Meteorologe mit Schwerpunkt Gewitter- und Schneelagen. Unterstützt die operative Warnung und berät Medien sowie Unternehmen zu Risiken durch konvektive und winterliche Extremwetterereignisse.
Am Mittwoch zeigt sich das Wetter wechselhaft mit häufig dichter Bewölkung. Am Vormittag ziehen nur vereinzelt Schauer durch, im Laufe des Nachmittags und Abends nimmt die Schauerneigung verbreitet zu. Die Temperaturen erreichen 15 bis 18 Grad, im Süden bis zu 24 Grad.
AUSSICHTEN FÜR DIE SCHWEIZ
Am Donnerstag und Freitag bleibt es wechselhaft mit veränderlicher Bewölkung, etwas Sonnenschein und weiteren Schauern. Die Höchstwerte liegen zwischen 19 und 20 Grad, dazu weht mäßiger Westwind. Im Westen zeigt sich die Sonne häufiger. Im Süden kommt Nordföhn auf.
Titelbild: Wolkenverhangener Blick nach Nordwesten über den Thuner See @bergfex.ch
Am Mittwoch geht es häufig bewölkt und besonders von Vorarlberg bis in die Obersteiermark nass in den Tag. Im zentralen Bergland sowie in Osttirol und Kärnten regnet es zeitweise auch kräftig und gewittrig durchsetzt. Im äußersten Osten und Südosten sind zunächst noch ein paar Auflockerungen möglich, tagsüber setzt aber auch dort schauerartiger Regen ein. Gegen Abend frischt am Alpenostrand sowie im Osten lebhafter bis kräftiger Nordwestwind auf. Maximal werden 11 bis 24 Grad erreicht.
Sonne, Wolken und lokale Schauer
Der Donnerstag bringt zu Beginn vor allem im Südosten noch einige Wolken und gebietsweise fällt etwas Regen. Tagsüber setzt sich recht verbreitet ein Mix aus Sonne und Wolken durch. Entlang und nördlich der Alpen nimmt die Schauerneigung am Nachmittag wieder zu, im Südosten sind lokal auch Blitz und Donner möglich. Bei mäßigem bis lebhaftem Nordwestwind liegen die Höchstwerte zwischen 14 und 22 Grad.
Über den warmen Gewässern des Korallenmeers, dem Teil des Pazifik zwischen Papua-Neuguinea und dem nordöstlichen Australiens, hat sich aus einem tropischen Tiefdruckgebiet ein Zyklon entwickelt. Dieser hat am Donnerstagabend MEZ den ersten Landfall als Kategorie 4-Sturm an der nördlichen Ostküste des Bundesstaats Queensland gemacht.
Erste Auswirkungen
Dabei wurden bei dem Durchzug im Norden des Bundesstaats Queensland Regenmengen zwischen 200 und 300 L/m² in 24 Stunden und Böen über 100 km/h gemessen. Anzumerken ist, dass sich die Stationen nicht direkt im Bereich des Auges befinden und an der Stelle des Landegangs mit Sicherheit deutlich höhere Windgeschwindigkeiten aufgetreten sind.
Aktuelle Situation
Derzeit zieht der Zyklon in die Bucht von Carpentaria, der großen Bucht im Norden des Kontinents. Der Sturm zog mit rund 20 km/h westwärts. Die maximalen anhaltenden Windgeschwindigkeiten betragen etwa 55 kn (≈100 km/h) und die Böen um 150 km/h bei einem Kerndruck von 984 hPa, womit das System derzeit als Kategorie-2-Zyklon in der australischen Skala klassifiziert wird. Dies entspricht einem Tropensturm in der bekannten Saffir-Simpson-Skala.
Die Meeresoberflächentemperaturen vor den Küsten im Norden Australiens liegen weiterhin verbreitet über 29 °C und somit sind die Bedingungen für die Tiefdruckentwicklung hervorragend. Infrarotsatellitenbilder zeigen sehr kalte Wolkenobergrenzen (bis etwa −90 °C), was auf intensive konvektive Prozesse hinweist.
(Quelle: Tropical Tidbits, Himawari-9 IR Daten vom Satelliten Loop, 2026)
Weitere Entwicklung
Es wird erwartet, dass NARELLE im Tagesverlauf wieder über den Golf von Carpentaria zieht. Dort trifft das System erneut auf günstige Bedingungen wie die sehr hohe Luftfeuchtigkeit in allen Schichten der Troposphäre, die warmen Meeresoberflächen (>29 °C) und die weiterhin vorhandene, jedoch nicht dominante Richtungsscherung.
Unter diesen Bedingungen wird eine erneute Intensivierung prognostiziert, wobei nach aktuellen Modellrechnungen eine Verstärkung bis Kategorie 3 vor dem nächsten Landfall an der Küste des Northern Territory wahrscheinlich ist (Samstagabend/-nacht).
Nachfolgend wird folgender Intensitätsverlauf erwartet:
– kurzfristig: spürbare Abschwächung über Land
– über Wasser: erneute Intensivierung (bis ~75 kn / 140 km/h möglich)
– nach Landfall: rasche Abschwächung über Top End
– mittelfristig: mögliches Re-Development über dem östlichen Indischen Ozean
Aktuelle Modelllage und Zugbahnunsicherheit
Auch in verschiedenen Modellprodukten (u. a. basierend auf globalen Vorhersagesystemen und spezialisierten Tropenmodellen) wird eine weitere Verstärkung bis hin zu einem schweren tropischen Zyklon als wahrscheinlich eingestuft. Hier die Prognose des Joint Typhoon Warning Centers.
Seit Ende Januar wurden in mehreren Regionen Japans außergewöhnlich hohe Schneemengen registriert. Besonders entlang der Japanmeer-Küste treten vor allem Richtung Norden regelmäßig intensive Schneefälle auf, die Infrastruktur, Verkehr und Lawinensituation stark beeinflussen.
Aktuelle Situation
In der 270.000-Einwohner Stadt Aomori wurden rund 1,6 m Schnee gemessen
Regional Rekordschneehöhen über 2 m in bewohnten Gebieten
Beeinträchtigungen von Verkehr, Energieversorgung und Infrastruktur
Stark erhöhte Lawinen- und teilweise Glättegefahr
Meteorologische Ursachen
Die Schneefälle stehen vor allem im Zusammenhang mit dem ostasiatischen
Wintermonsun. Ein großer Luftdruckunterschied zwischen dem sibirischen Kältehoch und einem relativ niedrigen Druckniveau des Aleuten-Tiefs über dem nordwestlichen Pazifik führt zu lang andauernden starken nordwestlichen Winden. So strömt die trockene und kalte kontinentale Luft aus dem Hochdruckgebiet heraus. Über dem relativ warmen Japanischen Meer nimmt die Luftmasse Feuchtigkeit auf. Beim Auftreffen auf die gebirgige Landschaft Japans wird das feuchte Luftpaket zum Aufsteigen gezwungen. Daraus resultieren teilweise intensive Stauniederschläge („Sea-Effect Snow“), die in kurzer Zeit extreme Neuschneemengen bringen.
Example of sea-effect snow in december 2020 from @sayakasofiamori on X
Zusätzlich kann sich bei starken Kaltluftausbrüchen aus Sibirien über dem Meer eine sogenannte Japan Sea Polar Air Mass Convergence Zone (JPCZ) bilden. Diese bandförmige Konvergenzzone mit intensiver Wolken- und Niederschlagsbildung kann lokal extreme Schneemengen in kurzer Zeit mit sich bringen.
Derartige Ereignisse sind typisch für das ostasiatische Winterklima, jedoch variieren sie von Jahr zu Jahr. Zusätzliche Einflussfaktoren auf dessen Variabilität sind unter anderem höhere Meeresoberflächentemperaturen, wodurch mehr Feuchtigkeit an die darüberliegenden Luftmassen abgegeben werden kann.
Sapporo, Japan, had the heaviest snowfall ever recorded for the month of January.pic.twitter.com/MTe5c6t27O