Warnlagebericht

Aktuelle Wetterlage

Zwar befindet sich der Alpenraum weiterhin unter Einfluss des Hochs EMIL über Skandinavien, mit der Zufuhr feuchterer und somit labilerer Luftmassen aus Nordost steigt aber die Gefahr von Hitzegewittern in den kommenden Tagen an. Ab Donnerstag bestimmt dann ein Tiefdruckkomplex über Westeuropa unser Wetter. An dessen Vorderseite wird weiterhin warme, aber auch gewitteranfällige Luft in den Alpenraum geführt.

Überblick Warnungen

GEWITTER
Die Vorwarnungen sind bis in die Nacht auf Dienstag in Kraft. Akutwarnungen werden bei Bedarf ausgegeben.

Warnausblick

In der Nacht auf Dienstag lässt die Schauer- und Gewitteraktivität im westlichen und südlichen Bergland allmählich wieder nach. Sonst ist der Himmel vielfach sternenklar, einzig im äußersten Nordostensind ach nach Mitternacht lokalen Schauer oder Gewitter nicht ganz ausgeschlossen.

Am Dienstag nimmt am Alpenostrand bereits am Vormittag die Gewitterneigung deutlich zu. Ab Mittag wird es im Bergland über weite Strecken gewittrig, auch im Hügel- und Flachland gehen da und dort langsam ziehende Gewitter nieder. Somit besteht die Gefahr von lokal großen Regenmengen. Vor allem im Süden kann es mit den stärksten Gewitter kurzzeitig auch Hagel und Sturmböen geben.

Der Mittwoch beginnt im Donauraum sonnig, weiter südlich mit einigen Nebelfeldern und vor allem von der südlichen Steiermark bis ins Burgenland mit teils gewittrigen Regenschauern. Im Tagesverlauf setzt sich überall zumindest zeitweise die Sonne durch, im Bergland und im Süden bilden sich aber rasch wieder Gewitter, die vor allem nach Westen zu auch punktuell heftig ausfallen

Der Donnerstag hat anfangs noch verbreitet sonniges und trockenes Wetter zu bieten. Ab den Mittagsstunden ist aber im gesamten Bergland mit erneut teils kräftigen Gewittern zu rechnen, die in weiterer Folge auch bis ins Inn- und Mühlviertel ziehen.

Autor

Roland Reiter
Montag, 10. August 2020 um 20:49 Uhr

Knappe 35 Grad am Montag mit lokalen Gewittern

Gewitter im Seewinkel aufgenommen aus Wiener Neustadt - Webcam Quelle: https://aviationacademy.panomax.com/

Auch am heutigen Montag war der Osten der Hitze-Hotspot des Landes. Hier wurden vielerorts die 33 oder 34 Grad erreicht. Am heißesten war dabei in Gänserndorf und in Andau mit 34.7 Grad.

Tageshöchstwerte am Montag - UBIMET, ZAMG
Tageshöchstwerte am Montag – UBIMET, ZAMG

Erneut wurde in allen 9 Bundesländern ein weiterer Hitzetag (Tmax größer als 30 Grad) verzeichnet.

Tageshöchstwerte am Montag - UBIMET, ZAMG
Tageshöchstwerte am Montag – UBIMET, ZAMG

Im Laufe der zweiten Tageshälfte bildeten sich aber in der feucht-warmen Luft mehr Gewitter als am Vortag. Vor allem im Westen und Südwesten fielen diese auch kräftig aus!

Blitzverlauf am Montag bis 19:10 Uhr MESZ - nowcast, UBIMET
Blitzverlauf am Montag bis 19:10 Uhr MESZ – nowcast, UBIMET
Gewitter östlich von Innsbruck am Montag um 20 Uhr - https://www.foto-webcam.eu/webcam/innsbruck-uni/
Gewitter östlich von Innsbruck am Montag um 20 Uhr – https://www.foto-webcam.eu/webcam/innsbruck-uni/

 

Titelbild: Gewitter im Seewinkel am Montag, aufgenommen von einer Webcam in Wiener Neustadt – Quelle https://aviationacademy.panomax.com/

Hitze und Gewitter am Sonntag

Gewitterwolke über dem Waldviertel am Sonntag - https://liebenau.panomax.com/

Auch der heutige Sonntag verlief landesweit hochsommerlich heiß. In allen 9 Bundesländern würde die 30-Grad-Marke geknackt, dabei war es besonders im Osten nach wie vor am wärmsten. Spitzenreiter des Tages war Gänserndorf mit 34,5 Grad.

Höchstwerte am Sonntag - UBIMET, ZAMG
Höchstwerte am Sonntag – UBIMET

Im Vorfeld einer schwachen Tiefdruckrinne über Westeuropa wird aber allmählich feuchtere, labil geschichtete Luft herangeführt. Heute waren somit auch erste, isolierte Hitzegewitter unterwegs wie etwa im nördlichen Waldviertel und zwischen dem Südburgenland und der Südsteiermark. In den kommenden Tagen werden Hitzegewitter häufiger.

Blitzverlauf am Sonntag - UBIMET, nowcast
Blitzverlauf am Sonntag – UBIMET, nowcast

 

Titelbild: Gewitterwolke über dem Waldviertel am Sonntag – https://liebenau.panomax.com/

35 Grad: Große Nachmittagshitze im Osten

Sommerwetter

Weite Teile Mittel- und Westeuropas erleben derzeit die ausgeprägteste Hitzewelle des Sommers. Die heißeste Luft nordafrikanischen Ursprungs liegt über Westeuropa, so gab es heute etwa in Teilen Spaniens sowie örtlich auch in Südfrankreich Höchstwerte um 40 Grad. Von Frankreich bis nach Norddeutschland wurden zudem verbreitet Temperaturen zwischen 35 und 38 Grad verzeichnet.

VERA-Temperaturanalyse am Samstag, 17 Uhr. © UBIMET

Österreich liegt zwar nur am Rande der heißesten Luftmasse, dennoch hat es für Spitzenwerte bis 35 Grad im Seewinkel gereicht:

  • 34,9 Grad Andau (B)
  • 34,4 Grad Gänserndorf (NÖ)
  • 34,3 Grad Hohenau (NÖ)
  • 34,3 Wien Innere Stadt (W)
  • 33,8 Grad Wolkersdorf (NÖ)
Höchstwerte pro Bundesland am Samstag (mehr Daten hier).

Mittagssonne

Die Sonnenbrandgefahr steht in direktem Zusammenhang mit dem Sonnenstand und ist den Mittagsstunden am größten. Der UV-Index erreicht beispielsweise in Innsbruck und Wien derzeit zwischen etwa 11 und 15 Uhr hohe Werte über 6, mit der Spitze um etwa 13 Uhr. In dieser Zeit muss man besonders gut auf ausreichenden Sonnenschutz achten.

Der höchste UV-Index wird derzeit etwa um 13 Uhr erreicht. © www.uv-index.at/

Nachmittagshitze

Die höchste Lufttemperatur wird im Hochsommer meist erst im Laufe des Nachmittags erreicht, also um oder kurz nach 16 Uhr. Die Verzögerung hat mit der Trägheit der Erwärmung des Erdbodens zusammen. Eine Ausnahme stellen hier manchmal Meeresküsten und Berggipfel dar, weil hier ab Mittag die Seebrise bzw. Quellwolken mitunter eine weitere Erwärmung verhindern. Im Wasser ist der Unterschied sogar noch größer, so weisen Badeseen an windschwachen Tagen meist erst am Abend um etwa 18 Uhr die höchste Wassertemperatur auf.

Temperaturverlauf in Innsbruck am Freitag mit Höchstwert um etwa 16 Uhr. © UBIMET

Aus dem selben Grund erleben wir Anfang August im Mittel auch die wärmsten Tage des Jahres, obwohl der höchste Sonnenstand bereits am 20. Juni erreicht wurde und die Tage seither schon um fast 1,5 Stunden kürzer geworden sind. Tatsächlich steht die Sonne derzeit zu Mittag so hoch wie etwa Anfang Mai, die mittlere Tagestemperatur liegt aber 6 Grad höher.

Das Wasser erwärmt sich langsamer als Boden und Luft. Daten: Hydro Salzburg

Aus meteorologischer Sicht ist der ideale Zeitpunkt zum Baden jedenfalls am späten Nachmittag um etwa 17-18 Uhr, wenn die Sonne bzw. die UV-Strahlung nicht mehr so intensiv ist, dafür Luft und Wasser aber noch sehr warm sind.

Titelbild © Adobe Stock

 

Tropennächte in Wien

Von einer Tropennacht spricht man in der Meteorologie, wenn das Temperaturminimum über Nacht nicht unter 20 Grad absinkt. Tropennächte kann man auch als Maß für die Schlafqualität sehen, da das Durchlüften der aufgeheizten Wohnung in der Nacht dann nur mehr schwer möglich ist.

Eine Tropennacht gab es stellenweise in Wien, im Burgenland und in Niederösterreich

Besonders häufig treten Tropennächte in dichtbesiedelten Ballungsräumen, wie etwa der Wiener Innenstadt auf. Auch im Nahbereich von großen Seen, wie in Österreich der Neusiedler See, treten gehäuft Tropennächte auf. Hier sorgt das aufgewärmte Seewasser für eine abgeschwächte Auskühlung.

Heuer bisher wenig Tropennächte

Da im heurigen Sommer bisher Hitzewellen ausblieben, ist auch die Anzahl an Tropennächten im Vergleich zu den Vorjahren deutlich geringer. Hier ein Vergleich von Tropennächten der vergangenen Jahre in der Wiener Innenstadt:

Jahr Juni Juli August
2020 2 8 bisher 3
2019 13 13 16
2018 8 15 20
2017 9 9 14
2016 3 12 3

Das Tropennächte vor allem ein Problem von Großstädten sind, erkennt man auch daran, dass in den anderen Landeshauptstädte bisher Tropennächte Mangelwaren waren. So gab es in Linz, Graz, Eisenstadt und Bregenz bisher 1 Tropennacht, in den anderen Landeshauptstädten noch gar keine.

In der neuen Woche kommen in Wien noch einige Tropennächte hinzu, sonst liegen die Tiefstwerte in den Niederungen meist zwischen 15 und 18 Grad. In Den Alpentälern kühlt es in den längeren Augustnächten schon kräftiger ab, hier liegen die Tiefstwerte zwischen angenehmen 10 und 14 Grad.

34 Grad im Osten, Hitzewelle rollt an

Hitzewelle rollt an

Wenn euch schon zu warm ist, nicht wundern: Die anrollende Hitzewelle – definiert als mindestens drei Tage mit Höchstwerten größer als 30 Grad – macht schon ernst! Spitzenreiter war heute Hohenau in Niederösterreich mit fast 34 Grad, in 8 von 9 Bundesländern wurde zudem am heutigen Freitag ein Hitzetag (Höchstwert größer als 30 Grad) verzeichnet.

Gemessene Höchstwerte am Freitag 07.08. - UBIMET, ZAMG
Gemessene Höchstwerte am Freitag 07.08. – UBIMET, ZAMG
Gemessene Höchstwerte am Freitag 07.08. - UBIMET, ZAMG
Gemessene Höchstwerte am Freitag 07.08. – UBIMET, ZAMG

Eine ziemlich festgefahrene Wetterlage sorgt zudem auch in den kommenden Tagen für andauernde Hitze. Mit Hoch DETLEF über dem Baltikum und einem Hochdruckkeil in der Höhe, der sich von Marokko bis zur Ostsee erstreckt , wird weiterhin heiße Luft aus Nordafrika bis nach Mitteleuropa herangeführt.

Wetterlage am Sonntag 09.08. - UBIMET, ECMWF
Wetterlage am Sonntag 09.08. – UBIMET, ECMWF

Die 30-Grad-Marke wird somit mindestens bis Dienstag über weiten Teilen des Landes täglich erreicht oder übertroffen. Vor allem im Osten sind am Wochenende weiterhin bis zu 34 Grad in Reichweite. Eine nennenswerte Abkühlung ist aus heutiger Sicht laut mittelfristigen, probabilistischen Prognosen nur in etwa 7 Tagen möglich.

Vorhergesagte, maximale Tageshöchstwerte - UBIMET
Vorhergesagte, maximale Tageshöchstwerte – UBIMET

Titelbild: Adobe Stock

Sonne und 30 Grad: Sommer kommt wieder in Fahrt

Badesee im Sommer

Im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt von 1981 bis 2010 lagen die Temperaturen in diesem Sommer zwar im Bereich des Mittels, stabile Wetterlagen gab es aber kaum. So ist es auch nicht verwunderlich, dass es in weiten Teilen des Landes mehr Niederschlag als üblich gab. Besonders markant fällt die Abweichung in Salzburg aus, so gab es seit dem 1. Juni bereits 546 Liter pro Quadratmeter Regen, was sogar über dem Gesamtsommerdurchschnitt von 473 L/m² liegt.

Stabiles Sommerwetter

Der Alpenraum liegt am Donnerstag am Südrand von Hoch DETLEF mit Kern über Nordosteuropa, im zentralen und südlichen Bergland sorgt das Höhentief – welches in den vergangenen Tagen für viel Regen gesorgt hat – allerdings noch für ein paar Regenschauer oder Gewitter. In den kommenden Tagen baut sich nun aber auch über Westeuropa ein Hochdruckkeil auf und hierzulande stellt sich stabiles Sommerwetter ein.

Ein Hochdruckkeil bestimmt das Wetter zumindest bis Dienstag. © NCEP/UBIMET

Große Hitze in Westeuropa

Bereits am Freitag gibt es bei viel Sonnenschein Temperaturen bis zu 32 Grad, am Wochenende stiegen die Temperaturen im östlichen Flachland und im Oberinntal örtlich auch auf 33 Grad. Richtig heiß wird es in Westeuropa, wo die Spitzenwerte sogar bei 38 Grad liegen.

Temperaturen am Samstagnachmittag. © UCM / UBIMET

Das stabile Sommerwetter setzt sich auch zu Wochenbeginn fort, lediglich im Bergland nimmt die Neigung zu lokalen Hitzegewittern langsam zu. Nach der kurzen Hitzewelle vor einer Woche steht uns nun die zweite Hitzewelle des Jahres bevor, auch wenn die absoluten Höchstwerte nicht so extrem ausfallen wie etwa im vergangenen Sommer.

Die Temperaturen liegen bis auf Weiteres über dem Mittel.

Titelbild © Adobe Stock

Tornado trifft auf Strand in Sizilien

Wasserhose

Das Höhentief, welches in den vergangenen Tagen im Alpenraum für viel Regen gesorgt hat, liegt mittlerweile über dem Südosten Italiens und sorgt dort für Schauer und Gewitter. Am Mittwoch kam es dabei an der Nordküste Siziliens im Ort Cefalù zu einem Tornado. Zunächst handelte es sich noch um eine Wasserhose, diese ist in weiterer Folge aber über den Strand in die Stadt gezogen und hat für spektakuläre Bilder gesorgt.



Wasserhosen auch in Kalabrien

In der Region Kalabrien kam es im Bereich von Tropea bereits am Dienstag zu mehreren Wasserhosen, zum Teil wurden auch vier nebeneinander beobachtet. Wasserhosen gehören aus meteorologischer Sicht zu den Großtromben und sind nichts anderes als Tornados über einer Wasserfläche. Wenn diese auf Land treffen, spricht man von einem Tornado. Bei Wasserhosen handelt es sich in den meisten Fällen um lokale Verwirbelungen unterhalb einer Quellwolke, daher ist deren Stärke meist relativ schwach. Wenn sie auf Land treffen können sie aber dennoch gefährlich werden, da sie ausreichend hohe Windgeschwindigkeiten verursachen, um etwa größere Äste oder Strandliegen umstürzen bzw. abheben zu lassen.

Titelbild © Adobe Stock

Kleines Hochwasser an der Donau

Ein Italientief hat zu Wochenbeginn besonders am Alpennordrand für anhaltenden Regen gesorgt. Die größten Regenmengen von 110 bis 150 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden gab es vom Großraum Bad Tölz in Bayern bis zur Stadt Salzburg.

24-h-Regenanalyse bis Dienstagmittag.

Der Regen fiel im Einzugsgebiet der Donau, so führten etwa die Isar, der Unterlauf des Inns oder auch die Salzach bereits am Dienstag Hochwasser. Zum Teil wurde hier auch ein mittleres Hochwasser (HQ5 bis HQ10) verzeichnet. Mittlerweile haben die Wassermassen zum Teil schon den Hauptstrom der Donau erreicht, wo der Durchfluss mit Kraftwerken zusätzlich reguliert wird. Derzeit gibt es von Passau bis Wien ein kleines Hochwasser (HQ1-HQ5), was in diesem Ausmaß alle paar Jahre vorkommt. In Passau lag der Hochwasserscheitel bei knapp 800 cm. Zum Vergleich: Beim Donauhochwasser am 3.6.2013 erreichte es bis zu 1279 cm!

Der Pegel der Donau in Passau. © HWD Bayern

Badeverbot an der Neuen Donau

Die Neue Donau, der gradliniger Seitenarm der Donau in Wien, wurde als Entlastungsgewässer für den Hochwasserschutz gebaut. Normalerweise weißt er keine Strömung auf und ist vergleichbar mit einem Stausee. Wenn der Pegel in Korneuburg allerdings einen Wert von etwa 5,5 m erreicht (entspricht ungefähr der 1-jährlichen Hochwassermarke) beginnt Wasser in die Neue Donau einzutreten. Derzeit liegt der Pegel knapp über 6 m, dementsprechend weißt die Neue Donau eine Strömung auf und es herrscht Badeverbot.

Der Pegel am Nordrand Wiens in Korneuburg. © Hydro. Dienst Niederösterreich

Durchfluss am Einlaufbauwerk der Neuen Donau. © Hydro. Dienst Niederösterreich

Bereits am Donnerstag sollte der Pegel aber langsam wieder sinken. An den bevorstehenden, heißen Tagen in der zweiten Wochenhälfte wird sich das Wasser allerdings schlammiger und kühler als zuletzt präsentieren. Es wird zwar keine Strömung mehr geben, allerdings wird es noch eine Zeit lang dauern, bis die Wasserqualität wieder das gewohnte, hohe Niveau aufweisen wird. Man muss also abwarten, wie lange das Badeverbot dann noch in Kraft bleibt.

Titelbild: Donauinsel im Juni 2013 © N. Zimmermann

Steigende Pegel und lokale Überflutungen

Stellenweise waren es sogar über 200 Liter am Quadratmeter die entlang der Nordalpen in den letzten 48 Stunden zusammen kamen, besonders auf der Bayrischen Seite.

48-Stunden Niederschlagssummen bis 14 Uhr MESZ ©UBIMET

Auch wenn der Dauerregen in den Abendstunden nun abklingt, ist der Höhepunkt der Pegel an den Flüssen noch nicht erreicht. So wird der höchste Wasserstand an der Salzach sowie am Inn erst um Mitternacht erwartet. Auch am Wasserpegel der Donau werden die Regenmengen nicht spurlos vorbeigehen, die Hochwasserwelle wird hier im Laufe des Mittwochs erwartet.

Prognose Wasserstand des Inns in Schärding © Hydrograpischer Dienst OÖ

Im Südosten kräftige Gewitter

Während in der Nord- und Westhälfte des Landes eine nördliche Strömung deutlich kühlerer Luft brachte, lagern im Südosten des Landes noch warme und feuchte Luftmassen. So entwickelte sich kurz vor der Stadt Graz am Dienstagnachmittag ein kräftiges Gewitter und zog in Richtung Nordosten. Stellenweise fielen in kurzer Zeit über 50 Liter, dabei hat es auch wieder einmal Gleisdorf erwischt.

Ruhiges und zunehmend sommerliches Wetter

Das zuletzt wetterbestimmende Italientief zieht in den kommenden Tagen in Richtung Südosteuropa ab und von Westen her setzt sich Hoch DETLEF durch. Ab Freitag zeichnet sich dann landesweit für einige Tag sommerliches und ruhiges Wetter ab.

Titelbild: https://www.foto-webcam.eu/webcam/lofer

Hochwasser und Dauerregen

In der Nacht gab es vom Rheintal über das bayerische Alpenvorland bis ins Flachgau, inklusive der Stadt Salzburg, und weiter bis ins Hausruckviertel ergiebigen Dauerregen. Innerhalb von nur 12 Stunden fielen hier verbreitet 50 bis 80 l/m². Zwischen Chiemsee und der Stadt Salzburg sogar noch deutlich mehr mit 90 bis 120 l/m². Somit ist es wenig verwunderlich, dass die A8 im Großen Deutschen Eck derzeit wegen Überflutungen gesperrt ist.

Dementsprechend stiegen auch die Flüsse und hier vor allem die Saalach und Salzach deutlich an und erreicht ein 5 bis 10-jährliches Hochwasser. Der deutliche Anstieg der Saalach ist auch wunderbar durch die Foto-webcam bei Lofer erkennbar:

Wasserstand der Saalach seit 1. August

Kärnten betroffen

Ein zweiter Schwerpunkt lag gestern Abend bzw in der Nacht in Teilen von Kärnten. Hier sorgten Gewitter in kurzer Zeit für große Regenmengen. Betroffen ist dabei vor allem das Gebiet zwischen Villach und Feldkirchen. Hier gab es einige Überflutungen und Vermurungen

Wetterberuhigung in Sicht

Der starke Dauerregen in den Nordalpen lässt bis Mittag nach und am Nachmittag regnet es hier nur mehr schwach. Im Süden stellen sich längere trockene Phasen ein, am Nachmittag sind aber zur Grenze zu Slowenien nochmals lokal kräftige Gewitter mit Starkregen möglich. Am Mittwoch lässt der Tiefdruckeinfluss langsam nach und ab Donnerstag dominiert wieder heißes Sommerwetter.

Quelle Titelbild: www.terra-hd.de/marquartstein/

Nach Regen folgt mehr Regen

Am Montagnachmittag bildet sich in Norditalien ein kräftiges Tief aus, das dort für heftige Gewitter sorgt und nach Österreich sehr feuchte Luft steuert. Dazu liegt Dienstagnacht eine Tiefdruckrinne über Österreich, das heißt im Osten haben wir eine südliche Höhenströmung im Westen eine nördliche  Anströmung. Somit fällt vor allem vom Bodensee bis zum Mondsee von Montagabend bis Dienstagmittag ergiebiger Dauerregen mit lokal bis zu 100 l/m². Somit sind hier punktuell Vermurungen und Überflutungen zu befürchten.

Auch in Kärnten und Teilen der Steiermark gibt es bis Dienstagabend stellenweise größere Regenmengen. Hier ist es aber nicht der Dauerregen, sondern entweder starker gewittrig durchsetzter Regen für ein paar Stunden oder lokale Gewitter, die für große Niederschlagssumme sorgen.

Schwerpunkt lag bisher im Norden

In den vergangenen 24 Stunden gab es stellenweise schon große Regenmengen. Der Schwerpunkt lag Sonntagnacht und Montagvormittag vom Flachgau über das Traunviertel bis ins Waldviertel und den Großraum St. Pölten.


Bisher kaum Regen gab es ganz im Osten und Südosten und auch am Dienstag bleibt es in diesen Regionen oftmals trocken.

Titelbild: Adobe Stock

Gewitter und Starkregen zu Wochenbeginn

Eine Kaltfront nähert sich am Sonntag langsam aus Westen Österreich an, in deren Vorfeld entstehen in den kommenden Stunden zunehmend Schauer und Gewitter. Die Gewitter ziehen aber nur langsam, in der feuchten Luft kann es daher zu größeren Regenmengen in nur kurzer Zeit kommen.

Aktuelles Satellitenbild mit Kaltfront und Blitze

In der Nacht auf Montag bzw. Montagvormittag bleibt die Front quer über Österreich liegen und bringt vor allem vom Bodenseeraum über das Tiroler Unterland bis ins Most- und Waldviertel ergiebigen Regen. Dabei kommen oftmals 30-50 l/m² zusammen.

Italientief bringt noch mehr Regen

Am Montag bildet sich mit einem weiteren Trogvorstoß über Oberitalien ein kräftiges Tief, das ab Montagabend feuchte Luft nach Österreich steuert. Dabei regnet es besonders von Vorarlberg bis Oberösterreich bis Dienstagabend ergiebig. Aufgrund der großen Regenmengen steigt das Risiko für Vermurungen und Überschwemmungen an.

Kaum Regen fällt in den kommenden Tagen im Osten, vom Weinviertel über Wien bis ins Burgenland und die östliche Steiermark halten sich die Regenmengen in Grenzen.

Ein normaler Sommermonat: Juli war durchschnittlich warm

Schafberg am Mondsee

Ein normal temperierter Sommermonat

Verglichen mit dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 bilanziert der Juni 2020 mit einer Abweichung von wenigen Zehntel Grad nahezu ausgeglichen, die Abweichungen sind über den Großteil des Landes ähnlich verteilt. Einzig Vorarlberg sticht etwas heraus, im Ländle war der Juli nämlich um etwa 1 Grad zu warm. Auch wenn der Juli 2020 verglichen mit der Referenzperiode von 1981 bis 2010 durchschnittlich verlief, liegt dennoch einer der 45 wärmsten Julimonate der Messgeschichte hinter uns. Erklären lässt sich dies mit dem Klimawandel. Stellt man den Juli 2020 nämlich der vorangegangenen Referenzperiode von 1961 bis 1990 gegenüber, so beträgt die Abweichung schon gut +1,5 Grad. Dieser Zeitraum war noch nicht so stark vom Klimawandel beeinflusst, das Temperaturmittel in diesen 30 Jahren war schlicht nicht so hoch.

Temperaturabweichungen zum langjährigen Mittel von 1981-2010 im Juli.

Hitze- und Sommertage

Betrachtet man die Anzahl an Sommer- und Hitzetagen (also all jene Tage, an denen mindestens 25 bzw. 30 Grad gemessen wurden), sieht man, dass der Juli auch in dieser Hinsicht durchschnittlich verlief. 25 Sommertage waren es etwa in Hohenau an der March und in Andau, auch bei den Hitzetagen liegen diese Stationen mit 13 Tagen an der Spitze. Doch auch in höher gelegenen Orten wie Mariazell oder Holzgau schaffte der Juli am 28. des Monats einen Hitzetag. Dieser Tag war es auch, an dem die bislang höchste gemessene Temperatur in Österreich erreicht wurde: Bei 37,2 Grad schwitzte man in der Wiener Innenstadt, gut 36 Grad waren es am heißesten Tag des bisherigen Jahres aber auch in Innsbruck.

Anzahl der Sommertage im Juli 2020.
Anzahl der Heißen Tage im Juli 2020.

Große Unterschiede bei Regenmengen

Der zurückliegende Monat war – typisch für einen Hochsommermonat in Österreich – geprägt von zahlreichen Schauern und Gewittern und nur selten von flächendeckendem Regen. Im landesweiten Mittel ist dabei in etwa exakt so viel Regen gefallen wie in einem durchschnittlichen Juli, dabei gab es jedoch große lokale Unterschiede bei den Regenmengen. Deutlich zu trocken war der Juli in Vorarlberg und Tirol sowie punktuell im Osten. So fehlen etwa in Umhausen im Ötztal gut 60% auf eine ausgeglichene Regenbilanz, 44 statt 110 Liter pro Quadratmeter fielen hier. Im Gegensatz hierzu führt wiederholte Schauer- und Gewittertätigkeit in der Osthälfte vielerorts für einen Regenüberschuss. Besonders in Kärnten und der Steiermark beträgt dieser 40 bis 80%. Auf der Laßnitzhöhe bei Graz ist sogar die doppelte Regenmenge eines durchschnittlichen Julis zusammengekommen.

Niederschlagsabweichungen zum langjährigen Mittel von 1981-2010 im Juli.

Sonne erreicht Soll

Der Juli wurde seinem Ruf als sonnigster Monat im Jahresverlauf voll und ganz gerecht, praktisch im gesamten Land wurde das Soll an Sonnenstunden erreicht oder sogar leicht übertroffen. So erreichte Feldkirch mit 266 Sonnenstunden einen leichten Überschuss von 40 Stunden. Der absolut sonnigste Ort des Landes war jedoch Mörbisch, hier am Neusiedler See schien die Sonne in Summe 319 Stunden lang. Pro Tag bedeutet dies mehr als 10 Sonnenstunden, die man genießen konnte.

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Starkregen am Montag

Vorderseitig eines über der Nordsee aufziehenden Tiefs präsentiert sich der Samstag noch überwiegend sonnig und heiß, bereits am Sonntag sind aber mit Ausnahme des äußersten Ostens schon häufig Schauer und Gewitter zu erwarten, die lokal große Regenmengen bringen können. Die Kaltfront des Tiefs legt sich in der Nacht auf Montag schließlich über die Alpen, über Norditalien wird zudem die Bildung eines zweiten Tiefs ausgelöst. Die Kombination aus beiden führt besonders am Montag zu zeitweise kräftigem, teils gewittrigem Regen. Im Laufe des Dienstags stellt sich schließlich langsam eine Wetterbesserung ein, die nachfolgenden Tage präsentieren sich ruhiger.

Prognose des aufsummierten Niederschalgs nach dem ECMWF-Modell über 24h bis Dienstagvormittag @ UBIMET, ECMWF

In Summe zeichnen sich für den Zeitraum von Montagmorgen bis Dienstagvormittag vor allem im Westen und in der Mitte des Landes teils beachtliche Regenmengen ab, welche lokal für Behinderungen durch Überflutungen oder Muren sorgen können – insbesondere dort, wo es am Vortag durch lokale Gewitter womöglich schon kräftiger geregnet hat. Die größten Regenmengen von 50 bis 80 l/m² deuten sich von Osttirol und Oberkärnten bis in den Zentralraum Oberösterreichs sowie entlang der Alpennordseite vom Außerfern bis in die Kitzbüheler Alpen an, abseits davon sind westlich einer Linie St. Pölten – Klagenfurt häufig 30 bis 50 l/m² möglich.

Unsicherheiten bestehen aber noch bzgl. des genauen Timings, lokale Hotspots bzgl. der Regenmengen sind zudem erst kurzfristig näher zu bestimmen.

 

Titelbild: Prognose der aufsummierten Niederschlagsmenge von Sonntagnacht bis Dienstagmittag (36 h) @ UBIMET

Gewitter nochmals im Süden

Ein schwaches Hoch namens CLAWS sorgt verbreitet für freundliches Sommerwetter, nur südlich des Alpenhauptkamms liegt weiterhin noch feuchte und labile und somit gewitteranfällige Luft. Da der Wind in der Höhe aber deutlich abnimmt ist auch das Unwetterpotential nicht mehr ganz so groß wie am Mittwoch.

Die meisten Gewitter entstehen in Osttirol und Oberkärnten. Hier kann es lokal noch zu größerem Hagel von bis zu 3 cm kommen sowie lokal auch zu Starkregen. Somit sind Vermurungen und punktuell Überflutungen weiterhin möglich. Auch im übrigen Kärnten sowie von den Niederen Tauern bis zu den Fischbacher Alpen sind Gewitter noch möglich. Die Gewitter sind aber stark an die Berge gebunden und besitzen nur mehr ein geringes Unwetterpotential.

Rückblick auf den Mittwoch

Am Mittwoch gab es wie erwartet in Kärnten und der Steiermark stellenweise heftige Gewitter. Dabei kam es zu zu Sturmschäden und Überflutungen, wie hier in Stattegg, knapp nördlich von Graz:

Ein besonders starkes Gewitter brachte auch großen Hagel von bis zu  6 cm im Großraum von Völkermarkt in Unterkärnten. Hier eine Aufnahme von unseren Kollegen von Storm Science Austria:

Hier in Nahaufnahme von Birgit Piko:

Titelbild: Storm Science Austria

Erste, kurze Hitzewelle steht in den Startlöchern

Hitze im Sommer

Bislang gab es im Sommer 2020 zwar ein paar sehr heiße Tage, diese waren aber stets von Kaltfronten mit Gewittern unterbrochen. In der zweiten Wochenhälfte gerät der Alpenraum nun unter den Einfluss eine Hochs namens CLAWS und aus Westen gelangen neuerlich sehr warme Luftmassen ins Land, tatsächlich kann man sogar von der ersten, kurzen Hitzewelle des Sommers sprechen. Es gibt zwar keine einheitliche Definition einer Hitzewelle, meist sagt man aber, dass die Temperatur an einem Ort an mindestens drei Tagen in Folge 30 Grad oder mehr erreichen muss.

Hoch CLAWS sorgt für die erste kurze Hitzewelle. (Graphik: FU Berlin / DWD).

Sehr heiß im Westen

Die Temperaturen sind zwar im Vergleich zu Dienstag deutlich zurückgegangen, auch heute gab es im östlichen Flachland und im Süden allerdings örtlich Höchstwerte knapp über 30 Grad (zur Tagesstatistik). In den kommenden Tagen wird es neuerlich wärmer, so erreichen die Temperaturen von Donnerstag bis Samstag von Vorarlberg bis ins östliche Flachland täglich 30 Grad oder mehr, am heißesten wird es mit bis zu 35 oder vereinzelt sogar 36 Grad am Samstag im Westen des Landes. Die Hotspots sind hier der Walgau rund um Bludenz sowie das Oberinntal von Imst bis Innsbruck. Hitzegewitter sind nur vereinzelt im südlichen Bergland zu erwarten, somit gibt es verbreitet gutes Badewetter.

Prognose der Höchstwerte am Samstag (MOS-Lauf von Mittwoch 0 UTC). © UBIMET

Am Sonntag folgt aus Westen dann die nächste Kaltfront mit Schauern und Gewittern, im Osten wird es tagsüber aber aus heutiger Sicht nochmals sommerlich heiß mit Höchstwerten zwischen 28 und 32 Grad.

Temperaturtrend in 1500 m für Salzburg im Vergleich zum langjährige Mittel (=rot).

Am Mittwoch kräftige Gewitter im Süden

Mitteleuropa liegt derzeit unter dem Einfluss von Tief DANA, dessen Kern sich mittlerweile vor der Küste Norwegens befindet. Im Vorfeld der Kaltfront gab es am Dienstag schwere Unwetter mit großem Hagel und Sturmböen, wir berichteten darüber hier. Mittlerweile erstreckt sich die stationäre Kaltfront von Südbayern über Oberösterreich bis nach Tschechien, unter dem Einfluss eines Zwischenhochs ist sie aber nicht wetteraktiv. Im Süden und Südosten Österreichs lagern dagegen weiterhin feuchte und energiereiche Luftmassen.

Die Kaltfront von Tief DANA liegt stationär an der Alpennordseite.

Kräftige Gewitter im Süden

Im Laufe des Nachmittags muss man zunächst über den Bergen vom Alpenhauptkamm bis zum Semmering-Wechsel-Gebiet mit ersten Schauern und Gewittern rechnen. Diese ziehen dann unter Verstärkung süd- bis südostwärts, somit besteht am späten Nachmittag und Abend von Osttirol über Kärnten bis in den äußersten Südosten des Landes örtlich die Gefahr kräftiger Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. In der Nacht beruhigt sich das Wetter wieder.

Simulierte Radarreflekitvität am Mittwochnachmittag und -abend (RACE/UBIMET).

Titelbild: Storm Science Austria

Unwetter brachten 136.000 Blitze, Hagel und Sturm

Hagel

Die Kaltfront eines Nordseetiefs namens DANA lag am Dienstag quer über Süddeutschland. An ihrer Südflanke strömte aus Südwesten sehr heiße Luft ins Land und in jedem Bundesland wurde die 30-Grad-Marke überschritten. Besonders heiß war es im Inntal sowie in Niederösterreich und Wien, hier wurden Temperaturen bis zu 36, in der Wiener Innenstadt sogar 37 Grad gemessen.

Höchstwerte pro Bundesland am Dienstag.

Die Kombination aus energiereicher Luft und starker Höhenströmung an der Südflanke der Kaltfront haben zu idealen Bedingungen für schwere Gewitter geführt. Das Blitzortungssystem der UBIMET-Gruppe registrierte im Hochpräzisionsmessbereich über ganz Österreich verteilt exakt 136.063 Blitze (Wolken- und Erdblitze). Das ist der bislang höchste Wert des Sommers, gefolgt vom 1. Juli mit 107.426 Entladungen. Auf Bezirksebene gab es die meisten Blitze in Liezen in der Steiermark mit etwa 22.000 Entladungen, die höchste Blitzdichte gab es hingegen im Nordwesten Wiens. Damit war der Dienstag der blitzreichste Tag in der Bundeshauptstadt seit dem 2. Mai 2018.

Blitzdichte am Dienstag.
Blitzanzahl Blitze/km²
Niederösterreich 37.086 1.9
Steiermark 33.537 2.0
Oberösterreich 30.300 2.5
Salzburg 16.080 2.3
Tirol 9.976 0.8
Wien 3.052 7.4
Vorarlberg 2.868 1.1
Burgenland 1.999 0.5
Kärnten 1.165 0.1

 

Gemeinden mit der höchsten Blitzdichte

  • Mauerbach (NÖ) 38.8 Blitze pro km²
  • Gablitz (NÖ) 37.3 Blitze pro km²
  • Wien Hernals (W) 33.0 Blitze pro km²
24h-Regensummen bis Mittwochmorgen.

Hagel und Sturm

Die Gewitter haben nicht nur für viele Blitze und Starkregen gesorgt, sondern auch für großen Hagel und teils orkanartige Böen. Besonders große Schäden durch Hagel um 5 cm gab es im Großraum Feldkirch in Vorarlberg, in einem Streifen von Waldzell bis nach Ottnang im oberösterreichischen Hausruckviertel und am Traunsee. Die stärksten Windböen wurden im Tullnerfeld mit 103 km/h und in Zell am See mit 99 km/h gemessen.

Stärkste Blitze in Tirol und Wien

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in Reutte in Tirol gemessen: Spitzenreiter ist eine Entladung mit rund 305 kA. In kürzester Zeit wurde dabei fast 20.000 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist. An zweiter Stelle folgt ein Blitz mit 188 kA in Berwang (Bezirk Reutte) und an dritter Stelle eine Entladung mit 182 kA in Wien-Donaustadt.

Blitzeinschlag am Dienstagabend in der Buckligen Welt. (www.foto-webcam.eu)

 

Hitze und schwere Unwetter am 28. Juli

23:25 Gewittrige Lage beruhigt sich allmählich

Vereinzelt gehen noch gewittrige Schauer nieder, doch im Allgemeinen beruhigt sich die Lage nun. Wir beenden hiermit den Liveticker, hoffen euch damit gut durch den Nachmittag und Abend begleitet und informiert zu haben und vor allem, dass niemand zu Schaden gekommen ist!

Vor der morgen noch kommenden Bilanz des bisher in diesem Jahr heißesten und sehr blitzreichen Tages gibt es jetzt noch eine erste Daten-Zusammenfassung:

Aufgrund des Zustroms sehr warmer Luftmassen aus Südwesteuropa konnten die Temperaturen bei nahezu ungetrübter Sonneneinstrahlung auf bis zu 37,2 Grad – wie in Wien, Innere Stadt ansteigen.

Zuerst konnten sich am Nachmittag im Bergland einzelne Hitzegewitter bilden, doch mit Annäherung der Kaltfront des Tiefs DANA bei Schweden bildeten sich in den Abendstunden erste kräftigere Gewitter, die sich in weiterer Folge zu einer ganzen Linie quer durch Österreich zusammenschlossen. Besonders betroffen waren dabei die nördlichen Bundesländer, was man auch gut an der folgenden Liste der Blitzentladungen erkennen kann. Südlich der Alpen blieb es hingegen noch verhältnismäßig ruhig. Dies ändert sich allerdings mit dem morgigen Tag, denn da werden speziell im Süden kräftige Gewitter erwartet.

Die kräftigen Gewitter brachten nicht nur Hagel mit 4 bis 6 cm Größe und große Niederschlagsmengen in sehr kurzer Zeit, …

…, sondern auch stürmische Böen bei sogenannten downbursts:

 

Wir wünschen hiermit noch einen ruhigen Abend und besonders bei der Abkühlung auch einen erholsamen Schlaf!

 

 

23:25 Kräftiges Gewitter im Südburgenland

Ein kräftiges Gewitter geht derzeit im Südburgenland nieder. Ansonsten ist vereinzelt noch mit gewittrigen Schauern zu rechnen.

Einen Dank wollen wir an Joe Lienharter richten, der uns folgende fotografische Zusammenfassung der Blitze über Wien zukommen lies:

Blitze über Wien – Joe Lienharter

23:10 Uhr – Gewitter ziehen allmählich nach Osten ab

Blitzverlauf

Derzeit gehen kräftige Gewitter im Nord- und Mittelburgenland nieder, wie auch in Kärnten. Allmählich zieht die Gewitterlinie aber nach Osten ab.

22:40 Uhr – Erste Zwischenbilanz

An der Station Wien – Hohe Warte wurde mit Aufzug des Gewitters und einsetzendem Regen ein Temperatursturz von 30,5 Grad auf 21,1 Grad binnen 20 min registriert.
In Bad Mitterndorf wurden mit den Gewittern bisher 55,6 Liter/m² gemessen und in Zell am See Spitzenböen von 99 km/h.

Blitz-Schnapschuss bei Schwarzenbach 22:20 Uhr – foto-webcam.eu

21:45 Uhr – Kräftiger Regen und Sturm in Wien

Die Station Wien Hohe Warte hat in der letzten Stunde über 37 Liter/m² gemessen, zudem war es auch sehr windig: In der Innenstadt erreichten die Windspitzen 82 km/h.

Radarbild und die aktuellen Messwerte der letzten Stunde um 21:45: Niederschlagssumme in Liter/m². Quelle: UBIMET, ACG

21:00 Uhr – Unwetter in der Obersteiermark

Auch in der Obersteiermark geht es jetzt heftig zur Sache! In Kalwang wurden 92 km/h gemessen, Schoberpass 112 km/h!

Quelle: UBIMET, ACG

20:55 Uhr – Schwere Sturmböen in Wien

Jubiläumswarte hat gerade 98 km/h gemeldet!

20:50 Uhr – Gewitterlinie quer über Österreich

Eine imposante Gewitterlinie zieht sich gerade quer über Österreich. Gebracht hat sie bisher verbreitet schwere Sturmböen und kräftigen Regen.

Gewitterlinie über Österreich
Blitzverlauf

20:25 Uhr – Starkes Gewitter zieht über Wien auf

Achtung Unwettergefahr!

Aktuelle Gewittersituation in NÖ, W

20:15 Uhr – Blitze über Wien

In den kommenden Minuten zieht ein Gewitter über Wien hinweg! Im Tullner Feld sind gerade schwere Sturmböen von 103 km/h gemessen worden.

20:00 Uhr – Gewitter über Krems

Ein kräftiges Gewitter ist über der Wachau entstanden, bald werden die Gewitter das Wiener Becken erreichen!

Gewitter über Niederösterreich. Quelle: UBIMET, ACG

19:30 Uhr  – Erste Gewitter in NÖ

Die Gewitterlinie hat auch das Mostviertel erreicht und im Waldviertel gibt es auch Neuentwicklungen. Im Salzburger Tennengau und im Salzkammergut fällt kräftiger Regen: Abtenau 42, Altmünster knappe 19 Liter auf m² in einer Stunde!

Aktuelle Gewittersituation. Quelle: UBIMET, ACG

19:00 Uhr – Schwere Sturmböen in Zell am See

93 km/h wurde soeben in Zell am See gemessen, Schmittenhöhe über der Stadt misst sogar 103 km/h!

Zell am See @ www.foto-webcam.eu

18:45 Uhr – Großer Hagel im Hausruckviertel

Im Salzburger Land und in Oberösterreich ziehen gerade schwere Gewitter mit großem Hagel durch. Meldungen aus dem Hausruckviertel zufolge sind Hagelkörner von bis zu 5 cm Durchmesser dabei!

Gewitter in Salzburg und Oberösterreich, Zellen im Hausruckviertel: roter Kreis
@ Nicole Eichberger/ Facebook Wetter-Hausruckviertel
@ Silvia Helml/Facebook Wetter-Hausruckviertel

18:20 Uhr – Hagel im Rheintal

In Vorarlberg ist gerade eine heftige Zelle über das Rheintal in Richtung Osten hinweg gezogen, dabei sind Hagelkörner von 2 bis 3 cm gefallen (Bild aus Götzis).

Hagel in Götzis
Webcam-Bild aus Röthis im Rheintal (V) @ www.foto-webcam.eu

17:45 Uhr  – Gewitter-Update

Die heftigsten Gewitter ziehen derzeit über das oberösterreischische Innviertel sowie im Grenzbereich Tirol-Bayern. In Achenkirch (T) wurden rund 15 Liter in wenigen Minuten gemessen.

Aktuelle Gewittertätigkeit, Quelle: UBIMET,ACG

 

17:25 Uhr – Gewitter in Innsbruck

Über Innsbruck ist gerade eine Gewitterzelle hinweggezogen, dabei hat die Station an der Uni 93 km/h gemessen!

Gewitter über Innsbruck @ www.foto-webcam.eu

16:15 Uhr – 37 Grad in Wien!

Die 37 Grad wurden soeben in Wien geknackt, aktuell misst man in der Inneren Stadt 37,1 Grad!

16:00 Uhr – Kräftige Gewitter im Westen

Auch im Westen und Südwesten geht es jetzt los, in Außerfern und Osttirol werden gerade erste Gewitter registriert. In Vorarlberg wird es wohl auch nicht mehr lange dauern, denn von der Schweiz nähert sich bereits ein kräftiges Gewitter.

Aktuelle Blitzverteilung im Westen Österreichs.

15:45 Uhr –  Gewitter in der Steiermark

In der Obersteiermark sind zwischen den Tauern und dem Grazer Bergland mehrere lokale Gewitter entstanden.

Blitzverteilung und Radar, Quelle: UBIMET, ACG

15:00 Uhr – Bisher heißester Tag des Jahres

Den bisher heißesten Tag gab es mit 35,5 Grad am 10. Juli. Dieser Rekord wurde heute übertroffen, die Wiener Innenstadt misst bereits 35,9 Grad!

14:20 Uhr – Erste Gewitter

Ein erstes Gewitter nähert sich von Liechtenstein dem Walgau und Montafon an.

Aktuelle Blitzverteilung

Ein weiteres Gewitter bildet sich aktuell auch übe den Niederen Tauern.

13:50 Uhr – Hitzepol Wien

Das bisher heißeste Pflaster ist nun in Wien zu finden. Im Botanischen Garten werden derzeit 34,5 Grad gemessen. Größere Quellwolken gibt es nun schon in Vorarlberg und in der Obersteiermark. Hier wird es bald mit Gewitter losgehen

Aktuelles Satellitenbild mit Blitzentladungen der letzen 60 min

13:00 Uhr – Gewitter am Bodensee

In Österreich herrscht noch überall der Sonnenschein und der Hitzepol liegt mit 33,9 Grad weiterhin in Pottschach-Ternitz. Ein erstes kräftiges Gewitter ist nun am Westufer des Bodensees entstanden.

Aktuelle Radar und Blitzdaten

 

12:15 Uhr – Hitzepole in den Bundesländern

11:30 Uhr – 30 Grad in Wien

Die Wiener Innenstadt hat nun auch die 30 Grad Marke erreicht. Hitzepol ist weiterhin Pottschach-Ternitz mit jetzt schon 32,2 Grad.

10:45 Uhr – Große Unwettergefahr

Gewittergefahr am Dienstag und Dienstagnacht

Ab dem Nachmittag bilden sich teils schwere Gewitter. Erste heftige Gewitter entstehen wohl in der Obersteiermarrk sowie in der Wechselregion bereits am frühen Nachmittag, ab dem Abend zieht dann von Vorarlberg und Tirol ausgehend eine Gewitterlinie übers Land. Die Gewitter haben heute das Potential für großen Hagel bis zu 5 cm Korngröße sowie schwere Sturmböen von bis zu 100 km/h! Außen vor bleibt der Süden des Landes.

10:30 Uhr – 30 Grad geknackt

Der bisherige Temperaturrekord von 35,5 Grad am 10 Juli in der Wiener Innenstadt wird heute knapp gebrochen werden. Schon jetzt um 10:30 Uhr erreichen die ersten Orte im Osten von Österreich die 30 Grad-Marke, hier die Top 3:

  • Pottschach-Ternitz 31,0 Grad
  • Berndorf 30,2 Grad
  • Puchberg am Schneeberg 29,3 Grad

 

36 Grad – morgen heißester Tag des Jahres

Brütende Hitze am Dienstag

Bis dato steht der 10. Juli als bislang heißester Tag des Jahres in den Chroniken, an diesem Tag wurde mit 35,5 Grad in der Wiener Innenstadt auch die höchste Temperatur 2020 gemessen. Im Vorfeld von Tief DANA mit Kern über der Nordsee erreicht uns morgen aber noch heißere Luft, die Temperaturen klettern im Großteil des Landes deutlich über die 30-Grad-Marke.

Tief DANA schaufelt heiße Luft heran.

Die Spitzenwerte liegen am Dienstag im Bereich von 36 oder vereinzelt sogar 37 Grad, die Hitzepole befinden sich dabei in

  • Niederösterreich
  • Wien
  • und dem Nordburgenland

Wer der Hitze entfliehen will, muss hoch hinaus. Denn selbst auf 1.500 m werden rund 25 Grad erreicht, verhältnismäßig frische 13 Grad gibt es in 3.000 m Seehöhe.

Am Abend Unwettergefahr

Im Laufe des Abends werden dann aber neben der Hitze auch heftige Gewitter mehr und mehr die Schlagzeilen bestimmen. Die Kaltfront von Tief DANA ist nämlich nicht weit entfernt, vor der Front herrschen optimale Bedingungen für die Entstehung von Unwettern. Los geht’s am späten Nachmittag bzw. frühen Abend mit ersten kräftigen Hitzegewittern von Vorarlberg bis zur Obersteiermark, im weiteren Verlauf ziehen diese dann nordostwärts aus den Bergen hinaus. Somit muss man sich in den späten Abend- und Nachtstunden auch in Ober- und Niederösterreich auf teils kräftige Gewitter einstellen. Außen vor dürfte dagegen der Süden und Osten bleiben.

Hier die Unwettergefahr für morgen skizziert:

Große Gewittergefahr am Dienstag.

Markant dürfte aber auch der Wind werden: Mit Durchzug der Gewitter sowie in deren Vorfeld frischt vom Innviertel bis in den Großraum Wien kräftiger bis stürmischer Westwind auf.

Kurze Abkühlung am Mittwoch

Am Mittwoch liegt die Kaltfront dann genau über den Alpen, aus der Nacht heraus regnet es von Vorarlberg bis ins östliche Flachland schauerartig. Rasch wird es hier aber schon wieder sonnig, am Nachmittag sind von Osttirol bis ins Südburgenland noch einmal kräftige Gewitter zu erwarten. Hier wird es mit bis zu 30 Grad auch am wärmsten, sonst kühlt es auf 22 bis 28 Grad ab.

Diese Abkühlung ist aber nur von kurzer Dauer, denn schon am Donnerstag erreicht uns ein neuer Schwall heißer Luft aus Südwesteuropa. 25 bis 32 Grad werden erreicht, wobei die 30-Grad-Marke im Inntal sowie im lokal auch im östlichen Flachland geknackt wird.

Noch heißer dürfte aus heutiger Sicht der Freitag werden, die Temperaturen klettern auf 28 bis 35 Grad. Der Hitzepol wird dabei im Westen des Landes sein.

Gewitter im Osten

Quelle: https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien/2020/07/26/1430

Im Vorfeld der Kaltfront herrschte in Ostösterreich Südwest- bis Südostwind. Hinter der Kaltfront frischte der Wind aus West auf. Daraus resultierend bildete sich über dem Wienerwald ein Bereich, in dem die Luft bodennah zusammenströmt. Folglich weicht die Luft vertikal nach oben aus: Voilà, schon wurden entlang dieser sogenannten Konvergenzlinie etliche Gewitter ausgelöst, wie auch in folgender Karte von 14:10 Uhr zu sehen ist:

Über dem Alpenostrand strömte die Luft zusammen -> ideale Voraussetzungen für linienartige Gewitter. Quelle: UBIMET, ACG
Über dem Alpenostrand strömte die Luft zusammen -> ideale Voraussetzungen für linienartige Gewitter. Quelle: UBIMET, ACG
Der Aufwind im Wienerwald. Quelle: foto-webcam.eu, UBIMET
Der Aufwind über dem Wienerwald um 14:00 Uhr. Quelle: foto-webcam.eu, UBIMET

Mit Verlagerung nach Osten fiel im Bereich Brunn am Gebirge/Vösendorf/Inzersdorf sintflutartiger Regen und kleiner Hagel; An der Station Brunn am Gebirge  wurden knapp 31 l/m² registriert!

Die Reste der Linie erreichte in abgeschwächter Form, aber nicht weniger spektakulär den Flughafen Wien Schwechat (Blickrichtung West):

Gewitter mit Kurs auf LOWW (Wien Schwechat). Quelle: Panomax
Gewitter mit Kurs auf LOWW (Wien Schwechat). Quelle: Panomax

Hochsommerlich in die neue Woche, kaum Gewitter

In der neuen Woche erwarten uns bis zu 36 Grad, mehr dazu in diesem Blog-Beitrag: https://uwz.at/de/a/neue-woche-bringt-badewetter-mit-abstrichen

 

Titelbild: Wien um 14:30 Uhr von der Unwetterzentrale aus gesehen. Quelle: foto-webcam.eu

Arktische Wärme: Neuer Temperaturrekord auf Spitzbergen

Karte

Longyearbyen ist der größte Ort auf der zu Norwegen gehörenden Inselgruppe Spitzbergen im arktischen Eismeer und eine der nördlichsten Siedlungen der Erde. Dieser Ort ist für Forscher besonders interessant und sorgt häufig für Schlagzeilen, da die Klimaerwärmung hier besonders markant ausfällt: Die Temperaturen liegen hier nämlich nahezu durchgehend über dem langjährigen Mittel von 1961 bis 1990, in den letzten 115 Monaten war lediglich ein einziger Monat kühler als normal! Am Samstag wurde nun ein neuer Allzeitrekord aufgestellt, so erreichte die Temperatur in den Abendstunden einen Wert von 21,7 Grad.


Klimaerwärmung in der Arktis

Allgemein erwärmt sich die Arktis im Zuge des Klimawandels teils mehr als dreimal so schnell wie der Rest der Welt, Wissenschaftler sprechen daher auch von der sogenannten „Polaren Verstärkung“ bzw. „Arctic Amplification„. Hierfür spielen die veränderte Strahlungsbilanz sowie die Eis-Albedo-Rückkoplung eine entscheidende Rolle. Seit 1961 ist die mittlere Temperatur am Flughafen von Spitzbergen bereits um mehr als 5 Grad gestiegen! Besonders extrem fällt die Erwärmung in den Wintermonaten aus, da es immer weniger Meereis im Bereich der Inselgruppe gibt. Zum Vergleich: In Wien ist die Temperatur im selben Zeitraum um gut 2 Grad gestiegen bzw. weltweit um 1 Grad. Die Geschwindigkeit der Erwärmung ist rund um Spitzbergen also deutlich schneller als hierzulande. In der folgenden Graphik sieht man beispielsweise die Abweichungen der Temperatur im vergangenen Jahr pro Breitengrad: Besonders die hohen Breiten der Nordhalbkugel fallen hier markant auf.


Extreme Wärme in Sibirien

In diesem Jahr ist vor allem der Norden Sibiriens von außergewöhnlich hohen Temperaturen betroffen. Erst im Juni wurde etwa mit 38 Grad im russischen Ort Werchojansk die höchste, jemals gemessene Temperatur im gesamten Polarkreis  egalisiert. Entsprechend geht es auch mit der arktischen Meereisausdehnung rapide bergab: Zu dieser Jahreszeit gab es noch nie eine so geringe Eisausdehnung wie aktuell. Das jährliche Minimum wird meist im September erreicht, derzeit befinden wir uns somit auf (Negativ-)Rekordkurs.

Titelbild © Google Earth

Neue Woche bringt Badewetter mit Abstrichen

Bis zu 36 Grad am Dienstag

Wie auch immer die verschiedenen Vorlieben sind, in der neuen Woche ist für alle etwas dabei. Nach einem noch phasenweise bewölkten Sonntag scheint die Sonne vor allem am Montag und Dienstag im ganzen Land, häufig bleibt es dabei trocken. Zunächst liegen die Temperaturen im angenehmen sommerlichen Bereich zwischen 24 und 30 Grad, am Dienstag wird jedoch vorübergehend sehr heiße Luft in den Alpenraum geführt. Landesweit gesehen zeichnet sich der heißeste Tag des bisherigen Jahres ab, denn nahezu überall sind 30 Grad und mehr zu erwarten, selbst in höheren Lagen um 1000 m. Auf bis zu 36 Grad steigt die Temperatur hingegen im Flachland und in manchen Tälern, in allen Landeshauptstädten sind 33 bis 35 Grad in Aussicht.

Aufnahme vom Thiersee im Kufsteinerland © QYINT, Niclas Weninger

Tiefausläufer am Mittwoch, nachfolgend wieder Badewetter

Doch was wäre dieser Sommer ohne zwischenzeitlichen Tiefdruckeinfluss? Eine Kaltfront erreicht die Alpen am Mittwoch, damit überwiegen an der Alpennordseite die Wolken bei wiederholtem Regen und nur 22 bis 27 Grad. Im Süden und Osten kommen nach einer sonnigen und heißen ersten Tageshälfte vermehrt Schauer und Gewitter auf, hier werden nochmal bis zu 33 Grad erreicht.

Für die nachfolgenden Tage zeichnet sich schließlich wieder beständigeres Badewetter ab. Im Flach- und Hügelland überwiegt der Sonnenschein, im Bergland bilden sich zum Abend hin ein paar Wärmegewitter. Mit meist 25 bis 33 Grad bleiben die Temperaturen auf hochsommerlichem Niveau.

 

Aufnahme vom Thiersee im Kufsteinerland © QYINT, Niclas Weninger
Aufnahme vom Thiersee im Kufsteinerland © QYINT, Niclas Weninger

Ticker-Nachlese: Kräftige Gewitter am Freitag

Gewitter über den Bergen

Anbei ein Überblick der Regenmengen am Freitag. Lokal gab es große Regenmengen in kurzer Zeit wie etwa in Deutschlandsberg, wo es mitunter auch zu Vermurungen kam. Örtlich kam es zudem auch zu Hagelschlag. In der Nacht auf Samstag fällt besonders im Südosten noch zeitweise kräftiger Regen.

Niederschlagsanalyse bis 19 Uhr.

+++ Update 17:45 +++

Derzeit gehen in der Südsteiermark und in Oberkärnten noch lokale Gewitter nieder, so gab es etwa in Obervellach 15 Liter pro Quadrameter Regen und Böen bis knapp 50 km/h. Allgemein ist die Unwettergefahr derzeit aber nur gering.

+++ Update 17:05 +++

Auch in Oberösterreich haben die Gewitter örtlich für Hagel gesorgt, wie etwa in Sierning im Bezirk Steyr.

Anbei noch die bislang nassesten Wetterstationen in den vergangenen 6 Stunden:

  • 34 mm Weyer
  • 32 mm Reichenau an der Rax
  • 28 mm Puchberg am Schneeberg
  • 25 mm Deutschlandsberg
  • 22 mm Buchberg
  • 19 mm Tannheim
  • 17 mm Kremsmünster
  • 17 mm Golling

+++ Update 16:35 +++

Achtung, ein kräftiges Gewitter mit Starkregen, kräftigen Windböen und lokal auch Hagel zieht derzeit über den Raum Deutschlandsberg hinweg in Richtung Groß Sankt Florian.

Die Gewitter im Tullnerfeld haben sich dagegen abgeschwächt, in Langenlebarn wurden allerdings noch Böen bis 75 km/h gemessen.

+++ Update 15:50 +++

Die meisten Blitze gab es bislang in Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark. Aktuell gehen die stärksten Gewitter im Mühlviertel, im Tullnerfeld sowie auf der Koralpe nieder.

Blitze am Freitag.

+++ Update 15:35 +++

Das Gewitter über dem Norden Wiens hat sich wieder abgeschwächt, lokal gab es hier Starkregen und kleinen Hagel. Die heftigsten Gewitter befinden sich im Mostviertel rund um St. Pölten bzw. im Tullnerfeld. Hier besteht lokal die Gefahr von kleinräumigen Überflutungen und Hagel. Anbei ein Bild aus 3034 Burgstall:

+++ Update 14:45 +++

Und schon ist der Regen da …

Radarbild von 14:40 Uhr @ UBIMET, ACG

+++ Update 14:30 +++

Wien: Nach derzeitigem Stand zieht das Gewitter aus dem Vorposting wohl über dem Wienerwald westlich an der Stadt vorbei. Regen kommt aber unabhängig davon, zudem bilden sich direkt über der Stadt gerade neue Schauer. Nicht ausgeschlossen, dass diese ebenso Blitz und Donner bringen.

Webcambild von 14:30 Uhr @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien

+++ Update 14:00 +++

Gefährlich sind aktuell zwei Gewitterzellen: eine im Bereich Knittelfeld im Murtal und eine weitere, welche gerade im Wienerwald entstanden ist. Generell verlagert sich alles langsam nach Nordosten, auch für Wien wird es zumindest interessant:

Radarbild von 13:50 Uhr @ UBIMET, ACG

+++ Update 13:15 +++

14 l/m² sind in der letzten Stunde in Puchberg am Schneeberg gefallen. Derweil zeigt die Webcam in Puchenstuben im Mariazellerland nach Norden zu die zahlreichen Quellungen:

Webcam Puchenstuben @ http://puchenstuben.it-wms.com/big_current1.jpg

+++ Update 12:30 +++

Die kräftigsten Gewitter befinden sich derweil im Mühl- und Waldviertel. Aus Mardetschlag bei Freistadt wird Hagel gemeldet:

+++ Update 12:00 +++

Ein kurzer Blick nach Italien, denn dort lagert heute die richtig gefährliche Luftmasse. Nicht weit entfernt von Mailand sind in den frühen Morgenstunden bereits diese, geschätzt 6 cm mächtigen Trümmer vom Himmel gefallen:

+++ Update 11:45 +++

Radarbild von 11:40 Uhr @ UBIMET, ACG

Das aktuelle Radarbild zeigt Schauer und erste Gewitter vor allem im Waldviertel und der Obersteiermark. Sie verlagern sich nur langsam nach Osten und weisen noch keine große Lebensdauer auf.

+++ Update 11:15 +++

Satellitenbild und detektierte Blitze von 11:15 Uhr @ UBIMET, nowcast, EUMETSAT

Über Nacht ist ein mächtiger Gewittercluster über Slowenien nach Osten gezogen. Zwar hat er sich inzwischen aufgelöst, seine Wolken sorgten aber im Südosten und Osten für einen recht bewölkten Start in den Tag. In Wien ist inzwischen die Sonne raus gekommen, von Deutschlandsberg bis in den Seewinkel dauert es aber noch ein wenig. Entsprechend ist hier erst später am Tag mit Gewittern zu rechnen.

Nicht so von Kärnten bis ins Mühl- und Waldviertel. Hier ging es bereits sonnig los und die sehr feuchte Luft wird bereits jetzt gehoben, erste Schauer und Gewitter entstehen. Von ihnen geht vorerst noch keine Unwettergefahr aus.

Vorarlberg und Tirol werden ebenfalls von einem Gewittersystem über Oberitalien beeinflusst, Wolken dominieren und am Alpenhauptkamm fällt Regen.

 

Titelbild @ https://stock.adobe.com

Bestimmung von Gewitterentfernungen

Gestern in den Abendstunden entwickelte sich westlich von Graz ein kräftiges Gewitter, das in weiterer Folge die Stadt selbst traf. Beobachten konnte man die Gewitterwolke aber selbst noch von Wien aus:

Cumulonimbus – 23.07.2020 – 145 km Entfernung – foto-webcam.eu

In unseren Breiten können Gewitterwolken Höhen von 10 bis 12 km erreichen, die eher seltenen Winter-Gewitter hingegen nur etwa 8 km. Mit ein bisschen Schulgeometrie kann man die Entfernung einer Gewitterwolke bestimmen. Verwendet man den Satz des Pythagoras, beachte dabei die Erdkrümmung und die atmosphärische Refraktion – die Lichtbrechung – ergibt die Entfernung des Horizontes zu einem erwachsenen Menschen etwa 5 km. Nun reichen Gewitterwolken aber in angesprochen große Höhen und sind somit noch aus deutlich weiteren Entfernungen sichtbar.
Für eine theoretisch gerade noch sichtbare Gewitterwolke mit einer Höhe von etwa 12 km ergibt sich eine maximale Entfernung von 430 km.

Cumulonimbus – 23.07.2020 – 140 km Entfernung – foto-webcam.eu

Zeitverzögerung zwischen Blitz zu Donner

Nicht unerlässlich ist aber auch aus dem zeitlichen Abstand zwischen Blitz und Donner auf die Entfernung zu einem Gewitter schließen zu können.

Das Licht eines Blitzes legt pro Sekunde etwa 300.000 km zurück. Selbst bei Gewittern mit einer maximal noch sichtbaren Entfernung von etwa 430 km sieht man einen Blitz somit nahezu gleichzeitig mit seiner Entstehung.
Der Schall hat hingegen nur eine Geschwindigkeit von etwa 300 m pro Sekunde. Tritt ein Blitz in 1 km auf, hört man dessen Donner somit erst nach 3 Sekunden.
Allgemein gilt: Zählt man die Sekunden zwischen Blitz und Donner und teilt diese durch 3, so erhält man die ungefähre Entfernung zum Gewitter in Kilometern.
Beispiel: Liegen zwischen Blitz und Donner etwa 12 Sekunden, trat der Blitz in ca. 4 km Entfernung auf.

 

Titelbild: Cumulonimbus – Quelle: pixabay.com

Juli: Höhepunkt der Gewittersaison

Die Gewittersaison in Österreich erreicht in diesen Wochen im Mittel ihren Höhepunkt. Nach einem ausgesprochen schwachem Start in die Saison – dem schwächsten seit Messbeginn – gab es im Juli vor allem in Teilen der Steiermark und Niederösterreichs viele Blitze (Wolken- und Erdblitze):

  • 138.000 Steiermark
  • 106.000 Niederösterreich
  • 71.000 Oberösterreich

Mittlerweile liegt die Steiermark auch wieder an der Spitze vom Bundesland-Ranking seit Jahresbeginn. Die höchste Blitzdichte gab es im Bezirk Weiz, den stärksten Blitz mit 306 kA dagegen in Anras im Bezirk Lienz.

Vorläufige Blitzdichte im Sommer 2020 (bis 23.7.)

Wenn man die vorläufige Blitzdichte im Sommer 2020 mit jener vom Vorjahr vergleicht, fällt auf, dass es in vielen Regionen heuer bislang deutlich weniger Gewitter gab. Es gibt allerdings auch Ausnahmen wie etwa die Oststeiermark, wo besonders am 1. Juli sehr viele Blitze detektiert wurden.

Blitzdichte im Sommer 2019.

Schwache Saison

In Summe gab es im Sommer 2019 knapp über 1.000.000 Blitze in Österreich (davon etwa 325.000 mit einer Stromstärke von mind. 5 kA). Aktuell liegen wir bei etwa 440.000 Entladungen (davon etwa 125.000 >5kA). Zwar steht der gesamte August noch bevor, in den meisten Jahren lässt die Blitztätigkeit ab der Monatsmitte aber deutlich nach, somit wird es sehr schwierig den Wert vom letzten Jahr zu erreichen (welcher bereits einer der niedrigsten seit Messbeginn war).

Durchschnittliche Blitzanzahl (>5 kA)
Juni 143.000
Juli 283.000
August 127.000

Schwere Gewitter mit großem Hagel in Norditalien

Unwetter mit Hagel

Der Sommer in Norditalien verlief bislang äußerst gewitteranfällig, so gab es in den vergangenen Wochen wiederholt kräftige Gewitter. In der Nacht auf Donnerstag kam es neuerlich zu heftigen Gewittern, diesmal war besonders stark der nördliche Teil der Region Emilia-Romagna betroffen, wo kurz vor Mitternacht etwa im Ort Bagnolo in Piano (nördlich von Reggio Emilia) Hagel mit einer Größe um 6 cm beobachtet wurde. In weiterer Folge sind die Gewitter ostwärts gezogen und haben für ergiebige Regenmengen und Sturmböen gesorgt.

Reflektivität (Wetterradar) am Mittwochnacht um 23 Uhr mit >65 dBZ. (Prot. Civile / UBIMET)

Weitere Unwetter am Freitag

In den kommenden Stunden nimmt die Gewittergefahr in Norditalien ausgehend von den Alpen neuerlich zu. Besonders in der zweiten Nachthälfte sowie am Freitag tagsüber zeichnet sich im Nordosten Italiens sowie teils auch im Nordwesten Unwettergefahr durch Starkregen, teils großen Hagel und Sturmböen ab. Erst am Freitagabend beruhigt sich die Lage langsam wieder.

Wetterlage bleibt gewitteranfällig

Am Mittwoch sind neuerlich Schauer und Gewitter zu erwarten, wobei in erster Linie das Bergland sowie der Süden und Südosten des Landes betroffen sind. Speziell von Kärnten über die südliche Steiermark bis ins Süd- und Mittelburgenland können die Gewitter am Nachmittag und Abend lokal auch kräftig ausfallen mit der Gefahr von Starkregen, Hagel und teils stürmischen Böen. Im Norden und Nordosten ist die Luft dagegen trockener als noch am Dienstag, somit bleibt es hier überwiegend trocken.

Eine Luftmassengrenze liegt nördlich der Alpen. (Karte: FU Berlin/DWD)

Am Donnerstag lässt die Gewittergefahr etwas nach, nur am Alpenrand und an der Alpensüdseite ziehen örtlich teils gewittrige Schauer durch. Am Freitag sind dann im Vorfeld einer schwachen Kaltfront neuerlich verbreitet Schauer und teils kräftige Gewitter zu erwarten.

Am Dienstag 38.000 Blitze

Bereits am Dienstag kam es vor allem in Niederösterreich, Wien und der Steiermark zu kräftigen Gewittern. Lokal kam es dabei im Raum Krems zu großem Hagel um 4 cm, aber auch in der Wiener Innenstadt gab es kleinen Hagel und stürmische Böen bis 74 km/h. Landesweit wurden dabei 38.000 Blitze detektiert, davon 13.500 in Niederösterreich und 11.300 in der Steiermark.

Blitzverteilung am Dienstag (Daten: nowcast / UBIMET).

Titelbild: Adobe Stock

Ticker-Nachlese: Unwetter am Dienstag, 21.07.2020

Hagelkörner - pixabay.com

+++ Update 00:30 Uhr +++

Derzeit sind von der Koralpe bis zu den Fischbacher Alpen sowie im Südburgenland noch einige Gewitter unterwegs, diese ziehen nach Südosten weiter. Damit muss man im Südosten der Steiermark sowie im Südburgenland in den nächsten 2 Stunden noch mit Gewittern rechnen, ansonsten hat sich die Lage weitestgehend beruhigt. Vielen Dank fürs Mitlesen, kommt gut durch die Nacht bzw. schlaft gut!

+++ Update 23:25: Kräftiges Gewitter im Lavanttal! +++

Ein kräftiges Gewitter zieht derzeit von der Saualpe kommend in südöstlicher Richtung ins Lavanttal, auch hier muss mit Starkregen und kleinkörnigem Hagel gerechnet werden!

+++ Update 22:53 +++

Die Gewitter im Süden der Steiermark sowie im südlichsten Zipfel des Burgenlandes haben sich verstärkt, hier muss in den nächsten 30-45 Minuten man mit kräftigem Regen und kleinkörnigem Hagel rechnen!

+++ Update 21:45 +++

Derzeit ziehen speziell vom Unterinntal bis zur Obersteiermark sowie im Südosten noch einige Schauer und Gewitter durch, nördlich der Alpen lässt die Gewittertätigkeit nun deutlich nach. Morgen muss man speziell im Bergland und im Süden erneut mit Schauern und Gewittern rechnen, kräftig können diese im östlichen Bergland und im Süden ausfallen.

+++ Update 20:25 +++

Ein kräftiger Schauer erreicht nun die westlichen Stadtteile Wiens. Blitzaktiv ist dieser aber nicht mehr. Am rechten Bildrand kann man sehr gut die Fallstreifen erkennen.

Schauerzelle mit Fallstreifen

+++ Update 20:15 +++

Lokale Gewitter mit teils starkem Niederschlag in Tirol und Salzburg:
In Berchtesgaden und Salzburg wurden bei den Gewittern stellenweise 10 bis 17 Liter in nur wenigen Minuten gemessen. (Uhrzeit in UTC, dh 20 Uhr Ortszeit)

Webcam Vergleich Vorher und während eines gewittrigen Schauers:
Zwischen den beiden Fotos liegen 10min. Man kann bereits im linken, dem früheren der beiden Fotos den Niederschlagsvorhang erkennen.

Webcam-Verleich: foto-webcam.eu

+++ Update 19:25 +++

Sturmschaden nach dem Gewitter im Nordburgenland:
Die ca. 90 km/h waren für den Baum auf dem Foto der Storm Science Austria zu viel, er knickte um. Aufgenommen bei Halbturn im Burgenland, knapp östlich des Neusiedler Sees. Im Hintergrund kann man noch gut die abziehende Gewitterwolke erkennen.

Umgeknickter Baum bei Halbturn – Storm Science Austria

+++ Update 19:15 +++

Während sich das kräftige Gewitter, das quer durch Niederösterreich, über Wien und das nördliche Burgenland hinwegzog, nach Ungarn verabschiedet, ist bei einem weitern Gewitter im Mittel- und Südburgland noch mit Starkniederschlag und stürmischen Böen zu rechnen. In Summe brachte das Gewitter in der letzten Stunde bei Hartberg, Stmk 20,4 Liter Niederschlag und 65 km/h Windböen. Weiters sind in Tirol und Salzburg noch Gewitter aktiv. Das Gefahrenpotential ist bei diesen aber nicht sehr hoch.

Blitzverlauf

+++ Update 17:55 +++

Das ehemals Zwettler Gewitter, das auch in Wien kleinkörnigen Hagel brachte, zieht nun über den Seewinkel, bzw. den Norden des Neusiedler Sees Richtung Ungarn ab. Es ist weiterhin mit Hagel zu rechnen! Ansonsten sind derzeit eher noch lokale Wärmegewitter unterwegs, die aber kein großes Gefahrenpotential mehr beinhalten.

Die Stormchaser der Storm Science Austria haben uns auch von dieser Zelle bei Weiden am See ein Foto zukommen lassen:

Gewitterzelle bei Weiden am See – Storm Sciene Austria

+++ Update 17:20 +++

Von unserem Büro aus konnten wir ein Zeitraffer-Video des Gewitters über Wien erstellen.

Video

+++ Update 16:50 +++

Das Gewitter in Wien ist mittlerweile durch, in der Innenstadt gab es stürmische Böen bis 74 km/h und kleinen Hagel.

Zuvor hat das Gewitter allerdings im Raum Krems lokal auch für großen Hagel gesorgt!

+++ Update 16:30 +++

Die Gewitter im Nordosten haben bereits örtlich wie etwa in Imbach (Krems Land) für Hagel und stürmische Böen um 70 km/h gesorgt. Demnächst trifft das Gewitter auch auf Wien.

+++ Update 16:20 +++

Zwischendurch mal eine Übersicht über den Blitzverlauf in Österreich der letzten 3 Stunden. Die weißen Blitzsymbole markieren dabei aktuelle Blitze.

3-stündiger Blitzverlauf, Quelle: UBIMET

+++ Update 16:05 +++

Ein kräftiges hat nun zwischen Pinkafeld und Kirchschlag auch das Burgenland erreicht. Die Zelle von Markt Allhau aus. Sehr gut zu erkennen sind die Niederschalgs-Fallstreifen direkt über den Bäumen in der rechten Bildhälfte.

Gewitterzelle bei Markt Allhau um 15:55 Uhr – Storm Science Austria

+++ Update 15:50 +++

Die zuvor noch getrennten Gewitter im Waldviertel schließen sich in diesem Moment zusammen und ziehen als ein kräftige weiter nach Südost. Vorsicht ist geboten im Bereich zwischen Sankt Pölten und Ernstbrunn besonders vor Starkregen!

Danke hierbei auch an Martin Kührer, der uns dieses Foto der Zelle von Sitzendorf aus geschickt hat:

+++ Update 14:55 +++

Nun sind bereits 2 kräftige Gewitter in Niederösterreich unterwegs: eines bei Zwettl und das andere bei Horn. Bei diesen ist mit Starkregen und stürmischen Böen zu rechnen!

+++ Update 14:10 +++

Achtung im Waldviertel, vor allem in Weitra und später auch im Großraum Zwettl: Ein kräftiges Gewitter zieht aus Nordwesten auf mit Hagel und Sturmböen!

Blitze um 14 Uhr - nowcast, UBIMET
Blitze um 14 Uhr – nowcast, UBIMET

+++ Update 13:55 +++

Ein schönes Bild aus Pinkafeld mit ersten Quellwolken, aufgenommen vor 10 Minuten von unseren Kollegen der Storm Science Austria.

Quellwolken über Pinkafeld um 13:45 Uhr - Storm Science Austria
Quellwolken über Pinkafeld um 13:45 Uhr – Storm Science Austria

+++ Update 13:40 +++

Hier noch ein aktuelles Satellitenbild mit der Regionen, wo in den kommenden Stunden die Unwettergefahr am höchsten ist:

Satellitenbild um 13 Uhr und Unwettergefahr am heutigen Dienstag - EUMETSAT, UBIMET
Satellitenbild um 13 Uhr und Unwettergefahr am heutigen Dienstag – EUMETSAT, UBIMET

+++ Update 13:30 +++

Erste Gewitterwolken auch aus der Turracher Höhe sichtbar:

Webcam Turracher Höhe - https://www.foto-webcam.eu/webcam/turrach-ost/
Webcam Turracher Höhe – https://www.foto-webcam.eu/webcam/turrach-ost/

+++ Update 13:20 +++

Die erste Rotwarnung des Tages ist jetzt aktiv zwischen dem oberen Murtal und dem Grazer Bergland:

Warnungen um 13:15 Uhr - UBIMET
Warnungen um 13:15 Uhr – UBIMET

+++ Update 13:10 +++

Die 30-Grad-Marke ist gefallen! Spitzenreiter Bad Radkersburg mit 30.3 Grad bis jetzt.

Tageshöchswerte bis 13 Uhr - UBIMET
Tageshöchswerte bis 13 Uhr – UBIMET

+++ Update 12:50 +++

Im Waldviertel sowie im oberen Murtal geht es allmählich zur Sache. Sogar schon die ersten Blitze wurden von unserem Blitzortungssystem detektiert!

Radarbild um 12:50 Uhr - Austrocontrol, UBIMET
Radarbild um 12:50 Uhr – Austrocontrol, UBIMET

+++ Update 12:00 +++

Erste, schwache Schauer jetzt auch von der Flattnitz bis zum Grazer Bergland unterwegs. Interessant ist auch die Entwicklung im Südwesten Tschechiens (Südböhmen): Hier hat sich bereits ein kräftiger Schauer gebildet. Dies wird in den kommenden Stunden für das Waldviertel interessant.

Satellitenbild um 12 Uhr - EUMETSAT, UBIMET
Satellitenbild um 12 Uhr – EUMETSAT, UBIMET
Webcam in Volary (Südböhmen, Tschechien) - CHMI http://portal.chmi.cz/files/portal/docs/meteo/kam/prohlizec.html?cam=volary
Webcam in Volary (Südböhmen, Tschechien) – CHMI http://portal.chmi.cz/files/portal/docs/meteo/kam/prohlizec.html?cam=volary

+++ Update 11:20 +++

Der erste Schauer hat sich im Wechselgebiet gebildet und zieht langsam über die Südautobahn hinweg in Richtung der Buckligen Welt. Die Gewitterlinie über der Slowakei zieht nach Osten ab.

Radarbild um 11:10 Uhr - Austrocontrol, UBIMET
Radarbild um 11:10 Uhr – Austrocontrol, UBIMET
Der Schauer auf dem Webcam in Schwarzenbach - https://www.foto-webcam.eu/webcam/schwarzenbach/
Der Schauer auf dem Webcam in Schwarzenbach – https://www.foto-webcam.eu/webcam/schwarzenbach/
Der Schauer auf dem Webcam in Hochwolkersdorf - https://www.foto-webcam.eu/webcam/hochwolkersdorf/
Der Schauer auf dem Webcam in Hochwolkersdorf – https://www.foto-webcam.eu/webcam/hochwolkersdorf/

+++ Update 10:30 +++

Bis zu 32 Grad stehen heute im Osten und Südosten auf dem Programm, die 30-Grad-Marke wird aber wohl in allen Bundesländern fallen. In der Osthälfte wurde lokal schon einen Sommertag (Temperaturmaximum größer 25 Grad) verzeichnet!

Temperaturhöchstwerte am heutigen Dienstag bis 9:50 Uhr - UBIMET
Temperaturhöchstwerte am heutigen Dienstag bis 9:50 Uhr – UBIMET

+++ Update 10:00 +++

Noch ist es verbreitet sonnig, aus Westen ziehen aber schon vermehrt Wolken auf. Ab etwa Mittag bilden sich dann südlich des Hauptkamms sowie zwischen Mühl- und Waldviertel erste Schauer und Gewitter, die sich im weiteren Verlauf nach Osten und Südosten ausbreiten.

Satellitenbild um 10 Uhr und Unwettergefahr am heutigen Dienstag - EUMETSAT, UBIMET
Satellitenbild um 10 Uhr und Unwettergefahr am heutigen Dienstag – EUMETSAT, UBIMET

Auch wenn heute die Unwettergefahr im Nordosten bzw. im Süden am größten ist, sind in der zweiten Tageshälfte und in der Nacht auf Mittwoch auch nach Westen zu Schauer und Gewitter einzuplanen. Meist besteht hier aber keine Gefahr von schadensträchtigen Ereignissen.

So sieht unsere Vorwarnkarte für den heutigen Tag aus:

Vorwarnungen der UWZ für den Dienstag - UBIMET
Vorwarnungen der UWZ für den Dienstag – UBIMET

Titelbild: Hagelkörner – pixabay.com

Regional kräftige Gewitter am Dienstag

Hagelgewitter - pixabay.com

Österreich bleibt auch am Dienstag auf der warmen und labilen Seite einer verwellenden Luftmassengrenze, die sich von der Iberischen Halbinsel bis nach Osteuropa erstreckt. In der labil geschichteten Luft bilden sich somit bereits ab etwa Mittag im Mühl- und Waldviertel sowie in Osttirol und Kärnten die ersten Gewitter. Diese erreichen zum Abend hin auch das Weinviertel, Wien und den Wienerwald sowie das Klagenfurter Becken und die Südweststeiermark. In all diesen Regionen können die Gewitter kräftig ausfallen mit erhöhter Gefahr von Hagel, Starkregen und Sturmböen!

Vorhergesagte Niederschlagsmengen und Gewittergefahr am Dienstag - UBIMET
Vorhergesagte Niederschlagsmengen und Gewittergefahr am Dienstag – UBIMET

In der zweiten Tageshälfte muss man dann auch von Westen her mit Schauern und Gewittern rechnen, die sich dann bis in die Nacht auf Mittwoch auch auf den westlichen Donauraum sowie auf das zentrale und östliche Bergland ausbreiten. Das Unwetterpotential bleibt hier aber deutlich geringer.

Hochsommerlich heiß mit bis zu 32 Grad

Abseits von Gewittern verläuft der Tag windschwach und sommerlich warm bis heiß. Es wird dabei noch eine Spur wärmer im Vergleich zum Montag, die Temperaturen erreichen tagsüber im Südosten hochsommerliche 32 Grad. Aber auch sonst ist die 30-Grad-Marke in jedem Bundesland in Reichweite.

Temperaturhöchstwerte am Dienstag - UBIMET
Temperaturhöchstwerte am Dienstag – UBIMET

Titelbild: Hagelgewitter – pixabay.com

Nach Starkregen folgt neuer Sommeranlauf

Viel Regen in Osthälfte

Wenig sommerlich präsentierte sich der Samstag in der Osthälfte: Teils kräftiger Regen und Temperaturen oft nur um die 15 Grad erinnerten mehr an den Herbst als an den Hochsommer. Am meisten Regen kam in Kilb im Bezirk Melk im Mostviertel zusammen, gut 40 l/m² und somit rund ein Drittel des gesamten durchschnittlichen Juli-Niederschlags fielen hier binnen 24 Stunden. Generell wurden die größten Regenmengen in Niederösterreich gemessen, westlich der Linie Mistelbach-Gutenstein fielen flächendeckend mehr als 20 l/m².

Die Regenmengen des gestrigen Samstags.

Die größten Regenmengen am gestrigen Samstag:

  1. Kilb* 43 l/m²
  2. Lackenhof* 42 l/m²
  3. Lunz am See 41 l/m²
  4. Bärnkopf 38 l/m²
  5. Kolomansberg 35 l/m²
  6. Neubruck* 35 l/m²
  7. Gars am Kamp 34 l/m²
  8. Loosdorf 33 l/m²
  9. Weitra 33 l/m²

* Station des Hydrografischen Dienstes Niederösterreich

Wetterberuhigung zu Wochenbeginn

Ab morgen ist das Höhentief Geschichte, von Westen her setzt sich höherer Luftdruck durch.

Der Montag verläuft häufig sonnig, Restwolken lösen sich bald auf. In der Osthälfte entstehen aber wieder vermehrt Quellwolken und in der Folge einzelne Regenschauer oder Gewitter. Von Vorarlberg bis Oberösterreich bleibt es ganztags sonnig. Mit 24 bis 30 Grad wird es sommerlich warm, die 30 Grad gibt es v.a. in Vorarlberg und Tirol.

Auch am Dienstag scheint zunächst verbreitet die Sonne. Ab Mittag bilden sich vom Mühl- bis ins Weinviertel sowie einerseits entlang der Nordalpen, aber auch in den südlichen Gebirgsgruppen lokal kräftige Wärmegewitter. Bis zum Abend trocken bleibt es noch am Bodensee, im Innviertel, in vielen inneralpinen Tälern und vom Leibnitzer Feld bis ins Burgenland. Vor allem im Osten wird es hochsommerlich, die Temperaturen steigen auf 24 bis 32 Grad.

Stabiles Hoch Fehlanzeige

Zwar geht es ab Mittwoch sommerlich warm weiter, ein stabiles Hoch ist aber weit und breit nicht in Sicht. Von Westen her erreichen nämlich immer wieder schwach ausgeprägte Fronten den Alpenraum, folglich bleiben Schauer und Gewitter treu an unserer Seite. Diese können lokal kräftig ausfallen. Auch die 30 Grad dürften in der zweiten Wochenhälfte höchstens vereinzelt fallen, der beständig unbeständige Sommer geht also in eine neue Runde.

Quelle Titelbild: pixabay

Halbzeit: Ein Sommer wie damals

Das Gänsehäufel in Wien - Datenquelle: Stadt Wien – data.wien.gv.at

Manchen Medienberichten zufolge könnte man glauben, 2020 wird das Jahr ohne Sommer sein. Wirft man aber einen Blick auf die Klima-Anomalien für die erste Sommerhälfte, so ergibt sich in der Realität ein ganz anderes Bild. Bislang war die warme Jahreszeit landesweit nämlich nahezu perfekt durchschnittlich temperiert. Auch regional sind keine markanten Anomalien im Vergleich zum langjährigen Mittel zu vermerken, die meisten Stationen pendeln zwischen +0,5 und -0,5 Grad Abweichung zum Mittel:

Temperaturanomalie für den laufenden Sommer bis zum 17.07. - UBIMET
Temperaturanomalie für den laufenden Sommer bis zum 17.07. – UBIMET

Hingegen verliefen die Sommer der vergangenen 10 Jahre nicht nur subjektiv tatsächlich anders: Sie waren dermaßen warm, dass jetzt ein ganz normaler Sommer schon als zu kühl empfunden wird. Dies kann man sehr gut verdeutlichen, indem man die Anzahl an heißen Tagen (Höchsttemperatur mehr als 30°C) in ausgewählten Städten aufsummiert und für die vergangenen 15 Jahre darstellt. Auch wenn der Sommer 2020 temperaturmäßig sehr durchschnittlich ist, könnte er im Vergleich mit den vergangenen 15 Jahren mit einer rekordverdächtig niedrigen Anzahl an Hitzetagen zu Ende gehen.

Anzahl heiße Tage in den letzten 15 Jahren für ausgewählte Städte - UBIMET
Anzahl heiße Tage in den vergangenen 15 Jahren für ausgewählte Städte – UBIMET

Was oft vergessen wird: Das gesamte bisherige Jahr ist trotz des normalen Sommers immer noch viel zu warm: Landesweit liegt die Temperatur knapp 1,5°C über dem langjährigen Mittelwert.

Temperaturanomalie für das laufende Jahr bis zum 17.07. - UBIMET
Temperaturanomalie für das laufende Jahr bis zum 17.07. – UBIMET

Eines stimmt aber wirklich: Der Sommer war bislang nahezu überall zu nass! Bis auf die Nordalpen kam vielerorts mehr Regen als üblich zusammen. Vor allem an einigen Wetterstationen im Nordosten des Landes ist das Niederschlagssoll des gesamten Sommers schon erreicht!

Niederschlagsabweichung für den laufenden Sommer bis zum 17.07. - UBIMET
Niederschlagsabweichung für den laufenden Sommer bis zum 17.07. – UBIMET

Verantwortlich für diese milde und oft unbeständige Jahreszeit waren zahlreiche Höhentiefs und Höhentröge, die öfter als in einem durchschnittlichen Sommer den Süden und Südosten Europas erreicht haben (blaue Farben auf der Karte unten).

Anomalie der Wetterlage in etwa 5000 m Höhe in Juni 2020 - NOAA/PSL https://psl.noaa.gov/
Anomalie der Wetterlage in etwa 5000 m Höhe in Juni 2020 – NOAA/PSL https://psl.noaa.gov/

Titelbild: Gänsehäufel 1956 und 2019
Datenquelle: Stadt Wien – data.wien.gv.at

Sonne im Westen – Starkregen im Osten

Zweigeteiltes Wetter. © Adobe Stock

Vorarlberg: Strahlender Sonnenschein, bestes Ausflugswetter.

Quelle: https://www.foto-webcam.eu/webcam/feldkirch/

Wien: Dichte Wolken, kräftiger Regen. Perfekt für einen Couchtag.

Quelle: https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien/

Wir sehen, vor allem vom Salzkammergut bis ins östliche Flachland kommt heute einiges an Regen zusammen. Lokal bis zu 40 l/m².

Regenmengen heute und morgen.

Verregneter Samstag im Norden und Osten

Besonders am Samstag ist dabei mit wahrlich unsommerlichen Bedingungen zu rechnen. Von Linz über Wien bis Eisenstadt regnet es bei dichter Bewölkung für mehrere Stunden und das auch teilweise kräftig. Die größten Mengen zeichnen sich bis Sonntag in einem Bereich von der Eisenwurzen bis ins Tullnerfeld ab, hier sind durchaus auch über 50 l/m² möglich. Die Höchstwerte in diesem Bereich: 15 bis 19 Grad.

Kräftiger Regen und Morgenrot

Viele haben es vermutlich gar nicht mitbekommen, aber in der Nacht fiel gebietsweise kräftiger Regen. An der Alpennordseite kamen im Schnitt 30 bis 40 Liter zusammen, in Bregenz waren es sogar über 60 Liter. Ursache dafür dürfte der Lake Effect gewesen sein. Dabei strömt vergleichsweise kühle Luft über die warme Wasseroberfläche des Bodensees. Die Luft nimmt dadurch mehr Feuchtigkeit auf und wird labilisiert, dies verstärkt die Schauer zusätzlich.

„Abendrot – Schönwetterbot, Morgenrot – mit Regen droht“, so lautet eine Bauernregel und zumindest der zweite Teil trifft heute zu. Auch wenn der Regen an der Alpennordseite in den kommenden Stunden abklingt, so gehen am Nachmittag in der Osthälfte weitere Regenschauer und einzelne Gewitter nieder. Mit dem Schönwetter müssen wir uns noch ein wenig gedulden.

Quelle: UBIMET

Viel Regen an der Alpennordseite

Heute liegt das Höhentief noch über Nordostdeutschland, in den kommenden Tagen zieht es südwärts über Tschechien und Österreich Richtung Balkan. Hier die Position des Tiefs am Samstagmittag über Kroatien. In einem weiten Bogen wird feuchte Luft an die Alpennordseite gelenkt (blauer Pfeil):

Ein Höhentief sorgt für wechselhaftes Sommerwetter. Quelle: UBIMET / ECMWF

Los geht’s mit dem Regen heute Nachmittag und Abend von Deutschland her. Hier seht ihr die Regensummen bis Sonntagabend. 30 l/m² in Wien, noch mehr in den Nordalpen und hier besonders vom Loferer Land bis zu den Gutensteiner Alpen: 40 bis 60 oder gar 70 l/m² sind hier zu erwarten!

Viel Regen in den Nordalpen. Quelle: UBIMET

Wenige Gewitter im Sommer 2020

Hier eine Übersicht der Blitze in den vergangenen Sommer seit 2009. In blau der Durchschnitt in diesem Zeitraum: rund 1,2 Millionen Blitze.

 

Quelle Titelbild: Stormscience Austria

Höhentief bringt bis zu 50 l/m² Regen entlang der Nordalpen

Regenschirmwetter

Das sonnige Wetter der vergangenen Tage geht zur Wochenmitte mit Eintreffen einer langsam ziehenden Kaltfront aus Westen zu Ende. Am Donnerstag tropft dann ein Höhentief von der großräumigen Strömung ab und verlagert sich mit seinem Zentrum nach Polen, wo es bis zum Wochenende beinahe stationär liegen bleibt. Dabei steuert das Tief aus Norden feuchte und labile Luftmassen zu den Ostalpen.

Die größten Regenmengen zeichnen sich dabei mit verbreitet 30 bis 50 l/m² in den Nordstaulagen vom Bregenzerwald und dem Außerfern über das Loferer Land und das Salzkammergut bis zum Mariazellerland ab, im Südosten fällt am wenigsten Regen.

Vorhergesagte Niederschlagsmengen vom Mittwochmittag bis Samstagmittag - UBIMET
Vorhergesagte Niederschlagsmengen vom Mittwochmittag bis Samstagmittag – UBIMET
Höhentief über Polen am Freitag 17.07. um 03 UTC - ECMWF, UBIMET
Höhentief über Polen am Freitag 17.07. um 03 UTC – ECMWF, UBIMET

Bislang verlief der Juli besonders im Westen deutlich zu trocken. Mit den vorhergesagten Regenmengen wird aber hier das monatliche Niederschlagsdefizit bis zum Wochenende Geschichte sein.

Abweichung der Niederschläge im Vergleich zum Klimamittel bis zum 12.07.2020 - UBIMET
Abweichung der Niederschläge im Vergleich zum Klimamittel bis zum 12.07.2020 – UBIMET

 

Titelbild: Regenschirmwetter – pixabay.com

Frische Nächte im Sommer

Die kräftige Abkühlung macht sich auch bei den Tiefstwerten der vergangenen Nacht bemerkbar:

Tiefstwerte am Sonntagmorgen

So lagen die Temperaturen in den Landeshauptstädten nur mehr knapp im zweistelligen Bereich. In höheren Lagen wurde es noch deutlich kühler. So gab es in einem bekannten Kälteloch in Osttirol in St. Jakob im Defereggental nur 2,7 Grad!

Frische Nächte stehen bevor

Auch in den kommenden zwei Nächten wird es kühler, gebietsweise sogar noch frischer als in der vergangenen Nacht. Die Luft ist nämlich derzeit nur mäßig warm, dazu kommen noch klare und windschwache Nächte. Perfekte Voraussetzungen für eine starke Abkühlung.

Tiefstwerte am Montag in der Früh

In ungünstigen Mulden- und Beckenlagen kann es sogar zu leichtem Bodenfrost kommen. Luftfrost hingegen wird es keinen geben und ist in Österreich im Juli selbst in hohen Tallagen absolute Ausnahme. In den meisten Hochtälern gab es das letzte Mal Frost im Juli in den 1960 und 70er Jahren.

Titelbild: AdobeStock

Mit Kaltfront regional kräftiger Regen

Nicht nur ein markanter Temperatursturz ging mit der Kaltfront einher, auch der Regen fiel regional beachtlich aus. Vor allem in Kärnten, in den Niederen Tauern und im Bregenzerwald wurden große Niederschlagssummen verzeichnet. Im Süden gingen zudem einige Gewitter nieder.

Niederschlagsmenge am 11. Juli 2020. Quelle: UBIMET

 

Blitzdichte am 11. Juli 2020. Quelle: UBIMET

 

Die Kaltfront hatte entsprechend viele Wolken im Gepäck, was sich in der relativen Sonnenscheindauer widerspiegelt. Die sonnigste Region war das Südburgenland mit knapp 6 Sonnenstunden (entspricht derzeit umgerechnet ~50% Sonnenscheindauer).

Relative Sonnenscheindauer am 11. Juli 2020. Quelle: UBIMET

 

In der Nacht zieht die Kaltfront schließlich nach Osten ab. Am längsten nass bleibt es aber noch im Südosten, einzelne Schauer sind zudem in Salzburg und Oberösterreich auch weiterhin nicht ausgeschlossen.

Titelbild: Storm Science Austria

Markanter Temperatursturz

Verdeutlicht wird der markante Temperatursturz durch die beiden Grafiken. Mit 35.5 Grad in Wien-Innerer Stadt war der gestrige Tag der bisher heißeste des Jahres, heute waren es dagegen nur noch 23.8 Grad. In Linz beträgt der Unterschied von gestern auf heute sogar 15 Grad. Nur in der Südsteiermark und im Südburgenland reichte es nochmals für einen Sommertag.

Bei den Werten in den Kreisen handelt es sich um gerundete.

Quelle Titelbild: AdobeStock

Gewitter im Süden, Starkregen und Sturm

Während im Südosten und Osten in der Früh noch häufig die Sonne scheint, hat die kräftige Kaltfront von Tief EDOUARD bereits Vorarlberg erreicht. Hier gab es in den vergangenen Stunden bereits kräftigen Regen.

Regenmengen seit Mitternacht

In den kommenden Stunden breitet sich die Kaltfront mit dem kräftigen Regen rasch ostwärts aus. Dabei kommt es von Osttirol bis in die Südsteiermark nochmals zu starken Gewittern.

Sturm im Osten

Mit dem Durchzug der Kaltfront frischt am Alpenostrand am Nachmittag kräftiger Nordwind auf. Dabei kommt es besonders im Burgenland sowie in der Buckligen Welt und dem angrenzenden Joglland zu Sturmböen.

Rückblick: Kräftige Gewitter am Freitag, 10. Juli

Übersicht:

  • Ständig aktualisierte Gewitter-Warnungen findet ihr auf der Hauptseite der Unwetterzentrale.
  • Und hier erhaltet hier einen Überblick über die Höchsttemperaturen, Niederschlagsmengen, Blitzentladungen etc. in Österreich nahezu in Echtzeit.

23:50 Uhr – Niederschlagsmengen von heute

Mit einem Blick auf die Niederschlagsmengen beenden wir unseren heutigen Liveticker. Die größte Regenmenge wurde mit 45 Liter/m² in Wels registriert, auch in Horn fielen mit Durchzug des Gewitters innerhalb etwa einer Stunde rund 33 Liter/m² an Regen. Morgen Samstag wird es dann auch im Osten und Süden nass und teilweise gewittrig! Vielen Dank fürs Mitlesen, schönen Abend noch!

23:02 Uhr – Gewitterlinie in Osttirol

Neben dem abziehenden Gewitter über Retz zieht aktuell eine Gewitterlinie von Osttirol nach Oberkärnten bzw. vom Pinzgau in den Pongau – auch hier kann es kurzzeitig kräftig regnen!

Im Vorfeld einer markanten Kaltfront entstehen im Verlauf des Abends teils heftige Gewitter. Dabei kann es zu Starkregen, Hagel sowie Sturmböen kommen. Wir halten euch mit diesem Liveticker auf dem Laufenden!

22:43 Uhr – Frisches Lüfterl

All  jene, die noch durch Wien flanieren, werden es schon bemerkt haben: der Wind hat von Süd auf West gedreht und damit gehen nun auch die Temperaturen um gut 5 Grad zurück. Einem angenehmen Nachtschlaf steht somit – zumindest temperaturmäßig – nichts im Wege. 😉

21:52 Uhr – Wallcloud über Reichenau im Mühlkreis

Eindrucksvolles Foto der Wallcloud aufgenommen in Reichenau im Mühlkreis – die kräftigsten Gewitter gehen derzeit im Raum Retz nieder und ziehen in der Folge nordostwärts ab.

Quelle: Storm Science Austria

21:20 Uhr – Druckwelle im östlichen Donauraum

Durch den kühlen Ausfluss der Gewitter ist der Bodendruck im westlichen Donauraum deutlich höher als im Osten. Dieser Druckunterschied führt zu einer sogenannten Druckwelle, somit muss von St. Pölten bis ins Wiener Becken in der nächsten Stunde mit kräftig auffrischendem Westwind gerechnet werden.

20:45 Uhr – Böenwalze im Donauraum

Der Gewitterkomplex hat nun auch den Donauarm im Mostviertel erreicht, anbei die Bilder der Böenwalze. Nun aber auch hier aufpassen, rechnet mit Starkregen, Hagel und Sturmböen!

Quelle: UBIMET

20:10 Uhr – Gewitter ziehen in Richtung Wald- Mostviertel

In Oberösterreich hat sich ein sogenanntes mesoskaliges konvektives System (MCS) gebildet, also ein großer Gewitterkomplex. Dieser zieht in den nächsten Stunden in Richtung Most- und Waldviertel.

19:45 Uhr – Sturmböen auch im Flachland

Im Vorfeld einer markanten Kaltfront entstehen im Verlauf des Abends teils heftige Gewitter. Dabei kann es zu Starkregen, Hagel sowie Sturmböen kommen. Wir halten euch mit diesem Liveticker auf dem Laufenden!Die heftigsten Gewitter gibt es derzeit in Oberösterreich. In Vöcklabruck wurde nun auch eine Sturmböe von 98 km/h gemessen! In diesem Bereich ist nun auch vermehrt die Feuerwehr im Einsatz.

Quelle: LFK OÖ

19:30 Uhr – Kräftiges Gewitter in Linz

Vorsicht im Raum Linz! Kräftige Gewitter ziehen auf die Landeshauptstadt zu. Nachfolgend ziehen diese in nordöstliche Richtung ins Mühl- und Waldviertel. Rechnet mit Starkregen, Hagel und Sturmböen.

19:00 Uhr – Gewitter ziehen ins Alpenvorland

Die entstandenen kräftigen Gewitter in den Alpen verlagern sich nun in Richtung Norden und Nordosten ins Alpenvorland. Besonders im Inn- und Traunviertel muss man in den nächsten Stunden mit teils heftigen Gewitter rechnen. Bitte hier aufpassen!

Quelle: UBIMET/EUMETSAT/Nowcast/Austrocontrol

18:15 Uhr –  Vorsicht im Raum Salzburg

Eine Gewitterlinie zieht derzeit ins Berchtesgadener Land und in weiter Folge auch in Richtung Salzburg. In der kommenden Stunde muss hier also mit kräftigen Gewittern gerechnet werden!Im Vorfeld einer markanten Kaltfront entstehen im Verlauf des Abends teils heftige Gewitter. Dabei kann es zu Starkregen, Hagel sowie Sturmböen kommen. Wir halten euch mit diesem Liveticker auf dem Laufenden!

Quelle: UBIMET/Nowcast

18:00 Uhr – Sturmböen in Tirol

Zwar handelt es sich hier um eine Bergstation, aber 104 km/h am Galzig sind beachtlich und verdeutlichen das Potential der heutigen Gewitter.

Quelle: UBIMET

17:35 Uhr – Gewittergefahr im Salzburger Land

Die Gewitterlinie verlagert sich langsam in Richtung Osten und somit bilden sich auch im Pinz- und Pongau erste Schauer und teils kräftige Gewitter.

Aufziehende Gewitter in Saalfelden © https://www.foto-webcam.eu/webcam/saalfelden/

17:30 Uhr – Gewitter im Mühlviertel

Im Bayrischen Wald hat sich eine kräftige Zelle gebildet, diese zieht nun nach Osten in Richtung oberes Mühlviertel. Die weißen Reflektivitäten bedeuten dass in dem Gewitter Hagelkörner sind. Bitte hier also in der kommenden Stunde aufpassen!

Quelle: UBIMET/Austrocontrol

17:00 Uhr – Hagel in Nordtirol

Die kräftigsten Gewitter sind derzeit in Nordtirol, vom Außerfern bis zum Karwendel, unterwegs. Rechnet hier mit Hagel, Starkregen und Sturmböen. Die Gewitter verlagern sich dabei in Richtung Norden und Nordosten.

Quelle: UBIMET/Nowcast/Austrocontrol

16:10 Uhr – Erste kräftige Gewitter in Nord- und Osttirol

Das aktuelle Satellitenbild zeigt die Kaltfront in der Mitte von Deutschland. An der Vorderseite entstehen in der feucht-labilen Luft erste Gewitter in Westen von Österreich sowie auch in Bayern und der Schweiz.

Quelle: Ubimet

Nach der Hitze bilden sich heute im Laufe des Abends vor allem im Westen und Norden teils heftige Gewitter. Ein Liveticker am heutigen Tag hat bereits über die Hitze und ersten Gewitter des heutigen Tages berichtet, bei diesem Liveticker legen wir aber auf Fokus auf die Entwicklung der Gewitter.

Quelle Titelbild: Storm Science Austria

Hitze bis 35 Grad, später Unwetter

Übersicht:

  • Ständig aktualisierte Gewitter-Warnungen findet ihr auf der Hauptseite der Unwetterzentrale.
  • Und hier erhaltet hier einen Überblick über die Höchsttemperaturen, Niederschlagsmengen, Blitzentladungen etc. in Österreich nahezu in Echtzeit.

16:00 Uhr – 35 Grad Marke wurde geknackt

Im Tullnerfeld in Niederösterreich wurde die 35 Grad Marke soeben geknackt, genau gesagt waren es 35.3 Grad. Der bisher heißeste Tag des Jahres neigt sich nun langsam dem Ende zu und somit auch dieser Liveticker. Wir halten euch aber mit einem anderen Liveticker über die Gewitter natürlich auf dem Laufenden

15:15 Uhr – 34 Grad Marke überschritten

Anbei die heißesten Orte:

  1. Gars am Kamp 34.7 Grad
  2. Langenlois 34.7 Grad
  3. Horn 34.6 Grad
  4. Tullnerfeld 34.4 Grad
  5. Krems 34.4 Grad

14:55 Uhr – Erste Gewitter in Nord- und Osttirol

Mittlerweile sind die Schauer im Westen lokal zu Gewittern herangewachsen. Rechnet in Nord- und Osttirol mit teils kräftigen Regen. Auch bei unseren Nachbarn in Bayern bilden sich langsam immer mehr Gewitter, ebenso besteht hier Unwettergefahr!

Quelle: UBIMET/Nowcast

14:20 Uhr – Immer mehr Schauer und Gewitter

Auf dem Radarbild sieht man in Tirol immer mehr Schauer, die sich dort bilden bzw. aus Italien und der Schweiz aufziehen:

Quelle: Austro Control

13:50 Uhr – 34 Grad in Reichweite

In Horn, Krems und Zwerndorf sind es nun schon knapp 34 Grad. Das Rennen um den heißesten Ort des Landes scheint Niederösterreich zu machen. Aber auch die Wiener Innenstadt mischt noch mit: 33 Grad am Karlsplatz.

Erfrischung gibt es heute selbst auf der höchstgelegenen Wetterstation Österreichs kaum: 11 Grad auf 3437 m am Brunnenkogel in Tirol. In dieser Region werden die Quellwolken nun jedoch langsam bedrohlich:

Quelle: https://www.foto-webcam.eu/webcam/hintereisferner1/

13:15 Uhr – Top 5 der Hitze

Hier die höchsten Temperaturen im Land:

  1. Langenlebarn 33,3 Grad
  2. Tullnerfeld 33,1 Grad
  3. St. Pölten 32,8 Grad
  4. Wiener Neustadt 32,8 Grad
  5. Berndorf 32,7 Grad

13:00 Uhr – Erste Schauer

Der Blick auf das Radar (der benachbarten Schweiz) zeigt erste Schauer über Graubünden, die in Kürze auch für das südliche Nordtirol spannend werden könnten.

Quelle: Meteo Schweiz

12:00 Uhr – Sommer- und Hitzetag

In gelb markiert, wo es heute bisher schon für einen Sommertag (Höchstwert 25 Grad oder mehr) gereicht hat. Rot eingefärbte Regionen haben bereits die 30 Grad geknackt.

Gelb = Sommertag
Rot = Hitzetag

11:30 Uhr – Ex-Tropensturm für Hitze verantwortlich

Kurioserweise ist der Ex-Tropensturm EDOUARD für die 1-Tages-Hitze in Österreich verantwortlich. Auf der folgenden Frontenkarte sieht man das Tief gut über Nordostdeutschland. An dessen Vorderseite wird heiße Luft aus Spanien angezapft.

Quelle: http://www.met.fu-berlin.de/wetterpate/

11:00 Uhr – 30 Grad geknackt

Mit Berndorf, Mattersburg, Pottschach, St. Pölten und Langenlebarn wurde bereits an mehreren Orten die 30-Grad-Marke geknackt. Von Rekorden sind wir heute übrigens weit entfernt: So steht der Julirekord in Wien (Hohe Warte) bei 38,3 Grad, bei 38,0 Grad in Linz und 38,1 Grad in Klagenfurt. Der Österreichrekord liegt sogar bei 39,7 Grad in Dellach im Drautal aus dem Jahre 1983.

10:40 Uhr – Gewittergefahr heute

Hier haben wir mal grob skizziert, wo heute die größte Unwettergefahr besteht. Besonders von Vorarlberg bis Oberösterreich und die westliche Obersteiermark ab ca. 15 Uhr heftige Gewitter!

Gewittergefahr heute

10:20 Uhr – 30 Grad rücken näher

Hier die aktuell heißesten Orte des Landes:

  1. Pottschach 29,5 Grad
  2. Berndorf 29,0 Grad
  3. Mattersburg 28,8 Grad
  4. Wien-City 28,7 Grad
  5. lausen-Leopoldsdorf 28,5 Grad

10:00 Uhr – Satellitenbild

Man sieht aus dem Satelliten…nix. Praktisch keine Wolken über Österreich, die Kaltfront, die die Gewitter am Nachmittag auslöst, liegt derzeit noch quer über Deutschland.

Weitere Infos:

  • Bereits vor ein paar Tagen haben wir in einem ersten Beitrag über die heutige Hitze und die anschließende Unwettergefahr berichtet.
  • An Gewittertagen wie heute ist natürlich das Regenradar unerlässlich. Dieses habt ihr mit einem Klick hier schnell zu Hand.

Quelle Titelbild: pixabay

Heute teils heiß mit Werten um 30 Grad

Verbreitet gab es heute einen sommerlich warmen Tag. Dieser wurde zwar nördlich der Alpen durch einige durchziehende Wolkenfelder etwas getrübt, die 30 Grad-Marke wurde dennoch in Wien überschritten. Auch im Oberinntal war es heiß.

Maximaltemperaturen am Donnerstag, den 9.7.2020 © UBIMET
Die 10 wärmsten Stationen am Donnerstag © UBIMET

Regen in Oberösterreich

Manchmal täuscht der Blick auf das Regenradar. Derzeit scheinen recht kräftige Regenschauer von Bayern nach Oberösterreich zu ziehen: Doch die Messwerte registrieren nur ein paar Tropfen. Grund dafür ist, dass der meiste Regen noch vor dem Auftreffen in der Luft verdunstet.

35 Grad: Freitag kurz Hitze, Samstag markante Abkühlung

Zweigeteiltes Wetter. © Adobe Stock

Bis zu 35 Grad am Freitag

Eine Woche nach den Kindern und Jugendlichen Osten starten am Freitag nun auch die restlichen Schüler in die Ferien, das Wetter hierzu könnte kaum sommerlicher ausfallen. An der Vorderseite des Ex-Tropensturms Edouard mit Kern über Deutschland erreichen nämlich sehr heiße Luftmassen unser Land.

Eine Kaltfront erfasst Österreich

Somit klettern die Temperaturen erstmals in diesem Jahr in jedem Bundesland auf 30 Grad oder mehr. Die Hitzepole werden dabei Wien, Niederösterreich und das Burgenland sein, hier werden schweißtreibende 35 Grad erreicht. Der Freitag wird zudem als bislang heißester Tag des Jahres 2020 in die Bilanz eingehen, bis dato liegt die Wiener Innenstadt mit 32,9 Grad am 28. Juni noch an der Spitze.

Am Freitag wird es sehr heiß.

Die Hitze ist jedoch nicht gekommen, um zu bleiben. Schon im Laufe des Freitags bilden sich von Vorarlberg bis in die Obersteiermark vermehrt teils kräftige Gewitter, sie kündigen die nahende Kaltfront von EDOUARD an.

Samstag Temperatursturz

Die Kaltfront erfasst am Samstag weite Teile Österreichs mit kräftigem Regen, die sommerlichen Temperaturen werden Richtung Balkan abgedrängt. So kommen die Höchstwerte nicht mehr über 16 bis 26 Grad hinaus, die 26 Grad gibt es aber auch nur noch im äußersten Osten und Südosten am Vormittag. Im Vergleich zum Freitag stürzen die Temperaturen also um rund 10 bis 15 Grad ab. Im Laufe des Tages verlagert sich die Front samt Regen und Gewittern in den Osten und Südosten des Landes, von Bregenz bis Linz kommt hinter der Kaltfront am Nachmittag sogar noch zeitweise die Sonne zum Vorschein.

Große Regenmengen kommen an der Alpennordseite zusammen.

Sommerwetter auch bei zweitem Formel 1-Rennen

Bedingt durch die Corona-Pandemie findet auch das zweite Rennen der Formel-1-Saison in Österreich statt, am kommenden Sonntag präsentiert sich die Obersteiermark neuerlich von ihrer sommerlichen Seite. Die Front ist mittlerweile über Osteuropa zum Liegen gekommen, ein Ableger des Azorenhochs sorgt nicht nur in Spielberg für überwiegend sonnige Bedingungen.

Hochdruckeinfluss am Sonntag

Sich bildende Quellwolken im Tagesverlauf stören dabei weder das Renngeschehen noch Freizeitaktivitäten jeglicher Art. Mit 21 bis 28 Grad wird es zudem schon wieder deutlich wärmer.

Kräftiges Hoch zum Wochenstart

Das Hoch vom Sonntag beschert uns dann auch zu Beginn der neuen Woche oftmals sonniges und angenehm warmes Ferienwetter. Am Montag werden z.B. 18 bis 25 Grad erreicht, am Dienstag 22 bis 29 Grad. Ob es dann im weiteren Verlauf der Woche mit stabilem Sommerwetter weitergeht, Gewitter mitmischen oder gar ein Tief über Osteuropa in unser Wetter eingreift, ist derzeit noch nicht vorhersagbar.

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Japan: Enorme Regenfälle fordern Todesopfer

Kyushu ist die südlichste Region Japans, gelegen zwischen zwei warmen Meeresströmungen. Es überrascht daher nicht, dass es sich hierbei auch um die feuchteste Region des Landes handelt. Über das ganze Jahr verteilt fällt hier der meiste Regen und die Niederschläge können hier auch in kurzer Zeit am kräftigsten ausfallen. Doch aktuell geht selbst in Kyushu deutlich mehr Regen nieder, als es die Natur gewohnt ist. Ein außergewöhnlich nasser Juni liegt bereits zurück, entsprechend sind die Böden gesättigt und das seit Donnerstag anhaltende Starkregenereignis bringt das Fass schon längst zum Überlaufen.

 

 

Besonders am Samstag regnete es in der Region heftigst. 381 l/m² wurden so bspw. in Yamae innerhalb von 6 Stunden registriert – hier wie auch an anderen Wetterstationen wurden neue Rekorde aufgestellt. Innerhalb von 24 Stunden waren es im Ort Yunomae sogar 489,5 l/m², natürlich ebenso neuer Rekord! da fehlt schon nicht mehr viel zum Jahresniederschlag von Wien.

Erdrutsche und weitreichende Überschwemmungen waren und sind unweigerlich die Folge, zumal es seitdem nicht aufgehört hat zu regnen. Ein verwellende Luftmassengrenze liegt relativ stationär quer über der Südhälfte Japans und von Südwesten her hält der Zustrom extrem feuchter und warmer Luft an. Zumindest bis Samstag wird sich daran nicht viel ändern, weitere kräftige Regengüsse deuten sich an. Daher warnt der nationale japanische Wetterdienst etliche Regionen in der höchsten Stufe, was relativ selten vorkommt.

Gemessene Regenmengen über 24 Stunden bis Dienstag, 12 UTC @ UBIMET, JMA

 

 

Titel: Symbolbild @ https://stock.adobe.com

 

 

 

Kaltfront beendet Sommerwetter

Das traumhafte Badewetter vom Wochenende wird am Montag jäh durch die kräftige Kaltfront von Tief WENDY beendet. Dabei kommt es von Montag auf Dienstag landesweit zu einem markanten Temperaturrückgang. Dazu sorgt die Kaltfront vor allem im Süden von Österreich für kräftige Gewitter und intensiven Regen.

Am Montag Gewitter und Starkregen im Süden

Der Montag startet landesweit noch freundlich, allerdings kündigen erste Wolken an der Alpennordseite bereits die herannahende Kaltfront von Skandinavientief WENDY an.

Frontenkarte am Montag 6. Juli

Am Vormittag erfasst dann die Front allmählich die Regionen nördlich der Alpen, bringt hier aber nur ein paar Regenschauer. Im Süden und Osten des Landes wird es hingegen mit bis zu 31 Grad nochmals hochsommerlich heiß. Am späten Nachmittag greift die Kaltfront dann auf die Alpensüdseite über. In der aufgeheizten Luft entstehen in Osttirol, Kärnten und der westlichen Steiermark kräftige Gewitter, dabei besteht lokal die Gefahr von Sturmböen und sintflutartigem Regen sowie kleinkörnigem Hagel.

Die zu erwartenden Regenmengen mit der Kaltfront
Die zu erwartenden Regenmengen mit der Kaltfront

Am Abend gehen die Gewitter in kräftigen Regen über und besonders von der Villacher Alpe bis zur Gleinalpe kommen größere Regenmengen zusammen. Dazu weht teils kräftiger bis stürmischer Nordwind.

Am Dienstag ist der Spuk dann wieder vorbei. Der Regen klingt in der Früh ab und die Sonne setzt sich überall durch. Nach Durchzug der Kaltfront hat es jedoch kräftig abgekühlt. Die Temperaturen kommen meist nicht mehr über 17 bis 23 Grad hinaus, nur in Osttirol und Oberkärnten geht sich mit 25 Grad noch ein Sommertag aus.

Sturm in den Urlaubsregionen

Auswirkungen hat die Front auch auf alle, die gerade Urlaub an der Oberen Adria machen. Mit der Kaltfront kann es am Montagabend bzw. in der Nacht auf Montag von Venedig bis Triest und Pula zu kräftigen Gewittern samt Hagel und Sturm kommen. Noch gefährlicher wird es aber für alle, die mit Zelt oder Wohnwagen an der kroatischen Küste verweilen. Mit der Front frischt nämlich Montagnacht an der kroatischen Küste stürmische Bora (als Nordostwind) auf. Dabei kommt es verbreitet zu Sturmböen bzw schweren Sturmböen von 80 bis 100 km/h. Zwischen Rijeka und Zadar sind zum Höhepunkt des Sturms Dienstagfrüh in den typischen Borastrichen auch Orkanböen bis zu 130 km/h möglich! Am Dienstag selbst legt sich der Sturm dann rasch wieder.

Solche Windgeschwindigkeiten treten an der kroatischen Küste im Winterhalbjahr öfters auf und sind dann auch nichts ungewöhnliches. Mitten im Hochsommer hingegen ist so eine starkes Boraereignis sehr selten und hat deutlich mehr Schadenspotential. Unterstrichen wird das auch durch den EFI (=Extrem Forecast Index), dargestellt für den Dienstag:

Es handelt sich dabei um eine Kennzahl, die zwischen -1 und +1 liegt. Beim Wert 0 handelt es sich um ein alltägliches Ereignis, bei -1 und +1 dagegen um außergewöhnliche Ereignisse, wie beispielsweise extrem tiefe oder hohe Temperaturen. Wir sehen: am Dienstag liegt der EFI in Kroatien zwischen 0,8 und 1,0, ein außergewöhnlicher stürmischer Tag für Juli.

 

 

Durchwachsener Sommer lindert Trockenheit

Unbeständiges Sommerwetter - © pixabay.com / susnpics

Der Sommer 2020 ist bis dato außergewöhnlich gewöhnlich: Durchschnittlich temperiert und häufig wechselhaft. Österreichweit fielen bis zum 03.07. rund 30% mehr Regen als laut Klimamittel zu erwarten sind. Im Nordosten ist die laufende Jahreszeit sogar deutlich zu nass. Vor allem vom Tullnerfeld bis zum Thayatal kam örtlich schon das Doppelte der üblichen Niederschläge im Zeitraum 01.06. bis 03.07. zusammen.

Niederschlagsanomalien für den Sommer bis zum 04.07. - UBIMET
Niederschlagsanomalien für den Sommer bis zum 04.07. – UBIMET

Nach einem deutlich zu trockenen Start in das Jahr 2020 sorgten der Mai und vor allem der Juni im Norden und Osten für eine Linderung der Trockenheit. Die langfristige, über mehrere Jahre entstandene Dürre, die besonders das nördliche und östliche Flachland betrifft, bleibt aber im nach wie vor zu niedrigen Grundwasserspiegel gut sichtbar. Die Region, die im laufenden Jahr – also bis zum 03.07. – noch einen leichten Nachholbedarf aufzeigt, ist hingegen der Süden.

Niederschlagsanomalien für das Jahr 2020 bis zum 04.07. - UBIMET
Niederschlagsanomalien für das Jahr 2020 bis zum 04.07. – UBIMET

Hauptgrund für die ergiebigen Niederschläge waren mehrere Höhentiefs, die im Frühsommer rund um den Alpenraum für unbeständiges Wetter sorgten. Die Klima-Anomalien der Druckgebilde in etwa 5000 Meter Höhe für den Juni zeigen die oft aufgetretenen Skandinavienhochs (rote Farben) und die Häufung von Höhentiefs und Höhentrögen über Mittel- und Südeuropa (blaue Farben) im Vergleich zur Normalität.

Anomalien der geopotentiellen Höhe in 500hPa für den Juni 2020. Höhentiefs waren in den blauen Regionen häufiger als in einem durchschnittlichen Juni - NOAA-PSL https://psl.noaa.gov/
Anomalien der geopotentiellen Höhe in 500hPa für den Juni 2020. Höhentiefs waren in den blauen Regionen häufiger als in einem durchschnittlichen Juni – NOAA-PSL https://psl.noaa.gov/

Noch mehr Niederschläge in Sicht

Die aktuellsten Modellläufe deuten darauf hin, dass es auch in der ersten Julihälfte oft unbeständig bleiben wird. Eine aufziehende Kaltfront sorgt bereits in der Nacht auf Dienstag vor allem im Südwesten Österreichs für kräftigen, gewittrig durchsetzten Regen. Von den Karawanken und den Karnischen Alpen bis zum Grazer Bergland sind verbreitet 20 bis 50 l/m² in Reichweite.

Vorhergesagte, 24-stündig akkumulierte Niederschlagsmengen bis Dienstag 07.07.2020 14 Uhr MESZ - UBIMET
Vorhergesagte, 24-stündig akkumulierte Niederschlagsmengen bis Dienstag 07.07.2020 14 Uhr MESZ – UBIMET

Auch zur Monatshälfte hin sind laut probabilistischen Mittelfristvorhersagen längere, trockene Periode nicht in Sicht. Wirft man ein Auge auf die Niederschlagsvorhersagen bis zum 13.07. für Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck, so stehen uns zum kommenden Wochenende hin  neuerlich Regenchancen bevor.

Mittelfristige, probabilistische Prognose der Niederschlagsmengen für ausgewählte Städte vom 04.07. bis zum 13.07. - ECMWF
Mittelfristige, probabilistische Prognose der Niederschlagsmengen für ausgewählte Städte vom 04.07. bis zum 13.07. – ECMWF

 

Titelbild: Unbeständiges Sommerwetter – © pixabay.com / susnpics

107.000 Blitze: Kräftige Gewitter am Mittwoch

Vorsicht bei Blitz und Donner in den Bergen!

Heftige Gewitter

Im Laufe des gestrigen Mittwochs entlud sich die drückende Hitze mit bis zu 32 Grad in Wien und Andau in weiten Teilen Österreichs in zum Teil schweren Gewittern. Besonders betroffen war – wie bereits am Montag – die Steiermark. So wurden mit Durchzug eines kräftigen Gewitters in Turnau in der Obersteiermark schwere Sturmböen von bis zu 93 km/h gemessen, stürmische Böen gab es außerdem auch in Mürzzuschlag und Rottenmann.

Eindrucksvolle Gewitter am Mittwoch, hier im Mühlviertel. Quelle: Storm Science Austria

Auch bei den Regensummen stechen steirische Wetterstationen hervor: 53 Liter pro Quadratmeter wurden in Murau registriert, 45 l/m² in St. Radegund.

Große Regenmengen lokal am Mittwoch.

Größerer Hagel wurde zudem aus Stallhofen im Bezirk Voitsberg gemeldet:

Blitz-Hotspot Steiermark

Landesweit wurden am Mittwoch mehr als 107.000 Blitze detektiert, davon 64.661 in der Steiermark, 10.649 in Niederösterreich und 9.450 im Burgenland. Damit blitzte es in der Steiermark an nur einem Tag deutlich öfter als im gesamten vorangegangen Halbjahr (45.000 Blitze von 1. Jänner bis 30. Juni). Auch bei der Blitzdichte hatte die Steiermark die Nase vorne: Pro Quadratkilometer wurden am Mittwoch fast 4 Blitzentladungen registriert (siehe nächste Grafik).

Extrem viele Blitze in der Steiermark.

So ist es wenig verwunderlich, dass die blitzreichste Gemeinde ebenfalls in der Steiermark beheimatet ist. In Mariazell blitzte es 2.426 mal, gefolgt von Gaming in Niederösterreich mit 2.252 Entladungen. Der stärkste Blitz mit einer Stromstärke von rund 222.000 Ampere wurde dagegen in der Gemeinde St. Leonhard/Pitztal in Tirol registriert.

Anzahl Blitze am Mittwoch, aufgeschlüsselt nach Bundesländern:

  1. 64.661 Steiermark
  2. 10.649 Niederösterreich
  3. 9.450 Burgenland
  4. 6.332 Tirol
  5. 6.258 Oberösterreich
  6. 5.746 Kärnten
  7. 2.883 Salzburg
  8. 1.368 Vorarlberg
  9. 79 Wien

Regensummen am Mittwoch:

  1. 53 l/m² Murau (ST)
  2. 45 l/m² St. Radegund (ST)
  3. 34 l/m² Gstatterboden (ST)
  4. 33 l/m² Gleisdorf (ST)
  5. 30 l/m² Krimml (S)

Auch am Donnerstag Unwettergefahr!

Im Vorfeld einer Kaltfront über Deutschland muss man auch am heutigen Donnerstag wieder mit teils kräftigen Gewittern rechnen, ähnlich starke Entwicklungen wie am Mittwoch sind wahrscheinlich. Los geht es im Laufe des Nachmittags im gesamten Bergland, später ziehen dann auch in Oberösterreich kräftige Gewitter von Bayern her durch. Zum Abend hin können sich die Gewitter auch auf das Grazer Becken ausbreiten, geringer ist die Gewittergefahr heute im Nordosten.

Quelle Titelbild: pixabay

Im Juni 175.000 Blitze, blitzärmstes Halbjahr seit Messbeginn

Blitze über Erding

Vom 1. bis 30. Juni registrierte das Blitzortungssystem LINET (Lightning Detection Network) von nowcast, dem Blitzspezialisten der UBIMET-Gruppe, im Hochpräzisionsmessbereich über ganz Österreich verteilt exakt 174.550 Blitze (Wolken- und Erdblitze). Das sind deutlich weniger Blitze als in den vergangenen Jahren: Im Juni 2020 wurden etwa 100.000 Blitze weniger als im Vorjahr registriert, der relativ durchschnittlich abgeschlossen hatte. Im Juni 2018 wurden dagegen fast 450.000 Blitze detektiert.

Blitze im Juni 2020

Niederösterreich vor der Steiermark

Mit etwas mehr als 60.000 Blitzen führt Niederösterreich das Bundesland-Ranking an, gefolgt von der Steiermark mit 45.000 Entladungen. An letzter Stelle befindet sich mit Wien das flächenmäßig kleinste Bundesland, hier gab es diesen Monat aber immerhin 1.000 Blitze. Im Bezug auf die Blitzdichte liegt die Landeshauptstadt mit 2,5 Blitze pro Quadratkilometer an vierter Stelle. Auf Bezirksebene liegt Weiz (Steiermark) mit 9.348 Entladungen in Führung. Die höchste Blitzdichte gab es dagegen in Dornbirn (Vorarlberg) mit knapp 10 Blitzen pro Quadratkilometer, gefolgt von den Bezirken Südoststeiermark und Weiz.

Gemeinden mit der höchsten Blitzdichte im Juni 2020.

Stärkster Blitz in Osttirol

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in Tirol im Bezirk Lienz gemessen: Spitzenreiter ist eine Entladung mit rund 306 kA am Nachmittag des 25. Juni in Anras. In kürzester Zeit wurde dabei fast 20.000 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.

Blitzarmes Halbjahr

Nicht nur der Juni war durch verhältnismäßig wenig Gewitter geprägt, vor allem auch der Mai zeigte sich heuer gewitterarm. Die gesamte erste Jahreshälfte 2020 bilanziert damit mit 256.000 Blitzen. Wenn man nur Blitze mit einer Stromstärke von mindesten 5 kA betrachtet, gab es heuer knapp 70.000 Entladungen, was den niedrigsten Wert seit Beginn der modernen Blitzerfassung im Jahre 2009 darstellt. Zum Vergleich, von 2009 bis 2019 gab es durchschnittlich 236.000 Blitze >5 kA. Bei den Bundesländern liegt zudem Niederösterreich vor der Steiermark, was es bislang seit 2009 erst einmal gab. Besonders in den zentralen Landesteilen rund um Salzburg und die Steiermark gab es bislang deutlich weniger Blitze als üblich, während manche Regionen im Nordosten eine nahezu durchschnittliche Blitzanzahl verzeichnen.

Jänner bis Juni Blitze (>5 kA)
2020 70.000
2019 92.000
2018 269.000
2017 190.000
2016 151.000
2015 129.000

Ausschlaggebend für die geringe Blitzanzahl waren das anfangs zu trockene Frühjahr sowie die leicht unterdurchschnittlichen Temperaturen im Mai. Im Juni haben mehrere Höhentiefs dann für unbeständiges Wetter mit einer unterdurchschnittlichen Sonnenscheindauer gesorgt, weshalb es kaum Wetterlagen mit den typischen Hitzegewittern im Bergland gab. Auch wenn es weniger Blitze als üblich gab, waren einige Gewitter aber durchaus heftig. Erst zu Wochenbeginn kam es im Vorfeld einer Kaltfront zu heftigen Gewitter mit Hagel und Starkregen im Südosten Österreichs, so wurden am 29.06. an der Station Gleisdorf in der Steiermark innerhalb von nur zwei Stunden 90 l/m² gemessen.

Blitzanzahl und -dichte im Juni 2020. (Daten: nowcast / UBIMET)

Junirückblick: Durchschnittlich warm, mehr Regen

Besonders im Osten Deutschlands sind heute kräftige Schauer und Gewitter unterwegs.

Ein normal temperierter Sommermonat

Verglichen mit dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 bilanziert der Juni 2020 durchschnittlich, die Abweichungen sind über das ganze Land gemittelt kaum messbar. Während es in der Osthälfte um maximal ein halbes Grad zu warm war, schließt der Westen eine Spur zu kühl ab.

Die Temperaturen zeigten sich ausgeglichen.

Anhand dieses Monats sieht man, wie sehr einen das Gefühl trügen kann. Viele Menschen würden den Juni instinktiv als deutlich zu kalt einstufen, einen normal temperierten Sommermonat gibt es in den vergangenen Jahren tatsächlich immer seltener.

Wenig Hitzetage

So richtig hochsommerlich heiß wurde es dann erstmals im ganzen Land am vergangenen, dem letzten Wochenende im Juni. Bis auf knapp 33 Grad kletterte das Thermometer in der Wiener Innenstadt. An selbiger Station wurde auch die erste Tropennacht des Jahres in Österreich verzeichnet, die Temperatur sank nicht unter 21 Grad. Vergangene Nacht folgten noch einige weitere Stationen im Osten des Landes mit ihrer jeweils ersten Tropennacht.

Die höchsten Temperaturen des Junis 2020.

Das durchschnittliche Temperaturniveau schlägt sich auch in der Anzahl der Hitzetage nieder. Eine Hitzewelle blieb aus, folglich weisen die Spitzenreiter im Land auch „nur“ drei Tage mit mehr als 30 Grad auf. Im Juni des Vorjahres waren es noch verbreitet 10-15 Hitzetage, auch die Anzahl der Sommertage liegt um etwa 50% unter jener des Junis 2019.

Anzahl der Hitzetage im Juni.
Anzahl der Sommertage im Juni.

Extreme Regenmengen im Nordosten

Der zurückliegende Monat war geprägt von zahlreichen Schauern und Gewittern, auch ein paar nahezu stationäre Fronten sorgten für ausreichend Nass von oben. Im landesweiten Mittel beträgt der Regenüberschuss rund 10 bis 20 Prozent, wobei es nordöstlich der Linie Mühlviertel-Mittelburgenland deutlich zu nass war. So fiel in St. Pölten, Weitra und Langenlebarn doppelt so viel Regen wie in einem durchschnittlichen Juni. Auch von Vorarlberg bis Kärnten fällt die Regenbilanz leicht positiv aus, die zu trockenen Regionen waren dementsprechend rar gesät. Einzig vom Pongau und dem Salzkammergut bis zum Semmering wurde das Regensoll nicht ganz erfüllt, in Tamsweg fehlen z.B. rund 30% auf eine ausgeglichene Bilanz.

Vor allem im Nordosten deutlich mehr Regen als üblich.

Sonne verfehlt Soll

Ganz dem wechselhaften Sommerwetter entsprechend hinkt die Anzahl der Sonnenstunden dem langjährigen Mittel ein wenig hinterher. Beispiel Eisenstadt: Zwar wurden hier hinter Mörbisch mit 206 h die zweitmeisten Sonnenstunden Österreichs gemessen, auf das Soll fehlen aber rund 40 Sonnenstunden. Somit hatte nicht nur in der Hauptstadt des Burgenlandes sogar der April des laufenden Jahres mehr Sonnenstunden auf dem Konto als der Juni.

Extremwerte Juni 2020 (Bundesland, Tag des Auftretens)

Stand: Montag, 29.06.2020, 14 Uhr

Höchste Temperaturen

  • 32,9 Grad Wien-Innere Stadt (W, 28.)
  • 32,6 Grad Wien-Botanischer Garten (W, 28.)
  • 32,5 Grad Andau (B), Hohenau (NÖ), St. Pölten (NÖ, alle 28.)

Tiefste Temperaturen Hochtäler

  • -0,1 Grad Lech am Arlberg (V, 01.)
  • +0,2 Grad Obergurgl (T, 07.)
  • +0,3 Grad Galtür (T, 01.)

Tiefste Temperaturen unter 1000 m Seehöhe

  • 1,7 Grad Radstadt (S, 02.)
  • 2,8 Grad Weitensfeld (K, 02.)
  • 3,1 Grad Ehrwald (T, 02.)

Anzahl Sommertage (Höchstwert mind. 25,0 Grad)

  • 15 Andau, Möbisch (beide B), St. Andrä im Lavanttal (K), Bad Radkersburg, Graz-Straßgang (beide ST)
  • 14 Graz-Universität, Gleisdorf (beide ST)

Anzahl Hitzetage (Höchstwert mind. 30,0 Grad)

  • 3 Schärding (OÖ), St. Andrä im Lavanttal, Hermagor (beide K), Bad Radkersburg, Graz- Straßgang (beide ST), Wien-Donaufeld, Wien-Innere Stadt (beide W), Langenlebarn, Laa an der Thaya, Hohenau, Wieselburg (alle NÖ), Güssing, Neusiedl am See, Andau (alle B)

Vorläufig nasseste Orte

  • 369 Liter pro Quadratmeter Fraxern (V)
  • 340 Liter pro Quadratmeter Dornbirn (V)
  • 321 Liter pro Quadratmeter Lunz am See (NÖ)

Vorläufig trockenste Orte

  • 67 Liter pro Quadratmeter St. Michael im Lungau (S)
  • 71 Liter pro Quadratmeter Ritzing (B), St. Georgen ob Judenburg (ST)
  • 72 Liter pro Quadratmeter Oberwölz (ST)

Absolut sonnigste Orte

  • 234 Sonnenstunden Mörbisch (B)
  • 206 Sonnenstunden Andau, Eisenstadt, Neusiedl am See, Podersdorf (alle B)
  • 211 Sonnenstunden Güssing (B)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 116 km/h Innsbruck (T, 27.)
  • 90 km/h Gumpoldskirchen (NÖ, 07.)
  • 87 km/h Irdning-Gumpenstein (ST, 03.)

 

Quelle Titelbild: pixabay

Kräftige Gewitter: Unwetterlage setzt sich fort

116 km/h in Innsbruck, 77 Liter Regen in Aspang

Im Vorfeld eines Tiefs mit Kern über Westeuropa bildeten sich am Samstag teils kräftige Gewitter. Besonders betroffen war der Alpenostrand, das Mittelburgenland sowie generell das westliche Bergland. Punktuell kamen dabei große Regenmengen zusammen: So fielen in Aspang am Wechsel rund 77 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit, das sind rund zwei Drittel des üblichen gesamten Juni-Niederschlags.

Aspang sticht bei den Regenmengen heraus.

Ein weiteres Gewitter sorgte am Abend in Innsbruck für eine orkanartige Böe von 116 km/h am Flughafen. In Summe wurden gestern 18.190 Blitze über Österreich verzeichnet, die meisten davon in Tirol. Die Gemeinde mit der höchsten Blitzdichte ist jedoch mit Pilgersdorf im Burgenland beheimatet.

Kräftige Gewitter am Samstag.

 

Ebenfalls am Samstag konnte in vielen Orten des Landes zum ersten Mal in diesem Jahr die 30-Grad-Marke geknackt werden, so zum Beispiel auf der Hohen Warte in Wien, in Klagenfurt oder Kapfenberg (auf der nächsten Karte in rot dargestellt = über 30 Grad). Für die Bundeshauptstadt bedeutete dies den spätesten 30er seit dem Jahr 2001, rund zwei Wochen später als im langjährigen Mittel wurde hier der erste Hitzetag registriert.

Verbreitet gab es um die 30 Grad.

Eine weitere Premiere gab es in der Nacht auf Sonntag: Mit einem Tiefstwert von rund 21 Grad gab es die erste Tropennacht Österreichs in diesem Jahr – aufgestellt in der Wiener Innenstadt.

Sonntag und Montag Unwettergefahr

Heute sind nach einem vielfach sonnigen Start am Nachmittag v.a. in der Steiermark und später auch in Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Oberösterreich teils kräftige Gewitter zu erwarten. In der Folgenacht rückt dann zunehmend auch Niederösterreich in den Fokus, nach Westen zu gehen die Gewitter in länger anhaltenden Starkregen über.

Der Montag startet nördlich der Alpen schon mit intensiven Regenschauern und eingelagerten Gewittern, südöstlich der Linie Osttirol-Nordburgenland erwärmt die Sonne die Luft hingegen noch einmal auf bis zu 32 Grad. Besonders in diesen Regionen kündigen sich am Nachmittag dafür aber schwere Gewitter mit der Gefahr von Hagel, Sturmböen und Starkregen an!

Ab Dienstag beständig unbeständig

Am Dienstag beruhigt sich das Wetter wieder spürbar, Gewitter sind dann kein Thema mehr. Bei vielfach freundlichen Bedingungen klettern die Temperaturen auf 23 bis 30 Grad.

Doch schon am Mittwoch nimmt im Bergland die Neigung zu teils kräftigen Wärmegewittern wieder zu, mit 24 bis 31 Grad bleiben die Temperaturen vorerst auf einem hochsommerlichen Niveau.

Am Donnerstag nähert sich dann von Westen her die nächste Kaltfront, dabei breiten sich teils heftige Schauer und Gewitter im Laufe des Tages auf das ganze Land aus. Besonders im Osten und Südosten besteht bei bis zu 31 Grad erneut Unwettergefahr. Ein stabiles Sommerhoch ist jedenfalls auch danach nicht in Sicht, Schauer und Gewitter bleiben aus heutiger Sicht auch zum Start in die Sommerferien im Osten unsere treuen Begleiter.

Quelle Titelbild: pixabay

Saharastaub erfasst Mittelamerika und den Süden der USA

Saharan Air Layer

Vor allem in Südeuropa ist Saharastaub keine Seltenheit, so wirbeln kräftige Tiefs über Nordafrika Sandpartikel kilometerhoch auf und transportieren diesen nordwärts. Grundsätzlich erreicht uns Saharastaub meist in größeren Höhen oberhalb etwa 5 km, damit wirkt er sich hauptsächlich auf die Himmelsfärbung und Wolkenbildung aus. Ein ähnliches Phänomen tritt im Sommer in tieferen Luftschichten (zwischen etwa 1500 und 5000 m Höhe) regelmäßig über dem tropischen Atlantik im Bereich der Passatwinde westlich der Sahara auf, allerdings meist nur in schwacher Ausprägung.

Saharan Air Layer

Meteorologen sprechen auch von „Saharan Air Layer“ (SAL), der bei starken Ostwinden über Westafrika entsteht und durch eine sehr warme und trockene Luftschicht in mittleren Höhenlagen gekennzeichnet ist. Diese Luftmassen sorgen über dem Atlantik für eine erhöhte Windscherung sowie eine stabile Schichtung der Atmosphäre, was die Entstehung von Gewittern bzw. tropischen Stürmen unterbindet.

Starker Ostwind am Südostrand des Hochs über dem Atlantik.

Saharastaub in Mittelamerika

Vergangene Woche hat kräftiger Ostwind  zu einem besonders stark ausgeprägten Ausbruch an Saharastaub über dem tropischen Atlantik geführt, so war der Staub selbst auf Satellitenbildern aus 36.000 km Höhe gut sichtbar. Im Laufe der Woche hat der Saharastaub auch Mittelamerika erreicht: Zunächst waren davon vor allem die Kleinen Antillen sowie Puerto Rico betroffen und in weiterer Folge die gesamte Karibik. Mittlerweile hat der Staub sogar den Golf von Mexiko und den Süden der USA erfasst. Das Ereignis war ersten Schätzungen zufolge das stärkste seit mindesten 50 Jahren!


Weiterhin staubig

Derzeit gibt es die höchste Konzentration an Saharastaub im Süden der USA von Florida und Georgia bis in den Osten von Texas. Ein weiterer Schwall an Saharastaub erfasst am Samstag allerdings aus Osten die Karibik, somit ist rund um den Golf von Mexiko bis auf Weiteres mit diesiger Luft und einer erhöhten Neigung zu Atemwegsbeschwerden zu rechnen. Die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Hurrikanen ist dagegen vorerst gering und die Böden bekommen bei solchen Situationen wertvollen Nachschub an Mineraldünger.

Am Wochenende hochsommerlich mit kräftigen Gewittern

Wörthersee

Österreich liegt derzeit unter dem Einfluss eines kleinräumigen Höhentiefs mit Kern über Südtschechien, welches am Freitag besonders im Bergland sowie ab dem Nachmittag auch im östlichen Flachland für eine erhöhte Schauer- und Gewitterneigung sorgt. Mit Annäherung eines atlantischen Tiefausläufers namens THEKLA zieht das Höhentief am Wochenende nordwärts ab, allerdings bleibt die Gewitterbereitschaft an der Alpennordseite erhöht.

Das Höhentief macht am Wochenende den Weg frei für feuchtwarme Luftmassen. (GFS)

Am Wochenende viele Sonnenstunden

Am Samstag lockern örtliche Nebelfelder oder Restwolken rasch auf und bis etwa Mittag dominiert im ganzen Land der Sonnenschein. In der schwülen Luft entstehen im Bergland ab Mittag allerdings vermehrt Quellwolken, welche am Nachmittag zu teils kräftigen Schauern und Gewittern heranwachsen. Diese greifen am Nachmittag und Abend auch auf die Alpennordseite über. In der energiereichen Luft besteht örtlich die Gefahr von Hagel und Starkregen. Die Temperaturen steigen auf 25 bis 30 Grad. Überwiegend sonnig und trocken bleibt es dagegen von Unterkärnten bis ins Burgenland, hier wird es mit Höchstwerten um 31 Grad auch hochsommerlich heiß.

An der Alpennordseite kräftige Gewitter

Der Sonntag bringt wenig Änderungen, so überwiegt bis zum frühen Nachmittag verbreitet der Sonnenschein und die Temperaturen steigen im Osten und Südosten auf bis zu 32 Grad. Im Vorfeld einer Kaltfront sind ab dem Nachmittag jedoch neuerlich kräftige Schauer und Gewitter zu erwarten, welche sich im Laufe des Abends entlang der Nordalpen ostwärts ausbreiten. Bis zum späten Abend noch wetterbegünstigt sind neuerlich der Süden und Südosten des Landes, hier gehen vorerst nur über den Bergen lokale Hitzegewitter nieder.

Höchstwerte am Sonntag (Stand: UCM Do. 0z)

Vorübergehende Abkühlung

Die neue Woche beginnt mit vielen Wolken und vor allem im Süden und Südosten häufig nass. Die Temperaturen gehen besonders im Norden und Osten spürbar zurück, so liegen die Höchstwerte am Montag zwischen 19 Grad im östlichen Bergland und 27 Grad in Kärnten. Ab Dienstag steigen die Temperaturen aber neuerlich an, Mitte der Woche kündigen sich wieder Höchstwerte um 30 Grad an.

Quelle Titelbild: www.foto-webcam.com

Waldbrände in Sibirien

Waldbrand

Bereits vor ein paar Tagen haben wir hier über die Hitze am Kältepol Sibiriens berichtet. Bis auf 38 Grad stiegen die Temperaturen kürzlich in Werchojansk. Wenn dieser Wert verifiziert wird, handelt es sich um die höchste je gemessene Temperatur innerhalb des Nördlichen Polarkreises.

Das war jedoch nur das Tüpfelchen auf dem „I“, denn bereits der gesamte Monat Mai war in dieser Region um 5 bis 10 Grad zu warm (siehe dunkelrote Fläche auf der nachfolgenden Weltkarte):

Der Mai war in Sibirien bereits viel zu warm.

Auch für die kommenden 7 Tage sieht es bezüglich Hitze und Trockenheit in Teilen Sibiriens nicht wirklich besser aus, zum Teil betragen die Abweichungen zum langjährigen Mittel Richtung Polarmeer +15 bis +20 Grad!

Anhaltend viel zu warm in den kommenden 7 Tagen.

In Folge der Hitze und der Trockenheit sind in den vergangenen Wochen zahlreiche Wald- und Torfbrände ausgebrochen, auf folgendem Satellitenbild (mit den Maßen 2000×2000 km!) gut als orangene Flecken zu erkennen. Gegen 72 größere Brände kämpfen die russischen Behörden aktuell.

Zahllose Waldbrände in Sibirien.

Zum Teil kommen die Flammen den zumeist kleinen Ortschaften gefährlich nahe:

Wenig überraschend ist angesichts der anhaltend extrem hohen Temperaturen auch der starke Rückgang des Meereises der Ostsibrischen See, hier steuern wir 2020 auf ein neues Rekordminimum zu!

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Ein Höhentief bringt Schauer und Gewitter

Die Wetterberuhigung ist nur von kurzer Dauer, bereits am Mittwoch erreicht den Ostalpenraum von Norden her ein ausgeprägtes Höhentief. Höhentiefs sind, wie der Name schon sagt, vor allem in höheren Luftschichten gut ausgeprägt und beinhalten im Vergleich zur Umgebung kältere Luft (im Video blau). Darum werden Sie auch gerne als Kaltlufttropfen bezeichnet. Durch die beinhaltete kältere Luft ist auch der Temperaturunterschied zwischen Boden und höheren Luftschichten größer, wodurch sich leichter Schauer und Gewitter bilden.

Das Höhentief verlagert sich bis Mittwoch rasch zu uns und liegt dann am Donnerstag mit seinem Zentrum genau über Österreich. Am Freitag wird das Tief langsam in einen atlantischen Höhentrog eingebunden und somit wandert es wieder zurück nach Norden. Die labile Luftmasse bleibt dann aber über Österreich.

Am Mittwoch im Nordosten wechselhaft

Am Mittwoch nimmt vom Waldviertel bis zum Wechsel und dem Neusiedler See die Schauerneigung ab dem Nachmittag immer mehr zu. Auch lokale Gewitter sind möglich. Einzelne Wärmegewitter sind aber auch in Osttirol und Oberkärnten möglich. Mit knapp 30 Grad wird es im Westen hochsommerlich warm.

Donnerstag unbeständig, nur im Westen sommerlich

Am Donnerstag liegt das Höhentief direkt über den Ostalpen und bringt bereits von der Früh weg Regenschauer und Gewitter. Auch tagsüber bleibt es in der labilen Warmluft gewitteranfällig. Meist trocken und auch zeitweise sonnig bleibt es nur in Vorarlberg sowie ganz im Osten vom Weinviertel bis ins Burgenland.

Auch am Freitag und am Wochenende bleibt das Gewitterrisiko erhöht, dabei steigen die Temperaturen im ganzen Land auf hochsommerliche Werte. Die Höchstwerte liegen meist zwischen 24 und 30 Grad.

Titelbild: Adobe Stock

Stellenweise mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter in 36 Stunden

Gewitter und Regen.

Ein Höhentief mit Kern über dem Balkan hat am Wochenende mit einer nördlichen Höhenströmung sehr feuchte Luftmassen in den Nordosten Österreichs geführt. Besonders im Mostviertel und im Tullnerfeld  ist mit teils mehr als 100 Liter pro Quadratmeter Regen innerhalb von zwei Tagen vielerorts mehr als der übliche Monatsniederschlag gefallen. Durch den starken Regen sind die Pegel einiger Flüsse über HQ-1 bzw. vereinzelt auch über die HQ-5-Marke angestiegen. Beachtlich waren allerdings auch die Regenmengen im Nordburgenland von 40 bis 60 Liter pro Quadratmeter.

Niederschlagsanalyse von Samstagmorgen bis Sonntagnachmittag.

Anbei die nassesten Wetterstationen am gesamten Wochenende:

  • 126 mm Lilienfeld / Tarschberg
  • 121 mm Lunz am See
  • 120 mm Kirchberg an der Pielach
  • 116 mm Rekawinkel
  • 111 mm Langenlebarn
  • 106 mm Wieselburg
  • 102 mm St. Pölten

Steigende Pegelstände am Neusiedler See

Bedingt durch die großen Regenmengen wurde nicht nur das bislang bestehende Niederschlagsdefizit im Nordosten Österreichs mehr als kompensiert, die Starkniederschläge wirken sich auch unmittelbar auf den Wasserstand im Neusiedler See aus: Seit Samstagfrüh verzeichnen die Messtationen bei den Pegelständen ein Plus zwischen zwei und teils über 10 cm. Der Unterschied lässt sich durch den derzeit vorherrschenden kräftigen Nordwestwind erklären, der das Wasser in den südöstlichen Teil des Sees drückt. Auf das langjährige Mittel fehlen aber weiterhin 20 cm auf den Sollwert, das entspricht einer Regenmenge von 200 Liter pro Quadratmeter.

Niederschlagsabweichung vom laufenden Klimamittel.
Der Pegel in Podersdorf. Daten: Hydrographischer Dienst Burgenland

Vorübergehende Wetterberuhigung

Der Tiefdruckeinfluss lässt zu Wochenbeginn zwar nach, der Wind bleibt aber im Osten des Landes auch zu Wochenbeginn weiterhin ein Thema. Ab Dienstag sorgt ein umfangreiches Hochdruckgebiet vorübergehend im ganzen Land für überwiegend sonnige Verhältnisse, ein stabiles Sommerhoch ist vorerst jedoch nicht in Sicht. Schon im Laufe des Mittwochs macht sich ein weiteres Höhentief von Nordosten her mit Wolken und Schauern bemerkbar, das uns auch am Donnerstag erhalten bleibt. Wettergünstigt sind dann nur noch der Westen und Süden des Landes mit Höchstwerten jenseits der 25-Grad-Marke.

Auch im Spaghetti-Plot (Ensemble-Prognose) liegt das Höhentief am Mittwoch über Ostösterreich.

Juni endet hochsommerlich

Trotz aller Wetterkapriolen dürfte der Juni-Endspurt recht sommerlich ausfallen. Schenkt man den Mittelfristprognosen Glauben, erwartet uns am kommenden Wochenende im ganzen Land sonniges und sommerlich warmes Wetter mit Höchstwerten teils jenseits der 30-Grad-Marke. Ein Wert, der anders als im vergangenen Juni in diesem Jahr erst an einigen wenigen Orten erreicht worden ist. Mehr als ein Hochsommertag wurde aber bislang noch an keiner einzigen Wetterstation erzielt, der letztjährige Rekord-Juni brachte hingegen verbreitet 5 bis 15 Tage mit Höchstwerten jenseits der 30-Grad-Marke. Auch wenn viele diesen Juni als zu kalt empfinden, entsprechen die Temperaturen tatsächlich dem langjährigen Mittel. Dies war zuletzt 2013 der Fall, die Junimonate 2014 bis 2019 lagen teilweise deutlich über dem klimatologischen Mittel.

Verregnetes Wochenende im Norden und Osten

Dichte Wolken, teils starker Dauerregen, kräftiger Nordwestwind und Temperaturen zwischen 13 und 18 Grad – so stellt man sich das Wetter am längsten Tag des Jahres nicht vor. Heute Samstag um 23:43 Uhr steht die Sonne genau am nördlichen Wendekreis und damit an ihrem nördlichsten Punkt, entsprechend beginnt dann der astronomische Sommer. Dass sich das Wetter nicht immer danach richtet, ist klar. Doch gar so konträr präsentiert es sich dann doch selten. Dabei sah es in den Prognosekarten der letzten Tage garnicht so schlecht für dieses Wochenende aus. Doch das angesprochene Höhentief, in letzter Zeit gab es doch einige davon, mischt etwas stärker mit als erhofft.

Bisher gemessene maximale Windböen am Samstag, 20.06.2020 @ UBIMET

Höhentiefs wirken sich häufig auf verhältnismäßig kleinem Raum aus und sind aufgrund ihrer Ausbildung in eben höheren Luftschichten schlechter durch Messsysteme zu erfassen. Wettermodelle tun sich schwer mit ihrer Vorhersage, aktuell schwanken sie mit jedem Lauf. Zuletzt hat sich aber eben doch ein klarer Trend abgezeichnet: hin zu viel Regen.

Und so muss man im Norden und Osten von Österreich bis zum späten Sonntagnachmittag immer wieder mit Regen, meist anhaltend und phasenweise auch kräftig rechnen. Dabei zeichnen sich die größten Mengen um 50 l/m² vom Mariazellerland über den Wienerwald bis ins Wald- und Weinviertel ab, aber auch sonst sind entlang der Alpennordseite Mengen um 30 l/m² zu erwarten, siehe Titelbild. Im Westen und Süden ziehen ein paar, teils gewittrige Schauer durch, weitgehend trocken und bis zu 24 Grad warm bleibt es in Osttirol und Kärnten.

Bisher registrierte Niederschlagsmenge vom Samstag, 20.06.2020 @ UBIMET

Auch für den weiteren Verlauf haben sich die Vorhersagen ein wenig geändert. Zwar zeigen sich Montag und Dienstag im ganzen Land ruhiger, sonniger und wärmer, bereits ab Mittwoch ist im Nordosten jedoch bereits das nächste Höhentief möglich.

 

Titelbild: Prognose der aufsummierten Niederschlagsmenge von Samstagvormittag bis Sonntagnachmittag @ UBIMET

Astronomischer Sommer beginnt kühl, kommende Woche Hoch in Sicht

Eine Kaltfront sorgt vorübergehend für eine Abkühlung.

Der Juni hat sich bislang von seiner unbeständigen Seite gezeigt. Nach dem Rekordjuni im vergangenen Jahr erscheint das Wetter heuer kühl, allerdings war der Monat im Landesmittel bislang relativ durchschnittlich im Vergleich zum Klimamittel von 1981 bis 2010. Nur im Westen liegt die Abweichung zum Mittel bislang teils bei -1 Grad. In den kommenden Tagen liegen die Temperaturen an der Alpennordseite weiterhin knapp unterhalb des langjährigen Mittels, da sich am Rande eines Höhentiefs über Osteuropa neuerlich eine nördliche Strömung einstellt.

Abweichung zum Klimamittel im Juni (bis 17.6.). © UBIMET

An der Alpennordseite unbeständig

Der Freitag beginnt im äußersten Nordosten sowie von Vorarlberg bis Salzburg mit dichten Wolken und zeitweise fällt Regen. Tagsüber kommt besonders vom Mühl- und Waldviertel bis ins Burgenland zeitweise die Sonne zum Vorschein, an der Alpennordseite und im Bergland gehen allerdings weitere Schauer und kurze Gewitter nieder. Die Höchstwerte liegen bei lebhaften Nordwestwind zwischen 17 und 26 Grad mit den höchsten Werten im Südburgenland.

Am Wochenende gelangt aus Norden feuchte und mäßig warme Luft ins Land.

Süden leicht wetterbegünstigt

Am Samstag setzt sich das wechselhafte Wetter fort und vor allem an der Alpennordseite ziehen ein paar Schauer sowie lokale Gewitter durch. Die Höchstwerte kommen von Vorarlberg bis nach Niederösterreich und Wien nur knapp über 20 Grad hinaus. Leicht wetterbegünstigt sind die Nordföhnregionen von Osttirol über Kärnten bis ins Süd- und Mittelburgenland, hier bleibt es abseits der Berge überwiegend trocken und zeitweiliger Sonnenschein sorgt für Höchstwerte bis knapp 25 Grad.

Sommer in Sicht

Der Sonntag bringt weiterhin viele Wolken und besonders im Osten sowie in den Nordalpen fällt vorübergehend auch etwas Regen. Die Temperaturen bleiben bei lebhaftem bis kräftigem Nordwind gedämpft. Kommende Woche baut sich aber langsam ein Hochdruckgebiet über Westeuropa auf und spätestens ab Dienstag kündigt sich ausgehend vom Westen überwiegend sonniges Wetter an. Die Temperaturen steigen deutlich an, im Süden und Westen sind ab Mitte der Woche Höchstwerte um 30 Grad in Sicht. Auch im Osten wird es sommerlich warm, hier bleibt es mitunter allerdings unbeständig.

Temperaturtrend in etwa 1500 m Höhe für Salzburg. (Daten: NCEP / UBIMET)

Die längsten Tage im Jahr

Obwohl die Tage ab dem 21. Juni langsam wieder kürzer werden, signalisiert die Sonnenwende in unseren Breiten erst den Sommerbeginn. Im Mittel setzt das wirklich heiße Wetter nämlich erst einige Wochen später ein. Die Ursache liegt in der thermischen Trägheit der Land- und vor allem Meeresoberflächen. Der längste Tag und der späteste Sonnenuntergang fallen aufgrund der Neigung der Erdachse sowie der elliptischen Umlaufbahn unseres Planeten um die Sonne aber nicht auf den selben Tag, so findet der späteste Sonnenuntergang erst am 26. Juni statt.

Am Mittwoch an der Alpennordseite Schauer und Gewitter

Das Sommerwetter legt eine kurze Pause ein.

Österreich liegt derzeit zwischen einem Tief Namens NADINE über Frankreich und einem sich abschwächenden Höhentief über Osteuropa. Im Übergangsbereich der beiden Tiefdruckgebiete erstreckt sich eine Luftmassengrenze quer über dem Südwesten Deutschlands, welche im Laufe des Mittwochs von Tief NADINE als Kaltfront neuerlich ostwärts vorankommt. Im Vorfeld diese Front befindet sich eine Konvergenzlinie mit zusammenströmendem Wind aus westlichen und östlicher Richtung.

Zwischen den beiden Höhentiefs liegt die Konvergenzlinie (rot gestrichelt). (ECMWF)

Gewitter im Westen

Im Bereich der Konvergenzlinie entstehen am frühen Nachmittag ausgehend von den westlichen Nordalpen vermehrt Schauer und Gewitter, welche sich in weiterer Folge von Vorarlberg über Tirol bis nach Salzburg ausbreiten. Besonders vom Karwendel über die Kitzbüheler Alpen bis in den Tennegau kann es dabei lokal zu großen Regenmengen in kurzer Zeit kommen mit der Gefahr von Vermurungen. Am Abend erfasst die Konvergenzlinie auch den Norden des Landes, hier fällt vor allem in der Nacht auf Donnerstag teils schauerartig verstärkter Regen.

Am späten Abend erfasst die Konvergenzlinie den Norden. Daten: ECMWF/UBIMET

Komplexe Wetterlage

In der Nacht auf Donnerstag regnet es besonders in Oberösterreich und im westlichen Niederösterreich gebietsweise kräftig, wobei die exakte Prognose der Regenmengen noch unsicher ist, zumal bei der Wetterlage teils große Unterschiede auf engem Raum zu erwarten sind. Vor allem vom Innviertel bis ins Waldviertel sind jedenfalls punktuell Mengen über 30 Liter pro Quadratmeter möglich.

24h-Niederschlagsprognose bis Donnerstagmorgen von ICON und RACE (DWD/UBIMET)

Am Donnerstagmorgen bzw. -vormittag nimmt die Schauer- und Gewitterneigung dann auch im Nordosten zu, vom Großraum St. Pölten bis ins Wiener Becken wird allerdings vor allem der kräftig auffrischende Wind ein Thema, der tagsüber für stürmische Böen um 70 km/h sorgt.

Prognoseunsicherheit

Allgemein machen Höhentiefs den Wettermodellen zu schaffen, so wird ihre Zugbahn oft erst kurzfristig korrekt berechnet, da sie sich abgekoppelt vom Jetstream verlagern.  Besonders in dieser Jahreszeit sorgen konvektive Niederschläge wie Schauer und Gewitter zudem ohnehin schon für große Unterschiede auf engem Raum.

Zahlreiche Höhentiefs bestimmen derzeit das Wetter in Europa.  (© ECMWF)

Dadurch leidet auch die Prognosequalität der Wetterapps, welche für ihre Prognosen meist auf ein globales Wettermodell wie etwa das frei verfügbare, amerikanische GFS-Modell zurückgreifen. Die horizontale Auflösung dieser Wettermodelle ist jedoch meist zu begrenzt, um kleinräumige Wetterereignisse wie Gewitter darstellen zu können, da solche Wetterphänomene kleinräumiger als die Modellmaschenweite sind. Daher müssen sie parametrisiert werden, sprich ihre Effekte werden mit speziellen Ansätzen erfasst. Bei dynamischem Wetter wie etwa bei markanten Kaltfronten funktioniert dies vergleichsweise gut, bei Wetterlagen mit nur schwach ausgeprägten Druckgegensätzen dagegen nur begrenzt. Einzelne Apps wie etwa MORECAST verwenden ein gewichtetes Modellmix (inkl. hochaufgelösten Modellen), dadurch werden punktuell berechnete Niederschlagsextreme geglättet und betreffen ein größeres Gebiet, was im Mittel eine bessere Prognose der Regenwahrscheinlichkeit ermöglicht.

Schwerer Hagelsturm in Calgary

Am vergangenen Samstag sind im Vorfeld einer kräftigen Kaltfront heftige Gewitter östlich der Rocky Mountains in Kanada entstanden. Besonders betroffen war der Süden von Alberta, so gab es rund um Calgary heftige Gewitter mit teils großem Hagel und ergiebigen Regenmengen. Am Nordrand von Calgary kam es sogar zu einem regelrechten Hagelsturm, wobei mancherorts Hagelkörnen über 5 cm beobachtet wurden!


Enorme Schäden

Die Kombination aus großem Hagel und Wind hat dafür gesorgt, dass neben unzähligen Autos auch ganze Häuserfassaden durch den Hagel demoliert wurden. Weiters sorgten die ergiebigen Regenmengen für Überflutungen. Es gibt zwar noch keine offiziellen Angaben über die Höhe der versicherten Schäden, ersten Abschätzungen zufolge dürfte dieser aber über 100 Millionen Dollar betragen.

Tief OCTAVIA bringt Gewitter und im Westen Starkregen

Blitz und Gewitter

Der Sonntag bringt im Westen dichte Wolken und von Beginn an fällt häufig Regen. Im Süden und Osten scheint zeitweise die Sonne, bereits am Vormittag steigt die Gewitterneigung aber an. Tagsüber zeichnen sich vor allem vom Weinviertel über das Marchfeld bis ins Burgenland starke Gewitter mit erhöhter Unwettergefahr ab: Die Gewitter bringen örtlich Hagel und sehr große Regenmengen in kurzer Zeit, dadurch kann es zu kleinräumigen Überflutungen kommen.

Eine Tiefdruckrinne erstreckt sich von Tief OCTAVIA bis nach Deutschland.

Am längsten freundlich bleibt es von Unterkärnten über die südliche Steiermark bis ins Südburgenland. Im Laufe des Nachmittags und Abend steigt die Gewittergefahr aber auch hier an. Die Höchstwerte liegen zwischen 14 Grad im Bregenzerwald und 29 Grad im äußersten Südosten.

Gewitterpotential am Sonntag (Stand: Samstag, 11 Uhr).

Ergiebiger Regen im Westen

In Vorarlberg und Nordtirol regnet es schon am Morgen zeitweise kräftig. „In der Nacht legt der Regen neuerlich zu, in Summe zeichnen sich bis Montagabend von Vorarlberg über das Außerfern bis ins Karwendel 60 bis 90, lokal auch über 100 Liter pro Quadratmeter Regen ab. Die Gefahr von Vermurungen nimmt zu. Kräftige Regenschauer und lokale Gewitter ziehen am Montag aber auch im Süden und im gesamten Bergland durch, nur vom Wald- und Weinviertel bis ins Nordburgenland kommt im Tagesverlauf zeitweise die Sonne zum Vorschein. Die Höchstwerte liegen zwischen 13 und 25 Grad.

Wahrscheinlichkeit für über 60 mm Regen bis Montagabend. © ECMWF

Weiterhin unbeständig

Auch der Dienstag bringt viele Wolken und über den ganzen Tag verteilt gehen entlang der Nordalpen weitere Regenschauer nieder. Im Flachland und im Süden lockert es ab und zu auf, die Sonne zeigt sich aber nur zwischendurch. Im Osten weht mäßiger bis lebhafter Nordwind und mit 15 bis 24 Grad bleiben die Temperaturen gedämpft.

Titelbild: AdobeStock

Schafskälte geht zu Ende – Gewitter bleiben

In den vergangenen Tagen sorgte tiefer Luftdruck für viele Wolken und teils kräftigen Regen. Am meisten Regen fiel dabei in Vorarlberg, dem Tiroler Oberland und dem Außerfern. So auch am gestrigen Mittwoch bzw. in der vergangenen Nacht:

24 h Niederschlagssumme zwischen Mittwoch- und Donnerstagfrüh

Hier sank die Schneefallgrenze zeitweise auch unter 2000 Meter ab, in den Gletscherregionen gab es reichlich Neuschnee. So wurden in der Früh 35 cm Neuschnee am Pitztaler Gletscher oder 30 cm Neuschnee auf der Zugspitze gemessen.

Hoch über Nauders in rund 2500 m herrschen derzeit tiefwinterliche Verhältnisse

Sommer auf Raten

Zu Fronleichnam lässt der Tiefdruckeinfluss endgültig nach, vom Karwendel bis ins Mühlviertel un den Niederen Tauern sind aber am Nachmittag nochmals ein paar Schauer und Gewitter zu erwarten. Am Freitag setzt sich dann ein Zwischenhoch durch und es wird mit 23 bis 30 Grad sommerlich warm. Dazu bleibt es nahezu überall sonnig und trocken, nur im nördlichen Wald- und im Weinviertel besteht ein geringes Gewitterrisiko.

Am Wochenende zunehmend gewittrig und nass

Am Wochenende wird Österreich von  Tief NADINE über Westeuropa und Tief OCTAVIA über Osteuropa in die Zange genommen. Somit steigt die Gewitterneigung am Samstagnachmittag sowohl von Westen als auch von Osten her an. Zuvor wird es aber mit Höchstwerte von 25 bis 31 Grad sommerlich warm. Die Gewitter bleiben dabei beinahe ortsfest und können somit punktuell große Regenmengen bringen.

Niederschlagsprognose für das Wochenende

In der Nacht auf Sonntag regnet es nach derzeitigem Stand vor allem in Vorarlberg und dem Außerfern wieder ergiebig. Da diesmal die Schneefallgrenze rund 1000 m höher liegt und die Böden nun gut gesättigt sind, kann man kleiner Überflutungen und Vermurungen nicht mehr ausschließen.

Der Sonntag verläuft dann im gesamten Land gewittrig, am längsten freundlich bleibt es noch im Süden. Gerade hier sind dann am Nachmittag aber auch starke Gewitter möglich. Die Temperaturen gehen dabei überall wieder zurück.

Am langen Wochenende teils unbeständig, teils sommerlich mit bis zu 30 Grad

Schafberg am Mondsee

Am Dienstag überwiegen die Wolken und besonders von Unterkärnten und der Steiermark bis nach Oberösterreich fällt schauerartiger Regen. Am Nachmittag steigt die Gewitterneigung im äußersten Osten an und in der Nacht fällt auch im Nordosten teils kräftiger, gewittrig durchsetzter Regen.

Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Mittwoch.

Der Mittwoch verläuft weiterhin unbeständig mit vielen Regenschauern. Tagsüber kommt im Süden und Osten gelegentlich die Sonne zum Vorschein, in der feuchten Luft bilden sich aber rasch wieder Quellwolken. Ab etwa Mittag entstehen vor allem von Mittelkärnten über die südliche Steiermark bis ins Mittelburgenland kräftige Gewitter. Lokal kommen dabei ergiebige Regenmengen in kurzer Zeit zusammen und es besteht die Gefahr von kleinräumigen Überflutungen. Die Höchstwerte liegen zwischen 13 Grad am Arlberg und knapp 23 Grad im Südosten.

Niederschlagsprognose von Dienstagnacht bis Mittwochnacht.

Wetterbesserung am Donnerstag

Der Donnerstag beginnt im Norden und Westen mit einigen Wolken und vor allem in Vorarlberg fällt mitunter noch etwas Regen. Im Laufe des Vormittags setzt sich aber besonders abseits der Alpen oft die Sonne durch. Der Nachmittag verläuft dann meist freundlich und bis auf lokale gewittrige Schauer in den Bergen auch meist trocken. Die Temperaturen steigen auf 18 bis 26 Grad mit den höchsten Werten im äußersten Osten.

Badewetter am Freitag und Samstag

Am Freitag gelangen etwas trockenere Luftmassen nach Österreich, somit scheint bei nur harmlosen Wolken im ganzen Land häufig die Sonne. Lediglich im Marchfeld und im Weinviertel nimmt die Gewitterneigung am Nachmittag leicht zu. Die Temperaturen steigen kräftig an, im Oberinntal gibt es bereits bis zu 29, vereinzelt auch 30 Grad. Auch am Samstag scheint häufig die Sonne und bei Höchstwerten bis 30 Grad gibt es in weiten Teilen des Landes gutes Badewetter. Am Nachmittag sind aber besonders in den westlichen Nordalpen sowie vereinzelt auch im äußerten Osten kräftige Wärmegewitter zu erwarten.

Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Samstag

Aktuelle Wassertemperaturen (Auswahl):

  • Alte Donau (W): 19 Grad
  • Neusiedler See (B): 19 Grad
  • Aubad Tulln (NÖ): 20 Grad
  • Monsdee (OÖ): 15 Grad
  • Mattsee (S): 18 Grad
  • Grundlsee (ST): 14 Grad
  • Wörthersee (K): 19 Grad
  • Lansersee (T): 18 Grad
  • Bodensee (V): 17 Grad

Am Sonntag neuerlich unbeständig

Am Sonntag greift ausgehend von Norditalien ein weiteres Höhentief auf den Alpenraum über. Die Schauer- und Gewitterneigung nimmt somit neuerlich zu, gebietsweise sind auch wieder kräftige Gewitter möglich. Im Osten bleibt es sommerlich warm, im Westen gehen die Temperaturen spürbar zurück.

Titelbild: Adobe Stock

Am Sonntag über 31.000 Blitze in Österreich

Wetterlage und Temperaturdifferenzen

Eine verwellende Luftmassengrenze lag zunächst über Vorarlberg und Bayern, die dort für Starkregen sorgte. Im Laufe des Tages verlagerte sich die Front in Richtung Osten, in Verbindung damit wurden teils kräftige Schauer und Gewitter ausgelöst.

Während bei Dauerregen in der kühlen und feuchten Luft im äußersten Westen nur Höchstwerte um 12 Grad erreicht wurden, stieg das Thermometer in der Wiener Innenstadt auf 30 Grad. Generell wurden gestern im Osten des Landes oftmals sommerliche Temperaturen erreicht, was ein gutes Potential für kräftige Gewitter darstellte.

Die großen Temperaturgegensätze in den Bundesländern sind auf der folgenden Tabelle visualisiert:

Blitzaktivität

Die ersten Gewitterzellen bildeten zwischen 13 und 14 Uhr im Alpenvorland und zogen in Richtung Nordosten, mit dabei war kleiner Hagel sowie Starkregen. Die kräftige Gewitterzelle des gestrigen Tages hatte ihren Ursprung dann um etwa 16 Uhr im südlichen Mostviertel. Mit der leicht nordöstlichen Höhenströmung verlagerte sich diese Zelle dann in Richtung Melk und brachte kräftigen Regen. An der Wetterstation Loosdorf fielen in 20 Minuten etwa 41 Liter Regen, im Anschluss kam es dann auf der Westautobahn zu einer kleinen Vermurung.

Über den Nachmittag verteilt bis zum späten Abend zählte unser Blitzortungssystem landesweit etwas über 31.000 Blitze, die meisten davon (>27.000) wurden in Niederösterreich registriert (siehe Tabelle).

Blitzverlauf am 7. Juni 2020 © NOWCAST/UBIMET
Anzahl der Blitzentladungen am 7. Juni 2020 © UBIMET

Niederschlag

Die Niederschlagssummen am 7. Juni 2020 © UBIMET

Die Karte der Niederschlagssummen zeigt die zwei Regime, die es gestern in Österreich gab: Zum einen den Dauerregen im im Westen mit 52 l/m² in Bregenz, zum anderen die Gewitter im Osten und Norden, die punktuell über30 bis 50 l/m² brachten. Außerdem fiel gebietsweise kleinkörniger Hagel um 1 cm bzw. vereinzelt auch um 3 cm vom Himmel.

Kleinkörniger Hagel im Bezirk Amstetten - SSA
Kleinkörniger Hagel im Bezirk Amstetten – © Storm Science Austria

Nach Abzug des Hauptsystems in Richtung Tschechien konnte man auf dem Radarbild ein kleines Bogenecho ausmachen. Auch die Ausdehnung des Wolkenschirms war beachtlich, er bedeckte zwischendurch eine Fläche von circa 60.000 Quadratkilometer!

Radarbild um 19.20 Uhr © Austrocontrol

Gewitter-Impressionen

Gewitterlinie bei Horn © Storm Science Austria
Ausgeprägter Aufwind bei Krems © Storm Science Austria
Hagelgewitter bei Kematen an der Ybbs (Amstetten) - Storm Science Austria
Hagelgewitter bei Kematen an der Ybbs (Amstetten) – © Storm Science Austria
Gewitter bei Zwentendorf an der Donau gesehen von Ybbs an der Donau - Storm Science Austria
Gewitterwolke bei Zwentendorf, von Ybbs an der Donau aus gesehen – © Storm Science Austria

 

Titelbild: pixabay.com

Am Samstag kräftige Gewitter

Derzeit dominiert im Großteil des Landes der Sonnenschein und die Temperaturen erreichen allmählich sommerliches Niveau. Allerdings befindet sich Österreich nur knapp südlich einer Kaltfront über Deutschland und somit entstehen am Nachmittag von Vorarlberg und Tirol ausgehend bald Schauer und Gewitter.

Aktuelles Satellitenbild mit Kaltfront und Gewitterpotential für Samstag

Kräftige Gewitter sind dabei am Nachmittag und Abend vom Tiroler Unterland bis ins Wald- und Mostviertel zu erwarten. In diesen Regionen bringen die Gewitter stellenweise Sturm und auch größeren Hagel! In der Nacht kann dann auch noch Wien von den Gewittern gestreift werden. Trocken und sonnig bleibt es von Unterkärnten bis ins Burgenland.

Auch am Sonntag heftige Gewitter

Am Sonntag liegt die Kaltfront dann quer über Österreich und teilt das Land in einen kühlen und nassen Westen und sommerlich warmen Osten. Dabei entstehen im Tagesverlauf östlich von Salzburg wieder kräftige Gewitter.

Frontenkarte für den Sonntag

Die Gewitter bringen am Sonntagnachmittag und -abend vor allem Hagel und Starkregen, punktuell sind größere Regenmenge möglich. Generell bringt die Front vor allem im Südwesten wieder einiges an Regen. Hier sind die durchschnittlichen Regenmengen bis Dienstag abgebildet:

Gewitter brachten Regen, Hagel und einen Tornado bei Pottendorf

Mammatus

Am Mittwoch lag Österreich im Übergangsbereich zwischen einem Höhentief über der Westukraine und einem Bodentief über Deutschland. Mit einer nordwestlichen Höhenströmung haben dabei feuchtwarme Luftmassen das Land erfasst und besonders im Osten kam es zu kräftigen Gewittern. Am stärksten betroffen waren die Regionen vom Tullnerfeld über das Wiener Becken bis ins Burgenland.

Blitzdichte am Mittwoch. (Daten: UBIMET)

In Summe wurden knapp 25.000 Blitze erfasst, davon fast 15.000 in Niederösterreich. Die meisten Blitze gab es in den Bezirken Gänserndorf, Mödling und Baden, die höchste Blitzdichte in den Bezirken Mödling, Wien-Umgebung und Wien-Liesing. Der stärkste Blitz mit einer Stromstärke von 145 kA wurde dagegen in Sankt Jakob im Walde im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld erfasst.

Bei Ebreichsdorf bis zu 100 l/m²

Vor allem in der Umgebung von Wien kam es ab den Mittagsstunden zu mehreren kräftigen Gewittern. Zunächst wurde am Ostrand der Stadt Hagel mit einem Durchmesser von bis zu knapp 3 cm registiert. Ab dem frühen Nachmittag waren dann besonders die Regionen südlich von Wien betroffen, so wurden in Gumpoldskirchen 30 Liter pro Quadratmeter in weniger als zwei Stunden und in Wien-Unterlaa Böen bis 67 km/h gemessen. Immer wieder bildeten sich so genannte Backbuilding-Gewitter in einer Linie und zogen etwa von Perchtoldsdorf nach Südosten bis Eisenstadt. Unsere Analyse der Niederschlagssumme zeigt in einer Region, wo keine Wetterstationen liegen, Mengen von über 50 l/m². Bei Ebreichsdorf sind entsprechend der Analyse lokal gar Mengen bis zu 100 l/m² gefallen:

Analyse der Niederschlagsmenge über 24 Stunden am 03.06.2020 @ UBIMET

Tornado südlich von Wien

In Pottendorf wurde etwa um 14 Uhr sogar ein Tornado beobachtet, der für entwurzelte Bäume und Schäden an Hausdächern sorgte.





Am Abend konnte man im Westen Wiens spektakuläre Mammatus-Wolken sehen. Hintergrundinfos zu diesen Wolken gibt es hier.

Mammatus
Mammatus-Wolken im Wienerwald.

Titelbild: Adobe Stock

Kaltfront bringt Gewitter und Regen

Am Donnerstag im Osten bis zu 27 Grad

Das zuletzt wetterbestimmende Hochdruckgebiet hat sich bereits nach Russland verzogen, über den Benelux-Ländern entwickelt sich aktuell das Tief JULIANE. Damit dreht die Strömung im Alpenraum vorübergehend auf Süd und die Wärme verlagert sich in die Osthälfte Österreichs. So werden am Donnerstag entlang der Donau sowie von der südlichen Steiermark bis zum Neusiedler See bei zeitweiligem Sonnenschein sommerliche Werte zwischen 25 und 27 Grad erreicht. Freundlich wird es mit aufkommendem Südföhn aber auch von Innsbruck bis Mariazell. In Vorarlberg, dem Außerfern, Osttirol und Oberkärnten sind die Wolken jedoch dicht und hier setzt schon bis Mittag Regen ein. Am Nachmittag bilden sich entlang der Alpennordseite ein paar Gewitter, mit Eintreffen der Kaltfront gehen diese am Abend in kräftigen Regen über.

Über 50 l/m² in Oberkärnten

In der Nacht auf Freitag breitet sich der schauerartige und teils gewittrige Regen weiter nach Osten aus, häufig regnet es für ein paar Stunden kräftig. Durch ein zusätzliches Italientief zeichnen sich mit über 50 l/m² die größten Regenmengen in Osttirol und Oberkärnten ab, im Nordosten fällt am wenigsten Regen. Der Freitag selber verläuft über weite Strecken grau und nass, erst am Nachmittag trocknet es vermehrt ab und im Westen lockern die Wolken noch auf. Mit maximal 9 bis 18 Grad ist es deutlich kühler als zuvor, nur im äußersten Südosten sind nochmals bis zu 22 Grad möglich.

Prognose der Niederschlagsmenge von Donnerstagmittag bis Freitagabend @ UBIMET

Ost-West-Gefälle am Wochenende

Bereits am Wochenende erholen sich die Temperaturen aber wieder. Die Südströmung kommt wieder in Fahrt, damit überwiegen in der Osthälfte freundliche Wetterphasen bei 22 bis 27 Grad. Von Vorarlberg bis Oberkärnten muss man sich jedoch immer wieder auf Regen einstellen bei insgesamt bewölkten Verhältnissen, hier kommen die Temperaturen nicht über 16 bis 22 Grad hinaus. In der neuen Woche deuten sich zwar häufig sommerliche Temperaturen an, das Wetter dazu bleibt aber wechselhaft. Eine beständige trockene Phase mit Hitze über 30 Grad ist momentan nicht in Sicht.

 

Titelbild: Webcam Dornbirn @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/dornbirn

Frühling 2020 bilanziert deutlich zu trocken

Der Pfingstsonntag und damit der letzte Tag im Mai zeigte sich nicht nur von seiner ausgesprochen kühlen Seite, er brachte vor allem im Nordosten auch nochmal wertvollen Dauerregen. Gerade im westlichen Niederösterreich fielen gebietsweise über 20 l/m² und das über einige Stunden hinweg, die Natur wird es gefreut haben. Damit endet der Mai 2020 in Ober-, Niederösterreich und Wien mit einem leichten Niederschlagsüberschuss, teilweise ist hier fast die anderthalbfache Menge gefallen.

Analysierte Niederschlagsmenge 31.05.2020 @ UBIMET
Niederschlagsabweichung vom Klimamittel im Mai 2020 @ UBIMET

 

Doch das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Monat in anderen Landesteilen erneut deutlich zu trocken war und über die die drei Monate März, April und Mai im Mittel über ganz Österreich fast ein Drittel an Regen weniger gefallen ist. Die Bilanz über den Frühling 2020 zeigt, dass es besonders in Vorarlberg und Tirol, aber auch in der Steiermark, im Burgenland und teilweise in Oberösterreich deutlich zu wenig geregnet hat. So fiel in Innsbruck bspw. weniger als die Hälfte dessen, was normal gewesen wäre.

Immerhin: Eine trockene Hitzewelle ist derzeit nicht in Sicht, die nun folgenden Tage bringen immer wieder Regen. Von Donnerstag auf Freitag deutet sich mit der Passage einer Front im ganzen Land signifikanter Regen an.

Niederschlagsabweichung vom Klimamittel im Frühling 2020 @ UBIMET

 

Was das Temperaturverhalten angeht, so wurde vor kurzem in diesem Beitrag schon auf einen leicht zu kühlen Mai hingewiesen. Da jedoch insbesondere der April markant zu warm war, fällt auch die Bilanz über den ganzen Frühling leicht positiv aus. Am größten ist die Abweichung im Westen mit über 1 Grad nach oben, im äußersten Osten hingegen bilanziert das Frühjahr halbwegs ausgeglichen. Im Mittel über ganz Österreich beträgt die Abweichung gegenüber der Klimareferenzperiode 1981-2010 +0,8 Grad.

Temperaturabweichung vom Klimamittel im Frühling 2020 @ UBIMET

 

Titelbild: Webcam aus dem Zillertal @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/das-kaltenbach/

Mai 2020 in Österreich erster zu kalter Monat seit einem Jahr

Schauer

In Summe war der Monat landesweit etwa 1 Grad kühler als im langjährigen Mittel. Besonders markant fallen die Abweichungen im Norden aus, so liegt die Abweichung zum Klimamittel im Mühlviertel und im Oberen Waldviertel bei -2 Grad. Im Donauraum sowie im östlichen Flachland war der Monat etwa 1 bis 1,5 Grad kühler als im Mittel, während er im Westen und Süden relativ durchschnittlich abschließt. Im Bereich des Alpenhauptkamms lagen die Temperaturen mitunter auch knapp über dem Durchschnitt, wie etwa in Tamsweg mit einer Abweichung von +1 Grad.

Temperaturabweichung vom langjährigen Mittel (1981-2010) im Mai 2020.

Ein Hitzetag in Tirol

Im Vorfeld der Kaltfront von Tief GUDRUN hat föhniger Südwestwind am 23.5. die Temperaturen im Oberinntal auf bis zu 32 Grad getrieben, somit wurde hier die 30-Grad-Marke etwa zwei Wochen früher als im Klimamittel erreicht. Innsbruck war mit einem Höchstwert von 31,4 Grad somit heuer die erste Landeshauptstadt mit einem sogenannten Hitzetag. Dies war allerdings bislang auch der einzige Hitzetag des Jahres, da nachfolgend eine nördliche Strömung kühle Luftmassen ins Land geführt hat. Die Kaltfront sorgte zudem für kräftige Gewitter mit teils schweren Sturmböen um 100 km/h, welche von Tirol bis in die Obersteiermark einige Schäden verursachten.

Höchstwerte pro Bundesland im Mai 2020.

Mit GUDRUN kam im Nordosten der Regen

Während der Monat besonders von der Weststeiermark bis ins Mittelburgenland sowie in Tirol neuerlich zu trocken ausfällt, haben leicht überdurchschnittliche Regenmengen von Salzburg bis nach Wien zu einer Linderung der Trockenheit geführt. Seit dem Durchzug von Tief GUDRUN liegt Österreich nämlich am Rande eines Höhentiefs über Südosteuropa, welches aus Norden wiederholt feuchte Luft in den Nordosten gebracht hat. Die größten Abweichungen wurden in Kremsmünster sowie in Oberndorf an der Melk verzeichnet mit etwa 160 bzw. 190% des Solls. In Graz und Innsbruck kam dagegen weniger als die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge zusammen.

Niederschlagsabweichung in Prozent im Mai 2020.

Wenig Blitze

Im Mai wurden bislang landesweit etwa 68.000 Blitze detektiert, die meisten davon in Ober- und Niederösterreich. Dieser Wert entspricht knapp der Hälfte vom 10-jährigen Durchschnitt, liegt aber über dem Wert vom äußerst gewitterarmen Mai 2019. Die höchste Blitzdichte gab es in der Gemeinde Schwarzenau im Bezirk Zwettl, der stärkste Blitz mit einer Stromstärke von 287 kA wurde dagegen in Bad Gleichenberg in der Südoststeiermark am 26.5. detektiert.

Blitzdichte im Mai 2020 (Daten: nowcast / UBIMET)

Weniger Sonne als im April

Nach dem außergewöhnlich sonnigen April mit oft mehr als 300 Sonnenstunden im Flachland fiel die Sonnenscheindauer im Mai besonders im Norden sowie im östlichen Bergland mit 70 bis 80% des Solls unterdurchschnittlich aus. In Vorarlberg, im Tiroler Oberland sowie in Osttirol und Oberkärnten wurde das Soll an Sonnenstunden dagegen knapp übertroffen, im östlichen Flachland und im Süden liegen die Werte im Bereich des langjährigen Mittels. Der absolut sonnigste Ort war Hollenthon in der Buckligen Welt mit 280 Sonnenstunden.

Extremwerte Mai 2020

(Bundesland, Tag des Auftretens)
Höchste Temperaturen
  • 32,2 Grad Imst (T, 23.)
  • 31,4 Grad Innsbruck (T, 23.)
  • 30,6 Grad Landeck, Haiming (T, 23.)
Tiefste Temperaturen Hochtäler
  • -4,9 Grad Obergurgl (T, 3.)
  • -3,5 Grad Galtür (T, 7.)
  • -3,4 Grad Lech am Arlberg (V, 3.)
Tiefste Temperaturen unter 800 m Seehöhe
  • -2,8 Grad Summerau (OÖ, 6.)
  • -2,6 Grad Turnau (ST, 4.)
  • -2,5 Grad Freistadt (OÖ, 6.)
Max. Sommertage (Höchstwert mind. 25,0 Grad)

6 Tage: Innsbruck (T), Bad Goisern (OÖ), Bludenz (V), Dellach (K), St. Pölten, Pottschach-Ternitz, Langenlebarn (NÖ)

Nasseste Orte
  • 183 Liter pro Quadratmeter Lunz am See (NÖ)
  • 173 Liter pro Quadratmeter  Oberndorf / Melk (NÖ)
  • 164 Liter pro Quadratmeter Waidhofen an der Ybbs (NÖ)
Trockenste Orte
  • 28 Liter pro Quadratmeter Schöckl (ST)
  • 35 Liter pro Quadratmeter Kroisegg (B), Frohnleiten (ST)
  • 36 Liter pro Quadratmeter Lutzmannsburg (B), Eichberg (ST)
Absolut sonnigste Orte
  • 282 Sonnenstunden Hollenthon / Bucklige Welt (NÖ)
  • 260 Sonnenstunden Mörbisch (B)
  • 252 Sonnenstunden Laa an der Thaya (NÖ)
Stärkste Windspitzen Niederungen
  • 109 km/h Enns (OÖ, 11.)
  • 104 km/h Linz Hörsching (OÖ, 11.), Innsbruck (T, 23.)
  • 103 km/h Windischgarsten (OÖ, 23. ), Mooslandl / Hieflau (ST, 23.)

Die Ostsee ist wieder eisfrei

Folgendes Satellitenbild wurde am vergangenen Wochenende aufgenommen. Es zeigt die letzten verbliebenen Eisschollen im Küstengebiet vor Schweden und Finnland. Wirklich zusammenhängende Eisflächen sind dies nicht mehr, die hoch stehende Sonne, umgebendes Meerwasser und relativ warme Luft werden in den nächsten Tagen dafür sorgen, dass auch diese Eisschollen abschmelzen. Bemerkenswert auch die sichtbaren immer noch schneebedeckten Flächen im Hinterland.

Aktuelle Eisbedeckung der nördlichen Ostsee vom Satelliten aus gesehen.

Im langjährigen Mittel sollte jetzt – Ende Mai – eine doch deutlich größere zusammenhängende Fläche der nördlichen Ostsee noch von 20-40 cm dickem Eis bedeckt sein.

Eisbedeckung Ende Mai im langjährigen Mittel.

Dass wir es mit einem extrem unterdurchschnittlichen „Jahrgang“ zu tun haben, zeigt auch ein Blick in die jüngere Vergangenheit. So zum Beispiel sah der Blick von oben auf den Bottnischen Meerbusen am 11. April, also vor rund 6 Wochen und kurz nach dem Zeitpunkt der maximalen Ausdehnung aus.

Zwar lagen rund um Ostern große Teile des Festlandes unter einer Schneedecke, die Eisausdehnung war aber auch im heurigen April nur auf den äußersten Norden beschränkt.

Eisbedeckung der nördlichen Ostsee vom Satelliten aus gesehen (Stand 11. April 2020)

So verwundert es auch nur wenig, dass die Ostsee in weiten Teilen derzeit eine viel zu hohe Wassertemperatur aufweist, zum Teil liegen die Abweichungen (dunkelrot + violett in der Grafik) bei +3 bis +4 Grad.

Aktuelle Abweichung der Meeresoberflächentemperatur

Bereits Ende März twitterte der finnische Meteorologe Mika Rantanen, dass die maximale Eisbedeckung heuer mit nur rund 30.000 km² den niedrigsten Wert seit Beginn der Messungen vor über 60 Jahren angenommen hat. Zum Vergleich: Im langjährigen Mittel sind am Höhepunkt der Eisausdehnung im März rund 150.000 km² der Ostsee mit Eis bedeckt.

In den vergangenen Jahren häufen sich Winter mit relativ wenig Eis, es gibt aber auch in jüngerer Vergangenheit Extrema in die andere Richtung. So zum Beispiel sah das Satellitenbild der Ostsee im Februar 2011 aus. Mit rund 300.000 km² war nicht nur eine Fläche fast so groß wie Deutschland mit teils 1m dickem Eis bedeckt, gegenüber dem heurigen Jahr bedeutet dies einen Faktor 10!

Eisbedeckung der nördlichen Ostsee vom Satelliten aus gesehen (Stand 24. Februar 2011)

In Ausnahmefällen (1987) ist sogar nahezu die gesamte Ostsee von Eis bedeckt, also auch das Meerwasser beispielsweise rund um Rügen und Usedom in Deutschland.

Quelle Titelbild: pixabay

Wetter bleibt kühl und unbeständig

Erstmals 30 Grad in Österreich gemessen

Die Kaltfront des Tiefs GUDRUN hatte es in sich. Doch bevor sie ab den frühen Nachmittagsstunden des Samstags von Westen her auf Österreich übergriff, konnte im Tiroler Oberland mit leicht föhnigem Südwind zum ersten Mal in diesem Jahr die 30 Grad-Marke überschritten werden. Ganze 32,2 Grad zeigte das Thermometer kurzzeitig in Imst, auch in Innsbruck wurde der erste so genannte Hitzetag 2020 erreicht. Die Luft war hier jedoch sehr trocken, damit waren die Bedingungen gegeben für kräftigen Sturm, welcher mit Eintreffen der Kaltfront besonders über das Inntal herein brach. In Innsbruck an der Uni wurden maximale Böen von 104 km/h gemessen, in Haiming 102 km/h, in Jenbach waren es 90 km/h.

Gemessene Höchstwerte am Samstag, 23.05.2020 @ UBIMET
Gemessene Windböen am Samstag, 23.05.2020 @ UBIMET

Häufig kräftiger Regen

Von kräftigen Gewittern begleitet war die Kaltfront entlang der Alpennordseite vom Achensee über das Salzkammergut und die Eisenwurzen bis zum südlichen Wienerwald. Auch hier wurden an mehreren Orten teils orkanartige Sturmböen über 100 km/h registriert, wie bspw. in Abtenau, Windischgarsten und Mooslandl/Hieflau. Einher gingen die Gewitter stellenweise mit sintflutartigem Regen und Mengen über 20 l/m² innerhalb einer Stunde. Beim Regen blieb es schließlich bis hinein in die Nacht, so dass generell im Norden und Osten des Landes verbreitet zwischen 15 und 40 l/m² zusammen kamen.

Analyse der Regenmengen mit eingetragen Messwerten vom Samstag, 23.05.2020 @ UBIMET

Kühle Wetterphase bis Pfingsten

Auf der Rückseite der Kaltfront ist nun deutlich kühlere Luft eingeflossen. In den kommenden Tagen verbleibt der Alpenraum zwischen Hoch STEFFEN über West- und einem Tief über Osteuropa. Besonders von Innsbruck ostwärts muss man mit einigen Wolken und wiederholten Schauern sowie einzelnen Gewittern rechnen, direkt an der Alpennordseite regnet es insbesondere am Montag auch für längere Zeit. Dazu bleiben die Temperaturen hier mit meist 13 bis 20 Grad deutlich unter den für diese Jahreszeit üblichen Höchstwerten von rund 22 Grad. Einzig im äußersten Westen sowie in Osttirol und Kärnten werden diese Woche bei deutlich mehr Sonnenschein und weitgehend trockenen Verhältnissen Höchstwerte bis 24 Grad erreicht.

Eine Rückkehr von ruhigem Sommerwetter ist derzeit also noch in weiter Ferne. Aktuelle Wettermodelle sehen Anzeichen dafür im Laufe des Pfingstwochenendes, möglicherweise aber auch erst danach.

 

Titelbild: Webcambild St. Johann @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/wilder-kaiser/

Rückblick Kaltfrontdurchzug, 23.05.2020

+++ Vorläufiges Résumé +++

Ein wettertechnnisch ereignisreicher Tag neigt sich dem Ende entgegen. Die Kaltfront von Tief Gudrun brachte kräftige Gewitter mit Starkregen, kleinem Hagel und Sturmböen. Besonders traf es dabei Salzburg, das Salzkammergut, wie auch das Waldviertel und die Obersteiermark.

Anbei eine Grafik mit den bisher in Gewitternähe gemeldeten Sturmböen:

Maximale Windböen vom 23.05.2020

Der folgenden Grafik kann man entnehmen, dass bereits am frühen Nachmittag in Vorarlberg die ersten Gewitter entstanden, ähnlich wie in Bayern und Tschechien. Diese erreichten dann zum Abend hin Salzburg bzw. das Waldviertel:

Blitzverlauf am 23.05.2020

Lokal wurden hohe Niederschlagsraten und eine hohe Blitzanzahl gemessen:

Blitzanzahl am 23.05.2020

 

Wir hoffen, von euch ist keiner zu Schaden gekommen, wünschen noch einen schönen Abend und beenden hiermit den Liveticker.
In den nächsten Stunden regnet es noch weiter, stellenweise auch noch etwas kräftiger. Unwetterartige Gewitter und Sturmböen sind aber nicht mehr zu erwarten.

+++ Update 20:30 Uhr +++

Hier noch ein Bild aus dem Wiener Becken (Bad Vöslau um 19:50 Uhr MESZ) von den Stormchasern des Vereins „Storm Science Austria“. Die Böenfront schwächt sich jetzt allmählich ab und auch die Gewitteraktivität lässt nach.

+++ Update 20:00 Uhr +++

Die Böenfront hat jetzt auch das südliche Wiener Becken erreicht und zieht nach Osten und Südosten weiter:

Böenfront im Bezirk Neunkirchen (NÖ) - Roland Reiter | UBIMET
Böenfront im Bezirk Neunkirchen (NÖ) – Roland Reiter | UBIMET

+++ Update 19:45 Uhr +++

Etwa 500 km lange Schauer- und Gewitterlinie entlang der aufziehenden Kaltfront von Südtirol bis nach Wien:

+++ Update 19:20 Uhr +++

Die Stormchaser des Vereins „Storm Science Austria“ folgen immer noch dem Gewitter in Niederösterreich und haben uns ein paar Bilder von der Zelle im Waldviertel (bei Kirchberg am Walde vor etwa einer Stunde und bei Kirchberg am Wagram vor wenigen Minuten) geschickt:

+++ Update 19:00 Uhr +++

Vor allem im östlichen Bergland wird es in den kommenden Minuten recht stürmisch! In der letzten Stunde wurden vielerorts teils schwere Sturmböen gemessen und die Gewitterlinie zieht rasch nach Osten und Südosten weiter. Mittlerweile sind auch erste Videos von Sturmschäden in Tirol aufgetaucht.

+++ Update 18:40 Uhr +++

Zwei Gewitterlinien ziehen aus Nordwesten in Richtung Weinviertel/Wien bzw. Mur-Mürz-Furche/Alpenostrand. Nach wie vor werden schwere Sturmböen (z.B. Moosland-Hieflau 103 km/h) und Hagel gemeldet!

+++ Update 18:10 Uhr +++

Größte Gefahr: Sturmböen! Vom Salzburger Land und dem Ennstal breitet sich eine Böenfront mitsamt Blitz und Hagel nach Osten und Südosten aus. In den kommenden Minuten muss man also auch in Teilen Niederösterreichs und in der Obersteiermark oft mit stürmisch auffrischendem West- bis Nordwestwind rechnen!

+++ Update 17:30 Uhr +++

Das größte Gewitterrisiko besteht derzeit entlang der nördlichen Voralpen im Salzkammergut, zwischen Linz und Wels sowie in kürze auch im nördlichen Waldviertel. In diesen Regionen werden nach wie vor teils schwere Sturmböen (z.B. Abtenau mit 101 km/h) und Hagel gemeldet!

+++ Update 17:00 Uhr +++

Hier noch ein Bild der kräftigen Gewitterlinie über dem Flachgau (Blich aus Norden), das die Stormchaser des Vereins „Storm Science Austria“ uns geschickt haben.

+++ Update 16:35 Uhr +++

Auch im westlichen Donauraum steigt jetzt die Gewitterneigung rasch an. Die Stadt Salzburg wird in kürze von einer kräftigen Gewitterlinie mitsamt Sturmböen, Hagel und Starkregen erreicht! Hier das Livebild vom Flughafen Salzburg: https://livecam.salzburg-airport.com/

+++ Update 16:25 Uhr +++

Vorsicht: In den kommenden Minuten sind im Inntal lokal schwere Sturmböen möglich! Die Station in Haiming meldete schon Böen bis zu 102 km/h mit der hereinfließenden Kaltluft.

+++ Update 15:45 Uhr +++

Aktuell ziehen die Gewitter vor allem an der Alpennordseite entlang nach Osten. Gerade die Zelle bei München hat im Radarbild zwischenzeitlich auch durchaus Superzellenstrukturen aufgewiesen.

Blitzverlauf über die letzten 90 Minuten @ UBIMET
Webcambild Achensee @ https://wiesenhof.panomax.com

+++ Update 15:15 Uhr +++

Auf beachtliche 32 Grad ist die Temperatur inzwischen in Imst gestiegen, gleichzeitig liegt der Taupunkt 29 Grad niedriger. Der Luftdruckunterschied zwischen St. Anton am Arlberg und Landeck beträgt 8 hPa. Hier schrillen bei jedem Meteorologen die Alarmglocken -> Für das Tiroler Oberland ergibt sich ein großes Sturmpotential.

+++ Update 14:30 Uhr +++

Übrigens wurde soeben im Tiroler Oberland zum ersten Mal im Jahr 2020 die 30 Grad-Marke erreicht (Landeck; Imst und Haiming noch knapp darunter). Die Taupunkte liegen hier jedoch nur im niedrigen einstelligen Bereich, d.h. die Luft ist sehr trocken. Dies ist ein Indiz für potentiell schwere Sturmböen in Verbindung mit Gewittern und der Kaltfront.

Bis 14 Uhr gemessene Höchstwerte @ UBIMET

+++ Update 14:15 Uhr +++

Die ersten Gewitter erreichen nun Vorarlberg. Im Bild zu sehen sind die aktuellen Blitze und die Regenmengen der letzten Stunde. Man erkennt: Die Gewitter liegen an der Vorderseite eines größeren Regengebietes:

Regenmengen der letzten Stunde und aktuelle Blitze @ UBIMET
Regenmengen der letzten Stunde und aktuelle Blitze @ UBIMET

 

+++ Update 13:30 Uhr +++

Über der Schweiz und nördlich des Bodensees entstehen nun immer mehr Gewitter, sie werden im Rheintal nicht mehr lange auf sich warten lassen. Die kräftigeren Gewitter erwarten wir jedoch entlang der Alpennordseite, hier gibt es zumindest ein Potential für so genannte Superzellen und Bow-Echos, welche mit Hagel und schweren Sturmböen einhergehen können.

Gewittergefahr am heutigen Nachmittag und Abend @ UBIMET

+++ Update 12:45 Uhr +++

Die Hauptgefahr bei den heutigen Gewittern geht von Sturmböen aus, aber auch abseits von Gewittern wird der Wind mit der Kaltfront bis in viele Täler stürmisch auffrischen. Entsprechend gelten aktuell folgende Sturmwarnungen:

Sturmwarnungen für Samstagnachmittag und -abend @ UBIMET

+++ Update 12:30 Uhr +++

Über Nacht und am Vormittag ist bereits die Warmfront des Tiefs über den Norden und Osten des Landes gezogen, gebietsweise hat es für ein paar Stunden geregnet. Hier die bisherigen Regenmengen:

Analyse der Regenmengen bis Samstag, 11 Uhr @ UBIMET

 

Nach Abzug dieser Front lockern die Wolken nun auch im Osten langsam auf, von Vorarlberg bis in die Steiermark scheint die Sonne schon längere Zeit. Hier konnte sich die Luft bereits auf bis zu 26 Grad erwärmen, knapp 30 Grad sind hier heute das Maximum. Mit jedem Grad steigt auch der Energiegehalt der Luft, sie wird also zunehmend instabiler und spätestens mit dem Eintreffen der Kaltfront löst dies Schauer und Gewitter aus.

Tief GUDRUN bringt Gewitter, Regen und teils stürmischen Wind

Der Alpenraum liegt am Freitag noch am Rande eines Hochs über der Ostsee, die aufziehenden, hochliegenden Wolken kündigen aber bereits das herannahende Tief GUDRUN an. Die Warmfront des Tiefs sorgt am Samstagmorgen im Nordosten für etwas Regen, tagsüber gibt es dann besonders im Süden und Westen ein paar föhnige Auflockerungen und die Temperaturen steigen hier auf teils auf 29 Grad. Kühler bleibt es dagegen bei vielen Wolken im äußersten Nordosten, so liegen die Höchstwerte im Weinviertel nur bei knapp 20 Grad.

Kaltfront mit Sturmböen

Am Samstagnachmittag zieht aus Bayern die kräftige Kaltfront von Tief GUDRUN auf, dabei steigt die Schauer- und Gewitterneigung von Vorarlberg bis Oberösterreich rasch an. Am späten Nachmittag ziehen vom Flachgau bis ins Mostviertel und in die Obersteiermark auch kräftige Gewitter durch und gebietsweise besteht die Gefahr von schweren Sturmböen um 100 km/h und Hagel!

Fronten am Samstagnachmittag (Daten: ECMWF)

Am Abend muss man auch im Osten mit Sturmböen um 70 km/h rechnen und ein paar Stunden lang fällt im ganzen Land kräftiger Regen. Damit wird die Regenbilanz deutlich aufgebessert und auch zu Wochenbeginn ziehen noch Regenschauer durch. Dennoch fällt der Mai wieder zu trocken aus, im Gegensatz zu den Vormonaten aber gebietsweise auch zu kühl.

12-h-Niederschlagsprognose von Samstagnachmittag bis -nacht. (ECMWF / UBMET).

Zweigeteilt ab Sonntag

Am Sonntag und zu Wochenbeginn liegt Österreich zwischen Hoch STEFFEN über Westeuropa und reger Tiefdrucktätigkeit über Osteuropa. Im Einflussbereich einer nördlichen Höhenströmung stellt sich dabei in Österreich zweigeteiltes Wetter ein: Während in Vorarlberg und im Tiroler Oberland sowie generell von Osttirol bis in die südliche Steiermark häufig die Sonne scheint, gestaltet sich das Wetter im Norden und Osten leicht unbeständig mit ein paar Regenschauern.

Zu Wochenbeginn liegen wir unter dem Einfluss einer nördlichen Strömung. (GFS)

Die Temperaturen liegen zu Wochenbeginn unter dem langjährigen Mittel, wobei die höchsten Temperaturen mit bis zu 23 Grad in Oberkärnten zu erwarten sind. In den östlichen Nordalpen kommen die Temperaturen dagegen kaum über 13 Grad hinaus und auch im Donauraum bleiben die Temperaturen bis einschließlich Dienstag meist unterhalb der 20-Grad-Marke. Ab Mitte der Woche steigen die Temperaturen dann generell etwas an.

Titelbild: Adobe Stock

Langes Wochenende: Im Südwesten sommerlich, am Samstag Kaltfront

Der Alpenraum liegt derzeit zwischen einem Tief über Südosteuropa und einem Hoch über der Ostsee. In diesem Übergangsbereich gelangen vor allem in den Süden und Westen des Landes milde Luftmassen, während sich im Nordosten etwas kühlere Luft hält. Zu Christi Himmelfahrt scheint häufig die Sonne, nur vom Tiroler Unterland bis zur nördlichen Obersteiermark überwiegen anfangs noch die Wolken und es gehen einzelne Schauer nieder. Am Nachmittag ziehen nur harmlose, flache Quellwolken durch und die Höchstwerte liegen zwischen 17 Grad im östlichen Bergland und knapp 26 Grad in Vorarlberg.

Am Wochenende zieht Tief GUDRUN auf (Daten: FU Berlin / DWD).

Auch der Freitag präsentiert sich besonders am Vormittag von seiner sonnigen Seite. Am Nachmittag ziehen von Nordwesten her vermehrt Wolken durch und über den Bergen bilden sich Quellwolken, die Schauer- und Gewitterneigung bleibt aber gering. Die Temperaturen steigen besonders im Westen etwas an und erreichen 20 bis 27, in Vorarlberg lokal auch 28 Grad.

Kaltfront am Samstag

Am Samstag zeigt sich im Süden und Westen noch häufig die Sonne, sonst überwiegen die Wolken und anfangs fällt von Oberösterreich bis ins östliche Flachland etwas Regen. Nach vorübergehenden föhnigen Auflockerungen zieht am Nachmittag die Kaltfront von Tief GUDRUN mit teils kräftigen Regenschauern und Gewittern auf. Am Abend fällt verbreitet Regen, dazu frischt im Donauraum und am Alpenostrand starker Nordwestwind auf.

Im Vorfeld einer Kaltfront wird es am Samstagnachmittag gewittrig (Daten: ECMWF).

Zuvor erreichen die Temperaturen von Nord nach Süd 18 bis 28 Grad. Besonders von Tirol über Kärnten bis zur südlichen Steiermark wird es sommerlich warm, im Nordosten liegen die Höchstwerte dagegen bei knapp 20 Grad.

Im Vorfeld der Kaltfront wird es vor allem im Süden sommerlich warm.

Besserung am Sonntag

Der Sonntag startet gebietsweise mit Restwolken, zwischen Dachstein und Schneeberg sowie von den Karawanken bis ins Südburgenland stellenweise noch mit etwas Regen. Tagsüber scheint zeitweise die Sonne, nur im östlichen Bergland halten sich dichte Wolken mit einzelnen Schauern. Bei lebhaftem West- bis Nordwestwind ist es überall etwas kühler, die Höchstwerte liegen zwischen 14 und 23 Grad.

Titelbild: Adobe Stock

Schneelage in den Alpen: Vor einem Jahr Skifahren am Hochkar

Ski

Der Winter 2018/19 brachte vor allem im Jänner außergewöhnliche Schneemassen in den Nordalpen. Nach einer vorübergehenden Schmelzphase im April verlief der Mai 2019 ausgesprochen kühl und nass, so blieb die Schneelage in den Hochlagen über lange Zeit hinweg nahezu unverändert. Ganz anders präsentiert sich das Wetter im vergangenen Winter: Zwar gab es zu Saisonbeginn im November in den Südalpen Rekordschneefälle,  im Hochwinter präsentierte sich die Schneedecke aber meist durchschnittlich und seit April sorgt trockenes und mildes Frühlingswetter für eine rasche Schneeschmelze.

Schneelage in den Alpen am 19. Mai 2019 bzw. 2020.

Die Unterschied zu vergangenem Jahr fällt in allen Höhen markant aus: Höhenlagen um 2000 m sind heuer bereits weitgehend ausgeapert, während dort vor einem Jahr noch über 1,5 m Schnee lagen. Auch auf den Gletschern gibt es aber große Unterschiede, so lagen am Sonnblick vor einem Jahr noch mehr als 5 Meter Schnee!

19 Mai 2019 19. Mai 2020
Säntis (CH), 2502 m 665 cm 264 cm
Sonnblick, 3105 m 525 cm 317 cm
Pitztaler Gletscher, 2864 m 363 cm 198 cm
Villacher Alpe, 2117 m 160 cm 0 cm
Rudolfshütte, 2317 m 334 cm 119 cm
Galzig / St. Anton, 2079 m 160 cm 0 cm
Schneelage am Arlberg am 19. Mai 2019 bzw. 2020. (www.foto-webcam.eu)

Skifahren im Mai

Da im Mai 2019 auf den Bergen außergewöhnlich viel Schnee lag, konnten manche Skigebiete wie die Gosauer Zwieselalm in Oberösterreich und das Hochkar in Niederösterreich am 18. und 19. Mai sogar nochmals ihre Lifte in Betrieb nehmen. Heuer kann man dagegen problemlos schon wandern.

Gute Wanderbedingungen im Mai 2020.

Zyklon Amphan bedroht Indien und Bangladesch

In den vergangenen Stunden hat sich im Golf von Bengalen der tropische Wirbelsturm – im Indischen Ozean Zyklon genannt – Amphan gebildet.

Satellitenbild vom Indischen Ozean (Sonntag 08 Uhr MESZ)

Im Golf von Bengalen liegen die Wassertemperaturen derzeit um die 30 Grad, das sind perfekte Bedingungen für eine Verstärkung des Zyklons. In den kommenden Tagen wandert Amphan langsam nach Norden und intensiviert sich nach derzeitigen Berechnungen zu einem Wirbelsturm der Kategorie 3 oder sogar 4.

Zur Wochenmitte trifft der Zyklon dann in der Umgebung der Millionenmetropole Kalkutta mit Orkanböen von 150 bis 200 km/h auf die flache Küstenregion. Aufgrund der mehreren Meter hohen Sturmflut ist mit massiven Überschwemmungen zu rechnen und im Landesinneren sorgen die enormen Regenmengen von 200 bis 500 l/m² ebenfalls für großflächige Überschwemmungen.

Unsicherheiten bei der Zugbahn

Die genaue Zugbahn der Wirbelsturms ist noch unsicher. So gibt es auch Berechnungen, dass der Sturm etwas mehr nach Osten abdriftet und somit mit voller Wucht auf Bangladesch trifft.

In welcher Stärke und wo genau der Sturm auf Land trifft, bleibt also noch abzuwarten. So oder so werden aber wohl Millionen Menschen vor dem herannahenden Tropensturm in Sicherheit gebracht werden müssen.

Titelbild: AdobeStock

40 Grad: Erste markante Hitzewelle in Südeuropa

Verantwortlich für den Vorstoß der außergewöhnlich heißen Luft von der Sahara Richtung Mittelmeerraum ist ein Tief über der Iberischen Halbinsel. An dessen Vorderseite wird in den kommenden Tagen eben sehr heiße und trockene Wüstenluft angezapft und nach Norden gelenkt.

Ein Tief über der Iberischen Halbinsel zapft heiße Luft aus der Sahara an.

Wie außergewöhnlich eine solche Luftmasse Mitte Mai selbst in hitzegewöhnten Regionen wie Sizilien oder Griechenland ist, lässt sich anhand folgender Grafik gut erkennen. Sie zeigt die Entwicklung der Temperatur in rund 1500 m Seehöhe – für uns Meteorologen ist diese immer ein wichtiger Indikator, wie warm es dann auch am Boden wird. Als Faustregel gilt hierbei: Temperatur in 1500 m plus 15 Grad = Temperatur im Flachland.

Normalerweise pendeln die Temperaturen in 1500 m zu dieser Jahreszeit in Athen bei rund 12 oder 13 Grad. Bis in die neue Woche hinein werden aber rund 25 Grad gemessen, erst dann folgt eine Rückkehr zu jahreszeitlich „normalen“ Temperaturen.

Die Luftmassen sind 10 bis 15 Grad wärmer als normal.

Zählt man zu diesen 25 Grad wie oben beschrieben rund 15 Grad hinzu, so kommt man auf eine Höchsttemperatur von 40 Grad im Schatten. Und das ist auch genau jene Temperatur, die der griechischen Hauptstadt bevorsteht. Damit ist eines so gut wie sicher: Der bisherige Mairekord von 36,7 Grad wird in Athen fallen, wahrscheinlich sogar deutlich übertroffen!

Der Mairekord für Athen dürfte ziemlich sicher fallen.

Doch nicht nur Athen ist betroffen, praktisch ganz Griechenland steht vor einer markanten Hitzewelle. Daneben sind auch im Süden Italiens, in Albanien, Nordmakedonien, Bulgarien und in der Türkei Höchstwerte von 35 bis 40 Grad zu erwarten. Besonders in der Türkei sind im Hinterland sogar lokal 45 Grad möglich!

Neben der Heißluft erreichen auch größere Mengen Saharastaub den Süden Europas. Da es keinen Niederschlag gibt, wird dieser aber nicht ausgewaschen sondern dürfte nur für einen milchigen Himmel sorgen.

Auch Saharastaub wird mit der Heißluft nach Norden gelenkt.

Quelle Titelbild: pixabay

Pankratius brachte Föhn, kräftige Gewitter und Schnee

Storm Science Austria

Südföhn

Montagfrüh erstreckte sich eine Tiefdruckrinne von der Iberischen Halbinsel bis nach Skandinavien. Der Alpenraum lag im Vorfeld der Kaltfront in einer Südströmung. Mit Annäherung der Kaltfront aus Norden im Verlauf des Tages verstärkte sich die Strömung zunehmend. Bereits am Vormittag griff der Föhn mit Sturmböen in Innsbruck durch, am Nachmittag machte sich dieser dann im Osten des Landes bemerkbar. Der Föhn trieb dann vor allem im Donauraum die Temperaturen nochmal nach oben, im Tullnerfeld wurden sommerliche 27.7 °C erreicht.

Gewitter an der Alpennordseite

Während die Front dann mehr oder weniger in der Mitte von Deutschland hängen blieb und dort für Starkregen sorgte, bildeten sich um die Mittagszeit in der Schweiz die ersten Gewitter. Diese zogen dann an der Alpennordseite entlang in Richtung Rheintal und am Abend ins Alpenvorland. Vor allem in Oberösterreich entwickelten sich dann kräftige Gewitter. So wurden etwa in Waizenkirchen eine schwere Sturmböe mit 98 km/h gemessen, in Enns waren es sogar 109 km/h. Eine private Messtation in Kirschlag bei Linz registrierte eine Orkanböe mit knappen 120 km/h. Vor allem im westlichen Donauraum und im Mühlviertel wurde die Feuerwehr zu zahlreichen Einsätzen gerufen. Selbst für Wien und für das von Trockenheit geplagte Weinviertel reichte es für Gewitter und ein paar Liter Regen.

 

Ein wenig Schnee

In der Nacht auf Dienstag kam die Kaltfront dann nach Süden voran und überquerte den Alpenraum. Damit floss deutlich kühlerer Luft ein und die Schneefallgrenze sank sukzessive. Im Westen reichte es für eine dünne Schneedecke wie etwa in Schröcken (1250m). Auch in den höheren Lagen des Wald- und Mühlviertel tänzelten ein paar Schneeflocken.

Dünne Schneedecke in Schröcken © foto-webcam.eu

Hier noch ein paar Eindrücke von gestern:

 

Aufziehendes Gewitter im Rheintal ©foto-webcam.eu
Gewitter in Ebbs

Titelbild: © Storm Science Austria

Kaltfront bringt an der Alpennordseite Gewitter und etwas Schnee

Der Alpenraum liegt zu Wochenbeginn zwischen einem Tiefdruckgebiet über Frankreich und einem Skandinavientief namens BRITTA. Die Kaltfront des Skandinavaientief erstreckt sich von Finnland über Deutschland bis nach Nordfrankreich und erfasst in den Abendstunden auch den Alpenraum.

Stürmischer Föhn

Am Rande des Tiefs über Frankreich fällt am Montag südlich des Alpenhauptkamms zeitweise etwas Regen, an der Alpennordseite frischt im Zusammenspiel mit einem Randtief hingegen teils stürmischer Föhn auf. In den typischen Föhntälern der Nordalpen, im östlichen Flachland sowie teils auch im Süden haben wir bereits Warnungen vor stürmischen Böen ausgegeben. Die Temperaturen steigen dabei vor allem im Nordosten nochmals auf ein frühsommerliches Niveau mit Höchstwerten in Niederösterreich um 26 Grad.

Sturmwarnungen am Montag (Stand 8 Uhr). www.uwz.at

Gewitter im Norden

Im Tagesverlauf entstehen in den Nordalpen erste Schauer und Gewitter, im Laufe des Nachmittags und Abends greifen diese dann auf den Norden über. Besonders vom Kaiserwinkl über Oberösterreich bis ins Waldviertel können diese mitunter auch kräftig ausfallen und für kleinen Hagel und teils schwere Sturmböen sorgen! Am Abend sind dann auch im Osten lokale Schauer oder Gewitter nicht ausgeschlossen, hier macht sich die Front aber in erster Linie durch kräftig bis stürmisch auffrischenden Nordwestwind bemerkbar.

Im Vorfeld der Kaltfront entstehen am Montagabend Gewitter.

Ein wenig Schnee

In der Nacht auf Dienstag fällt dann besonders von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich sowie im Süden zeitweise Regen, dabei sinkt die Schneefallgrenze in den Nordalpen sowie im Mühl- und Waldviertel gegen 900 bis 600 m ab. Ab etwa 1000 m kann sich vorübergehend eine dünne Schneedecke bilden. Am Dienstag kommt es dann rasch zu einer Wetterbesserung, die Temperaturen kommen aber nicht über 9 bis 17 Grad hinaus.

Schneeprognose bis Dienstagmorgen von UCM (UBIMET).

Titelbild: Gewitter über den Zillertaler Alpen (Adobe Stock)

Von wegen Frühling: Maischnee in New York

Woher diese für die Jahreszeit extrem kalte Luft kam, lässt sich mit Hilfe sogenannter Trajektorien gut nachvollziehen. Man sieht auf folgendem Bild: Noch vor wenigen Tagen lagerten die Luftmassen über dem noch zugefrorenen Aktischen Meer. Über der Hudsonbay (ebenfalls noch eisbedeckt) konnte sich die Luft nicht erwärmen und so traf die Kaltluft (entlang der blauen Linie) mit voller Wucht auf den Nordosten der USA.


Samstagfrüh wurden im Central Park nur noch +1,1 Grad gemessen. Das bedeutet nicht nur einen Negativrekord für den 9. Mai, so kalt war es so spät im Jahr überhaupt noch nie in der New Yorker Messgeschichte. Mit nur +8 Grad stiegen die Temperaturen im Tagesverlauf auch nur wenig. Der durchschnittliche Höchstwert zu dieser Jahreszeit beträgt in NYC übrigens +20 Grad!

Doch nicht nur die Kälte war sehr ungewöhnlich, hinzu kam auch noch Schnee. Für eine geschlossene Schneedecke reichte es in der Stadt zwar nicht, die Wetterstation im Central Park maß aber immerhin Spuren. So spät im Jahr hatte es zuvor erst einmal – nämlich 1977 – geschneit. Damit wurde gestern genauso viel Schnee registriert wie beispielsweise im gesamten Monat Februar 2020!

Abschließend noch ein paar Impressionen dieses wahrlich seltenen Ereignisses:

Quelle Titelbild: pixabay

Weiterhin große Waldbrandgefahr im Osten

Bereits im April haben wir an dieser Stelle über Trockenheit und Waldbrände berichtet. Im Großteil des Landes haben Niederschläge in den vergangenen Wochen die Dürre beendet, nicht so jedoch im Osten des Landes. Besonders in Wien, Niederösterreich und im Burgenland herrscht auch morgen eine mittlere (gelb) bis hohe (rot) Waldbrandgefahr:

Auch am Sonntag noch große Waldbrandgefahr im Osten Österreichs.

Seit Monatsbeginn ist im östlichen Flachland nur wenig Regen gefallen, im Großraum Wien beispielsweise um 70% weniger als üblicherweise in den ersten Maitagen:

Der Mai startete viel zu trocken.

Noch eindrucksvoller zeigt sich die Niederschlagsabweichung, wenn wir den gesamten Frühling betrachten (also der Zeitraum vom 01. März bis heute). Landesweit fehlen knapp 40% auf eine ausgeglichene Bilanz, in der gesamten Nordosthälfte beträgt das Regendefizit sogar 60 bis 70%! Am Beispiel Wien bedeutet das: Seit 01. März sind hier erst 33 Liter Regen pro Quadratmeter zusammengekommen, normal wären es in diesem Zeitraum aber 114 l/m².

Ein extrem trockener Frühling im Osten.

Am Sonntag sorgen lokale Schauer und Gewitter höchstens für punktuelle Linderung der Trockenheit, eine Kaltfront bringt Montagnacht für etwas flächendeckenderen Regen. Man sieht aber an der prognostizierten Regenmenge bis kommende Woche Freitag, dass sich die Mengen weiterhin Grenzen halten. Mehr als 5-10 l/m² darf man sich von St. Pölten und Graz ostwärts nicht erwarten.

Nur wenig Regen fällt in den kommenden Tagen im Osten.

Quelle Titelbild: pixabay

Auf sommerliches Wochenende folgt zu den Eisheiligen Kaltlufteinbruch

Schnee im Mai

Österreich liegt am Wochenende zwischen einem Hoch über dem Mittelmeerraum und einer Tiefdruckrinne über Westeuropa. Mit einer südwestlichen Höhenströmung gelangen feuchte Luftmassen ins Land und besonders an der Alpennordseite wird es erstmals in diesem Jahr schwül-warm. Das Wetter gestaltet sich allerdings leicht unbeständig, so entstehen bei zeitweiligem Sonnenschein im Bergland und an der Alpennordseite ein paar Schauer und Gewitter. Weitgehend trocken bleibt es hingegen von Unterkärnten bis ins östliche Flachland. Die Temperaturen erreichen am Samstag bis zu 26 Grad, am Sonntag liegen die Spitzenwerte in Niederösterreich dann sogar bei 28 Grad.

Am Samstag gerät feuchtwarme Luft ins Land. (FU Berlin / DWD / UBIMET).

Auf Föhn folgt Kaltlufteinbruch

Am Montag zieht aus Norden die Kaltfront von Skandinavientief BRITTA auf, vorerst macht sich im Alpenraum aber föhniger Südwind bemerkbar. Vor allem in der Osthälfte sind in exponierten Lagen auch stürmische Böen zu erwarten und die Temperaturen steigen hier nochmals auf sommerliche 27 Grad. Aus Westen ziehen jedoch vermehrt Wolken auf und südlich des Alpenhauptkamms setzt tagsüber Regen ein. Am Nachmittag ziehen dann auch an der Alpennordseite Schauer und Gewitter auf, welche am Abend von Vorarlberg bis zum Waldviertel in anhaltenden Regen übergehen. Die Schneefallgrenze sinkt hier am späten Abend rasch unter 1000 m ab, in der Nacht fallen dann bis 500 m herab ein paar Schneeflocken. In Lagen oberhalb etwa 1000 m kann sich vorübergehend eine dünne Schneedecke bilden.

Neuschneeprognose in der Nacht auf Dienstag. (UBIMET)

Kühl am Dienstag

Am Dienstag fallen in den Nordalpen in der Früh noch ein paar Schneeflocken, im Norden und Osten kommt aber tagsüber zeitweise die Sonne zum Vorschein. Sonst überwiegen noch die Wolken und im Laufe der zweiten Tageshälfte kann es im Bergland auch leicht regnen. Bei anfangs noch kräftigem Nordwind kommen die Temperaturen dabei nicht über 9 bis 17 Grad hinaus und in der Folgenacht zeichnet sich in höheren Lagen wie etwa im Waldviertel leichter Frost ab. In der zweiten Wochenhälfte steigen die Temperaturen dann wieder spürbar an.

Kalte Luftmassen arktischen Ursprungs erfassen Österreich (Daten: NOAA)

Eisheilige

Den Ursprung der Eisheiligen, deren Gedenktage vom 12. bis zum 15. Mai liegen, nimmt man im Mittelalter an, als die gläubige, vorwiegend bäuerliche Bevölkerung von spätem Frost und den dadurch entstandenen Ernteeinbußen betroffen war. Aufgrund der gregorianischen Kalenderreform finden die Eisheiligen genau genommen aber erst knapp 10 Tage später statt, weil diese Bauernregel noch aus der Zeit des julianischen Kalenders stammt. Tatsächlich weist die durchschnittliche Tagesmitteltemperatur in Österreich zwischen dem 19. und dem 24. Mai einen vorübergehenden Rückgang auf, also gibt es zu dieser Jahreszeit eine Häufung an Kaltlufteinbrüchen. Streng genommen finden die Eisheiligen daher heuer zu früh statt. Die Eisheiligen sind aus meteorologischer Sicht eine sogenannte Singularität, also eine spezielle Wetterlage, die zu einem bestimmten Zeitabschnitt im Jahr mit erhöhter Wahrscheinlichkeit auftritt.

Nach dem Kaltlufteinbruch wird es bald wieder wärmer. (NCEP / UBIMET)

Titelbild © Adobe Stock

Vorübergehender Frühsommer naht

Trockenheit im Westen und Süden gelindert

Bis zu 90 l/m² an wertvollem Regen wurden in den vergangenen 7 Tagen in Vorarlberg und im Tiroler Außerfern gemessen, sonst wurden im Westen und Süden häufig 20 bis 50 l/m² registriert. Das ist bei Weitem nicht genug, um das bisherige Niederschlagsdefizit im Frühjahr auszugleichen, lindert die Trockenheit hier aber doch ein wenig. Deutlich weniger Regen fiel dagegen im Norden und vor allem im Osten des Landes, gerade rund um Wien waren die durchschnittlich nur rund 5 l/m² nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Hier setzt sich die Trockenheit zunächst fort.

Niederschlagsabweichung Frühling 2020 bis 25.04.2020, Quelle: UBIMET
Niederschlagsabweichung Frühling 2020 bis 03.05.2020, Quelle: UBIMET

Ab Mittwoch sonnig und trocken

Mit der Passage einer Kaltfront fällt in der Nacht auf Dienstag und am Dienstag selber zwar besonders an der Alpennordseite noch einmal signifikanter Regen, doch bereits ab Mittwoch hat mit Hoch PAUL über der Nordsee wieder hoher Luftdruck das Sagen. Der Rest der Woche verläuft somit landesweit sonnig und trocken, dazu steigen die Temperaturen mit jedem Tag an. Am Donnerstag wird bereits in jedem Bundesland wieder die 20 Grad-Marke geknackt, am Freitag wird mit teils über 25 Grad im Westen und Süden ein Sommertag erreicht.

Bis zu 28 Grad am Wochenende

Den Höhepunkt erreicht diese Entwicklung voraussichtlich am Samstag mit sommerlichen Temperaturen von bis zu 28 Grad etwa im Nordosten, aber auch sonst darf man sich zumindest auf Werte um 25 Grad und weiter viel Sonnenschein freuen. Am Sonntag wird die wärmste Luft bereits etwas in den Osten und Süden abgedrängt, im Bergland nimmt die Schauer- und Gewitterneigung hingegen zu.

Prognose der Höchstwerte am Samstag, den 09.05.2020 @ UBIMET

Kälterückfall am Montag oder Dienstag

Eine markante Umstellung der Wetterlage deutet sich schließlich für den Beginn der neuen Woche an. Nach derzeitigem Modellstand ist mit einer kräftigen Kaltfront nicht nur verbreitet ergiebiger Regen möglich, nachfolgend fließt auch deutlich kältere Luft ein. Selbst einstellige Höchstwerte sind dann kurzzeitig nicht ausgeschlossen.

Wetterlage / Temperaturen in rund 1500 m Höhe am Sonntagabend @ UBIMET, ECMWF

 

Titelbild: https://stock.adobe.com

5 Tornados in einer Reihe in Mexiko

Am Freitag entwickelten im Landesinnneren von Mexiko rund um Mexiko-Stadt lokale Hitzegewitter. In der Nähe des Orts San Nicolàs Buenos Aires, etwa 150 km östlich von Mexiko-Stadt, wurden dabei zeitweise bis zu fünf Tornados in einer Reihe beobachtet! Der Ort liegt auf einer Hochebene in einer Seehöhe von 2.300 m. So viele Tornados in eine Reihe über dem Festland sind außergewöhnlich: Mehr als zwei Tornados in einer Reihe sieht man meist nur über dem Meer, wie etwa in seltenen Fällen im Herbst über dem Mittelmeer.

Lokale Windkonvergenz

Bei diesen Tornados handelte es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Verwirbelungen im Bereich einer lokalen Konvergenzlinie, also einem linienhaft angeordneten Bereich, in dem die Luft horizontal zusammenströmt. Diese können auf unterschiedliche Weise entstehen wie etwa:

  • Im Vorfeld einer Kaltfront durch starke Warmluftzufuhr (vor allem in mittleren Breiten im Sommer)
  • Durch kräftige Sonneneinstrahlung am Boden (thermisches Tief)
  • Durch topographische Gegebenheiten wie etwa in der Nähe von Küsten (Seebrisenfront ) oder  durch den Einfluss von Bergen (z.B. Leekonvergenz).

In diesem Fall könnte auch der Abwind eines umliegenden Gewitters zur Entwicklung der lokalen Windkonvergenz beigetragen haben. Solche Tornados sind meist nur schwach ausgeprägt und nicht vergleichbar mit jenen, welche in Zusammenhang mit langlebigen Superzellengewittern mit rotierendem Aufwindbereich auftreten. Dieses Windhosen können aber durchaus für kleinere Schäden sorgen und sind auch nicht mit Staubteufeln zu verwechseln, welche meist bei wolkenlosem Himmel auftreten.



Titelbild: https://twitter.com/TornadosMexico/

2. Mai 2018: Gewitter mit 50.000 Blitzen rund um Wien

Blitz in Wien

Am 2. Mai 2018 lag der Alpenraum am Rande eines Tiefdruckgebietes mit Kern über dem zentralen Mittelmeerraum. Mit einer südöstlichen Strömung gelangten dabei außergewöhnlich feuchte und labil geschichtete Luftmassen in den Osten Österreichs. Zunächst entwickelten sich am Nachmittag erste kräftige Gewitter am Alpenostrand, so kam es im Bezirk Neunkirchen und im Osten von Wien lokal zu Hagelschlag.

In den Abendstunden gab es dann im gesamten Osten kräftige Gewitter, im Wienerwald und im östlichen Tullnerfeld fielen dabei ergiebige Regenmengen: In Langenlebarn etwa gab es innerhalb von wenigen Stunden rund 64 Liter pro Quadratmeter Regen. Weiters wurden örtlich auch Sturmböen verzeichnet wie etwa in Gumpoldskirchen mit 79 km/h.

12-Niederschlag bis Freitagmorgen. © UBIMET
12-Niederschlag bis Freitagmorgen. © UBIMET

Durch die Unwetter wurden Dutzende Keller überflutet, Straßen und Äcker überschwemmt, zudem stürzten Bäume auf Strom- und Telefonleitungen. Besonders betroffen waren die Bezirke Wien Umgebung, Tulln, St. Pölten und Mödling. Die Feuerwehren standen hier im Dauereinsatz um Bäume zu beseitigen und Keller auszupumpen. Am Flughafen Wien-Schwechat musste die Bodenabfertigung für etwa 60 Minuten teilweise bzw. gänzlich unterbrochen werden.

Gewitterhotspot Niederösterreich

In Summe wurden landesweit 69.948 Blitze detektiert, davon 49.631 in Niederösterreich, 8.707 in der Steiermark, 6.761 im Burgenland und 4.683 in Wien. Diese Zahlen sind vergleichbar mit hochsommerlichen Gewitterlagen, für diese Jahreszeit ist das aber außergewöhnlich. Anbei noch eine die blitzreichsten Gemeinden:

    • Tulln an der Donau (2.261 Blitze)
    • Pressbaum (1.884 Blitze)
    • Purkersdorf (1.668 Blitze)
Blitzdichte am Mittwoch. © nowcast / UBIMET
Blitzdichte am 2. Mai 2018. ©  UBIMET

Gebietsweise sonnigster April seit Messbeginn

Sonne

Der April 2020 hat mit unterdurchschnittlichen Temperaturen begonnen, mancherorts wie beispielsweise in Freistadt, Wiener Neustadt oder auch Bad Bleiberg wurden sogar neue Kälterekorde aufgestellt. Nach dem frostigen Beginn sorgten zahlreiche Hochdruckgebiete aber für sonniges und mildes Frühlingswetter, so gab es am 10. April in Hermagor den ersten Sommertag des Jahres, also etwa drei Wochen früher als im Klimamittel.
In Summe war der Monat landesweit etwa +2,5 Grad wärmer als im langjährigen Mittel. Besonders markant fallen die Abweichungen im Westen aus, so beträgt die Abweichung zum Klimamittel im Tiroler Wipptal und im Bregenzerwald teils sogar über +4 Grad. Im Osten und Südosten lagen die Abweichungen meist bei 1 bis 1,5 Grad, vom östlichen Weinviertel bis in den Seewinkel vereinzelt auch geringer.

Temperaturabweichung im April. (Graphik: UBIMET)

Verbreitet zu trocken

Mit wenigen Ausnahmen war der April durch anhaltende Trockenheit gekennzeichnet. Landesweit gab es weniger als die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge, besonders im östlichen Flachland und in Oberkärnten wurde teils nur 10 bis 15% der Solls erreicht. Nur lokal haben Schauer und Gewitter in der Weststeiermark für überdurchschnittliche Niederschlagsmengen gesorgt. In manchen Regionen war der April 2020 somit vergleichbar trocken wie im Jahre 2009, noch trockener war in der jüngeren Vergangenheit allerdings der April 2007.

Niederschlagsabweichung im April (Graphik: UBIMET)

Sonniger als im Sommer

Dank der häufigen Hochdrucklagen hat die Sonne im April verbreitet Überstunden geleistet. Besonders in Kärnten wurden an mehreren Wetterstationen neue Sonnenscheinrekorde aufgestellt, aber auch in der Steiermark sowie in Ober- und Niederösterreich gibt es neue Bestmarken. Anbei eine Auswahl:
Kärnten: Klagenfurt, Villach, Dellach, Fresach, Kanzelhöhe, Millstatt, Flattnitz, Ferlach
Steiermark: St. Radegund, Schöckl
Salzburg: St. Michael im Lungau
Oberösterreich: Reichersberg, Aspach, Reichenau/Mühlkreis
Niederösterreich: Amstetten, Retz, Hohenau, Langenlois, Laa/Thaya

Im gesamten Land gab es im vergangenen Monat mehr Sonnenstunden als in einem durchschnittlichen Sommermonat. In Klagenfurt schien die Sonne in diesem April ganze 300 Stunden lang, das sind fast 50 Stunden mehr als im durchschnittlich sonnigsten Monat des Jahres Juli zu erwarten sind. Der bisherige Rekord lag hier bei 284 Sonnenstunden im April 2007. Viel Sonne gab es auch auf den Bergen, so wurden am Sonnblick 252 Sonnenstunden gemessen, also fast doppelt so viel wie üblich.

Sonnigste Wetterstation pro Bundesland im April.

Der meteorologische Frühling endet zwar erst am 31. Mai, das Soll an Sonnenstunden wurde mancherorts aber bereits erreicht. So gibt es in Hohenau an der March in einem normalen Frühling 540 Sonnenstunden, dieser Wert wurde bereits am 29. April erreicht, also mit einem Monat Vorsprung.

Erste Gewitter

Im April gab es die ersten nennenswerten Gewitter der Saison. In Summe wurden landesweit knapp 13.000 Blitze detektiert, die meisten davon in Oberösterreich. Die höchste Blitzdichte gab es hingegen in Günselsdorf (Bezirk Baden). Die blitzreichsten Tage waren der 13., der 18. sowie der 27. und 28. April. Die höchste stündliche Niederschlagssumme gab es am 19. in Preitenegg (K) mit 16 Liter pro Quadratmeter.

Extremwerte April 2020

Stand: Donnerstag, 30.04.2020, 9 Uhr (Bundesland, Tag des Auftretens)

Höchste Temperaturen
  • 27,8 Grad Dellach (K, 18.)
  • 27,4 Grad Hermagor (K, 18.)
  • 27,1 Grad St. Andrä/Lavanttal (K, 18.)
Tiefste Temperaturen (Hochtäler)
  • -13,7 Grad Flattnitz (K, 1.)
  • -13,0 Grad St. Jakob / Defereggen (T, 1.)
  • -12,8 Grad St. Leonhard im Pitztal (T, 1.)
Tiefste Temperaturen (<800 m Seehöhe)
  • -11,1 Grad Puchberg am Schneeberg (NÖ, 1.)
  • -10,2 Grad Gars am Kamp (NÖ, 2.)
  • -9,3 Grad Summerau (OÖ, 2.)
Max. Sommertage (Höchstwert mind. 25,0 Grad)
  • 4 Villach (K), Güssing (B), Bad Radkersburg (ST)
  • 3 Innsbruck (T), Ritzing (B), Hermagor (K)
  • 2 u.a. Wien, St. Pölten, Graz, Eisenstadt, Klagenfurt
Vorläufig nasseste Orte
  • 71 Liter pro Quadratmeter Preitenegg (K)
  • 70 Liter pro Quadratmeter Unterach am Attersee (OÖ)
  • 64 Liter pro Quadratmeter Reutte (T)
Vorläufig trockenste Orte
  • 2 Liter pro Quadratmeter Podersdorf, Ritzing (B), Kals/Großglockner (T)
  • 3 Liter pro Quadratmeter Mörbisch, Mattersburg, Bruckneudorf (B), Seibersdorf (NÖ)
Stärkste Windspitzen Niederungen
  • 90 km/h Linz Hörsching (OÖ, 13.)
  • 83 km/h Innsbruck-Kranebitten (T, 28.)
  • 81 km/h Hohenau, Retz (NÖ, 13.)


Titelbild: Adobe Stock

Tief YVE bringt an der Alpennordseite Regen und Gewitter

Blitz und Gewitter

Die Großwetterlage in Mitteleuropa stellt sich derzeit langsam um. Der April war bislang durch zahlreiche Hochdruckgebiete über Nordwest- und Mitteleuropa geprägt, so gab es im Alpenraum außergewöhnlich sonniges und trockenes Frühlingswetter. In diesen Tagen stellt sich über Mitteleuropa aber wieder eine westliche Höhenströmung ein und im Alpenraum wird der Weg frei für atlantische Tiefausläufer.

Druckanomalie vom 1. bis zum 25. April 2020. (Daten: NOAA)

Tief YVE

Am Dienstag gerät Österreich allmählich unter den Einfluss eines Tiefs über Westeuropa namens YVE. Während im äußersten Westen Österreichs bereits von Beginn an viele Wolken durchziehen, scheint besonders in der Osthälfte verbreitet die Sonne und die Temperaturen steigen in Niederösterreich und im Nordburgenland bei leicht föhnigem Süd- bis Südwestwind auf bis zu 26 Grad. Es handelt dabei um den wärmsten Tag der Woche, da wir in den kommenden Tagen unter den Einfluss kühlerer Luftmassen vom Atlantik gelangen.

Satellitenbild am Dienstag um 10:15 Uhr. (Daten EUMETSAT / UBIMET)

Schauer und Gewitter

In Vorarlberg gehen bereits am Dienstagvormittag erste Regenschauer nieder, am Nachmittag bilden sich dann entlang der gesamten Nordalpen sowie im östlichen Bergland vermehrt Quellwolken. Besonders vom Karwendel bis ins Salzakmmergut entstehen in weiterer Folge Schauer und Gewitter, welche sich gegen Abend nach Niederbayern und Oberösterreich ausbreiten. Lokal kann es dabei zu Platzregen und kleinem Hagel kommen, die Unwettergefahr bleibt aber gering. Am späten Abend nimmt die Schauer- und Gewitterneigung auch im westlichen Niederösterreich zu, meist bleibt es hier aber trocken.

Modelliertes Radarbild am Dienstag. Gelb/rot = Schauer/Gewitter (RACE/UBIMET)

Auf YVE folgt ZLATINA

Der Mittwoch beginnt mit wenigen Ausnahmen im äußersten Osten trüb und besonders im Westen und Norden fällt schauerartiger Regen. Am Vormittag nimmt die Schauerneigung dann im gesamten Land zu, von Unterkärnten bis ins Burgenland entstehen auch lokale Gewitter. Am Donnerstag gibt es im Osten eine vorübergehende Wetterbesserung, in der Westhälfte sorgt die Kaltfront von Tief ZLATINA hingegen neuerlich für Regen.

Atlantische Luftmassen erfasen im Laufe der Woche Österreich. Daten: NOAA

Trockenheit wird gelindert

Markante Trockenheit

Seit Monatsbeginn ist vielerorts kaum Regen gefallen, über ganz Österreich gemittelt beträgt das Defizit gegenüber eines durchschnittlichen Aprils bis zum heutigen Tage rund 75 Prozent. In Bregenz beispielsweise sind seit Monatsbeginn erst 4 Liter pro Quadratmeter gefallen, normal wären hier bis dato aber 94 l/m². Aber auch in Dellach im Drautal, Waizenkirchen und Tamsweg war der heurige April in Puncto Niederschlag mit bislang nicht einmal 5 l/m² nahezu ein Totalausfall.

Niederschlagsabweichung April 2020

Bezieht man den etwas feuchteren März 2020 noch mit in die Betrachtung ein, ergibt sich für die ersten beiden Monate des meteorologischen Frühlings ein ähnlich trockenes Bild: Landesweit fehlt dann nämlich noch immer die Hälfte des üblichen Niederschlags, besonders in Oberösterreich sogar rund zwei Drittel.

Niederschlagsabweichung Frühling 2020

Erste Kaltfront Dienstag und Mittwoch

Nach lediglich lokalen Schauern und Gewittern am morgigen Wochenauftakt erreicht am Dienstag von Westen her eine Kaltfront Österreich. Sie überquert das Land in der Folgenacht und am Mittwoch selbst und bringt verbreitet 5 bis 10 Liter Regen pro Quadratmeter. Geringere Mengen kommen von Klagenfurt über Graz bis nach Wien zusammen, bis zu 20 l/m² hingegen vom Bregenzerwald bis zum Mühlviertel und dem Ausseerland.

24-stündiger Niederschlag Dienstag- bis Mittwochnachmittag

Bei der derzeitigen Dürre ist das vorerst nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein, zumindest die oberen Bodenschichten werden aber angefeuchtet. In Linz wird sich die Niederschlagsbilanz im April somit von 5 auf etwa 15 l/m² erhöhen, von den rund 50 l/m² wie im langjährigen Mittel üblich sind wir aber auch dann noch immer ein gutes Stück entfernt.

Zweite Kaltfront am Donnerstag

Im Laufe des Donnerstags und des Freitags überquert die nächste Kaltfront unser Land. Dabei gibt es wieder Regen für nahezu alle Landesteile, einmal mehr kommt aus heutiger Sicht nur wenig davon jedoch im Osten an. Besonders im östlichen Flachland und somit auch im landwirtschaftlich intensiv genutzten Marchfeld wird die Trockenheit kaum gelindert, 5 l/m² sind hier schon das Höchste der Gefühle. Spürbar mehr Regen kommt hingegen im gesamten Bergland und im Süden zusammen, 20 bis 30 l/m² sorgen hier für eine weitere Entspannung der Dürre.

24-stündiger Niederschlag Donnerstag- bis Freitagnachmittag

Quelle Titelbild: pixabay

Sonnenscheindauer im April auf Rekordkurs

Seit Monatsbeginn begleitet uns nun schon weitgehend stabiles Hochdruckwetter, nur kurz unterbrochen von Kaltfronten aus Nord. Somit stand in den vergangenen dreieinhalb Wochen die Sonne im Vordergrund.

Man kann schon jetzt sagen, dass der Monat viel zu sonnig ausfallen wird. Das Soll eines üblichen Aprils ist nämlich bereits überschritten, alles was jetzt noch kommt ist Draufgabe.

Das sind die derzeit sonnigsten Orte im Land, gemessen an den Sonnenstunden seit 01. April:

  1. Mörbisch (B) 287 Sonnenstunden
  2. Feldkirchen bei Mattighofen (OÖ) 287 Sonnenstunden
  3. Reichersberg (OÖ) 284 Sonnenstunden
  4. Bruckneudorf (NÖ) 283 Sonnenstunden
  5. Hollenthon (NÖ) 282 Sonnenstunden

Das bedeutet, dass an diesen Wetterstationen im Schnitt die Sonne täglich rund 11 Stunden schien.

Nachfolgend haben wir für euch die Sonnenbilanz der 9 Landeshauptstädte mal genauer ausgewertet. Man sieht: In jeder Stadt haben wir das Monatssoll schon längst geschafft, in Bregenz wurde schon ein „Überschuss“ an Sonnenstunden von 67% angehäuft:

Landeshauptstadt Sonnenstunden April 2020 (bis inkl. 25.04.) Sonnenstunden GANZER April im langjährigen Mittel Abweichung in %
Wien 264 197 +34%
St. Pölten 260 188 +38%
Eisenstadt 268 204 +31%
Linz 259 173 +50%
Graz 244 178 +37%
Klagenfurt 266 184 +45%
Salzburg 229 153 +50%
Innsbruck 251 183 +37%
Bregenz 260 156 +67%

 

Spannend wird es, wenn wir uns die Prognosen bis zum Monatsende kommende Woche ansehen. Mit nur kleinen Schönheitsfehlern (Quellwolken am Nachmittag und zwei Fronten) hat die Sonne nämlich auch in den kommenden Tagen oft das Sagen. Rund 14 Sonnenstunden sind ohne Abschattung durch Wolken mittlerweile schon möglich.

Wir sehen in der folgenden Tabelle: Die Rekorde – meist im Jahre 2007 aufgestellt – rücken immer näher und dürften in manchen Orten übertroffen werden. So steht schon jetzt so gut wie fest, dass Klagenfurt den Aprilrekord von 284 Sonnenstunden knacken wird:

Landeshauptstadt Prognostizierte Sonnenstunden gesamter April 2020 Rekord sonnigster April (Jahr)
Wien 305 360 Stunden (1946)
St. Pölten 300 310 Stunden (2009)
Eisenstadt 305 325 Stunden (2007)
Linz 305 317 Stunden (2007)
Graz 280 288 Stunden (2007)
Klagenfurt 300 284 Stunden (2007)
Salzburg 270 300 Stunden (2007)
Innsbruck 285 303 Stunden (2007)
Bregenz 290 298 Stunden (2007)

Quelle Titelbild: pixabay

Saharastaub streift Österreich

Sahara

Österreich liegt derzeit zwischen einem umfangreichen Hoch über Skandinavien namens ODILO und einem Mittelmeertief namens VERA. Dieses Tief hat eine vergleichsweise seltene Zugbahn hinter sich, so ist es von Algerien unter Verstärkung nordwärts in den Mittelmeerraum gezogen.

Tief VERA hat Saharastaub mit im Gepäck. Graphik: FU Berlin / DWD

An seiner Ostflanke hat es in Libyen viel Saharastaub aufgewirbelt und mittlerweile über ganz Südeuropa verteilt. Österreich liegt derzeit genau am Rande dieses Gebiets, so hat der Saharastaub den Süden und Westen Österreichs gerade noch erfasst.

Saharastaub
Der Saharastaub hat sich um den Tiefkern gewickelt. (EUMETSAT/ UBIMET)

Die Trennungslinie zwischen der trockenen Luft im Norden und den Saharastaubwolken im Mittelmeerraum ist derzeit recht markant. Die gestrigen Modelle haben diesen Übergangsbereich über Friaul und Südtirol berechnet, tatsächlich liegt er nun quer über Österreich. In den gestrigen Prognosen wurde die heutige Bewölkung von Vorarlberg bis in die Südsteiermark unterschätzt, da der Einfluss von Saharastaub auf die Entstehung von Eiswolken von den Wettermodellen zu schaffen macht.

Innsbruck
Saharastaubwolken in Tirol. Bild: www.foto-webcam.eu

Besonders gut kann man die Präsenz von Saharastaub derzeit auf Satellitenbildern erkennen, da sie in Südeuropa und auch im Alpenraum verbreitet für eine gerippte Wolkenstruktur sorgt. Das ist ein typisches Merkmal für Saharastaub. Allgemein stehen somit mehr Kondensationskerne für die Entstehung von Eiswolken zur Verfügung, weshalb die Wolken oft kompakter ausfallen als von den Modellen erwartet. In etwa 10 km Höhe dreht die Strömung im Tagesverlauf aber zunehmend auf Nordost, damit wird die staubige Luft wieder zurück in den Mittelmeerraum gedrängt.

Wolken mit Saharastaub im Süden und Westen Österreichs. Daten: EUMETSAT / UBIMET

Saharastaub in Europa

Die verursachende Wetterlage ist selten, aber nicht unbekannt und tritt vornehmlich zwischen November und Mai auf. Wenn Kaltluft über dem Ostatlantik bzw. über Westeuropa weit nach Süden vorstößt, können sich beispielsweise über Marokko und Algerien kräftige Tiefdruckgebiete bilden. Diese bringen neben Regen auch viel Wind in die Wüste, der die Sandpartikel kilometerhoch aufwirbeln kann. An der Ostflanke solcher Tiefs findet man zumeist starken Südwind, der neben warmer Luft auch den Sandtransport in den Alpenraum bewerkstelligt.

Rund um den 20.1.20 führte Tief ILKA Saharastaub nach Mitteleuropa. © NASA

Grundsätzlich erreicht uns Saharastaub meist in größeren Höhen oberhalb etwa 5 km, damit wirkt er sich hauptsächlich auf die Himmelsfärbung und Wolkenbildung aus. Der Himmel erscheint nicht mehr strahlend blau, je nach Konzentration eher milchig weiß bis leicht gelblich, zudem fördert der Staub die Bildung von kompakten Cirruswolken in Höhen oberhalb von etwa 7 km. Kommt es jedoch gleichzeitig zu Niederschlag, dann kann der Staub entsprechend aus der Atmosphäre ausgewaschen werden und mit den Regentropfen zum Boden gelangen. Weiters kann auch das Absinken der Luft durch Subsidenz in einem Hoch sowie föhniger Wind den Staub in tiefere Luftschichten bringen.

ODILO: Trockenheit und stürmischer Ostwind in Oberösterreich

Trockenheit © Adobe Stock

Europa liegt derzeit unter dem Einfluss einer blockierten Wetterlage mit einem mächtigen Hoch über Skandinavien und einem Tiefdruckkomplex über Südwesteuropa. Das Westwindband wird dabei unterbrochen bzw. nach Norden umgelenkt und atlantische Tiefs haben keine Chance auch Mitteleuropa überzugreifen.

Am Südrand von ODILO kommt starker Ostwind auf. (Karte: FU Berlin)

Ostwind

Österreich befindet sich zu Wochenbeginn im Übergangsbereich zwischen dem Tief und dem Hoch, also in jener Region, wo die ausgeprägtesten Druckgegensätze herrschen. Die Alpen und die Tatra haben einen zusätzlichen Effekt auf die daraus resultierende Ostströmung, da sie die Strömung in zwei Äste aufspalten bzw. kanalisieren. Der südliche Teil macht sich vor allem an der Adria als Bora bemerkbar, der nördliche hingegen im Alpenvorland vom westlichen Mostviertel bis nach Bayern.

Prognose von Luftdruck und Wind am Dienstag.

Stürmische Böen

Am Montag und Dienstag weht besonders in Oberösterreich und im westlichen Mostviertel kräftiger Ostwind mit stürmischen Böen zwischen 60 und 75 km/h. Der Höhepunkt wird am Dienstag tagsüber erreicht, dann sind im Innviertel in exponierten Lagen auch Sturmböen bis 80 km/h zu erwarten. Auf den trockenen und frisch bestellten Feldern kann dabei lokal Sand und Staub aufgewirbelt werden, mitunter sind dabei auch Beeinträchtigungen der Sichtweite nicht ausgeschlossen. Ähnliches ist vor etwa einem Jahr in Polen bzw. im Nordosten Deutschlands passiert, wir berichteten darüber hier.

Prognose der Windböen am Dienstag von RACE (UBIMET).

Für die Jahreszeit ungewöhnlich

Obwohl die Windspitzen mit etwa 70 km/h wesentlich geringer als bei winterlichen Tiefdruckgebieten ausfallen, handelt es sich für die Jahreszeit dennoch um ein relativ ungewöhnliches Ereignis, da die Windspitzen anders als bei lokalen Gewitterböen über mehrere Stunden hinweg und verbreitet auftreten. Dies zeigt auch die Prognosen des Extreme Forecast Index (EFI) vom ECMWF-Modell. Es handelt sich dabei um eine Kennzahl, die zwischen -1 und +1 liegt. Beim Wert „0“ handelt es sich um ein alltägliches Ereignis, bei „-1“ und „+1“ dagegen um außergewöhnliche Ereignisse, wie beispielsweise extrem tiefe oder hohe Temperaturen. Die Grundlage dafür bildet ein Vergleich der Modell-Ensemble mit dem Modellklima.

Der EFI liegt am Montag im Innviertel über 0,8. Daten: ECMWF

Trockenheit

Am Wochenende ist zwar etwas Regen gefallen, vielerorts waren die Mengen aber viel zu gering, um die Trockenheit zu lindern. Zumindest bis zum Wochenende sorgt das Hoch zudem wieder im gesamten Land für oft ungetrübten Sonnenschein. Die Trockenheit und die damit verbundene Waldbrandgefahr nimmt also neuerlich zu. Erst am Wochenende lässt der Hochdruckeinfluss nach und die Chancen auf Regen steigen wieder an. Vorerst sind aber nur lokale Schauer oder Gewitter in Sicht, flächendeckender Regen ist nach derzeitigem Stand frühestens am Monatsende möglich.

Regenanalyse von Freitag- bis Montagmorgen (UBIMET).
Im Laufe der Woche ist neuerlich mit großer Waldbrandgefahr zu rechnen. (UBIMET)

Es steht bereits jetzt fest, dass der April landesweit zu warm, außergewöhnlich sonnig und mit großer Wahrscheinlichkeit auch zu trocken abschließen wird. Der letzte zu kalte Monat in Österreich war übrigens der Mai 2019, man kann also gespannt sein, wie der Wonnemonat sich heuer präsentieren wird.

Zumindest bis zum Wochenende ist kein Niederschlag in Sicht. Daten: ECMWF

Titelbild: Adobe Stock

Bis zu 10 cm: Riesenhagel in Rockhampton in Australien

Großer Hagel

An der Ostküste von Queensland gab es am Montag alle Zutaten für heftige Gewitter: Ein Höhentrog hat nämlich in Zusammenspiel mit sehr feuchter und energiereicher Luft vom Ozean für eine hochreichend labile Schichtung der Atmosphäre gesorgt. Für die Bildung des großen Hagels waren neben der starken Aufwinde innerhalb der Gewitterwolke auch die Zunahme des Windes mit der Höhe (Windscherung) sowie die trockene Luft im Hagelwachstumsbereich der Wolke verantwortlich.


Besonders betroffen war das Gebiet rund um die Stadt Rockhampton, wo teils erhebliche Schäden an Häusern und Autos gemeldet wurden. Vereinzelt gab es allerdings auch verletzte Menschen, so kam es etwa zu Prellungen und einem gebrochenen Fuss.


Großer Hagel in Europa

Hagel mit einer Größe um 10 cm kann es bei entsprechenden Bedingungen durchaus auch in Europa geben. In Reutlingen auf der Schwäbischen Alb gab es beispielsweise am 6. August 2013 Hagel mit einer Größe bis zu 14 cm! Ähnlich große Hagelkörner gab es auch am 8. Juni 2018 in Crnomelj in Slowenien. In Österreich wurde erst am 27. Juli 2019 in Wildon im Bezirk Leibnitz Hagel mit einem Durchmesser von etwa 8 cm beobachtet.

Das frühsommerliche Wetter neigt sich dem Ende entgegen

Am Freitag erreichen die Temperaturen mit Spitzenwerte von bis zu 26 Grad ihren Höhepunkt. Am Wochenende schwächelt aber die Hochdruckbrücke zwischen Hoch NIKOLAS über dem Mittelmeer und Hoch ODELO über der Nordsee.

Frontenkarte am Samstag

Dabei liegt am Samstag eine Luftmassengrenze quer über Deutschland und Tschechien, die trocken-kühle Polarluft von feucht-warmer Mittelmeerluft trennt. Somit sind südlich der Grenze im Tagesverlauf ein paar Schauer und auch kurze Gewitter zu erwarten. In Österreich gibt es vor allem im Mühl- und Waldviertel sowie im östlichen Alpenbereich ein paar Gewitter. Es bleibt aber nochmals warm mit Höchstwerte von bis zu 25 Grad in Kärnten und Tirol.

Kaltfront am Sonntag

Am Sonntag verstärkt sich Hoch ODELO und damit kommt auch die Kaltluft an der Ostseite des Hochs nach Süden voran. Die Kaltfront reaktiviert sich wieder und zieht langsam über die Alpen hinweg. Dabei regnet es am Vormittag vor allem im Norden und Osten des Landes. Am Nachmittag verlagern sich die Regenschauer nach Südwesten. Trocken bleibt es nur in Vorarlberg und dem Tiroler Oberland.

Regensumme am Sonntag

All zu viel Regen kommt aber nirgendwo zusammen, somit wird die vorherrschende Trockenheit kaum gelindert.

Skandinavienhoch bringt Temperaturunterschiede

Die neue Woche ist dann geprägt durch Hoch ODELO, das über der Nordsee bzw. Skandinavien liegt. An dessen Ostflanke wird relativ kalte Luft nach Osteuropa transportiert und auch die Osthälfte von Österreich ist davon beeinflusst. Hier kühlt es deutlich ab und trotz viel Sonnenschein werden nicht mehr als 10 bis 16 Grad erreicht.

Großwetterlage Anfang kommender Woche

In Westösterreich hingegen bleibt es recht warm mit Höchstwerte zwischen 18 und 23 Grad. Hier kommt die Luft an der Südflanke des Hochs mehr vom Mittelmeer her. Es bleibt aber überall trocken und sonnig, somit setzt sich die Trockenheit fort und die Waldbrandgefahr bleibt sehr hoch!

Titelbild: Adobe Stock

Rekordschnee im Norden Skandinaviens

Der außergewöhnlich stake, stratosphärische Polarwirbel hat für einen durchgehend westwinddominierten Winter in weiten Teilen Europas gesorgt. Die Tiefdruckgebiete sind dabei im Mittel ungewöhnlich weit nördlich quer über Skandinavien gezogen, während im Mittelmeerraum nahezu keine Italientiefs zu verzeichnen waren. Innerhalb des Polarwirbels konnte die Stratosphäre stark auskühlen, weshalb es in den vergangenen Wochen auch ein außergewöhnliches Ozonloch über der Arktis gab. Dieses wird sich mit den steigenden Temperaturen in den kommenden Wochen und dem bevorstehenden, endgültigen Zusammenbruch des Polarwirbels aber wieder schließen.

Druckanomalien von Jänner bis März 2020. © NOAA

Schneerekorde

Der Winter war in Europa außegewöhnlich schneearm, eine Ausnahme stellt allerdings der äußerste Norden Skandinaviens dar: Am Nordrand der Tiefs gab es gab es von Finnmark in Norwegen bis nach Lappland schubweise Neuschnee, wiederholt wurden sogar neue Schneerekorde aufgestellt. In Sodankylä im finnischen Teil Lapplands wurde mit einer Gesamtschneehöhe von 127 cm am 15. April ein neuer Allzeit-Rekord aufgestellt. Die Messreihe reicht hier bis 1911 zurück. Das Wasseräquivalent der Schneedecke liegt bei 319 mm.

Am 15. April wurde mit 127 cm ein neuer Allzeit-Rekord aufgestellt (Daten: FMI)

Schneerekorde gab es auch in Nordnorwegen wie etwa in Tromsø. Ähnlich wie in den Hochlagen der Alpen oberhalb von etwa 2000 m wird auch in Nordskandinavien die größte jährliche Schneehöhe im Mittel nicht im Winter, sondern erst im März oder April erreicht.

Rekordschnee auch in Tromsø.

Negativrekorde im Süden

Am Südrand dieser Tiefs wurde aus Westen milde Atlantikluft bis nach Russland geführt, weshalb es im Flachland praktisch nirgendwo nennenswerten Schnee gab. In Helsinki wurde beispielsweise erst am 15. April mit rund 2 cm die erste dünne Schneedecke seit Jahresbeginn gemessen!

Vom Sommer in den Winter und zurück

Am Ostermontag gab es nochmals Temperaturen wie im Frühsommer mit Höchstwerte im Südosten von rund 25 Grad. Absoluter Spitzenreiter war Bad Radkersburg mit 25,3 Grad.

Höchstwerte am Ostermontag

Allerdings  näherte sich Tagesverlauf eine kräftige Kaltfront  und in deren Vorfeld entstanden zahlreiche Gewitter, insgesamt wurden österreichweit rund 3.000 Blitze registriert.

Blitzverteilung am Ostermontag

Viel Regen brachte sie allerdings nicht, nur direkt entlang der Nordalpen gab es lokal über 20 l/m². Hinter der Kaltfront floss aber polare Kaltluft ein, die die Schneefallgrenze unter 500 m drückte. So gab es z.B in der Früh in Bad Radkersburg Schneefall, wo am Ostermontag noch 25 Grad erreicht wurden.

Auch im südlichen Wiener Becken gab es am Dienstag teils dichtes Schneetreiben, hier ein Video aus Würflach auf rund 400m Seehöhe.

Wieder verbreitet Frost

Im Tagesverlauf setzt sich aber mit lebhaftem bis kräftigem Nordwind immer öfter die Sonne durch und die kommende Nacht verläuft dann sternenklar. Dazu flaut der Wind rasch ab, somit sind alle Voraussetzungen für eine starke Auskühlung geschaffen.

Temperaturminimum am Mittwochmorgen (UBIMET).

Mit Ausnahme des Rheintals und der Region zwischen Wien und Neusiedler See stellt sich verbreitet leichter bis mäßiger Frost ein. In der Landwirtschaft heißt es also wieder zittern bzw. müssen gegen Frostschäden wieder Maßnahmen gesetzt werden um größere Ausfälle zu vermeiden.

Erneuter Sommertag am Donnerstag

Am Mittwoch tagsüber strahlt die Sonne von einem wolkenlosen Himmel und es wird von Westen her deutlich milder. Im Inntal werden nach einer frostigen Nacht schon wieder Höchstwerte um die 21 Grad erreicht. Am Donnerstag wird es unter Hochdruckeinfluss noch wärmer, die Temperaturen erreichen landesweit 19 bis 25 Grad. Ähnlich warm bleibt es auch noch am Freitag, ab dem Wochenende gehen die Temperaturen dann wohl langsam zurück und auch Regen ist wieder in Sicht.

Titelbild: Adobe Stock

Kräftige Kaltfront überquert Österreich

Nach einer strahlend sonnigen und frühsommerlichen Karwoche sowie Osterwochenende nähert sich am Ostermontag eine kräftige Kaltfront den Alpen an.

Frontenkarte für Ostermontag 14 Uhr

Zwischen Hoch NIKOLAS über den Britischen Inseln und dem Skandinavientief TANJA kommt die Kaltfront in einer Nordströmung rasch nach Süden voran. Im Vorfeld der Front entstehen dabei in der noch warmen und mäßig feuchten Luft einige Schauer und einzelne Gewitter.

Aktuelle Lage der Kaltfront (09 Uhr)

Die Kaltfront überquert gerade Köln und Berlin und erreicht Österreich am Abend. Zuvor entstehen besonders nördlich der Alpen auch ein paar Gewitter! Am späten Abend sorgt die Front dann in den Nordalpen vorübergehend für kräftigen Regen, in wenigen Stunden kommen hier 15 bis 25 l/m² zusammen. Dabei sinkt die Schneefallgrenze immer weiter ab und am Ende des Niederschlagsereignisses fallen noch ein paar nasse Flocken bis in die Tallagen.

Niederschlagsmenge Montagnacht

Südlich des Alpenhauptkamms fällt aufgrund der Leewirkung nur wenig Regen. Erst zur slowenischen Grenze hin, also in Unterkärnten und in der südlichen Steiermark, sind wieder rund 15 bis 20 l/m² vom dringend benötigten Nass zu erwarten.

Kalter, windiger Dienstag

Am Dienstag klingt der Regen im Süden in der Früh allmählich ab, in den Nordalpen fallen stellenweise ein paar Flocken. Am Vormittag setzt sich von Vorarlberg bis Oberkärnten rasch die Sonne durch, in der Osthälfte stellt sich hingegen typisches Aprilwetter ein. Sonne und Wolken wechseln einander ab und bis in den frühen Nachmittag hinein ziehen auch einzelne Regen-, oberhalb von rund 500 m Schneeschauer durch. Bei lebhaftem bis kräftigem Nordwind kühlt es um mehr als 10 Grad ab.

Verbreitet Frost am Mittwoch

Dienstagnacht lösen sich die letzten Wolken rasch auf und in der noch kalten Luft kühlt es kräftig ab. Somit stellt sich Mittwochfrüh verbreitet leichter bis mäßiger Frost ein, nur von Wien bis zum Neusiedler See sowie im Rheintal bleibt es meist frostfrei.

Temperaturminimum am Mittwochmorgen

Am Mittwoch selbst sorgt dann das Hoch NIKOLAS für strahlend sonniges Wetter und kräftige Erwärmung. Am Donnerstag stellt sich im Westen schon wieder ein Sommertag mit Höchstwerten um die 25 Grad ein.

Titelbild: Stock Adobe

Lockdown: Verbesserung der Luftqualität in Österreich?

Vier Wochen Lockdown: Gibt es eine messbare Luftverbesserung in Österreich?

Ja, an verkehrsnahen und städtischen Messstationen hat das Umweltbundesamt einen Rückgang der Schadstoffbelastung verzeichnet. Die Konzentration von Stickstoffdioxid (NO2) weist in der Tat zwischen 16. März und 6. April geringere Werte auf als beispielsweise im Durschnitt im März 2019 und 2018.

 

Für Wien, Linz und Graz: Gibt es da konkrete Werte?

In folgender Tabelle stehen beispielhaft die Durchschnittswerte des NO2 (Stickstoffdioxid) in µm/m³:

Durchschn. Belastung mit NO2 (µg/m³) Wien Linz Graz
Montag bis Sonntag
März 2018 und März 2019
27,6 45,0 48,9
Montag bis Sonntag
16.3.2020 bis 5.4.2020
20,9 24,9 29,7
Relativer Rückgang 2020 im Vergleich zu 2018/2019
(„Um soviel % weniger NO2 wurde 2020 gemessen“)
24 % 45 % 40 %

 

Im Mittel ist die Schadstoffbelastung an diesen drei Messstationen also um etwa ein Drittel zurückgegangen. Dabei ist festzuhalten, dass der Rückgang abhängig von der Örtlichkeit der Messstation und der Witterung variiert.
Weitere Messwerte sowie Diagramme sind beim Umweltbundesamt zu finden: https://www.umweltbundesamt.at/aktuell/presse/lastnews/news2020/news_200406_1/

Durschnittliche NO2-Belastung Salzburg-Rudolfsplatz @ Umweltbundesamt

 

Wie schaut es mit Smog/CO2 etc aus. Ist ein Rückgang erkennbar?

Eine wesentliche Änderung des CO2 (auch im Hinblick auf die Klimaänderung) kann in solch einem kurzen Zeitraum nicht beobachtet werden, da die jahreszeitlich-bedingten Änderungen eine wesentlich größere Rolle spielen.

Bei Smog/Feinstaub ist es wiederum sehr von der vorherrschenden Wetterlage abhängig und somit nur bedingt mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres zu vergleichen. Beispielsweise hat uns am vergangenen 27./28. März ein Schwall Saharstaub erreicht und damit stiegen auch die Feinstaubwerte kurzzeitig an. Die Werte variieren somit von Tag zu Tag recht unterschiedlich. Eine visuelle Änderung (zb. Sichtweite) aufgrund der geringeren Industrieleistung ist in Österreich nicht eindeutig festzumachen, anders als  beispielsweise in Nordindien, wo man nach Jahrzehnten erstmals über 150 bis 200 km wieder den Himalaya sehen konnte. Eine wesentliche Verbesserung der Feinstaubwerte geht in unseren Breiten deutlicher mit zunehmender Tiefdruckaktivität einher. Zurzeit herrscht über Mitteleuropa seit beinahe zwei Wochen eine ausgeprägte Hochdruckwetterlage mit nur schwachen Luftdruckgegensätzen und meist schwachem Wind vor (natürlich mit Ausnahmen). Wenn wir uns also tagelang in der gleichen Luftmasse befinden, ändern sich die Feinstaubwerte nur unwesentlich. Mit Wochenbeginn steht aber ein vorübergehender Wetterumschwung an.

Allgemein: Wie wirkt sich der Coronavirus-Shutdown auf das (Mikro-)-Klima bei uns aus?

Noch ist der Zeitraum des Shutdown viel zu kurz, um längerfristige Änderungen diesbezüglich feststellen zu können. Vermutlich sind diese ohnehin vernachlässigbar.

 

Das Osterwetter allgemein: Wie wird der Montag – und die nächste Woche?

Am Ostermontag beendet eine Kaltfront die Schönwetterphase: Im Süden scheint noch zeitweise die Sonne, ab Mittag ziehen an der Alpennordseite und im Osten zunehmend Regenschauer und einzelne Gewitter durch. Am Abend gehen die Schauer an den Alpen in anhaltenden Regen über, in der Nacht sinkt die Schneefallgrenze bei gleichzeitig deutlich nachlassender Intensität bis in die meisten Täler. Meist freundlich und trocken bleibt es bis zum Abend noch von Osttirol bis ins Südburgenland. Lebhafter, von Südwest auf Nordwest drehender Wind.

Der Dienstag startet noch einmal verbreitet mit leichtem Frost, nur im Rheintal und im östlichen Flachland inkl. Wiens bleiben die Temperaturen minimal im positiven Bereich. Rasch setzt sich wieder Hochdruckeinfluss durch und in den folgenden Tagen steigen auch die Temperaturen wieder deutlich an.

 

Titelbild: Bild einer Messstation zur Bestimmung der Luftqualität @ https://stock.adobe.com

Heftige Unwetter im Süden der USA erwartet

Die Superzelle vor der Ankunft in Wien © M. Spatzierer

Schwere Gewitter in den USA – warum?

Alljährlich im Frühjahr ist es wieder soweit, Meteorologen weltweit schauen in die USA, denn jetzt ist wieder die Zeit der großen Unwetterserien, wie es sie in der Regelmäßigkeit und Heftigkeit nur selten andernorts auf diesem Planeten gibt. Doch woran liegt das?

Der Grund liegt in den geographischen Gegebenheiten der USA, mit dem mächtigen Gebirgszug der Rocky Mountains, das anders als die Alpen von Nord nach Süd orientiert ist. Genauso wie im Alpenraum entsteht auch dort im Lee des Gebirges bei kräftiger Überströmung ein Tief, wie zum Beispiel über Bayern üblich. Da auf der Nordhalbkugel der Wind entsprechend dem Westwindband von West nach Ost weht, entwickeln sich im Lee der Rocky Mountains häufiger Tiefs, als an den Alpen, wo eine  tendenziell meridionale Strömung nötig der Auslöser ist.

Eine weitere Zutat für heftige Gewitter in den USA ist, dass im Frühjahr arktische Luftmassen weit bis nach Süden (Texas) vordringen können, meist viel weiter, als es in Europa üblich ist. Beispielsweise liegt Texas etwa auf der Höhe von Tunesien. Gleichzeitig kann sehr feuchte und warme Luft vom Golf von Mexiko nach Norden vordringen. An der Zone, wo beide Luftmassen aufeinander treffen, wird die Entwicklung des Tiefs enorm voran getrieben.

Eine weitere Besonderheit des mittleren Westens ist die Existenz der sogannanten Dry Line („Trockene Linie“). Diese markiert eine Front, die sich hauptsächlich in der Feuchte, aber nicht in der Temperatur unterscheidet – anders als bei Warm- oder Kaltfronten. Da trockene Luft schwerer ist als feuchte schiebt sich die trockene Wüstenluft unter die feuchte Luft des Golfs und begünstigt kräftige Gewitterentwicklungen entlang der Linie.

Entwicklung vom 11.4.2020 bis zum 13.4.2020

Auf dem nachfolgenden Bild erstreckt sich die Dry Line gut erkennbar von Colorado bis nach New Mexiko (negative Taupunkte: weiße und blaue Zahlen). Östlich davon, über Texas und Oklahoma, liegt feuchtere Luft (positive Taupunkte, cyan, grüne und gelbe Zahlenwerte). Der Taupunkt ist ein Maß für die Feuchtigkeit der Luft; je höher, desto feuchter.

Taupunkte USA am 11.4.2020 © UBIMET

Samstagnachmittag bis Sonntagmorgen

Im Laufe des Abends (dort Nachmittag) wird die Dry Line nach Osten vorankommen und über dem nördlichen Texas und südlichen Oklahoma sind somit die ersten Gewitter zu erwarten. Später ziehen diese Gewitter allmählich nach Nordosten weiter, dabei sind vor allem teils großer Hagel und kräftige Sturmböen die Hauptgefahren.

Ein zweiter Hotspot entsteht in der Nacht auf Sonntag im Südwesten von Texas. Hier sind die Bedingungen für mächtige Superzellen (heftige Unwetter) gegeben, die zum Sonntagmorgen nach Mississippi ziehen. Auf deren Zugbahnen muss mit Tornados, großem Hagel und Orkanböen gerechnet werden. Im weiteren Verlauf entwickeln sich diese zu einer Warmfront, die ebenfalls nach Nordosten zieht.

Einschätzung des Amerikanischen Wetterdienstes für Samstag, den 11.4.2020

In den Graphiken bedeutet MRGL Marginales Risiko, SLGT geringes Risiko, ENH ein erhöhtes Risiko und MDT ein moderates Risiko.

Sonntagmorgen bis Sonntagnacht

Der Höhepunkt der Gewittergefahr am Wochenende wird am Sonntag erreicht. Inzwischen hat sich das oben angesprochene Lee-Tief entwickelt und schaufelt feuchte Golf-Luft in die Dixie-Staaten (Mississippi, Louisiana, Alabama, Arkansas). Sowohl entlang der Warm-, als auch Kaltfront sind schwere Gewitter möglich.

In den Mittagsstunden (dort morgens) werden die Gewitter an der Warmfront, die aus Texas eintreffen, über Arkansas nach Tennessee und Kentucky weiter ziehen.

Zudem sind  im Warmsektor (Bereich zwischen Warm- und Kaltfront) alle Bedingungen gegeben für die Entwicklung  von heftigen Superzellen mit Tornados und großem Hagel erfüllt. Die Tornados können durchaus auch langlebig und intensiv ausfallen, nicht zuletzt besteht im hier mitunter Lebensgefahr.

Weiter nördlich, vom östlichen Oklahoma über Missouri bis ins südliche Ohio, werden sich an der Kaltfront Gewitter linienhaft organisieren, damit besteht hier ein erhebliches Risiko für Orkanböen und Starkregen, der regional auch zu Überflutungen führen kann. In weiterer Folge wird die Kaltfront die Warmfront allmählich einholen – in Summe werden die Gewitter allmählich etwas schwächer.

Einschätzung des Amerikanischen Wetterdienstes für Samstag, den 12.4.2020

Montagmorgen bis Montagmittag

Am Montag erreicht schließlich die Kaltfront die Ostküste der US, dann sind auch von Washington DC bis nach Georgia noch letzte teils kräftige Gewitter möglich. Orkanböen und ganz vereinzelt Tornados sind auch hier nicht ausgeschlossen.

Einschätzung des Amerikanischen Wetterdienstes für Samstag, den 13.4.2020

 

Wie immer bleibt nur zu hoffen, dass die Unwetter etwaige Ortschaften und Städte umschiffen und Leib und Leben verschont bleiben – gerade unter den herrschenden Umständen.

Titelbild: Superzelle in Österreich vom vergangenen August © UBIMET/Manfred Spatzierer

Hochdruckwetter sorgt für tiefblauen Himmel

Luftbewegung in der Atmosphäre

Die Luftmassen in der Atmosphäre sind stets in Bewegung. Grund dafür sind unter anderem die aus Temperaturunterschieden resultierenden Druckunterschiede in der Luft. Diese Druckunterschiede wollen ausgeglichen werden und somit setzt eine Strömung von hohem zu tiefem Luftdruck ein – der uns bekannte Wind. Aufgrund der sich drehenden Erde weht der Wind aber nicht in direkter Linie vom Hoch zum Tief, sondern wird abgelenkt. Man spricht dabei von der ablenkenden Corioliskraft. Diese führt dazu, dass sich ein Tiefdruckgebiet, bzw. genau genommen dessen Luftströmung, auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn dreht und ein Hochdruckgebiet im Uhrzeigersinn.

Zirkulation der Luftmassen, Quelle: br.de

Wolkenauflösung im Hoch

In den meisten Fällen spüren wir Winde in horizontaler Richtung. Eine ebenso wichtige Rolle spielen aber auch die vertikalen Luftbewegungen. Wir registrieren sie z.B. als Turbulenzen beim Fliegen. Genauso sehen und spüren wir die Auswirkungen der vertikalen Luftströmung beim Föhn aus den Alpen heraus. Hierbei kommt es oft zur Wolkenauflösung. Ein ähnliches Prinzip ist auch bei Hochdruckgebieten vorherrschend: Steigen an einer Stelle großflächig Luftmassen auf, so entsteht in Bodennähe ein Unterdruck, das bekannte Tiefdruckgebiet. Beim Aufsteigen der Luftmassen kühlen diese ab, die enthaltene Luftfeuchte kondensiert und es bilden sich Wolken, aus den nicht selten auch Niederschlag fällt.

Andernorts braucht es aber eine vertikale Ausgleichsströmung, d.h. von oberen Atmosphärenschichten her absinkende Luftmassen – es resultiert in Bodennähe das Hochdruckgebiet. Beim Absinken erwärmen sich die Luftmassen wieder und weil wärmere Luft auch mehr Feuchte aufnehmen kann, führt der Absinkprozess im Hoch zur Wolkenauflösung. Meteorologen sprechen auch von Subsidenz, was im Winter oft zu Inversionswetterlagen führt.

Webcamfotos mit strahlend blauem Himmel, Quelle: foto-webcam.eu

Blauer Himmel

In den letzten Tagen waren aufgrund der Hochdruckwetterlage Wolken eine Seltenheit. Von früh bis spät konnte man einen strahlend blauen Himmel beobachten. Warum aber ist der Himmel blau?

Das Sonnenlicht besteht nicht nur aus der für uns schädlichen UV-Strahlung und der wärmenden Infrarotstrahlung (bzw. noch weiteren), sondern auch aus dem für unser Auge sichtbaren Licht. Dieses beinhaltet von violett über blau, grün, gelb, bis hin zu rot alle Farben.

Zerlegung des Lichtes in die Spektralfarben, Quelle: shutterstock.com

Das blaue Licht hat aufgrund seiner kurzen Wellenlänge – im Vgl. zu den anderen Farben – die Eigenschaft, von den Luftmolekülen besonders stark gestreut zu werden. Während also alle anderen Farben – nur wenig gestreut – aus direkter Richtung von der Sonne kommen, wird der blaue Anteil des Sonnenlichts in der Atmosphäre in alle Richtungen abgelenkt und erreicht uns somit nicht nur aus direkter Richtung von der Sonne, sondern über den ganzen Himmel verteilt von überall. Folglich erscheint der Himmel bei sauberer und trockener Luft für uns blau. Wenn allerdings viele Aerosolpartikel in der Luft sind, dessen Radius in der Größenordnung der Lichtwellenlänge ist, erscheint der Himmel rund um die Sonne weißlich. Dies passiert häufig wenn sich im Zuge einer Hochdrucklage Schadstoffe in der Luft ansammeln oder wenn es eine erhöhte Konzentration an Saharastaub gibt.

Zu Ostern frühsommerliches Wetter mit bis zu 25 Grad

Kaninchen

Weite Teile Mitteleuropas liegen derzeit unter Hochdruckeinfluss und die Temperaturen bewegen über dem jahreszeitlichen Durchschnitt. In den kommenden Tagen wird Hoch LORIS von Hoch MAX abgelöst und das sonnige Frühlingswetter setzt sich fort. Erst am Ostermontag zieht aus Norden eine Kaltfront auf.

Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Freitag (GFS).

Viel Sonnenschein

Der Gründonnerstag bringt wieder viele Sonnenstunden. Im Laufe des Nachmittags bilden sich an der Alpennordseite ein paar Quellwolken, ein kurzer Schauer ist am ehesten im westlichen Bergland sowie am späten Abend auch im Mühl- und Waldviertel möglich. Am Karfreitag sowie am Samstag ziehen im Nordosten anfangs ein paar Wolkenfelder durch, tagsüber scheint aber wieder verbreitet die Sonne. Am Nachmittag steigt die Schauerneigung lediglich im östlichen Bergland leicht an. Die Temperaturen bleiben unverändert und erreichen 17 bis 24 Grad, vereinzelt ist im Oberinntal oder in Oberkärnten auch die 25-Grad-Marke in Reichweite.

Frühsommerliches Osterfest

Am Ostersonntag setzt sich das sonnige Wetter fort. Am Nachmittag bilden sich im Berg- und Hügelland Quellwolken und im südlichen und östlichen Bergland entstehen vereinzelte gewittriger Schauer. Die Höchstwerte erreichen verbreitet 20 bis 24, lokal auch 25 Grad, bei der Suche nach den Schoko-Eiern sollte man sich also beeilen, weil an sonnigen Stellen werden sie sonst schmelzen. Der Ostermontag bringt an der Alpennordseite nur noch zeitweiligen Sonnenschein und im Tagesverlauf steigt die Schauerneigung an. Länger sonnig verläuft der Tag im Süden und Südosten, hier sind am Abend allerdings Gewitter möglich. In der Nacht fällt dann verbreitet etwas Regen und der Dienstag verläuft vorübergehend spürbar kühler.

Prognose der Höchstwerte zu Ostern. (Stand: 8.4.20)

Ostern und das Wetter

Das Wetter zu Ostern fällt von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich aus: Einerseits befinden sich in der Übergangsjahreszeit in Nordeuropa oft noch kalte Luftmassen, andererseits kann der hohe Sonnenstand im April die Luft auf frühsommerliche Werte erwärmen. Besonders extrem präsentierte sich das Wetter zum Osterfest vor sieben Jahren: Im 2013 gab es zu Ostern Schneefall bis ins Flachland und die Temperatur kam in Wien nicht über 2 Grad hinaus. Im 2019 wurde dagegen in Innsbruck, Bludenz und Hermagor sogar ein Sommertag mit einem Höchstwert von knapp über 25 Grad verzeichnet. Einen Überblick der vergangenen Jahre gibt es hier.

Ozonloch über der Arktis

Der außergewöhnlich stark ausgeprägte Polarwirbel mit sehr kalten Temperaturen in der arktischen Stratosphäre hat heuer zur Entstehung eines seltenen Ozonlochs über der Arktis beigetragen (wir berichteten darüber hier). Je nach Position bzw. Form des Polarwirbels kann es in den kommenden Wochen auch in den mittleren Breiten zu unterdurchschnittlichen Ozonkonzentrationen in der Stratosphäre kommen, weshalb ein größerer Anteil der gefährlichen UV-B-Strahlung den Boden erreicht. Derzeit deuten die Modelle genau am Osterwochenende auf eine geringere Ozonkonzentration als üblich über Mitteleuropa mit einer Abweichung von etwa -25% zum jahreszeitlichen Durchschnitt. Auf der blassen Haut besteht eine besonders hohe Sonnenbrandgefahr, so wie mitten im Sommer.

Abweichung zur durchschnittlichen Ozonkonzentration am Samstag.

Titelbild: Adobe Stock

Erhöhte Waldbrandgefahr

Brennender Föhrenwald bei Saubersdorf am 07.04.2020 - (C) Erwin Haslauer

Die Grundlage für eine steigende Wald- und Flurbrandgefahr bietet klarerweise zu wenig oder ausbleibendes Wasser von oben in Form von Regen oder Schnee. Schauen wir uns deshalb mal an, wie der meteorologische Frühling bisher (also der gesamte März plus die ersten 6 Tage im April) aus niederschlagstechnischer Sicht verlief.

In der folgenden Grafik sind all jene Regionen, die in den vergangenen 37 Tagen zu wenig Niederschlag abgekriegt haben, in gelblichen und bräunlichen Tönen dargestellt. Man sieht, das ist der Großteil des Landes. In Freistadt (OÖ) beispielsweise fehlen 80% auf eine ausgeglichene Bilanz seit Anfang März. Zu feucht (Sillian z.B. +7%) war es seit dem 01.03. lediglich in Osttirol, Kärnten und im Lungau. Landesweit bilanzieren die vergangenen 35 Tage aber mit einem Niederschlagsdefizit von 42%!

Niederschlagsabweichung im Frühling 2020 im Vergleich zum langjährigen Mittel.
Niederschlagsabweichung im Frühling 2020 im Vergleich zum langjährigen Mittel.

Wir von der Österreichischen Unwetterzentrale haben einen eigenen Index für die Waldbrandgefahr entwickelt. Auf den nachfolgenden Karten ist die berechnete Waldbrandgefahr für Dienstag, Mittwoch und Donnerstag farblich dargestellt. Dabei bedeutet:

  • Grau –> Keine Gefahr
  • Grün –> Geringe Gefahr
  • Gelb –> Mittlere Gefahr
  • Rot –> Hohe Gefahr
  • Violett –> Extreme Gefahr

Bereits heute herrscht im östlichen Flachland eine hohe Waldbrandgefahr, sonst meist eine mittlere.

Die Waldbrandgefahr am Dienstag.
Die Waldbrandgefahr am Dienstag.

Am Mittwoch und am Donnerstag bleiben die roten Flächen aufgrund des trockenen und sonnigen Wetters (hohe Verdunstung aus dem Boden!) ziemlich verbreitet.

Die Waldbrandgefahr am Mittwoch.
Die Waldbrandgefahr am Mittwoch.
Die Waldbrandgefahr am Donnerstag.
Die Waldbrandgefahr am Donnerstag.

Entscheidend für die weitere Entwicklung der Brandgefahr in der Karwoche ist der zu erwartende Niederschlag. Im nächsten Bild ist die aufsummierte Regenmenge bis zum Ostersonntag (europäisches Modell) dargestellt. Nun ja, es bleibt bis dahin ziemlich sicher trocken, erst dann könnte (!) eine Kaltfront die Brandgefahr lindern.

Erwarteter Niederschlag bis zum Ostersonntag.
Erwarteter Niederschlag bis zum Ostersonntag.

Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass die Feuerwehren bereits zu den ersten Bränden ausrücken mussten. So zum Beispiel heute im Föhrenwald bei Saubersdorf (Bezirk Neunkirchen) und entlang der Brennerautobahn in Tirol:

Brennender Föhrenwald bei Saubersdorf am 07.04.2020 - (C) Erwin Haslauer
Brennender Föhrenwald bei Saubersdorf am 07.04.2020 – (C) Erwin Haslauer
Brennender Föhrenwald bei Saubersdorf am 07.04.2020 - (C) Erwin Haslauer
Brennender Föhrenwald bei Saubersdorf am 07.04.2020 – (C) Erwin Haslauer

Quelle Titelbild: Brennender Föhrenwald bei Saubersdorf am 07.04.2020 – (C) Erwin Haslauer

Zyklon Harold tobt in der Südsee

Während das Wetter in Mitteleuropa zu Beginn des Frühlings relativ ruhig ist, sorgt im Südpazifik der Zyklon HAROLD für turbulente Zeiten. Die Entwicklung von Haold (ist genau dasselbe wie ein Hurrikan, wird nur im Südpazifik anders genannt) begann als sogenannte tropische Störung Ende März in Papua-Neuguinea. In den darauffolgenden Tagen zog das System südostwärts über sehr warmes Meerwasser mit Temperaturen um 29°C. Dies führte zu einer raschen Intensivierung hin zu einem Tropischen Zyklon.

Vor dem Inselstaat Vanuatu hat sich Harold zu einem Wirbelsturm der höchsten Kategorie 5 auf der australischen Skala verstärkt U(etwa gleich zu setzen mit einem Hurrikan der Stufe 4) und ist in weiterer Folge über die Inseln hinweggezogen. Gut zu sehen auf dem Satellitenfilm:

Mit mittleren Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 km/h und noch stärkeren Böen gab es auf dem Inselstaat teils schwere Schäden. Da solche Zyklone immer auch sehr viel Regen bringen, gab es im Landesinneren Überschwemmungen. Die Verwüstung ist groß:

Fischi und Tonga im Visier

In weiterer Folge zieht der Zyklon nach Südosten und wird an den Fidschi-Inseln und Tonga vorbeischrammen. Auch wenn der Zyklon die Inselstaaten nicht mit voller Wucht trifft, werden auch dessen Ausläufer für Schäden sorgen. Nachfolgend bewegt sich Harold über deutlich kühlerem Wasser des Südpazifiks und wird sich allmählich abschwächen und auflösen.pixabay

Hier noch etwas detailliertere Übersicht der Zugbahn:

Zugbahn von Harold www.met.gov.fj
Zugbahn von Harold www.met.gov.fj

Quelle Titelbild: twitter/MetOffice

Die Auswirkungen des Coronavirus auf die Wetterprognosen (Update)

Ein Flugzeug fligt durch eine Wolke.

Bereits seit mehreren Wochen gibt es Berichte, dass die Schadstoffbelastungen in großen Ballungsräumen wie etwa China oder Norditalien deutlich zurückgegangen sind. Tatsächlich kann man dies auch in Österreich messen, so ist die Stickstoffdioxidbelastung hierzulande im Vergleich zu durchschnittlichen Werten im März der Vorjahre zurückgegangen. Besonders gut kann man das am Wochenende messen, da derzeit nahezu kein Freizeitverkehr vorhanden ist. An einzelnen Tagen während der Woche gab es zwar auch höheren Belastungen, dies hat in erster Linie aber mit der vorherrschenden Wetterlage zu tun, so gibt es bei windschwachen und stabilen Wetterlagen höhere Belastungen als an windigen Tagen.

Aktuelle Stickstoffdioxidbelastung im Vergleich zu den letzten Jahen. Quelle: Umweltbundesamt (Update 30.3.20)

Weniger Flugverkehr

Nicht nur der Straßenverkehr hat deutlich abgenommen, sondern auch der Flugverkehr. Der 7-Tages-Durchschnitt aller auf flightradar24.com nachverfolgten Flüge ist von über 170.000 bereits auf etwa 100.000 gesunken und der Trend geht weiter nach unten (Stand 27.3.20).

Update 4.4.20: Inzwischen liegt der 7-Tages-Durchschnitt bei knapp 73.000 Flügen, damit hat die Anzahl der Flüge weltweit innerhalb von etwa vier Wochen um mehr als 100.000 Flüge abgenommen – dies entspricht einem Rückgang von fast 60%. In Europa hat der Rückgang an den letzten Märztagen sogar die 80%-Marke überschritten. In Summe haben bereits mehr als 100 Fluglinien ihren Betrieb nahezu gänzlich eingestellt. Der Abwärtstrend scheint sich nun aber zu stabilisieren, so hat der Flugbetrieb in China im Vergleich zum dortigen Minimum Mitte Februar auch schon wieder zugenommen.

Weniger Daten

Damit Wettermodelle gute Prognosen berechnen können, muss der Ist-Zustand der Atmosphäre möglichst genau erfasst werden: Eine schlecht analysierte Ausgangslage stellt eine Fehlerquelle dar und wirkt sich negativ auf die Prognosequalität aus. Daher werden bei der Initialisierung eines Modells unzählige Messdaten verwendet, wie etwa Wetterstationsdaten, Satellitendaten, Radiosondierungen sowie auch Messdaten von Schiffen und Flugzeugen.


Allgemein sind Flugzeuge mit vielen Messgeräten ausgestattet, wie beispielsweise Temperatur-, Druck- und teils auch Feuchtigkeitssensoren. Diese fließen in sogenannten AMDAR-Daten ein, welche von Wettermodellen assimiliert werden und ein vollständiges Vertikalprofil von etwa Wind und Temperatur in der Atmosphäre bieten (vom Boden bis zum Flugniveau). Laut einem Bericht des ECMWF ging die Anzahl an Flugzeugmessungen am 23. März im Vergleich zum 3. März in Europa um rund 65% zurück. Global war der Rückgang mit 42% etwas geringer, da besonders in den USA aktuell noch viele Daten gesammelt werden.

Update 4.4.20: Mittlerweile ist die Anzahl der Flugzeugmessungen über Europa um rund 80% zurückgegangen. Während dem ECMWF vor knapp vier Wochen täglich noch knapp über 50.000 Beobachtungen zur Verfügung standen, sind es nun noch etwa 10.000 pro Tag. Die Lufthansa beispielsweise betreibt nur noch etwa 5% der üblichen Flüge und übermittel nahezu keine Wetterdaten mehr.

Rückgang der Flugzeugmessungen über Europa in den vergangenen Wochen. © ECMWF

Auswirkungen

Das ECMWF hat im Jahr 2019 getestet, welche Auswirkungen das Fehlen von Flugzeugmessungen auf die Prognosequalität des weltweit wichtigsten Wettermodells hat. Tatsächlich konnte man besonders bei Kurzfristprognosen von Wind und Temperatur  in Höhen über 10 km einen Rückgang beobachten. Diese Werte sind indirekt auch für das Wetter am Boden relevant, so ist beispielsweise die Temperatur in dieser Höhe für die Labilität der Atmosphäre und somit im Sommer für die Gewitterwahrscheinlichkeit relevant.

Ein AMDAR-Profil eines aus Wien startenden Flugzeugs am 26.3.20.

Um die fehlenden AMDAR-Daten etwas zu kompensieren, haben einige Wetterdienste damit begonnen, statt nur zwei nun vier Radiosonden pro Tag aufsteigen zu lassen, welche ähnliche Daten liefern. Dennoch muss man aufgrund des weiter nachlassenden Flugverkehrs davon ausgehen, dass die Prognosequalität der Modelle in den kommenden Monaten etwas nachlässt. Dies ist allerdings in erster Linie für Spezialprognosen relevant, während die allgemeinen Wettervorhersagen davon wohl nur marginal betroffen sind.

Update 4.4.20: Laut einem Bereicht der WMO ist in den vergangenen zwei Wochen in manchen Entwicklungsländern auch die Anzahl von Bodenbeobachtungen zurückgegangen. Ob ein direkter Zusammenhang zum Coronavirus besteht, ist noch nicht klar, allerdings werden die Daten dort im Gegensatz zu beispielsweise Europa noch nicht automatisiert übermittelt. Für den täglichen Wetterbericht bleiben die Auswirkungen aber dennoch gering, da die Genauigkeit der Kurzfristprognosen ohnehin schon sehr hoch ist. In der Mittelfrist sieht dies jedoch anders so: Schätzungsweise dürfte eine jetzige 6-Tagesprognose im Mittel nun nur noch die Qualität einer 7-Tagesprognose vor wenigen Wochen haben. Dies hat für den Normalbürger kaum Auswirkungen (mal abgesehen von der etwas schlechteren Qualität der mittelfristigen Prognosen von manchen Handyapps), für Modellentwickler bedeutet das aber ein Rückgang der Prognosequalität um fast 10 Jahre.

Weiterführende Links: ECMWF, WMO, flightradar24-statistics

Serie von 111 zu warmen Monaten auf Spitzbergen geht zu Ende

Spitzbergen beim Schönwetter . pixabay.com/htearse

Mit -16,2 Grad lag die Mitteltemperatur im März 2020 auf Spitzbergen leicht unter dem langjährigen Mittelwert für März von -15,7 Grad.  Eigentlich ist das ja keine weitere Notiz wert. Eine fast unwesentliche Anomalie also, die aber bei genauerer Betrachtung eine wahre Rarität ist.

Denn der letzte unterdurchschnittlich temperierte Monat auf Spitzbergen war der November 2010, wir berichteten vor etwa einem Jahr darüber bereits hier: 100 Monate lang überdurchschnittliche Temperaturen auf Spitzbergen. Bis März 2020 ist diese Reihe nun auf 111 Monate angewachsen.

Auf der folgenden Grafik des norwegischen Wetterdienstes ist jeder Monat, der zu warm war,  als roter Balken dargestellt. Je dunkler das Rot, desto größer die Abweichung. Flankiert werden all diese Monate von 2 blauen Balken – November 2010 und eben März 2020:

Zum Vergleich: Im selben Zeitraum (November 2010 bis März 2020) wurden in Österreich 21 zu kalte und 90 zu warme Monate registriert. Die Tendenz hin zu einem immer wärmer werdenden Klima ist also auch hierzulande klar erkennbar, den Vergleich gegen Spitzbergen kann Österreich aber nur verlieren.

Für all jene, die sich jetzt noch fragen: „Wo ist denn eigentlich Spitzbergen?“

Hier eine Übersichtskarte:

Rasantes Tempo

Die Arktis ist vom Klimawandel u.a. auch aufgrund des schmelzenden Meereises und der damit verbundenen Rückkopplung mit der Sonnenstrahlung besonders betroffen. Die größten Anomalien der vergangenen Jahre sind dabei genau in der Region rund um die Barentssee zu finden. Seit 1961 ist die Jahrestemperatur auf Spitzbergen um 5 bis 6 Grad gestiegen!

Temperaturdifferenz zwischen 2009-2019 und 1979-1989 für die Arktis - climatereanalyzer.org
Temperaturdifferenz zwischen 2009-2019 und 1979-1989 für die Arktis – climatereanalyzer.org

Auch hier der Vergleich: In Wien ist sie im selben Zeitraum um etwa 2,5 Grad gestiegen, weltweit um 0,9 Grad. Die Geschwindigkeit der Erwärmung ist rund um Spitzbergen also um das Zwei- bis Dreifache schneller als hierzulande. So schnell, dass durchschnittliche oder eben sogar unterdurchschnittliche Monate zu Raritäten geworden sind.

Laut Klimaprognosen könnte Spitzbergen im schlimmsten Fall bis 2100 mit rund +8 Grad eine ähnliche Jahrestemperatur wie Wien haben! Gut zu sehen ist dieses Worst-Case-Szenario (in Form der obersten hellroten Fläche) in folgender Grafik:

Jährliche Mitteltemperatur auf Spitzbergen (Flughafen) samt IPCC-Klimaprognosen - klimaservicesenteret.no
Jährliche Mitteltemperatur auf Spitzbergen (Flughafen) samt IPCC-Klimaprognosen – klimaservicesenteret.no

 

Titelbild: Spitzbergen beim Schönwetter . pixabay.com/htearse

Örtlich kälteste Aprilnacht seit Messbeginn

Raureif

Im April kommt es zwar nahezu jährlich zu Kaltlufteinbrüchen mit Frost, dennoch waren die heutigen Tiefstwerte außergewöhnlich. Die Bedingungen für Frost waren ideal: Die Kombination aus arktischer Luft, kaum Wind und wolkenlosem Himmel haben die Temperaturen nach Sonnenuntergang nahezu ungehindert absinken lassen. Verheerende Auswirkungen hat der Frost allerdings für blühende Obstbäume: Gebietsweise ist ein Totalausfall der Marillenernte zu befürchten und auch Apfelbauern haben aufgrund des extrem frühen Vegetationsstarts gebietsweise mit Schäden zu rechnen.

Tiefstwerte in der Nacht auf Mittwoch.

Monatsrekorde

In Ober- und Niederösterreich, im Burgenland sowie in Kärnten und der Steiermark wurden örtlich neue Monatsrekorde aufgestellt. Vereinzelt wurden auch langjährige Rekorde gebrochen: In Freistadt in Oberösterreich wurden vergangene Nacht -8,5 Grad gemessen, der bisherige Rekord aus dem Jahre 1956 wurde damit um fast ein Grad unterboten. In Bad Bleiberg in Kärnten wurde mit -10,3 Grad erstmals strenger Frost im April verzeichnet, der bisherige Rekord aus dem Jahre 1986 lag hier bei -9,9 Grad.

 Ort Tiefstwert 1.4.2020 Alter Rekord
 Freistadt (OÖ) -8,5 Grad -7,7 Grad am 8.4.1956
 Aspach (OÖ) -7,1 Grad -6,9 Grad am 7.4.2002
 Wiener Neustadt (NÖ) -7,4 Grad -5,8 Grad am 7.4.1978
 Gumpoldskirchen (NÖ) -5,1 Grad -4,0 am 7.4.1978
 Oberndorf (NÖ) -5,6 Grad -5,4 am 8.4.1978
 Fürstenfeld (ST) -6,0 Grad -5,1 Grad am 9.4.1956
 Bad Bleiberg (K) -10,3 Grad -9,9 Grad am 14.4.1986

Update: Manche Rekorde wurden am 2.4.20 neuerlich unterboten.

 Ort Tiefstwert 2.4.2020 Alter Rekord
 Freistadt (OÖ) -8,7 Grad -8,5 Grad am 1.4.2020
 Gumpoldskirchen (NÖ) -5,8 Grad -5,1 Grad am 1.4.2020
 Oberndorf (NÖ) -5,8 Grad -5,6 Grad am 1.4.2020
 Kapfenberg (ST) -6,6 Grad -6,2 Grad am 1.4.2020
 Gars am Kamp (NÖ) -10,2 Grad -10,0 Grad am 1.4.2020

Weiters wurden an zahlreichen anderen Stationen mit teils kürzeren Messreihen neue Rekorde aufgestellt wie etwa in Gars am Kamp, Hohenau an der March, Zwerndorf, Seibersdorf, Ried/Innkreis, Bad Zell, Seckau, Hartberg, Kapfenberg, Lutzmannsburg, Güssing oder auch auf der Rax und der Flattnitz.

Milderung in Sicht

In der Nacht auf Donnerstag ist neuerlich verbreitet mit Frost zu rechnen, so liegen die Tiefstwerte zwischen -10 Grad im zentralen bzw. östlichen Bergland und +1 Grad in der Wiener Innenstadt sowie in Teilen Vorarlbergs. Die Temperaturen steigen tagsüber aber spürbar an, so erreichen die Höchstwerte in den kommenden Tagen besonders im Oberinntal sowie im Gail- und Drautal bereits bis zu 17 Grad. Ab Sonntag dreht die Strömung auf Süd und noch mildere Luftmassen erfassen den Alpenraum, in der Karwoche kündigen sich dann verbreitet Höchstwerte über 20 Grad an.

In der Karwoche wird es immer milder. Die Höchstwerte im Flachland liegen an sonnigen Tagen etwa 15 Grad über dem Wert in der freien Atmosphäre.

Titelbild: Adobe Stock

März 2020: Mild mit frostigem Ende

Frühling. © Nikolas Zimmermann

Die ersten Tage des Monats waren von Italientiefs geprägt, welche im Süden für den ersten ergiebigen Niederschlag des Jahres sorgten. Die Schneefallgrenze sank am 6. März in Kärnten und in der Obersteiermark bis in die Niederungen. Nachfolgend stellte sich allerdings neuerlich eine Westwetterlage ein, die vor allem im Norden und Osten zu teils stürmischem und mildem Wetter führte. Viel zu warm war es vor allem im Osten des Landes, weshalb auch die Marillenbäume außergewöhnlich früh zu blühen begonnen haben. Am 11. und 12. stiegen die Temperaturen sogar verbreitet über die 20-Grad-Marke, so früh wie selten zuvor. In der letzten Märzdekade folgten dann jedoch zwei markante Kaltlufteinbrüche, arktische Luftmassen sorgten dabei auch im Flachland verbreitet für teils mäßigen Nachtfrost.

Im Osten 2 Grad zu mild

Der März war besonders im Norden und Osten deutlich zu mild, die Abweichung zum langjährigen Mittel liegt hier bei rund +2 Grad. Nahezu durchschnittlich waren die Temperaturen lediglich im Süden des Landes. Von einem Rekord sind wir somit weit entfernt, so lag etwa die Abweichung im Rekordmärz 2017 landesweit bei +3,5 Grad. In Wien, Graz, Eisenstadt und Kremsmünster wurden aber neue Temperaturrekorde für die erste Märzhälfte aufgestellt.

Temperaturabweichung im März 2020.

Kaltes Ende

Erst nach dem astronomischen Frühlingsbeginn kam der Winter nochmals auf Touren, so wurde etwa am Sonnblick mit -19,1 Grad der tiefste Höchstwert in der zweiten Märzhälfte sein 1998 gemessen. Mit einem Tiefstwert von -23,1 Grad am Sonnblick sowie am Dachstein wurden auf den Bergen zudem tiefere Temperaturen als im gesamten Winter verzeichnet. Nach über 14 Monaten gab es in Graz am Monatsende auch wieder eine geschlossene Schneedecke, der vergangene Winter war hier nämlich erstmals in der Messgeschichte gänzlich schneelos.

Tiefste Temperaturen unter 900 m Seehöhe

  • -10,5 Grad Westendorf (Tirol, 31.3.)
  • -9,7 Grad Mariazell (NÖ, 23.3.), Gars am Kamp (NÖ, 31.3.)
  • -9,6 Grad Summerau (OÖ, 24.3.)
  • -9,3 Grad Zwettl (NÖ, 25.3.)
  • -9,2 Grad Klausen-Leopoldsdorf (NÖ, 31.3.)
  • -9,1 Grad Puchberg am Schneeberg (NÖ, 31.3.)
Frostschutzberegnung im Steinfeld. Bild: R. Reiter

Trockenheit

Der vergangene Monat war landesweit um knapp 40% zu trocken. An der Alpennordseite sowie im Osten und Südosten ist lediglich ein Drittel bis die Hälfte des üblichen Monatsniederschlags gefallen. Besonders markant fallen die negativen Abweichungen in Teilen Oberösterreich aus, in Rohrbach im Mühlviertel gab es nur 30% vom Monatssoll. Vor allem im Südosten setzt sich somit die anhaltende Trockenheit seit Jahresbeginn fort. Eine Lichtblick gab es lediglich in Osttirol und Kärnten, wo bereits zu Monatsbeginn der durchschnittliche Monatsniederschlag erreicht wurde. Hier lag auch die Sonnenscheindauer im Bereich des Mittels, während die Sonne an der Alpennordseite und im Osten mit einer Abweichung von +20%, in Weinviertel auch +40% verbreitet Überstunden geleistet hat.

Niederschlagsbilanz im März 2020.

Extremwerte März 2020

Stand: Dienstag, 31.03.2020 (Bundesland, Tag des Auftretens)

Höchste Temperaturen

  • 23,7 Grad Potschach-Ternitz (NÖ, 12.)
  • 23,1 Grad Leibnitz-Wagna (ST, 11.)
  • 22,7 Grad Seibersdorf (NÖ, 12.), Berndorf (NÖ, 12.), Güssing (B, 11.)

Tiefste Temperaturen

  • -15,2 Grad Obergurgl (T, 31)
  • -15,1 Grad Obertauern (S, 23.), St. Leonhard im Pitztal (T, 31.)
  • -14,4 Grad Flattnitz (K. 31.)

Nasseste Orte

  • 273 Liter pro Quadratmeter Loibl (K)
  • 128 Liter pro Quadratmeter Alberschwende (V)
  • 124 Liter pro Quadratmeter Warth (V)

Trockenste Orte

  • 12 Liter pro Quadratmeter Summerau (OÖ)
  • 13 Liter pro Quadratmeter Freistadt (OÖ)
  • 14 Liter pro Quadratmeter Raabs an der Thaya (NÖ)

Absolut sonnigste Orte

  • 219 Sonnenstunden Irnfritz (NÖ)
  • 217 Sonnenstunden Gänserndorf (NÖ)
  • 216 Sonnenstunden Zwerndorf (NÖ)

Stärkste Windspitzen Niederungen/Berge

  • 95 km/h Bad Gastein (S, 2.)
  • 94 km/h Innsbruck-Kranebitten (T, 1.)
  • 91 km/h Rohrspitz (V, 1.)
  • 132 km/h Brunnenkogel (T, 2.)
  • 129 km/h Rudolfshütte (S, 2.)
  • 126 km/h Feuerkogel (OÖ, 11.)

Tornadoserie in den USA

Schwere Gewitter in den Great Plains der USA

Jährlich kommt es in den USA im Frühling zu mehreren sogenannten Tornado Outbreaks. Dabei trifft polare Kaltluft aus Kanada mit subtropischer, also feuchtwarmer, Luft vom Golf von Mexiko über dem Mittleren Westen der USA zusammen. Dabei entstehen kräftige Gewittertiefs, die dann in kurzer Zeit dutzende von Tornados produzieren können.

17 Tornados fordern mindesten 6 Verletzte

Schadensmeldungen am Samstag 28.03.2020

So ein Gewittertief sorgte am Samstag und Samstagnacht von Iowa und Arkansas bis nach Ohio für schwere Gewitter. Dabei produzierten die Gewitter zunächst Tornados, in der Nacht gab es dann weiter östlich mehr Meldungen über Sturm und Hagelschäden. Am stärksten getroffen wurde die 70.000 Einwohner Stadt Jonesboro in Arkansas. Hier eine Nahaufnahme:

Hier ein Video von der Zerstörungskraft des Tornados:

Wetterberuhigung

In den kommenden Tagen beruhigt sich das Wetter im Mittleren Westen, kräftige Gewitter sind nur mehr im Süden von den USA von Texas bis Florida zu erwarten. Allerdings ist jetzt auch erst der Beginn der Tornado-Hochsaison, die erst Ende Mai allmählich zu Ende geht.

Kaltlufteinbruch bringt am Montag Schnee bis in tiefe Lagen

Ergiebiger Schneefall

Der Samstag verläuft frühlingshaft und in weiten Teilen des Landes dominiert bei nur harmlosen Schleierwolken der Sonnenschein. Über den Bergen bilden sich tagsüber Quellwolken und am Abend steigt die Schauerneigung leicht an, meist bleibt es aber trocken. Die Temperaturen erreichen in den Niederungen 15 bis 19 Grad. Am Sonntag stellt sich das Wetter langsam wieder um und von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich gehen bei vielen Wolken schon am Vormittag erste Schauer nieder. Im Süden und Südosten scheint bis Mittag noch häufig die Sonne, ehe am Nachmittag örtlich Schauer und Gewitter entstehen. An der Alpennordseite liegen die Höchstwerte nur noch im Bereich der 10-Grad-Marke, in Kärnten gib es dagegen noch bis zu 17 Grad.

Kaltlufteinbruch

In der Nacht auf Montag erfasst aus Norden die Kaltfront von Skandinavientief MAREIKE das Land und über dem Golf von Genua bildet sich ein Randtief. An der Alpennordseite gehen die Schauer in anhaltenden Regen über und ausgehend von Vorarlberg sinkt die Schneefallgrenze rasch auf 1000 bis 600 m ab. Bis Montagmorgen geht der Regen auch in tiefen Lagen in Schneefall über, besonders von Vorarlberg bis Salzburg schneit es zeitweise kräftig.

Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Montag. (GFS)

Schnee bis in tiefe Lagen

Die neue Woche beginnt von Vorarlberg bis Kärnten spätwinterlich, aber auch im Norden fällt anfangs Schnee. Überwiegend trocken bleibt es lediglich im östlichen Flachland und im äußersten Südosten. Auf den Bergen gibt es in Summe verbreitet 20 bis 40 cm Neuschnee, aber auch in tiefen Lagen zeichnen sich ein paar Zentimeter Nssschnee ab. In höheren Tallagen der Alpen stellt sich zudem vorübergehend Dauerfrost ein, im Osten erreichen die Temperaturen maximal 8 Grad.

Neuschneeprognose bis Dienstagmorgen von UCM. (Stand: Freitag 11 Uhr).

Erster Schnee in Bregenz?

In den westlichen Landeshauptstädten wird es nochmals weiß, so zeichnen sich in Innsbruck und Salzburg etwas Nassschnee ab. In Bregenz gab es im gesamten Winter keine geschlossene Schneedecke, am Montagvormittag könnte es somit die erste, dünne Schneedecke seit über einem Jahr geben. Ähnlich ist es bereits am Donnerstag auch Graz ergangen, wo nach einem schneelosen Winter erstmals eine Schneedecke von 2 cm gemessen wurde.

Neuerlich Frost im Flachland

Am Dienstag schneit es im Süden und im zentralen Bergland anfangs noch leicht, im Tagesverlauf gibt es aber besonders an der Alpennordseite erste Auflockerungen. In der Nacht auf Mittwoch kündigt sich dann besonders an der Alpennordseite neuerlich teils mäßiger Frost an. Nach dem Kaltluftvorstoß zu Beginn dieser Woche müssen Obstbauern also neuerlich Frostschäden befürchten.

Die Nacht zum 1. April wird verbreitet frostig. (UBIMET)

Im Laufe der zweiten Wochenhälfte steigen die Temperaturen wieder an, spätestens am ersten Wochenende im April kündigen sich wieder verbreitet frühlingshafte Temperaturen mit Höchstwerten zwischen 15 und 20 Grad an.

Später Neuschnee in Kärnten und der Steiermark

Verantwortlich für den späten Wintereinbruch – zu den Mengen kommen wir etwas weiter unten – ist ein Höhentief. Dieses Höhentief dreht sich munter über dem westlichen Mittelmeer, kommende Nacht grob über Sardininen. Dabei wird schon heute recht feuchte Mittelmeerluft über Kroatien und Slowenien bis nach Südösterreich gelenkt. Die Folge in der immer noch sehr kalten Luft (rund -10 Grad in 1.500 m Höhe) ist zeitweiliger Schneefall besonders von Osttirol bis zum Alpenostrand.

Großwetterlage in der Nacht auf Donnerstag

Angezuckert zeigt sich beispielsweise schon die Bucklige Welt, wie das Webcambild aus Schwarzenbach zeigt:

Schwarzenbach in der Buckligen Welt

Doch auch in etwas tiefer gelegenen Regionen im Burgenland haben sich heute schon ein paar Schneeflocken gewagt.

Grafisch aufbereitet sieht die Neuschneelage wie folgt aus. Klar, große Mengen sind seit Mitternacht noch nirgends zusammengekommen, sieht man von den Hochlagen der Koralpe (dort schon rund 10 cm) einmal ab. Für 1-3 cm hat es von den Karawanken bis zum Mittelburgenland aber zumindest lokal schon gereicht.

Neuschneemenge der vergangenen 12 Stunden

Heute und morgen schneit es in den genannten Regionen von Osttirol bis zum Alpenostrand immer wieder, am meisten Neuschnee kommt bis Freitag in den Oststaulagen der Koralpe bis zum Schöckl bei Graz zusammen, 15-25 cm sind hier durchaus denkbar. In Graz selber dürften max. 5 cm fallen, etwas weniger in Klagenfurt. Aber seht selbst, was bei euch fallen wird…

Zu erwartende Neuschneemengen bis Freitagfrüh

Quelle Titelbild: Foto Webcam

Tiefster Winter auf dem Balkan

Die polare Kaltluft hat nicht nur Österreich, sondern in der neuen Woche auch weite Teile des Balkans sowie Italien erfasst. Dazu hat sich mit Vorstoß der Kaltluft bis in die Mittelmeerregionen ein Höhentief über der Adria gebildet, dass feucht-milde Luft aus Süden auf den Balkan transportiert.

Satellitenbild von Dienstagmittag @UBIMET, EUMETSAT

Wo kalte und feuchte Luft aufeinander trafen, kam es in den vergangenen Stunden zu kräftigem Schneefall. So liegt von der bulgarischen Hauptstadt Sofia über den Südwesten von Rumänien  über Serbien bis nach Kroatien und Bosnien-Herzegowina verbreitet eine Schneedecke.

Ende in Sicht

Bis zum Mittwoch verlagert sich das Höhentief mehr in den Süden von Italien, somit lässt der Schneefall auf dem Balkan am Mittwoch tagsüber nach und in Folge wird es aus Südosten bald wieder milder. Somit ist der Schnee bis zum Wochenende schon wieder Geschichte.

Das Höhentief hat auch Auswirkungen auf das Wetter in Österreich und beschert dem Süden ebenfalls ein wenig Neuschnee. Allerdings fallen die Mengen deutlich geringer aus als am Balkan.

Titelbild: twitter/Radio Bulgaria

Etwas Winter im Frühling

Nächte verbreitet frostig

Der Montagmorgen zeigte sich im ganzen Land von seiner frostigen Seite, alle Wetterstationen meldeten negative Temperaturen, häufig gab es gar mäßigen Frost unter -5 Grad. Nach dem deutlich zu milden Winter und vor allem dem Frühlingswetter der letzten Tage erscheint dies ungewöhnlich, kommt in einer derartigen Ausprägung Ende März aber doch alle 2 bis 3 Jahre vor. Auf den Bergen wie dem Sonnblick oder dem Dachstein wurden gar unter -20 Grad gemessen, so kalt war es hier zum Teil den ganzen vergangenen Winter nicht.

Analysierte Tiefsttemperaturen am Montagmorgen @ UBIMET

Auch die folgenden Nächte verlaufen bei teils klaren Bedingungen sehr kalt, in Mittelgebirgslagen ist auch strenger Frost möglich. Im Südosten des Landes kommt am Mittwoch und Donnerstag zusätzlich Schnee ins Spiel – eine dünne Schneedecke zeichnet sich selbst in den tiefen Lagen ab, von der Koralpe über das Steirische Randgebirge bis zur Buckligen Welt ist auch Neuschnee um 10 cm möglich. Eine deutliche Milderung zeichnet sich schließlich für den Freitag ab.

Die nächsten Tage im Detail:

Der Dienstag beginnt verbreitet sonnig, besonders im Westen ist der Himmel oft sogar wolkenlos. Im Tagesverlauf ziehen im Südosten zunehmend kompakte Wolken auf, sonst überwiegt weiterhin der Sonnenschein. Der Wind weht nach wie vor lebhaft bis kräftig aus Nordost und die Temperaturen erreichen maximal -1 bis +9 Grad mit den höchsten Werten in Vorarlberg.

Am Mittwoch dominieren im Süden und Südosten die Wolken und im Tagesverlauf kommt insbesondere von der Koralpe entlang des Steirischen Randgebirges bis zur Buckligen Welt zeitweise etwas Schneefall auf. Im Westen und Norden scheint bei nur harmlosen Wolken dagegen häufig die Sonne. Der lebhafte Wind dreht mehr auf Ost und die Temperaturen liegen maximal zwischen -2 Grad am Alpenostrand und +8 Grad im Westen. In der Nacht deutet sich im Südosten schließlich anhaltender, teils mäßiger Schneefall an.

Der Donnerstag bringt im Süden und Osten kompakte Wolken und anfangs fällt häufig Schnee, vor allem in der Weststeiermark und im Grazer Bergland schneit es aus der Nacht heraus teils kräftig. Tagsüber lässt der Schneefall allmählich nach. Von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich bleibt es hingegen trocken und zeitweise kommt die Sonne zum Vorschein. Der Wind weht mäßig, in Oberösterreich auch lebhaft aus Ost. Die Temperaturen steigen etwas an und erreichen 0 bis 11 Grad.

Prognostizierte 24h-Neuschneehöhe für Donnerstagabend @ UBIMET

 

Auch am Freitag fällt im Süden noch etwas Regen oder Schnee, die Schneefallgrenze steigt aber rasch von 700 auf 1400 m an und bis Mittag trocknet es weitgehend ab. An der Alpennordseite scheint zumindest zeitweise die Sonne, auch im östlichen Flachland lockert es tagsüber sonnig auf. Bei mäßigem bis lebhaftem Ost- bis Südostwind steigen die Temperaturen auf 7 bis 16 Grad.

 

Titelbild: https://stock.adobe.com

Update: Neuschnee, Frost – Alle Infos zum Comeback des Spätwinters

Update Sonntag, 12 Uhr

Die Wettermodelle schwanken noch ein wenig bzgl. der genauen Entwicklung am Mittwoch. Nach derzeitigem Stand bleibt es in der Nacht zu Mittwoch noch weitgehend trocken, erst am Mittwochvormittag setzt im Südosten allmählich leichter Schneefall ein. Im östlichen Flachland gehen sich noch ein paar Sonnenstunden aus und die Temperatur steigt gar bis auf +6 Grad, bevor die ersten Schneeflocken am Abend auch hier fallen.

Interessant wird es nun besonders in der Nacht auf Donnerstag, in welcher es wohl von Unterkärnten bis ins Weinviertel anhaltend schneit. Während die Temperatur im Nordosten nur nahe 0 Grad zurückgeht und eine Schneedecke damit schwierig wird, deuten sich sonst im Flachland bei leichtem Frost durchaus 1 bis 3 cm an. An der Packalpe, entlang des Steirischen Randgebirges, am Wechsel, in der Buckligen Welt und im Wienerwald schneit es hingegen auch mal kräftiger, hier sind weiterhin zwischen 5 und 10 cm Neuschnee möglich.

Neuschnee über 12 Stunden bis Donnerstagmorgen @ UBIMET

Am Donnerstag selber konzentriert sich der Niederschlag nach heutigem Stand auf die Steiermark und das Südburgenland, die Schneefallgrenze steigt aber rasch auf 400 bis 800 m an.

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Wintereinbruch: Wie kalt wird es? Wo wird es am kältesten?

Heute Samstag hält sich im Süden noch die milde Luft, bis zu 17 Grad werden es noch einmal in Kärnten. Von Norden her wird es aber nun immer kälter. Morgen Sonntag erreichen die Höchstwerte nur noch 0 bis +10 Grad, Montag bis Mittwoch gar nur -3 bis +8 Grad. Besonders kalt, nämlich bei Dauerfrost bleibt es dabei in höheren Lagen des Alpenostrandes, also z.B. im Mariazellerland, in den Fischbacher Alpen und in der Buckligen Welt. Jeweils am „mildesten“ wird es in den kommenden Tagen im Oberinntal und im Montafon. Besonders die kommenden Nächte werden für Ende März sehr kalt: Frostig wird es praktisch überall, im Flachland liegen die Tiefstwerte zwischen -5 und 0 Grad. Noch kälter wird es leicht erhöhten Lagen des Berg- und Hügellandes mit nächtlichen Tiefstwerten von -10 bis -5 Grad!

Hier mal exemplarisch die Tiefstwerte in der Nacht auf Dienstag:

Woher kommt die Kälte so plötzlich, es war ja schon so warm?

Ein Hochdruckgebiet namens JÜRGEN ist verantwortlich für diesen spätwinterlichen Kälterückfall. Dieses Hoch liegt mit seinem Kern in den kommenden Tagen über der Ostsee und ist sehr stark ausgeprägt, es verlagert sich also kaum. Wenn man sich in Erinnerung ruft, dass sich Hochs bei uns immer im Uhrzeigersinn drehen, wird einem schnell klar, woher die Kaltluft kommt. Sie strömt in einem weiten Bogen von Nordskandinavien und -russland über das Baltikum, Polen und Tschechien bis nach Österreich. Da die Luft auf diesem langen Weg kein (milderes) Meer überstreicht und sich somit kaum erwärmen kann, erreicht uns die Kälte mit voller Wucht. Generell ist der Frühling ja bekannt für seine riesigen Temperaturgegensätze: Von Schnee und 0 Grad bis hin zu sommerlichen +25 Grad ist innerhalb von wenigen Tagen alles möglich!

Hier seht ihr nochmal grafisch aufbereitet, woher „der Wind weht“ in den kommenden Tagen:

Aus dem Hohen Norden erreicht uns kalte Luft
Aus dem Hohen Norden erreicht uns kalte Luft

Schnee: Wo schneit es am Samstag?

Aktuell schneit es meist erst oberhalb von 1500-1700 m. Nicht so im Wald- und Mühlviertel, hier ist bereits die kalte Luft eingesickert, sodass es hier schon bis rund 600 m hinab schneit. Im weiteren Tagesverlauf sinkt die Schneefallgrenze dann auch im Rest Österreichs allgemein immer weiter hinab.

Wo wird es schneien? Kommt Schnee auch nach Wien?

Heute sinkt wie bereits angesprochen die Schneefallgrenze von 1500 m immer öfter gegen 1000 m ab, abends dann besonders in den östlichen Nordalpen sogar bis auf 400 m ab. Im Mühl- und Walviertel erwarten wir in etwas höheren Lagen rund 5 cm Neuschnee, ebenso vom Ausseerland bis zur Rax. Auch für Wien deutet sich Neuschnee an, allerdings erst in der Nacht auf Mittwoch und am Mittwoch selbst. Die genauen Mengen sind noch sehr unsicher, gut möglich jedoch, dass sich selbst in der Stadt eine 1-2 cm dicke Schneedecke ausbildet. Noch mehr Schnee fällt Dienstagnacht und Mittwoch voraussichtlich von der Koralpe über das Steirische Randgebirge und die Bucklige Welt bis zum Wienerwald, hier sind 5 bis 15 cm Neuschnee zu erwarten.

Wie lange bleibt die Kälte in Österreich?

Bis einschließlich Mittwoch bleibt Österreich jetzt erst einmal definitiv im Einflussbereich der kalten Luft, die Höchstwerte tagsüber verharren im einstelligen Plusbereich bzw. im leicht frostigen Bereich z.B. in höheren Lagen des Alpenostrandes. Ab Donnerstag schaut es so aus, als würden sich die Temperaturen langsam wieder von diesem Tiefschlag erholen, so dürfte am Donnerstag selbst immerhin die 10-Grad-Marke im Flachland wieder geknackt werden. Noch milder mit Höchstwerten bis zu 15 Grad sehen dann der Freitag und Samstag kommender Woche aus.

Den Trend nach oben nach dem Tiefpunkt der Temperaturen am Mittwoch sieht man auch gut auf der folgenden Grafik. Sie zeigt die Höchstwerte in den Landeshauptstädten in den nächsten Tagen:

Die Temperaturen erholen sich nur langsam…

Wie es danach weitergeht, hängt ganz von der Luftströmung ab. Da unterscheiden sich die Wettermodelle noch, ob sich eine milde südliche Strömung einstellt oder ein weiterer Kälterückfall aus Norden droht.

Quelle Titelbild: pixabay

Die Tag-und-Nacht-Gleiche

Äquinoktium

Der astronomische Frühling beginnt am Freitag um exakt 04:49 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt steht die Sonne am Äquator genau im Zenit und die Sonnenstrahlen treffen dort im 90-Grad-Winkel auf die Erdoberfläche. Auf Satellitenbildern verläuft die Tag-Nacht-Grenze in diesen Tagen nahezu wie eine vertikale Linie und verlagert sich von Ost nach West.

Frühlingsbeginn

Am Freitag wendet sich die Nordhalbkugel der Erde auf ihrer Umlaufbahn der Sonne zu. Dieser Moment wird als Tag-und-Nacht-Gleiche (lat. Äquinoktium) bezeichnet und stellt auf der Nordhalbkugel den kalendarischen Frühlingsbeginn dar. Am Freitag sind daher Tag und Nacht überall auf der Erde nahezu gleich lange.

Mehr als 12 Stunden Licht

Tatsächlich findet die Tag-und-Nacht-Gleiche hierzulande bereits zwei bis drei Tage vor dem Äquinoktium statt. Dies hat zwei Gründe:

  • Die Größe der sichtbaren Sonnenscheibe
  • Die Brechung des Lichts in der Erdatmosphäre

Der Sonnenuntergang ist der Zeitpunkt, zu dem der oberste Rand der Sonne hinter dem Horizont verschwindet (bzw. umgekehrt beim Sonnenaufgang). Die Definition vom Äquinoktium basiert aber auf den geometrischen Mittelpunkt der Sonnenscheibe. Aus diesem Grund dauert der Zeitraum zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang bereits ein klein wenig länger als 12 Stunden.

Sonnenuntergang
Der obere Rand der Sonnenscheibe beim Sonnenuntergang. © N. Zimmermann

Astronomische Refraktion

Eine wesentliche Rolle für die Verlängerung des Tageslichts spielt die Brechung des Sonnenlichts durch die Erdatmosphäre. Durch die sog. astronomische Refraktion wird der obere Rand der Sonne sichtbar, obwohl er sich tatsächlich noch knapp unterhalb des Horizonts befindet. Dies passiert, weil die Lichtstrahlen der Sonne im Weltall zunächst in einem Vakuum unterwegs sind. Die Luft der Atmosphäre hat allerdings eine höhere optische Dichte als das Vakuum, daher werden sie hier umgelenkt.

Ein Beobachter auf der Erde sieht die Sonne dank der Lichtbrechung schon vor ihrem Aufgang.

Bei wolkenlosem Himmel ist die Sonne also schon ein paar Minuten vor dem tatsächlichen Sonnenaufgang zu sehen. Die astronomische Refraktion beträgt etwa 0,6 Grad für horizontal einfallende Lichtstrahlen, wobei dies auch Druck- und Temperaturabhängig ist. Auf unserem Breitengrad findet die tatsächliche Tag-und-Nacht-Gleiche meist schon am 17. März statt.  Dies ist allerdings sehr selten messbar, weil die idealen Bedingungen normalerweise nicht zusammenkommen: kein Dunst am Horizont beim Sonnenaufgang, ganztags wolkenloser Himmel sowie keine Abschattung durch Hügel oder Berge.

Sonnenaufgang
Auf dem Corvatsch wurden bereits am Mittwoch exakt 12 Sonnenstunden gemessen.

Das ruhige Hochdruckwetter hat auf manchen Bergen bereits 12 Stunden Sonnenschein ermöglicht: Am Mittwoch wurden auf dem Corvatsch im Engadin bzw. am Donnerstag auch am Hohen Sonnblick sowie auf der Saualpe exakt 12 Stunden Sonnenschein gemessen.

Am Wochenende massiver Kaltlufteinbruch, Marillenernte bedroht

Frost im Frühling

Am kommenden Freitag um exakt 4:49 Uhr beginnt der astronomische Frühling. Bis dahin sorgt Hoch INGOLF für sonnige und milde Wetterbedingungen in Österreich, dabei steigen die Temperaturen im Süden auf bis zu 22 Grad. Erst am Freitagnachmittag und -abend nimmt die Schauerneigung im Vorfeld einer Kaltfront besonders in den Nordalpen sowie im Mühl- und Waldviertel langsam zu.

Massiver Kaltlufteinbruch

Am Wochenende etabliert sich über Skandinavien ein umfangreiches Hochdruckgebiet und im Alpenraum stellt sich eine nordöstliche Strömung ein. Diese führt eisige Luftmassen arktischen Ursprungs ins Land: Im Norden und Osten Österreichs kündigt sich sogar der strengste Kaltluftvorstoß seit über einem Jahr an,  da hier im gesamten Winter keine so kalten Luftmassen beobachtet wurden.

Arktische Luftmassen erfassen das Land am Sonntag den Osten. (GFS / UBIMET)

Schneeflocken bis ins Flachland

Die Schneefallgrenze sinkt im Norden und im östlichen Bergland bereits am Samstagabend bis in die Täler, vorübergehend kann es aber auch im Alpenvorland sowie im südlichen Wiener Becken bis in tiefe Lagen schneien. Die Temperaturen erreichen am Samstag von Nord nach Süd noch 4 bis 16 Grad, ab Sonntag bleiben die Temperaturen dann im gesamten Land unterhalb der 10-Grad-Marke. Zu Wochenbeginn stellt sich im östlichen Bergland Dauerfrost ein und im Osten sind ein paar Schneeschauer möglich. Leicht wetterbegünstigt mit bis zu 9 Grad sind dagegen die Tallagen in Vorarlberg, im Tiroler Oberland sowie in Osttirol.

Arktische Luftmassen erfassen Mitteleuropa. © GFS / wetter3.de

Totalausfall bei Marillenernte droht

Verheerende Auswirkungen dürfte der Kaltluftvorstoß auf die Obsternte haben, in erster Linie betroffen sind vor allem die Marillenbäume. Bedingt durch den außergewöhnlich milden Winter sowie die warmen Temperaturen der letzten Wochen stehen besonders in tiefen Lagen die Marillenbäume schon in Vollblüte, hier droht gebietsweise – so auch in der Wachau – ein Totalausfall bei der Marillenernte. Gegenmaßnahmen setzen ist in diesem Fall besonders schwierig, da sich zu Beginn der kommenden Wochen gleich mehrere Nächte verbreitet mäßiger, inneralpin und in leicht erhöhten Lagen sogar strenger Morgenfrost abzeichnet. Die Temperaturen werden sich erst ab der Wochenmitte langsam wieder erholen.

UCM Modell
Prognose der Tiefstwerte in der Nacht auf Montag (UCM / UBIMET)

Eis schützt vor Frost

Die effektivste Methode um die Blüten vor dem Frost zu schützen ist noch die Frostberegnung. Bei Kälteeinbrüchen werden die sensiblen Blüten bewässert. Die Blüten werden von einer dünnen Eisschicht umhüllt und die Wärme, die beim Gefrieren des Wassers freigesetzt wird, schützt die Blüten vor den tiefen Temperaturen. Die ausgebildete Eisschicht schadet den Blüten nicht, sondern dient dem Schutz der Bäume. Die Spätfrostgefahr nimmt im Zuge des Klimawandels zu, wir berichteten darüber bereits hier.

Titelbild @ Adobe Stock

Vollbetrieb der UWZ aus dem Homeoffice

uwz.at

Unsere Meteorologen arbeiten im 24/7-Schichtdienst von zu Hause, weil uns die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter wichtig ist. Trotzdem geht die Arbeit der österreichischen Unwetterzentrale unbeeinträchtigt weiter: Bei Unwetter werdet Ihr sicher und zuverlässig von uns informiert, unsere Meteorologen setzen ihre Arbeit fort wie immer.

Die Unwetterzentrale im Homeoffice. © uwz.at

Unseren Meteorologen stehen sämtliche Daten und Modelle zur Verfügung, die Kommunikation erfolgt u.a. via Chat, Webkonferenzen und Telefon. Wie man im Lagebericht verfolgen kann, ist die Wetterlage derzeit sehr ruhig, erst am Samstag kündigt sich ein Kaltlufteinbruch an.

Lagebesprechung unserer Meteorologen als Webkonferenz.
Wetterbesprechung unserer Meteorologen als Webkonferenz.

UWZ im Krisenmodus

Auf Grund unserer Erfahrung als Wetterdienstanbieter, der 24 Stunden täglich an 7 Tagen in der Woche zuverlässige Leistungen erbringen muss, ist die Verfügbarkeit in kritischen Situationen integraler Bestandteil unserer Lieferfähigkeit. Wir haben in den vergangenen Tagen alles unternommen, um auf verschiedenste Krisenszenarien, die aufgrund von Einschränkungen im öffentlichen Leben, der Infrastruktur oder im Umfeld unserer Mitarbeiter begründet sind, vorbereitet zu sein. Und wir sind gut vorbereitet! Wir arbeiten für Euer aller Sicherheit in Extremwettersituationen und das auch in Krisenzeiten, unsere Kunden – egal ob privat oder betrieblich – können sich wie gewohnt auf unsere Dienste verlassen.

Der Arbeitsprozess der Unwetterzentrale ändert sich nicht.

 

Extremwetter: Mehrere Tornados in Marokko

Symbolbild Wasserhose - pixabay.com

Mindestens drei Tornados wurden am Sonntag, dem 15.03.2020 in Marokko gesichtet. Besonders betroffen war die Region rund um Oued Zem, eine Stadt am Atlasgebirge etwa 100 km südlich von Rabat.

Schwere Schäden oder Verletzte wurden glücklicherweise nicht gemeldet, allerdings sind zahlreiche, spektakuläre Bilder und Videos dieses bemerkenswerten Ereignisses aufgetaucht.

Eine (un-)gewöhnliche Wetterlage

Wasserhosen sind an der atlantischen Küste Marokkos keine Seltenheit, Tornados im Landesinnere aber wohl. Dafür sind starke Temperaturgradienten, kräftige Winde in der Höhe und Feuchtigkeit in den niedrigsten Schichten notwendig. All das ist derzeit zwischen der Iberischen Halbinsel und Nordafrika aufgrund eines abtropfenden, ausgeprägten Höhentiefs mehr als vorhanden. Per se gehören Höhentiefs über Spanien zu den typischen Wetterlagen Europas, dass der Trog aber so weit nach Süden und fast bis nach Mali und Mauritanien reicht, ist allerdings ungewöhnlich!

Wetterlage über Westeuropa am Montag (16.03.2020) um 13 Uhr MEZ - ECMWF, UBIMET
Wetterlage über Westeuropa am Montag (16.03.2020) um 13 Uhr MEZ – ECMWF, UBIMET

Diese Wetterlage sorgt in den kommenden Stunden unter anderem auch für erste, kräftige Hagelgewitter über Spanien. Nach den Hitzetagen (Temperaturmaximum > 30°C) der letzten Woche in Andalusien ist dies ein weiteres Zeichen dafür, dass der heurige Winter besonders mild war und dass der Sommer rasch naht.

Titelbild: Symbolbild Wasserhose – pixabay.com

1. Märzhälfte: Vom Winter in den Frühsommer

Die ersten Tage im März waren von Italientiefs geprägt, die für den ersten ergiebigen Niederschlag in diesem Jahr im Süden von Österreich sorgten.

Neuschneesumme für die erste Märzhälfte

Dabei sank die Schneefallgrenze am 6. März in Kärnten und der Obersteiermark bis in die Niederungen und zumindest für ein paar Stunden kam nochmals richtiges Winterfeeling auf. Daher ist es auch wenig verwunderlich, dass in diesen Regionen bisher überdurchschnittlich viel Niederschlag fiel:

Bisherige Niederschlagsabweichung im März
Bisherige Niederschlagsabweichung im März

In einem Streifen von der südlichen und östlichen Steiermark bis ins Waldviertel sowie entlang der Alpennordseite von Tirol bis Oberösterreich war es hingegen bisher zu trocken und auch in den kommenden Tagen ist kein Regen in Sicht.

Bisher deutlich zum warm

Nach den Italientiefs in den ersten Märztagen folgte wieder eine Westwetterlage, die vor allem im Norden und Osten des Landes zu teils stürmischen und milden Wetter führte. Somit war Nachtfrost bisher kaum ein Thema und es ist wenig verwunderlich, dass der März bisher im ganzen Land zu mild verlief.

Bisherige Temperaturabweichung im März

Viel zu warm war es dabei im Osten des Landes, daraus resultiert, dass hier bereits die Marillenbäume zu blühen beginnen. Am 11. und 12. März stiegen die Temperaturen bereits verbreitet über die 20-Grad-Marke, so früh wie selten zuvor.

Bisherige Spitzenwerte im März

Bis auf Vorarlberg wurde in jedem Bundesland bereits die 20 Grad überschritten, absoluter Hitzepol war bisher Pottschach-Ternitz im südlichen Niederösterreich mit 23,7 Grad.

Hochdruckwetter bis Frühlingsbeginn

In den kommenden Tagen sorgt eine Hochdruckbrücke für viel Sonnenschein und angenehme Temperaturen. Erst nach dem astronomischen Frühlingsbeginn am Freitag scheint sich das Wetter wieder markant umzustellen. Polare Kaltluft macht sich dann wohl auf den Weg nach Mitteleuropa, ob es dann auch nochmals Schnee bis in tiefe Lagen gibt, bleibt aber abzuwarten.

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Frühe Vegetationsentwicklung und Spätfrostgefahr

Blühende Maillenbäume

Kalendarisch befinden wir uns zurzeit noch im Winter, vielerorts erinnert der Zustand in der Natur aber schon seit Wochen an den Frühling. In den Gärten beginnen Forsythien und Narzissen zu blühen, die Schneeglöckchen und die Haselsträucher beispielsweise haben ihre Blüte in den Niederungen sogar schon beendet.

Marillenblüte

Als erste Obstbäume beginnen in der Wachau und im im östlichen Flachland gerade die Marillen zu blühen. Verglichen mit dem langjährigen Mittel ist das um mehrere Wochen verfrüht, aber die Schwankungen von Jahr zu Jahr waren schon immer groß und liegen zwischen Anfang März und Mitte April für den Blühbeginn. Die frühe Blüte verwundert nicht, so erreichte doch bereits der Februar das Temperaturniveau eines durchschnittlichen März in diesen Regionen.

Marille
Marillenblüte am 11 März im Steinfeld. © R. Reiter

Frühblüte immer häufiger

Im Vorjahr war es zwar im Mittel nicht ganz so extrem mild, doch wurden gerade Ende Februar Rekordtemperaturen verzeichnet und so begann auch 2019 die Marillenblüte ähnlich früh wie heuer. 2018 war es durch den kalten Februar zwar anders, dafür waren dann in einem extrem warmen April und Mai etwa die Apfel- und später dann die Rebblüte ausgesprochen früh dran. Erst 2013 findet man rückblickend eine durchgehend späte Vegetationsentwicklung, und das war ein Einzelfall: 2007 bis 2012 wiesen wiederum jeweils einen zum Teil rekordverdächtigen Vorsprung auf. Diese Häufung früher Frühjahre ist durchaus bemerkenswert.

Wetter vs. Klima

Das Wetter und damit die Blühtermine unterliegen früher wie heute großen Schwankungen von Jahr zu Jahr, so gab es Frühlingsblumen auch früher manchmal mitten im Winter. Wenn allerdings die frühere Ausnahme – wie beispielsweise die blühende Marillen in der ersten Märzhälfte – immer wieder und wieder vorkommt und dadurch zum Normalfall wird, müssen „durchschnittliche“ Daten angepasst werden. Und das ist eben genau das, was ein verändertes Klima bedeutet: Verschiebung der Durchschnittswerte!

Frostgefahr

Eine frühe Blüte bedeutet eine längere Reifezeit, die vor allem die Weinqualität in unseren Breiten sehr fördert. Und überhaupt freuen sich nicht alle nach dem Winter auf den Frühling? Eine Verfrühung desselben kann doch kein Nachteil sein? Der Haken an der Sache sind die erwähnten Temperaturschwankungen, eben das Wetter. Früher waren erst die Eismänner im Mai gefürchtet, zuvor waren die Pflanzen noch zu wenig entwickelt, um frostgefährdet zu sein. Vor vier Jahren aber hat ein eigentlich nicht allzu ungewöhnlicher Winterrückfall mit Frost und Schnee im April vielen Bäumen – die in ihrer Entwicklung um Wochen voraus waren – schwer zugesetzt. Mit ihrer vollen Belaubung brachen sie unter der Schneelast zusammen, die Obsternte fiel sehr gering oder örtlich sogar gänzlich aus. Auf diese Art kommt die paradox anmutende Situation zustande, dass bei wärmerem Klima die Frostgefährdung sogar zunimmt.

Sturmtief GISELA bringt Frühlingshauch

Tiefdruckgebiete bestimmen weiterhin unser Wetter. Am Dienstag erreicht uns dabei die kräftige Warmfront von Sturmtief GISELA und sorgt am Nachmittag vor allem im Westen für starken Regen. Über Nacht zieht die Warmfront über Österreich nach Osten hinweg und somit befindet sich die Alpenrepublik am Mittwoch hinter der Front im Warmsektor.

Luftmassengrenze über Europa @UBIMET

Die Kaltfront von GISELA bleibt über Deutschland liegen und verwellt in weiterer Folge. Da sich Österreich aber relativ nahe an der Luftmassengrenze befindet, überwiegen am Mittwoch an der Alpennordseite die Wolken. Dazu weht wieder kräftiger, teils sogar stürmischer Westwind, der die Temperaturen nach ober treibt. Im Süden scheint oft die Sonne und hier wird es in der südlichen Steiermark mit bis zu 21 Grad auch am wärmsten.

Höhepunkt am Donnerstag

Der wärmste Tag der Woche wird dann der Donnerstag. Die Zufuhr der warme Luft aus Südwesten hält an und dabei scheint auch im Norden häufiger die Sonne. Somit werden im Osten und Süden verbreitet Temperaturen um die 20 Grad erreicht.

Höchstwerte am Donnerstag

Im Laufe des Nachmittag verdichten sich aber die Wolken aus Norden und am späten Abend setzt dann im Vorfeld der Kaltfront Regen ein. Über Nacht legt sich die Kaltfront dann an die Alpen und es kühlt wieder merklich ab.

Am Wochenende meist trocken

Am Freitag regnet es vor allem am Vormittag noch, Schnee fällt oberhalb von rund 1000 m. Das Wochenende verläuft dann weitgehend trocken und es baut sich allmählich ein Hochdruckgebiet auf. Somit wird es vor allem am Sonntag auch sonnig. In der kommenden Woche dürften dann Hochdruckgebiets das Zepter übernehmen und die wochenlange Herrschaft der Tiefs beenden.

Titelbild: Adobe Stock

Starker Polarwirbel verursacht Ozonloch über dem Nordpol

Der stratosphärische Polarwirbel kann im Winterhalbjahr direkten Einfluss auf das Wettergeschehen in den mittleren Breiten haben. Heuer präsentiert sich der Polarwirbel seit Jahresbeginn außergewöhnlich stark, was in Europa eine anhaltende Westlage zur Folge hat. Der Polarwirbel hat allerdings auch Auswirkungen auf die Chemie der Atmosphäre, insbesondere auf die Ozonkonzentration. Diese Wechselwirkungen kann man meist besonders gut über der Antarktis beobachten, so dürfte der Begriff Ozonloch jedem bekannt sein.

Verkehrte Welt

Sowohl in der Antarktis als auch in der Arktis hatte der Polarwirbel im vergangenen Winter ein ungewöhnliches Verhalten: Über der Antarktis gab es im September 2019, also im dortigen Spätwinter, eine plötzliche Stratosphärenerwärmung. Die daraus resultierenden, ungewöhnlich hohen Temperaturen in der Stratosphäre haben den Ozonabbau deutlich verlangsamt, weshalb das Ozonloch über der Antarktis im 2019 so klein wie zuletzt in den 1980er Jahren war. Knapp ein halbes Jahr später passiert über der Arktis nun das Gegenteil: Ein außergewöhnlich stark ausgeprägter Polarwirbel hat in den vergangenen Tagen nämlich zur Entstehung eines Ozonlochs beigetragen.

Durchschnittliche Ozonkonzentration im März (links) und aktuell (rechts). © NASA

Ozonloch

Durch extrem niedrige Temperaturen teils unter -85 Grad können sich einige Substanzen in der Stratosphäre verflüssigen und sogar gefrieren, was die Entstehung von polaren Stratosphärenwolken (engl. Polar Stratospheric Clouds; PSC) zur Folge hat. Diese Wolken, welche ihrem Aussehen nach auch Perlmuttwolken genannt werden, sind von großer Bedeutung für die Entstehung des Ozonlochs. An den Kristallen der PSC laufen Reaktionen ab, bei denen Stickstoffoxide aus der Luft in die Kristalle übergehen, so dass nur die weitaus aggressiveren Chlorverbindungen in der Luft bleiben. Am Ende der Polarnacht werden diese Chlorverbindungen von der eintreffenden UV-Strahlung gespalten und plötzlich stehen sehr viele freie Chlorradikale zur Verfügung, die Ozonmoleküle zerstören können. Eines davon kann den katalytischen Zyklus viele Male durchlaufen und dabei bis zu 100.000 Ozonmoleküle zerstören! Erst wenn die Temperaturen wieder ansteigen und die PSCs verdampfen, wird der Ozonabbau gedämpft.


Normalerweise kommt es selten vor, dass in der Arktis solch niedrige Temperaturen auftreten, in der Antarktis dagegen häufig – deswegen finden diese Vorgänge meist in der Antarktis statt. Es handelt sich heuer allerdings um eine außergewöhnliche Situation, welche in diesem Ausmaß keinesfalls jedes Jahr zu erwarten ist.

Gefahren

Der Ozonabbau in der Stratosphäre ist deswegen besorgniserregend, weil die Ozonschicht in der Stratosphäre über 95 bis 99 % der ultravioletten Sonnenstrahlung absorbiert, vor allem die gefährliche UV-B Strahlung. Derzeit liegt der Gesamtozongehalt im Kern des Polarwirbels teils unter 200 DU, also 50% tiefer als normal. Vorerst bleibt dieses Ozonloch innerhalb des Polarwirbels im hohen Norden, im Frühling löst sich der Polarwirbel allerdings auf und die Reste des Ozonlochs können die mittleren Breiten erreichen. Je nach Großwetterlage kann es auch in Mitteleuropa mitunter zu einer ungewöhnlich hohen Sonnenbrandgefahr im Frühjahr kommen.

Ozonabweichungen teils um -50%  über der Arktis am 6. März. © WMO

Titelbild © Env. and Climate Change Canada

Tief ELLI sorgt für Regen und Schnee

Schneefall in Schladming

Wie schon in den vergangenen Wochen sind sonnige Abschnitte nur von kurzer Dauer. So nähert sich bereits in den kommenden Stunden das nächste kräftige Tief namens ELLI von Frankreich her dem Alpenraum an.

Aktuelles Satellitenbild von Donnerstagmittag @EUMETSAT, UBIMET

ELLI zieht dabei bis Freitag nach Norddeutschland und dann am Samstag weiter zur Ostsee. Die Warmfront des Tiefs hat bereits Westösterreich erreicht und sorgt im Arlberggebiet für kräftigen Schneefall.

Starkschneefall an der Galzigbahn/St. Anton @feratel

Die Kaltfront des Tiefs liegt derzeit noch quer über Frankreich. Wenn die Kaltluft dann in der Nacht auf Freitag den Mittelmeerraum erreicht, bildet sich über Norditalien ein Randtief.

Neuschnee in Hochtäler

Am Abend und in der Nacht breiten sich Regen und Schneefall weiter ostwärts aus und Freitagfrüh gibt es besonders in Kärnten und der Steiermark gebietsweise starken Regen bzw. Schneefall. Die Schneefallgrenze schwankt dabei stark von Tal zu Tal, liegt aber meist zwischen 700 und 1000 m. Lokal kann es aber für kurze Zeit bei kräftigem Niederschlag bis in tiefe Lagen nasse Flocken geben.

Neuschneemengen bis Freitagmittag
Neuschneemengen bis Freitagmittag

Vor allem in Oberkärnten und in der Obersteiermark sind so in höheren Tallagen in kurzer Zeit 5 bis 15 cm nasser Neuschnee zu erwarten. Auf den Bergen in Kärnten fallen teilweise 30 bis 40 cm Neuschnee in wenigen Stunden. Im Laufe des Nachmittags lässt der Niederschlag dann deutlich an Intensität nach.

Wetterbesserung am Wochenende

Am Samstag zieht das Oberitalientief nach Süden ab und auch das steuernde Tief ELLI zeit weiter nach Nordosten. Somit nimmt der Tiefdruckeinfluss insgesamt ab und im Süden setzt sich tagsüber die Sonne durch. Auf der Rückseite von ELLI strömt aber mit einer nordwestlichen Höhenströmung kalte Luft zu den Alpen, sodass von Vorarlberg bis ins Mostviertel oberhalb von 500 bis 700 m einige Schneeschauer durchziehen.

Am Sonntag sorgt dann ein Zwischenhoch verbreitet für Sonnenschein, aufziehende Wolken am Abend kündigen aber von Westen her schon wieder die nächste Front an.

Titelbild: Adobe Stock

Zweitwärmster Februar der Messgeschichte

Frühling und Winter kämpfen gegeneinander.

Der Winter 2019/20 war in Europa durch anhaltende Tiefdrucktätigkeit über Nordeuropa geprägt. Die daraus resultierende westliche Strömung über Mitteleuropa führte dabei wiederholt milde Luftmassen nach Österreich, zudem gab es im Februar nahezu im Wochentakt Sturmereignisse. In der Bilanz zeigt sich, dass wir in Österreich sowohl den zweitwärmsten Februar als auch den zweitwärmsten Winter seit Messbeginn erlebt haben.

Örtlich wärmster Februar

Landesweit gab es im Februar eine Abweichung von rund 4,6 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel von 1981 bis 2010. Aufgrund der zahlreichen Westwetterlagen waren die Abweichungen an der Alpennordseite und im Osten am höchsten, hier lag die durchschnittliche Temperatur teils 5,5 Grad über dem Schnitt! Vielerorts, wie etwa in Wien, Graz und Linz, gab es in diesem Monat keinen einzigen zu kalten Tag. Örtlich wie etwa in Wien wurde der wärmste Februar der Messgeschichte egalisiert, in Bregenz, Kremsmünster in Lienz war es sogar der wärmste überhaupt.

Temperaturabweichung vom Klimamittel 1981-2010 im Februar 2020 @ UBIMET

In windgeschützten Tälern fallen die Abweichungen etwas geringer aus: Wie schon im Jänner war Zell am See mit einer Abweichung von +1,5 Grad der relativ kühlste Ort des Landes. Hier gab es auch die tiefste Temperatur in einem bewohnten Ort mit -16,8 Grad.

Im Norden nass, im Süden trocken

Die Niederschlagsbilanz im Februar fällt zweigeteilt aus. Von Vorarlberg bis Niederösterreich gab es deutlich mehr Niederschlag als üblich, besonders vom Bregenzerwald über das Salzkammergut bis ins Rax-Schneeberg-Gebiet liegen die Mengen teils über dem doppelten Monatsdurchschnitt. An der Alpensüdseite setzt sich die Trockenheit seit Jahresbeginn hingegen fort, im Bereich des Drautals sowie in Teilen des Oststeiermark gab es weniger als 15 Liter pro Quadratmeter an Niederschlag.

Niederschlagsabweichung vom Klimamittel 1981-2010 im Februar 2020. © UBIMET

Verbreitet milder Winter

Nicht nur in Österreich, sondern in weiten Teilen Mittel- und Nordeuropas war der Winter 2019/20 viel zu warm. In mehreren Ländern wie etwa in Finnland und der Schweiz war es gar der wärmste überhaupt.

Moskau erstmals im Plus

Äußerst bemerkenswert war die Temperaturabweichungen im vergangenen Winter auch in Russland, einem Land, welches man normalerweise mit Kälte, Eis und Schnee in Verbindung bringt. Nicht so in diesem Jahr, mit einer Abweichung von +6,3 Grad erlebte die Metropole den mit Abstand wärmsten Winter seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1821. Zudem lag die mittlere Temperatur mit +0,2 Grad erstmals über dem Gefrierpunkt!

Extremwerte Februar 2020 in Österreich

Höchste Temperaturen

  • 21,3 Grad Mooslandl/Hieflau (ST, 19.)
  • 20,7 Grad Innsbruck (T, 23.)
  • 20,4 Grad Mattersburg (B, 23.)

Tiefste Temperaturen

  • -16,8 Grad Zell am See (S, 6.)
  • -16,6 Grad Seefeld (T, 6.)
  • -16,6 Grad Schmirn (T, 6.)

Nasseste Orte

  • 367 Liter pro Quadratmeter Mittelberg (V)
  • 360 Liter pro Quadratmeter Warth (V)
  • 339 Liter pro Quadratmeter Schröcken (V)
  • 259 Liter pro Quadratmeter St. Wolfgang (OÖ)

Trockenste Orte

  • 7 Liter pro Quadratmeter Eichberg (ST)
  • 8 Liter pro Quadratmeter Obervellach, Dellach, Weitensfeld, Kornat (K), Graz-Uni (ST), Lienz (T)

Sonnigste Orte

  • 184 Sonnenstunden Klagenfurt (K)
  • 178 Sonnenstunden Villach (K)
  • 176 Sonnenstunden Pörtschach ( K)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 126 km/h Innsbruck (Sturm PETRA am 5.2.)
  • 125 km/h Rohrbach (Sturm SABINE am 10.2.)
  • 122 km/h Straßwalchen-Ederbauer (Sturm SABINE am 11.2.)
  • 121 km/h Seibersdorf sowie Podersdorf (Sturm YULIA am 23.2.)

Das Positive am Coronavirus

@ https://stock.adobe.com

Satelliten sind heutzutage sehr vielfältig einsetzbar. Sie zeigen uns Meteorologen nicht nur, wo sich welche Wolken befinden oder wie hoch der Wasserdampfgehalt ist, sie sind auch für andere Umweltbereiche sehr wertvoll. U.a. messen sie die Konzentration von Stickstoffdioxid NO2 in der unteren Atmosphäre – dem giftigen Gas, was durch Kraftwerke, Fabriken, Autos etc. ausgestoßen wird.

Über China haben die Satelliten der NASA, der US-Raumfahrtbehörde, nun überraschend geringe NO2-Konzentrationen über bereits etliche Tage festgestellt. Mit anderen Worten: Die Luft ist hier aktuell relativ wenig verschmutzt! Verglichen mit dem gleichen Vorjahreszeitraum ist die Konzentration von Stickstoffdioxid markant zurück gegangen, Forscher des Goddard Space Flight Center der NASA sprechen gar von einem bisher nicht dagewesenen dramatischen Rückgang über weite Gebiete.

NO2-Konzentration über Wuhan im Vergleich @ https://earthobservatory.nasa.gov/images/146362/airborne-nitrogen-dioxide-plummets-over-china
NO2-Konzentration über Wuhan im Vergleich @ https://earthobservatory.nasa.gov/images/146362/airborne-nitrogen-dioxide-plummets-over-china

 

Und natürlich ist es naheliegend, dass diese Besserung der Luftqualität vor allem verbunden ist mit der wirtschaftlichen Abkühlung in China, sprich dem Schließen zahlloser Fabriken in Folge des Coronavirus-Ausbruchs. Zwar fanden von Ende Jänner bis Anfang Februar auch die Neujahrsfeiern in China statt, zu welchen traditionell weniger gearbeitet wird, doch Vergleiche mit gleichen Zeiträumen in den vergangenen Jahren zeigen ein deutliches Anhalten der Luftqualitätsverbesserung darüber hinaus.

 

 

Titelbild @ https://stock.adobe.com

2019/20 zweitwärmster Winter der Messgeschichte

Pistenbulli

Besonders markant fallen die Temperaturabweichung im Winter 2019/20 entlang der Nordalpen sowie im Norden des Landes aus: Von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich sowie am Alpenostrand war der Winter vielerorts 3 bis 4 Grad wärmer als im klimatologischen Mittel. Vergleichsweise gering waren die Abweichungen dagegen in inneralpinen Tallagen wie etwa im Pinzgau, wo sich im Zuge von Inversionswetterlagen kalte Luft ansammeln konnte. In Summe reiht sich der Winter mit einer Abweichung von +3,2 Grad an zweiter Stelle nach dem Rekordwinter 2006/07 ein.

Milder Winter
Temperaturabweichung im Winter 2019/20. © UBIMET

Milder Dezember

Mit einer österreichweiten Abweichung von 2,8 Grad war der erste Monat des Winters bereits deutlich zu warm. Besonders nach der Monatsmitte sorgte eine ausgeprägte Föhnlage für zahlreiche Temperaturrekorde, so wurde etwa am 17.12. im Land Salzburg erstmals eine Temperatur über 20 Grad in einem Dezember gemessen. Neue Monatsrekorde gab es unter anderem aber auch in Linz, Graz und St. Pölten. In der Nacht auf den 18.12. wurde zudem auch die wärmste Dezembernacht der Messgeschichte Österreichs mit fast 15 Grad in Pottschach-Ternitz verzeichnet.

Hochdruckdominierter Jänner

Der Jänner war durch beständige Hochdrucklagen geprägt, was anhaltende Inversionswetterlagen zur Folge hatte. Dies hat auf den Bergen zu sehr großen Temperaturabweichungen zwischen +3 und +4 Grad geführt; So wurde am 12.1. an der höchsten Wetterstation Österreichs, am Brunnenkogel, ein neuer Temperaturrekord mit +3 Grad aufgestellt. Die Abweichungen in den Niederungen waren hingegen geringer, im Pinzgau waren die Temperaturen teils sogar durchschnittlich.
Aufgrund der vielen Hochs war der Monat außergewöhnlich trocken: Besonders im Süden wurden verbreitet weniger als 10% des Monatssolls erreicht. Örtlich wie etwa in Lienz gab es im gesamten Monat überhaupt keinen messbaren Niederschlag. Dafür war der Monat vor allem in Unterkärnten außergewöhnlich sonnig, hier wurden teils langjährige Rekorde gebrochen: In Klagenfurt wurde der Sonnenrekord aus dem Jänner 1918 überboten. Die Messreihe reicht hier bis 1884 zurück.

Niederschlagsabweichung im Winter 2019/20. © UBIMET

Stürmischer und extrem warmer Februar

Der Februar geht als 9. Monat in Folge mit einer Abweichung von rund +4 Grad als einer der wärmsten überhaupt in die Messgeschichte ein. In den Alpen wurden teils auch neue Monatsrekorde aufgestellt, wie etwa am Hohen Sonnblick mit +3,9 Grad. Verantwortlich dafür war eine sehr stark ausgeprägte Westlage, welche kontinuierlich milde Atlantikluft ins Land geführt hat. Dazu gab es mit PETRA, SABINE, YULIA und BIANCA nahezu im Wochentakt Sturmlagen. Selbst im Flachland kam es dabei mitunter zu Orkanböen, wie etwa im Mühlviertel am 10.2. oder im Wiener Becken in der Nacht auf den 24.2.

Kaum Eistage, kaum Schnee

Im Flachland war der Winter 2019/20 vielerorts der schneeärmste der Messgeschichte, so gab es etwa in St. Pölten, Graz und Bregenz an keinem einzigen Tag eine geschlossene Schneedecke! Neue Negativrekorde wurden aber auch in Wien und Linz aufgestellt. Während sich die Schneearmut in den Nordalpen meist auf Lagen unterhalb von etwa 1000 m beschränkt hat, betraf sie in den Südalpen sämtliche Höhenlagen. Dazu gab es etwa in Innsbruck und Salzburg keinen einzigen Eistag mit einem Höchstwert unter 0 Grad. Einen neuen Negativrekord gab es in Linz mit nur 2 Eistagen. In einem durchschnittlichen Winter sind es 20.

Extremwerte Winter 2019/20

Stand: 29.02.2020, 08 Uhr (Bundesland, Tag des Auftretens)

Höchste Temperaturen

  • 21,3 Grad Feldkirch (V, 17.12.), Mooslandl/Hieflau (ST, 19.2.)
  • 20,7 Grad Innsbruck (T, 23.2.)
  • 20,4 Grad Rohrspitz (V, 17.12.), Mattersburg (B, 23.2.)

Tiefste Temperaturen

  • -18,0 Grad St. Jakob / Defereggen (T, 21.1.)
  • -17,9 Grad Lech / Arlberg (V, 20.1.)
  • -17,7 Grad Schmirn (T, 29.12.), St. Leonhard / Pitztal (T, 20.1.)

Relativ wärmster Ort (im Vergleich zum Mittel von 1981-2010)

+3.9 Grad Weitra (NÖ)

Relativ kältester Ort (im Vergleich zum Mittel von 1981-2010)

+0.9 Grad Zell am See (S)

Nasseste Orte

  • 636 Liter pro Quadratmeter Warth (V)
  • 598 Liter pro Quadratmeter Schröcken (V)
  • 506 Liter pro Quadratmeter Ebensee (OÖ)

Trockenster Ort

  • 37 Liter pro Quadratmeter Graz-Uni (ST)

Stärkste gemessene Windspitzen Niederungen

  • 126 km/h Innsbruck (T, 5., Sturm PETRA)
  • 125 km/h Rohrbach (OÖ, 10. Sturm SABINE)
  • 122 km/h Straßwalchen-Ederbauer (S, 11., Sturm SABINE)
  • 121 km/h Seibersdorf (NÖ, 23.), Podersdorf (B, 23., Sturm YULIA)

Stärkste gemessene Windspitzen Berge

  • 174 km/h Rudolfshütte (S, 5.2.)
  • 172 km/h Feuerkogel (OÖ, 23.2.)
  • 156 km/h Patscherkofel (T, 16.12.)

BIANCA bringt Sturm und Schnee

Sturmschäden zu befürchten

Sturmtief BIANCA zieht am Abend rasch über den Süden Deutschlands hinweg und liegt Freitagfrüh bereits über der Slowakei. An seiner Südflanke kommt stürmischer Westwind auf, die stärksten Böen sind am Alpenrand vom Bodensee über den Flachgau bis ins Salzkammergut zu erwarten.

Stürmische Nacht

Am Donnerstagabend kommt ab etwa 19 Uhr zunächst am Bodensee stürmischer Westwind auf, ab etwa 22 Uhr erreicht der Sturm den Flachgau und das Innviertel und gegen 02 Uhr am Freitag unter Abschwächung das Wiener Becken. In der Nacht ist zudem auch inneralpin wie etwa im Großraum Innsbruck und in der Obersteiermark mit Sturmböen zu rechnen. Am Freitag weht dann im Süden und Osten verbreitet kräftiger bis stürmischer Nordwestwind. Hier fällt der Sturm aber schwächer aus.

Prognose der Windböen von Do.abend bis Fr.abend von UCM. © UBIMET

Orkanböen am Alpennordrand

Der Schwerpunkt des Sturms liegt von Südbayern über den Flachgau bis ins Salzkammergut, in exponierten Lagen ist hier in der Nacht auf Freitag mit Orkanböen um 120 km/h zu rechnen! Auch sonst zeichnen sich an der Alpennordseite sowie in manchen Tallagen der Nordalpen allerdings teils schwere Sturmböen um 100 km/h ab.


Schnee in den Alpen

An der Alpennordseite sinkt die Schneefallgrenze am Donnerstagabend auf 800 bis 500 m ab und in der Nacht dann bis in tiefe Lagen. In den Alpen kommen oberhalb von etwa 900 bis 1200 m recht verbreitet 20 bis 30, im Arlberggebiet auch 40 cm Neuschnee zusammen. Auch in den Tallagen sowie gebietsweise in Oberösterreich ist aber mit ein paar Zentimetern Schnee zu rechnen. Entlang der Nordalpen muss man sich Donnerstagnacht bei teils stürmischem Wind mitunter auf tiefwinterliche Straßenbedingungen einstellen!

Neuschneeprognose bis Freitagnachmittag. © UBIMET

Am Freitag auch im Süden stürmisch

Im Wiener Becken und im östlichen Flachland liegen die Windspitzen in der zweiten Nachthälfte zwischen 70 und 90 km/h und somit wesentlich niedriger als etwa beim vergangenen Sturm YULIA. Im äußersten Nordosten bleiben die Böen meist unter 60 km/h. Am Dienstag gibt es im Süden und Osten recht verbreitet stürmische Böen von 60 bis 80 km/h, in prädestinierten Nordföhntälern von der Tauernschleuse über das Grazer Bergland bis zum Wechsel auch 90 km/h. Von Vorarlberg bis Oberösterreich lässt der Wind bereits nach und im Laufe des Nachmittags beruhigt sich das Wetter dann im ganzen Land.

Titelbild © https://www.noz.de/

BIANCA – Nächstes Sturmtief droht

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Überraschendes Umdenken

In der heutigen Zeit kommt es selten vor, dass sich Wettermodelle im Kurzfristzeitraum markant ändern. Waren sie sich am gestrigen Montag noch einig bzgl. einer Zugbahn des Tiefs von Frankreich nach Norditalien und damit südlich der Alpen vorbei, besteht heute eine große Einigkeit bzgl. einer Zugbahn entlang der Alpennordseite. Dies hätte das nächste Sturmereignis in Österreich zur Folge, aufgrund der Kurzfristigkeit des allgemeinen Umdenkens ist jedoch noch von einer gewissen Unsicherheit auszugehen.

Zugbahn über Bayern und Tschechien

Nach aktuellem Stand verlagert sich das Tief BIANCA in den Abend- und Nachtstunden des Donnerstags mit seinem Zentrum etwa über den Norden Bayerns und weiter über Tschechien hinweg nach Osten und erreicht am Freitagmorgen bereits die Ukraine. An seiner Südflanke kommt stürmischer Westwind auf. Wie auch in der jüngeren Vergangenheit deuten sich damit vor allem vom Bodensee über das Außerfern bis Ober- und Niederösterreich, Wien und das Nordburgenland Sturmböen und schwere Sturmböen an.

Wahrscheinliche Zugbahn des Sturmtiefs BIANCA @ NOAA, UBIMET

Böen bis zu 110 km/h

Am frühen Donnerstagabend kommt zunächst am Bodensee, im Außerfern und bald auch am Achsensee stürmischer Westwind auf, am späten Abend erreicht der Sturm Oberösterreich und nach Mitternacht am Freitag bereits Wien und das östliche Flachland. In diesen Regionen erscheinen nach jetzigem Stand über einen kurzen Zeitraum von wenigen Stunden gebietsweise schwere Sturmböen zwischen 90 und 100 km/h als möglich, insbesondere im oberösterreichischen Zentralraum sowie zwischen der Donau und den Alpen sind auch orkanartige Sturmböen bis 110 km/h nicht auszuschließen. Mit der Kaltfront ist schließlich auch im Rheintal sowie inneralpin von Tirol bis in die Obersteiermark mit stürmisch auffrischendem Nordwestwind und Böen von 60 bis 80, lokal wie etwa im Inn- und Ennstal mit bis zu 90 km/h zu rechnen. Im Süden spielt der Wind keine Rolle.

Während sich der Wind im Westen nach Kaltfrontdurchgang am Freitag rasch wieder beruhigt, weht er entlang der Donau und im östlichen Flachland bis in den Nachmittag hinein anhaltend lebhaft bis kräftig aus Nordwest mit Böen zwischen 60 und 80 km/h. Auch entlang des Steirischen Randgebirges über die Bucklige Welt bis ins Mittelburgenland sind dann stürmische Böen möglich.

 

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Nach Sturm YULIA kommt zur Wochenmitte der Spätwinter

Sturmtief YULIA zog am Sonntag von Deutschland über Südpolen ostwärts und sorgte besonders ab dem späten Sonntagnachmittag an der Alpennordseite für Sturm. Mit dem Sturm stiegen die Temperaturen am Sonntagabend immer weiter an und erreichten in Innsbruck um 20:40 Uhr einen Spitzenwert von 20,7 Grad.

Höchstwerte am Sonntag

Ähnlich mild verlief der Abend aber auch von der Obersteiermark über das Wiener Becken bis ins Nordburgenland. Erst mit Durchzug der Kaltfront in der zweiten Nachthälfte kühlte es wieder spürbar ab.

Sturm- und Orkanböen im Flachland

Am Höhepunkt des Sturm am späten Sonntagabend traten an der Alpennordseite verbreitet schwere Sturmböen um die 100 km/h auf, die für den einen oder anderen Baum zu viel waren. Im östlichen Flachland gab es lokal auch Orkanböen, so wurden in Seibersdorf oder Podersdorf Spitzenböen von 121 km/h registriert.

Die stärksten Windböen pro Bundesland

Deutlich heftiger tobte der Sturm noch auf den Bergen, auf dem 460 m hohen Buchberg im Wienerwald gab es Böen von bis zu 151 km/h und am Feuerkogel wurden 172 km/h gemessen.

Windspitzen auf den Bergen mit Ausnahme des Burgenlands

Noch höhere Windgeschwindigkeiten gab es am Schneeberg, hier registrierte die Messstation des niederösterreichischen Lawinenwarndienstes sogar Böen von knapp über 250 km/h!

Zur Wochenmitte winterlich

Mit dem Sturm geht es am Montag aber rasch zu Ende und eine Warmfront sorgt an der Alpennordseite noch für etwas Regen. Hinter der Front verläuft der Dienstag wieder ausgesprochen mild und besonders in der Osthälfte auch freundlich. Am Abend nähert sich aus Westen aber eine Kaltfront, die eine nachhaltige Abkühlung bringt. In Verbindung mit einem Oberitalientief sorgt sie Dienstagnacht verbreitet für Niederschlag, wobei die Schneefallgrenze allmählich bis in viele Tallagen absinkt.

Prognostizierte Niederschlagssumme von Dienstag- bis Mittwochabend

Der Mittwoch gestaltet sich im Bergland wechselhaft mit Schauern, die Schneefallgrenze liegt dabei von Nord nach Süd zwischen 400 und 700 m. Vereinzelt kommt es von Vorarlberg bis Oberösterreich auch zu Graupelgewittern bis in tiefe Lagen.

Tief YULIA sorgt für stürmischen Wochenausklang

Symbolbild für eine Sturmwarnung. © Olaf Naami; shutterstock.com

In diesen Stunden erreicht das Tief YULIA von der Nordsee her die Benelux-Länder, ihr weiterer Weg führt sie über den Norden Deutschlands nach Polen. Hier die Lage des Tiefs heute Nachmittag:

Bodendruckkarte am Sonntagnachmittag

An der engen Drängung der Isobaren (Linien gleichen Luftdrucks, im Bild rot und blau dargestellt) sieht man schon, dass es südlich des Tiefs – und somit auch in Österreich – sehr windig wird. Dabei legt der Wind heute Nachmittag an der Alpennordseite und im Osten sukzessive zu und erreicht in Böen bereits 60-90 km/h.

Höhepunkt abends und nachts

Die stärksten Böen erwarten wir aber unmittelbar vor sowie mit Durchzug der Kaltfront von YULIA in den Abend- und Nachtstunden! Dann frischt der West- bis Nordwestwind vom Innviertel bis zum Mittelburgenland verbreitet mit 70-90 km/h auf, schwere Sturmböen von 90 bis 110 km/h gibt es vom Wienerwald ostwärts.

Hier unsere Warnungen, die ihr auf uwz.at stets aktuell sehen könnt:

 

Die Sturmwarnungen für das Tief YULIA.
Die Sturmwarnungen für das Tief YULIA.

Wetterberuhigung am Montag

Zu Beginn der neuen Woche ist der ganze Spuk schon wieder vorbei, Tief YULIA dreht morgen bereits über der Ukraine ihre Runden. Somit muss man bis zum späten Vormittag im Osten noch mit kräftigem Nordwestwind rechnen, mehr als 60 km/h sind in Böen aber kaum noch zu erwarten. Die restliche Woche verläuft dann zwar an der Alpennordseite windig, ein markantes Sturmereignis steht uns aber erstmal nicht mehr bevor.

Quelle Titelbild: shutterstock

Starker Polarwirbel verursacht Ozonabbau über dem Nordpol

Das bekannteste Merkmal der polaren Stratosphäre ist der Polarwirbel. Dieser führt zu weit verbreiteten Veränderungen im Wettersystem, hat aber auch Auswirkungen auf die Chemie der Atmosphäre, insbesondere in der Ozonvariation. Meistens werden die Wechselwirkungen zwischen dem Polarwirbel und der Ozonzerstörung über dem Südpol (Antarktis) beobachtet, nun rückt der heuer besonders stark ausgebildete arktische Polarwirbel und seine potentielle Rolle für die seltener stattfindende Ozonzerstörung über dem Nordpol ins Blickfeld der wissenschaftlichen Untersuchungen.

Ozonloch am Nordpol?

Über den arktischen Polarwirbel in der Stratosphäre und seine Beziehung zum Winterwetter in Europa haben wir bereits an einer anderen Stelle berichtet (siehe hier). Nun sieht es so aus, als könnte dieses stratosphärische Zirkulationsphänomen auch Auswirkungen auf den Ozonabbau über der Arktis haben. Der Ozonabbau in der Stratosphäre ist deswegen besorgniserregend, weil die Ozonschicht in der Stratosphäre über 95 bis 99 % der ultravioletten Sonnenstrahlung absorbiert, vor allem die gefährliche UV-B Strahlung.

Für den Ozonabbau sind vor allem sehr niedrigeTemperaturen und das Sonnenlicht notwendig, damit die Bildung von sog. polaren Stratosphärenwolken (engl. Polar Stratospheric Clouds – PSC) möglich wird. Die Stratosphärenwolken bilden sich oberhalb etwa 20 km Höhe und bestehen aus Schwefelsäure- oder Salpetersäurekristallen (Typ I). Wenn die Temperaturen unterhalb etwa -85 °C sinken, auch aus Eiskristallen (Typ II). Ihrem Aussehen nach werden sie auch Perlmuttwolken genannt.

Diese Wolken dienen als Oberflächen für verschiedene chemische Reaktionen während der Polarnacht, die dann zum Ende der Polarnacht durch eintreffende Solarstrahlung im Endeffekt zum Ozonabbau führen. Besonders effektiv dabei sind die Wolken vom Typ II. Normalerweise kommt es selten vor, dass in der Arktis solch niedrige Temperaturen auftreten, in der Antarktis dagegen häufig – deswegen finden diese Vorgänge meistens in der Antarktis statt.

Ungewöhnlich kalt in der Stratosphäre

In diesem Winter scheinen die Bedingungen auch auf der Nordhalbkugel perfekt zu sein. Während der Polarnacht auf der Nordhemisphäre wurden im Jänner und Februar extrem niedrige Temperaturen beobachtet, die zur Ausbildung von Stratosphärenwolken vom Typ II führten. Diese wurden heuer oft beobachtet, wie wir auch in unserem früheren Artikel berichtet haben.

Zeitlicher Verlauf der zonalen Mitteltemperatur
Zeitlicher Verlauf der zonalen Mitteltemperatur in etwa 20 km Höhe. Dunkelblaue Bereiche bezeichnen gute Bedingungen für PSC Typ II. Quelle: NOAA
Minimum Temperatur in etwa 20 km Höhe.
Minimum Temperatur in etwa 20 km Höhe. Unterhalb der unteren grünen Linie (~ -85°C) ist die Bildunf von PSC Typ II möglich. Quelle NOAA.

Das Zusammenspiel scheint auch schon Wirkung zu zeigen, denn Beobachtungen zeigen, dass die aktuelle Ozonkonzentration über dem Nordpol einen rekordverdächtig niedrigen Wert im Vergleich zum Winter 2018/19 sowie im jahrelangen Vergleich erreicht hat.

Ozonkonzentration über dem Nordpol.
Ozonkonzentration über dem Nordpol. Der aktuelle Wert (rot) liegt deutlich unter dem Vorjahreswert (blau) sowie einem langjährigen Mittelwert. Quelle: NOAA.

Titelbild: Adobe Stock

 

Milder Winter: Ostsee nahezu eisfrei

Im langjährigen Mittel sollten die nördlichen Teile der Ostsee in dieser Jahreszeit nahezu vollständig gefroren sein, so beträgt die durchschnittliche Eisdicke Mitte Februar im Bottnischen und Finnischen Meerbusen 20 bis 40, im äußersten Norden auch 50 cm.

Aktuelle Eisausdehnung (links) im Vergleich zum Mittel (rechts). © FMI

Derzeit sind weite Teile der Ostsee weiterhin eisfrei, lediglich an den Küsten des Bottnischen Meerbusens gibt es geschlossenes Eis. Die Wassertemperaturen liegen in einigen Gebieten sogar noch zwischen +1 und +3 Grad. Verantwortlich dafür ist in erster Linie der außergewöhnlich milde Winter.

Starker Polarwirbel

Eine entscheidende Rolle für den westwinddominierten Winter spielt der stratosphärische Polarwirbel. Er ist heuer nämlich sehr stark ausgeprägt und hält die arktische Kaltluft in den hohen Breiten zurück. Dies begünstigt einen von West nach Ost verlaufenden Jetstream und etwaige Kaltlufteinbrüche in den mittleren Breiten sind nur von kurzer Dauer.

Perfekt symmetrischer Polarwirbel in etwa 20 km Höhe. © ECMWF

Westwindwinter

Wenn man die Anomalien von Luftdruck und Temperatur seit Winterbeginn betrachtet, so fällt auf, dass es besonders in einem Streifen von den Färöer-Inseln über Skandinavien bis Russland deutlich mehr Tiefdruckeinfluss als üblich gab.

Druckabweichung seit Winterbeginn. © ESRL / NOAA

Am Südrand dieser Tiefs wurde aus Westen milde Atlantikluft bis nach Russland geführt, weshalb es im Flachland praktisch nirgendwo nennenswerten Schnee gab. Besonders extrem fallen die Temperaturabweichungen von Schweden und Polen ostwärts aus.

Temperaturabweichung seit Winterbeginn. © ESRL / NOAA

Viel Schnee im hohen Norden

Der Winter war in Europa außegewöhnlich schneearm, eine Ausnahme stellt allerdings der äußerste Norden Skandinaviens dar: Am Nordrand der Tiefs gab es in Finnmark und Nordfinnland schubweise Neuschnee, teilweise wurden sogar neue Schneerekorde aufgestellt. Auch auf Spitzbergen gab es nach langer Zeit mal wieder unterdurchschnittliche Temperaturen.

Im Norden Norwegens liegt viel Schnee (Finnmark) . © MET Norway
Im Süden Norwegens liegt kaum Schnee (nördlich von Oslo). © MET Norway

Titelbild © Adobe Stock

Februar auf Rekordkurs?

Seit Monatsbeginn befindet sich Österreich in einer milden Westströmung, in der kräftige Tiefdruckgebiete bereits für Sturm und an der Alpennordseite viel Regen gesorgt haben. Eine Phase mit winterlichem Wetter und Dauerfrost gab es bisher nicht. So ist es auch wenig verwunderlich, dass der Februar bisher rund 4,8 Grad zu mild verlief.

Bisherige maximale und minimale Temperaturabweichungen

Vor allem im Donauraum und im östlichen Flachland sind die Abweichungen mit +5 bis +6 Grad enorm. So gab es in Wien im bisherigen Monat noch keinen zu kalten Tag. Bei diesem windigen und milden Wetter gibt es kaum Morgenfrost und die Mitteltemperatur liegt bei Weitem über dem Durchschnitt. Etwas geringer sind die Abweichungen in den windschwachen und schneebedeckten inneralpinen Tälern.

Weiterhin viel zu mild

Auch in der zweiten Monatshälfte setzt sich wohl großteils das milde Westwetter fort. Somit muss man wohl zu Monatsende mit einer positiven Temperaturabweichung von 3,5 bis 4,0 Grad rechnen. Doch ist das rekordverdächtig?

Ähnlich mild verliefen der Februar im Jahr:

  • 2019 mit +3,2 Grad
  • 2016 mit +3,6 Grad
  • 2007 mit +3,7 Grad
  • 2002 und 1998 mit +4,0 Grad

All diese Jahre könnte der Februar 2020 überbieten, allerdings dürfte wohl der Februar 1990 und 1966 mit einer positiven Abweichung von +4,3 Grad wohl außer Reichweite sein. Eine Top-Platzierung ist dem heurigen Februar also sicher, rekordverdächtig dürfte er aber nicht sein.

Nasser Norden, trockener Süden

Die beständige West- bis Nordwestwetterlage hat in den vergangenen Wochen auch zu großen Kontrasten beim Niederschlag zwischen Nord- und Südalpen geführt. Während an der Alpennordseite teilweise schon das dreifache des üblichen Monatsniederschlags gefallen ist, fielen im Süden nur wenige Liter vom Himmel.

Bisherige Niederschlagsabweichung im Februar

Auch der Jänner verlief im Süden knochentrocken und auch für die zweite Monatshälfte ist kaum Niederschlag in Sicht!

Bisherige Niederschlagsabweichung im Jahr 2020

Das großräumige Strömungsmuster und damit bei uns das Westwetter dürfte sich erst ändern, wenn der heuer sehr stark ausgeprägte Polarwirbel zusammenbricht. Dies passiert durch die zunehmende Tageslänge im Laufe des März, dann werden die Wetterkarten neu gemischt.

Titelbild: Adobe Stock

Starker Eisregen in Syrien

Eisregen durch Gewitter

Besonders betroffen von dem gefrierenden Regen waren die Regionen entlang der Ostflanke des Küstengebirges im Nordwesten des Landes, nicht weit von der Stadt Homs. Im äußersten Norden des Landes war die gesamten Luftsäule hingegen kalt genug für Schneefall.

Gefrierender Regen

Strenggenommen bezeichnet man Regen als gefrierenden Regen, wenn er bei negativer Lufttemperatur oder auf Oberflächen fällt, die unter 0 Grad kalt sind und dort sofort gefriert. Damit sich eine dicke Eisschicht wie in diesem Fall in Syrien bildet, muss es über mehrere Stunden hinweg bei deutlich negativen Temperaturen mit zumindest mäßiger Intensität regnen. Um Eisregen handelt es sich hingegen, wenn Regentropfen in frostiger Luft zu Eiskörnern gefrieren und zu Boden fallen.



Orkan Victoria sorgt für extrem tiefen Luftdruck bei Island

Orkan Victoria sorgt für extrem tiefer Luftdruck bei Island

Bereits am vergangenen Wochenende hat das Tiefdruckduo RUTH+SABINE für extreme Druckgegensätze zwischen den Azoren und Island gesorgt, so wurde bei einem transatlantischen Flug von New York nach London am 9. Februar mit 4 Stunden und 56 Minuten auch eine neue Rekordzeit aufgestellt. Knapp eine Woche später kommt es nun zu einer Wiederholung, so sorgen die beiden Tiefs UTA und VICTORIA neuerlich für extreme Druckunterschiede bzw. für einen sehr starken Jetstream über dem Atlantik.

Westwindband
Der Jetstream am Atlantik erreicht am Samstag teils 215 kn bzw. 400 km/h. © ECMWF

Bombogenese

Orkan VICTORIA erreicht laut den neuesten Modellprognosen nach einer extrem raschen Vertiefung am Samstagabend einen Kerndruck von etwa 917 hPa. Dabei sinkt der Druck im Tiefkern um rund 70 hPa in 30 Stunden! Es handelt sich also um eine sog. rapide oder explosive Zyklogenese (manchmal auch „Bombogenese“). Auf dem offenen Ozean gibt es unmittelbar am Südrand des Tiefkerns Orkanböen über 200 km/h. Der bisher tiefste Luftdruck im Nordatlantik wurde übrigens bei Orkan Braer am 10. Jänner 1993 mit 913 hPa erreicht. Für Meteorologen sowie allgemein bei der Bobachtung eines Barometers ist allerdings weniger der absolute Luftdruck relevant, sondern vielmehr seine Änderung mit Zeit (v.a. rascher Druckfall).

Druckrekorde

Der tiefste Luftdruck auf der Erde wurde am 12. Oktober 1979 im Auge von Taifun „Tip“ bei Guam im Pazifik erreicht: Anhand von Satellitendaten wurde ein Kerndruck von 870 hPa ermittelt. Der höchste Luftdruck beträgt hingegen 1083,8 hPa und wurde am 31. Dezember 1968 in Agata (Sibirien) gemessen. In Deutschland liegen die Extreme zwischen 945,9 hPa (27. November 1983, Emden) und 1060,6 hPa (23.Jänner 1907, Rügen).


AO-Index

Bereits am vergangenen Wochenende haben die extremen Druckgegensätze über dem Nordatlantik beim AO-Index (Arktische Oszillation) für einen neuen Rekordwert von 6,3 beigetragen. Dieser Rekord wird nach derzeitigem Stand an diesem Wochenende neuerlich überboten! Allgemein herrscht bei positiven AO-Werten in Europa eine starke Westströmung, welche milde Luftmassen vom Atlantik bis nach Osteuropa führt. Der aktuell anhaltend positive AO-Index steht in direktem Zusammenhang mit dem sehr starken stratosphärischen Polarwirbel, welcher arktische Kaltluftausbrüche verhindert und die kalten Luftmassen sozusagen im hohen Norden gefangen hält.

Unterschiedliche Namen

Wie bereits bei Sturm SABINE, welches in Nord-, West- und Mitteleuropa drei unterschiedliche Namen trug (Elsa, Ciara und Sabine), erhält auch VICTORIA in Westeuropa einen anderen Namen: Hier ist nämlich von Storm Dennis die Rede. Im deutschsprachigen Raum werden die Namen von der FU Berlin vergeben, siehe hier.

Tief TOMRIS: Schneenachschub in den Alpen

Gute Schneelage in den Alpen. Foto: Nikolas Zimmermann

Schneefall am Freitag

Noch in der Nacht auf Freitag setzt vom Bregenzerwald bis ins Salzkammergut Regen ein, oberhalb von rund 800 Metern geht dieser in Schnee über. Zeitweise kräftig schneit es vom Rätikon bis ins Außerfern – bis zu 50 Zentimeter sind im  Arlberggebiet zu erwarten. In den mittleren und hohen Lagen des Salzkammerguts und des Toten Gebirges werden rund 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee prognostiziert. Auch einzelne Gewitter sind beim Durchzug und unmittelbar vor der Front eingelagert. Der Südföhn lässt spätestens ab Mitternacht nach, wird aber von auffrischendem Westwind abgelöst.
In der folgenden Karte sind die Neuschneesummen bis Freitagabend zu sehen:

Neuschneehöhe bis Freitag, 18 Uhr. Quelle: UBIMET
Neuschneehöhe bis Freitag, 18 Uhr. Quelle: UBIMET

Nicht ganz so wetterwirksam erreicht die Störung den Süden: Am Freitag sind südlich des Hauptkamms einige, unergiebige Schauer einzuplanen. Im Donauraum, ganz im Osten sowie im Berg- und Hügelland des Südostens wird es ebenfalls unbeständig mit Regenschauern. Dazu weht teils kräftiger Nordföhn: Der Schwerpunkt liegt von den Niederen Tauern über die östliche Obersteiermark, sowie von den Fischbacher Alpen bis zum Leithagebirge. Lokal sind auch Böen bis 90 km/h möglich. Lebhaft bis kräftig weht zudem der Nordwestwind auch am Alpenostrand.

Milderung und Sonnenschein am Wochenende

Ein Hochdruckkeil beschert am Samstag und Sonntag durchwegs freundliches Wetter und steigende Temperaturen. Neben vielen Sonnenstunden sind am Sonntag  im oberen Waldviertel bis zu 18 Grad möglich.

Frühling grüßt – bis zu 23 Grad am Montag

Erster Blumengruß im Februar.

Wechselhafter Start ins Wochenende

Bevor der Frühling so richtig Fahrt aufnimmt, beschert uns Tief TOMRIS mit Kern über Polen am Freitag noch wechselhaftes und windiges Wetter. Meist liegen die Höchstwerte im einstelligen Plusbereich, wetterbegünstigt mit viel Sonnenschein und 10 bis 14 Grad sind das föhnige Osttirol, Kärnten, die Südsteiermark und das Südburgenland. In den Staulagen der Nordalpen kommen, zumindest oberhalb von 800 bis 1200 m, einige Zentimeter Neuschnee zusammen.

Hier eine Übersicht der zu erwartenden Neuschneemengen bis Freitagnachmittag, rund um den Arlberg 30-40 cm:

24-stündige Neuschneemengen bis Freitagnachmittag.
24-stündige Neuschneemengen bis Freitagnachmittag.

Westlich der Britischen Inseln zieht indes bereits das nächste kräftige Tief namens UTA auf, dieses sorgt hierzulande für ein frühlingshaftes Wochenende.

Samstag und Sonntag mild

UTA und nachfolgend VICTORIA lenken zu Beginn der Semesterferien in Oberösterreich und der Steiermark immer mildere Luft von der Iberischen Halbinsel in den Alpenraum –> siehe Großwetterlage auf dem nächsten Bild. Am Samstag steigen die Temperaturen schon auf 6 bis 13 Grad, wobei es im Rhein- und Inntal sowie im Flachgau am mildesten wird. Höchstwerte um 10 Grad gibt es aber auch in den anderen Landeshauptstädten. Am Sonntag legen die Temperaturen weiter zu, 14 bis 17 Grad lassen dann vor allem von Vorarlberg bis zum Salzkammergut schon Frühlingsgefühle aufkommen.

Tiefs schaufeln milde Luft zu uns.
Tiefs schaufeln milde Luft zu uns.

Es geht noch wärmer: Montag lokal über 20 Grad!

Der Höhepunkt der außergewöhnlich hohen Temperaturen wird am kommenden Montag erreicht. Mit Hilfe der mittlerweile doch schon kräftigen Sonne und leicht föhnigem Südwestwind erwärmt sich die Luft zu Beginn der neuen Woche verbreitet auf rund 15 Grad. Noch milder wird es vom Flachgau bis zum Alpenostrand, hier liegen die Höchstwerte bei 18 bis lokal 23 Grad. Dabei wird es im südlichen Wiener Becken wohl am mildesten. Der Allzeitrekord für Februar von 24,2 Grad – aufgestellt erst im Vorjahr in Güssing und Deutschlandsberg – dürfte somit zumindest ins Wanken geraten. Normal zu dieser Jahreszeit wären im Flachland Höchsttemperaturen von 1 bis 6 Grad, der Montag liegt also rund 15 Grad über den jahreszeitlich erwartbaren Temperaturen.

Das sind die Höchstwerte, die wir derzeit für den Montag berechnen:

Kaltfront beendet Kurzzeitfrühling

Das Frühlingsintermezzo ist jedoch nur von kurzer Dauer, denn schon am Dienstag erreicht eine Kaltfront von Norden her Österreich. Sie bringt Regen und Schneefall, mit Höchstwerten von meist 5 bis 12 Grad bleibt es aber auch in den Folgetagen zu mild für die Jahreszeit. Der Februar wird folglich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit deutlich überdurchschnittlich temperiert ausfallen, bis dato liegt die österreichweite Abweichung bei rund 5 Grad (siehe Grafik). Ein nachhaltiger Wintereinbruch ist jedenfalls weit und breit nicht in Sicht.

Viel zu mild fällt der bisherige Februar aus.
Viel zu mild fällt der bisherige Februar aus.

Quelle Titelbild: pixabay