Hitzerekord in der weltweit nördlichsten Siedlung

Eisbär ©pixabay

Gelegen auf dem 82. Breitengrad, im kanadischen Territorium Nunavut, ist der Militärstützpunkt Alert die nördlichste besetzte Ansiedlung der Erde. 817 Kilometer entfernt vom Nordpol werden hier im Winter Temperaturen jenseits der Null Grad Marke gemessen, selbst im Sommer liegt die durchschnittliche Temperatur bei etwa einem Grad Celsius.

Arktische Hitzewelle

Wie vor einer Woche berichtet  (Temperaturrekorde in Alaska) kämpfte schon der nördlichste Bundesstaat der USA mit einer ungewöhnlichen Hitzewelle. Hier wurden mehrere Tage hintereinander Temperaturen über 30 Grad gemessen. Eine beständige Wetterlage führte nun auch im Nordwesten von Kanada zu Temperaturen, welche deutlich über dem Klimamittel liegen.

Beständige Wetterlage

Zwischen zwei Tiefdruckgebieten stellte sich nun eine südlichen Strömung ein, somit wurden aus den mittleren Breiten milde Luftmassen in Richtung Norden transportiert. Diese Wetterlage wird auch als sogenannte Blockinglage bezeichnet und daraus folgte eine Strömung, die über mehrere Tage beständig war.

Wetterlage ©Ubimet/NCEP
Wetterlage ©Ubimet/NCEP

Folglich resultierte am 14. Juli ein Temperaturrekord von 21 Grad.
Zum Vergleich: In einem durchschnittlichem Juli liegt die Temperatur zwischen drei und vier Grad.
Victoria, eine Stadt in der Nähe von Vancouver und somit etwa 4000 km weit entfernt, verzeichnete an diesem Tag eine niedrigere Temperatur als Alert.

Die Leidtragenden sind bei diesen Temperaturen nun nicht die Menschen, sondern die Tiere. Besonders Eisbären haben mit diesen hohen Temperaturen zu kämpfen. Da viele Pfade den Sommer über nicht mehr komplett mit Eis bedeckt sind, fehlen den Tieren die so dringend benötigten Routen zum Jagen. So wird prognostiziert, dass die Population der Eisbären bis 2050 um etwa 30% sinkt.

Auch die weiteren Prognosen zeigen keine Umstellung der Wetterlage, bis Anfang August bleiben die Temperaturen auf einem überdurchschnittlichen Niveau.

 

Titelbild: www.pixabay.com

Der Samstag brachte heftige Gewitter

Hagel

Die letzten gewittrigen Schauer ziehen gerade von Bayern in Richtung Tschechien ab. Heute müssen aber in der Mitte sowie im Südosten weiterhin lokale Gewitter eingeplant werden.

Insgesamt gingen am Samstag im Norden und Süden teilweise kräftige Gewitter mit großem Hagel und stürmischen Böen nieder.  Besonders Blitzreich waren diese im Norden, hier kamen am Vormittag örtlich große Regenmengen zusammen. Zwischen Lübeck und Schwerin wurden an der Station Boltenhagen 62 l/m² in 24 Stunden gemessen, wobei davon 46 l/m² in einer Stunde gefallen sind. Aber auch in Baden-Württemberg und Bayern zogen am Abend einige kräftige Gewitter durch. In der Bodenseeregion erreichten die Böen über 100 km/h. In ganz Deutschland wurden etwas mehr als 243 000 Blitze erfasst.

24h Regenmengen ©Ubimet
24h Regenmengen ©Ubimet
24h Blitzdichte ©Ubimet
24h Blitzdichte ©Ubimet

22:00 Orkanartige Böen

In Oberschwaben zieht derzeit eine heftige Gewitterlinie mit teils orkanartigen Böen durch! Anbei die Windspitzen in der letzten Stunde:

  • 115 km/h Friedrichshafen (DE)
  • 94 km/h Rohrspitz (AT)
  • 92 km/h Lindau
  • 88 km/h Konstanz (DE)

21:20 Sturmböen am Bodensee

21:00 Starke Gewitter im Südwesten

20:35 Gewitter am Bondensee

Besonders am Hochrhein bzw. westlich des Bodensees sind weitere kräftige Gewitter entstanden. Es besteht die Gefahr von Sturmböen!

20:10 Erste Gewitter in BaWü

Die Gewitter greifen nun aus der Schweiz vermehrt auf den äußersten Südwesten über und auch im Allgäu entstehen vorlaufende Gewitterzellen. Aktuelle Radarbilder gibt es hier: Wetterradar Deutschland

Aktuelles Radarbild. © DWD / UBIMET
Aktuelles Radarbild. © DWD / UBIMET

19:40 Bild aus Genf

Anbei ein spektakuläres Bild aus Genf mit der Böenfront der Gewitterlinie in der Schweiz. Diese Gewitter erfassen nun in abgeschwächter Form den Süden von Baden-Württemberg. In Zusammenspiel mit dem zu erwartenden Druckanstieg („Druckwelle“) sind teils stürmische Böen zu erwarten!

19:20 Orkanartige Böen in der Schweiz

Die Gewitterlinie in der Schweiz hat lokal orkanartige Böen gebracht, anbei die Spitzenwerte der letzten drei Stunden:

  • 111 km/h Bouveret
  • 107 km/h Visp
  • 103 km/h Vevey / Corseaux

Auch im Südwesten Deutschlands besteht in den Abendstunden die Gefahr von Sturmböen!

19:10 Gewitteraufzug im Breisgau

Im Breisgau ist bereits ein vorlaufendes Gewitter durchgezogen. Anbei der Blick aus dem Großraum Freiburg:

18:45 – Beruhigung im Osten

Die Gewitter im Osten Deutschlands sind mittlerweile nach Polen abgezogen und auch in Ober- und Niederbayern gehen nur noch einzelne Gewitter nieder. Im Südwesten nimmt die Gewitterbereitschaft ausgehend von der Schweiz hingegen zu.

Aktuelle
Aktuelle Blitze. © nowcast / UBIMET

18:10 – Unwetter in den Alpen

Auch in der Schweiz und in Österreich gehen derzeit heftige Gewitter nieder. Lokal kommt es dabei zu Hagel und Überflutungen. Anbei ein paar Bilder:

17:50 – Gewitter im Osten

Ein Blick auf die aktuelle Blitzkarte zeigt, dass die meisten Gewitter derzeit in Ostsachsen, Vorpommern und Niederbayern durchziehen. Auch in der Westschweiz ziehen kräftige Gewitter durch, diese erfassen im Laufe des Abends und der Nacht auch den Südwesten Deutschlands.

Aktuelle Blitze © nowcast / UBIMET

17:20 – Hagel in Sachsen

Anbei ein aktuelles Video von der Festung Königstein in Sachsen:

17:10 – Lokal große Regenmengen

Mit den Gewittern fällt kräftiger Regen in kurzer Zeit, so gab es etwa in List auf Sylt (S-H) 12, 5 mm Regen in der vergangenen Stunde und in Menz (Brandenburg) 10,5 mm. Meist werden die Wetterstationen aber nicht direkt von den Gewitterkernen getroffen, so gibt es lokal durchaus größere Regenmengen. Anbei ein aktuelles Bild aus Freilassing in Bayern.

http://webcam.kiefel.de/kiefel_freilassing.jpg
Webcam Freilassing. http://webcam.kiefel.de/kiefel_freilassing.jpg

16:30 – Gewitter in Bayern

Auch am Alpenrand sind mittlerweile kräftige Gewitter entstanden. Besonders betroffen ist derzeit das Berchtesgadener Land westlich von Bad Reichenhall. Es besteht die Gefahr von kleinräumigen Überflutungen und Hagel!

16:15 Uhr – Starke Gewitter im Osten

Im äußersten Osten und Nordosten entstehen derzeit vermehrt kräftige Gewitter. Die Unwettergefahr ist erhöht, so besteht örtlich die Gefahr von großem Hagel, Sturmböen und Starkregen. Die Gewitter ziehen meist in nordöstlich Richtung.

Aktuelle Radarbild. © UBIMET / DWD
Aktuelles Radarbild. © UBIMET / DWD

15:20 Uhr – Hagelgefahr in Sachsen und Brandenburg

Derzeit entstehen im Osten von Sachsen und in Nordbrandenburg weitere Gewitter. Im Kern diese Gewitter besteht erhöhte Hagelgefahr!

14:45 Uhr – Gewitter südlich von Dresden

Ein kräftiges Gewitter hat sich nun südlich von Dresden gebildet, und zieht wohl knapp südlich der Stadt nach Osten weiter. Dabei ist mit Hagel zu rechnen! Hier ein Blick auf das Gewitter von der Feste Königstein:

14:00 Uhr – Naheinschlag

Durch einen Naheinschlag erschrecken nicht nur wir Menschen, sondern auch die Tierwelt, wie man in diesem Video von heute Früh sieht:

13:15 Uhr – Gewitterpause

Die letzten Gewitter in Schleswig-Holstein zeihen nun rasch nach Norden ab, vereinzelt bringen diese noch kleinen Hagel:

Anschließend stellt sich für ein paar Stunden ruhigeres Wetter ein. Am späten Nachmittag bilden sich aber im Süden sowie im äußersten Osten wieder starke Gewitter. Dabei besteht die Gefahr von Sturmböen und Hagel!

12:00 Uhr – Gewitter an der Ostsee

In den Mittagsstunden gehen an der Ostsee noch teils heftige Gewitter nieder. An der Küste kann man gut das Heranrollen der Gewitterlinie beobachten, wie hier die Webcam aus Zingst zeigt:

Webcam in Zingst

11:00 Uhr – Autobahn A1 unter Wasser

Die aktuellen Messwerte zeigen die enormen Regenmengen, die die Gewitter mitbringen:

  • Boltenhagen 59,8 l/m²
  • Carlow 50,2  l/m²
  • Pelzerhaken 47,7  l/m²

Da ist es nicht verwunderlich das Teile der Autobahn unter Wasser stehen.

10:15 Uhr – Schon 140.000 Blitze

Nahezu ortsfest sind derzeit die Gewitter zwischen Lübeck und Schwerin. Hier kommt es aufgrund der großen Regenmengen (bis zu 50 l/m²) lokale zu Überflutungen.

140.000 Blitze in den vergangenen 6 Stunden
140.000 Blitze in den vergangenen 6 Stunden

Die Gewitter bieten auch eine richtige Blitzshow. So gab es in den vergangenen 6 Stunden rund 140.000 Blitze über Deutschland.

10:00 Uhr – Hagelgewitter im Westen von Hamburg

Ein kräftiges Gewitter hat sich am westlichen Stadtrand von Hamburg gebildet. Hier gibt es auch wieder Hagel von bis zu 2 cm Durchmesser. Hier ein Post aus Wedel:

09:20 Uhr – Gewitter abgeschwächt

Die Gewitter haben sich nun vorübergehend etwas abgeschwächt und bringen meist nur mehr starken Regen, aber kaum noch Hagel oder Sturm.

In den kommenden Stunden muss man besonders im Mecklenburg-Vorpommern mit heftigen Gewittern rechnen. Am späten Nachmittag verlagert sich der Schwerpunkt in den Süden.

08:15 Uhr – Teils große Regenmengen

In der vergangenen Stunde gab es im Zuge der Gewitter wieder kräftigen Regen:

  • Bleckede-Walmsburg 28,2 l/m²
  • Dodow 22,7 l/m²
  • Boizenburg 12,1 l/m²

07:45 Uhr – Großer Hagel nahe Uelzen

Das kräftigste Gewitter mit teils großem Hagel zieht östlich an Hamburg vorbei und nimmt Kurs auf Schwerin. Zudem gab es in der vergangenen Stunde 35 l/m² durch ein Gewitter in Uelzen!

07:00 Uhr – Gewitter ziehen nordwärts

In der zweiten Nachthälfte haben sich zwei kräftige Gewitterlinien gebildet. Ein Gewitter bildete sich im Leipziger Land, zog langsam nordostwärts und erreichte in den frühen Morgenstunde in abgeschwächter Form noch den Osten von Berlin.

Blitze der vergangenen 24 h (gelb aktuelle Blitze, rot Blitze am Freitag) ©UBIMET
Blitze der vergangenen 24 h (gelb aktuelle Blitze, rot Blitze am Freitag) ©UBIMET

Eine  zweite Gewitterlinie bildete sich bei Göttingen und zog nordwärts und erreicht in der kommenden Stunde auch Hamburg. Dabei gab es teils großen Hagel von 3 bis 4 cm Durchmesser:

Titelbild: Adobe Stock

Nach der Hitze kommt der Taifun

Mount Fuji

Mittlerweile hat der Westpazifik eine Temperatur erreicht, bei der sich fast im Wochentakt ein tropischer Sturm zu einem Taifun entwickelt. Aufgrund der vorherrschenden Druckverteilung steuern diese leider immer wieder auf die viel bevölkerten Inseln und Küsten Ostasiens zu.

Rekordhitze

In den letzten Wochen etablierte sich über Japan ein stabiles Hoch, dieses führte zu einige neuen Hitzerekorden auf der Insel. Mit einer Temperatur von über 41.1°C wurde der bisherige Hitzerekord von 39.9°C in Kumagaya, einer Stadt nicht unweit von Tokio, pulverisiert.

Stadt Temperaturmaxima am Montag Durchschnittl. Maxima im Juli Bisheriger Julirekord
Tokyo 39 Grad 29,4 Grad 39,5 Grad (20.7.2004)
Kumagaya 41,1 Grad 30,5 Grad 39,9 Grad (5.7.1997)
Nogoya 40 Grad 30,7 Grad 38,3 Grad (31.7.1959)

Tür für tropische Stürme wieder offen

Aufgrund der Verlagerung des Hochs in Richtung Westen, lenkt es nun Stürme genau in Richtung Japan. Der Taifun JONGDARI zieht am Wochenende über den Südteil der japanischen Hauptinsel hinweg, womit Millionen Menschen mit schwerem Sturm und Überschwemmungen rechnen müssen.

Zugbahn von Jongdari ©Ubimet
Zugbahn von Jongdari ©Ubimet

Mit Winden von bis zu 160 km/h trifft der Taifun auf die japanische Küste und enorme Schäden  sind zu befürchten.

Prognostizierte Windgeschwindigkeiten©Ubimet
Prognostizierte Windgeschwindigkeiten ©Ubimet

In weiterer Folge sind auch hohe Niederschlagsmengen von 150 bis 200 Liter pro Quadratmeter zu erwarten. Durch Staueffekte an den Bergen der Insel fallen die Maxima lokal noch deutlich höher aus.

Prognostizierte Niederschlagsmengen ©Ubimet
Prognostizierte Niederschlagsmengen ©Ubimet

Nachdem leider die Hitzewelle schon mehrere Opfer forderte, wird der Taifun nun nicht wirklich zu einer Entspannung der Situation in Japan führen.

Quelle Titelbild: pixabay.com

Sintflutartiger Regen im Norden von Vietnam

Regen in Vietnam durch Son Tinh

Anfang der letzten Woche entwickelte sich der Sturm im Westpazifik. Wegen der geringen Wassertemperaturen fehlte Energie für eine starke Intensivierung. Dennoch brachte Son-Tinh auf dem Weg über die Philippinen bis nach Vietnam aufgrund der langsamen Verlagerung große Niederschlagssummen mit sich. Der Sturm zog dann einmal über den Norden der Halbinsel hinweg und anschließend wieder zurück auf das offene Meer.

Zugbahn des tropischen Wirbelsturms über den Norden Vietnams © Ubimet
Zugbahn des tropischen Wirbelsturms über den Norden Vietnams © Ubimet

Dabei fielen so große Mengen an Niederschlag wie in den Monaten Juni, Juli und August zusammen. Zwischen dem 16. Juli und 22. Juli wurden unglaubliche 467 mm Regen aufgezeichnet. Zum Vergleich: In Wien liegt der Jahresniederschlag bei etwa 550 mm.

Bei derart großen Summen bleiben Überflutungen und Erdrutsche leider nicht aus. Dabei kamen in der Folge bisher 20 Menschen ums Leben und Weitere werden vermisst. Am Schlimmsten traf es dabei die Provinz Yen Bai im Norden, hier wurden ganze Dörfer weggeschwemmt. Viele tausende Menschen haben dabei ihre Eigentümer verloren.

Eine leichte Entspannung ist aber wieder in Sicht, da die Niederschläge bereits etwas nachgelassen haben.

Blocking-Lagen

Dürre als Folge von Blocking-Lagen

Europa liegt in der sogenannten Westwindzone, somit bestimmen hier normalerweise atlantische Tiefdruckgebiete das Wettergeschehen. Wird dieses Westwindband jedoch von einer bestimmten Druckkonstellation unterbrochen, spricht man von einer Blocking-Lage.

Zusammenhang mit Jetstream

Wie bereits in dem Artikel über den Polarjet beschrieben, ist das Starkwindband über Europa gerade zweigeteilt, da ein außergewöhnlich beständiges Hochdruckgebiet über Skandinavien bzw. Russland liegt. Dieses Hoch hindert die Tiefdruckgebiete daran nach Mitteleuropa zu ziehen, weshalb Meteorologen auch von einem blockierenden Hoch oder von einer Blocking-Lage sprechen. Da der Polarjet in diesem Fall sogar nördlich von Skandinavien liegt, können sehr warme Luftmassen von Südeuropa bis in den hohen Norden gelangen.

Omega Blocking © Wikipedia
Omega-Blocking © Wikipedia

Omega-Lage über Europa

Wie in der Abbildung zu sehen stammt der Name des sogenannten Omega-Blockings vom griechischem Buchstaben Omega (Ω): Ein Hoch im Norden wird von zwei Höhentiefs am Südrand flankiert. Dies führt zu einer äußerst beständigen Wetterlage, die sich über Wochen bis Monate hinweg fortsetzen kann. Derzeit liegt dieses Hoch genau über dem Osten Skandinaviens bzw. Norden Russlands und führt dort zu ungewöhnlich hohen Temperaturen.  Mitteleuropa befindet sich währenddessen am Rande eines Höhentiefs über Südosteuropa: Die Temperaturen liegen zwar auf sommerlichen Niveau, der Wettercharakter ist aber immer wieder unbeständig mit Schauern und Gewittern.

Omega über Europa © Ubimet/Ncep
Omega über Europa © Ubimet/Ncep

Verursacher von Hitze- und Kältewellen

Während eine Blocking-Lage im Sommer zu Perioden von extremer Hitze und Dürre führt, kann es im Winter zum entgegengesetzten Fall kommen: In dieser Jahreszeit kann solch eine Lage nämlich zu einer außerordentlich frostigen Witterung führen, wenn eisige kontinentale Luft nach Europa gelangt. Dies passierte beispielsweise am Ende des vergangenen Winters.

Wie lange die Wetterlage derzeit noch anhält ist schwer zu sagen, derzeit deuten die Modelle auf keine markante Änderung hin.

Quelle Titelbild: pixabay.com

Tropischer Sturm nimmt Kurs auf Shanghai

Der tropische Sturm Ampil nimmt Kurs auf Shanghai.

Kaum hat sich die Ostküste Asiens von dem Taifun Maria erholt, hat sich im Pazifik der nächste tropische Wirbelsturm namens Ampil gebildet.  Obwohl die Bedingungen für eine starke Intensivierung nicht optimal sind, rechnen die Modelle zumindest vorübergehend noch mit einer Vertiefung des Kerndruckes.

Vorrausichtliche Zugbahn von Ampil ©Ubimet
Voraussichtliche Zugbahn von Ampil. ©UBIMET

Sturm kommt in Fahrt

Derzeit sorgt ein ausgeprägtes Hoch über Korea und Japan noch dafür, dass Ampil recht stationär bleibt. Dies führt zu einem Durchmischen der Wassersäule unter dem Sturm und kälteres Wasser wird an die Oberfläche transportiert. Folglich konnte sich der Sturm bisher nur bedingt verstärken. Mit dem langsamen Auflösen des Hochs bewegt sich der Sturm jedoch nach Nordwesten, wo wieder mehr Energie durch warmes Oberflächenwasser zur Verfügung steht. Am Samstag wird der Sturm somit direkt über die japanische Insel Okinawa Honto hinweg ziehen.

Überflutungsgefahr

Die Windgeschwindigkeiten betragen derzeit etwa 100 km/h und liegen somit knapp unterhalb der Schwelle von 118 km/h für einen Taifun der Kategorie 1. An Samstag wird sich der Sturm aber vorübergehend noch etwas verstärken. Die größere Gefahr geht allerdings von den ergiebigen Niederschlagsmengen aus, die zu erwarten sind, wenn der Sturm auf Land trifft. Damit ist am Sonntag zu rechnen, doch wo dies genau sein wird ist noch mit einer gewissen Unsicherheit behaftet. Die Metropole Shanghai könnte aus heutiger Sicht allerdings von den Auswirkungen direkt betroffen sein!

Unwetter in Nigeria

Im Bereich der äquatorialen Tiefdruckrinne gehören Gewitter aufgrund der starken Einstrahlung zur Tagesordnung. Diese verschiebt sich mit den Jahreszeiten und wandert im Sommer nach Norden. Aufgrund dieser Verschiebung setzt folglich der Westafrikanische Monsun ein.

Gut zu sehen sind diese Gewitter (und die bringen in erster Linie den vielen Regen) auf dem Satellitenbild von diesem Montag:

Satellitenbild zeigt Gewitter in Nigeria.
Satellitenbild zeigt Gewitter in Nigeria.

In Nigeria betrifft dies vorrangig den Norden und so kam es, dass von Sonntag auf Montag ein starkes Gewitter mit gewaltigen Niederschlagsmengen westlich der Stadt Kano niederging. Die Kombination aus trockenem Boden und starkem Regen führte dann zu massiven Überschwemmungen. Dabei ist der Stausee an einem Damm übergelaufen und im Anschluss wurden viele Dörfer rund um die Region überflutet.

Dabei sind mindestens 49 Menschen ums Leben und weitere 20 werden noch vermisst. Die Wassermassen kosteten auch hunderte Weidetiere das Leben.

Bereits 2 Tage zuvor wurde die Stadt Abeokuta im Süden des Landes von heftigen Regenfällen getroffen.

 

Sturm am Mittwoch, dann heiß!

Perfektes Wetter zum Wäsche trocknen

Während die Skandinavier und Briten eine Hitzewelle nach der anderen erleben, präsentiert sich der Hochsommer in Mitteleuropa eher durchschnittlich. In dieser Woche nimmt er langsam wieder Fahrt auf, zuvor wird es aber nochmal ungewöhnlich stürmisch für die Jahreszeit.

Ein Tief im Nordwesten und ein Hoch im Südwesten ©Ubimet/NCEP
Ein Tief im Osten und ein Hoch im Südwesten ©Ubimet/NCEP

Im Niemandsland

Wettertechnisch liegt der Alpenraum derzeit, um es mal salopp auszudrücken, im Nirgendwo: Über uns befindet sich weder ein Tief noch ein Hoch, wir sind genau in der Mitte von zwei Druckzentren.  Im Osten Europas liegt ein Höhentief, welches uns in der vergangenen Woche beschäftigte, von Südwesten her drückt ein Hochdruckgebiet herein. Aufgrund dieser Konstellation werden die Druckunterschiede morgen zwischen West- und Ostösterreich recht groß. Daraus resultieren am Mittwoch hohe Windgeschwindigkeiten und diese werden besonders am Alpenostrand zu spüren sein. Dabei muss mit stürmischen Böen von 60 bis 70 km/h gerechnet werden, vereinzelt sogar etwas mehr.

Besonders im Osten Österreichs sind stürmische Böen zu erwarten.
Modellprognose der Windspitzen am Mittwoch. © UBIMET

Hochsommerliche Temperaturen

Mittwoch Abend ist jedoch wieder alles vorbei und das Hoch aus dem Südwesten setzt sich durch. Dieses bleibt dann bis einschließlich Freitag einigermaßen stabil und versorgt Österreich mit heißen Luftmassen. Im Westen wird die 30-Grad-Marke schon am Donnerstag recht verbreitet geknackt, am Freitag und Samstag arbeitet sich die Hitze dann auch weiter in den Osten voran.

Der diesjährige Höchstwert liegt übrigens bei 34,6 °C und wurde in Hohenau am 21. Juni gemessen. Derzeit zeigen die Modelle zwar einen Trend nach oben, der Bestwert dürfte aber auch die folgende heiße Wetterphase überstehen.

Quelle Titelbild: pixabay.com

Badeurlaub im Norden. Ist die Ostsee das neue Mittelmeer?

Fjord in Norwegen

Norwegen, Schweden und Finnland besitzen wie die beliebten Sommerurlaubsländer Kroatien und Italien ebenso einen Zugang zum Meer. Für einen Badeurlaub waren die Temperaturen dort aber bisher einfach zu niedrig. Das hat sich jedoch in den letzten paar Wochen geändert. Dort herrschen derzeit so hohe Temperaturen, dass die Wassertemperatur beinahe das Niveau des Mittelmeers erreicht hat.

Wassertemperatur Ostsee © Danish Meteorological Institute
Wassertemperatur Ostsee © Danish Meteorological Institute

Im Norden hoch sommerliche Temperaturen

Ein ausgeprägtes Hoch sorgt dort für diese hohen Temperaturen. Während die durchschnittliche Temperatur im Juli in Norwegen und Finnland bei etwa 20°C liegt, sind die derzeitigen Werte weit darüber. Im Norden von Skandinaviens, etwa 20 km südlich des Nordkaps, wurden gestern sogar unglaubliche 30°C an zwei Stationen gemessen. Also ist es derzeit 2500 km nördlich von Österreich wärmer als hier in Wien.

Prognostizierte Maximaltemperatur vom 12. Juli ©Ubimet/NCEP
Prognostizierte Maximaltemperatur vom 12. Juli ©Ubimet/NCEP

Der weitere Trend der Wettermodelle zeigt aber wieder einen leichten Rückgang der Temperatur. Sicher ist aber, dass sich diese Hitze nicht wirklich gut auf den schon weit fortgeschrittenen Rückgang des arktischen Eises auswirken wird.

Quelle Titelbild: pixabay.com

Positiver Temperaturtrend in der zweiten Julihälfte

Sommerliche Stimmung - pixabay.com

Im Gegensatz zu den Tropen bestimmen in Mitteleuropa die Hoch- und Tiefdruckgebiete das Wetter.  Derzeit liegt ein Tief direkt über Mitteleuropa und an dessen Vorderseite, sprich an der östlichen Flanke, werden heiße Luftmassen nach Norden transportiert. Dies führt derzeit zu hohen Temperaturen in der Ukraine und Teilen Russlands. Damit nun im Alpenraum dieser Fall eintritt, brauchen wir folglich ein Tiefdruckgebiet im Ostatlantik. Damit bekommen wir die Luftmassen aus dem Mittelmeerraum.

Transport von Luftmassen nach Norden auf der Vorderseite eines Tiefs © UBIMET / NCEP
Transport von Luftmassen nach Norden auf der Vorderseite eines Tiefs © UBIMET / NCEP

Alter Hurrikan als Wettermacher in Europa

Aufgrund eines Hurrikans im Atlantik, der in weiterer Folge unter Abschwächung in Richtung Europa zieht , kommt die Tiefdrucktätigkeit im Nordatlantik wieder in Gang.  Bisher dominierten hier Hochdruckgebiete das Wetter,  deshalb war es in Großbritannien in den vergangenen Wochen ungewöhnlich heiß.  Die Modellvorhersagen bestätigen diese Hypothese und der Temperaturtrend geht nach oben.

Zugbahn Hurrikan ©NOAA
Zugbahn Hurrikan ©NOAA

Keine Abweichung zum Mittel

Derzeit sind die Temperaturen im Alpenraum unter dem Monatsmittel, auf der Grafik wäre der Bereich in Österreich dann blau. Die Vorhersage zeigt nun, dass die zweite Hälfte nicht vom Mittel abweicht und dies entspricht wieder durchschnittliche sommerliche Temperaturen. Daraus folgt, dass der Temperaturtrend für die nächsten Tage nach oben gehen muss um das jetzige Defizit noch auszugleichen.Temperaturanomalie Europa ©NOAA

Temperaturanomalie Europa ©NOAA

Solche Vorhersagen sind zwar immer mit großer Vorsicht zu genießen, aber ein Umschwung in der Großwetterlage ist zu erkennen.

Taifun-Saison kommt in Fahrt! Nächster Wirbelsturm steuert auf Ostasien zu

Während sich der Taifun Prapiroon, von dem wir Anfang der Woche berichtet haben, im japanischen Meer zu einem Sturmtief entwickelt hat, braut sich im warmen Westpazifik wieder etwas zusammen. Maria, der Name wurde vom „Joint Typhoon Warning Center (JTWC)“ für diesen Taifun vergeben, intensiviert sich laut heutiger Prognosen weiter. Dieser Sturm stellt ein großes Risiko für die Nordostküste Chinas sowie Südkorea und den Süden Japans dar.

Weitere Intensivierung

Derzeit befindet sich der tropische Sturm nahe der Insel Guam und wandert mit den Passatwinden in Richtung Nordwesten. Da dort die Meeresoberfläche sehr warm ist, steht genügend Energie zur Verfügung, damit sich der Sturm noch weiter intensivieren kann. Die Simulationen der Modelle zeigen dabei Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h. Erreicht dieser Sturm die Küste, sind Extremwetterereignisse wie Starkniederschlag, Überschwemmungen und Bergrutsche zu befürchten.

 

Bildquelle: Sprengben, visualhunt

Bedrohlich und malerisch zugleich: Mammatus

Auschnitt eines Strandes mit darüberliegenden Mammatuswoken

Die sogenannten Mammatus Wolken sind besonders im Sommer auf der Rückseite oder im Randbereich von kräftigen Gewittern zu sehen. Ihre Entstehung ist wissenschaftlich noch nicht ganz geklärt, aber es gibt einige Theorien dazu. Ihr Auftreten ist hauptsächlich im Sommer mit konvektiven Ereignissen verbunden, also bei ausgeprägten vertikalen Lufttransport innerhalb der Atmosphäre.

So geschehen auch am 1. Juli an der Küste Westfrankreichs nach einem kräftigen Gewitter:

Entstehung

Der Name kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „Beutel“ beziehungsweise „brustartig“. Aufgrund von Verdunstungsvorgängen an der Wolkenunterseite kann die Luftschicht unmittelbar unterhalb der Wolke labilisiert werden. Dies sorgt für Turbulenzen, so kommt es an der Wolkenuntergrenze zu einem ständigen Absinken und Aufsteigen der Luft. Dadurch entsteht dann diese Wolkenart, die auf die komplexen Prozesse in der Gewitterwolke hinweisen.


Auftreten können diese Wolken überall auf der Welt, allerdings sind die Auswölbungen an der Wolkenunterseite oft nur mäßig ausgeprägt. Je nach Wetterlage und Tageszeit können diese Wolke aber für ein spektakuläres Naturschauspiel sorgen.

Quelle Titelbild: © agatemeteo

Kälterekord in der Antarktis

Forscher bei ihrer Arbeit in der Antarktis

Während auf der Nordhalbkugel und damit in Europa sommerliche Verhältnisse vorherrschen, befindet sich der Südpol in ständiger Dunkelheit. Dabei sind Temperaturen im Bereich von minus 80 Grad keine Seltenheit. Bisher lag der Kälterekord bei minus 89,2 Grad. Neue Auswertungen von Satellitendaten der NASA aus dem Jahr 2004 ergeben nun einen Wert von unglaublichen minus 98,6 Grad. Dieser Wert ist jedoch nur schwer mit dem offiziellen Rekord vergleichbar, da dieser in zwei Metern Höhe gemessen wurde und nicht mittels Fernerkundung.

Extremtemperaturen

Ermittelt wurde diese Temperatur nordwestlich der Antarktis-Station Wostok auf einem Hochplateau in der östlichen Antarktis auf etwa 3800 Meter Seehöhe.  Die meteorologischen Bedingungen sind dort für das Erreichen solcher Extremtemperaturen optimal.  In flachen Tälern oder Mulden können sich aufgrund der dicken Eisschicht sowie der niedrigeren Luftfeuchtigkeit daher extreme Temperaturminima ausbilden. Dabei sprechen Meteorologen auch von einem Kaltluftsee.

Lebensfeindliche Umgebung

Die Verhältnisse bei diesen Temperaturen sind für einen Menschen sehr lebensfeindlich. Wissenschaftler können bei diesen Wetterextrema nur mit speziellen Masken ins Freie.

Ob dieser Rekord nochmal eingestellt werden kann, ist jedoch fraglich, da die Temperatur sowie die Luftfeuchtigkeit aufgrund des Klimawandels dort allmählich ansteigt.

Titelbild: © dpa

Taifun Prapiroon steuert auf Japan und Südkorea zu

Ausschnitt des Satellitenbildes über Sudöstasien

Ein Taifun, diesen Namen tragen tropische Wirbelstürme in Ost- und Südostasien, bedroht derzeit die Küste von Japan sowie auch den südöstlichen Teil Südkoreas. Dieser räumlich kleine,  jedoch sehr intensive Wirbelsturm, produziert Windgeschwindigkeiten von bis zu 165 km/h. Derzeit befindet sich dieser westlich der japanischen Insel Okinawa und intensiviert sich aufgrund der hohen Wassertemperaturen im chinesischen Meer noch weiterhin.

Starkregen und Überflutungen

Die Wettermodelle simulieren eine prognostizierte Zugbahn, die zwischen Japan und Südkorea verläuft. Beim Durchzug dieser Meeresenge können stellenweise extrem hohe Windgeschwindigkeiten auftreten, sowie auch hohe Niederschlagsmengen von bis zu 100 mm fallen. Aufgrund dieser hohen Mengen sind stellenweise Überflutungen und Vermurungen zu befürchten.

Simulierte Zugbahn des Taifuns. Zugbahn in Richtung Norden
Prognostizierte Zugbahn des Taifuns © UBIMET

Im weiteren Verlauf wird Erwartet, dass der Sturm auf das japanische Meer zieht und sich aufgrund der tieferen Wassertemperaturen abschwächt und zu einem außertropischen Sturmtief wird.