Verbreitet etwas kühler als üblich
Österreichweit fiel der November eine Spur kühler als im langjährigen Mittel von 1991 bis 2020 aus. Besonders in Oberösterreich und im westlichen Niederösterreich war der Monat sogar spürbar zu kühl. Die größten Abweichungen von rund -1,5 Grad wurden unter anderem in Lunz am See, Kremsmünster und Linz verzeichnet. Ansonsten zeigte sich der Monat recht durchschnittlich temperiert. Positive Anomalien waren rar gesät, doch es gab sie: In höheren Lagen der Alpen bilanziert der Monat rund ein halbes Grad zu mild, so zum Beispiel auf dem Schöckl, Patscherkofel und auf der Schmittenhöhe.

Besonders der Auftakt in den letzten Herbstmonat war außergewöhnlich warm. Mit Ausnahme von Wien gab es in jedem Bundesland noch einmal Temperaturen jenseits der 20 Grad, am wärmsten war es zur Monatsmitte in Bludenz mit 23,7 Grad. Solch hohe Temperaturen so spät im Jahr sind sehr selten, in Vorarlberg kam dies seit 1969 nicht mehr vor. Die Wärme beschränkte sich aber nicht nur auf die Täler bzw. Niederungen: In Obertauern etwa wurde am gleichen Tag wie in Bludenz mit 17,9 Grad ein neuer Monatsrekord aufgestellt, die bisherige Bestmarke (16,2 Grad) wurde regelrecht pulverisiert.
Höchste Temperaturen
- 23,7 Grad Bludenz (V, 14.11.)
- 22,7 Grad Feldkirch (V, 15.11.)
- 22,4 Grad Jenbach (T, 01.11.)
Nach der Monatsmitte kühlte es mit Polarluft aber markant ab und so endet der Monat wie bereits erwähnt im Großen und Ganzen durchschnittlich. In jeder Landeshauptstadt wurde mäßiger Frost von unter -5 Grad gemessen, hier hat Innsbruck mit -9,5 Grad die Nase vorne. In den Hochtälern gab es gar den ersten strengen Frost, in Tannheim wurden erstmals in Österreich im heurigen Herbst -20 Grad gemessen. Derart tiefe Temperaturen gab es in Österreich in einem November zuletzt vor 27 Jahren. In Zell am See bedeuten -17,8 Grad sogar die tiefste Novembertemperatur seit über 40 Jahren.
Tiefste Temperaturen
- -20,1 Grad Tannheim (T, 23.11.)
- -18,9 Grad Bichlbach (T), Lech am Arlberg (V, beide 23.11.)
- -18,8 Grad Schmirn (T, 23.11.)
Hier die Tiefstwerte in den jeweiligen Bundesländern:

Durchschnittliche Niederschlagsmengen – aber erster Schnee im Flachland
Über ganz Österreich gemittelt brachte der November ziemlich genau so viel Niederschlag wie im langjährigen Mittel, regional gab es naturgemäß aber große Unterschiede: Von den Kaunertaler Alpen über den Brenner bis nach Oberkärnten und ins Obere Murtal wurde 20 bis 50 Prozent weniger Regen und Schnee gemessen. Dem gegenüber weisen weite Teile Niederösterreichs, Wien und das Burgenland ein Plus von 20 bis 40 Prozent auf.

Besonders markant war der erste messbare Schnee im östlichen Flachland. Zeigte sich Innsbruck am 21. des Monats als erste Landeshauptstadt mit 2 cm verschneit, zog die Bundeshauptstadt nur kurze Zeit später nach. Am Morgen des 23.11. wurden v.a. im Norden und Osten der Stadt rund 5 cm Neuschnee gemessen, der erste Schnee kam damit rund zwei Wochen früher als üblich.
Hier eine Einordnung des ersten messbaren Neuschnees im historischen Vergleich:

Nasseste bewohnte Orte
- 148 Liter pro Quadratmeter Rosenbach (K)
- 139 Liter pro Quadratmeter Eisenkappel (K)
- 138 Liter pro Quadratmeter Ferlach (K)
Deutlich mehr Sonne als üblich
Auch wenn die zweite Monatshälfte nicht mehr mit der ersten mithalten konnte, zeigt sich in der Bilanz ein fettes Plus bei den Sonnenstunden. Im Flächenmittel wurden im November rund 30 Prozent mehr Sonnenstunden als üblich verzeichnet. Anomalien von sogar mehr als 50 Prozent gab es dabei in einem Streifen vom Oberen Waldviertel über den Alpenostrand bis nach Unterkärnten. Hier befindet sich mit Fischbach auf jener Ort mit den meisten Sonnenstunden.

Sonnigste bewohnte Orte
- 147 Sonnenstunden Fischbach (ST)
- 146 Sonnenstunden Preitenegg (K)
- 145 Sonnenstunden St. Radegund (ST)

