 2,7 Blitze pro Quadratkilometer Niederösterreich
Blitzdichte im Juni
Blitzdichte im Juni. © UBIMET

Anbei noch eine Übersicht der blitzreichsten Bezirke:

  • 11.688 Kirchdorf an der Krems (OÖ)
  • 9.866 Gmunden (OÖ)
  • 9.852 Salzburg-Umgebung (S)
  • 8.990 Steyr-Land (OÖ)
  • 8.908 Freistadt (OÖ)
  • 8.761 Hartberg-Fürstenfeld (ST)

Zu besonders markanten Gewitterlagen kam es am 6.6., 20.6., und 27.6. Mitunter wurde dabei im Süden Oberösterreichs, im Waldviertel sowie in der Süd- und Oststeiermark auch großer Hagel beobachtet. In Summe gab es Schäden in Millionenhöhe.

Stärkster Blitz in Gosau

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurden in Oberösterreich gemessen: Spitzenreiter ist eine Entladung mit mehr als 295.000 Ampere am Nachmittag des 6. Juni in Gosau.

Die stärksten Blitze im Juni 2019 in Österreich. © UBIMET
Die stärksten Blitze im Juni 2019 in Österreich. © UBIMET

Barbara: Erster Hurrikan 2019 auf dem Pazifik

Bis dato präsentiert sich die Hurrikansaison an den Küsten des Atlantiks rund um Nord- und Mittelamerika ausgesprochen ruhig. Am 01. Juni begann ja offiziell die diesjährige Hurrikansaison, seit 2009 wird es die erste Saison sein, die in den ersten fünf Wochen keinen einzigen Hurrikan aufbieten kann. Im Pazifik hat sich das aber in den vergangenen Tagen geändert. In der Vorwoche gab es mit Alvin den ersten benannten Sturm überhaupt in dieser Hurrikansaison, und vor wenigen Tagen hat sich mit Barbara der zweite tropische Wirbelsturm gebildet. Und der hat es in sich!

Wo befinden wir uns?

Barbara zieht derzeit als Hurrikan der Stufe 4 (von 5) auf dem offenen Pazifik ihre Kreise, 3200 km von Hawaii und 2000 km von der Halbinsel Baja California in Mexiko entfernt. Mit Böen von rund 250 km/h kratzt der Wirbelsturm sogar an der höchsten Kategorie. Spannend auch auf dem nachfolgenden Satellitenbild von gestern: Man sieht neben dem Hurrikan auch den Schatten des Mondes weiter südlich, in Chile konnte man ja eine totale Sonnenfinsternis beobachten.

Hurrikan Barbara
Hurrikan Barbara

Die nachfolgenden beiden Animationen zeigen gut das Auge des Hurrikans – beeindruckend:

Hier noch einmal der Wirbelsturm samt Sonnenfinsternis in einem Video:

Fischsturm

Derzeit und auch in den kommenden Tagen droht von Barbara keinerlei Gefahr für die Menschen in der Region. Der Wirbelsturm tobt nämlich über dem offenen Ozean fernab von Land. Im Meteorologen-Jargon wird solch ein Sturm auch „Fischsturm“ genannt.

Auf seinem Weg nach Nordwesten gelangt der Hurrikan in den kommenden Tagen über kühleres Wasser, folglich schwächt er sich ab. Ende der Woche nähern sich die Reste des dann nur noch Tropischen Tiefs der Inselgruppe Hawaii, hier könnten sie vor allem für große Regenmengen sorgen.

Die weitere Zugbahn von Hurrikan Barbara auf dem Pazifik.
Die weitere Zugbahn von Hurrikan Barbara auf dem Pazifik.

Quelle Titelbild (Symbolbild): Adobe Stock

Am Montag zuckten 86.000 Blitze vom Himmel

Blitzreicher Montag

Die Kaltfront von Tief NASIR sorgte zum Monatsbeginn an der Alpennordseite für teils heftige Gewitter. Insgesamt gab es in Summe 86.211 Blitzentladungen, wobei in jedem Bundesland Blitze detektiert wurden.

Bundesland Anzahl der Blitze
Oberösterreich 30.861
Niederösterreich 22.795
Salzburg 15.988
Tirol 8.137
Steiermark 6.933
Kärnten 624
Burgenland 351
Wien 304
Vorarlberg 218

Nicht verwunderlich lagen die blitzreichsten Gemeinden in Oberösterreich, in Grünau im Almtal gab es 2.779 Blitzen, gefolgt von Molln mit 1.679 Entladungen. Der stärkste Blitz mit einer Stromstärke von rund 210.000 Ampere wurde in der Gemeinde Muhr im Lungau registriert.

Zeitlicher Blitzverlauf am Montag
Zeitlicher Blitzverlauf am Montag

Hagel, Sturm und Überschwemmungen

Am Montag bildeten sich bereits am späten Vormittag in Vorarlberg und Tirol erste Gewitter, die im Tagesverlauf langsam nach Osten zogen und am Abend auch den Großraum Wien erreichten. Dabei kam es verbreitet zu starkem Regen und stellenweise auch Hagel. In Uttendorf im Pinzgau löste ein Gewitter eine Schlammlawine sowie Überschwemmungen aus:

Vor allem in Oberösterreich fiel teilweise golfballgroßer Hagel vom Himmel.

Zudem kam es im Zuge der Gewitter im Mühl- und Waldviertel auch zu schweren Sturmböen von rund 100 km/h.

  • 108 km/h Irnfritz (NÖ)
  • 101 km/h Raabs an der Thaya (NÖ)
  • 97 km/h Bad Zell und Kremsmünster (OÖ)
  • 90 km/h Linz-Hörsching (OÖ)
  • 79 km/h St. Pölten (NÖ), Abtenau (S) und Jenbach (T)

Kräftige Gewitter im Süden

Die schwache Kaltfront von NASIR liegt am Dienstag quer über den Alpen und im Vorfeld entstehen am Dienstag besonders von Osttirol bis ins Südburgenland nochmals heftige Gewitter. Stellenweise ist dabei mit größerem Hagel und intensivem Regen zu rechnen. Durch die teils großen Regenmengen kann es lokal wieder zu Überschwemmungen oder Erdrutschen kommen. Auch am Mittwoch bleibt es im Bergland noch gewitteranfällig, die Unwettergefahr ist aber nur mehr gering.

Titelbild: Adobe Stock

Am Montag Gewitter mit Hagel und schweren Sturmböen

Unwettergefahr

Der Hochdruckeinfluss im Alpenraum lässt am Montag langsam nach und aus Norden zieht die Kaltfront eines Skandinavientiefs auf. Zunächst scheint verbreitet die Sonne und vor allem im Osten wird es sehr heiß mit Höchstwerten bis zu 37, vereinzelt auch 38 Grad. Ab Mittag nimmt die Gewitterneigung in den Alpen allerdings zu und im Laufe des Nachmittags ziehen ausgehend von Bayern auch an der Alpennordseite kräftige Gewitter auf.

Die Kaltfront am Montagnachmittag
Die Lage der Kaltfront am Montagnachmittag. © UBIMET / NCEP

Hagel und Sturm

Vor allem an der Alpennordseite von Vorarlberg über Tirol und Salzburg bis nach Oberösterreich sowie im Waldviertel besteht im Laufe der zweiten Tageshälfte örtlich Unwettergefahr, so können die Gewitter für schwere Sturmböen um 100 km/h, teils großen Hagel und Starkregen sorgen. Punktuell sind in Oberösterreich allerdings auch orkanartige Böen nicht ausgeschlossen!

Niederschlagsprognose bis Montagnacht
Niederschlagsprognose von ICON bis Montagnacht. © UBIMET / DWD

Sturmböen im Osten

Am Abend nimmt die Schauer- und Gewitterneigung auch im Osten etwas zu, hier ist die Luft aber sehr trocken, somit besteht in erster Linie Sturmgefahr. Der zunächst schwache Süd- bis Südwestwind wird im Zeitraum zwischen etwa 18 und 22 Uhr voraussichtlich stürmisch aus West auffrischen.

Prognose der Windspitzen am Montag. © UBIMET RACE
Prognose der Windspitzen am Montag von RACE. © UBIMET

Titelbild © Adobe Stock

46,0 Grad: Neuer Hitzerekord in Frankreich

Sonne in Frankreich

Erstmals in der Messgeschichte wurde in Frankreich am Freitag (28.6.19) eine Temperatur über 45 Grad gemessen. Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2003 von 44,1 Grad wurde regelrecht pulverisiert, so wurden am Freitagnachmittag in Vérargues 46,0 Grad und in Gallargues-le-Montueux 45,9 Grad gemessen! Der bisherige Rekord wurde zudem an 13 Orten übertroffen, anbei die Top-6:

  • 46,0 °C in Vérargues (34)
  • 45,9 °C in Gallargues-le-Montueux (30)
  • 45,4 °C in Villevieille (30)
  • 45,1 °C in Marsillargues (34)
  • 44,6 °C in Saint-Chamas (13)
  • 44,5 °C in Varages (83)

Teilweise wurden die bisherigen Rekorde um mehrere Grad übertroffen und auch auf den Bergen gab es neue Höchstmarken:

Ort Alter Rekord Neuer Rekord (28.6.19)
Nîmes-Courbessac 41,6 °C (1923 und 2017) 44,4 °C
Montpellier aéroport 37,7 °C (2017) 42,5 °C
Aigues-Mortes 38,9 °C (2003) 40,9 °C
Mont Aigoual (1567 m) 29,4 °C (1923) 29,9 °C

In erster Linie hat das Zusammenspiel von zwei Faktoren diese extremen Temperaturwerte ermöglicht:

  1. Eine blockierte Wetterlage, bei der mit einer südlichen bis südwestlichen Höhenströmung über mehrere Tage hinweg sehr warme Luftmassen aus der Sahara nach Westeuropa geführt wurden.
  2. Die zusätzliche Erwärmung der Luft durch Föhn: Am Freitag wehte in Südfrankreich föhniger Nordwind vom Zentralmassiv und den Alpen bzw. dem Jura, der die Luft nochmals um ein paar Grad erwärmt hat.

Extremer Juni in Österreich

Auch in Österreich war der Juni 2019 in jeder Hinsicht außergewöhnlich. Die Temperatur lag im Mittel um 4,7 Grad über dem langjährigen Mittel, das übertrifft deutlich den bisherigen Spitzenhalter aus dem Jahre 2003 mit +4,1 Grad. Besonders bei den Temperaturen gab es unzählige Rekorde, sowohl in Bezug auf die Tageshöchstwerte als auch auf die milden Nachttemperaturen. In Oberösterreich gab es etwa in der Nacht zum 15. Juni die wärmste Nacht seit Messbeginn, so sank die Temperatur in Windischgarsten nicht unter 25,3 Grad bzw. in Linz unter 23,6 Grad ab. In der Inneren Stadt in Wien gab es zudem 13 Tropennächte, auch das stellt einen neuen Junirekord dar.

Unzählige Rekorde

Bei den Tageshöchstwerten wurden hierzulande an mehr als 140 Wetterstationen neue Juni-Stationsrekorde aufgestellt, davon stellen 27 sogar neue Allzeitrekorde dar, wie etwa in Imst, am Brenner oder auch auf der Schmittenhöhe. In drei Bundesländern wurden auch neue Rekordmarken für den Monat Juni aufgestellt:

  • Kärnten: 38,1 Grad in Hermagor (27.6.)
  • Tirol: 37,5 Grad in Imst (26.6.) und Innsbruck (27.6.)
  • Steiermark: 37,2 Grad in Graz (27.6.)

Die Anzahl der Rekorde in ganz Mitteleuropa sowie deren Ausmaß stehen eindeutig in Zusammenhang mit dem Klimawandel. Solche Hitzerekorde treten weltweit schon fünfmal öfter auf als es ohne globale Erwärmung der Fall wäre.

Trockenheit

Beim Niederschlag gab es über das ganze Land betrachtet weniger als die Hälfte der sonst üblichen Regenmengen (etwa 40%). Zuletzt annähernd so trocken war es im Juni 1976. In manchen Alpentälern wie etwa im Oberen Ennstal oder im Drautal sowie teils auch im Wienerwald wurde mitunter nur 10% des Solls erreicht, so gab es etwa in Wien-Mariabrunn nur 9 mm Regen (Mittel 76 mm). Nur punktuell haben Gewitter für eine ausgeglichene Bilanz gesorgt, wie etwa in Poysdorf (NÖ), in Reichenau im Mühlkreis (OÖ) oder in Deutschlandsberg (ST). Passend dazu hat die Sonne in diesem Juni hingegen Überstunden gemacht, so schien sie in Summe fast anderthalbfach so lange wie üblich.

Höchstwerte pro Bundesland im Juni (Stand: 29.6.) C UBIMET
Höchstwerte pro Bundesland im Juni (Stand: 29.6.) © UBIMET

Titelbild © Adobe Stock

Gewitter brachten am Donnerstag großen Hagel bis 5 cm

Großer Hagel

Eine Kaltfront hat am Donnerstagabend die schwüle und heiße Luft südwärts abgedrängt. Im Vorfeld der Kaltfront gab es in Ober- und Niederösterreich sowie im Burgenland und der Steiermark heftige Gewitter. Besonders betroffen waren die südliche Steiermark, das Südburgenland und das Mühlviertel, hier wurde vielerorts Hagel mit einer Größe von 2 bis 4, im Südosten vereinzelt auch 5 cm gemeldet.

Niederschlagsanalyse von Donnerstag. © UBIMET
Niederschlagsanalyse von Donnerstag. © UBIMET

Weiters kam es auch zu großen Regenmengen in kurzer Zeit, anbei die nassesten Wetterstationen am Donnerstag:

  • 36 mm Rottenmann (ST)
  • 33 mm Reichenau im Mühlkreis (OÖ)
  • 24 mm Minihof-Liebau (B)
  • 22 mm Berndorf (NÖ)
  • 21 mm Bad Zell (OÖ)

Lokal gab es zudem auch stürmische bzw. vereinzelt sogar orkanartige Böen wie etwa in Rottenmann mit 104 km/h.

Analyse von großem Hagel am Donnerstag. © UBIMET
Analyse von großem Hagel am Donnerstag. © UBIMET

Steiermark






Burgenland

Oberösterreich




Niederösterreich

Titelbild © Adobe Stock

Juni-Hitze: Bundeslandrekorde in Kärnten, Tirol und der Steiermark

++++ UPDATE 27.6.2019 ++++

Wie schon im Originalbeitrag vermutet, hielten die neuen Rekorde nicht lange. Der neue Juni-Rekord von 36,7 Grad vom Dienstag aus Imst wurde am Mittwoch mit 37,5 in Imst neuerlich überboten und am Donnerstag mit 37,5 Grad in Innsbruck eingestellt. Und auch in Kärnten und in der Steiermark stieg an vielen Messstationen die Temperatur wie nie zuvor im Juni. Die To