Aktuelle Eisbedeckung in der Arktis

Das arktische Meereis spielt eine entscheidende Rolle für das Klima, da seine helle Oberfläche etwa 80 Prozent der einfallenden Sonneneinstrahlung in den Weltraum zurück reflektiert. Durch den Klimawandel sind im Sommerhalbjahr aber immer größere, dunkle Wasseroberflächen der Sonne ausgesetzt. Dies ist ein entscheidender Unterschied, zumal der Ozean bis zu 90 Prozent der einfallenden Strahlung absorbiert! Dadurch schmilzt das Meereis im Frühjahr schneller bzw. friert im Herbst später zu. Im Fachjargon nennt man das eine positive Rückkopplung. Dies ist einer der Gründe, weshalb die Klimaerwärmung in der Arktis besonders stark ausfällt, siehe etwa auch hier: Spitzbergen: 100 Monate lang überdurchschnittliche Temperaturen.

Immer weniger Eis

Am 18. Mai 2019 betrug die Eisausdehnung 11,4 Mio. km². Zum Vergleich: In den 80er-Jahren lag die durchschnittliche vereiste Fläche im Mai knapp über 13 Mio. km²:  Das ergibt einen Unterschied von etwa 1,6 Mio. km² an Eisfläche und entspricht der 4,5-fachen Fläche Deutschlands! Nur im Mai 2016 gab es zu dieser Jahreszeit weniger Eis als heuer. Wenn die kommenden Monate in der Arktis weiterhin überdurchschnittlich warm ausfallen, droht im September ein neuer negativer Allzeitrekord.

Nur im Mai 2016 gab es bislang weniger Eis als heuer. © Zachary Michael Labe
Nur im Mai 2016 gab es bislang weniger Eis als heuer. © Zachary Michael Labe

Das jährliche maximale Eisausdehnung wurde heuer im März erreicht und lag etwa im Durchschnitt der letzten 9 Jahre. Überdurchschnittlich hohe Temperaturen haben im April aber für einen rasanten Eisschwund gesorgt, mitunter wurden dabei auch neue Negativrekorde für die Jahreszeit aufgestellt. Weitere Infos dazu gibt es z.B. hier: Rekord für Anfang März: Die Beringstraße ist nahezu eisfrei.

Die maximale Eisausdehnung wurde bereits im März erreicht. © Zachary Michael Labe
Die maximale Eisausdehnung wurde bereits im März erreicht. © Zachary Michael Labe

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Schwere Gewitter in den Great Plains der USA

Schwere Gewitter in den Great Plains der USA

Am Montag kam es über den südlichen Great Plains in den USA zu einer klassischen Frühjahrs-Unwetterlage: Während es in mittleren bzw. höheren Lagen der Troposphäre für die Jahreszeit ungewöhnlich starken West- bis Südwestwind gab, strömten in der Grundschicht sehr feuchte Luftmassen vom Golf von Mexiko nach Texas und Oklahoma. Dies sorgte für eine hochreichend labile Schichtung der Luft und in Zusammenspiel mit dem starken Höhenwind waren alle Zutaten für schwere Gewitter vorhanden.

Die Meldungen von Hagel, Böen über 97 km/h und Tornados. © UBIMET
Die Meldungen von Hagel >2,5 cm, Böen >97 km/h und Tornados. © UBIMET

Tornados und Hagel bis 14 cm

Bereits in den Morgenstunden kam es in Oklahoma vereinzelt zu kräftigen Gewitter, in der zweiten Tageshälfte war dann ein breiter Streifen vom Norden von Texas bis in den Süden von Missouri betroffen. In Wellington, Texas, wurden am Nachmittag sogar Hagelkörner mit einer Größe von bis zu 14 cm gemeldet! Weiters gab es mehr als 20 Tornado-Meldungen, teils auch mitten in der Nacht, was eine besonders gefährliche Lage darstellt. In Tulsa, Oklahoma, wurde der Flughafen am Dienstagmorgen von einem Tornado nur knapp verfehlt, dafür kam es zu Schäden am naheliegenden Zoo. Zudem sorgten auch Orkanböen für entwurzelte Bäume und Stromausfälle: In Marshall, Oklahoma, wurden am Montagabend sogar Böen von bis zu 151 km/h gemessen.

Überflutungen

Vor allem im Norden Oklahomas, im Südosten von Kansas sowie im Südwesten von Missouri kam es auch zu großen Regenmengen: In diesen Gebieten fielen von Montagmorgen bis Dienstagabend verbreitet 100 bis 200 Liter pro Quadratmeter Regen. Viele Straßen mussten gesperrt werden, zudem zeichnet sich in den kommenden Tagen auch bei den größeren Flüssen ein schweres Hochwasser ab. In Summe gab es hier im Mai bereits 5- bis 6-mal mehr Niederschlag als üblich.

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Örtlich Hochwasser in der Mitte und im Süden

Überflutung

Seit Montag gab es besonders in der Mitte und im Süden teils ergiebige Regenmengen. Anbei die nassesten Orte in den letzten 48 Stunden (Stand: Dienstag, 13 Uhr):

  • 190 mm Jachenau-Tannern (Bayern)
  • 156 mm Aschau-Stein (Bayern)
  • 154 mm Balderschwang (Bayern)

Sehr große Regenmengen gab es in den letzten 24 Stunden allerdings auch in der Mitte des Landes wie etwa im Bereich der Rhön:

  • 103 mm Schlüchtern-Herolz (Hessen)
  • 100 mm Birx/Rhön (Hessen)
  • 95 mm Schotten (Hessen)
  • 91 mm Geisa (Thüringen)
Regenmengen der letzten 24 Stunden. © UBIMET
Regenmengen der letzten 24 Stunden. © UBIMET

Durch die großen Niederschlagsmengen führen derzeit viele kleinere Gewässer Hochwasser, wie etwa der Döllbach in Rothemann (Hessen), die Fulda in Bronnzell (Hessen) oder die Ammer in Bayern. Aktuelle Pegeldaten gibt es hier: https://www.hochwasserzentralen.de/

Besserung in Sicht

In den kommenden Stunden entstehen in der Mitte und im Osten lokale Schauer und Gewitter, der anhaltende Regen lässt in den zentralen Landesteilen und im Westen  aber nach. Im Süden und Südwesten regnet es hingegen noch bis zum Abend teils anhaltend und kräftig, erst in der Nacht lässt die Intensität hier deutlich nach. Am Mittwoch gehen dann nur noch einzelne Schauer nieder und generell kommt es zu einer Wetterberuhigung.

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Tief AXEL bringt ab dem Wochenende Gewitter mit Starkregen

Gewitter mit Blitz und Starkregen © pixabay.com

Das zuletzt wetterbestimmende Höhentief über Deutschland zieht am Freitag nach Benelux ab und wird von einem umfangreichen Tief über Westeuropa eingebunden. Die Strömung über Deutschland dreht somit auf Süd und in den kommenden Tagen gelangt feuchtwarme Mittelmeerluft ins Land. In Zusammenspiel mit einem Bodentief namens AXEL nimmt die Gewitterneigung verbreitet zu.

Höhentief
Das Höhentief zieht nach Westeuropa und im Alpenraum wird es föhnig.

Am Samstag erste Gewitter

Am Samstag scheint in weiten Teilen des Landes häufig die Sonne, nur im äußersten Südwesten überwiegen von Beginn an die Wolken. Im Tagesverlauf sind besonders vom Allgäu bis zum Niederrhein sowie lokal auch in Mecklenburg-Vorpommern Schauer und Gewitter zu erwarten. Die Temperaturen steigen spürbar an und erreichen Höchstwerte zwischen 16 Grad auf Rügen und 24 Grad in der Niederlausitz.

Zunehmende Unwettergefahr

Am Sonntag liegt das Bodentief AXEL quer über Deutschland und die Gewitterneigung steigt verbreitet an. Besonders in der Mitte und im Süden können die Gewitter mitunter auch kräftig ausfallen und örtlich für große Regenmengen in kurzer Zeit sorgen. Der Zustrom feuchter Luft hält zudem auch zu Wochenbeginn an, so sind am Montag neuerlich verbreitet Gewitter zu erwarten. Bei nur schwachem Höhenwind verlagern sich die Gewitter nur langsam, weshalb besonders in der Mitte und im Südosten die Gefahr von kleinräumigen Überflutungen und Sturzfluten erhöht ist. Dazu wird es schwülwarm mit frühsommerlichen Temperaturen von bis zu 25 Grad im Osten.

Besserung aus Westen

Auch am Dienstag setzt sich das unbeständige Wetter fort, der Niederschlagsschwerpunkt verlagert sich aber langsam in den Osten und Südosten. Gebietsweise zeichnen sich hier große Regenmengen ab und die Unwettergefahr bleibt erhöht. Eine Wetterberuhigung gibt es dagegen im Westen und Südwesten. Am Mittwoch sind Schauer und Gewitter nach derzeitigem Stand dann nur noch im Osten ein Thema.

Noch viel Schnee in den Alpen

Deutschland lag in der ersten Monatshälfte im Einflussbereich einer nordöstlichen Strömung, mit der schubweise feuchte und für die Jahreszeit sehr kühle Luftmassen arktischen Ursprungs ins Land geführt wurden. In Summe war der Mai somit bislang außergewöhnlich kühl, so betrug die Abweichung zur Monatsmitteltemperatur in der ersten Maihälfte teils mehr als 4 Grad. In den Nordalpen liegt daher noch außergewöhnlich viel Schnee für die Jahreszeit, mancherorts wie etwa am Säntis (CH) gab es sogar noch nie so viel Schnee so spät im Mai wie heuer. In Österreich kann man an diesem Wochenende aufgrund der Schneelage in manchen Skigebieten sogar noch einmal die Ski anschnallen.

Wetterumstellung: Ab dem Wochenende feuchtwarm und teils kräftige Gewitter

Schauer und Gewitter mit Blitz

Deutschland lag in den vergangenen Tagen im Einflussbereich einer nordöstlichen Strömung, mit der schubweise feuchte und für die Jahreszeit sehr kalte Luftmassen arktischen Ursprungs ins Land geführt wurden. In Summe war der Mai somit bislang außergewöhnlich kühl, so lag die Abweichung zur Monatsmitteltemperatur in der ersten Maihälfte teils mehr als 4 Grad unter dem langjährigen Schnitt. In den Nordalpen liegt zudem noch ungewöhnlich viel Schnee für die Jahreszeit: Mancherorts gab es sogar noch nie so viel Schnee so spät im Mai wie heuer.


In Österreich kann man an diesem Wochenende aufgrund der ungewöhnlichen Schneemengen selbst im Skigebiet Hochkar in Niederösterreich noch einmal die Ski anschnallen.

Viel Schnee auf den Bergen
Aktuelle Schneehöhe in Österreich. © UBIMET

Wetterumstellung

Am Donnerstag fällt besonders in der Nordhälfte gebietsweise kräftiger Regen. In der Nacht zum Freitag verlagert sich das verantwortliche Höhentief langsam westwärts, somit verschiebt sich der Niederschlagsschwerpunkt in den Nordwesten. Die Intensität lässt aber langsam nach und am Freitag bleibt es bis auf lokale Schauer in der Nordwesthälfte bereits überwiegend trocken. Das Höhentief wird zudem von einem umfangreichen Tiefdruckgebiet über Südwesteuropa eingefangen und die Strömung über Deutschland dreht allmählich auf Südost. Ab dem Wochenende gelangen somit feuchtwarme Luftmassen ins Land und in Zusammenspiel mit einem Bodentief namens AXEL nimmt die Gewitterneigung verbreitet zu.

Höhentief
Das Höhentief zieht nach Westen und im Alpenraum wird es föhnig. © UBIMET/NCEP

Am Samstag sind im Tagesverlauf besonders vom Allgäu bis zum Niederrhein sowie vereinzelt auch in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Schauer und Gewitter zu erwarten. Die Temperaturen steigen spürbar an und erreichen Höchstwerte zwischen 16 Grad unmittelbar an der Ostsee und 24 Grad in der Niederlausitz.

Ab Sonntag verbreitet Gewitter

Am Sonntag steigt die Gewitterneigung verbreitet an. Bei nur schwachem Höhenwind zeichnen sich besonders in der Mitte und im Süden teils ortsfeste Gewitter ab mit großen Regenmengen in kurzer Zeit. Lokal werden somit kleinräumige Überflutungen und Sturzfluten zum Thema. Dazu wird es schwülwarm mit frühsommerlichen Werte von bis zu 25 Grad im Osten. Zu Beginn der kommenden Woche hält der Zustrom feuchter Luft in der Osthälfte an, somit setzt sich das unbeständige Wetter fort. Am Dienstag verlagert sich der Niederschlagsschwerpunkt langsam in den Osten und Südosten, gebietsweise zeichnen sich hier große Regenmengen ab und die Unwettergefahr bleibt erhöht. Im Westen und Südwesten beruhigt sich das Wetter hingegen wieder.

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Umstellung der Großwetterlage bringt Föhn und Gewitter

Vom Winter in den Frühling

Der Alpenraum lag in den vergangenen Tagen wiederholt unter Tiefdruckeinfluss, dabei gelangten mit einer überwiegend nordöstlichen Strömung schubweise feuchte und für die Jahreszeit sehr kalte Luftmassen arktischen Ursprungs ins Land. Auch vergangene Nacht sorgte ein Höhentief über Ostösterreich für teils kräftigen Regen von Oberösterreich bis zum Burgenland.

12-Stunden-Regenmengen bis Donnerstagmorgen
12-Stunden-Regenmengen bis Donnerstagmorgen. © UBIMET

Anbei die nassesten Orte in den letzten 24 Stunden (Stand 14 Uhr):

  • 25,4 mm Kierling
  • 24,9 mm Langenlebarn
  • 22,5 mm Wien – Jubiläumswarte
  • 21,2 mm Tulln
  • 21,0 mm Stockerau
  • 20,8 mm Wien – Innere Stadt

Der Mai war bislang außergewöhnlich kalt, so lag die Abweichung zur Monatsmitteltemperatur in der ersten Maihälfte etwa 4 Grad unter dem langjährigen Schnitt. Gebietsweise wurde auch schon die durchschnittliche Niederschlagsmenge übertroffen, wie etwa in östlichen Donauraum vom Mostviertel über das Wiener Becken bis zum Nordburgenland sowie auch in den Karawanken. Auf den Bergen liegt zudem noch ungewöhnlich viel Schnee für die Jahreszeit: Mancherorts in den Nordalpen gab es seit Messbeginn noch nie so viel Schnee so spät im Mai wie heuer.

Schneehöhe am Hanenkamm im Außerfern
Schneehöhe am Hahnenkamm im Außerfern. © Land Tirol
Viel Schnee auf den Bergen
Aktuelle Schneehöhe in Österreich. © UBIMET

Wetterumstellung

Am Donnerstag verlagert sich das Höhentief unter Abschwächung nach Bayern und am Freitag weiter nach Westdeutschland. Im Alpenraum dreht die Höhenströmung dabei von Nordost auf Süd und in den prädestinierten Föhntälern der Alpen kommt am Freitag lebhafter bis kräftiger Südföhn auf. Am Samstag wird das Höhentief von einem umfangreichen Tiefdruckgebiet über West- bzw. Südwesteuropa eingefangen und mit einer anhaltenden Südströmung gelangen feuchmilde Luftmassen vom Mittelmeer nach Österreich.

Höhentief
Das Höhentief zieht nach Westen und im Alpenraum wird es föhnig. © UBIMET/NCEP

Zunehmend föhnig am Freitag

Am Freitag scheint von Vorarlberg bis zum Mostviertel nach Auflösung lokaler Nebelfelder oder Restwolken häufig die Sonne. Im Süden und Südosten halten sich dagegen hochnebelartige Wolken, welche sich tagsüber in flache Quellwolken umwandeln. Zumindest zwischendurch kommt aber auch hier die Sonne zum Vorschein und bis auf einzelne gewittrige Schauer in den Dolomiten sowie vereinzelt auch im Grenzbereich zu Bayern bleibt es trocken. Der Wind frischt lebhaft, im Großraum Innsbruck auch kräftig aus Süd auf und die Temperaturen steigen auf 14 bis 22 Grad.

Lokale Gewitter am Wochenende

Am Wochenende scheint an der Alpennordseite und im Osten bei nur harmlosen Wolken häufig die Sonne. Mehr Wolken gibt es dagegen im äußersten Westen und im Süden, zudem gehen besonders am Alpenhauptkamm sowie in Osttirol und Oberkärnten ein paar Schauer nieder. Am Samstag sind im Bregenzerwald und im Außerfern erste gewittrige Schauer zu erwarten, am Sonntag nimmt die Gewitterneigung dann entlang der gesamten Nordalpen, im Mühl- und Waldviertel sowie teils auch in Unterkärnten und der Weststeiermark an. Die Temperaturen erreichen bis zu 24 Grad im östlichen Flachland.

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Maischnee und Kälterekorde auf Korsika

Maischnee und Kälterekorde auf Korsika

Korsika lag am Mittwochmorgen zwischen einem Bodentief über dem westlichen Mittelmeer und dem Höhentief über Norditalien. Dies hat zu einer Gegenstromlage geführt, bei der kühle Luftmassen arktischen Ursprungs in tiefen Lagen von sehr feuchter Mittelmeerluft in mittleren Höhen überströmt wurden. Die Schneefallgrenze ist dabei vorübergehend auf 600, vereinzelt auch 500 m abgesunken. Für den Monat Mai stellt dies ein absolut außergewöhnliches Ereignis dar.

Col de Vizzavona gesperrt

Bereits in Höhenlagen um 700 m wie etwa in Vivario gab es am Mittwochmorgen ein paar Zentimeter Nassschnee. Ab einer Seehöhe von rund 900 m gab es besonders im zentralen und nördlichen Bergland Mengen um 5 cm, auf der Passstraße „Col de Vizzavona“ auf 1.163 m waren es sogar 10 cm. Die Passstraße musste  in den Morgenstunden gesperrt werden, mittlerweile hat sich das Wetter aber beruhigt und die Straße ist wieder befahrbar. Da die Schneedecke ein hohes Wasseräquivalent hatte und die Bäume bereits belaubt sind, kam es zudem stellenweise auch zu Schneebruch.

Kälterekorde

Der Kaltlufteinbruch hat am Mittwoch auch für neue Kälterekorde für den Monat Mai gesorgt, welche zudem erst beim Kaltlufteinbruch vor einer Woche aufgestellt wurden. Etwa in Pietralba, einem Ort im nördlichen Bergland auf einer Seehöhe von 510 m, wurde mit 0,9 Grad die tiefste Maitemperatur seit Messbeginn im 1991 gemessen. In der Hafenstadt L’Île-Rousse gab es mit 5,6 Grad die tiefste Maitemperatur seit 1988.

Wetterextreme und Klimawandel

Während es in Mitteleuropa derzeit verbreitet zu kühl für die Jahreszeit ist, liegen die Temperaturen auf der Iberischen Halbinsel und in Teilen Russlands deutlich über dem langjährigen Mittel. Ursache für diese Temperaturextreme in Europa ist eine blockierte Wetterlage. Vor wenigen Tagen wurden am Polarkreis im Norden Russlands Temperaturen von knapp 30 Grad gemessen, Details dazu gibt es hier. Global betrachtet war der Mai bislang um etwa 0,5 Grad zu warm.

Phänologischer Frühsommer – Holunderblüte

Holunderblüte.

Die Beobachtung alljährlich wiederkehrender Abläufe in der Natur wie Blüte, Blattentfaltung oder Fruchtreife wird als Phänologie bezeichnet. Dabei interessieren uns besonders die von Jahr zu Jahr verschiedenen Zeitpunkte solcher Erscheinungen.

10 Jahreszeiten

Phänologisch gesehen beginnt der Sommer mit den ersten Blüten von schwarzem Holunder sowie Robinie. Der phänologische Sommer wird nochmals genauer unterteilt in:

  • Frühsommer: Blüte des schwarzen Holunders und der Robinie
  • Hochsommer: Blüte der Linde und Fruchtreife der (roten) Johannisbeere
  • Spätsommer: Fruchtreife früher Apfelsorten und der Eberesche

Abhängig von der geographischen Lage sowie der Höhe über dem Meeresspiegel unterscheidet sich die erste Blüte oft vom meteorologischen oder astronomischen Sommerbeginn. Der phänologische Kalender besteht übrigens aus 10 Jahreszeiten: Vorfrühling, Erstfrühling, Vollfrühling, Frühsommer, Hochsommer, Spätsommer, Frühherbst, Vollherbst, Spätherbst und Winter.

Wo beginnt der Frühsommer zuerst?

Generell setzt die Blüte in den milden Regionen Österreichs vom Grazer Becken bis in den Wiener Raum und zum Seewinkel sowie im Schweizer Tessin zuerst ein, gefolgt vom Oberrheingraben in Deutschland. Der Blütenbeginn des schwarzen Holunders sowie der Robinie startet in den genannten Regionen im Schnitt in der ersten Maiwoche. In weiterer Folge breitet sich die Blüte nordostwärts aus. In den Hochlagen des Böhmerwalds, des Erzgebirges oder auch in den höher gelegenen Regionen der Alpen ist es hingegen erst ganze drei bis fünf Wochen später soweit.

Witterung entscheidend

Je nach Witterung können die jeweiligen Phasen deutlich früher oder später als üblich eintreten. Im Jahr 2018 gab es die ersten Blühmeldungen bereits im April, heuer sorgt die kühle Witterung seit Ende April dagegen für eine Verzögerung. Nur im Westen Deutschlands gibt es bereits Meldungen über ersten Blüten des Schwarzen Holunders. Bei kalter Witterung kann sich die Blüte aber auch auf Anfang Juni verschieben, wie es zuletzt im Jahr 2013 in der Schweiz der Fall war.

Seltener Schnee im Mai auf Korsika

Schnee im Mai auf Korsika

Der Mittelmeerraum liegt derzeit fest im Griff eines umfangreichen Tiefdruckgebietes mit Kern über Italien. Korsika liegt dabei zwischen einem Bodentief über dem westlichen Mittelmeer und dem Höhentief über der Toskana. Diese Konstellation sorgt für eine Gegenstromlage: Während in sich tiefen Luftschichten aus Nordosten kühle Luftmassen ausgebreitet haben, wird in mittleren Höhenlagen mit einer westlichen Strömung sehr feuchte Mittelmeerluft zur Insel geführt.

Schneebruch

Die Schneefallgrenze ist am Mittwochmorgen im zentralen Bergland teils bis auf 500 m gesunken. In Höhen um 700 m wie etwa in Vivario gab es bereits ein paar Zentimeter Nassschnee, ab einer Höhe von etwa 900 m gab es besonders im zentralen und nördlichen Bergland Mengen um 5 Schnee. Da die Schneedecke ein hohes Wasseräquivalent aufweist und die Bäume bereits belaubt sind, kam es besonders in den zentralen Bereichen wie etwa in Vizzavona zu Schneebruch. Der Col de Vizzavona, dessen Passhöhe bei 1.163 m liegt, musste gesperrt werden.

Druckverteilung in etwa 5550 m Höhe
Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe am Mittwochmorgen. © UBIMET / NCEP

Im Laufe der zweiten Tageshälfte lässt die Niederschlagsintensität langsam nach und die Schneefallgrenze steigt gegen 1.300 m an. Spätestens in der Nacht zum Donnerstag bleibt es dann bereits überall trocken.

Hochwasser im Norden von Bosnien-Herzegowina und örtlich in Kroatien

Überschwemmungen

Seit Sonntag führt ein Tiefdruckgebiet über dem Mittelmeer sehr feuchte Luftmassen in den Balkan. Besonders im Nord- bzw. Nordoststau des Dinarischen Gebirges gab es in Summe teils über 100 Liter pro Quadratmeter Regen in weniger als 48 Stunden.

Regen am Sonntag Regen am Montag
 Ogulin (Kroatien) 94 mm 34 mm
 Bihac (BiH) 84 mm 53 mm
 Banja Luka (BiH) 49 mm 62 mm
 Sanski Most (BiH) 40 mm 39 mm
 Jajce (BiH) 24 mm 49 mm

Hochwasser

Einige Flüsse im Norden von Bosnien und Herzegowina sowie in Teilen Kroatiens führen derzeit Hochwasser und gebietsweise gab es auch Überschwemmungen. Besonders hoch sind derzeit etwa die Pegel der Flüsse Una und Sana. Einen hohen Pegelstand weist zudem auch die Korana kurz vor ihrer Mündung in die Kupa in der Stadt Karlovac auf.

Pegel der Sana
Pegelverlauf der Sana in Sanski Most. © DHMZBIH

Besserung in Sicht

In diesen Regionen kommen Erinnerungen an das schwere Hochwasser im Jahr 2014 hoch, ein vergleichbares Ereignis ist aber nicht zu erwarten, da der Tiefdruckeinfluss in der zweiten Wochenhälfte nachlässt und es spätestens ab Donnerstag wieder überwiegend trocken bleibt.





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Bonifatius brachte Frost mit bis zu -4 Grad in Tirol

Frost und Frühnebel

Pünktlich zu den Eisheiligen gab es heuer einen Kaltluftvorstoß nach Mitteleuropa, allerdings war Frost bislang kein Thema, weil Wolken und Wind ein Absinken der Temperatur unter 0 Grad verhindert haben. In der Nacht auf Dienstag sind die Wolken im Westen und Norden aber verbreitet aufgelockert und bei windschwachen Verhältnissen gab es in höheren Lagen örtlich Frost.

Tiefstwerte am Dienstag (bis Höhenlagen von 1200 m)
Tiefstwerte am Dienstag (bis Höhenlagen von 1200 m)

Kälteste Orte pro Bundesland (inkl. Hochtäler)

  • -4,1 Grad St. Jakob in Defereggen, Obergurgl (Tirol)
  • -4,0 Grad Obertauern (Salzburg)
  • -2,6 Grad Schoppernau (Vorarlberg)
  • -1,6 Grad Bärnkopf (Niederösterreich)
  • -1,1 Grad Summerau (Oberösterreich)
  • -0,5 Grad Flattnitz (Kärnten)
  • -0,4 Grad Mariazell (Steiermark)
  • +4,1 Grad Jubiläumswarte (Wien)
  • +4,6 Grad Bernstein (Burgenland)

Kommende Nacht lässt die Frostgefahr generell nach, da ein Höhentief für zunehmend trübe und nasse Verhältnisse sorgt. Die Kalte Sophie bringt zwar keinen Frost, dafür wird der Mittwoch aber der kälteste Tag der Woche. Bei vielen Wolken regnet es im Norden und Osten verbreitet, in den östlichen Nordalpen fällt bereits oberhalb von 800 bis 1100 m Schnee. Die Höchstwerte liegen zwischen 4 Grad im Mariazellerland bzw. im Oberen Waldviertel und 12 Grad im Rheintal sowie im Drautal.

Temperaturanstieg ab Donnerstag

Am Donnerstag überwiegen zwar noch verbreitet die Wolken und anfangs fällt im Norden häufig Regen, der Tiefdruckeinfluss lässt aber langsam etwas nach. Gegen Abend gibt es im Osten erste Auflockerungen und die Temperaturen steigen auf 8 bis 16 Grad. Am Wochenende setzt sich der Temperaturanstieg fort: Am Freitag stellt sich eine föhnige Südströmung ein, welche vor allem an der Alpennordseite für sonniges Frühlingswetter sorgt. Die Temperaturen erreichen 14 bis 21 Grad. Noch milder wird es am Wochenende mit Höchstwerten um 24 Grad.

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Blockierte Wetterlage sorgt für Wetterextreme in Europa

Stürmischer Wind in Triest

Europa liegt zwar klimatologisch in der Westwindzone, derzeit ist der atlantische Einfluss auf unser Wetter allerdings verschwindend gering: Das Westwindband über dem Ostatlantik wird nämlich von einem blockierenden Hochdruckgebiet über den Britischen Inseln nordwärts umgelenkt. An der Ostflanke des Hochs wird in Mitteleuropa gleichzeitig der Weg frei für kalte Luftmassen aus dem hohen Norden.

Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Dienstag. © UBIMET / NCEP
Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe in der Nacht auf Dienstag. © UBIMET / NCEP

Wettergegensätze

Die festgefahrene Wetterlage sorgt quer über Europa für markante Temperaturgegensätze. Während die Iberische Halbinsel sowie in abgeschwächter Form auch die Britischen Inseln unter dem Einfluss subtropischer Luftmassen liegen, gelangt nach Mitteleuropa erneut ein Schwall kühler Luft arktischen Ursprungs. An der Ostflanke der Tiefdruckgebiete über Mitteleuropa strömen wiederum ungewöhnlich warme Luftmassen bis in den Norden Russlands.

Anbei eine Auswahl an Höchstwerten von Sonntag:

  • 34 Grad Sevilla (Spanien)
  • 33 Grad Lissabon (Portugal)
  • 31 Grad Porto (Portugal)
  • 29 Grad Madrid (Spanien)
  • 25 Grad Belgrad (Serbien)
  • 23 Grad Moskau (Russland)
  • 16 Grad Murmansk (Russland)
  • 14 Grad Wien (Österreich)
  • 13 Grad Venedig (Italien)
  • 12 Grad Bern (Schweiz)
  • 10 Grad Linz (Österreich)
  • 8 Grad München (Deutschland)
  • 7 Grad Salzburg (Österreich)

An dieser Verteilung ändert sich in den kommenden Tagen vorerst wenig, so gibt es in Spanien und Portugal sowie in der Türkei hochsommerliche Temperaturen. Von Tschechien über den Süden und Osten Österreichs bis nach Kroatien und Bosnien bleiben die Temperaturen dagegen meist einstellig und häufig fällt Regen bzw. oberhalb von 700 bis 1200 m Schnee. Erst im Laufe der zweiten Wochenhälfte ist in ganz Österreich mit einem spürbaren Temperaturanstieg zu rechnen.

Höchstwerte am Dienstag. © UBIMET / DWD
Höchstwerte am Dienstag. © UBIMET / DWD

Stürmische Bora

An der Adria zwischen dem Golf von Triest und Norddalmatien sorgt die Druckkonstellation mit einem Hoch über der Nordsee und einem Tief im Mittelmeerraum für teils stürmische Bora. Es handelt sich dabei um einen kalten, böigen Fallwind aus nordöstlicher Richtung, der an der Westflanke des Dinarischen Gebirges wasserfallartig hangabwärts weht. In der Nacht auf Dienstag zeichnen sich besonders westlich vom Velebit – wie etwa auf der Insel Pag – abschnittsweise Orkanböen bis 130 km/h ab. Im Winter erreicht die Bora sogar noch höhere Windspitzen, so gab es etwa im Februar in Makarska Böen bis 191 km/h.

In den kommenden Tagen weht teils stürmische Bora. © UBIMET
In den kommenden Tagen weht teils stürmische Bora. © UBIMET

Während an der Adria Bora weht, kommt auch im Alpenraum und im westlichen Mittelmeerraum teils stürmischer Nord- bis Nordostwind auf. Je nach Region trägt dieser unterschiedliche Namen: Im Rhonetal in Frankreich weht Mistral, im Schweizer Mittelland Bise und in den Alpen vom Tessin über Südtirol bis in die Steiermark Nordföhn.

Typische Bezeichnungen für Nordwest bis Nordostwind im Alpenraum.
Typische Bezeichnungen für Nordwest- bis Nordostwind im Alpenraum. © UBIMET

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Am Samstag im Vorfeld einer Kaltfront teils kräftige Gewitter

Aufnahme der UBIMET-Foto-Webcam am Dach des Ares-Towers vom 12.07.2016 © https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien

Das Jahr 2019 erweist sich im Vergleich zu anderen Jahren bislang als ungewöhnlich blitzarm, so wurden seit Jahresbeginn nur knapp 4.000 Blitze österreichweit vom Blitzmessnetz von UBIMET registriert. Im Jahr 2018 waren es im selben Zeitraum hingegen 166.000 Entladungen, zudem gab es ab April durchgehend sommerliche Temperaturen. Heuer sorgen Kaltluftvorstöße aus dem hohen Norden seit Ende April hingegen für unterdurchschnittliche Temperaturen.

Heuer gab es deutlich weniger Blitze als im 2018
Blitzdichte im Frühjahr 2018 und 2019. © UBIMET

Zunehmende Gewitterneigung

Am Samstag ziehen von Vorarlberg bis Oberösterreich von Beginn an einige Wolken durch und vereinzelt gehen hier schon am Vormittag Schauer nieder. Im Süden und Osten gibt es dagegen noch längere sonnige Abschnitte. Im Laufe des Tages nimmt die Gewitterneigung ausgehend vom Bergland im ganzen Land zu, in den Abendstunden zeichnen sich von Kärnten über die Steiermark bis nach Niederösterreich auch kräftige Gewitter ab. Örtlich besteht dabei die Gefahr von Platzregen, Hagel und stürmischen Böen. Die Temperaturen erreichen zuvor von West nach Ost 13 bis 22 Grad.

Druckverteilung in etwa 5500 m am Samstagabend
Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe am Samstagabend. © UBIMET / NCEP

Am Muttertag trüb und teils nass

Am Sonntag dominieren die Wolken und vor allem von Vorarlberg bis zur nördlichen Obersteiermark fällt verbreitet Regen. Die Schneefallgrenze liegt zwischen 900 m in den westlichen Nordalpen und etwa 1400 m an Alpenostrand. Abseits der Alpen gibt es im Tagesverlauf längere trockene Abschnitte, die Wolken lockern aber höchstens kurzzeitig auf. Der Wind frischt lebhaft bis kräftig, vom Grazer Bergland bis zum Mittelburgenland auch stürmisch aus Nordwest auf. Die Höchstwerte liegen zwischen 5 Grad im Außerfern und 16 Grad im äußersten Osten.

Noch kühler zu Wochenbeginn

Unter anhaltendem Tiefdruckeinfluss gehen die Temperaturen zu Wochenbeginn weiter zurück, so liegen die Höchstwerte selbst im Flachland nur noch um oder knapp oberhalb der 10-Grad-Marke. Am Dienstag sinkt die Schneefallgrenze im östlichen Bergland zudem vorübergehend sogar auf 900 bis 600 m ab. Erst in der zweiten Wochenhälfte kündigen sich dann eine zögerliche Wetterbesserung und wieder steigende Temperaturen an.

Zeckenwetter: Temperatur und Feuchtigkeit

Vorsicht Zecken

Entscheidend für das Erscheinen der ersten Zecken ist in erster Linie die Temperatur. Spätestens wenn kein Schnee mehr liegt und die Temperaturen an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen 7 bis 10 Grad erreichen, erwachen die ersten Zecken aus der Winterstarre. Dies passiert immer häufiger bereits im Februar. Kälteeinbrüche im März und im April sorgen zwar für abrupte Einbrüche der Zeckenaktivität, den Zecken schadet das aber in der Regel nicht. Neben der Temperatur spielt weiters auch die Feuchtigkeit eine wichtige Rolle: Wenn es im Frühjahr nach längeren Schönwetterperioden sehr trocken ist, ziehen sich die Zecken vorübergehend zurück. Regnet es dann wieder, verlassen sie schnell die schützende Laubstreu und suchen verstärkt nach Wirten. Die Zeckenaktivität kann dann regelrecht explodieren!

Sommer

Im Frühsommer bremsen vorwiegend trockene Wetterphasen die Zeckenaktivität ein, also wenn es für mehrere Tage oder gar Wochen nicht regnet und hohe Temperaturen für eine hohe Verdunstung sorgen. Im Hochsommer lässt die Aktivität allgemein nach, allerdings befinden sich dann besonders viele Menschen im Grünen, weshalb es weiterhin zu zahlreichen Bissen kommt.

Herbst und Winter

In manchen Jahren lässt die Zeckenaktivität nach dem Sommer langsam nach, wenn der Sommer allerdings sehr heiß und trocken war, kann die Zeckenaktivität im Spätsommer und Herbst neuerlich ansteigen. Ab etwa Mitte November wird es in Mitteleuropa aber meist zu kalt für die Zecken, um aktiv auf Wirtsuche zu gehen. Tiefe Temperaturen hemmen ihre Beweglichkeit bis hin zur Kältestarre. Eine klare Temperaturschwelle, unter der Zecken nicht mehr aktiv sind, gibt es nicht, nur Dauerfrost bringt ihre Aktivität sehr schnell zum Erliegen. Auch mitten im Winter können Zecken allerdings aktiv werden, wenn kein Schnee liegt und es an mehreren aufeinander folgenden Tagen Höchsttemperaturen von etwa 10 Grad gibt. Im extrem milden Winter 2006/07 gab es nach eigenen Beobachtungen fast durchgehend aktive Zecken.

Vorsicht Zecken, hohes Gras und Unterholz meiden
Zecken halten sich nahe zum Boden auf. © Adobe Stock

Immer mehr FSME-Fälle

Zecken lassen sich nicht von Bäumen auf ihre Opfer fallen, sondern mögen es bodennah und feucht. Die Parasiten krabbeln auf Grashalme und Büsche und warten geduldig auf den Moment, in dem ein potentieller Wirt sie streift und mitnimmt. Schützen kann man sich mit geschlossener Kleidung und Sprays, wobei auch diese keine Sicherheit garantieren. Nach jeden Wald- oder Wiesenspaziergang muss man sich jedenfalls nach den Blutsaugern an allen Körperstellen absuchen und etwaige Zecken möglichst schnell mit einer Zeckenzange entfernen.

FSME-Fälle Österreich Deutschland
2016 89 347
2017 116 486
2018 154 584

Eine Bissstelle sollte desinfiziert und auf jeden Fall noch länger beobachtet werde: Bei einer Rötung oder grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen muss ein Arzt konsultiert werden. Die Anzahl an FSME-Erkrankungen hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen, so gab es etwa in Österreich noch nie so viele Fälle wie im Jahr 2018. Bei der Hälfte der Erkrankungen gab es einen schweren Krankheitsverlauf mit einer Gehirnentzündung, 5 davon endeten tödlich. Nur mit einer Impfung kann man dieses Risiko minimieren.

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Schneeräumung auf den Passstraßen: Meterhoher Schnee in den Alpen

Schneeräumung mit Schneefräse

Der Winter 2018/19 brachte vor allem im Jänner außergewöhnliche Schneemassen in den Nordalpen. Derzeit liegt in den Hochlagen weiterhin überdurchschnittlich viel Schnee für die Jahreszeit, zudem haben mehrere Kaltluftvorstöße in den vergangenen Wochen für weiteren Neuschnee gesorgt. Dies macht vor allem den Mitarbeitern der hochalpinen Passstraßen zu schaffen, welche seit mehreren Wochen mit der jährlichen Schneeräumung beschäftigt sind.

Seit Jänner liegt überdurschnittlich viel Schnee in den Nordalpen
Seit Jänner liegt überdurchschnittlich viel Schnee in den Nordalpen. © Land Tirol

Bis zu 10 Meter Schnee

Wenn im Winter im Hochgebirge Schnee fällt, kommt es auf dem unebenen Gelände zu stark unterschiedlichen Schneehöhen: Der teils stürmische Wind verfrachtet den Schnee nämlich von Kuppen und Rücken und füllt dabei Mulden und Rinnen auf. Stellenweise türmt sich der Schnee hier bis zu 10 Meter auf, wie das folgende Bild, welches vor wenigen Tagen bei den Räumungsarbeiten der Timmelsjoch Hochalpenstraße entstanden ist, eindrücklich zeigt. Die Rotationspflüge fräsen sich bei solchen Schneemassen schichtweise nach unten und schleudern den Schnee bis zu 50 Meter weit.


Auch an der Großglockner Hochalpenstraße wurde im Zuge der Räumungsarbeiten an manchen Stellen von Schneehöhen bis zu 10 Meter berichtet. Der Durchstich fand heuer am 8. Mai statt, also etwa zwei Wochen später als im Jahr 2018. Am 10. Mai wird die Straße für Autos freigegeben.

Hochalpenstraße
Die Wallack-Rotations-Schneefräse im Einsatz. © Großglockner Hochalpenstraße

Ähnliche Bilder gibt es derzeit auch in der Schweiz und in Italien. Hier werden in diesen Wochen etwa der Gotthardpass und das Stilfser Joch vom Schnee befreit.

Frühjahr 2018 vs. 2019

Auch der Winter 2017/18 war in den Alpen schneereich, so lag Mitte April im Jahr 2018 und 2019 vergleichbar viel Schnee. Während im Jahr 2018 der April und Mai allerdings außergewöhnlich mild verliefen mit sommerlichen Temperaturen und einer rekordverdächtigen Schneeschmelze, gab es heuer mehrere Kaltluftvorstöße mit Schneefall und unterdurchschnittlichen Temperaturen. Durch diesen gegensätzlichen Witterungsverlauf in den letzten Wochen liegt derzeit deutlich mehr Schnee als zur gleichen Zeit im vergangenen Jahr. In den kommenden Tagen steht zudem ein weiterer Kaltluftvorstoß bevor.

10. April 10. Mai
Galzig / St. Anton, 2079 m 230 cm (2018)

210 cm (2019)

40 cm (2018)

173 cm (2019)

Zugspitze, 2964 m 410 cm (2018)

435 cm (2019)

315 cm (2018)

525 cm (2019)

Pitztaler Gletscher, 2864 m 280 cm (2018)

342 cm (2019)

204 cm (2018)

344 cm (2019)

Sonnblick, 3105 m 433 cm (2018)

371 cm (2019)

371 cm (2018)

487 cm (2019)

Villacher Alpe, 2117 m 205 cm (2018)

130 cm (2019)

0 cm (2018)

155 cm (2019)

Für die alpinen Gletscher bedeutet das kühle Frühjahr zwar einen verzögerten Beginn der Ablationsperiode, für die Massenbilanz ist aber in erster Linie die Witterung in den Sommermonaten von Juni bis August entscheidend. Wenn es in dieser Zeit über viele Wochen hinweg überdurchschnittliche Temperaturen gibt, wird die Schneeschmelze rasch nachgeholt.

Titelbild © https://www.facebook.com/grossglocknerstrasse/

Was ist ein Höhentief?

Höhentief auf Wetterkarte

Kaltlufttropfen

Höhentiefs liegen in mehren Kilometern Höhe und zeichnen sich durch niedrige Temperaturen im Vergleich zur Umgebung aus. Deren Entstehung wird einerseits durch Verwirbelungen des polarumlaufenden Jetstreams begünstigt, andererseits können sich auch ehemalige Tiefdruckgebiete zu solchen Kaltlufttropfen umwandeln, wenn das Bodentief durch Reibung aufgelöst wird und das Höhentief stattdessen erhalten bleibt. In einem begrenzten Gebiet von etwa 100 bis 1000 Kilometern befindet sich dann deutlich kältere Luft. Da diese kalte Anomalie aber nur in der oberen Hälfte der Troposphäre ausgeprägt ist, scheinen diese Gebiete nicht auf den Bodenwetterkarten auf.

Das Höhentief im IR-Satbild am Samstag um 14 Uhr. © EUMETSAT / UBIMET
Ein Höhentief im IR-Satbild am Samstag um 14 Uhr. © EUMETSAT / UBIMET

Labile Schichtung der Luft

Ein Höhentief wirkt sich merklich auf das tägliche Wettergeschehen aus, denn Höhenkaltluft sorgt für eine verstärkte vertikale Temperaturabnahme und somit für eine Destabilisierung der Atmosphäre. Besonders im Frühjahr und Sommer entstehen unter dem Einfluss der Höhenkaltluft Quellwolken, welche im Tagesverlauf zu Schauern und Gewittern heranwachsen. Die Lebensdauer von Kaltlufttropfen ist allerdings meist auf ein paar Tage bis etwa eine Woche begrenzt, da sich die Temperaturunterschiede in der Höhe allmählich ausgleichen.

Vorhersagegenauigkeit

Wenn Höhenkaltluft im Spiel ist, nimmt die Vorhersagbarkeit des Wetters etwas ab: Einerseits werden Kaltlufttropfen durch die bodennahe Strömung gesteuert, was sich negativ auf die Qualität von Modellprognosen auswirkt, andererseits sorgt die konvektive Wetterlage für große Unterschiede auf engem Raum. Vor allem räumlich detaillierte Prognosen, wie etwa jene von Wetter-Apps, sind bei solchen Wetterlagen also mit Vorsicht zu genießen.

Maischnee in der Mitte Deutschlands

Kuh im Schnee

Ein Randtief über der Mitte Deutschlands sorgt derzeit verbreitet für Regen und teils bis in tiefe Lagen auch Schnee. In der Früh waren vor allem die Eifel, das Sauerland und der Hunsrück betroffen, am Vormittag verlagerte sich der Schwerpunkt dann über Hessen nach Thüringen. Am Nachmittag schneit es dann vor allem im Vogtland, im südlichen Sachsen und im Nordschwarzwald zeitweise. Besonders in Lagen oberhalb etwa 500 m kommen ein paar Zentimeter Schnee zusammen, aber auch in Lagen um 300 m kann es vorübergehend anzuckern. In der Nordwesthälfte gehen hingegen lokale Graupelgewitter nieder, weitere Details dazu gibt es hier.


Schneebruchgefahr

Der Schnee fällt bei Temperaturen um 0 Grad und auf den bereits aufgewärmten Böden hält sich die Akkumulation ungeachtet der zeitweise starken Niederschlagsintensität in Grenzen. Dies sorgt für eine hohes Wasseräquivalent der Schneedecke, weshalb bereits bei geringen Schneemengen auf den Laubbäumen eine erhöhte Schneebruchgefahr besteht. Im Winter betrifft dies meist nur Nadelbäume, zudem benötigt man dann deutlich mehr Schnee oder Reif.

Am Samstag Graupelgewitter und Schnee

Vorsicht Schneefall

Mitteleuropa gelangt derzeit zunehmend unter den Einfluss des Skandinavientiefs WERNER. Da ein blockierendes Hoch über Grönland sämtliche atlantische Tiefdruckgebiete von uns fern hält, wird am Wochenende in Deutschland der Weg frei für kalte Luftmassen polaren Ursprungs.

Arktische Luft erfasst Deutschland
Arktische Luft erfasst am Sonntag Deutschland. © NOAA

Derzeit liegt die Kaltfront von Tief WERNER quer über Süddeutschland, vorerst kommt sie aber kaum südwärts voran, da in der Nacht auf Samstag aus Westen ein kleinräumiges Wellentief aufzieht, welches besonders in der Mitte für Regen und Schnee sorgt. Am Samstagnachmittag erfasst die Kaltfront schließlich auch den äußersten Südosten und in Zusammenspiel mit einem Tief über Norditalien wird es in den Alpen zunehmend winterlich.

Schnee im Mittelgebirgsraum

Besonders in der Eifel und im Sauerland beginnt der Samstag winterlich mit Schneefall und Schneeregen bis etwa 200 m hinab. In mittleren Höhenlagen ab etwa 400 bis 500 m kommen hier ein paar Zentimeter Nassschnee zusammen. Am Vormittag fällt dann auch im Hunsrück sowie von der Rhön bis zum Erzgebirge immer häufiger Regen bzw. oberhalb von 300 bis 500 m Schnee, am Abend verlagert sich der Schwerpunkt schließlich nach Sachsen. Auf höheren Straßen muss man also zeitweise mit winterlichen Straßenverhältnissen rechnen!

Schneeprognose für Sonntag
24-h-Schneeprognose für Sonntag. © UBIMET

Graupelgewitter

Die Nordwesthälfte liegt auf der Rückseite der Kaltfront unter dem Einfluss von Höhenkaltluft. Im Tagesverlauf muss man somit von der Eifel über NRW bis nach Schleswig-Holstein und Mecklenburg vermehrt mit Schauern und teils kräftigen Graupelgewittern rechnen. Lokal besteht dabei erhöhte Glättegefahr!

Höhenkaltluft über Deutschland am Sonntag
Höhenkaltluft: Im Nordwesten liegt die Temperatur in etwa 5.400 m Höhe unter -34 Grad. © NCEP

Starker Schneefall in den Alpen

In den Alpen muss man ab Samstagnacht mit zunehmend winterlichen Bedingungen rechnen. Am Sonntag schneit es in Nordtirol und Salzburg zeitweise auch kräftig, selbst in den Tallagen wie dem Inntal zeichnen sich ein paar Zentimeter Nassschnee ab. Auf höheren Straßen wie der Brennerautobahn, der Tauernautonbahn oder dem Fernpass sind am Sonntag sogar bis zu 20 cm Schnee in Sicht, Autofahrer müssen sich also auf tiefwinterliche Straßenverhältnisse einstellen! Im Hochgebirge gibt es teils mehr als einen halben Meter Neuschnee.

In den Hohen Tauern fallen teils über 50 cm Neuschnee
In den Hohen Tauern sind teils über 50 cm Neuschnee in Sicht. © UBIMET

Am Wochenende Wintereinbruch mit Schneefall bis in die Täler

Schnee im Frühling. © Nikolas Zimmermann

Die Kaltfront eines Skandinavientiefs erfasst an diesem Wochenende den Alpenraum. Da ein blockierendes Hoch über Grönland sämtliche atlantische Tiefdruckgebiete von Europa fern hält, gelangen am Sonntag sogar arktische Luftmassen in den Alpenraum.

Arktische Luft erreicht am Sonntag Österreich
Arktische Luft erreicht am Sonntag Österreich. © NOAA

Gegenstromlage

In der Nacht auf Sonntag flutet kalte Luft die Alpennordseite und die Täler der Nordalpen, oberhalb des Kammniveaus der Alpen herrscht vorerst aber noch eine südliche Höhenströmung. Diese strömt über die kalte Luft in tiefe Schichten hinweg und in Zusammenspiel mit einem Randtief über Norditalien fällt verbreitet Regen und Schnee. Meteorologen sprechen in solchen Fällen auch von einer Gegenstromlage.

Eine Gegenstromlage
In der Höhe weht Südwind (orange), bodennah Nordwestwind (blau). © GFS / UBIMET

Am Samstag fällt vor allem von Kärnten über die Steiermark bis zum Burgenland und ins südliche Niederösterreich verbreitet Regen. Schnee ist vorerst nur oberhalb von etwa 1300 bis 1700 m ein Thema. Ab etwa Mittag ziehen auch im Westen vermehrt Schauer und mitunter auch einzelne Gewitter auf, welche am Abend in den Nordalpen in anhaltenden Regen übergehen. Die Schneefallgrenze sinkt dabei in Bregenzerwald rasch gegen 1000 bis 700 m ab, in der Nacht auf Sonntag schneit es von Vorarlberg bis Salzburg dann allmählich bis in sämtliche Täler.

Starker Schneefall

Der Sonntag beginnt verbreitet trüb und nass. Besonders von Nordtirol bis zur nördlichen Obersteiermark schneit es in den Morgenstunden zeitweise auch kräftig! Die Schneefallgrenze liegt zwischen 400 m im Westen und etwa 800 m im Süden, kurzzeitig ist bei stärkerer Niederschlagsintensität aber auch in Kärnten bis in die Niederungen nasser Schneefall nicht ausgeschlossen. Im Laufe des Nachmittags lässt die Niederschlagsintensität im Süden und im äußersten Westen etwas nach und die Schneefallgrenze steigt etwas an. In der Nacht auf Montag fällt dann besonders vom Pongau über die nördliche Obersteiermark bis zum Semmering oberhalb von etwa 600 bis 700 m zeitweise noch etwas Schnee.

In den Hohen Tauern fallen teils über 50 cm Neuschnee
In den Hohen Tauern sind teils über 50 cm Neuschnee in Sicht. © UBIMET
In den Nordalpen zeichnen sich oberhalb von etwa 800 m 10 bis 15, in den Hochtälern vom Brenner bis zum Gasteinertal auch 20 cm Neuschnee ab! In den Hochlagen der Tauern ist sogar mit einem halben Meter Neuschnee zu rechnen.

Nassschnee im Inntal

Selbst in den großen Tälern wie dem Inntal und dem Salzachtal im Pongau und Tennengau zeichnen sind nach derzeitigem Stand etwa 5 cm Nassschnee ab. Autofahrer müssen sich in den Alpen also auf winterliche Straßenverhältnisse einstellen! Kurzzeitig ist am Sonntagmorgen zudem auch in Kärnten nasser Schneefall oder Schneeregen bis in tiefe Lagen möglich. Da die meisten Bäume mittlerweile belaubt sind, besteht in den Nordalpen die Gefahr von Schneebruch.

Klima im Mai: Von Frost bis Hitze

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Mit den Temperaturen geht es im Mai deutlich bergauf, in Deutschland liegt das langjährige Mittel im Mai mit etwa 12 Grad um rund 5 Grad höher als im April. Dabei fließen auch die Nächte in die Berechnungen ein. Am mildesten ist es im Oberrheingraben mit 15 Grad, in Mittelgebirgslagen und an der Ostsee kommt man hingegen nur auf ca. 11 Grad. Die Regenmenge beträgt im Flächenmittel knapp 70 mm, wobei es im Norden und Osten nur 50 bis 60 mm regnet, an der Nordsee teils noch weniger. Vom Schwarzwald bis zum Alpenrand liegen die Mengen hingegen bei 100 bis 130 mm, örtlich noch höher. Bei der Sonnenscheindauer haben der Norden und Osten mit 210 bis 240 Stunden die Nase vorn, die Ostsee kommt sogar auf 250 Sonnenstunden. In den Mittelgebirgen und am Alpenrand muss man sich hingegen mit 180 bis 200 Stunden zufrieden geben.

Frost und Hitze

Bis zu den Eisheiligen (11. bis 15.5.) kann es nach Kaltlufteinbrüchen in klaren Nächten vereinzelt noch zu Frost kommen. In Oberstdorf im Allgäu wurden im Mai sogar schon -11 Grad gemessen, und selbst im selten sehr kalten Hamburg liegt der Mai-Kälterekord bei -5 Grad. Andererseits können von Süden schon hochsommerlich warme Luftmassen einfließen. Mit diesen sind unterstützt durch den hohen Sonnenstand schon heiße Tage mit 30 Grad oder mehr möglich. So liegt der Monatsrekord selbst in Kiel bei 33 Grad, in Berlin und Frankfurt am Main sogar bei 35 Grad.

Gewittersaison

Im Mai kommt die Gewittersaison in Fahrt, so sind in dieser Jahreszeit  markante Gewitterlagen mit Hagel, Starkregen und Sturmböen nicht ungewöhnlich. Ebenso kann es zu Hochwasserlagen kommen, da die nun warme Luft große Mengen an Feuchtigkeit aufnehmen kann. Somit können etwa bei „Vb-Wetterlagen“ regional sehr große Regenmengen fallen. Beispiele dafür sind das große Hochwasser Ende Mai / Anfang Juni 2013 oder das Pfingsthochwasser 1999. Nassschneefall mit Schneebruchgefahr stellt nun hingegen selbst in den Mittelgebirgen und am Alpenrand die Ausnahme dar, kann aber vereinzelt noch vorkommen.

Mittelwerte im Mai

durchschnittl. Max-Temp. in °C durchschnittl. Min-Temp. in °C Regenmenge in mm Regentage (mind. 0,1 mm)
Berlin 18,9 9,0 54 8,9
Hamburg 17,5 7,4 54 9,6
München 18,0 7,2 93 11,6
Köln 19,0 7,7 72 10,4
Frankfurt 20,0 9,1 63 9,7

2. Mai 2018: Gewitter mit 50.000 Blitzen rund um Wien

Blitz in Wien

Am 2. Mai 2018 lag der Alpenraum am Rande eines Tiefdruckgebietes mit Kern über dem zentralen Mittelmeerraum. Mit einer südöstlichen Strömung gelangten dabei außergewöhnlich feuchte und labil geschichtete Luftmassen in den Osten Österreichs. Zunächst entwickelten sich am Nachmittag erste kräftige Gewitter am Alpenostrand, so kam es im Bezirk Neunkirchen und im Osten von Wien lokal zu Hagelschlag.

In den Abendstunden gab es dann im gesamten Osten kräftige Gewitter, im Wienerwald und im östlichen Tullnerfeld fielen dabei ergiebige Regenmengen: In Langenlebarn etwa gab es innerhalb von wenigen Stunden rund 64 Liter pro Quadratmeter Regen. Weiters wurden örtlich auch Sturmböen verzeichnet wie etwa in Gumpoldskirchen mit 79 km/h.

12-Niederschlag bis Freitagmorgen. © UBIMET
12-Niederschlag bis Freitagmorgen. © UBIMET

Durch die Unwetter wurden Dutzende Keller überflutet, Straßen und Äcker überschwemmt, zudem stürzten Bäume auf Strom- und Telefonleitungen. Besonders betroffen waren die Bezirke Wien Umgebung, Tulln, St. Pölten und Mödling. Die Feuerwehren standen hier im Dauereinsatz um Bäume zu beseitigen und Keller auszupumpen. Am Flughafen Wien-Schwechat musste die Bodenabfertigung für etwa 60 Minuten teilweise bzw. gänzlich unterbrochen werden.

Gewitterhotspot Niederösterreich

In Summe wurden landesweit 69.948 Blitze detektiert, davon 49.631 in Niederösterreich, 8.707 in der Steiermark, 6.761 im Burgenland und 4.683 in Wien. Diese Zahlen sind vergleichbar mit hochsommerlichen Gewitterlagen, für diese Jahreszeit ist das aber außergewöhnlich. Anbei noch eine die blitzreichsten Gemeinden:

    • Tulln an der Donau (2.261 Blitze)
    • Pressbaum (1.884 Blitze)
    • Purkersdorf (1.668 Blitze)
Blitzdichte am Mittwoch. © nowcast / UBIMET
Blitzdichte am 2. Mai 2018. ©  UBIMET

Frühling in Lappland: verfrühte Eisschmelze

Eisstoß

Der Torne älv bzw. auf Finnisch Tornionjoki ist ein Fluss in Lappland, der zum Teil an der Grenze zwischen Schweden und Finnland fließt und im Winter gefroren ist. Seine Mündung liegt am Nordrand des Bottnischen Meerbusens, dem nördlichsten Teil der Ostsee. Im Frühjahr bricht das Eis wieder auf und erreicht im Mai seinen höchsten jährlichen Pegelstand. Ab Juni sinkt der Pegel im Mittel wieder und erreicht im Hochsommer keine vergleichbaren Pegelstände mehr.

Pegel torniojoki
Der Pegel vom Torniojoki (blau = Mittel; grau = bisherige Extrema). © www.environment.fi

Verfrühte Eisschmelze

Das Datum, wann das Eis im Frühjahr in Bewegung gerät bzw. wenn wieder Wasser im Fluss fließt, wird im Norden Finnlands seit vielen Jahren dokumentiert. Der Fluss Torniojoki besitzt eine der längsten Messreihen, so wird das Aufbrechen des Eises dort bereits seit dem Jahr 1693 dokumentiert. Der bislang früheste Eisgang fand am 26. April 2014 statt, der späteste am 9. Juni 1867. Auch heuer sind erste Bilder von fließendem Eis am 26. April entstanden.  Im Zuge der globalen Erwärmung, welche in der Arktis besonders stark ausgeprägt ist, findet der Bruch des Eises der Flüsse immer früher statt. Weitere Infos zum Klimawandel in der Arktis gibt es auch hier: Spitzbergen: 100 Monate lang überdurchschnittliche Temperaturen bzw. Rekord für Anfang März: Die Beringstraße ist nahezu eisfrei.


Auch andere Flüsse im Bereich des Polarkreises sind davon betroffen, so wurden in Lappland teilweise neue Pegelrekorde für die Jahreszeit verzeichnet, wie etwa beim nahe gelegenen Fluss Ounasjoki in Norden Lapplands. Mitunter fand der Eisbruch hier drei Wochen früher als üblich statt.

Pegel Ounasjoki
Der Pegel vom Ounasjoki (blau = Mittel; grau = bisherige Extrema). © www.environment.fi

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Kaltfront bringt Temperatursturz: Am Wochenende 15 Grad kühler

Sonne im Osten, Regen im Westen

Mitteleuropa liegt derzeit zwischen einem Tief nordwestlich der Britischen Inseln und einem Hoch über Russland. Die Kaltfront des Tiefs THEODOR erfasst am Freitag den Alpenraum, im Einflussbereich einer kräftigen Südströmung kommt sie vorerst aber nur langsam ostwärts voran.

Die Kaltfront erfasst den Westen
Die Kaltfront am Freitagnachmittag. © UBIMET / NCEP

Föhn im Osten

Seit Wochenbeginn weht in den Nordalpen föhniger Südwind, in Innsbruck weht der Föhn sogar durchgehend seit Montagmittag. Am Freitagnachmittag lässt der Föhn hier langsam nach, im südlichen und östlichen Bergland bleibt es hingegen bis zum Abend föhnig. Die Temperaturen steigen im Osten nochmals auf sommerliche Werte an, im äußersten Nordosten liegen die Spitzenwerte sogar bei 28, vereinzelt auch 29 Grad!

Föhnmauer bei Innsbruck. © www.foto-webcam.eu
Föhnmauer südlich von Innsbruck. © www.foto-webcam.eu
Temperaturen am Freitag um 12 Uhr. © UBIMET
Temperaturen am Freitag um 12 Uhr. © UBIMET

Regen und Schnee im Westen

Von Vorarlberg bis Oberkärnten überwiegen von Beginn an die Wolken und am Vormittag setzt Regen ein. Im Tagesverlauf verstärkt sich der Regen zunehmend und die Schneefallgrenze sinkt im Bregenzerwald vorübergehend gegen 900 m ab. Bis zum Abend greift der Regen auf Nordtirol und Salzburg über, besonders vom Alpenhauptkamm südwärts  regnet es zeitweise auch kräftig und gewittrig durchsetzt.

Niederschlagsprognose bis Samstagvormittag
Niederschlagsprognose bis Samstagvormittag. © DWD / UBIMET

Im Laufe des Abends frischt im Donauraum teils kräftiger Westwind auf, vor allem vom Mostviertel bis zum Wiener Becken sind am späten Abend auch stürmische Böen um 65 km/h zu erwarten. Im Osten Österreichs zieht die Kaltfront allerdings ohne Niederschlag durch, höchstens stellenweise gehen hier in der Nacht Schauer nieder. Auf den Bergen im Westen kommen oberhalb etwa 2.500 m bis Samstagvormittag 20 cm, in den Hochlagen auch 30 cm Neuschnee zusammen.

Im Gebirge im Westen fällt etwas Neuschnee
Schneevorhersage bis Samstagvormittag. © UBIMET

Der Sonntag beginnt im Großteil des Landes dicht bewölkt und im Bergland sowie im Süden regnet es immer wieder, in den südlichen Kalkalpen auch kräftig. Die Schneefallgrenze steigt von anfangs 900 m tagsüber auf etwa 1300 m an. Im Donauraum und im Osten bleibt es weitgehend trocken, die Sonne kommt aber auch hier nur gelegentlich zum Vorschein. Bei lebhaftem Nordwestwind kommen die Temperaturen nicht mehr über 5 bis 17 Grad hinaus.

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Zu Wochenbeginn vorübergehende Linderung der Trockenheit

Trockenheit und Dürre

Der April neigt sich langsam dem Ende zu und bereits jetzt kann man eine düstere Bilanz ziehen: Der Monat wird an der Alpennordseite und im Osten verbreitet zu warm und zu trocken ausfallen, im Norden fällt das Niederschlagsdefizit sogar eklatant aus. Vor allem in Oberösterreich und im Waldviertel ist die Entwicklung besorgniserregend. In diesen Regionen gab es im April weniger als 10% des durchschnittlichen Monatsniederschlags, lokal wie etwa in Freistadt und Schärding hat es in diesem Monat bislang weniger 1 Liter pro Quadratmeter Regen gegeben. Nur vom südlichen Osttirol über Kärnten bis zur südlichen Steiermark sowie in den Ötztaler Alpen wurde das Soll erreicht oder übertroffen.

Gefahr durch Borkenkäfer

Der Winter war zwar mit Ausnahme des Februars generell feuchter als üblich, bereits im vergangenen Jahr hatten weite Teile Mitteleuropas aber mit Trockenheit zu kämpfen. Die Folgen der Dürre im Jahr 2018 machen sich über den feuchten Winter hinaus bemerkbar, zudem begünstigt das trockene und warme Frühjahr die Verbreitung des Borkenkäfers. Der schneereiche Winter hat für viel Schadholz durch Schneebruch und Lawinen gesorgt. Die Kombination von Trockenheit, Wärme und Schadholz stellen die idealen Voraussetzungen für eine rasche Ausbreitung des Borkenkäfers dar.

Im Norden war es viel zu trocken
Regen seit dem astronomischen Frühlingsbeginn. © UBIMET

Linderung der Trockenheit in Sicht

Eine Kaltfront sorgt am Wochenende für einen Temperaturrückgang von rund 15 Grad, vorerst gibt es im Norden aber nur geringe Regenmengen und im Osten bleibt es teils sogar gänzlich trocken. Zu Beginn der kommenden Woche verlagert sich das wetterbestimmende Tief aber in den nördlichen Mittelmeerraum und mit einer nordöstlichen Höhenströmung gelangen feuchte und noch etwas kühlere Luft ins Land.

Druckverteilung in der Nacht auf Dienstag. © ECMWF / UBIMET
Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe in der Nacht auf Dienstag. © ECMWF / UBIMET

Am Montag steigt die Wahrscheinlichkeit für Regen im Norden und Osten an, spätestens in der Nacht auf Dienstag ist nach derzeitigem Stand verbreitet mit Regen zu rechnen. Im Bergland wird es zudem nochmals spätwinterlich, so fällt am Sonntag- und Montagmorgen in den Nordalpen Schnee teils bis auf 800 m herab. Zumindest vorübergehend ist für Landwirte im Norden des Landes eine Entspannung in Sicht, von einer Entwarnung kann aber noch keine Rede sein. Um die Trockenheit dauerhaft zu lindern ist zumindest ein überdurchschnittlich nasser Mai notwendig.

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Tief SANDER brachte knapp 38.000 Blitze am Mittwoch im Westen

Schauer und Gewitter

Am Mittwoch ist die Kaltfront von Tief SANDER über Deutschland hinweggezogen. Im Vorfeld der Front gelangten warme und labil geschichtete Luftmassen ins Land, welche in Zusammenspiel mit dem starken Höhenwind die Entstehung langlebiger Gewitter ermöglicht haben. Zunächst entwickelten sich am frühen Nachmittag erste kräftige Gewitter am Oberrhein und im Saarland, im Laufe des Abends verlagerte sich der Schwerpunkt dann in den Westen.

Neben kräftigem Regen und kleinem Hagel kam es dabei verbreitet zu Sturmböen. Auch abseits der Gewitter war Sturm ein Thema. Besonders in den zentralen Landesteilen kam mit Durchzug der Kaltfront vorübergehend stürmischer Westwind auf. In Würzburg wurde mit 105 km/h sogar eine orkanartige Böe gemessen. Die Feuerwehr musste zu zahlreichen Einsätzen wegen Sturmschäden und umgestürzter Bäume ausrücken, allein in Frankfurt am Main gab es mehr als 70 Einsätze.

Windspitzen im Flachland:

  • 105 km/h Würzburg
  • 98 km/h Flughafen Düsseldorf
  • 97 km/h Gießen
  • 94 km/h Flughafen Frankfurt

Regen am Mittwoch
Regenanalyse von Mittwoch. © UBIMET

Gewitterhotspot NRW

In Summe wurden landesweit 37.823 Blitze detektiert, davon 19.940 in NRW, 8.870 in Rheinland-Pfalz, 3.260 im Saarland, 2.500 in Baden-Württemberg und 1.600 in Hessen. Für die Jahreszeit war es eine markante, aber nicht ungewöhnliche Gewitterlage. Ab Ende April nimmt die Wahrscheinlichkeit für Gewitterlagen mit Sturm und Hagel in Deutschland deutlich zu. Blitzreichster Landkreis war am Mittwoch Borken mit 5.440 Blitzen, gefolgt von Recklinghausen mit 3.231 und Ortenaukreis mit 2.052. Der stärkste Blitz mit einer Stromstärke von rund 125.000 Ampere wurde im Landkreis Grafschaft Bentheim in Niedersachsen registriert.

Im wetsen gab es viele Blitze
Blitzentladungen am Mittwoch. ©UBIMET

Gewittersaison

Grundsätzlich treten Gewitter in Mitteleuropa im gesamten Jahr auf, im Winter sind diese aber relativ selten. Die eigentliche Gewittersaison in Deutschland beginnt aber im Mittel im April und endet im September. Dies hängt in erster Linie mit dem Sonnenstand zusammen, der im Sommerhalbjahr eine markante Erwärmung des Bodens und damit auch der angrenzenden Luft ermöglicht. Details dazu gibt es hier: Start der Gewittersaison 2019.

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Staubsturm im Norden von Polen und örtlich auch in Deutschland

Trockenheit © Adobe Stock

Ein Tiefdruckgebiet über dem Norden Algeriens hat zu Wochenbeginn große Mengen an Saharastaub mit einer südlichen Höhenströmung nach Mitteleuropa verfrachtet. Im Alpenraum hat dies in erster Linie für diesige Verhältnisse bzw. eine herabgesetzte Fernsicht gesorgt, zudem wurde der Sand gebietsweise mit Regen auch auf Autos und Gartenmöbeln abgelagert.

Sandsturm in Polen

Die markanten Luftdruckgegensätze zwischen Tief SANDER über dem Ostatlantik und Hoch LEONORE über Russland haben am Dienstag im Norden und Osten Deutschlands sowie in Polen zu starkem Südostwind mit teils stürmischen Böen um 70 km/h geführt.

Die Bodenwetterkarte am Dienstag
Der starke Südostwind sorgte für einen Sandsturm. © http://www.met.fu-berlin.de

Auf den trockenen und frisch bestellten Feldern etwa im Emsland und in Mecklenburg-Vorpommern wurden dabei große Mengen an Sand und Staub aufgewirbelt. Besonders markant war dies im Norden Polens der Fall, hier kam es bei streckenweise stark reduzierter Sichtweite zu Unfällen, zudem erreichte der in Polen aufgewirbelte  Sand in den Abendstunden sogar die Nordsee.


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Wind und Trockenheit sorgten für Sandsturm in Polen

Sandsturm © Adobe Stock

Ein Tiefdruckgebiet über dem Norden Algeriens hat am Montag große Mengen an Saharastaub mit einer südlichen Höhenströmung in Richtung Alpenraum verfrachtet. Dieser hat in erster Linie für diesige Verhältnisse bzw. eine herabgesetzte Fernsicht gesorgt.

Saharastaub sorgt für diesige Verhältnisse in Vorarlberg
Saharastaub im Alpenraum. © www.foto-webcam.eu

Weiters wurde der Sand im Süden und Osten Österreichs mit dem Regen am Dienstag teilweise ausgewaschen, weshalb etwa auf Autos und Gartenmöbeln eine dünne Staubschicht übrig blieb.

Sandsturm in Polen

Während hierzulande der Saharastaub für Schlagzeilen gesorgt hat, gab es im Norden Polens am Dienstag einen regelrechten Sandsturm: Die markanten Luftdruckgegensätze zwischen einem Tief über dem Ostatlantik und einem Hoch über Russland haben für teils stürmisch auffrischenden Südostwind mit Böen um 70 km/h gesorgt. Auf den sehr trockenen und frisch bestellten Feldern wurden dabei große Mengen an Sand und Staub aufgewirbelt, welche im Laufe des Abends sogar Dänemark und die Nordsee erreicht haben. In Polen ging die Sichtweite  streckenweise auf unter 1000 m zurück. Ähnliches wurde zudem örtlich auch im Norden Deutschlands beobachtet.


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Osterextreme: Von Schneefall bis hin zu Sommerwetter

Hase im Schnee

Das Wetter zu Ostern fällt von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich aus: Einerseits befinden sich in der Übergangsjahreszeit in Nordeuropa oft noch sehr kalte Luftmassen, welche bei passender Großwetterlage bis nach Österreich gelangen. Andererseits gibt es bei einer südlichen Strömung in Zusammenspiel mit dem bereits hohen Sonnenstand im April auch schon sommerliche Tage mit Werten über 25 Grad.

Schnee am Erlaufsee
Schnee am Erlaufsee im 2013. © Fred Lindmoser; www.mariazellerland-blog.at

Schnee im 2013

Schaut man sich die Osterfeste der letzten 30 Jahre an, so sticht einem sofort 2013 ins Auge. Ein massiver Kaltlufteinbruch hat damals am 31. März für winterliche Verhältnisse mit Schneefall bis in tiefe Lagen gesorgt. In den östlichen Nordalpen gab es 20 bis 30 cm Schnee, aber selbst im Flachland fiel im Norden und Osten etwas Nassschnee. Im südlichen Mostviertel kam es sogar zu Stromausfällen durch umgestürzte Bäume. Die Höchstwerte am Ostersonntag lagen zwischen -1 Grad im östlichen Berg- und Hügelland und +7 Grad in Lienz. In Wien kam die Temperatur bei zeitweiligem Schneefall und lebhaftem Nordwestwind nicht über 2 Grad hinaus. In der folgenden Nacht gab es zudem verbreitet Frost.

In Wien gab es nur 2 Grad
Höchstwerte im 2013. Daten: UBIMET, ZAMG

Winterlich im 2012

Eine ganz ähnliche Wetterlage ließ Österreich auch im Jahr 2012 frieren, wieder sorgte polare Kaltluft am 8. April für Wintergefühle und etwas Schneefall. Die Temperaturen verharrten am Ostersonntag zwischen -1 Grad in Mariazell und +9 Grad im Drautal. Die Kälte hinterließ auch in der Landwirtschaft ihre Spuren, nach teils strengem Nachtfrost mit bis zu -14 Grad in Tannheim kam es am Ostermontag in Niederösterreich, dem Burgenland, der Steiermark sowie Teilen Tirols zu massiven Frostschäden und Ertragseinbußen von bis zu 80 Prozent.

Sommer im 2000

Dass Ostern wettertechnisch auch ganz anders ausfallen kann, zeigt ein Blick auf das Jahr 2000: Bei Temperaturen bis zu 29 Grad in Salzburg gab es verbreitet Sommerwetter im April. Auch 2009 und 2011 konnte man Mitte bzw. Ende April bei Temperaturen über 20 Grad die Osterneste getrost im T-Shirt suchen. Anbei die Höchstwerte am Ostersonntag seit 1999:

Höchstwert  Wien Innsbruck Kranebitten
4.4.1999 21 13
23.4.2000 27 26
15.4.2001 8 4
31.3.2002 19 16
20.4.2003 19 18
11.4.2004 11 11
27.3.2005 14 20
16.4.2006 19 17
8.4.2007 18 17
23.3.2008 6 3
12.4.2009 23 23
4.4.2010 18 14
24.4.2011 22 21
8.4.2012 5 4
31.3.2013 2 5
20.4.2014 18 18
5.4.2015 8 6
27.3.2016 15 18
16.4.2017 14 10
1.4.2018 13 12
21.4.2019 22
24

Seit dem Jahr 1999 wird die Temperatur in Wien heuer zum 12. Mal am Ostersonntag über 15 Grad liegen und zum 5. Mal oberhalb der 20-Grad-Marke. In Innsbruck wurden im selben Zeitraum an vier Ostersonntagen Temperaturen über 20 Grad gemessen (im 2005 waren es 19,9 Grad). Zuvor war dies in der Tiroler Landeshauptstadt letztmals zu Ostern 1987 der Fall.

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Gewitter und kräftiger Regen in Spanien und Portugal

Gewitter mit Hagel

Die aktuelle Druckkonstellation erinnert an die überwiegende Großwetterlage im Jahr 2018: Ein umfangreiches Hochdruckgebiet über Nordeuropa lenkt sämtliche atlantische Tiefdruckgebiete nach Südwesteuropa oder mit einer südlichen Zugbahn über Island hinweg in Richtung der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen. Während dabei in Skandinavien und Mitteleuropa überdurchschnittliche Temperaturen und Trockenheit herrschen, gibt es auf der Iberischen Halbinsel sowie im Bereich des Schwarzen Meeres kühle und unbeständige Wetterverhältnisse.

Ein Skandinavienhoch wird von einem Tief über Spanien flankiert
Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Freitag. © UBIMET / GFS
Es ist zu warm in weiten Teilen Europas
7-Tage-Prognose der Temperaturabweichung. © http://www.karstenhaustein.com/

Regen und Hagel

Mitte dieser Woche waren vor allem Portugal betroffen, hier gab es teils kräftige Gewitter mit intensivem Hagelschlag. In den  letzten Tagen hat sich der Schwerpunkt allmählich ostwärts verlagert. Besonders betroffen ist derzeit der Südosten des Landes von Murcia bis Valencia, hier sind teils mehr als 100 Liter pro Quadratmeter Regen in nur 24 Stunden zu erwarten. Die Gefahr von Überflutungen ist hier erhöht. Im Süden Spaniens gehen zudem örtlich Schauer und Gewitter nieder, lokal ist dabei kleiner Hagel möglich.

Im Südosten Spanien fällt kräftiger Regen
Prognose der Regenmengen bis Samstagnacht. © DWD / UBIMET

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19. April 2017: Schneesturm am Alpenostrand

Die Monatsmitteltemperatur im April entspricht in den Niederungen mit 10 Grad etwa der durchschnittlichen Jahrestemperatur. Allerdings kann es im April mit Kaltluftausbrüchen aus Norden geradezu winterlich sein, während warme Luft aus den Subtropen mitunter schon für sommerliche Verhältnisse sorgt. Diese Aprilwetter-Extreme wurden uns in den letzten Jahren deutlich vor Augen geführt: Während es am 20. April 2018 den zweitfrühesten „30er“ der Messgeschichte gab, kam es am 19. April 2017 zu einem regelrechten Schneesturm am Alpenostrand mit Schnee bis Wien. Heuer gibt es dagegen sonniges Wetter mit frühsommerlichen Temperaturen: Sonnigstes Osterfest seit vielen Jahren.

Schnee bis Wien

Am 19. April 2017 lag der Alpenraum unter dem Einfluss eines Mittelmeertiefs, das sich nordostwärts in Richtung Ungarn verlagerte („Vb-Tief“). Mit einer nordöstlichen Höhenströmung führte dies sehr feuchte Luftmassen in die Osthälfte Österreichs, gleichzeitig strömten von Norden her immer kältere Luftmassen ins Land. Die Schneefallgrenze sank somit bis ins Flachland und der Wind wehte kräftig mit stürmischen Böen aus Nord. Am Nachmittag musste die Wiener Außenring Autobahn (A21) schließlich in beide Fahrrichtungen komplett gesperrt werden und auch Teile der Westautobahn (A1) wurden für den Verkehr geschlossen.

A21 am 19. April 2017. © ASFINAG
Die A21 am 19. April 2017. © ASFINAG

Die Temperaturen kamen in mittleren Höhenlagen nicht über den Gefrierpunkt hinaus, so lag der Höchstwert in Mariazell bei -2.8 Grad, dazu gab es hier in Summe fast einen Meter Neuschnee. Ein paar Zentimeter Nassschnee gab es aber sogar in der Wiener Innenstadt! Anbei die gemeldeten Schneehöhen am 20. April 2017 um 8 Uhr in der Früh:

  • 92 cm Mariazell (866 m, ST)
  • 86 cm Lunz am See (614 m , NÖ)
  • 57 cm Mooslandl / Hieflau (470 m, ST)
  • 18 cm Rekawinkel / Pressbaum (374 m, NÖ)
  • 5 cm Wiener Neustadt (285 m, NÖ)
Schneefall
Schneesturm in Mariazell. © https://www.mariazell.at/

Die Österreichische Unwetterzentrale hatte Schneewarnungen mit der höchsten Stufe für das Mariazellerland und dem Semmeringgebiet ausgegeben. In exponierten Lagen des Alpenostrand kam es zudem zu massiven Schneeverwehungen.

Schnee
Schneesturm im Süden von Wien. © http://www.zesch.com
Schneewarnungen vom 19. bis 20. April 2017. © www.uwz.at / UBIMET
Schneewarnungen vom 19. bis 20. April 2017. © www.uwz.at / UBIMET

Noch ergiebiger fielen die Mengen auf den Bergen aus, so gab es in den Niederösterreichischen Voralpen in 1.100 m Seehöhe bis zu 150 cm Neuschnee! Die Lawinengefahr erreichte am 20. April in den Ybbstaler Alpen sogar die höchste Stufe 5.


2018: Hitze im Frühling

Dass der April aber auch anders kann, zeigte er im Vorjahr. Mit einer Abweichung von knapp 5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel war dies nicht nur der wärmste April seit rund 200 Jahren, auch in Punkto Hitze hatte er schon ein Wort mitzureden. So wurde am 20. des Monats in Salzburg die 30 Grad erreicht, Tags darauf gelang Wien das gleiche Kunststück.

Sonnenschein
Hochsommerliches Wetter in Salzburg. ©www.foto-webcam.eu

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Ausgezeichnetes Bergwetter zu Ostern

Krokusse im Frühling

Der Karfreitag beginnt verbreitet sonnig, nur in Südtirol sowie teils auch im Bereich der Lavanttaler Alpen und des Grazer Berglands halten sich anfangs ein paar Hochnebelfelder. Tagsüber dominiert verbreitet der Sonnenschein, besonders in den Nordalpen ist der Himmel oft sogar wolkenlos. Am Nachmittag zeigen sich lediglich ein paar harmlose, kleine Quellwolken über den Bergen. Der Wind weht schwach, vom Salzkammergut und den Niederen Tauern ostwärts auch mäßig aus Südost. Die Temperaturen erreichen in 3.000 m Höhe -2 bis 0 Grad, in 2.000 m Höhe liegen die Höchstwerte zwischen 4 Grad auf der Koralpe und 8 Grad im Arlberggebiet.

Strahlend sonniger Samstag

Am Samstag scheint von der Früh weg verbreitet die Sonne, über weite Strecken ist der Himmel nahezu wolkenlos. Im Laufe des Nachmittags bilden sich im westlichen und südlichen Bergland ein paar lockere Quellwolken, es bleibt aber überall trocken. Der Wind weht schwach bis mäßig aus südöstlicher Richtung und die Höchstwerte liegen in 3.000 m zwischen -1 und +1 Grad bzw. in 2.000 m zwischen 5 und 9 Grad.

Bestes Bergwetter am Osterwochenende.
Bestes Bergwetter am Osterwochenende. © UBIMET

Sonniges Osterfest

Der Ostersonntag bringt bei höchstens harmlosen Schleierwolken von Beginn an viel Sonnenschein. Am Nachmittag bilden sich über den Bergen von Unterkärnten bis zum Semmering-Wechsel-Gebiet ein paar lockere Quellwolken, diese trüben den freundlichen Eindruck aber kaum. Der Wind weht meist nur schwach aus südöstlichen Richtungen, die Temperaturen erreichen in 3.000 m -1 bis +1 Grad, in 2.000 m gibt es 6 bis 10 Grad mit den höchsten Werten am Alpenhauptkamm.

Leicht föhnig am Montag

Am Ostermontag dominiert über weite Strecken wieder der Sonnenschein. Im Tagesverlauf bilden im südöstlichen Bergland wieder lockere Quellwolken und von Vorarlberg bis Oberkärnten ziehen vermehrt hochliegende Wolken auf. Besonders in Südtirol verdichten sich die Wolken gegen Abend, es bleibt aber überall trocken. Der Wind frischt lebhaft, am Alpenhauptkamm mitunter auch kräftig aus Süd auf, in prädestinierten Tallagen der Nordalpen wird es leicht föhnig. In 3.000 m gibt es von Süd nach Nord -1 bis +2 Grad und in 2.000 m 6 bis 10 Grad.

Lawinen im Grünen

Das frühlingshafte Wetter und der sich langsam zurückziehende Schnee ermöglichen in dieser Jahreszeit immer mehr unterschiedliche sportliche Aktivitäten in den Bergen. Da in den Hochlagen bzw. in den Nordalpen selbst in mittleren Höhenlagen teils noch viel Schnee liegt, müssen auch Wanderer und Mountainbiker besonders beim Queren von Rinnen die Lawinengefahr beachten: Große Nassschneelawinen können im Frühjahr durchaus bis in bereits ausgeaperte Regionen vordringen, es kann also mitunter zu „Lawinen im Grünen“ kommen. Weiters sollte man bei Wanderungen über flache Schneefelder die Gefahr der Unterspülung beachten: In schneegefüllten Bächen fließt jetzt wieder vermehrt Schmelzwasser ab, somit kann die Schneedecke stellenweise unterspült sein und bereits unter dem Eigengewicht einer Person einstürzen.

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Zunehmende Trockenheit, Dürregefahr nimmt besonders im Osten zu

Dürre am Land

Wir nähern uns der dritten Aprildekade und man kann bereits jetzt eine erste Bilanz ziehen: Der Monat wird in weiten Teilen des Landes zu trocken ausfallen, im Osten fällt das Niederschlagsdefizit sogar sehr groß aus. Von Niedersachsen bis Baden-Württemberg sind bisher im Schnitt etwa 30 bis 50 % des Monatssolls gefallen, nur im äußersten Südwesten wurde das Soll bereits erreicht. Besorgniserregend ist die Entwicklung in der Osthälfte von Schleswig-Holstein bis nach Bayern. In diesen Regionen gab es bislang nur 5 bis 10% des durchschnittlichen Monatsniederschlags, lokal hat es in Nordbrandenburg in diesem Monat noch gar keinen Regen gegeben.

Weiter kaum Regen in Sicht

Zwar war der Winter mit Ausnahme des Februars generell feuchter als üblich, davor waren im bundesweiten Schnitt jedoch bereits 10 Monate in Folge zu trocken ausgefallen. Die Folgen der Dürre im Jahr 2018 machen sich über den feuchten Winter hinaus bemerkbar. Die Böden sind jetzt bereits trocken und die Waldbrandgefahr nimmt zu. Von der Lüneburger Heide bis nach Brandenburg herrscht bereits die zweithöchste Gefahrenstufe 4 von 5, lokal wird sogar die höchste Stufe erreicht. Ergiebiger oder flächendeckender Regen ist bis auf Weiteres nicht in Sicht, nur im äußersten Südwesten sind in den kommenden Tagen lokale gewittrige Schauer zu erwarten. Auch nächste Woche gibt es nach derzeitigem Stand am ehesten in der Westhälfte ein paar Schauer oder Gewitter.

Im Osten ist in den nächsten Tagen nahezu kein Regen in Sicht
Niederschlagsprognose bis einschließlich Freitag, 26.4. ©ECMWF / UBIMET

Hohe Waldbrandgefahr

Bereits in den vergangenen Tagen gab es mehrere kleinere Wald- und Böschungsbrände. Die Anzahl an Brände 2019 sowie die betroffene Fläche sind bereits jetzt vergleichbar mit Mitte August in Bezug auf den Durchschnitt von 2008 bis 2018. Besonders in Thüringen musste die Feuerwehr wiederholt ausrücken, entlang eines Bahndamms brannte es auf einer Länge von 12 Kilometern. Grund hierfür war die überhitze Bremse und damit verbundener Funkenschlag eines Güterzugs, der zwischen Meiningen und Wernshausen unterwegs war. An 10 verschiedenen Stellen konnte dadurch Feuer ausbrechen, die Feuerwehr war mit knapp 100 Männern im Einsatz. Auch im nahen Suhl im Thüringer Wald brannte eine Wiese, zudem kam es in den vergangenen Tagen bei Tiefenbach und Weibersbrunn in Bayern sowie in der Nähe des Berliner Wannsees zu kleineren Bränden.

Im 2019 gab es bereits überdurchschnittlich viele Brände für die Jahreszeit
Betroffen Fläche von Bränden in Europa im 2019. © EFFIS / Copernicus

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Polare Luftmassen sorgen für Aprilschnee in Deutschland

Schnee und Schneefahrbahn

Besonders in der Nordwesthälfte Deutschlands präsentiert sich das Wetter derzeit von seiner winterlichen Seite. Kalte Luftmassen polaren Ursprungs haben mittlerweile das gesamte Land erreicht, gleichzeitig sorgt ein Höhentief für eine leicht labile Schichtung der Luft. Da wir am Rande eines mächtigen Hochs über Skandinavien liegen, gibt es aber kein typisches Aprilwetter mit Sonnenschein und Graupelgewittern in Abwechslung, sondern eher einen winterlichen Wettercharakter mit zeitweiligem Schneefall.


Besonders in mittleren Höhenlagen von der Eifel über das Sauerland bis zum Harzvorland gab es auch ein paar Zentimeter Schnee. Allgemein tritt Schneefall im April in vielen Regionen nicht so selten auf, wie viele Menschen glauben, so gibt es etwa in Berlin und Stuttgart im Mittel alle drei Jahre eine Schneedecke von mindesten 1 cm. Weitere Details dazu gibt es hier.

Im nördlichen Mittelgebirgsraum liegt etwas Schnee
Analyse der aktuellen Schneelage in Deutschland. © UBIMET


Schnee im Südwesten

In der Nacht zum Sonntag verlagert sich das Höhentief langsam weiter in Richtung Ostfrankreich, somit verlagert sich der Schwerpunkt der Schauer in den Südwesten des Landes. Besonders in höheren Lagen von Rheinland-Pfalz über den nördlichen Schwarzwald und der Alb bis zum Alpenrand kommen ein paar Zentimeter Neuschnee zusammen.

Besonders im nördlichen Schwarzwald kommt etwas Neuschnee zusammen
12h Schneevorhersage bis Sonntagmorgen

VLN2 abgebrochen

Auch in der Eifel sind heute ein paar Schneeschauer niedergegangen, dabei sind am Nürburgring ungewöhnliche Bilder entstanden: Rennwagen im Schnee. Das VLN-Rennen wurde mittlerweile abgesagt, da im Abschnitt von der Fuchsröhre bis zum Bergwerk Schnee auf den Seitenstreifen liegt.  Die Rennleitung hat sich daher in Absprache mit den Sportkommissaren und dem Veranstalter dazu entschlossen hat das Rennen nicht fortzusetzen.

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In den Osterferien zunehmend sonnig, ab Gründonnerstag 20 Grad

Frühling mit Sonne und Blüte

Die Osterferien beginnen am Samstag im ganzen Land mit vielen Wolken und im Südosten fällt zeitweise ein wenig Regen. Nennenswerte Auflockerungen sind lediglich am Vormittag im Westen zu erwarten. Dazu ist es kalt für die Jahreszeit: Bei lebhaftem Nordwind kommen die Temperaturen nicht über 3 bis 12 Grad hinaus, besonders im Osten liegen die Höchstwerte meist im einstelligen Bereich. Am Sonntag fällt dann in weiten Teilen des Landes etwas Regen und im westlichen Bergland auch Schnee. Die Schneefallgrenze steigt von 500 m in Vorarlberg tagsüber auf 1100 m an. Die Höchstwerte liegen zwischen 3 und 12 Grad.

Wetterbesserung in der Karwoche

Zu Beginn der Karwoche zieht das wetterbestimmende Höhentief nach Süditalien ab und aus Nordosten gelangen trockene Luftmassen ins Land. Besonders im Norden und Osten kommt am Montag wieder verbreitet die Sonne zum Vorschein und die Temperaturen steigen spürbar an. Die Temperaturen erreichen 8 bis 16 Grad mit den höchsten Werten im Oberinntal. Noch mehr Sonnenschein und Temperaturen von 10 bis 18 Grad sind dann am Dienstag zu erwarten, in der Früh besteht aber gebietsweise Frostgefahr!

Osterwetter-Westen
Ab Montag steigen die Temperaturen spürbar an (Stand: 12.4.19). © UBIMET

Ab Gründonnerstag föhnig

Im Laufe der zweiten Wochenhälfte stellt sich eine föhnige Südströmung ein, somit steigen die Temperaturen weiter an. Am Gründonnerstag liegen die Höchstwerte im Westen bereits um oder oberhalb der 20-Grad-Marke und am Karfreitag steigen die Temperaturen dann auch im Osten wieder auf über 20 Grad an. Die höchsten Werte um 23 Grad werden voraussichtlich am Samstag in den Nordalpen und im Nordosten erreicht. Die Vorhersage für Ostern ist noch etwas unsicher, nach derzeitigem Stand zeichnet sich aber besonders im Norden und Osten freundliches, frühlingshaftes Wetter ab.

Osterwetter_Osten
Ab Karfreitag gibt es Höchstwerte über 20 Grad (Stand: 12.4.19). © UBIMET

Gute Schneelage in den Alpen

Skifahrer können sich in den Osterferien auf eine sehr gute Schneelage in den Alpen freuen. In den Hochlagen des Alpenhauptkamms liegen drei bis vier Meter der weißen Pracht, aber auch in mittleren Höhenlagen ab etwa 1.200 m liegt in den Staulagen der Nordalpen gebietsweise noch viel Altschnee:

  • 132 cm Kühtai Längental
  • 112 cm Lech am Arlberg
  • 88 cm Obergurgl
  • 68 cm Warth
  • 65 cm Schröcken
  • 40 cm Hochfilzen
  • 27 cm Hintertux
  • 19 cm St. Ulrich am Pillersee
  • 15 cm Langen am Arlberg
In den Hochlagen liegt noch viel Schnee.
In den Hochlagen liegt noch viel Schnee.

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Schnee im April: Alltag oder Seltenheit?

Schnee im Frühling. © Nikolas Zimmermann

Allgemein kommt Schnee im April viel häufiger vor, als viele Menschen glauben. Allerdings handelt es sich meist um kurze, mitunter aber markante Einzelereignisse. Eine im Flachland über mehrere Wochen liegende Schneedecke ist im April hingegen extrem selten. Anbei der langjährige Mittel (1977 bis 2007) der Schneedeckentage (Schneehöhe mind. 1 cm) für ausgewählte Orte in Deutschland:

Ort

Häufigkeit Schneedecke > 1 cm

Rostock

alle 10 Jahre
Hamburg alle 5 Jahre
Schleswig alle 3 Jahre
Berlin alle 3 Jahre
Magdeburg alle 3 Jahre
Dresden jedes Jahr
Erfurt jedes Jahr
Düsseldorf statistisch nie
Bremen alle 10 Jahre
Frankfurt/M. alle 10 Jahre
Stuttgart alle 3 Jahre
Saarbrücken alle 5 Jahre
Augsburg alle 1-2 Jahre
Neuruppin alle 3 Jahre
Hannover alle 5 Jahre
Trier alle 2-3 Jahre

Geht man in die höheren Lagen der Mittelgebirge, sieht die Sache natürlich gleich um einiges winterlicher aus. Auf der Zugspitze liegt im Mittel an jedem Apriltag Schnee, am Hohenpeißenberg auf knapp 1.000 m noch an jedem dritten Apriltag:

Ort mittlere Anzahl Schneedeckentage (> 1 cm)
Zugspitze 30
Fichtelberg 24
Kahler Asten 13
Hohenpeißenberg 9

Sowohl bei den Orten im Flachland als auch bei den Bergstationen muss man bei dieser Betrachtung natürlich eines berücksichtigen: Häufig „rettet“ sich eine Schneedecke aus dem März noch in den April hinein und schmilzt dann ab.

Winter im April 1970

Häufig kommt es im April zu markanten Schneefallereignissen im Umfeld von Nord- und Ostsee. Das Meer erwärmt sich allmählich, aus Norden strömen manchmal aber noch eiskalte Luftmassen nach Mitteleuropa. Der markante Temperaturunterschied zwischen dem Wasser und der darüberströmenden Luft sorgt für eine Labilisierung der unteren Atmosphäre und es entwickeln sich kräftige Schneeschauer. Eine solche „Lake-Effekt-Wetterlage“ hat sich auch rund um den 11.4.1970 eingestellt: An der Rückseite eines Ostseetiefs strömten anhaltend kalte Luftmassen über die Ostsee nach Nordostdeutschland. Über dem Meerwasser konnte die Luft zusätzliche Feuchtigkeit aufnehmen, dementsprechend kräftig schneite es an den Küsten und in abgeschwächter Form auch im Landesinneren. Hier ein Überblick über die Schneehöhen in Mecklenburg-Vorpommern am Morgen des 11. April 1970:

Ort Schneehöhe
Waren 50 cm
Altentreptow 45 cm
Lohmen 40 cm
Tüzen 40 cm
Gersdorf 40 cm
Kühlungsborn 40 cm
Ventschow 35 cm
Roggendorf 35 cm
Lalendorf 35 cm

Die Gewittersaison 2019 steht in den Startlöchern

In Kärnten und in der Steiermark gibt es Schauer und Gewitter

Grundsätzlich treten Gewitter in Mitteleuropa im gesamten Jahr auf, im Winter sind diese aber relativ selten: Meist handelt es sich um Graupel- oder Schneegewitter unter dem Einfluss von Höhenkaltluft oder um sehr schnell ziehende Gewitter an den Kaltfronten von markanten Tiefdruckentwicklungen. Die eigentliche Gewittersaison in Deutschland beginnt aber im Mittel im April und endet im September. Dies hängt in erster Linie mit dem Sonnenstand zusammen, so beginnt die Saison je nach Großwetterlage ein paar Wochen nach dem Frühlingsäquinoktium und endet ein paar Wochen vor dem Herbstäquinoktium.

Hochsaison ab Mai

Der Höhepunkt der Gewittersaison mit zahlreichen und teils starken Gewitterlagen geht von Anfang Mai bis Mitte August. Bereits im ersten Teil des Saison bis etwa Mitte Juni kommt es immer wieder zu ausgeprägten Gewitterlagen, da in dieser Zeit das Westwindband bzw. der Höhenwind noch relativ stark ausgeprägt sind. So kam es etwa vom 5. bis 12. Mai 2015 oder am 9.6.2014 mehrmals zu Unwettern in Deutschland. Im Hochsommer steht zwar noch mehr Energie zur Verfügung, dafür ist der Wind in der Höhe oft nur schwach ausgeprägt. Letzteres spielt für langlebige Gewittersysteme eine entscheidende Rolle.

Lokale Gewitter im Westen

Deutschland liegt derzeit am Rande von schwach ausgeprägten Höhentiefs über West- und Südeuropa. Mit einer südöstlichen Strömung gelangen dabei feuchte Luftmassen in die Südwesthälfte des Landes. Hier ziehen am Montag einige Wolken durch und im Laufe des Nachmittags und Abends entstehen besonders vom Sauerland bis zum Hunsrück ein paar kräftige Schauer und vereinzelt auch Gewitter. Teils gewittrige Schauer sind allerdings auch im östlichen Mittelgebirgsraum vom Böhmerwald bis zum Erzgebirge möglich.

Die Atmosphäre ist labil geschichtet
Vertikalprofil der Atmosphäre am Montagnachmittag in Aachen. © ECMWF / UBIMET

Wie man am obigen Modellprofil der Atmosphäre am Montagnachmittag sehen kann, können die gewittrigen Schauer bis etwa 500, vereinzelt  auch 400 hPa in die Höhe wachsen, dies entspricht einer Seehöhe von etwa 5500 bis 7000 m. Im Sommer wird dann manchmal sogar die doppelte Höhe erreicht. Bereits am Sonntag gab es in Belgien kräftige Gewitter mit Hagel, im Verglich dazu ist die Hagelgefahr am heutigen Montag aber gering, da die Luftschichtung etwas stabiler ist.

Kühle Luft im Anmarsch

Auch am Dienstag sind besonders in einem Streifen von der Eifel über Rheinland-Pfalz bis nach Bayern lokale Schauer oder Gewitter zu erwarten, aus Norden lenkt ein Skandinavienhoch aber trockene und kühle Luftmassen ins Land, somit wird die feuchte Luft allmählich nach Südwesten abgedrängt. Die Gewitterneigung lässt somit in der zweiten Wochenhälfte vorerst wieder nach und ausgehend vom Norden nimmt stattdessen die Frostgefahr zu.

Titelbild © pixabay.com

Start der Gewittersaison 2019

Blitz und Gewitter

Grundsätzlich treten Gewitter in Mitteleuropa im gesamten Jahr auf, im Winter sind diese aber relativ selten: Meist handelt es sich um Graupel- oder Schneegewitter unter dem Einfluss von Höhenkaltluft oder um sehr schnell ziehende Gewitter an den Kaltfronten von markanten Tiefdruckentwicklungen. Die eigentliche Gewittersaison im Alpenraum beginnt aber im Mittel im April und endet im September. Dies hängt in erster Linie mit dem Sonnenstand zusammen, so beginnt die Saison je nach Großwetterlage ein paar Wochen nach dem Frühlingsäquinoktium und endet ein paar Wochen vor dem Herbstäquinoktium, wenn die Tage länger als etwa 13 Stunden dauern.

Höhepunkt

Der Höhepunkt der Gewittersaison mit zahlreichen und teils starken Gewitterlagen geht von Anfang Mai bis Mitte August. Die ersten starken Gewitterlagen können bereits kurz nach Saisonbeginn auftreten, da in dieser Zeit das Westwindband bzw. der Höhenwind meist noch stark ausgeprägt sind. Im Hochsommer steht zwar noch mehr Energie zur Verfügung, dafür ist der Wind in der Höhe aber oft nur schwach ausgeprägt. Letzteres spielt für langlebige Gewittersysteme eine entscheidende Rolle. Im vergangenen Jahr etwa gab es in Wien das blitzreichste Gewitter der Saison bereits am 2. Mai. Im Durchschnitt gibt es die meisten Blitze allerdings im Juli, zudem ist die Gefahr von großem Hagel in dieser Jahreszeit erhöht.

Die meisten Gewittertage gibt es im Bergland
Gewitterklimatologie anhand von METAR. © Kaltenböck (2000) via Dorau (2006)

Hierzulande geht die Saison im südöstlichen Berg- und Hügelland am schnellsten los, während in den Alpen wie etwa in Innsbruck die schneebedeckten Berge für eine Verzögerung bis in die zweite Maihälfte hinein sorgen.

Lokale Gewitter am Montag

Österreich liegt derzeit am Rande von schwach ausgeprägten Höhentiefs über West- und Südeuropa. Mit einer südöstlichen Strömung gelangen dabei feuchte Luftmassen ins Land. Am Montag überwiegen im Süden und Westen die Wolken und zeitweise fällt Regen, zeitweiligen Sonnenschein gibt es dagegen vom Wald- und Weinviertel bis zur Süd- und Oststeiermark. Besonders im östlichen Berg- und Hügelland entstehen im Laufe des Nachmittags ein paar kräftige Schauer und vereinzelt auch Gewitter.

Die Vorwarnungen vor Gewitter in der Steiermark sowie im Mühlviertel
In den gelb eingefärbten Regionen sind vereinzelte Gewitter möglich. © www.uwz.at

Die größte Wahrscheinlichkeit dafür gibt es in den Lavanttaler Alpen, im Grazer Bergland sowie in höheren Lagen des Mühl- und Waldviertels.

Die Schichtung der Atmosphäre wird leicht labil
Vertikalprofil der Atmosphäre am Montagnachmittag. © UBIMET RACE

Wie man am obigen Modellprofil der Atmosphäre am Montagnachmittag sehen kann, können die gewittrigen Schauer mitunter bis etwa 400 hPa in die Höhe wachsen, dies entspricht einer Seehöhe von etwa 7000 m. Im Sommer wird dann teils sogar die doppelte Höhe erreicht. Neben Platzregen kann es dabei vereinzelt auch zu kleinkörnigem Hagel kommen.

Abkühlung in Sicht

Auch am Dienstag sind im südlichen Bergland einzelne gewittrige Schauer möglich, in der zweiten Wochenhälfte lenkt ein umfangreiches Hoch über Skandinavien aber kühle Luftmassen ins Land. Die Gewitterneigung lässt somit wieder nach und wird erst kommende Woche wieder zum Thema.

Titelbild © Adobe Stock

Überflutungen auf Kreta

Überflutungen im Osten von Kreta

Am Samstag ist ein Tiefdruckgebiet vom Ionischen Meer in das Ägäische Meer gezogen und hat dabei von Kreta bis in die nördliche Ägäis für teils ergiebige Regenmengen gesorgt.

Auf Kreta gab es bis zu 134 mm am Samstag
Regenmengen in Griechenland. © http://www.meteo.gr/

Große Regenmengen

Auf manchen Inseln gab es punktuell Regenmengen über 100 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden, vereinzelt sogar 200. Anbei die maximalen Messungen pro Insel:

  • 227 mm Ikaria
  • 135 mm Rhodos
  • 134 mm Kreta
  • 131 mm Naxos

Auch der Osten  von Kreta war von kräftigem Regen betroffen, so wurden in Sitia 53 mm und in  Xerokamps 58 mm gemessen. Im Bergland dürften allerdings noch größere Mengen gefallen sein, so kam es im Osten der Insel zu Felsstürzen und Überflutungen. Auch Teile der Stadt Sitia standen vorübergehend unter Wasser.

Titelbild: FB Forecast Weather Greece

Italientief brachte 1 Meter Neuschnee in der Schweiz

Schnee auf Autos

Die Kaltfront des Tiefs PHILIPP mit Kern über den Britischen Inseln hat am Donnerstag den Südwesten Deutschlands, die Schweiz und den äußersten Westen Österreichs erreicht. In Zusammenspiel mit einem Italientief hat sich dabei eine sogenannte Gegenstromwetterlage eingestellt, bei der kalte Luft aus Nordwesteuropa in tiefen Schichten von sehr feuchter Luft aus dem Mittelmeerraum überströmt wird. Bei starken Niederschlagsraten sinkt die Schneefallgrenze dabei bis in tiefe Lagen ab. Besonders viel Schnee gab es in den Ötztaler Alpen, so wurden am Pitztaler Gletscher 82 cm Neuschnee gemeldet und in Obergurgl rund 50 cm. Sogar noch mehr Schnee gab es in der Zentralschweiz.

Vom Großraum Innsbruck ostwärts wehte hingegen teils stürmischer Föhn, somit war das Land zweigeteilt mit winterlichem Wetter im äußersten Westen und frühlingshaften Temperaturen im Norden und Osten.

Zweigteiltes Land - Temperaturen am Donnerstagnachmittag
Zweigeteiltes Land: Temperaturen am Donnerstagnachmittag. © UBIMET

1 Meter in der Schweiz

Besonders ergiebig hat es am Donnerstag in der Schweiz geschneit, so gab es vom nördlichen Tessin über den Grimselpass und den Gotthardpass bis ins Berner und Urner Oberland große Neuschneemengen von bis zu 1 Meter in 24 Stunden:

    • 99 cm Guttannen BE
    • 68 cm Andermatt UR
    • 63 cm Buffalora GR

Stellenweise gab es auch neue Neuschnee-Rekorde für den Monat April, wie etwa in Engelberg (OW) mit 50 cm Neuschnee. Wenn man das gesamte Ereignis betrachtet, gab es teils sogar mehr als ein Meter Neuschnee wie etwa in Andermatt (UR) mit 111 cm.

Viel Schnee auch in Südtirol

Auch in den typischen Südstaulagen Südtirols hat es von Mittwochfrüh bis Donnerstagnacht ergiebig geschneit. Im hintersten Ultental gab es etwa 135 cm Neuschnee. Die Lawinengefahr ist am Alpenhauptkamm sowie südlich davon verbreitet auf die zweithöchste Stufe 4 angestiegen.

Titelbild: © Adobe Stock

Perfekte Wetterbedingungen beim Vienna City Marathon 2019

Sonnenschein beim Wien-Marathon

Der Vienna City Marathon findet in diesem Jahr zum 36. Mal statt. Der Startschuss um 9 Uhr bei der UNO-City fällt bei Sonnenschein und Temperaturen von knapp 9 Grad. Im Laufe des Vormittags ziehen vermehrt hochliegende Schleierwolken durch, meist überwiegt aber weiterhin der freundliche Eindruck und es bleibt trocken. Der Wind weht zunächst schwach, am Vormittag dann mäßig aus Südost mit Böen um 30 km/h. Um 11 Uhr liegt die Temperatur bei 14 Grad, im Laufe des Nachmittags steigt sie dann noch auf rund 19 Grad.

Uhrzeit Temperatur Windmittel
9 Uhr 9 Grad 12 km/h Südost
11 Uhr 14 Grad 15 km/h Südost
13 Uhr 17 Grad 17 km/h Südost

Das ideale Laufwetter

Das perfekte Laufwetter hängt im Grunde vom subjektiven Empfinden des Läufers ab. Studien zeigen allerdings, dass Temperaturen um die 10 Grad, Windstille und niederschlagsfreies Wetter die idealen Bedingungen bei einem Marathon sind. Das Wetter sollte den Läufern heuer also durchaus entgegenkommen. Der Weltrekord im Marathon wurde übrigens 2018 in Berlin vom Kenianer Eliud Kipchoge bei ähnlichen Temperaturen erreicht. Die Strecke von 42,195 Kilometer legte er damals in 2:01:39 Stunden zurück.

Wetterextreme beim VCM

Der Marathon ging in der Vergangenheit bei äußerst unterschiedlichen Wetterverhältnissen über die Bühne. So fand etwa der Zieleinlauf am 25. Mai 2003 bei schweißtreibenden 29 Grad statt. Am 13. April 1986 schneite es hingegen immer wieder und die Temperaturen kamen nur knapp über den Gefrierpunkt hinaus. Im Jahr 2017 sorgte der kräftige Nordwestwind mit Böen bis knapp 60 km/h für Probleme, vergangenes Jahr waren es wieder die Temperaturen: Bei viel Sonnenschein stieg die Temperatur von 20 Grad um 9 Uhr auf rund 24 Grad um 12 Uhr.

Titelbild © Adobe Stock

Tief PHILIPP bringt im Südwesten Regen und Schnee

Wintereinbruch

Die Kaltfront von Tief PHILIPP erfasst in der Nacht zum Donnerstag den Südwesten Deutschlands. Am Donnerstag kommt sie aber kaum noch ostwärts voran, so gibt es besonders in Niederbayern und im Osten Deutschland bei zeitweiligem Sonnenschein Temperaturen von bis zu 21 Grad.

Im westen kühl, im Osten mild
Höchstwerte am Donnerstag. © UBIMET / ECMWF

Schnee im Schwarzwald

Im Südwesten fällt am Donnerstag von Beginn an verbreitet Regen. Die Schneefallgrenze sinkt hier von etwa 900 m gegen 400 m ab, vorübergehend ist bei stärkerer Niederschlagsintensität im Grenzbereich zur Schweiz aber auch in den Niederungen Schneeregen oder Nassschnee möglich. In den Abendstunden verlagert sich der Niederschlagsschwerpunkt dann ins Allgäu.

Im Südwesten fällt Regen und Schnee
Niederschlagsprognose für Donnerstag. © DWD / UBIMET

Besonders im Hochschwarzwald schneit es zeitweise auch kräftig, so sind oberhalb etwa 900 m Neuschneemengen um 20 cm in Sicht. In mittleren Höhenlagen ab etwa 700 m zeichnen sich 5 bis 10 cm Nassschnee ab, in tiefen Lagen handelt es sich höchstens um ein paar Zentimeter Schneematsch.

Viel Schnee in den Westalpen
24h-Neuschneeprognose für Donnerstag. © UBIMET

1 Meter Schnee in der Schweiz

Noch markanter fällt der Wintereinbruch in der Schweiz aus: Von den Walliser Alpen bis zum Engadin schneit es am Donnerstag anhaltend und kräftig, in höheren Tallagen kommen hier 40 bis 80 cm Neuschnee zusammen. Besonders intensiv schneit es im Simplongebiet sowie vom nördlichen Tessin über den Gotthardpass bis ins Urner Oberland, hier ist oberhalb von 1000 m teils über ein Meter Neuschnee zu erwarten, auf den Bergen sogar eineinhalb Meter.

Titelbild © Adobe Stock

Tief PHILIPP bringt Föhnsturm im Osten und Schnee im Westen

Sturmgefahr

Die Kontraste beim Wetter könnten am Donnerstag kaum größer ausfallen: Während vom Tiroler Unterland und Unterkärnten ostwärts mit Hilfe des teils stürmischen Südföhns oft die Sonne scheint, fällt im äußersten Westen sowie in Osttirol und Oberkärnten Regen oder Schnee.

Die Kaltfront von Tief PHILIPP erfasst Vorarlberg.
Die Kaltfront von Tief PHILIPP erfasst Vorarlberg. © UBIMET / ECMWF

Die Schneefallgrenze sinkt in Vorarlberg und im Außerfern bis in viele Tallagen ab, mitunter ist sogar im Rheintal etwas Schneeregen oder Nassschnee nicht ausgeschlossen. Auf den Bergen vom Rätikon über die Ötztaler Alpen bis zu den Tauern gibt es bis Freitag teils über 50 cm Schnee. Die Höchstwerte liegen zwischen 1 Grad im Montafon und 21 Grad in Oberösterreich.

Im Westen kühl, im Osten mild
Temperaturprognose für Donnerstagnachmittag. © UBIMET

1 Meter Schnee in der Schweiz

Noch markanter fällt der Wintereinbruch in der Schweiz aus: Von den Walliser Alpen bis zum Engadin schneit es am Donnerstag anhaltend und kräftig, in höheren Tallagen kommen hier 40 bis 80 cm Neuschnee zusammen. Besonders intensiv schneit es im Simplongebiet sowie vom nördlichen Tessin über den Gotthardpass bis ins Urner Oberland, hier ist oberhalb von 1000 m teils über ein Meter Neuschnee zu erwarten, auf den Bergen sogar eineinhalb Meter.

Viel Schnee in den Westalpen
24h-Neuschneeprognose für Donnerstag. © UBIMET

Regen und Schnee am Freitag

Der Freitag startet im Süden und im zentralen Bergland mit teils kräftigem Regen, oberhalb von 500 bis 1100 m fällt Schnee. Im Donauraum und im östlichen Flachland bleibt es zunächst noch trocken mit etwas Sonnenschein, ehe sich am Nachmittag und Abend der Regenschwerpunkt in den Nordosten verlagert. Im Westen lockern die Wolken hingegen schon am Vormittag auf, der Nachmittag bringt hier einige Sonnenstunden. Maximal werden 4 bis 19 Grad erreicht mit den höchsten Werten im Weinviertel.

Besserung am Wochenende

Am Wochenende lässt der Tiefdruckeinfluss nach. Am Samstag kommt besonders von Vorarlberg bis Oberösterreich wieder häufig die Sonne zum Vorschein, am Sonntag dann im Großteil Österreichs. Die Temperaturen steigen vor allem im Westen deutlich an, am Sonntag ist dann örtlich auch wieder die 20-Grad-Marke in Reichweite.

Titelbild © Adobe Stock

Überschwemmungen in Neuseeland

Überschwemmungen und Hochwasser

Auf den Südinsel von Neuseeland gab es in der ersten Wochenhälfte ergiebige Regenmengen. Lokal wurden sogar über 1000 Liter pro Quadratmeter Regen innerhalb von 48 Stunden verzeichnet: An der Wetterstation Cropp Waterfall, welche in einem Hochtal der Neuseeländischen Alpen in etwa 1000 m Seehöhe liegt, wurde mit 1086 mm sogar ein neuer Landesrekord aufgestellt. Dieser Wert entspricht etwa dem mittleren Jahresniederschlag von Rosenheim oder dem doppelten Jahresniederschlag von Berlin!

Wetterberuhigung

Bei den Unwettern kam mindestens eine Person ums Leben, zudem wurden manche Straßenabschnitte sowie eine Brücke über den Waiho River nahe des Franz-Josef-Gletschers von den Wassermassen zerstört. Derzeit hat sich das Wetter wieder beruhigt, erst am Sonntag kündigt sich in den Nordstaulagen der Neuseeländischen Alpen wieder kräftiger Regen an.

Pünktlich zum Wochenende in ganz Österreich sonnig mit bis zu 20 Grad

Kirche in Bayern

Der Alpenraum liegt an diesem Wochenende unter dem Einfluss von Hoch IRMELIN. Bei viel Sonnenschein herrschen somit verbreitet gute Bedingungen für Freizeitaktivitäten an der frischen Luft. Die Temperaturen steigen wieder spürbar an.

Zunehmend sonniger Freitag

Am Freitag halten sich zunächst vor allem vom Waldviertel über den Alpenostrand bis in den Südosten anfangs noch hochnebelartige Restwolken, im Tagesverlauf setzt sich aber überall die Sonne durch. Ab Mittag überwiegt bei nur harmlosen Wolken im ganzen Land der Sonnenschein. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Ost und die Temperaturen steigen auf 10 bis 18 Grad mit den höchsten Werten im Westen.

Die Marille in der Wachau blüht
Die Marille in der Wachau blüht. © https://www.wachauermarille.at/

Viel Sonne am Samstag

Der Samstag bietet generell viel Sonnenschein, nur am Bodensee und in manchen Alpentälern halten sich anfangs ein paar flache Frühnebelfelder. Diese lichten sich aber rasch und abgesehen von harmlosen Schleierwolken dominiert verbreitet der Sonnenschein. Auf den Bergen herrscht zudem eine ausgezeichnete Fernsicht. Bei höchstens schwachem Wind steigen die Temperaturen auf 14 bis 20 Grad, wobei es im Oberinntal wieder am wärmsten wird. Die Nullgradgrenze steigt auf über 2500 m an.

In den Alpen liegt noch viel Schnee
In den Alpen liegt noch viel Schnee. © www.foto-webcam.eu/

Zeitumstellung Samstagnacht

In der Nacht auf Sonntag beginnt wieder die Sommerzeit: Am Sonntag um 2 Uhr früh werden die Uhren um eine Stunde auf 3 Uhr vorgestellt. Damit bekommt man zwar für eine Nacht weniger Schlaf, dafür bleibt es am Abend von nun an eine Stunde länger hell. In Wien geht die Sonne am Sonntag erst um 19:23 unter, in Bregenz erst um 19:49 Uhr. Die Umstellung auf die Winterzeit findet dann wieder am letzten Oktoberwochenende statt.

Zeitumstellung
Ab Sonntag gibt es wieder die Sommerzeit.

20 Grad am Sonntag

Der Sonntag bringt erneut einige Sonnenstunden. Erst am Nachmittag ziehen im Norden ein paar Wolken auf. Die Helligkeit am Abend kann man also hervorragend für Aktivitäten im Freien ausnutzen. Der Wind weht nur schwach bis mäßig aus Nordost. Dazu wird es verbreitet frühlingshaft warm mit Tageshöchstwerten zwischen 15 und 20 Grad.

Gewitter bringen starken Hagel in Texas

Gewitter bringen starken Hagel in Texas

Am Samstag lag der Süden der USA unter dem Einfluss eines Tiefs mit Kern über Oklahoma und Kansas. Aus dem Golf von Mexiko gelangten dabei sehr feuchte und labil geschichtete Luftmassen nach Texas. In der Nacht auf Sonntag näherte sich aus Nordwesten allerdings eine schwache Kaltfront, somit kam es im Norden des Landes zu kräftigen Gewittern mit intensivem und teils großen Hagelschlag.

Hagel bis 10 cm

Besonders betroffen war die Region nördlich der Großstadt Dallas: Zwischen des Städten Frisco und McKinney wurden sogar Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu 10 cm beobachtet! In Summe kam es dabei zu erheblichen Sachschäden.


Pollensaison: Blüte der Birke steht bevor

Birkenpollen

Nach einem sehr frühen Start in die Vegetationszeit hat heuer auch die Pollensaison wieder früh begonnen. Die Hasel- und Erlenpollen spielen mittlerweile aber nur noch eine geringe Rolle, so lassen die Belastung auch in mittleren Höhenlagen langsam nach. Dafür steht allerdings die Blüte der Birke unmittelbar bevor, in thermisch begünstigten Regionen hat der Pollenflug bereits eingesetzt.

Birkenpollensaison

Die Blühbereitschaft der ersten Birken wurde im Westen und Südwesten Deutschlands, im Baselbiet sowie im östlichen Flachland Österreich bereits erreicht. In diesen Regionen müssen Allergiker bereits mit mäßigen Belastungen rechnen! Anfang April dürfte die Birke im Flachland dann recht verbreitet zu stäuben beginnen. In den Birkenwäldern Nordeuropas sowie im Gebirge blühen die Birken hingegen meist erst im Mai oder Juni. Aktuelle Polleninformationen findet man beispielsweise hier: Pollenbelastung in Köln oder Pollenbelastung in Wien.

Kreuzallergien

Birkenpollen sind als starkes Allergen bekannt und stellen das wichtigste Baumpollenallergen dar. Sie stehen zudem in Zusammenhang mit Kreuzreaktionen zu Pollen von Hasel, Erle und Hainbuche, weiters kann es auch zu Kreuzallergien mit Nahrungsmitteln kommen wie etwa Äpfel, Steinobst, Karotten oder Nüsse.

Außergewöhnlicher Hagelsturm in Texas

Hagel

Am Samstag lag Texas am Südrand eines Tiefs mir Kern über Kansas. Mit einer südwestlichen Höhenströmung gelangten dabei sehr feuchte und labil geschichtete Luftmassen vom Golf von Mexiko bis in den Norden von Texas. In der Nacht zum Sonntag näherte sich aus Nordwesten allerdings eine schwache Kaltfront und in deren Vorfeld entwickelten sich heftige Gewitter mit teils intensivem Hagelschlag.


Besonders betroffen war die Region nördlich von Dallas: Zwischen des Städten Frisco und McKinney wurden sogar Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu 10 cm beobachtet!

Spitzbergen: 100 Monate lang überdurchschnittliche Temperaturen

Spitzbergen: 100 Monate lang überdurchschnittliche Temperaturen

Spitzbergen ist eine norwegische Inselgruppe und liegt am Rande des Nordpolarmeers nördlich von Skandinavien. Seit November 2010 verlief hier jeder Monat überdurchschnittlich warm im Vergleich zum langjährigen Mittel (1961-1990). In manchen Monaten wie etwa im Februar 2018 lagen die Temperaturen sogar um mehr als 10 Grad über dem Durchschnitt. Besonders extrem war der Februar 2014 mit einer Abweichung von +14,5 Grad: Statt bei -16,2 Grad lag die durchschnittliche Temperatur bei -1,7 Grad!

Fast 6 Grad Temperaturanstieg

Allgemein erwärmt sich die Arktis im Zuge des Klimawandels mehr als doppelt so schnell wie der Rest der Welt, Wissenschaftler sprechen daher auch von der sogenannten „Polaren Verstärkung“ bzw. „Arctic Amplification„. Hierfür spielen die veränderte Strahlungsbilanz sowie die Eis-Albedo-Rückkoplung eine entscheidende Rolle. Seit 1961 ist die Temperatur am Flughafen von Spitzbergen allerdings sogar um 5,6 Grad gestiegen! Besonders extrem fällt die Erwärmung in den Wintermonaten aus, da es immer weniger Meereis im Bereich der Inselgruppe gibt. Aktuellen Klimaprognosen zufolge wird die durchschnittliche Temperatur in Spitzbergen bereits am Ende dieses Jahrhunderts auf über 0 Grad ansteigen.

Besonders im Westen von Spitzbergen gibt es kein Meereis
Besonders im Westen von Spitzbergen gibt es kaum noch Meereis. © NSIDC

Noch gravierender fällt die Meereisausdehnung übrigens in der Beringsee aus, wir berichteten darüber bereits Rekord für Anfang März: Die Beringstraße ist nahezu eisfrei.

Der Klimawandel in Spitzbergen findet besonders schnell statt
Temperaturtrend in Spitzbergen. © Ketil Isaksen, Norwegian Meteorological Institute

Titelbild: Giåm on Visualhunt / CC BY-SA

Ausgezeichnetes Bergwetter am Wochenende

Skitour im Gebirge

Am Freitag scheint von Beginn an verbreitet die Sonne. Im Tagesverlauf ziehen vor allem im östlichen Bergland vom Dachstein bis zum Schneeberg hochliegende Schleierwolken durch, diese trüben den freundlichen Eindruck aber kaum. Der Wind weht nur schwach bis mäßig aus östlichen Richtungen und die Temperaturen erreichen in 3.000 m Höhe 0 bis +2 Grad. In 2.000 m Höhe liegen die Höchstwerte zwischen 4 Grad am Schneeberg und 9 Grad am Alpenhauptkamm und im Arlberggebiet.

Strahlend sonnig

Am Samstag scheint im gesamten Alpenraum von früh bis spät die Sonne. Lokale Frühnebelfelder in den Tallagen lichten sich rasch und tagsüber präsentiert sich der Himmel meist wolkenlos. Auf den Bergen gibt es eine ausgezeichnete Fernsicht. Der Wind weht in allen Höhen schwach, dazu liegen die Höchstwerte in 3.000 m zwischen -1 und +1 Grad bzw. in 2.000 m zwischen 6 und 8 Grad. Am mildesten wird es südlich des Alpenhauptkamms.

Sonniges Wetter
Gute Fernsicht auf den Bergen. © www.foto-webcam.eu

Erste Wolken am Sonntag

Der Sonntag beginnt wieder verbreitet sonnig. Tagsüber ziehen an der Alpennordseite hochliegende Wolken auf, welche sich besonders im Mühl- und Waldviertel zeitweise verdichten. Meist überwiegt aber weiterhin der freundliche Eindruck. Am Alpenhauptkamm sowie südlich davon dominiert stets der Sonnenschein. In den Hochlagen kommt mäßiger Westwind auf, im südlichen und östlichen Bergland weht noch schwacher Südwestwind. Die Temperaturen gehen vorerst nur geringfügig zurück: In 3.000 m gibt es -2 bis 0 Grad, in 2.000 m werden von Ost nach West 4 bis 8 Grad erreicht. In der Nacht erfasst dann eine Kaltfront den Alpenraum und die Großwetterlage stellt sich um.

Vorsicht UV-Strahlung

Die Tageslänge beträgt mittlerweile knapp über 12 Stunden und die immer höher stehende Sonne sorgt für eine zunehmende UV-Belastung. Besonders auf den schneebedeckten Bergen kann der UV-Index zu Mittag bereits sehr hohe Werte um 8 oder 9 erreichen. Weitere Infos dazu gibt es hier. Für die blasse Winterhaut ist die Gefahr eines Sonnenbrandes in dieser Jahreszeit besonders groß! Eincremen gehört am Wochenende also zum Pflichtprogramm eines jeden Bergsportlers.

Der UV-Index steigt im Frühjahr deutlich an
Die UV-Index-Klimatologie am Sonnblick (3109 m). © http://www.uv-index.at/

Am Wochenende sonnig und mild, kommende Woche Kaltlufteinbruch

Frühling. © Nikolas Zimmermann

Das Auf und Ab der Temperaturen dieses Frühjahrs setzt sich fort. Nach dem spätwinterlichen Wochenstart mit kräftigem Schneefall in Kärnten steigen die Temperaturen derzeit wieder stetig an. Bereits am Freitag werden bei viel Sonnenschein frühlingshafte 13 bis 19 Grad erreicht. Im Oberinntal und in Innsbruck ist auch die 20-Grad-Marke wieder in Reichweite.

Strahlend sonnig

Am Samstag scheint im ganzen Land von früh bis spät die Sonne. Lokale Frühnebelfelder im Donauraum und im Waldviertel lichten sich rasch und tagsüber ist der Himmel meist sogar wolkenlos. Auf den Bergen kann man sich auf eine ausgezeichnete Fernsicht freuen. Der Wind weht generell nur schwach und die Höchstwerte liegen zwischen 15 und 21 Grad. Auch am Sonntag überwiegt weiterhin der Sonnenschein, im Vorfeld einer Kaltfront machen sich aber besonders im Norden allmählich Wolken bemerkbar. Mit 14 bis 21 Grad bleibt es vorerst noch frühlingshaft mild.

Ein Kaltlufteinbruch steht bevor
Temperaturtrend in etwa 1500 m Höhe. © UBIMET / NCEP

Markante Abkühlung in Sicht

Die neue Woche beginnt bewölkt und mit Durchzug einer Kaltfront muss man an der Alpennordseite mit etwas Regen rechnen. Die Schneefallgrenze sinkt hier gegen 1100 m ab. Ein paar Schauer zeichnen im Tagesverlauf aber auch im Süden ab. Die Temperaturen erreichen 6 bis 15 Grad. In der Nacht auf Dienstag zieht dann eine weitere Kaltfront durch und die Schneefallgrenze sinkt an der Alpennordseite gegen 500 m ab. Die Temperaturen kommen am Dienstag selbst im Flachland kaum noch über die 10-Grad-Marke hinaus. Landwirte müssen kommende Woche zudem neuerlich mit Frostgefahr rechnen.

Hanami – Das japanische Kirschblütenfest

Kirschblüte

Mit Beginn der Kirschblüte (Sakura) wird in Japan alljährlich der Frühling begrüßt. Je nach Region und Witterung ist dies dort zwischen Ende März und Anfang Mai der Fall. Während dieser Zeit treffen sich Einheimische wie auch Touristen in Scharen unter den weiß und rosa blühenden Bäumen, um gemeinsam das Kirschblütenfest zu feiern. Genau genommen wird dabei Hanami betrieben: Es handelt sich um die über 1000 Jahre alte Tradition, bei einem Picknick die Blüten anzuschauen und deren Schönheit zu bewundern.

Kirschblüte in Tokio

Der zeitliche und regionale Verlauf der im Schnitt etwa zehn Tage andauernden Kirschblüte lässt sich dabei nicht nur vor Ort, sondern auch im japanischen Fernsehen verfolgen. Heute hat die Kirschblüte in Tokio offiziell begonnen, das sind etwa 5 Tage früher als im langjährigen Mittel.


Wortursprung und Symbolik

Der in Japan allgegenwärtige Begriff „Hanami“ bedeutet in erster Linie ,,Blumen bzw. Blüten betrachten“, bezieht sich dabei aber immer auf die Blüten der japanischen Zierkirsche. Da diese nur sehr kurz blüht und die Blütenreste bald zu Boden rieseln, sind sie ein passendes Symbol für die japanische Ästhetik und für die Vergänglichkeit des Schönen.

Hanami in Mitteleuropa

Auch bei uns wird in vielen Gemeinden und Städten die Blüte der japanischen Zierkirsche und mit ihr der Frühlingsanfang gefeiert. Eines der ältesten und größten europäischen Hanami-Feste findet seit 1968 in Hamburg statt. Krönender Abschluss ist hierbei ein prachtvolles Feuerwerk, das von mehreren zehntausend Menschen an den Außenufern der Alster bestaunt wird.

Zwei tropische Zyklone treffen auf den Norden von Australien

Zyklon Trevor trifft auf Australien

Dienstagnacht ist Zyklon Trevor mit anhaltendem Starkregen und Orkanböen über die Kap-York-Halbinsel im Norden von Queensland gezogen. Auf der australischen Sturmskala hat er sich dabei von einem Zyklon der Stufe 3 auf die Stufe 1 abgeschwächt. In den kommenden Stunden kommt er allerdings über den sehr warmen Gewässern des Golfs von Carpentaria zu liegen und wird sich rasch wieder verstärken. Am Samstag wird es dann im Nordosten des Northern Territory neuerlich auf Land treffen als Zyklon der Kategorie 4 mit Orkanböen bis 250 km/h und ergiebigen Regenmengen.

An der Wetterstation Lockhart River im Osten der Kap-York-Halbinsel wurden mit Durchzug des Wirbelsturms Böen bis 133 km/h gemessen sowie 302 Liter pro Quadratmeter Regen innerhalb von 24 Stunden.

Die Windspitzen lagen bei 133 km/h in Lockhart River
Wetterdaten von Lockhart River mit Orkanböen bis 133 km/h. © Bureau of Meteorology

Zyklon Veronica

Auch im Norden von Westaustralien zeichnet sich ein Landfall eines tropischen Wirbelsturms ab: Zyklon Veronica liegt derzeit noch über dem offenen Ozean, am Sonntag oder Montag wird er allerdings voraussichtlich mit einer südlichen Zugbahn auf Land treffen. Nach aktuellen Modellprognosen wird er sich vorübergehend noch auf die Kategorie 4 verstärken, ehe er sich vor dem Landfall wieder etwas abschwächen wird.

Zwei Zyklone treffen auf Australien
Die prognostizierten Zugbahnen der beiden Zyklone. © UBIMET

Bis zu 50 cm Schnee in den Karnischen Alpen, Milderung in Sicht

Pferde im Schnee

Die Temperaturen sind von Sonntag auf Montag vielerorts um etwa 15 Grad gesunken: Während es im Vorfeld der Kaltfront von Tief IGOR noch strahlenden Sonnenschein und Temperaturen von bis zu 22,6 Grad im Mostviertel gab, lagen die Temperaturen am Montag mit wenigen Ausnahmen verbreitet unterhalb der 10-Grad-Marke.

Schnee in Villach
Schnee in Villach, © http://villach.it-wms.com/index.php
Schneefall in den Karawanken
Schneefall in den Karawanken.

Knapp 50 cm Neuschnee

Vor allem in Osttirol und Kärnten hat es zudem kräftig geschneit, so gab es am Montagmorgen auf höheren Straßen wie dem Loiblpass oder dem Katschberg Schneekettenpflicht. Bei winterlichen Straßenverhältnissen  kam es allerdings auch zu mehreren Unfällen. Die größten Schneemengen wurden in den Karnischen Alpen, in den Gailtaler Alpen und in den Karawanken mit 40 bis 50 cm Neuschnee verzeichnet. In machen Tallagen Kärntens gab es 5 cm Nassschnee, während im Klagenfurter Becken höchstens etwas Schneematsch zusammen gekommen ist.

Ort Neuschnee
Nassfeld, 1607 m 45 cm
Goldeck, 1910 m 45 cm
Loibl, 1097 m 35 cm
Kanzelhöhe, 1520 m 34 cm
Bad Bleiberg, 909 m 31 cm
Koschuta, 1262 m 30 cm
Emberger Alm, 1929 m 30 cm
Arriach, 890 m 23 cm
Analyse der Schneehöhe in Kärnten am Montagvormittag. © UBIMET
Analyse der Schneehöhe in Kärnten am Montagvormittag. © UBIMET
nassfeldpass
Viel Neuschnee am Nassfeld. © LWD Kärnten

Milderung in Sicht

In den kommenden Tagen macht sich allmählich ein Hochdruckgebiet bemerkbar und die Temperaturen steigen langsam wieder an. Spätestens ab Mittwoch überwiegt śomit im ganzen Land der Sonnenschein. Die Temperaturen steigen am Mittwoch auf maximal 12 Grad und am Donnerstag auf bis zu 16 Grad im Inntal. Zum Wochenende hin wird es noch etwas milder, so sind am Samstag auch wieder Höchstwerte im Bereich der 20-Grad-Marke in Sicht.

Wurzenpass
Winterliche Straßenverhältnisse am Wurzenpass. © Land Kärnten

Frühjahr: Nassschneelawinen im Bergland

Lawinen

Im Frühjahr treten aufgrund der fortschreitenden Durchfeuchtung der Schneedecke in mittleren Höhenlagen kaum noch Staub- oder trockene Lockerschneelawinen, sondern vermehrt Nassschneelawinen auf. Diese können sowohl als Schneebrett- als auch als Lockerschneelawine losbrechen. Anbei ein aktuelles Video von der Arzler Alm an der Nordkette oberhalb von Innsbruck.

Durchfeuchtung

Der Grund für das Auftreten von Nassschneelawinen liegt im flüssigen Wasser, welches die Stabilität der Schneedecke markant schwächt. Kommt der Wassereintritt sogar bis zum Boden voran, können sich auch Grundlawinen lösen. Diese reißen auf ihrem Weg mitunter auch große Gesteinsbrocken und Erdmaterial mit. Eine besondere Form der Grundlawinen sind Gleitschneelawinen, welche vor ihrem Abgang oft die charakteristischen Schneemäuler bzw. Fischmäuler in der Schneedecke hervorrufen.

Tourenplanung

Tourengeher müssen in dieser Jahreszeit immer früher starten, da mit zunehmender Sonneneinstrahlung die Schneedecke im Tagesverlauf an Stabilität verliert. Weiters ist allerdings auch die Witterung in der Nacht entscheidend: Wenn der Himmel wolkenlos ist, dann friert der Schnee und ist tagsüber länger stabil. Wenn die Nacht hingegen bewölkt verläuft, sind die Bedingungen bereits am Vormittag kritisch.

Titelbild: Kecko on Visual Hunt / CC BY

Überflutungen im Norden Englands

Überschwemmung. Andy Worboys FB

Zwischen einem ausgeprägten Azorenhoch und reger Tiefdrucktätigkeit über dem Nordatlantik liegt Westeuropa seit Anfang des Monats unter dem Einfluss einer ausgeprägten Höhenströmung aus West. Der vorläufige Höhepunkt dieser Wetterlage fand rund um den 10. März statt, als Randtief EBERHARD mit orkanartigen Böen über die Mitte Deutschlands hinwegzog. Die Britischen Inseln lagen dabei wiederholt unter Tiefdruckeinfluss.

Viel Regen

Am vergangenen Wochenende lag Westeuropa neuerlich im Einflussbereich eines von West nach Ost ausgerichteten Jetstreams. Der Kern von Tief IGOR zog dabei am Sonntag unmittelbar über Schottland hinweg und vor allem im Norden Englands kam es wieder zu kräftigem Regen. Besonders in der Grafschaft North Yorkshire sind dabei einige Flüsse über die Ufer getreten.

Titelbild: Andy Worboys

Hagel mit bis zu 8 cm Durchmesser in Sydney

Sydney am Abend

Sydney wurde am Mittwochabend und in der Nacht auf Donnerstag von schweren Gewittern getroffen. Besonders im Westen der Stadt gab es sehr großen Hagel, so wurden verbreitet Hagelkörner in Golfballgröße gemeldet. Vereinzelt gab es allerdings auch riesige Hagelkörnen mit Durchmessern von rund 8 cm!

Die Gewitter haben zudem auch für kräftigen Regen gesorgt, so gab es in Mona Vale, einem Vorort nördlich von Sydney, sogar 120 Liter pro Quadratmeter Regen. In wenigen Stunden kam hier etwa der durchschnittliche Monatsniederschlag zusammen.


In Summe kam es zu zahlreichen Schäden wie etwa gesprungene Autoscheiben, umgeworfene Bäume oder überflutete Keller. Am Flughafen von Sydney mussten im Zuge des Gewitters zudem mindestens 44 Flüge gestrichen werden. Weiters waren 25.000 Haushalten vorübergehend ohne Strom. Bereits Ende Dezember wurde Sydney vor einem schweren Hagelunwetter betroffen, nun neigt sich die Gewittersaison dort aber langsam dem Ende zu.

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Tief HEINZ bringt Regen und Sturmböen

Die Sturmsaison geht in Europa los

Bereits seit mehreren Wochen sorgt das Zusammenspiel aus ausgeprägtem Azorenhoch und reger Tiefdrucktätigkeit rund um Island für eine ausgeprägte Westströmung über dem Nordatlantik und Westeuropa. Mit dieser gelangen schubweise feuchte Luftmassen nach Deutschland und auch die Wahrscheinlichkeit für Sturm ist erhöht. Erst am vergangenen Sonntag etwa zog Sturm Eberhard über die Mitte des Landes hinweg.

Ein starke Westströmung über dem Atlantik
Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe. © GFS / UBIMET

Tief HEINZ

Am Freitag entwickelt sich über der Nordsee ein weiteres Randtiefs namens HEINZ. Dieses zieht am Nachmittag  unter Verstärkung über Dänemark hinweg und liegt am Abend bereits über der Ostsee. Die Warmfront des Tiefs sorgt im Südwesten bereits seit den Morgenstunden verbreitet für Regen und erfasst im Tagesverlauf auch Bayern und Sachsen. In der Nordhälfte zieht am Nachmittag und Abend dann die Kaltfront des Tiefs durch, diese liegt allerdings zunehmend strömungsparallel und kommt somit nicht mehr südwärts voran.

Tief HEINZ am Freitagabend
Tief HEINZ am Freitagabend. © UBIMET / GFS

Die größten Regenmengen sind im Weststau der Mittelgebirge und der Alpen zu erwarten, wie etwa im Schwarzwald, im Allgäu und im Bayerischen Wald. Im Norden fällt nur vorübergehend Regen, daher fallen die Mengen hier deutlich geringer aus.

Prognostizierte Regenmengen bis Samstagfrüh
Prognostizierte Regenmengen bis Samstagfrüh. © DWD / UBIMET

Der Wind lebt frisch, im äußersten Norden auch stark bis stürmisch aus West auf. Besonders in Schleswig-Holstein sind schwere Sturmböen bis 100 km/h zu erwarten, im Nordwesten zeichnen sich Sturmböen von 70 bis 90 km/h ab. In der Mitte, im Osten und am Alpenrand sind besonders in höheren oder exponierten Lagen teils stürmische Böen von 60 bis 80 km/h zu erwarten, deutlich gering fallen die Windspitzen hingegen im Südwesten wie etwa im Oberrheingraben aus.

Prognostizierte Windspitzen bis Samstagfrüh
Prognostizierte Windspitzen bis Samstagfrüh. © DWD / UBIMET

Halos: Faszinierende optische Erscheinungen

Halos: Faszinierende optische Erscheinungen

Das Wort ‚Halo‘ kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie Rundung, grob übersetzt auch Ring. Diese optische Erscheinung entsteht durch die mehrfache Brechung und Reflexion des einfallenden Lichts  an Eiskristallen.

Sonne und Mond

In Mitteleuropa zeigen sich Halos vor allem in Zusammenspiel mit Cirruswolken in größeren Höhen von etwa 10 km, im Winter treten sie bei Polarschnee, Eisnebel oder in der Nähe von Schneekanonen aber manchmal auch auf Augenhöhe auf: Wenn Lichtstrahlen winzige Eiskristalle durchqueren, wird das Licht mehrfach gespiegelt und gebrochen. Die Sonne ist aber nicht die einzige Lichtquelle: Auch bei hellem Mondschein kann es zu Haloerscheinungen kommen.

Halo rund um den Mond
Ein Mondhalo. © www.foto-webcam.eu

Schlechtwetterbot?

Wenn sich ein Halo in einem milchigen, dünnen Schleier aus hochliegenden Wolken zeigt, dann droht etwa einen Tag später schlechtes Wetter: Ausgedehnte Cirruswolken kündigen nämlich häufig den Durchzug einer Warmfront an. Dies ist aber nur bei zunehmend dichten und verbreitet auftretenden Schleierwolken der Fall, da Cirruswolken durchaus auch während einer stabilen Wetterlage durchziehen können.

Halo als Schlechtwetterbot
Ein Halo als Schlechtwetterbot.

Halo ist nicht gleich Halo

Aufgrund der vielfältigen Formen der Eiskristalle gibt es rund 50 Haloarten. Je nach Form und Größe sowie Ausrichtung der Kristalle kann man sowohl Ringe, Säulen, Kreise oder Flecken beobachten. Eine Übersicht findet man hier: Haloarten.

Halo und Schneekristalle
Verschiedene Haloerscheinungen an Schneekristallen. © wwww.foto-webcam.eu

Nebensonnen und Zirkumzenitalbogen

Besonders häufig treten Nebensonnen auf, auch Parhelia genannt. Man erkennt sie an hellen, oft auch farbigen länglichen Aufhellungen rechts und/oder links von der Sonne, die an der Innenseite rötlich sind. Auch der Zirkumzenitalbogen gehört zu den häufiger auftretenden Haloerscheinungen. Er tritt als farbenprächtiger Halbkreis in Erscheinung und ist nach unten hin gebogen. Man findet ihn oberhalb der Sonne. Ein Zirkumzenitalbogen kann nur bis zu einer Sonnenhöhe von ungefähr 32° entstehen, am besten ist er bei Sonnenhöhen zwischen 15° und 25° sichtbar.

Nebensonnen am Strand
Nebensonnen bzw. Parhelia.

Rückblick: Sturmtief „Eberhard“ trifft Deutschland

Sturmschäden zu befürchten
Aktuelle Warnkarte. © UBIMET

21:30 – Video aus Köln

Wir beenden den Live-Ticker mit einem spektakulären Video aus Köln: Eine sehr gefährliche Situation, die in diesem Fall aber gut ausgegangen ist.

21:00 – Orkanböen

Am Flughafen Leipzig/Halle wurden in der letzten Stunde Orkanböen bis 123 km/h gemessen!

  • 123 km/h Leipzig/Halle
  • 116 km/h Altern
  • 104 km/h Querfurt-Mühle Lodersleben
  • 101 km/h Zinnwald-Georgenfeld

Vom südlichen Niedersachsen bis nach Berlin fällt hingegen Schnee. Wernigerode im Harzvorland meldet bereits 3 cm.

20:10 – Vorsicht in Sachsen

Der Schwerpunkt des Sturms verlagert sich aktuell von Hessen und dem äußersten Süden Niedersachsens über Thüringen weiter nach Sachsen. Örtlich wurden in der letzten Stunde wieder orkanartige Böen gemessen:

  • 117 km/h Göttingen
  • 112 km/h Eschwege-Eltmannshausen
  • 107 km/h Erfurt-Weimar
  • 106 km/h Rheinstetten
  • 105 km/h Gera-Leumnitz
  • 104 km/h Altern
  • 104 km/h Waibstadt
  • 104 km/h Lichtentanne

19:40 – Schnee im Norden

Im nördlichen NRW sowie im südlichen Niedersachsen schneit es derzeit recht verbreitet, gebietsweise gibt es bereits 1 bis 2 cm Nassschnee.


19:25 – Weitere Bilder

19:00 – Aktuelle Windspitzen

Derzeit werden vor allem in der Mitte schwere Sturmböen gemessen, während sich die Lage im Westen langsam beruhigt. Am Abend verlagert sich der Schwerpunkt langsam nach Sachsen.

  • 111 km/h Würzburg
  • 107 km/h Göttingen
  • 107 km/h Warburg
  • 105 km/h Mühldorf
  • 105 km/h Gera-Leumnitz

18:15 – Weitere Bilder

18:05 -Video aus NRW

Anebi ein Video eines umstürzenden Baunes aus Euskirchen.

18:00 – Zwsichenbilanz

Von NRW bis nach Bayern gab es verbreitet Böen von 90 bis 110 km/h. Lokal wie etwa in Nordhessen wurden sogar Orkanböen verzeichnet.

Windspitzen bis 18 Uhr. © UBIMET
Windspitzen bis 18 Uhr. © UBIMET

17:20 – Orkanböen in Nordhessen

In Nordhessen wurden in der letzten Stunden sogar Orkanböen von bis zu 126 km/h gemessen! Vorsicht in Thüringen und Sachen, hier legt der Wind in den nächsten Stunden deutlich zu!

  • 126 km/h Ansfeld
  • 118 km/h Neu-Ulrischstein
  • 113 km/h Lüdenscheid
  • 110 km/h Düsseldorf

17:10 – Schneeregen in Niedersachsen

Wie bereits erwähnt, ist am Nordrand des Tiefs in den kommenden Stunden auch bis ins Flachland mit Schneeregen bzw. Nassschnee zu rechnen. Derzeit fällt in Teilen Niedersachsens sowie in Bremen bereits Schneeregen bei Temperaturen zwischen 1 und 3 Grad.

17:05 – Aktuelle Windspitzen

In der Südwesthälfte wird derzeit der Höhepunkt des Sturms erreicht, in Thüringen und Sachsen legt der Wind hingegen noch weiter zu. Anbei die Windspitzen der letzten Stunde:

  • 118 km/h Neu-Ulrichstein
  • 113 km/h Lüdenscheid
  • 110 km/h Düsseldorf
  • 106 km/h Bad Lippspringe
  • 104 km/h Idar-Oberstein
  • 104 km/h Warburg
  • 104 km/h Werl
  • 104 km/h Flughafen Köln-Bonn
  • 104 km/h Würzburg

16:55 – Weitere Bilder

16:35 – Schwere Schäden

Nicht nur unzählige Bäume fallen derzeit dem Sturm zum Opfer, sondern auch manche Hausdächer. Anbei zwei Bilder aus Düren in NRW.

16:30 – Oberleitungsschaden

So sieht es aus, wenn Bäume auf die Oberleitung der Bahn fallen. Vorsicht, man sollte dann keinesfalls den Zug verlassen!

16:25 – Weitere Bilder aus NRW

16:10 – Bayern

Auch in Bayern legt der Wind derzeit weiter zu, anbei die aktuellen Windspitzen:

  • 108 km/h Flughafen München
  • 106 km/h Vogtareuth
  • 104 km/h Chieming
  • 99 km/h Weißenburg-Emetzheim

16:00 -Bilder aus NRW

Auch am Flughäfen Köln-Bonn wurde mittlerweile die 100-km/h-Marke erreicht. Der Flughafen Dortmund meldet 94 km/h.

15:45 – Sichtbehinderungen

Auf den Straßen besteht derzeit nicht nur die Gefahr von umstürzenden Bäumen und Seitenwind: Stellenweise kann es auch zu Sichtbehinderungen durch aufgewirbelten Staub kommen, wie etwa auf der A61 nahe Worms:


15:45 – Belgien

Wie gefährlich es derzeit im Bereich von Wäldern ist, zeigt dieses Bild aus der Umgebung von Brüssel:

15:40 – Schäden in NRW

15:30 – Flugumleitungen

Nicht nur im Bahn- und Straßenverkehr gibt es bereits vermehrt Umleitungen und Sperren (siehe Beitrag weiter unten), auch im Flugverkehr sorgt der Sturm mittlerweile für Probleme. Besonders betroffen ist derzeit NRW.

15:25 – Schäden im Westen

Achtung, in den nächsten Minuten wird der Höhepunkt der Sturms im Westen erreicht! Im Bereich von Bäumen besteht Lebensgefahr, bereits jetzt gibt es vermehrt Meldungen von umgestürzten Bäumen!

15:10 – Zunehmend stürmisch

Im Westen und Südwesten melden bereits einige Wetterstationen Böen über 100 km/h.

  • 115 km/h Idar-Oberstein
  • 114 km/h Tholey
  • 112 km/h Nörvenich
  • 109 km/h Mühlacker
  • 108 km/h Stötten
  • 107 km/h Ramstein
  • 106 km/h Aachen
  • 106 km/h Berus
  • 104 km/h Saarbrücken
  • 104 km/h Niederstetten
  • 103 km/h Düsseldorf

15:00 – Störungen im Verkehr

Unnötige Fahrten sollten in den kommenden Stunden vermieden werden. Auch im Bahnverkehr muss man sich ab jetzt vermehrt auf Verspätungen und Ausfälle einstellen.

14:50 – Saarland

In Ensheim bei Saarbrücken im Saarland wurde vor wenigen Minuten eine orkanartige Böen von 104 km/h gemessen.

14:45 -Sturm legt zu

Im Westen Deutschlands sind in den kommenden Stunden teils orkanartige Böen um 110 km/h zu erwarten! Vorsicht, die Gefahr von Aufenthalten im Freien ist nicht zu unterschätzen! Anbei aktuelle Bilder aus dem Süden der Niederlande:

14:40 – Schnee in UK

Am Nordrand des Tiefs spielt der Wind kaum eine Rolle, zudem sinkt die Schneefallgrenze teils bis in tiefe Lagen. Anbei ein Video aus Derby, nahe Nottingham, in England. In den Abendstunden kann es heute auch im südlichen Niedersachsen sowie rund um den Harz vorübergehend Schneeregen oder Nassschnee bis in tiefe Lagen geben.

14:35 – Bilder aus Frankreich

Der Norden Frankreichs wurde bislang besonders schlimm getroffen. Anbei ein Bild aus Rouen.

14:30 – Stromausfälle

In Deutschland macht sich der Sturm derzeit vermehrt auch durch Stromausfälle bemerkbar. In erster Linie sind derzeit manche Orte im Westen und Südwesten davon betroffen.

14:15 – Erste Schäden in Deutschland

Auch in Deutschland werden derzeit ersten Schäden gemeldet, wie etwa in Bochum und Mannheim.

14:00 – Zwischenstand

Der Sturm legt im Westen und Südwesten derzeit weiter zu. Anbei die bisherigen Windspitzen:

  • 112 km/h Nörvenich (NRW)
  • 104 km/h Niederstetten (B-W)
  • 103 km/h Stötten (B-W)
  • 102 km/h Aachen (NRW)
  • 102 km/h Kandern-Gupf (B-W)
  • 101 km/h Rheinstetten (B-W)

13:45 – Sturmschäden

Frankreich, Belgien und die Niederlande sind ebenfalls von Sturm Eberhard betroffen, besonders im Norden Frankreichs gab es teils sogar Orkanböen.

13:30 – Erste orkanartige Böen

In NRW gab es vor Kurzem in Nörvenich die erste orkanartige Böe von 105 km/h. In den kommenden 1 bis 2 Stunden ist im Großteils von NRW mit Böen über 100 km/h zu rechnen.

12:45 – Orkan auf den Schweizer Bergen

Auch in der Schweiz sorgt „Eberhard“ heute für einen stürmischen Tag, auf den Bergen wütet der Orkan schon seit ein paar Stunden.

12:00 – Erste Gewitter

Der starke Dauerregen zieht nun nach Osten und Süden ab, dahinter folgt nun die schaueranfällige Kaltluft. Nahe Aschaffenburg hat isch bereits ein erstes Gewitter gebildet. Gerade mit Gewittern sind lokal auch Orkanböen von bis zu 120 km/h möglich!

Aktuelles Radar- und Blitzbild (UBIMET, DWD)

11:15 – Wind legt an Stärke zu

Von Stunde zu Stunde wird nun der Wind von Westen her stärker, im Saarland traten bereist erste schwere Sturmböen um die 90 km/h auf.

WIndspitzen von 11 Uhr (DWD)
Windspitzen von 11 Uhr (DWD)

Mit voller Wucht schlägt der Sturm schon in Norden von Frankreich zu, hier wurde schon Orkanböen bis 120 km/h gemessen.

10:30 – Erste Sturmböen

Aktuell werden im Südwesten erste Sturmböen registriert:

  • 96 km/h Klippeneck
  • 83 km/h Lechfeld
  • 78 km/h Deuselbach

Auf den Bergen weht hingegen schon der Orkan, auf dem Feldberg im Schwarzwald wurden schon Böen von bis zu 150 km/h gemessen.

Südstau in den Alpen: Regen und Schnee in extremen Mengen

Südstau bringt große Regenmengen in den Südalpen

Als Südstau werden Niederschläge südlich des Alpenhauptkamms bezeichnet, die durch das Hindernis Alpen ausgelöst oder verstärkt werden. Bei einer Südstaulage wird eine ohnehin schon recht feuchte Luftmasse durch die Alpen zum Aufsteigen gezwungen, dabei kühlt sie sich ab. Da Luft mit sinkender Temperatur weniger Wasser halten kann, kommt es zu Regen und Schneefall. Die Luft wird somit förmlich wie ein Schwamm ausgequetscht. Nördlich des Alpenhauptkamms stellt sich ein regelrechtes Kontrastprogramm ein, hier macht sich oft Föhn bemerkbar.

Regen und Schnee

In Österreich werden von Südstaulagen vor allem die Regionen von Osttirol über Kärnten bis in die südliche Steiermark beeinflusst. In diesem Gebiet wird die feuchte Mittelmeerluft an den Karawanken, den Karnischen Alpen bzw. am Alpenhauptkamm gehoben. So gibt es vor allem in Osttirol und Oberkärnten bei kräftigen Südstaulagen teils enorme Regen- oder Schneefälle. Stellenweise fallen dann über 100 Liter pro Quadratmeter innerhalb von nur 24 Stunden. In den vergangenen Tagen gab es etwa am Plöckenpass knapp über 600 Liter pro Quadratmeter in nur drei Tagen (siehe auch hier)! Sogar noch ergiebigere Mengen werden manchmal in den Alpen in Friaul verzeichnet, welche daher auch zu den nassesten Regionen Europas zählen. Im Winter kann es zudem trotz der eigentlich recht milden Luftmasse sogar in manchen Tallagen bis in tiefe Lagen heftigen Schneefall geben. Grund hierfür ist die Schmelzwärme des Schnees, die der Umgebung entzogen wird.

Föhn im Norden

An der Alpennordseite und im östlichen Flachland gibt es bei einer Südstaulage nur selten nennenswerten Niederschlag. Markant ist hier allerdings der Wind, der besonders in prädestinierten Tallagen wie etwa dem Großraum Innsbruck oft stürmisch aus Süd weht. Bei besonders kräftigen Südströmungen kann der Niederschlag allerdings über den Alpenhauptkamm hinweg greifen, so kann es in Innsbruck und Salzburg durchaus Föhn und Niederschlag gleichzeitig geben. In solchen Fällen spricht man von Dimmerföhn. Dies war auch am letzten Montag zeitweise der Fall, als in den Nordalpen örtlich Orkanböen verzeichnet wurden.

Die Stratosphäre und der Polarwirbel

Die Stratosphäre und der Polarwirbel

Die Atmosphäre der Erde ist die gas­förmige Hülle der Erdoberfläche und erstreckt sich vom Boden bis etwa 10.000 km Höhe. Der Druck, die Temperatur sowie der Gehalt an Gasen sind allerdings sehr variabel, somit kann man die Erdatmosphäre in mehrere Schichten unterteilen:

  • Troposphäre: vom Boden bis zur Tropopause in ca. 10-15 km Höhe
  • Stratosphäre: von der Tropopause bis zur Stratopause in ca. 50 km Höhe
  • Mesosphäre: von der Stratopause bis zur Mesopause in ca. 85 km Höhe
  • Thermosphäre: von der Mesopause bis in ca. 500 km Höhe
  • Exosphäre: von 500 bis ca 10.000 km Höhe

In der Troposphäre sind etwa 90 Prozent der Luft sowie beinahe der gesamte Wasserdampf enthalten. Hier spielt sich das Wetter ab und die Temperatur nimmt im Mittel um etwa 6,5 Grad pro Kilometer Höhe ab. Ab einer Höhe von etwa 7 km (Polargebiete) bzw. 17 km (Tropen) geht die Temperatur aber nicht mehr weiter zurück sondern beginnt allmählich wieder anzusteigen. Hier beginnt die Stratosphäre.

Beständige Inversion

Meteorologen bezeichnen so eine Umkehr der Temperaturschichtung als Inversion. Man muss allerdings nicht bis in die Stratosphäre aufsteigen, um eine Temperaturumkehr zu erleben, denn auch innerhalb der Troposphäre können beispielsweise winterliche Kaltluftseen für Inversionen sorgen. Die Luftschichtung ist dann stabil und ein Luftaustausch in vertikaler Richtung findet nicht statt. Die Stratosphäre stellt allerdings eine beständige Grenze für aufsteigende Luftmassen dar. Daher gelangen Wolken und Wasserdampf in der Regel nicht in die Stratosphäre, von einem eigentlichen Wettergeschehen kann in diesen Höhen nicht mehr die Rede sein. Aus einem Verkehrsflugzeug, das im Bereich der Tropopause fliegt, kann man diese Sperre für jegliche Wolken an der nach oben abrupt dunkler werdenden Himmelsfarbe erkennen. Der Temperaturanstieg oberhalb der Tropopause ist auf die Absorption der UV-Strahlung durch das Ozon in gut 50 km Höhe zurückzuführen: Hier erwärmt sich die Luft von etwa –60 Grad bis auf knapp unter 0 Grad.

Der Polarwirbel

Der Polarwirbel ist ein großräumiges Höhentief über der Arktis (bzw. Antarktis), das sich im Winter von der mittleren und oberen Troposphäre über die gesamte Stratosphäre erstreckt. Er ist gefüllt mit sehr kalter Luft, die in der Stratosphäre Werte um -80 Grad erreichen kann. Der Polarwirbel ist normalerweise relativ rund um den Pol angeordnet und sein Einfluss auf das Wetter in den mittleren Breiten hält sich in Grenzen.

Der Polarwribel mäandriert
Beispiele für einen ungestörten (links) und gespaltenen Polarwirbel (rechts). © NOAA

Stratosphärenerwärmung

Der Polarwirbel kann aber gestört oder gar gespalten werden, wie etwa im Fall einer sogenannten plötzlichen Stratosphärenerwärmung: In etwa 25 km Höhe gibt es dabei innerhalb weniger Tage einen Temperaturanstieg von mehr als 50 Grad! Die Spaltung des Polarwirbels kann sich im Laufe von zwei bis vier Wochen auch auf das Westwindband in der Troposphäre auswirken und dieses verlangsamen oder unterbrechen. Während in der Polarregion dann überdurchschnittliche Temperaturen verzeichnet werden, kommt es in mittleren Breiten zu markanten Kaltluftausbrüchen wie beispielsweise im Februar und März 2018. Auch heuer gab es Anfang Jänner eine plötzliche Stratosphärenerwärmung, deren Auswirkungen derzeit langsam auch die Troposphäre beeinflussen. Dementsprechend berechnen die Wettermodelle mittelfristig ein stark gestörtes Westwindband, weshalb die Chancen für markante Kaltlufteinbrüche in den mittleren Breiten erhöht sind. Im Osten der USA steht ein markanter Wintereinbruch bevor und auch in Europa ist am Monatsende ein weiterer Kaltlufteinbruch nicht ausgeschlossen.

Der Polarwirbel hat sich gespalten
Die Anomalie in der Stratosphäre verlagert sich langsam abwärts. © Z. D. Lawrence

Rand des Weltalls?

Vom „Edge of Space“ war anlässlich des Stratospärensprungs im Jahr 2012 die Rede. Tatsächlich liegen in 39 km Höhe schon über 99 % der atmosphärischen Masse unter einem. Rein räumlich gesehen ist die Lufthülle in dieser Höhe aber noch lange nicht zu Ende. Es folgen nach oben noch die Meso-, Thermo- und Exosphäre. Die Grenze zwischen den Stockwerken stellt jeweils wieder eine Umkehr im Temperaturverlauf dar. Besonders kalt ist es mit Temperaturen um -100 Grad in etwa 85 km Höhe im Bereich der Mesopause.

Stürmisch und zu Wochenbeginn spätwinterlich mit Schnee in den Nordalpen

Schneefall am See

Der Sonntag verläuft an der Alpennordseite stark bewölkt und im Tagesverlauf fällt hier häufig Regen, besonders im Mühlviertel regnet es auch länger anhaltend. Am Bodensee und im Donauraum kommt ab dem Nachmittag zudem teils stürmischer Westwind auf, am Alpenrand zeichnen sich örtlich auch schwere Sturmböen ab. Im Süden und Südosten bleibt es hingegen meist trocken und zwischendurch scheint die Sonne. Die Temperaturen erreichen 8 bis 17 Grad.

Es wird stürmisch
Prognose der Windspitzen am Sonntag. © DWD / UBIMET

Spätwinterlicher Wochenbeginn

In der Nacht auf Montag gelangen mit Durchzug einer Kaltfront deutlich kühlere Luftmassen ins Land. Die neue Woche beginnt von Vorarlberg bis zum Mostviertel bewölkt und besonders im Bereich der Nordalpen fällt häufig Regen bzw. oberhalb von 400 bis 700 m Schnee. Im Tagesverlauf gehen hier auch einzelne Graupelgewitter nieder. In den Staulagen der Nordalpen kommen oberhalb von etwa 1000 m rund 15 bis 30 cm Neuschnee zusammen. Wetterbegünstigt ist weiterhin die Alpensüdseite und auch im östlichen Flachland sind nur einzelne Schauer zu erwarten. Der Wind weht im Bergland und an der Alpennordseite teils stürmisch aus Nordwest und die Höchstwerte liegen zwischen 0 Grad im Arlberggebiet und +13 Grad in Oberkärnten.

In den Nordalpen gibt es 15 bis 30 cm Neuschnee
Neuschneeprognose von Montagmorgen bis Dienstagmorgen. © UBIMET

Weiterhin unbeständig

Am Dienstag gehen im Bereich der östlichen Nordalpen anfangs noch ein paar Schneeschauer nieder, tagsüber setzt sich aber ein Zwischenhoch durch und die Wolken lockern etwas auf. Im Süden und Westen überwiegt sogar der Sonnenschein und die Temperaturen steigen vorübergehend etwas an mit maximal 3 bis 12 Grad. Bereits am Mittwoch sorgt ein weiteres Tief aber besonders im Bergland und im Südosten für etwas Regen. Die Schneefallgrenze liegt bei 600 bis 900 m und die Temperaturen kommen nicht über 2 bis 9 Grad hinaus. Auch in der zweiten Wochenhälfte bleibt das Wetter unbeständig und die Temperaturen liegen um oder knapp unterhalb des langjährigen Mittels.

Schwerer Tornado-Outbreak im Südosten der USA

Der Tornado hat alles zerstört

Im Vorfeld einer Kaltfront lag der Südosten der USA am 3. März im Einflussbereich  feuchter und labil geschichteter Luftmassen. Im Tagesverlauf entwickelten sich schwere Gewitter, dabei kam es in Alabama und Georgia sowie im Florida-Panhandle zu zahlreichen Tornados. In Summe gab es mehr als 70 Tornado-Meldungen. Laut einer Auswertung des NWS handelte es sich dabei um mindestens 34 Tornados (manche wurden mehrfach gemeldet aufgrund ihrer langen Zugbahn).

Im Südosten der USA gab es zahlreiche Tornados
Unwettermeldungen am 3. März in den USA. © NOAA / SPC

EF4-Tornado

Am Sonntag entwickelte sich ein besonders langlebiger Tornado mit einer Zugbahn von rund 100 km quer durch Alabama und Georgia. Vorübergehend erreichte er dabei eine Breite von 1.500 m und Windgeschwindigkeiten von bis zu 280 km/h. Dies entspricht einem EF4-Tornado auf der 5-stufigen EF-Skala. Besonders schlimm traf es Lee County in Alabama, hier kamen 23 Menschen ums Leben, weshalb es sich um den tödlichsten Tornado seit dem EF5-Tornado in Moore, Oklahoma, am 20. Mai 2013 handelt.

Seltenes Ereignis

Tornados der Kategorie EF4 und EF5 werden in den Vereinigten Staaten auch als „violent Tornadoes“ bezeichnet, da sie besonders zerstörerische Auswirkung haben. Eine statistische Auswertung zeigt, dass EF4- und EF5-Tornados in Amerika zwar nur 1% aller Tornados ausmachen, dafür aber für 63% der Todesopfer verantwortlich sind.

EF-4-Tornado verwüstet Lee County in Alabama

Ein Tornado hat für schwere Verwüstungen in Alabama gesorgt. © CharlesPeek

Am Sonntag lag der Südosten der USA unter Tiefdruckeinfluss. Im Vorfeld einer Kaltfront aus Nordwest gelangten feuchte und labil geschichtete Luftmassen nach Alabama und Georgia, welche in Zusammenspiel mit der starken Windscherung die Entstehung heftiger Gewitter begünstigten.


EF-4-Tornado

In Lee County, Alabama, entwickelte sich am Nachmittag ein besonders heftiger Tornado. Bei einer Zugbahn von mindestens 30 Kilometern kam es dabei streckenweise zu extremen Schäden, welche als EF4 auf der 5-stufigen Enhanced Fujita Scale klassifiziert wurden. Dies entspricht Windgeschwindigkeiten von 267 bis 322 km/h! Leider kam es dabei auch zu mindestens 23 Todesopfern.

Seltenes Ereignis

Tornados der Stufe EF4 und EF5 werden in Amerika auch „violent Tornadoes“ genannt, da sie besonders zerstörerische Auswirkung haben. Der Tornado in Lee County war der erste EF4-Tornado seit 2017, da es im vergangenen Jahr keinen einzigen Fall gab. Eine statistische Auswertung zeigt, dass EF4- und EF5-Tornados in Amerika zwar nur 1% aller Tornados ausmachen, dafür aber für 63% der Todesopfer verantwortlich sind.

Titlebild © CharlesPeekWX

Rekord für Anfang März: Die Beringstraße ist nahezu eisfrei

Eis in der Arktis

Die Beringstraße ist eine Meerenge zwischen Russland und Alaska. Sie verbindet den Arktischen Ozean mit dem Pazifik bzw. genau genommen die Beringsee mit der Tschuktschensee.

Karte der Beringsee
Von GretarssonBase map: © OpenStreetMap contributors – Eigenes WerkBase map is from https://maps-for-free.com, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=56149949

Negativrekord

Normalerweise wird die maximale Eisbedeckung in der Beringsee erst Ende März erreicht, zudem hält sich das Eis im langjährigen Mittel bis in den Mai hinein. Seit letzten Winter zeigt sich allerdings ein völlig außergewöhnliches Bild, so gab es im Winter 2017/18 im Februar die geringste Eisbedeckung seit Beginn der flächendeckenden Messungen mit Satellitenbildern vor rund 40 Jahren. Heuer gab es im Februar nur geringfügig mehr Eis als im Vorjahr, zudem zeichnet sich für den März ein neuer Negativrekord ab. Aktuell zeigt sich die Beringstraße am Satellitenbild sogar nahezu eisfrei.

Arktische Amplifikation

Neben dem zunehmenden Wärmegehalt der Ozeane durch den Klimawandel spielt für die geringe Eisbedeckung in der Beringsee derzeit auch der wiederholt stürmisch auftretende Wind eine wichtige Rolle, welcher in Zusammenspiel mit dem erhöhten Wellengang jegliches neu entstandene, dünne Eis wieder zerstört. Allgemein erwärmt sich die Arktis im Zuge des Klimawandels mehr als doppelt so schnell wie der Rest der Welt, Wissenschaftler sprechen daher auch von der sogenannten „Polaren Verstärkung“ bzw. „Arctic Amplification„. Hierfür spielen die veränderte Strahlungsbilanz sowie die Eis-Albedo-Rückkoplung eine entscheidende Rolle. Beispielsweise sind die Temperaturen in den letzten Jahrzehnten in Alaska deutlich stärker angestiegen als im Rest der Vereinigten Staaten.

Tief „Cornelius“ sorgt am Donnerstag für Föhnsturm und bis zu 21 Grad

Krokusse im Frühling

Am Mittwoch sorgt eine föhnige Südströmung im ganzen Land für zahlreiche Sonnenstunden. Ungetrübt sonnig wird es aber nicht, da auch ausgedehnte, hochliegende Wolken durchziehen. Vom Rätikon bis zu den Hohen Tauern kommt im Tagesverlauf allmählich stürmischer Föhn auf, im östlichen Flachland weht lebhafter bis kräftiger Südwind. Die Temperaturen steigen auf 10 bis 19 Grad mit den höchsten Werten in Vorarlberg.

Föhnsturm

In der Nacht verstärkt sich der Föhn zunehmend und greift vermehrt vom Alpenhauptkamm auch auf die Tallagen der Nordalpen über. Am Donnerstag muss man von Vorarlberg bis zum Alpenostrand mit Föhnsturm rechnen, in prädestinierten Tallagen gibt es schwere Sturmböen um 100 km/h. Teils stürmische Böen sind aber auch von der Koralpe bis zum Burgenland zu erwarten, zudem steigen die Temperaturen hier auf bis zu 21 Grad. Der Föhn sorgt vor allem in der Osthälfte des Landes für einige Sonnenstunden, im Westen ziehen allerdings zunehmend dichte Wolken auf und ab Mittag bricht der Föhn von Vorarlberg bis Salzburg mit einsetzendem Regen zusammen.

Tief Cornelius sorgt für Föhsturm
Tief Cornelius sorgt ab Mittwochnacht für Föhsturm. © UBIMET / NCEP

Unbeständiges Wochenende

Der Freitag bringt viele Wolken und besonders im zentralen Bergland und im Süden fällt zeitweise Regen. Die Schneefallgrenze sinkt vorübergehend gegen 1100 m ab und die Höchstwerte liegen nur noch zwischen 4 und 14 Grad. Am Wochenende verbleibt das Land im Einflussbereich einer kräftigen Westströmung, dabei zeichnet sich vor allem am Samstag von Vorarlberg bis zum Waldviertel ein wenig Regen ab. Mit bis zu 16 Grad bleibt es eine Spur zu mild für die Jahreszeit, solch hohe Werte wie am Donnerstag sind aber vorerst nicht mehr in Sicht.

Meteorologischer Winter endet mit Rekordtemperaturen in 12 Ländern

Krokusse im Frühling

Nordwesteuropa lag in den vergangenen 10 Tagen unter anhaltendem Hochdruckeinfluss: In Zusammenspiel mit einem stark ausgeprägten Jetstream über den USA sowie einer Tiefdruckentwicklung über dem Nordatlantik baute sich sich über Nordwesteuropa ein außergewöhnlicher Hochdruckrücken bzw. Hochdruckkeil auf. In der CFSR-Modellklimatologie (seit 1979) wies das Geopotential in 500 hPa sogar Rekordwerte für diese Jahreszeit auf.

Extrem hohes Geopotential für die Jahreszeit
Rekordwerte beim 500-hPa-Geopotential über der Nordsee. © ECMWF via Tomer Burg

Hoher Luftdruck

In Mitteleuropa war der Hochdruckkeil an sich zwar nicht  so außergewöhnlich wie etwa über der Nordsee, am Boden gab es aber dennoch sehr hohen Luftdruck: Am 23. Februar wurde etwa in Wien mit 1045 hPa sogar der höchste Luftdruck seit dem 17. Februar 2008 gemessen.

Temperaturrekorde

In den letzten 10 Tagen wurden in 12 europäischen Ländern neue Rekorde für den Monat Februar aufgestellt. Teilweise wurden diese Rekorde sogar täglich übertroffen, wie etwa in Trawsgoed in England, wo es am 25. Februar mit 20,6 Grad einen neuen Landesrekord gab , der bereits am 26. Februar in Porthmadog mit 20,8 Grad überholt wurde. Dieser wurde wenige Stunden später allerdings wiederum von 21,2 Grad in London übertroffen! Neben den Landesrekorden gab es zudem von den Britischen Inseln über Deutschland bis nach Slowenien unzählige neue Stationsrekorde.

Neue Landesrekorde für Februar:

  • Schottland: 18.3 Grad in Aboyne
  • Wales: 20.8 Grad in Porthmadog
  • England: 21.2 Grad Kew Gardens, London
  • Belgien: 22.0 Grad in Dourbes
  • Niederlande: 20.5 Grad in Arcen
  • Luxemburg: 19,8 Grad am Flughafen Luxemburg
  • Schweden: 16.7 Grad in Karlshamn
  • Dänemark: 15.8 Grad in Tirstrup
  • Österreich: 24.2 Grad in Güssing und Deutschlandsberg
  • Ungarn: 23.5 Grad in Sárvár
  • Slowakei: 20,6 Grad in Hurbanovo
  • Slowenien: 24.1 Grad in Gačnik

Erwärmung durch Absinken

Für die zahlreichen Temperaturrekorde waren keine subtropischen Luftmassen verantwortlich: Die Luft in der Südsteiermark am Donnerstag stammte ursprünglich aus Schottland und davor vom Atlantik! Ausschlaggebend war das ausgeprägte Absinken der Luft in der freien Atmosphäre (Subsidenz unter Hochdruckeinfluss): Wenn Luft absinkt wird sie nämlich komprimiert und dadurch auch erwärmt. In Österreich spielte zusätzlich noch Westföhn eine entscheidende Rolle (Durchmischung der unteren Troposphäre).

Luftmassenursprung am Donnerstag
Luftmassenursprung am Donnerstag. © NOAA

 

Meteorologischer Winter endet mit Temperaturrekord: 24,2 Grad!

Frühling mit Krokusse

Am 28. Februar 2019 wurde in Güssing und in Deutschlandsberg ein neuer, landesweiter Temperaturrekord für Februar aufgestellt: 24,2 Grad zeigte das Thermometer im Südburgenland sowie am Fuße der Koralpe, der bisherige Rekord von Bruck an der Mur mit 23,6 Grad vom 29.2.1960 war somit Geschichte. Doch nicht nur in Güssing und Deutschlandsberg war es am Donnerstag ungewöhnlich warm, so konnte bis auf Oberösterreich und Wien in jedem Bundesland die 20-Grad-Marke geknackt werden. Vielerorts gab es auch neue Stationsrekorde.

Meteorologischer Frühlingsbeginn

Die Meteorologie hat aus statistischen Gründen den Beginn des Frühlings auf den 1. März festgelegt. So können Statistiken leichter erstellt sowie verglichen werden. Der Frühling geht in der Meteorologie somit immer vom 1. März bis zum 31. Mai eines Jahres. Ausgenommen davon ist die Südhalbkugel. Hier sind Frühling und Herbst um jeweils ein halbes Jahr verschoben.

Höchstwerte am 28.2.19

Vorarlberg

  • Feldkirch 20,6 Grad
  • Dornbirn 19,8 Grad (Stationsrekord)
  • Bludenz 19,2 Grad

Tirol

  • Innsbruck Uni 21,5 Grad (Stationsrekord)
  • Innsbruck Kranebitten 20,6 Grad (Stationsrekord)
  • Jenbach 20,4 Grad

Salzburg

  • Salzburg-Freisaal 20,3 Grad
  • Golling 18,9 Grad
  • St. Veit (Pongau) 17,1 Grad (Stationsrekord)

Oberösterreich

  • Weyer 19,3 Grad
  • Micheldorf 18,9 Grad
  • Altmünster 18,9 Grad

Niederösterreich

  • Aspang 20,7 Grad
  • Wiener Neustadt 20,2 Grad
  • Pottschach-Ternitz 20,2 Grad
  • Berndorf 20,2 Grad
  • Nexing/Sulz im Weinviertel 20,2 Grad

Wien

  • Stammersdorf 19,2 Grad
  • Donaufeld 19,0 Grad
  • Hohe Warte 18,7 Grad
  • Innere Stadt 18,7 Grad

Burgenland

  • Güssing 24,2 Grad (Landesrekord)
  • Lutzmannsburg 22,8 Grad (Stationsrekord)
  • Kleinzicken 22,5 Grad (Stationsrekord)

Steiermark

  • Deutschlandsberg 24,2 Grad (Landesrekord)
  • Leibnitz 23,1 Grad (Stationsrekord)
  • Bad Radkersburg 23,0 Grad (Stationsrekord)
  • Graz-Strassgang 23,0 Grad (Stationsrekord)
  • Bad Radkerburg 23, 0 Grad (Stationsrekord)

Kärnten

  • Villach 21,9 Grad (Stationsrekord)
  • Ferlach 21,5 Grad
  • Klagenfurt 21,4 Grad

Bora mit Orkanböen bis 200 km/h an der Adria

Sturm durch Bora in Triest

Die Bora ist ein kalter, böiger Fallwind aus nordöstlicher Richtung, der an der Adriaküste zwischen Triest, Kroatien und Montenegro auftritt. Er weht an der Westflanke des Dinarischen Gebirges wasserfallartig hangabwärts. Die Bora steht in direktem Zusammenhang mit der Druckverteilung: Aktuell befindet sich ein Tiefdruckgebiet im südlichen Mittelmeerraum und ein markantes Hoch über Osteuropa, welches entlang der Ostküste der Adria für große Druckunterschiede sorgt.

Das Hoch über Osteuropa und das Tief im MIttelmeer sorgen für Bora
Das Hoch über Polen und das Tief im Mittelmeer sorgen für Bora. © GFS / UBIMET
Derzeig herrschen große Druckunterschiede an der Adria
Prognostizierter Druckunterschied zwischen Split und Ogulin. © ECMWF / UBIMET

Besonders markant fällt der Druckgradient im südlichen Teil der adriatischen Ostküste aus, somit sind die stärksten Böen am Samstag im Süden Kroatiens und in Montenegro zu erwarten.

Weiße Bora

Die Bora wird anhand ihres Auftretens in zwei Haupttypen klassifiziert: Die „dunkle“ bzw. „schwarze Bora“ wird durch ein Tief über dem Mittelmeerraum ausgelöst und ist meist von Niederschlägen begleitet, die „helle“ bzw. „weiße Bora“ wird dagegen in erster Linie durch ein markantes Hoch über Osteuropa hervorgerufen und tritt bei klaren Bedingungen auf. Aktuell sorgt ein Hochdruckgebiet für trockene und klare Bedingungen an der östlichen Adria. Zusätzlich zu diesen beiden Typen gibt es noch den Borino, der mit meist nur mäßiger Intensität vor allem in klaren, kalten Winternächten durch die Hauptschneisen des Dinarischen Gebirges weht.

24h-Prognose der Windspitzen am Samstag
Prognose der Windspitzen am Samstag. © UBIMET RACE

Windspitzen (Stand Samstag, 8 Uhr):

  • 191 km/h Makarska (Kroatien)
  • 176 km/h Split – Marjan (Kroatien)
  • 152 km/h Dubrovnik (Kroatien)
  • 133 km/h Tivat (Montenegro)
  • 131 km/h Mostar (Bosnien und Herzegowina)
  • 126 km/h Split – Resnik (Kroatien)
  • 126 km/h Hvar (Kroatien)
  • 119 km/h Bar (Montenegro)
  • 112 km/h Sibenik (Kroatien)
  • 112 km/h Senj (Kroatien)
  • 104 km/h Zadar – Zemunik (Kroatien)
  • 101 km/h Rjieka (Kroatien)
  • 100 km/h Triest – Hafen (Italien)






Starker Schneefall im Südwesten der USA

Schnee am Grand Canyon

Das Zusammenspiel aus pazifischen Tiefdruckausläufern und kalter Luftmassen hat im Laufe der vergangenen Woche für winterliches Wetter im Südwesten der USA gesorgt. In Las Vegas, wo es erst zu Beginn der vergangenen Woche  erstmals seit langer Zeit etwas Neuschnee gab, fiel Mitte dieser Woche neuerlich Schnee. Am Flughafen wurden 2 cm gemeldet und auch in der Innenstadt gab es ein paar Zentimeter Nassschnee.

Schneerekord in Flagstaff

Viel Schnee gab es in den vergangenen Tagen in der Sierra Nevada, welche bei westlichen Höhenströmungen die feuchten Luftmassen vom Pazifik staut. Auch in Teilen von Arizona hat es aber kräftig geschneit, so gab es in Flagstaff, etwa 100 km südlich des Grand Canyons, sogar 91 cm Neuschnee. Das entspricht einem neuen Tagesrekord seit mehr als 100 Jahren! Der bisherige Rekord von 79 cm stammte aus dem Jahr 1915.

Schnee in Los Angeles

Auch an der Südküste Kaliforniens gab es ein seltenes Gastspiel des Schnees, so fielen etwa in Malibu und teils auch in Los Angeles ein paar Schneeflocken. In Los Angeles ist Schneefall äußerst selten, so wurde es hier zuletzt im Jänner 1962 weiß!

Schneefall in Malibu und Las Vegas

Schnee in Las Vegas. © Caleb Steele

Der Westen der USA liegt derzeit unter dem Einfluss ungewöhnlich kühler Luftmassen. In Zusammenspiel mit Tiefdruckausläufern vom Pazifischen Ozean kam es in den letzten Tagen zu Schneefall in Regionen, wo Schneeflocken nur sehr selten zu sehen sind. Am Flughafen der Wüstenstadt Las Vegas wurden am Donnerstag 2 cm Schnee gemeldet und auch in der Innenstadt gab es Mengen zwischen 1 und 3 cm. Bereits zu Beginn der vergangenen Woche hatte es hier etwas Nassschnee gegeben.


Schnee in LA

Selbst in manchen Stadtteilen der Metropole Los Angeles wurde Nassschnee gemeldet und auch die Berge oberhalb von Malibu präsentierten sich in weiß. In Los Angeles stellt Schneefall ein außerordentliches Ereignis dar, so wurde es dort letztmals im Jänner 1962 weiß. Der Rekord von 5 cm stammt aus dem Jahr 1932.


Viel Schnee in den Bergen

Die größten Schneemengen gab es in der Sierra Nevada im Grenzbereich zwischen Kalifornien, Nevada und Arizona. Mehrere Autobahnen mussten aufgrund des starken Schneefalls gesperrt werden, nachdem hängengebliebene Autofahrer für mehrere Stunden in ihren Autos im dichten Schneefall ausharren mussten. In Flagstaff, eine Stadt in Arizona nahe zum Grand Canyon, wurde sogar eine neuer Tagesrekord aufgestellt mit 91 cm Schnee. Der bisherige Rekord von 79 cm stammte aus dem Jahr 1915.


Titelbild © Caleb Steele

Schneetornado in New Mexiko

Schneetornado

Unter schwachem Tiefdruckeinfluss mit relativ kalter Luft in der Höhe entwickelten sich am Sonntag besonders im Nordwesten von New Mexiko lokale Schauer. In der Nähe von Torreon, etwa 90 km nordwestlich von Albuquerque, wurde dabei sogar ein Tornado bei schneebedecktem Boden beobachtet.

Lokale Verwirbelung

Bei diesem Tornado handelt es sich nach derzeitigem Stand um eine lokale Verwirbelungen unterhalb einer Quellwolke, welche vermutlich durch den Abwind einer Schauerzelle begünstigt wurde. Solche Tornados sind in der Regel meist nur schwach ausgeprägt und nicht vergleichbar mit jenen, welche in Zusammenhang mit langlebigen Superzellengewittern mit rotierendem Aufwindbereich auftreten. Dieser Tornado ist allerdings auch nicht mit einem Schneeteufel zu verwechseln, welcher meist bei wolkenlosem Himmel auftritt.

Titelbild © Lydell Rafael

Die Auswirkungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf den Schneeverlust

Schnee und Sonne im Winter

Der Abbau einer Schneedecke kann je nach Luftmasse auf unterschiedliche Art ablaufen. In diesen Tagen gibt es tagsüber zwar vielerorts zweistellige Plusgrade und die Nullgradgrenze liegt bei knapp 3.000 m, dennoch gibt es derzeit nahezu nirgends Tauwetter.

Ort Höchstwerte am Sa. bzw. So. Schneeverlust von Sa. bis Mo.
Schröcken (Vorarlberg, 1244 m) 12 Grad / 12 Grad -6 cm
Reutte (Tirol, 842 m) 14 Grad / 13 Grad -2 cm
Abtenau (Salzburg, 709 m) 8 Grad / 9 Grad -2 cm
Windischgarsten (Oberösterreich, 600 m) 10 Grad / 10 Grad -1 cm
Oberstdorf (Bayern, 806 m) 13 Grad / 10 Grad -3 cm
Adelboden (Schweiz, 1327 m) 12 Grad / 11 Grad -4 cm
St. Gallen (Schweiz, 775 m) 11 Grad / 11 Grad -3 cm

Der Grund für den geringen Schneeverlust liegt beim Zusammenspiel von Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Ein kombiniertes Maß dafür stellt die Feuchttemperatur dar: Es handelt sich um die Gleichgewichtstemperatur, die sich infolge der Verdunstung an einer feuchten Oberfläche einstellt. Näherungsweise kann man diese Temperatur nach dem Duschen auf der Haut spüren, wenn man nass durch einen trockenen Raum läuft. Ist die Luft mit Wasserdampf gesättigt, so findet keine Verdunstung statt und die Feuchttemperatur entspricht der Lufttemperatur. Weiters stellt der Taupunkt jene Temperatur dar, auf die man die Luft abkühlen muss, damit die Luftfeuchtigkeit 100% erreicht.

Sublimation

Wenn die Temperatur über 0 Grad liegt und die Luftfeuchtigkeit sehr gering ist, liegen sowohl Taupunkt als auch Feuchttemperatur unter 0 Grad. Die Wassermoleküle an der Schneeoberfläche gehen in diesem Fall direkt vom festen in den gasförmigen Zustand über. Aus Schnee wird also unsichtbarer Wasserdampf. Dieser Prozess ist in diesen Tagen vor allem in mittleren Höhenlagen in Gange, wo die Luft ausgesprochen trocken ist.

Schmelzen

Wenn die Luftmassen noch etwas wärmer wird, dann steigt nach der Temperatur auch die Feuchttemperatur auf positive Werte. Bei geringer Luftfeuchtigkeit kann der Taupunkt aber weiterhin unter null Grad liegen. In diesem Fall wird der Schnee teils in den gasförmigen und teils in den flüssigen Zustand übergehen. Diesen Prozess nennt man in der Meteorologie Schmelzen und man kann ihn in diesen Tagen vor allem in größeren Tallagen bei zweistelligen Temperaturen und nicht vergleichbar trockenen Luft wie etwa auf den Bergen beobachten.

Tauen

Im Falle von warmer und feuchter Luft, liegen neben der Temperatur sowohl die Feuchttemperatur als auch der Taupunkt über 0 Grad. In diesem Fall geht die gesamte Energie in die Umwandlung von der festen in die flüssige Phase. Dieser Prozess kostet wesentlich weniger Energie als die Sublimation und ist somit besonders effektiv. Wenn dazu Wind weht, rinnt der Schnee regelrecht davon. Dies ist aktuell in den schneebedeckten Regionen aber nicht der Fall.

Unsichere Zugbahn von Zyklon OMA

Unsichere Zugbahn von Zyklon OMA © JMA

Der tropische Sturm OMA zieht bereits seit letzter Woche seiner Kreise über dem Korallenmeer nordöstlich von Australien. Am Wochenende erreichte er vorübergehend die Kategorie 1 auf der 5-stufigen Hurrikan-Skala, derzeit weist er allerdings mittlere Windgeschwindigkeiten von  knapp 100 km/h auf und liegt somit wieder knapp unterhalb der Hurrikan-Schwelle. Auf der australischen Zyklon-Skala würde dies hingegen bereits einem Zyklon der Stufe 2 entsprechen.

Regen und Sturm

Der Kern von OMA liegt derzeit etwa 250 km nördlich von Neukaledonien und zieht mit etwa 10 km/h in südwestliche Richtung. Der nördlichste Teil der zu Frankreich gehörenden Inselgruppe Neukaledonien wird in den kommenden Stunden von Orkanböen um 130 km/h und ergiebigem Regen getroffen. Am Dienstag zieht der tropische Sturm unter Verstärkung weiter nach Süd bis Südwest und wird mit mittleren Windgeschwindigkeiten im Kernbereich von 130 km/h neuerlich die Kategorie-1-Stufe auf der Hurrikan-Skala bzw. die Kategorie 3 auf der australischen Zyklon-Skala erreichen.

24h-Regenprognose von GFS
24h-Regenprognose bis Dienstagmorgen von GFS. © UBIMET / NCEP

Streifschuss für Australien?

Die weitere Zugbahn ist derzeit noch unsicher. Zunächst behält der tropische Sturm wohl die südwestliche Zugbahn bei, ehe er nach und nach wieder mehr in die Westwindzone vordringt und dann unter Umwandlung zu einem außertropischen Tief auf den immer kühleren Gewässern der Tasmansee in Richtung Neuseeland zieht. Bei manchen Modellen, unter anderem das ECMWF, ist dies allerdings nicht der Fall: Der Sturm kommt der Ostküste Australiens gefährlich nahe und zieht danach neuerlich in nördliche Richtung zur Korallensee.

Unterschiedliche Modellprognosen für die Zugbahn von OMA. © https://www.cyclocane.com/
Unterschiedliche Modellprognosen für die Zugbahn von OMA. © www.cyclocane.com

Noch deutlicher wird die Unsicherheit, wenn man sich die Ensemble-Prognose eines einzigen Modells anschaut: Das vom kanadischen Wetterdienst betriebene CMC-Modell sieht hauptsächlich zwei Varianten: Entweder wird das Tief in die Westwindzone eingebunden und zieht in Richtung Neuseeland, oder es dreht weiterhin seine Kreise in den tropischen Gewässern bzw. trifft auf Australien.

CMC-Modellunsicherheit
CMC-Ensemble-Prognose. © www.tropicaltidbits.com

Schlechtes Wetter bei der Ski-WM: Wetterloch Åre?

Aare in Schweden im Winter

Åre ist ein Ort in der schwedischen Provinz Jämtlands län und liegt etwa 97 Kilometer nordwestlich von Östersun sowie 350 km südlich des Polarkreises. Unmittelbar auf den Bergen nördlich des Ortes liegt eines der bekanntesten Skigebiete Skandinaviens mit knapp 100 Pistenkilometern.

Die geographische Lage von Aare
Die geographische Lage von Åre in Schweden. © google.com

Åre liegt in einem von West nach Ost bis Südost ausgerichteten Tal auf einer Seehöhe von etwa 400 m. Das Skigebiet liegt unmittelbar nördlich der Ortes, somit liegen die meisten Pisten auf Südhängen. Der höchste Punkt oberhalb des Orts ist mit 1.420 m der Gipfel vom Åreskutan. Am Talboden erstreckt sich der Åresjön, ein relativ flacher See der etwa von Ende November bis Anfangs Mai zugefroren ist.

Die Topographie rund um Aare
Die Topographie rund um Åre. © google.com

Klimamittel

Die mittlere Jahrestemperatur in Duved, einem Ort etwa 8 km westlich von Åre, liegt bei +1,3 Grad und im Mittel fallen pro Jahr 660 Liter pro Quadratmeter Regen bzw. Schnee. Der nasseste Monat des Jahres ist mit 89 mm der Juli, während die Monate von Februar bis Mai vergleichsweise trocken ausfallen.

Mittlerer Niederschlag (1961-1990, SMHI) in Duved:
Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
mm 48 38 42 35 36 56 89 70 78 59 47 62
°C -9,9 -8,4 -4,5 0,3 6,3 10,9 12,3 11,1 7,0 2,6 -3,9 -7,7

Im Februar fallen im Mittel 38 mm Regen bzw. Schnee, das ist deutlich weniger als in den Nordalpen: Der mittlere Monatsniederschlag in Seefeld in Tirol liegt im Februar bei 81 mm, im Arlberggebiet sogar bei über 100 mm. Åre liegt bei Süd- bis Südwestlagen im Lee des Südskandinavischen Gebirges, bei West- bis Nordwestlagen ist das Skigebiet hingegen wetteranfällig, da die Berge in diesem Gebirgsabschnitt nicht besonders hoch sind und im Westen wenig Schutz bieten. Der Wind weht aufgrund der Ausrichtung des Tals vorwiegend aus West bis Nordwest und nur manchmal auch aus Ost-Südost. Stürmische Böen treten vor allem von November bis März auf und kommen nahezu ausschließlich aus westlicher Richtung.

Aktuelle Wetterlage

Skandinavien liegt seit Wochenbeginn unter Tiefdruckeinfluss. Im Laufe der ersten Wochenhälfte baute sich über Mitteleuropa zudem ein mächtiges Hochdruckgebiet auf, welches flankiert von einem Tief über dem östlichen Mittelmeer und einem weiteren Tief über dem Atlantik zu einer blockierten Wetterlage namens „Omega-Lage“geführt hat. Das Westwindband wird dabei von Mitteleuropa ferngehalten und atlantische Tiefausläufer ziehen in dichter Abfolge am Nordrand des Hochs über Skandinavien hinweg. Das Hoch, welches in Mitteleuropa für sonniges und mildes Wetter sorgt, spielt somit auch eine entscheidende Rolle für das wechselhafte Wetter in Skandinavien.

Das Hoch über Mitteleruopa lenkt Tiefdruckgebiete nach Skandinavien
Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe am Samstag. © GFS / UBIMET

Fazit

Åre ist aufgrund seiner nördlichen geographischen Lage abseits der Norwegischen See in Mittel relativ kalt, so liegt die durchschnittliche Monatstemperatur in Februar bei -8,4 Grad. Zum Vergleich beträgt die mittlere Februartemperatur in St. Anton am Arlberg -3,7 Grad. Solche Temperaturen stellen aber normalerweise kein Problem dar und sorgen vielmehr für eisige und somit beständige Pistenverhältnisse. Problematischer ist die Windanfälligkeit bei West- bis Nordwestwetterlagen, da der Wind im Tal kanalisiert wird. Heuer hatten die Veranstalter allerdings auch etwas Pech, so sorgt derzeit die festgefahrene Wetterlage vor allem in Skandinavien für sehr wechselhafte Bedingungen. Dies kann aber durchaus auch in den Alpen passieren, so gab es etwa in der ersten Jännerdekade Nordstaulagen am laufenden Band. Damals mussten etwa die Abfahrt und der Super-G der Damen am 12. und 13. Jänner in St. Anton abgesagt werden. Bei Bewerben im Gebirge müssen Veranstalter stets auf einen gnädigen Petrus hoffen.

Seltener Schnee in Las Vegas

Seltener Schnee in Las Vegas

Las Vegas ist die größte Stadt im US-Bundesstaat Nevada und ist neben den zahlreichen Casinos vor allem für sonniges und trockenes Klima bekannt. Über das gesamte Jahr fallen hier im Mittel nur 105 Liter pro Quadratmeter Regen, was etwa 10 % des mittleren Jahresniederschlag Münchens entspricht. Im Hochsommer liegen die Tageshöchstwerte meist um 41 Grad, währen die Tiefstwerte im Jänner im Mittel bei +1 Grad liegen.

Schnee in der Wüste

Am Sonntag wurden in Las Vegas noch Temperaturen von bis zu 14 Grad gemessen, in den Abendstunden zog allerdings eine markante Kaltfront durch. Bei Temperaturen zwischen 2 und 4 Grad sowie Böen bis zu 80 km/h kam es dabei vorübergehend zu kräftigem Schneefall. Es handelt sich um den ersten Schneefall in Las Vegas seit Dezember 2015. Das letzte markante Ereignis mit 9 cm Schnee gab es im Dezember 2008. Während in der Stadt Schnee eine Seltenheit darstellt, fällt auf den Bergen rund um die Stadt jeden Winter etwas Schnee.

Hoch DORIT bringt den Vorfrühling

Schneeglöckchen im Frühling

Vor einem Jahr kündigte sich in diesen Tagen in den Modellkarten eine markante Kältewelle an, welche in der letzten Februardekade für strengen Frost sorgte. Heuer sehen die Modellkarte konträr aus: Ein kräftiges Hochdruckgebiet sorgt ab Mitte der Woche für zunehmend sonniges Wetter und die Temperaturen steigen sukzessive an. Am Wochenende kündigt sich strahlender Sonnenschein bei Temperaturen von bis zu 17 Grad an.

Wetterbesserung aus Westen

Am Mittwoch scheint von Vorarlberg bis Kärnten bereits von Beginn an verbreitet die Sonne und auch in Salzburg und Oberösterreich lockert es tagsüber auf. Deutlich hartnäckiger sind die Wolken weiter im Osten. Bei lebhaftem Nordwestwind steigen die Temperaturen auf 2 bis 9 Grad. Der Donnerstag hat im Großteil des Landes viel Sonnenschein zu bieten, nur noch vom Weinviertel bis zum Burgenland geht es bewölkt durch den Tag. Die Luft erwärmt sich auf 4 bis 12 Grad mit den höchsten Werten im Südosten. Am Wochenende stellt sich eine stabile Omega-Lage ein. Hintergründe dazu gibt es hier: Blocking-Lagen.

Eine Omega-Lage
Eine stabile Omega-Lage stellt sich am Wochenende ein. © EZMWF / UBIMET

Strahlend sonniges Wochenende

Der Freitag und das Wochenende stehen voll und ganz im Zeichen des Sonnenscheins: Im ganzen Land scheint von früh bis spät die Sonne, meist ist der Himmel sogar wolkenlos. Lokale Frühnebelfelder lichten sich rasch und der Wind weht meist nur noch schwach. Die Temperaturen steigen weiter an und erreichen 6 bis 15, am Sonntag im Südosten auch 17 Grad. Von Rekorden sind wir aber weit entfernt, so gab es am 22. Februar 2016 in Pottschach-Ternitz sogar 23,2 Grad.

Hohe Nullgradgrenze

Nicht nur im Flachland wird es am Wochenende ausgesprochen mild, auch in der Höhe bekommt man die sehr milden Luftmassen zu spüren: Die Nullgradgrenze steigt am Freitag auf über 2.000 m an und am Wochenende liegen die Höchstwerte selbst in 3.000 m Höhe im Bereich der 0-Grad-Marke. Auf den Bergen liegt jedenfalls ausreichend Schnee, zudem kann man sich auf eine ausgezeichnete Fernsicht freuen!

Milde Aussichten

Zu Beginn der kommenden Woche nimmt die Nebelneigung etwas zu, somit wird es in den Niederungen voraussichtlich nicht mehr ganz so mild wie am Wochenende. Die langfristigen Wettermodelle berechnen für Ende Februar allerdings weiterhin überdurchschnittliche Temperaturen.

Milde Aussichten
Temperaturtrend in etwa 1500 m Höhe. © NCEP / UBIMET

Zunehmende Pollenbelastung

Ab Freitag herrschen in den Niederungen bei Temperaturen über 10 Grad und Sonnenschein optimale Bedingungen für den Pollenflug der Frühblüher Hasel und Erle. Allergiker müssen ab dem Wochenende bereits mit mäßigen bis starken Belastungen rechnen, zumal das Immunsystem zu Beginn der Pollensaison besonders empfindlich reagiert.

Am Dienstag Schnee in den Nordalpen und Föhnsturm im Süden

Schneeverwehung

Die Kaltfront von Tief UWE hat in der Nacht auf Montag Österreich überquert und im Alpenraum hat sich eine nördliche Höhenströmung eingestellt. Am Dienstag liegt der Tiefkern bereits über Ost- bzw. Nordosteuropa und aus Nordwesten nähert sich ein Hoch. Die Druckunterschiede im Alpenraum verstärken sich dadurch noch etwas und besonders im südlichen und östlichen Bergland muss man mit stürmischem Nordwind rechnen.

Eine Nordstaulage
Die Druckverteilung in ~5500 m Höhe am Dienstag entspricht einer Nordstaulage. © GFS

Schnee in den Nordalpen

Bis einschließlich Dienstag fällt von Vorarlberg bis zum Mariazellerland häufig Schnee. Besonders in den typischen Staulagen vom Arlberggebiet über die Kitzbüheler Alpen bis zur Eisenwurzen kommen teils bis zu 40 cm Neuschnee dazu.  Ein paar Schneeschauer ziehen am Dienstag aber auch vom Innviertel bis zum Seewinkel durch, vereinzelt sind sogar Graupelgewitter nicht ausgeschlossen.

In den östlichen Nordalpen gibt es teils mehr als 20 cm Neuschnee
Neuschneeprognose von Montagabend bis Dienstagabend

Sturmböen im Süden

Im Süden und Südosten machen die Wolken am Dienstag häufig der Sonne Platz und besonders in höheren Tallagen von Osttirol über Kärnten bis zum Alpenostrand muss man mit Sturmböen zwischen 70 und 90 km/h aus Nord bis Nordwest rechnen. Vor allem am Dienstagvormittag zeichnen sich lokal von den Gurktaler Alpen bis zum Rax-Schneeberg-Gebiet auch schwere Sturmböen um 100 km/h ab, zudem greift der Nordföhn stellenweise auch in Unterkärnten, in der südlichen Steiermark sowie im Südburgenland mit kräftigen bis stürmischen Böen durch. Auf exponierten Berggipfeln von den Niederen Tauern bis zum Rax-Schneeberg-Gebiet gibt es Orkanböen! Am Dienstagabend lässt der Wind dann langsam wieder nach.

Von Kärnten bis nach Niederösterreich gibt es Sturmböen
Modellprognose der Windspitzen von Montagabend bis Dienstagabend. © ICON / DWD

Gute Schneelage in den Alpen in den Semesterferien

Gute Schneelage in den Alpen in den Semesterferien

Während in den Nordalpen bereits seit Jahresbeginn überdurchschnittlich viel Schnee liegt, gibt es am Freitag und Samstag besonders im südlichen Bergland kräftigen Schneefall: Eine Südstaulage bringt vor allem im südlichen Osttirol und im westlichen Oberkärnten bis zu ein Meter Neuschnee. In den Semesterferien kann man sich also im gesamten Bergland auf eine gute Schneelage freuen. Anbei ein Auswahl an aktuellen Schneehöhen (Stand: Freitag, 12 Uhr):

  • 172 cm Hochfilzen (T)
  • 152 cm Schröcken (V)
  • 114 cm Seefeld (T)
  • 105 cm Ramsau am Dachstein (ST)
  • 102 cm Brand (V)
  • 98 cm Windischgarsten (OÖ)
  • 92 cm Abtenau (S)
  • 77 cm Mariazell (ST)
  • 76 cm St. Anton am Arlberg (T)
  • 60 cm Kanzelhöhe (K)
  • 54 cm Kals am Großglockner (T)

Bis Sonntagmorgen kommen besonders im südlichen Bergland und am Alpenhauptkamm noch einige Zentimeter dazu.

In Oberkärnten schneit es kräftig
Neuschnee bis Sonntagvormittag. © UBIMET

Regen und Schnee am Wochenende

Der Samstag beginnt von Tirol bis in die Weststeiermark oftmals nass, in Osttirol und Kärnten regnet und schneit es zunächst noch intensiv. Die Schneefallgrenze befindet sich in Oberkärnten in den Tallagen, sonst zwischen 1000 und 1500 m. Sonnige Auflockerungen gibt es von der Eisenwurzen bis zum Burgenland sowie später auch im Westen. Im Osten wird es mit bis zu 15 Grad sehr mild für die Jahreszeit. Am Sonntag regnet es anfangs verbreitet, Schnee fällt oberhalb von 700 bis 1200 m. Tagsüber verlagert sich der Schwerpunkt des Niederschlags auf die Alpennordseite und mit Zufuhr kälterer Luft sinkt hier die Schneefallgrenze am Abend bis in tiefe Lagen. Von Vorarlberg bis zum Salzkammergut zeichnet sich etwas Neuschnee ab.

Zunehmende Lawinengefahr

Die Lawinengefahr nimmt im Laufe des Wochenendes neuerlich zu: Das Auf und Ab der Temperaturen in Zusammenspiel mit stürmischem Wind und Neuschnee sorgen für einen zunehmend ungünstigen Schneedeckenaufbau. Besonders am Alpenhauptkamm und in den Südalpen ist ab Samstag mit erheblicher bis großer Lawinengefahr zu rechnen. Die Gefahrenstellen liegen vor allem in Kammlagen, Rinnen und Mulden der Expositionen Nordwest über Nord bis Nordost und werden im Laufe des Wochenendes schwieriger zu erkennen!

Zwischenhoch am Montag

Der Montag startet an der Alpennordseite mit einigen Wolken, bis auf ein paar Flocken in den Nordalpen bleibt es aber trocken. Tagsüber setzt sich unter Zwischenhocheinfluss besonders im Süden und Westen verbreitet die Sonne durch. Länger bewölkt bleibt es hingegen im Norden und Nordosten. Die Temperaturen gehen etwas zurück und erreichen maximal 6 Grad. Auch am Dienstag scheint in der Früh noch häufig die Sonne, von Vorarlberg bis nach Oberösterreich verdichten sich die Wolken jedoch im Tagesverlauf und in weiterer Folge ist ein wenig Regen bzw. oberhalb von etwa 600 Metern Schnee nicht ganz ausgeschlossen.

Extreme Kältewelle im Norden der USA

Extreme Kältewelle im Norden der USA

Der Höhepunkt der Kältewelle im Norden der USA hat im Upper Midwest in der Nacht zum Mittwoch bzw. am Mittwoch mit lebhaftem Nordwestwind begonnen, dabei lag der Windchill teils unter -50 Grad. In der Nacht zum Donnerstag haben Wind und Windchill nachgelassen, dafür konnten die Temperaturen aber wesentlich stärker absinken. An mindestens drei Orten in Iowa und Illinois wurden neue Kälterekorde aufgestellt, im Mt. Carroll wurden sogar -39 Grad gemessen. Wenn dieser Wert bestätigt wird, handelt es sich um einen neuen Rekord für ganz Illinois. Der absolut kälteste Ort war dagegen Cotton in Minnesota mit -49 Grad. Dieser Wert liegt nur 2 Grad über dem dortigen Kälterekord.

Eisige Kälte im Norden der USA
Der kälteste Ort (blau) und neue Rekordwerte (gelb) am Donnerstag. © NOAA

Ausnahmezustand in Chicago

In Chicago wurden mehrere Busse als beheizte Zufluchtsorte für obdachlose Menschen umfunktioniert, dennoch sind in den USA im Zuge der Kältewelle mindestens 10 Menschen ums Leben gekommen. Auch der öffentliche Verkehr hatte mit den eisigen Temperaturen zu kämpfen, so mussten die Weichen der Bahnlinien in Chicago mit Feuer beheizt werden und am Flughafen gab es mehrere Flugausfälle. Durch den hohen Stromverbrauch kam es zudem gebietsweise zu Stromausfällen.

Polarwirbel

Die Kältewelle wurde durch eine Spaltung des Polarwirbels in der Stratosphäre zu Jahresbeginn begünstigt. Hintergründe zu diesem Thema gibt es hier: Die Stratosphäre und der Polarwirbel. Während in den letzten Tagen in Teilen Nordamerikas und Asiens extrem unterdurchschnittliche Temperaturen verzeichnet wurden, lagen die Temperaturen über die ganze Welt betrachtet allerdings weiterhin über dem Mittel. Die globale Temperaturabweichung im Januar lag bei etwa +0,47 Grad.

Föhnsturm im Bergland und Schnee in Osttirol und Oberkärnten

Schnee im Bergland. C Nikolas Zimmermann

Der Freitag beginnt im Süden und Westen trüb und im Laufe des Vormittags setzt am Tiroler Alpenhauptkamm sowie in Osttirol und Oberkärnten Schneefall ein. In den Nordalpen vom Großraum Innsbruck über die nördliche Obersteiermark bis zum Alpenostrand kommt dagegen zunehmend stürmischer Südföhn auf. In der nördlichen Obersteiermark drohen Freitagnacht auch schwere Sturmböen um 100 km/h aus Süd, sonst liegen die Windspitzen meist bei 60 bis 80 km/h.

Prognose der Windspitzen von RACE
Prognose der Windspitzen bis Samstagvormittag (km/h). © UBIMET  RACE

Viel Schnee im Südwesten

Tagsüber breiten sich Regen und Schneefall allmählich auf ganz Kärnten sowie die angrenzende Weststeiermark aus und im Südwesten schneit es zunehmend kräftig. Die Schneefallgrenze steigt von Villach ostwärts ab dem Nachmittag allmählich gegen 1200 bis 1500 m an, in Osttirol und Oberkärnten schneit es hingegen auch in der Nacht ergiebig. Zwar wird gleichzeitig mildere Luft herangeführt, doch durch den intensiven Niederschlag ist damit zu rechnen, dass es in den meisten Tälern Osttirols und Oberkärnten bei nassem Schneefall bleibt. In höheren Tallagen wie dem Lesachtal oder dem Oberen Gaital kommt somit teils bis zu 1 Meter Neuschnee zusammen! Höchstens in breiteren Talabschnitten wie etwa im Lienzer Becken oder im Unteren Gailtal kann der Schnee zeitweise in Schneeregen oder Regen übergehen, die Schneebruchgefahr nimmt jedenfalls deutlich zu.

Viel Schnee in Osttirol und Oberkärnten
24h-Neuschneeprognose bis Samstagvormittag. © ECMWF / UBIMET

Beruhigung am Samstag

Der Niederschlag greift Freitagabend und -nacht auch auf die Alpennordseite über, somit fällt besonders in den Tauerntälern Salzburgs teils kräftiger Regen. Am Samstagvormittag lässt die Intensität ausgehend von Osttirol aber langsam nach und die Schneefallgrenze steigt gegen 1500 m an. In der zweiten Tageshälfte regnet es im Süden  noch zeitweise.

Ab Freitag Föhnsturm in den Nordalpen, starker Schneefall im Südwesten

Unterberg © Nikolas Zimmermann

Während der Alpenraum in der ersten Jännerhälfte unter dem Einfluss einer anhaltenden Nordlage war, beginnt der Februar mit einer markanten Südlage: Tief PIRMIN sorgt am Freitag für eine Drehung der Höhenströmung auf Süd, somit staut sich im Südwesten sehr feuchte Mittelmeerluft. In höheren Tallagen Osttirols und Oberkärntens zeichnet sich innerhalb von 24 Stunden bis zu ein Meter Neuschnee ab.

Eine Südstaulage stellt sich ein.
Die Druckverteilung in 5.500 m Höhe Freitagnacht zeigt eine Südstaulage. © UBIMET/GFS

Starkschneefall im Südwesten

Der Freitag beginnt im Süden und Westen trüb und im Laufe des Vormittags setzt am Tiroler Alpenhauptkamm sowie in Osttirol und Kärnten Schneefall ein. In den Abendstunden und in der Nacht schneit es in Osttirol und Oberkärnten sowie am Alpenhauptkamm anhaltend und kräftig, in Unterkärnten steigt die Schneefallgrenze dagegen auf 1000 bis 1300 m an. Am Samstagvormittag lässt die Intensität wieder nach und die Schneefallgrenze steigt auch im Südwesten gegen 1200 m an. Im Oberen Gailtal und im Lesachtal gibt es bis zu 1 Meter Neuschnee! Die Lawinengefahr steigt hier deutlich an, zudem ist mit Verkehrsbehinderungen und erhöhter Schneebruchgefahr zu rechnen. In Unterkärnten gibt es hingegen nur vorübergehend am Freitag ein wenig Schnee.

Eine Südstaulage bringt Schnee in Osttirol und Oberkärnten
In Osttirol und Oberkärnten gibt es viel Neuschnee. © UBIMET

Föhnsturm in den Nordalpen

In den Nordalpen vom Großraum Innsbruck über die nördliche Obersteiermark bis zum Alpenostrand kommt am Freitag teils stürmischer Südföhn auf, der im Tagesverlauf für sonnige Auflockerungen sorgt. In der Nacht zeichnen sich in der nördlichen Obersteiermark örtlich auch schwere Sturmböen um 100 km/h ab! Während die Temperaturen in Südwesten zuvor kaum über 0 Grad hinauskommen, gibt es in der Eisenwurzen milde 11 Grad. Noch wärmer wird es am Sonntag: Bei föhnigem Südwind zeichnen sich selbst in Wien Spitzenwerte bis 15 Grad ab. Von Vorarlberg bis zum Innviertel kühlt es mit Ankunft einer Kaltfront allerdings wieder spürbar ab.

Prognose der Windspitzen von RACE
Prognose der Windspitzen (km/h) bis Samstagvormittag. © UBIMET

Kühler ab Sonntag

Samstagnacht fällt in weiten Teilen des Landes zeitweise etwas Regen oder Schnee. Die Schneefallgrenze sinkt an der Alpennordseite gegen 500 m ab, im Süden liegt sie hingegen bei 1200 m. Am Sonntag geht unbeständig weiter: Vor allem im Bergland und im Norden regnet und schneit es häufig, die Schneefallgrenze liegt von Nordwest nach Südost zwischen tiefen Lagen und 1100 m, etwas Neuschnee zeichnet sich vor allem in den westlichen Nordalpen und in Teilen Oberösterreichs ab. Am Montag stellt sich dann am Vormittag wieder verbreitet trockenes Wetter ein.

Tornado trifft den Flughafen von Antalya

Tornado ©_pixabay/skeeze

Der Mittelmeerraum liegt derzeit im Einflussbereich von einem umfangreichen Tief mit Kern über Griechenland. Die resultierende Höhenströmung aus Südwest führt dabei feuchte und teils labil geschichtete Luft an die Südküste der Türkei, weshalb hier in den letzten Tagen teils heftige Schauer und Gewitter auf die Küste getroffen sind.

Das Itakientief hat für Tornados in der Türkei gesorgt
Das Tief führt feuchtmilde Luftmassen in den Süden der Türkei. ©UBIMET / GFS

Starke Tornados

Seit Donnerstag kam es bereits zu mindestens 5 Tornados, von denen mindestens zwei auch schwere Schäden angerichtet haben. Am Donnerstag war die Kleinstadt Kumluca an der Bucht von Finike betroffen, etwa 70 km südwestlich von Antalya. Am Samstagmorgen fegte ein weiterer Tornado dann über den Flughafen von Antalya hinweg, dabei wurde ein Flugzeug beschädigt und mindesten ein Bus umgeworfen. Medienberichten zufolge kam es zu mehreren Verletzten.

Tornadosaison

Während die Gewittersaison in Mitteleuropa vor allem von Mai bis Anfang August ihren Höhepunkt erlebt, verlagert sich der Schwerpunkt der Gewittertätigkeit in den Herbstmonaten immer weiter südwärts. Im Süden der Türkei und auf Zypern erreicht die Gewittersaison erst im Jänner ihren Höhepunkt. Dies zeigen auch die Ergebnissen einer Studie des ESWD, in welcher die Monate mit den meisten Tagen mit Tornados pro Jahr analysiert wurden. Weitere Infos dazu gibt es hier: Unwettersaison im Mittelmeer.

Im Mittelmeer gibt es im Herbst die meisten Tagen mit Tornados
Der Monat des Jahres mit den im Mittel meisten Tagen mit Tornados. © ESWD

Starke Tornados nahe Antalya in der Türkei

Tornado. © UBIMET

Das Tiefdruckgebiet namens KLAUS liegt derzeit unmittelbar vor der Küste Griechenlands. An der Südostflanke des Tiefs gelangen mit einer südwestlichen Höhenströmung feuchtmilde und teils auch labil geschichtete Luftmassen in den Süden der Türkei,  weshalb es hier seit mehreren Tagen wiederholt zu kräftigen Schauern und Gewittern kommt.

Das Itakientief hat für Tornados in der Türkei gesorgt
Das Tief sorgt für eine südwestliche Höhenströmung in der Türkei. ©UBIMET / NCEP

Tornados im Süden

Bereits am Donnerstag kam es zu einem kräftigen Tornado in Kumluca, westlich von Antalya, welcher erhebliche Schäden anrichtete. Ein weiterer starker Tornado wurde heute Morgen direkt am Flughafen von Antalya beobachtet, dabei wurde sogar ein Bus des Flughafens umgeworfen!

Unwettersaison

Die Gewittertätigkeit im Mittelmeer verlagert sich im Laufe des Herbsts langsam von Nord nach Süd bzw. Südost. Im südöstlichen Mittelmeerraum erreicht die Gewittersaison somit erst im Winter ihren Höhepunkt. Dies spiegelt sich auch in den Ergebnissen einer Studie des ESWD wieder, welche die Monate mit den meisten Tagen mit Tornados zeigt. Weitere Infos dazu gibt es hier: Unwettersaison im Mittelmeer.

Im Mittelmeer gibt es im Herbst die meisten Tagen mit Tornados
Der Monat des Jahres mit den im Mittel meisten Tagen mit Tornados. © ESWD

Am Samstag an der Alpennordseite Schneefall und Milderung

In den Nordalpen gibt es teils über 10 cm Neuschnee

Die Großwetterlage stellt sich langsam um, somit neigt sich das ruhige und vielerorts frostige Wetter der letzten Tage dem Ende zu. Derzeit herrscht zwar vielerorts noch Dauerfrost, aus Nordwesten zieht aktuell über Deutschland aber bereits die Warmfront eines Nordseetiefs auf. Diese bringt am Samstagmorgen an der Alpennordseite etwas Schnee, in weiterer Folge steigen die Temperaturen aber spürbar an.

Aus Nordwesten erfasst und deutlich mildere Luft
Aus Nordwesten erfasst uns deutlich mildere Luft am Samstag. © UBIMET / NCEP

Winterlicher Start

Der Samstag beginnt von Vorarlberg bis Oberösterreich dicht bewölkt und bereits in den Morgenstunden setzt Schneefall ein. Im Laufe des Vormittags breitet sich der Schneefall rasch ostwärts aus und vor allem vom Tiroler Unterland über das Salzkammergut bis zum Mariazellerland schneit es vorübergehend kräftig. Die Schneefallgrenze steigt im Tagesverlauf ausgehend von Vorarlberg von tiefen Lagen allerdings langsam gegen 500 bis 900 m. In vielen Tallagen sowie teils auch im Norden ist bis dahin mit Mengen um 5, in höheren Tallagen auch 10 cm Neuschnee zu rechnen. Auf den Bergen vom Hochkönig bis zum Schneeberg zeichnen sich teils über 20 cm Neuschnee ab.

In den Nordalpen gibt es teil über 10 cm Neuschnee
Neuschneeprognose für Samstag. © UBIMET

Glätte im Osten

Ab etwa Mittag erfasst die Warmfront auch den Osten. Besonders im Seewinkel fällt anfangs noch etwas Schnee, sonst geht der Schneefall oder Schneeregen rasch in Regen über. Vor allem im äußersten Osten besteht dann örtlich auch Glättegefahr durch gefrierenden Regen! Meist trocken bleibt es dagegen vom Lienzer Becken über das Klagenfurter Becken bis zur Südsteiermark.

Tauwetter

Der Wind frischt lebhaft bis kräftig aus West auf und die Temperaturen steigen im Tagesverlauf verbreitet auf positive Werte an. Am mildesten wird es mit bis zu +6 Grad im Innviertel, am Bodensee und im Wiener Becken. Nur in windgeschützten Tallagen vom Pinzgau bis zum Hochschwab verharren die Temperaturen weiterhin im Bereich des Gefrierpunkts. Auch am Sonntag bleiben die Temperaturen vielerorts mild, so gibt es Spitzenwerte um 7 Grad. Kommende Wochen wird es dann langsam wieder etwas kühler.

Photo credit: holding graz on Visualhunt.com / CC BY

 

Der Einfluss des Shutdowns in den USA auf die Wetterprognosen

Wetterhahn im Schnee

Die Amerikanische Wetterbehörde NOAA hat zunehmend mit den Folgen vom Government Shutdown in den USA zu kämpfen. Die Arbeit vom National Weather Service wird zwar teilweise fortgeführt, da sie zum Schutz von Leben und Eigentum erforderlich ist, aber auch diese Dienste sind vom Shutdown betroffen: Neben der Tatsache, dass die Meteorologen derzeit kein Gehalt erhalten, werden auch die Wettermodelle derzeit nicht gewartet bzw. weiterentwickelt. Die Folgen davon werden auch nach dem Ende des Shutdowns noch zu spüren sein.

Verzögerung beim neuen Modell

Der National Weather Service betreibt u.a. das globale Wettermodell GFS, welches auch in Europa von zahlreichen Wetterdiensten für eigene Lokalmodelle sowie Smartphone-Apps verwendet wird. Dieses Modell, welches im Vergleich zu anderen Globalmodellen wie das ECMWF einige Schwächen aufweist, sollte am 24. Januar durch das neue Modell GFS-FV3 schrittweise ersetzt werden. Dieser Prozess wird jetzt allerdings auf unbestimmte Zeit verschoben.


Fehlende Updates

Nicht nur die Einführung des neuen GFS-Modells verzögert sich, sondern auch bestehende Modelle werden nicht weiterentwickelt: In den Wintermonaten wird beim amerikanischen Wetterdienst üblicherweise an den spezifischen Hurrikan-Wettermodellen geschraubt. Die Wissenschaftler analysieren dabei die Prognoseergebnisse der Modelle im Verlauf der letzten Saison und versuchen mit diesen Erkenntnissen die Modelle für die kommende Saison zu verbessern.

Qualitätsverlust?

Ob die Qualität der Vorhersagen des GFS-Modells vom Shutdown negativ beeinflusst wird, ist derzeit umstritten. Laut einem Mitarbeiter des Environmental Modeling Center sind die Verifikationsergebnisse im Vergleich zu den anderen Wettermodellen seit dem 25. Dezember auffällig schlechter geworden. Dies könnte mit dem Datenformat zusammenhängen, welches derzeit in einigen Ländern auf ein neues internationales Standard angepasst und von GFS noch nicht erkannt wird: Wenn das Modell weniger Daten zur Verfügung für die Analyse des Ist-Zustands hat, fallen die Prognoseergebnisse entsprechend schlechter aus. Dies wurde allerdings von einem Mitarbeiter der NOAA dementiert, so handele es sich bei den schlechten Ergebnissen nur um eine vorübergehende Schwächephase des Modells, wie es auch sonst immer wieder vorkommt. Tatsächlich präsentiert sich der Verifikationsverlauf eher unauffällig, wenngleich das GFS im Mittel schlechter abschneidet als etwa das ECWMF.

Verifikation der Wettermodelle
Das amerikanische Wettermodell schneit schlechter ab als das Europäische. © NCEP

Kaum Auswirkungen in Europa

Tatsächlich schneidet das amerikanische Modell bei den Verifikationsergebnissen allgemein schlechter aus als das Europäische Modell. Die Qualität der Prognosen der Meteorologen in Europa ist jedenfalls davon unbeeinflusst, da hier mehrere andere und teils bessere Modelle zur Verfügung stehen. Am ehesten können manche Apps, welche ausschließlich auf die Daten des amerikanischen Wettermodells zurückgreifen, von Qualitätsverlusten betroffen sein, diese schneiden im Mittel aber ohnehin schlecht ab. Weiters haben beispielsweise auch Heißluftballonfahrer, welche sich ausschließlich auf die kostenlosen Prognosen der NOAA verlassen, in letzter Zeit vermehrt mit Navigationsproblemen zu kämpfen, zumal manche Zusatzservices der NOAA derzeit nicht zur Verfügung stehen.

18. Jänner 2007: Orkan Kyrill trifft Mitteleuropa

Kyrill Wetterkarte

Am 18. Jänner 2007 zog das Orkantief Kyrill vom Nordatlantik über die Britischen Inseln und Dänemark in Richtung Ostsee. Mit Durchzug der Kaltfront gab es in weiten Teilen Mitteleuropas Orkanböen und schwere Schäden. Europaweit forderte das Unwetter 47 Menschenleben, zudem gab es extremen Windbruch, Stromausfälle und massive Verkehrsbehinderungen. Die betroffene Fläche war sehr groß und reichte von  den Britischen Inseln bis nach Polen und zum Alpenraum. In den vergangenen Jahren gab es in manchen Regionen zwar ähnliche oder sogar etwas höhere Windspitzen, allerdings war die betroffene Fläche bei diesen Ereignissen deutlich kleiner.

Spitzenböen auf den Bergen:

  • 216 km/h Gaisberg
  • 207 km/h Feuerkogel
  • 202 km/h Wendelstein

Orkanböen in den Niederungen (Auswahl):

  • 148 km/h Wolfsegg (OÖ)
  • 143 km/h Gmunden (OÖ)
  • 139 km/h Salzburg Flughafen (S)
  • 137 km/h Linz Flughafen (OÖ)
  • 134 km/h Kremsmünster (OÖ)
  • 130 km/h Wien-Unterlaa (W)
  • 130 km/h Wels (OÖ)
  • 130 km/h St. Pölten (NÖ)
  • 122 km/h Wien-Hohe Warte (W)
  • 122 km/h Schwechat Flughafen (NÖ)
  • 119 km/h Mattsee (S)

In Österreich gab es mehrere Verletzte und ein Todesopfer, zudem wurden unzählige Bäume und Stromleitungen umgeworfen oder beschädigt, weshalb allein in Oberösterreich zeitweise mehr als 140.000 Haushalte ohne Sturm waren. Weiters  wurden Dächer abgedeckt und Verkehrsverbindungen unterbrochen, wie etwa die Westautobahn zwischen Sattledt und Traun. In St. Pölten und im Bezirk Krems wurde Katastrophenalarm ausgerufen, zahlreiche Menschen mussten evakuiert werden.

Temperaturrekorde

Besonders bemerkenswert war der nächtliche Temperaturanstieg unmittelbar vor Ankunft der Kaltfront von Kyrill: Mit föhnigem Westwind wurden mitten in der Nacht zahlreiche neue Monatsrekorde der Temperatur aufgestellt, mancherorts wie etwa in Eisenstadt und Gumpoldskirchen wurde sogar die 20-Grad-Marke erreicht!

Die Kaltfront von Kyrill erfasst Österreich in der Nacht auf den 19.1.07. ©wetter.de
Die Kaltfront von Kyrill erfasste Österreich in der Nacht auf den 19.1.07. ©www.wetter3.de

Höchstwerte in der Nacht zum 19. Jänner:

Ort Höchstwert am 19.1.07 (Uhrzeit)
Eisenstadt (B) 20,1 Grad (3 Uhr)
Gumpoldskirchen (NÖ) 20,0 Grad (0 Uhr)
Wiener Neustadt (NÖ) 19,9 Grad (1 Uhr)
Baden (NÖ) 19,6 Grad (1 Uhr)
Bad Goisern (OÖ) 19,6 Grad (1 Uhr)
Salzburg (S) 19,5 Grad (0 Uhr)
Groß-Enzersdorf (NÖ) 19,5 Grad (1 Uhr)
Wien-Unterlaa (W) 19,5 Grad (0 Uhr)
Wien-Innere Stadt (W) 19,4 Grad (1 Uhr)
Schäden durch Orkan Kyrill
Typisches Bild von Windbruch durch Kyrill (hier im Thüringer Wald). © Michael Sander

Schneemassen auf den Bergen

Schneemassen in den Nordalpen

Die außergewöhnliche Wetterlage der vergangenen Wochen brachte ergiebige Schneemassen in den Nordalpen, teilweise gab es sogar Neuschneerekorde wie etwa in Hochfilzen mit 451 cm Neuschnee! Rekorde gab es aber auch in Seefeld, Kufstein, Lofer, Abtenau und Bad Mitterndorf . Auf den Gipfeln der Nordalpen liegen derzeit teils mehr als 4 Meter Schnee, stellenweise wurde sogar die 5-Meter-Marke überschritten. Die Lawinengefahr ist in den Nordalpen nach wie vor verbreitet erheblich (Stufe 3)!

Schneehöhe am Freitagmorgen. © UBIMET
Schneehöhe am Freitagmorgen. © UBIMET

Mittlerweile hat sich das Wetter beruhigt und viele Skigebiete und Berghütten bemühen sich um den normalen Betrieb wieder aufzunehmen. Dafür wurden zahlreiche Erkundungstouren bzw. -flüge durchgeführt, um die Schnee- und Lawinenlage auf den Bergen zu überprüfen. Anbei eine Auswahl an spektakulären Aufnahmen der letzten Tage vom Karwendel bis zur nördlichen Obersteiermark.





18. Januar: Jahrestag von Orkan Kyrill und Friederike

Kyrill Wetterkarte

Kyrill

Am 18. Januar 2007 zog das Orkantief Kyrill vom Atlantik über die Nordsee hinweg in Richtung Baltikum. Orkanböen richteten in weiten Teilen Mitteleuropas schwere Schäden an,  dabei kamen europaweit 47 Menschen ums Leben, davon allein in Deutschland 13. In vielen Regionen gab es Stromausfälle und der Zugverkehr wurde in ganz Deutschland erstmals wegen eines Orkans eingestellt. Nach Angaben des Gesamtverbandes der Versicherer beliefen sich die Schäden allein in Deutschland auf etwa 4,7 Milliarden Euro.

Spitzenböen auf den Bergen in Deutschland:

  • 201 km/h Wendelstein
  • 198 km/h Brocken
  • 184 km/h Fichtelberg
  • 178 km/h Großer Kornberg
  • 176 km/h Zugspitze
  • 169 km/h Großer Arber
  • 166 km/h Feldberg im Schwarzwald

Auch im Flachland kam es allerdings zu Orkanböen, ganz besonders mit Durchzug der Kaltfront. Diese sorgte in den zentralen Landesteilen für eine ausgeprägte Gewitterlinie, dabei kam es sogar zu mehreren Tornados.

Orkanböen in den Niederungen (Auswahl):

  • 150 km/h Eppendorf (Sachsen)
  • 148 km/h Bad Liebenwerda  (Brandenburg)
  • 146 km/h Berlin-Adlershof (Berlin)
  • 144 km/h Flughafen Düsseldorf (NRW)
  • 137 km/h Fürstenzell (Bayern)
  • 133 km/h Chemnitz (Sachsen)
  • 133 km/h Flensburg (Schleswig-Holstein)
  • 130 km/h Wolfsbrug (Niedersachsen)
  • 130 km/h Flughafen Köln-Bonn (NRW)
  • 122 km/h Flughafen Dresden (Sachsen)
  • 119 km/h Flughafen Erfurt (Thüringen)
  • 119 km/h Flughafen München (Bayern)
  • 119 km/h Aachen (NRW)
  • 118 km/h Karlsruhe (B-W)
Schäden durch Kyrill
Schäden durch Kyrill. Photo: pittigliani2005; Visual Hunt / CC BY-NC-ND

Friederike

Der Tiefkern von Orkan Friederike zog am 18. Januar 2018 von England über Norddeutschland nach Polen hinweg. Besonders betroffen vom Sturmfeld waren NRW, das südliche Niedersachsen, Nordhessen, das südliche Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen. Auf dem Brocken wurden 203 km/h gemessen, aber auch im Flachland gab es Orkanböen bis zu 138 km/h. Der Fernverkehr der DB wurde landesweit eingestellt und in manchen Bundesländern auch der Regionalverkehr. Der Orkan forderte mindestens 8 Todesopfer und der versicherte Schaden betrug eine Milliarde Euro. In der Mitte Deutschlands war es das stärkste Sturmereignis seit Kyrill.

Spitzenböen auf den Bergen:

  • 203 km/h Brocken
  • 174 km/h Fichtelberg
  • 158 km/h Zugspitze

Spitzenböen in den Niederungen (Auswahl):

  • 138 km/h Gera (Thüringen)
  • 134 km/h Frankenberg-Geismar (Hessen)
  • 130 km/h Erfurt (Thüringen)
  • 130 km/h Flughafen Leipzig/Halle (Sachsen)
  • 126 km/h Flughafen Münster/Osnabrück (NRW)
  • 122 km/h Werl (NRW)
  • 122 km/h Dresden (Sachsen)
  • 116 km/h Flughafen Düsseldorf (NRW)
Orkan Friederike
Böen am 18. Januar 2018. © UBIMET

Kyrill und Friederike stellen zwei außergewöhnliche Ereignisse dar. Orkan Kyrill war allerdings wesentlich großräumiger als Friederike, so beeinflusste sein Sturm- und Orkanfeld ganz Deutschland und weite Teile Mitteleuropas. Friederike beeinflusste in erster Linie die Niederlande und den Streifen von NRW bis nach Sachsen in Deutschland.

Lawinen – die weiße Gefahr

Lawinen die weiße Gefahr

Am häufigsten treten Lockerschnee- und Schneebrettlawinen auf. Erstere haben ihren Ursprung in einem einzelnen Punkt, sie nehmen beim Abgang immer mehr Schnee auf und wachsen daher rasch an. Zweitere kennzeichnen sich durch einen linienförmigen Abriss quer zum Hang aus, dabei rutscht eine ganze Schicht auf einer anderer Schneeschicht oder auf dem Grund ab. Wenn die gesamte Schneedecke am Boden abgleitet, spricht man auch von Gleitschneelawinen.

Eine kleine Lockerschneelawine. © Nikolas Zimmermann
Eine kleine Lockerschneelawine. © Nikolas Zimmermann

Nassschneelawinen lösen sich ebenfalls als Schneebrett oder als Lockerschneelawine. Sie treten  vor allem im Frühjahr an Südhängen auf. Hauptauslöser von Nassschneelawinen ist flüssiges Wasser in der Schneedecke, das die Bindung der Schichtgrenzen schwächt. Staublawinen treten dagegen nur bei markanten Lagen mit viel Neuschnee auf und sind somit vergleichsweise selten zu beobachten.

Eine Schneebrettlawine. © Nikolas Zimmermann
Schneebrettlawinen auf einer Schwachschicht im Schnee. © Nikolas Zimmermann

Hangneigung und Schneemenge

Grundsätzlich ist eine gewisse Masse an Schnee notwendig, die sich an einem Hang mit einer Neigung von etwa 25° oder mehr ansammelt. Je größer die Neigung, desto öfter ist mit Lawinenabgängen zu rechnen. Andererseits können sich gerade auf nur mäßig steilen Hängen besonders große Schneemengen ansammeln, weshalb hier besonders viele Unfälle passieren. Ist der Hang zudem nach Norden ausgerichtet und damit weniger der Sonneneinstrahlung ausgesetzt, kann sich eine Schneedecke schlechter stabilisieren und eine mögliche Gefahrenstelle bleibt länger bestehen.

Beispielbild eines Schneebretts @ https://pixabay.com/de/users/hans-2/
Eine Gleitschneelawine in steilem Gelände.

Schwachschichten

Fällt viel Neuschnee in kurzer Zeit, ist dieser mit einer vorhandenen, bereits gesetzten Schneedecke vorübergehend schlecht verbunden. Erst nach ein paar Tagen – je nach Höhe und Exposition – kann sich der Neuschnee setzen und mit dem Altschnee verbinden. Auch ohne Neuschnee können die verschiedenen Schneeschichten allerdings große Unterschiede in der Beschaffenheit aufweisen, beispielsweise kann es zu einem Festigkeitsverlust in einer Schneeschicht durch die sogenannte aufbauende Schneeumwandlung kommen. Zudem kann es auch eingelagerte Schwachschichten geben wie eingeschneiter Oberflächenreif. Manchmal reicht somit bereits ein geringes Zusatzgewicht wie beispielsweise ein Skifahrer aus, um eine Schneeschicht ins Rutschen zu bringen.

Staublawinen treten nur bei markanten Lagen mit viel Neuschnee auf.

Faktor Wind

Der Wind spielt für Lawinen eine ganz entscheidende Rolle: Verfrachteter Schnee lagert sich auf windabgewandten Seiten von Hängen ab und es bilden sich Treibschnee und Schneewächten. Diese sind in der Regel für ein paar Tage nur schlecht verbunden zur unteren Schneeschicht und sind somit besonders leicht zu stören. Wenn Triebschnee von frischem Neuschnee überlagert wird und somit schlecht zu erkennen ist, dann ist die Lage besonders brenzlig. Details zur Lawinenskala gibt es hier: die Lawinenwarnstufen.

Wind und Schnee © Nikolas Zimmermann
Wind und Schnee stellen eine gefährliche Kombination dar. © Nikolas Zimmermann

Foto: Kecko on Visual Hunt / CC BY

Schneemassen in den Alpen

Schneemassen in Oberstdorf

Mitteleuropa liegt seit Jahresbeginn im Einflussbereich einer blockierten Wetterlage: Ein mächtiges Hoch über dem Ostatlantik sorgt in den Alpen für eine nördliche Höhenströmung, dabei führen Tiefdruckgebiete über Nordeuropa schubweise feuchte Luftmassen gegen die Alpen. Seit Ende Dezember gab es somit im Süden Bayerns, in Österreich sowie mittlerweile auch in Teilen Sachsens große Schneemengen.

Aktuelle Schneehöhen in Bayern:

  • Zugspitze 345 cm
  • Ramsau-Schwarzeck 200 cm
  • Bischofswiesen-Loipl 190 cm
  • Aschau-Stein 153 cm
  • Reit im Winkl 150 cm
  • Jachenau-Tannern 142 cm
  • Kiefersfelden-Gach 141 cm
  • Mittenwald-Buckelwiesen 137 cm
  • Berchtesgaden 110 cm
  • Immenstadt-Reute 101 cm
  • Oberstdorf 84 cm
  • Holzkirchen 81 cm

Aktuelle Schneehöhen Mittelgebirge:

  • 115 cm Brocken
  • 89 cm Carlsfeld
  • 75 cm Zinnwald-Georgenfeld
  • 69 cm Deutschneudorf-Brüderwiese
  • 56 cm Tannenberg

Aktuelle Schneehöhen in Österreich:

  • Hochfilzen (Tirol) 184 cm
  • Schröcken (Vorarlberg) 183 cm
  • St. Ulrich am Pillersee (Tirol) 175 cm
  • Spital am Pyhrn (Oberösterreich) 159 cm
  • Warth (Vorarlberg) 143 cm
  • Leutasch (Tirol) 125 cm
  • Schoppernau (V) 125 cm

Besonders in den östlichen Nordalpen vom Steinernen Meer über den Dachstein bis zum Hochschwab liegen teils mehr als 4 Meter Schnee, im Toten Gebirge in Österreich wurde lokal sogar die 5-Meter-Marke geknackt (508 cm derzeit am Loser in 1573 m Höhe).

Schnee in den Alpen
Schnee in den Alpen am Freitagmorgen. © UBIMET
Schnee in Deutschland
Schnee in Deutschland am Freitagmorgen. © UBIMET

Regen und Schnee

Am Sonntag muss man in den Nordalpen neuerlich mit Regen und Schnee rechnen. Die Schneefallgrenze steigt vorübergehend gegen 800 bis 1000 m an, ehe sie am Montag wieder in die Niederungen absinkt. Im Gebirge ist bis Dienstagvormittag neuerlich teils mehr als 1 Meter Neuschnee zu erwarten, aber auch in vielen Tallagen zeichnen sich Mengen von 20 bis 50 cm ab. Die Kombination aus großen Schneemengen, weiterem Schnee und stürmischem Wind sorgt für eine neuerliche Anspannung der bereits sehr großen Lawinengefahr. Erst ab Mittwoch ist eine Wetterberuhigung in Sicht.

Schnee ohne Ende: Bis Dienstag nochmals 1 Meter Neuschnee in den Nordalpen

Schnee ohne Ende

Europa liegt seit Ende Dezember unter dem Einfluss einer blockierten Wetterlage: Ein umfangreiches Hochdruckgebiet über dem Ostatlantik sorgt im Alpenraum für eine anhaltende Höhenströmung aus Nord. Tiefdruckgebiete über Nordeuropa führen dabei schubweise feuchte Luftmassen von der Nordsee gegen die Alpen.

Aktuelle Schneehöhen (Donnerstag, 13 Uhr):

  • Hochfilzen (T) 191 cm
  • Schröcken (V) 187 cm
  • St. Ulrich am Pillersee (T) 183 cm
  • Spital am Pyhrn (OÖ) 160 cm
  • Warth (V) 145 cm
  • Leutasch (T) 130 cm
  • Bichelbach (T) 128 cm
  • Schoppernau (V) 127 cm
  • Langen am Arlberg (V) 122 cm
  • Seefeld (T) 122 cm
  • Kössen (T) 114 cm
  • Windischgarsten (OÖ) 110 cm
  • Mariazell (ST) 108 cm
  • Brand (V) 105 cm
  • Abtenau (S) 105 cm
  • Saalbach (S) 102 cm
  • Pichl (ST) 102 cm
  • Dalaas (V) 102 cm
  • Reutte (T) 99 cm
In den Nordalpen liegen vielerorts mehr als 2 m Schnee
Aktuelle Schneehöhen am Donnerstagmittag. © UBIMET

Auf den Bergen liegen teils mehr als 4 Meter Schnee, am Loser wurde sogar die 5-Meter-Marke geknackt:

  • 502 cm Loser, Totes Gebirge (OÖ; 1573 m)
  • 415 cm Palfau Hochkogel, Ybbstaler Alpen (ST, 1541 m)
  • >400 cm* Tamischbachturm, Gesäuse (ST, 1425 m)
  • 408 cm Seegrube, Nordkette (T, 1921 m)
  • 400 cm Tauplitzalm, Totes Gebirge (ST, 1571 m)
  • 384 cm Lauskopf, Hochkönig (S, 1887 m)

* Station eingeschneit

Verschnaufpause am Freitag

Bis Freitagfrüh fällt im Nordstau der Alpen von Vorarlberg bis zum Wienerwald verbreitet Schnee, am Freitag macht sich aber vorübergehend ein Zwischenhoch bemerkbar. Besonders in den Regionen vom Hochkönig bis zum Hochschwab gibt es ein Wetterfenster für Hubschrauberflüge. Am Nachmittag ziehen im Westen allerdings neuerlich kompakte Wolken auf und im Laufe des Abends setzt an der Alpennordseite verbreitet Schneefall ein.

Etwas milder am Wochenende

Der Samstag gestaltet sich trüb und an der Alpennordseite fällt zeitweise etwas Schnee. Die Mengen bleiben aber gering und die Schneefallgrenze steigt tagsüber gegen 600 m an. Am Sonntag regnet und schneit es von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich wieder kräftiger, die Schneefallgrenze steigt im Westen aber vorübergehend gegen 1000 m an. Durch den Regen nimmt die Schneelast auf den Dächern in vielen Tallagen aber weiter zu.

Schnee und Sturm zu Wochenbeginn

Auch zu Beginn der kommenden Woche fällt an der Alpennordseite verbreitet Regen bzw. Schnee, wobei die Schneefallgrenze bei teils stürmisch auffrischendem Nordwestwind wieder bis in tiefe Lagen absinkt. Vor allem im Arlberggebiet und im Bregenzerwald kommt bis Dienstag oberhalb etwa 1000 m neuerlich teils mehr als 1 Meter Neuschnee dazu, aber auch in vielen Tallagen vom Nordtirol bis zum Mariazellerland ist mit markanten Mengen zu rechnen. Die Kombination aus großen Schneemengen, weiterem Schnee und stürmischem Wind sorgt für eine neuerliche Anspannung der bereits sehr großen Lawinengefahr. Erst ab Mittwoch ist eine Wetterberuhigung in Sicht.

Starkschneefall in den Nordalpen

Schneewarnsignal ©shutterstock.com/Olaf Naami

Update 15:20 – Gerlos

Auch im Almdorf Königsleiten beim Gerlospass gibt es reichlich Neuschnee. Die Wetterstation dort misst derzeit 126 cm Schnee!

Update 15:10 – Schneevergleich

Anbei ein schöner Vergleich der Schneehöhe in Pillberg (Bezirk Schwaz), Samstagnachmittag:

Und Sonntagnachmittag:

Update 14:45 – Kettenpflicht

Auf vielen Straßen herrscht noch immer Kettenpflicht, anbei eine Übersicht:

Kettenpflicht am Sonntag, 14:30 Uhr. © ÖAMTC
Kettenpflicht am Sonntag, 14:30 Uhr. © ÖAMTC

Details siehe hier: https://www.oeamtc.at/verkehrsservice/   Anebi noch ein Bild von Mühlbach am Hochkonig:

Auch die Parkplatzsuche kann mitunter problematisch werden…

Update 14:20 – Eingeschneite Lifte

Viele Skigebiete haben manche Anlagen wegen der großen  Lawinengefahr gesperrt. In diesen Bereichen kann die Schneedecke ungehindert wachsen, so wie an der Gipfelstation dieses Sesselliftes am Loser:

Schneemassen am Loser. © loser.at
Schneemassen am Loser. © loser.at

Update 14 – Schneehöhen

Besonders vom Bregenzerwald über das Außerfern bis zum Hochkönig fällt weiterhin mäßiger bis starker Schnee. Anbei die aktuellen Schneehöhen:

  • 145 cm Hochfilzen
  • 135 cm St. Ulrich am Pillersee
  • 123 cm Schröcken
  • 119 cm Seefeld
  • 117 cm Leutasch
  • 115 cm Spital/Pyhrn
  • 104 cm Langen am Arlberg
  • 98 cm Warth

Update 13:15 – Schneekönig

In den letzten Tagen gab es in Tallagen im Bereich des Hochkönigs besonders große Schneemengen, teilweise gab es hier fast 150 cm Neuschnee. Anbei ein Bild aus Dienten am Hochkönig:

Update 12:45 – Schmittenhöhe

Auch oberhalb von Zell am See gibt es schon mehr als zwei Meter Schnee, anbei ein aktuelles Bild vom Skigebiet Schmitten:

Viel Schnee im Pinzgau
Viel Schnee im Pinzgau.

Update 12:30 – Knapp 4 Meter Schnee

Die anhaltende Nordstaulage sorgt für teils extreme Schneemengen auf den Bergen. Auf der Loser-Panoramastraße im Toten Gebirge gab es seit dem 30.12. schon fast 3 Meter Neuschnee, die Gesamtschneehöhe liegt bei knapp 4 Meter! Auch der Dachstein versinkt im Schnee: Aufgrund der extremen Witterungsverhältnisse bleibt der Liftbetrieb am Gletscher bis einschließlich Montag, 7. Jänner geschlossen!

Fast 4 Meter Schnee
Schneemassen im Toten Gebirge. © LWD Steiermark

Update 12:00 – Schneemassen

Aufgrund der zunehmenden Schneelast werden mittlerweile auch vermehrt Hausdächer geräumt, wie etwa in Filzmoos.

Update 11:35 – Fernpass wieder frei

Die Sperre am Fernpass wurde wieder aufgehoben, Reisende müssen sich aber auf längere Wartezeiten durch Stau einstellen. Vorübergehend wurde auch der Tauerntunnel auf der A10 in Fahrtrichtung Salzburg gesperrt, da hier ein Baum auf die Straße gestürzt war.

Update 11:10 – Fernpass gesperrt

Aufgrund eines Lawinenabgangs wurde der Fernpass zwischen Reutte und Nassereith in beide Richtungen gesperrt.

Stau am Fernpass. © https://www.tirol.gv.at/
Stau am Fernpass. © https://www.tirol.gv.at/
Stau am Fernpass. © https://www.tirol.gv.at/
Stau am Fernpass. © https://www.tirol.gv.at/

Update 11 – Schneehöhen

  • Hochfilzen 146cm
  • Schröcken 123 cm
  • Spital am Pyhrn 115 cm
  • Seefeld 115 cm
  • Leutasch 113 cm
  • Langen am Arlberg 104 cm
  • Warth 97 cm
  • Pichl 96 cm
  • Abtenau 91 cm
  • Brand 89 cm
  • Dalaas 86 cm
  • Saalbach 86 cm

Update 10:30 – Straßensperren

Die großen Schneemengen machen auch den Skigebieten zu schaffen, so sind Obertauern und Saalbach-Hinterglemm seit letzter Nacht komplett vom Verkehr abgeschnitten. Auch die Felbertauernstraße ist weiterhin gesperrt.

Update 10:15 – Nord-Süd-Unterschiede

Die derzeit blockierte Wetterlage sorgt für zunehmend extreme Unterschiede zwischen den Nord- und Südalpen: Während die Alpennordseite im Schnee versinkt, sorgt föhniger Nordwind südlich des Alpenhauptkamms für trockene und milde Bedingungen. Eine Änderung ist nicht Sicht, auch kommende Woche ist in den Nordalpen schubweise mit Neuschnee zu rechnen!

Aktuelle Bilder aus den Dolomiten:

Update 9:45 – Schnee am Arlberg

Im Arlberggebiet schneit es derzeit intensiv. Anbei ein paar Schneehöhen aus der Region:

  • 122 cm Schröcken
  • 101 cm Langen am Arlberg
  • 96 cm Warth
  • 86 cm Brand
  • 83 cm Dalaas
  • 80 cm Schoppernau
  • 58 cm St. Anton am Arlberg

Update 9:15 – Große Lawinengefahr

Die Lawinengefahr liegt mittlerweile in den gesamten Nordalpen von Vorarlberg bis zum Schneeberg bei Stufe 4. Mitunter können kleine bis mittelgroße Lawinen von steilen Straßenböschungen sowie Gleitschneelawinen auf steilen Grashängen auch Straßen erfassen, weshalb es zahlreiche Sperren gibt.

Aktuelle Lawinengefahr. © http://www.lawinen.at/
Aktuelle Lawinengefahr. © http://www.lawinen.at/

Update 8:45 – Schneemassen am Hochkönig

Im Bereich des Hochkönigs ist in den letzten 36 Stunden über ein Meter Neuschnee gefallen. Diese Bilder beweisen dies eindrucksvoll:

Update 8:15 – Behinderungen im Bahnverkehr

Da Bäume auf die Oberleitungen der Bahn gefallen sind, gibt es weitere Sperren im Bahnverkehr. Anbei die aktuelle Übersicht:

  • Zwischen Saalfelden und Hochfilzen (Oberleitungsschaden)
  • Zwischen Mittenwald und Scharnitz (Oberleitungsschaden)
  • Zwischen Steeg-Gosau und Steinach-Irdning (Lawinengefahr)
  • Zwischen Steinach-Irdning und Schladming (Lawinengefahr)
  • Zwischen Mautern und Trieben (Verkehrseinschränkung)

Details: ÖBB Streckeninfo

Update 8 Uhr – Schneebilder

Gestern haben uns noch zahlreiche Bilder erreicht, anbei ein kleine Auswahl:

Schwaighofen im Flachgau:

Lungötz (Tennengau):
3

St. Ulrich am Pillersee (Tirol):

Hall bei Admont (Steiermark):

Update Sonntag 7:30 – Schneehöhen

Vor allem von Vorarlberg über Nordtirol und Salzburg bis zur nördlichen Obersteiermark fällt weiterhin Schnee. Am stärksten schneit es derzeit in Vorarlberg und im Außerfern sowie vom Kaiserwinkl bis zum Dachstein. Anbei die aktuellen Schneehöhen:

Schneehöhe Sonntag 7 Uhr
Hochfilzen 140 cm
St. Ulrich am Pillersee 125 cm
Schröcken 118 cm
Spital/Pyhrn 116 cm
Seefeld in Tirol 106 cm
Langen am Arlberg 97 cm
Pichl 95 cm
Warth 93 cm
Abtenau 91 cm
Saalbach 82 cm

Update Sonntag 7 Uhr – Straßensperren

Die Anzahlt der Straßensperren im Bergland hat weiter zugenommen. Die Felbertauernstraße ist zwischen Matrei und Mittersill gesperrt wegen Lawinengefahr, zudem wird auch die Tauernautobahn A10 am Sonntag um 8:30 neuerlich eine Stunde lang gesperrt, um bei Flachau im Pongau eine kontrollierte Lawinensprengung durchzuführen. Die vollständige Liste gibt es u.a. hier: https://oe3.orf.at/verkehr/

Update Sonntag 6 Uhr -Evakuierungen

In St. Johann am Tauern wurden am Samstagabend aufgrund der Lawinengefahr 14 Häuser evakuiert. Manche Ortschaften in der Obersteiermark wie etwa Hohentauern sind zudem von der Außenwelt abgeschnitten.

Update Samstag 17 – Dreikönigsspringen für heute abgesagt

Das heutige Programm der Vierschanzentournee in Bischofshofen wurde wegen Schlechtwetter abgesagt. Der Schwerpunkt verlagert sich jetzt allmählich in den Westen: Vom Dachstein bis zum Bregenzerwald melden die Wetterstationen verbreitet 2 bis 5 cm Neuschnee pro Stunde!

Hier ein Blick ins Rheintal bei Feldkirch aus foto-webcam.eu:

Webcambild Feldkirch am 05.01. um 16:20 Uhr - foto-webcam.eu
Webcambild Feldkirch am 05.01. um 16:20 Uhr – foto-webcam.eu

Update 14:45 – Neuschneemengen

Anbei ein Überblick der Neuschneemengen von Freitag 14 Uhr bis Samstag 14 Uhr:

24h-Neuschneesumme
Spital/Pyhrn, 718 m 60 cm
Mooslandl/Hieflau, 530 m 44 cm
Windischgarsten, 600 m 41 cm
Bad Ischl, 507 m 39 cm
Kössen, 588 m  39 cm
Abtenau, 709 m 37 cm
Lofer, 622 m 34 cm

In den nächsten Stunden schneit es von Vorarlberg bis zum Dachsteingebiet kräftig weiter, wobei sich der Niederschlagsschwerpunkt im Laufe der Nacht auf Sonntag in den Westen verlagert.

Update 14:15 – Weiterer Schnee

Die stärksten Schneefallraten gibt es derzeit in Vorarlberg, Nordtirol sowie im Pinz- und  Pongau, hier kommen 3 bis 4 cm Neuschnee pro Stunde zusammen. Aktuelle Gesamtschneehöhen:

  • 126 cm Hochfilzen (T)
  • 118 cm Spital/Pyhrn (OÖ)
  • 96 cm Abtenau (S)
  • 94 cm Pichl (ST)
Schneemassen im Skigebiet Schmitten.
Schneemassen im Skigebiet Schmitten. © Schmitten

Abtenau:

Update 14:00 – Schneefahrbahn

Auf vielen Straßen herrscht derzeit Schneefahrbahn, weshalb viele Urlauber im Stau stehen. Auf immer mehr Straßen herrscht zudem Schneekettenpflicht:

Schneekettenpflicht
Schneekettenpflicht (Stand: Samstag 13:45 Uhr). © ÖAMTC

Details: https://www.oeamtc.at/verkehrsservice/

Stau bei Lofer
Stau bei dichtem Schneefall in der Nähe von Lofer. © Herbert Derfler

Update 13:30 – Schnee und Föhn

Der Schneefall greift teilweise über den Alpenhauptkamm und den Hochschwab über, somit gibt es  etwa auch im Aflenzer Becken und in Mürzzuschlag Schnee.

Ganz im Süden sorgt der Föhn hingegen für trockene Bedingungen bei Temperaturen von bis zu 10 Grad im Gailtal. In prädestinierten Lagen wie etwa in Millstatt gibt es zudem stürmische Böen um 70 km/h.

Update 13:05 – Schneeverwehungen

Besonders am Alpenostrand sowie in den Hochlagen des Alpenhauptkamms weht derzeit stürmischer Nordwestwind, somit kommt es hier zu erheblichen Schneeverwehungen. In der letzten Stunde gab es an der Gipfelstation der Raxseilbahn Böen bis 97 km/h. Anbei zwei Bilder vom Waxriegelhaus auf der Rax (1360 m). Vielen Dank an Wolfgang Tod für die Meldung!

Update 13:00 – Starker Schneefall

Anbei zwei aktuelle Bilder aus Filzmoos und Abtenau.

Schnee
Schnee in Filzmoos. © Aparthotel Jagdhof
Starker Schneefall
Schnee in Abtenau. © http://sonnleiten.it-wms.com/big_current1.jpg

Update 12:45 – Bad Aussee

Wie viel Schnee derzeit schon im Ausseerland liegt, sieht man eindrücklich auf diesem Bild:

Update 12:30 – Schneemassen

Anbei eine Übersicht der aktuellen Schneehöhen:

  • 125 cm Hochfilzen (962 m; T)
  • 117 cm Spital/Pyhrn (718 m; OÖ)
  • 98 cm Abtenau (709 m; S)
  • 86 cm Pichl (782 m; ST)
  • 83 cm Mooslandl / Hieflau (530 m; ST)
  • 81 cm Hall / Admont (637 m; ST)
  • 80 cm Schröcken (1244 m; V)
  • 70 cm Lofer (622 m; S)
  • 70 cm Windischgarsten (600 m; OÖ)
  • 70 cm Kössen (588 m; T)

Update 12:00 – 5 cm pro Stunde

In den Nordalpen schneit es jetzt verbreitet anhaltend und kräftig, teilweise kommen hier mehrere Zentimeter pro Stunde zusammen. In Kössen gab es letzte Stunde 5 cm Neuschnee, ähnlich stark schneit es derzeit vom Arlberg über das Karwendel bis zum Tennengau.

Viel Schnee im Loferer Land
Schnee in Lofer. © https://www.foto-webcam.eu/

Im Osten Österreichs geht der Schneefall langsam aber sicher in Schneeregen oder Regen über, so wurde die A21 mittlerweile wieder für den Verkehr freigegeben.

Update 11:30 – Verkehrsbehinderungen

Nicht nur auf den Straßen gibt es derzeit Behinderungen: Der Schneefall macht auch der Bahn und dem Flugverkehr zu schaffen, so kommt es derzeit am Flughafen Innsbruck zu massiven Einschränkungen. Neben Verspätungen werden einige Flüge umgeleitet oder gestrichen, Passagiere sollten sich also bereits im Vorfeld bei der jeweiligen Airline erkundigen: Innsbruck-Airport

Flugahfen Innsbruck
Der Flughafen Innsbruck. © https://innsbruck-airport.panomax.com/#

Die Bahnstrecke im Ennstal zwischen Steinach-Irdning und Schladming wurde gesperrt, weiters gibt es auch witterungsbedingte Einschränkungen im Innviertel und im Flachgau: ÖBB Streckeninfos.

Streckeninfo der ÖBB
Aktuelle Streckeninfos. © ÖBB

Update 11:10 – Warnkarte

Die Warnungen in Vorarlberg wurden mittlerweile hochgestuft, da die neuesten Modellläufe mehr Niederschlag berechnen. Anbei die aktuelle Warnkarte:

Höchste Warnstufe vor Schneefall
Schneewarnungen für dieses Wochenende (Stand: Samstag 11 Uhr). © www.uwz.at

Update 11:00 – Schnee im Karwendel

Von Vorarlberg bis zum Wienerwald schneit es verbreitet, die stärksten Niederschlagsraten gibt es aktuell vom Großraum Innsbruck bis zur Pyhrn-Priel-Region. Anbei ein aktuelles Webcambild vom Karwendel:

Starker schneefal in Tirol
Starker Schneefall am großen Ahornboden © https://www.eng.at/webcam/bild1.jpg

Und ein Bild aus Lauffen (Bezirk Gmunden):

Update 10:40 – A21 gesperrt

Durch die winterlichen Verhältnisse gibt es derzeit vermehrt Verkehrsbehinderungen und Staus. Die Wiener Außenring Autobahn wurde mittlerweile zwischen dem Autobahnknoten Steinhäusl und Vösendorf vollständig gesperrt.

Schnee auf der A21
Schnee auf der A21 bei Hochstrass. © ASFINAG

Tiefwinterliche Bedingungen gibt es u.a. auch auf der A9:

Schnee auf der A9 beim Rastplatz Pyhrn-Priel
Die A9 beim Rastplatz Pyhrn-Priel. © ASFINAG

Update 10:20 – Schnee im Westen

Derzeit greift der Schneefall vermehrt auch auf das Tiroler Oberland und Vorarlberg über. Die Modelle haben die Mengen für diese Regionen erhöht, nach neuestem Stand ist somit auch im Ländle vielerorts mit Mengen um 50, in Bregenzerwald auch 80 cm Neuschnee zu rechnen! Nur im Bodenseeraum bleiben die Mengen deutlich geringer.

Anbei ein aktuelles Bild aus Innsbruck:

Update 10:00 – 3,5 m Schnee

Besonders im Dachsteingebiet fällt seit Ende Dezember immer wieder Schnee. Am Loser liegt die Schneehöhe bereits bei 350 cm, das sind 1,5 Meter mehr als noch vor einer Woche. In den kommenden Stunden schneit es hier ergiebig weiter.

Über 3 Meter Schnee
Schneemessstation Loser im Toten Gebirge. © LWD Steieramrk

Update 9:30 – Windspitzen

Der Schneefall ist heute zwar das Hauptthema, allerdings weht auch der Wind zunehmend stark bis stürmisch aus Nordwest. In Wien gibt es derzeit Bedingungen ähnlich zu einem Schneesturm bei Böen zwischen 70 und 80 km/h aus West. Im Gebirge gibt es schwere Sturmböen bis orkanartige Böen.

Windspitzen der letzten Stunde auf den Bergen:

  • 115 km/h Sonnblick
  • 108 km/h Kolomansberg
  • 101 km/h Feuerkogel

Windspitzen der letzten Stunde in den Niederungen:

  • 79 km/h Wien – Hohe Warte
  • 76 km/h Wien – Innere Stadt
  • 76 km/h Wien – Unterlaa
  • 72 km/h Melk
  • 72 km/h Klausen-Leopoldsdorf
  • 68 km/h Langenlebarn
  • 68 km/h St. Pölten
Schneesturm
Schneesturm am Bisamberg. © www.foto-webcam.eu/

Update 9:00 – Schneekettenpflicht

Auf vielen Bergstraßen herrscht bereits Schneekettenpflicht, im Tagesverlauf wird dies auf immer mehr Straßen der Fall sein. Weiters sind auch manche Bergstraßen gesperrt aufgrund der Lawinengefahr:

  • B115 zwischen Präbichl und Hieflau
  • B138 zwischen Liezen und Spital am Pyhrn bzw. Pyhrnpass
  • B146 zwischen Admont und Hieflau
  • B159 zwischen Pass Lueg und Tenneck
  • B164 zwischen Dienten und Mühlbach am Hochkönig bzw. Filzensattel
  • B165 zwischen Gerlospass und Hotel Ronach
  • B198 Lechtalstraße (Verbindung Lech-Warth)

Details: https://www.oeamtc.at/verkehrsservice/

 

Aktuelle Schneekettenpflicht
Aktuelle Schneekettenpflicht (Stnd Samstag 9 Uhr). © ÖAMTC

Update 8:30 – Radarbild

Wie man am Radar gut sehen kann, fällt an der Alpennordseite bereits verbreitet Schnee. Auch in Vorarlberg und im Tiroler Oberland beginnt es nun vermehrt zu schneien. Im östlichen Flachland handelt es sich streckenweise bereits um Schneeregen, trocken ist es unter Föhneinfluss im äußersten Süden. Der Schneefall wird im Tagesverlauf aber zeitweise auch auf den Norden Osttirols und Kärntens übergreifen.

Aktuelle Radardaten: Radar Österreich

Radarbild von wetter.tv
Aktuelles Radarbild um 8:20 Uhr. © UBIMET / AustroControl

Update 8:15 Uhr – Sperren

Am heutigen Tag ist nicht nur vermehrt mit Straßensperren zu rechnen, auch Schutzhäuser und manche Skilifte müssen aufgrund der großen Schneemengen und großen Lawinengefahr den Betrieb einstellen.


Update 8:00 Uhr – Schneeprognose

Anbei die aktuelle Modellprognose für die kommenden 48 Stunden. Im Osten geht der Schnee bei kräftig bis stürmisch auffrischendem Westwind zunehmend in Schneeregen bzw. Regen über, somit gibt es dort kaum noch Neuschnee. In den Nordalpen schneit es hingegen zunehmend intensiv, hier kommen verbreitet 40 bis 70, lokal auch 100 cm dazu!

Es schneit kräftig bis Montag in den Nordalpen
Aktuelle 48h-Schneeprognose bis Montagmorgen. © UBIMET

Update 7:30 Uhr – 30 cm Neuschnee in OÖ

In der Nacht auf Samstag hat es vom Tiroler Unterland bis zum östlichen Flachland bereits verbreitet geschneit. Anbei die aktuellen Schneehöhen sowie der Neuschnee der letzten 12 Stunden:

Gesamtschnee 12h Neuschnee
Hochfilzen (T) 119 cm 17 cm
Spital/Phyrn (OÖ) 103 cm 34 cm
Abtenau (S) 85 cm 24 cm
Pichl (ST) 84 cm 17 cm
Mooslandl/Hieflau (ST) 76 cm 31 cm
Schröcken (V) 76 cm 0 cm
Hall/Admont (ST) 73 cm 17 cm
Ramsau am Dachstein (ST) 69 cm 0 cm
Schönau an der Enns (OÖ) 66 cm 24 cm

Auch in den Landeshauptstädten liegt an der Alpennordseite Schnee:

  • 14 cm Salzburg
  • 11 cm Wien Hohe warte
  • 9 cm Innsbruck
  • 8 cm Linz
  • 3 cm St. Pölten

Update 7:30 Uhr – Große Lawinengefahr

Derzeit herrscht auf den Bergen vom Tiroler Unterland über Salzburg bis zur nördlichen Obersteiermark bereits große Lawinengefahr (Stufe 4 auf der fünfteiligen Gefahrenskala).  Weitere Infos gibt es bei den zuständigen Lawinenwarndiensten, siehe auch hier: http://www.lawinen.at/

Große Lawinengefahr
Lawinengefahr am Samstag (Stand: 7 Uhr). © http://www.lawinen.at/

Samstag 7:00 Uhr – Übersicht

Am Samstag wird der Schneefall im Bergland zunehmend intensiv, im Osten und später auch im westlichen Donauraum steigt die Schneefallgrenze bei starkem bis stürmischem Westwind allerdings gegen 500 m an. Auch am Sonntag schneit es im Bergland zunächst kräftig, im Tagesverlauf lässt die Intensität aber langsam nach. In Summe schneit es vom Arlberggebiet bis zur nördlichen Obersteiermark ergiebig, hier kommen in den Tälern verbreitet 40 bis 70 cm Neuschnee hinzu, in typischen Nordstaugebieten auch ein Meter frischer Pulverschnee. Besonders ab dem Nachmittag ist mit massiven Verkehrsbehinderungen zu rechnen!

Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Samstag
Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Samstag.

Auf den Bergen weht starker bis stürmischer Nordwind, somit gibt es hier teils erhebliche Schneeverwehungen. Die Lawinengefahr steigt somit weiter an, am Sonntag drohen sogar sehr große Lawinen! In den Bergen ist mit zahlreichen Straßensperren zu rechnen.

Titelbild: © shutterstock.com

Die Lawinenwarnstufen

Lawinenwarnschild. @Wikimedia Commons/Root5.5

Die Lawinensituation wird von den regionalen Lawinenwarndiensten beurteilt und dementsprechend die Warnstufe in Kombination mit einem Lagebericht ausgegeben. In der Regel wird die Lawinengefahr ab dem ersten großen Schneefall täglich aktualisiert. Die Informationen kann man auf den Homepages der jeweiligen Dienste abrufen.

Seit 1993 dient die ‚Europäische Gefahrenskala für Lawinen‘ zur Einschätzung der Lawinengefahr in den Bergen. Diese Skala gliedert sich nach der Lawinengefahr aufsteigend in fünf Stufen:

  • Stufe 1: gering
    Die vorhandene Schneedecke ist sehr gut verfestigt und stabil, somit ist die Lawinengefahr gering. Nur an wenigen, sehr steilen Hängen sind aufgrund hoher Zusatzbelastung (z.B. einer Skitourengruppe ohne Abstand) Lawinen möglich. Ansonsten kann es lediglich zu kleinen Rutschungen kommen.
  • Stufe 2: mäßig
    In einigen Hängen, welche steiler sind als 30 Grad, ist die Schneedecke nur mäßig verfestigt. Insbesondere in diesen Hängen sind bei großer Zusatzbelastung Lawinen möglich, ansonsten herrschen aber gute Tourenbedingungen vor. Einzelne spontane, nicht allzu große Lawinen sind dennoch nicht ausgeschlossen.
  • Stufe 3: erheblich
    Eine Auslösung von Lawinen ist in Steilhängen mit einer Neigung von mehr als 30 Grad bereits von einzelnen Skifahrern möglich. Die Tourenmöglichkeiten sind somit eingeschränkt und erfordern lawinenkundliches Beurteilungsvermögen. Selbst ohne Fremdeinwirkung sind mittlere, vereinzelt auch größere Lawinen an exponierten Stellen möglich. Die Stufe 3 ist besonders heimtückisch und wird meist unterschätzt, so passieren bei Lawinenwarnstufe 3 die meisten tödlichen Unfälle!
  • Stufe 4: groß
    Eine Lawine kann bereits bei geringer Zusatzbelastung ausgelöst werden. Auch spontane Auslösungen, also ohne menschliches Zutun, sind wahrscheinlich. Die Tourenbedingungen sind somit stark eingeschränkt!
  • Stufe 5: sehr groß
    Die Schneedecke ist allgemein nur schwach verfestigt und instabil, somit kann es selbst ohne Zusatzbelastung zu großen bis sehr großen Lawinen kommen. Diese sind auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Von Skitouren ist somit ausdrücklich abzuraten, insbesondere da man bei einem etwaigen Unglück auch die Bergretter in Gefahr bringt!

Die unterschiedlichen Webauftritte der regionalen Lawinenwarndienste von Österreich, der Schweiz und Deutschland sowie anderen Gebieten Europas sind unter diesem Link verfügbar.

Ergiebiger Schneefall am Wochenende: 1 Meter Neuschnee in 24 Stunden

Ergiebiger Schneefall

Europa liegt seit Ende Dezember unter dem Einfluss einer blockierten Wetterlage: Ein umfangreiches Hochdruckgebiet über den Britischen Inseln hält atlantische Tiefdruckgebiete mit milder Luft von Mitteleuropa fern, somit gelangen derzeit ungehindert feuchtkalte Luftmassen aus Nordeuropa in den Alpenraum. In den Staulagen vom Arlberg bis zum Dachsteingebiet kommt am Wochenende selbst in den Tälern bis zu 1 Meter Neuschnee dazu, auf den Bergen sogar bis zu 2 Meter. Aufgrund des starken bis stürmischen Nordwinds gibt es dort massive Schneeverfrachtungen, somit herrscht gebietsweise bereits jetzt große Lawinengefahr.

Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Samstag
Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe am Samstag. © UBIMET / NCEP

Warmfront bringt Starkschneefall

Am Freitag wird der Schneefall an der Alpennordseite wieder stärker und mit Ankunft einer Warmfront greift dieser in den Abendstunden auch auf den Osten über. Auch in Wien muss man am Abend und in der Nacht also vorübergehend mit winterlichen Straßenverhältnissen rechnen. Am Samstag wird der Schneefall im Bergland zunehmend intensiv, im Osten und später auch im westlichen Donauraum steigt die Schneefallgrenze bei starkem bis stürmischem Westwind allerdings gegen 500 m an. Auch am Sonntag schneit es im Bergland zunächst kräftig, im Tagesverlauf lässt die Intensität aber langsam nach. In Summe schneit es vom Arlberggebiet bis zur nördlichen Obersteiermark ergiebig, hier kommen in den Tälern verbreitet 40 bis 70 cm Neuschnee hinzu, in typischen Nordstaugebieten auch ein Meter frischer Pulverschnee.

In den Alpen fällt ergiebiger Neuschnee
Die Neuschneeprognose von Freitag bis Montag. © UBIMET

Große Lawinengefahr

Auf den Bergen weht stets starker bis stürmischer Nordwind, somit gibt es hier teils erhebliche Schneeverwehungen. Derzeit herrscht auf den Bergen Salzburgs und der nördlichen Obersteiermark bereits große Lawinengefahr (Stufe 4 auf der fünfteiligen Gefahrenskala). Die Kombination aus Neuschneemassen und Wind verschärft die Lawinengefahr zusätzlich, am Wochenende drohen sogar sehr große Lawinen, weshalb in den Bergen mit zahlreichen Straßensperren zu rechnen ist.

Es herrscht Lawinenstufe 4
Lawinenlage am Freitag (rot = große Lawinengefahr) . © http://www.lawinen.at/

Weiterer Schnee in Sicht

Kommende Woche verbleiben wir im Einflussbereich einer nördlichen Höhenströmung, somit ist weiterer Neuschnee in Sicht. Aus heutiger Sicht fallen die Mengen aber nicht mehr ganz so ergiebig aus, somit zeichnet sich eine langsame Entspannung ab.

Bis zu 1 Meter Schnee in den Nordalpen

Schneefall im Westen

Mitteleuropa liegt aktuell zwischen einem mächtigen Hoch über dem Ostatlantik und reger Tiefdrucktätigkeit über Nordosteuropa. Mit der resultierenden nördlichen Höhenströmung gelangen dabei schubweise feuchte Luftmassen von der Nordsee in den Alpenraum, welche sich an den Alpen stauen und für teils anhaltenden Regen und Schneefall sorgen.

Eine Nordstaulage in den Alpen
Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Sonntag. © UBIMET / NCEP
Viel Schnee auf den Bergen im Pinzgau.
Viel Schnee auf den Bergen im Pinzgau.

50 cm Neuschnee

Während die Luft im Flachland zu mild für Schneefall ist, kommen auf den Bergen sowie in inneralpinen Tallagen große Neuschneemengen zusammen. So gab es seit Samstagnacht zwischen den Kitzbüheler Alpen und dem Dachstein bereits Mengen um 50 cm (Update: 31.12., 14 Uhr):

  • 54 cm Hochfilzen
  • 44 cm Ramsau am Dachstein
  • 35 cm Spital am Pyhrn
  • 27 cm Saalbach
  • 23 cm Seefeld in Tirol
  • 21 cm Radstadt
  • 19 cm Bischofshofen
  • 19 cm Krimml
  • 15 cm Windischgarsten
  • 15 cm Hall / Admont
Schnee im Ausseerland. © Hagan Lodge
Schneefall im Ausseerland. © Hagan Lodge

Am Sonntag setzt sich bei auflebendem Nordwestwind vorübergehend etwas mildere Luft in den Tallagen durch, somit steigt die Schneefallgrenze gegen 800 m an. In der Nacht auf Montag lässt der Wind aber wieder nach und mit Ankunft einer weiteren Front sinkt die Schneefallgrenze je nach Niederschlagsintensität wieder gegen 700 bis 400 m ab.

In den Alpen fällt viel Neuschnee
Schneeprognose bis Neujahr. © UBIMET

Noch mehr Schnee

Zu Silvester fällt von Vorarlberg bis zur Obersteiermark und dem Mostviertel von Beginn an teils kräftiger Regen und Schnee. Die Schneefallgrenze liegt zwischen 400 und 700 m. Auf den Bergen kommt nochmals teils mehr als ein halber Meter Neuschnee zusammen, im Dachsteingebiet auch 1 Meter. Die Lawinengefahr steigt somit an!

1 Meter Schnee nehr der Loserhütte im Toten Gebirge
1 Meter Schnee nahe der Loserhütte im Toten Gebirge. © LWD Steiermark
Neuschnee auch im nördlichen Osttirol
Neuschnee auch im nördlichen Osttirol. © foto-webcam.eu

Am Nachmittag lässt der Niederschlag im äußersten Westen langsam nach, von Salzburg ostwärts bleibt es hingegen auch in der Silvesternacht noch nass. Die Schneefallgrenze steigt aber neuerlich gegen 700 bis 900 m an.

2018 wärmstes Jahr der Messgeschichte

Das Jahr 2018 war in Mitteleuropa außergewöhnlich warm

Lediglich der Februar und der März waren heuer kälter als im langjährigen Mittel, dafür waren zwei Kaltluftausbrüche aus Russland verantwortlich. Sonst verlief das Jahr durchgehend zu warm, der April war sogar der wärmste seit mindestens 1800. Besonders groß fallen die Abweichungen an der Alpennordseite aus, so war es in Oberösterreich mehr als 2 Grad wärmer als üblich. In Summe reiht sich das Jahr 2018 mit einer Abweichung von +1,8 Grad zum Mittel vor 2014 an die Spitze der wärmsten Jahre der Messgeschichte ein. Bei der Anzahl an Sommertagen gab es neue Rekorde, so wurde in Andau an 127 Tagen die 25-Grad-Marke überschritten und der bisherige Spitzenwert aus dem 2003 in Leibnitz übertroffen.

Trockenheit an der Alpennordseite

Rege Tiefdrucktätigkeit sorgte im Jänner heuer für viel Schnee in den Alpen, so erreichte die Lawinengefahr am 22.1. vorübergehend sogar die höchste Stufe 5. Danach fiel der atlantische Einfluss auf das Wettergeschehen im Alpenraum über weite Strecken des Jahres allerdings außergewöhnlich gering aus: Mitunter gab es über Wochen hinweg keine klassischen Frontdurchgänge aus Nordwest, weil beständige Hochdruckgebiete über Nordeuropa das Westwindband von Mitteleuropa abgelenkt haben. Dies hat von Februar bis November an der Alpennordseite zu einer ausgeprägten Trockenheit geführt, so gab es meist nur 60 bis 80 Prozent des Solls. In Linz war es mit 65% sogar das trockenste Jahr seit Messbeginn. Im Süden fällt der Dezember zwar extrem trocken aus, dafür ist die Jahresbilanz in Summe aber durchschnittlich. Vor allem im Frühsommer gab es hier zahlreiche Gewitter, siehe auch hier: Knapp 1,5 Millionen Blitze.

Mittlerer Jahresniederschlag Niederschlag im 2018 (bis 30.12.)
Wien 651 L/qm 706 L/qm
Graz 885 L/qm 859 L/qm
Linz 871 L/qm 528 L/qm
Innsbruck 911 L/qm 769 L/qm

Viel Sonnenschein

2018 war eines der sonnigsten Jahre der letzten 100 Jahre, damit setzt sich der Trend der zunehmenden Sonnenscheindauer fort. Bis auf Salzburg mit 1884 Stunden Sonnenschein wurde heuer in jeder Landeshauptstadt die 2000-Sonnenstunde-Marke übertroffen. Im langjährigen Mittel ist dies nur im Seewinkel üblich, wo es dieses Jahr in Mörbisch sogar bis zu 2350 Sonnenstunden gab.

Mittlere Sonnenscheindauer (h) Sonnenstunden im 2018 (bis 30.12)
Wien 1930 2112
Graz 1989 2015
Linz 1682 2026
Innsbruck 1949 2194

Extremwerte 2018

(Bundesland, Tag des Auftretens)

Höchste Temperaturen

  • 38,0 Grad Haag (NÖ, 09.08.)
  • 37,3 Grad Loosdorf und Enns (beide NÖ, 09.08.)
  • 37,0 Grad Wieselburg (NÖ, 09.08.)
  • 36,8 Grad Amstetten (NÖ, 09.08.)
  • 36,7 Grad Waidhofen an der Ybbs (NÖ, 09.08.)

Tiefste Temperaturen

  • -25,4 Grad, Flattnitz (K, 26.2.)
  • -25,2 Grad, St.Michael im Lungau (S, 26.2.)
  • -24,8 Grad, St. Leonhard im Pitztal (T, 28.2.)
  • -24,6 Grad, Galtür (T, 28.2.)
  • -24,3 Grad, Seefeld (T, 28.2.) und Zeltweg (ST, 26.2.)

Nasseste bewohnte Orte

  • 1800 Liter pro Quadratmeter Sulzberg (V)
  • 1749 Liter pro Quadratmeter Warth (V)
  • 1713 Liter pro Quadratmeter Schröcken (V)
  • 1586 Liter pro Quadratmeter Ebensee (OÖ)
  • 1565 Liter pro Quadratmeter Schoppernau (V)
  • 1512 Liter pro Quadratmeter Kötschach-Mauthen (K)

Trockenste Orte

  • 390 Liter pro Quadratmeter Retz (NÖ)
  • 406 Liter pro Quadratmeter Schöngrabern (NÖ)
  • 433 Liter pro Quadratmeter Hohenau an der March (NÖ)
  • 458 Liter pro Quadratmeter Laa an der Thaya (NÖ)
  • 462 Liter pro Quadratmeter Horn (NÖ)

Sonnigste Orte

  • 2350 Sonnenstunden, Mörbisch (B)
  • 2307 Sonnenstunden, Hollenthon / Bucklige Welt (NÖ)
  • 2278 Sonnenstunden, Zwerndorf (NÖ)
  • 2273 Sonnenstunden, Andau (B)
  • 2262 Sonnenstunden, Neusiedl am See (B)
  • 2255 Sonnenstunden, Feldkirch (V)

Stärkste Windspitzen Niederungen

  • 130 km/h Ferlach (K, 28.10.)
  • 126 km/h Sulzberg (V, 03.01.)
  • 122 km/h Reichneau/Rax (NÖ, 24.09.) und Schröcken (V, 30.10.)
  • 115 km/h Tannheim, Holzgau (beide T, 03.01.), Brand (V, 30.10.), Lunz am See (NÖ, 24.10.)

Stärkste Windspitzen Berge

  • 198 km/h Feuersang (S, 30.10.)
  • 176 km/h Brunnenkogel (T, 29.10.)
  • 173 km/h Sonnblick (S, 29.10.)
  • 169 km/h Feuerkogel (OÖ, 9.12.)
  • 166 km/h Patscherkofel (T, 30.10.)

Hitze mit bis zu 50 Grad in Australien

Eine Hitzwelle sorgt in Australien für extreme Temperaturen

In Australien steht der Hochsommer zwar noch bevor, schon jetzt haben die Leute aber mit einer ausgeprägten Hitzewelle zu kämpfen, zudem ist auch die Gefahr von Buschfeuern bereits deutlich erhöht.

Vielerorts gab es Temperaturen über 40 Grad
Höchstwerte in Australien am Freitag

Knapp 50 Grad in WA

Vor allem in Teilen des Bundesstaats Westaustralien, im Landesinneren sowie an der Südküste vom Bundesstaat Südaustralien gab es in den vergangenen Tagen extreme Hitze, so wurden recht verbreitet Temperaturen von über 45 Grad gemessen. Die 50-Grad-Marke wurde im Nordwesten von Westaustralien am Donnerstag nur knapp verfehlt:

Marble Bar 49,3 Grad
Onslow Airport 49,2 Grad
Roebourn 49,0 Grad

Der Höchstwert von Marble Bar stellt einen neuen Stationsrekord in der über 100-jährigen Messgeschichte dar. Auch in den Großstädten gab es allerdings sehr hohe Temperaturen:

  • 43,8 Grad Adelaide
  • 39,9 Grad Melbourne Airport
  • 37,5 Grad Melbourne Olympic Park
  • 36,9 Grad Canberra
  • 34,0 Grad Sydney Airport

Weiterhin heiß

In den nächsten Tagen steigen die Temperaturen zwar nicht mehr auf ganz so extreme Werte, besonders im Westen und im Landesinneren ist aber weiterhin mit Höchstwerten über der 40-Grad-Marke zu rechnen.

Unwetterbilanz 2018: Sturm, Hochwasser und schwere Gewitter

Vermurungen sind durch den Starkregen zu befürchten

Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der von UBIMET verschickten Warnmeldungen für Starkregen, Sturm, Starkschneefall, Glatteisregen und Gewitter etwa um ein Drittel abgenommen. Die meisten Warnungen gab es in den Gewittermonaten von Mai bis September, der ruhigste Monat war dagegen der November. Viele Warnungen vor Sturm und Schneefall wurden im Jänner ausgegeben, so erreichte die Lawinengefahr im Westen am 22.1. sogar die höchsten Stufe 5. Von den knapp 13 Millionen Warnmeldungen entfielen mehr als die Hälfte auf Gewitter:

  • 64 % Gewitter
  • 13 % Sturm
  • 11 % Schneefall
  • 6 % Starkregen
  • 6 % Gefrierender Regen

Gewitter sind die häufigste Uwetterart in Österreich: In Summe entluden sich heuer fast 1,5 Millionen Blitze. Neben der Blitzschlaggefahr gibt es dabei je nach Wetterlage sehr unterschiedliche Risiken: Bei ortsfesten Gewittern besteht hauptsächlich die Gefahr von Sturzfluten und Vermurungen, bei ziehenden Gewittern kommt es hingegen häufiger zu Sturm und Hagel.

Sturm BURGLIND

Am 3. Jänner zog der Tiefkern von Sturm BURGLIND von Schottland über die Nordsee zur Ostsee. Besonders betroffen vom Sturm waren der Südwesten Deutschlands, Teile Frankreichs, die Schweiz und der Westen Österreichs. Auf den Bergen gab es verbreitet Orkanböen, so wurden am Feldberg im Schwarzwald bis zu 217 km/h gemessen, in den Tallagen gab es wie etwa in Tannheim bis zu 115 km/h. Die größten Waldschäden wurden mit rund 1,3 Millionen Kubikmeter Fallholz in der Schweiz verzeichnet, aber auch im Westen Österreichs fielen unzählige Bäume dem Sturm zum Opfer.

VAIA brachte Sturm und Hochwasser

Die außerordentlichste Wetterlage des Jahres gab es vom 28. bis zum 30. Oktober, als Sturmtief VAIA von Norditalien unter Verstärkung über die Alpen zog. Die stärkste gemessene Windböe im Flachland wurde mit 130 km/h in Ferlach registriert, aber auch in den Nordalpen tobte ein schwerer Föhnsturm, der für zahlreiche Schäden wie etwa an der Festung Hohensalzburg sorgte. Im Gebirge gab es sogar Spitzenwerte um 200 km/h. In Osttirol und Oberkärnten regnete es zudem ergiebig: Am Plöckenpass prasselten in nur drei Tagen knapp über 600 Liter pro Quadratmeter vom Himmel, das entspricht knapp dem mittleren Jahresniederschlags Wiens. Die Wassermassen sorgten für Überschwemmungen und Vermurungen, zudem verzeichneten die Flüsse in Oberkärnten ein schweres Hochwasser: In Flattach erreichte die Möll fast die 100-jährige Hochwassermarke und in Waidegg gab es einen Dammbruch der Gail.

Der Presseggersee verzeichnet Hochwasser
Tief VAIA sorgte auch am Pressegger See für Hochwasser. © presseggersee.it-wms.com/

Gewitter mit Starkregen

Durch den außergewöhnlich langen Sommer ging die Gewittersaison heuer bereits im April los. Besonders der Juni war durch zahlreiche Unwetterlagen geprägt: Ortsfeste Gewitter sorgten vor allem im östlichen Berg- und Hügelland nahezu täglich für kleinräumige Überschwemmungen und Vermurungen. Besonders unwetterträchtig war der 12. Juni, als der Bezirk Neunkirchen zum Katastrophengebiet erklärt wurde. Eine Gewitterlinie sorgte an diesem Tag zudem auch für orkanartige Böen von bis zu 112 km/h in Graz, wo ein umgestürzter Baum ein Todesopfer forderte.

Tief YVETTE bringt Regen, Wind und Gewitter

In Teilen Deustchland sgab es große Regenmengen

Der Samstag beginnt in weiten Teilen des Landes trüb durch Nebel oder Wolken, zudem sorgen die Reste von Tief XYNTHIA in der Mitte und im Osten mitunter auch für ein wenig Regen oder Sprühregen. Örtlich kann es dabei vom Saarland bis zum Siegerland und Südhessen bei frostigen Temperaturen auch glatt werden! Etwas Sonne gibt es in höheren Lagen von Schwarzwald und Alb sowie am Alpenrand.

Das Tief zieht zunächst über England
Tief YVETTE in der Nacht zum Samstag. © UBIMET / NCEP
Am Samstag trifft es dann auf Deutschland
Tief YVETTE am Samstagnachmittag. © UBIMET / NCEP

Wind und Gewitter

Im Tagesverlauf zieht Tief YVETTE über Schottland hinweg und bei fallendem Luftdruck kommt im Nordwesten allmählich frischer Südwestwind auf. Am Nachmittag ziehen dann von der Nordsee Schauer und Gewitter auf, dabei lebt der Wind stark bis stürmisch aus West auf. In exponierten Lagen sowie in Gewitternähe sind auch Sturmböen zu erwarten. In der Nacht verstärkt sich der Wind dann auch in der Mitte und im Südosten zunehmend, stellenweise gibt es kräftige Böen um 60 km/h.

Im Nordwesten und in der Mitte gibt es Sturmböen
Modellprognose der Windspitzen bis Sonntagmorgen. © UBIMET

Regen und Schnee

Am Samstagabend verlagert sich der Schwerpunkt der Schauertätigkeit in den Osten und in die Mitte des Landes, dabei fällt im Bereich des Erzgebirges, in Teilen Oberfrankens sowie entlang des Böhmerwaldes oberhalb etwa 500 m anfangs kräftiger Schnee. Die Schneefallgrenze steigt hier im Laufe der Nacht zum Sonntag von  den Niederungen gegen 700 bis 900 m an. Überwiegend trocken bleibt es dagegen im Südwesten Deutschlands.

In der Nordosthälfte fällt vorübergehend kräftiger Regen
24h-Niederschlagsprognose bis Sonntagmorgen. © UBIMET GFS

Knapp 50 Grad: Hitzewelle hält Australien fest im Griff

Große Hitze in Australien

Während in Europa die Wintersonnenwende die längste Nacht des Jahres bringt, gibt es in Australien den längsten Tag. Der Hochsommer steht zwar noch bevor, bereits jetzt hat Australien aber mit großer Hitze und zunehmender Buschfeuergefahr zu kämpfen.

Bis zu 50 Grad

Besonders heiß war es in den letzten Tagen im nördlichen Bereich der Westküste Australiens sowie recht verbreitet im Landesinneren. Die 50-Grad-Marke wurde im Bundesstaat Westaustralien am Donnerstag nur knapp verfehlt.

  • 49,3 Grad Marble Bar, WA
  • 49,2 Grad Onslow Airport, WA
  • 49,0 Grad Roebourne , WA
  • 47,8 Grad Mardie, WA
  • 47,5 Grad Telfer, WA

Der Temperaturwert von Marble Bar stellt einen neuen Stationsrekord in der über 100-jährigen Messgeschichte dar. In Tennant Creek (Northern Territory) wurden am Freitag zudem schon zum 25. Mal in diesem Monat die 40-Grad-Marke übertroffen. Der bisherige Rekord wurde im 1972 mit 16 Tagen aufgestellt. Auch in den Großstädten gab es allerdings sehr hohe Temperaturen:

  • 43,8 Grad Adelaide
  • 39,9 Grad Melbourne Airport
  • 37,5 Grad Melbourne Olympic Park
  • 36,6 Grad Canberra
  • 32,5 Grad Sydney Airport

Anhaltende Hitze

In den kommenden Tagen wird es zwar nicht mehr ganz so heiß, besonders im Westen und im Landesinneren sind aber weiterhin Tageshöchstwerte um oder oberhalb der 40-Grad-Marke zu erwarten.

Blitzreport 2018: Knapp 1,5 Millionen Blitze in Österreich

Kräftiges Gewitter mit Blitz und Donner.

Das Jahr 2018 brachte bereits ab April zahlreiche Gewitterlagen, das Rekordjahr bleibt aber 2017 mit etwa 2 Mio. Blitzentladungen. Das blitzreichste Bundesland war einmal mehr die Steiermark und die Blitzhauptstadt bleibt mit einer Blitzdichte pro Quadratkilometer von 49,2 Graz. Aber auch in Wien und im Burgenland gab es heuer eine hohe Blitzaktivität.

Früher Saisonbeginn

Insgesamt registrierte das Blitzmessnetz von UBIMET seit Jahresbeginn in ganz Österreich exakt 1.409.755 Blitze. Allein in den drei Sommermonaten wurden 930.073 Blitze detektiert, was gegenüber den rund 1,8 Millionen Entladungen des Blitzrekordsommers 2017 allerdings eine Halbierung darstellt. Dieser Wert entspricht relativ genau dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Die Gewittersaison war heuer allerdings außerordentlich lang, so gab es bereits im April und Mai ausgeprägte Gewitterlagen, während die Blitzaktivität im Juli und August meist unterdurchschnittlich ausfiel.

Im Süden und Osten gab es viele Blitze und Gewitter
Blitzdichte im Jahr 2018. © UBIMET
  • Mai 329.891 Blitze
  • Juni 447.746 Blitze
  • Juli 173.441 Blitze
  • August 308.886 Blitze

Weitere Details zu den drei Sommermonaten gibt es hier: 930.073 Blitze im Sommer 2018.

Blitzhotspot Steiermark

Mit exakt 474.557 Blitzen führt die Steiermark das Bundesländer-Ranking an. Das entspricht rund einem Drittel aller in Österreich registrierten Blitze. Graz avancierte zudem erneut zur Blitzhauptstadt unter den Landeshauptstädten: In diesem Sommer gab es mit 6.303 Entladungen zwar weniger Blitze als in Wien, die Blitzdichte stellt mit 49,2 Blitzen pro Quadratkilometer aber den Spitzenwert unter allen Landeshauptstädten dar.

Steiermark 474.557 28,9 Blitze/km²
Burgenland 112.826 28,5 Blitze/km²
Wien 9.744 23,5 Blitze/km²
Niederösterreich 297.281 15,5 Blitze/km²
Oberösterreich 178.298 14,9 Blitze/km²
Kärnten 127.934 13,4 Blitze/km²
Vorarlberg 31.671 12,1 Blitze/km²
Salzburg 82.516 11,5 Blitze/km²
Tirol 94.928 7,5 Blitze/km²
Österreich 1.409.755 16,8 Blitze/km²

 

Weiz blitzreichster Bezirk

Wenig überraschend liegt auch der blitzreichste Bezirk mit Weiz in der Steiermark, ebenso wie die blitzträchtigste Gemeinde mit dem Wallfahrtsort Mariazell. Der stärkste Blitz im Bundesgebiet wurde mit 363 Kiloampere in Übelbach (Graz-Umgebung) am 23. April gemessen. In Sekundenbruchteilen entlud sich dabei 25.000 Mal mehr Energie, als über eine haushaltsübliche Steckdose verfügbar ist.

Stärkster Blitz pro Bundesland

  • 363,4 kA in Übelbach (Steiermark) am 23.4.
  • 342,4 kA in Piberbach (Oberösterreich) am 24.5.
  • 325,9 kA in Mittelberg (Vorarlberg) am 20.7.
  • 323,5 kA in Waidhofen an der Ybbs (Niederösterreich) am 23.5.
  • 301,4 kA in Ritzing (Burgenland) am 9.6.
  • 290,9 kA in Faistenau (Salzburg) am 14.5.
  • 289,4 kA in Zams (Tirol) am 14.5.
  • 287,8 kA in Lesachtal (Kärnten) am 27.5.
  • 165,9 kA in Donaustadt (Wien) am 2.5.

Sehr gute Fernsicht in den Alpen

Bestes Winterwetter mit Sonne und Schnee

Mitteleuropa liegt derzeit unter dem Einfluss von Hoch HUGO und mit einer schwachen nördlichen Höhenströmung gelangen trockene Luftmassen in den Alpenraum. Die abwärts gerichtete Luftbewegung in der freien Atmosphäre (Subsidenz) sorgt dabei für eine weitere Abnahme der Luftfeuchtigkeit, weshalb im Gebirge eine nahezu ungetrübte Fernsicht herrscht.

Sonne und Schnee
Sonnenschein auf der Zugspitze. © www.foto-webcam.eu

Nebel und Sonne

In den Niederungen unterhalb von etwa 800 m hält sich gebietsweise ein sogenannter Kaltluftsee, welcher durch Dunst oder Nebel sichtbar wird. Am aktuellen Satellitenbild sieht man etwa im Schweizer Mittelland und in der Po-Ebene vielerorts Nebel. Weitere Details zu Inversionswetterlagen gibt es hier.

Auf den Bergen scheint die Sonne
Satellitenbild am Donnerstag um 11 Uhr. © UBIMET / EUMETSAT
Hochnebel im Rheintal
Nebel im Rheintal. © www.foto-webcam.eu
Sonnenschein und Nebel im Pinzgau
Nebel und Sonne im Pinzgau. © www.foto-webcam.eu

Tief STINA bringt stürmischen Wind und bis zu 15 Grad

Am wird es gebietsweise stürmisch

Das Randtief STINA zieht in diesen Stunden über den Norden Deutschlands hinweg und sorgt dabei am Alpenrand vom Bodensee bis zum Innviertel für teils kräftig auffrischenden Südwestwind. Vom Zentralraum ostwärts halten sich vorerst noch kalte Luftmassen, im Laufe der Nacht auf Samstag setzt sich aber auch hier allmählich der Westwind durch, somit steigen die Temperaturen kontinuierlich an.

Das Tief STINA am Samstagmorgen
Das Tief STINA führt am Samstag milde Luft vom Atlantik ins Land. © UBIMET / NCEP

Stürmischer Samstag

Am Samstag geht es von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich unbeständig weiter, hier ziehen tagsüber wiederholt Regenschauer durch. Die Schneefallgrenze sinkt dabei von 2000 gegen 1500 m. Der Wind frischt vom Bodensee über Oberösterreich bis zum Nordburgenland verbreitet kräftig mit stürmischen Böen aus West auf: An der Alpennordseite gibt es Windspitzen zwischen 60 und 80 km/h, am Alpenostrand örtlich auch 90 km/h. Auf exponierten Berggipfeln gibt es Orkanböen.

An der Alpennordseite gibt es Sturm
Modellprognose der Windspitzen am Samstag. © UBIMET

Zweistellige Höchstwerte

An der Alpennordseite wird am Samstag vielerorts die  10-Grad-Marke geknackt, im südlichen Wiener Becken gibt es sogar Höchstwerte bis zu 15  Grad! Im Süden und Südosten des Landes scheint zwar zeitweise die Sonne, bei windschwachen Bedingungen bleiben die Temperaturen allerdings gedämpft, so gibt es im Klagenfurter Becken nur Höchstwerte knapp oberhalb des Gefrierpunkts.

Astronomischer Winterbeginn bringt Tauwetter

Herbstblätter mit Winterlandschaft im Hintergrund. ©pixabay.com

Der meteorologische Winter hat bereits am 1. Dezember begonnen, mit der Wintersonnenwende beginnt auch der astronomischer Winter. Der heutige Tag stellt den kürzesten Tag des Jahres dar:

  • Wien: 8 Stunden und 19 Minuten
  • Berlin: 7 Stunden und 37 Minuten
  • Bern: 8 Stunden und 29 Minuten

Ab Morgen werden die Tage langsam wieder länger: Vorerst nur um wenige Sekunden, nach Weihnachten dann um etwa 1 Minute pro Tag und ab dem 10. Jänner um etwa 2 Minuten täglich. In exakt einem Monat sind die Tage dann schon etwa 40 Minuten länger.

Die Tage werden langsam wieder länger
Die Änderung der Tageslänge im Jahresverlauf. © UBIMET

Wind und Regen

Unter dem Einfluss einer milden Höhenströmung aus West präsentiert sich das Wetter von seiner milden Seite. Selbst in den Mittelgebirgen sowie in den Alpen stellt sich durchwegs Tauwetter ein. Die Frostgrenze steigt hier vorübergehend auf über 2.000 m an,  zudem wird im Flachland stürmischer Wind zum Thema: Am Freitag sind vor allem die Schweiz und Deutschland betroffen, am Samstag dann Österreich und Bayern.

Die Temperaturen steigen an
Vom Atlantik her erfasst uns in den kommenden Stunden milde Luft. © UBIMET

Schlimmster Hagelsturm in Sydney seit 20 Jahren

Riesenhagel in Australien

Sehr starker Höhenwind in Zusammenhang mit einer labilen Schichtung der Luft hat am Donnerstag im Südosten Australien zu schweren Gewittern geführt. Stellenweise wurden Hagelkörner mit Durchmessern zwischen 5 und 8 cm gemeldete, zudem gab es örtlich Orkanböen und kräftigen Regen.

Schwere Schäden

Die Schäden sind enorm, so kommen Erinnerungen vom extremen Hagelsturm am 14. April 1999 wieder hoch: Mit 1,7 Billionen Australischer Dollar versicherter Schäden handelte es sich damals um die bislang teuerste Naturkatastrophe Australiens. Auch diesmal wurden besonders Autos und Hausdächer teilweise stark beschädigt. Durch den stürmischen Wind kam es zudem zu Stromausfällen durch umgestürzte Bäume und der Flugbetrieb am Flughafen von Sydney wurde vorübergehend eingestellt.

Tief STINA bringt Sturmböen und Regen

Am wird es gebietsweise stürmisch

Rege Tiefdrucktätigkeit über dem Nordatlantik beeinflusst zunehmend das Wetter in Mitteleuropa. Tief PIA liegt derzeit südlich von Island und entwickelt in den kommenden Stunden ein weiteres Randtief, welches von der FU Berlin voraussichtlich den Namen STINA erhalten wird.

Sturmböen im Südwesten

Am Freitag zieht das Randtief über Norddeutschland hinweg und an dessen Südflanke kommt teils starker Westwind auf. Im Flachland sind dabei gebietsweise Sturmböen aus West bis Südwest möglich, in höheren Lagen der Mittelgebirge zeichnen sich auch schwere Sturmböen ab. Besonders betroffen sind die Regionen von der Eifel über Rheinland-Pfalz bis nach Franken und Südbayern.

Gebietsweise gibt es Sturmböen
Modellprognose der Windspitzen am Freitag. © UBIMET

Die exakte Zugbahn des Tiefs ist noch unsicher, in den Abendstunden legt der Wind aber auch in einem Streifen vom Emsland bis nach Sachsen und Südbrandenburg zu. Im Weststau der Mittelgebirge fällt zudem häufig Regen, vor allem im Schwarzwald, im Sauerland und im Harz sind auch markante Regenmengen zu erwarten.

Im Schwarzwald regnet es kräftig
24h-Niederschlagsprognose für Freitag. © UBIMET

Der früheste Sonnenuntergang des Jahres

Der früheste Sonnenuntergang des Jahres

Der kürzeste Tag des Jahres ist der 21. Dezember, dann erreicht die Sonne in den Breiten unterhalb des südlichen Wendekreises den Höchststand. Nördlich des Polarkreises (66,57° N) ist es dagegen durchgehend finster.

Der früheste Sonnenuntergang findet bereits vor der Sonnenwende statt
Die Tageslänge im Laufe des Jahres (grau = Nacht; weiß = Tag).

Aufgrund der Neigung der Erdachse und der elliptischen Umlaufbahn unseres Planeten erfolgt der früheste Sonnenuntergang des Jahres hierzulande bereits am 11. Dezember und nicht erst zur Wintersonnenwende am kürzesten Tag. Den spätesten Sonnenaufgang gibt es hingegen erst zu Neujahr, danach nimmt die Tageslänge sowohl am Morgen als auch am Abend langsam wieder zu.

Anbei eine Übersicht (Sonnenaufgang und Sonnenuntergang):

11. Dezember 21. Dezember 1. Januar
Wien 7:35 bis 15:59 7:42 bis 16:02 7:45 bis 16:10
Berlin 8:07 bis 15:51 8:15 bis 15:53 08:17 bis 16:01
Bern 8:06 bis 16:40 8:13 bis 16:42 8:16 bis 16:50

Viel Schnee in den Alpen sorgt für große Lawinengefahr

In den Alpen gab es viel Neuschnee

Seit Sonntag fällt in den Alpen teils kräftiger Schnee. In der Schweiz und im Westen Österreichs gab es in höheren Tallagen mehr als 50 cm Neuschnee und im Hochgebirge teils über 1 Meter. Am Dienstag verlagert sich der Schwerpunkt aber allmählich ostwärts in die Regionen von den Berchtesgadener Alpen bis zum Alpenostrand. Anbei eine Übersicht der gemeldeten Schneehöhen am Dienstagmorgen:

Ort Seehöhe Schnee
Lech (A) 1445 m 92 cm
Schröcken (A) 1244 m 87 cm
Warth (A) 1478 m 78 cm
Langen am Arlberg (A) 1221 m 54 cm
Grimsel Hospiz (CH) 1980 m 70 cm
Arosa (CH) 1878 m 80 cm
Davos (CH) 1594 m 51 cm
Zugspitze (D) 2964 m 120 cm
Gesamtschneehöhe am Dienstagmorgen. © UBIMET
Gesamtschneehöhe am Dienstagmorgen. © UBIMET

In den Ostalpen weiterhin Schneefall

In den kommenden Stunden gehen in den Alpen noch ein paar Schauer nieder, in der Schweiz und in Westösterreich sind allerdings nur noch geringe Mengen zu erwarten. Vom Salzkammergut bis zum Alpenostrand wird der Schneefall Dienstagnacht hingegen wieder stärker, somit gibt es hier bis Mittwochnachmittag weitere 20 bis 40 cm Neuschnee.

24h Neuschneeprognose bis Mittwochvormittag. © UBIMET
24h Neuschneeprognose bis Mittwochvormittag. © UBIMET
In den Alpen gibt es viel Neuschnee
In Vorarlberg gab es knapp 1 Meter Neuschnee. © foto-webcam.eu

Lawinenwarnstufe 4

Das Zusammenspiel aus großen Schneemengen und stürmischem Wind sorgt derzeit von der Zentralschweiz bis nach Tirol für große Lawinengefahr. Dies entspricht der zweithöchsten Lawinenwarnstufe 4. Vor allem oberhalb der Waldgrenze kann Triebschnee bereits von einzelnen Skifahrern zu Lawinen ausgelöst werden! In Bayern und im Osten Österreichs herrscht erhebliche Gefahr (Stufe 3).

Lawinenwarnstufe 3 in Bayern
Lawinenwarnstufe 3 in Bayern. © LWD Bayern; https://www.lawinenwarndienst-bayern.de/
Es herrscht Lawinenwarnstufe 4
Teils große Lawinengefahr in Tirol (rot = Stufe 4). © LWD Tirol; https://avalanche.report/

1 Meter Neuschnee: Große Lawinengefahr im Gebirge

In den Alpen gibt es viel Neuschnee

In den vergangenen 48 Stunden hat es in den Alpen ergiebig geschneit. Besonders große Neuschneemengen gab es in der Arlbergregion, so sind etwa in Schröcken in den letzten 48 Stunden rund 87 cm Schnee gefallen. In den Hochlagen ist vom Arlberg bis zum Karwendel teils sogar ein ganzer Meter Neuschnee zusammengekommen.

Schneehöhen am Dienstagmorgen

  • 92 cm Lech (Vorarlberg; 1445 m)
  • 87 cm Schröcken (Vorarlberg; 1244 m)
  • 78 cm Warth (Vorarlberg; 1478 m)
  • 54 cm Langen am Arlberg (Vorarlberg; 1221 m)
  • 50 cm St. Anton am Arlberg (Tirol; 1304 m)
  • 45 cm Ramsau am Dachstein (Steiermark; 1207 m)
  • 44 cm Obergurgl (Tirol; 1942 m)
  • 44 cm Nauders (Tirol; 1330 m)
Gesamtschneehöhe am Dienstagmorgen. © UBIMET
Gesamtschneehöhe am Dienstagmorgen. © UBIMET

Im östlichen Bergland weiterer Schnee

Am Dienstag gehen in den Nordalpen weitere Schneeschauer nieder, die Intensität lässt aber etwas nach. In der Nacht auf Mittwoch wird der Schneefall im östlichen Bergland allerdings neuerlich stärker und am Mittwoch schneit es anfangs kräftig. Besonders in mittleren Höhenlagen vom Salzkammergut bis zum Mariazellerland sind von Dienstagabend bis Mittwochnachmittag weitere 20 bis 40 cm Neuschnee zu erwarten.

24h Neuschneeprognose bis Mittwochvormittag. © UBIMET
24h Neuschneeprognose bis Mittwochvormittag. © UBIMET

Die Schneefallgrenze sinkt langsam bis ins Flachland, somit fällt am Mittwoch anfangs auch vom Innviertel über das Mostviertel bis zum Wiener Becken ein wenig Schnee. Die Mengen bleiben hier aber gering. Gänzlich trocken bleibt es von Innsbruck westwärts sowie im Süden.

Große Lawinengefahr

Die Kombination aus großen Neuschneemengen und stürmischem Wind sorgt derzeit in Vorarlberg und Tirol besonders oberhalb der Waldgrenze für große Lawinengefahr. Dies entspricht der Kategorie 4 auf der 5-stufigen Skala. Störanfälliger Triebschnee kann hier bereits von einzelnen Wintersportlern zu Lawinen ausgelöst werden! Im östlichen Bergland herrscht vorerst noch Stufe 3, durch den weiteren Neuschnee zeichnet sich allerdings am Mittwoch auch hier ein weiterer Anstieg der Lawinengefahr ab.

Es herrscht Lawinenwarnstufe 4
Teils große Lawinengefahr in Tirol. © LWD Tirol; https://avalanche.report/

Winterliche Woche

Mittwochnacht lässt der Schnee im östlichen Bergland langsam nach und der Donnerstag verläuft meist trocken. Die Temperaturen bleiben aber weiterhin winterlich und vielerorts stellt sich Dauerfrost ein. Am Mittwoch steigen die Temperaturen im Südosten noch auf bis zu +5 Grad, ab Donnerstag liegen die Höchstwerte dann selbst im Flachland nur noch zwischen 0 und +2 Grad. Eine Milderung ist frühestens am Sonntag im äußersten Westen zu erwarten.

Schnee am Furkajoch
Beim Furkajoch in Vorarlberg. © www.foto-webcam.eu

Starker Schneefall in den Alpen

Starker Schneefall in den Alpen

Das Wetter in Europa wird derzeit von einem umfangreichen Tiefdruckgebiet mit Kern über Skandinavien bestimmt. Mit einer nördlichen Höhenströmung gelangen dabei kalte und teils feuchte Luftmassen nach Mitteleuropa, was in den Nordalpen für eine ausgeprägte Nordstaulage sorgt.

40 cm Neuschnee

Bereits seit Sonntag fällt im Bergland teils anhaltender Schnee. Vor allem im Arlberggebiet, am Alpenhauptkamm sowie teils auch in den Nordalpen gab es bereits markante Neuschneemengen. Anbei die gemeldeten Schneehöhen am Montagmorgen:

  • 43 cm Warth am Arlberg (V)
  • 40 cm Obergurgl (T)
  • 39 cm Lech (V)
  • 34 cm Ramsau am Dachstein (ST)
  • 31 cm Nauders (T)
  • 29 cm Langen am Arlberg (V)
  • 27 cm St. Anton am Arlberg (T)
  • 27 cm Schröcken (V)
  • 26 cm Böckstein (S)
24-Stunden-Neuschnee am Montagmorgen
24-Stunden-Neuschnee am Montagmorgen. © UBIMET
Neuschnee am Arlberg
Warth am Montagmorgen. © https://www.walserberg.at/

Weiterhin winterlich

In den kommenden Stunden fällt immer wieder Schnee, zudem sinkt die Schneefallgrenze allmählich bis in viele Tallagen. Am Dienstag schneit es dann besonders in den östlichen Nordalpen vom Tennengau bis zum Mariazellerland kräftig, auf den Bergen kommen bis Mittwochvormittag teils weitere 50 cm Neuschnee dazu.

Schneeprognose bis Mittwochmittag
Schneeprognose bis Mittwochmittag. © UBIMET
Viel Schnee in den Alpen
Winterliches Wetter in Obergurgl. © http://webcam.edelweiss-gurgl.com/

In den Hochlagen gab es teils über einen halben Meter Neuschnee, so werden beispielsweise am Pitztaler Gletscher in 2860 m Höhe schon 70 cm Neuschnee gemessen!

Im Arlberg gab es teils mehr als 50 cm Neuschnee
Lech am Arlberg. © https://strolz.panomax.com/

Große Lawinengefahr

Die Kombination aus großen Neuschneemengen und stürmischem Wind sorgt derzeit besonders im Bergland von Vorarlberg über die Lechtaler Alpen bis zum Karwendel für große Lawinengefahr. Dies entspricht der Kategorie 4 auf der 5-stufigen Skala. Störanfälliger Triebschnee kann hier oberhalb der Waldgrenze bereits von einzelnen Wintersportlern zu Lawinen ausgelöst werden. Weitere Details dazu findet man u.a. auf lawinen.at

Schnee in den Nordalpen
Ramsau am Dachstein. © https://www.hotel-lindenhof.at/
Schnee in Tirol
Nauders. © https://www.nauders.com/

Titelbild: © https://www.foto-webcam.eu/

Die kältesten Orte der Welt

Der kälteste Ort liegt in der Antarktis

Ideale Bedingungen für eisige Temperaturen findet man in kontinentalen Gebieten, also weit weg vom Meer und besonders in Hochtälern sowie in Becken- oder Muldenlagen. Zusätzlich sind drei Wetterbedingungen für eine starke Abkühlung der Luft besonders förderlich:

  • windschwache Verhältnisse
  • sternenklarer Himmel bzw. sehr trockene Luft
  • schneebedeckter Boden

Gefrierschrank Sibirien

Die kältesten bewohnten Orte der Erde befinden sich im Nordosten Sibiriens in Russland. Werchojansk sowie Oimjakon halten die Rekorde bei den Tiefstwerten mit jeweils -67,8 Grad Celsius. Die Entfernung dieser Orte beträgt etwa 630 km und in dieser Gegend sind beinahe das ganze Jahr Hochdruckgebiete wetterbestimmend. Gebirgsketten umgeben die Region und sorgen für ausgeprägte Inversionswetterlagen. Das Meer hat kaum einen Einfluss auf das dortige Klima.

Rekordhalter Antarktis

Es geht aber noch kälter! Der sogenannte Gefrierschrank der Erde befindet sich in der Antarktis in der südlichen Hemisphäre. Am Ostantarktischen Plateau befindet sich seit 1957 die russische Antarktisstation namens „Wostok“in etwa 3.500 m Höhe, 1287 km vom geographischen Südpol entfernt. Am 21. Juli 1983 wurden dort eisige -89,2 Grad Celsius gemessen. Im Jahr 2010 wurden −93,2 Grad  und im Juli 2004 sogar -98,6 Grad Celsius registriert. Diese Werte wurden aber nicht offiziell anerkannt, da sie anhand von Satellitendaten ermittelt wurden (statt mit einer Wetterstationen in 2 m Höhe über dem Boden gemessen).

Rekorde

Kontinent Wert und Datum Ort
Antarktis -89.2 °  am 27.7.1983 Wostok-Station, Ostantarktisches Plateau
Asien -67,8 °C am 7.2.1892

-67,8 °C am 6.2.1933

Werchojansk, Russland

Oimjakon, Russland

Australien -23,0 °C am 29.6.1994 Charlotte Pass, NSW
Afrika -23,9 °C am 11.2.1935 Ifrane, Marokko
Nordamerika -63,0 °C am 3.2.1947 Snag, Yukon, Kanada
Nordamerika -66,1 °C am 9.1.1954 North Ice, Grönland
Südamerika -32,8 °C am 1.6.1907 Sarmiento, Argentinien
Europa -58,1 °C am 31.12.1978 Ust-Schtschuger, Russland
Europa (EU) -52,6 °C am 2.2.1966 Vuoggatjålme, Schweden

Anbei noch die kältesten gemessenen Temperaturen in bewohnten Orten in Deutschland, Österreich und der Schweiz:

  • -41.8 Grad in La Brevine im Neuenburger Jura / CH (12.1.1987)
  • -37.8 Grad in Hüll/Wolznach in Bayern / D (12.2.1929)
  • -36.6 Grad in Zwettl im Waldviertel / A (12.2. 1929 )

Noch kältere Temperaturen wurden allerdings in manchen Senken bzw.  Dolinen in höheren Lagen der Alpen gemessen wie etwa im Grünloch in Österreich (-52.6 Grad), am Funtensee in Bayern (-45,9), auf der Glattalp in der Schweiz (-52,5) oder in der Busa Fradusta (-49,6) in Italien.

Kälteste Hauptstadt

Als kälteste Hauptstadt der Welt gilt mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von -2 Grad Ulaanbaatar in der Mongolei. Die tiefste gemessene Temperatur in der Metropole mit 1,5 Millionen Einwohnern liegt bei -42,2 Grad. An zweiter Stelle folgt Astana in Kasachstan, wo es im Mittel zwar etwas milder ist, dafür die Extreme aber ausgeprägter sind.

Schneemassen im Norden von Island

In island gab es 1 Meter Neuschnee

Bereits seit Ende November herrscht über dem Nordatlantik südlich von Island rege Tiefdrucktätigkeit. In Mitteleuropa hat dies eine milde, westliche Höhenströmung zur Folge, während in Island eine anhaltende Nordströmung herrscht. Diese hat feuchtkalte Luft mit im Gepäck, welche sich im Bergland im Norden der Insel staut. Unter Tiefdruckeinfluss fällt hier somit seit dem 28. November mit nur kurzen Unterbrechungen Schnee. Zeitweise wehte in den vergangenen Tagen auch kräftiger Nordwind, weshalb es mitunter auch zu Schneeverwehungen kam.

In Island gab es Nordstau
Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe am 2. Dezember. © UBIMET / GFS

1 Meter Neuschnee

In der Stadt Akureyri wurden am Montag bereits 105 cm Schnee gemeldet. Dies ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass vor einer Woche noch kein Schnee lag. Akureyri ist mit knapp 19.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Islands. Nach einer kurzen Unterbrechung wird derzeit bei -7 Grad übrigens wieder leichter Schneefall gemeldet.

Wetterumstellung

Ab dem kommenden Wochenende stellt sich die Großwetterlage über Europa neuerlich um: Die westliche Höhenströmung über dem Ostatlantik wird unterbrochen und in Mitteleuropa wird der Weg frei für kalte Luftmassen aus dem hohen Norden. Island wird dagegen von milden Luftmassen aus Süden erfasst, weshalb sich auf der gesamten Insel zumindest vorübergehend Tauwetter ankündigt.

Bis zu 100 mm Regen im Südwesten

In Teilen Deustchland sgab es große Regenmengen

In den vergangenen 48 Stunden haben atlantische Tiefausläufer vor allem in der Südwesthälfte des Landes für teils markante Regenmengen gesorgt. Besonders in einem Streifen vom Saarland über das nördliche Baden-Württemberg bis zum Böhmerwald hat es sogar ergiebig geregnet. Anbei die nassesten Orte in den letzten beiden Tagen (Sonntag und Montag):

  • 107 mm Feldberg im Schwarzwald (B-W)
  • 102 mm Adelsheim (B-W)
  • 101 mm Weiskirchen/Saar (Saarland)
  • 101 mm Elztal-Rittersbach (B-W)
  • 99 mm Oberzent-Beerfelden (Hessen)
  • 95 mm Baiersbronn-Ruhestein (B-W)
Im Westen gab es viel Regen
Regenmengen am Sonntag. © UBIMET
Im Süden gab es viel Regen
Regenmengen am Montag. © UBIMET

Linderung der Trockenheit

Besonders im Süden des Landes sind die Pegel vieler Flüsse angestiegen, vereinzelt gab es an kleinen Gewässern in Mittelfranken sogar Hochwasser. In den kommenden Tagen ist weiterer Regen in Sicht, somit ist die Trockenheit in der Südwesthälfte bald kein Thema mehr. Das Niedrigwasser in vielen Regionen wird dadurch beendet, so steigt langsam auch wieder der Pegel des Rheins etwas an. Etwas geringer fallen die Mengen allerdings nach wie vor im Osten und Nordosten aus, hier zeichnet sich damit höchstens eine Linderung der Trockenheit ab.

Der Pegel des Rheins steigt langsam
Der Pegel des Rheins in Köln. © http://www.hochwasser-rlp.de/

Eisregen sorgte im Norden für Glätte

In Oberösterreich und Niederösterreich gab es "Blitzeis"

Die Umstellung der Großwetterlage hat von Sonntagnachmittag bis Montagmorgen neuerlich zu gefrierendem Regen geführt: Während in der Höhe bereits milde Luft atlantischen Ursprungs aufgezogen war, hielt sich in den Niederungen im Norden gebietsweise noch frostige Luft.

Kaltluftsee

In der folgenden Abbildung ist das gemessene Vertikalprofil der Temperatur und des Taupunkts über Wien am Sonntagnachmittag dargestellt. In mittleren Höhenlagen sorgte westlicher Wind bereits für deutlich positive Temperaturen von bis zu +9 Grad in 1100 m Höhe (roter Bereich). In den Niederungen lagerte dagegen noch der sogenannte Kaltluftsee mit frostigen Temperaturen (blauer Bereich). Diese sehr unterschiedlichen Luftmassen wurden durch eine Temperaturinversion in etwa 800 m Höhe getrennt.

Die Inversion führte zu Eisregen
Radiosondenaufstieg von Wien am Sonntag. © Univ. of Wyoming / UBIMET

Weitere Details zu Inversionen gibt es hier: Inversionen im Herbst.

Glättegefahr

Die milden Temperaturen in mittleren Höhenlagen sorgten für eine sehr hohe Schneefallgrenze, obwohl in den Niederungen frostige Luft lagerte. Besonders im Oberösterreichischen Zentralraum sowie im Most- und Waldviertel gab es somit Eisregen, der besonders auf Nebenstraßen sowie ungesalzenen Gehwegen zu Glätte geführt hat. Auch in anderen Regionen gab es lokal aber spiegelglatte Straßen, so musste etwa die Höhenstraße in Wien am Montagmorgen abschnittsweise gesperrt werden.

Eisregen

Als gefrierenden Regen oder Eisregen bezeichnet man Regen, der aus einer wärmeren in eine kältere Luftschicht mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt fällt. Wenn die Wassertropfen auf den unterkühlten Boden treffen gefrieren sie und es bildet sich Glatteis. Bereits am Freitag gab es in Oberösterreich, Ostbayern und Westtschechien eine ausgeprägte Glatteislage. Die folgenden Bilder stammen aus Oberösterreich.

Winterlicher Tornado-Outbreak in Illinois

Tornado mit Blitz © Devin Pitts

Ein kräftiges Tief über den Great Plains der USA hat am Samstag in Illinois zu einer ausgeprägten Gewitterlage geführt. Die feuchtwarme Luft im Vorfeld der Kaltfront erfasste zwar nur kurzzeitig das Land, in Zusammenspiel mir der starken Windscherung war dies aber ausreichend, um die Entstehung kräftiger Gewitter zu ermöglichen.

In Illinois gab es mehere Tornados
Torando-Meldungen vom SPC. © https://www.spc.noaa.gov/

Besonders die Kleinstadt Taylorville wurde schlimm getroffen, ein breiter Tornado sorgte hier für zahlreiche zerstörte Häuser und 22 verletzte Menschen.

Schwergewitter im Winter?

In einem der zahlreichen Tornado-Videos aus Illinois sieht man, dass stellenweise Schnee am Boden lag. Viele Menschen sind überzeugt, dass es schwere Gewitter nur im Sommer geben kann. Tatsächlich ist die Luft im Sommer energiereicher, im Winter kann dieses Manko allerdings manchmal durch die starke Windscherung kompensiert werden. Letztere ist in Zusammenhang mit Gewittern besonders relevant für die Entstehung von Tornados sowie das Auftreten von Orkanböen. Dieses Ereignis verdeutlicht also, dass es auch im Winter zu schweren Gewittern kommen kann. Dies betrifft übrigens gleichermaßen Europa, so gab es etwa bei Orkan Kyrill im Jänner 2007 mindestens fünf Tornados in Deutschland!


Titelbild: © Devin Pitts

Freitagnacht in St. Pölten und Wien etwas Schnee

Schneefall

Die schwache Warmfront eines Tiefs über dem Europäischen Nordmeer greift in diesen Stunden auf Oberösterreich und das westliche Niederösterreich über. Vorerst fällt der Niederschlag großteils als Regen, weil in mittleren Höhenlagen positive Temperaturen herrschen (am Feuerkogel werden aktuell +0.8 Grad gemessen). Da in tiefen Schichten allerdings noch frostige Luft lagert, besteht derzeit besonders vom nördlichen Innviertel bis zum Traunviertel teils erhebliche Glättegefahr!

Im Osten fällt Schnee
Die Luftmassengrenze liegt kommende Nacht zwischen Linz und St. Pölten. © UBIMET

In der Nacht im Nordosten Schnee

In den Abendstunden wird der Niederschlag langsam stärker und greift zunehmend auch auf den Nordosten über. Von Vorarlberg bis ins Salzkammergut pendelt die Schneefallgrenze zwischen 1.000 und 1.300 m, etwa östlich der Linie Mühlviertel – Amstetten – Mariazellerland schneit es dagegen meist bis in tiefe Lagen. Im Bereich der Niederösterreichischen Voralpen sowie in höheren Lagen des Mühl- und Waldviertels sind bis Samstagmorgen um 10 cm Neuschnee zu erwarten, aber auch sonst sind im Wald- und Mostviertel verbreitet Mengen um 5 cm möglich.

Im St. Pölten fällt Schnee
Schneeprognose bis Samstagmorgen. © ECMWF / UBIMET

In Linz geht der Regen in der Nacht ebenfalls vorübergehend wieder in Schnee über, somit kann sich auch hier noch eine Schneedecke bilden. Weiter westlich fällt dagegen Regen mit einer Schneefallgrenze von etwa 1.000 m.

Etwas Schnee in Wien

Ab etwa Mitternacht greift der Schneefall allmählich auf das Wiener Becken und das östliche Flachland über, wobei die Mengen nach Osten zu immer geringer ausfallen. In Wien zeichnen sich aber durchaus ein paar Zentimeter Schnee ab, zudem handelt es sich im Gegensatz zu den bisherigen Schneeereignissen nicht um Nassschnee. Am Samstagmorgen lässt der Schneefall dann langsam nach.

Von Föhn bis Schnee: Die Wetterextreme im November 2018

Der November 2018 war milder als im langjährigen Schnitt

Der Oktober schließt nahtlos an die vorangegangenen Monate an, so war der März der letzte Monat mit einer negativen Abweichung zum Mittel. Landesweit fällt der zurückliegende Monat knapp 2,2 Grad zu warm aus. Die stärksten Abweichungen von teils über 3 Grad gab es im westlichen Bergland sowie teils auch in Kärnten. Hauptverantwortlich für einen abermals zu warmen Monat war in der ersten Monatshälfte rege Tiefdrucktätigkeit über Westeuropa, welche hierzulande zu einer anhaltenden föhnigen Südströmung geführt hat. Die höchste Temperatur wurde mit 23,8 Grad in der Stadt Salzburg verzeichnet. Mit Umstellung der Großwetterlage in der zweiten Monatshälfte gab es vermehrt Ostlagen, somit fallen die Temperaturabweichungen im Osten mit 1 bis 2 Grad geringer aus.

Trockenheit im Westen

Durch die Abwechslung von Süd- und Ostlagen gab es im Westen Österreichs außergewöhnlich wenig Niederschlag. Vor allem in Vorarlberg und Nordtirol wurden meist nur 5 bis 15 Prozent des Solls erreicht. Damit gab es im westlichen Bergland auch nahezu keinen Neuschnee. Vom Waldviertel über das Wiener Becken bis zum Grazer Becken liegen die Werte dagegen im Bereich oder teils sogar oberhalb des langjährigen Mittels, so gab es in Graz, St. Pölten, Eisenstadt und Wien durchschnittliche Niederschlagsmengen.

Sonne macht Überstunden

Die föhnige Wetterphase und die darauffolgende, teils trockene Ostströmung schlagen sich auch in der Sonnenscheinbilanz nieder. Mit 168 Sonnenstunden war der Hahnenkamm in Tirol der sonnigste Ort des Landes. Allgemein übertraf die Sonne von Vorarlberg bis zum westlichen Niederösterreich ihr Soll. In Bad Aussee und Bad Ischl schien die Sonne fast doppelt so lange, wie in einem durchschnittlichen November. Trüber als üblich war es dagegen von Osttirol über Kärnten bis zur Oststeiermark.

Novemberrückblick 2018
Novemberrückblick 2018. © UBIMET

Im Osten kaltes Ende

Mit dem Einsickern kalter Luftmassen aus Russland gab es besonders in der Osthälfte des Landes in der zweiten Monatshälfte zwei Kaltlufteinbrüche. In Zusammenhang mit Italientiefs gab es dabei auch im Flachland den ersten Schnee der Saison: Am 20. war vor allem Kärnten von teils kräftigem Schneefall betroffen, am 27. schneite es dann im östlichen Bergland kräftig.

In Mariazell wurde am 27. November mit 25 cm Schnee sogar die größte Schneedecke im November seit 2013 gemessen. Zudem gab es besonders in mittleren Höhenlagen, stellenweise aber auch im Flachland, die ersten Eistage der Saison. Am 29. November wurde bei windschwachen und klaren Verhältnissen im Nordosten stellenweise sogar die kälteste Novembernacht seit 2005 verzeichnet: Kältepol war Summerau im Mühlviertel mit -15,3 Grad.

Extremwerte November 2018

(Bewohnte Orte: Bundesland, Tag des Auftretens)

Höchste Temperaturen

  • 23,8 Grad Salzburg – Freisaal (S, 06.)
  • 23,4 Grad Waidhofen an der Ybbs (NÖ, 06.)
  • 23,3 Grad Bludenz (V, 12.)

Tiefste Temperaturen

  • -15,3 Grad Summerau (OÖ, 29.)
  • -12,6 Grad Puchberg am Schneeberg (NÖ, 29.)
  • -12,6 Grad Klausen-Leopoldsdorf (NÖ, 29.)

Nasseste/trockenste bewohnte Orte

  • 133 Liter pro Quadratmeter Kötschach-Mauthen (K)
  • 129 Liter pro Quadratmeter Bad Bleiberg (K)
  • 109 Liter pro Quadratmeter Dellach (K)
  • 4 Liter pro Quadratmeter Saalbach (S), Feldkirch (V), Hochzirl, Rinn, Strengen, St. Leonhard/Pitztal (T)
  • 3 Liter pro Quadratmeter Imst, Jenbach, Seefeld (T)
  • 2 Liter pro Quadratmeter Haiming, Landeck (T), Fraxern (V), Krimml (S)

Sonnigster bzw. trübster, bewohnter Ort

  • 140 Sonnenstunden, St. Veit im Pongau (S)
  • 14 Sonnenstunden, Bad Bleiberg (K)

Relativ sonnigster bzw. trübster Ort

  • 181 % Bad Ischl (OÖ)
  • 58 % Fresach (K)

Stärkste Windspitzen

Niederungen

  • 108 km/h Rottenmann (ST, 01.)
  • 97 km/h Bad Gastein (S, 01.)
  • 86 km/h Fischbach (ST, 27.) und Innsbruck (T, 01.)

Berge

  • 140 km/h Patscherkofel (T, 06.)
  • 130 km/h Rudolfshütte (S, 06.)
  • 119 km/h Brunnenkogel (T, 01.)

Maximale Schneehöhe Niederungen

  • 28 cm Bad Bleiberg (K, 20.)
  • 25 cm Mariazell (ST, 27.)
  • 20 cm Spital am Pyhrn (OÖ, 27.)

Am Freitag im äußersten Osten und Südosten Glättegefahr

Vorsicht Rutschgefahr

Die Großwetterlage in Mitteleuropa stellt sich langsam um. Die Höhenströmung dreht derzeit wieder zunehmend auf westliche Richtung und führt feuchtmilde Luftmassen vom Atlantik nach Deutschland. In tiefen Schichten hält sich im äußersten Osten und Südosten aber noch kalte, kontinentale Luft.

Gefrierender Regen

Am Freitag setzt im Tagesverlauf besonders in der Südosthälfte des Landes allmählich Regen ein, dabei liegt die Schneefallgrenze meist um etwa 1300 m. In tiefen Schichten liegen die Temperaturen von Oberfranken bis nach Niederbayern allerdings im frostigen Bereich, somit besteht hier zunehmend Glättegefahr durch gefrierenden Regen. Am Abend nimmt die Niederschlagsintensität zu, dabei geht der gefrierende Regen im Böhmerwald vorübergehend wieder in Schneefall über.

Im Osten gibt es frostige Temperaturen
Am Freitagvormittag herrschen in Mitteleuropa starke Temperaturkontraste. © UBIMET

Glättegefahr

In den Abendstunden steigt die Glättegefahr auch in Teilen Sachsens sowie im Grenzbereich zu Polen an, zuvor fällt hier gebietsweise wie etwa in Ostsachsen mitunter auch noch ein wenig Schnee oder Schneeregen. Auf den Straßen muss man in den betroffenen Regionen somit mit teils glatten Verhältnissen rechnen!

Am Freitag im Norden gefrierender Regen, im Nordosten später Schnee

In Oberösterreich und Niederösterriech gibt es gefrierenden Regen und Schnee

Im Laufe des kommenden Wochenendes stellt sich die Großwetterlage im Alpenraum langsam um. Die Höhenströmung dreht allmählich wieder auf West und führt schubweise feuchtmilde Luftmassen atlantischen Ursprungs ins Land. Die Schneefallgrenze liegt in der Osthälfte des Landes bis Samstagmorgen noch im Flachland, ausgehend von Vorarlberg steigt sie am Sonntag aber auf über 2.000 m an.

Glättegefahr im Norden

Der Freitag bringt zunehmend dichte Wolken, nur an der Alpensüdseite und im Osten scheint zeitweise noch die Sonne. Ab etwa Mittag setzt von Vorarlberg bis nach Oberösterreich allmählich Regen ein, wobei die Schneefallgrenze bei etwa 1.300 m liegt. In tiefen Schichten hält sich im Donauraum sowie allgemein im Osten und Süden allerdings kalte, frostige Luft, somit besteht besonders in einem Streifen vom nördlichen Innviertel und Sauwald über den Zentralraum bis zur Eisenwurzen zunehmend Glättegefahr durch gefrierenden Regen. Auch im Pinz- und Pongau sowie im Ennstal und Gesäuse kann es neben Schneefall teilweise zu gefrierendem Regen kommen.

Auch in Wien fällt Freitagnacht etwas Schnee
Potential für gefrierenden Regen und Schnee von Fr.vormittag bis Sa.morgen. © UBIMET

Schnee im Nordosten

Am Abend wird der Niederschlag langsam stärker und greift zunehmend auch auf den Nordosten über. Von Vorarlberg bis ins Salzkammergut pendelt die Schneefallgrenze zwischen 1.000 und 1.300 m, etwa östlich der Linie Mühlviertel – Amstetten – Mariazellerland schneit es dagegen bis in tiefe Lagen. Besonders im Mühl-, Wald- und Mostviertel sind dabei stellenweise bis zu 10 cm Neuschnee zu erwarten. Weiter nach Osten zu fallen die Mengen geringer aus, aber auch in Wien zeichnen sich bis Samstagmorgen ein paar Zentimeter Schnee ab. Von Unterkärnten bis ins Südburgenland fällt in der Nacht auf Samstag zwar nur vorübergehend ein wenig Regen oder Schnee, auch hier kann es streckenweise aber glatt werden.

Milderung am Sonntag

Am Samstagvormittag gehen Regen und Schneefall bald zu Ende und bis Mittag stellt sich weitgehend trockenes Wetter ein. Am Sonntag kommt im Westen neuerlich Regen auf, dabei steigt die Schneefallgrenze auf über 2.000 m an. Im Süden und Osten lockern die Wolken dagegen zeitweise auf, die Temperaturen steigen aber auch hier langsam wieder auf positive Werte an.

Großer Sandsturm zog über den Südosten Australiens

Am 21 November gab es einen großen Sandsturm in Australien

Am Nordrand des Tiefs mit Kern über dem Grenzbereich von Victoria und Südaustralien frischt am vergangenen Mittwoch stürmischer Westwind auf. Dieser wirbelte im äußersten Westen von New South Wales, wo derzeit eine Dürre herrscht, erheblich Mengen an Sand bzw. Staub auf, welche sich in weiterer Folge auf weite Teile des Landes ausgebreitet haben. Die Sichtweite ging hier bei Böen um 70 km/h innerhalb weniger Minuten auf wenige Meter zurück.

Über 800 km lang

Auf den Weg nach Osten wurde das betroffenen Gebiet immer großräumiger und erreicht schließlich ein Länger von mehr als 800 km. Im weiterer Verlauf wurde die Sandkonzentration aber etwas geringer, somit hielten sich die Auswirkungen auf die East Coast in Grenzen. Dennoch wurde der Himmel auch hier vorübergehend sehr diesig.


Extremer Sandsturm im 2009

Der Sandsturm am 21. November 2018 stellt in dieser Größenordnung ein außergewöhnliches Ereignis im Südosten Australiens dar und kommt durchschnittlich nur alle 10 Jahre vor. Noch wesentlich markanter war allerdings das Ereignis rund um den 23. September 2009, als ein bis zu 3.000 km langer Sandsturm über Queensland und NSW hinweg zog. In den ariden Regionen Australiens kommt es allerdings gelegentlich zu kleinräumigen Sandstürmen in der Umgebung von Gewittern.

Mehrere Tornados im Süden von Italien

In Süditalien gab es kräftige Gewitter mit Tornados

Der Kern des Tiefdruckgebiets DSCHUNA zog am Dienstag über Sardinien hinweg nach Mittelitalien. Im Vorfeld der Kaltfront kam teils stürmischer Südwind auf, der besonders im Ionischen Meer für hohen Wellengang verantwortlich war. In Apulien gab es zudem teils schwere Sturmböen wie etwa in Gallipoli mit 89 km/h oder in Taranto mit 85 km/h.

Das Italientief hat sehr feuchte Luft und energiereiche Luft nach Süditalien geführt
Das Tief am Dienstagmorgen: Kaltfront = blau, Warmfront = rot; Mischfront = lila.

Schwere Gewitter

Im Warmsektor des Tiefs (der Bereich zwischen der Warm- und der Kaltfront) befanden sich feuchte und labil geschichtete Luftmassen, welche in Zusammenspiel mit dem starken Höhenwind die Entstehung heftiger Gewitter ermöglichten. Neben Hagel und Starkregen wurden dabei auch mindestens drei Tornados beobachtet:

  • Vietri sul Mare (Provinz von Salerno, Kampanien)
  • Taurisiano (Provinz von Lecce, Apulien)
  • Cutro (Provinz von Crotone, Kalabrien)


Wasserhose in der Türkei

Am Mittwoch zog das Tief dann über die Ägais in Richtung Türkei, dabei kam es nahe der Stadt Marmaris zu einem weiteren Tornado. Allgemein wird der Höhepunkt der Gewittersaison im Mittelmeer im Herbst erreicht, siehe auch hier: Unwettersaison im Mittelmeer.

Knapp 1000 km breiter Sandsturm zog über Südost-Australien hinweg

Ein ungewöhnlicher Sandsturm in NSW Australien

Kräftiger bis stürmischer Westwind hat ausgehend vom Grenzbereich zwischen Südaustralien und New South Wales für einen markanten Sandsturm gesorgt. Zunächst war die Region rund um Broken Hill im Westen von NSW betroffen, einem Gebiet in dem eine anhaltende, schwere Dürre herrscht. Die Sichtweite ging hier bei stürmischen Windböen auf wenige Meter zurück.

 

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1.000 km Sandfront

Im Vorfeld einer Kaltfront wurde der Sandsturm im Laufe des Mittwochs immer größer und reichte schließlich vom Süden Queenslands bis zum Grenzbereich von NSW und Victoria. Dies entspricht einer Breite von fast 1000 km! Auch an der East Coast von Sydney über Newcastle bis Port Macquarie wurde der Himmel durch den Staub vorübergehend fahl bzw. diesig. Die Sichtweite wurde nach Osten zu allerdings nicht vergleichbar stark beeinträchtigt wie im Outback und mittlerweile hat sich der Schwerpunkt schon auf den Ozean verlagert.

Seltenes Phänomen

Großräumige Sandstürme treten in Australien nur etwa alle 10 Jahre auf. Letztmals war das 2009 der Fall, als ein mehr als 2000 km langer Sandsturm über Queensland und NSW zog. Im Outback kommt es im Zuge von Gewittern allerdings häufiger zu kleinräumigen Sandstürmen.

Titelbild: https://www.facebook.com/BarrierReunion/

Aktuelle Schneehöhen in Deutschland

Neuschnee in Bischofsmais

Ein Höhentief über Frankreich hat am Dienstag den ersten nennenswerten Schneefall des Jahres in der Mitte des Landes gebracht. Besonders im Bereich des Thüringer Waldes gab es in mittleren Höhenlagen Neuschneemengen um 10 cm, aber auch in tiefen Lagen bildetet sich von Nordhessen bis zum südlichen Sachsen-Anhalt zumindest vorübergehend ein dünne Schneedecke.

Es liegt Schnee in Thüringen
Bahnhof Rennsteig im Thüringer Wald.

Anbei eine Auswahl an Schneehöhen am 21. November 2018 um 7 Uhr:

Ort Schneehöhe
Fichtelberg, 1213 m 13 cm
Frankenhain (Lütsche Talsperre), 588 m 13 cm
Neuhaus am Rennnweg, 845 m 12 cm
Kleiner Inselberg, 732 m 11 cm
Oberweissbach, 585 m 10 cm
Goldisthal, 595 m 8 cm
Martinroda, 427 m 8 cm
Brocken, 1134 m 8 cm
Battenberg-Berghofen, 328 m 7 cm
Gehren, 508 m 6 cm
Altenfeld, 583 m 6 cm
Schmücke, 937 m 6 cm
Zugspitze, 2964 m 3 cm

In den kommenden Tagen steigen die Temperaturen wieder leicht an, somit schmilzt der Schnee in den meisten Regionen wieder weg. Spätestens am Wochenende zeichnet sich dann auch in den Gipfellagen des Thüringer Waldes und des Erzgebirges Tauwetter ab.

Schnee in Usseln
Schnee in Usseln im Rothaargebirge (Nordhessen).
Schnee in Thüringen
Schnee in Ilmenau (Thüringen).

Kaum Schnee in den Nordalpen

In den Alpen liegt derzeit kaum Schnee, da es hier von Ende Oktober bis Mitte November bei föhnigem Südwind deutlich überdurchschnittliche Temperaturen gab und in den letzten Tagen nur geringe Niederschlagsmengen gefallen sind. Nur in schattigen Nordhängen gibt es gebietsweise ein paar Zentimeter Schnee.

Die Alpen zeigen sich grün
In den Berchtesgadener Alpen liegt nahezu kein Schnee. © www.foto-webcam.eu

Titelbild: Neuschnee in Bischofsmais (Bayern) am Dienstag.

Italientief sorgt für mehrere Tornados in Süditalien

Am Dienstag gab es in Süditalien mehrere Tornados

Am Dienstag lag Italien unter dem Einfluss von Tief DSCHUNA mit Kern im Bereich von Sardinien. Im Vorfeld der Kaltfront gelangten milde und feuchte Luftmassen nach Süditalien, zudem kam teils stürmischer Scirocco auf. Der Südwind erreichte im Tagesverlauf Böen von bis zu 90 km/h in Apulien:

  • 89 km/h Gallipoli (LE)
  • 85 km/h Taranto (TA)
  • 85 km/h Martina Franca (TA)
  • 77 km/h Lequile (LE)
Das Italientief hat sehr feuchte Luft und energiereiche Luft nach Süditalien geführt
Luftmassen und Luftdruck am Dienstagmorgen. © UBIMET / GFS

Hagel und Tornados

Das Zusammenspiel aus energiereicher Luft und starker Windscherung begünstigte die Entstehung von kräftigen Gewittern. In Summe wurden dabei in Kalabrien, Kampanien und Apulien mindestens drei Tornados beobachtet. Stellenweise kam es zudem auch zu großem Hagel wie etwa im Großraum von Salerno. Der Herbst stellt im Mittelmeerraum den Höhepunkt der Gewittersaison dar, Details dazu gibt es hier: Unwettersaison im Mittelmeer.

Die Luftschichtung war labil und förderlich für Unwetter
Vertikalprofil aus Brindisi. © Univ. of Wyoming / UBIMET

Der Radiosondenaufstieg aus Brindisi (Apulien) zeigt eindrücklich, wie die Bedingungen für schwere Gewitter mit erhöhter Tornadogefahr vorhanden waren:

  • Labile, energiereche Schichtung der Luft (rot)
  • Starke Zunahme der Windgeschwindigkeit mit der Höhe (grün)
  • Drehung des Windes im Uhrzeigersinn mit der Höhe  (grün)
  • Tiefe Wolkenbasis (blau)

Salerno (Kampanien)


Taurisiano (Apulien)

Cutro (Kalabrien)

Ostlage sorgt für zunehmend winterliches Wetter in Österreich

Der erste Schnee im Flachland ist in Sicht

Bereits seit Mitte der Woche gelangen trockene und kühle Luftmassen nach Österreich, so gab es am Freitag erstmals in weiten Teilen des Landes Frost. Anbei die kältesten Orte pro Bundesland der letzten Nacht unterhalb einer Seehöhe von 1.000 m:

Ort Tiefstwert
Aigen im Ennstal (ST) -6.5 Grad
Summerau (OÖ) -5.8 Grad
Ehrwald (T) -5.8 Grad
Rauris (S) -5.6 Grad
Zwettl (NÖ) -5.2 Grad
Schoppernau (V) -4.5 Grad
Wien-Mariabrunn (W) -3.4 Grad
Neusiedl am See (B) -1.7 Grad
Völkermarkt (K) +0.3 Grad

In der Nacht auf Samstag ist neuerlich verbreitet mit Frost zu rechnen, es gibt allerdings ein paar Ausnahmen: Einerseits die windigen Regionen wie etwa das Innviertel, andererseits die trüben Regionen  durch Hochnebel wie etwa der Bodenseeraum oder Teile Kärntens.

Sonntagnacht erste Flocken

Der Samstag und der Sonntag verlaufen abseits lokaler Nebelfelder besonders an der Alpennordseite und im Osten überwiegend sonnig, etwas hartnäckiger halten sich teils hochnebelartige Wolken hingegen von Unterkärnten bis zum Südburgenland. Am Sonntagnachmittag ziehen aus Nordosten aber vermehrt Wolken auf und in der Nacht auf Montag ziehen besonders im Mühl- und Waldviertel sowie im östlichen und südlichen Bergland ein paar Schneeschauer durch. Auch sonst bestehen aber Chancen, die ersten Flocken zu Gesicht zu bekommen.

Schneeschauer am Montag

Der Montag bringt viele Wolken und im Tagesverlauf gehen vor allem im Bereich der östlichen Nordalpen vom Salzkammergut bis zum Rax-Schneeberg-Gebiet sowie im Mühl- und Waldviertel ein paar Schneeschauer nieder. Ab mittleren Höhenlagen kann sich hier vorübergehend eine dünne Schneedecke bilden. Ein paar Schneeflocken sind aber nirgends ausgeschlossen, am ehesten trocken bleibt es im Westen sowie teils auch im östlichen Flachland. Mit Höchstwerten zwischen -2 und +5 Grad ist zudem in mittleren Höhenlagen erstmals in diesem Winter leichter Dauerfrost zu erwarten.

Es wird winterlich in Österreich
An der Südflanke des Hochs gelangt am Montag kalte Luft ins Land. © UBIMET / NCEP

Dienstag verbreitet Schnee?

Am Dienstag und Mittwoch machen sich die Ausläufer eines Tiefs über dem Mittelmeerraum bzw. Südosteuropa bemerkbar, dabei nimmt von Unterkärnten über die Steiermark bis in den Osten Österreichs die Wahrscheinlichkeit für Schneefall zu. Die Mengen halten sich voraussichtlich in Grenzen, vorübergehend sind aber auch im Flachland ein paar Zentimeter Nassschnee möglich! Etwas markantere Mengen sind in mittleren Höhenlagen vom Packsattel über das Steirische Randgebirge bis zur Semmering-Wechsel-Region möglich.  Die Modellunsicherheiten sind derzeit allerdings noch groß.

November: Ist dieser Monat wirklich so grau?

Im November gibt es viel Nebel und Hochnebel

Der November stellt den dritten und damit letzten Herbstmonat dar. Die durchschnittliche tägliche Sonnenscheindauer geht bis Monatsende nochmals spürbar zurück, von etwas über drei Stunden zu Monatsbeginn auf nur noch eineinhalb Stunden im Mittel am Monatsende. In typischen Nebelregionen wie etwas der Donauraum, das Schweizer Mittelland oder der Bodenseeraum scheint die Sonne noch seltener, etwas häufiger dagegen auf den Bergen. Wie ein Blick auf die folgende Tabelle zeigt, ist der November allerdings nicht der trübste Monat des Jahres.

Mittlere Sonnenscheindauer (h) November Dezember Januar
Wien (A) 66 51 70
Innsbruck (A) 101 83 100
Graz (A) 75 56 76
Berlin (D) 55 41 51
Hamburg (D) 49 32 45
Köln (D) 54 40 50
Konstanz (D) 53 41 49
Zürich (CH) 50 35 48
Basel (CH) 68 52 67

Ein paar allgemeine Infos zum Thema Inversionswetterlage gibt es hier.

Stimmungstief

Obwohl der Dezember und gebietsweise auch der Januar grauer sind, wird besonders der November mit gedrückter Stimmung verbunden. Dies liegt vor allem an der raschen Veränderung der Lichtverhältnisse im Herbst. Mit den dunklen Tagen kommt es bei einem kleinen Teil der Mitmenschen zum sogenannten „Novemberblues“, einem Seelentief. Studien zeigen, dass in Mitteleuropa etwa zehn Prozent der Bevölkerung im Winter unter Symptomen wie Müdigkeit, Energielosigkeit oder Konzentrationsschwäche leiden.

Die besten Tipps

Gegen den Novemberblues hilft in vielen Fällen der Aufenthalt im Freien, selbst an einem trüben Novembertag ist es draußen in der Regel deutlich heller als in den Innenräumen. Das Licht wirkt dem Stimmungstief entgegen. Zusätzlich zu empfehlen sind sportliche Betätigungen im Freien, die kühle Luft kurbelt das Immunsystem an und stärkt somit die körpereigenen Abwehrkräfte. Manche Menschen schaffen sich auch mittels kurzer Aufenthalte im Solarium Abhilfe, wesentlich empfehlenswerter sind allerdings Ausflüge in die Berge, wo man oberhalb des Nebels ausreichend Vitamin D tanken kann.

Die nebeligsten Orte weltweit

Die vermutlich nebeligste Region der Welt ist die Neufundlandbank (Grand Banks) südöstlich von Neufundland, wo durch das Aufeinandertreffen von Labrador- und Golfstrom an mehr als 120 Tagen pro Jahr Sichtweiten von weniger als einem Kilometer herrschen. Auch manche Berge stecken allerdings oft in den Wolken, so soll der schottische Berg Ben Nevis sogar an 300 Tagen pro Jahr in Nebel gehüllt sei.

Umstellung der Großwetterlage: Abkühlung in Sicht

Kalte Luft aus Russland erfasst Deutschland

Seit Monatsbeginn herrschen in Deutschland außergewöhnliche Temperaturen, so beträgt die Abweichung zum Mittel derzeit verbreitet 3 bis 5 Grad bzw. in der Südosthälfte örtlich sogar mehr als 6 Grad. Besonders am Alpenrand und im Oberrheingraben wurden auch Höchstwerte oberhalb der 20-Grad-Marke verzeichnet, wie etwa in Rosenheim mit 24.2 Grad am 6. November. Anbei eine Auswahl an Höchstwerten in diesem November:

Ort Höchstwert Tag
Rosenheim (Bayern) 24.2 Grad 6. November
Hohenpeißenberg (Bayern) 22.2 Grad 6. November
Garmisch-Patenkirchen (Bayern) 20.8 Grad 12. November
Freiburg (B-W) 20.5 Grad 12. November
Baden-Baden (B-W) 20.4 Grad 12. November
Quedlinburg (S-A) 20.1 Grad 12. November
Jena (Thüringen) 20.0 Grad 12. November
Leipzig (Sachsen) 19.8 Grad 12. November
Koblenz (R-P) 19.2 Grad 12. November

Kaltfront am Dienstag

Am Dienstag zieht aus Westen eine Kaltfront über Deutschland hinweg, welche tagsüber besonders in einem breiten Streifen von Baden-Württemberg  über Franken bis nach Brandenburg und Sachsen etwas Regen bringt. Im Nordwesten lebt frischer, an der Nordsee auch starker Südwestwind mit teils stürmischen Böen auf, zudem gehen im Norden und Osten am Nachmittag noch ein paar Schauer und vereinzelt auch kurze Kaltluftgewitter nieder. In der Nacht zum Mittwoch beruhigt sich das Wetter wieder und mit der Ausbildung eines Hochs über  Mitteleuropa setzt sich eine Wetterumstellung in Gang.

Eine Kaltfront bringt Regen
Die Kaltfront am Radar um 10 Uhr. © UBIMET / DWD

Hochdruckeinfluss

Die Höhenströmung dreht am Mittwoch von Südwest auf Nordwest und in der zweiten Wochenhälfte weiter auf Nordost bis Ost. Die Temperaturen bleiben vorerst noch über dem langjährigen Mittel und besonders im Nordwesten dominiert ab Donnerstag der Sonnenschein. Teils zähen Nebel oder Hochnebel gibt es dagegen in den Niederungen von Rheinland-Pfalz bis zum Alpenrand sowie gebietsweise auch im äußersten Osten. Am Freitag und Samstag überwiegt dann in weiten Teilen des Landes der Sonnenschein.

Ein Hochdruckgebiet liegt über Deutschland
Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe am Freitag. © UBIMET / NCEP

Ostströmung

Am Wochenende verlagert sich der Kern des Hochdruckgebietes von Osteuropa in den Süden Skandinaviens. Über Deutschland etabliert sich somit eine östliche bis nordöstliche Strömung, welche aus Russland immer kühlere Luftmassen heranführt. Spätestens zu Beginn der kommenden Woche zeichnen sich dann vielerorts unterdurchschnittliche Temperaturen ab.

Eine Abkühlung ist in Sicht
Temperatur- und Druckprognose für Berlin. © UBIMET

Kommt Schnee?

Ob am Sonntag oder zu Beginn der kommenden Woche gebietsweise auch Niederschlag zu erwarten ist, hängt von der exakten Position des Hochs bzw. der Tiefdruckgebiete über Südosteuropa ab. Die Unsicherheiten sind derzeit noch erheblich, große Niederschlagsmengen sind aus heutiger Sicht aber nirgendwo zu erwarten. In mittleren Höhenlagen der Mittelgebirge nehmen die Chancen für ein kurzes Gastspiel des Winters aber zu.

Kalte Luft aus Russland zieht auf
Das GFS-Modell prognostiziert Sonntagnacht die Ankunft kalter Luftmassen aus Osten.

Großwetterlage stellt sich um: Kalte Luft aus Russland auf dem Weg nach Osteuropa

Frost mit Raureif im Herbst

Seit Monatsbeginn herrschen besonders an der Alpennordseite außergewöhnliche Temperaturen, so sorgte föhniger Südwind vielerorts für Höchstwerte oberhalb der 20-Grad-Marke. In der Stadt Salzburg wurde mit 23,8 Grad sogar eine neuer Stationsrekord für den November aufgestellt.

Ort Höchstwert Tag
Salzburg (S) 23.8 Grad 5. November
Wieselburg (NÖ) 23.5 Grad 6. November
Waidhofen an der Ybbs (NÖ) 23.4 Grad 6. November
Bludenz (V) 23.3 Grad 12. November
Haag (NÖ) 23.0 Grad 6. November
Feldkirch (V) 22.7 Grad 12. November
In den Nordalpen weht derzeit noch Föhn
Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe am Montag mit Föhn in den Nordalpen.

Am Dienstag zieht an der Alpennordseite eine schwache Kaltfront durch. Abgesehen von geringen Regenmengen im westlichen Bergland ist zwar kein nennenswerter Niederschlag in Sicht, der Föhn geht aber zu Ende und mit der Ausbildung eines Hochs über  Mitteleuropa setzt sich eine Wetterumstellung in Gang.

Abkühlung und weniger Nebel

Die Höhenströmung dreht bis Mittwoch von Südwest auf Nordwest und in der zweiten Wochenhälfte weiter auf Nordost bis Ost. Das anhaltend trübe Wetter durch Hochnebel im Nordosten Österreichs wird dabei beendet und auch die Temperaturen nähern sich langsam wieder dem langjährigen Mittel. Spätestens in der Nacht auf Freitag zeichnet sich dann selbst im östlichen Flachland vielerorts Nachtfrost ab und tagsüber kommen die Temperaturen kaum noch über die 10-Grad-Marke hinaus.

Aus Russland gelangen immer kühlere Luftmassen nach Österreich
Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe am Freitag mit kühler Nordostströmung.

Da die kühlere Luft vor allem in bodennahen Schichten einfließt, bleibt es in mittleren bzw. höheren Tallagen des Westens vorerst noch deutlich milder. Somit gibt es besonders im Hinteren Bregenzerwald bzw. im Arlberggebiet noch zweistellige Höchstwerte. Es wird jedoch nicht überall sonnig, so verlagert sich der Nebelschwerpunkt in den Bodenseeraum sowie teils auch in den Süden.

Kommende Woche noch kälter

Am Wochenende verlagert sich der Kern des Hochdruckgebiets vom östlichen Mitteleuropa in den Süden Skandinaviens. Im Alpenraum hat dies eine anhaltende östliche bis nordöstliche Strömung zur Folge, welche aus Russland immer kühlere Luftmassen heranführt. Nach derzeitigem Stand wird es mit lebhaft auffrischendem Nord- bis Nordostwind zu Beginn der kommenden Woche nochmals kälter mit Temperaturen unterhalb des langjährigen Mittels.

Es wird immer kälter im Laufe der kommenden 10 Tage
Temperaturtrend in etwa 1.500 m Höhe für Wien. © UBIMET / NCEP

Kommt der Schnee?

Ob zu Beginn der kommenden Woche auch Niederschlag im Alpenraum zu erwarten ist, hängt von der exakten Position des Hochs bzw. der Tiefdruckgebiete über Südosteuropa ab. Die Unsicherheiten sind derzeit noch groß, das europäische Wettermodell ECMWF prognostiziert allerdings nur sehr geringe Niederschlagsmengen. Das amerikanische Wettermodell GFS lässt dagegen auf den ersten Gruß des Winters hoffen.

In mittleren Lagen gibt es Dauerfrost
Temperaturprognose in etwa 1.000 m Höhe für kommenden Montag. (© GFS)

Bereits 31 Todesopfer durch Waldbrände in Kalifornien

In Kalifornien wüten schwere Waldbrände

Seit letzten Freitag hat Kalifornien mit schweren Waldbrände zu kämpfen. Zunächst entflammte im Norden des Bundesstaats das Camp Fire,  welches mit mehr als 25 Todesopfern sowie über 6.000 zerstörten Häusern den schlimmsten Waldbrand der Geschichte Kaliforniens darstellt. Der bisherige Schadensrekord wurde übrigens erst vor 13 Monaten in Santa Rosa durch das Tubbs Fire aufgestellt (die Waldbrände werden i.d.R. nach dem Entstehungsort benannt).


Ein zweiter großer Waldbrand, das Woolsey Fire, hat am Wochenende im Süden Kaliforniens weitere Todesopfer gefordert und bei Malibu auch einige Luxusvillen zerstört. In Summe fielen in den letzten Tagen somit mindesten 31 Menschen und knapp 7.000 Häuser den Flammen zum Opfer.

Santa-Ana-Winde

Im Herbst herrscht in Kalifornien Waldbrandsaison, da die Böden durch den heißen und niederschlagsarmen Sommer völlig ausgetrocknet sind. Heuer fielen die Regenmengen unterdurchschnittlich aus, was in Zusammenspiel mit den Santa-Ana-Winden derzeit zu der extremen Waldbrandgefahr führt. Beim Santa-Ana-Wind handelt es sich um einen teils stürmischen und sehr trockenen, föhnigen Ostwind, welcher die Feuerherde rasend schnell in Richtung Küste ausbreiten lässt.

Entspannung ab Mittwoch

Die Waldbrandgefahr im Süden Kaliforniens bleibt bis einschließlich Dienstag groß bzw. im Grenzbereich zu Mexiko sogar extrem. Der Santa-Ana-Wind lässt aber langsam nach, somit zeichnet sich in weiterer Folge eine Entspannung der Lage an. Zwar sind weiterhin Waldbrände möglich, diese werden aber nicht mehr so rasant durch den Wind angetrieben und können somit wesentlich leichter gelöscht werden.

Der erste tropische Zyklon der Saison auf der Südhalbkugel

Zyklon ALCIDE

Während die Hurrikansaison im Nordatlantik am 30. November endet, hat die Zyklonsaison im südlichen Indischen Ozean und in Australien dagegen am 1. November begonnen. Allgemein werden tropische Wirbelstürme je nach geographischer Lage zwar als Hurrikan, Zyklon oder Taifun benannt, es handelt es sich dabei aber stets um das selbe Phänomen.

Die Zugbahnen von Hurrikan, Zyklon und Taifun
Tropische Stürme weltweit. © Velden; Rohde

Wirbelsturm ALCIDE

Der tropische Sturm ALCIDE ist am 6. November entstanden und hat sich bis zum 8. November zu einem Zyklon verstärkt mit mittleren Windgeschwindigkeiten von 185 km/h. Dies entspricht einem Hurrikan der Kategorie 3. Derzeit verlagert sich der Wirbelsturm in westliche bis südwestliche Richtung mit Orkanböen bis 230 km/h. In den kommenden Tagen wird er unter Abschwächung in Richtung der Nordspitze von Madagaskar ziehen, die genaue Zugbahn ist aber noch unsicher.

Neuer Regenrekord auf Mallorca im Oktober

Auf den Balearen gab es kräftige Gewitter

Der Oktober zählt zu den nassesten Monaten des Jahres im Mittelmeerraum, da die zunehmende Tiefdrucktätigkeit in Zusammenspielt mit den milden Wassertemperaturen für eine labile Schichtung der Luft sorgt (Details dazu gibt es hier: Unwettersaison im Mittelmeer). In Palma ist der Oktober mit 68 Liter pro Quadratmeter sogar der nasseste Monat des gesamten Jahres.

Der Oktober ist der nasseste Monat in Palma de Mallorca
Das Klimadiagramm von Palma de Mallorca. © www.travelklima.de/

Unwetter

Im Oktober waren die Balearen mehrfach von kräftigen Schauern und Gewittern betroffen. Am 9. Oktober kam es im Osten der Insel sogar zu einer tödlichen Sturzflut mit Regenmengen teils über 200 Liter pro Quadratmeter in wenigen Stunden (siehe auch hier: Sturzflut auf Mallorca fordert mehrere Todesopfer).

Regenrekord

In der 33-jähirgen Messreihe von Colònia Sant Pere wurde im Oktober 2018 sowohl ein neuer Tagesrekord mit 232,8 Liter pro Quadratmeter Regen aufgestellt als auch eine neuer  Monatsrekord mit 433,8 Liter pro Quadratmeter. Der bisherige Rekord lag bei 395,2 Liter pro Quadratmeter und stammte aus dem Jahr 1990. Aber auch sonst gab es auf Mallorca sowie den restlichen Balearen außergewöhnlich viel Regen.

Oktobermittel Oktober 2018
 Balearen 64 188
 Mallorca 75 204

Festgefahrene Wetterlage bringt Föhn und außergewöhnliche Temperaturen

Die Sonne macht fleißig Überstunden.

Wie bereits mehrmals in diesem Jahr ist die Wetterlage über Mitteleuropa auch in diesen Tagen festgefahren. Der Alpenraum liegt zwischen einem umfangreichen Tiefdruckgebiet über dem Nordatlantik und einem stabilen Hoch über Russland. Über dem westlichen Mittelmeer entstehen dabei Randtiefs, während in den Nordalpen föhniger Südwind die Temperaturen in die Höhe treibt.

Im Alpenraum weht Föhn
Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Dienstag. © UBIMET / NCEP

Sommertemperaturen im November

Die südliche Strömung führt seit Ende Oktober schubweise milde Luftmassen subtropischen Ursprungs nach Mittel- und Osteuropa. In den Niederungen sorgt die jahreszeitlich bedingte Inversionswetterlage zwar vermehrt für Nebel und Hochnebel, besonders in mittleren Höhenlagen sowie in den Föhnregionen gibt es allerdings außergewöhnlich hohe Temperaturen. In Salzburg etwa werden am Montag und Dienstag bis zu 24 Grad erreicht, aber auch von Süditalien über den Balkan bis nach Südpolen und Rumänien gibt es spätsommerliche Werte. In Osteuropa liegen die Temperaturen in 1.500 m Höhe in diesen Tagen teils sogar um mehr als 16 Grad über dem langjährigen Mittel, so wurden bereits am Samstag etwa in Tirana in Albanien hochsommerliche 31 Grad verzeichnet!

Der Föhn sorgt für teils spätsommerliche Temperaturen
Föhniges Wetter in Zell am See. © www.foto-webcam.eu

Festgefahrene Wetterlage

Die Wetterlage an sich ist zwar nicht außergewöhnlich, allerdings sehr wohl deren Beständigkeit. Zumindest bis zum nächsten Wochenende ist derzeit keine nachhaltige Änderung in Sicht, so gibt es mit nur kurzen Unterbrechungen bis auf weiteres unbeständiges Wetter in Westeuropa und im Mittelmeerraum, Föhn in den Nordalpen und Trockenheit in Osteuropa. Bereits seit letzten Winter kommt es in Europa wiederholt zu blockierten Wetterlagen, siehe auch hier: Verkehrte Wetterwelt in Europa.

In Osteuropa fällt kein Regen
Die Niederschlagssumme bis kommenden Samstag zeigt ein zweigeteiltes Europa. © NCEP

Extreme nehmen zu

Allgemein zeigen aktuelle Studien, dass Wetterlagen im Zuge des Klimawandels tendenziell immer stationärer werden. Während Tiefdruckgebiete normalerweise im Einflussbereich des Westwindbands von West nach Ost ziehen und für wechselhaftes Wetter sorgen, kommt es mittlerweile aufgrund der abnehmenden Temperaturunterschiede zwischen der Arktis und den Subtropen immer häufiger zu nahezu ortsfesten und beständigen Tief- und Hochdruckgebieten: Der Jetstream mäandert nämlich stärker und wird somit stationärer. Dies begünstigt Wetterextreme wie etwa Sturzfluten, Trockenheit und Hitzewellen.

Herbst im Mittelmeer: Unwettersaison durch Regen und Gewitter

Im Herbst gehen im Mittelmeer kräftige Gewitter nieder

Während die Gewittersaison in Mitteleuropa vor allem von Mai bis Anfang  August ihren Höhepunkt erlebt, verlagert sich der Schwerpunkt der Gewittertätigkeit in den Herbstmonaten immer weiter südwärts.

Zunehmender Tiefdruckeinfluss

Im Sommer liegt vor allem das südliche Mittelmeer häufig unter dem Einfluss des subtropischen Hochdruckgürtels, welches für trockene und heiße Wetterbedingungen sorgt. Im Herbst verlagert sich die Westwindzone im Mittel aber langsam südwärts und die Ausläufer des subtropischen Hochdruckgürtels werden nach Nordafrika abgedrängt. Aus diesem Grund stellen der Hebst und der Winter im Mittelmeer die nasseste Zeit des Jahres dar.

Im Herbst fällt der meiste Niederschlag in Dubrovnik
In Dubrovnik fällt besonders im November und Dezember viel Regen.

Labile Luftschichtung

Der zunehmende Tiefdruckeinfluss und die ersten Kaltluftvorstoße aus Nordeuropa führen in Zusammenspiel mit den milden Wassertemperaturen zu einer labilen Schichtung der Luft. In der folgenden Graphik sieht man die mittlere, potentiell verfügbare Energie für vertikale Luftmassenbewegung (MLCAPE), welche ein wichtiges Maß für Gewitter darstellt. Im Herbst verlagert sich der Schwerpunkt südwärts.

Im Herbst ist die Luftschichtung im Mittelmeer labil.
Mittlere, potentiell verfügbare Energie für Konvektion im Juni und September. © Tilev-Tanriöver

Unwettersaison

Im nördlichen Mittelmeerraum erreicht die Gewittersaison im Spätsommer und zu Herbstbeginn ihren Höhepunkt, im zentralen Mittelmeer im Laufe des Herbsts und im äußersten Süden und Osten erst im Winter. Dies spiegelt sich auch in den Ergebnissen einer Studie des ESWD wieder, welche die Monate mit den meisten Tagen mit Tornados zeigt.

Im Mittelmeer gibt es im Herbst die meisten Tagen mit Tornados
Der Monat des Jahres mit den im Mittel meisten Tagen mit Tornados. © ESWD

Mildes Mittelmeer

Die Wassertemperaturen im Mittelmeer nehmen im Zuge der globalen Erwärmung langsam zu, so gab es auch im 2018 von Ende April bis Anfang November in weiten Teilen des Meeres nahezu durchgehend überdurchschnittliche Wassertemperaturen. Auch im langjährigen Trend seit 1982 kann man ein Zunahme der mittleren Wassertemperaturen beobachten, was für die angrenzenden Länder eine Gefahr darstellt. Die Unwettersaison wird nämlich tendenziell länger und intensiver, denn je wärmer das Wasser im Herbst ist, desto mehr Energie steht für Unwetter zur Verfügung.

Das Mittelmeer wird immer wärmer
Trend der Wassertemperaturen im Mittelmeer. © CEAM

Sturzfluten in Sizilien

Auch in der letzten Woche hat anhaltender Tiefdruckeinfluss im Mittelmeerraum wiederholt für Unwetter in Italien gesorgt. Zu Wochenbeginn war vor allem der Norden Italiens von Tief VAIA betroffen, am Wochenende sorgte Tief XENA dann für gewittrigen Starkregen in den südlichen Landesteilen. In Summe kamen dabei in Italien über 30 Menschen ums Leben.

Herbst: Zeit der Inversionswetterlage mit Nebel und Hochnebel

Hochnebel im Land Salzburg

Zu dieser Jahreszeit stellt sich unter beständigem Hochdruckeinfluss immer öfter eine sogenannte Inversionswetterlage ein. Diese zeichnet sich durch eine Umkehr der normalerweise vorherrschenden Abnahme der Temperatur mit der Höhe aus, so ist es in mittleren Höhenlagen milder als in den Tal- und Beckenlagen. Dies hat zwei Ursachen:

  • Den Sonnenstand
  • Die Subsidenz bei Hochdrucklagen

Lange Nächte

Die Nächte in Mitteleuropa sind bereits über 14 Stunden lang und die Sonne steht tagsüber etwa in Wien maximal 27 Grad über dem Horizont. Die unteren Luftschichten kühlen in den langen Herbstnächten stark aus und besonders in den Tal- und Beckenlagen entstehen sogenannte Kaltluftseen, die durch die immer schwächere Sonne erst spät oder gar nicht mehr ausgeräumt werden können.

Im Herbst gibt es viel Nebel
Nebel im Rheintal. © www.foto-webcam.eu

Subsidenz

Kräftige Hochdruckgebiete im Herbst sorgen in der freien Atmosphäre für eine absinkende Bewegung der Luft („Subsidenz“). Wenn Luft absinkt, dann gelangt sie unter höheren Luftdruck und wird demzufolge komprimiert und erwärmt. Dies hat zur Folge, dass die Luft im Gebirge oft sehr trocken und die Fernsicht ausgezeichnet ist. Die Grenze zum darunterliegenden Kaltluftsee wird dann besonders markant und fördert beständigen Nebel oder Hochnebel.

In den Tallagen hält sich Nebel
Inversion mit Subsidenz. © UBIMET / www.foto-webcam.eu

Während in den Tälern und Niederungen also graues und kaltes Wetter herrscht, kann es in mittleren Höhenlagen tagsüber bei Sonnenschein mitunter auch mehr als 15 Grad milder sein! Aber auch ohne Hochnebel ist es unterhalb der Inversion häufig dunstig, denn durch die fehlende Durchmischung mit der oberen Atmosphäre sammeln sich Feuchte und Schadstoffe langsam an und die Sicht ist getrübt.

Eine Inversionswetterlage
Eine Dunstschicht im Zuge einer Inversionswetterlage in Osttirol. © www.foto-webcam.eu

Erneut schwere Unwetter mit Starkregen in Italien

In Italien gibt es seit Wochenbeinn schwere Unwetter

Anhaltender Tiefdruckeinfluss im Mittelmeerraum sorgt derzeit wiederholt für Unwetter in Italien. Der Kern von Tief XENA liegt aktuell an der Südspitze Sardiniens und weite Teile Italiens befinden sich unter dem Einfluss einer südlichen bis südöstlichen Höhenströmung. In Zusammenspiel mit der labilen Schichtung der Luft kommen besonders im Bereich der dem Wind zugewandten Küsten und Gebirgen teils ergiebige Regenmengen zusammen.

Sturzfluten in Sizilien

In den letzten 48 Stunden war vor allem Sizilien von gewittrigem Starkregen betroffen, so kam es in den Provinzen von Agrigent und Palermo zu ergiebigen Regenmengen und mindestens 12 Todesopfern. Bereits zu Wochenbeginn gab es in Norditalien schwere Unwetter, wir berichteten darüber u.a. hier: Tief VAIA: Orkanböen bis 200 km/h. Im Zuge der Unwetter kamen seit letzten Montag in Italien bereits über 30 Menschen ums Leben.

Anbei die nassesten Orte der letzten 48 Stunden in Sizilien bis Sonntag 6 Uhr:

  • Ribera (AG) 162 mm
  • Aragona C.da San Benedetto (AG) 154 mm
  • Menfi (AG) 150 mm
  • Contessa Entellina (PA) 145 mm

In den kommenden zwei Tagen fällt besonders an der Westküste zwischen Neapel und Grosseto, in Süden Kalabriens, im Osten von Sardinien und Korsika sowie im Bereich der Alpen kräftiger und teils auch gewittrig durchsetzter Regen.

Es gehen weitere Schauer und Gewitter nieder
Regenmengen in den kommenden 48 Stunden bis Montagnacht. © UBIMET

Mildes Mittelmeer

Es ist kein Zufall, dass der Mittelmeerraum besonders im Herbst mit Unwettern zu kämpfen hat: Einerseits kommt es in dieser Jahreszeit vermehrt zur Entstehung von Tiefdruckgebieten im Mittelmeerraum, andererseits sorgt das Zusammenspiel aus Kaltluftvorstoßen aus Nordeuropa und milden Wassertemperaturen für eine labile Schichtung der Luft. Dabei gilt: Je wärmer das Wasser im Herbst ist, desto größer ist das Risiko für Unwetter.

Die Wassertemperaturen liegt seit Ende April über dem Mittel
Anomalie der Wassertemperaturen im Mittelmeer im 2018. © CEAM

Unwettersaison

Die im Zuge des Klimawandels zunehmenden Wassertemperaturen stellen für den Mittelmeerraum eine erhebliche Gefahr dar, da die Unwettersaison im Herbst tendenziell länger und intensiver wird. Ein Blick auf die Anomalien der Temperaturen des Mittelmeers zeigt, dass es heuer bereits seit Ende April nahezu durchgehend überdurchschnittliche Werte gibt. Auch der langjährige Trend der mittleren Wassertemperaturen seit 1982 zeigt nach oben.

Das Mittelmeer wird immer wärmer
Trend der Wassertemperaturen im Mittelmeer. © CEAM

Tief VAIA hinterlässt Windwurf und schwere Schäden im Alpenraum

In den Alpen gab es schwere Schäden

Das Tiefdruckgebiet VAIA ist in der Nacht auf Dienstag unter Verstärkung über die Schweiz hinweg nach Deutschland gezogen. Es handelt sich dabei um eine außergewöhnliche Zugbahn, da Italientiefs normalerweise nach Osten oder Südosten abziehen. In den Nordalpen gab es dabei einen Föhnorkan, so wurden auf manchen Berggipfeln Orkanböen um 200 km/h gemessen. Aber auch in den Tallagen gab es Böen von bis zu 130 km/h wie etwa in Elm in der Schweiz.

Windwurf an der Alpensüdseite

An der Alpensüdseite konnte der sehr starke Höhenwind mit Durchzug der Kaltfront ebenfalls vorübergehend bis in die Tallagen durchgreifen. Dies ist außergewöhnlich, da der Regen hier normalerweise den Wind abschwächt. Betroffen davon waren vor allem die Südschweiz (Tessin, Engadin) und Italien (das Bergland von der Lombardei bis nach Trentino, Südtirol und Veneto), wo es zu erheblichen Schäden kam und die Dächer zahlreicher Häuser abgedeckt wurden. Dazu gab es teils schwere Überschwemmungen und Vermurungen durch den vorhergehenden, ergiebigen Regen.

Böen um 200 km/h

Anbei eine Auswahl an gemessenen Windspitzen:

  • Passo Rolle (ITA) 217 km/h
  • Gutsch-Andermatt (CH) 213 km/h
  • Feuersang (AT) 198 km/h
  • Monte Cesen (ITA) 192 km/h
  • Jaufenkamm (ITA) 185 km/h
  • Piz Martegnas (CH) 181 km/h
  • Brunnenkogel (AT) 176 km/h
  • Sonnblick (AT) 173 km/h
  • Gornergrat (CH) 168 km/h

Auch in den Tallagen der Alpensüdseite kam es zudem örtlich zu Orkanböen, wie etwa in Lugano im Tessin mit 129 km/h.


Böen bis 200 km/h: Extreme Schäden durch Sturm VAIA in den Alpen

In Italien gab es extremen Windwurf

Mit Durchzug des Tiefs kam es zu extremen Druckunterschieden im Alpenraum. An der Alpennordseite in der Schweiz und Österreich tobte ein heftiger Föhnorkan, so wurden in exponierten Lagen der Tauern und im östlichen Bergland Böen von knapp 200 km/h gemessen (Feuersang, Hochschwab, Ötscher). In den Tallagen kam es zu Schäden und Unterbrechungen in der Stromversorgung durch Windwurf und Windbruch, zudem wurden vereinzelt sogar Hausdächer abgedeckt. Auch das Dach der Festung Hohensalzburg wurde teilweise beschädigt.

Extreme Schäden in den Südalpen

Der Tiefkern von VAIA ist in der Nacht auf Dienstag direkt über Piemont und die Schweiz hinweggezogen. Auch an der Alpensüdseite konnte der extrem starke Höhenwind mit Durchzug der Kaltfront dabei vorübergehend bis in die Tallagen durchgreifen. Dies ist ungewöhnlich, da der starke Regen in diesen Regionen normalerweise den Wind deutlich abschwächt. Besonders betroffen davon waren die Südschweiz (Tessin, Engadin) und Italien (v.a. das Bergland von der Lombardei bis nach Trentino, Südtirol und Veneto), wo es zu erheblichen Schäden kam. Sogar die Dächer mancher Berghütten wie etwa das Albula Hospiz in der Schweiz und das Rifugio Comici in den Dolomiten wurden durch den Orkan abgedeckt.

Anbei eine Auswahl an gemessenen Windspitzen:

Schweiz

  • Gutsch-Andermatt 213 km/h
  • Piz Martegnas 181 km/h
  • Gornergrat 168 km/h
  • Säntis 166 km/h
  • Matro 154 km/h

Österreich

  • Feuersang (Tauern) 198 km/h
  • Brunnenkogel 176 km/h
  • Sonnblick 173 km/h
  • Sölden Kreuzspitze 168 km/h
  • Patscherkofel 166 km/h

Italien

  • Passo Rolle 217 km/h
  • Monte Cesen 192 km/h
  • Jaufenkamm 185 km/h
  • Monte Verena 161 km/h
  • Passo Mangehn 157 km/h

Selbst in den Tallagen kam es allerdings örtlich zu Orkanböen, wie etwa in Lugano (CH) mit 129 km/h.

Schäden auch in Österreich

Die Kaltfront von Tief VAIA hat am Montagabend unter Abschwächung auch Österreich überquert. Besonders betroffen davon waren Osttirol und Oberkärnten, so wurden vor allem in mittleren Höhenlagen im Lesachtal erhebliche Schäden beobachtet. Teils schwere Sturmböen wurden sogar am Talboden verzeichnet, wie etwa  in Obervellach mit 90 km/h oder Bad Bleiberg mit 94 km/h.

Auf den Bergen gab es einen Föhnorkan
Am Montagabend gab es verbreitet Orkanböen auf den Bergen. © UBIMET

Titelbild: Freiwillige Feuerwehren Südtirol

Südstau in den Alpen

Südstau bringt kräftigen Regen in Norditalien

Als Südstau werden Niederschläge an der Alpensüdseite bezeichnet, welche durch das orographische Hindernis Alpen ausgelöst oder verstärkt werden. Bei einer Südstaulage wird eine ohnehin schon recht feuchte Luftmasse durch die Alpen zum Aufsteigen gezwungen, dabei kühlt sie sich ab. Da Luft mit sinkender Temperatur weniger Wasser halten kann, verstärken sich die Niederschläge. Somit fällt bei Südstaulagen im Luv der Alpen deutlich mehr Regen oder Schnee, als im unbeeinflussten Flachland. Auf der Leeseite der Berge, also nördlich des Alpenhauptkamms, kann sich dann Föhn bemerkbar machen.

Auswirkungen auf Deutschland

In den deutschen Alpen bekommt man von den verstärkten Niederschlägen an der Alpensüdseite meist nur wenig mit, denn nördlich des Alpenhauptkamms sorgt Südföhn oft für frühlingshaftes Wetter. Die zuvor zum Aufstieg gezwungene Luft sinkt nördlich der Alpen wieder ab. Da die abwärts gerichtete Luftströmung sehr trocken ist, führt dies rasch zur Auflösung der Wolken. Der Himmel präsentiert sich oftmals sogar gering bewölkt. Zudem erwärmt sich die Luft beim Absteigen um etwa 1 Grad pro 100 m, somit wird die in den Tälern liegende, oft deutlich kühlere Luft ausgeräumt. Nicht selten kommt es dabei zu einem Temperaturanstieg von 10 Grad oder mehr.

Ergiebiger Regen im Süden

Bei kräftigen Südstaulagen gibt es besonders in den Italienischen Alpen, im Tessin sowie in Osttirol und Kärnten teils enorme Regen- oder Schneefälle. Stellenweise fallen dann über 150 Liter pro Quadratmeter innerhalb von nur 24 Stunden. In den vergangenen Tagen gab es etwa am Plöckenpass knapp über 600 Liter pro Quadratmeter in nur drei Tagen (siehe auch hier)! Sogar noch ergiebigere Mengen wurden manchmal in den Alpen in Friaul und im Tessin verzeichnet, welche zu den nassesten Regionen Europas zählen. Im Winter kann es zudem trotz der eigentlich recht milden Luftmasse sogar bis in tiefe Lagen heftigen Schneefall geben. Grund hierfür ist die Schmelzwärme des Schnees, die der Umgebung entzogen wird.

Tief VAIA sorgt für Regen über 400 mm, Hochwasser und Sturm

Der Presseggersee verzeichnet Hochwasser

Anhaltender Tiefdruckeinfluss über dem Mittelmeer hat seit Samstag wiederholt für intensiven Regen im Süden Österreichs gesorgt. Spitzenreiter war die Station am Plöckenpass im Süden Kärntens, hier gab es mit 627 Liter pro Quadratmeter den mittleren Jahresniederschlag von Wien in nur 72 Stunden. In diesem Zeitraum stellt dies einen neuen Stationsrekord dar. Die Wassermassen sorgten für Überschwemmungen und Vermurungen, zudem haben in Oberkärnten die Gail, die Möll und die Drau ein 30-jähriges Hochwasser verzeichnet. Einzelne kleinere Gewässer wie etwa der Ebriacher Bach in den Karawanken haben sogar die HQ-100-Marke erreicht.

Übersicht Regenmengen (Samstag 07 Uhr bis Dienstag 07 Uhr):

Ort (Bundesland)

Regenmenge

Plöckenpass (Kärnten)*

627 l/m²

Würmlach (Kärnten)*

480 l/m²

Nassfeld (Kärnten)*

442 l/m²

Kötschach-Mauthen (Kärnten)

441 l/m²

Jauken (Kärnten)*

386 l/m²

Dellach im Drautal (Kärnten)

347 l/m²

Oberdrauburg (Kärnten)*

320 l/m²

Kolm-Saigurn (Salzburg)

300 l/m²

* Station wird vom Hydrografischen Dienst Kärnten betrieben

Hochwasser in Kärnten
Der Pegel der Möll war nahe der HQ-100-Marke in Flattach. © https://info.ktn.gv.at

Föhnorkan auf den Bergen

Besonders auf den Bergen gab es verbreitet Orkanböen, punktuell wie etwa auf dem Hochschwab wurden sogar Spitzen von 200 km/h erreicht. Aber auch in vielen Tälern und im Flachland gab es Sturmböen, weshalb es gebietsweise zu Unterbrechungen im Straßen- und Bahnverkehr sowie in der Stromversorgung kam. Die stärkste Windspitze in den Tallagen wurde in Vorarlberg gemessen, so gab es Montagnacht in Schröcken eine Orkanböe von 122 km/h. Sturmböen wurden aber auch im Süden verzeichnet, wie etwa in Bad Bleiburg in Kärnten mit 94 km/h.

Übersicht Windspitzen Niederungen (Montag 09 Uhr bis Dienstag 09 Uhr):

  • Schröcken (Vorarlberg) 122 km/h
  • Brand (Vorarlberg) 115 km/h
  • Bichlbach (Tirol) 109 km/h
  • Mondsee (Oberösterreich) 101 km/h
  • Obertauern (Salzburg) 101 km/h
  • Warth (Vorarlberg) 97 km/h
  • Micheldorf (Oberösterreich) 97 km/h
  • Semmering (Niederösterreich) 97 km/h
  • Mariazell (Steiermark) 97 km/h
  • Oberndorf (Niederösterreich) 97 km/h
Auf den Bergen gab es einen Föhnorkan
Windspitzen der letzten 24 Stunden bis Dienstagmorgen. © UBIMET

Außergewöhnliche Zugbahn

Tief VAIA ist in der Nacht auf Dienstag unter Verstärkung über die Schweiz hinweg nach Deutschland gezogen. Diese Zugbahn ist außergewöhnlich, normalerweise ziehen Italientiefs nämlich nach Osten oder Südosten ab. Das Tief sorgt weiterhin für extreme Gegensätze in Mitteleuropa: Während an der Ostflanke des Tiefs stürmischer Südföhn die Temperaturen in die Höhe treibt, gelangen an der Westflanke kalte Luftmassen nach Westeuropa. Von Gewitter über Starkregen und Schneefall bis hin zum Sturm sind somit nahezu alle Wetterextreme in Mitteleuropa vertreten.

In Osttirol und Kärnten gibt es Hochwasser
Die Niederschlagssumme der letzten 72 Stunden bis Dienstagmorgen. © UBIMET

Wetterberuhigung in Sicht

Am Dienstag fällt im Süden zwar noch etwas Regen, große Mengen wie an den Vortagen sind aber nicht mehr zu erwarten. Am Abend klingt der Regen sogar gänzlich ab und am Mittwoch bleibt es landesweit trocken. Die Hochwasserlage entspannt sich somit langsam. Der föhnige Südwind weht allerdings vor allem in den Nordalpen und im östlichen Flachland weiterhin kräftig bis stürmisch. Zu Allerheiligen setzt sich das freundliche Herbstwetter im Norden und Osten fort, an der Alpensüdseite zeichnet sich im Tagesverlauf hingegen neuerlich etwas Regen ab.

Überflutungen in Obervellach
Überflutungen am Dienstagmorgen in Obervellach. © foto-webcam.eu

Titelbild: http://presseggersee.it-wms.com/

Schnee, Starkregen und Sturm: Tief VAIA sorgt für Wetterextreme in Mitteleuropa

Hochwassergefahr und Föhnsturm

Die Zugbahn von Tief VAIA ist außergewöhnlich, so zieht das Tief in der Nacht zum Dienstag unmittelbar über die Schweiz hinweg nach Deutschland. Normalerweise verlagern sich Italientiefs nach Osten oder Südosten. Das Tief sorgt für extreme Gegensätze in Mitteleuropa: Während an der Ostflanke des Tiefs stürmischer Südföhn die Temperaturen in die Höhe treibt, gelangen an der Westflanke kalte Luftmassen nach Westeuropa. Von Gewitter über Starkregen und Schneefall bis hin zum Sturm sind somit nahezu alle Wetterextreme in Mitteleuropa vertreten.

Tief VAIA sorgt für Wetterextreme in Mitteleuropa.
Tief VAIA sorgt für Wetterextreme in Mitteleuropa. © UBIMET / GFS

Gewitter und Starkregen

Besonders in Norditalien sorgen feuchte und labil geschichtete Luftmassen in diesen Stunden für heftige Gewitter. In den Südalpen fällt zudem teils anhaltender Regen. Von Norditalien bis in den Süden Österreichs führen einige Flüsse bereits Hochwasser, wie etwa die Gail in Kärnten. Vermurungen sind ebenfalls ein Thema, so ist selbst der Brenner nach einem Murenabgang am Sonntagabend gesperrt.

Schnee und Sturm

Am Westrand des Tiefkerns sinkt die Schneefallgrenze am Dienstag bis in die Niederungen, somit muss man in einem Streifen vom Zentralmassiv in Frankreich bis in den äußersten Süden Belgiens selbst im Flachland mit Nassschnee rechnen. An der Ostflanke sorgt teils stürmischer, föhniger Südwind dagegen für sehr milde Temperaturen, beispielsweise in Belgrad sank die Temperatur in der letzten Nacht nicht unter 20 Grad ab! In der Nacht zum Dienstag muss man besonders in den östlichen Nordalpen und im Bereich des Erzgebirges mit stürmischem Südwind und sehr milden Temperaturen rechnen, aber auch sonst kommt in Deutschland am Dienstag frischer bis starker Südwestwind auf.

In Sachsen und am Alpenrand weht stürmischer Föhn
Sturmwarnungen von Montagnacht bis Dienstagmittag. © www.uwr.de

Im Westen sinkt die Schneefallgrenze zudem gegen 500 bis 300 m ab, somit wird es in höheren Lagen wie etwa in der Eifel vorübergehend weiß. Ab Dienstagabend ist dann vermehrt auch der Nordwesten des Landes von starkem Wind mit teils stürmischen Böen betroffen.

Italientief sorgt für Föhnsturm und Starkregen, im Süden Hochwassergefahr

In Kärnten besteht Hochwassergefahr

Ein kräftiges Tiefdruckgebiet mit Kern über dem westlichen Mittelmeer führt derzeit ausgesprochen feuchte Luftmassen in den Süden Österreichs, zudem kommt in den Nordalpen stürmischer Föhn auf. Die Zugbahn des Tiefdruckgebiets ist aber außergewöhnlich, so zieht das Tief in der Nacht auf Dienstag direkt von Süd nach Nord über die Alpen hinweg, zudem erfasst die dazugehörige Kaltfront das Land in den Abend- und Nachtstunden aus Südwesten.

Gewittriger Starkregen

In den vergangenen 48 Stunden sind im Süden bereits ergiebige Regenmengen gefallen, so hat der Pegel der Gail am Sonntagabend abschnittsweise bereits HQ-10 erreicht und die Drau hat im Unterlauf HQ-1 überschritten. Dazu gab es Vermurungen, so wie etwa am Sonntagabend am Brenner. Derzeit hat im Bereich des Alpenhauptkamms und im Süden neuerlich Regen eingesetzt, der sich in den kommenden Stunden weiter verstärkt. Besonders im Laufe der zweiten Tageshälfte regnet es hier auch kräftig und gewittrig durchsetzt! Erst in der Nacht auf Dienstag lässt der Regen wieder nach. Aktuelle Warnungen gibt es auf https://uwz.at/.

Besonders in Osttirol und Kärnten regnet es kräftig
48-Stunden-Niederschlag bis Montagmorgen. © UBIMET

Hochwassergefahr in Kärnten

Bis Montagnacht fallen in Osttirol und Oberkärnten nochmals 80 bis 120 Liter pro Quadratmeter, in den Karnischen Alpen lokal auch um 150. Die Gefahr von Überflutungen und Hangrutschungen steigt im Tagesverlauf deutlich an. An der Drau und der Möll zeichnet sich ein 10- bis 30-jähirgen Hochwasser ab, an der Gail ist sogar ein überschreiten der HQ-30-Marke nicht ausgeschlossen! Auch am Alpenhauptkamm regnet es kräftig, somit sind weiterhin Vermurungen möglich. Am Dienstag fällt zeitweise noch etwas Regen, die Intensität lässt aber deutlich nach.

Es drohen Vermurungen und Hochwasser
Prognose der Regenmengen bis Dienstagmorgen. © UBIMET

Föhnsturm

Mit Annäherung des Tiefs kommt es im Alpenraum zu kräftigen Druckunterschieden, somit lebt im Bergland zunehmend stürmischer Föhn auf. Vor allem in prädestinierten Tallagen vom Karwendel über den Tennengau bis zum Mariazellerland zeichnen sich in der Nacht auf Dienstag örtlich auch schwere Sturmböen um 100 km/h ab! Auf exponierten Gipfeln ist sogar mit Orkanböen über 160 km/ zu rechnen. Auch im Flachland wird es allerdings zunehmend windig, so kommt an der Alpennordseite und im Osten im Laufe des Abends und der Nacht kräftiger bis stürmischer Südostwind mit Böen um 60 oder 70 km/h auf. Weiters sind teils stürmische Böen am Montagabend selbst in Unterkärnten und im Murtal nicht ausgeschlossen.

Es gibt einen Föhnsturm
Windspitzen bis Dienstagmittag. © UBIMET

Staubteufel in Frankreich in 1.800 m Seehöhe

Ein Dust Devil in den Alpen in Frankreich

Ein Staubteufel ist ein kleinräumiger, vertikal ausgerichteter Luftwirbel, der durch aufgewirbelten Staub sichtbar wird. Im Gegensatz zu Tornados treten sie nicht in Zusammenhang mit Quellwolken auf, sondern bei nahezu wolkenlosen Bedingungen. Die vertikale Ausdehnung dieser Kleintromben liegt meist unterhalb 100 m, in selten Fällen können sie aber auch mehrere Hundert Meter in den Himmel ragen.

Sommerphänomen

Staubteufel (Dust Devils) treten vor allem im Sommer auf, wenn die hochstehende Sonne zu einer Überhitzung der bodennahen Luft führt. Die erwärmte Luft steigt auf und wird durch Turbulenzen oder durch Windscherung in Rotation versetzt. Am Donnerstag wurde im Wintersportgebiet La Rosière ein Staubteufel in einer Seehöhe von 1.800 m beobachtet. Dies ist nicht nur aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit außergewöhnlich, sondern auch wegen der Höhenlage! So lag der Tageshöchstwert am Donnerstag in La Rosière bei etwa 14 Grad.

Windkonvergenz

La Rosière liegt am oberen Rand eines nach Süden bzw. Südwesten ausgerichteten Hangs. Für die Entstehung des Staubteufels waren einerseits der trockene und steinige Boden entscheidend, andererseits aber auch der tagsüber aufkommende Hangaufwind. Letzterer hat vermutlich zu einer lokalen Windkonvergenz zwischen dem südlichen Hangwind und dem schwachen nordöstlichen Wind im Gipfel- bzw. Passniveau geführt.

Die Lage von La Rosière im Südosten Frankreichs.
Die Lage von La Rosière im Département Savoie in Frankreich. © google.com

160 mm Regen in einer Stunde: Neuer spanischer Regenrekord

160 mm innerhalb von einer Stunde in Vinaroz

Seit Donnerstag gehen an der spanischen Mittelmeerküste zwischen Valencia und Barcelona heftige Schauer und Gewitter nieder. Die Station Vinaròs hat am Freitag zwischen 18 und 19 Uhr sogar 159.2 mm Regen innerhalb von nur einer Stunde gemessen, ehe die Datenverbindung der Station ausgefallen ist. Wenn diese Daten vom Spanischen Wetterdienst AEMET bestätigt werden, dann handelt es sich um einen neuen Rekord. Die vorliegenden Satelliten-, Blitz- und Radardaten deuten aber auf eine korrekte Messung hin.

Die bisherigen stündlichen Regenrekorde in Spanien:

  • 144 mm Sueca am 23.9.2008 (inoffiziell)
  • 130 mm Santa Cruz de Tenerife am 31.3.2002 (AEMET)

In den nächsten zwei Graphiken sieht man ein Satellitenbild von Freitagabend mit den detektierten Blitzen sowie das Radarbild. An der Ostküste lag ein nahezu ortsfestes Gewitterband genau über Vinaròs.

In Vinaroz hat es ergiebig geregnet
Satellitenbild mit Blitzen. © EUMETSAT / UBIMET
Ein kräftiges Gewitter lag an der Ostküste Spaniens
Radarbild um 18 Uhr. © AEMET

Bei solchen Regenmengen ist zwangsläufig mit Überflutungen oder gar Sturzfluten zu rechnen. Es gibt bereits zahlreiche Videos mit Überschwemmungen aus Vinaròs und Umgebung.