Warnlagebericht

Aktuelle Wetterlage

Am Wochenende ist dank eines sich verstärkenden Hochs über Mitteleuropa landesweit mit trockenem, stabilerem Wetter zu rechnen. In der neuen Woche stellt sich am Rande eines ausgeprägten Hochdruckgebietes eine westliche Strömung ein, die Gewitterneigung steigt vor allem über den Alpen neuerlich an.

Überblick Warnungen

GEWITTER
Die Vorwarnungen gelten teils bis in die Nacht auf Samstag. Warnungen erfolgen bei Bedarf zeitnah.

Warnausblick

In der zweiten Hälfte der Nacht auf Samstag ziehen letzte Schauer und Gewitter nach Osten in Richtung Ungarn und Slowakei ab und das Wetter beruhigt sich aus Westen wieder. Auch der West- bis Nordwestwind flaut allmählich ab.

Der Samstag beginnt mit einzelnen Restwolken. Diese lösen sich aber rasch auf und dann steht einem sonnigen Sommertag nichts im Weg. Lediglich über dem Bergland bilden sich ab dem Nachmittag harmlose Quellwolken. Im Tagesverlauf schwächt der Westwind deutlich ab.

Auch der Sonntag beginnt verbreitet sonnig mit nur einzelnen Wolken. Generell erwartet uns viel Sonnenschein und somit steigen die Temperaturen wieder an. Im Laufe des Vormittags bilden sich zwischen den Karnischen und den Gurktaler Alpen erste Quellwolken. Ab dem Nachmittag ist in den Tauern und südlich davon mit lokalen Hitzegewittern zu rechnen, im restlichen Land bleibt es trocken. Nur im Westen entstehen gegen Abend einzelne Hitzegewitter. Abseits der Gewitter weht nur schwacher Westwind.

Der Montag verläuft unbeständig, besonders von Vorarlberg bis nach Oberösterreich muss von Beginn an immer wieder mit kräftigen Regenschauern und Gewittern gerechnet werden. Im Süden und Osten scheint hingegen häufig die Sonne, im Tagesverlauf gehen aber auch hier lokale Gewitter nieder mit Schwerpunkt im Berg- und Hügelland. Der Wind weht im Osten mäßig aus Nordwest, bei Gewittern sind starke Böen dabei.

Autor

Michele Salmi
Samstag, 02. Juli 2022 um 00:15 Uhr

Rückblick: Am Freitag lokale Gewitter und stürmischer Wind

Blitz und Gewitter

+++ Update 21:50 Uhr +++

Am heutigen Tag wurden bereits knapp 45 000 Blitze in Österreich registriert! Davon alleine knapp 34 000 in Niederösterreich und der Steiermark, wo die kräftigsten Gewitter unterwegs waren.  Momentan sind noch einzelne kräftige Gewitter in der Steiermark und im Burgenland unterwegs. Ansonsten beruhigt sich die Lage allmählich.

Blitzanzahl nach Bundesland , Quelle: UBIMET
Blitzanzahl nach Bundesland , Quelle: UBIMET

+++ Update 21:10 Uhr +++

Die höchste Windgeschwindigkeit  im Vorfeld der Gewitter wurde auf dem Leisser Berg gemessen. Dort wurde eine extreme Orkanböe von 145 km/h registriert. Aber auch im Flachland sind lokal schwere Sturmböen oder gar orkanartige Böen aufgetreten. So wurden vor allem südlich von Wien orkanartige Böen von über 103 km/h  auch im Flachland gemessen.

Maximal gemessene Windböe, Quelle: UBIMET
Maximal gemessene Windböen, Quelle: UBIMET

+++ Update 20:15 Uhr +++

Zurzeit gibt es in der Steiermark nördlich von Graz immer wieder kräftige Gewitterneubildungen.  Dort muss deshalb aufgrund von längeranhaltenden Starkregens mit lokalen Überflutungen gerechnet werden!! Gleichzeitig verlagert sich der zweite Gewittercluster im Nordosten langsam in Richtung Tschechien.

Radarbild von 20 Uhr, Quelle: Austria Control/UBIMET
Radarbild von 20 Uhr, Quelle: AUSTRIA CONTROL/UBIMET

+++ Update 19:50 Uhr +++

Der Blitzverlauf verdeutlicht, dass die größte Gewitteraktivität momentan im äußersten Nordosten und in der Steiermark herrscht. Die Gewitterzellen westlich von Wien haben sich dagegen abgeschwächt.

Blitzverlauf der letzten 3 Stunden, Quelle: UBIMET
Blitzverlauf der letzten 3 Stunden, Quelle: UBIMET

+++ Update 19:25 Uhr +++

In den letzten 20 Minuten trat in Gumpoldskirchen südlich von Wien eine orkanartige Böe von 107 km/h auf !  Vorsicht ist geboten! Bei solchen Windgeschwindigkeiten können belaubte Bäume leicht umstürzen!

+++ Update 19:15 Uhr +++

Bilder vom Hagelunwetter im Südwesten Niederösterreichs erreichen uns. Die Aufnahmen entstanden bei Kernhof, wo am Abend ein kräftiges Gewitter mit Hagelkorngrößen bis 4 cm durchgezogen ist.

Hagelbedeckte Straße bei Kernhof, Quelle: Storm Science Austria
Hagelbedeckte Straße bei Kernhof, Quelle: Storm Science Austria

+++ Update 18:50 Uhr +++

Im Vorfeld der Gewitter kommt es vom Mostviertel über Wien bis ins Burgland zu Sturmböen. Örtlich auch zu schweren Sturmböen. In exponierten Lagen können lokal orkanartige Böen auftreten.  Auf dem Buchberg wurde beispielsweise um 16:30 Uhr eine Windgeschwindigkeit von 118 km/h gemessen!

Windgeschwindigkeit um 16:30 Uhr in Österreich.
Gemessene Windgeschwindigkeit um 16:30 Uhr in Ostösterreich.

+++ Update 18:25 Uhr +++

Die Gewitterlinie befindet sich nun auf einer Linie vom Mostviertel bis in die Steiermark. Nach wie vor kommt es dabei zu Starkregen und Hagel. Zudem ist der Wind in Gewitternähe, aber auch im Vorfeld stürmisch aufgefrischt.

Radarbild von Österreich um 18:10 Uhr, Quelle: AUSTRIA CONTROL/UBIMET
Radarbild von Österreich um 18:10 Uhr, Quelle: AUSTRIA CONTROL/UBIMET

+++ Update 18:10 Uhr +++

Auch die Gewitterzelle bei Linz brachte neben Starkregen und Sturmböen  größeren Hagel mit sich, wie das Foto aus Wilhering zeigt.

Hagel in Wilhering bei Linz, Quelle: https://m.facebook.com/groups/UnwetterAustria/

+++ Update 17:25 Uhr +++

Das Gewittercluster im Südwesten von Niederösterreich hat sich nun weiter verstärkt! Dort muss neben heftigem Starkregen und Sturmböen auch mit großem Hagel um 4 cm gerechnet werden. Das Cluster wird sich nun nach Nordosten verlagern. Südlich davon bilden sich in der energiereichen Luftmasse neue kräftige Zellen!

Radarbild Österreich 17:10 Uhr, Quelle: Austria Control/UBIMET
Radarbild Österreich 17:10 Uhr, Quelle: Austria Control/UBIMET

+++ Update 16:55 Uhr +++

Die Blitzdichte zeigt momentan ein Gewittercluster an der Grenze zwischen der Steiermark, Nieder und Oberösterreich, sowie ein stärkeres Gewitter bei Linz und südlich von Innsbruck. Dabei muss lokal mit heftigem Starkregen, Hagel und Sturmböen gerechnet werden.

Blitzaktivität Österreich, Quelle: UBIMET
Blitzaktivität Österreich, Quelle: UBIMET

+++ Update 16:35 Uhr +++

In Österreich herrschen momentan extreme Temperaturgegensätze. Während im Salzburger Raum nur noch maximal 14 Grad gemessen werden,  ist es in der Osthälfte noch hochsommerlich heiß mit bis zu 34 Grad. Entlang dieser Luftmassengrenze bilden sich nun vermehrt unwetterartige Gewitter.

Temperaturen (2m) um 16 Uhr in Österreich. Quelle: UBIMET
Temperaturen (2m) um 16 Uhr in Österreich. Quelle: UBIMET

+++ Update 16:05 Uhr +++

Wie erwartet haben sich in der Westhälfte Österreichs, sowie in der Steiermark erste kräftige Gewitter gebildet. In den kommenden Stunden werden sich diese in die schwülwarme Luftmasse nach Osten ausbreiten!

Gewitter über Österreich. Satellitenbild von 13:55 UTC, Quelle: UBIMET/EUMETSAT
Gewitter über Österreich. Satellitenbild von 13:55 UTC, Quelle: UBIMET/EUMETSAT

BLOG

Mitteleuropa gerät am Freitag unter dem Einfluss eines Nordseetiefs namens ULRIKE. Die Kaltfront des Tiefs liegt quer über Deutschland und zieht im Laufe der zweiten Tageshälfte über die Alpennordseite hinweg.

Im Vorfeld der Front scheint noch die Sonne. Satellitenbild um 12:30 Uhr. © EUMETSAT/UBIMET

Die Temperaturen kommen in Vorarlberg und im Außerfern, wo bereits seit den Morgenstunden ein paar Regenschauer durchziehen, kaum über 16 bis 19 Grad hinaus. Vom Tiroler Unterland bis nach Oberösterreich gibt es 20 bis 25 Grad, von Unterkärnten bis ins östliche Flachland wird es schwülheiß mit 30 bis 34, im Seewinkel auch 36 Grad.

Prognose der Höchstwerte am Freitag. © UBIMET

Am Nachmittag nimmt die Gewitterneigung vor allem von den Kitzbüheler Alpen bis in die Obersteiermark sowie im Waldviertel zu. Lokal können die Gewitter hier auch kräftig ausfallen mit der Gefahr von Hagel, Starkregen und Sturmböen. Vereinzelt können diese auch auf das Flachland übergreifen, wie etwa im Mostviertel, im südlichen Wiener Becken oder in der Oststeiermark.

Niederschlagsprognose für Freitagnachmittag und -abend vom ICON-D2-Modell. © DWD /UBIMET

In den Abendstunden sind lokale gewittrige Schauer auch im östlichen Flachland möglich, obwohl der Westwind bodennah die energiereiche Luft bereits ausgeräumt hat. Es handelt sich dabei um sog. „abgehobene Konvektion“ bzw. „elevated convection“, also Gewitter die sich oberhalb der Grundschicht entwickeln. Lokal kann es dabei zu Platzregen und kleinem Hagel kommen, die Unwettergefahr ist dabei aber vergleichsweise gering.

Stürmische Böen

Der Wind frischt im Donauraum und im östlichen Flachland lebhaft aus West auf, im Laufe des Nachmittags und Abends muss man vor allem vom Mostviertel bis ins Nordburgenland auch mit stürmischen Böen um 70 km/h rechnen.

Am Wochenende viel Sonnenschein

Am Samstag dominiert verbreitet der Sonnenschein und es bleibt überall trocken. Die Temperaturen erreichen 24 bis 31 Grad mit den höchsten Werten im Süden. Im Osten kann man bei Höchstwerte knapp unterhalb der 30-Grad-Marke vorübergehend wieder gut durchlüften. Auch der Sonntag verläuft meist sonnig und stabil, nur vereinzelt gehen am Nachmittag in den Alpen lokale Hitzegewitter nieder. Die Temperaturen erreichen hochsommerliche 27 bis 33 Grad.

Titelbild © AdobeStock

Juni 2022 brachte Hitze und Gewitter

Der Juni 2022 schließt mit einer Abweichung von +2,3 Grad zum langjährigen Mittel von 1991 bis 2020 sehr warm ab, in Summe war es der viertwärmste Juni seit Messbeginn. Noch heißer war es in den Jahren 2019, 2003 und 2021. Besonders markante Abweichungen teils über +3 Grad wurden in den Alpen von Vorarlberg bis Kärnten beobachtet. Etwas geringer fallen die Abweichungen mit knapp +2 Grad dagegen im äußersten Norden und Osten aus.

Temperaturabweichung im Juni 2022. © UBIMET

35 Grad in fast jedem Bundesland

Verantwortlich für die sehr warme Bilanz waren zahlreiche Südwestlagen sowie Hochdruckgebiete mit Kern über dem Mittelmeerraum. Am 19. Juni wurde in Vorarlberg und Tirol örtlich erstmals die 35-Grad-Marke erreicht, wobei in Feldkirch mit 36,5 Grad sogar der wärmste Junitag der Vorarlberger Messgeschichte verzeichnet wurde. Noch eine Spur heißer wurde es am Monatsende im Osten des Landes, so wurden am 29. in Bad Deutsch-Altenburg sogar 36,7 Grad erreicht. Temperaturen über 35 Grad wurden in jedem Bundesland gemessen, nur in der Steiermark hat es mit maximal 34,6 Grad in Hall / Admont knapp nicht gereicht. In Summe gab es regional deutlich mehr Hitzetage als üblich, etwa in der Wiener Innenstadt waren es 12 bei einem Mittel von 5 bzw. in Innsbruck 11 bei einem Mittel von 6. In Vorarlberg sowie im Osten und Südosten gab es auch mehrere Tropennächte, wobei in Graz vom 27. auf den 28. sogar die wärmste Nacht der lokalen Messgeschichte seit dem Jahre 1894 verzeichnet wurde.

Anzahl an Hitzetagen im Juni 2022. © UBIMET

Unwetter und Blitzrekord

Der Juni brachte im Flächenmittel leicht überdurchschnittliche Regenmengen, allerdings gab es große regionale Unterschiede. So war der Monat etwa im Norden, im östlichen Flachland sowie in Osttirol und Oberkärnten niederschlagsreicher als üblich, während es in Teilen Unterkärntens, im Südosten und am Alpenostrand meist zu trocken war.

Niederschlagsabweichung im Juni 2022. © UBIMET

Verantwortlich für die markanten Unterschiede waren mehrere intensive Gewitterlagen, mancherorts wie etwa in Villach und Arriach wurden neue Rekorde aufgestellt, hier gab es in der Nacht vom 28. auf den 29. den gesamten mittleren Monatsniederschlag in weniger als 12 Stunden. Überflutungen und Vermurungen waren die Folge, siehe auch hier.
Seit Monatsbeginn wurden bereits 744.655 Blitzentladungen erfasst, davon allein 217.000 in der Steiermark und 208.000 in Oberösterreich.

Anzahl an Hitzetagen im Juni 2022. © UBIMET

Dieser Wert stellt einen neuen Junirekord seit Beginn der modernen Blitzerfassung im Jahre 2009 dar, siehe auch hier. An zweiter Stelle liegt der Juni 2018 mit etwa 450.000 Entladungen. Die Gewitter haben mancherorts für großen Hagel, Orkanböen und ergiebigen Starkregen gesorgt, so wurden etwa am 5. im Kremsmünster Böen bis 116 km/h oder am 28. in Arriach bis zu 129 km/h gemessen. Sturmböen wurden zumindest lokal in jedem Bundesland verzeichnet.


Das Soll an Sonnenstunden wurde erreicht oder übertroffen. Vom Tiroler Unterland bis ins Salzkammergut, in Osttirol und Oberkärnten sowie auch im östlichen Flachland gab es teils sogar 20 bis 30% mehr Sonnenschein als üblich. Nahezu durchschnittlich war die Sonnenscheindauer vom Grazer Becken bis ins Südburgenland.

Abweichung der Sonnenscheindauer. © UBIMET

Extremwerte Juni 2022

(Bundesland, Tag des Auftretens)

Höchste Temperaturen
  • 36,7 Grad Bad Deutsch-Altenburg (NÖ, 29.)
  • 36,5 Grad Feldkrich (V, 19.)
  • 36,0 Grad Bludenz, Imst (V bzw. T, 19.), Gänserndorf (NÖ, 29.)
Höchste Tiefstwerte
  • 23,4 Grad Grad Straßgang (ST, 28.)
  • 22,6 Grad Hohenau (NÖ, 28.)
  • 22,5 Grad Graz Uni (ST, 28.)

(In der Nacht vom 30.6 auf den 1.7. wurde in der Wiener Innenstadt ein Tiefstwert von 24,6 Grad gemessen).

Hitzetage (Höchstwert >30 Grad)
  • 13 Ferlach (Mittel 1991-2020: 5,5)
  • 12 Wien – Innere Stadt (Mittel 1991-2020: 5,3)
  • 11 Innsbruck (Mittel 5,8), Imst (Mittel 3,8), St. Andrä im Lavanttal (Mittel 5,8)
Nasseste Orte
  • 313 Liter pro Quadratmeter Windischgarsten (OÖ)
  • 260 Liter pro Quadratmeter Obertauern (S)
  • 246 Liter pro Quadratmeter Unterach am Attersee (OÖ)
Trockenste Orte
  • 52 Liter pro Quadratmeter Friesach (K)
  • 53 Liter pro Quadratmeter St. Andrä im Lavanttal (K)
  • 60 Liter pro Quadratmeter Weitensfeld (K), Neumarkt (ST)
Sonnigste Stationen
  • 328 Sonnenstunden Mörbisch (B)
  • 327 Sonnenstunden Andau (B)
  • 319 Sonnenstunden Podersdorf, Neusiedl am See (B)
  • 315 Sonnenstunden Gänserndorf (NÖ)
Stärkste Windspitzen Niederungen
  • 129 km/h Arriach (K, 28.)
  • 116 km/h Kremsmünster (OÖ, 5.)
  • 113 km/h Linz Flughafen (OÖ, 20.)

Gewitter-Rekord: Blitzreichster Juni des Jahrzehnts

Superzelle in der Nähe von Allentsteig im Waldviertel am 29. Juni 2022 © Storm Science Austria

Der Juni 2022 war extrem gewitterreich. Hotspots des Landes waren dabei Kärnten, die Steiermark und Oberösterreich. Leider kam es vor allem gegen Ende des Monats zu tödlichen Unwetterereignissen.  Bis zum 29.06. um 16:20 Uhr wurden österreichweit 644308 Blitze geortet.

Blitzdichte im Juni 2022 bis zum 29.06. um 16:20 Uhr - UBIMET
Blitzdichte im Juni 2022 bis zum 29.06. um 16:20 Uhr – UBIMET
Blitzanzahl im Juni 2022 bis zum 29.06. um 16:20 Uhr - UBIMET
Blitzanzahl im Juni 2022 bis zum 29.06. um 16:20 Uhr – UBIMET

Dies ist bereits ein neuer Juni-Rekord für die letzten 13 Jahre (seitdem die moderne Blitzortung von nowcast.de begonnen hat), es fehlt jedoch noch ein gewitterreicher Abend sowie auch ein gewitterreicher Tag bis zum Ende des Monats.

Blitzanzahl im Juni von 2009 bis 2022 - UBIMET, nowcast
Höchste bis tiefste Juni-Blitzanzahl von 2009 bis 2022 – UBIMET, nowcast

 

Titelbild: Superzelle in der Nähe von Allentsteig im Waldviertel am 29. Juni 2022 © Storm Science Austria

Gewitter brachten enorme Regenmengen in Teilen Kärntens

Eine Luftmassengrenze erstreckt sich aktuell von Süd nach Nord quer über die Alpen hinweg. Entlang dieser hat es am Dienstag bereits kräftige Gewitter gegeben, u.a. wurde in Arriach mit 129 km/h die stärkste Böe seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahre 1990 gemessen. Nachzulesen sind die Geschehnisse im gestrigen Liveticker.

Bis zu 150 Liter Regen in Mittelkärnten

In der Nacht auf heute Mittwoch hat ein so genannter Kurzwellentrog noch für zusätzliche Hebung gesorgt, ab Mitternacht sind in Kärnten neue Gewitter entstanden und haben sich bis zum Vormittag nach Norden bis zur tschechischen Grenze verlagert. Speziell in einem Streifen von Villach bis ins obere Murtal kam es wiederholt zu kräftigen Gewittern mit sintflutartigem Starkregen, hier sind grob gesagt um 100 l/m² innerhalb von rund 6 Stunden gefallen. Innerhalb von 24 Stunden waren es bis zu 150 l/m², bspw. an der Messstation Maitratten-Sonnleiten des Hydrographischen Dienstes von Kärnten. Gegen 2 Uhr betrug die Menge innerhalb einer Stunde um 75 l/m²:

Niederschlagsverlauf in Maitratten-Sonnleiten @ https://info.ktn.gv.at/asp/hydro/daten/svg/2000157n3d.svg
Verlauf des Abflusses der Gurk an der Messstation Maitratten-Gnesau @ https://info.ktn.gv.at/asp/hydro/daten/svg/2001048q3d.svg
Analysierte Niederschlagsmenge über 24 Stunden @ UBIMET

Arriach besonders betroffen

Diese enormen Regenmengen haben etliche Murenabgänge und daraufhin Zivilschutzalarm ausgelöst. Am stärksten betroffen ist die Region nördlich von Villach (Gegendtal, Arriach, Treffen am Ossiacher See), Arriach gilt zum aktuellen Zeitpunkt als von der Außenwelt abgeschnitten. Nach der erwähnten stärksten Orkanböe wurden dort nur wenige Stunden später 121 l/m² in 6 Stunden registriert, dies dürfte der zweite Rekord in kurzer Zeit sein.

Wo wird es heute gefährlich?

Die Gewitter aus der Nacht waren bis vor kurzem noch aktiv, ziehen in Oberösterreich und im westlichen Niederösterreich aber nun nach Tschechien ab. Dahinter stellt sich vorübergehend ein ruhigeres Wetterfenster ein, im italienischen Friaul bilden sich jedoch schon die nächsten kräftigen Gewitter. Diese verlagern sich zusammen mit Neubildungen im Verlauf des Nachmittags neuerlich über Osttirol/Kärnten und die westliche Steiermark hinweg nach Norden und erreichen am Abend das Mühl- und Waldviertel, der Ablauf und die betroffenen Regionen sind also ähnlich zu gestern. Mit den Gewittern sind lokal wieder Hagel und Sturmböen möglich, die Hauptgefahr sollte aufgrund der nassen Vorgeschichte aber vom Starkregen ausgehen.

Wie ist die Lage in Wien?

Bis zum Abend bleibt es ruhig, dann ist die Chance auf ein Gewitter in Wien aber durchaus gegeben. Am ehesten kann sich etwas am Alpenostrand entwickeln und dann entlang des Wienerwaldes nach Norden ziehen. In der Nacht werden von den Wettermodellen schließlich ein paar Regenschauer prognostiziert.

Titelbild @ https://twitter.com/MichaelHutter6, Mario Kornberger

Ab Dienstagnachmittag von Oberösterreich über die Steiermark bis nach Kärnten kräftige Gewitter

Hagel in Kronstorf (OÖ) - Clemens Lehner

+++ Finales Update +++

Inzwischen hat die Gewitterlinie die Grenze zu Tschechien erreicht, am stärksten sind die Gewitter noch im Waldviertel. Nur in der westlichen Südsteiermark gibt es aktuell noch Neuentwicklungen. Eine erste Bilanz über einen weiteren gewitterreichen Tag:

Der aktuelle Blitzverlauf zeigt mit gelben Pluszeichen die neuesten Blitze – je dunkler die Zeichen, umso älter sind die Blitze (bis zu einer Stunde):

Blitzverlauf bis 21:20 Uhr – Quelle: UBIMET, NOWCAST

Beeindruckende Fotos der Gewitterlinie im Norden samt Böenfront erreichten uns noch von den Chasern der Storm Science Austria, hier bei Allentsteig:

Böenfront bei Allentsteig – Quelle: StormScienceAustria

bzw. aus dem Mühlviertel:

Böenfront im Mühlviertel – Quelle: StormScienceAustria

Zur Bilanz:

Während ganz im Westen bereits kurz nach Tagesbeginn dichte Wolken der Gewitter aus der Schweiz aufzogen und die Sonne am Einstrahlen hinderten, schien sonst noch häufig die Sonne. Aufgrund eines kräftigen Gewitters in Slowenien bzw. im weiteren Verlauf auch mit den schweren Gewittern bei uns hatte es die Sonne im Tagesverlauf aber auch sonst schwer – der Eisschirm der mächtigen Gewitterwolken legte sich über nahezu die gesamte Osthälfte Österreichs.

Satbild von 18:30 Uhr – Quelle: UBIMET, EUMETSAT

Nur ganz im Osten konnte es bei nur wenigen Wolken zunächst noch weiter einstrahlen. Aber nicht nur die lokal sehr unterschiedliche Sonnenscheindauer, auch die Kühlung durch die Gewitter und deren Niederschlag sorgt für derzeit ebenso unterschiedliche Temperaturen. Während man von Vorarlberg bis Oberösterreich bei Temperaturen knapp unter 20 Grad gut durchlüften kann, muss man besonders in Wien bei noch immer sehr warmen 29 Grad weiter schwitzen:

Aktuelle Temperaturen von 21 Uhr

Auch heute waren die Gewitter und deren Begleiterscheinungen wieder bemerkenswert. Der Blitzverlauf seit 0 Uhr zeigt nicht nur die morgendlichen Gewitter, sondern auch, dass sich die kräftige Gewitterlinie von Kärnten und der Obersteiermark über nahezu ganz Oberösterreich ausbreiteten:

Blitzverlauf über den gesamten 28.06.2022

Entsprechend liegt Oberösterreich auch bei der Blitzanzahl erneut ganz vorne mit insgesamt bemerkenswerten 41.058 Blitzen (bis 21:40 Uhr):

Ähnlich zu gestern wurden heute wieder Sturmböen und Starkniederschläge binnen kurzer Zeit gemeldet. In Kärnten wurde sogar eine Orkanböe gemessen. Die Sturmböen ganz im Osten in folgender Karte wurden kurz nach Mitternacht gemessen und sind noch auf die gestrigen Gewitter zurückzuführen:

Der Niederschlag fiel meist binnen kurzer Zeit. Es wurde uns von Murenabgängen und lokalen Überflutungen berichtet:

 

+++ Update 20:30 +++

Die Feuerwehren in Oberösterreich haben schon wieder einiges zu tun, die Gewitterlinie hat für zahlreiche Sturmschäden und Überflutungen gesorgt.

Die Top 5 Niederschlagsmengen der letzten Stunde:

  • Kollerschlag – 25,1 l/m²
  • Linz – 24,7 l/m²
  • Waizenkirchen – 21 l/m²
  • Schärding – 19.6 l/m²
  • Wels – 17,6 l/m²

 

Aktuelle Einsätze Feuerwehr Oberösterreich © https://intranet.ooelfv.at/

+++ Update 20:20 +++

Auch in Villach machte sich die Gewitterlinie heute Nachmittag mit einem Downburst (Gewitterfallwind) bemerkbar. Danke an Daniela Tisal für das Video!

+++ Update 20:10 +++

Im Vorfeld der Linie entstehen nun auch um Weitra und Zwettl im Waldviertel einzelne Schauer und Gewitter, auch hier ist nun besonders mit Starkregen und Sturmböen zu rechnen.

+++ Update 19:45 +++

Weiterhin ist im Zuge der Gewitterlinie mit Sturmböen zu rechnen, in Wachtberg bei Steyr wurde soeben eine Böe mit 79 km/h gemessen.

Ein aktuelles Foto erreicht uns aus dem oberösterreichischen Kronstorf, knapp nördlich von Steyr:

Gewitterlinie in Kronstorf (OÖ) – © Clemens Lehner

+++ Update 19:30 +++

Die Gewitterlinie, welche heute Nachmittag in Kärnten für teils schwere Sturmböen und in Arriach wie bereits erwähnt auch für Orkanböen (129 km/h) sorgte, hat auch in Bad Kleinkirchheim große Schäden hinterlassen:

+++ Update 19:10 +++

Derzeit erstreckt sich die Gewitterlinie vom Innviertel bis in die Obersteiermark, hier sind auch weiterhin die kräftigsten Zellen eingebettet. Während hier weiterhin mit Hagel, Starkregen und Sturmböen zu rechnen ist, handelt es sich bei den Gewittern im westlichen Oberösterreich meist nur mehr um Starkregen und teils kräftige Windböen.

Radarbild von 19:05 Uhr © ACG/UBIMET

+++ Update 19:00 +++

Die höchsten Temperaturen gab es heute im Süden und Osten des Landes, im Westen war es hingegen spürbar kühler.  Das absolute Maximum wurde, wie auch schon gestern, in Kärnten gemessen. In Ferlach stieg das Thermometer vor den Unwettern auf 33.7°C.

Höchstwerte am 28.06.2022 – ZAMG/UBIMET
Höchstwerte am 28.06.2022 – ZAMG/UBIMET

+++ Update 18:30 +++

Ein Blick auf die aktuelle Warnkarte zeigt eindrucksvoll die Verlagerung der kräftigen Gewitterlinie von den Karnischen Alpen und Karawanken ausgehend über die Obersteiermark bis ins südliche Oberösterreich – hier gilt und galt vielerorts die höchste Warnstufe. Die stärksten Gewitter sind derzeit in der Obersteiermark im Bereich der Niederen Tauern und Eisenerzer Alpen unterwegs, aber auch vom Innviertel bis zum Salzkammergut verlagern sich teils kräftige Gewitter weiter nach Norden.

Aktuelle Wetterwarnungen für Österreich – 28.06.2021 – 18:30 Uhr – www.uwz.at

+++ Update 17:50 +++

Derzeit befindet sich die kräftige Gewitterlinie zwischen den Niederen Tauern in der Steiermark und der Koralpe in Kärnten. In dieser sind kräftige Unwetter eingelagert, die ganze Linie verlagert sich nach Nord-Nordost. Nordwestlich davon, über dem Salzburger Tennengau, zieht ein weiteres kräftiges Gewitter nach Norden in Richtung Flachgau. Auch hier ist mit Starkregen und meist kleinkörnigem Hagel zu rechnen.

Radarbild von 17:40 Uhr © ACG/UBIMET

+++ Update 17:20 +++

Weiterhin ist mit den Unwettern in Kärnten mit großem Hagel und teils schweren Sturmböen zu rechnen, in Arriach wurde vor kurzem mit 129 km/h sogar eine Orkanböe gemessen. Hier gilt größte Vorsicht, wir warnen dieses Unwetter dementsprechend auch mit der höchsten Warnstufe! Dieser Zellkern verlagert sich in der nächsten Stunde weiter in Richtung Nockberge bzw. Gurktaler Alpen, die Gewitterlinie generell in Richtung Unterkärnten und Obersteiermark.

+++ Update 17:10 +++

Aktuelle Webcambilder zeigen den Aufzug der Gewitterzellen mit markantem Niederschlagsvorhang in Kärnten. Am Weissensee und in Villach wurden vor kurzem Sturmböen mit 76 km/h bzw. 77 km/h gemessen.

Webcam Dobratsch © foto-webcam.eu
Webcam Moertschach © foto-webcam.eu

+++ Update 16:30 +++

Ein Blick auf das neueste Radarbild zeigt gut die aktuellen Entwicklungen. Derzeit gehen besonders vom Tiroler Oberland über die Salzburger Gebirgsgaue bis nach Kärnten einige Gewitter nieder, die stärksten greifen derzeit aus Italien und Slowenien auf die Karnischen Alpen und die Karawanken über. Hier ist mit Starkregen, größerem Hagel und Sturmböen zu rechnen.

Radarbild von 16:25 Uhr © ACGUBIMET

+++ Übersicht 16 Uhr +++

Ein kleinräumiges Tief über dem Golf von Genua verlagert sich in den nächsten Stunden an einer Luftmassengrenze entlang weiter nach Nordosten. Im Vorfeld gelangen erneut sehr energiereiche und  gewitteranfällige Luftmassen in den östlichen Alpenraum. Damit steigt schon am Dienstagnachmittag die Gewitterneigung deutlich an, erneut sind auch Unwetter mit großen Regenmengen in kurzer Zeit, größerem Hagel und Sturmböen zu erwarten. Auch in der Nacht auf Mittwoch und am Mittwoch bleibt die Gewitterneigung besonders in der Mitte und im Osten des Landes deutlich erhöht.

Satellitenbild 28.06.2022 – 16:00 Uhr © EUMETSAT

Titelbild: Hagel in Kronstorf (OÖ) am Montagabend – Clemens Lehner

Gewitter brachten am Montag im Norden großen Hagel und Sturm

Blitz

Besonders stark betroffen waren am Montagabend der Süden und Osten Oberösterreichs. Kräftige Gewitter sind zunächst vor allem in den Regionen rund um die Pyhrn-Autobahn in Oberösterreich entstanden, also im Gebiet zwischen etwa Micheldorf, Hinterstoder und Windischgarsten. In weiterer Folge ist ein sog. Superzellengewitter von hier aus nordwärts über das Traunviertel und den Großraum Enns ins Mühlviertel bei Engerwitzdorf/Pregarten gezogen. Dieses Gewitter hat für Sturmböen, ergiebigen Regen sowie auch teils großen Hagel gesorgt. In diesen Regionen gab dutzende Feuerwehreinsätze etwa aufgrund von Überflutungen und Sturmschäden, zudem wurden auf einer Fläche von etwa 16.000 Hektar Ackerkulturen, Äpfel und das Grünland massiv geschädigt.

+++ Update 23:55 +++

Mittlerweile schwächen sich die Gewitter meist ab, nur im Bereich des Toten Gebirges zieht derzeit noch eine kräftige Gewitterzelle nach Osten und erreicht demnächst die Phyrn-Priel-Region. Hier ist weiterhin mit Hagel, Sturmböen und vor allem Starkregen zu rechnen. Da hier heute schon viel Regen gefallen ist (in Windischgarsten wurden in den letzten 6 Stunden knapp 60 mm registriert), kann es hier noch zu weiteren Überflutungen kommen. Auch im Osten ist im weiteren Verlauf ein kurzes Gewitter nicht ausgeschlossen, zudem kann der Wind in der zweiten Nachthälfte kurzzeitig kräftig aus West auffrischen.

Mit den Statistiken des heutigen Tages beenden wir den heutigen Ticker und bedanken uns für die Aufmerksamkeit. Bis bald!

Blitzverlauf 27.06.2022 – UBIMET
Blitzanzahl 27.06.2022 – UBIMET

+++ Update 23:40 +++

Während von Tirol bis Oberösterreich weiter teils kräftige Gewitter niedergehen, ist es besonders im Osten weiterhin außergewöhnlich warm. So werden in Langenlebarn immer noch 28.7°C gemessen, auch in der Wiener Innenstadt schwitzt man kurz vor Mitternacht bei 28.5°C.

Aktuelle Temperaturen 23:30 Uhr © ZAMG/UBIMET (für größere Ansicht klicken)

+++ Update 23:30 +++

Ein Blick auf die Einsatzkarte des Landesfeuerwehrverband Oberösterreich spiegelt sehr gut die Zugbahn der Mühlviertler Superzelle wieder. Hier laufen derzeit zahlreiche Einsätze wegen Sturmschäden und Überflutungen. Die Zelle selbst hat sich nun im angrenzenden Waldviertel aufgelöst, aktuell sind aber weiterhin kräftige Gewitter unterwegs – etwa im Salzkammergut. Diese zieht erneut in die bereits am Nachmittag stark betroffene Phyrnregion – hier laufen auch noch immer Überflutungs-Einsätze. Die neuen Gewitter könnten die Lage also weiter verschärfen.

Aktuelle Einsätze Feuerwehr Oberösterreich © https://intranet.ooelfv.at/

+++ Update 23:00 +++

Die Unwetterzelle im Norden des Landes befindet sich jetzt im Waldviertel, hier wurden vor kurzem in Oberlainsitz auch schwere Sturmböen gemessen! Die Zelle schwächt sich nun langsam ab, es ist aber weiterhin mit größerem Hagel und Starkregen zu rechnen. Auch im unteren Mühlviertel brachte sie teils großen Hagel, Kollegen von Storm Science Austria konnten zum Beispiel bei Gallneukirchen folgende Hagelkörner festhalten:

Hagel in Gallneukirchen (OÖ) © Storm Science Austria

+++ Update 22:30 +++

Das stärkste Unwetter ist aktuell im unteren Mühlviertel unterwegs und zieht langsam nach Nordost in Richtung Waldviertel. Hier ist weiterhin mit großem Hagel, Sturmböen und Starkregen zu rechnen. Auch sonst haben sich mittlerweile einige Gewitter gebildet, welche sich weiter nach Ost-Nordost verlagern.

Radarbild von 22:20 Uhr © ACG/UBIMET

+++ Update 21:50 +++

Ein Foto der kräftigen Gewitterzelle bei Salzburg von unseren Kollegen von Storm Science Austria:

Gewitterzelle bei Salzburg © Storm Science Austria (SSA)

Im oberösterreichischen Katsdorf wurden von einem anderem Chasing-Team von Storm Science Austria zudem Sturmböen von 91 km/h gemessen.

Sturmböen bei Katsdorf © Storm Science Austria (SSA)

+++ Update 21:20 +++

Demnächst wird die Stadt Salzburg von der kräftige Gewitterzelle aus Bayern getroffen – hier ist weiterhin mit größerem Hagel und Starkregen zu rechnen!

Die stärkste Zelle – auch eine Superzelle – ist aber aktuell an der Grenze vom oberösterreichischen Traunviertel zum niederösterreichischen Mostviertel unterwegs. Ein Blick auf den vertikalen Schnitt der Zelle zeigt höchste Radarechos bis hoch hinauf – damit ist hier mit großem Hagel zu rechnen! Auch hier gilt die höchste Warnstufe! Die Zelle verlagert sich weiter nach Nordosten in Richtung unteres Mühlviertel. Eine starke Neubildung knapp südwestlich davon dürfte aber demnächst auch für die Stadt Linz relevant werden.

3D-Radarbild 21:15 © ACG/UBIMET

+++ Update 21:10 +++

Eine heftige Gewitterzelle des Gewitterclusters in Oberösterreich verlagert sich jetzt langsam in Richtung Nordosten und damit in Richtung westliches Mostviertel. Demnächst sind etwa die Gebiete um Enns und St. Valentin betroffen. In der Zugbahn ist mit großem Hagel und großen Regenmengen in kurzer Zeit zu rechnen.

+++ Update 21:00 +++

Unsere Partner von Storm Science Austria haben uns so eben diese Fotos übermittelt, aufgenommen nördlich von Kufstein. Das ist die Superzelle, die aktuell Richtung Salzburg zieht.

Hagel bis 5 cm Durchmesser nördlich von Kufstein © Storm Science Austria (SSA)
Hagel bis 5 cm Durchmesser nördlich von Kufstein © Storm Science Austria (SSA)

+++ Update 20:40 +++

Entlang des bayrischen Alpenrandes sind weiterhin Superzellen unterwegs, die östlichste davon wird in der nächsten Stunde auch für die Stadt Salzburg relevant. Derzeit scheint sie aber etwas an Kraft zu verlieren:

Radarbild von 20:35 Uhr © ACG/UBIMET

+++ Update 20:30 +++

Die meisten Blitze wurden bislang in Oberösterreich registriert – der fast stationäre Gewittercluster bewegt sich weiter nur langsam nach Nordosten, dazu bilden sich immer wieder neue Gewitter. Hier ist durch die großen Regenmengen mit Überflutungen und Murenabgängen zu rechnen, auch (größerer) Hagel ist weiterhin Thema.

Blitzetnladungen in den letzten 3 Stunden © nowcast/UBIMET
Bisherige Blitzanzahl am 27.06.2022 © nowcast/UBIMET

+++ Update 19:50 +++

Entlang der Pyrnautobahn hat sich – diesmal v.a. auf der oberösterreichischen Seite – erneut eine sehr stationäre Gewitterzelle gebildet. Derzeit sind vor allem die Orte Klaus und Sankt Pankratz betroffen. Auch hier ist wieder mit Hagel und vor allem großen Regenmengen in kurzer Zeit zu rechnen – erneut ist die höchste Warnstufe aktiv.

Radarbild von 19:45 Uhr © ACG/UBIMET

Die ASFINAG-Webcam beim Knoten Voralpenkreuz zeigt aktuell Starkregen und Hagel. Hier muss man derzeit besonders vorsichtig sein!

© ASFINAG

+++ Update 19:35 Uhr +++

Ein vielerorts sehr heißer Tag geht dem Ende entgegen, damit werfen wir einen kurzen Blick auf die heutigen Höchstwerte. Die höchste Temperatur wurde mit 35.9°C in Villach gemessen, direkt danach folgt Mayrhofen im tirolerischen Bezirk Schwaz mit 35.6°C und das oberösterreichische Windischgarsten mit 35.4°C. Nur in Vorarlberg wurde die 30-Grad-Marke heute nicht geknackt.

Temperaturmaxima am 27.06.2022 – © UBIMET
Temperaturmaxima (Karte) am 27.06.2022 – © UBIMET

+++ Update 19:20 Uhr +++

Am neuesten Satellitenbild sind die aktuellen Gewitterzellen gut zu erkennen. Der Gewittercluster an der Grenze Steiermark/Oberösterreich wirft in der untergehenden Sonne einen Schatten nach Südosten, nordöstlich und südöstlich davon sind nur wenige Wolken am Himmel. Auch am bayrischen Alpenrand sind zwei Gewittertürme zu erkennen – die vordere Zelle hat sich mittlerweile aufgelöst, direkt dahinter folgt aber schon wieder die nächste Superzelle. Diese befindet sich gerade südlich von Bad Tölz und streift an der Grenze zu Tirol entlang nach Osten.

© EUMETSAT – Satellitenbild 19:00 Uhr

+++ Update 18:40 Uhr +++

Die Gewitter in der Obersteiermark bzw. im Bereich der Phyrn, nördlich von Liezen, bilden sich laufend neu und bewegen sich nur sehr langsam nach Nordosten – dementsprechend ist hier neben Hagel auch lokal mit großen Regenmengen zusammen. Hier ist mittlerweile auch die höchste Warnstufe gültig! Die Zellen am Bayrischen Alpenrand verlagern sich indes weiter nach Nordosten.

Radarbild von 18:35 Uhr © ACG/UBIMET
Aktuelle Gewitterwarnungen und -vorwarnungen (gelb) der Österreichischen Unwetterzentrale – uwz.at

+++ Update 17:50 Uhr +++

Die Gewitterzelle im Tiroler Außerfern hat sich in den letzten Minuten verstärkt, hier ist mit Hagel und Starkregen zu rechnen. Zudem ist auch in der Obersteiermark – nordwestlich von Liezen – ein Gewitter entstanden, welches sich langsam nach Nordosten verlagert.

Radarbild von 17:45 Uhr © ACG/UBIMET

+++ Update 17:30 Uhr +++

Jenes Gewitter, welches sich vor etwa 1,5 Stunden im Tiroler Oberland gebildet hat, befindet sich mittlerweile am bayrischen Alpenrand und hat sich zu einer Superzelle entwickelt. Hier konnte man vor ein paar Minuten auch einen „Stormsplit“ beobachten. Aus einer Gewitterzelle wurden zwei – die linke verlagert sich unter starker Abschwächung nach Nordost, die rechte unter Verstärkung weiter nach Osten.

Währenddessen hat sich auch im Tiroler Oberland ein neues Gewitter gebildet, welches sich nach Nordosten verlagert. Hier ist derzeit mit Starkregen und kleinkörnigem Hagel zu rechnen.

Radarbild von 17:25 Uhr © ACG/UBIMET

+++ Update 16:30 Uhr +++

Aktuell knabbert Villach an der 36 Grad-Marke. Derzeit werden, außer in Vorarlberg, in jedem Bundesland verbreitet über 30 Grad gemessen.

+++ Update 16:00 Uhr +++

Im Tiroler Oberland haben sich die ersten Gewitter gebildet.

Radarbild von 15:50 Uhr © ACG/UBIMET

+++ Update 15:10 Uhr +++

In Villach wurde mittlerweile die 35-Grad-Marke übertroffen, anbei die aktuellen Hotspots:

  • 35,5 Grad Villach (K)
  • 35,4 Grad Ferlach (K)
  • 34,8 Grad Windischgarsten (OÖ)
  • 34,4 Grad Wien – Innere Stadt (W)
  • 34,3 Grad Innsbruck (T)

In Vorarlberg und im Außerfern ist dagegen bodennahe bereits etwas kühlere Luft eingeflossen, hier werde Temperaturen um 25 Grad gemessen. In den kommenden Stunden steigt die Gewitterbereitschaft ausgehend vom Arlberg bzw. den Lechtaler Alpen rasch an.

Unwetterpotential am Montagabend. © www.uwz.at
Am Arlberg fließt die kalte Luft als Wolkenschlange über den Galzig. www.foto-webcam.eu

+++ Update 14:10 Uhr +++

Mit 34 Grad sind derzeit Villach, Ferlach, Schönau an der Enns und Windischgarsten die heißesten Orte des Landes!

+++ Update 12:05 Uhr +++

Die bisherigen Hotspots des Landes:

  • 32,6 Grad Pottschach-Ternitz
  • 32,4 Grad Eisenstadt
  • 32,0 Grad Mörbisch

In Wien, St. Pölten, Salzburg und Innsbruck wurde die 30-Grad-Marke ebenfalls schon überschritten, aber auch Graz, Linz und Klagenfurt sind nahe dran. Nur in Bregenz ist es mit 23 angenehm temperiert. Hier gibt es stets die Hitliste mit den aktuellen Wetterdaten.

+++ Update 11:10 Uhr +++

Am aktuellen Satellitenbild sieht man die Kaltfront über Westeuropa, welche heute Nachmittag vorübergehend ostwärts vorankommt. In Österreich scheint derzeit verbreitet die Sonne und im Osten werden bereits recht verbreitet Temperaturen um 30 Grad gemessen. Spitzenreiter ist bislang Pottschach-Ternitz im Bezirk Neunkirchen mit 31,8 Grad.

Satellitenbild um 11 Uhr. © EUMETSAT/UBIMET

+++ Übersicht 11 Uhr +++

Österreich liegt zu Wochenbeginn zwischen einem umfangreichen Tief mit Kern über dem Nordatlantik und einem  Hoch über Osteuropa.  Die nahezu stationäre Kaltfront des Tiefs erstreckt sich dabei von Dänemark quer über Deutschland bis in den Westalpenraum und trennt vergleichsweise kühle, maritime Luftmassen über Westeuropa von sehr warmer und energiereicher Luft im Osten, etwa im östlichen Flachland steigen die Temperaturen auf bis zu 35 Grad. Am Montagabend kommt die Kaltfront vorübergehend ostwärts voran, somit stiegt die Gewittergefahr vor allem an der Alpennordseite deutlich an.

Am Montagnachmittag sind zunächst in den westlichen Nordalpen erste kräftige Gewitter zu erwarten, dabei besteht örtlich die Gefahr von großem Hagel. Am späten Nachmittag ziehen die Gewitter über Südbayern hinweg ostwärts, in den Abendstunden zeichnen sich dann vor allem in Oberösterreich auch teils schwere Sturmböen um 90 km/h ab. In Nacht erfasst die Gewitter auch das Waldviertel, zudem kommt auch im Mostviertel und im östlichen Flachland kräftige Westwind mit teils stürmischen Böen auf. Vereinzelte Gewitter sind aber auch im Osten nicht ausgeschlossen.

Titelbild © AdobeStock

Siebenschläfertag leitet im Osten Hitzewelle ein

Hitze

Die Juni verlief bislang 2 Grad wärmer als im langjährigen Mittel von 1991 bis 2020, wobei die größten Abweichungen um +3 Grad von Vorarlberg über die Tauern bis nach Mittelkärnten verzeichnet wurden.

Vorläufige Temperaturabweichung im Juni 2022. © UBIMET

Vergleichsweise gering waren die Abweichungen mit 1 bis 1,5 Grad bislang im östlichen Flachland, diese werden zum Monatsende jedoch ansteigen: Ein umfangreiches Tief setzt sich aktuell über dem Ostatlantik fest und führt zumindest bis zum Monatswechsel schubweise feuchtwarme Luftmassen in den Alpenraum. Die Hitze verlagert sich dabei zunehmend in den Südosten des Landes.

Der Juni endet von Italien bis Skandinavien ungewöhnlich heiß. © K. Haustein

Tief REBECCA bringt zweigeteiltes Wetter

Derzeit etabliert sich über dem Ostatlantik bzw. den Britischen Inseln ein umfangreiches Tiefdruckgebiet namens REBECCA. An der Ostflanke des Tiefs stellt sich in Mitteleuropa bis auf Weiteres eine südwestliche Höhenströmung ein, welche schubweise sehr warme Luftmassen heranführt. Die Temperaturen steigen kommende Woche speziell im Süden und Osten spürbar an, also in jenen Regionen, die bislang von großer Hitze noch halbwegs verschont wurden. Von Vorarlberg bis Oberösterreich sorgen Schauer und kräftige Gewitter dagegen von Montagabend bis zur Wochenmitte für gedämpfte Temperaturen, somit zeichnen sich von West nach Ost zum Teil große Temperaturgegensätze an.

Rege Tiefdrucktätigkeit über dem Ostatlantik führt bis Monatsende sehr warme Luftmassen ins Land, im Westen sorgt ein Randtrog aber für teils kräftige Gewitter.

Im Osten teils über 35 Grad

Am Montag scheint verbreitet die Sonne, der Himmel wird tagsüber aber zunehmend diesig durch Saharastaub. Gegen Abend ziehen von Vorarlberg bis Oberösterreich kräftige Schauer und Gewitter durch. Bei lebhaftem Südostwind gibt es dazu von West nach Ost 25 bis 35 Grad.

Am Dienstag halten sich an der Alpennordseite einige Wolken und bereits in der Früh gehen lokale Schauer nieder. Im Süden und Südosten scheint häufig die Sonne, aber auch sonst lockert es tagsüber etwas auf. Am Nachmittag steigt die Gewitterneigung ausgehend vom westlichen Bergland rasch an, örtlich können die Gewitter auch kräftig ausfallen. Oft trocken bleibt es von Unterkärnten bis ins östliche Flachland. Dazu gibt es 21 bis 32 Grad.

Der Mittwoch bringt im Westen und Norden viele Wolken und von Beginn an ziehen im westlichen Bergland teils gewittrige Schauer durch. In der Osthälfte scheint zeitweise die Sonne, im Laufe des Nachmittags steigt die Schauer- und Gewitterneigung aber generell an. Am längsten sonnig und teils trocken bleibt es im äußersten Osten und Südosten. Die Höchstwerte liegen zwischen 22 Grad im westlichen Bergland und 36 Grad im Seewinkel.

Am Donnerstag ziehen nach derzeitigem Stand anfangs vor allem in der Osthälfte ein paar Wolkenfelder durch und lokal gehen auch gewittrige Schauer nieder. Tagsüber kommt häufig die Sonne zum Vorschein, vor allem im Berg- und Hügelland entstehen aber bald wieder Schauer und teils kräftige Gewitter. Die Temperaturen erreichen 25 bis 34 Grad.

Besonders heiß wird der Freitag. Die Modelle deuten am 1. Juli im Osten auf große Hitze mit Höchstwerten zwischen 35 und 38 Grad, der Zeugnistag in Wien und im Burgenland wird also nicht nur für die Kinder schweißtreibend. Deutlich kühler mit etwa 20 Grad bleibt es dagegen im äußersten Westen. Am Wochenende zeichnet sich dann auch im Osten eine moderate Abkühlung ab.

Aktuelle Prognose der Höchstwerte am 1. Juli. © UBIMET

Siebenschläfertag

Der Siebenschläfertag ist ein altbekannter Lostag in der Meteorologie, welcher sich in zahlreichen Bauernregeln widerspiegelt. Das Wetter vom 27. Juni soll demnach den Trend für die nächsten 7 Wochen setzen: Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag. Tatsächlich gibt es im Hochsommer eine statistisch nachweisbare Erhaltungstendenz von Wetterlagen im Alpenraum, für diese meteorologische Singularität ist allerdings nicht nur ein einzelner Tag relevant, sondern generell die Witterung rund um den Monatswechsel. Sollte die Regel heuer wieder zutreffen, würde das im Osten und Südosten einen Hitzesommer bedeuten, an der Alpennordseite dagegen einen gewitteranfälligen Sommer. Unsere ursprüngliche Sommerprognose kann man hier nachlesen.

Vor einem Jahr: Starker Tornado in Tschechien

tornado

Vom 21. bis zum 25. Juni kam es an der Alpennordseite zu einer ausgeprägten Unwetterserie, in Summe wurden in diesem Zeitraum 240.000 Blitzentladungen erfasst, davon allein 121.000 in Oberösterreich und 58.000 in Niederösterreich. Einen Rückblick dazu gibt es hier. Den Höhepunkt der Unwetterlage wurde am Nachmittag und Abend des 24. Junis erreicht, als es besonders in Niederösterreich zu mehreren Superzellengewittern mit großem bis sehr großem Hagel kam.


Eines dieser Gewitter führte zwischen 19:14 und 19:53 knapp hinter der Grenze zu Tschechien zu einem sehr starken F4-Tornado mit Windgeschwindigkeiten bis zu etwa 350 km/h.


Der Tornado zog über die Ortschaften Hrušky, Moravská Nová Ves, Mikulčice, Lužice und Hodonín hinweg, wo es zu mitunter zu schwersten Schäden kam, etwa wurden Dächer abgedeckt und Hausmauern teilweise zerstört, Bäume und Strommasten umgerissen und sogar Autos herumgeschleudert. In Summe hatte dieses Ereignis 6 Todesoper und hunderte Verletzte zur Folge.

Die Zugbahn des Tornaods. © ESSL / CHMI


Tornados in Europa

In Europa kommt es durchschnittlich zu 300 bis 400, aufgrund der Dunkelziffer Schätzungen zufolge auch bis zu 500 Tornados pro Jahr. Die meisten davon sind nur schwach ausgeprägt und kurzlebig, zudem handelt es sich teilweise auch um Tornados über Wasser (Wasserhosen). Im Zeitraum von 2010 bis 2020 wurden vom ESSL zwei sehr starke Tornados der Stärke F4 oder F5 registriert bzw. 26 starke Tornados der Stärke F3. Starke oder sehr starke Tornados kommen in Europa also 2 bis 3 mal jährlich vor, allerdings kommt es nicht immer zu solch schweren Schäden, da die Tornados nicht immer auf Ortschaften treffen. Typische Regionen für starke Tornados in Europa sind die flachen Regionen von Nordwestfrankreich über Benelux bis nach Norddeutschland, Norditalien, die Küsten Süditaliens oder auch Südostrumänien.

Superzellengewitter

Starke Tornados entstehen im Zusammenhang mit sog. Superzellengewittern. Es handelt sich dabei um meist langlebige, kräftige und alleinstehende Gewitter, welche einen beständigen rotierenden Aufwind aufweisen (Mesozyklone). Superzellen entstehen bei ausgeprägter Windscherung: Bei einer starken vertikalen Windzunahme bilden sich nämlich quer zur Strömung horizontal liegende Luftwalzen. Der Aufwind eines entstehenden Gewitters saugt diese Luftwalze ein und kippt ihre Achse in die Senkrechte, wobei sich der Drehimpuls nach und nach auf den gesamten Aufwindbereich überträgt. Die Zufuhr feuchtwarmer Luft wird dabei durch den räumlich getrennten Abwindbereich, in dem der Niederschlag ausfällt, nicht gestört. Mehr zum Thema Einzel-, Multi- und Superzellen gibt es hier.

Schema einer Superzelle. © https://sites.psu.edu/pmarkowski/how-tornadoes-form/
Schema einer Superzelle. © https://sites.psu.edu/pmarkowski/how-tornadoes-form/

Tornados in Österreich

In Österreich treten durchschnittlich etwa 2 bis 5 Tornados pro Jahr auf, allerdings sind die meisten davon nur schwach und kurzlebig, meist stehen sie auch nicht in Zusammenhang mit Superzellengewittern, sondern entwickeln sich an lokalen Windkonvergenzen („Typ-II-Tornados“). Starke Tornados sind extrem selten, wobei das bislang bekannteste Ereignis der Tornado von Wiener Neustadt am 10. Juli 1916 war. Die Einschätzung der Stärke dieses Tornados liegt bei F4/T8, was Windgeschwindigkeiten um 350 km/h bedeutet. Vor wenigen Jahren kam es auch knapp südlich von Wien zu einem Tornado.


Ob die Häufigkeit von Tornados sich im Zuge des Klimawandels ändert, kann man derzeit noch nicht abschätzen. Mittlerweile weiß man zwar, das beispielsweise Hitzewellen und Extremniederschlagsereignisse häufiger werden, allerdings ist für starke Tornados neben der schwülen, energiereichen Luft auch eine starke Windscherung in tiefen Luftschichten notwendig, was in Mitteleuropa im Sommerhalbjahr ohnehin nur selten vorkommt. Damit ist derzeit auch keine nennenswerte Änderung bei der Anzahl an Tornados zu erwarten.

Einen umfassenden Schadensbericht zum Tornado in Tschechien u.a. vom ESSL und CHMI gibt es hier.

Rückblick: Am Freitag Gewitter von Vorarlberg bis Wien

+++Update 21:20 Uhr+++

Mittlerweile haben die Gewitter auch Niederösterreich erreicht. Das Foto zeigt eindrucksvoll die Gewitterzelle bei Allensteig im Waldviertel mit vorgelagerter Böenwalze. Damit beenden wir unseren Live-Ticker und wünschen einen schönen Abend!

Gewitterzelle Bei Allensteig im Waldviertel, Quelle: Storm Science Austria
Gewitterzelle bei Allensteig im Waldviertel, Quelle: Storm Science Austria

+++Update 20:55 Uhr+++

Die Gewitter werden jetzt langsam weniger, ein kräftiger Gewittercluster zieht in den kommenden 1-2 Stunden noch von Südwesten kommend über das Waldviertel hinweg! Rechnet in diesem Bereich mit Starkregen und kleinkörnigem Hagel!

+++Update 20:00 Uhr+++

Die Anzahl der Blitzentladungen zeigt deutlich,  dass sich der Gewitterschwerpunkt im Land wie erwartet momentan in Oberösterreich befindet. Der Cluster bewegt sich in den kommenden Stunden ins Waldviertel, sodass Niederösterreich im Laufe des Abends noch einige Ränge gut machen wird.

Blitzanzahl Österreich, Quelle: UBIMET
Blitzanzahl Österreich, Quelle: UBIMET

+++Update 19:20 Uhr+++

Die heutigen Gewitter sind oftmals mit heftigem Starkregen begleitet. So meldeten in der letzten Stunde in Verbindung mit dem Gewittercluster in Südostbayern und in Oberösterreich 2 Station über 20 mm in 1 h:

  • Vöcklabruck: 27,5 mm
  • Adlersbach-Kriestorf: 28,4 mm

+++Update 19:00 Uhr+++

Es gewittert derzeit vor allem in Oberösterreich, und zwar zwischen dem Attersee und Linz, in der oberösterreichischen Landeshauptstadt ist auch #Hagel mit dabei!

Das lassen wir jetzt mal unkommentiert so stehen:

+++Update 18:05 Uhr+++

Übrigens: heute genau vor einem Jahr gab es in weiten Teilen Mitteleuropas einen regelrechten Schwergewittertag. Besonders heftig hat es Tschechien erwischt. Ein F4-Tornado hat dort mehrere Orte regelrecht verwüstet. Unser Kollege Nik Zimmermann hat die Ereignisse in diesem Blogbeitrag aufgearbeit.

+++Update 17:00 Uhr+++

Mittlerweile haben sich zwei Gewittercluster in Süddeutschland formiert. Einer befindet sich im Salzburger Land  und wird sich in den nächsten Stunden nach Oberösterreich verlagern. Dabei drohen nebem heftigem Starkregen und kleinen Hagel auch Sturmböen. Zudem ist die Blitzaktivität hoch.  Ein zweites Cluster befindet sich in Nordbayern und verlagert sich Richtung Fichtelgebirge.

Satellitenbild inklusive Blitze für Mitteleuropa. Quelle: www.uwz.at
Satellitenbild inklusive Blitze für Mitteleuropa. Quelle: www.uwz.at

+++Update 15:45 Uhr+++

Neben dem Gewittercluster am Alpenrand haben sich auch noch weitere Gewitter an der oberen Donau und südlich von Stuttgart entwickelt. Zudem blitzt es in der Region um die Kitzbüheler Alpen. Diese Gewitter bewegen sich in den nächsten Stunden in Richtung Salzburg!  Auch dort muss mit Starkregen und lokal mit kleinem Hagel gerechnet werden.

Aktuelle Blitzdichte in Österreich und Süddeutschland. Quelle: UBIMET
Aktuelle Blitzdichte in Österreich und Süddeutschland. Quelle: UBIMET

+++Update 14:35 Uhr+++

Das eindrucksvolle Webcambild vom Wankhaus zeigt die Gewitterzelle in der Nähe von Garmisch Patenkirchen mit vorgelagerter Böenwalze gefolgt von kräftigen Niederschlägen. Dieses Gewitter bringt Starkregen, stürmische Böen sowie lokal auch kleinen Hagel mit sich und verlagert sich in den nächsten Stunden  entlang des Alpenrandes in Richtung Bad Tölz.

Webcambild vom Wankhaus bei Garmisch Patenkirchen Quelle: foto.webcam .eu
Webcambild vom Wankhaus bei Garmisch Patenkirchen Quelle: foto.webcam .eu

+++ Update 14:05 Uhr +++

Das Gewitter im Außerfern zieht aktuell nach Bayern ab, in Oberstdorf wurden Böen bis 78 km/h sowie 18 mm Regen gemessen. Im Außerfern wurden etwa in Tannheim und Bichlbach 12 mm Regen bei Böen bis knapp 50 km/h gemessen. Die Gewitterbereitschaft nimmt aktuell aber auch im Tiroler Unterland zu, hier ziehen bereits erste Schauer durch.

+++ Update 13:35 Uhr +++

Ein kräftiges Gewitter zieht aktuell über das Außerfern hinweg. Der Kern des Gewitters zieht knapp südlich an Reutte vorbei. Eine weitere Zelle nimmt Kurs auf Ehrwald. Hauptgefahren sind derzeit Starkregen und stürmische Böen.

Radarbild um 13:35 Uhr. © DWD / UBIMET

+++ Update 13:05 Uhr +++

Die Gewitter in Vorarlberg haben vor allem für größere Regenmengen gesorgt, anbei die nassesten Stationen in der vergangenen Stunde:

  • 16 mm Schoppernau
  • 15 mm Warth
  • 11mm Bludenz

Die stärkste Windböen mit 51 km/h wurde ebenfalls in Schoppernau gemessen. Aktuell befindet sich die stärkste Gewitterzelle in den Lechtaler Alpen beim Ort namens Namlos und zieht in Richtung Reutte.

+++ Update 12:45 Uhr +++

In Vorarlberg und im Tiroler Oberland ziehen bereits kräftige Schauer und Gewitter nordostwärts. Auch am Alpenhauptkamm entstehen derzeit erste Schauer, diese können demnächst zu Gewittern heranwachsen und über Nordtirol hinwegziehen.

Satellitenbild und Blitze um 12:45 Uhr, © www.uwz.at

+++ Übersicht +++

Am Rande eines Tiefs über den Britischen Inseln entwickelt sich am Freitag ein flaches Tief namens QIARA über Mitteleuropa und sorgt für eine Konvergenzlinie, die sich quer über Deutschland und Österreich erstreckt. Hier treffen westliche und südöstliche Winde aufeinander, weshalb die Luft besonders feucht und die Schauer- und Gewitterneigung erhöht ist.

Am Freitagnachmittag und -abend sind vor allem an der Alpennordseite Gewitter zu erwarten. © www.uwz.at

Im Laufe des Tages scheint zwar zeitweise die Sonne, ausgehend vom westlichen Bergland nimmt die Gewitterneigung am Nachmittag aber rasch zu. Am späten Nachmittag und Abend sind dann vor allem an der Alpennordseite örtlich kräftige Gewitter zu erwarten, dabei besteht die Gefahr von Starkregen, Hagel und teils stürmischen Böen. Am späten Abend erfasst die Konvergenzlinie auch den Nordosten des Landes, damit steigt die Gewitterbereitschaft auch im Weinviertel sowie im nördlichen Wiener Becken an.

Niederschlagsprognose vom ICON-D2-Modell von Freitagnachmittag bis Samstagmorgen.

Titelbild: Gewitter bei Linz im Juni 2022 © Storm Science Austria

Gewitter und Unwetter: Von der Einzelzelle bis zur Superzelle

Die Superzelle vor der Ankunft in Wien © M. Spatzierer

Der Juni 2022 war bislang sehr gewitterreich. Hotspots des Landes waren dabei die Steiermark und Oberösterreich. Bis zum 21.06. um 19:20 Uhr wurden österreichweit 308950 Blitze geortet. Dies entspricht ungefähr dem Durchschnitt der letzten 13 Jahre, es fehlt jedoch noch mehr als eine Woche bis zum Ende des Monats. Da die Prognose weitere Gewitterlagen verspricht, geht man davon aus, dass der Monat am Ende eher überdurchschnittlich gewittrig ausfallen wird. Selbst der Rekord vom Juni 2018 mit 447746 Blitzentladungen ist noch in Reichweite.

Blitzdichte im Juni 2022 bis zum 21.06. um 9:20 Uhr - UBIMET
Blitzdichte im Juni 2022 bis zum 21.06. um 9:20 Uhr – UBIMET
Blitzanzahl im Juni 2022 bis zum 21.06. um 19:20 Uhr - UBIMET
Blitzanzahl im Juni 2022 bis zum 21.06. um 19:20 Uhr – UBIMET
Blitzanzahl im Juni von 2009 bis 2022 - UBIMET, nowcast
Blitzanzahl im Juni von 2009 bis 2022 – UBIMET, nowcast

Allgemein spricht man von einem Gewitter sobald ein Donner hörbar ist, allerdings können Gewitter eine sehr unterschiedliche Struktur aufweisen. Je nach Windscherung und vertikaler Schichtung der Atmosphäre weisen sie zudem eine unterschiedliche Intensität und Lebensdauer auf.

Einzelzelle

Für die Entstehung von Gewittern sind grundsätzlich drei Zutaten notwendig: Ausreichend Feuchtigkeit in der Grundschicht der Atmosphäre, eine genügend starke Temperaturdifferenz mit der Höhe und einen Auslöser (wie beispielsweise eine Kaltfront oder eine bodennahe Windkonvergenz). Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind und Luft aufsteigt, dann beginnt der enthaltene Wasserdampf zu kondensieren. Die dadurch freigesetzte Energie sorgt für weiteren Auftrieb, wodurch sich die allzubekannten Gewitterwolken – auch Cumulonimbus genannt – bilden. Durch das Auf- und Abwirbeln kollidieren Eispartikel miteinander, was zu einer Ladungstrennung führt. Dadurch überwiegt in den unteren und oberen Wolkenschichten eine positive Ladung bzw. in den mittleren Wolkenschichten eine negative Ladung. Durch Blitzentladungen kann dieser Ladungsunterschied ausgeglichen werden.

Ein Einzelzellengewitter. © NOAA

Der einsetzende Niederschlag wird von Verdunstungsprozessen begleitet, wodurch Abwinde entstehen. Da Auf- und Abwind jedoch räumlich nicht genügend voneinander getrennt sind, behindern die Abwinde die Aufwinde und kappen die Zufuhr weiterer „Gewitternahrung“ ab. Das Gewitter schwächt sich ab und zerfällt. In der Regel weisen solche Gewitter eine Lebensdauer von etwa 30 Minuten auf und werden von Platzregen sowie manchmal auch von kräftigen Böen und kleinem Hagel begleitet.

Gewitter
Eine alleinstehendes Gewitter mit der typischen Amboss-Struktur. © AdobeStock

Multizellen

Gewitter weisen oft eine zumindest schwach ausgeprägte mehrzellige Struktur auf, damit werden sie per Definition zu einer Multizelle. Diese Gewitter sind insgesamt langlebiger als ordinäre Gewitter und können bei passenden Bedingungen zu großen Gewitterkomplexen heranwachsen: Wenn die Winde in der Höhe eine stärkere Windgeschwindigkeit aufweisen als die Winde in Bodennähe (also wenn es vertikale Windscherung gibt), können bei einem Gewitter die Aufwindzone von der Abwindzone getrennt werden. Dadurch wird die Zufuhr an feuchtwarmer Luft nicht unterbrochen. Bei solchen Gewitterkomplexen kann man in der Regel mehrere Gewitterzellen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien beobachten: Vollständig ausgebildete Gewitter, sich neu entwickelnde Zellen sowie auch bereits zerfallende Zellen.

Vereinfachte Dartstellung der Konvektion innerhalb einer Gewitterwolke. © Nikolas Zimmermann
Diese Einzelzelle hat das Potential zur Multizelle heranzuwachsen, da der verwehte Eisschirm  auf etwas Windscherung hindeutet. © N. Zimmermann
Ein Multizellengewitter. © NOAA

Je nach Windscherung, Luftschichtung sowie auch topographischem Einfluss können Multizellen sehr unterschiedliche Strukturen und Verlagerungsrichtungen aufweisen, beispielsweise können sie sich manchmal sogar entgegen der vorherrschenden Windströmung in mittleren Höhen verlagern. Bei starker Windscherung entwickeln sich manchmal sogar mehrere hundert Kilometer lange Gewitterlinien. Multizellen können zu Starkregen, Sturmböen und Hagel führen.

Quellwolken eines Gewitters - pixabay.com
Eine Multizelle. © pixabay.com
Gewitterlinie am IR-Satellitenbild (inkl. Blitze) am 29. Juni 2021.

Superzellen

Superzellen sind deutlich seltener als ordinäre Gewitter und Multizellen, sie sorgen aber oft für erhöhte Unwettergefahr. Es handelt sich dabei um meist langlebige, kräftige und alleinstehende Gewitter, welche einen beständigen rotierenden Aufwind aufweisen („Mesozyklone“). Superzellen entstehen bei ausgeprägter Windscherung: Bei einer starken vertikalen Windzunahme bilden sich nämlich quer zur Strömung horizontal liegende Luftwalzen. Der Aufwind eines entstehenden Gewitters saugt diese Luftwalze ein und kippt ihre Achse in die Senkrechte, wobei sich der Drehimpuls nach und nach auf den gesamten Aufwindbereich überträgt. Auf Zeitraffern lässt sich diese dadurch erkennen, dass die Gewitterwolke um eine vertikale Achse rotiert.


Die Zufuhr feuchtwarmer Luft wird dabei durch den räumlich getrennten Abwindbereich, in dem der Niederschlag ausfällt, nicht gestört. Superzellen können für schwere Sturmböen, Starkregen, großen Hagel und in manchen Fällen auch für Tornados sorgen.  Superzellen präsentieren sich aber je nach Feuchtigkeitsangebot unterschiedlich, so gibt es LP-Superzellen (low precipitation, siehe auch Zeitraffer oben), klassische Superzellen und HP-Superzellen (high precipitation, siehe Zeitraffer unten).


Titelbild: Superzelle über Wien am 12. August 2019 © M. Spatzierer

Rückblick: Zum Wochenstart vor allem im Süden kräftige Gewitter

+++ Update 22:15 Uhr +++

Die Gewittertätigkeit lässt jetzt allmählich nach, in der letzten Stunde hat es vor allem im Raum Bruck/Mur heftig geschüttet (21 Liter an der Station in Bruck/Mur, 12 Liter in Pernegg).

Auch auf Wien ziehen von Westen her noch kurze Schauer und Gewitter durch, wie schön am Radarbild von 22 Uhr zu erkennen ist. Damit beenden wir unseren Live-Ticker und wünschen einen ruhigen Abend!

+++ Update 21:10 Uhr +++

Weiterhin kräftige Gewitter in Österreich unterwegs:

Blitzverlauf mit Niederschlagsmengen der letzten Stunde,
Quelle: UBIMET, NOWCAST

Die Kärntner Zelle brachte in Klagenfurt um 15 Liter auf den Quadratmeter, weiter südöstlich sogar knappe 24 Liter in  nur kurzer Zeit. Da sind kleinere Überschwemmungen vorprogrammiert.
Auch die Steirer Zelle, die nördlich an Hartberg vorbei nun das Burgenland erreicht hat, brachte in Eichberg sogar knapp 29 Liter auf den Quadratmeter in nur 30 Minuten.

+++ Update 20:20 Uhr +++

Mit Korngrößen im Bereich von Golfball-Größen bei bzw. nördlich von Graz darf man wahrlich schon von Unwettern sprechen. Aber auch in Kärnten lassen die gemessenen Werte der Wetterstationen von der Intensität der Gewitter ahnen: 25,6 Liter/m^2 in der letzten Stunde nördlich von Villach und 81 km/h Sturmböen bei Klagenfurt.

+++ Update 19:20 Uhr +++

Die Zwischenbilanz über den heutigen Blitzverlauf ergibt eine bunte Karte, die einerseits die Gewitter vom Vormittag/Mittag in Ober- und Niederösterreich zeigt, wie auch die aktuellen Gewitter der letzten Stunden – die kräftige Zelle erneut in Oberösterreich und jene vom Tiroler Unterland bis nach Graz

+++ Update 19:00 Uhr +++

Wie die Sturmböen in Oberösterreich (93 km/h jetzt am Flughafen Linz), so die Überflutungen auch im Süden: bei 17,8 Liter auf den Quadratmeter in Dellach im Drautal in nur 40 Minuten kein Wunder.

+++ Update 18:50 Uhr +++

Die kräftige Gewitterzelle, die vor Kurzem über Graz hinwegzog, bracht auch Hagel mit sich:

+++ Update 18:30 Uhr +++

Etliche Sturmschäden werden aus Oberösterreich gemeldet, 71 km/h wurden auch bereits aus Obertrattnach gemeldet:

+++ Update 18:15 Uhr +++

+++ Update 18:00 Uhr +++

Volltreffer in Reichersberg im Innviertel:
Die bayrische Superzelle soeben Reichersberg getroffen und dabei für eine orkanartige Böe mit 108 km/h gesorgt (außerdem für einen Temperatursturz von 27,6°C auf 19,3°C binnen 10 Minuten).
Auf ihrem weiteren Weg südostwärts schrammt sie an Ried vorbei und zieht weiter auf Wels zu. Stellen Sie sich dort auf ebenso schwere Böen und Hagel ein!

+++ Update 17:15 Uhr +++

Erneut bemühen wir das Radarbild, denn ganz klassisch nach Lehrbuch erleben wir in Kärnten einen Zell-Split – ein Gewitter, das sich teilt. Der südliche Teil zieht nun südostwärts Richtung Hermagor, der nördliche weiter nach Osten.
Weiters gilt erhöhte Vorsicht im Großraum Graz, da dort mehrfach Gewitter auslösen!
Und als dritten Gefahrenpunkt müssen wir den Bereich zwischen Schärding, Braunau und Ried im Innkreis vorwarnen vor der kräftigen Superzelle, die aus Niederbayern in der kommenden halben Stunde das Innviertel erreicht. Mäßiger Hagel ist dabei zu erwarten:

Radarbild 15:15 Uhr
Quelle: UBIMET, AustroControl

+++ Update 16:30 Uhr +++

Nach einer kurzzeitig etwas ruhigeren Phasen haben nun wieder ein paar Gewitter ausgelöst. Während sich jenes im Waldviertel bereits wieder zu einem Schauer abgeschwächt hat, ziehen vom Tiroler Unterland über die Hohen Tauern bis in die Südsteiermark Gewitter langsam ostwärts.

Erhöhte Vorsicht gilt daher momentan für Spittal an der Drau und von Deutschlandsberg bis Leibnitz:

Besonders aber in Bayern sind derzeit schwere Gewitter samt Hagel unterwegs, die zudem etwas schneller ostwärts ziehen. Es bleibt abzuwarten, ob und wo sie Österreichen erreichen.

Radarbild 16:15 Uhr
Daten: UBIMET, AustroControl

+++ Update 14:50 Uhr +++

Ein Blick auf das Satellitenbild zeigt nicht nur die quer über Deutschland liegende Kaltfront, sondern auch dass bzgl. Gewitter derzeit nicht viel los ist in Österreich. Einzig westlich von Spittal an der Drau ist aktuell ein Gewitter am Entstehen. Die roten Pluszeichen stehen dabei für die aktuellen Blitze.
Auch in den kommenden Stunden sind noch weitere Gewitter im Süden zu erwarten.

Satbild und aktuelle Blitze (+ Zeichen) von 14:40 Uhr
Quelle: UBIMET, EUMETSAT

 

 

+++ Update 13:15 Uhr +++

Derzeit gibt es große Temperaturkontraste in Österreich. Während im Mühl- und Waldviertel nur knapp 20 Grad gemessen werden, ist es in Unterkärnten mit bis zu knapp 33 Grad in St. Andrä im Lavanttal schwülheiß. Entsprechend herrscht am Nachmittag vor allem im Süden erhöhte Gewittergefahr.

Temperaturen um 13:10 Uhr; (zum Vergrößern auf das Bild klicken. Daten: ZAMG/UBIMET)

+++ Update 12:55 Uhr +++

Die Gewitter im Norden des Landes haben nachgelassen, sind aber aktuell noch für teils kräftigen Wind in Teilen Niederösterreichs verantwortlich.Anbei die gemessenen Windspitzen:

  • 71 km/h Klausen-Leopoldsdorf
  • 63 km/h St. Pölten
  • 62 km/h Retz
  • 62 km/h Gumpoldskirchen

+++ Update 12:30 Uhr +++

Vor allem im südlichen Bergland steigt die Gewitterneigung nun langsam an, in der Gurktaler Alpen ist knapp nördlich der Flattnitz vor wenigen Minuten eine Gewitterzelle entstanden.

+++ Update 12:00 Uhr +++

Anbei ein Video aus dem Waldviertel. Etwa in Weitra wurden Böen bis 61 km/h gemessen, wobei die Station nicht direkt getroffen wurde.

+++ Update 11:50 Uhr +++

Das Gewitter im Waldviertel zieht derzeit mit stürmischen Böen über Karlstein an der Thaya hinweg und verlagert sich demnächst nach Tschechien. Ein weitere Gewitter zieht derzeit in der nördlichen Obersteiermark über das Untere Ennstal zwischen Admont und Hieflau hinweg.

+++ Update 11:30 Uhr +++

Das Gewitter im Waldviertel ist weiterhin sehr kräftig und zieht in Richtung Karlstein an der Thaya. Anbei ein Webcambild aus Groß-Siegharts.

Gewitter bei Groß-Siegharts. © http://www.wetter-hausruckviertel.at/
Gewitter bei Groß-Siegharts. © https://www.wetter-hausruckviertel.at/

+++ Update 11:15 Uhr +++

Im Oberen Waldviertel bei Kirchberg am Walde ist ein kräftiges Gewitter entstanden. Das Gewitter zieht ostwärts und sorgt für Hagel- und Sturmgefahr! Eine Konvergenzlinie liegt derzeit quer über dem Westen Niederösterreichs, hier können in der kommenden Stunde weitere Gewitter entstehen.

Eine Windkonvergenz liegt quer über Niederösterreich. Die Gewitter verlagern sich ostwärts. © ACG/UBIMET

+++ Update 11:05 Uhr +++

In Oberösterreich wurden bereits knapp 10.000 Blitzentladungen gemessen. Die Gewitter haben hier neben Starkregen auch für stürmische Böen gesorgt, anbei die bislang stärksten gemessenen Windböen:

  • 68 km/h Rohrbach
  • 65 km/h Wolfsegg
  • 64 km/h Reichersberg
  • 61 km/h Kremsmünster

in Unterach am Attersee wurde zudem 16 mm Regen innerhalb von einer Stunde gemessen.

+++ Übersicht +++

Österreich liegt am Montag südlich einer Kaltfront, die sich von Nordfrankreich quer über Deutschland bis nach Polen erstreckt. Im Vorfeld der Kaltfront gelangen weiterhin feuchtwarme und labil geschichtete Luftmassen ins Land, so sind in Salzburg und Oberösterreich bereits seit den Morgenstunden mitunter kräftige Gewitter durchgezogen. Die Gewitter erfassen nun auch das Most- und Waldviertel, am Nachmittag sind dann auch im östlichen Flachland sowie im Süden örtlich kräftige Gewitter zu erwarten. Örtlich besteht die Gefahr von Hagel, Starkregen und Sturmböen!

Am Abend ziehen im Norden mit Ankunft der Kaltfront neuerlich Schauer und Gewitter durch, etwas geringer bleibt die Gewitterneigung dagegen im Bodenseeraum sowie im äußersten Südosten.

Titlebild © Storm Science Austria

Am Wochenende Hitze mit bis zu 36 Grad an der Alpennordseite

Thermometer mit Hitze über 30 Grad - Adobe Stock

Die erste Junihälfte verlief im landesweiten Flächenmittel bereits um 1,3 Grad wärmer als im langjährigen Mittel von 1991 bis 2020, wobei die größten Abweichungen um +2 Grad in der Silvretta sowie in Osttirol und Kärnten verzeichnet wurden. In den kommenden Tagen werden die Abweichungen weiter ansteigen, so steht am Sonntag steht der bislang heißeste Tag des Jahres an. Entlang der Nordalpen von Vorarlberg bis ins Mostviertel steigen die Temperaturen örtlich auf bis zu 36 Grad.

Die größte Hitze verlagert sich am Wochenende von Frankreich nach Ostdeutschland (zum Vergrößern auf das Bild klicken). © UBIMET

PETRA bringt heiße Luft

Verantwortlich für die erste große Hitze des Jahres ist ein nahezu ortsfestes Tiefdruckgebiet namens PETRA mit Kern über dem Ostatlantik bzw. der Biskaya. An der Ostflanke des Tiefs gelangen mit einer südlichen bis südwestlichen Strömung heiße Luftmassen nach Mitteleuropa, wobei die größte Hitze die Regionen westlich und nördlich von Österreich trifft. So sind am Wochenende selbst in einem Streifen von Nordfrankreich bis in die Mitte Deutschlands recht verbreitet Temperaturen zwischen 35 und 39 Grad zu erwarten.

Die heißeste Luft umströmt das Hoch EFIM. © FU Berlin / DWD

Sonniges Wochenende

Am Samstag und Sonntag dominiert in Österreich bei höchstens harmlosen Schleier- oder Quellwolken verbreitet der Sonnenschein. Dazu bleibt es weitgehend trocken, nur ganz vereinzelt sind in den westlichen Nordalpen am späten Sonntagnachmittag lokale Hitzegewitter nicht ausgeschlossen. Die Temperaturen steigen am Samstag auf 28 bis 34 Grad und am Sonntag auf 30 bis 36 Grad. Die höchsten Temperaturen sind unter leichtem Föhneinfluss von Vorarlberg bis ins Mostviertel zu erwarten.

Die Nullgradgrenze steigt am Sonntag vorübergehend auf etwa 4500 m an.

Zu Wochenbeginn bleibt es sehr heiß mit Temperaturen zwischen 29 und 35 Grad, die Gewittergefahr steigt aber vor allem im Berg- und Hügelland an.

Am Montag gibt es auch im Südosten große Hitze.

Außergewöhnliche Juni-Hitze

Temperaturen um 35 Grad sind in den vergangenen Jahren häufiger geworden, sind aber weiterhin außergewöhnlich. Beispielsweise in Bregenz und Salzburg wurde die 35-Grad-Marke im Juni überhaupt erst dreimal seit Messbeginn erreicht. Im Zuge des Klimawandels erreicht die nordafrikanische Hitze den Alpenraum jedoch immer früher im Jahr. Im vergangenen Jahr wurden Temperaturen um 35 Grad erstmals am 21. sowie am 24. Juni im Südosten gemessen, im Rekordjuni 2019 sogar in jedem Bundesland. Der absolute Monatsrekord liegt bei 38,6 Grad, gemessen in Waidhofen an der Ybbs am 20.6.2013.

Titelbild © AdobeStock

Zu Fronleichnam kräftige Gewitter mit Hagel

Hagel und Regenbogen

Die kräftigsten Gewitter sind für heute durch, die verbliebenen Gewitter werden nun auch von Stunde zu Stunde weniger. Daher beenden wir unseren heutigen Liveticker und bedanken uns fürs Mitlesen! Bis demnächst an gleicher Stelle 🙂

+++Update 18:15 Uhr+++

Beeindruckende Strukturen bei den Gewittern, hier eingefangen vor Kurzem in Kirchberg an der Pielach.

Quelle: Storm Science Austria
Hagel in Wimpassing / Leitha. Bild: R. Proyer
Hagel in Pottendorf. Bild: F. Knabl

+++Update 17:45 Uhr+++

Nachhaltig abkühlen wird es mit den Gewittern nicht – nur kurzfristig. In Vorarlberg, hinter der Störungszone, geht der Tag freundlich zu Ende. Derzeit ist Feldkirch sogar der wärmste Ort des Landes mit knapp 30 Grad!

Quelle: https://www.foto-webcam.eu/webcam/dornbirn/

+++Update 17:30 Uhr+++

Man kann anhand der Blitzdichte (also Blitze pro Quadratkilometer) gut sehen, wo die heftigsten Gewitter bis jetzt gewütet haben: Jene Zelle, die von der Packalpe zur slowenischen Grenze gezogen ist, stellt hier die anderen Gewitter ziemlich in den Schatten!


+++Update 17:15 Uhr+++

Hier der Überblick der aktuellen Gewitterherde anhand der Blitzentladungen. Alte Blitze sind dunkel – neue Blitze sind gelb dargestellt. Im Westen hat sich die Situation nun schon beruhigt, die stärksten Gewitter derzeit in Niederösterreich un der Steiermark:

+++Update 17:00 Uhr+++

Mittlerweile regnerisch auch in Wien, der Regen hält jetzt einige Zeit an und auch Blitze sind immer wieder mit dabei!

Quelle: https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien/

+++Update 16:45 Uhr+++

Schon 30.000 Blitze heute, die Hälfte davon geht auf das Konto der Steiermark:

+++Update 16:30 Uhr+++

Das kräftigste Gewitter geht momentan nördlich von Eisenstadt nieder und zieht ostwärts Richtung Neusiedl und Bruck/Leitha. In diesem Bereich intensiver Regen und Hagel!

+++Update 16:20 Uhr+++

Blick von Bad Vöslau auf das heftige Gewitter im südlichen Wiener Becken. Danke an Storm Science Austria für das tolle Bild:

Quelle: Storm Science Austria

+++Update 16:15 Uhr+++

Große Temperaturunterschiede derzeit – je nach Sonne oder Gewitter. In der Wiener Innenstadt noch immer 29 Grad, in Weitra (Waldviertel) hat es mit einem Gewitter auf 14 Grad abgekühlt.

In der Bundeshauptstadt wird es auch demnächst nass!

+++Update 16:00 Uhr+++

Vorsicht im südlichen Wiener Becken. Hier hat sich eine sehr kräftige Gewitterzelle gebildet, rechnet hier mit intensivem Regen und auch Hagel. Hier ein Webcambild der A2 beim Knoten Wiener Neustadt:

+++Update 15:30 Uhr+++

Aktuelle Übersicht der Gewitter: Jetzt geht es auch langsam im Osten und Nordosten los, die Gewitter im Waldviertel nehmen Kurs auf Wien. Mal sehen, ob sie es schaffen…

+++Update 15:20 Uhr+++

Die Gewitter bilden sich heute in sommerlich warmer/heißer Luft, 4 Stationen im Land haben bis dato die 30-Grad-Marke geknackt.

+++Update 15:00 Uhr +++

Anbei ein Hagelbild aus der Südweststeiermark. Ähnlich groß war der Hagel auch örtlich im Lavanttal und in den Karawanken.

+++Update 14:45 Uhr +++

Vor allem entlang der Südgrenze von den Karawanken bis in die Südsteiermark gehen derzeit heftige Gewitter mit Starkregen und Hagel nieder. Diese Gewitter reichen gut 14 km hoch. Ein weiteres hochreichendes Gewitter erfasst nun das Obere Waldviertel, aber auch im Mittelburgenland entstehen nun Schauer und Gewitter.

Radar um 14:45 Uhr. © ACG/UBIMET

+++Update 14:30 Uhr +++

Anbei ein Video aus Maria Lankowitz (westlich von Köflach).


In Wolfsberg wurde Hagel mit einem Durchmesser von etwa 3 bis 4 cm beobachtet, siehe hier sowie hier

+++Update 14:20 Uhr +++

Auch im Raum Hartberg zieht derzeit ein Gewitter durch, anbei ein aktuelles Bild der Gewitterzelle.

Blitz bei Hartberg. © C. Matella

+++Update 14:15 Uhr +++

Die stärksten Gewitter gehen derzeit rund um die Koralpe nieder. In den kommenden Stunden verlagert sich der Schwerpunkt der Gewitter in den Nordosten des Landes, wo derzeit noch verbreitet die Sonne scheint. In Tschechien sind bereits erste kräftige Gewitterzellen entstanden, diese ziehen in Richtung Waldviertel.

Radar um 14 Uhr. © ACG/UBIMET

+++Update 14:10 Uhr +++

Derzeit gibt es große Temperaturkontraste: In Ferlach wurde soeben die 30-Grad-Marke erreicht und auch im östlichen Flachland liegen die Temperaturen bei 28 oder 29 Grad. In Tirol und Salzburg hat es teils auf unter 20 Grad abgekühlt, wie etwa in St. Johann i im Pongau mit 17,5 Grad.

Weitere Daten gibt es stets auch hier: Aktuelle Wetterdaten aus Österreich

+++Update 13:45 Uhr +++

Anbei aktuelles Infrarot-Satellitenbild, welches die Temperaturen an der Wolkenobergrenze zeigt. Je kälter die Temperatur, desto höher reichen die Gewitterwolken. Derzeit stechen vor allem die Wolken im nördlichen Unterkärnten sowie westlich von Graz stark heraus, stellenweise werden hier etwa -63 Grad ermittelt. Damit reichen die Gewitterwolken gut 13 km hoch.

IR-Satellitenbild um 13:35 Uhr.

+++Update 13:35 Uhr +++

In Neumarkt wurde vor wenigen Minuten eine Böe von 100 km/h gemessen. Anbei die Spitzen in den verfangenen drei Stunden in den Niederungen:

  • 100 km/h Neumarkt (ST)
  • 97 km/h St. Michael im Lungau (S)
  • 75 km/h Hochfilzen (T)
  • 73 km/h Bischofshofen (S)
  • 72 km/h Zell am See (S)
  • 72 km/h Friesach (K)

+++Update 13:15 Uhr +++

Vor allem im nördlichen Unterkärnten sowie zwischen dem Packsattel und Graz ziehen aktuell kräftige Gewitter durch, die Unwettergefahr nimmt in den Gebieten südlich bzw. südöstlich dieser Gewitter zu! Ein weiteres Gewitter ist südöstlich von München entstanden und zieht nach Salzburg.

Radar um 13:15 Uhr. © ACG/UBIMET

+++Update 12:50 Uhr +++

Die Gewitter im Murtal ziehen derzeit in Richtung Grazer Bergland. Die Hagel- und Sturmgefahr nimmt nach Südosten hin zu! Weitere Gewitter ziehen nordöstlich der Tauern sowie im Grenzbereich zu Bayern durch.

Radarbild um 12:50 Uhr. © ACG/UBIMET
Gewitter im Pongau. © www.foto-webcam.eu

+++Update 12:20 Uhr +++

Derzeit gehen vor allem in den Nordalpen vom Außerfern über die Salzburger Gebirgsgaue bis in die Obersteiermark örtlich Schauer und Gewitter nieder. In Hochfilzen wurde soeben eine Sturmböen von 75 km/h gemessen. Der Schwerpunkt der Gewitter wird sich in den kommenden Stunden in den Südosten verlagern, aber auch vom Waldviertel ostwärts nimmt die Gewitterneigung langsam zu.

Die Böenfront greift nun auf den Pinzgau über. Bild: www.foto-webcam.eu

+++Update 12:00 Uhr +++

Das kräftige Gewitter im Tiroler Unterland zieht aktuell über den Raum St. Johann in Tirol hinweg. Vorsicht vor Starkregen, kleinem Hagel und Sturmböen!

Anbei die bislang gemessenen Spitzenböen:

  • 69 km/h Mittersill (S)
  • 64 km/h Golling (S)
  • 63 km/h Kirchdorf in Tirol (T)
  • 61 km/h Windischgarsten (OÖ)

Weitere Daten gibt es stets auch hier: Aktuelle Wetterdaten aus Österreich

Gewitter im Kaiserwinkl. © www.foto-webcam.eu

+++Update 11:35 Uhr +++

Anbei zwei Webcambilder des Gewitters zwischen Wörgl und Kufstein (via www.foto-webcam.eu). In Achenkirch sowie auch in Windischgarsten wurden vor wenigen Minuten Böen um 60 km/h gemessen.

+++Update 11:15 Uhr +++

Das aktuell kräftigste Gewitter zieht derzeit vom Rofan ins Unterinntal (Raum Wörgl), hier kann es demnächst zu Starkregen, kräftigen Windböen und kleinem Hagel kommen. Weitere Gewitter sind im Berchtesgadener Land sowie im Raum Windischgarsten unterwegs. Die Gewitter ziehen mit etwa 50 bis 55 km/h ost- bis südostwärts.

Blitzentladungen um 11:10 Uhr. © UBIMET

+++Update 10:55 Uhr +++

Bei Gewittern sorgen Hagel und Sturm zwar oft für die höchsten Sachschäden, allerdings wird der klassische Blitz oft als Gefahrenquelle für den Menschen vernachlässigt. Ein paar Infos zum Thema Schrittspannung sowie generelle Verhaltenshinweise bei Gewittern findet ihr hier.

+++Update 10:30 Uhr +++

Am aktuellen Satellitenbild sieht man die hochreichenden Gewitterwolken (helles weiß) über Teilen Nordtirols. Auch in Oberösterreich sind erste gewittrige Schauer entstanden, im Süden und Osten scheint dagegen bei höchstens harmlosen Schleierwolken verbreitet die Sonne.

Satellitenbild um 10:20 Uhr. © EUMETSAT/UBIMET

+++Update 10:05 Uhr +++

Die Gewitter entlang der westlichen Nordalpen bringen vorerst starken Regen, kräftige Windböen und kleinen Hagel. Im Laufe des Tages sind vor allem im Südosten dann auch Gewitter mit großem Hagel und Sturmböen möglich.

Anbei zwei Meldungen aus dem Allgäu. Diese Gewitter ziehen aktuell über das Außerfern hinweg,

+++ Update 09:45 +++

In Vorarlberg ziehen bereits seit den Morgenstunden Schauer und Gewitter durch, hier gab es bereits mehr als 600 Blitzenladungen. Mittlerweile sich auch erste kräftige Gewitter unterwegs, diese ziehen aktuell über den Allgäu bzw. das Außerfern hinweg.

Radarbild um 9:45 Uhr. © UBIMET/ACG/DWD

+++ Übersicht +++

Österreich liegt am Donnerstag im Einflussbereich feuchtwarmer und energiereicher Luftmassen. Der Hochdruckeinfluss lässt dabei nach und aus Westen zieht tagsüber ein Tiefausläufer durch, somit muss man verbreitet mir einer zunehmenden Schauer- und Gewitterneigung rechnen. Bei teils starker Windscherung sind vor allem im Süden und Osten auch kräftige Gewitter zu erwarten mit der Gefahr von teils großem Hagel und Sturmböen!

Vor allem im Südosten zeichnet sich örtlich erhöhte Unwettergefahr ab. © uwz.at

Titelbild © AdobeStock

Gewitter in Österreich: die blitzreichsten Regionen des Landes

Gewitter können in Mitteleuropa bei passenden Wetterbedingungen im gesamten Jahr auftreten, die klassische Hochsaison geht hierzulande aber typischerweise von Mitte Mai bis Ende August. In dieser Jahreszeit sorgt einerseits der hohe Sonnenstand für eine starke Erwärmung der bodennahen Luft, was zu einer labilen Luftschichtung führen kann, andererseits werden die Luftmassen im Laufe des Sommers generell energiereicher (wärmere Luft kann mehr Wasserdampf enthalten).

Anzahl an Blitzentladungen pro Monat in Österreich von 2011 bis 2020. © UBIMET

Der blitzreichste Monat des Jahres in Österreich ist meist der Juli mit einem 10-jährigen Mittel von knapp 225.000 Blitzentladungen (Stromstärke ab 5 kA). Es folgen in absteigender Reihenfolge August, Juni und Mai. Gegen Ende August lässt die Blitzhäufigkeit aufgrund der rasch abnehmenden Tageslänge deutlich nach, der blitzärmste Monat ist der November mit durchschnittlich nur 136 Entladungen.

Blitze in Österreich

Im 10-jährigen Mittel stechen bei der Blitzdichte in Österreich zwei Regionen ganz besonders hervor:

  • Die Gebiete vom Grazer Bergland und Mürztal über das Grazer Becken bis ins Südburgenland
  • Die Gebiete vom Flachgau bzw. südlichem Innviertel über das Salzkammergut bis zu den Ennstaler Alpen

Am wenigsten Blitze gibt es dagegen am Alpenhauptkamm vom Montafon bis zu den Ötztaler Alpen, da hier die lange Schneebedeckung sowie die hochgelegenen Täler nur eine recht kurze Gewittersaison zulassen.

Mittlere Blitzdichte von 2010 bis 2019. © UBIMET

Bezirke mit der höchsten Blitzdichte

  • 34,6 Blitze/km² Weiz (ST)
  • 32,7 Blitze/km² Graz-Umgebung (ST)
  • 29,3 Blitze/km² Hartberg-Fürstenfeld (ST)
  • 28,4 Blitze/km² Graz (ST)
  • 27,5 Blitze/km² Jennersdorf (B)
  • 26,8 Blitze/km² Salzburg Stadt (S)
  • 26,7 Blitze/km² Südoststeiermark (ST)
  • 26,4 Blitze/km² Salzburg-Umgebung (S)
  • 26,4 Blitze/km² Voitsberg (ST)
  • 25,6 Blitze/km² Oberwart (B)
  • 25,2 Blitze/km² Ried im Innkreis (OÖ)

An letzter Stellen befinden sich die Bezirke Bludenz und Landeck mit einer mittleren Dichte von 8,2 bzw. 8,6 Blitzen/km² (in den Gemeinden Bartholomäberg in Vorarlberg bzw. Sölden in Tirol liegt sie bei nur 5 Blitzen/km²).

Mittlere Anzahl von Blitzen pro Tag (2007-2019). © UBIMET

Wenn man sich die mittlere Anzahl von Blitzen pro Tag betrachtet, stechen die bereits erwähnten Regionen ebenfalls klar heraus, ganz besonders die Gebiete rund um Weiz. Starke Gewitter können zwar überall auftreten, auch in dieser Kategorie liegen aber „die üblichen Verdächtigen“ an der Spitze:

  • das südöstliche Bergland (u.a. vom Murtal bis zur Buckligen Welt)
  • die Nordalpen (v.a. vom Außerfern bis zu den Niederösterrechischen Voralpen)
  • das Obere Waldviertel
Anteil der Schwergewittertage. © UBIMET

Hagel ist in Österreich keine Seltenheit, vor allem bei leicht föhnigen Wetterlagen kommt es am Alpennordrand, im Südosten oder im Waldviertel nahezu jährlich lokal auch zu großem Hagel. Vereinzelt wurde auch schon sehr großer Hagel mit einer Größe von etwa 10 cm beobachtet, wie etwa zuletzt am 5. Juni 2022 im Kaiserwinkl oder am 24. Juni 2021 in Wald- und Weinviertel.

Meldungen von großem Hagel in Österreich in der ESWD-Datenbank seit 2010. © ESWD

Blitzhauptstadt Graz

In Österreich stellt Graz aufgrund der geographischen Lage am Südostrand der Alpen die blitzreichste Landeshauptstadt dar. Einerseits gibt es hier zahlreiche Gebirgsgruppen wie etwa die Packalpe oder das Grazer Bergland, welche die Auslöse von Gewittern begünstigen, andererseits ist die Luft hier im Sommer oft sehr feucht bzw. energiereich. Hinzu kommt noch, dass sich die feuchte Luft  in tiefen Schichten bei Kaltfrontdurchgängen besonders lange halten kann, da die bodennahe Kaltluft von den Alpen blockiert wird bzw. über Wien hinweg umgeleitet wird. In mittleren Höhenlagen findet aber dennoch eine Temperaturabnahme statt, was dann in der Steiermark und im Südburgenland zu einer oft labilen Luftschichtung führt.

Im Südosten ist die Luftschichtung am häufigsten labil. © UBIMET

Dieser Effekt führt auch dazu, dass es in Graz deutlich häufiger als etwa in Wien zu kräftigen Gewittern kommt, da die energiereiche Luft hier rasch durch aufkommenden Westwind ausgeräumt wird.

Mittlere Blitzdichte pro Landeshauptstadt:

  1. Graz 28,4 Blitze/km²
  2. Salzburg 26,8 Blitze/km²
  3. Bregenz 16,9 Blitze/km²
  4. Eisenstadt 16,3 Blitze/km²
  5. Innsbruck 15,1 Blitze/km²
  6. Linz 11,3 Blitze/km²
  7. Wien 11,2 Blitze/km²
  8. Klagenfurt 11,1 Blitze/km²
  9. St. Pölten 10,7 Blitze/km²

In Wien handelt es sich um ein Mittel über alle Bezirke, wobei es auch innerhalb vom Bundesland Wien größere Unterschiede gibt: Während sie im Süden teils über 13 Blitzen/km² liegt, sind es in Floridsdorf nur 8,7 Blitze/km² (Zeitraum von 2010 bis 2019).

Bei sommerlichen Kaltfronten aus NW hält sich südlich der Alpen länger die energiereiche Luft.

Auch auf mitteleuropäischer Ebene stechen die Gebiete rund um das Grazer Becken heraus. Besonders in Norditalien gibt es allerdings Regionen mit einer noch höheren Blitzdichte, wie etwa das Alpenvorland rund um Bergamo sowie im Nordosten Italiens von Vicenza bis Udine, generell die nördliche Adria oder auch auch die Küste Liguriens von Genua ostwärts.

Blitze pro km² pro Jahr in Österreich (2009-2019). © UBIMET

Zutaten für Gewitter

Für die Entstehung von Gewittern sind grundsätzlich drei Zutaten notwendig: Ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit in tiefen Schichten, eine labile Schichtung der Atmosphäre sowie ein Mechanismus, der die Luft zum Aufsteigen bringt. Letzteres kann beispielsweise zusammenströmender Wind über einem Berg oder auch im Flachland (Konvergenz) oder auch eine aufziehende Front sein. Für die Entstehung langlebiger Gewitter ist zusätzlich noch eine Zunahme der Windgeschwindigkeit mit der Höhe notwendig, damit der Auf- und Abwindbereich der Gewitter voneinander getrennt bleiben.

Vorwarnung und Warnung

Die Zutaten für schwere Gewitter kann man meist schon mehrere Tage im Voraus gut prognostizieren (Gewittervorwarnung), wo dann aber auch ein kräftiges Gewitter exakt durchzieht, kann man in der Regel nur kurzfristig anhand von Radar- und Satellitendaten erkennen (Gewitterwarnung).

Zu Fronleichnam teils schwere Gewitter, danach Hitze in Sicht?

Blitz bei Gewitter - AdobeStock

Nach ein paar ruhigeren Tagen zieht am Donnerstag, zu Fronleichnam, ein kleinräumiges Tief über den Nordosten Österreichs hinweg. Im Westen gehen bereits am Vormittag lokale Schauer und Gewitter nieder. Diese breiten sich tagsüber unter Verstärkung ostwärts aus und erreichen am Nachmittag auch das östliche und südöstliche Flachland. Primär zwischen dem Bregenzerwald und dem Tiroler Unterland, später aber auch im Südosten des Landes besteht in Gewitternähe erhöhte Unwettergefahr durch Sturmböen, Hagelschlag und Starkregen. Am ehesten trocken bleibt es am Bodensee und im Weinviertel. Die Temperaturen bleiben trotz Gewitter auf einem sommerlichen Niveau und erreichen verbreitet 24 bis 30 Grad.

Prognose der Niederschlagssumme für den Donnerstag, hauptsächlich durch Gewitter - UBIMET
Prognose der Niederschlagssumme für den Donnerstag, hauptsächlich durch Gewitter – UBIMET

Am Fenstertag Wetterberuhigung und mäßig warm

Bereits am Freitag zieht die Störung nach Südosten ab und aus Westen nimmt ein mächtiges Hoch allmählich an Einfluss auf das Wettergeschehen im Alpenraum. Der Fenstertag verläuft somit bei einem freundlichen Sonne-Wolken-Mix im Großteil des Landes trocken. Lediglich im zentralen Bergland und im Süden ist die Schauerneigung noch leicht erhöht. Dazu bleibt es mit 23 bis 30 Grad österreichweit sommerlich warm.

Prognose der Sonnenstunden (h) für den Freitag - UBIMET
Prognose der Sonnenstunden (h) für den Freitag – UBIMET

Hochsommerliches Wochenende mit bis zu 35 Grad

Der Samstag bringt dann verbreitet sonniges und stabiles Wetter. Verbreitet sind 25 bis 30 Grad in Reichweite, in Vorarlberg und dem Tiroler Oberland sind aber schon Spitzenwerte von bis zu 33 Grad zu erwarten. Am Sonntag gewinnt dann die Hitze von Westen her die Oberhand und landesweit sind 26 bis 34 oder 35 Grad in Sicht. Die 35-Grad-Marke wird in tieferen Lagen in einer großen Region von Vorarlberg über Nordtirol und den Flachgau bis in die nördlichen Voralpen aller Voraussicht nach geknackt. Die Neigung zu Hitzegewittern nimmt aber im westlichen Bergland langsam schon wieder zu. Ob sich die Hitze auch in der neuen Woche fortsetzen wird, ist noch unsicher. Bereits am Montag könnte eine Kaltfront aus Westen die kurze Hitzewelle abrupt beenden.

Prognose der Höchstwerte (°C) für den Sonntag - UBIMET
Prognose der Höchstwerte (°C) für den Sonntag – UBIMET

35 Grad im Juni kommen nicht oft vor

Solche Höchstwerte sind Mitte Juni sehr außergewöhnlich und nähern sich schon den Monatsrekorden an. In Bregenz und Salzburg zum Beispiel gab es 35 Grad so früh im Jahr – konkret vor dem 20. Juni – nur zweimal seit jeweiligem Messbeginn. An diesen beiden Stationen gab es mehr als 35 Grad im Juni überhaupt nur dreimal seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Im Zuge des Klimawandels erreicht die nordafrikanische Hitze den Alpenraum jedoch immer häufiger und immer früher im Jahr.

Statistik der Jahre mit (rot) oder ohne (blau) 35 Grad oder mehr im Juni in den Landeshauptstädten - UBIMET, Datenquelle ZAMG
Statistik der Jahre mit (rot) oder ohne (blau) 35 Grad oder mehr im Juni in den Landeshauptstädten – UBIMET, Datenquelle ZAMG

 

Titelbild: Blitz bei Gewitter – AdobeStock

Zu Wochenbeginn mit Kaltfrontdurchzug unbeständig und windig

Eine Kaltfront sorgt vorübergehend für eine Abkühlung.

Österreich liegt am Sonntag noch an der Vorderseite einer voranschreitenden Kaltfront eines Tiefdruckkomplexes über Skandinavien. Der heutige Tag verläuft somit entsprechend ruhig.

Wetterlage am Sonntag - UBIMET
Wetterlage am Sonntag – UBIMET

Doch bereits in der zweiten Hälfte der Nacht auf Montag erreichen erste Schauer und lokale Gewitter Vorarlberg, diese breiten sich tagsüber weiter nach Osten und Südosten aus. Die Kaltfront erreicht am Nachmittag auch die südöstlichsten Landesteile und verlässt  dann Montagabend den Alpenraum.

Animation des Kaltfrontdurchzugs am Montag (Niederschlagsintensität) - UBIMET RACE Modell
Animation des Kaltfrontdurchzugs am Montag (Niederschlagsintensität) – UBIMET RACE Modell

Gebietsweise viel Regen, regional gewittrig

Dabei sind vor allem entlang der westlichen Nordalpen nennenswerte Regenmengen von bis zu 20, im Bregenzerwald örtlich auch bis zu 30 l/m² Regen zu erwarten. Zwar sind nach Osten und Süden zu generell niedrigere Niederschlagsmengen in Sicht, hier steigt aber am Montag die Gewittergefahr vorübergehend an. Besonders im äußersten Süden sind auch heftigere Gewitter mit Hagel möglich! Die Lage beruhigt sich schon am späten Montagabend wieder und der Dienstag verläuft dann ähnlich wie der heutige Sonntag überwiegend trocken.

Animation der Niederschlagsprognose für Sonntag, Montag (Kaltfrontdurchzug) und Dienstag - UBIMET
Animation der Niederschlagsprognose für Sonntag, Montag (Kaltfrontdurchzug) und Dienstag – UBIMET
Gewittergefahr am Montag - UBIMET, www.uwz.at
Gewittergefahr am Montag – UBIMET, www.uwz.at

Vorübergehend windiger und kühler

Mit Kaltfrontdurchzug frischt der West- bis Nordwestwind auf. Im Norden und Osten des Landes – und hier vor allem am Alpenostrand – weht der Wind am Montag teils kräftig, in sehr exponierten Lagen sind teils stürmische Böen nicht ganz auszuschließen. Der auffrischende Wind sorgt am Montag und Dienstag von Westen her für einen mäßigen Temperaturrückgang. So werden am Sonntag noch verbreitet sommerliche 25 bis 30 Grad erreicht. Die 25 Grad bleiben am Montag im Westen und Norden, am Dienstag dann am ehesten im Osten außer Reichweite. Im Süden wird der Rückgang kaum spürbar sein, die Luft wird aber auch hier vorübergehend trockener und klarer.

Animation der prognostizierten Höchstwerten für Sonntag, Montag (Kaltfrontdurchzug) und Dienstag - UBIMET
Animation der prognostizierten Höchstwerten für Sonntag, Montag (Kaltfrontdurchzug) und Dienstag – UBIMET
Prognose der maximalen Windböen am Montag - UBIMET
Prognose der maximalen Windböen am Montag – UBIMET

Bereits zur Wochenmitte hin macht sich von Westen her aber neuerlich eine schwül-warme Luftmasse aus dem westlichen Mittelmeerraum bemerkbar. Mit den Temperaturen geht es somit rasch wieder bergauf und auch die Schauer- und Gewitterneigung nimmt ausgehend vom Bergland tendenziell wieder zu.

 

 

Titelbild: Schauer mit Regenbogen – pixabay.com

Auf nasse Wetterwoche folgt warmes Wochenende

Viel Regen

Niederschlagsabweichung der ersten Juniwoche © UBIMET

Nach einem heißen und gewitterträchtigen Pfingsten ist nun die Schafskälte in Österreich angekommen und somit präsentieren sich die Temperaturen wenig sommerlich. Dazu fällt sogar bis auf etwa 2000 m hinab auch Schnee.

In Summe erfüllt der Juni sein Regensoll bereits Anfang des Monats über. Niederschlagsabweichungen von mehr teils mehr als 200 % sind schon beachtlich und daher ist es wenig verwunderlich, dass einige Flüsse Hochwasser führen und auch das trockene Frühjahr wird mehr und mehr ausgeglichen.

Wasserstand der Salzach © https://www.salzburg.gv.at/wasser/hydro/#/Fliessgew%C3%A4sser?station=203901

Grund hierfür waren Störungen, die in rascher Folge vom Atlantik her auf unser Wetter Einfluss genommen haben. Am Pfingstsonntag zogen im auch Salzburger Land kräftige Gewitter mit Starkregen durch, am Dienstag erreichte eine erste Front den Westen des Landes und heute macht sich eine weitere bemerkbar. Diese Störungen sind gut an den einzelnen Maxima im Wasserstand der Salzach erkennbar.

Niederschlagssumme des Junis bis 9.6. © UBIMET

Warmes Wochenende

Doch eine Unterbrechung dieses nassen Wetters ist in Sicht. mit einem Hoch am Wochenende steigen die Temperaturen wieder an und die Höchstwerte am Samstag liegen immerhin bei knapp 30 Grad. Am Sonntag sind dann vereinzelt sogar 31 Grad zu erwarten. Dazu scheint abseits der Alpen meist die Sonne und nur harmlose Quellwolken zieren den Himmel.

Prognostizierte Höchstwerte am Samstag, den 11.6.2022 © UBIMET

 

Titelbild: https://pixabay.com/de/photos/steiermark-nature-landschaft-2718958/

Rückblick: Unwetter am Pfingstsonntag

+++ Update 01:00 Uhr +++

Mit dieser Übersicht über die größten gemessenen Niederschlagssummen beenden wir diesen Live-Ticker. Vielen Dank fürs Mitlesen, gute Nacht und einen entspannteren Pfingstmontag!

+++ Update 00:53 Uhr +++

Der Gewitterschwerpunkt verlagert sich nun in den Südosten des Landes, sonst beruhigt sich das Wetter langsam wieder:


Radarbild von 00:35 Uhr, Quelle: AustroControl, UBIMET

+++ Update 00:14 Uhr +++

30-40 Liter Regen pro m² in Transdanubien

Im 21. und 22. Bezirk Wiens hat es ordentlich geschüttet, hier brachten die Gewitter in den letzten 1  1/2 Stunden zwischen 30 und 40 Liter Regen pro Quadratmeter:

Regenmenge der letzten 90 Minuten, Quelle: ZAMG, UBIMET

+++ Update 23:38 Uhr +++

Leobersdorf: 40 Liter Regen in 40 Minuten!

An der Messstelle in Leobersdorf wurden beachtliche 40 Liter Regen innerhalb von 40 Minuten verzeichnet! Der Niederschlagsschwerpunkt liegt mittlerweile südöstlich von Wien zwischen Seibersdorf und Groß Enzersdorf.

Messwerte von Leobersdorf, Quelle: Nö. Landesregierung

+++ Update 23:25 Uhr +++

Die neuesten Messwerte zeigen, dass örtlich noch mit kräftigen Schauern im Zuge der Gewitter gerechnet werden muss:
Wien Donaufeld: 19,6 mm in 30 min
Kroisegg (Bgld): 30,5 mm in 40 min

+++ Update 23:15 Uhr +++

Ein Blick auf das aktuelle Radarbild zeigt, dass von Kärnten über das Burgenland bis nach Tschechien (entlang der weißen Linie) derzeit noch Gewitter niedergehen. Sturmböen sind dabei weniger das Thema, eher kurzzeitig kräftiger Niederschlag.

Radarbild von 23 Uhr, Quelle: AustroControl, UBIMET

+++ Update 23:00 Uhr +++

Ein landesweit blitzreicher Tag geht nun allmählich zu Ende – nicht aber die Gewitter. Derzeit „sammelt“ Wien noch mit dem kräftigen Gewitter, das nun doch über den Wienerwald auch die Stadt erreicht hat.

+++ Update 22:30 Uhr +++

Jetzt beginnt es auch im östlichen Flachland verbreitet zu gewittern, auch der Westwind frischt hier nun gebietsweise kräftig auf mit Böen zwischen 60 und 70 km/h. Hier ein Bild der registrierten Blitze zwischen 22:15 und 22:20 Uhr:

+++ Update 21:45 Uhr +++

Die Gewitterlinie hat etwas abgeschwächt nun auch Niederösterreich und die Steiermark erreicht. Die Druckwelle hat deutlich nachlassen, allerdings gibt es aktuell eine Neuentwicklung bei St. Pölten. Diese Zelle zieht Richtung Osten und somit auf Wien zu. Ob sie es bis in die Bundeshauptstadt schafft, wird sich in den nächsten Minuten zeigen, denn noch hat sie es nicht über den Wienerwald geschafft.

Weitere Gewitter haben sich über dem Steirischen Randgebirge Richtung Hochwechsel und über der Buckligen Welt gebildet, die jedoch nur sehr zögerlich (nach Osten) vorwärts kommen.

Quelle: nowcast/UBIMET/ZAMG

+++ Update 20:15 Uhr +++

Nicht nur Sturm gehen mit den Gewittern einher, auch beachtliche Regenmengen wurden bereits gemessen.
Die Summen der vergangenen Stunde in Oberösterreich:

    • Ried/Innkreis 34.4 mm
    • Obertrattnach 33.0 mm
    • Vöcklabruck 20.3 mm
    • Kremsmünster 24.7 mm

+++ Update 19:50 Uhr +++

In Oberösterreich kam es in der vergangenen Stunde zu teils orkanartigen Böen (z.B: Kremsünster 116 km/h). Die Gefahr ist aber noch nicht gebannt: Vor allem im Donauraum rast die Druckwelle ostwärts. In den nächsten Stunden wird es mit Durchzug der Gewitterlinie auch im Wald- und Mostviertel vorübergehend stürmisch! Die Böen erreichen auch hier teilweise 80 bis 100 km/h, lokal auch mehr!

Quelle: nowcast/UBIMET/ZAMG

+++ Update 19:40 Uhr +++

Aktuell sind bereits 100 Feuerwehreinsätze in Oberösterreich im Gange:

Quelle: http://ooe.martinhochreiter.at

+++ Update 18:55 Uhr +++

Im Donauraum kommt es nun immer häufiger zu Sturmböen, vereinzelt auch zu schweren und sogar orkanartigen Sturmböen, in der Grafik sind die Böen der letzten Stunde (Stand 18:40 Uhr MESZ) zu sehen.

Ein Auszug:

  • Chieming (Bayern): 104 km/h
  • Waging am See (Bayern): 94 km/h
  • Mondsee (OÖ): 81 km/h
  • Ostermiething (OÖ): 75 km/h
  • (Und etwas exponiert, weil Bergstation: Kolomansberg ( 1113 m) mit 111 km/h)

 

Max. Windböen der letzten Stunde, 5.6.2022, 18:40 MESZ (Quelle: UBIMET/ZAMG/DWD)

+++ Update 18:25 Uhr +++

Jenes Gewitter, das am Nachmittag über das Allgäu zog, hat lokal viel kleinkörnigen Hagel gebracht:

++++ Update 18:00 Uhr +++

In Achenkirch (T) gab’s beachtlichen, 3 bis 4 cm Hagel:

+++ Update 17:30 +++

Über dem nördlichen Alpenvorland sowie in den Nördlichen Kalkalpen sorgt derzeit eine Gewitterlinie für teils Sturmböen, Platzregen und Hagel. Achtung auch in der Stadt Salzburg und im Flachgau sowie im Innviertel! In ca. 30-40 Minuten trifft die Gewitterlinie auch hier ein.

Quelle: nowcast/UBIMET

+++ Update 17:10 Uhr +++

Beachtliche Böen in der vergangenen Stunde in Tirol! Im Oberland ist die Luft um rund 10 bis 15 Grad kühler, als im Raum Innsbruck. Die kalte Luft aus diesem cold pool ist ins Obere Inntal hinunter geschwappt und hat dann in Innsbruck innerhalb von Minuten teils für Orkanböen gesorgt:

  • Innsbruck (Uni): 98 km/h
  • Innsbruck – Kranbitten: 143 km/h

+++ Update 17:00 Uhr +++

Ein kurzer Blick auf das Satellitenbild offenbart die overshooting tops der Zelle im Murtal. Dabei schießt der Aufwindbereich des Cumulonimbus kurzzeitig über die Tropopause in die relativ wärmere, untere Stratosphäre.  Diese wirkt wie ein Deckel für das Gewitter, sodass die overshootings rasch zusammenfallen. Auf dem Satellitenbild unten sind sie als weißer Fleck (-55 °C) inmitten des rosa Amboss (-60 °C) zu erkennen.

QUelle: UBIMET/ EUmetsat

+++ Update 15:45 Uhr +++

Am Alpennordrand wird es jetzt zunehmend gewittrig. Eine kräftige Gewitterzelle zieht vom Toten Gebirge ostwärts, allerdings sehr langsam. Eine weitere Zelle ist über dem Murtal entstanden und steuert nun Richtung Seckauer Tauern.

Quelle: Niederschlagsradar, 5.6.2022, 15:35 Uhr MESZ UBIMET /DWD

+++ Update 15:07 Uhr +++

Wer gerade aus dem Allgäu mitliest: Achtung, ein schweres Gewitter zieht aus Südwesten Richtung LK Kaufbeuren zu. Zwei weitere Zellen steuern Richtung München bzw. Bad Tölz

Quelle: Niederschlagsradar, 5.6.2022, 15:00 Uhr MESZ UBIMET /DWD

+++ Update 14:47 Uhr +++

Am Bodensee kommt es gerade sintflutartig herunter. Sehr hohe Niederschlagsraten:

  • Rohrspitz 24 l/10 Min
  • Bregenz 15 l/10 Min

Die Zelle zieht nun nach Nordosten in den Allgäu.

+++ Update 14:40 Uhr +++

Die Gewitterlinie hat nun auch das Rheintal erwischt, Sturmböen ( ~ 80 km/h) und Starkregen (17 l in 10 Minuten) wurden in Rohrspitz bzw. Altenrhein gemessen.

Quelle: https://www.foto-webcam.eu/webcam/dornbirn/2022/06/05/1430

+++ Update 14:00 Uhr +++

Erste Zelle nun im Tiroler Oberland, Starkregen und kleiner Hagel sind in Kürze im Außerfern zu erwarten.

Radarbild von 13:55 Uhr © Austrocontrol

+++ Update 13:45 Uhr +++

Von der Schweiz greifen jetzt kräftige Gewitter auf Vorarlberg über.

Radarbild von 13:45 Uhr © DWD

+++ Update 13:35 Uhr +++

Hier das aktuelle Satellitenbild, derzeit kann es noch gut einstrahlen. Damit steigt die Unwetterfefahr an. Im Rot und Violett markierten Bereich sind in den nächsten Stunden Unwetter zu erwarten.

Satellitenbild von 13:15 Uhr © EUMETSAT und Gefahrengebiete der nächsten Stunden

+++ Update 13:15 Uhr +++

Erste Schauer sind nun im Pinzgau und in Osttirol entstanden.

Radarbild von 13:05 Uhr © Austrocontrol

+++ Update 13:30 Uhr +++

Hier die Analyse des Tiefs MAYA mit Warmfront in Rot und Kaltfront in Blau.

Händische Analyse des Tiefs Maya um 12 Uhr MESZ

+++ Update 12:15 Uhr +++

Derzeit ziehen bereits in der Schweiz erste Gewitter nach Nordosten, die Kurs auf Vorarlberg nehmen.

Blitzt der letzten Stunde © NOWCAST/UBIMET

+++ Update 12:00 Uhr +++

Das aktuelle Satellienbild zeigt, dass große teile Österreichs derzeit klaren Himmel haben, somit kann es gut einstrahlen und kräftige Gewitter am Nachmittag sind zu erwarten.

Satellitenbild von 11:40 Uhr © EUMETSAT

Blog

In Verbindung mit guter Scherung durch das nahe Tiefzentrum deuten sich von der Ostschweiz über Bayern bis nach Oberösterreich die kräftigsten Unwetter mit dem Potential für großen Hagel und Sturmböen an. Aber auch im Südosten von Österreich ist am späten Abend ausgehend vom Steirischen Randgebirge die Möglichkeit für schwere Gewitter gegeben, hier rücken neben Hagel lokale Überflutungen als Gefahr in den Fokus.

Entlang der Donau sollte sich am Abend zudem eine Druckwelle ausbilden. Im Gegensatz zu sonst simulieren die Wettermodelle in der Nacht aber ein Voranschreiten der Gewitter bis nach Wien und ist östliche Flachland, selbst eine markante Gewitterlinie mit Sturmböen ist dann möglich. Über dem Osten von Österreich wird die verursachende Front in der Nacht schließlich relativ stationär, so dass hier noch größere Regenmengen bis in den Montag hinein möglich sind.

Wettergefahren am Pfingstsonntag @ UBIMET

Alles in allem ist das Potential für den schwersten Gewittertag des bisherigen Jahres in Österreich gegeben. Bis es soweit ist, heißt es aber sich noch auf die heutigen Gewitter zu fokussieren. Der ‚Waldviertelexpress‘ ist bereits in Fahrt gekommen und bringt heute wohl noch das ein oder andere Gewitter nach Wien.

Radarbild von 14:20 Uhr am Samstag, den 04.06.2022 @ UBIMET, ACG

 

Titelbild @ Storm Science Austria

Am Freitag und in der Nacht auf Samstag aus Westen teils schwere Gewitter

Gewitter im Süden Österreichs am 02.06.2022 - UBIMET / Storm Science Austria

+++ Update 22:00 Uhr +++

Mit der Anzahl der Blitze pro Bundesland beenden wir unseren Liveticker für heute.

+++ Update 21:30 Uhr +++

Derzeit fällt bei den Gewittern in Oberösterreich teils kräftiger und ergiebiger Starkregen, lokal besteht Überflutungsgefahr, demnächst auch in Linz.

Radarbild von 21:!5 Uhr © Austrocontrol

+++ Update 21:00 Uhr +++

Wie angekündigt, im Innviertel und im Flachgau regnet es kräftig, hier die Top3 der letzten Stunde:

Feldkirchen bei Mattighofen (OÖ) 22,1 L/m²
Ranshofen (OÖ) 12,3 L/m²
Aspach (OÖ) 10,7 L/m²

+++ Update 20:30 Uhr +++

Inzwischen hat sich im Westen eine Gewitterlinie mit Starkregen gebildet.

Blitze der letzten Stunde © NOWCAST

+++ Update 19:30 Uhr +++

Direkt an der Grenze zu Deutschland haben sich Gewitter gebildet, die nun auf das Flachgau und Innviertel übergreifen. Dabei besteht die Gefahr von Starkregen.

Radarbild von 19:20 Uhr © Austrocontrol

+++ Update 19:00 Uhr +++

Im Berchtesgadener Land hat sich eine Gewitterzelle gebildet, dies zieht in Richtung Flachgau.

Radarbild von 18:50 Uhr © Austrocontrol

+++ Update 17:15 Uhr +++

Derzeit gehen in Österreich nur im Bereich der Tauern einzelne Gewitter nieder. Die kräftigen Gewitter sind inzwischen ins bayerische Alpenvorland gezogen, später besteht in Oberösterreich und im Flachgau dann Unwettergefahr.

+++ Update 15:45 Uhr +++

Gewitterzelle in Richtung Seefeld © foto-webcam.eu

+++ Update 15:30 Uhr +++

Im Tiroler Oberland und in Osttirol gehen derzeit erste Gewitter nieder. Dies ziehen nach Nordost bzw. Ost. Derzeit bringen sie kräftigen Regen.

Radarbild 15:20 Uhr © Austrocontrol

+++ Update 14:45 Uhr +++

Herzlich Willkommen zu unserem Live-Ticker zur heutigen Gewitterlage. Aktuell haben sich bereits erste Schauer und Gewitter in Baden-Württemberg und in den südlichen Alpen gebildet. Diese werden sich in den kommenden Stunden nach Osten verlagern und dabei deutlich intensivieren.

Satellitenbild von 14:40 Uhr. © EUMETSAT

Blog

Am Freitag zieht ein Tief von Frankreich in Richtung Alpenraum und im Zusammenspiel mit der bereits vorhandenen warmen, feuchten Luft sorgt für aufziehende, heftige Gewitter.

Wetterlage am Freitag, ein Tief zieht von Frankreich in Richtung Alpenraum und bringt teils schwere Gewitter mit sich - UBIMET
Wetterlage am Freitag, ein Tief zieht von Frankreich in Richtung Alpenraum und bringt teils schwere Gewitter mit sich – UBIMET

Auf dem Satellitenbild ist bereits das Wolkenband mit einzelnen kräftigen Gewittern zu erkennen. Dieses zieht am Nachmittag ostwärts weiter und erreicht in der Nacht auf Samstag samt schweren Gewittern auch den westlichen Donauraum sowie den Süden Österreichs. Samstagfrüh könnte es dann sogar im Osten und Südosten des Landes gewittrig werden.

Satellitenbild um 12:10 Uhr MESZ - Aus Westen ziehen Wolken und erste Schauer/Gewitter auf - EUMETSAT, UBIMET
Satellitenbild um 12:10 Uhr MESZ – Aus Westen ziehen Wolken und erste Schauer/Gewitter auf – EUMETSAT, UBIMET

Die Störung zieht in eine Region mit außergewöhnlich feuchter und warmer Luft. Damit ist reichlich Energie vorhanden, um heftige Gewitter zu bilden. Besonders vom Rheintal über das Außerfern bis zum westlichen Donauraum (hier aber erst am späten Abend und in der Nacht auf Samstag) drohen lokal unwetterartige Entwicklungen mit großem Hagel, Starkregen und auch schweren Sturmböen aus West. Der zweite Schwerpunkt ist der Süden des Landes, wo vor allem am Abend und in der Nacht auf Samstag lokal viel Hagel und/oder große Regenmengen in kurzer Zeit möglich sind.

Unwettergefahr am Freitag und in der Nacht auf Samstag - UBIMET, uwz.at
Unwettergefahr am Freitag und in der Nacht auf Samstag – UBIMET, uwz.at

 

Titelbild: Gewitter im Süden Österreichs am 02.06.2022 – UBIMET / Storm Science Austria

Kräftige Gewitter: am langen Wochenende regional Unwetter

Blitz

Österreich liegt seit mehreren Tagen im Bereich einer Luftmassengrenze, welche feuchtwarme Luftmassen im Mittelmeerraum von kühler, maritimer Luft über dem nördlichen Mitteleuropa trennt. Im Vorfeld eines Tiefs über Westeuropa namens JASNA erfasst die energiereiche Luft derzeit weite Teile Österreichs, so sind am Donnerstag vor allem in Kärnten und der Steiermark erste kräftge Gewitter zu erwarten. Am Freitag steigen die Temperaturen wieder landesweit  auf ein sommerliches Niveau, allerdings wird die warme Luft nicht von einem Hoch begleitet, weshalb regional wieder kräftige Gewitter zu erwarten sind.

Am Freitagnachmittag und -abend herrscht entlang der Nordalpen erhöhte Hagelgefahr. © UBIMET

Vor allem von Vorarlberg bis ins Innviertel herrscht am Freitagnachmittag und -abend örtlich Unwettergefahr. Stellenweise kann es am Alpennordrand zu Starkregen, großem Hagel und Sturmböen kommen.  Auch sonst entstehen im Bergland lokale Hitzegewitter, vorerst ruhig und mit bis zu 30 Grad sommerlich warm gestaltet sich das Wetter in den südlichen Becken sowie im Osten. In der Nacht steigt die Gewitterneigung dann auch hier an.

Sonne und Gewitter

Der Samstag hat sommerliche Bedingungen zu bieten, über weite Strecken des Tages scheint die Sonne. Allerdings ist weiterhin kein beständiges Wetter zu erwarten, so muss man im Laufe des Tages vor allem im Berg- und Hügelland lokal mit kräftigen Hitzegewittern rechnen. Oft trocken bleibt es bevorzugt im äußersten Süden sowie im westlichen Donauraum. Die Temperaturen steigen auf 25 bis 31 Grad.

Am Samstag wird es schwülwarm mit Höchstwerten um 30 Grad. © UBIMET

Zu Pfingsten neuerlich Unwettergefahr

Am Pfingstsonntag setzt sich das sommerliche Wetter fort, allerdings nimmt die Unwettergefahr aus Westen wieder zu. Besonders von Vorarlberg bis nach Oberösterreich und in der Obersteiermark sind ab dem Nachmittag kräftige Gewitter zu erwarten. Streckenweise besteht die Gefahr von ergiebigen Regenmengen, Hagel und stürmischen Böen. Im Süden und Osten scheint weiterhin häufig die Sonne, ab dem Abend steigt die Gewitterneigung generell an. Die Höchstwerte liegen zwischen 23 und 30 Grad.
Der Pfingstmontag präsentiert sich von seiner unbeständigen Seite, von der Früh weg sind teils kräftige Schauer und Gewitter einzuplanen, regional sind auch große Regenmengen möglich. Die Sonne zeigt sich vor allem im Flachland zeitweise und die Temperaturen gehen leicht zurück.

Am Dienstag Sommer-Rückkehr und erste Gewitter

Blitze erleuchten den Nachthimmel © pixabay

Der Mai war zwar außergewöhnlich warm, die vergangenen drei Tage waren aber kühler als üblich und zuletzt wurde am 27.5. ein Sommertag verzeichnet. Der kurze, kühle Wetterabschnitt wird aber bereits heute beendet, so steigen die Temperaturen am Nachmittag bei überwiegend sonnigem Wetter auf 25 bzw. lokal auch 26 Grad im Osten des Landes, was per Definition einem Sommertag entspricht.

Gewitter in der Nacht

Im Laufe des Nachmittags entstehen im westlichen Bergland aber erste Regenschauer, die sich im Laufe des Abends unter Verstärkung entlang der Nordalpen ostwärts ausbreiten. Auf dem Weg nach Osten treffen sie auf zunehmend feuchtwarme Luft, somit steigt die Gewitterbereitschaft vor allem ab etwa Salzburg ostwärts an. Bei starker Höhenströmung werden die Bedingungen für Gewitter also am Abend günstiger und kurz vor Mitternacht zeichnen sich dann besonders im östlichen Flachland Schauer und Gewitter ab. Die Unwettergefahr hält sich in Grenzen, vom Traunviertel bis ins östliche Flachland kann es aber dennoch streckenweise zu teils stürmischen Windböen um 60 km/h, Starkregen und kleinem Hagel kommen.

Wetterradar-Modellprognose von Dienstagnachmittag bis Dienstagnacht. © RACE/UBIMET

Beständig unbeständig

Wie bereits am Wochenende angekündigt, steigen die Temperaturen im Laufe der zweiten Wochenhälfte weiter an und zum Wochenende hin wird es schwülwarm. Ab Freitag ist regional auch die 30-Grad-Marke in Reichweite. Das Wetter gestaltet sich allerdings nach wie vor unbeständig, da wir weiterhin im Bereich eine Luftmassengrenze liegen, die sich quer über Mitteleuropa erstreckt. Diese kommt zwar langsam nordwärts voran, weshalb die Temperaturen hierzulande ansteigen, die warme Luft wird aber nicht von einem Hoch begleitet. Kleine Randtröge (Tiefausläufer) nördlich der Alpen sorgen dagegen nahezu täglich vor allem im Bergland für Schauer und Gewitter, wobei die Unwettergefahr in der zunehmend energiereichen Luft speziell ab Donnerstag zunimmt.

Eine Luftmassengrenze liegt quer über dem Alpenraum. © GFS/UBIMET

Mai 2022 brachte erste Hitze und kräftige Gewitter

Der Mai 2022 schließt mit einer Abweichung von +2 Grad zum langjährigen Mittel von 1991 bis 2020 wärmer als üblich ab. Eine regional vergleichbare bzw. landesweit noch ausgeprägtere Abweichung gab es zuletzt im Mai 2018, welcher der wärmste Mai seit mehr als 150 Jahren war. Besonders markante Abweichungen teils über +2,5 Grad wurden heuer von Vorarlberg bis Oberkärnten beobachtet. In diesen Regionen war es einer der wärmsten bzw. lokal wie in Bregenz und Lienz sogar der wärmste Maimonat seit Messbeginn. Etwas geringer fallen die Abweichungen mit +1,5 bis +2 Grad dagegen im äußersten Norden sowie im östlichen Bergland aus.

Temperaturabweichung im Mai 2022. © UBIMET

Hochsommerliche Temperaturen

Verantwortlich für die milde Gesamtbilanz waren zahlreiche Tiefs über dem Ostatlantik bzw. Hochdruckgebiete über dem Mittelmeerraum, wobei mit einer südwestlichen Strömung wiederholt warme Luftmassen nach Österreich gelangten. Am 11. Mai wurde in Wien und Innsbruck erstmals die 30-Grad-Marke erreicht. Zur Einordnung: Im Mittel von 1991 bis 2020 wäre der erste Hitzetag etwa in der Tiroler Landeshauptstadt am 27. Mai zu erwarten, im Klimamittel von 1961 bis 1990 gar erst am 21. Juni. Der Mai 2022 bestätigt den allgemeinen Trend, dass die ersten Hitzetage immer früher auftreten. In Summe wurde in jeder Landeshauptstadt mindestens ein Hitzetag verzeichnet, wobei Innsbruck mit 4 an der Spitze liegt. Einige neue Monatsrekorde wurden zudem in Vorarlberg aufgestellt, wo am 20. Mai in Bludenz bis zu 33,7 Grad und in Schoppernau 30,8 Grad erreicht wurden. Ein nennenswerter kühler Wetterabschnitt wurden erst am Monatsende beobachtet, wobei die Schneefallgrenze kurzzeitig gegen 1600 m sank. Auch von den Eisheiligen fehlte jede Spur und die Schneelage im Hochgebirge ist sehr gering für die Jahreszeit.

Höchstwerte pro Bundesland im Mai.

Teils nass, teils trocken

Der Mai brachte im Flächenmittel nahezu durchschnittliche Regenmengen, allerdings gab es große regionale Unterschiede. So war der Monat von Tirol über das zentrale und östliche Bergland bis ins Mittelburgenland sowie im äußersten Nordosten niederschlagsreicher als üblich, während es vor allem in Teilen Vorarlbergs sowie von Oberösterreich bis ins Nordburgenland meist zu trocken war. Verantwortlich für die markanten Unterschiede waren mehrere intensive Gewitterlagen, wie sie sonst meist erst im Sommer vorkommen. So gab es im Bereich der Tauern und im Aflenzer Becken ein Plus von fast 70%, während im Norden und Osten, wie etwa in Wolfsegg oder Groß-Enzersdorf, örtlich weniger als die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge fiel.

Niederschlagsabweichung im Mai 2022. © UBIMET

Kräftige Gewitter

In Summe wurden österreichweit 220.600 Blitzentladungen erfasst, davon allein 72.000 in der Steiermark. Dieser Wert liegt deutlich über dem Mittel von 2011 bis 2020 und stellt den höchsten Wert seit Mai 2018 dar. Örtlich gab es auch heftige Gewitter mit ergiebigen Regenmengen in kurzer Zeit und teils großem Hagel, wie etwa in Kärnten am 27.5.

Blitzdichte im Mai 2022. © UBIMET

Das Soll an Sonnenstunden wurde vom Bodensee über Oberösterreich bis ins östliche Flachland erreicht oder übertroffen. Teils etwas weniger Sonnenschein als üblich gab es dagegen am Alpenhauptkamm sowie im Süden und Südosten des Landes.

Sonnenscheinabweichung im Mai 2022. © UBIMET

Extremwerte Mai 2022

Stand: Montag, 30.05.2022, 10 Uhr (Bundesland, Tag des Auftretens)

Höchste Temperaturen
  • 33,7 Grad Bludenz (V, 14.); entspricht neuem Monatsrekord für Vorarlberg
  • 32,9 Grad Haiming (T, 14.)
  • 32,6 Grad Innsbruck (T, 14.)
Tiefste Temperaturen unter 1000 m Seehöhe
  • -2,8 Grad Schwarzau / Moorbad Harbach (NÖ, 3.)
  • -0,6 Grad Radstadt (S, 3.)
  • -0,4 Grad Zwettl (NÖ, 19.)
Sommertage (Höchstwert >25 Grad)
  • 16 St. Andrä im Lavanttal (K)
  • 14 Bad Radkersburg (ST), Ferlach (K)
  • 13 u.a. Innsbruck (T), Klagenfurt (K), Lienz (T)
Vorläufig nasseste Orte
  • 181 Liter pro Quadratmeter Präbichl (ST)
  • 163 Liter pro Quadratmeter Reichenau an der Rax (NÖ), Hochfilzen (T)
  • 153 Liter pro Quadratmeter Semmering (NÖ)
Vorläufig trockenste Orte
  • 17 Liter pro Quadratmeter Groß-Enzersdorf (NÖ)
  • 23 Liter pro Quadratmeter Melk (NÖ)
  • 26 Liter pro Quadratmeter Eisenstadt (B)
Vorläufig sonnigste Stationen
  • 264 Sonnenstunden Mörbisch (B)
  • 256 Sonnenstunden Neusiedl am See (B)
  • 255 Sonnenstunden Podersdorf (B)
Stärkste Windspitzen Niederungen
  • 99 km/h Hartberg (ST, 21.)
  • 94 km/h Golling (S, 20.)
  • 93 km/h Haiming (T, 20.)
Sommertage im Mai 2022. © UBIMET


Titelbild: Gewitter nahe Graz am 25.5.22 © Storm Science Austria

Neue Woche bringt Sommer und Gewitter

Sommertag mit Cumulonimbus - pixabay.com

Österreich liegt im Laufe der kommenden Woche zwischen reger Tiefdrucktätigkeit über Nordeuropa und einem sich verstärkenden Hoch über dem Mittelmeerraum. Mit einer südwestlichen Strömung gelangen dabei bereits in der ersten Wochenhälfte wieder warme Luftmassen nach Österreich. Pünktlich zu Beginn des meteorologischen Sommers am 1. Juni sind somit vielerorts wieder sommerliche Temperaturen in Sicht.

Die Temperaturen in der freien Atmosphäre (etwa 1500 m) steigen deutlich an. © ECMWF

Zunehmende Gewitterneigung

In der zweiten Wochenhälfte steigen die Temperaturen noch etwas an, vor allem im Süden und Osten zeichnen sich auch Spitzen um 30 Grad ab. Das Wetter bleibt jedoch unbeständig und in der zunehmend schwülen Luft zeichnen sich regional kräftige Gewitter samt Unwettergefahr ab.

Das Potential für kräftige Gewitter nimmt ab Donnerstag zu (im Loop: Mi, Do, Fr & Sa,). © ECMWF

Der Ausblick im Detail

Am Montag scheint im Osten, im Donauraum und am Bodensee zeitweise die Sonne. In den Alpen überwiegen dagegen die Wolken und vor allem in der zweiten Tageshälfte gehen vom Tiroler Alpenhauptkamm bis in die Obersteiermark einige Regenschauer nieder. Mit 14 bis 22 Grad beginnt sich die Luft langsam wieder zu erwärmen.

Der Dienstag hat vor allem im Norden und Osten einige Sonnenstunden zu bieten. Von Vorarlberg bis in die Steiermark ziehen einige Wolken durch und ab Mittag gehen im Bergland erste Regenschauer nieder. Gegen Abend wird es an der Alpennordseite von Westen her vermehrt nass und stellenweise gewittrig, im Süden bleibt es dagegen meist trocken. Die Höchstwerte liegen von West nach Ost zwischen 18 und 26 Grad.

Am Mittwoch kommt vor allem im Flach- und Hügelland häufig die Sonne zum Vorschein. Im Tagesverlauf werden die Wolken aus Westen aber neuerlich dichter und über den Bergen bilden sich Quellwolken. In der zweiten Tageshälfte breiten sich von Vorarlberg bis Oberösterreich Schauer und lokale Gewitter aus, meist trocken bleibt es dagegen in den südlichen Becken und im östlichen Flachland. Die Temperaturen erreichen maximal 20 bis 28 Grad.

Der Donnerstag beginnt gebietsweise mit Restwolken, an der Alpennordseite und im Nordosten vereinzelt auch mit Regenschauern. Am Vormittag kommt verbreitet die Sonne zum Vorschein, nachfolgend bilden sich aber neuerlich Regenschauer und teils kräftige Gewitter, dabei besteht örtlich die Gefahr von Sturmböen und Hagel. Die Temperaturen steigen auf 22 bis 30 Grad.

Am Freitag und zu Beginn des Wochenendes setzt sich das sommerliche, aber unbeständige Wetter fort. Im Westen und Norden geht es am Wochenende mit den Temperaturen tendenziell wieder langsam etwas bergab. Im Süden und Osten wird es schwül und sommerlich heiß, allerdings drohen hier auch heftige Gewitter.

Titelbild © pixabay.com

Hagelunwetter im Süden

Bis zu 31 l/qm zeigten die Wetterstationen im Süden, dazwischen dürfte es aber nicht selten für deutlich höhere Mengen gereicht haben. Vollgelaufene Keller und vermurte Straßen waren die Folge, in Mogersdorf im Bezirk Güssing wurde ein Auto von den Wassermassen eingeschlossen und der Fahrer musste gerettet werden.

Niederschlagsmenge über 24 Stunden bis Sonntag, 11 Uhr @ UBIMET

 

Beachtlich war zudem der Hagel, der vor allem am Wörthersee fiel und Klagenfurt mit den größten Geschossen nur knapp verschonte, wenngleich es auch hier zu Schäden kam. Allein in der Landwirtschaft Kärntens verursachte der gestrige Hagel Schäden von rund einer halben Million Euro.

 

Zu erkennen sind die betroffenen Gebiete in unserer automatischen Hagelanalyse sehr gut:

Hagelanalyse vom 27.05.2022 @ UBIMET

 

Schöne Aufnahmen gelangen dagegen einem Kollegen von einer blitzintensiven Zelle bei Hartberg:

 

Titelbild: Abendliche Gewitterzelle bei Hartberg @ Christoph Matella

Aufziehende Kaltfront sorgt für unterkühltes Wetter am Wochenende

Koblach im Rheintal - pixabay.com

Die Kaltfront des Tiefs INGE über dem Baltikum liegt momentan knapp nördlich von Österreich, gut zu erkennen an dem langgezogenen Wolkenband. Die Störung überquert in den kommenden Stunden die Alpen und sorgt im Süden Österreichs am heutigen Freitagabend und in der ersten Nachthälfte für ein paar Gewitter.

Satellitenbild um 16Uhr mit voranschreitender Kaltfront - EUMETSAT, UBIMET
Satellitenbild um 16 Uhr mit voranschreitender Kaltfront – EUMETSAT, UBIMET

Deutliche Abkühlung in Sicht

Hinter der Kaltfront fließt am Samstag deutlich kühlere Luft aus Norden ein. Nach den heutigen, sommerlichen Höchstwerten wischen 23 und 27 Grad sind am Samstag maximal nur noch 16 bis 22 Grad in Reichweite, letztere sogar nur im Burgenland: Ein beachtlicher Temperatursturz von 5 bis 8 Grad! Am Sonntag wird es noch eine Spur kühler, dann könnte die 20-Grad-Marke landesweit unangetastet bleiben.

Animation der gemessenen Höchstwerte am Freitag und der Prognose für Samstag und Sonntag - UBIMET
Animation der gemessenen Höchstwerte am Freitag und der Prognose für Samstag und Sonntag – UBIMET

Die Abkühlung wird zweifellos spürbar sein, doch die gedämpften Höchstwerte am Wochenende sind nicht so weit entfernt vom langjährigen Klimamittel.
Nehmen wir Wien als Beispiel: Heute wurden sommerlich warme 26 Grad verzeichnet, am morgigen Samstag sind dann nur noch 20 Grad in Reichweite, doch im langjährigen Klimamittel sollten 22 Grad „normal“ sein! Man sieht: Die heutigen 26 Grad sind hier deutlich außergewöhnlicher als die morgigen 20 Grad.

Klimatologisch normale Höchstwerte, die an einem 27. Mai zu erwarten sind (Klimamittel 1981-2010) - UBIMET
Klimatologisch normale Höchstwerte, die an einem 27. Mai zu erwarten sind (Klimamittel 1981-2010) – UBIMET

Kühl ja, aber auch unbeständig

Mit Eintreffen der Kaltfront sind in der kommenden Nacht – nach den Gewittern im Süden – nahezu landesweit Regenschauer einzuplanen. Am Samstag bleibt es dann vor allem entlang der Nordalpen und im Süden auch tagsüber am längsten unbeständig.

Prognose der Niederschlagssumme am Samstag - UBIMET
Prognose der Niederschlagssumme am Samstag – UBIMET

Am Sonntag etabliert sich ein ausgeprägtes Tiefdrucksystem ziemlich genau über der Mitte Deutschlands. Dessen Randtiefs sorgen auch bei uns für oft trübes und teils regnerisches Wetter.

Prognose der Niederschlagssumme am Sonntag - UBIMET
Prognose der Niederschlagssumme am Sonntag – UBIMET

 

 

Titelbild: Koblach im Rheintal – pixabay.com

Am Mittwoch im Süden neuerlich teils heftige Gewitter

Gewitterzelle in der Nähe von Graz am 25.05.2022 © Storm Science Austria

Nach dem gestrigen, gewitterreichen Dienstag steht uns heute regional erneut Unwettergefahr bevor. Denn Österreich liegt derzeit im Bereich einer Luftmassengrenze, die das Land teilt. Nach Westen und Norden zu ist bereits kühlere Luft angekommen: Hier verläuft der Nachmittag zwar oft trüb, die Unwettergefahr ist aber aufgrund der stabileren Luft verbannt. Südlich der Luftmassengrenze hält sich hingegen noch eine schwül-warme Luftmasse, die reichlich Energie für etwaige Gewitter bereitstellt.

Satellitenbild um 11:15 MESZ mit Wetterfronten - Eumetsat, UBIMET
Satellitenbild um 11:15 MESZ mit Wetterfronten – Eumetsat, UBIMET

Die ersten Gewitter bilden sich derzeit zwischen dem Oberen Murtal und Unterkärnten, sowie auch im Nordosten Italiens. Diese ziehen dann am Nachmittag und Abend unter Verstärkung nach Osten und Südosten weiter. Dementsprechend muss man heute vor allem von Unterkärnten über die Südhälfte der Steiermark bis ins Mittel- und Südburgenland neuerlich mit lokal heftigen Gewittern samt Hagel, Starkregen und Sturmböen rechnen.

Unwettergefahr am Mittwoch, 25. Mai 2022 - uwz.at
Unwettergefahr am Mittwoch, 25. Mai 2022 – uwz.at

Verbreitet sind in diesen Regionen ein paar Liter pro Quadratmeter Regen in Sicht, örtlich können die Gewitter aber neuerlich sehr große Regenmengen binnen wenigen Minuten bringen!

Prognose der 12-stündigen Niederschlagsmenge am Mittwochnachmittag und - abend - UBIMET
Prognose der 12-stündigen Niederschlagsmenge am Mittwochnachmittag und – abend – UBIMET

 

 

Titelbild: Gewitterzelle in der Nähe von Graz am 25.05.2022 © Storm Science Austria

Gewitter am Dienstag von Lienz und Graz bis nach Wien und Eisenstadt

Unwettergefahr am Dienstag, 24. Mai 2022 - uwz.at

+++ Update 21:00 Uhr +++

Der Tag geht allmählich zu Ende. Besonders im östlichen Bergland und im angrenzenden Flachland gab es heftige Gewitter mit ergiebigem Starkregen. Lokal sind mehr als 50 L/m² zusammengekommen. In Summe gab es seit Mitternacht rund 40.000 Blitze. Wir danken für Ihre/Eure Aufmerksamkeit und wünschen noch einen schönen Abend.

Niederschlagssumme seit Mitternacht © UBIMET
Zeitlicher Ablauf der Blitze am Dienstag © NOWCAST/UBIMET

Die 42.8 l/m² Regen binnen 3 Stunden in Wiener Neustadt sind ein neuer Rekord für die Station.

Rekorde der 3h-Regenraten in Wiener Neustadt - UBIMET, ZAMG
Rekorde der 3h-Regenraten in Wiener Neustadt – UBIMET, ZAMG

Auch die 43.9 l/m² Regen binnen 60 Minuten in Hartberg sind außergewöhnlich. Seit Beginn der 10-minütigen Messungen gab es im Mai hier noch nie mehr als 35 l/m² Regen in einer Stunde!

Rekorde der 1h-Regenraten in Hartberg - UBIMET, ZAMG
Rekorde der 1h-Regenraten in Hartberg – UBIMET, ZAMG

+++ Update 20:40 Uhr +++

Derzeit im Südburgenland

Webcam Güssing © http://www.logg.at/index.php/flugplatz/webcam-wetter

+++ Update 20:10 Uhr +++

In der letzten Stunde gab es besonders im Südosten nochmals große Regenmengen.

Hartberg 36 L/m²
Wörterberg 26 L/m²
Bernstein 16 L/m²
Lutzmannsburg 16 L/m²

+++ Update 20:00 Uhr +++

Überschwemmungen in Hartberg

 

+++ Update 19:15 Uhr +++

Gewitterzelle von Bad Waltersdorf aus gesehen © Storm Science Austria

+++ Update 19:05 Uhr +++

 

+++ Update 19:00 Uhr +++

 

+++ Update 18:55 Uhr +++

Im Osten haben sind weiter kräftige Gewitter mit Starkregen und Hagel unterwegs. Dies ziehen nur sehr langsam nach Osten, somit sind örtlich weiterhin Überflutungen zu erwarten.

Radarbild von 18.50 Uhr © ACG

+++ Update 18:50 Uhr +++

Dieses beeindruckende Bild erreicht uns aus Wolfau bei Hartberg in der Oststeiermark.

Gewitterzelle bei Wolfau © Storm Science Austria

+++ Update 18:25 Uhr +++

Hagel bei Bruck an der Mur © http://www.blumentalcam.at/cam_1.jpg

+++ Update 18:15 Uhr +++

Örtlich sind die Gewitter in der Steiermark auch durch Hagel begleitet, wie hier in Thörl.

Hagel in Thörl bei Aflenz © Roland Reiter

+++ Update 17:30 Uhr +++

In Aflenz sind in den vergangenen 10 Minuten 20 L/m² gefallen.

+++ Update 17:00 Uhr +++

Die Top-3 Stationen mit dem meisten Regen der letzten 3 Stunden.

Rottenmann 36,1 L/m²
Reichenau/Rax 36,1 L/m²
Rax/Seilbahn 32,3 L/m²

Zudem sind in den letzten 6 Stunden 50 L/m² in Wiener Neustadt gefallen.

+++ Update 16:05 Uhr +++

Die Zellen in der Steiermark reichen nun bis auf etwa 11 km hinauf.

Satellitenbild von 15.45 Uhr © EUMETSAT

+++ Update 16:00 Uhr +++

Die Shelfcloud bei Hollenthon aus einer anderen Perspektive.

Shelfcloud bei Hollenthon © Storm Science Austria

+++ Update 15:50 Uhr +++

Diese schöne Shelfcloud wurde bei Hollenthon in der Buckligen Welt von Stormchasern der Storm Science Austria abgelichtet. Vielen Dank für das Bereitstellen.

Shelfcloud bei Hollenthon © Storm Science Austria

+++ Update 15:45 Uhr +++

An der Station Rottenmann sind in den letzten 10 Minuten 13 L/m² gefallen und ein Böen 67 km/h wurde registriert.

+++ Update 15:30 Uhr +++

In der nördlichen Obersteiermark ziehen nun zwei kräftige Gewitter mit heftigem Starkregen langsam ostwärts.

Radarbild von 15.20 Uhr © ACG, UBIMET

+++ Update 15:!5 Uhr +++

In Admont verfinstert sich der Himmel. In der Obersteiermark bilden sich nun erste kräftigere Gewitter mit der Gefahr von Starkregen.

Webcam Admont © https://www.admont.at/_webcam_images/webcam2_watermark.jpg

+++ Update 14:45 Uhr +++

Viele Schauer und einzelne Gewitter ziehen derzeit durchs Land, lokal ist Starkregen dabei.

Radarbild von 14.35 Uhr © ACG/UBIMET

+++ Update 14:10 Uhr +++

In der letzten Stunde fielen in Wiener Neustadt rund 21 L/m² mit einem Gewitter, man muss besonders im Osten des Landes heute mit lokalem Starkregen rechnen.

+++ Update 13:05 Uhr +++

Im Wiener Becken gibt es auch schon erste (Orange-)Warnungen vor Gewittern. Momentan ist Hagel (noch) kein großes Thema.

Warnungen und Vorwarnungen für Gewitter, gültig für den Dienstag (Stand: 13 Uhr) - www.uwz.at
Warnungen und Vorwarnungen für Gewitter, gültig für den Dienstag (Stand: 13 Uhr) – www.uwz.at
Die Gewitterzelle am Alpenostrand gesehen von Wiener Neustadt um 12:50 Uhr - https://aviationacademy.panomax.com/
Die Gewitterzelle am Alpenostrand gesehen von Wiener Neustadt um 12:50 Uhr – https://aviationacademy.panomax.com/

+++ Update 12:45 Uhr +++

Und auch die ersten Blitzentladungen des Tages sind da! Im Außerfern schon vor 30 Minuten, jetzt aber auch am Alpenostrand.

Blitze der letzten 60 Minuten bis 12:45 MESZ - UBIMET, nowcast.de
Blitze der letzten 60 Minuten bis 12:45 MESZ – UBIMET, nowcast.de

+++ Update 12:25 Uhr +++

Die ersten Schauer sind nun am Alpenostrand unterwegs. Noch wurden aber hier keine Blitze geortet.

Radaranimation der letzten 25 Minuten bis 12:20 Uhr - Austrocontrol, UBIMET
Radaranimation der letzten 25 Minuten bis 12:20 Uhr – Austrocontrol, UBIMET

+++ Update 11 Uhr +++

Während es im Westen und Norden bereits recht wolkig ist, scheint in der Südosthälfte noch verbreitet die Sonne. Damit erwärmt sich hier die Luft in den kommenden Stunden weiter. Als direkte Folge entstehen in dieser Region bereits erste Quellungen, die am Nachmittag heranwachsen werden und allmählich auch zu Schauern und teils heftigen Gewittern führen werden.

Satellitenbild um 11 Uhr MESZ - Eumetsat, UBIMET
Satellitenbild um 11 Uhr MESZ – Eumetsat, UBIMET

Wetterlage

Im Vorfeld der Kaltfront des Tiefs FINJA mit Kern bei Norwegen hält sich am Dienstag vor allem im Osten und Süden Österreichs schwül-warme, gewitteranfällige Luft. Im Westen und Norden des Landes fließt hingegen bereits kühlere Luft aus Westen ein, daher ist hier die Unwettergefahr trotz  unbeständiger Verhältnisse bereits deutlich geringer.

Am Dienstagnachmittag und -abend muss man somit primär von Osttirol und Oberkärnten über die Steiermark bis nach Wien und dem Burgenland mit zunehmender Gewitterneigung rechnen. Hier sind lokal auch kräftige Gewitter mit der Gefahr von Hagel bis etwa 2 oder 3 cm Durchmesser, Starkregen und Sturmböen.

Unwettergefahr am Dienstag, 24. Mai 2022 - uwz.at
Unwettergefahr am Dienstag, 24. Mai 2022 – uwz.at

 

Titelbild: Unwettergefahr am Dienstag, 24. Mai 2022 – uwz.at

Tief FINJA bringt kräftige Gewitter

Blitz bei Gewitter - AdobeStock

+++ Update 03:30 +++

Das letzte Gewitter verlässt Österreich gerade in Richtung Slowenien, damit wollen wir diesen Liveticker mit ein paar abschließenden Statistiken beenden:

Wie man an den folgenden Abbildungen gut erkennen kann, lag der Gewitterschwerpunkt tagsüber zwischen Vorarlberg und dem zentralen Bergland. Dabei war neben Hagel vor allem Starkregen das größte Thema, in Tannheim kamen zum Beispiel 50 l/m² zusammen. Der Süden und Südosten präsentierte sich tagsüber noch oft von seiner freundlichen Seite, hier gingen aber schließlich in den Abend- und Nachtstunden teils kräftige Gewitter mit Starkregen und Hagel nieder. In St. Veit an der Glan wurden innerhalb einer halben Stunde 18.9 l/m² registriert.

Blitzverlauf 23.05.2022 © nowcast/UBIMET
Blitzverlauf seit Mitternacht © nowcast/UBIMET
24-stündige Niederschlagssumme © UBIMET
Niederschlagssumme seit Mitternacht © UBIMET
Niederschlagssumme seit Mitternacht © UBIMET

+++ Update 02:40 +++

Blick auf die aufziehenden Gewitter im Mölltal und in Heiligenblut vor etwa 3 Stunden:

Aufziehendes Gewitter im Mölltal © foto-webcam.eu
Aufziehendes Gewitter im Mölltal © foto-webcam.eu
Gewitter mit Blitz in Heiligenblut © foto-webcam.eu
Gewitter mit Blitz in Heiligenblut © foto-webcam.eu

+++ Update 01:30 +++

Ein kräftiges Gewitter ging gerade in Köflach nieder, die dortige Webcam konnte sogar einen Blitz festhalten. Diese Zelle verlagert sich jetzt erneut in die Südsteiermark, hier ist besonders Starkregen zu erwarten.

Wolkenblitz @ Webcam Köflach - https://koeflach.panomax.com/
Wolkenblitz @ Webcam Köflach – https://koeflach.panomax.com/

Ein weiteres kräftiges Gewitter erreicht demnächst St. Veit an der Glan. Hier ist ebenfalls mit Starkregen, aber auch noch mit Hagel zu rechnen. In Spittal an der Drau fielen in der letzten Stunde 14.8 l/m², in Millstatt waren es 10.9 l/m².

Blitzverlauf © nowcast/UBIMET
Blitzverlauf © nowcast/UBIMET

+++ Update 24.05. – 00:10 +++

In den letzten 3 Stunden haben sich die Gewitter immer weiter nach Süden vorgearbeitet.

Blitzverlauf der letzten 3 Stunden © Nowcast/UBIMET
Blitzverlauf der letzten 3 Stunden © Nowcast/UBIMET

Östlich von Murau hat sich zudem eine Zelle mit einem Bogenecho („bow echo“) formiert. In dessen Zugbahn ist mit Sturmböen zu rechnen.

Radarbild 00:00 © Austro Control/UBIMET

+++ Update 23:20 +++

Die stärksten Gewitter gehen derzeit im Süden nieder, eine kräftige Zelle mit Starkregen und Hagel zieht derzeit von der Koralpe in die Südweststeiermark.

Radarbild 23:10 © Austro Control/UBIMET

+++ Update 22:50 +++

Auch entlang des Wienerwalds hat sich nun eine Gewitterlinie gebildet, diese breitet sich langsam nach Osten aus und könnte damit auch noch für Wien – zumindest für die südlichen Bezirke – interessant werden.

Radarbild 22:40 © Austro Control/UBIMET
Radarbild 22:40 © Austro Control/UBIMET

Unsere Webcam in Wien Donaustadt konnte bereits einen Blitz einfangen:

Quelle: https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien/
Quelle: https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien/

+++ Update 22:20 +++

Ausgehend von der Obersteiermark ist demnächst im Grazer Bergland mit Gewittern zu rechnen, auch in Graz und im weiteren Verlauf in der Oststeiermark kann es noch gewittrig werden.

Aktuelles Radarbild © Austro Control/UBIMET
Aktuelles Radarbild © Austro Control/UBIMET

+++ Update 21:10 Uhr +++

Blitze der letzten 3 Stunden © NOWCAST

+++ Update 20:15 Uhr +++

Derzeit zieht ein Gewittersystem einmal quer von West nach Ost über Österreich hinweg und bringt kräftigen Regen. In Bad Mitterndorf fielen in der vergangenen Stunde 26 L/m² und in Gröbming 25 L/m².

Radarbild von 20.10 Uhr © ACG

+++ Update 19:40 Uhr +++

 

+++ Update 19:20 Uhr +++

Derzeit sind immer noch teils kräftige Gewitter im Westen und im zentralen Bergland unterwegs. Dabei besteht vor allem die Gefahr von Starkregen.

Blitze der letzten Stunde © NOWCAST

+++ Update 19: 00 Uhr +++

Weiterhin gibt es örtlich Starkregen, die Top 3 der letzten Stunde

Flattnitz 17 L/m²
St. Jakob im Defereggen 16 L/m²
Tannheim 13 L/m²

+++ Update 18:30 Uhr +++

Die kräftigste Gewitterzelle befindet sich aktuell genau über dem Dachstein. Beim Blick auf das dreidimensionale Radar zeigt sich, dass dieser Wolkenturm bis etwa 13 km in die Höhe geschossen ist und zudem auch in mehreren Kilometern Höhe maximale Reflektivitäten aufweist. Hagel ist mit diesem Gewitter sehr wahrscheinlich. Es verlagert sich nach Ost bis Südost und bedroht somit aktuell das Ennstal von Schladming bis Gröbming.

3D-Radar von 18:20 Uhr @ UBIMET, ACG

+++ Update 17:50 Uhr +++

Sturmböen jetzt in Vorarlberg mit der zweiten Gewitterrunde:

73 km/h Bregenz

72 km/h Rohrspitz

70 km/h Feldkirch

+++ Update 17:15 Uhr +++

Für das Rheintal und den Bregenzerwald zeichnet sich die zweite Runde ab:

Analysierte Blitze von 17:00 Uhr @ UBIMET, nowcast

+++ Update 16:45 Uhr +++

+++ Update 16:35 Uhr +++

Über der Nordkette bei Innsbruck hat sich ein weiteres kräftiges Gewitter gebildet und zieht ostwärts. Mit dem Gewitter muss man mit Hagel rechnen.

Hagel auf der Nordkette. © www.foto-webcam.eu

+++ Update 16:30 +++

Mit den Gewittern fällt zum Teil sehr intensiver Regen, anbei ein paar Stundensummen:

  • 22 mm Tannheim
  • 20 mm Reutte
  • 16 mm Sillian

+++ Update 16:20 +++

Eine Gewitterlinie hat sich in der Schweiz entwickelt und zieht rasch nordostwärts. Mit Ankunft der Gewitter zeichnet sich rund um den Bodensee erhöhte Sturmgefahr ab. Die kräftigen Gewitter mit Hagel am Alpenrand verlagern sich dagegen ostwärts in Richtung Kaiserwinkl und Flachgau.

Radarbild um 16:10 Uhr. © DWD / UBIMET

+++ Update 16:10 +++

Im Satellitenbild erkennt man eindrucksvoll die an der Alpennordseite entstandenen Gewitter. Eingezeichnet ist ihre Zugbahn und die womöglich betroffenen Regionen im Osten. Derweil haben sich über der Schweiz weitere Gewitter formiert, welche in den nächsten Stunden nach Nordost Richtung Bayern ziehen werden. Am Bodensee kann es damit stürmisch werden. In Grün markiert: Auch über Osttirol hat es ausgelöst.

Satellitenbild von 15:30 Uhr mit demnächst betroffenen Regionen @ EUMETSAT, UBIMET

+++ Update 15:55 +++

Und auch ein ehemaliger Kollege, den es zurück in die Heimat nach Reutte gezogen hat, meldet Hagel:

+++ Update 15:40 +++

Die Gewitter erreichen auch das Unterinntal. Obacht also demnächst in Kufstein, aber auch von Schwaz bis Wörgl und im Raum Kitzbühel!

Webcam Innsbruck mit Blick nach Nordost @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/innsbruck-uni/

+++ Update 15:30 +++

Der Hagel im Rheintal hatte bereits einen Durchmesser von 1 bis 2 cm:

+++ Update 15:15 +++

Wir starten hiermit unseren heutigen Live-Ticker. Von der Schweiz kommend hat eine kräftige Gewitterzelle bereits Dornbirn überquert und hier Hagel gebracht. Zudem sind im Umfeld des Außerferns kräftige Gewitter entstanden. Sie ziehen nun an der Alpennordseite entlang nach Osten und werden früher oder später auch Salzburg und die oberösterreichsichen Seen treffen. Das ist jetzt schon absehbar, es ist ein relativ üblicher Ablauf.

Registrierte Blitze über eine Stunde bis 15:10 Uhr @ UBIMET, nowcast

 

 


Österreich gerät am Montag zunehmend unter den Einfluss eines Tiefs namens FINJA, welches sich von Nordfrankreich in Richtung Nordsee verlagert. Aus dem westlichen Mittelmeerraum gerät dabei feuchtwarme und energiereiche Luft nach Österreich. Im Vorfeld der Kaltfront des Tiefs steigt die Gewittergefahr ab dem Nachmittag an der Alpennordseite deutlich an, örtlich kann es dabei zu Starkregen und Hagel kommen. Am Abend besteht an der gesamten Alpennordseite die Gefahr von kräftigen Gewittern mit teils schweren Sturmböen. In der Nacht gehen schließlich auch im Osten örtlich Gewitter nieder.

Die Niederschlagsprognose von ICON deutet am Montagabend auf kräftige Gewitter im Norden.

Am Dienstag zweigeteilt

Der Dienstag bringt von Vorarlberg bis Oberösterreich dichte Wolken und zeitweise fällt etwas Regen. Im Osten bzw. vor allem im Süden kommt zeitweise die Sonne zum Vorschein, im Laufe des Tages ziehen von Niederösterreich bis ins Burgenland sowie in den Südalpen aber teils kräftige Schauer und Gewitter durch. Stellenweise besteht dabei die Gefahr von Starkregen und Hagel. Die Temperaturen präsentieren sich zweigeteilt: Während es von Vorarlberg bis ins Salzkammergut nur noch 14 bis 19 Grad gibt, wird es im Süden und Südosten nochmals sommerlich warm mit 25 bis 29 Grad. Zur Wochenmitte sind besonders im äußersten Süden und Südosten nochmals kräftige Gewitter zu erwarten, sonst ist eine Beruhigung in Sicht. Die Temperaturen entsprechen mit 15 bis 25 Grad in etwa dem jahreszeitlich Durchschnitt.

Prognose der Höchstwerte am Dienstag (zum Vergrößern  auf das Bild klicken). © UBIMET

Mehrere Tornados richten in Deutschland schwere Schäden an

Wetterlage

Das Wettergeschehen am Freitag wurde in Mitteleuropa von Tief EMMELINDE geprägt, welches in der Früh noch über Nordfrankreich lag. Im weiteren Tagesverlauf zog das Tief unter allmählicher Verstärkung über die BeNeLux-Staaten nach Norddeutschland und in der Nacht auf Samstag nach Polen. Dabei führte es feucht-labile Luft aus Südwest nach Deutschland und Österreich. Im breiten Warmsektor (Gebiet zwischen Warm- und Kaltfront) waren somit gute Bedingungen für kräftige Gewitter gegeben.

Händische Analyse der Fronten um 17 Uhr Ortszeit und 10 m Wind.

Die Analyse oben zeigt die Lage der Fronten (Rot = Warmfront, Blau = Kaltfront) um 17 Uhr, in etwa dem Zeitpunkt als die Tornados auftraten.

Tornados

Der Auszug aus der Datenbank ESWD (European Severe Weather Database) zeigt die bisher (Samstagnachmittag) eingegangenen Meldungen über Tornados (Rot), Starkregen (Blau), Hagel (Grün) und Windböen (Gelb). Man erkennt die bisher gemeldeten 6 Tornados vom Freitag.

Bisherige Meldungen in der ESWD-Datenbank

Bedingungen

Die Orte, an denen die Tornados auftraten, boten ideale Bedingungen. Im rot umrandeten Gebiet (Grafik siehe unten) war die Luft nahezu gesättigt, denn der Unterschied zwischen Temperatur und Taupunkt ist nur gering. Dies begünstigt die Bildung von Tornados, da unter solchen Verhältnissen die Wolkenuntergrenze sehr niedrig ist.

Da zudem die Richtungsscherung (Windrichtung ändert sich mit der Höhe) südlich der Warmfront ausgeprägt war, war bereits im Vorfeld die Bildung von Superzellen erwartet worden. Dabei wird die durch die Scherung induzierte Rotation im Bereich des Aufwinds der Superzelle gekippt und durch Streckung erhöht (Pirouetteneffekt).

Vereinfachtes Prinzip der Tornadoentwicklung
Schema des Piroutteneffekts

Im gelb umrandeten Gebiet war die Differenz zwischen Lufttemperatur und Taupunkt (auch „Spread“) hingegen deutlich größer, hier war die Gefahr von Sturm bzw. Orkanböen sehr hoch, später trat über Tschechien noch ein Bow Echo örtlich mit Orkanböen auf.

Differenz zwischen Temperatur und Taupunkt1m 20.5.2022 um 17 Uhr MESZ.

Häufigkeit in Österreich

Tornados zählen sicherlich in Österreich zu den seltenen Phänomenen, dennoch treten pro Jahr im Schnitt 5 auf. Die gefühlte, zunehmende Häufigkeit ist besonders im Aufkommen von Smartphones und Videokameras zu erklären, da inzwischen viele Fälle dokumentiert werden und via Internet schnell Verbreitung finden, die früher nur lokal publik wurden.

Zudem hat sich die Beobachtungstechnik und hier speziell das Radar weiterentwickelt und mit sog. Doppler-Radaren können inzwischen Rotationen vermessen werden. Mit noch neuerer Technik kann inzwischen sogar indirekt erkannt werden, ob ein Tornado Bodenkontakt hatte oder nicht, in den USA sind solche als polarimetrischen Radare bezeichneten Radare inzwischen Standard.

Die zudem häufig gestellte Frage, ob Tornados mit dem Klimawandel zunehmen, lässt sich bei derzeitiger Datenlage nicht gut beantworten. Derzeit ist auf jedenfalls kein signifikanter Trend in eine Richtung erkennbar. Hier ist der Zusammenhang mit den jeweiligen Wetterlagen im Frühling und Sommer entscheidend.

Bilder

 

 

Titelbild: https://twitter.com/5fach/status/1527693068081717248

Wie wird der Sommer 2022? Die Wetter-Tendenz für die warme Jahreszeit

Tendenz für den Sommer 2022 - UBIMET

Der heurige Mai war bislang schon frühsommerlich warm, wie bereits berichtet. Doch der tatsächliche Sommer steht uns noch bevor, er beginnt meteorologisch betrachtet schon am kommenden 1. Juni. Astronomisch gesehen starten wir hingegen wie üblich erst am Tag der Sommersonnenwende, also heuer am 21. Juni um 11.13 Uhr MESZ, in den Sommer.

Wie jedes Jahr am Ende des Frühlings wird uns nun immer öfter die Frage gestellt: Wie wird der Sommer? Meteorologen mögen solche langfristigen Tendenzen nicht, denn eine genaue, vertrauenswürdige Prognose – wie z.B. für das Wetter für die kommenden paar Tage – ist nicht möglich. In diesem Fall werden besondere, saisonale Modelle benutzt, die in der Regel eine 3-monatige Tendenz liefern. Für den Sommer wird also eine Gesamtprognose für Juni, Juli und August zur Verfügung gestellt. Häufig arbeitet man zudem mit Niederschlags- oder Temperaturanomalien. Die Hauptfrage lautet also: Wie kühl/warm oder nass/trocken wird es in diesen gesamten 3 Monaten im Vergleich zum langjährigen Klimamittel? Solche Tendenzen sind natürlich mit einer gewissen Unsicherheit behaftet und daher mit großer Vorsicht zu genießen, vor allem nicht gleich als genaue Prognose zu interpretieren.

Nach diesen Vorbemerkungen können wir nun versuchen, eine Tendenz für den Sommer 2022 zu geben. Denn heuer gibt es bei den meisten, saisonalen Modellen eindeutige Signale. Die Ableger von subtropischen Hochdruckgebieten sollten sich nämlich besonders häufig in Richtung Mitteleuropa ausdehnen. Im Zuge des Klimawandels ist nahezu überall ein zu warmer Sommer in Sicht, mit Temperaturanomalien meist zwischen +0.5 und +1 Grad. Aufgrund der Ausdehnung von Hochdruckgebieten subtropischen Ursprungs in Richtung Mitteleuropa ist aber vor allem von den Pyrenäen über den Alpenraum bis zu den Karpaten mit Abweichungen von bis zu +2 Grad auszugehen! Die mediterrane/nordafrikanische Hitze könnte uns also heuer häufiger als sonst heimsuchen.

Tendenz für den Sommer 2022 - UBIMETTendenz für den Sommer 2022 – UBIMET

Diese Großwetterlage würde wiederum besonders von den Iberischen Halbinseln über Norditalien bis zum Balkan für häufig trockene Bedingungen sorgen (wobei die oft trotzdem vorhandene Gewittertätigkeit im Bergland hier NICHT berücksichtigt wird). Im südöstlichen Mittelmeerraum sowie auch vom Ärmelkanal bis zur Nord- und Ostsee könnte es hingegen öfter zu Gewitterausbrüchen kommen.

 

Titelbild: Tendenz für den Sommer 2022 – UBIMET

Am Freitag vor allem im Westen Hitze, in der Nacht Gewitter

Wörthersee

Der Alpenraum liegt derzeit zwischen einem Hoch über Südosteuropa und einem sich entwickelnden Randtief über Frankreich. Aus Südwesteuropa gelangen dabei außergewöhnlich warme Luftmassen in den Alpenraum, die Temperaturen steigen im Westen am Nachmittag auf bis zu 33 Grad, aber auch sonst sind verbreitet Höchstwerte um 30 Grad zu erwarten.

Aus Südwesten gelangen sehr warme Luftmassen zu den Alpen. © ECMWF/UBIMET

Lokal Rekorde in Reichweite

Die höchsten Temperaturen werden am Nachmittag mit bis zu 33 Grad im Rheintal, im Walgau und im Flachgau erwartet. Damit sind vor allem in Vorarlberg neue Stationsrekorde möglich. Beispielsweise liegt der Mairekord in Bregenz bei 32,2 Grad und in Feldkirch bei 33 Grad. In Innsbruck steht heute bereits der vierte Hitzetag in diesem Mai an, der Rekord liegt bei 6 (im langjährigen Mittel wären 1 bis 2 üblich).

Prognose der Höchstwerte am Freitag.

Im Laufe des Nachmittags entstehen zunächst nur im östlichen Bergland von den Tauern über das Grazer Bergland bis ins Mittelburgenland lokale Hitzegewitter. In den Abend- und Nachtstunden steigt die Gewittergefahr aber auch an der Alpennordseite an, besonders im Grenzbereich zu Bayern und Tschechien sind auch starke Gewitter mit Sturmböen möglich. Noch heftigere werden in der Nordhälfte Deutschlands erwartet, mehr Infos dazu gibt es hier.

Die Temperatauren liegen teils mehr als 10 Grad über dem jahreszeitlichen Mittel. Bild: © K. Haustein

Erste Tropennacht?

Im Osten sind nach derzeitigem Sand nur vereinzelt Gewitter zu erwarten, in der zweiten Nachthälfte kommt aber voraussichtlich kräftiger Westwind auf. Damit zeichnet sich hier eine sehr laue Mainacht ab, in der Wiener Innenstadt sowie lokal auch im Mittelburgenland ist sogar eine Tropennacht möglich. Tropennächte sind im Mai selbst in der Wiener Innenstadt außergewöhnlich, zuletzt gab es eine am 30. Mai 2018.

Am Samstag Gewitter im Süden

Am Samstag ziehen an der Alpennordseite von der Früh weg einige Schauer und lokale Gewitter durch, im Donauraum und im Osten klingen vereinzelte Schauer in der Früh aber rasch ab und es wird häufig sonnig. Auch von Osttirol über das westliche und nördliche Kärnten bis in die Mur-Mürz-Furche scheint häufig die Sonne, noch weiter südlich gehen nach einem sonnigen Start aber kräftige Schauer und Gewitter nieder. Bei lebhaftem bis kräftigem Nordwestwind liegen die Höchstwerte zwischen 21 und 30 Grad.

 

 

Gewitter brachten am Montag 17.000 Blitzentladungen

Kräftiges Gewitter mit Blitz und Donner.

Am Montag wurden in Österreich in Summe 17.500 Blitzentladungen gemessen, davon allein 5300 in Kärnten bzw. 5000 in der Steiermark. In Jedem Bundesland wurde zumindest eine Entladung detektiert, wobei das östliche Flachland und der Donauraum nur vereinzelt betroffen waren. Die nasseste Station war Hochfilzen mit 37 mm Regen, wobei unsere Radaranalyse lokal noch höhere Spitzen zeigt. Die stärksten Windböen in den Niederungen wurde in Zell am See mit 82 km/h sowie in Villach mit 63 km/h gemessen. Die höchste Blitzdichte wurde in der Gemeinde Königstetten (Tulln) gemessen, der stärkste Blitz dagegen in Obervellach mit 195 kA.

Live-Ticker-Rückblick

+++ Update 20:00 Uhr +++

Bis auf ein kräftigeres Gewitter über dem Bregenzer Wald und ein Gewitter im Waldviertel lösen sich alle bisherigen Gewitter derzeit auf. Dennoch regnet es stellenweise noch kräftig weiter. Die bisherigen Niederschlagssummen können sich zumindest sehen lassen, da einige der Mengen in nur kurzer Zeit zusammenkamen:

Bis auf das eben genannte Gewitter im Waldviertel blieb der Norden heute noch von Schauer oder Gewittern verschont. Morgen kehrt sich die Situation um. Der bisherige Blitzverlauf zeigt, dass sich die Gewitter meist an das Bergland und den Südosten hielten:

+++ Update 19:10 Uhr +++

Die Gewitterlinie aus Bayern erreicht in diesem Moment Salzburg und Oberösterreich – zwar bereits schwächelnd, aber immer noch kräftig. In diesem Foto aus Piding erkennt man ebenso die Böenfront:

+++ Update 18:20 Uhr +++

Eindrucksvolle Bilder von der Webcam aus Hartberg. Zu sehen ist dabei ein kurzer, aber sehr kräftiger Gewitterschauer:

+++ Update 17:45 Uhr +++

Vorher wurde bereits erwähnt, dass man vom Tennengau bis ins Innviertel zum Abend hin den Blick gen Westen schweifen lassen sollte. Hier nun ein erstes Radarbild mit einer Gewitterlinie in Bayern, die derzeit nach Osten zieht:

Radarbild 17:40, UBIMET, Austrocontrol, DWD

+++ Update 17:00 Uhr +++

Umgangssprachlich spricht man oft von Gewittertürmen, pilzförmigen Wolkenquellungen, Wolkenamboss und dergleichen. Ein Blick auf das animierte Satbild bringt einem das näher. Man beachte dabei den Süden Österreichs:

Satbilder: UBIMET, EUMETSAT

Dahinter steckt, dass in der labilen Atmosphärenschichtung Luftpakete aufgrund der Konvektion schnell in höhere Schichten gehoben werden, spätestens an der Tropopause aber vom weiteren Aufsteigen gehindert werden und sich letztlich als Gewitterwolke in Amboss-Form ausbreiten. In obigem Satbild sieht man

Während man in Innsbruck letzte Nacht schon von einem Gewitter geweckt wurde, ist derzeit erhöhte Vorsicht geboten vom Tiroler Unterland über den Pinzgau und Osttirol bis in die Südsteiermark!

Hier eine schöne Aufnahme einer beeindruckenden Gewitterwolke in Kärnten:

+++ Update 13:20 Uhr +++

Besonders langsam ziehende Gewitter sorgen lokal für viel Regen, sehr gut zeigen das die Zellen in Kärnten und Tirol.

Ort Niederschlagsmenge, letzte Stunde, mm
Flattnitz (K) 19,2
Steinach am Brenner (T) 12,6
Mallnitz (K) 6,3

+++ Update 12:25 Uhr +++

Die ersten Zellen haben sich jetzt in Tirol und Kärnten gebildet. Hier gab es auch schon die ersten Blitze.

Radarbild von 12:10 Uhr © Austro Control/nowcast

+++ Update 11:55 Uhr +++

Herzlich Willkommen zu unserem Liveticker. Derzeit erstreckt sich die Warmfront eines Tiefs über den Westen des Landes. Bereits in der Früh ist die erste Gewitterzelle durch Tirol durchgezogen. In den kommenden Stunden wird die Front weiter in Richtung Osten ziehen und es werden sich besonders im Westen und Süden weitere Gewitter bemerkbar machen. Bereits jetzt haben sich schon Quellwolken gebildet aus denen Schauer nieder gehen.

Innsbruck - www.foto-webcam.eu
Innsbruck – www.foto-webcam.eu

Blog

In der Früh erreicht die Warmfont des Tiefs BORA den Westen des Landes mit ersten Schauern. Damit fließt feucht-labile Luft ein. Um die Mittagszeit liegt Österreich im sogenannten Warmsektor (Bereich zwischen Warm- und Kaltfront) des Tiefs, wie auf der Frontenkarte zu erkennen ist.

Frontenkarte für Montag, den 16. Mai zur Mittagszeit

In dieser Luftmasse bilden sich am Vormittag im Bergland mächtige Quellwolken. In der Folge gehen schließlich zunehmend kräftige Schauer und Gewitter nieder. Dabei besteht im Rot markierten Bereich in der Graphik Unwettergefahr durch Starkregen, örtlich sind Überflutungen zu erwarten. Bei den stärksten Gewittern muss zudem mit kleinem Hagel und Sturmböen gerechnet werden.

Gefahrengebiete am Montag

Insbesondere im Südosten der Steiermark gibt es noch Unsicherheiten, ob Gewitter, die sich an den dortigen Randgebirgen bilden, die Niederungen erreichen. In diesem Fall besteht auch dort erhöhte Unwettergefahr, da hier die Luft am labilsten ist.

Abseits des Berg- und Hügellands verläuft der Tag zunächst weitgehend trocken, meist sonnig und im Osten auch heiß. Erst am Abend erreichen ausgehend von Bayern Gewitter auch den westlichen Donauraum, jedoch in abgeschwächter Form.

 

Titelbild: visualhunt.com

Kräftige Gewitter folgen auf erste Hitze

+++ Update 19:00 Uhr +++

Inzwischen verlassen alle Gewitter im Süden das Land. Bad Bleiberg in Kärnten hat es letzte Stunde noch etwas heftiger erwischt mit 15 l/m². Ein kräftiges Gewitter hat sich auch noch über der Buckligen Welt entwickelt und ist nach Ungarn gezogen. Vom Büro in Wien können wir es noch ganz gut am Horizont erkennen:

Blick von der Donau-City auf das Gewitter über Ungarn @ Steffen Dietz, UBIMET
Radarbild von 19:00 Uhr mit eingezeichnetem Blickwinkel nach Süden sowie Zugbahn der Gewitter in Kärnten und der Steiermark @ UBIMET, Austrocontrol

+++ Update 17:00 Uhr +++

19 l/m² sind in Völkermarkt gefallen, dazu gab es Böen bis 59 km/h. Demnächst ziehen die Gewitter nach Slowenien ab, dann beruhigt sich das Wetter.

+++ Update 16:30 Uhr +++

Die käräftigsten Gewitter sind derzeit in Unterkärnten und der südlichen Steiermark unterwegs, Zugrichtung Südost. Gerade in Völkermarkt dürfte es gerade sintflutartigen Regen und womöglich Hagel geben.

Radarbild von 16:20 Uhr @ UBIMET, Austrocontrol

+++ Update 15:40 Uhr +++

Ein kräftiges Gewitter hat soeben Velden am Wörthersee überquert und wird demnächst etwas südlich von Klagenfurt am Weg nach Osten vorbeiziehen.

Webcam Schloss Loretto @ https://www.klagenfurt.at/webcams/webcam-domplatz

+++ Update 15:00 Uhr +++

Nun haben sich in Kärnten einzelne Gewitter mit Starkregen gebildet, in Villach in der letzten Stunde 11 L, davon 10 L in 10 Minuten!

Radarbild von 15:00 Uhr © Austrocontrol
Kräftiger Regen in Wernberg © foto-webcam.eu

+++ Update 14:45 Uhr +++

Der Blick auf das Gewitter bei Lienz.

Lienz © foto-webcam.eu

+++ Update 14:20 Uhr +++

Jetzt auch im Süden verbreitet Schauer und örtlich erste Gewitter.

Radarbild von 14:15 Uhr © Austrocontrol

+++ Update 13:45 Uhr +++

Nun haben sich auch im oberösterreichischen Zentralraum erste Gewitter gebildet. Auch hier besteht in Kürze die Gefahr von Starkregen.

+++ Update 13:15 Uhr +++

Die Gewitter haben das südliche Innviertel und den Flachgau erreicht, auch die Landeshauptstadt Salzburg wird in der kommenden Stunde erreicht. In Bayern gab es in der letzten Stunde vereinzelt über 10 L/m².

+++ Update 12:30 Uhr +++

Im Flachgau und im südlichen Innviertel setzt nun örtlich kräftiger und mit Gewittern durchsetzter Regen ein.

Radarbild von 12:25 Uhr © Austrocontrol

+++ Update 12:00 Uhr +++

Die Gewitter nördlich der Alpen können ganz lokal größere Regenmengenbringen, die bayerische Landeshauptstadt München hat letzte Stunde 30 L gemessen.

+++ Update 11:20 Uhr +++

Derzeit gehen im bayerischen Alpenvorland Gewitter nieder. Diese werden in nächster Zeit nach Oberösterreich hineinziehen.

Radar und Blitze © Austrocontrol und nowcast

+++ Update Freitag 13. Mai 2022 um 11:00 Uhr +++

Mit den aktuellen Temperaturen beginnen wir unsere Live Berichterstattung über die erwarten Gewitter. Diese können am Nachmittag insbesondere im Süden kräftig ausfallen.

Die aktuellen Temperaturen von 11 Uhr © UBIMET

Blog

Am Donnerstag nähert sich aus Norden eine Kaltfront, die nur langsam südwärts voran kommt. Im deren Vorfeld erreicht weiterhin sehr warme Luftmassen das Land und bei lebhaft auffrischendem Westwind sind vor allem im östlichen Flachland wieder Spitzenwerte um 30 Grad zu erwarten. Die Luftschichtung wird aber labiler und im Laufe des Nachmittags entstehen im zentralen und östlichen Bergland Schauer und Gewitter. Besonders in der Obersteiermark und im Mittel- und Nordburgenland können diese örtlich auch kräftig ausfallen. In der Nacht ziehen dann auch im Westen und Norden teils gewittrige Schauer durch.

Am Donnerstagnachmittag und -abend sind erste Gewitter zu erwarten. © UBIMET

Erste Hitzetage

Bereits am Mittwochnachmittag wurde an der Wetterstation Wien-Innere Stadt österreichweit zum ersten Mal in diesem Jahr die Marke von 30 Grad erreicht, nur wenige Minuten später war es dann auch in Innsbruck soweit mit 30,1 Grad. Ursache für die ungewöhnlich frühen Hitzetage ist die Zufuhr warmer Luftmassen aus dem westlichen Mittelmeerraum am Südrand der Tiefdruckgebiete über Nordwesteuropa. Tendenziell wird die 30-Grad-Marke immer früher erreicht, wir berichteten bereits hier.

Am Freitag erfasst uns aus Norden eine Kaltfront. Karte: FU Berlin

Am Freitag im Süden Gewitter

Der Freitag gestaltet sich verbreitet unbeständig. An der Alpennordseite fällt bereits in der Früh schauerartiger Regen, tagsüber breiten sich dann Schauer und Gewitter auch auf den anfangs noch teils sonnigen Süden und Südosten aus. Vor allem im äußersten Süden zeichnet sich örtlich die Gefahr von Starkregen und Hagel ab. Am Nachmittag kommt besonders im Norden und Osten wieder die Sonne zum Vorschein, entlang der westlichen Nordalpen sowie vereinzelt auch im Osten gehen aber noch ein paar gewittrige Schauer nieder.

Gewitterpotential am Freitag (rot = kräftige Gewitter möglich). © wwwuwz.at

Titelbild © Storm Science Austria

Erste Hitzetage immer früher

Zu verdanken haben wir diese warme Wetterphase nicht nur dem Hoch WOLF, sondern auch diversen Tiefs über dem Nordwesten Europas. Durch die damit verbundene südliche Strömung wird Luft aus dem westlichen Mittelmeerraum zu uns geführt. Am Mittwoch erwarten wir in den Niederungen bei viel Sonnenschein fast überall Werte jenseits der 25 Grad-Marke, landesweit liegt die Spanne bei 24 bis 29 Grad. Gut möglich, dass es ganz lokal schon für den ersten 30er reicht, wahrscheinlicher ist dieser aber am Donnerstag. Dann ist das Wetter gerade inneralpin zwar schon nicht mehr ganz so beständig, die Warmluftzufuhr erreicht aber erst dann ihren Höhepunkt, besonders im Osten – übrigens ziemlich genau zu Beginn der Eisheiligen.

Prognose der Höchsttemperatur am Donnerstag, den 12. Mai 2022 @ UBIMET

Somit ist bspw. in Wien oder in Eisenstadt ein Erreichen der 30 Grad-Marke möglich, wenngleich noch nicht gesichert. In der nachfolgenden Grafik sind für alle Landeshauptstädte die Tage aufgetragen, an denen im Jahr das erste Mal 30 Grad oder mehr gemessen wurden. Wir sehen am Beispiel Wien: der früheste 30er wurde am 30. April 2012 gemessen, der späteste im Jahr 1960 gar erst am 27. August. Mit 30 Grad am 12. Mai 2022 wäre also zumindest mal kein Rekord verbunden, relativ früh wäre es aber schon. Denn im Mittel der letzten 30 Jahre (1991-2020) wird der erste so genannte Hitzetag erst am 11. Juni erreicht, also grob einen Monat später.

Statistik zum Tag der ersten 30 Grad in den Landeshauptstädten @ UBIMET, Michele Salmi

Dabei liegt dieser Mittelwert noch 14 Tage vor dem Mittel (25. Juni) der ‚alten‘ Klimareferenzperiode, welche sich von 1961 bis 1990 erstreckt hat. Dieser Trend hin zu einem früheren Eintreten des ersten Hitzetages zeigt sich bei allen Landeshauptstädten in ähnlichem Ausmaß und ist als eine Folge des sich verändernden Klimas anzusehen.

Dass es immer öfter bereits im Mai zu den ersten 30 Grad des Jahres kommt, kann man der folgenden Grafik entnehmen. Besonders in Innsbruck ist dies zuletzt schon zur Gewohnheit geworden:

 

Jahre mit und ohne Hitzetage im Mai @ UBIMET, Michele Salmi

 

Titelbild: pixabay.com

Schneelage im Hochgebirge: geringe Reserven für den Sommer

Im Flachland gibt es die größte Wahrscheinlichkeit für eine Schneedecke im Mittel Anfang Februar. Mit zunehmender Seehöhe verschiebt sich der Zeitpunkt mit der maximalen Schneehöhe der Saison aber nach hinten, in höheren Tälern ist dies meist Ende Februar der Fall. Im Hochgebirge fällt der Niederschlag auch im Frühjahr noch großteils als Schnee, daher wird die maximale Schneehöhe in Lagen über 2000 m durchschnittlich erst Anfang April bzw. über 3000 m erst Ende April oder Anfang Mai erreicht.

Vor allem in den Südalpen gab es im Winter 2021/22 außergewöhnlich wenig Schnee.

Am Hohen Sonnblick liegen im Mai durchschnittlich 5 Meter Schnee, der Rekord liegt sogar bei 11,9 m gemessen am 9. Mai 1944. Derzeit ist die Schneedecke mit 2,75 m allerdings unterdurchschnittlich und kommende Woche steigt die Nullgradgrenze auf über 3000 Meter an. Auch am Tiroler Alpenhauptkamm sind die Schneehöhen unterdurchschnittlich, noch gravierender ist der Schneemangel allerdings in den Südalpen sowie teils auch in den Westalpen. In der folgenden Graphik sieht man die Abweichung zum Mittel der Tage mit Schneedecke in diesem Winter: Vor allem in mittleren Höhenlagen gab es vielerorts teils starke negative Abweichungen, mit der Ausnahme vom Klagenfurter Becken.

Abweichung der Tage mit Schneedecke im vergangenen Winter. © https://labo.obs-mip.fr/

Akkumulation und Ablation

Die Massenbilanz eines Gletscher ergibt sich durch den Unterschied zwischen Akkumulation und Ablation im Laufe eines Jahres, wobei die Gesamtbilanz typischerweise am Ende des Sommers gezogen wird. Schneefall stellt den wichtigsten Prozess für die Akkumulation dar, wobei für manche Gletscher auch andere Faktoren wie etwa Lawinen eine Rolle spielen. Für die Ablation ist dagegen vor allem das Schmelzen im Sommer verantwortlich. Wenn das Akkumulations- und Ablationsgebiet am Ende des Sommers in etwa gleich groß sind, befindet sich der Gletscher im Gleichgewicht. Die Massenbilanz reagiert sehr empfindlich auf Veränderungen des Klimas und gibt Auskunft über die Gesundheit der Gletscher.

Der Hintereisferner im September 2021: Das Ablationsgebiet war deutlich größer als das Akkumulationsgebiet (die Schnee-Eis-Grenze stellt die sog. Gleichgewichtslinie dar).

Schlechte Ausgangslage

Für die Gletscher in den Alpen ist vor allem die Witterung in den Sommermonaten entscheidend, so sind feuchtkühle Sommer besonders wichtig, um größere Eisverluste zu verhindern. Weiters spielen aber auch die Niederschlagsmengen im Winter eine Rolle, so schützt eine mächtige Schneedecke die Gletscher länger von der Sonnenstrahlung im Sommer. Heuer ist davon auszugehen, dass große Teile der Gletscher früher als sonst ausapern werden, da einerseits weniger Schnee als üblich liegt, und andererseits auch noch erhöhte Mengen an Saharastaub in der Schneedecke enthalten sind. Diese werden im Laufe des Sommers wieder zum Vorschein kommen und den Schmelzprozess beschleunigen.


Hinzu kommt noch, dass die neueste Saisonprognose vom ECMWF auf einen überdurchschnittlich warmen sowie  trockenen Sommer in Mitteleuropa hindeutet. Sollte diese Prognose eintreffen, sind heuer ungewöhnlich große Eisverluste in den Alpen zu befürchten, da die Kombination aus einem schneearmen Winter und einem sehr heißen Sommer stark negative Massenbilanzen wie etwa im Jahre 2003 zur Folge hat.


Titelbild © www.foto-webcam.eu

Neue Woche zunehmend sommerlich

Der Samstag hat noch häufig trübe und nasse Bedingungen zu bieten. Gebietsweise fällt Regen, teils schauerartig verstärkt, lediglich vom Mühlviertel bis zum Burgenland kann sich am Nachmittag noch kurz die Sonne zeigen. Mit 13 bis 19 Grad bleibt es etwas zu kühl für die Jahreszeit.

Auch Wien präsentiert sich am Samstag noch grau und nass @ Thomas Goerlitz

Bereits bis zu 23 Grad am Muttertag im Osten

Der Muttertag startet noch oft bewölkt und vor allem im Bergland sowie im Südosten mit ein paar Regenschauern. Die dichtesten Wolken halten sich im Süden, im Bergland entstehen nach einem mitunter freundlichen Vormittag neuerlich teils gewittrige Regenschauer. Auch im östlichen Flach- und Hügelland sind diese über Mittag vereinzelt möglich. Entlang und nördlich der Donau wird es dagegen tagsüber zunehmend freundlich mit einigen Sonnenstunden. Bei schwachem bis mäßigem Nordostwind steigen die Temperaturen je nach Sonne auf 16 bis 23 Grad.

Am Montag bleibt es im Rheintal sowie vom Flachgau und Innviertel bis ins Nordburgenland mehrheitlich trocken bei einem Sonne-Wolken-Mix. Im Bergland und im Süden machen die Wolken am Vormittag nur vorübergehend der Sonne Platz, ab Mittag steigt hier die Schauer- und Gewitterneigung wieder an. Mit 17 bis 24 Grad entsprechen die Temperaturen inzwischen wieder der Jahreszeit.

Der Dienstag zeigt sich von seiner frühsommerlichen Seite. Verbreitet scheint die Sonne, allfällige Frühnebelfelder lösen sich rasch auf und ein paar Schleierwolken trüben den freundlichen Eindruck kaum. Ab Mittag bilden sich im Berg- und Hügelland Quellwolken, die Schauerneigung ist aber nur gering. Bei meist nur schwachem Wind steigen die Temperaturen auf 20 bis 26 Grad, mit den höchsten Werten im Inntal.

Aktuelle Prognose der Höchstwerte am Donnerstag, den 12.05.2022 @ UBIMET

Eisheilige präsentieren sich dieses Jahr sommerlich

Ähnlich geht es auch zu Beginn der Eisheiligen am Mittwoch und Donnerstag weiter. Durch eine südliche Strömung wird vermehrt warme Luft herangeführt und man darf sich in den Niederungen verbreitet auf sommerliche Temperaturen über 25 Grad freuen. Nach aktuellem Stand sind dann auch erstmals in diesem Jahr 30 Grad möglich, am ehesten im Osten. Wie es mit den Eisheiligen bis zum 15. Mai weitergeht, bleibt noch abzuwarten. Für die Pflanzen gefährlicher Morgenfrost erscheint in diesem Jahr aber sehr unwahrscheinlich.

Wissenswertes zu den Eisheiligen

Den Ursprung der Eisheiligen, deren Gedenktage vom 11. bis zum 15. Mai liegen, nimmt man im Mittelalter an, als die gläubige, vorwiegend bäuerliche Bevölkerung von spätem Frost und den dadurch entstandenen Ernteeinbußen betroffen war. Aufgrund der gregorianischen Kalenderreform finden die Eisheiligen genau genommen aber erst knapp 10 Tage später statt, weil diese Bauernregel noch aus der Zeit des julianischen Kalenders stammt. Tatsächlich weist die durchschnittliche Tagesmitteltemperatur in Österreich zwischen dem 19. und dem 24. Mai einen vorübergehenden Rückgang auf, also gibt es zu dieser Jahreszeit eine Häufung an Kaltlufteinbrüchen. Die Eisheiligen sind aus meteorologischer Sicht eine sogenannte Singularität, also eine spezielle Wetterlage, die zu einem bestimmten Zeitabschnitt im Jahr mit erhöhter Wahrscheinlichkeit auftritt.

 

Titelbild @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/mayrhofen

Unwetter in Spanien

 

 

In der Großstadt Valencia wurden am Dienstag beachtliche 204 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden gemessen, das entspricht der höchsten Menge seit 151 Jahren. Natürlich ist das zu viel für die dortige Kanalisation. In Caravaca sah es ähnlich aus.

In der Gegend wird viel Obst und Gemüse angebaut. Befürchtet wird nun, dass der Hagel zu Schäden bspw. an den Marillen geführt haben könnte.

 

Titelbild @ https://www.zdf.de

2. Mai 2018: Gewitter mit 50.000 Blitzen rund um Wien

Blitz in Wien

Am 2. Mai 2018 lag der Alpenraum am Rande eines Tiefdruckgebietes mit Kern über dem zentralen Mittelmeerraum. Mit einer südöstlichen Strömung gelangten dabei außergewöhnlich feuchte und labil geschichtete Luftmassen in den Osten Österreichs. Zunächst entwickelten sich am Nachmittag erste kräftige Gewitter am Alpenostrand, so kam es im Bezirk Neunkirchen und im Osten von Wien lokal zu Hagelschlag.

In den Abendstunden gab es dann im gesamten Osten kräftige Gewitter, im Wienerwald und im östlichen Tullnerfeld fielen dabei ergiebige Regenmengen: In Langenlebarn etwa gab es innerhalb von wenigen Stunden rund 64 Liter pro Quadratmeter Regen. Weiters wurden örtlich auch Sturmböen verzeichnet wie etwa in Gumpoldskirchen mit 79 km/h.

12-Niederschlag bis Freitagmorgen. © UBIMET
12-Niederschlag bis Freitagmorgen. © UBIMET

Durch die Unwetter wurden Dutzende Keller überflutet, Straßen und Äcker überschwemmt, zudem stürzten Bäume auf Strom- und Telefonleitungen. Besonders betroffen waren die Bezirke Wien Umgebung, Tulln, St. Pölten und Mödling. Die Feuerwehren standen hier im Dauereinsatz um Bäume zu beseitigen und Keller auszupumpen. Am Flughafen Wien-Schwechat musste die Bodenabfertigung für etwa 60 Minuten teilweise bzw. gänzlich unterbrochen werden.

Gewitterhotspot Niederösterreich

In Summe wurden landesweit 69.948 Blitze detektiert, davon 49.631 in Niederösterreich, 8.707 in der Steiermark, 6.761 im Burgenland und 4.683 in Wien. Diese Zahlen sind vergleichbar mit hochsommerlichen Gewitterlagen, für diese Jahreszeit ist das aber außergewöhnlich. Anbei noch eine die blitzreichsten Gemeinden:

    • Tulln an der Donau (2.261 Blitze)
    • Pressbaum (1.884 Blitze)
    • Purkersdorf (1.668 Blitze)
Blitzdichte am Mittwoch. © nowcast / UBIMET
Blitzdichte am 2. Mai 2018. ©  UBIMET

 

Maibeginn bringt Schauer und Gewitter

Trockener Frühling

Nach einem viel zu trockenen März als im Durchschnitt erwartet und einem verbreitet durchschnittlichen April, liegt der bisherige meteorologische Frühling in Sachen Niederschlag auf der trockenen Seite. Wie die Graphik zeigt, ist insbesondere im Westen und Nordosten immer noch deutlich weniger Regen gefallen, als im Durchschnitt. In den kommenden Tagen wird sich dieses Bild nun beginnen zu ändern.

Abweichungen des Niederschlags vom Klimamittel © UBIMET

Wetterlage

Derzeit liegt Österreich wettertechnisch quasi im Niemandsland. Sowohl ein ausgeprägtes Tief, wie auch ein mächtiges Hoch sind derzeit weit weg und somit gibt es bei der Luftdruckverteilung am Boden auch in den kommenden Tagen wenig Änderung, es dominiert hier höherer Luftdruck. Entscheidend sind daher, wie immer bei solchen Wetterlagen, die Verhältnisse in der mittleren und oberen Troposphäre.

Am Montag liegt ein Höhentief über der Adria und sorgt in Österreich für unbeständiges Wetter. Zur Wochenmitte hin gelangt der Alpenraum schließlich auf die Vorderseite eines schwachen Troges und somit setzt sich das wechselhafte und feucht-milde Wetter fort. Mit dem Trog deutet sich im Westen zum Wochenende hin eine Abkühlung an.

Wetterlage am Montag, den 2.5.2022 © ECMWF/UBIMET

Schauer und Gewitter

Die Folge all dieser Entwicklungen in der Höhe sind immer wiederkehrende Schauer und Gewitter, die sich jeweils ab dem Mittag zunächst über den Bergen entwickeln und nachfolgend auch auf die Niederungen und das Flachland übergreifen. Die Luft ist inzwischen in tiefen Schichten zunehmend mit Feuchtigkeit angereichert, daher ist örtlich Platzregen zu erwarten. Zudem kann in den kräftigeren Entwicklungen auch kleiner Hagel auftreten. In Summe sind dies also verbreitet die sogenannten Wärmegewitter.

Wärmegewitter

Dabei handelt es sich um tageszeitabhängige Konvektion. Dieser Fachbegriff beschreibt den Ausgleich von Unterschieden in der Dichte der Luft. In der Meteorologie verwendet man zur Veranschaulichung den Begriff des Luftpakets.

Prinzip eines Wärmegewitters © UBIMET

Ist das gedachte Luftpaket wärmer (gestrichelte rote Linie) als seine Umgebung (durchgezogene rote Linie) und damit leichter steigt es auf, bis der Wasserdampf kondensiert. Die Erwärmung der Luft erfolgt durch die Sonneneinstrahlung. Im Falle der Kondensation wird die so genannte latente Wärme (Verdunstungswärme) frei (gestrichelte blaue Linie) und das Luftpaket steigt weiter auf. Dabei kondensiert das Wasser aus und eine Cumulus-Wolke ist geboren. Aufgrund der latenten Wärme bleibt das Luftpaket stets wärmer als seine Umgebung, es erfährt dadurch weiteren Auftrieb. Mit der Zeit wächst die Cumulus-Wolke zum Cumulonimbus heran, dann geht ein Schauer oder Gewitter nieder. Mit dem Sonnenuntergang endet dieses Spiel und es kehrt Ruhe ein.

Regensumme

Die unten stehende Graphik zeigt den erwarteten Regen bis Freitagfrüh, vor allem durch Wärmegewitter. Insbesondere im Westen wird also die Trockenheit in den kommenden Tagen etwas gelindert. Ab Freitag werden dann die Prognosen zunehmend unsicher.

Prognostizierte Niederschlagssumme bis Freitag © ECMWF/UBIMET

Titelbild:https://pixabay.com/de/photos/wolke-quellwolke-cumulus-gewitter-8075/

April 2022 kühl und im Norden nass

Frühling in den Alpen

Der April 2022 schließt mit einer Abweichung von -1,6 Grad zum langjährigen Mittel von 1991 bis 2020 kühler als üblich ab. Eine ähnlich ausgeprägte negative Abweichung gab es zuletzt im August 2021. Besonders markante Abweichungen um -2 Grad wurden vom Mühl- und Waldviertel bis zum Semmering-Wechsel-Gebiet beobachtet. Nahezu durchschnittlich war der vergangene Monat dagegen in den Tallagen von Vorarlberg über Tirol bis nach Oberkärnten. Wenn man den April allerdings mit dem Klimamittel von 1961 bis 1990 vergleicht, schließt er nahezu durchschnittlich ab. Das verdeutlicht, wie sich unser Klima in den vergangenen 30 Jahren bereits erwärmt hat. Noch kühler verlief zuletzt der April 2021: Vor einem Jahr lag die Abweichung zum Mittel bei -2,5 Grad.

Temperaturabweichung im April 2022 - UBIMET
Temperaturabweichung im April 2022 – UBIMET

Einige Frosttage, erste Sommertage

Verantwortlich für die kühle Gesamtbilanz war rege Tiefdrucktätigkeit über dem Baltikum, welche im Alpenraum zu mehreren Nordlagen geführt hat. Gleich zu Monatsbeginn sorgte ein Italientief namens LOTTE für spätwinterliche Verhältnisse mit Schneefall bis in tiefe Lagen, am 3. wurden vorübergehend selbst in Wien 5 cm Schnee gemessen.

Der saisonale Zusammenbruch des stratosphärischen Polarwirbels Ende März hat die Druckanomalien im April auf der Nordhalbkugel geprägt.

In der folgenden, teils klaren Nacht gab es im Mühl- und Waldviertel strengen Frost, in Reichenau und Freistadt wurden neue Monatsrekorde aufgestellt. In der Schwarzau im Oberen Waldviertel, einer flachen Senke in der Gemeinde Moorbad Harbach, sank die Temperatur sogar auf -21,3 Grad.

Die Wetterstation in Schwarzau. Mehr Infos gibt es hier. Bild © M. Kopecky

In Summe wurde regional eine überdurchschnittliche Anzahl an Frosttagen verzeichnet, beispielsweise waren es in Salzburg 8 bei einem Mittel von 3 oder in Weitensfeld 20 bei einem Mittel von 11.

Statistik der Frosttage (Tage mit Tiefstwert unter 0 Grad).

Zwischendurch gelangte allerdings auch mehrfach wieder Saharastaub ins Land und kurz vor der Monatsmitte gab es einen sehr milden Abschnitt. Dabei wurde in Innsbruck am 12. April, deutlich früher als üblich, der erste Sommertag verzeichnet. Im Mittel von 1991 bis 2020 wäre hier der erste Sommertag am 29. April bzw. im Klimamittel von 1961 bis 1990 am 11. Mai zu erwarten.

Jahre mit (rot) und ohne (blau) Sommertage im April - UBIMET
Jahre mit (rot) und ohne (blau) Sommertage im April – UBIMET
Das Datum des ersten Sommertag des Jahres inkl. Mittelwerte.
Das Datum des ersten Sommertag des Jahres inkl. Mittelwerte.

Im Norden nass

Der April brachte im Flächenmittel durchschnittliche bis leicht überdurchschnittliche Niederschlagsmengen, allerdings gab es große regionale Unterschiede. So war der Monat vom Mühl- und Waldviertel über das Traun- und Mostviertel bis zum Alpenostrand sowie streckenweise auch im Süden niederschlagsreicher als üblich, während es vor allem in Teilen Nordtirols weiterhin zu trocken war. Besonders markant fallen die Abweichungen im Mostviertel aus, streckenweise gab es hier doppelt so viel Regen wie üblich, während es im Tiroler Oberland und im Oberpinzgau teils weniger als die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge gab.

Anteil des klimatologischen Monatsniederschlags im April 2022 (%) - UBIMET
Anteil des klimatologischen Monatsniederschlags im April 2022 (%) – UBIMET

Im östlichen Flachland war der Monat durchschnittlich nass, damit konnte das Defizit der ersten Monate des Jahres allerdings nicht aufgeholt werden. Entsprechend liegt der Pegel des Neusiedler Sees weiterhin auf einem Rekordtief für die Jahreszeit. Im April wird hier im Mittel der höchste Pegel des Jahres erreicht, derzeit liegt er allerdings deutlich unterhalb des mittleren jährlichen Tiefststands, der meist im September erreicht wird.

Der Pegel vom Neusiedler See. © Hydrographischer Dienst Burgenland

Gewittersaison steht bevor

Auch die bevorstehende Gewittersaison gab erste Lebenszeichen von sich, so kam es am 15. und am 24. zu den ersten Gewitterlagen der Saison. Mit in Summe knapp über 17.500 Entladungen war die Blitzanzahl nahezu durchschnittlich sowie auch die höchste seit April 2018.

Blitzdichte im April 2022. © UBIMET


Das Soll an Sonnenstunden wurde im Westen und Süden erreicht oder übertroffen. Etwas weniger Sonnenschein als üblich gab es dagegen im Norden und Osten des Landes.

Extremwerte April 2022

Stand: Freitag, 30.04.2022, 18 Uhr (Bundesland, Tag des Auftretens)

Höchste Temperaturen
  • 26,9 Grad Innsbruck (T, 14.)
  • 26,1 Grad Mooslandl / Hieflau (ST, 14.)
  • 25,6 Grad Tullnerfeld (NÖ, 14.)
Anzahl Sommertage
  • 3 Innsbruck (T)
  • 2 Haiming, Landeck (T) Bad Goisern (OÖ)
  • 1 u.a. St. Andrä/Lavanttal (K), St. Johann/Pongau (S), Langenlois (NÖ),…
Tiefste Temperaturen unter 1000 m Seehöhe
  • -21,3 Grad Schwarzau / Moorbad Harbach (NÖ, 4.)
  • -12,5 Grad Summerau (OÖ, 4.)
  • -10,1 Grad Reichenau/Mühlkreis (OÖ, 4.)
Anzahl Frosttage unter 1000 m Seehöhe
  • 21 Weitensfeld (K; Mittel 11)
  • 19 Radstadt (S; Mittel 8)
  • 18 Achenkirch (T; Mittel 13), Zeltweg (ST; Mittel 9)
  • 17 Zwettl (NÖ; Mittel 10), Neumarkt (ST; Mittel 10)
Vorläufig nasseste Orte
  • 147 Liter pro Quadratmeter Lunz am See (NÖ)
  • 145 Liter pro Quadratmeter Loibl (K)
  • 134 Liter pro Quadratmeter Unterach am Attersee (OÖ)
Vorläufig trockenste Orte
  • 16 Liter pro Quadratmeter Haiming (T)
  • 17 Liter pro Quadratmeter Prutz (T)
  • 17 Liter pro Quadratmeter Landeck (T)
Vorläufig sonnigste Stationen
  • 222 Sonnenstunden Villach (K)
  • 215 Sonnenstunden Rohrspitz (V)
  • 214 Sonnenstunden Ferlach (K)
Stärkste Windspitzen Niederungen
  • 103 km/h Rohrspitz (V, 9.)
  • 94 km/h Ranshofen/Braunau (OÖ, 7.)
  • 92 km/h Reicherbserg (OÖ, 7.)

Extreme Hitze: Bis knapp 50 Grad in Pakistan

Im Norden Indiens sowie in Pakistan werden die höchsten Temperaturen des Jahres meist im Mai oder Juni erreicht, da danach aus Süden allmählich der Monsun einsetzt. Heuer kämpft die Region allerdings bereits seit einigen Wochen mit überdurchschnittlichen Temperaturen, so war etwa der März in Indien der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1901. In den kommenden Tagen sind recht verbreitet Temperaturen um 45 Grad in Sicht, was zu dieser Jahreszeit durchaus ungewöhnlich ist. Ein Ende ist zudem nicht in Sicht, ganz im Gegenteil, im Laufe dieser Woche wird es immer heißer.

Lokal bis zu 50 Grad

In den kommenden Tagen muss man im Nordwesten Indiens recht verbreitet mit Höchstwerten zwischen 40 und 45, lokal auch 47 Grad rechnen. Noch heißer wird es regional in Pakistan, wo zum vorläufigen Höhepunkt der Hitzewelle am Wochenende bis zu knapp 50 Grad erwartet werden. Solche Höchstwerte liegen etwa 11 Grad über dem Mittel. Auch in der kommenden Woche bleibt es weiterhin sehr heiß. In diesen Regionen leben hunderte Millionen Menschen, wovon ein Großteil keinen Zugang zu klimatisierten Räumen hat. Allgemein hat die Übersterblichkeit bei Hitze in Indien stark zugenommen.

Immer häufiger heiß

In den Regionen südlich des Himalaya stellt Hitze zwar keine Seltenheit dar, die Häufigkeit hat aber deutlich zugenommen. Laut einer Studie vom „India Meteorological Department“ gab es im Mittel von 1981 bis 1990 durchschnittlich 41 Tage pro Jahr mit einer Höchsttemperatur von mindestens 40 Grad, im Mittel von 2011 bis 2020 waren es bereits 60 Tage jährlich! Vor allem im Frühjahr wird große Hitze immer häufiger.

Am Sonntag werden in Pakistan Temperaturen bis knapp 50 Grad erreicht. Graphik: wxcharts.com

Die bisherigen Landesrekorde:

  • Pakistan: 53,7 Grad in Turbat am 28.5.2017
  • Indien: 51,0 Grad in Phalodi am 19.5.2016

Im April liegt der Rekord bei 50,2 Grad, gemessen am 30.04.2018 in Nawabshah, Pakistan.

Mit dem Monsun beginnt die Regenzeit und die ganz große Hitze ist vorbei.

Gewittersaison nimmt Fahrt auf

Blitzverlauf am 24.04.2022 @ UBIMET

Mit über 9000 Blitzentladungen war der Sonntag der bislang blitzreichste Tag des noch jungen Jahres, dabei war nur der Norden des Landes betroffen. Von Salzburg bis Wien gab es einige Zellen, welche durchaus auch langlebig waren und neben Starkregen auch Hagelkörner brachten. Diese waren zwar mit rund 1 cm nicht besonders groß, traten aber stellenweise in großen Mengen auf und sorgten so auch für Schäden und Behinderungen, wie bspw. im Raum Amstetten (siehe Kurier-Artikel) oder bei St. Pölten auf der Westautobahn:

Hagel auf der Westautobahn @ Andreas Demel

 

Auch Wien erlebte ein beeindruckendes Gewitter, welches vor allem den Norden der Stadt überquerte und bei Korneuburg Hagel brachte. Inklusive einzelner Blitzeinschläge:

Blick von der Wiener Seestadt gen Norden @ Steffen Dietz

Im meteorologischen Sinne noch besser organisert waren die Gewitter in Ungarn. Die Stadt Miskolc östlich von Budapest wurde von einer Superzelle getroffen, welche lokal größere Sturmschäden gebracht hat. Auch ein Tornado kann in Vereseggyház nahe Budapest nicht ausgeschlossen werden:

Zunächst weitere Gewitter

Bis Mittwoch bleibt die Wetterlage noch anfällig für konvektive Entwicklungen, erst dann stellt sich vorübergehend wieder mehr Ruhe ein. Heute, Montagnachmittag, sind noch ein paar Gewitter vor allem von Osttirol bis in die südliche Steiermark möglich, morgen Dienstag vom Tiroler Unterland bis zur Donau.

 

Titelbild: Gewitter bei Gaweinstal im Bezirk Mistelbach im Weinviertel @ Storm Science Austria

Copernicus: Klimazustandsbericht 2021

Global betrachtet kam es 2021 zu steigenden Luft- und Meeresoberflächentemperaturen, zum Anstieg des Meeresspiegels und zu Massenverlusten der Gletscher, während Europa ein Jahr der Extreme erlebte. Darunter Hitzewellen, Rekordtemperaturen des Meerwassers, Waldbrände, Überschwemmungen und ungewöhnlich niedrige Windgeschwindigkeiten in einigen Regionen. Nachfolgend eine Auflistung der wichtigsten Erkenntnisse:

Weltweit:

  • Die letzten sieben Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen, wobei das Jahr 2021 zwischen Platz 5 und 7 der wärmsten Jahre rangiert.
  • Die Treibhausgaskonzentrationen von Kohlendioxid (CO2) und insbesondere von Methan (CH4) sind im Jahr 2021 weiter angestiegen, und zwar um etwa 2,3 ppm bzw. 16,5 ppb.
Monatliche atmosphärische Konzentrationen von Kohlendioxid (CO2) und Methan (CH4). Die Daten wurden aus Satellitenmessungen abgeleitet und über die gesamte Atmosphärensäule und für 60S-60N gemittelt. @ https://climate.copernicus.eu

Europa:

  • Europa erlebte seinen wärmsten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen, mit 1,0°C über dem Durchschnitt von 1991-2020.
  • Rekordniederschläge trugen zu schweren Überschwemmungen in Westeuropa bei.
  • Die jährlichen Meeresoberflächentemperaturen waren in weiten Teilen der Ostsee und des östlichen Mittelmeers die höchsten seit mindestens 1993. Im Juni und Juli lag die Temperatur in Teilen der Ostsee mehr als 5 °C über dem Durchschnitt.
Sommerliche (Juni-August) Temperaturanomalien über Land für Europa als Ganzes von 1950-2021, im Vergleich zum Referenzzeitraum 1991-2020. @ https://climate.copernicus.eu

Sommerextreme im Mittelmeerraum:

  • Der Mittelmeerraum erlebte im Juli und August eine intensive und langanhaltende Hitzewelle.
  • In Italien und Spanien wurden Temperaturrekorde gebrochen, wobei ersterer mit 48,8 Grad auf Sizilien einen vorläufigen Tageshöchsttemperaturrekord für Europa darstellte.
  • In mehreren Ländern, darunter die Türkei, Griechenland und Italien, kam es zu schweren Waldbränden.

Niedrige Windgeschwindigkeiten in Westeuropa:

  • In einigen Ländern wurden die niedrigsten jährlichen Windgeschwindigkeiten seit mindestens 1979 verzeichnet.
  • Geringere Windgeschwindigkeiten als im Durchschnitt führten in einigen westeuropäischen Ländern zu einem geringeren Potenzial für die Windenergieerzeugung.
Rangfolge der durchschnittlichen jährlichen Windgeschwindigkeiten in 100 m Höhe im Jahr 2021 von der niedrigsten (dunkelblau) bis zur höchsten (dunkelrot) innerhalb der 43-jährigen Aufzeichnungsperiode von 1979 bis 2021. @ https://climate.copernicus.eu

Überschwemmungen in Westeuropa:

  • Rekordniederschläge am 14. Juli 2021 über Belgien und Westdeutschland.
  • Rekordabfluss in Teilen der Einzugsgebiete von Maas und Rhein.
  • Rekordniederschläge und gesättigte Böden trugen zu dem außergewöhnlichen Hochwasserereignis bei.

Wichtige Erkenntnisse für die Arktis:

  • Die Kohlenstoffemissionen aus arktischen Waldbränden waren die vierthöchsten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2003, hauptsächlich aus Ostsibirien.
  • Das Meereisminimum erreichte die zwölftniedrigste Ausdehnung seit Beginn der Satellitenaufzeichnungen im Jahr 1979.
  • In der Grönlandsee wurde die geringste Meereisausdehnung seit Beginn der Aufzeichnungen registriert.
Zeitreihe der monatlichen mittleren Anomalien der arktischen Meereisausdehnung für alle Septembermonate von 1979 bis 2021. Die Anomalien sind als Prozentsatz des September-Durchschnitts für den Referenzzeitraum 1991-2020 ausgedrückt. @ https://climate.copernicus.eu

 

Der ausführliche Bericht kann hier nachgelesen werden: https://climate.copernicus.eu/esotc/2021

Weitere Infos zu den Unwetterlagen in Österreich haben wir hier zusammengefasst: Die markantesten Unwetterereignisse im Jahr 2021

Titelbild © www.pixabay.com

Nächster Schub Saharastaub bereits auf dem Weg nach Österreich

Niedergeschlagener Saharastaub auf Autos in Wien © Steffen Dietz, UBIMET

Der Frühling ist typischerweise Hauptsaison für Saharastaub-Ereignisse über Mitteleuropa. Kein Wunder also, dass die nächste Ladung des goldenen Düngers sich bereits unterwegs von Nordafrika in Richtung Alpenraum befindet. Denn im Vorfeld des Mittelmeertiefs SIMONE wird am Donnerstag nicht nur mildere Luft aus Nordafrika transportiert, sonder auch ein ordentlicher Schub Saharastaub!

Wetterlage am Donnerstag - UBIMET
Wetterlage am Donnerstag – UBIMET

Prognose des Saharastaubs

Der Höhepunkt des staubigen Ereignisses wird dabei am Freitag erreicht, aber auch im Laufe des kommenden Wochenendes bleibt die Saharastaub-Konzentration erhöht.

Animation der Konzentration an Sandpartikeln in der Atmosphäre von Mittwoch bis Samstag (bräunliche Töne = viel Staub in der Luft) - University of Athens, SKIRON Modell
Animation der Konzentration an Sandpartikeln in der Atmosphäre von Mittwoch bis Samstag (bräunliche Töne = viel Staub in der Luft) – University of Athens, SKIRON Modell

Staub ist nicht gleich Staub

Interessant sind auch die Ursprungsgebiete der Sandpartikel über Europa. Wenn man die Rücktrajektorien der Luft in 1000 m Höhe für den kommenden Samstag berechnet, sieht man besondere Unterschiede. Die Luftmasse, welche am Samstag in Österreich sein wird, kommt tatsächlich aus Nordafrika und bringt viel Saharastaub mit sich (blaue Linie in der Grafik). Über Deutschland ist die Lage aber anders. Hier kommt die Luft eher aus dem Kaspischen Meer (rote Linie), doch sandig ist sie dennoch! In diesem Fall handelt es sich um eine Mischung aus frisch aufgewirbeltem Saharastaub (also Staub aus Nordafrika) und Staub aus dem Nahen Osten, der seit mehreren Tagen unterwegs ist.

Woher kommt die Luft, die am kommenden Samstag über Europa sein wird? Die "Rücktrajektorien" helfen dabei, die Zugbahnen der Luftmassen besser zu verstehen - NOAA HySPLIT Modell, UBIMET
Woher kommt die Luft, die am kommenden Samstag über Europa sein wird? Die „Rücktrajektorien“ helfen dabei, die Zugbahnen der Luftmassen besser zu verstehen – NOAA HySPLIT Modell, UBIMET

Am Freitag regional „Blutregen“

Trotz erhöhter Saharastaub-Konzentration bleibt es am Donnerstag österreichweit noch trocken. Am Freitag streift aber das Tief SIMONE den Südosten des Landes und bringt vor allem von Osttirol und Kärnten über die Steiermark bis nach Wien etwas (Blut-)Regen. Hier wird somit ganz viel Staub ausgewaschen und zum Boden (bzw. auf Autos und Fenstern) gebracht. Aber auch im Rest des Landes sind am Freitag zumindest ein paar staubige Tropfen zu erwarten!

Prognose der Niederschlagssumme [l/m²] bis inklusive Samstag - UBIMET UCM-Modell
Prognose der Niederschlagssumme [l/m²] bis inklusive Samstag – UBIMET UCM-Modell
Prognose der Konzentration an Saharastaub (rötliche Töne) und Prognose der Wolken und Niederschläge in Wien von Mittwoch bis Sonntag - NASA-GMAO GEOS5-Modell
Prognose der Konzentration an Saharastaub (rötliche Töne) und Prognose der Wolken und Niederschläge in Wien von Mittwoch bis Sonntag. Besonders am Freitag ist im Zusammenhang mit Regen (grüne Balken) viel ausgewaschener Saharastaub in Sicht – NASA-GMAO GEOS5-Modell

 

Titelbild: Niedergeschlagener Saharastaub auf Autos in Wien © Steffen Dietz, UBIMET

Kalte Nächte in Sicht: Frost bleibt vielerorts ein Thema

Nahaufnahme von Frost auch einem Gänseblümchen ©pixabay/Myriamy_Fotos

Ein Höhentief knapp östlich von Österreich sorgte am Dienstag für teils gewittrige Schauer samt Schneefall kurzzeitig sogar bis ins Flachland, wie z.B. in Sankt Pölten.

Doch das Wetter beruhigt sich in den kommenden Stunden mit Abzug des Höhentiefs rasch wieder. Die vor allem in die Osthälfte des Landes eingeflossene, kontinentale Kaltluft sorgt im Zusammenspiel mit der Wetterberuhigung neuerlich für günstige Rahmenbedingungen für Frost.

Prognostizierte Tiefstwerte am Mittwoch - UBIMET
Prognostizierte Tiefstwerte am Mittwoch – UBIMET

Sowohl Mittwochfrüh als auch Donnerstagfrüh ist vielerorts Morgenfrost angesagt. Meist ist allerdings leichter Frost zwischen 0 und -5 Grad in Sicht. Zum Freitag hin gelangen wieder mildere, feuchtere und zunehmend staubige Luftmassen aus Nordafrika in den Alpenraum und die Frostgefahr ist dann gebannt.

Prognostizierte Tiefstwerte am Donnerstag - UBIMET
Prognostizierte Tiefstwerte am Donnerstag – UBIMET

Doch Frost im April kommt selbst in der Landeshauptstädte oft vor: In den letzten beiden Jahren gab es überall April-Frost. Ein vielerorts frostfreier April gab es zuletz im Jahre 2019.

Jahre mit und ohne Frost im April (Landeshauptstädte und Lienz) - UBIMET, Data: ZAMG
Jahre mit und ohne Frost im April (Landeshauptstädte und Lienz) – UBIMET, Data: ZAMG

Auch zum Thema Spätfrost sollte Frost Ende April keine große Überraschung sein. Denn in allen Landeshauptstädten gab es schon mal Frost auch im Mai. Allerdings hat sich der Tag mit letztem Frost im Jahr in den letzten Jahrzehnten wegen der Klimakrise deutlich zurückgezogen. Er liegt nun meist zwischen Ende März (Wien) und Mitte/Ende April (Klagenfurt, Lienz). Wird also Frost in den kommenden paar Tagen in einer Landeshauptstadt oder in Lienz gemessen, so würde es klimatologisch gesehen schon außergewöhnlich spät im Jahr auftreten (rote Kreuze in der Grafik).

Langzeitstatistik des Spätfrosts (letzter Tag mit Frost im Jahr) für die Landeshauptstädte und Lienz - UBIMET, Data: ZAMG
Langzeitstatistik des Spätfrosts (letzter Tag mit Frost im Jahr) für die Landeshauptstädte und Lienz – UBIMET, Data: ZAMG

Die Anzahl an Frosttagen (Tagestiefstwert unter Null Grad) im bisherigen April ist schließlich schon verbreitet überdurchschnittlich, nur im Südosten liegen wir teilweise noch im unterdurchschnittlichen Bereich. Die Rekorde sind aber noch sehr weit entfernt.

Statistik der Frosttage (Tage mit Tiefstwert unter Null Grad) in den Landeshauptstädten + Lienz. Zum Beispiel: In Wien Hohe Warte gab es im bisherigen April einen einzigen Frosttag bis heute. Dieser Wert ist klimatologisch betrachtet bereits leicht überdurchschnittlich,aber noch sehr weit entfernt vom Rekord (7 Frosttage im April 1864) - UBIMET
Statistik der Frosttage (Tage mit Tiefstwert unter Null Grad) in den Landeshauptstädten + Lienz. Zum Beispiel: In Wien Hohe Warte gab es im bisherigen April einen einzigen Frosttag bis heute. Dieser Wert ist klimatologisch betrachtet bereits leicht überdurchschnittlich,aber noch sehr weit entfernt vom Rekord (7 Frosttage im April 1864) – UBIMET, Data: ZAMG

 

Titelbild: Frostiger Morgen ©pixabay/Myriamy_Fotos

19. April 2017: Schneesturm am Alpenostrand

Die Monatsmitteltemperatur im April entspricht in den Niederungen mit 10 Grad etwa der durchschnittlichen Jahrestemperatur. Allerdings kann es im April mit Kaltluftausbrüchen aus Norden geradezu winterlich sein, während warme Luft aus den Subtropen mitunter schon für sommerliche Verhältnisse sorgt. Diese Aprilwetter-Extreme wurden uns in den letzten Jahren deutlich vor Augen geführt: Während es am 20. April 2018 den zweitfrühesten „30er“ der Messgeschichte gab, kam es am 19. April 2017 zu einem regelrechten Schneesturm am Alpenostrand mit Schnee bis Wien.

Schnee
Verschneites Auto im Triestingtal. © Storm Science Austria

Schnee bis Wien

Am 19. April 2017 lag der Alpenraum unter dem Einfluss eines Mittelmeertiefs, das sich nordostwärts in Richtung Ungarn verlagerte („Vb-Tief„). Mit einer nordöstlichen Höhenströmung führte dies sehr feuchte Luftmassen in die Osthälfte Österreichs, gleichzeitig strömten von Norden her immer kältere Luftmassen ins Land. Die Schneefallgrenze sank somit bis ins Flachland und der Wind wehte kräftig mit stürmischen Böen aus Nord. Am Nachmittag musste die Wiener Außenring Autobahn (A21) schließlich in beide Fahrrichtungen komplett gesperrt werden und auch Teile der Westautobahn (A1) wurden für den Verkehr geschlossen.

A21 am 19. April 2017. © ASFINAG
Die A21 am 19. April 2017. © ASFINAG

Schneebruch

Die Berufsfeuerwehr Wien musste in den westlichen Außenbezirken zu etwa 120 Einsätzen ausrücken,  hinzu kommen unzählige Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren im Wienerwald. Etwa musste die Kaltenleutgebner Straße von Rodaun bis nach Kaltenleutgeben gesperrt werden, bis in die frühen Morgenstunden mussten noch unzählige Bäume von der Schneelast befreit werden, um ein Umstürzen zu verhindern.

Die Kaltenleutgebner Straße musste ab Rodaun gesperrt werden. ©fireworld.at

Die Temperaturen kamen in mittleren Höhenlagen nicht über den Gefrierpunkt hinaus, so lag der Höchstwert in Mariazell bei -2.8 Grad, dazu gab es hier in Summe fast einen Meter Neuschnee. Ein paar Zentimeter Nassschnee gab es aber sogar in der Wiener Innenstadt! Anbei die gemeldeten Schneehöhen am 20. April 2017 um 8 Uhr in der Früh:

  • 92 cm Mariazell (866 m, ST)
  • 86 cm Lunz am See (614 m , NÖ)
  • 57 cm Mooslandl / Hieflau (470 m, ST)
  • 18 cm Rekawinkel / Pressbaum (374 m, NÖ)
  • 5 cm Wiener Neustadt (285 m, NÖ)
Schneefall
Schneesturm in Mariazell. © https://www.mariazell.at/


Die Österreichische Unwetterzentrale hatte Schneewarnungen mit der höchsten Stufe für das Mariazellerland und dem Semmeringgebiet ausgegeben. In exponierten Lagen des Alpenostrand kam es zudem zu massiven Schneeverwehungen.

Schnee im Frühling
Durch die bereits weit entwickelte Vegetation kam es regional zu Schneebruch. Foto: Apfelbaum © Storm Science Austria
Schneebruch
Umgestürzte Bäume in der Kaltenleutgebner Straße. © FF Kaltenleutgeben
Schneewarnungen vom 19. bis 20. April 2017. © www.uwz.at / UBIMET
Schneewarnungen vom 19. bis 20. April 2017. © www.uwz.at / UBIMET

Noch ergiebiger fielen die Mengen auf den Bergen aus, so gab es in den Niederösterreichischen Voralpen in 1.100 m Seehöhe bis zu 150 cm Neuschnee! Die Lawinengefahr erreichte am 20. April in den Ybbstaler Alpen sogar die höchste Stufe 5. Spannende Bilder der Schneemassen rund um das Triestingtal in Niederösterreich gibt es auch hier.

Schnee
Schneesturm im Süden von Wien. © http://www.zesch.com

2018: Hitze im Frühling

Dass der April aber auch anders kann, zeigte er im Jahr 2018. Mit einer Abweichung von knapp 5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel war dies nicht nur der wärmste April seit rund 200 Jahren, auch in Punkto Hitze hatte er schon ein Wort mitzureden. So wurde am 20. des Monats in Salzburg die 30-Grad-Marke erreicht, Tags darauf war es auch in Wien so weit.

Titelbild © Adobe Stock

Kurzer Wintereinbruch am Dienstag

Winterlicher Dienstag

Am Dienstag ist es zumeist trüb und in der Osthälfte von Beginn an auch unbeständig. Die Schneefallgrenze liegt in der Früh am Alpenostrand und im Mostviertel bei etwa 600 m. Im Salzburger Land liegt sie zeitgleich bei etwa 1100 m. Im Tagesverlauf kommt der Regen schließlich bis zum Tiroler
Unterland voran. Dabei pendelt die Schneefallgrenze meist um 800 m, bei Schauern auch darunter.

Gänzlich anderes Wetter herrscht derweil in Vorarlberg, hier scheint zumeist die Sonne und die Höchstwerte steigen m Rheintal auf bis zu 17 Grad. Ansonsten werden meist nicht mehr als 4 bis 11 Grad erwartet. Insbesondere am Abend sinkt dann die Schneefallgrenze in der Obersteiermark, in den Niederösterreichischen und Oberösterreichischen Alpen auf 600 bis 700 m, somit muss am Abend nochmals mit einigen Zentimetern Neuschnee gerechnet werden. Auch in den Tälern kann es auf Wiesen nochmals kurzzeitig weiß werden.

Prognostizierter Neuschnee am Dienstag © UBIMET

Neuerlich Saharastaub

In der zweiten Wochenhälfte nimmt dann ein weiteres Höhentief über
dem westlichen Mittelmeerraum immer mehr Einfluss auf unser Wetter. Dabei dreht die Strömung auf Süd und für die Jahreszeit üblich temperierte Luft erreicht den Ostalpenraum.

Wie bereits mehrfach in diesem Jahr gelangt die warme Luft direkt aus Nordafrika nach Österreich und damit ist auch wieder Saharastaub im Spiel. Mit der südlichen Strömung und gleichzeitigem Aufgleiten der Luft wird es am Donnerstag jedoch zunehmend dicht bewölkt und am Freitag zusätzlich unbeständig, aber meist nur mit leichtem Regen. Damit wird auch wieder etwas Staub ausgewaschen und kann sich somit wieder auf Gegenständen wie Autos ansammeln.

 

Titelbild: © Adobe Stock

Osterwetter-Extreme in Österreich: Von Schneefall bis Sommerwetter

Hase im Schnee

Das Osterfest findet jährlich zwischen dem 22. März und dem 25. April statt. Genauso variabel wie das Datum gestaltet sich auch das Wetter, wobei das Datum nicht der einzige Grund dafür ist: Einerseits befinden sich zu dieser Jahreszeit im hohen Norden nämlich noch sehr kalte Luftmassen (die arktische Meereisfläche erreicht im März ihre maximale Ausdehnung), welche bei passender Großwetterlage bis nach Österreich gelangen. Andererseits können bei einer südwestlichen Strömung bereits sehr milde Luftmassen aus Nordafrika zu uns gelangen, welche bei dem bereits hohen Sonnenstand vor Ort nochmals erwärmt werden.

Die Meereisausdehnung nimmt meist ab April wieder ab. © www.meereisportal.de

Schnee im Jahr 2013

Schaut man sich die Osterfeste der letzten 30 Jahre an, so sticht einem sofort 2013 ins Auge. Ein massiver Kaltlufteinbruch hat damals am 31. März für winterliche Verhältnisse mit Schneefall bis in tiefe Lagen gesorgt. In den östlichen Nordalpen gab es 20 bis 30 cm Schnee, aber selbst im Flachland fiel im Norden und Osten etwas Nassschnee. Die Höchstwerte am Ostersonntag lagen zwischen -1 Grad im östlichen Berg- und Hügelland und +7 Grad in Lienz. In Wien kam die Temperatur bei zeitweiligem Schneefall und lebhaftem Nordwestwind nicht über 2 Grad hinaus und in der folgenden Nacht gab es verbreitet Frost.

Schnee am Erlaufsee
Schnee am Erlaufsee im 2013. © Fred Lindmoser; www.mariazellerland-blog.at
Höchstwerte zu Ostern im Jahr 2013.

Sommer im Jahr 2000

Dass Ostern wettertechnisch auch ganz anders ausfallen kann, zeigt ein Blick auf das Jahr 2000: Bei Temperaturen bis zu 29 Grad in Salzburg gab es teils sogar hochsommerliches Wetter im April. Auch in den Jahren 2009, 2011, 2019 und 2020 konnte man Mitte bzw. Ende April bei Temperaturen über 20 Grad die Osterneste getrost im T-Shirt suchen.

Höchstwerte zu Ostern im Jahr 2000.

Anbei die Höchstwerte am Ostersonntag seit 1999:

Höchstwert Wien Innsbruck Kranebitten
15.4.1990 17 12
31.3.1991 11 14
19.4.1992 17 10
11.4.1993 5 10
3.4.1994 11 8
16.4.1995 14 11
7.4.1996 16 18
30.3.1997 9 5
12.4.1998 11 10
4.4.1999 21 13
23.4.2000 27 (max)
26 (max)
15.4.2001 8 4
31.3.2002 19 16
20.4.2003 19 18
11.4.2004 11 11
27.3.2005 14 20
16.4.2006 19 17
8.4.2007 18 17
23.3.2008 6 3 (min)
12.4.2009 23 23
4.4.2010 18 14
24.4.2011 22 21
8.4.2012 5 4
31.3.2013 2 (min)
5
20.4.2014 18 18
5.4.2015 8 6
27.3.2016 15 18
16.4.2017 14 10
1.4.2018 13 12
21.4.2019 22 24
12.4.2020 23 24
4.4.2021 10 13
17.4.2022 13* 16*

* Prognose für 2022 (Stand: 13.4.22)

Der mittlere Höchstwert zu Ostern von 1991 bis 2020 liegt in Wien bei 14,6 und in Innsbruck bei 13,7 Grad, wobei dafür vor allem das variable Datum des Osterfests eine entscheidende Rolle spielt (der mittlere Höchstwert am 22. März liegt in Wien bei 12 Grad und am 25. April bereits bei 19 Grad). Temperaturen oberhalb der 20-Grad-Marke wurden seit dem Jahre 1990 in Innsbruck an 5 bzw. in Wien an 6 Ostersonntagen verzeichnet (im Jahr 2005 hat es in Innsbruck mit 19,9 Grad knapp nicht gereicht).

2022 bringt Abkühlung

Zu Ostern gelangen heuer mit einer nördlichen Höhenströmung kühle und vergleichsweise trockene Luftmassen arktischen Ursprungs nach Österreich. Damit scheint am Sonntag in weiten Teilen des Landes zumindest zeitweise die Sonne, nur im Norden vom Salzkammergut bis ins Mariazellerland halten sich teils kompakte Wolken. Tagsüber ziehen auch im Osten ein paar Wolkenfelder durch, es bleibt aber überall trocken und nach einem regional leicht frostigen Start erreichen die Temperaturen 9 bis 17 Grad mit den höchsten Werten im Walgau, im Tiroler Oberland sowie in Oberkärnten.

Am Ostermontag zieht ein „Osterei“ (Höhentief) aus Osten auf (Animation von Sonntag bis Mittwoch; © ECMWF / UBIMET)

Am Ostermontag führt ein abgetropftes Höhentief über Osteuropa feuchte Luftmassen in den Nordosten des Landes, damit ziehen im Norden und Osten teils dichte Wolken durch und im Wald- und Mostviertel sowie im östlichen Bergland gehen ein paar Schauer nieder, wobei bis auf etwa 800 m herab Schneeflocken dabei sind. Wetterbegünstigt bleiben der Süden und Westen des Landes. Die Höchstwerte liegen zwischen 7 Grad im Mariazellerland und 18 Grad im Oberinntal.

Am Rande eines Skandinavienhochs bzw. eines Höhentiefs über Osteuropa gelangt kühle Luft nach Mitteleuropa. © www.wetter3.de / NOAA

Tiefpunkt am Dienstag

Am Dienstag erreicht der Tiefdruckeinfluss seinen Höhepunkt und vor allem im Norden, im östlichen Bergland sowie im Südosten gehen immer wieder Schauer nieder. Die Schneefallgrenze liegt im östlichen Bergland bzw. am Alpenostrand zwischen 600 und 1000  m. Meist trocken und häufig sonnig bleibt es in Vorarlberg, im Tiroler Oberland und in Osttirol. Die Temperaturen erreichen meist nur noch 5 bis 12 Grad, nur im äußersten Westen sind mit mehr Sonne bis zu 17 Grad möglich. Ab der Wochenmitte geht es im Osten dann langsam wieder bergauf mit den Temperaturen.

24h-Neuschneeprognose für den Dienstag. © UBIMET

Titelbild © Adobe Stock

Am Karfreitag im Norden lokale Gewitter

Quellwolken die zu Gewittern heranwachsen - Adobe Stock

Am Freitag ist in den Morgenstunden die Kaltfront eines Tiefs namens QUELLA mit Kern über Weißrussland durchgezogen, dabei ist vor allem im Norden sowie im östlichen Bergland etwas Regen gefallen (alle Daten gibt es hier). Hinter der Kaltfront gibt es am Freitagmittag und -nachmittag sonnige Auflockerungen, dabei steigt die Schauer- und Gewitterneigung im Vorfeld einer weiteren Kaltfront vom Mühlviertel über das Mostviertel bis ins Wiener Becken an.

Satellitenbild um 14:20 Uhr. Die Kaltfront von Tief QUELLA zieht südostwärts ab. © EUMTSAT / UBIMET

Lokale Gewitter

Unter Tiefdruckeinfluss sorgt eine bodennahe Windkonvergenz am Freitagnachmittag ausgehend vom Mühl- und Waldviertel für Hebung und mit etwas Erwärmung der bodennahen, angefeuchteten Luft kommt es zu einer leicht-labilen Luftschichtung. Vor allem in Niederösterreich sowie stellenweise auch in Oberösterreich und Wien ist dementsprechend mit den ersten Gewittern der Saison zu rechnen. Einzelne gewittrige Schauer sind zudem auch im Süden und Südosten möglich. Die Unwettergefahr ist aber generell gering, lokal kann es allerdings zu Platzregen und sehr kleinem Hagel kommen.

Zusammenströmender Wind sorgt für Hebung. © UBIMET / ECMWF
Nach dem Frontabzug im Südosten gibt es ab dem Nachmittag weitere Schauer und Gewitter im Nordosten. © UBIMET

Das erste Gewitter ist im Mühlviertel bereits entstanden, mit der nordwestlichen Höhenströmung zieht dieses in Richtung Mostviertel. Am Abend gehen weitere Schauer nieder, mit einfließender Kaltluft lässt die Gewitterneigung aber nach. Zu Ostern gestaltet sich das Wetter kühler als zuletzt und Gewitter sind vorerst nicht mehr zu erwarten.

Osterwetter 2022


Erster Sommertag des Jahres möglich

Geradezu frühsommerlich präsentieren sich die nächsten Tage im Alpenraum. Während tiefer Luftdruck über Westeuropa liegt, profitiert Österreich von Hoch REINER über Osteuropa. Durch die daraus resultierende südliche Strömung wird vergleichsweise warme Luft herangeführt, so dass die Temperaturen in jedem Bundesland am Mittwoch und am Gründonnerstag über die 20 Grad-Marke steigen. Am wärmsten wird es dabei im Westen des Landes, in Tirol sind lokal auch 25 Grad möglich – per Definition ein Sommertag. Strahlenden Sonnenschein darf man sich dabei aber nicht erwarten, denn einmal mehr ist eine Portion Saharastaub im Spiel. Dieser lässt den Himmel phasenweiße milchig weiß erscheinen und kann bei stärkerer Konzentration auch einen negativen Effekt auf die Höchsttemperaturen haben.

Prognose der Höchstwerte am Gründonnerstag, 14.04.2022 @ UBIMET

Ab Karfreitag Zufuhr kühlerer Luft

Am Karfreitag stellt sich die Wetterlage um. Ausgehend von einem Tief über der Ostsee überquert eine Kaltfront das Land, sie bringt einige Wolken und zeitweilig Regen. Im Süden sind nach einem noch freundlichen Start am Nachmittag Schauer und einzelne Gewitter zu erwarten. Während sich die Luft hier noch auf bis zu 22 Grad erwärmt, wird es sonst mit 15 bis 20 Grad schon kühler.

Dieser Temperaturtrend setzt sich schließlich am Karsamstag fort, es kühlt weiter ab. Die Höchstwerte liegen dann nur mehr zwischen 8 und 17 Grad. Zunächst halten sich noch viele Wolken und mit Ausnahme des Nordostens fällt noch gebietsweise schauerartiger Regen. Im Tagesverlauf zieht sich der Regen aber in die zentralen Alpen zurück und klingt ab, abseits des Berglandes lockern die Wolken bald auf und die Sonne setzt sich durch. Dabei weht im Osten teils kräftiger Nordwind, im Süden wird es föhnig.

Trocken und meist sonnig an den Feiertagen

Damit ist das Schlimmste aber überstanden. Am Ostersonntag halten sich nach aktuellem Stand nur am Alpenostrand noch ein paar Wolken, sonst geht es bereits mit viel Sonnenschein in den Tag. In der Früh kann es in mittleren Lagen jedoch noch leicht frostig sein. Tagsüber bleibt es sonnig und trocken und die Temperaturen steigen mit 10 bis 18 Grad wieder leicht an, am mildesten wird es im Westen und Süden.

Der Ostermontag hat ebenso trockene Bedingungen mit viel Sonnenschein zu bieten, mitunter machen sich aber wieder ein paar Wolkenfelder bemerkbar. Mit den Temperaturen geht es noch ein Stück bergauf, sie erreichen 13 bis 20 Grad.

Titelbild @ https://pixabay.com/de/photos/hase-gras-rasen-tier-niedlich-1903016/

Karwoche bringt Frühlingswetter

Die Höhenströmung dreht in den kommenden Tagen auf Südwest und damit erreicht den Alpenraum mildere Luft.

Frühling mit Werten über 20 Grad

Zu Wochenbeginn liegt der Westen bereits im Einflussbereich der milderen Luft und somit steigen die Temperaturen hier bereits auf Werte nahe 20 Grad. Der Osten verbleibt derweil noch im Einflussbereich der kälteren Luft vom Wochenende und hier liegen die Höchstwerte z.B. im Waldviertel teils nur bei 11 oder 12 Grad.

Prognostizierte Höchstwerte am Montag, den 11.4. © UBIMET

Im weiteren Wochenverlauf steigen die Höchstwerte unter Zufuhr von warmer Luft weiter an, der Dienstag bringt bereits Werte über 20 Grad, erneut besonders im Westen und den Tälern im zentralen Bergland.

Prognostizierte Höchstwerte am Dienstag, den 12.4. © UBIMET

Spätestens am Mittwoch liegen die Höchstwerte dann verbreitet um 20 Grad und im Westen sind ganz vereinzelt sogar 25 Grad möglich, somit kann sich hier der erste Sommertag ausgehen. Dabei gibt es jedoch einen im wahrsten Sinne des Wortes kleinen Spielverderber.

Saharastaub, die nächste Episode

Mit der sich über Westeuropa einstellenden Südströmung wird bereits zu Wochenbeginn Saharastaub über das Mittelmeer nach Frankreich geführt und in der weiteren Folge erreicht dieser auch neuerlich Österreich.  Somit erscheint der Himmel ab Dienstag diesig und die Temperatur- und Sonnenscheinprognose enthält gewisse Unsicherheiten. Dies liegt insbesondere daran, dass der Saharastaub für die, den Prognosen zu Grunde liegenden Modellen, mit dem Staub und der damit einhergehenden  atmosphärischen Chemie noch einige Probleme haben. Somit sind die 25 Grad im Westen nicht sicher!

Pollenbelastung steigt

Ein weiterer Nebeneffekt der Wärme stellt sicherlich der Pollenflug dar. Mit der Erwärmung und dem gefallenen Nass, werden die Pflanzen in  den Niederungen und Tälern in der kommenden Woche gute Bedingungen vorfinden und somit rasch austreiben. Damit steigt aber die Pollenbelastung spürbar an und Allergiker sollten wieder mit ansteigender Belastung zunächst durch Eschen- und Birkenpollen rechnen.

Erste Ostertrends

Auch der Gründonnerstag verläuft weiterhin warm mit Werten um 20 Grad, jedoch macht sich von Norden her eine Störung allmählich bemerkbar und im Westen deuten sich erste Schauer und Wärmegewitter an. Nach derzeitigem Stand verläuft der Karfreitag dann besonders nördlich der Alpen und inneralpin im Einflussbereich der Störung wechselhaft mit Schauern und örtlichen Gewittern, aber noch warm. Danach deutet sich eine spürbare Abkühlung, pünktlich zum Osterwochenende, an, demnach wären nach aktuellem Stand nicht mehr als 14 Grad zu erwarten.

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Nach unbeständigem Wochenende folgt milder Start in die Karwoche

Aprilwetter im Juli

Mitteleuropa liegt aktuell unter Einfluss von Tief NASIM mit Kern über Südskandinavien,  dessen Kaltfront erreicht in der Nacht auf Freitag den Alpenraum. Im Vorfeld des Randtiefs ORTRUD über Frankreich wird die Kaltfront im Laufe des Freitags aber wieder warmaktiv und die Luftmassengrenze wandert wieder nach Nordosten. Tief ORTRUD zieht in weiterer Folge rasch nach Osten ab, bereits in der Nacht auf Samstag fließen mit dessen Kaltfront aber wieder kältere und feuchte Luftmassen aus Nordwesten ein.

Prognose der Bodenwetterkarte für Freitagnachmittag. © FU Berlin/DWD
Prognose der Bodenwetterkarte für Freitagnachmittag. © FU Berlin/DWD

Nasskaltes Wochenende

Bereits der Freitag verläuft an der Alpennordseite verbreitet nass, die Schneefallgrenze steigt von etwa 1000 m rasch auf 1500 bis 1800 m an. Besonders in der ersten Tageshälfte muss man vom Mühlviertel bis ins Nordburgenland auch noch mit lebhaftem bis kräftigem, besonders am Alpenostrand auch stürmischem Westwind rechnen.

Am Samstag setzt sich das unbeständige Wetter fort, besonders im Westen und Süden regnet es auch kräftig. Die Schneefallgrenze sinkt dabei in den Nordalpen gegen 1000 bis 700 m, in der zweiten Tageshälfte lässt der Niederschlag aber deutlich nach. Dazu frischt verbreitet lebhafter bis kräftiger Nordwestwind mit stürmischen Böen auf, in den Alpen stellt sich kräftiger bis stürmischer Nordföhn ein.

Der Sonntag bringt dann allmählich eine Wetterberuhigung, tagsüber stellt sich von Salzburg ostwärts ein Sonne-Wolken-Mix ein. In den Alpen ziehen allerdings Schneeschauer durch und auch nördlich der Alpen sind einzelne Schnee-, Schneeregen- und Graupelschauer dabei. Im Westen und Süden dominiert der Sonnenschein, gegen Abend klart es allgemein vermehrt auf. Der West- bis Nordwestwind weht zunächst noch lebhaft bis kräftig, flaut aber im Tagesverlauf ab.

Prognose der Niederschlagsmengen bis Samstag Abend - Quelle: UCM/UBIMET
Prognose der Niederschlagsmengen bis Samstag Abend – Quelle: UCM/UBIMET [für größere Ansicht anklicken]

Milder Start in die Karwoche

Zu Beginn der Karwoche nimmt der Hochdruckeinfluss allmählich wieder zu und es gelangen deutlich mildere Luftmassen in den Alpenraum. Bei viel Sonnenschein steigen die Temperaturen spürbar an, besonders ab Dienstag sind landesweit Höchstwerte über 20 Grad in Sicht. Auch die 25-Grad Marke ist lokal in Reichweite, damit könnte heuer überdurchschnittlich früh ein Sommertag verzeichnet werden.  Betrachtet man die letzten 30 Jahre, war das in den meisten Landeshauptstädten im Mittel erst Ende April bzw. Anfang Mai der Fall.

Statistik für den ersten Tag mit 25 Grad (=Sommertag) im Jahr - Quelle: UBIMET/M. Salmi
Statistik für den ersten Tag mit 25 Grad (=Sommertag) im Jahr – Quelle: UBIMET/M. Salmi

Unsicherheiten zum Osterwochenende

Zum Ende der Karwoche nehmen die Unsicherheiten wieder deutlich zu, auch ein neuerlicher Kaltlufteinbruch ist aus heutiger Sicht nicht ausgeschlossen. Damit muss man sich für eine genaue Osterprognose noch ein paar Tage gedulden.

Mittelfristige, probabilistische Prognose für Wien, Graz und Innsbruck – ECMWF Ensemble Modell
Mittelfristige, probabilistische Prognose für Wien, Graz und Innsbruck – ECMWF Ensemble Modell [für größere Ansicht anklicken]
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Kalte Nacht in Sicht, verbreitet ist leichter bis mäßiger Frost einzuplanen

Frostiger Morgen - pixabay.com

Die Schneeschauerneigung lässt zum Abend hin auch in den Alpen endgültig nach und in der Nacht auf Montag klart es von Norden her zusehends auf. Bei nachlassendem Wind herrschen also mit der eingeflossenen Kaltluft zunehmend gute Bedingungen für eine frostige Nacht. Montagfrüh muss man somit verbreitet mit leichtem bis mäßigem Frost (meist zwischen -2 und -6 Grad) rechnen. In manchen, frisch eingeschneiten Tallagen der Nordalpen und im Mühl- und Waldviertel ist lokal auch strenger Frost unter -10 Grad in Reichweite!

Prognose der Tiefstwerte am Montag - UBIMET
Prognose der Tiefstwerte am Montag – UBIMET

Meist frostfrei bleibt es kommende Nacht nur in den südlichen Tal- und Beckenlagen. Hier werden die vielen Restwolken die ordentliche, nächtliche Abkühlung verhindern.

Prognose der Tiefstwerte am Montag - UBIMET
Prognose der Tiefstwerte am Montag – UBIMET

Doch der Süden könnte dann am Dienstag bei teils aufklarendem Himmel dran sein. Während im Rest des Landes die Frostgefahr dank aufziehender Wolken und auffrischendem Westwind rasch zurückgeht, wird es Dienstagfrüh in den südlichen Beckenlagen am kältesten.

Prognose der Tiefstwerte am Dienstag - UBIMET
Prognose der Tiefstwerte am Dienstag – UBIMET

Wie ungewöhnlich ist Frost im April? Die Antwort lautet: Selbst im Donauraum nicht so ungewöhnlich! In den letzten beiden Jahren (2020 und 2021) gab es im April in allen Landeshauptstädten Frost. Keinen April-Frost gab es zuletzt nahezu überall im Jahre 2019, nur am Salzburger-Flughafen muss man weiter zurück bis ins Jahr 2009 gehen. In der unterstehenden Grafik sieht man dies ganz deutlich: Frost im April (blau) kommt immer wieder vor!

Jahre mit und ohne Frost im April (Landeshauptstädte und Lienz) - UBIMET, Data: ZAMG
Jahre mit und ohne Frost im April (Landeshauptstädte und Lienz) – UBIMET, Data: ZAMG

In der Tabelle unten sind ein paar Statistiken bezüglich der Anzahl an Frosttagen im April in den Landeshauptstädten aufgelistet. In Klagenfurt wird Frost klimatologisch gesehen (1991-2020) an vier Tagen im April verzeichnet. Im langjährigen Mittel 1961-1990 waren es hier im Schnitt noch 6 Frosttage. In Linz, Wien und Bregenz gibt es im klimatologischen Durchschnitt 1991-2020 nur einen Frosttag im April. Frost im April ist also trotz Klimawandel weiterhin normal. Manchmal, wenn die Wetterlage es zulässt, können sogar noch Rekorde gebrochen werden wie z.B. in Salzburg-Flughafen im April 2021 (12 Frosttage).

Stadt Klima 91-20 Klima 61-90 Rekordanzahl Tiefstwert [°C]
Bregenz 1 2 12 (1938) -4.7 (1952)
Innsbruck 2 3 11 (1938) -7.0 (2003)
Salzburg 3 4 12 (2021) -9.2 (1956)
Klagenfurt 4 6 15 (1955) -7.1 (1956)
Graz 2 2 8 (1938) -5.5 (1986)
Linz 1 1 6 (1938) -5.0 (1931)
St. Pölten 2 2 10 (1997) -5.0 (1954)
Wien 1 1 7 (1864) -8.1 (1900)
Eisenstadt 2 1 6 (2003) -4.0 (1978)

Frost gehört also doch zum April. Wenn man sich dann die Statistik des Spätfrosts anschaut (also der letzte Tag im Jahr mit Frost) dann wird es sofort klar, dass dies oft im April vorkommt. Die einzige Landeshauptstadt, wo der letzte Frost des Jahres im Schnitt bereits im März stattfindet, ist Wien (31. März fürs Klima 1961-1990 und 27. März für den Mittel 1991-2020). In windgeschützten Tallagen wie z.B. in Lienz ist es bis Ende April durchaus normal, mit Frost zu rechnen. In manchen Jahren gab es sogar Mitte bis Ende Mai noch Frost, in Salzburg und Klagenfurt im Jahre 1962 sogar noch Anfang Juni!

Langzeitstatistik des Spätfrosts (letzter Tag mit Frost im Jahr) für die Landeshauptstädte und Lienz - UBIMET, Data: ZAMG
Langzeitstatistik des Spätfrosts (letzter Tag mit Frost im Jahr) für die Landeshauptstädte und Lienz – UBIMET, Data: ZAMG

 

 

Titelbild: Frostiger Morgen – pixabay.com

Am Samstag spätwinterlich mit Schnee bis in tiefe Lagen

Nassschnee

Der Alpenraum liegt derzeit am Rande eines ausgeprägten Höhentiefs, welches sich von Frankreich zum Golf von Genua verlagert. Mit einer nordöstlichen Strömung erfassen dabei immer kühlere Luftmassen den Alpenraum und am Samstag sorgt ein Italientief namens LOTTE für trübe und vielerorts spätwinterliche Verhältnisse in Österreich.

Ein Italientief führt feuchte Luft in den Alpenraum, aus Norden sickert dabei Kaltluft ein. © ECMWF/UBIMET

Schnee bis in tiefe Lagen

Am Samstag regnet und schneit es verbreitet, nur im östlichen Flachland bleibt es bis Mittag noch meist trocken. Die Schneefallgrenze liegt an der Alpennordseite in tiefen Lagen, vom Klagenfurter Becken bis in die Südsteiermark fällt dagegen mitunter auch noch Regen oder Schneeregen. Im Laufe des Nachmittags beginnt es auch im Osten allmählich zu schneien, der Abend verläuft dann verbreitet spätwinterlich. Auf den Bergen kommen bis Samstagnacht verbreitet 25 bis 40 cm Neuschnee zusammen, in den Hochtälern ab etwa 1000 m aufwärts werden es 15 bis 25 cm. Aber auch in den größeren Tallagen sowie im Norden und am Alpenostrand sind um 5 cm Nassschnee zu erwarten, auf den Straßen muss man also vielerorts mit winterlichen Verhältnissen rechnen. Vom Großraum Linz über das Tullnerfeld bis ins östliche Flachland kommen etwa 1 bis 3 cm Nassschnee zusammen.

24h-Schneeprognose bis Sonntag früh. © UBIMET

Frostiger Wochenstart

Am Sonntag ist eine zögerliche Wetterbesserung in Sicht, nur in den Nordalpen schneit es anfangs noch leicht. Im Laufe des Tages lockern die Wolken etwas auf und die Nacht auf Montag verläuft im Norden teils nur gering bewölkt und entsprechend frostig. Die neue Woche beginnt somit vor allem im Norden mit mäßigem Frost um -5 Grad, also Temperaturen, bei denen Frostschäden an den noch blühenden Marillen möglich sind. Im Laufe der ersten Wochenhälfte steigen die Temperaturen dann aber an und ab Dienstag ist Frost kaum noch ein Thema.

Prognose der Tiefstwerte in der Nacht auf Montag. © UBIMET

Titelbild © AdobeStock

März 2022 extrem sonnig und trocken

Dürre am Land

Der März 2022 war im Flächenmittel mit einer Abweichung von +0,4 Grad zum klimatologischen Mittel von 1991 bis 2020 nahezu durchschnittlich temperiert, wobei es von Vorarlberg bis Oberösterreich meist 1 bis 1,5 Grad zu mild war und im Südosten etwa -0,5 Grad zu kühl.

Die Geopotential-Anomalie im März zeigt die überwiegende „Omega-Lage“ über Europa.
Temperaturabweichung im März 2022. © UBIMET

Sonnenscheinrekord an der Alpennordseite

Der Monat war vor allem durch anhaltenden Hochdruckeinfluss geprägt, weshalb auch die Sonnenscheinbilanz mit einem Plus von etwa 50% stark positiv ausfällt und der März sich auf Platz 3 der Messgeschichte einreiht. An der Alpennordseite war der März mancherorts sogar sonniger als ein durchschnittlicher Juni. Regional wurden neue Sonnenscheinrekorde aufgestellt, wie etwa in den Landeshauptstädten Bregenz, Innsbruck, Salzburg, Linz und St. Pölten.

Sonnenscheinabweichungen im März 2022. © UBIMET
Sonnenscheinextreme im März. © UBIMET

Besonders in der Tiroler Landeshauptstadt war der Monat in jeder Hinsicht außergewöhnlich, so gab es hier auch die längste Periode im Frühjahr ohne Niederschlag sowie auch den trockensten März seit Messbeginn.

Niederschlagsextreme im März. © UBIMET

Im Flächenmittel liegt die Niederschlagsbilanz bei -75%, was dem 4. trockensten März seit Messbeginn entspricht. Lediglich am letzten Tag des Monats gab es etwa in Teilen Nordtirols und der Steiermark messbaren Niederschlag.

Niederschlagsabweichungen im März 2022. © UBIMET

Die trockene Luft hat auch zu überdurchschnittlich vielen Frostnächten geführt, etwa in Wien mit 15 Tagen (Mittel 7) oder in Graz mit 19 Tagen (Mittel 10), sowie auch zu teils außergewöhnlichen Tagesgängen der Temperatur. In Gars am Kamp stieg die Temperatur am 24. von -9.9 Grad in der Früh auf +20,5 Grad am Nachmittag, was einem Tagesgang von gut 30 Grad und damit einem der bislang höchsten der Messgeschichte in Österreich entspricht (mehr dazu hier). Bemerkenswert im März waren allerdings auch die teils starken Saharastaub-Ausbrüche, ganz besonders rund um den 15. März.

Extremwerte März 2022

(Bundesland, Tag des Auftretens)

Höchste Temperaturen
  • 23,8 Grad Leibnitz (ST, 28.)
  • 23,5 Grad Deutschlandsberg (ST, 28.)
  • 23,4 Grad Bad Radkersburg (ST, 28.)
Tiefste Temperaturen unter 1000 m Seehöhe
  • -16,3 Grad Radstadt (S, 1.)
  • -14,5 Grad Zell am See (S, 2.)
  • -13,4 Grad Bad Mitterndorf (ST, 1.)
Nasseste bewohnte Orte
  • 43 Liter pro Quadratmeter Unterach am Attersee (OÖ)
  • 38 Liter pro Quadratmeter Loibl (K)
  • 37 Liter pro Quadratmeter Bad Ischl (OÖ)
Trockenste Orte
  • 2 Liter pro Quadratmeter Steinach am Brenner, Imst (T)
Sonnigste Stationen
  • 290 Sonnenstunden Brunnenkogel (T)
  • 268 Sonnenstunden Dachstein-Hunerkogel (ST)
  • 267 Sonnenstunden Sonnblick (S)
Sonnigste Stationen
  • 261 Sonnenstunden Mittersill (S)
  • 260 Sonnenstunden Mörbisch (B)
  • 259 Sonnenstunden Haag (NÖ)
Stärkste Windspitzen Niederungen
  • 95 km/h Brand (V, 14.)
  • 83 km/h Innsbruck-Kranebitten (T, 12.)
  • 79 km/h Reichenau an der Rax (NÖ, 16.)

Endlich Regen: Italientief bringt am Donnerstag flächigen Niederschlag

Kind spielt im Regen - pixabay.com

In der Nacht auf Donnerstag verstärkt sich ein Tief bei Korsika und zieht am Donnerstag über Oberitalien hinweg in Richtung Ungarn. Diese Zugbahn ist oft die beste, um flächendeckenden Regen nach Österreich zu bringen.

Großwetterlage am Donnerstag, dem 31. März 2022 - UBIMET
Großwetterlage am Donnerstag, dem 31. März 2022 – UBIMET

Mäßiger Landregen ist derzeit österreichweit dringend notwendig, denn im bisherigen März kam verbreitet nur 0 bis 10 Prozent des klimatologisch üblichen März-Niederschlags zusammen! Vielerorts verlief der Monat sogar komplett trocken, wie z.B. in Innsbruck oder Graz.

Anteil des klimatologischen Monatsniederschlags im März 2022 - UBIMET
Anteil des klimatologischen Monatsniederschlags im März 2022 – UBIMET

Nach derzeitigem Stand (30.03.2022 um 16 Uhr) wäre der heurige März auf dem Weg zum trockensten März der Messgeschichte in allen Landeshauptstädten mit Ausnahme von Wien (siehe untenstehende Statistik).

März-Niederschlag Statistik für die Landeshauptstädte (2022 bis zum 30.03. um 16 Uhr) - UBIMET, ZAMG
März-Niederschlag Statistik für die Landeshauptstädte (2022 bis zum 30.03. um 16 Uhr) – UBIMET, ZAMG

Doch zum Gluck ist flächendeckender Regen in Sicht! Am Donnerstag beginnt es in der Früh von Süden her allmählich zu regnen. Tagsüber breitet sich der Niederschlag auf das gesamte Land aus. Verbreitet sind 10 bis 20 l/m² zu erwarten, im Süden und hier vor allem in den Karawanken auch bis zu 40 l/m². Dank des letzten Tages dieses Monats werden also aller Voraussicht nach nirgends Dürre-Monatsrekorde geknackt.

Prognose der Niederschlagssumme für den Donnerstag - UBIMET
Prognose der Niederschlagssumme für den Donnerstag, 31.03.2022 – UBIMET

Übrigens: Schnee ist vorerst noch kein Thema. Die Schneefallgrenze liegt morgen noch in mittleren Lagen auf etwa 1000 bis 1400 m. Dies wird sich erst zum Wochenende hin ändern, dann wird Schneefall sogar bis in die tiefsten Tallagen möglich!

Prognose der Neuschneesumme für den Donnerstag - UBIMET
Prognose der Neuschneesumme für den Donnerstag, 31.03.2022 – UBIMET

 

 

Titelbild: Kind spielt im Regen – pixabay.com

Sonnigster März der Messgeschichte in Bregenz, Innsbruck, Salzburg, Linz und St. Pölten

Sonne, Sonnenschirm und Sonnenbrillen - pixabay.com

Ihr habt es vermutlich bemerkt: Der zu Ende gehende März war extrem sonnig! Nahezu überall, wo die Topographie nicht im Weg steht, wurde die 200-Sonnenstunden-Marke geknackt. Auf dem Brunnenkogel wurden in diesem März bis heute um 12 Uhr sogar 286 Sonnenstunden verzeichnet!

Anzahl Sonnenstunden im März 2022 - UBIMET
Anzahl Sonnenstunden im März 2022 – UBIMET

Dies entspricht mehr als 90 Prozent der maximal erreichbaren Sonnenscheindauer für den März. Viel sonniger geht es also hier nicht, aber landesweit schien die Sonne zwischen 70 und 90 Prozent der verfügbaren Zeit.

Relative Sonnenscheindauer im März 2022 (österreichweit schien die Sonne 77% der verfügbaren Zeit) - UBIMET
Relative Sonnenscheindauer im März 2022 (österreichweit schien die Sonne 77% der verfügbaren Zeit) – UBIMET

Kein Wunder also, dass die klimatologischen Anomalien durch die Decke gehen. Verbreitet wurden zwischen 50% und 100% mehr Sonnenstunden verzeichnet als üblich (100% = doppelt so viel wie klimatologisch vorgesehen). Nur im Süden des Landes war es „nur“ um 30 bis 40 Prozent sonniger als im Schnitt.

Abweichung der relativen Sonnenscheindauer vom langjährigen Mittel (+100% = doppelt so viel Sonnenschein als üblich) - UBIMET
Abweichung der relativen Sonnenscheindauer vom langjährigen Mittel (+100% = doppelt so viel Sonnenschein als üblich) – UBIMET

Bemerkenswert war es sicherlich auch, dass sehr viele Tage nahezu komplett wolkenlos verlaufen sind! Der mittlere Bedeckungsgrad (=Anteil des Himmels, der von Wolken zumindest teilweise „verschmutzt“ ist) für den März liegt in allen Landeshauptstädten zwischen 2/8 und 3/8. Als direkte Folge gab es verbreitet 16 bis 22 „heitere“ Tage in diesem Monat.

Mittlerer Bedeckungsgrad des Himmels im März 2022 - UBIMET
Mittlerer Bedeckungsgrad des Himmels im März 2022 – UBIMET
Anzahl heitere Tage im März 2022 - UBIMET
Anzahl heitere Tage im März 2022 – UBIMET

In einem derart sonnigen Monat sind natürlich auch Rekorde gefallen. In der nachfolgenden Übersicht sind die Sonnenstunden im März für die Hauptstädte Österreichs aufgetragen. Jeder Punkt symbolisiert ein Jahr der Messgeschichte. Bspw. war der März 1944 in Wien mit 55 Stunden der bisher sonnenscheinärmste März, 1921 wurden dagegen mit 251 Stunden so viele wie sonst nicht registriert. Die dick schwarz umrandeten Punkte in der Grafik zeigen den aktuellen Stand im März 2022 an, hier wurde der gesamte Sonnenschein bis inkl. 30.03. bis 16 Uhr berücksichtigt. Man sieht: In Bregenz, Innsbruck, Salzburg, Linz und Sankt Pölten (also generell nördlich der Alpen) war es seit Messbeginn noch nie so sonnig im März! Unsere Prognose war also nicht komplett verkehrt.

Statistik der Sonnenscheindauer im März - UBIMET
Statistik der Sonnenscheindauer im März – UBIMET

 

Titelbild: Sonne, Sonnenschirm und Sonnenbrillen – pixabay.com

Saharastaub: Woher kommt er und wie oft schafft er es bis nach Österreich?

Kamel in der Sahara-Wüste - www.pixabay.com

In letzter Zeit ist Saharastaub häufig zum Thema geworden. Doch dies sollte niemanden überraschen, denn Frühling ist typischerweise Saharastaub-Zeit. Am Ende des Winters auf der Nordhalbkugel sind die Gebiete rund um die Sahara-Wüste am trockensten. Gleichzeitig herrscht im Atlantik bzw. über Europa noch rege Tiefdrucktätigkeit. Das Zusammenspiel zwischen diesen beiden Aspekten sorgt häufig für starke Winde über Nordafrika, die die Sandpartikeln aufwirbeln und sie in die Luft bringen. Die kleineren und leichteren Partikeln (‚Staub‘) gelangen somit bis in große Höhen und können daher bis nach Europa transportiert werden.

Zugbahnen des Sharastaubs - Querol, X., Tobías, A., Pérez, N., Karanasiou, A., Amato, F., Stafoggia, M., Pérez García-Pando, C., Ginoux, P., Forastiere, F., Gumy, S., Mudu, P., & Alastuey, A. (2019). Monitoring the impact of desert dust outbreaks for air quality for health studies. Environment international, 130, 104867. https://doi.org/10.1016/j.envint.2019.05.061
Zugbahnen des Sharastaubs nach Europa (hell-orange Pfeilen) – Querol, X et al. (2019). Monitoring the impact of desert dust outbreaks for air quality for health studies. Environment international, 130, 104867. https://doi.org/10.1016/j.envint.2019.05.061

Man unterscheidet dabei meist drei Arten von Saharastaub-Ereignissen über Mitteleuropa. Entweder wird der Staub direkt von Marokko und Algerien über die Balearen und Italien bis nach Mitteleruopa gebracht (Typ 1), oder stammt der Sand eher aus Libyen und wird von den Südwinden über den Balkan bis nach Europa transportiert (Typ 2). Bei einem dritten Fall (Typ 3), der besonders im heurigen März stattgefunden hat, entsteht die Staubwolke über Marokko und verlagert sich dann über Spanien und Frankreich bis in den Alpenraum. Die dazugehörigen, typischen Wetterlagen sind oft von einem Tief (‚L‘) über Westeuropa oder direkt im Mittelmeerraum beherrscht. Nur bei Typ 3 liegt das Tief weiter im Südwesten bei den Kanaren. Ein Hoch (‚H‘) über Algerien sorgt dann für die kräftigen Südwestwinde, die den Sand bis zu uns bringen.

https://doi.org/10.1016/j.envint.2020.105712.
Trajektorien und auslösende Wetterlagen für drei verschiedene Arten von Saharastaub-Ereignissen – György Varga, Changing nature of Saharan dust deposition in the Carpathian Basin (Central Europe): 40 years of identified North African dust events (1979–2018), Environment International, 2020, https://doi.org/10.1016/j.envint.2020.105712.

Die Sahara-Wüste ist bei weitem der weltweite Hot-Spot der Produktion von Sand- und Staubstürmen. Die Aktivität dieser Stürme variiert aber stark mit den Jahreszeiten. Das Maximum der Aktivität wird dabei im Frühling und im Sommer erreicht, wenn die Böden in Nordafrika am trockensten sind.

Anzahl der Tage mit viel Staub in der Atmosphäre pro Jahreszeit. Die Sahara-Wüste ist der Hot-Spot weltweit - Ginoux, P., Prospero, J. M., Gill, T. E., Hsu, N. C., and Zhao, M. (2012), Global-scale attribution of anthropogenic and natural dust sources and their emission rates based on MODIS Deep Blue aerosol products, Rev. Geophys., 50, RG3005, doi:10.1029/2012RG000388.
Anzahl der Tage mit viel Staub in der Atmosphäre pro Jahreszeit. Die Sahara-Wüste ist der Hot-Spot weltweit – Ginoux, P., et al.  (2012), Global-scale attribution of anthropogenic and natural dust sources and their emission rates based on MODIS Deep Blue aerosol products, Rev. Geophys., 50, RG3005, doi:10.1029/2012RG000388.

Kein Wunder also, dass Europa gerade zwischen März und Juli den Großteil der Saharastaub-Ereignisse erleben darf (siehe untenstehende Grafik, Statistik zwischen 1979 und 2018). Denn ohne Sandstürme im Norden Afrikas gäbe es auch keine Saharastaub-Ereignisse bei uns.

Saharastaub-Ereignisse pro Monat zwischen 1979 und 2018 in Ungarn - György Varga, Changing nature of Saharan dust deposition in the Carpathian Basin (Central Europe): 40 years of identified North African dust events (1979–2018), Environment International, Volume 139, 2020, 105712, ISSN 0160-4120, https://doi.org/10.1016/j.envint.2020.105712.
Saharastaub-Ereignisse pro Monat zwischen 1979 und 2018 in Ungarn – György Varga, Changing nature of Saharan dust deposition in the Carpathian Basin (Central Europe): 40 years of identified North African dust events (1979–2018),
Environment International, 2020, https://doi.org/10.1016/j.envint.2020.105712.

Interessant ist es auch die Häufung an Saharastaub-Ereignissen in den letzten Jahrzehnten. Das Gefühl, dass solche Ereignisse in letzer Zeit öfters vorkommen ist also wissenschaftlich bestätigt. Was die totale Ablagerung angeht (also, was tatsächlich über Mitteleuropa am Boden bleibt, rote Linie unten), gibt es aber in den letzten vier Jahrzehnten keine großen Variationen.

Anzahl an Saharastaub-Ereignissen in Ungarn von 1979 bis 2018. Die rote Linie ist die jährliche Ablagerung in g/m² - György Varga, Changing nature of Saharan dust deposition in the Carpathian Basin (Central Europe): 40 years of identified North African dust events (1979–2018), Environment International, Volume 139, 2020, 105712, ISSN 0160-4120, https://doi.org/10.1016/j.envint.2020.105712.
Anzahl an Saharastaub-Ereignissen in Ungarn von 1979 bis 2018. Die rote Linie ist die jährliche Ablagerung in g/m² – György Varga, Changing nature of Saharan dust deposition in the Carpathian Basin (Central Europe): 40 years of identified North African dust events (1979–2018), Environment International, 2020, https://doi.org/10.1016/j.envint.2020.105712.

Erweitert man aber den Blick auf die letzten 200 Jahre (mittels Analyse der Eisbohrkerne der Alpengletscher), so sieht es anders aus. Im langjährigen Verlauf scheint die Häufung an Saharstaub-Ereignissen in letzter Zeit leicht rückläufig zu sein, nach dem Maximum in den 70er bzw. 80er Jahren.

Verlauf der Häufigkeit und Stärke der Sahasrastaub-Ereignisse in den Westalpen aus den Eisbohrkernen des Colle Gnifetti Gletschers - Clifford, H. M., Spaulding, N. E., Kurbatov, A. V., More, A., Korotkikh, E. V., Sneed, S. B., et al. (2019). A 2000 year Saharan dust event proxy record from an ice core in the European Alps. Journal of Geophysical Research: Atmospheres, 124, 12882– 12900. https://doi.org/10.1029/2019JD030725
Verlauf der Häufigkeit und Stärke der Saharastaub-Ereignisse in den Westalpen aus den Eisbohrkernen des Colle Gnifetti Gletschers – Clifford, H. M., et al. (2019). A 2000 year Saharan dust event proxy record from an ice core in the European Alps. Journal of Geophysical Research: Atmospheres, 124, 12882– 12900. https://doi.org/10.1029/2019JD030725

Im Zuge des Klimawandels erwarten Experten eine generelle Abnahme der Saharastaub-Ereignisse über Europa. Dafür könnten sie aber oft kräftiger ausfallen! Die letzten Ereignisse würden diese Prognose bestätigen.

 

Titelbild: Kamel in der Sahara-Wüste – www.pixabay.com

Wetterumstellung in Sicht: Saharastaub, Regen und Schnee

Feldkirch (V) beim letzten Saharastaub-Ereignis am 15. März - https://www.foto-webcam.eu/webcam/feldkirch/

Der Montag präsentiert sich unter dem Einfluss des schwächelnden Hochs PETER noch sonnig und frühlingshaft mild. Er wird aber der letzte nahezu wolkenlose Tag dieses rekordverdächtig sonnigen März sein, denn ab Dienstag gelangen an der Vorderseite eines Tiefs über den Balearen zahlreiche, mit reichlich Saharastaub gemischte Wolkenfelder in den Alpenraum. Es geht jedoch landesweit trocken weiter und trotz zunehmender Bewölkung werden verbreitet 15 bis 21 Grad erreicht.

Großwetterlage am Montag - UBIMET
Großwetterlage am Montag – UBIMET
Animation der Saharastaub-Konzentration in der Atmosphäre (bräunliche Töne = sehr staubig) vom heutigen Sonntag bis zum kommenden Freitag - University of Athens https://forecast.uoa.gr/en/forecast-maps/dust/europe
Animation der Saharastaub-Konzentration in der Atmosphäre (bräunliche Töne = sehr staubig) vom heutigen Sonntag bis zum kommenden Freitag – University of Athens https://forecast.uoa.gr/en/forecast-maps/dust/europe
Prozent des Himmels ohne Wolken von Montag bis Freitag (gelb = sonnig, schwarz = bedeckt). Der Montag wird der letzte sonnige Tag der Woche sein. - UBIMET, ECMWF IFS
Prozent des Himmels ohne Wolken von Montag bis Freitag (gelb = sonnig, schwarz = bedeckt). Der Montag wird der letzte sonnige Tag der Woche sein. – UBIMET, ECMWF IFS

Endlich Regen

Die Sonne zeigt sich dann am Mittwoch kaum noch zwischen den kompakten Wolken und die Temperaturen erreichen maximal 9 bis 17 Grad. Bis auf vereinzelte, sehr sandige Regenschauer ist es aber weiterhin meist trocken. Erst am Donnerstag ist mit Bildung eines Italientiefs erstmals seit Mitte Februar mit flächigem Niederschlag zu rechnen. Vor allem im von der Trockenheit besonders betroffenen Süden Österreichs sind teils ergiebige Mengen in Sicht. Die Höchstwerte erreichen meist nur noch 5 bis 10 Grad.

Prognose der Niederschlagssumme am Mittwoch und Donnerstag - UBIMET UCM Modell
Prognose der Niederschlagssumme am Mittwoch und Donnerstag – UBIMET UCM Modell

Am Wochenende unbeständig, zunehmend winterlich

Ab Freitag sickert von Norden her langsam eine deutlich kältere Luftmasse arktischen Ursprungs ein. Im Zusammenhang mit der anhaltenden, regen Tiefdrucktätigkeit über Oberitalien steht uns somit ein unbeständiges und zunehmend winterliches Wochenende bevor. Zwar sind die Unsicherheiten in der Prognose für Anfang April noch erheblich, doch die Chancen für reichlich Regen und sogar für Schnee bis in viele Tallagen stehen gut. Mit den Temperaturen geht es entsprechend rasch bergab: Die Höchstwerte erreichen nur noch zarte Plusgrade. Mäßiger oder gar strenger Frost ist aufgrund der unbeständigen Verhältnissen vorerst nicht zu erwarten. Für die meisten Pflanzenarten, inkl. Marillenbäume, ist der bevorstehende Kaltlufteinbruch also vorerst wenig gefährlich.

Mittelfristige, probabilistische Prognose für Wien, Graz und Innsbruck - ECMWF Ensemble Modell
Mittelfristige, probabilistische Prognose für Wien, Graz und Innsbruck – ECMWF Ensemble Modell

 

Titelbild: Feldkirch (V) beim letzten Saharastaub-Ereignis am 15. März – https://www.foto-webcam.eu/webcam/feldkirch/

Hauptblüte der Marille geht los

Marille

Aus phänologischer Sicht befinden wir uns seit Beginn der Forsythienblüte im Erstfrühling, also der mittleren Phase des phänologischen Frühlings. Nur kurze Zeit später beginnen meist die Marillen zu blühen, welche daher die am stärksten frostgefährdete Obstsorte darstellen. In der Wachau hat die Blüte in diesen Tagen begonnen, etwas früher als im langjährigen Mittel. Mit Beginn der Apfelblüte folgt dann im April schließlich der Vollfrühling, also das letzte Drittel des phänologischen Frühlings.

Die sog. phänologische Uhr. © DWD

Hauptblüte

Derzeit blühen täglich mehr Knospen auf und kommende Woche findet die Hauptblüte der Marille statt. Die Dauer der Marillenblüte ist vom Wetter abhängig: Bei sehr warmen Temperaturen beträgt die Blühdauer etwa 1 Woche, bei kühleren Temperaturen auch entsprechend länger bis zu ca 2 Wochen. Da sich das milde Wetter nach derzeitigem Stand bis weit in die kommende Woche hinein fortsetzen wird, kann man heuer von etwa einer Woche mit vielen Bäumen in Vollblüte rechnen. Die Ernte beginnt dann voraussichtlich Anfang Juni.

Die Marille blüht. © https://www.wachauermarille.at/

Spätfrostgefahr

Als die am frühesten blühende Obstsorte ist die Marille auch am stärksten frostgefährdet. Heuer ist die Spätfrostgefahr keinesfalls gebannt, so sind auch im April durchaus markante Kaltlufteinbrüche möglich, wie etwa im Jahr 2020. Paradoxerweise hat sich die Gefahr von Frostschäden aufgrund der steigenden Temperaturen vergrößert, mehr dazu hier: Frühe Vegetationsentwicklung und Spätfrostgefahr. Derzeit deuten die Modelle auf einen möglichen Kaltlufteinbruch im Laufe der zweiten Wochenhälfte, infolgedessen wäre mittelfristig auch leichter Frost denkbar. die Unsicherheiten sind aber noch groß.

Ensemble-Prognose von Tempertaur in 1500 m Höhe und Niederschlag für Wien. © ECMWF

Birkenpollen

Die Marillenblüte kündigt Pollenallergikern meist die unmittelbar bevorstehende Blüte der Birke an, dessen Hauptblütezeit in Mitteleuropa im April bzw. in den Wäldern Nordeuropas sowie im Gebirge im Mai oder Juni stattfindet. Die Blühbereitschaft wurde regional bereits erreicht und im Laufe der kommenden Woche werden die Birken in den Niederungen zunehmend zu stäuben beginnen. Birkenpollen sind als starkes Allergen bekannt und stellen das wichtigste Baumpollenallergen dar. Sie stehen zudem in Zusammenhang mit Kreuzreaktionen zu Pollen von Hasel, Erle und Hainbuche, weiters kann es auch zu Kreuzallergien mit Nahrungsmitteln kommen wie etwa Äpfel, Steinobst, Karotten oder Nüsse.

Birkenpollen
Birkenpollen.

Titelbild © AdobeStock

Hochdruck open end: Die Trockenheit verschärft sich

März auf Rekordkurs

-93 Prozent: So lautet die erschreckende Niederschlagsbilanz im diesjährigen März bis zum heutigen Tage. Dabei erleben weite Landesteile bis dato einen Totalausfall in punkto Niederschlag, in Innsbruck und Graz beispielsweise fiel in diesem März noch kein einziger Regentropfen vom Himmel.

Abweichung des Niederschlags im März bis inkl. 22.3. (zum Vergrößern anklicken)

Die nasseste Landeshauptstadt war bislang Salzburg mit rund 13 l/m², doch selbst das sind um rund 80 Prozent weniger als im langjährigen Mittel der Mozartstadt. Somit ist es wenig verwunderlich, dass wir derzeit auf den trockensten März der Messgeschichte Österreichs zusteuern. In den Annalen rangiert hier der März 1929 noch immer auf Platz 1, in jüngerer Vergangenheit fielen die Märze 2003 und 2012 mit einem Minus von rund 70 Prozent annähernd ähnlich trocken aus.

Auch der Jänner und Februar waren lokal schon deutlich zu trocken, sodass landesweit für die ersten 80 Tage im Jahr 2022 ein ebenfalls dickes Minus von rund 45 Prozent in der Niederschlagsbilanz steht. Besonders markant war die Trockenheit heuer bislang im Wald- und Weinviertel sowie generell in Osttirol, Kärnten und im Süden der Steiermark. In diesen Regionen fehlen schon jetzt 70 bis 80 Prozent Niederschlag auf das langjährige Mittel.

Abweichung des Niederschlags im Jahr 2022 bis inkl. 22.3. (zum Vergrößern anklicken)

Pegel sinken – Waldbrandgefahr steigt

Die lang anhaltende Trockenheit hat mittlerweile ganz konkrete und für jeden sichtbare Folgen. Am Neusiedler See wird seit 1965 systematisch der Wasserstand aufgezeichnet, noch nie seit Beginn dieser Messungen war der Pegel des Sees zu dieser Zeit im Jahr niedriger als jetzt. Ganze 36 cm liegt der Pegel derzeit unter dem langjährigen Mittelwert für März. Das klingt wenig, bei einer durchschnittlichen Seetiefe von nur zwei Metern sind das aber Welten.

Für diese Zeit im Jahr ein neuer Tiefstwert beim Wasserstand.

In den vergangenen vier Wochen ist der Wasserstand des Sees um 3 bis 4 cm gesunken – und das in einer Zeit im Jahr, in welcher der See eigentlich durch Niederschlag und Schneeschmelze Wasser gewinnen sollte.

Seit Februar zeigt der Wasserstand steil nach unten.

Auch in den heimischen Wäldern macht sich die Trockenheit bemerkbar, aktuell gilt verbreitet eine mittlere Waldbrandgefahr. Besonders markant ist die Waldbrandgefahr im Nordosten des Landes, hier herrscht lokal schon ein hohes Risiko für Wald- und Flurbrände.

Nächste Woche (endlich) Wetterumstellung

Etwas Linderung in Form von Regen und Schneefall ist in der kommenden Woche in Sicht – wenngleich aus heutiger Sicht freilich noch nicht klar ist, wo und wie viel Niederschlag fallen wird. Nach derzeitigem Stand erreicht uns am Montag eine Kaltfront aus Norden, sie bringt ein paar Regenschauer und beendet den lang anhaltenden Hochdruckeinfluss. In der Nacht auf Dienstag legt sich die Front an die Alpen und sorgt dort für nennenswerte Regenmengen, abseits der Berge dürfte es sich bei den Schauern mit Kaltfrontdurchgang um den viel zitierten „Tropfen auf den heißen Stein“ handeln. Auch am Dienstag und Mittwoch bleibt es wohl unter Tiefdruckeinfluss eher wechselhaft und deutlich kälter als zuletzt. Um die Trockenheit nachhaltig zu lindern bzw. zu beenden bräuchte es flächendeckenden Landregen, dieser ist aber weit und breit nicht in Sicht.

Anhaltender Hochdruckeinfluss sorgt für ausgeprägten Tagesgang

Morgenfrost im Frühjahr - pixabay.com

Derzeit herrscht über Europa anhaltender Hochdruckeinfluss. Das ausgeprägte Hoch PETER bei Dänemark bzw. der Slowakei sorgt auch im Alpenraum für nahezu wolkenlose und windschwache Verhältnisse.

Wetterlage am Mittwoch, Hoch PETER herrscht über Europa - UBIMET
Wetterlage am Mittwoch, Hoch PETER herrscht über Europa – UBIMET

Hochdruckeinfluss begünstigt großen Tagesgang

Diese Lage begünstigt sowohl die nächtliche Abkühlung, als auch eine durch die bereits recht kräftige Sonneneinstrahlung rasche Erwärmung der Luft im Laufe des Tages. Nach verbreitet frostigen Frühwerten wurde heute in Innsbruck sogar die 20-Grad-Marke geknackt.

Tagesmaximum am Dienstag, die 20 Grad wurden schon erreicht - UBIMET
Tagesmaximum am Dienstag, die 20 Grad wurden schon erreicht – UBIMET
Tagesminima am Dienstag, verbreitet ist morgens mit Frost zu rechnen - UBIMET
Tagesminima am Dienstag, verbreitet ist morgens mit Frost zu rechnen – UBIMET

Berechnet man die Differenz zwischen dem Tageshöchstwert und dem Tagestiefstwert, so erhält man den sogenannten „Tagesgang“. Heute war der Tagesgang z.B. in Freistadt (Tmin -7 Grad, Tmax +18 Grad) und in Kirchberg an der Pielach (Tmin -6 Grad, Tmax +19 Grad) mit 25 Grad Temperaturdifferenz am größten.

Differenz zwischen Tageshöchstwert und Tagestiefstwert (= "Tagesgang") am Dienstag - UBIMET
Differenz zwischen Tageshöchstwert und Tagestiefstwert (= „Tagesgang“) am Dienstag – UBIMET

Kaum Änderung in Sicht

Bis zum Wochenende ändert sich die Lage kaum. Zwar steigen die Temperaturen tendenziell an, doch von Tag zu Tag muss man weiterhin mit einem kalten Start rechnen. Vielerorts bleibt der Morgenfrost bis auf weiteres ein Thema. Tagsüber klettern die Temperaturen hingegen immer häufiger jenseits der 20-Grad-Marke hinauf, ausgeprägte Tagesgänge zwischen 20 und 25 Grad werden somit zur Routine.

Prognose der Tiefst- und Höchstwerte am Mittwoch - UBIMET
Prognose der Tiefst- und Höchstwerte am Mittwoch – UBIMET
Prognose der Tiefst- und Höchstwerte am Donnerstag - UBIMET
Prognose der Tiefst- und Höchstwerte am Donnerstag – UBIMET

Extremwerte des Tagesgangs in Österreich

Doch wenn man die Werte des Tagesgangs für alle Stationen Österreichs seit Messbeginn auswertet, dann wird es sofort klar, dass 20 bis 25 Grad Differenz doch nicht so extrem sind. Der maximal je gemessene Tagesgang liegt nahezu überall zwischen 23 und 27 Grad. Entscheidend dafür ist die Zufuhr trockener, kalter Kontinentalluft aus Osteuropa. Setzt sich gleich danach ruhiges Hochdruckwetter durch, so werden die Unterschiede zwischen den klaren, windstillen und frostigen Nächten und den, aufgrund der im Frühjahr bereits kräftigen Sonneneinstrahlung, recht milden Nachmittagen maximiert. An manchen Stationen wurden sogar Tagesgänge über 30 Grad verzeichnet, in diesem Fall reicht aber der „einfache“ Hochdruckeinfluss meist nicht aus. Oft spielte in den Extremfällen der Föhn mit. Die in der Nacht entstandenen Kaltluftseen werden von auflebenden Föhnwinden ausgeräumt. Damit werden vor allem am Alpenrand oft Tagesgänge deutlich über 25 Grad erreicht.

Rekordwerte des Tagesgangs seit Messbeginn (nur Wetterstationen, die bis heute noch aktiv sind) - Daten: ZAMG; Auswertung: UBIMET
Rekordwerte des Tagesgangs seit Messbeginn (nur Wetterstationen, die bis heute noch aktiv sind) – Daten: ZAMG; Auswertung: UBIMET
Wetterstationen mit den größten Tagesgängen in der österreichischen Messgeschichte (Top 20, nur Stationen die bis heute noch aktiv sind). Daten: ZAMG; Auswertung: UBIMET
Wetterstationen mit den größten Tagesgängen in der österreichischen Messgeschichte (Top 20, nur Stationen die bis heute noch aktiv sind). Daten: ZAMG; Auswertung: UBIMET

 

Titelbild: Morgenfrost im Frühjahr – pixabay.com

Regional sonnigster März der Messgeschichte

In der nachfolgenden Übersicht sind die Sonnenstunden im März für die Hauptstädte Österreichs aufgetragen. Jeder Punkt symbolisiert ein Jahr der Messgeschichte. Bspw. war der März 1944 in Wien mit 55 Stunden der bisher sonnenscheinärmste März, 1921 wurden dagegen mit 251 Stunden so viele wie sonst nicht registriert. Die dick schwarz umrandeten Punkte in der Mitte der Grafik zeigen den aktuellen Stand im März 2022 an, hier wurde der gesamte Sonnenschein bis inkl. 19.03. berücksichtigt. Man sieht: Mit 121 bis 147 Stunden liegen wir aktuell im Mittelfeld, selbst wenn es von jetzt an keine Sonne mehr in diesem Monat geben würde.

 

Statistik der Sonnenscheindauer im März @ Michele Salmi, UBIMET

 

Rekorde am Monatsende wahrscheinlich

Dem ist jedoch nicht so, im Gegenteil: Auch die nächsten Tage verlaufen im Alpenraum ausgesprochen sonnig! Nicht selten ist es wolkenlos, meist erwarten wir 10 bis 12 Sonnenstunden pro Tag. Bei noch verbliebenen 12 Tagen kann man mit einer zurückhaltenden Schätzung von rund 100 weiteren Sonnenstunden ausgehen. Addiert man diese auf die aktuelle Zahl, erhält man in der Grafik die dünn schwarz umrandeten Punkte im oberen Bereich je Hauptstadt.

Was man damit erkennt: In Städten wie Graz, Klagenfurt oder Wien ist ein neuer Sonnenscheinrekord für den März unwahrscheinlich, in allen anderen jedoch sehr wohl möglich. In Städten wie Bregenz oder Linz mit kürzerer Messreihe erscheint ein neuer Rekord hingegen gar sicher. Wir werden es am Monatsende sehen.

 

Titelbild: Webcambild @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/furkajoch

Nach teils kühlem Wochenende startet der Frühling durch

Frühling in den Alpen

Am Sonntag um exakt 16:32 Uhr ist astronomischer Frühlingsbeginn, knapp drei Wochen nachdem wir Meteorologen den Lenz bereits eingeläutet haben. Zwar bringt das Wochenende einiges an Sonnenschein, besonders der Sonntag hat einen strahlend blauen Himmel zu bieten. Wir liegen aber an der Südseite eines Hochs mit Zentrum über Nordosteuropa und mit der daraus resultierenden Ostströmung erreichen uns relativ kühle Luftmassen. In der Osthälfte kommen die Temperaturen am Wochenende nicht über 6 bis 10 Grad hinaus, milder mit 10 bis 15 Grad wird es von Vorarlberg bis Salzburg.

Aus zwei wird eins: Ein umfangreiches Hoch liegt am Samstag über Europa.

Frühling startet durch

In der kommenden Woche setzt sich das stabile Hochdruckwetter fort, die kühle Ostströmung schwächt sich dabei allmählich ab. Mit strahlendem Sonnenschein zeigt der Trend bei den Temperaturen somit wieder nach oben. Am Montag und Dienstag sind im Westen schon 15 bis 17 Grad möglich, auch sonst werden es meist 10 bis 14 Grad. Am Mittwoch wird die 15-Grad-Marke verbreitet geknackt, spätestens am Donnerstag dürfte es dann an der leicht föhnigen Alpennordseite sogar den ersten 20er in Österreich seit dem 17. Februar geben. Auch die nachfolgenden Tage haben aus heutiger Sicht viel Sonnenschein und Tageshöchstwerte um 20 Grad zu bieten.

Am Donnerstag zeichnen sich vielerorts Temperaturen um 20 Grad ab. © UBIMET

Niederschlag Fehlanzeige

Abgesehen von einzelnen, aber nur kurzen und unergiebigen Schauern am Samstag durch ein kleinräumiges Höhentief ist weit und breit kein Niederschlag in Sicht. Das kräftige Hoch hält auch kommende Woche alle Fronten vom Alpenraum fern, die markante Trockenheit verschärft sich somit weiter. Schon bis dato waren Regen und Schnee im März absolute Mangelware, verbreitet beträgt das Defizit 90 bis 100 Prozent. Einzig vom Flachgau bis zur Eisenwurzen brachte die Kaltfront vom Mittwoch dieser Woche etwas mehr Regen, rund 75% fehlen aber selbst hier auf eine ausgeglichene Bilanz.

Niederschlagsabweichung vom Klimamittel bis zum 17.3. © UBIMET

Alle Landeshauptstädte bis auf Wien steuern somit derzeit auf den trockensten März ihrer jeweiligen Messgeschichte zu, nach derzeitigem Stand dürfte das auch so bleiben.

Niederschlagsprognose bis einschließlich 27.3. von ECMWF-ENS und UCM. © UBIMET

Saharastaub begünstigt Schneeschmelze

Der Saharastaub hat im Laufe dieser Woche nicht nur zu einem oft milchigen Himmel, teils farbenfrohen Sonnenauf- bzw. untergängen sowie Staubablagerungen etwa auf Autos geführt, sondern hat auch eine weitere meteorologische Besonderheit zu bieten: Der Staub hat sich großflächig auf den schneebedeckten Bergen abgelagert, die Landschaft im Hochgebirge erscheint derzeit mehr rötlich-braun als weiß. Mit den hohen Temperaturen der kommenden Woche wird sich die ohnehin einsetzende Schneeschmelze daher deutlich beschleunigen. Die Erklärung: Durch die Staubschicht auf Schnee und Eis und der daher dunkleren Oberfläche verringert sich das Rückstrahlvermögen der Oberfläche. Die einfallende Sonnenstrahlung wird also eher absorbiert statt reflektiert. Folglich erwärmen sich Schnee und Eis rascher und schmelzen schneller.

Weiße Pisten in einer bräunlichen Landschaft. ©www.foto-webcam.eu/
Traumhaftes Morgenrot am Hochkar - https://www.foto-webcam.eu/webcam/hochkar/
Morgenrot am Hochkar mit Saharastaub und Eiswolken. © www.foto-webcam.eu/

Titelbild © AdobeStock

Saharastaub in weiten Teilen Europas

Saharastaub

Saharastaub ist in geringen Konzentrationen in Süd- und Mitteleuropa mehrmals pro Jahr anzutreffen, das aktuelle Ereignis ist aber außergewöhnlich und kommt in Mitteleuropa dieser Intensität nur selten vor. Meteorologen sprechen dabei auch von Mineralstaub, der eine Größe von nur 0,1 bis etwa 20 Mikrometern aufweist (ein menschliches Haar ist etwa 50 bis 80 Mikrometer dick) und damit in der Atmosphäre schweben und auch Auswirkungen auf die gemessene Feinstaubbelastung haben kann (PM10 sowie PM2.5).

Bodenwetterkarte am Mittwoch, 0 UTC. © DWD/FU Berlin

Verantwortlich für das aktuelle Ereignis ist ein kräftiges Tiefdruckgebiete bei Marokko und Algerien, welches dort Staubpartikel kilometerhoch aufgewirbelt hat. Mit einer südlichen bzw. in Mitteleuropa westlichen Strömung wurde der Staub zu Wochenbeginn nach West- und Mitteleuropa verfrachtet. Große bzw. schwere Teilchen fallen dabei auf Grund ihres Gewichts tendenziell schneller wieder auf den Boden zurück (trockene Deposition), während kleine Partikel große Entfernungen zurücklegen und mitunter auch als Kondensationskeime für Eiswolken dienen können. In Mitteleuropa kommt der Staub meist nur mit Niederschlag zu Boden (nasse Deposition), wobei bei diesem Ereignis vor allem im Bergland auch die trockene Deposition eine Rolle gespielt hat.

Satellitenbild von Tief ELKE am Dienstag.

Zu Wochenbeginn waren vor allem der Osten Spaniens und die Pyrenäen betroffen, in weiterer Folge dann auch Frankreich, Süddeutschland und der gesamte Alpenraum. In Österreich sind die hohen Staubkonzentrationen in Vorarlberg gegen Dienstagmittag angekommen, im Osten dagegen erst am späten Abend. In der Nacht auf Mittwoch hat ein Randtief namens FATIME dann regional zu regenbedingten Staubablagerungen sowie in der Osthälfte auch zu einer deutlichen Abnahme der Staubkonzentrationen geführt.

Ein annähernd ähnlich starkes Ereignis gab es zuletzt am 6. Februar 2021 während dem Wintersturm TRISTAN, wie man in den folgenden Aufnahmen sieht. Damals war die betroffene Fläche in Mitteleuropa aber geringer.

Am Donnerstag neuerlich viel Staub

Derzeit gibt es von Vorarlberg bis nach Osttirol und Oberkärnten weiterhin hohe Konzentrationen an Saharastaub, am Donnerstag sind diese aber wieder im gesamten Land zu erwarten. Damit muss man verbreitet mit diesigen Verhältnissen rechnen und tagsüber ziehen teils dichte, hochliegende Wolken durch. Ab Freitag dreht die Höhenströmung dann wieder zunehmend auf Nord bis Nordost, damit wird der Saharastaub wieder nach Süd- bzw. Südwesteuropa verdrängt.

Prognose der Staubkonzentration. © Univ. of Athens

Saharastaub und Wetter

Meist erreicht uns Saharastaub vor allem in größeren Höhen oberhalb von etwa 5 km, damit wirkt er sich hauptsächlich auf die Himmelsfärbung und Wolkenbildung aus. Der Himmel erscheint nicht mehr strahlend blau, je nach Konzentration eher milchig weiß bis leicht gelblich, zudem fördert der Staub die Bildung von kompakten Cirruswolken in Höhen oberhalb von etwa 7 km. Kommt es jedoch gleichzeitig zu Niederschlag, dann kann der Staub entsprechend aus der Atmosphäre ausgewaschen werden und mit den Regentropfen zum Boden gelangen. Weiters kann auch das Absinken der Luft durch Subsidenz in einem Hoch sowie föhniger Wind den Staub in tiefere Luftschichten bringen.

Am Mittwoch bzw. Mittwochnacht hatte die Staubschicht im Süden eine große vertikale Ausdehnung und es gab auch etwas Regen. Am Donnerstag ist die Konzentration hoch, die Untergrenze liegt im Süden und Osten aber etwas höher. ©NOAA

Bilder aus Südwesteuropa


Titelbild © www.foto-webcam.eu

Schwache Front unterbricht vorübergehend die trockene Phase

Aschach an der Donau - https://aschach.panomax.com/

Tief Elke bei Marokko bestimmt derzeit das Wetter im Großteil Europas. Es lenkt reichlich milde, sandige Luft aus Nordafrika bis nach Mitteleuropa. Interessanter für unser Wetter wird aber das kleinräumige Tief Fatime, das sich in den kommenden Stunden von Belgien über Österreich bis nach Südosteuropa verlagert.

Satellitenbild am Dienstag um 9:45 Uhr - EUMETSAT, UBIMET
Satellitenbild am Dienstag um 9:45 Uhr – EUMETSAT, UBIMET

Mit Durchzug der Störung sind ab Dienstagnachmittag und bis Mittwochmittag nach sehr langer Zeit neuerlich Regen und Schnee nahezu überall ein Thema. Am ehesten trocken sollte es im äußersten Südwesten bleiben, aber auch hier sind einzelne Schauer möglich. Am kräftigsten regnet es bzw. oberhalb von rund 1400 bis 1600 m schneit es vom Kaiserwinkel über das Salzburger Land und das Hausruckviertel bis zu den Eisenwurzen und dem Mariazellerland. Hier sind verbreitet 10 bis 20, in den Staulagen auch bis zu 30 l/m² in Reichweite. Ansonsten kommen meist sehr überschaubare 2 bis 7 l/m² zusammen.

Prognose der Niederschlagssumme bis Mittwochabend - UBIMET
Prognose der Niederschlagssumme bis Mittwochabend – UBIMET

Der angesagte Niederschlag ist ohne Zweifel ein Segen nach der trockenen Phase, die hinter uns liegt: Der März war bisher mit ganz wenigen Ausnahmen landesweit staubtrocken. Wenn man sich aber die Karte der klimatologischen Niederschlagssumme für den März anschaut – also der Niederschlag, der in einem durchschnittlichen März fällt – wird sofort klar, dass die prognostizierten Mengen viel zu klein sind. Nehmen wir die Stadt Salzburg als Paradebeispiel: In den kommenden Stunden fallen dort aller Voraussicht nach zwischen 15 und 20 l/m² Regen, der bisherige März war hier aber komplett trocken. Der durchschnittliche März-Niederschlag liegt hingegen bei etwa 90 l/m². Bis Mittwoch kommt also hier höchstwahrscheinlich lediglich rund ein Fünftel (oder 20 Prozent) des Monatsniederschlages zusammen. Viel zu wenig.

Durchschnittliche Niederschlagsmenge im gesamten März laut Klimamittel 1981-2010 - UBIMET
Durchschnittliche Niederschlagsmenge im gesamten März laut Klimamittel 1981-2010 – UBIMET
Niederschlagssumme für den März 2022 bis zum 14.03.2022 - UBIMET
Niederschlagssumme für den März 2022 bis zum 14.03.2022 – UBIMET

Die Lage der langanhaltenden Trockenheit wird also kaum gelindert, vor allem im Süden des Landes. Das Niederschlagsdefizit seit Jahresbeginn liegt österreichweit bei etwa -40%. Es gibt aber bestimmte Regionen – vor allem den Osten und Süden der Alpenrepublik  – die markante Niederschlagsabweichungen von bis zu -70% aufweisen!

Niederschlagsabweichung vom langjährigen Mittel für das Jahr 2022 ( bis zum 14. März 2022) - UBIMET
Niederschlagsabweichung vom langjährigen Mittel für das Jahr 2022 ( bis zum 14. März 2022) – UBIMET

Kein Wunder also, dass der Wasserstand am Neusiedlersee für diese Jahreszeit aktuell bei einem Rekordminimum seit 1965 liegt.

Mittlerer Pegelstand am Neusiedlersee (Rekordminimum seit 1965) - https://wasser.bgld.gv.at/hydrographie/die-seen/mittler-wasserstand-neusiedler-see
Mittlerer Pegelstand am Neusiedlersee (Rekordminimum seit 1965) – https://wasser.bgld.gv.at/hydrographie/die-seen/mittler-wasserstand-neusiedler-see

Mittelfristig sieht es zudem weiterhin alles andere als nass aus. Vor allem im Osten und Südosten setzt sich nach der Störung am Mittwoch neuerlich eher kaltes, extrem trockenes und oft sonniges Wetter durch. Im Westen sind zwar zum Wochenende hin ein paar Regenschauer möglich, die Mengen halten sich aber eindeutig in Grenzen und nachfolgend geht es nach derzeitigem Stand auch hier überwiegend trocken weiter.

Mittelfristige, probabilistische Prognose für Wien und Innsbruck, nach der Störung der kommenden Stunden setzt sich wieder überwiegend trockenes Wetter durch - ECMWF ENS, UBIMET
Mittelfristige, probabilistische Prognose für Wien und Innsbruck, nach der Störung der kommenden Stunden setzt sich wieder überwiegend trockenes Wetter durch – ECMWF ENS, UBIMET

Der März 2022 könnte somit als außergewöhnlich trocken ins Archiv eingehen. Ob dabei Rekorde erreicht werden, bleibt weiterhin unsicher, denn extrem trockene März-Monate gab es auch in jüngerer Zeit ziemlich viele. In Graz sowie auch in Wien war der März 1921 am trockensten mit lediglich 1 bzw. 2 l/m² Niederschlag. Im März 1972 wurde der Rekord für den trockensten März in Innsbruck und Salzburg mit 6 bzw. 15 l/m² verzeichnet. Im Osten des Landes waren auch die März-Monate in den Jahren 2014 und 2021 extrem niederschlagsarm. Die Stationen mit einer etwas kürzeren Messreihe (St. Pölten, Eisenstadt) verzeichneten somit erst im letzten Jahrzehnt die Rekorde dazu.

Statistik der Niederschlagssumme im März mit Allzeit-Rekorden und dem vorläufigen Bilanz für 2022 (bis zum 14.03.2022) - UBIMET
Statistik der Niederschlagssumme im März mit Allzeit-Rekorden und der vorläufigen Bilanz für 2022 (bis zum 14.03.2022) – UBIMET

 

 

Titelbild: Aschach an der Donau – https://aschach.panomax.com/

Wochenausblick: Frühlingshaft, staubig und am Ende neuerlich kühl

Saharatsaub

Zu Wochenbeginn liegt Österreich zwischen Hoch NOE, dessen Kern mittlerweile über Rumänien liegt, und einem umfangreichen Tiefdruckgebiet namens ELKE im Bereich der Straße von Gibraltar. Mit einer südlichen Höhenströmung gelangen dabei milde Luftmassen ins Land, allerdings lässt der Hochdruckeinfluss etwas nach.

Prognose der Bodenwetterkarte für Montagnachmittag. © FU Berlin/DWD

Der Montag verläuft trocken und oft sonnig, nur an der Alpennordseite ziehen zeitweise kompakte Wolken durch. Die Temperaturen steigen auf 10 bis 17 Grad. Am Dienstag entwickelt sich direkt über Mitteleuropa ein Randtief und im ganzen Land ziehen teils dichte, hochliegende Wolken durch, längere sonnige Abschnitte gibt es am ehesten im Südosten. Die Temperaturen erreichen 9 bis 15 bzw. im Walgau auch 17 Grad. Tagsüber fallen nur im westlichen Bergland vereinzelt ein paar Tropfen, am Abend ziehen im Norden aber Regenschauer auf und in der Nacht ist dann von den Kitzbüheler Alpen ostwärts etwas Regen in Sicht. Im östlichen Bergland zeichnen sich regional um etwa 20 Liter pro Quadratmeter ab, sonst halten sich die Mengen jedoch in Grenzen.

Niederschlagsprognose von Dienstagabend bis Mittwochnachmittag. © UBIMET

Der Mittwoch startet mit häufig dichten Wolken und vom zentralen Bergland bis in den Südosten fällt zeitweise Regen, Schnee ist meist nur oberhalb von etwa 1400 bis 1600 m ein Thema. Tagsüber gehen nur noch einzelne Schauer nieder und die Wolken lockern ausgehend von Vorarlberg auf. Die Temperaturen steigen auf 9 bis 16 bzw. in Vorarlberg auch 19 Grad.

Saharastaub

Das Tiefdruckgebiet ELKE wirbelt zu Wochenbeginn große Mengen an Saharastaub in Marokko und Algerien auf, die im Laufe der Woche mit der südlichen bis westlichen Höhenströmung weite Teile Europas erfassen. Es zeichnet sich ein massiver Staubausbruch ab, der sich auch auf unser Wetter auswirken wird: Bereits ab Dienstag nehmen die Unsicherheiten bei der Bewölkungsprognose zu, da die Staubpartikel als zusätzliche Kondesationkeime fungieren können. Mit dem Regen kann es zudem Dienstagnacht bzw. Mittwochmorgen vor allem im Norden und Osten auch zu Staubalagerungen etwa auf Autos und Gartenmöbeln kommen. Auch in der zweiten Wochenhälfte dürfte der Staub zeitweise zu einer Trübung der Atmosphäre bzw. zu diesigen Verhältnissen führen, die Unsicherheiten bezüglich der Staubkonzentrationen sind aber noch erhöht.

Prognose der Staubkonzentration von Montag bis Donnerstag. © Univ. of Athens

Erneut Ostlage

In der zweiten Wochenhälfte etabliert sich über dem Baltikum das nächste, umfangreiche Hochdruckgebiet, damit dreht die Höhenströmung wieder auf östliche Richtung und trockene sowie in weiterer Folge auch kühle Luftmassen breiten sich in Ost- und Mitteleuropa aus. dabei scheint vor allem an der Alpennordseite und im Osten bei teils diesigen Verhältnissen häufig die Sonne. Die Temperaturen gehen ab Freitag von Osten her wieder spürbar zurück. Am Wochenende kündigt sich auch wieder verbreitet Frost an, der Wetterablauf ist aber noch unsicher: Am Südrand des Hochs deuten die Modelle nämlich auf durchziehende Höhentiefs, dessen Lage aber noch mit großen Unsicherheiten behaftet ist. Tendenziell deutet das aber vor allem im Bergland auf eine leicht erhöhte Schauerneigung hin.

Am Ende der Woche geht der Temperaturtrend wieder bergab. © ECMWF/UBIMET

Titelbild © AdobeStock

Unterkühlter Start in den Frühling, Reihe an Frosttagen setzt sich fort

Frostiger Morgen im Frühling - pixabay.com

Der äußerst ruhige und gänzlich trockene März geht weiter. Die klaren und teils windschwachen Nächte sorgen im Zusammenspiel mit kontinentaler Luft aus Nordosteuropa nach wie vor für frostige Frühtemperaturen. Auch am heutigen Freitag gab es in den Alpen teils strengen Frost unter -10 Grad. Doch auch abseits der Alpen verzeichneten die Wetterstationen verbreitet leichten bis mäßigen Frost. Frostfrei war es heute nur stellenweise in manchen mittleren Lagen Vorarlbergs sowie lokal im Klagenfurter Becken.

Tiefstwerte am Freitag, 11. März - UBIMET
Tiefstwerte am Freitag, 11. März – UBIMET
Tiefstwerte am Freitag, 11. März - UBIMET
Tiefstwerte am Freitag, 11. März – UBIMET

Mittlerweile ist Eiskratzen in der Früh vielerorts zur Routine geworden. Die kontinentale Luft sorgt sowohl in den Niederungen als auch auf den Bergen für unterdurchschnittlich temperierte Verhältnisse. Die bisherige Temperaturanomalie für den März liegt dabei österreichweit bei etwa -2,6 Grad.  Die extrem sonnigen Tage – im Westen mit teils sogar doppelt so viel Sonnenschein wie üblich – sorgen aber von Vorarlberg bis ins Innviertel immerhin für durchschnittliche Höchstwerte. Deutlich ausgeprägter ist die Abweichung dagegen bei den Tiefstwerten (-4 Grad österreichweit).

Abweichung der mittleren Tagesmaxima im März 2022 (bis zum 10.03.) im Vergleich zum Klimamittel 1991-2020 - UBIMET
Abweichung der mittleren Tagesmaxima im März 2022 (bis zum 10.03.) im Vergleich zum Klimamittel 1991-2020 – UBIMET
Abweichung der mittleren Tagesminima im März 2022 (bis zum 10.03.) im Vergleich zum Klimamittel 1991-2020 - UBIMET
Abweichung der mittleren Tagesminima im März 2022 (bis zum 10.03.) im Vergleich zum Klimamittel 1991-2020 – UBIMET
Abweichung der relativen Sonnenscheindauer im bisherigen März 2022 im Vergleich zum Klimamittel 1991-2020 - UBIMET
Abweichung der relativen Sonnenscheindauer im bisherigen März 2022 im Vergleich zum Klimamittel 1991-2020 – UBIMET

Frost im März – Klimatologie

Der Start in den Frühling war eindeutig zu trocken, extrem sonnig und durchaus kälter als im langjährigen Klimamittel. Neben der Trockenheit ist aber auch der Morgenfrost das Wetter-Thema dieser Phase. Fast alle Stationen meldeten gleich 11 Frosttage (Tage mit Tiefstwert unter 0°C) in den ersten 11 März-Tagen. Doch Frost im März ist absolut normal im Alpenraum. Dies kann man auch anhand der Langzeitstatistik für die Landeshauptstädte in der Tabelle unten entnehmen. Generell nehmen die Frosttage im Zuge des Klimawandels ab: Die schwarzen, fetten „x“ im Diagramm sind die Werte im langjährigen Durchschnitt 1991-2020. Alle liegen unterhalb der einfachen „x“, die das Klima 1961-1990 darstellen. Obwohl der März 2022 längst noch nicht vorbei ist, haben viele Stationen nördlich der Alpen (u.a. Wien und Bregenz) die langjährigen Durchschnitte an Frosttagen bereits überschritten (orange Kreise in der Grafik für März 2022). Dennoch kann man auch gut erkennen, dass die Allzeit-Rekorde (dunkelblaue Dreiecke) bei allen Stationen noch sehr weit entfernt sind und meist zwischen 25 und 29 Frosttage liegen.

Statistik der Frosttage (Tage mit Tiefstwert unter Null Grad) in den Landeshauptstädten + Lienz. Zum Beispiel: In Wien gab es im bisherigen März 10 Frosttage. Dieser Wert ist schon überdurchschnittlich im Vergleich zum langjährigen Mittel 1991-2020 (7 Frosttage), aber noch sehr weit entfernt vom Rekord (26 Frosttage im März 1958) - UBIMET
Statistik der Frosttage (Tage mit Tiefstwert unter Null Grad) in den Landeshauptstädten & Lienz im März. Zum Beispiel: In Wien gab es im bisherigen März 10 Frosttage (orange). Dieser Wert ist schon überdurchschnittlich im Vergleich zum langjährigen Mittel 1991-2020 (7 Frosttage, „fettes“ x), aber noch sehr weit entfernt vom Rekord (26 Frosttage im März 1958, dunkelblau) – UBIMET

Weitere Frosttage in Sicht

Bis zum Beginn der neuen Woche hält die eher kalte und kontinentale Witterung an. Zwar dreht die Strömung allmählich wieder auf Süd und tagsüber wird es etwas milder, bis inklusive Montag muss man aber nahezu überall mit Morgenfrost rechnen. Erst zur Wochenmitte hin erreichen aus heutiger Sicht mildere Luftmassen atlantischen Ursprungs den Alpenraum. Trotz des kalten Starts werden also im heurigen März aller Voraussicht nach keine neuen Frost-Rekorde eingestellt.

Prognose der Tiefstwerte von Samstag bis Mittwoch. Erst im Laufe der neuen Woche wird es allmählich milder - UBIMET
Prognose der Tiefstwerte von Samstag bis Mittwoch. Erst im Laufe der neuen Woche wird es allmählich milder – UBIMET

 

Titelbild: Frostiger Morgen im Frühling – pixabay.com

Omega-Lage: Kein Niederschlag in Sicht, Trockenheit spitzt sich zu

Der Neusiedlersee am 07.03.2022 - https://seebad-breitenbrunn.it-wms.com/

Wenn ein umfangreiches und nahezu ortsfestes Hochdruckgebiet an seiner Südost- und Südwestflanke von zwei Tiefdruckgebieten flankiert wird, sprechen Meteorologen von einer „Omega-Blocking-Lage“. Grund für diesen Name ist die Form der Strömung im Uhrzeigersinn rund um das Hoch, die dem griechischen Buchstaben „Omega“ (Ω) ähnelt. Solch eine Wetterlage ist äußerst stabil und kann daher über mehrere Tage oder sogar Wochen anhalten. Bei uns in Europa unterbricht diese Konstellation die Zufuhr an feuchter, gemäßigter Atlantik-Luft und sorgt oft für langanhaltende Dürreperioden. Genau diese Lage herrscht derzeit mit dem Hoch MARTIN über Mitteleuropa.

Großwetterlage am Dienstag. Man erkennt das "Omega" (griechisches Alphabet Ω) rund um Hoch MARTIN über Dänemark - UBIMET, ECMWF
Großwetterlage am Dienstag. Man erkennt das „Omega“ (griechisches Alphabet Ω) rund um Hoch MARTIN (weiße Töne) mit Kern über Dänemark – UBIMET, ECMWF

Trockenheit

Die Folgen sind klar: Das äußerst trockene, oft sonnige und teils spätwinterlich temperierte Wetter setzt sich von der Ostsee bis zum östlichen Alpenraum aller Voraussicht nach bis in die zweite Märzhälfte hinein fort. Erst zum Monatsende hin könnten atlantische Störungen wieder freie Fahrt haben. Bis dahin heißt es: Trockenheit!

Wahrscheinlich für mehr als 2 l/m² Niederschlag in den kommenden 10 Tagen (vom 08.03. bis zum 17.03.). In Österreich bleibt es aller Voraussicht nach bis dahin meist trocken - UBIMET, ECMWF-ENS
Wahrscheinlichkeint für mehr als 2 l/m² Niederschlag in den kommenden 10 Tagen (vom 08.03. bis zum 17.03.). In Österreich bleibt es aller Voraussicht nach bis dahin meist trocken – UBIMET, ECMWF-ENS

Doch Trockenheit ist nicht gleich Trockenheit. Relativ kurze Dürreperioden, die sich nur über einige Wochen oder wenige Monaten erstrecken, bezeichnet man oft als „meteorologische Dürre“. In diesem Fall sind vor allem die Landwirtschaft und kleinere Oberflächengewässer betroffen. Eine Häufung an meteorologischen Dürreperioden führt zur sogenannten „hydrologischen Dürre“, welche schwere Folgen für die Grundwasserpegel und die größeren Oberflächengewässer mit sich bringt.

Anteil der klimatologisch üblichen Regensumme im Sommer und Herbst 2021 sowie im Winter 2021/2022 (blaue Töne = zu nass, bräunliche Töne = zu trocken) - UBIMET
Anteil der klimatologisch üblichen Regensumme im Sommer und Herbst 2021 sowie im Winter 2021/2022 (blaue Töne = zu nass, bräunliche Töne = zu trocken) – UBIMET

Standardized Precipitation Index

Im Großteil Österreichs war der vergangene Winter zum Glück ausreichend nass, nur im Süden des Landes kam zum Teil zu wenig Niederschlag zusammen. Doch genau diese Region war bereits im Sommer 2021 und auch im landesweit zu trockenen Herbst 2021 von Dürreperioden betroffen. Im obigen Diagramm sieht man die Anteile vom klimatologischen Jahreszeiten-Niederschlag für die vergangenen drei Jahreszeiten. Ein ähnliches Maß ist der sogenannte Standardized Precipitation Index (SPI). Den SPI kann man z.B. über eine Zeitperiode von einem Monat (SPI 1 Monat) berechnen, um die kürzeren Trockenheit-Ereignisse („meteorologische Dürre“) zu erfassen. Oder man nimmt eine etwas längere Zeitspanne, z.B. 12 Monate (SPI 12 Monate), um die „hydrologischen Dürreperiode“ zu identifizieren. SPI-Werte unter -1 bezeichnen sehr trockene Verhältnisse, ab SPI = -2 spricht man von extremer Dürre. Positive Werte des SPI deuten hingegen auf zu nasse Verhältnisse hin.

Zeitreihen der Temperaturabweichung vom Klimamittel 1991-2020 und des SPI (Standardized Precipitation Index, Maß für Trockenheit: -2 = extrem trocken, +2 = extrem nass) für 1 bzw. für 12 Monate. Auswahl einiger Landeshauptstädte - UBIMET
Zeitreihen der Temperaturabweichung vom Klimamittel 1991-2020 und des SPI (Standardized Precipitation Index, Maß für Trockenheit: -2 = extrem trocken, +2 = extrem nass) für 1 bzw. für 12 Monate. Auswahl einiger Landeshauptstädte – UBIMET

Wenn man den SPI für ausgewählte Landeshauptstädte (repräsentativ für West, Ost, Nord, Süd) zusammen mit der monatlichen Temperaturabweichung der letzten 5 Jahre darstellt (Bild oben), kann man bereits deutliche Unterschiede erkennen. Im Westen (Bregenz) sowie auch im Nordosten (Wien) ist die Lage der Trockenheit nicht so angespannt wie in der Mitte und im Süden / Südosten Österreichs (Linz, Graz). Die häufig trockenen und oft überdurchschnittlich milden Perioden der letzten Monate sorgen hier zum Teil für eine „hydrologische Dürre“ und damit auch für das Absinken des Grundwasserspiegels unter den langjährigen Durchschnitt (Karte unten).

Grundwasserpegeln in Österreich am 8. März 2022 - https://ehyd.gv.at/#
Grundwasserpegeln in Österreich am 8. März 2022 – https://ehyd.gv.at/#

Doch auch an der Oberfläche erkennt man bereits die Folgen dieser Lage. So sinkt derzeit der mittlere Wasserstand am Neusiedler See in Richtung Rekordminimum für diese Jahreszeit (blaue Linie im Diagramm unten).

Mittlerer Pegelstand des Neusiedlersees bis zum 8. März 2022. Wir nähern uns dem Niedrigwasser-Rekordwert für die Jahreszeit - https://wasser.bgld.gv.at/hydrographie/die-seen/mittler-wasserstand-neusiedler-see
Mittlerer Pegelstand des Neusiedlersees bis zum 8. März 2022. Wir nähern uns dem Niedrigwasser-Rekordwert für die Jahreszeit – https://wasser.bgld.gv.at/hydrographie/die-seen/mittler-wasserstand-neusiedler-see

Trotz der eher kalten Witterung der kommenden Tage steigt zudem aufgrund der anhaltenden Trockenheit auch die Waldbrandgefahr langsam aber sicher an. Am Wochenende muss man dann verbreitet mit mäßigem Risiko rechnen.

Prognose der (tendenziell steigenden) Waldbrandgefahr in den kommenden Tagen - UBIMET
Prognose der (tendenziell steigenden) Waldbrandgefahr in den kommenden Tagen – UBIMET

 

 

Titelbild: Der Neusiedlersee am 07.03.2022 – https://seebad-breitenbrunn.it-wms.com/

Schwere Gewitter in den USA, Tornado fordert sechs Menschenleben

Tornado-Schäden in den USA (Archivbild) - www.pixabay.com

Nach den schweren Unwettern zum Jahreswechsel kam es von Samstag auf Sonntag in den USA neuerlich zu heftigen Gewittern, die mindestens 6 Tote im Bundesstaat Iowa zur Folge hatten. Verantwortlich für die Verwüstungen war diesmal ein kleinräumiges Randtief, das von Südwesten nach Nordosten die zentralen Staaten in der Nacht zum Sonntag (MEZ) überquerte. Wie so oft der Fall bei solchen extremen Ereignissen, trifft sehr feuchte und milde Luft vom Golf von Mexiko (gelbliche Pfeile im Bild) auf deutlich kältere Luftmassen arktischen Ursprungs (hellblaue Pfeile).

Wetterlage am Sonntag in den USA (blaue Töne = Tiefdruckeinfluss) - UBIMET, ECMWF
Wetterlage am Sonntag in den USA (blaue Töne = Tiefdruckeinfluss) – UBIMET, ECMWF

Das Resultat sind schnell durchziehende Gewitter, die vor allem größeren Hagel und mehrere Tornados bringen können. Momentan wurden in bzw. rund um Iowa 20 Tornados gemeldet. Zu dieser Jahreszeit sind Tornados vor allem am Golf von Mexiko bereits üblich, sie können jedoch auch in der Mitte der USA auftreten. Texas hat zum Beispiel im langjährigen Durchschnitt etwa 11 Tornado-Meldungen in März, Iowa dagegen nur 2. Der Höhepunkt der Tornado-Saison wird in den USA typischerweise zwischen April und Juni erreicht. Am stärksten betroffen war in den letzten Stunden die Region südwestlich von Des Moines, wo ein Tornado gleich 6 Menschenleben forderte. Die Bilder, die uns aus dem Gebiet erreichen sind erschreckend.

 

 

Titelbild: Tornado-Schäden in den USA (Archivbild) – www.pixabay.com

Kontinentale Kaltluft erfasst Österreich

Nebel und Frost

Mitteleuropa liegt derzeit zwischen einem umfangreichen Hoch über Nordeuropa und reger Tiefdruckaktivität über dem Mittelmeerraum bzw. Südosteuropa. Damit gelangen aus Nordosten kalte, aber nur mäßig feuchte Luftmassen nach Österreich. Eine nennenswerte Änderung der Großwetterlage ist nicht in Sicht, die erste Märzhälfte wird in Österreich zu kalt ausfallen.

Auf Nordosten gelangen kalte Luftmassen ins Land. © ECMWF / UBIMET

Am Wochenende teils zähe Wolken

Am Samstag überwiegen in der Osthälfte meist die Wolken und im östlichen Berg- und Hügelland fällt da und dort etwas Schneegriesel bzw. in tiefsten Lagen auch Nieselregen. Wetterbegünstigt sind die Regionen von Vorarlberg bis nach Salzburg und Oberkärnten, hier scheint häufig die Sonne. Bei mäßigem, kaltem Ostwind kommen die Temperaturen nicht mehr über 0 bis +8 Grad hinaus. Der Sonntag beginnt im Süden sowie entlang der Nordalpen mit hochnebelartigen Wolken, sonst scheint zeitweise die Sonne. Im Tagesverlauf ziehen auch im Osten und in den Alpen einige Wolken durch. Die Temperaturen ändern sich kaum.

Prognose der Höchstwerte am Samstag. © UBIMET

Kalt, regional etwas Schnee

In der neuen Woche dominieren an der Alpennordseite und im Osten weiterhin die Wolken, entlang der zentralen und östlichen Nordalpen schneit es zeitweise leicht. Besonders vom Salzkammergut bis an den Alpenostrand und selbst im Wienerwald ist durchaus mit dem einen oder anderen Zentimeter Neuschnee zu rechnen, vor allem in den Nächten. Auch im Nordosten ziehen lokale Schneeschauer durch, die Mengen bleiben hier aber gering.

Kommende Woche zeichnet sich vor allem in den östlichen Nordalpen etwas Neuschnee ab. © UBIMET

Leicht wetterbegünstigt sind weiterhin der äußerste Westen sowie Osttirol und Kärnten. Bei teils lebhaftem Nordwind kommen die Temperaturen im Norden und Osten nicht über -1 bis +5 Grad hinaus, nur im Südwesten gibt es noch bis zu +8 Grad. In mittleren Höhenlagen stellt sich von Oberösterreich bis an den Alpenostrand leichter Dauerfrost ein. Eine nennenswerte Änderung ist auch in der zweiten Wochenhälfte nicht in Sicht, selbst im Donauraum kommen die Temperaturen teils nur noch knapp über den Gefrierpunkt hinaus. Erst gegen Monatsmitte stiegen die Chancen auf eine Umstellung der Großwetterlage langsam an.

In der zweiten Märzwoche liegen die Temperaturen unterhalb des Mittels. © ECMWF

Titelbild  © AdobeStock

Zweitwärmster Winter der Messgeschichte in Wien und Eisenstadt

Gartenzwerg im Winter - pixabay.com

Im Vergleich zum 30-jährigen Mittel 1991-2020 fiel der heurige Winter österreichweit um etwa 1.6 Grad zu mild aus, wobei das Land eindeutig zweigeteilt ist. Von Vorarlberg über Tirol bis nach Kärnten waren die Temperaturanomalien etwas geringer, meist war hier der Winter um 1 Grad zu mild. In Kärnten war vor allem der Dezember 2021 in den Tal- und Beckenlagen wegen häufiger Inversionslagen samt Nebel und eisigen Temperaturen deutlich kälter als im Durchschnitt. Hier fiel der Winter insgesamt durchschnittlich temperiert aus. In Klagenfurt beträgt die Anomalie +0.5 Grad, in Dellach im Drautal war die kalte Jahreszeit sogar eine Spur zu kalt im Vergleich zum langjährigen Schnitt mit -0.5 Grad Abweichung. Nach Nordosten zu und hier vor allem vom Wald- und Weinviertel bis ins Nordburgenland erreichen die Anomalien oft +2.5 Grad. Spitzenreiter dabei war Wiener Neustadt mit +3.2 Grad. Österreichweit betrachtet wurden die größten Abweichungen am Ende des Winters registriert:

  • Dezember: +0.7 Grad
  • Jänner: +1.6 Grad
  • Februar: +2.9 Grad
Temperaturabweichung vom langjährigen Mittel im Winter 2021/2022 - UBIMET
Temperaturabweichung vom langjährigen Mittel im Winter 2021/2022 – UBIMET

Die Statistik der Mitteltemperatur des Winters für die Landeshauptstädte zeigt, dass die Saison vor allem in der Osthälfte regional extrem mild verlaufen ist. So war der Winter 2021/2022 sowohl in Wien als auch in Eisenstadt der zweitwärmste der Messgeschichte. Der Winter 2006/2007 bleibt vorerst unerreichbar.

Statistik der Wintertemperatur für die Landeshauptstädte - UBIMET
Statistik der Wintertemperatur für die Landeshauptstädte – UBIMET

Windige Rekorde

Die milde Witterung wurde vor allem im neuen Jahr auch von häufig windigen Verhältnissen begleitet. In Sankt Pölten und Eisenstadt war es in der kalten Jahreszeit seit Beginn der Messungen noch nie so oft stürmisch wie im heurigen Winter. In Wien wurde der Rekord an stürmischen Tagen (Tage mit Windböen über 60 km/h) vom Winter 1975/1976 mit 36 Tagen eingestellt.

Statistik der Tage mit stürmischen Böen für die Landeshauptstädte und Lienz - UBIMET
Statistik der Tage mit stürmischen Böen für die Landeshauptstädte und Lienz – UBIMET

Meist genügend Niederschlag

Die häufig windigen West- bis Nordwestlagen sorgten vor allem in den nördlichen Voralpen, in Vorarlberg und im Mühlviertel für reichlich nasse Verhältnisse durch Stauniederschläge. In diesen Regionen fiel mehr Regen und Schnee als üblich, teilweise sogar eineinhalbmal mehr als im langjährigen Durchschnitt wie z.B. in Kollerschlag. Die größten negativen Abweichungen wurden hingegen im Südwesten verzeichnet. Zum Teil fiel hier nicht mal die Hälfte des Niederschlags (Obervellach in Oberkärnten nur 40%), der in einem durchschnittlichen Winter zusammenkommt.

Niederschlagsabweichung vom langjährigen Mittel im Winter 2021/2022 - UBIMET
Niederschlagsabweichung vom langjährigen Mittel im Winter 2021/2022 – UBIMET

Die landesweite Abweichung der Niederschläge vom Klimamittel beträgt aber lediglich -14%. Auch für die Landeshauptstädte war der Winter niederschlagsmäßig nicht allzu auffällig. In Sankt Pölten reiht sich aber der Winter auf Platz 9 unter die trockensten seit Messbeginn.

Statistik des Winterniederschlags für die Landeshauptstädte - UBIMET
Statistik des Winterniederschlags für die Landeshauptstädte – UBIMET

Zweigeteiltes Land bei der Sonnenscheindauer

Bei der Sonnenscheindauer ist das Land eindeutig zweigeteilt. Im Osten und Süden schien die Sonne im Winter um 30% häufiger als im langjährigen Durchschnitt. Die östlichen Nordalpen und das Mühlviertel verzeichneten hingegen leicht negative Abweichungen von bis zu -20%.

Abweichung der Sonnenscheindauer vom langjährigen Mittel im Winter 2021/2022 - UBIMET
Abweichung der Sonnenscheindauer vom langjährigen Mittel im Winter 2021/2022 – UBIMET

Wenige Eistage, aber mit Ausnahmen

Ein weiteres, wichtiges Maß für die Klimatologie des Winters ist die Anzahl an Eistagen; also die Tage, an denen der Tageshöchstwert durchgehend unter dem Gefrierpunkt bleibt. In den meisten Niederungen war der heurige Winter ein Reinfall. In Innsbruck gibt es im Schnitt 11 solcher Tage, heuer aber nur 2. In Wien beträgt der Durchschnitt 18 Eistage, im Winter 2021/2022 gab es hier nur 3 davon. Eine Ausnahme stellen die Tal- und Beckenlagen in Osttirol und Kärnten dar. Dank der sich bereits im Dezember gebildeten Schneedecke und der häufigen Inversionswetterlagen gab es z.B. in Klagenfurt heuer 29 Eistage. Im Klimamittel 1991-2020 sind es normalerweise 27.

Höchste Anzahl an Eistagen (Temperature stets unter 0 Grad) im Winter 2021/2022 – UBIMET

 

Titelbild: Gartenzwerg im Winter – pixabay.com

Der Frühling startet mit teils strengem Frost, aber strahlend sonnig

Morgenfrost im Frühling - pixabay.com

Zum Frühlingsbeginn liegt das Land unter dem Einfluss eines Hochdruckgebiets über Nordosteuropa namens KAI bzw. zum Wochenende hin LINO. Die erste Frühlingswoche gestaltet sich somit trocken, überwiegend sonnig und windschwach. Bis Samstag sind keine nennenswerten Niederschlagsmengen in Sicht und höchstens machen sich ein paar Schleierwolken bemerkbar. Erst ab Sonntag ist neuerlich mit unbeständigerem Wetter zu rechnen.

Großwetterlage am Dienstag - UBIMET
Großwetterlage am Dienstag – UBIMET

Frostige Nächte

Durch klare und windschwache Verhältnisse gibt der Boden nachts sehr schnell und effizient Wärme ab und kühlt somit markant ab. Uns stehen daher nahezu überall frostige Nächte bevor. Inneralpin ist sogar strenger Frost unter -10 Grad weiterhin in Reichweite. Tagsüber erwärmt sich aber die Luft dank der bereits etwas kräftigeren Frühlingssonne rasch und vor allem in den tiefsten Tal- und Beckenlagen des Westens und Südwestens – wie z.B. im Walgau, im Inntal und im Klagenfurter Becken – wird die +10-Grad-Marke oft überschritten. Der Tagesgang (also die Differenz zwischen Tiefst- und Höchstwert) wird in den kommenden Tagen inneralpin besonders ausgeprägt und örtlich sogar in Richtung 20 Grad gehen.

Prognose des mittleren Bedeckunsgrads des Himmels tagsüber von Dienstag bis Freitag (hell = sonnig) - ECMWF IFS-Modell
Prognose des mittleren Bedeckunsgrads des Himmels tagsüber von Dienstag bis Freitag (hell = sonnig) – ECMWF IFS-Modell
Prognose der täglichen Tiefstwerte von Dienstag bis Donnerstag - UBIMET
Prognose der täglichen Tiefstwerte von Dienstag bis Donnerstag – UBIMET

Frühlingsbeginn und Phänologie

Wegen der sehr milden Witterung im heurigen Spätwinter befinden sich Pflanzen und Tiere bereits im Vorfrühling, doch solche frostigen Bedingungen kommen in März immer wieder vor und werden daher kein großes Problem für den Vegetationszyklus der allermeisten Arten darstellen. Frost im April oder gar im Mai kann hingegen erhebliche Schäden verursachen. Als Parameter für den Start in den Frühling wird oft auch eine „Wärmesumme“ gleich 200 genommen. Die Wärmesumme ist dabei die „einfache“ Summe der täglichen Mitteltemperaturen, wenn sie über 0 Grad liegen. Erreicht dieser Wert 200, werden die meisten Pflanzenarten aktiv in den neuen Vegetationszyklus starten. Im Bild unten kann man eine Statistik der Wärmesumme für Graz, Innsbruck, Klagenfurt und Wien finden. Man sieht: Im Vergleich zur Klimatologie der 70/80er Jahre wird der Wert „200“ – also der Phänologische Frühlingsbeginn – heutzutage im Schnitt 10 bis 12 Tage früher im Jahr erreicht. Heuer ist die Wärmesumme vor allem in der Osthälfte deutlich überdurchschnittlich. Der Schwellenwert von 200 wird z.B. in Wien aller Voraussicht nach pünktlich zum meteorologischen Frühlingsbeginn erreicht! Inneralpin bzw. generell im Westen und Südwesten sind die Werte noch weit entfernt vom Soll.

Statistik der Wärmesumme für Graz, Innsbruck, Klagenfurt und Wien - UBIMET
Statistik der Wärmesumme für Graz, Innsbruck, Klagenfurt und Wien – UBIMET

 

 

Titelbild: Morgenfrost im Frühling – pixabay.com

Februar im Flachland teils mehr als 4 Grad wärmer als üblich

Frühling und Winter kämpfen gegeneinander.

Der Februar 2022 war durch zahlreiche Nordwest- sowie Westlagen geprägt. Zu Monatsbeginn gab es mehrmals kräftigen Schneefall in den Nordalpen, wobei die Kombination aus viel Wind und Neuschnee zu großer Lawinengefahr führte. Vom 4. bis 6. Februar kam es dadurch in Tirol auch zu einem neuen Rekord an Lawinen-Einsätzen. Am 7.2. sorgte die Kaltfront von Tief ROXANA mit orkanartigen Böen bis zu 115 km/h zudem für einen neuen Windrekord in Innsbruck.

Zahlreiche Sturmtage

Nach einer vorübergehenden ruhigen Phase zur Monatsmitte war die zweite Monatshälfte durch zahlreiche atlantische Sturmtiefs geprägt. Der Höhepunkt der Westlage wurde am 17. Februar erreicht, als Sturm YLENIA in Enns Orkanböen bis 120 km/h brachte und in Graz frühlingsfhafte 22 Grad gemessen wurden. Im Südosten handelte es sich örtlich wie in Graz um den zweitwärmsten Wintertag der dortigen Messgeschichte bzw. in Eisenstadt wurde der Rekord von 21,1 Grad eingestellt. Mancherorts kam es zudem zu doppelt bis dreimal so vielen Tagen mit stürmischen Böen als üblich, etwa in Wien und St. Pölten mit 13 Tagen (Mittel bei 6,5 bzw. 4), in Eisenstadt mit 12 Tagen (Mittel 7) und in Salzburg mit 8 Tagen (Mittel 2,5). Mehr Infos zu den Hintergründen der Großwetterlage gibt es hier. Erst zum Ende des Monats stellte sich die Lage um und kühle Luftmassen erfassten das Land.

Teils mehr als 4 Grad zu warm

Im Flächenmittel war der Februar rund 3 Grad wärmer als im langjährigen Mittel. Die größten Abweichungen von mehr als 4 Grad gab es im Norden und Osten, mancherorts wie etwa im Tullnerfeld liegen die Abweichungen sogar bei 4,5 Grad. In diesen Regionen handelt es sich um einen der wärmsten Februarmonate der Messgeschichte, etwa in Wien war es der zweitwärmste Februar nach 2020, nahezu gleichauf zu den Jahren 1966 und 2016.

Die Temperaturabweichung im Februar. © UBIMET

Die geringsten Abweichungen gab es dagegen in windgeschützten, inneralpinen Lagen, wo sich in den klaren Nächten ausgeprägte Inversionen bilden konnten. In Radstadt, wo mit -20,3 Grad die tiefste Temperatur des Winters in einem bewohnten Ort gemessen wurde, war der Monat nahezu durchschnittlich.

Im Süden sehr trocken

Die Abwechslung von Nordwest- bis Westlagen mit Hochdrucklagen hat im Süden des Landes zu Trockenheit geführt, so wurde im Klagenfurter Becken mit nur 13 l/m² lediglich ein Drittel der üblichen Niederschlagsmenge verzeichnet. Auch im Weinviertel war der vergangene Monat sehr trocken, meist gab es hier nur knapp weniger als die Hälfte der zu erwartenden Niederschlagsmenge. Ganz anders präsentiert sich die Bilanz dagegen an der Alpennordseite: In den Nordalpen und im Mühlviertel wurde das Soll übertroffen, mancherorts gab es in den Alpen sogar doppelt so viel Niederschlag wie üblich. Im landesweiten Flächenmittel präsentiert sich die Bilanz dadurch recht ausgeglichen.

Der Niederschlagsanteil vom Mittel. © UBIMET

Entsprechend dazu präsentiert sich auch die Sonnenscheindauer: Vor allem von Unterkärnten über die südliche Steiermark bis ins östliche Flachland war es deutlich sonniger als üblich, regional gab es hier sogar ein Plus von etwa 40%. Leicht unterdurchschnittlich bilanzieren dagegen die Nordalpen, so war der relativ trübste Ort mit -35% Warth am Arlberg.

Die Sonnenscheinabweichung im Februar. © UBIMET

Extremwerte Februar 2022

Stand: Sonntag, 27.2.2022, 09 Uhr (Bundesland, Tag des Auftretens)

Höchste Temperaturen
  • 22,1 Grad Graz Straßgang (ST, 17.)
  • 21,9 Grad Deutschlandsberg (ST, 17.)
  • 21,5 Grad Graz Universität (ST, 17.)
  • 21,4 Grad Mörbisch (B, 17.)
Tiefste Temperaturen unter 1500 m Seehöhe
  • -20,3 Grad Radstadt (S, 13.)
  • -20,1 Grad Zell am See (S, 14.)
  • -20,0 Grad Lech am Arlberg (V, 12.)
  • -19,3 Grad St. Michael im Lungau (S, 14.)
Nasseste bewohnte Orte
  • 260 Liter pro Quadratmeter Schröcken (V)
  • 248 Liter pro Quadratmeter Warth (V)
  • 243 Liter pro Quadratmeter Mittelberg (V)
Trockenste Orte
  • 4 Liter pro Quadratmeter Schöngrabern (NÖ)
  • 4 Liter pro Quadratmeter Gars am Kamp (NÖ)
  • 5 Liter pro Quadratmeter Limberg (NÖ)
Vorläufig sonnigste Stationen
  • 172 Sonnenstunden Kanzelhöhe (K)
  • 168 Sonnenstunden Wolfsberg-Klippitztörl (K)
  • 166 Sonnenstunden Villacher Alpe (K)
Vorläufig sonnigste Orte
  • 166 Sonnenstunden Laßnitzhöhe (ST)
  • 164 Sonnenstunden Graz (ST), Hollenthon (NÖ)
  • 163 Sonnenstunden Villach (K)
Stärkste Windspitzen Niederungen
  • 120 km/h Enns (OÖ, 17.)
  • 118 km/h Kremsmünster (OÖ, 17.)
  • 117 km/h Melk (NÖ, 17.)
Stärkste Windspitzen Berge
  • 167 km/h Feuerkogel (OÖ, 17.)
  • 150 km/h Galzig (T, 7.), Dachstein (ST, 7.)
  • 146 km/h Buchberg (NÖ, 17.)
Windspitzen im Februar. © UBIMET

Stürmische Bora an der Adria

Bora in Triest

In den kommenden Tagen liegt die Adria zwischen einem Hoch über Nordosteuropa und einem Mittelmeertief. Durch diese Druckverteilung kommt es zu einer östlichen Strömung und an der Ostseite der Adria kommt Bora auf. Besonders entlang des Dinarischen Gebirges, welches kühle Luftmassen im Landesinneren von feuchtmilder Adrialuft trennt, kommt es zu großen Druckgegensätzen.

Zwischen Hoch KAI und dem Mittelmeertief kommt Bora auf. Karte: © FU Berlin

Die kalte Luft fällt hier wasserfallartig zur Adria ab, wo es in exponierten Lagen am Rande des Velebit-Gebirges zu Okranböen über 120 km/h kommt. Aber auch sonst sind von Triest südwärts schwere Sturmböen um 100 km/h zu erwarten.

Prognose der Böen von Samstag- bis Sonntagabend von ICON D2. © UBIMET/DWD

Auf der anderen Seite der Adria fällt im Oststau der Apenninen dagegen kräftiger Regen und Schnee, im Bergland Mittelitaliens wie etwa in den Abruzzen ist gebietsweise 1 Meter Neuschnee zu erwarten.

Bora-Typen

Die Bora wird anhand ihres Auftretens in zwei Haupttypen klassifiziert: Die „schwarze Bora“ (Bora scura) wird durch eine Zyklone über dem Mittelmeerraum ausgelöst und meist von Niederschlägen begleitet, die „weiße Bora“ (Bora chiara) wird dagegen durch ein markantes Hoch über Osteuropa hervorgerufen und tritt bei klaren Bedingungen auf. In besonders exponierten Lagen wurde sogar schon Orkanböen um 250 km/h gemessen. Zusätzlich zu diesen beiden Typen gibt es noch den Borino, der mit meist nur mäßiger Intensität vor allem in klaren, kalten Winternächten durch die Hauptschneisen der Dinarischen Alpen weht, wie beispielsweise von der Pforte von Postojna in Slowenien zur Bucht von Triest.

Titlebild © AdobeStock

Bora vs. Föhn

Die Bora wird meist als trockenkalter Fallwind definiert, obwohl bei schwarzer Bora sogar intensive, mitunter gewittrige Niederschläge auftreten können. Tatsächlich kommt es durch das Absinken der Luft auf dem Weg zur Adria, analog wie beim Föhn in den Alpen, zu einer Kompression und damit zu einer Erwärmung der Luft um knapp 1 Grad pro 100 m Höhenunterschied. Ungeachtet dieser Erwärmung wird der Wind aber dennoch als kalt empfunden, da die Luft im Gegensatz zum Föhn häufig einen kontinentalen Ursprung hat und somit vor allem im Winter trotz der Erwärmung noch immer sehr kalt ist (und der Windchill auch noch im Spiel ist). Da die Bora zudem manchmal nur eine geringe vertikale Ausdehnung von ein paar hundert Metern besitzt, kann in mittleren Höhenlagen zeitgleich noch feuchter Südwestwind wehen, der auf die relativ kalte Boraluft aufgleitet. Bei diesem Prozess wird Niederschlag gebildet, der anschließend in die eigentlich trockene Boraluft hinein fällt.

Wo weht die Bora?

Die Bora weht besonders häufig in der Bucht von Triest, entlang der Dalmatinischen Küste sowie der Küste Montenegros. Besonders bekannt dafür sind die Städte Triest in Italien, die Ortschaften an der Westflanke des Velebit-Gebirges in Kroatien sowie auch die Städte Makarska und Dubrovnik. Die Bora weht allerdings nicht immer an der gesamten Adriaküste gleichzeitig: Während bei nördlichen Zugbahnen von Mittelmeertiefs vor allem die nördliche Adria betroffen ist, sind bei südlichen Zugbahnen der Tiefs hingegen Süddalmatien und Montenegro betroffen. Bora-Winde gibt es allerdings nicht nur an der Adria, sondern auch in anderen Regionen der Welt, wie zum Beispiel die russische Schwarzmeerküste bei Noworossijsk, auf der russischen Insel Nowaja Semlja im Nordpolarmeer, an der Norwegischen Westküste oder auch in der Kantō-Ebene in Japan.

Kaltes Wochenende in Österreich

In den kommenden Tagen verstärkt sich das Hoch über Mitteleuropa und Österreich liegt dann an seiner Ostflanke, dabei gelangt in den unteren Schichten zunehmend kalte und mäßig feuchte Luft aus Nord bis Nordost zu uns.

Luftdruckverteilung am Samstag 12 Uhr. ECMWF, UBIMET

In der Höhe erstreckt sich von Westrussland bis zum Mittelmeerraum ein Trog gefüllt mit kalter Luft, dabei schnürt sich am Wochenende über Osteuropa ein Höhentiefkomplex ab und somit verbleiben wir an seinem Westrand weiterhin unter Zufuhr kalter, aber zunehmend trockener Luftmassen aus nordöstlichen Richtungen.

Anfangs unbeständiges Wochenende

Der Samstag beginnt besonders vom Bregenzerwald bis ins Mariazellerland winterlich mit Schneefall bis in die Täler, nur am Bodensee und im Donauraum mischt sich Regen dazu.

Niederschlagssumme für Samstag. UCM-UBIMET

Tagsüber lässt der Schneefall in den Nordalpen nur zögerlich nach, in den Staulagen ist noch mit 10 bis 15 cm Neuschnee zu rechnen. Abseits davon lockert es aber allmählich auf und ab Sonntag bleibt es dann auch meist trocken, aber kalt.

Hier noch die Neuschneemengen am Samstag:

Neuschneesumme bis Samstagabend. UCM-UBIMET

 

Damit wird es am Wochenende vor allem im Osten Österreichs deutlich kälter. Von aktuell etwa 15 Grad werden im Osten des Landes am Wochenende maximal 7 Grad, am Montag sogar nur mehr 4 Grad erwartet.

Temperaturmaximum für Samstag bis Montag. ECMWF

Auch die Nächte werden zunehmend frostiger, insbesondere in der Nacht auf Montag sinkt die Temperatur verbreitet in den Frostbereich.

Minimumtemperatur für die Sonntagnacht (zum vergrößern klicken). UBIMET

 

Titelfoto: www.pixabay.com

Anzahl der Tage mit Sturm im heurigen Winter regional auf Rekordkurs!

Sturmschäden, Symbolbild - pixabay.com

Vor allem wer den Norden und den Osten Österreichs sein Zuhause nennen darf, hat es sicherlich schon mitbekommen: In letzter Zeit war es oft (vielleicht sogar zu oft) windig, wie schon hier berichtet. Doch wer entscheidet was „windig“ heißt? Meteorologen sprechen von „stürmischen“ Tagen, wenn die maximale Windböe über 60 km/h liegt. Die Anzahl an stürmischen Tagen ist heuer nahezu landesweit deutlich überdurchschnittlich. Doch in manchen Regionen wurden schon Rekorde gebrochen!

Vor allem seit Beginn des neuen Jahres, also im Jänner und im bisherigen Februar, gab es nördlich und östlich der Alpen zahlreiche Sturmereignisse. In Wien (Messbeginn 1951), Sankt Pölten (1984), Eisenstadt (1984), Linz (1992) und Lienz (1984) war es noch nie so oft stürmisch wie seit dem Jahresbeginn. Für einige Städte wurde nun auch der Winterrekord eingestellt. In Wien fehlen jedoch noch ein paar stürmische Tage bis Ende Februar, um den Rekord aus dem Winter 1975/1976 zu erreichen.

Statistik der Tage mit stürmischen Böen für die Landeshauptstädte und Lienz - Michele Salmi, UBIMET
Statistik der Tage mit stürmischen Böen für die Landeshauptstädte und Lienz – Michele Salmi, UBIMET

Langfristig betrachtet nimmt die Anzahl an Sturmtage dabei leicht ab wie man in der unten stehenden Grafik für Wien erkennen kann. Die heurigen Rekorde stechen somit in diesen relativ „sturmarmen“ Zeiten besonders hervor!

Sturm in Wien
Entwicklung der Tage mit Böen > 60, 70, 80 und 100 km/h in Wien.

Interessant ist es auch, dass die maximalen Windböen im diesjährigen Winter nicht allzu auffällig sind. Dieses passt zur langfristigen Statistik der Extreme. Denn im Durchschnitt nehmen die maximal erreichbaren Spitzenböen leicht ab (dies gilt aber nur für großräumige Sturmereignisse und nicht für Gewitterböen).

Mittlere tägliche Windböenmaxima im bisherigen Winter 2021/2022 - UBIMET
Mittlere tägliche Windböenmaxima im bisherigen Winter 2021/2022 – UBIMET
Maximale Windböen im bisherigen Winter 2021/2022 - UBIMET
Maximale Windböen im bisherigen Winter 2021/2022 – UBIMET

 

Titelbild: Sturmschäden, Symbolbild – pixabay.com