Eisregen, Schnee und arktische Kälte: Der Januar 2026 im Wetterrückblick

Chronologie der Wetterereignisse

Besonders in Erinnerung blieb das Sturmtief ELLI, das vor allem dem Norden Deutschlands erhebliche Neuschneemengen brachte. In Kombination mit stürmischem Wind kam es vielerorts zu ausgeprägten Schneeverwehungen, wodurch der Fernverkehr regional zeitweise vollständig zum Erliegen kam. Kurz darauf folgte das Tief GUNDA, das von Westen erneut Schneefälle sowie vielerorts gefrierenden Regen verursachte.

Im Anschluss an diese Tiefdruckserie etablierte sich zur Monatsmitte ein blockierendes Hoch über Skandinavien. Die damit verbundene anhaltende Ostanströmung führte arktische Kaltluft nach Deutschland und sorgte verbreitet für strengen Frost. In der letzten Januarwoche verlagerte sich schließlich ein Mittelmeertief über die Alpen bis zur Ostsee. Diese Wetterlage brachte besonders Bayern rekordverdächtige Neuschneemengen, während es im Osten großflächig zu Eisregen kam.

Deutlich kälter als im Klimamittel

Auf den deutlich zu milden Dezember folgte im Januar 2026 verbreitet eine kältere Witterung als im langjährigen Mittel. Deutschlandweit lag die Temperatur im Flächenmittel um 1.6 Grad unter dem Klimamittel 1991–2020. Die stärksten negativen Abweichungen traten von der Nordsee bis nach Sachsen sowie in Teilen Bayerns auf, dort meist zwischen -2 und -3 Grad. Im Westen und Südwesten fielen die Abweichungen etwas geringer aus. In Potsdam wurde der kälteste Jänner seit 2010 registriert.

 

Temperaturabweichung vom Klimamittel 1991-2010

In Potsdam wurde der kälteste Jänner seit 2010 registriert. Die anhaltenden Kältephasen zur Monatsmitte sowie wiederholte Zufuhr polarer Luftmassen führten dort zu deutlich unterdurchschnittlichen Temperaturen über mehrere Tage hinweg.

Temperaturanomalie Januar 2026 Potsdam

Zur Einordnung sei jedoch erwähnt, dass dieser Januar im Vergleich zu den Verhältnissen vor vier bis fünf Jahrzehnten nicht außergewöhnlich gewesen wäre. Solche Temperaturen traten damals deutlich häufiger auf und entsprachen eher dem klimatologischen Normalzustand der Wintermonate.

Große regionale Unterschiede bei insgesamt trockenem Monat

Bei der Niederschlagsverteilung traten regional erhebliche Unterschiede auf. Während im Süden und Osten verbreitet etwa 30 bis 50% des üblichen Niederschlags fehlten, im Erzgebirge und in der Lausitz lokal sogar bis zu 70%, verzeichneten Hessen, im Raum Hamburg sowie Unter- und Mittelfranken ein Plus von etwa 20 bis 30%. Im bundesweiten Flächenmittel fiel der Monat mit einem Defizit von rund 30 % aber zu trocken aus.

Niederschlagsabweichung vom Klimamittel (1991-2010)

In Nürnberg wurde zudem die größte Neuschneemenge an einem Tag seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen. Mit insgesamt 33 cm Schnee im gesamten Jänner gab es dort nur in den Jahren 1968 und 2010 noch höhere Monatswerte mit jeweils 37 cm.

Sulzbach – Copyright: Unwetterfreaks

Deutliches Plus mit Schwerpunkt im Süden

Die Sonnenscheinbilanz fiel in fast der gesamten Bundesrepublik positiv aus. Besonders Bayern stach mit einem kräftigen Plus von 50 bis 60 Prozent gegenüber dem langjährigen Mittel deutlich hervor. Ein leichtes Defizit wurde lediglich im äußersten Westen registriert. Im Norden, unter anderem im Raum Hamburg, lag die Sonnenscheindauer hingegen im Bereich des Sollwerts.

Sonnenscheindauer -Abweichung vom Klimamittel 1991 – 2011

 

Sonnenscheindauer Nürnberg – Quelle: DWD

 

Titelbild: Schneefall in Sulzbach/Rems-Murr-Kreis © Unwetterfreaks