Hochwasser im Norden von Bosnien-Herzegowina und örtlich in Kroatien

Überschwemmungen

Seit Sonntag führt ein Tiefdruckgebiet über dem Mittelmeer sehr feuchte Luftmassen in den Balkan. Besonders im Nord- bzw. Nordoststau des Dinarischen Gebirges gab es in Summe teils über 100 Liter pro Quadratmeter Regen in weniger als 48 Stunden.

Regen am Sonntag Regen am Montag
 Ogulin (Kroatien) 94 mm 34 mm
 Bihac (BiH) 84 mm 53 mm
 Banja Luka (BiH) 49 mm 62 mm
 Sanski Most (BiH) 40 mm 39 mm
 Jajce (BiH) 24 mm 49 mm

Hochwasser

Einige Flüsse im Norden von Bosnien und Herzegowina sowie in Teilen Kroatiens führen derzeit Hochwasser und gebietsweise gab es auch Überschwemmungen. Besonders hoch sind derzeit etwa die Pegel der Flüsse Una und Sana. Einen hohen Pegelstand weist zudem auch die Korana kurz vor ihrer Mündung in die Kupa in der Stadt Karlovac auf.

Pegel der Sana
Pegelverlauf der Sana in Sanski Most. © DHMZBIH

Besserung in Sicht

In diesen Regionen kommen Erinnerungen an das schwere Hochwasser im Jahr 2014 hoch, ein vergleichbares Ereignis ist aber nicht zu erwarten, da der Tiefdruckeinfluss in der zweiten Wochenhälfte nachlässt und es spätestens ab Donnerstag wieder überwiegend trocken bleibt.





Titelbild © Adobe Stock

Schwere Überschwemmungen in den USA

Viele haben sicher noch die Bilder des Blizzards im Mittleren Westen der USA Anfang der Woche im Kopf. Dieser brachte aber nicht nur kräftige Schneefälle, auch die Temperaturen stiegen nach Monaten des Frosts markant an. Hinzu kam heftiger Regen, der vor allem am Mittwoch und Donnerstag über dem Mittleren Westen gefallen ist.

Die Kombination aus Schneeschmelze und starkem Regen führt nun dazu, dass viele Flüsse über die Ufer getreten sind. Besonders betroffen sind die Bundesstaaten South Dakota, Nebraska, Missouri, Iowa, Wisconsin und Illinois.

Gut zu sehen auch auf folgender Karte: Sie zeigt Flusspegel in den genannten Staaten, die Hochwasser melden. Die violetten Punkte (insgesamt 44) symbolisieren dabei massives Hochwasser, lokal wurden neue Hochwasserrekorde verzeichnet!

Hochwasser in den USA
Hochwasser in den USA

Zahlreiche Menschen wurden evakuiert, 53 Landkreise alleine in Nebraska haben Katastrophenalarm ausgelöst. In den kommenden Tagen rückt nun auch der größte Strom der USA in den Fokus, denn alle jetzt betroffenen kleineren Flüsse münden in den Mississippi.

Tückisches Eis

Besonders gefährlich derzeit sind neben dem Hochwasser an sich dicke Eisschollen, die auf dem Wasser treiben. Sie zerstören unter anderem Brücken, Straßen und Häuser.

Ein paar eindrucksvolle Bilder haben wir für euch zusammengestellt:

Katastrophale Überschwemmungen in Australien

Wassermassen in Townsville.

Seit nun gut einer Woche schüttet es im Nordosten Australiens was das Zeug hält. Auslöser hierfür war ein tropisches Tief, das sich in den vergangenen 10 Tagen praktisch nicht vom Fleck gerührt hat. Manche Stationen in der Umgebung von Townsville (Queensland) haben in diesem Zeitraum mehr als 2000 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Zum Vergleich 2000 l/m² entsprechen dem vierfachen (!) Jahresniederschlag von Berlin bzw. dem zweieinhalbfachen Jahresniederschlag von Hamburg.

Das ganze Ausmaß der Überschwemmungen wird aus der Luft sichtbar, siehe folgende Drohnenaufnahmen:


Selbst Krokodile und Giftschlangen fliehen vor den Wassermassen und werden vermehrt in den Städten wie Townsville gesichtet:

Spitzenreiter bei den Regenmengen ist die Station Bluewater River knapp nördlich von Townsville. Dort sind in den vergangenen 10 Tagen 2338 l/m² zusammengekommen.

Zu guter Letzt noch ein Hoffnungsschimmer für die betroffene Region (siehe nächste Grafik). Das wetterbestimmende Tief zieht nun langsam auf den Pazifik, die sintflutartigen Regenfälle klingen also in den kommenden Tagen ab. Stattdessen rücken die südlichen Küstengebiete zwischen Bowen und Mackay mehr in den Fokus, hier werden bis zu 600 l/m² erwartet.

Der Regen in Queensland verlagert sich nach Süden.
Der Regen in Queensland verlagert sich nach Süden.

Quelle Titelbild: flickr

Tief VAIA sorgt für Regen über 400 mm, Hochwasser und Sturm

Der Presseggersee verzeichnet Hochwasser

Anhaltender Tiefdruckeinfluss über dem Mittelmeer hat seit Samstag wiederholt für intensiven Regen im Süden Österreichs gesorgt. Spitzenreiter war die Station am Plöckenpass im Süden Kärntens, hier gab es mit 627 Liter pro Quadratmeter den mittleren Jahresniederschlag von Wien in nur 72 Stunden. In diesem Zeitraum stellt dies einen neuen Stationsrekord dar. Die Wassermassen sorgten für Überschwemmungen und Vermurungen, zudem haben in Oberkärnten die Gail, die Möll und die Drau ein 30-jähriges Hochwasser verzeichnet. Einzelne kleinere Gewässer wie etwa der Ebriacher Bach in den Karawanken haben sogar die HQ-100-Marke erreicht.

Übersicht Regenmengen (Samstag 07 Uhr bis Dienstag 07 Uhr):

Ort (Bundesland)

Regenmenge

Plöckenpass (Kärnten)*

627 l/m²

Würmlach (Kärnten)*

480 l/m²

Nassfeld (Kärnten)*

442 l/m²

Kötschach-Mauthen (Kärnten)

441 l/m²

Jauken (Kärnten)*

386 l/m²

Dellach im Drautal (Kärnten)

347 l/m²

Oberdrauburg (Kärnten)*

320 l/m²

Kolm-Saigurn (Salzburg)

300 l/m²

* Station wird vom Hydrografischen Dienst Kärnten betrieben

Hochwasser in Kärnten
Der Pegel der Möll war nahe der HQ-100-Marke in Flattach. © https://info.ktn.gv.at

Föhnorkan auf den Bergen

Besonders auf den Bergen gab es verbreitet Orkanböen, punktuell wie etwa auf dem Hochschwab wurden sogar Spitzen von 200 km/h erreicht. Aber auch in vielen Tälern und im Flachland gab es Sturmböen, weshalb es gebietsweise zu Unterbrechungen im Straßen- und Bahnverkehr sowie in der Stromversorgung kam. Die stärkste Windspitze in den Tallagen wurde in Vorarlberg gemessen, so gab es Montagnacht in Schröcken eine Orkanböe von 122 km/h. Sturmböen wurden aber auch im Süden verzeichnet, wie etwa in Bad Bleiburg in Kärnten mit 94 km/h.

Übersicht Windspitzen Niederungen (Montag 09 Uhr bis Dienstag 09 Uhr):

  • Schröcken (Vorarlberg) 122 km/h
  • Brand (Vorarlberg) 115 km/h
  • Bichlbach (Tirol) 109 km/h
  • Mondsee (Oberösterreich) 101 km/h
  • Obertauern (Salzburg) 101 km/h
  • Warth (Vorarlberg) 97 km/h
  • Micheldorf (Oberösterreich) 97 km/h
  • Semmering (Niederösterreich) 97 km/h
  • Mariazell (Steiermark) 97 km/h
  • Oberndorf (Niederösterreich) 97 km/h
Auf den Bergen gab es einen Föhnorkan
Windspitzen der letzten 24 Stunden bis Dienstagmorgen. © UBIMET

Außergewöhnliche Zugbahn

Tief VAIA ist in der Nacht auf Dienstag unter Verstärkung über die Schweiz hinweg nach Deutschland gezogen. Diese Zugbahn ist außergewöhnlich, normalerweise ziehen Italientiefs nämlich nach Osten oder Südosten ab. Das Tief sorgt weiterhin für extreme Gegensätze in Mitteleuropa: Während an der Ostflanke des Tiefs stürmischer Südföhn die Temperaturen in die Höhe treibt, gelangen an der Westflanke kalte Luftmassen nach Westeuropa. Von Gewitter über Starkregen und Schneefall bis hin zum Sturm sind somit nahezu alle Wetterextreme in Mitteleuropa vertreten.

In Osttirol und Kärnten gibt es Hochwasser
Die Niederschlagssumme der letzten 72 Stunden bis Dienstagmorgen. © UBIMET

Wetterberuhigung in Sicht

Am Dienstag fällt im Süden zwar noch etwas Regen, große Mengen wie an den Vortagen sind aber nicht mehr zu erwarten. Am Abend klingt der Regen sogar gänzlich ab und am Mittwoch bleibt es landesweit trocken. Die Hochwasserlage entspannt sich somit langsam. Der föhnige Südwind weht allerdings vor allem in den Nordalpen und im östlichen Flachland weiterhin kräftig bis stürmisch. Zu Allerheiligen setzt sich das freundliche Herbstwetter im Norden und Osten fort, an der Alpensüdseite zeichnet sich im Tagesverlauf hingegen neuerlich etwas Regen ab.

Überflutungen in Obervellach
Überflutungen am Dienstagmorgen in Obervellach. © foto-webcam.eu

Titelbild: http://presseggersee.it-wms.com/

Italientief sorgt für Föhnsturm und Starkregen, im Süden Hochwassergefahr

In Kärnten besteht Hochwassergefahr

Ein kräftiges Tiefdruckgebiet mit Kern über dem westlichen Mittelmeer führt derzeit ausgesprochen feuchte Luftmassen in den Süden Österreichs, zudem kommt in den Nordalpen stürmischer Föhn auf. Die Zugbahn des Tiefdruckgebiets ist aber außergewöhnlich, so zieht das Tief in der Nacht auf Dienstag direkt von Süd nach Nord über die Alpen hinweg, zudem erfasst die dazugehörige Kaltfront das Land in den Abend- und Nachtstunden aus Südwesten.

Gewittriger Starkregen

In den vergangenen 48 Stunden sind im Süden bereits ergiebige Regenmengen gefallen, so hat der Pegel der Gail am Sonntagabend abschnittsweise bereits HQ-10 erreicht und die Drau hat im Unterlauf HQ-1 überschritten. Dazu gab es Vermurungen, so wie etwa am Sonntagabend am Brenner. Derzeit hat im Bereich des Alpenhauptkamms und im Süden neuerlich Regen eingesetzt, der sich in den kommenden Stunden weiter verstärkt. Besonders im Laufe der zweiten Tageshälfte regnet es hier auch kräftig und gewittrig durchsetzt! Erst in der Nacht auf Dienstag lässt der Regen wieder nach. Aktuelle Warnungen gibt es auf https://uwz.at/.

Besonders in Osttirol und Kärnten regnet es kräftig
48-Stunden-Niederschlag bis Montagmorgen. © UBIMET

Hochwassergefahr in Kärnten

Bis Montagnacht fallen in Osttirol und Oberkärnten nochmals 80 bis 120 Liter pro Quadratmeter, in den Karnischen Alpen lokal auch um 150. Die Gefahr von Überflutungen und Hangrutschungen steigt im Tagesverlauf deutlich an. An der Drau und der Möll zeichnet sich ein 10- bis 30-jähirgen Hochwasser ab, an der Gail ist sogar ein überschreiten der HQ-30-Marke nicht ausgeschlossen! Auch am Alpenhauptkamm regnet es kräftig, somit sind weiterhin Vermurungen möglich. Am Dienstag fällt zeitweise noch etwas Regen, die Intensität lässt aber deutlich nach.

Es drohen Vermurungen und Hochwasser
Prognose der Regenmengen bis Dienstagmorgen. © UBIMET

Föhnsturm

Mit Annäherung des Tiefs kommt es im Alpenraum zu kräftigen Druckunterschieden, somit lebt im Bergland zunehmend stürmischer Föhn auf. Vor allem in prädestinierten Tallagen vom Karwendel über den Tennengau bis zum Mariazellerland zeichnen sich in der Nacht auf Dienstag örtlich auch schwere Sturmböen um 100 km/h ab! Auf exponierten Gipfeln ist sogar mit Orkanböen über 160 km/ zu rechnen. Auch im Flachland wird es allerdings zunehmend windig, so kommt an der Alpennordseite und im Osten im Laufe des Abends und der Nacht kräftiger bis stürmischer Südostwind mit Böen um 60 oder 70 km/h auf. Weiters sind teils stürmische Böen am Montagabend selbst in Unterkärnten und im Murtal nicht ausgeschlossen.

Es gibt einen Föhnsturm
Windspitzen bis Dienstagmittag. © UBIMET

Kräftiger Regen sorgt für lokale Überflutungen

Hochwasser durch Starkregen.

Am Montag war zunächst besonders die Steiermark vom Regen betroffen. Aufgrund der nassen Vorgeschichte konnten die Böden hier nicht mehr viel Wasser aufnehmen, so kam es örtlich zu Überschwemmungen. Besonders betroffen waren die Süd- und Oststeiermark, so traten der Labill- und der Schwarzaubach über die Ufer.

Da es zahlreiche überflutete Keller und Straßen gab, war die Feuerwehr allein im Raum Labill- und der Schwarzaubach mit über 200 Mann im Einsatz. Einzelne Gewässer in der Weststeiermark haben mittlerweile die HQ-1-Marke überschritten, wie etwa die Sulm, die Raab, die Saggau, die Kainach, der Stainzbach und der Liebochbach.

Update 11:35 – Mittlerweile hat die Saggau vorübergehend sogar die HQ-5-Marke überschritten.

Kräftiger Regen in den Alpen

In den Abendstunden verlagerte sich der Schwerpunkt dann allmählich nordwärts, so fiel besonders im Vorarlberg und Nordtirol kräftiger Regen. Am Dienstagmorgen regnete es dann schon verbreitet, nur im äußersten Norden gab es bislang noch keinen Niederschlag. Anbei die nassesten Orte in den letzten 24 Stunden (Stand: Dienstag 12 Uhr)

  • 89 mm Deutschlandsberg (Steiermark)
  • 67 mm Leibnitz (Steiermark)
  • 64 mm Semmering (Niederösterreich)
  • 63 mm Jenbach  (Tirol)

Noch etwas größere Niederschlagsmengen gab es auf den Bergen, wie etwa auf der Schirchleralm (1245 m) im Bereich der Koralpe mit rund 110 Litern pro Quadratmeter.

24-h-Niederschlag bis Dienstagmittag. © UBIMET
24-h-Niederschlag bis Dienstagmittag. © UBIMET

Schnee auf der Bergen

Im Westen waren die Auswirkungen erwartungsgemäß gering, einerseits aufgrund der trockenen Vorgeschichte, andererseits wegen der vergleichsweise tiefen Schneefallgrenze. So gab es vorübergehend im Pitztal sogar bis etwa 1.500 m nasse Schneeflocken, meist liegt die Schneefallgrenze aber bei 1.700 m. Weitere Details gibt es hier: Schnee in den Bergen

Schneefall in Kärnten in etwa 2100 m Höhe. © www.foto-webcam.eu
Schneefall in Kärnten in etwa 2100 m Höhe. © www.foto-webcam.eu

Weiterer Regen im östlichen Bergland

In den kommenden Stunden fällt im Bergland und im Osten des Landes verbreitet Regen, besonders vom Pinzgau bis zum Alpenostrand regnet es zunächst auch noch anhaltend und kräftig. Im Laufe der zweiten Tageshälfte lässt die Intensität aber deutlich nach. Im Westen und im äußersten Norden gehen ebenfalls Schauer nieder, hier können lokal auch Blitz und Donner dabei sein.

24-h-Niederschlagsprognose bis Mittwochfrüh. © UBIMET
24-h-Niederschlagsprognose bis Mittwochfrüh. © UBIMET