März 2026: erster Frühlingsmonat endet zu warm

Zu mild

Der diesjährige März war in Mitteleuropa längere Zeit durch Hochdruckgebiete geprägt. Somit stellte sich für längere Zeit ruhiges Wetter ein und auch milde Luft erreichte Deutschland. Insbesondere in der Nordhälfte führte dies dazu, dass der Monat teils mehr als 2 Grad zu warm ausfiel. Im Süden verlief der Monat dagegen ausgeglichener.

Abweichung der Mitteltemperatur im März © DWD/UBIMET

Beispielhaft hier die Abweichungen für Schleswig-Holstein und Bayern:

Abweichung der Temperatur vom Flächenmittel für Schleswig-Holstein © mtwetter
Abweichung der Temperatur vom Flächenmittel für Bayern © mtwetter

Man erkennt gut, dass der Monatsbeginn verbreitet zu warm verlief, und erst der markante Kaltlufteinbruch in der letzten Woche den Mittelwert in Bayern herabsetzte. Weiterhin ist die negative Abweichung in Bayern deutlich größer als in Schleswig-Holstein.

Die höchste Temperatur des Monats wurde am 7. des Monats in Michelstadt im Odenwald mit 19,9 Grad gemessen. Die tiefste Temperatur wurde am 28. des Monats mit -15,5 Grad in Oberstdorf gemessen, ausgenommen hier ist nur die Zugspitze.

 Zu trocken

Der lange Hochdruckeinfluss führte, wenig verwunderlich, zur Trockenheit. Besonders ausgeprägt ist diese im Osten und Südosten des Landes. In Berlin und Umgebung kamen gerade mal 5 bis 10 L/m² im gesamten Monat zusammen. Zwar fielen am Alpenrand und im Weststau des Schwarzwalds regional mehr als 100 L/m², hier liegt das Mittel aber auch recht hoch, sodass die Abweichungen hier teils sogar negativ sind.

Abweichung des Niederschlags vom Mittel © DWD/UBIMET

Der Kaltluftausbruch am Ende des Monats brachte besonders im Süden nochmal Schnee bis weit hinunter. Selbst im Flächenmittel über die gesamte Republik ist dieser zu erkennen. Dabei erkennt man, dass das Mittel im März erwartungsgemäß abnimmt. Dabei liegt selbst in den Alpentälern derzeit noch rund ein viertel Meter Schnee.

Flächenmittel der Schneehöhe über Deutschland © mtwetter

Ein Sturmtief

Der Kaltluftausbruch wurde von einem Sturm begleitet, an der Nordsee wurden Böen um die 100 km/h gemessen, aber auch im Binnenland traten Sturmböen auf. Spitzenreiter hier ist die Station Spiekeroog, einer der ostfriesischen Inseln, mit einer Böe von 109 km/h, am 25. des Monats. Auf den Berggipfeln kam es sogar zu Orkanböen.

Zu sonnig

Der Hochdruckeinfluss hatte für viele jedoch einen positiven Nebeneffekt, die Sonne schien landesweit überdurchschnittlich lange. Verbreitet wurde rund das 1,5-fache des Üblichen erreicht.

Abweichung des Sonnenscheins zum Mittel © DWD/UBIMET

August 2024 deutlich zu warm

Hitze mit 30 Grad

Deutlich zu warm

Mit einer Abweichung von rund +2 Grad zum langjährigen Mittel (1991-2020) war der August deutlich zu warm. Dies entspricht dem 4. wärmsten seit Messbeginn. Besonders große Abweichungen gab es in der Mitte und im Süden. Vor allem die ersten zwei Augustdekaden waren von feuchtwarmen, schwülen Luftmassen geprägt. Im Laufe des Monats kam es auch zu mehreren Hitzepeaks, wie etwa am 13., 24. und 29. August. Am 13. wurde mit 36,5 °C in Bad Neuenahr-Ahrweiler in Rheinland-Pfalz auch die bundesweit höchste Temperatur gemessen. Die meisten Hitzetage wurden im Oberrheingraben, in Mainfranken und in den Niederungen Ostthüringens beobachtet.

Temperaturabweichung vom Klimamittel (1991-2020)

Teils nass, teils trocken

Regional war der August zu trocken, so hat es im Flächenmittel rund 22 Prozent zu wenig geregnet.  Am trockensten war es dabei im Nordosten. Lokal gab es aber auch überdurchschnittliche Regenmengen: Am nassesten war es im Berchtesgadener Land, im Chiemgau sowie sehr lokal auch in Nordhessen. Etwa in Trendelburg wurden am 1. sogar 170 l/m² innerhalb von nur 24 Stunden gemessen. Gewitter haben aber auch in anderen Regionen zu großen Regenmengen in kurzer Zeit geführt.

Niederschlagsabweichung vom Klimamittel (1991-2020)

Viel Sonne

Im gesamten Land wurden deutlich mehr Sonnenstunden als üblich verzeichnet, im Flächenmittel gab es ein Plus von rund 23 Prozent. Besonders große Abweichungen von teils mehr als 30 Prozent gab es in der Mitte des Landes, während die Abweichungen am Alpenrand sowie im äußersten Norden vergleichsweise gering waren.

Abweichung Sonnenscheindauer vom Klimamittel (1991-2020)

Drittwärmster Juli der Messgeschichte

Nach dem Juni war auch der Juli in West- und Nordwesteuropa durch rege Tiefdrucktätigkeit geprägt, im Alpenraum führte dies zu einem Wechselspiel aus teils großer Hitze und kräftigen Gewitterlagen. Von West nach Ost gab es dabei aber auch deutliche Unterschiede. Österreichweit schließt der Juli im Vergleich zum langjährigen Mittel von 1991 bis 2020 mit einer Abweichung von rund 2 Grad deutlich zu warm ab, in der 257-jährigen Messgeschichte waren nur der Juli 2015 und der Juli 2006 noch heißer.

Im Süden und Osten viel Hitze

Die größten positiven Abweichungen zwischen +2,5 und +3 Grad wurden im Südosten und Osten gemessen, von Vorarlberg bis nach Oberösterreich liegen diese hingegen „nur“ bei +1 bis +1,5 Grad. Bregenz war der Ort mit der geringsten Temperaturabweichung und Bad Radkersburg jener mit der größten.

Temperaturabweichung für den Juli 2024 - UBIMET
Temperaturabweichung für den Juli 2024 – UBIMET

Regional heißester Juli, viele Tropennächte

Im Südosten des Landes, etwa von Klagenfurt bis Güssing, bilanziert der Juli sogar oft auf dem ersten Platz. Hier wurden auch die meisten Hitzetage registriert. In Ferlach wurde etwa an 20 Tagen, in Bad Radkersburg und Güssing an 19 Tagen die 30-Grad-Marke erreicht bzw. überschritten. In Klagenfurt wurde zur Monatsmitte mit 11 Hitzetagen in Folge sogar die längste Hitzewelle seit Messbeginn 1950 registriert. Wien-Döbling (13), Eisenstadt (13) und St. Pölten (5) meldeten auch einen neuen Monatsrekord für Tropennächte (Tiefstwert ≥ 20 Grad). Die österreichweit höchste Temperatur wurde mit 36,3 Grad in Andau am 10. Juli gemessen.

Gemessene Temperaturmaxima in Österreich im Juli 2024 - UBIMET
Gemessene Temperaturmaxima in Österreich im Juli 2024 – UBIMET
Entwicklung der Tropennächte im Juli seit 1872 an der Station Wien Hohe Warte - neuer Rekord | UBIMET
Entwicklung der Tropennächte im Juli seit 1872 an der Station Wien Hohe Warte – neuer Rekord | UBIMET

Im Westen leichtes Sonnendefizit, im Osten etwas sonniger als üblich

Der Juli brachte im Westen mit einem Minus von rund 15 Prozent etwas weniger Sonnenschein als im langjährigen Mittel üblich, im Osten hingegen mit einem Plus von 10 bis 15 Prozent etwas mehr. Am sonnigsten war es von der Oststeiermark bis ins Nordburgenland. Landesweit bilanziert der Monat in Summe durchschnittlich sonnig.

Abweicheung Sonnenscheindauer in Österreich im Juli 2024 im Vergleich zum langjährigen Mittel. | UBIMET
Abweicheung Sonnenscheindauer in Österreich im Juli 2024 im Vergleich zum langjährigen Mittel. | UBIMET

Kräftige Gewitter, im Osten örtlich rekordtrocken

Der Juli war von zahlreichen Gewitterlagen geprägt, dementsprechend groß fallen die Unterschiede in der Niederschlagsbilanz aus. Von Oberösterreich bis ins Nordburgenland kam oft nur weniger als die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge zusammen. Im östlichen Flach- und Hügelland bilanziert der Juli mit einem Minus von 70 bis 90 Prozent sogar deutlich zu trocken. In Hohenau an der March regnete es im gesamten Monat nur 4 Liter pro Quadratmeter. Seit Messbeginn im Jahr 1948 gab es hier in einem Juli noch nie so wenig Niederschlag.

Klimadiagramm Niederschlag für den Monat Juli und Hohenau an der March - Der Juli 2024 geht als trockenster Juli in die Messgeschichte ein. | UBIMET
Klimadiagramm Niederschlag für den Monat Juli und Hohenau an der March – Der Juli 2024 geht als trockenster Juli in die Messgeschichte ein. | UBIMET

Im Berg- und Hügelland sowie im Süden sorgten hingegen wiederholt kräftige Gewitter für große Niederschlagsmengen in kurzer Zeit. Das größte Plus mit etwa 80 Prozent gab es rund um das Aflenzer Becken in der Obersteiermark und im Waldviertel. Im Aflenzer Becken fiel dabei ein Großteil des Regens mit langsam ziehenden Gewittern am 16. Juli. Die Folge waren schwere Überflutungen und Murenabgänge. Auch von Unterkärnten bis ins steirische Vulkanland und entlang der westlichen Nordalpen bilanziert der Juli im Vergleich zum langjährigen Mittel zu nass, auch hier sorgten langsam ziehende Gewitter lokal für ergiebige Regenmengen in kurzer Zeit.

Niederschlagsabweichung für den Juli 2024 - UBIMET
Niederschlagsabweichung für den Juli 2024 – UBIMET

Viele Blitze, die meisten in der Steiermark

Der Juli brachte in Österreich mit rund 520.000 Blitzen etwa 10 Prozent mehr Blitze als im 10-jährigen Mittel, regional kam es dabei aber zu großen Unterschieden. Während die Steiermark, Kärnten und Niederösterreich ein deutliches Plus zu verbuchen haben, wurden in Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Wien weniger Blitze als üblich detektiert. Gewitterhotspot war die Steiermark mit etwa 185.000 Blitzentladungen. Der blitzreichste Tag des Monats war der 12. Juli mit knapp 190.000 Entladungen.

Blitzdichte in Österreich im Juli 2024 - die meisten Blitze gab es in der Steiermark | UBIMET
Blitzdichte in Österreich im Juli 2024 – die meisten Blitze gab es in der Steiermark | UBIMET