Harry sorgt für Unwetter in Süditalien

Zwischen einem ausgeprägten Hochdruckgebiet über Russland sowie einem Tiefdruckgebiet namens HARRY mit Kern über Tunesien verstärkt sich der Druckgradient und somit stellt sich eine stürmische Süd- bis Südostströmung über dem Süden von Italien ein. Außerdem hat die zugehörige Okklusion, welche nur langsam über das Land zieht und an den Bergketten regelrecht ausgequetscht wird, einiges an Niederschlag in Gepäck.

Bodendruck- und Frontenkarte für Montag, 19. Jänner 2026, 13:00 MEZ

Auswirkungen

Die aufziehende Okklusion sorgt besonders auf den Inseln Sizilien, Sardinien und Korsika (Frankreich) sowie in der süditalienischen Region Kalabrien für eine markante Unwetterlage.

Bis zum Mittwochmittag kommen dort verbreitet zwischen 200 und 400 mm zusammen, lokal berechnen Wettermodelle in den Staulagen auch bis zu 600 mm. Entsprechend groß ist die Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen.

Akkumulierte Niederschlagsmengen des Modells ICON-2I

Begleitet werden die ergiebigen Niederschläge von schweren Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 90 und 100 km/h, auch orkanartige Böen bis zu 110 km/h sind mit dabei.

24-stündige prognostizierte Windböen bis Mittwoch, 21.01.2026 nach dem ECMWF-Modell

Der Sturm lässt die Wellen deutlich an Höhe gewinnen. Auf dem Meer werden Wellenhöhen von sechs bis acht Metern erwartet. Besonders an südöstlich exponierten Küstenabschnitten besteht damit ein erhöhtes Risiko für Sturmfluten.

Signifikante Wellenhöhe und mittlere Ausbreitungsrichtung für Dienstag, 20.01.2026, 18 UTC – ECMWF

Tief TOMRIS: Schneenachschub in den Alpen

Gute Schneelage in den Alpen. Foto: Nikolas Zimmermann

Schneefall am Freitag

Noch in der Nacht auf Freitag setzt vom Bregenzerwald bis ins Salzkammergut Regen ein, oberhalb von rund 800 Metern geht dieser in Schnee über. Zeitweise kräftig schneit es vom Rätikon bis ins Außerfern – bis zu 50 Zentimeter sind im  Arlberggebiet zu erwarten. In den mittleren und hohen Lagen des Salzkammerguts und des Toten Gebirges werden rund 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee prognostiziert. Auch einzelne Gewitter sind beim Durchzug und unmittelbar vor der Front eingelagert. Der Südföhn lässt spätestens ab Mitternacht nach, wird aber von auffrischendem Westwind abgelöst.
In der folgenden Karte sind die Neuschneesummen bis Freitagabend zu sehen:

Neuschneehöhe bis Freitag, 18 Uhr. Quelle: UBIMET
Neuschneehöhe bis Freitag, 18 Uhr. Quelle: UBIMET

Nicht ganz so wetterwirksam erreicht die Störung den Süden: Am Freitag sind südlich des Hauptkamms einige, unergiebige Schauer einzuplanen. Im Donauraum, ganz im Osten sowie im Berg- und Hügelland des Südostens wird es ebenfalls unbeständig mit Regenschauern. Dazu weht teils kräftiger Nordföhn: Der Schwerpunkt liegt von den Niederen Tauern über die östliche Obersteiermark, sowie von den Fischbacher Alpen bis zum Leithagebirge. Lokal sind auch Böen bis 90 km/h möglich. Lebhaft bis kräftig weht zudem der Nordwestwind auch am Alpenostrand.

Milderung und Sonnenschein am Wochenende

Ein Hochdruckkeil beschert am Samstag und Sonntag durchwegs freundliches Wetter und steigende Temperaturen. Neben vielen Sonnenstunden sind am Sonntag  im oberen Waldviertel bis zu 18 Grad möglich.

Hurrikan Florence nimmt Kurs auf den Südosten der USA

Hurrikan Florence

Der Hurrikan Florence befindet sich derzeit etwa 2.000 km südöstlich von  North Carolina mitten im Atlantik. Er zieht unter Verstärkung mit etwa 20 km/h in west- bis nordwestliche Richtung. Mit mittleren Windgeschwindigkeiten von 195 km/h und noch stärkeren Böen wird er aktuell als Hurrikan der Kategorie 4 auf der fünfteiligen Skala eingestuft.

Landfall in South Carolina?

Anhand der neuesten Wettermodelle wird ein Landfall an der Küste von South oder North Carolina am Donnerstagabend europäischer Zeit  immer wahrscheinlicher. Es gibt zwar noch immer ein gewisse Unsicherheit, aber nur noch einzelne Modellläufe sehen noch ein Abbiegen des Wirbelsturms in nördliche Richtung kurz vor der Küste der USA.

Florence trifft Donnerstagnacht auf den Südosten der USA.
Die Prognose der Zugbahn von Florence vom NHC

Der Wirbelsturm wird voraussichtlich als Major Hurricane an Land treffen, dies entspricht Kategorie 3, 4 oder 5 auf der fünfteiligen Saffir-Simpson-Skala. Im Kern des Sturms weht somit ein Mittelwind von mindestens 180 km/h. Anbei die Hauptgefahren im Überblick:

  • Spitzenböen bis knapp über 200 km/h
  • meterhohe Sturmflut
  • Schwere Überflutungen durch ergiebigen Regen

Saison aufgeflammt

Die bisherige Hurrikansaison verlief bis Ende August ruhig, mittlerweile haben sich innerhalb weniger Tage mit FLORENCE, HELENA und ISAAC allerdings gleich drei tropische Wirbelstürme am Atlantik gebildet. Während HELENA auch in den kommenden Tagen über dem Atlantik verweilt, steuert ISAAC auf die kleinen Antillen zu.

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