Überflutungen im Norden Englands

Überschwemmung. Andy Worboys FB

Zwischen einem ausgeprägten Azorenhoch und reger Tiefdrucktätigkeit über dem Nordatlantik liegt Westeuropa seit Anfang des Monats unter dem Einfluss einer ausgeprägten Höhenströmung aus West. Der vorläufige Höhepunkt dieser Wetterlage fand rund um den 10. März statt, als Randtief EBERHARD mit orkanartigen Böen über die Mitte Deutschlands hinwegzog. Die Britischen Inseln lagen dabei wiederholt unter Tiefdruckeinfluss.

Viel Regen

Am vergangenen Wochenende lag Westeuropa neuerlich im Einflussbereich eines von West nach Ost ausgerichteten Jetstreams. Der Kern von Tief IGOR zog dabei am Sonntag unmittelbar über Schottland hinweg und vor allem im Norden Englands kam es wieder zu kräftigem Regen. Besonders in der Grafschaft North Yorkshire sind dabei einige Flüsse über die Ufer getreten.

Titelbild: Andy Worboys

Bis zu 100 mm Regen im Südwesten

In Teilen Deustchland sgab es große Regenmengen

In den vergangenen 48 Stunden haben atlantische Tiefausläufer vor allem in der Südwesthälfte des Landes für teils markante Regenmengen gesorgt. Besonders in einem Streifen vom Saarland über das nördliche Baden-Württemberg bis zum Böhmerwald hat es sogar ergiebig geregnet. Anbei die nassesten Orte in den letzten beiden Tagen (Sonntag und Montag):

  • 107 mm Feldberg im Schwarzwald (B-W)
  • 102 mm Adelsheim (B-W)
  • 101 mm Weiskirchen/Saar (Saarland)
  • 101 mm Elztal-Rittersbach (B-W)
  • 99 mm Oberzent-Beerfelden (Hessen)
  • 95 mm Baiersbronn-Ruhestein (B-W)
Im Westen gab es viel Regen
Regenmengen am Sonntag. © UBIMET
Im Süden gab es viel Regen
Regenmengen am Montag. © UBIMET

Linderung der Trockenheit

Besonders im Süden des Landes sind die Pegel vieler Flüsse angestiegen, vereinzelt gab es an kleinen Gewässern in Mittelfranken sogar Hochwasser. In den kommenden Tagen ist weiterer Regen in Sicht, somit ist die Trockenheit in der Südwesthälfte bald kein Thema mehr. Das Niedrigwasser in vielen Regionen wird dadurch beendet, so steigt langsam auch wieder der Pegel des Rheins etwas an. Etwas geringer fallen die Mengen allerdings nach wie vor im Osten und Nordosten aus, hier zeichnet sich damit höchstens eine Linderung der Trockenheit ab.

Der Pegel des Rheins steigt langsam
Der Pegel des Rheins in Köln. © http://www.hochwasser-rlp.de/

Neuer Regenrekord auf Mallorca im Oktober

Auf den Balearen gab es kräftige Gewitter

Der Oktober zählt zu den nassesten Monaten des Jahres im Mittelmeerraum, da die zunehmende Tiefdrucktätigkeit in Zusammenspielt mit den milden Wassertemperaturen für eine labile Schichtung der Luft sorgt (Details dazu gibt es hier: Unwettersaison im Mittelmeer). In Palma ist der Oktober mit 68 Liter pro Quadratmeter sogar der nasseste Monat des gesamten Jahres.

Der Oktober ist der nasseste Monat in Palma de Mallorca
Das Klimadiagramm von Palma de Mallorca. © www.travelklima.de/

Unwetter

Im Oktober waren die Balearen mehrfach von kräftigen Schauern und Gewittern betroffen. Am 9. Oktober kam es im Osten der Insel sogar zu einer tödlichen Sturzflut mit Regenmengen teils über 200 Liter pro Quadratmeter in wenigen Stunden (siehe auch hier: Sturzflut auf Mallorca fordert mehrere Todesopfer).

Regenrekord

In der 33-jähirgen Messreihe von Colònia Sant Pere wurde im Oktober 2018 sowohl ein neuer Tagesrekord mit 232,8 Liter pro Quadratmeter Regen aufgestellt als auch eine neuer  Monatsrekord mit 433,8 Liter pro Quadratmeter. Der bisherige Rekord lag bei 395,2 Liter pro Quadratmeter und stammte aus dem Jahr 1990. Aber auch sonst gab es auf Mallorca sowie den restlichen Balearen außergewöhnlich viel Regen.

Oktobermittel Oktober 2018
 Balearen 64 188
 Mallorca 75 204