Im Vergleich zum jüngeren – und vom Klimawandel schon beeinflussten – Klimamittel 1991-2020 war der Mai bislang nahezu perfekt durchschnittlich temperiert. In Teilen des Berglands war der Monat sogar leicht zu kühl.

Erster Hitzetag für 2026 schon am Samstag in Reichweite
Pünktlich zum Pfingstwochenende stellt sich jedoch die Wetterlage um. Ein außergewöhnlich kräftiges, blockierendes Hoch breitet sich über West- und Mitteleuropa aus und wird zunehmend von für die Jahreszeit durchaus sehr heißer Luft gefüllt. Somit steigt die Nullgradgrenze im Alpenraum bis Dienstag auf knapp über 4000 m an. In den Niederungen Österreichs sind von Sonntag bis Dienstag (Höhepunkt) verbreitet Höchstwerte um 30-33 Grad in Reichweite. Schon am heutigen Samstag sollte die 30-Grad-Marke im Westen des Landes erstmal im Jahr 2026 geknackt werden. Im Süden könnte es zudem noch bis inklusive Mittwoch heiß bleiben.


Erste Hitzewelle des Jahres nahezu fix
In der Meteorologie spricht man von einer Hitzewelle, wenn der Tageshöchstwert der Temperatur an mindestens drei Tagen in Folge bei bzw. über 30 Grad liegt. Anhand der obigen Prognose ist an vielen Stationen der Niederungen Österreichs somit schon die erste Hitzewelle des Jahres in Sicht. Im Westen und Süden sind lokal vier Tage am Stück möglich, sonst meistens drei. Solch eine Anzahl an aufeinanderfolgenden Hitzetagen (Höchstwert bei bzw. über 30 Grad) in Mai sind für fast alle Landeshauptstädte rekordverdächtig. In Wien-Döbling gab es z.B. nur zweimal seit 1872 drei Hitzetage in Mai, davon nur einmal – im Jahre 2005 – alle drei am Stück. An der Station Wien-Hohe Warte würde es sich somit erst um die zweite Mai-Hitzewelle der Messgeschichte handeln. Anmerkung zu dieser Statistik: Daten vor 1872 für die Bundeshauptstadt wurden nicht in Döbling gemessen, sondern in Favoriten und sind somit nicht vergleichbar.


Auch erste Tropennacht möglich
Auch die Nächte werden in den kommenden Tagen vor allem in Ballungsräumen außergewöhnlich mild verlaufen. In der Wiener Innenstadt ist sogar die erste Tropennacht des Jahres mit einem Tiefstwert bei oder über 20 Grad nicht ausgeschlossen. Noch früher im Jahr fand der Termin nur in Mai 1996 bzw. 2007 statt.

Extreme Trockenheit setzt sich fort
Das mächtige Hoch über West- und Mitteleuropa sorgt natürlich nicht nur für eine verfrühte Hitzewelle, sondern auch für eine Fortsetzung der Trockenheit. Landesweit fiel bislang im Frühling 2026 rund die Hälfte des zu erwartenden Niederschlags. Die negative Abweichung ist im Norden des Landes sowie im östlichen Bergland besonders ausgeprägt. An 191 Wetterstationen (von 246) hat der Frühling 2026 noch beste Chancen, bezüglich Dürre auf einem Stockerlplatz zu landen (Stand 22.05.2026).



