Die Schafskälte

Meteorologisch gesehen ist die Schafskälte eine sogenannte Singularität, also ein Witterungsereignis, welches in einem begrenztem Zeitraum immer wieder an einem ähnlichen Datum auftritt. Bei der Schafskälte handelt es sich um einen Kälterückfall in Mitteleuropa etwa Mitte Juni. Dieser findet allerdings nicht in jedem Jahr statt. Heuer scheint die Schafskälte, so wie die Eisheiligen, auszufallen, zumindest bis zum nächsten Wochenende ist kein Ende des schwülwarmen Wetters in Sicht.

Kälte und Schafe?

Dieser Kaltlufteinbruch ist weniger im Flachland sondern vielmehr in höheren Lagen im Gebirge von Bedeutung, was auch zum Namen dieser Wetterlage führt. Denn zu dieser Zeit sind die Schafe, die bereits in hochgelegenen Almgebieten gehalten werden, traditionell schon geschoren. Damit kann der Kälteeinbruch den Tieren durchaus bedrohlich werden, da dieser teils auch mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und mitunter auch mit Schnee bis ins Mittelgebirge herab einhergeht.

Regelmäßigkeit

Speziell Mitte Juni wird der Weg des Öfteren frei für die Zufuhr polarer Kaltluft und speziell in der Vergangenheit war dies auch häufig der Fall. So führten Auswertungen der Jahre 1881 bis 1947 mit einer hohen Wahrscheinlichkeit von über 80 Prozent zu einer Häufung um den 11. Juni, allerdings auch mit einer Streuung vom 4. bis zum 20 Juni. Etwas neuere Analysen aus den Jahren 1986 bis 1991 ergeben für das Auftreten dieser Singularität im Mittel die Zeit vom 11. bis zum 20 Juni.