Meteorologe mit Schwerpunkt Gewitter- und Schneelagen. Unterstützt die operative Warnung und berät Medien sowie Unternehmen zu Risiken durch konvektive und winterliche Extremwetterereignisse.
Am Montagvormittag halten sich im Norden und Osten zunächst viele Wolken, ehe sich das Wetter am Nachmittag zunehmend freundlich gestaltet. Die Temperaturen erreichen 20 bis 21 Grad, dazu weht eine schwache Bise. Im Süden scheint bei einigen hohen Wolkenfeldern häufig die Sonne. Unterstützt durch den Nordföhn steigen die Temperaturen dort auf knapp 30 Grad.
AUSSICHTEN FÜR DIE SCHWEIZ
Am Dienstag halten sich entlang der Voralpen zunächst einzelne Hochnebelfelder. Abseits davon dominiert jedoch strahlender Sonnenschein. Im Norden werden bei leichter bis mäßiger Bise 20 bis 22 Grad erreicht, im Süden liegen die Höchstwerte zwischen 24 und 25 Grad.
Titelbild: Wunderschöne Landschaft mit Feldern, Bäumen und Bergblick unter einem klaren Himmel. @pexels.com
Am Montag halten sich entlang der Alpennordseite zunächst dichte Wolken, gebietsweise fällt etwas Regen. Abseits der Alpen sowie im Süden beginnt der Tag hingegen häufig freundlich. Im Tagesverlauf setzt sich zumindest zeitweise die Sonne durch. Lediglich im Nordosten ziehen am Nachmittag erneut kompakte Wolken auf, die gegen Abend einzelne Schauer bringen. Dazu weht lebhafter bis kräftiger Nordwestwind, im Süden wird es regional föhnig. Die Höchstwerte liegen von Nord nach Süd zwischen 14 und 24 Grad.
Im Westen und Süden zunehmend sonnig
Am Dienstag dominieren im Norden und Osten zunächst die Wolken. In der nördlichen Obersteiermark sowie im Wald- und Mostviertel fällt gebietsweise Regen. In den übrigen Regionen bleibt es überwiegend trocken, besonders im Westen und Süden zeigt sich häufig die Sonne. Am Alpenostrand weht lebhafter Nordwestwind, während sich in den typischen Tälern im Süden anfangs noch leichter Föhn bemerkbar macht. Je nach Sonnenscheindauer werden 12 bis 21 Grad erreicht.
Titelbild: Die Kamera befindet sich in Leutasch in Tirol, der Blick geht nach Südwesten. @foto-webcam.eu
Über den außergewöhnlich warmen Gewässern des westlichen Pazifiks entwickelte sich mit BAVI der bislang stärkste Tropensturm des Jahres. Zeitweise erreichte er die höchste Kategorie 5 der Saffir-Simpson-Skala mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von knapp 290 km/h. Am vergangenen Montag traf der Supertaifun die Insel Rota auf den Nördlichen Marianen nahezu mit voller Intensität und hinterließ schwere Verwüstungen. Inzwischen zieht BAVI über die Philippinensee auf Taiwan und Ostchina zu.
Verheerende Schäden auf den Marianen
Besonders schwer betroffen wurde die Insel Rota, wo zahlreiche Gebäude zerstört, Dächer abgedeckt und große Waldflächen verwüstet wurden. Auch auf Guam, Saipan und Tinian kam es zu großflächigen Strom- und Kommunikationsausfällen sowie erheblichen Schäden an der Infrastruktur. Die US Coast Guard und die Federal Emergency Management Agency (FEMA) haben gemeinsam mit lokalen Behörden umfangreiche Hilfsmaßnahmen eingeleitet. Bereits vor dem Eintreffen des Taifuns wurden Einsatzkräfte und Notstromaggregate auf den Inseln stationiert.
Video: Extremer Taifun Bavi trifft Marianen! Häuser und Autos in Guam zerstört. Quelle: YouTube – Nature Damage.
Video: Drohnenaufnahmen der Insel Rota nach den verheerenden Auswirkungen des Supertaifuns BAVI. Quelle: Facebook – Storm-Chaser Jordan Hall und Aaron Rigsby vom 8. Juli 2026.
Aktuelle Situation
Derzeit verlagert sich BAVI mit rund 20 km/h nordwestwärts in Richtung Taiwan. Mittlerweile hat sich der Wirbelsturm leicht abgeschwächt, bleibt jedoch ein äußerst gefährlicher Taifun. Die aktuellen maximalen anhaltenden Windgeschwindigkeiten liegen bei rund 205 km/h (110 kt), Böen erreichen bis zu 250 km/h, der Kerndruck beträgt etwa 944 hPa.
Die Meeresoberflächentemperaturen entlang der Zugbahn liegen weiterhin zwischen 29 und 31 °C. Aktuelle Satellitenbilder und Analysen von Tropical Tidbits zeigen weiterhin ein gut organisiertes System mit einem klar ausgeprägten Auge und sehr kalten Wolkenobergrenzen. Aufgrund seines außergewöhnlich großen Windfeldes werden auch Regionen weit abseits des Sturmzentrums betroffen sein.
Infrarot-Satellitenloop von Supertaifun BAVI über dem Westpazifik vom 7. bis 9. Juli.
Quelle: CIMSS/SSEC, University of Wisconsin–Madison / Himawari.
Weitere Entwicklung
Nach aktuellen Prognosen wird BAVI am Freitag die Gewässer nördlich von Taiwan erreichen und anschließend voraussichtlich am Samstag in der chinesischen Provinz Fujian auf Land treffen. Trotz einer langsamen Abschwächung dürfte der Taifun bis zum Landfall sehr intensiv bleiben.
3-Tage-Vorhersage für die mögliche Sturmzugbahn, Quelle: https://www.weather.gov/gum/Cyclones
Für Taiwan werden neben orkanartigen Böen vor allem ergiebige Stauniederschläge erwartet. In den Gebirgsregionensind lokal 500 bis 800 l/m² Regen möglich, stellenweise auch mehr, wodurch die Gefahr von Sturzfluten und Erdrutschen deutlich steigt. Nach dem Landfall in China wird sich das System über dem bergigen Gelände rasch abschwächen.
Wind: HWRF-Prognose der Windgeschwindigkeiten und des Kerndrucks von Supertaifun BAVI. Quelle: Tropical Tidbits.SST: Meeresoberflächentemperaturen entlang der Zugbahn von BAVI. Wassertemperaturen über 29 °C begünstigen die Aufrechterhaltung eines sehr intensiven Taifuns. Quelle: Tropical Tidbits.Niederschlag: 24-stündige Niederschlagsprognose des HWRF-Modells für Supertaifun BAVI. Lokal sind extreme Regenmengen zu erwarten. Quelle: Tropical Tidbits.
Aktuelle Modelllage
Die internationalen Wettermodelle stimmen inzwischen weitgehend über die Zugbahn überein. Die größte Unsicherheit besteht weiterhin darin, wie nahe das Sturmzentrum an der Nordküste Taiwans vorbeiziehen wird. Bereits geringe Abweichungen können dort große Unterschiede bei Windgeschwindigkeiten, Niederschlagsmengen und Sturmfluten verursachen. Unabhängig von der exakten Zugbahn dürfte BAVI aufgrund seiner außergewöhnlichen Größe zu den bedeutendsten Taifunen der vergangenen Jahrzehnte in der Region zählen.
5-Tage-Vorhersage für die Zugbahn des Taifuns Bavi, Quelle: https://www.weather.gov/gum/Cyclones
Über den warmen Gewässern des Korallenmeers, dem Teil des Pazifik zwischen Papua-Neuguinea und dem nordöstlichen Australiens, hat sich aus einem tropischen Tiefdruckgebiet ein Zyklon entwickelt. Dieser hat am Donnerstagabend MEZ den ersten Landfall als Kategorie 4-Sturm an der nördlichen Ostküste des Bundesstaats Queensland gemacht.
Erste Auswirkungen
Dabei wurden bei dem Durchzug im Norden des Bundesstaats Queensland Regenmengen zwischen 200 und 300 L/m² in 24 Stunden und Böen über 100 km/h gemessen. Anzumerken ist, dass sich die Stationen nicht direkt im Bereich des Auges befinden und an der Stelle des Landegangs mit Sicherheit deutlich höhere Windgeschwindigkeiten aufgetreten sind.
Aktuelle Situation
Derzeit zieht der Zyklon in die Bucht von Carpentaria, der großen Bucht im Norden des Kontinents. Der Sturm zog mit rund 20 km/h westwärts. Die maximalen anhaltenden Windgeschwindigkeiten betragen etwa 55 kn (≈100 km/h) und die Böen um 150 km/h bei einem Kerndruck von 984 hPa, womit das System derzeit als Kategorie-2-Zyklon in der australischen Skala klassifiziert wird. Dies entspricht einem Tropensturm in der bekannten Saffir-Simpson-Skala.
Die Meeresoberflächentemperaturen vor den Küsten im Norden Australiens liegen weiterhin verbreitet über 29 °C und somit sind die Bedingungen für die Tiefdruckentwicklung hervorragend. Infrarotsatellitenbilder zeigen sehr kalte Wolkenobergrenzen (bis etwa −90 °C), was auf intensive konvektive Prozesse hinweist.
(Quelle: Tropical Tidbits, Himawari-9 IR Daten vom Satelliten Loop, 2026)
Weitere Entwicklung
Es wird erwartet, dass NARELLE im Tagesverlauf wieder über den Golf von Carpentaria zieht. Dort trifft das System erneut auf günstige Bedingungen wie die sehr hohe Luftfeuchtigkeit in allen Schichten der Troposphäre, die warmen Meeresoberflächen (>29 °C) und die weiterhin vorhandene, jedoch nicht dominante Richtungsscherung.
Unter diesen Bedingungen wird eine erneute Intensivierung prognostiziert, wobei nach aktuellen Modellrechnungen eine Verstärkung bis Kategorie 3 vor dem nächsten Landfall an der Küste des Northern Territory wahrscheinlich ist (Samstagabend/-nacht).
Nachfolgend wird folgender Intensitätsverlauf erwartet:
– kurzfristig: spürbare Abschwächung über Land
– über Wasser: erneute Intensivierung (bis ~75 kn / 140 km/h möglich)
– nach Landfall: rasche Abschwächung über Top End
– mittelfristig: mögliches Re-Development über dem östlichen Indischen Ozean
Aktuelle Modelllage und Zugbahnunsicherheit
Auch in verschiedenen Modellprodukten (u. a. basierend auf globalen Vorhersagesystemen und spezialisierten Tropenmodellen) wird eine weitere Verstärkung bis hin zu einem schweren tropischen Zyklon als wahrscheinlich eingestuft. Hier die Prognose des Joint Typhoon Warning Centers.
Seit Ende Januar wurden in mehreren Regionen Japans außergewöhnlich hohe Schneemengen registriert. Besonders entlang der Japanmeer-Küste treten vor allem Richtung Norden regelmäßig intensive Schneefälle auf, die Infrastruktur, Verkehr und Lawinensituation stark beeinflussen.
Aktuelle Situation
In der 270.000-Einwohner Stadt Aomori wurden rund 1,6 m Schnee gemessen
Regional Rekordschneehöhen über 2 m in bewohnten Gebieten
Beeinträchtigungen von Verkehr, Energieversorgung und Infrastruktur
Stark erhöhte Lawinen- und teilweise Glättegefahr
Meteorologische Ursachen
Die Schneefälle stehen vor allem im Zusammenhang mit dem ostasiatischen
Wintermonsun. Ein großer Luftdruckunterschied zwischen dem sibirischen Kältehoch und einem relativ niedrigen Druckniveau des Aleuten-Tiefs über dem nordwestlichen Pazifik führt zu lang andauernden starken nordwestlichen Winden. So strömt die trockene und kalte kontinentale Luft aus dem Hochdruckgebiet heraus. Über dem relativ warmen Japanischen Meer nimmt die Luftmasse Feuchtigkeit auf. Beim Auftreffen auf die gebirgige Landschaft Japans wird das feuchte Luftpaket zum Aufsteigen gezwungen. Daraus resultieren teilweise intensive Stauniederschläge („Sea-Effect Snow“), die in kurzer Zeit extreme Neuschneemengen bringen.
Example of sea-effect snow in december 2020 from @sayakasofiamori on X
Zusätzlich kann sich bei starken Kaltluftausbrüchen aus Sibirien über dem Meer eine sogenannte Japan Sea Polar Air Mass Convergence Zone (JPCZ) bilden. Diese bandförmige Konvergenzzone mit intensiver Wolken- und Niederschlagsbildung kann lokal extreme Schneemengen in kurzer Zeit mit sich bringen.
Derartige Ereignisse sind typisch für das ostasiatische Winterklima, jedoch variieren sie von Jahr zu Jahr. Zusätzliche Einflussfaktoren auf dessen Variabilität sind unter anderem höhere Meeresoberflächentemperaturen, wodurch mehr Feuchtigkeit an die darüberliegenden Luftmassen abgegeben werden kann.
Sapporo, Japan, had the heaviest snowfall ever recorded for the month of January.pic.twitter.com/MTe5c6t27O