Sommer 2026 schreibt Wettergeschichte: 41,2 Grad und Rekorde am laufenden Band

Trockenheit und Dürre

Der meteorologische Sommer 2026 geht als außergewöhnlicher Rekordsommer in die österreichische Wettergeschichte ein. Mit 41,2 Grad wurde ein neuer Österreich-Rekord aufgestellt, erstmals gab es in allen drei Sommermonaten Temperaturen über 40 Grad. Dazu kamen so viele Hitzetage wie nie zuvor und eine ausgeprägte Trockenheit: Österreichweit fiel rund ein Drittel weniger Regen als üblich.

Der Sommer verlief über weite Strecken überdurchschnittlich.

Wärmster Sommer der Messgeschichte

Im österreichweiten Flächenmittel lag die Temperatur im Sommer 2,6 Grad über dem Klimamittel von 1991–2020. Damit war es der wärmste seit Messbeginn, vor 2024, 2019 und 2003. Besonders extrem war die Abweichung im Rheintal: In Feldkirch war der Sommer um 3,7 Grad, in Bregenz um 3,3 Grad zu warm. Noch eindrucksvoller ist der Blick auf die einzelnen Wetterstationen: An 185 von 246 ausgewerteten Stationen war es der wärmste Sommer seit Messbeginn, weitere 55 Stationen verzeichneten den zweitwärmsten Sommer. Damit wurde an drei von vier Stationen ein neuer Rekord aufgestellt.

Neuer Österreich-Rekord: 41,2 Grad

Schon Ende Juni zeigte der Sommer, was noch kommen sollte: Mit einem Höchstwert von 40 Grad in der Wiener City wurde bereist am 28. Juni erstmals in diesem Jahr die 40 Grad-Marke übertroffen, tags darauf waren es in Bad Deutsch-Altenburg 40,1 Grad. Ende Juli folgte die nächste extreme Hitzewelle mit 40,3 Grad in Wieselburg und 40,1 Grad in Kirchberg an der Pielach. Allein am 31. Juli wurden an 29 Messstellen neue Allzeitrekorde, an 58 Stationen Monatsrekorde und an 208 Stationen Tagesrekorde aufgestellt.

Der Höhepunkt folgte dann Anfang August: Am 5. August stieg die Temperatur in Bad Deutsch-Altenburg auf 41,2 Grad – neuer österreichischer Hitzerekord. Einen Tag zuvor hatte bereits Wien-Stammersdorf mit 41,0 Grad den bisherigen Rekord von 40,5 Grad aus dem Jahr 2013 übertroffen.

Damit wurde 2026 erstmals überhaupt in jedem einzelnen Sommermonat – Juni, Juli und August – die 40-Grad-Marke überschritten.

So viele Hitzetage wie nie zuvor

Nicht nur die Spitzenwerte waren außergewöhnlich, sondern vor allem die Dauer der Hitze. In Wien auf der Hohen Warte und in Klagenfurt wurden jeweils 45 Hitzetage mit mindestens 30 Grad registriert. Graz, Innsbruck, St. Pölten und Eisenstadt kamen jeweils auf 43.

Besonders bemerkenswert ist Bregenz: Dort gab es 43 Hitzetage, im Klimamittel 1991–2020 sind es lediglich acht.

Einen neuen österreichweiten Rekord stellte Ferlach mit vorläufig 59 Hitzetagen im Jahr 2026 auf, davon entfielen 53 auf die drei Sommermonate. Der bisherige Rekord von 57 Tagen war erst 2024 in Bad Deutsch-Altenburg aufgestellt worden.

Vorläufige Anzahl an Hitzetagen im Jahe 2026.

Auch Tage mit extremer Hitze von mindestens 35 Grad häuften sich: Wien verzeichnete davon 17, Eisenstadt 16, Innsbruck 13, St. Pölten 12 und Linz 10.

Rekorde auch in den Nächten

Erholung von der Hitze gab es vielerorts auch nachts kaum. Besonders betroffen war die Wiener Innenstadt mit 44 Tropennächten und damit dem zweithöchsten Wert der Messgeschichte. Auf der Hohen Warte wurden 23 Tropennächte mit einem Tiefstwert von mindestens 20 Grad verzeichnet, in Eisenstadt 22, in Linz 20 und in Bregenz 16.

Besonders außergewöhnlich war die Nacht auf den 5. August: In Hornstein sank die Temperatur nicht unter 28,5 Grad. Das war das höchste jemals an einer österreichischen Wetterstation registrierte Nachtminimum, wobei die dortige Messreihe erst seit 2024 besteht. Auch an Stationen mit langen Messreihen gab es neue Rekorde, darunter Kremsmünster mit 24,1 Grad – dort reichen die Messungen bis 1876 zurück.

Der Sommer war in Wien mit Abstand der wärmste seit Messbeginn.

Österreichweit rund ein Drittel weniger Regen

Neben der Rekordhitze prägte vor allem die Trockenheit den Sommer. Österreichweit fiel rund 31 Prozent weniger Niederschlag als im Klimamittel 1991–2020. Besonders groß war das Defizit in Teilen Ober- und Niederösterreichs, im Burgenland sowie regional in Vorarlberg.

In Weyer fehlten 59 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge, in Hohenau 53 Prozent, in Zwettl 50 Prozent und in St. Pölten sowie Bregenz jeweils 49 Prozent. Die Auswirkungen wurden durch die trockene Vorgeschichte noch verstärkt. Vielerorts waren die Böden bereits zu Beginn des Sommers ausgetrocknet, längere niederschlagsfreie Phasen und die extreme Hitze verschärften das Wasserdefizit zusätzlich.

Regional so trocken wie nie zuvor

Auch bei der Trockenheit ist die Zahl der Rekorde außergewöhnlich: An 42 Wetterstationen war es der trockenste Sommer der jeweiligen Messgeschichte, an weiteren 47 der zweittrockenste und an 24 der dritttrockenste. Damit wurde an nahezu jeder fünften der 248 ausgewerteten Stationen mit mindestens 15-jähriger Messreihe ein neuer Trockenheitsrekord aufgestellt.

Darunter befinden sich Stationen mit sehr langen Messreihen: In Feldkirch fielen nur 211 Liter pro Quadratmeter. Damit wurde sogar der bisherige Negativrekord aus dem Jahr 1899 unterboten. In Schöngrabern waren es nur 73,3 Liter pro Quadratmeter gegenüber dem bisherigen Rekord von 93 Litern aus dem Jahr 1978.

Trockenheit und Starkregen – kein Widerspruch

Trotz des österreichweiten Niederschlagsdefizits gab es regional auch das andere Extrem. Vor allem im zentralen Bergland und im Südwesten lagen die Niederschlagsmengen nahe am langjährigen Durchschnitt. Dort sorgten heftige Gewitter wiederholt für Überflutungen, Muren und lokale Hochwasserereignisse.

Das ist kein Widerspruch: Nach wochenlanger Trockenheit können lokal innerhalb weniger Stunden enorme Regenmengen fallen. Diese bessern zwar die Niederschlagsbilanz auf, das über Monate aufgebaute Wasserdefizit in tieferen Bodenschichten können sie aber kaum ausgleichen.

 

Sommer 2026 zweitwärmster seit Messbeginn

Deutlich zu warm

Mit einer Durchschnittstemperatur von 19,54 °C und damit einer Abweichung von 1,98° belegt der Sommer 2026 den zweiten Platz seit Beginn der Aufzeichnungen, lediglich noch übertroffen vom Sommer 2003 (Mitteltemperatur 19,66 °C und Abweichung 2,1°). Regional gibt es in diesem Sommer aber große Unterschiede. Vor allem im Südwesten liegen die Abweichungen deutlich über 3°, während es im Nordosten nur rund 1° wärmer war als im Durchschnitt. Hervorzuheben ist natürlich auch der neue Allzeitrekord der Temperatur von 41,8 °C am 27.6. .

Temperaturabweichung vom Klimamittel © DWD/UBIMET

Südwesten

In den Bundesländern Baden-Württemberg, Saarland und Rheinland-Pfalz sowie in Hessen und Nordrhein-Westfalen war dies sogar der heißeste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen. Beispielhaft seien hier die Abweichungen der Temperatur für Baden-Württemberg gezeigt. Seit Mitte Juni liegen die Temperaturen hier nahezu durchgehend über dem jüngsten Klimamittel, insbesondere die Hitzewelle Ende Juni ist außergewöhnlich.

Verlauf der Abweichungen der Temperatur in Baden-Württemberg © mtwetter

Nordosten

Ein anderes Bild zeigt sich in Nordosten, beispielhaft für Mecklenburg-Vorpommern. Hier gab es nach der Hitzewelle Ende Juni einen eher wechselhaften Sommer mit wenigen Höhepunkten. Das Muster hier war geprägt durch kurze Sommer- bzw. Hitzevorstößen gefolgt von Kaltfronten, die wieder für eine spürbare Abkühlung sorgten.

Verlauf der Abweichungen der Temperatur in Mecklenburg-Vorpommern © mtwetter

Hitzetage/Wüstentage/Tropennächten

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Hitzetage (Höchsttemperatur über 30°C) und Wüstentage (Höchsttemperatur über 35°C) für die großen Städte des Landes sowie für Rheinfelden im hitzegeplagten Südwesten des Landes und Rostock. Zum Vergleich sind auch die Werte für das Jahr 2003 angegeben.

Station Hitzetage davon im Juni 2026 Wüstentage davon im Juni 2026 Hitzetage Sommer 2003 Wüstentage Sommer 2003
Hamburg-Fuhlsbüttel 11 6 3 2 11 0
Berlin-Tempelhof 21 9 6 4 18 1
Flughafen Köln/Bonn 34 11 8 3 19 7
Frankfurt/Main 41 12 18 9 30 12
München-Stadt 34 12 8 3 29 3
Rheinfelden (BW) 56 14 24 9 56 17
Rostock (MV) 7 3 2 1 3 0

Vor allem zu erkennen ist, dass sich die Anzahl der Wüstentage im Vergleich zu 2003 deutlich erhöht hat. Die Hitze nimmt insgesamt am Schärfe zu in Zeiten des Klimawandels. Neben der Hitze am Tage gestalteten sich die Nächte in den Ballungszentren besonders im Südwesten ebenfalls ungemütlich mit vielen Tropennächten.

Station Tropennächte Tropennächte 2003
Hamburg-Fuhlsbüttel 2 0
Berlin-Tempelhof 5 3
Flughafen Köln/Bonn 4 1
Frankfurt/Main 19 9
München-Stadt 12 8
Rheinfelden (BW) 7 5
Rostock (MV) 4 0

Historischer Tag 27.6.2026

Dieser Tag geht in die Annalen der deutschen Wettergeschichte ein. Dabei wurde an 45 Stationen ein Höchstwert über 40 °C erreicht, so etwas gab es an keinem anderen Tag seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Abweichungen liegen wenig überraschend für den Tag verbreitet bei über 10°. Auch die Intensität der Hitze wird in Erinnerung bleiben, denn auch tags zuvor und am nächsten Tag wurden die 40°-Marke überschritten. Zudem wurde auch noch am 30. Juli die Marke überschritten.

Abweichung der Temperatur am 27.6.2026 © DWD/UBIMET
Datum  Anzahl an Stationen mit Höchstwerten über 40 Grad
26.6. 12
27.6. 45
28.6. 16
30.7. 6

Deutlich zu trocken

Neben der Hitze wird der Sommer auch für seine Trockenheit in Erinnerung bleiben. Bis Ende August führen Flüsse wieder der Vater Rhein erhebliches Niedrigwasser. So ist insbesondere im Westen und Südwesten deutlich zu wenig Regen gefallen als üblich und notwendig. In Summe liegen hier die Abweichungen bei -40 bis -50 %. Einen Überschuss gab es hingegen in Teilen von Schleswig-Holstein und in Sachsen, hier verursacht durch Gewitter. Der Sommer zeichnete sich durch das Fehlen von größeren Regenereignissen aus.

Abweichung des Niederschlags im Sommer © DWD/UBIMET

Westen

Wenn man sich die einzelnen Monate betrachtet, ist im Westen vor allem der Juli extrem trocken verlaufen. Der Verlauf zeigt es deutlich, während der größere Teil des Junis noch einen knappen Überschuss an Regen brachte, so fielen von Ende Juni bis Mitte August nur rund 30 L im Flächenmittel, an manchen Stationen im Juli gar weniger als 10 L (z.B. Aachen nur rund 4 L).

Verlauf des Regens in Nordrhein-Westfalen © mtwetter

Norden

Anders verhielt es sich im Flächenmittel im Norden beispielhaft gezeigt für Schleswig-Holstein. Hier stellte sich erst Ende Juli allmählich eine regenärmere Wetterphase ein, ansonsten brachten die oben schon erwähnten Kaltfronten immer wieder ein wenig Regen in Form von Schauern bzw. vor allem im Juni auch kräftige Gewitter.

Verlauf des Regens in Schleswig-Holstein © mtwetter

Gewitter

Der Sommer brachte auch wie üblich einige markante Gewitterlagen. So wurde die stärkste Böe in der Nacht vom 19. auf den 20. Juni auf Spiekeroog auf den ostfriesischen Inseln mit 132 km/h gemessen. Angemerkt sei aber, dass Bergstationen sowie Leuchttürme hier nicht aufgeführt werden. Gefolgt wird dies am 14. Juli mit 130 km/h in Nürnberg. Auf dem dritten Platz reihen sich Büsum in Schleswig-Holstein mit 127 km/h am 28. Juni und am 16. Juli in Mühlacker in Baden-Württemberg ein.

Das größte Hagelkorn wurde am 27. Juni in der Nähe von Aurich in Ostfriesland mit 8 cm Durchmesser aufgefunden. Gefolgt wird dies mit einem Hagelkorn von 6,5 cm Durchmesser im Norden von Sachsen-Anhalt in der Nähe von Wittenberge am selben Tag.

Der blitzreichste Tag war der 28. August mit knapp 300.000 Entladungen, gefolgt vom 21. Juni mit rund 222.000 Blitzen und dem 14. Juni mit rund 187.000 registrierten Blitzen.

Sonnenschein

Wenig überraschend schien im Sommer mehr die Sonne, als im Mittel üblich. Insbesondere im Süden gab es einen Überschuss von rund 20 bis nahe 30%. Im Norden und Osten hingegen war es teils stärker bewölkt, sodass nur rund 10 % mehr die Sonne zeigte.

Abweichungen der Sonnenscheindauer © DWD/UBIMET

Titelbild © pixabay.com

Sommerrückblick 2023

Juni

Der Juni begann besonders im Norden sehr trocken, so dauerte es z.B. in Kiel bis zum 20. des Monats bis überhaupt messbarer Regen fiel. Weiter südlich gab es hingegen Regen vor allem in Form von Gewittern. Am 8. des Monats gingen schließlich die ersten kräftigen Gewitter besonders von der Eifel bis zu den Alpen mit Hagel und heftigem Starkregen nieder. In Summe traten dabei rund 180.000 Blitze auf.

Im Allgemeinen verlief der Monatsbeginn temperaturtechnisch sommerlich mit ersten heißen Tagen im Westen des Landes. Den ersten Gewitterhöhepunkt des Jahres erlebte die Bundesrepublik schließlich vom 20. bis 22. des Monats. Zuvor waren die Temperaturen auf Werte um 30 Grad gestiegen und im Südwesten des Landes trat mit einer Südwestanströmung die erste kleine Hitzewelle des Jahres auf.

1. Gewitterphase

Als in der Folge atlantische Fronten auf Deutschland übergriffen, kam es in der feucht-heißen Luft zur ersten Phase mit schweren Gewittern. Der Schwerpunkt der Gewitter lag dabei zunächst in der Westhälfte des Landes sowie im Süden. Hier der Link zu unserem damaligen Liveticker. Dabei wurde am 20. des Monats rund 161.000 Blitze sowie am 21. 93.000 Blitze registriert. Am 21. zog dabei ein kompaktes Gewittersystem von der Schweiz her über die Schwäbische Alb bis zum Bayerischen Wald und brachte dabei örtlich Orkanböen. Der Höhepunkt war aber dann der 22. mit 748.000 Blitzen, was gleichzeitig die höchste Anzahl an Blitzen an einem Tag des Jahres darstellt. An jenem Tag zogen Unwetter von Rheinland-Pfalz bis nach Berlin und brachten Hagel und ergiebigen Starkregen. Später am Abend bildeten sich auch in Bayern kräftige Gewitter, die vor allem Hagel brachten, unser Liveticker zum nachlesen und unsere Nachbetrachtung.

In der Folge gewann ein Hoch die Oberhand und erst am 26. (52.000 Blitze) traten mit dem Durchzug einer Kaltfront wieder kräftige Gewitter mit Sturmböen besonders im Osten des Landes auf. In der Folge drehte die Strömung auf Nordwest und in der kühlen Meeresluft bildeten sich mit quasi Aprilwettercharakter viele Schauer und Gewitter (48.000 Blitze). In weiterer Folge stellte sich bis Anfang Juli eine recht kühle Wetterphase für den Hochsommer ein.

Blitzdichte im Juni © nowcast/UBIMET

Juli

Der Monat begann, wie der vorherige endete; kühl. Grund war ein Tief über Skandinavien und die Nordwestströmung führte kühle Atlantikluft nach Deutschland. Dies änderte sich am 5. des Monats. Dort entwickelte sich über dem Ärmelkanal das Tief POLLY, welches ein außergewöhnlich starkes Sturmereignis im Nordwesten und Norden brachte. An der Nordseeküste wurden Böen über 100 km/h gemessen!

Maximale Windböen © DWD/UBIMET

Nach einer Hochdruckphase, die auf POLLY folgte, drehte die Strömung auf Südwest und schwül-heiße Luft erreichte das Land. Insbesondere im Süden des Landes trat in der Zeit vom 7. bis zum 11. eine weitere Hitzewelle auf. Diese wurde von der zweiten Phase mit schweren Gewittern begleitet.

2. Gewitterphase

Dabei traten am 9. rund 135.000 Blitze auf. Der Schwerpunkt der Gewitter lag hier am Abend und in der Nacht zunächst im Westen und Nordwesten, später im Norden, was in unserem Liveticker nachzulesen ist. Der 10. brachte 52.000 Blitze, die meisten in der ersten Tageshälfte und verteilt über die gesamte Republik. Am 11. folgte dann im Süden ein mächtiger Gewitterkomplex, der Orkanböen brachte, unser Liveticker zum stöbern. An diesem Tag wurden 109.000 Blitze registriert. Nach Abzug des Komplexes nach Tschechien folgte von der Nordsee am 12. die Kaltfront, in deren Folge auch im Norden und Nordwesten Gewitter entstanden, später am Tage bildeten sich in Bayern neue. In Summe gab es an jenem Tag 133.000 Blitze.

Nach einem Hitzevorstoß am 15. des Monats folgte am Abend bereits die Kaltfront eines Tiefs und in deren Vorfeld entstanden kräftige Gewitter. Diese waren in Bayern und Baden-Württemberg neuerlich kräftig. Mit rund 86.000 Blitzen belegt dieser Tag Platz 18 des Sommers. In der Folge kühlte es in der Nordhälfte deutlich ab und die Gewitter waren außer an den Alpen vom Charakter her den Aprilgewittern am nächsten.

Am 24. wurden bei häufig mäßigen Temperaturen, aber guter Scherung, wieder verbreitet kräftige Gewitter ausgelöst. Dabei waren vor allem ein Gebiet von Südniedersachsen und Thüringen bis zur Oder von schweren Gewittern mit Sturmböen und Hagel betroffen. In Summe gab es 139.000 Blitze. Die folgenden Tage verliefen dann fast schon herbstlich temperiert. Erst am 29. traten wieder kräftige Gewitter auf, die rund 103.000 Blitze brachten. Gefolgt wurde dies bei weiter eher herbstlich anmutendem Witterung bei teils nicht mehr als 20 Grad Höchsttemperatur.

Blitzdichte im Juli © nowcast/UBIMET

August

Der August begann dann auch quasi herbstlich kühl, am 2. brachte ein Tief zwar nur wenige Gewitter, aber in NRW wurden 2 Tornados beobachtet. Die dem Tief zugehörige Kaltfront zog bis zu den Alpen, wo in den folgenden Tagen ein Genua-Tief entstand, welches ZACHARIAS genannt wurde. Dieses verlagerte sich über Osteuropa nach Skandinavien und brachte am 7. das zweite Sturmereignis im Norden. Dieses mal lag der Schwerpunkt über der Ostsee.  Aufgrund der Lage des Tiefs wurde weiterhin kühle Meeresluft nach Deutschland geführt.

Maximale Windböen © DWD/UBIMET

3. Gewitterphase

Dies änderte sich erst am 11. als die Strömung auf Südwest drehte und verbreitet wieder sommerliche Temperaturen Einzug hielten. Beginnend mit dem 12. traten nun auch wieder schwere Gewitter auf. Am jenem Tag wurden 115.000 Blitze registriert. Auch an jenem Tag hatten wir einen kurzen Liveticker begonnen. Der folgende Tag brachte in Bayern und Baden-Württemberg kräftige Gewitter (Superzellen) mit teils größerem Hagel und in Summe rund 82.000 Blitze. Am 14. verlagerte sich der Schwerpunkt nordwärts und besonders Thüringen und das südliche Brandenburg sowie Sachsen-Anhalt und der Norden von Sachsen waren betroffen. Dabei wurden 151.000 Blitze registriert.

Am nächsten Tag traten weitere kräftige Gewitter mit Schwerpunkt vor allem von Brandenburg bis nach Oberbayern auf, 331.000 Blitze zuckten am Himmel. Der 16. brachte zunächst Hagelunwetter im Schwarzwald und der Schwäbischen Alb, später kam von Frankreich her ein Gewittersystem mit ergiebigem Starkregen im Saarland und in Rheinland-Pfalz auf, das in der Folge nach Hessen und Thüringen zog. Dabei gab es 209.000 Blitze. Den Abschluss dieser dritten Gewitterphase fand am 17. statt, der Schwerpunkt lag hier von Sachsen bis zur Schwäbischen Alb. Mit 326.000 Blitzen belegt der Tag Platz 3 des Jahres.

Anschließend setzt sich für mehrere Tage hoher Luftdruck durch und verbreitet wurde es sommerlich warm bis heiß. Den Abschluss des Sommers bildete dann die 4. Gewitterphase.

4. Gewitterphase

Diese begann am 24. wieder mit einem Gewittersystem, dass über Baden-Württemberg und Bayern zog und nochmals orkanartige Sturmböen brachte. Einzelne schwere Gewitter traten zudem auch vom Saarland bis nach Südhessen auf. Der Schwerpunkt der Gewitter verlagerte sich am 25. wieder nordwärts. Dabei traten die kräftigsten Gewitter vor allem vom Sauerland über den Odenwald bis nach Sachsen auf. In Summe wurden nun 107.000 Blitze registriert. Den finalen Abschluss der Hauptgewittersaison fand dann am 26. statt. Nachdem sich in Bayern zwei Superzellen mit großem Hagel gebildet hatten, schlossen sich diese zu einem Gewittersystem zusammen und zogen nach Österreich. In Summe wurden an dem Tag 163.000 Blitze registriert.

Blitzdichte im August © nowcast/UBIMET

Der Monat endete dann noch mit Dauerregen in Bayern. Dabei wurden an den Flüssen Lech, Isar, Inn und natürlich auch der Donau ein mittleres Hochwasser erreicht, da es im Bereich der Oberläufe in Österreich und der Schweiz kräftig und ergiebig geregnet hatte.

48-Stündige Regensumme © DWD/UBIMET

Sommer 2023 um etwa 1 Grad zu warm und oft zu nass

Sommer in Feldkirch (Collage) - © foto-webcam.eu

Obwohl die 30-Grad-Marke erst am 18. Juni zum ersten Mal und damit etwa ein Monat später, als im langjährigen Mittel üblich, geknackt wurde, bilanziert der Sommer 2023 erneut teils deutlich zu warm. Auch die deutlich zu kalte Wetterphase Anfang August konnte daran nichts ändern. Die größten Temperaturabweichungen wurden mit einem Plus von 1.5 bis etwa 2 Grad von Vorarlberg bis ins Waldviertel registriert, Feldkirch bilanziert etwa um 2.1 Grad wärmer, als im langjährigen Mittel von 1991 bis 2020 üblich. Am Brenner und in Weitra liegen die Abweichungen beispielsweise bei knapp 1.5 Grad. Deutlich ausgeglichener verliefen die Sommermonate von Unterkärnten bis ins Nordburgenland, in Andau im Seewinkel beträgt das Plus lediglich 0.3 Grad und in Deutschlandsberg 0.6 Grad. Im Flächenmittel reiht sich der Sommer 2023 in Österreich somit auf Platz 7 ein, direkt hinter dem Sommer 2018.

Temperaturabweichung in Österreich im Sommer 2023 - UBIMET
Temperaturabweichung in Österreich im Sommer 2023 – UBIMET

Außergewöhnlich war auch die Verteilung der Sommertage (Tage mit Höchstwerten größer oder gleich 25 Grad): Die meisten wurden im Rheintal, auch hier an der Spitze Feldkirch mit 68 Tagen, und nicht wie sonst üblich im Osten des Landes registriert. Überhaupt wurden in Feldkirch erst einmal mehr Sommertage verzeichnet, nämlich 71 im Rekordsommer 2003. Die meisten Hitzetage wurden mit 35 im Großraum Wien registriert, in Innsbruck waren es 33.

Anzahl der Sommertage in Österreich im Sommer 2023 - UBIMET
Anzahl der Sommertage in Österreich im Sommer 2023 – UBIMET
Anzahl der Hitzetage in Österreich im Sommer 2023 - UBIMET
Anzahl der Hitzetage/heißen Tage in Österreich im Sommer 2023 – UBIMET

Der heißeste Tag des Jahres wurde ebenfalls im Westen des Landes registriert, in Bludenz wurde am 11. Juli der Höchstwert von 37.7 Grad gemessen. Direkt darauf folgen auf Platz 2 Innsbruck mit 37.3 Grad am selben Tag und auf Platz 3 Bad Vöslau mit 37.2 Grad am 10. Juli. In Wien wurde das Maximum erst am 22. August gemessen, etwa mit 36.7 Grad in der Inneren Stadt. Klagenfurt erreichte den Höchstwert noch später, nämlich am 26. August mit 34.0 Grad.

Temperaturmaxima in Österreich im Sommer 2023 - UBIMET
Temperaturmaxima in Österreich im Sommer 2023 – UBIMET

Große Unterschiede beim Niederschlag

Auch wenn der Sommer österreichweit nur etwas mehr Regen als im langjährigen Mittel zu bieten hatte, sind die Unterschiede regional sehr groß. Besonders vom unteren Mühlviertel bis zum Semmering sind rund 30 Prozent weniger Regen als im Durchschnitt gefallen, in Kärnten und der Südsteiermark war es hingegen – wenig überraschend – deutlich zu nass. Die größten Abweichungen gab es in den Karawanken, hier mit dem doppelten des Üblichen am Loibl-Pass. Die großen Niederschlagsmengen waren einerseits auf Gewitter zurückzuführen, andererseits insbesondere auf ein Mittelmeertief mit gewittrigem Starkregen Anfang August. Durch die großen Regenmengen in kurzer Zeit waren großflächige Überflutungen und Murenabgänge die Folge (Details: Extremer Starkregen im Süden Österreichs, keine Beruhigung in Sicht). Ein zweites Mittelmeertief Ende August sorgte schließlich auch im Westen für große Niederschlagsmengen und somit auch noch für eine deutlich überdurchschnittliche Bilanz. Viele Flüsse führten Hochwasser, der Inn etwa zum Teil ein 30 bis 100 jährliches (Details: Am Montag intensiver Regen in den Alpen und im Süden Österreichs bzw. Hochwasser in den Alpen klingt ab, am Wochenende spätsommerlich).

Niederschlagsabweichung in Österreich im Sommer 2023 - UBIMET
Niederschlagsabweichung in Österreich im Sommer 2023 – UBIMET

Besonders im Juli und August kräftige Gewitter

Immer wieder sorgten teils kräftige Gewitter mit Starkregen, großem Hagel sowie Sturm- und Orkanböen für Schäden. Insgesamt wurden vom 1. Juni bis zum 31. August über ganz Österreich verteilt rund 1.1 Mio. Blitze (Wolken- und Erdblitze) registriert, die meisten mit rund 352.000 Entladungen und mit großem Abstand in der Steiermark. Dahinter folgen Oberösterreich mit 212.000 und Kärnten mit 139.000 Entladungen. Der blitzreichste Tag wurde am 26. August mit rund 93.000 Blitzen verzeichnet, als sich eine Gewitterlinie von Bayern kommend über Ober- und Niederösterreich nach Tschechien verlagerte (Liveticker zum Nachlesen: Schwere Gewitter in Salzburg, Ober- und Niederösterreich). Auf Platz 2 folgt der 18. Juli mit rund 80.000 Entladungen, auch hier breitete sich eine Gewitterlinie vom Westen des Landes bis in den Südosten aus und sorgte in ihrer Zugbahn für schwere Sturm- und Orkanböen (Nachlese: Kräftige Gewitter im Westen und Süden am 18. Juli 2023).

Blitzdichte in Österreich im Sommer 2023 - UBIMET/nowcast
Blitzdichte in Österreich im Sommer 2023 – UBIMET/nowcast
Stärkste Windböen in Österreich im Sommer 2023 - UBIMET
Stärkste Windböen in Österreich im Sommer 2023 – UBIMET