Österreichweit fiel der Dezember um fast 2 Grad zu mild aus, vergleicht man ihn mit dem langjährigen Mittel von 1991 bis 2020 aus. Eine Anomalie von +3 Grad ergibt sich sogar, wenn man den Dezember in Relation zum älteren (kälteren) Klimamittel von 1961 bis 1990 betrachtet.
Damit folgt der Dezember der Mehrheit der Monate im Jahr 2025: Sieben fielen deutlich überdurchschnittlich aus, vier bewegten sich im Bereich der Norm mit Anomalien zwischen -0,5 und +0,5 Grad. Der Mai war der einzige Monat, der heuer signifikant zu kalt ausfiel.

Oben warm – unten kalt
Doch zurück zum Dezember: In diesem waren die Abweichungen recht unterschiedlich verteilt. Besonders die Hochlagen profitierten von wochenlangem Hochdruckeinfluss und milder Luft, mit +4,1 Grad wurde die höchste Anomalie auf dem Hahnenkamm bei Kitzbühel verzeichnet. Deutlich geringer – aber dennoch nahezu überall positiv – waren die Abweichungen in den oft trüben Niederungen. In Salzburg fiel der Monat mit 0,1 Grad Abweichung nahezu durchschnittlich aus, in Dornbirn betrug die Abweichung +0,5 Grad.
Am Ende reichte es selbst bei Stationen mit längeren Messreihen in höheren Lagen für eine Podiumsplatzierung der wärmsten Dezember seit Messbeginn.

Ihren Höhepunkt fand die häufig vorherrschende Inversionswetterlage mit 16,6 Grad in St. Radegund am 10. des Monats.
Höchste Temperaturen
- 16,6 Grad St. Radegund (ST, 10.)
- 15,8 Grad Fraxern (V, 09.) + Weitra (NÖ, 09.)
- 15,6 Grad Achenkirch (T, 16.)
- 15,5 Grad Tauchen-Schaueregg (ST, 10.)
- 15,4 Grad Reutte (T, 16.)
Tiefste Temperaturen (<1500 m)
- -18,2 Grad Liebenau-Gugu (OÖ, 31.)
- -17,4 Grad St. Jakob/Defereggen (T, 31.)
- -17,1 Grad Lech/Arlberg (V, 31.)
- -16,6 Grad Schmirn (T, 31.)
- -16,5 Grad Schwarzau im Freiwald (NÖ, 29.)
Auf der Suche nach Regen und Schnee
Nicht nur zu warm war der Dezember, er zeichnete sich auch durch ein großes Niederschlagsdefizit aus. Rund 66 Prozent fehlen am Ende in den Messkübeln, damit liegt österreichweit einer der trockensten Dezember seit Messbeginn hinter uns. Vom Waldviertel über Wien bis ins Grazer Becken waren die Anomalien mit -20 bis -40 Prozent nicht ganz so markant. Im großen Rest des Landes betragen die Abweichungen dagegen oftmals -90 bis -70 Prozent. Ein Beispiel: In Bischofshofen erreicht ein normaler Dezember 64 l/m² an Regen und Schnee. 2025 waren es dagegen nicht einmal 7 l/m², was einer Abweichung von -89% entspricht. Nicht nur hier war dies der trockenste Dezember seit Messbeginn, diese zweifelhafte Ehre wird u.a. auch Zell am See und St. Veit im Pongau zuteil. Am Sonnblick, in Bludenz und in Mondsee handelt es sich um den zweittrockensten Dezember seit Messbeginn.

Nasseste Orte
- 50 Liter pro Quadratmeter Tannheim (T)
- 45 Liter pro Quadratmeter Warth (V)
- 40 Liter pro Quadratmeter Kössen (T)
- 39 Liter pro Quadratmeter Mittelberg + Schröcken (V)
- 37 Liter pro Quadratmeter Dalaas (V)
Auch Schnee wurde in mittleren Höhenlagen zunehmend zur Mangelware. Eine Ostlage hat dann aber pünktlich am Heiligen Abend im Osten und Südosten regional Schnee bis in tiefe Lagen gebracht, so gab es etwa in St. Pölten erstmals seit 2007 wieder weiße Weihnachten.

Das beste Weihnachtsgeschenk… 5 cm Schnee 🥰 pic.twitter.com/OPBcTQpkmb
— Nikolas Zimmermann (@nikzimmer87) December 24, 2025
Sonniges Bergland – nebeliges Flachland
Bei der Sonnenscheindauer gibt es einen markanten Unterschied zwischen einem überdurchschnittlich sonnigen Bergland und einem oftmals trüben Flachland.

Zunächst zu den Gewinnern: Auf dem Feuerkogel gab es statt der üblichen 91 heuer stolze 159 Sonnenstunden, ein Plus von gut 70%. In Bad Aussee und in Krimml schien die Sonne gar mehr als doppelt so häufig wie in einem durchschnittlichen Dezember. Das sonnige Berg- und Hügelland sorgt für ein österreichweites Plus von rund 15%. Dass dieses nicht noch höher ausfällt, darf man getrost auf den Nebel schieben. Im Rheintal, in Unterkärnten, im Donauraum, im östlichen Flachland und in der Mur-Mürz-Furche gab es aufgrund häufigen Nebels um 30 bis 70 Prozent weniger Sonnenschein als üblich. In Linz (17 Tage in Serie) wurde dabei ebenso wie in Klagenfurt (20 Tage in Serie) und Völkermarkt (21 Tage) ein neuer Rekord an trüben Tagen am Stück aufgestellt. Nur rund 15 Stunden Sonne durfte man im Dezember in Klagenfurt genießen, an der sonnigsten Station des Landes am Brunnenkogel waren es mehr als 200 Stunden.



