Am Freitag sommerlich, von den Bergen aus Gewitter

Am Freitag hält das sommerliche Wetter an, in der ersten Tageshälfte scheint oft ungetrübt die Sonne. Am Nachmittag bilden sich Quellwolken und anschließend gehen von Vorarlberg bis ins Salzkammergut Schauer und Gewitter nieder. Am Abend breiten sich diese allmählich aus, stellenweise besteht Unwettergefahr. Im Osten und Süden bleibt es freundlich und trocken. Dazu weht mäßiger, im Osten vereinzelt lebhafter Süd- bis Südwestwind und die Temperaturen steigen auf 28 bis 35 Grad.

Am Samstag anhaltend kräftiger Regen, teils gewittrig

Der Samstag beginnt von Vorarlberg bis zum Waldviertel mit teils kräftigem und lokal gewittrig durchsetztem Regen. Im Süden und ganz im Osten scheint anfangs noch die Sonne, im Tagesverlauf gehen kräftige Regenschauer und Gewitter nieder. Am Nachmittag lässt der Regen von Vorarlberg bis Oberösterreich wieder nach und die Sonne kommt da und dort noch zum Vorschein. Der Wind dreht auf Nordwest und frischt vor allem ganz im Osten vorübergehend kräftig auf. Von Nord nach Süd werden nur noch 15 bis 26 Grad erreicht.

Titelbild: pixabay.com

Hochdruckwetter sorgt für tiefblauen Himmel

Luftbewegung in der Atmosphäre

Die Luftmassen in der Atmosphäre sind stets in Bewegung. Grund dafür sind unter anderem die aus Temperaturunterschieden resultierenden Druckunterschiede in der Luft. Diese Druckunterschiede wollen ausgeglichen werden und somit setzt eine Strömung von hohem zu tiefem Luftdruck ein – der uns bekannte Wind. Aufgrund der sich drehenden Erde weht der Wind aber nicht in direkter Linie vom Hoch zum Tief, sondern wird abgelenkt. Man spricht dabei von der ablenkenden Corioliskraft. Diese führt dazu, dass sich ein Tiefdruckgebiet, bzw. genau genommen dessen Luftströmung, auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn dreht und ein Hochdruckgebiet im Uhrzeigersinn.

Zirkulation der Luftmassen, Quelle: br.de

Wolkenauflösung im Hoch

In den meisten Fällen spüren wir Winde in horizontaler Richtung. Eine ebenso wichtige Rolle spielen aber auch die vertikalen Luftbewegungen. Wir registrieren sie z.B. als Turbulenzen beim Fliegen. Genauso sehen und spüren wir die Auswirkungen der vertikalen Luftströmung beim Föhn aus den Alpen heraus. Hierbei kommt es oft zur Wolkenauflösung. Ein ähnliches Prinzip ist auch bei Hochdruckgebieten vorherrschend: Steigen an einer Stelle großflächig Luftmassen auf, so entsteht in Bodennähe ein Unterdruck, das bekannte Tiefdruckgebiet. Beim Aufsteigen der Luftmassen kühlen diese ab, die enthaltene Luftfeuchte kondensiert und es bilden sich Wolken, aus den nicht selten auch Niederschlag fällt.

Andernorts braucht es aber eine vertikale Ausgleichsströmung, d.h. von oberen Atmosphärenschichten her absinkende Luftmassen – es resultiert in Bodennähe das Hochdruckgebiet. Beim Absinken erwärmen sich die Luftmassen wieder und weil wärmere Luft auch mehr Feuchte aufnehmen kann, führt der Absinkprozess im Hoch zur Wolkenauflösung. Meteorologen sprechen auch von Subsidenz, was im Winter oft zu Inversionswetterlagen führt.

Webcamfotos mit strahlend blauem Himmel, Quelle: foto-webcam.eu

Blauer Himmel

In den letzten Tagen waren aufgrund der Hochdruckwetterlage Wolken eine Seltenheit. Von früh bis spät konnte man einen strahlend blauen Himmel beobachten. Warum aber ist der Himmel blau?

Das Sonnenlicht besteht nicht nur aus der für uns schädlichen UV-Strahlung und der wärmenden Infrarotstrahlung (bzw. noch weiteren), sondern auch aus dem für unser Auge sichtbaren Licht. Dieses beinhaltet von violett über blau, grün, gelb, bis hin zu rot alle Farben.

Zerlegung des Lichtes in die Spektralfarben, Quelle: shutterstock.com

Das blaue Licht hat aufgrund seiner kurzen Wellenlänge – im Vgl. zu den anderen Farben – die Eigenschaft, von den Luftmolekülen besonders stark gestreut zu werden. Während also alle anderen Farben – nur wenig gestreut – aus direkter Richtung von der Sonne kommen, wird der blaue Anteil des Sonnenlichts in der Atmosphäre in alle Richtungen abgelenkt und erreicht uns somit nicht nur aus direkter Richtung von der Sonne, sondern über den ganzen Himmel verteilt von überall. Folglich erscheint der Himmel bei sauberer und trockener Luft für uns blau. Wenn allerdings viele Aerosolpartikel in der Luft sind, dessen Radius in der Größenordnung der Lichtwellenlänge ist, erscheint der Himmel rund um die Sonne weißlich. Dies passiert häufig wenn sich im Zuge einer Hochdrucklage Schadstoffe in der Luft ansammeln oder wenn es eine erhöhte Konzentration an Saharastaub gibt.

Die Auswirkungen der Covid19-Maßnahmen auf das Wetter und die Prognosen

Vor einigen Wochen bereits konnte der Sentinel-5P Satellit einen deutlichen Rückgang in der Stickstoffdioxid-Belastung über Italien verzeichnen, ebenso in China. Auch in Deutschland ist dies bereits festzustellen. Im Vergleich zu den durchschnittlichen Werten im März der Vorjahre sind die Werte deutlich zurückgegangen. Die zurückgefahrene Produktion von Firmen, wie auch der geringere Verkehr sowohl in der Luft, als auch auf den Straßen führten zu dieser Abweichung. Im nachfolgenden Video der European Space Agency – ESA – lässt sich der Rückgang in Norditalien gut erkennen.

Sauberes Wasser in Venedig

Aus Venedig erreichten uns vor einigen Tagen ebenso Bilder von glasklarem Wasser in den Kanälen. Auf einigen Fotos kann man bis auf deren Grund blicken und dabei die schwimmenden Fische erkennen. Dies hat aber weniger mit gesunkener Schadstoffbelastung im Wasser zu tun, sondern vielmehr mit dem aufgrund der ausbleibenden Touristen deutlich reduzierten Schiffsverkehr. Im somit ruhigeren Wasser wird kein Sand mehr vom Grund aufgewirbelt, das Wasser wird klarer.

Weniger Flugverkehr

Nicht nur der Straßenverkehr hat abgenommen, auch am Himmel über Deutschland sind in den letzten Tagen weniger Flugzeuge unterwegs. Entgegen mancher Meinungen in den sozialen Medien hat das Fehlen der Kondensstreifen aber nichts mit einem angeblich komplett ausgesetzten Flugverkehr zu tun. Das kräftige Hoch JÜRGEN über Osteuropa und Russland ist derzeit für das strahlend sonnige Wetter verantwortlich. Es lenkt kalte, aber eben auch sehr trockene Luftmassen aus Osten zu uns, was sich an der fehlenden Bewölkung in den letzten Tagen bemerkbar machte. Aus diesem Grund konnten sich in den höheren Luftschichten auch keine Kondensstreifen hinter den weiterhin noch fliegenden Flugzeugen bilden.

25 March 2019 vs 2020 from NATS on Vimeo.

Weniger Daten

Damit Wettermodelle gute Prognosen berechnen können, muss der Ist-Zustand der Atmosphäre möglichst genau erfasst werden: eine schlecht analysierte Ausgangslage wirkt sich negativ auf die Prognosegüte aus. Bei der Initialisierung eines Wettermodells werden unzählige Messdaten von Wetterstationen, Satelliten, Wetterballonen – den sog. Radiosonden – aber auch von Schiffen und Flugzeugen einbezogen. Letztere liefern Daten über Temperatur, Druck, Feuchtegehalt und Wind. Somit lässt sich das für die Meteorologie wichtige Vertikalprofil der Atmosphäre erstellen. Aufgrund des geringeren Flugverkehrs fehlen somit einige der angesprochenen Daten.

Laut einem Bericht des ECMWF (Europäisches Zentrum für Mittelfristige Wettervorhersage) ging die Anzahl an Flugzeugmessungen am 23. März im Vergleich zum 3. März in Europa um rund 65% zurück. Global war der Rückgang mit 42% etwas geringer, da besonders in den USA aktuell noch viele Flugzeuge unterwegs sind. Das ECMWF hat im Jahr 2019 getestet, welche Auswirkungen das Fehlen von Flugzeugmessungen auf die Prognosequalität des weltweit wichtigsten Wettermodells hat. Tatsächlich konnte man besonders bei Kurzfristprognosen von Wind und Temperatur  in Höhen zwischen 10 und 13 km einen Rückgang beobachten. Diese Werte sind indirekt auch für das Wetter am Boden relevant, so ist etwa die Temperatur in dieser Höhe für die Labilität der Atmosphäre und somit im Sommer für die Gewitterwahrscheinlichkeit relevant.

Wetterdienste reagieren

Um das Fehlen besonders der Daten aus dem Flugverkehr zu kompensieren, haben einige Wetterdienste damit begonnen, statt den üblichen zwei Radiosonden vier dieser Vertikalmessungen pro Tag vorzunehmen. Dennoch muss man aufgrund des weiter nachlassenden Flugverkehrs davon ausgehen, dass die Prognosequalität der Modelle in den kommenden Monaten etwas nachlässt. Dies ist allerdings in erster Linie für Spezialprognosen relevant, während die allgemeinen Wettervorhersagen davon wohl nur marginal betroffen sind.

 

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Wettertechnisch ereignisreicher Februarbeginn

Zu Beginn des Februars, vergangenen Samstag stellte sich eine Großwetterlage ein, die den Startschuss legte für wettertechnisch ereignisreiche Tage. Über der Iberischen Halbinsel befand sich ein Hochdruckgebiet. Dieses sorgte in Mitteleuropa für eine westliche Strömung, d.h. für eine Westwetterlage. Bereits am Samstag zog das Frontensystem eines Tiefs über dem Nordatlantik von Westen her über Deutschland hinweg. Dieses bescherte besonders dem Südwesten anhaltenden und intensiven Regen.

Wintergewitter am Samstagabend

Die an der Kaltfront in den Abendstunden gebildeten, kräftigen Gewitter sorgten zudem für Starkregen und Sturmböen. Bis Mitternacht zogen die Gewitter von der Mosel über Südhessen und Baden-Württemberg bis nach Bayern – siehe Grafik.

Zeitlicher Blitzverlauf

Sturmböen über 90 km/h und Platzregen sorgten für abgedeckte Hausdächer, umgestürzte Bäume, einige Überschwemmungen und somit auch zahlreiche Einsätze.

Dauerregen am Sonntag und Montag

Tief OTTILIA bescherte einen verregneten Sonntag. Die Warmfront dieses Tiefs überquerte Deutschland bereits am Sonntagvormittag mit erneut einsetzendem Regen. In der Nacht auf Montag folgte dann dessen Kaltfront. Da diese strömungsparallel über Süddeutschland zum Liegen kam, konnte es dort und besonders in den südlichen Mittelgebirgen langanhaltend und intensiv regnen. Im Schwarzwald wurden dabei beachtliche 125 l/qm binnen 24 Stunden gemessen. Im ganzen Februar regnet es dort durchschnittlich nur etwa 100 l/qm.

Niederschlagssumme für den 3.2.2020

Tauwetter

Das Hoch, das sich immer noch über der Iberischen Halbinsel befand, lenkte feucht-warme Luftmassen aus Süden zu uns. In der Folge stiegen die Temperaturen auch in den höheren Lagen deutlich an und sorgten für starkes Tauwetter im Hochschwarzwald bzw. in den Alpen. Dies lies die Pegel mehrerer Bäche und Flüsse weiterhin ansteigen.

Sturmtief PETRA

An der weiterhin über Süddeutschland befindlichen Luftmassengrenze entwickelte sich im Laufe des Montags ein kleinräumiges Tief, das spätere Sturmtief PETRA – siehe Karte:

Isobarenkarte mit Sturmtief PETRA, Quelle: GFS

Das Tief zog in der Nacht auf Dienstag vom Saarland bis nach Tschechien und in weiterer Folge bis zum Schwarzen Meer. Entlang dessen Zugbahn kam es nicht nur zu weiteren intensiven Niederschlägen, sondern auch verbreitet zu Sturmböen bis hin zur Orkanstärke in exponierten Lagen. Betroffen war hiervon die gesamte Südhälfte Deutschlands – siehe Grafik:

Maximale Windböen für den Dienstag, 4.2.2020

Vielerorts waren abgedeckte Dächer, umgestürzte Bäume und herumfliegende Gegenstände zu beklagen. Mehrere Zuglinien mussten sturmbedingt ausgesetzt werden, auch der Münchner S-Bahn-Verkehr wurde eingestellt.

Hochwasser an der Mosel

Die anhaltenden und intensiven Niederschläge besonders im Bereich der Vogesen und des Schwarzwaldes, sowie das Tauwetter führten zu steigenden Flusspegeln. Vereinzelt wurde zwar nur die Hochwasser-Warnstufe 1 erreicht, die Mosel hingegen trat zwischenzeitlich deutlich übers Ufer.

Quelle Titelbild: pixabay.com

Starkniederschläge im Süden Österreichs

Großwetterlage

Am Dienstag, 05.11.2019 befand sich von Frankreich bis zum Baltikum ein ausgedehnter Tiefdruckkomplex. In diesem Zusammenhang entwickelte sich in der Nacht auf Dienstag auch über Norditalien ein Tief. Dieses drückte im Laufe des Tages von Süden her feucht-warme Luftmassen gegen die Alpen.

Bodendruckkarte, 2019-11-05 12UTC, Quelle: GFS

Stauniederschlag

Bei südwestlicher Höhenströmung wurden zudem feucht-warme Luftmassen aus dem Mittelmeerraum nach Norden bewegt. Diese waren aufgrund der Alpen gezwungen aufzusteigen und wurden dabei regelrecht ausgequetscht. Binnen 24 Stunden fielen dabei in Kärnten verbreitet bis zu 40 Liter Niederschlag, an den Karawanken, speziell am Loibl-Pass sogar über 100 Liter.

Niederschlagssumme 2019-11-05

Der Ebriacher Bach bei Bad Eisenkappel reagierte sofort auf diese großen Niederschlagsmengen. Um die Mittagszeit fielen dort binnen 3 Stunden knapp 30 Liter, weshalb an der Messstation Bad Eisenkappel kurzfristig auch HQ10 erreicht wurde. Dies steht für eine bestimmte Durchflussmenge bei Hochwasser, die im Schnitt nur alle 10 Jahre auftritt. Andere Flüsse, allen voran die Drau und die Gail, reagierten aber nur verhalten mit vorübergehenden Anstiegen unterhalb der HQ1-Marke.

Abfluss Ebriacher Bach, Quelle: Hydrographischer Dienst Kärnten

Hochwasserkatastrophe von 2012 in Lavamünd

Auf den Tag genau vor 7 Jahren gab es im unteren Drautal, speziell in Lavamünd ein katastrophales Hochwasserereignis. Die Wettersituation war eine ähnliche: Ein Italientief drückte feucht-warme Luftmassen aus dem Mittelmeerraum an die Alpen und ließ es an den Karnischen Alpen und den Karawanken langanhaltend und kräftig regnen. Verbreitet wurden in Unterkärnten binnen 24 Stunden um ca. 60 Liter gemeldet. Am Loibl-Pass und in Eisenkappel sogar über 100 Liter. Speziell bei Lavamünd wurde HQ100 registriert. Es kam zu katastrophalen Hochwasserschäden in Millionenhöhe.

Hochwasserkatastrophe Nov. 2012 Lavamünd

Wird sich nun ein solches Hochwassereignis wiederholen?

Vor 7 Jahren war zwar ein ähnliches Italientief verantwortlich für die großen Niederschlagsmengen, aber entscheidend war der Wetterverlauf in den Wochen zuvor und die sehr hohe Schneefallgrenze. Bereits vor diesem Hochwasserereignis hatte es in Unterkärnten binnen weniger Tage diejenige Menge Niederschlag geregnet, die es üblicherweise im ganzen Monat regnet. Somit waren die Böden gesättigt und konnten kaum mehr Regenwasser aufnehmen. Auch die auf über 2000m Höhe liegende Schneefallgrenze sorgte dafür, dass der gesamte Niederschlag nicht in fester Form als Schnee liegen blieb, sondern innerhalb kurzer Zeit die Flüsse anschwellen ließ.

Die am heutigen Dienstag gefallen Niederschlagsmengen alleine führen daher nicht zu einem erneuten Hochwasserereignis. Für Freitag sind aber in Südösterreich bereits weitere große Regenmengen zu erwarten, weniger aber in Unterkärnten.

Titelbild, Quelle: pixabay.com

USA: Tropischer Sturm Nestor richtet Schaden an

Über St. Vincent Island im Nordwesten von Florida traf Sturm Nestor am Samstag auf Land. Er ist inzwischen der 14. registrierte Sturm der diesjährigen Hurrikansaison im Atlantik. Bei anhaltend 72 km/h Wind, mit Spitzen von knapp 100 km/h, brachte er zudem große Niederschlagsmengen. Schäden durch Sturm und Überschwemmungen waren verbreitet an der Küste die Folge.

Zahlreiche Tornados

Viel mehr wird Nestor aber aufgrund der hohen Anzahl an Tornados in Erinnerung bleiben. Bisher wurden 8 Tornados  aus den Bundesstaaten Florida, Georgia und South Carolina gemeldet, die aufgrund des Tropensturms entstanden sind.

Der stärkste war dabei ein Tornado der Kategorie EF2 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 217 km/h. Dieser sorgte in der Nähe des Lakeland Regional Airports für erhebliche Schäden an mindestens 50 Häusern und entwurzelte hunderte Bäume. Zudem brach in dieser Gegend die Stromversorgung zusammen.

Kleine Sturmflut

Abgesehen von zerstörerischen Tornados brachte Nestor dem Florida Panhandle eine kleine Sturmflut. In Apalachicola, Florida stieg das Wasser um knapp einen Meter. Die Niederschlagsmengen betrugen durchschnittlich 51-102 mm.

Obwohl es in einigen Gebieten von Florida und Georgia zu Sturzfluten kam, brachten diese nach der schweren Dürre in den letzten Monaten auch das lang ersehnte Nass.

Schwächer als Hurrikan Michael

Nestor traf ungefähr auf das gleiche Gebiet, über das Hurrikan Michael im letzten Jahr hinwegfegte. Von diesem Kategorie 5 – Hurrikan haben sich die Betroffenen immer noch nicht ganz erholt bzw. sämtliche Schäden repariert. Solch ein tropischer Sturm ist nichts, was Menschen in ihrer Region haben wollen. Aber im Fall von Nestor, der im Vergleich zu Michael deutlich schwächer war, sagen viele Bewohner des Panhandle in Florida, dass sie ihn hinnehmen würden.

Sturmtief MORTIMER

Inzwischen ist Sturmtief MORTIMER nach Osten abgezogen und die Wetterlage hat sich wieder entspannt. Im Folgenden geben wir einen Überblick, wie stark und wo genau das Sturmtief über das Land zog.

Orkanböen auf den Bergen

Bergstationen und auch andere exponierte Stationen meldeten bereits in den Morgenstunden des Montags schwere Sturmböen. Der Höhepunkt des Sturms wurde in den Mittagsstunden erreicht. Auf den Bergen hat sich MORTIMER bis zur Orkanstärke gesteigert. Aber auch im Flachland von Ober- und Niederösterreich wurden teils schwere Sturmböen gemessen:

MORTIMER fordert ein Todesopfer in Deutschland

Neben vielerorts einigen Sturmschäden durch umgeknickte Bäume und herabgefallene Äste hat Sturmtief MORTIMER in Deutschland auch ein Todesopfer gefordert. Ein 41-jähriger Autofahrer wurde in Sachsen-Anhalt von einem umstürzendem Baum erschlagen.

Spätsommerliche Temperaturen

Nicht nur hohe Windgeschwindigkeiten wurden heute gemessen, im Süden und Osten Österreichs wurden verbreitet auch spätsommerliche Temperaturen erreicht. Besonders in der Südoststeiermark und im südlichen Burgenland konnte bei Temperaturen über der 25 Grad – Marke ein weiterer Sommertag registriert werden. Güssing war heute mit 28,2 Grad der wärmste Ort in Österreich.

 

Die Aussichten

Nach Abzug von Sturmtief MORTIMER befinden wir uns am Dienstag kurzfristig unter Einfluss eines Zwischenhochs. Dieses beschert uns an der Alpennordseite weitgehend ruhiges und sonniges Wetter.

Der Mittwoch wird bedingt durch die Kaltfront von Tief NILS von Westen beginnend unbeständig und deutlich kühler.

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Mistral – Der meisterliche Wind

Mistral - Surfer

Wettertechnisch dominieren derzeit zwei Themen die Medien. Überall kann man aktuelle Bilder und Prognosen zu Hurrikan Dorian und Taifun Lingling lesen. Beim Thema Wind gibt es derzeit aber auch aus Europa einiges interessantes zu berichten. Ein Blick nach Frankreich zeigt, dass die Großwetterlage in diesen Tagen ein berüchtigtes Wetterphänomen in Kraft setzt – den Mistral.

Aktuelle Großwetterlage hat Mistral zur Folge

Derzeit befindet sich ein Hochdruckgebiet über dem Ostatlantik, ein Tiefdruckgebiet über Skandinavien und ein weiteres Tief über Oberitalien. Bei dieser Konstellation – Luftmassen strömen im Uhrzeigersinn aus dem Hoch und gegen den Uhrzeigersinn in das Tief – resultiert ein Wind über Frankreich aus nordwestlicher Richtung.

Orographie und Bernoulli-Effekt

Besonders zwischen dem französischem Zentralmassiv und den Alpen wird die Strömung in das Rhônetal hinein kanalisiert. Aufgrund des Bernoulli-Effektes, welcher besagt, dass eine Strömung beschleunigt, sobald sie kanalisiert wird, resultieren hohe Windgeschwindigkeiten, die nicht selten bis zur Mittelmeerküste zu orkanartigen Böen führen. Der Mistral wird daher auch als katabatischer Wind bezeichnet, was so viel bedeutet, wie ein kalter Fallwind.

Die Pyrenäen haben einen ähnlichen Düseneffekt, dort kommt der Wind aber aus West bis Nordwest und wird Tramontane genannt. Je nach Ort an der französischen Mittelmeerküste bläst der Mistral aus nördlicher bis nordwestlicher Richtung und hat oft wolkenlosen Himmel, gute Fernsicht und abfallende Temperaturen zur Folge.

Erste Böen über 100 km/h

Maximale Windgeschwindigkeiten, 18 Uhr, 05.09.2019, Quelle: Ubimet

Der Blick auf die aktuellen Windgeschwindigkeiten verrät, dass der Mistral zwar noch nicht vollständig ausgeprägt ist, aber bereits erste Böen über 100 km/h gemeldet wurden.

Entsprechend interessanter ist, wie sich der Mistral in den nächsten Stunden entwickelt. Hierzu wurde eine Animation des Ubimet-eigenen Wettermodells erstellt. Sie zeigt die maximalen Windböen bis Freitag, 17 Uhr:

Animation der maximalen Windböen

Beeindruckende Motive sind an solchen Tagen an der ganzen Küstenregion zu finden:

Quelle Titelbild: Visualhunt.com

 

Hurrikan Dorian nimmt Kurs auf Florida

Satellitenaufnahme von Hurrikan Dorian, Quelle: worldview.earthdata.nasa.gov/

Der Tropensturm Dorian hat in den letzten Stunden Teile der Karibischen Inseln Puerto Rico und US Virgin Islands mit sehr großen Niederschlagsmengen und Spitzenböen von bis zu 150 km/h überquert. Die trockeneren Luftmassen über den Inselketten, die für eine Intensivierung hinderlich sind, hinter sich gelassen, befindet sich Dorian inzwischen wieder über dem offenen Atlantik. Aufgrund der überdurchschnittlich warmen Wassertemperaturen konnte sich Dorian weiter intensivieren und wurde daher auf Hurrikanstärke 1 hochgestuft.

Hurrikan Dorian prognostizierte Zugbahn
Hurrikan Dorian prognostizierte Zugbahn

Eine weitere Intensivierung über dem freien Atlantik ist sehr wahrscheinlich. Nach den neuesten Wettermodellen wird ein Richtungswechsel der Zugbahn nach Westen erwartet, was einen Landgang an der Ostküste Floridas zu Beginn der nächsten Woche zur Folge hätte. Bereits am Samstag Abend werden erste Ausläufer an der Küste Floridas erwartet.

Dorian zog in den letzten Tagen etwas nördlicher als erwartet und verfehlte somit das Hügelland von Puerto Rico. Dieses hätte eine abschwächende Wirkung zur Folge, weil der Hurrikan teilweise von den für sein Fortbestehen wichtigen feuchtwarmen Luftmassen über dem Meer abgeschnitten gewesen wäre. Stattdessen konnte sich Dorian aufgrund des überdurchschnittlich warmen Atlantiks weiter intensivieren. In folgender Grafik ist die Anomalie der Wasseroberflächentemperatur dargestellt. Zu erkennen ist, dass die Temperatur des Atlantiks teilweise um bis zu +2 Grad vom Durchschnitt abweicht, was beste Bedingungen für eine Weiterentwicklung eines Hurrikans bedeutet.

Temperaturanomalie der Wasseroberfläche des Atlantiks
Temperaturanomalie der Wasseroberfläche des Atlantiks

Neueste Wettermodelle prognostizieren, dass sich Dorian in den nächsten Tagen weiter verstärken und Kategorie 3 erreichen wird. Aufgrund eines Hochdruckgebietes, welches sich über dem Nordatlantik bilden wird, ist davon auszugehen, dass Hurrikan Dorian die Richtung seiner Zugbahn ändern und am ehesten zwischen Südflorida und South Carolina auf Land treffen wird. In der Nacht von Sonntag auf Montag wird aus heutiger Sicht der Kern auf Florida treffen, wo besondere Gefahr von sehr großen Niederschlagsmengen und sehr hohen Windgeschwindigkeiten besteht.

Quelle Titelbild:  worldview.earthdata.nasa.gov/