Der zu Ende gehende Jänner war besonders in den Niederungen der Osthälfte im Vergleich zum jüngeren Klimamittel 1991-2020 deutlich zu kalt. Wiederholte Ost- bis Südostlagen mit Zufuhr seichter, kontinentaler Kaltluft sorgten im gesamten Donauraum und im Südosten für Abweichungen um -2 Grad, während der Monat im Westen der Alpenrepublik nur leicht unterdurchschnittlich abschießt. Österreichweit beträgt die Temperaturanomalie etwa -1 Grad: Der kälteste Jänner seit 2017.

Auch in Wien war der Jänner 2026 der kälteste seit 2017. Im 20. Jahrhundert (Vergleich mit Klimamittel 1961-1990) wäre ein solcher Jänner mit einer Abweichung von rund -0,6 Grad jedoch als nicht besonders kalt aufgefallen.

Die Anzahl der Tage mit einem Höchstwert unter 0 Grad (Eistage) war in den meisten Niederungen durchschnittlich (Westen) bzw. überdurchschnittlich (Osten). Besonders viele Eistage gab es im Jänner im südöstlichen Flachland, von Rekorden sind wir aber sehr weit entfernt.


Winterdürre
Eindeutig zweigeteilt war der Jänner 2026 in Sachen Niederschlag. In der gesamten Nordhälfte schließt der Monat deutlich zu trocken ab. Oft beträgt das Manko hier -60 bis -70 Prozent. Im Süden fallen die Anomalien deutlich geringer aus, vor allem im Grazer Becken und in der Südweststeiermark war der Monat sogar leicht zu nass. Landesweit betrachtet beträgt die Abweichung etwa -50 Prozent: Man kann durchaus von regionalen Winterdürre sprechen.

Die meist zu kalte Witterung führte zu häufigen Schneefällen. In der Nordwesthälfte fiel der Niederschlag sogar zu 80 bis 90 Prozent als Schneefall („fester Niederschlag“). Die Neuschneemengen hielten sich jedoch selbst im Bergland aufgrund der relativen Trockenheit eher in Grenzen. Die seichte, kontinentale Kaltluft brachte zudem vor allem im Norden und Osten auch relevante Eisregen-Ereignisse (siehe Beitragsbild vom Eisregen in Wien am 13.01.2026).


Regional viel Sonnenschein
Bei der Sonnenscheindauer wurde im Jänner eine österreichweite Abweichung von +15 Prozent verzeichnet. Besonders viel Sonne – zumindest im Vergleich zum Klimamittel – gab es im westlichen Donauraum. Ein kleiner Trost nach dem rekord-trüben Dezember hier. Der Monat war nur im Südosten und im Waldviertel etwas trüber als üblich.








