Juni 2026 gegen Ende mit historischer Hitze

Hitzewelle

Der Juni 2026 fiel in Österreich um mehr als 2,5 Grad wärmer aus als im langjährigen Mittel von 1991 bis 2020, somit reiht sich dieser auf den fünften Platz seit Messbeginn ein. Lokal landet der Juni aber sogar auf dem 2. Platz, wie z.B. in Bregenz, Eisenstadt, Kitzbühel und St. Pölten. In erster Linie war hierfür eine nie dagewesene Hitzewelle in der zweiten Monatshälfte verantwortlich, eine Vielzahl an Rekorden wurde regelrecht pulverisiert.

Historische Hitze

Die erste Monatshälfte gestaltete sich in Österreich überwiegend unspektakulär, es schien, als würde der Juni bloß Anlauf nehmen zu einer nie dagewesenen zweiten Monatshälfte. Ab dem 17. Juni wurden in Österreich bis zum heutigen Monatsende jeden Tag 30 Grad oder mehr gemessen. Die längste Juni-Hitzewelle der Messgeschichte sicherte sich ihren Platz in den meteorologischen Geschichtsbüchern. Bei der Vielzahl an Rekorden konnten selbst gestandene Meteorologen zwischenzeitlich den Überblick verlieren. Hier die wichtigsten Fakten:

Österreichweiter Juni-Monatsrekord

Am 29. Juni wurde mit 40,1 Grad in Bad Deutsch-Altenburg ein neuer österreichweiter Junirekord aufgestellt. Einen Tag zuvor gab es unzweifelhafte 40,0 Grad in der Wiener Innenstadt. Zum ersten Mal überhaupt gab es damit 40 Grad in Österreich in einem Juni. Der bisherige Rekord von 38,6 Grad in Waidhofen/Ybbs aus dem Jahre 2013 ist Geschichte. Unfassbare 41-mal wurde dieser Wert übrigens in den vergangenen Tagen übertroffen.

Juni-Monatsrekord nach Bundesländer

  • Wien (40,0 Grad in der Innenstadt, 28.06.)
  • Tirol (38,7 Grad in Innsbruck, 27.06.)
  • Burgenland (38,7 Grad in Mattersburg, 29.06.)
  • Oberösterreich (38,2 Grad in Bad Goisern, Enns, Linz, Wels, 27.+28.06.)
  • Steiermark (37,4 Grad in Mooslandl, 28.06.)
  • Salzburg (37,4 Grad in Salzburg, 28.06.)
  • Vorarlberg (37,3 Grad in Bludenz, 27.06.)

Allzeitrekord bei den Tiefstwerten

Viele neue Stationsrekorde

Rekord auch bei der Anzahl der Hitzetage

Auch deutlich längere Sonnenscheindauer

Häufiger Hochdruckeinfluss hievte auch die Sonnenscheindauer über das Soll, rund 15% häufiger als üblich schien die Sonne. Letztere war deutlich überdurchschnittlich, +15% beträgt die Abweichung am Monatsende über das ganze Land gemittelt. Sonnigste Region des Landes mit mehr als 300 Sonnenstunden war einmal mehr das Nordburgenland.

Unterschiedliche Bilanz beim Niederschlag

Typisch für einen Sommermonat zeigten sich beim Niederschlag große regionale Unterschiede, landesweit kommt der Juni aber ziemlich genau auf das langjährige Mittel. Regen fiel in erster Linie in Form von Schauern und Gewittern, dementsprechend gab es große regionale Unterschiede. Während Irdning im Ennstal auf 228 l/m² kam und zugleich den nassesten Juni der dortigen Messgeschichte erlebte, waren es in Retz gerade einmal 20 l/m² und dort der zweittrockenste Juni seit dem Messbeginn. Österreichweit zeigt sich die Bilanz ausgeglichen, deutlich zu trocken war es aber in weiten Teilen Nieder- und Oberösterreichs, in Wien sowie im Burgenland mit Anomalien von oft -30 bis -50 Prozent. Dagegen war der Juni im Bergland und im Süden sowie im Mühlviertel überdurchschnittlich nass, in Klagenfurt fiel um 50% mehr Regen als üblich, in Villach sogar fast doppelt so viel.

Neue Woche startet sehr heiß, Unwetter und Abkühlung in Sicht

Gewitter

Österreich liegt aktuell noch fest im Griff einer außergewöhnlichen Hitzewelle. In sieben von neun Landeshauptstädten wurden bereits neue Monatsrekorde aufgestellt, vereinzelt – wie in Innsbruck und Wien – auch Allzeitrekorde. Am Montag sind im äußersten Osten nochmals Höchstwerte bis 40 Grad zu erwarten. Im Laufe der kommenden Woche wird die Hitzewelle aber beendet: Eine Kaltfront nähert sich langsam aus Nordwesten, dadurch steigt die Gewittergefahr am Montag und Dienstag an der Alpennordseite. Am Mittwoch erfasst sie dann auch die Südosthälfte des Landes und die Temperaturen gehen landesweit zurück.

Zu Wochenbeginn Hitze und Gewitter

Der Montag startet in Vorarlberg und den Nordtiroler Kalkalpen mit einzelnen Schauern oder Gewittern, sonst scheint verbreitet die Sonne. Am Nachmittag und Abend breiten sich ausgehend von den Alpen kräftige Gewitter auf die Alpennordseite aus, örtlich besteht Unwettergefahr durch Starkregen, Hagel und Sturmböen. Vom Villacher Becken über die südliche Steiermark bis ins östliche Flachland bleibt es dagegen sonnig und trocken. In der Westhälfte kühlt es mit 25 bis 32 Grad etwas ab, während im Südosten nach einer sehr warmen Nacht nochmals 35 bis 39 Grad, im äußersten Osten lokal auch bis zu 40 Grad erreicht werden.

Am Montag sind im äußersten Osten nochmals 40 Grad zu erwarten.


Ähnlich präsentiert sich auch der Dienstag: An der Alpennordseite halten sich anfangs Restwolken, am Vormittag lässt sich zeitweise die Sonne blicken. Vom Alpenhauptkamm ausgehend breiten sich aber rasch wieder Schauer aus, am Nachmittag gehen örtlich heftige Gewitter nieder. In den südlichen Becken und im östlichen Flachland scheint weiterhin häufig die Sonne. Dort weht mäßiger Wind aus südlichen Richtungen, mit den Gewittern kann es zu kräftigem bis stürmischem Westwind kommen. Die Höchstwerte liegen zwischen 25 und 38 Grad, heiß bleibt es im Südosten.

Am Mittwoch verbreitet Unwettergefahr

Der Mittwoch gestaltet sich im Westen und Norden unbeständig, bereits in den Morgenstunden ziehen Schauer und Gewitter durch. Die Sonne zeigt sich bis Mittag im Süden und Südosten noch häufig, am Nachmittag ist dort dann mit Gewittern mit erheblichem Unwetterpotenzial zu rechnen. Örtlich besteht die Gefahr von ergiebigen Regenmengen in kurzer Zeit, Hagel und Sturmböen. Im Donauraum und im Osten weht lebhafter Wind aus West bis Nordwest. Die Temperaturen erreichen an der Alpennordseite von West nach Ost 22 bis 29, im Süden weiterhin heiße 30 bis 35 Grad.

Ab dem Monatswechsel ist eine Abkühlung in Sicht.

Am Donnerstag auch im Süden kühler

Am Donnerstag stellt sich ein meist freundlicher Sonne-Wolken-Mix ein, im Rheintal und teilweise auch im östlichen Flachland überwiegt sogar der Sonnenschein. In weiten Landesteilen bleibt es trocken, lediglich vom Salzburger Land bis in die Obersteiermark halten sich dichtere Wolken mit einzelnen Regenschauern. Der Wind weht mäßig bis lebhaft, im Osten auch kräftig und im Süden föhnig aus Nordwest. Mit 22 bis 30 Grad entsprechen die Temperaturen der Jahreszeit.

Der Freitag bringt einen weiteren Tiefausläufer, somit ziehen besonders an der Alpennordseite und im Osten Schauer und lokale Gewitter durch. Die Temperaturen ändern sich kaum und bleiben auf einem sommerlichen Niveau.

Am kommenden Wochenende gerät das Land unter schwachen Hochdruckeinfluss. Bei überwiegend sonnigem Sommerwetter steigen die Temperaturen besonders im Süden und Südosten wieder etwas an, die Höchstwerte liegen meist zwischen 25 und 32 Grad.

Hitzewelle in Österreich – Bis zu 40 Grad in Wien

Extreme Hitze, Quelle: pixabay.com

Update 17:15 – Rekorde am laufenden Band

Mit einer Übersicht der heute aufgestellten Temperaturrekorde schließen wir den Hitze-Live-Ticker. Von den 251 berücksichtigten Stationen, die länger als 15 Jahre Daten messen, haben heute unglaubliche 102 Stationen einen neuen Juni-Rekord aufgestellt. 40 davon melden sogar einen neuen Allzeit-Rekord (Sterne in Grafik). Besonders betroffen waren Ober- und Niederösterreich sowie Wien.

 

Update 17:00 – Die Top 10 der heißesten Orte des Tages

Hier die Hotspots des heutigen Sonntags.

Anmerkung: Die 40 Grad in Tullnerfeld sind zwar plausibel, die Station wird aber von UBIMET in Kooperation mit den ÖBB betrieben und fließt daher nicht in die offizielle Statistik ein.

Update 16:30 – Erstmals 40 Grad in Wien

Ein historischer Tag. Soeben wurde an der Station Wien-Innere Stadt ein Höchstwert von exakt 40,0 °C gemessen. Das gab’s noch nie in der Messgeschichte der Bundeshauptstadt, der alte Rekord von 39,5 °C (gleiche Station, August 2013) ist Geschichte.

Update 16:00 – Neuer Rekord in Deutschland

Jetzt ist es offiziell. In Deutschland wurde soeben ein neuer absoluter Temperaturrekord gemessen. Das Thermometer in Neißemünde-Coschen an der polnischen Grenze zeigte unglaubliche 41,7 Grad.

Quelle: mtwetter.de, DWD

Update 15:45 – Abkühlung durch Gewitter

Der Blick auf das aktuelle Radarbild zeigt einige Gewitter in Tirol, Salzburg und Oberkärnten. Einzelne Zellen haben es auch im Waldviertel und in der Obersteiermark geschafft. Die Abkühlung mit den Gewittern ist willkommen: In Lienz hat es von 36 auf 23 Grad abgekühlt.

Update 15:30 – Null-Grad-Grenze

Wer es kalt will, schafft dies zu Fuß in Österreich nicht. Zu hoch liegt die Null-Grad-Grenze, nämlich weit über unseren höchsten Bergen: Im Bild sehen wir die Prognose der Null-Grad-Grenze für heute Nachmittag, vor Kurzem hat ein Wetterballon in Wien eine Frostgrenze von exakt 4657 m gemessen.

Update 15:20 – Neuer Rekord auch in Tschechien

In Doksany (siehe Karte) wurden vor Kurzem vorläufig 41,1 Grad gemessen. Somit wurde auch bei unseren nördlichen Nachbarn der erst gestern neu aufgestellte Allzeit-Rekord schon wieder übertroffen…

Quelle: google maps

Update 15:15 – Neuer Rekord in Deutschland

In Deutschland wurde der Allzeitrekord von 41,5 Grad schon wieder eingestellt, und die Werte steigen noch! In Kürze werden unsere Nachbarn eine noch nie gemessene Temperatur melden, wir bleiben aber natürlich auf Österreich fokussiert!

Update 15:05 – 40 Grad rücken näher

Hier die heißesten 5 Orte derzeit in Österreich:

  1. Wien-Stammersdorf 39,8 Grad
  2. Langenlebarn/Tulln 39,6 Grad
  3. Wien-Innere Stadt 39,5 Grad
  4. Wien-Hohe Warte 39,4 Grad
  5. Bad Deutsch-Altenburg 39,3 Grad

Update 15:00 – Neuer Rekord für Wien!

Mit 39,7 Grad in Stammersdorf wurde soeben ein neuer absoluter Temperaturrekord für Wien aufgestellt! Der bisherige Rekord lag bei 39,5 Grad (Wien-Karlsplatz im August 2013).

Update 14:50 – Nächste Hitzewelle?

Man traut es sich ja gar nicht zu schreiben, läuft doch die aktuelle Hitzewelle auf Hochtouren und geht im Osten noch bis inkl. Mittwoch. Danach folgt eine Abkühlung auf normale Werte für die Jahreszeit, doch ab etwa Anfang der übernächsten Woche (ca. rund um den 07./08. Juli) droht bereits die nächste Hitzewelle. Klar, da gibt es noch Unsicherheiten, derzeit ist das Signal aber schon recht robust.
Hier die Temperaturanomalien in Europa übernächste Woche mit dem nächsten Heat Dome über Frankreich:

Quelle: https://forest-fire.emergency.copernicus.eu/apps/effis.longterm.forecasts/

Update 14:45 – Tropische Nacht incoming

Die kommende Nacht wird wieder extrem warm, v.a. im Flachland und in den Ballungsräumen, aber auch in manch hügeligen Lagen. Im Bild die Tiefstwerte in der Nacht auf Montag, diese werden erst gegen 5 Uhr in der Früh erreicht. Verbreitet kühlt es nicht unter 25-20 Grad ab, per Definition die nächste Tropennacht. Extrem ist die Hitzebelastung damit auch nachts u.a. in der Wiener City…

Update 14:30 – Einordnung

Man hört ja oft angesichts der Hitzewelle: „Ist halt Sommer, sind doch ganz normale Temperaturen.“ Nein, sind es nicht. Betrachtet man nämlich das langjährige Klimamittel, so liegen die durchschnittlichen Höchstwerte an einem 28. Juni etwa zwischen 20 Grad in den Hochtälern der Alpen und knapp 27 Grad im östlichen Flachland, wie man gut der Grafik entnehmen kann:

Update 14:20 – Deutschland

Blick zur Abwechslung zu unseren Nachbarn nach Deutschland. Dort wurde ja schon am Freitag der nationale Hitzerekord gebrochen, in Saarbrücken gab’s 41,3 Grad. Gestern wurde der Rekord mit 41,5 Grad in Möckern bei Magdeburg schon wieder übertroffen und heute gerät der Allzeit-Rekord ein weiteres Mal ins Wanken. Hier die aktuellen Höchstwerte aus Deutschland mit 40,9 Grad im östlichen Brandenburg:

Quelle: mtwetter.de, DWD

Update 14:10 – Berghitze

Ein Nachtrag noch zum Bergwetter. Es ist schon unglaublich, wie hoch die Temperaturen auch in der Höhe sind. Den „höchstgelegenen“ Sommertag erleben wir derzeit auf dem Hahnenkamm hoch über Kitzbühel, auf knapp 1800 m Höhe messen wir gut 25 °C. Der „höchstgelegene“ 30er indes wird als Kals in Osttirol gemeldet, ein Hitzetag auf 1350 m ist extrem selten.

Update 13:50 – Hitliste

Hier die aktuell heißesten Orte des Landes:

  • 39,3 °C Wien – Stammersdorf
  • 39,1 °C Bad Deutsch-Altenburg
  • 39,0 °C Wien – Hohe Warte
  • 38,8 °C Langenlebarn (Tulln)
  • 38,4 °C Bad Vöslau

Update 13:30 – Bergwetter

Nicht nur in den Niederungen ist es derzeit außergewöhnlich heiß, auch in der Höhe liegen die Temperaturen deutlich über dem Durchschnitt. Auf der Adlersruhe am Großglockner (3454 m) werden aktuell rund +12 °C gemessen. Bei solchen Bedingungen schnmelzen teils mehr als 10 cm Altschnee bzw. Eis pro Tag, auf der Webcam sind bereits deutliche Schmelzwasserbäche zu erkennen.

Treffen sich zwei Gletscher, fragt der eine: „Was passiert mit uns in der Klimakrise?“
Antwort des anderen: „Wir werden Seen.“

— OTTENSER GESTALTEN (@ottensergestalten.bsky.social) 27. Juni 2026 um 14:18

Update 13:20 – Waldbrandgefahr

Die Kombination aus hohem Sonnenstand, trockener Luft und Hitze führt dazu, dass die Böden derzeit besonders schnell austrocknen. Entsprechend herrscht aktuell eine sehr hohe Waldbrandgefahr. Im östlichen Flachland kommt heute zusätzlich mäßiger Südwind mit Böen um rund 40 km/h hinzu, insgesamt entstehen damit sehr gefährliche Bedingungen.

Update 13:10 – Hitliste

Die Temperaturen steigen weiter an, hier die aktuell heißesten Orte des Landes:

  • 39,1 °C Wien – Stammersdorf
  • 38,3 °C Bad Vöslau
  • 38,1 °C Bad Deutsch-Altenburg

Im westlichen Bergland entstehen derzeit erste Hitzegewitter.

Update 12:50 – 38,8 Grad in Wien

In Wien-Stammersdorf werden aktuell 38,8 Grad gemessen – damit wird der gestrige Höchstwert erneut erreicht und der Junirekord egalisiert. Die Temperatur steigt in den kommenden Stunden weiter an. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird heute der heißeste Tag seit Messbeginn in Wien (bisheriger Rekord: 39,5 Grad im August 2013).

Update 12:30 – Heiße Gewässer

Nicht nur die Luft ist derzeit außergewöhnlich heiß, auch die Wassertemperaturen weisen gebietsweise extreme Abweichungen auf. In der Alten Donau in Wien werden aktuell 29,6 Grad gemessen. Auch der Neusiedler See liegt bereits über 30 Grad, in Podersdorf wurden gestern Abend sogar 32 Grad erreicht.

https://wasser.bgld.gv.at/hydrographie/die-seen/podersdorf

Viele Seen liegen derzeit auf Rekordniveau, sowohl nördlich als auch südlich der Alpen. Hier der Verlauf am Wörthersee:

https://hydrographie.ktn.gv.at/gewasser/seen-wassertemperatur

Update 12:15 – 38 Grad in Wien

Der heißeste Ort des Landes ist aktuell Wien. An der Wetterstation Hohe Warte wird in diesen Minuten die 38-Grad-Marke erreicht. Die Tageshöchsttemperatur wird hierzulande nicht zu Mittag, sondern meist erst am mittleren bis späten Nachmittag zwischen etwa 15 und 17 Uhr gemessen. Wien bleibt damit auf Kurs für den ersten 40-Grad-Wert seit Messbeginn in der Bundeshauptstadt.

Update 11:55 – Hitze und Infrastruktur

Extreme Hitze hat erhebliche Auswirkungen auf die Infrastruktur. In den vergangenen Tagen kam es etwa zu Problemen mit aufgeplatztem Asphalt, zudem hat auch die Bahn mit den hohen Temperaturen zu kämpfen: Stahl dehnt sich bei Hitze aus, wodurch es zu Gleisverwerfungen kommen kann. Auch Oberleitungen dehnen sich aus und hängen tiefer als üblich, was Schäden an Stromabnehmern verursachen kann. In mehreren Städten Deutschlands und Belgiens, etwa in Leipzig und Nürnberg, musste der Straßenbahnbetrieb zeitweise eingestellt werden. Die Infrastruktur ist vielerorts noch nicht auf derart extreme Hitze ausgelegt.

Als sich die Jugendlichen der Letzten Generation auf die Straßen klebten, habt ihr sie geschlagen, weggezerrt, ja Terroristen genannt.
Die #Klimakatastrophe zerstört jetzt überall Straßen, zwingt euch zum Langsamfahren, zu Umwegen, stoppt euch.
Auf wen seid ihr jetzt wütend?

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— Gabriele Lange (@fraulange.bsky.social) 27. Juni 2026 um 15:36

Update 11:45 – Aktuelle Hotspots

Mit Vorarlberg wurde nun in allen Bundesländern die 30-Grad-Marke erreicht. Hier die aktuell heißesten Orte des Landes um 11:40 Uhr:

  • 37,4 °C Bad Vöslau
  • 37,1 °C Gumpoldskirchen
  • 37,0°C Pottschach
  • 36,8 °C Wien – Hohe Warte

Update 11:20 – Wie es zu Hitze kommt

Hitzewellen werden oft über die Herkunft der Luftmasse erklärt, häufig ist dabei von „Wüstenluft“ die Rede. Für extreme Hitze in Österreich sind jedoch meist auch andere Prozesse entscheidend, insbesondere das Absinken der Luft im Kern eines blockierten Hochs, wodurch sich diese zusätzlich erwärmt. Mehr Infos dazu gibt es hier.

Update 11:15 – Bad Deutsch-Altenburg

Der Allzeitrekord in Österreich wurde am 8. August 2013 in Bad Deutsch-Altenburg gemessen. Auch heute zählt die Station mit annähernder Sicherheit zu den Spitzenreitern. Die dort erhobenen Daten sind zwar korrekt, jedoch nicht repräsentativ für den gesamten Ort: Der Messstandort begünstigt ein lokales Mikroklima und lässt keine direkten Rückschlüsse auf die Temperaturverhältnisse der Umgebung oder Region zu. Aus diesem Grund wurde bereits eine Vergleichsmessung im Ort gestartet, die für die Umgebung wesentlich repräsentativer ist. Hier gibt es einen Link zur Vergleichsmessung.

Update 11:05 – Aktuelle Hotspots

Hier die aktuell heißesten Orte des Landes um 11 Uhr:

  • 37,0 °C Bad Vöslau
  • 36,1 °C Wiener Neustadt
  • 36,1 °C Pottschach
  • 36,0 °C Gumpoldskirchen

Auch in Wien wurde bereits die 35-Grad-Marke erreicht.

Update 10:40 – Alternative Farben

Falls es Leser gibt, die ein Problem mit roten Farben haben, hier noch die Prognose der heutigen Höchstwerte in „erfrischenden“ Blautönen. Das ändert nichts daran, dass diese Temperaturen absolut außergewöhnlich sind und mit normalem Sommerwetter in Mitteleuropa nichts zu tun haben.

Update 10:30 – 35 Grad erreicht

Die Temperaturen steigen derzeit sehr schnell an, die ersten Stationen haben bereits die 35-Grad-Marke erreicht. Hier die aktuell heißesten Orte:

  • 35,7 °C Wiener Neustadt
  • 35,3 °C Bad Vöslau
  • 35,3 °C Pottschach-Ternitz

Update 10:15 – Rückblick auf Samstag

Mit bis zu 39,3 Grad war der gestrige Tag der bislang heißeste Junitag seit Messbeginn in Österreich. Die Temperaturen lagen im Flächenmittel am Samstag um 9,3 Grad über dem klimatologischen Mittel, im Berg- und Hügelland der Alpennordseite teils sogar um rund 11,5 Grad – etwa am Hahnenkamm, am Feuerkogel oder am Jauerling.

Bei aller Hitze: Ein wenig Ironie muss sein…

Update 09:50 – 34 Grad im Osten

Im Steinfeld und im südlichen Wiener Becken werden aktuell schon 34 Grad gemessen, die Hotspots sind derzeit Pottschach-Ternitz und Wiener Neustadt. In der Wiener Innenstadt messen wir 33 Grad, zudem wurde die 30-Grad-Marke nun auch in Salzburg und Linz erreicht.

Update 09:20 – Viel Sonne

Ein Blick auf das aktuelle Satellitenbild bestätigt, dass sich der Himmel in weiten Teilen des Landes derzeit wolkenlos präsentiert. Nur in Vorarlberg und im Außerfern ziehen einige Wolken durch und lokal gehen auch Regenschauer nieder.

Der aktuelle Blick auf Wien: www.foto-webcam.eu

Update 08:50 – Im Osten verbreitet 30 Grad

Bereits um 8 Uhr war heute Zwerndorf der erste Ort des Landes mit 30 Grad. Mittlerweile werden vom Mittelburgenland und dem Steinfeld bis ins östliche Weinviertel recht verbreitet 30 bis 32 Grad gemessen. Der heißeste Ort ist aktuell Hohenau an der March mit 32,1 Grad.

Update 08:30 – Große Hitze und Gewitter

In den kommenden Stunden hält das ungetrübt sonnige Wetter im Osten und Südosten an, im Westen ziehen Wolken und ab Mittag erste Schauer durch. Am Nachmittag nimmt vom Arlberg bis in die Tauernregion und die westliche Obersteiermark die Gewitterneigung zu, örtlich besteht Unwettergefahr durch Starkregen, Hagel und Sturmböen.

Die Niederschlagsprognose zeigt die Regionen, wo die Gewittergefahr heute erhöht ist.

Die Höchstwerte liegen zwischen 32 Grad im Außerfern und 40 Grad im östlichen Flachland. Anbei die aktuelle Prognose der Höchstwerte für heute Nachmittag.

Update 08:15 – Örtlich rekordwarme Nacht

Vergangene Nacht war regional wieder ein Tropennacht. An drei Wetterstationen sank die Temperatur nicht unter 25 Grad ab:

  • 26,2 °C Hornstein (B)
  • 25,7 °C Wien – Innere Stadt (W)
  • 25,2 °C Bad Deutsch-Altenburg (NÖ)

Mancherorts war es die bislang wärmste Nacht seit Messbeginn, wie etwa in Kufstein mit 22,6 Grad und in St. Veit im Pongau mit 19,6 Grad. Auch auf den Bergen gab es Allzeitrekorde, wie etwa am Hahnenkamm in Tirol mit 20,1 Grad und auf der Rudolfshütte mit 14,5 Grad.

Rekorde der höchsten Tiefstwerte in Österreich im Juni 2026 (Stand 28.6.26).

 Update 08:00 Uhr – Übersicht

Guten Morgen! Die Hitzewelle in Österreich erreicht heute ihren Höhepunkt. Das verantwortliche Hoch Hartmut verlagert sich über Österreich hinweg nach Osteuropa und schwächt sich dabei langsam ab. Damit steigt die Gewittergefahr im Westen an, im Osten wird es dagegen extrem heiß, auch der Österreichische Allzeitrekord vom 40,5 Gard könnte gebrochen werden. Selbst in Wien sind erstmals seit Messbeginn 40 Grad möglich.

Bereits in den vergangenen zwei Tagen war es außergewöhnlich heiß in Österreich, in 6 von 9 Bundesländern wurden neue Junirekorde aufgestellt, darunter Bregenz, Innsbruck, Salzburg, Linz, St.- Pölten, Wien und Eisenstadt. Mancherorts gab es sogar Allzeitrekorde, wie beispielsweise in Innsbruck, Linz, Kremsmünster und am Brenner.

Dieses Extremereignis war gut vorhersehbar und wurde von UBIMET bereits am vergangenen Sonntag angekündigt: Neue Woche bringt anhaltende Hitze

Wetteranalysekarte und Tabellen gibt es hier: Aktuelle Wetterdaten aus Österreich

Nach Rekord-Hitze folgen Gewitter und Unwetter in Deutschland

Blitzschlag in der Abendsonne - pixabay.com

Die Hitze hat Deutschland bereits fest im Griff. Am Freitag wurde an 12 Wetterstationen im Südwesten des Landes (u.a. auch in Frankfurt am Main und in Trier) die 40-Grad-Marke das erste Mal in einem Juni geknackt. In Saarbrücken wurden sogar 41,3 Grad verzeichnet. Der alte Juni-Hitzerekord von 39,6 Grad gemessen in Bernburg an der Saale im Jahr 2019 wurde somit regelrecht pulverisiert. Noch wichtiger aber: Auch der deutsche Allzeit-Hitzerekord von 41,2 Grad gemessen im selben Jahr (25. Juli 2019) in Duisburg und Tönisvorst wurde schon heute überboten.

Stationen mit mehr als 40 Grad am 26.06.2026:

Wetterstation Höchstwert am 26.06.2026 (°C)
Saarbrücken-Burbach (SL) 41,3
Kitzingen (BY) 40,8
Bad Kreuznach (RP) 40,7
Trier-Zewen (RP) 40,7
Waghäuserl-Kirrlach (BW) 40,6
Bad Neuenahr-Ahrweiler (RP) 40,4
Frankfurt am Main (HE) 40,3
Andernach (RP) 40,2
Trier-Petrisberg (RP) 40,2
Tönisvorst (NW) 40,2
Perl-Nenning (SL) 40,1
Bad Dürkheim (RP) 40,0

Neue Hitze-Rekorde folgen am Wochenende

Der frisch gebackene Rekord dürfte jedoch nur sehr kurz an der Spitze bleiben. In einer mäßigen Südwestströmung wird nämlich in den kommenden Stunden immer heißere Luft nach Deutschland geführt. Am Samstag sind Temperaturen um 40-41 Grad sowohl im Südwesten als auch im Osten möglich, am Sonntag verlagert sich der Schwerpunkt der Hitze in den Osten. Dann sind auch bis zu 42 Grad nicht ausgeschlossen.

Prognose der Höchstwerte am Samstag - UBIMET, uwr.de
Prognose der Höchstwerte am Samstag – UBIMET, uwr.de
Prognose der Höchstwerte am Sonntag - UBIMET, uwr.de
Prognose der Höchstwerte am Sonntag – UBIMET, uwr.de

Extreme Waldbrandgefahr

Neben zahlreichen Hitzerekorden wird am Wochenende zudem die teils extreme Flur- und Waldbrandgefahr zum Thema. Bei Aktivitäten in der Natur  – die natürlich aufgrund der großen Hitze nur im Schatten stattfinden sollten – muss man somit besonders aufpassen!

Prognose der Waldbrandgefahr am Wochenende - UBIMET, uwr.de
Prognose der Waldbrandgefahr am Wochenende – UBIMET, uwr.de

Unwettergefahr durch Gewitter steigt allmählich an

Mit Annäherung einer langsam ziehenden Kaltfront steigt jedoch die Neigung zu Schauern und Gewittern von Westen her langsam, aber sicher an. Bereits Freitagabend sind im äußersten Westen isolierte Hitzegewitter möglich, in der Nacht zum Samstag bleibt die Gewittergefahr dann auch entlang der Grenze nach Benelux leicht erhöht. Am Samstag selbst ist dann in der gesamten Nordwesthälfte mit lokalen Schwergewittern zu rechnen. Aufgrund der extrem heißen Luftmasse steht den Gewittern sehr viel Energie zur Verfügung. Dadurch sind neben Starkregen auch größere Hagelkörner mit einem Durchmesser von 4-7 cm und schwere Sturmböen um 100 km/h möglich.

Prognose der Unwettergefahr am Samstag - UBIMET, uwr.de
Prognose der Unwettergefahr am Samstag – UBIMET, uwr.de

Am Sonntag breitet sich die Unwettergefahr auf weite Landesteile aus, im Nordwesten strömt jedoch gleichzeitig auch bereits mildere Atlantikluft ein. Die kühlere Luftmasse dämpft hier schon im Laufe des Sonntags die Gewittertätigkeit deutlich und beendet auch die extreme Hitzewelle. Im Südosten kommen die Schwergewitter hingegen erst am Abend oder sogar in der Nacht zum Montag auf.

Prognose der Unwettergefahr am Sonntag - UBIMET, uwr.de
Prognose der Unwettergefahr am Sonntag – UBIMET, uwr.de

Zu Beginn der neuen Woche ist dann primär in der Südosthälfte mit heftigen Gewittern zu rechnen. Bis Dienstag erreicht die kühlere Luft auch diesen Teil des Landes und die Temperaturen pendeln sich landesweit wieder auf jahreszeitentypische Werte ein.

Prognose der Unwettergefahr am Montag - UBIMET, uwr.de
Prognose der Unwettergefahr am Montag – UBIMET, uwr.de

Hitzewelle in Österreich: Höhepunkt am Wochenende

Europa erlebt derzeit eine der intensivsten und historischen Hitzewellen seit Beginn der Aufzeichnungen. Ausgehend von der Iberischen Halbinsel hat sich eine außergewöhnlich heiße Luftmasse in den vergangenen Tagen weit nach Norden und Osten ausgebreitet. In Frankreich wurden verbreitet 40 bis knapp 45 Grad gemessen, Temperaturrekorde wurden am laufenden Band gebrochen. Verantwortlich dafür ist das blockierende Hochdruckgebiet HARTMUT, das sich derzeit über der Nordsee befindet und bis zum Wochenende langsam ostwärts verlagert. Mit dieser Verlagerung verschiebt sich auch der Schwerpunkt der Hitze – von Westeuropa in Richtung Mittel- und Osteuropa. Österreich steht damit vor dem Höhepunkt der Hitzewelle.

Temperaturverteilung Europa Fr-So

Bis zu 40 Grad am Wochenende

Seit Beginn der Hitzewelle werden in Österreich täglich Höchstwerte über 30 Grad verzeichnet. Den bisherigen Spitzenwert markierte Sonntag, der 22. Juni, mit 36,6 Grad in Bad Deutsch-Altenburg. Für den heutigen Donnerstag werden 30 bis 36 Grad erwartet, am Freitag 32 bis 37 Grad. Das Wochenende bringt mit Höchstwerten zwischen 33 und 40 Grad den absoluten Höhepunkt der Hitzewelle. Die größten Wärmebelastungen werden für die Wachau, das Tullnerfeld, den Großraum Wien sowie das Weinviertel prognostiziert.

Höchstwerte am Sonntag

Allzeitrekord steht auf dem Spiel

Nahezu gesichert ist ein neuer österreichischer Temperaturrekord für den Monat Juni. Der bisherige Juniwert liegt bei 38,6 Grad, gemessen am 28. Juni 2013 in Waidhofen an der Ybbs. Darüber hinaus werden voraussichtlich in allen Bundesländern neue Junihöchstwerte erreicht. Sollten die Prognosen zutreffen, käme auch der österreichische Allzeitrekord von 40,5 Grad – aufgestellt am 8. August 2013 in Bad Deutsch-Altenburg – unter Druck. Der Umstand, dass derartige Extremwerte bereits Ende Juni auftreten, unterstreicht die außergewöhnliche Intensität dieser Hitzewelle.
Neben den Tageshöchstwerten werden auch bei Hitzetage-Serien neue Rekorde erwartet. In Bregenz, Linz, Salzburg und Wien wurden bereits am gestrigen Tag neue Bestmarken für aufeinanderfolgende Tage mit Höchstwerten von mindestens 30 Grad registriert.

Aktuelle Hitzewelle in Wien/Hohe Warte
Längste Hitzewelle Landeshauptstädte (Stand 24.6)

Tropennächte und erhöhte Waldbrandgefahr

Neben der Tageshitze sind in den betroffenen Regionen verbreitet Tropennächte (Tiefstwerte über 20 Grad) zu erwarten, auch außerhalb der großen Ballungsräume. Die anhaltende Trockenheit gepaart mit der großen Hitze hat Böden und Vegetation in weiten Teilen Österreichs stark ausgetrocknet. Unter diesen Bedingungen reichen bereits kleinste Zündquellen aus, um einen Wald- oder Flurbrand auszulösen, wie weggeworfene Zigarettenstummel oder Lagerfeuer genügen.

Tropennächte in den Landeshauptstädten
Tropennächte in Wien

Abkühlung von Westen, aber nur zögerlich

Die Hitzewelle wird voraussichtlich schrittweise von Westen abgebaut. Ab Montag verlagert sich der Schwerpunkt der extremen Hitze zunehmend auf den Osten des Landes. Im Westen sind dann bereits 25 bis knapp 30 Grad zu erwarten. Ab Mittwoch ist nach derzeitigem Stand nahezu österreichweit mit dem Ende der Hitzewelle zu rechnen, wobei die Abkühlung von teils kräftigen Gewittern begleitet wird. Im Süden Österreichs könnte die Hitze vereinzelt bis Donnerstag anhalten. Die Prognose für den weiteren Verlauf ist naturgemäß noch mit Unsicherheiten behaftet.

So schützt du dich und deine Mitmenschen vor der Hitze

Bei Temperaturen jenseits der 35-Grad-Marke ist körperliche Schonung das oberste Gebot. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vor allem zwischen 11 und 17 Uhr gemieden werden. Wer körperliche Aktivitäten im Freien plant, verlegt diese am besten in die frühen Morgenstunden. Regelmäßiges Trinken ist essenziell – auch ohne spürbares Durstgefühl, das bei Hitze oft zu spät einsetzt. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kleinkinder sowie Personen mit Vorerkrankungen; sie sollten kühle Räume aufsuchen und auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.

Das effektivste Mittel, die eigenen vier Wände kühl zu halten, ist eine Klimaanlage. Wer kurzfristig keine Anlage zur Verfügung hat, erzielt durch Abdunkeln der Fensterflächen tagsüber und gezieltes Querlüften in den kühlen Nacht- und Morgenstunden zumindest eine leichte Verbesserung.

Autos heizen sich auch im Schatten innerhalb weniger Minuten auf lebensbedrohliche Temperaturen auf, Kinder und Tiere dürfen unter keinen Umständen im abgestellten Fahrzeug zurückgelassen werden.

Titelbild: Peter Wölflingseder

Gewitter in Deutschland: wo es am häufigsten blitzt

Grundsätzlich treten Gewitter in Mitteleuropa im gesamten Jahr auf, im Winter sind sie aber relativ selten: meist handelt es sich um Graupelgewitter oder um schnell ziehende Gewitter an der Kaltfront eines Sturmtiefs. Die eigentliche Gewittersaison in Mitteleuropa beginnt meist im Mai und endet im August. Dies hängt in erster Linie mit dem Sonnenstand zusammen, so beginnt die Saison bei passender Großwetterlage ein paar Wochen nach dem Frühlingsäquinoktium und endet ein paar Wochen vor dem Herbstäquinoktium, wenn die Tage länger als etwa 13 Stunden dauern. Der blitzreichste Monat überhaupt in Deutschland ist üblicherweise der Juni, am seltensten blitzt es dagegen im November.

Ein Blitzeinschlag bei Garmisch-Patenkrichen. © https://www.foto-webcam.eu/webcam/wank/
Mittlere Anzahl der Blitzentladungen pro Monat. © UBIMET

Die Hochsaison war im vergangenen Jahr außergewöhnlich schwach, mehr Infos dazu gibt es hier: Gewittersaison 2025: Deutlich weniger Blitze als üblich

Hotspots

Für die Entstehung von Gewittern sind drei Voraussetzungen entscheidend: feuchte und energiereiche Luft, eine labile Luftschichtung und ein Auslöser, der die Luft zum Aufsteigen bringt. Letzterer kann beispielsweise eine Kaltfront sein, in vielen Regionen sind es jedoch vor allem Gebirgsketten, die den entscheidenden Impuls und die Luft zum Aufsteigen bringen. Darum gibt es in Süddeutschland besonders viele Gewitter: Dort treffen mehrere Gebirgsketten auf vergleichsweise energiereiche Luftmassen. Im Flachland ist die Gewittertätigkeit dagegen deutlich geringer, insbesondere im atlantisch geprägten Norden.

Mittlere Blitzdichte pro Jahr von 2010 bis 2025. © UBIMET

Landkreis Ulm auf Platz 1

Eine Auswertung aller Blitze von 2010 bis 2025 bestätigt das Bild: Die blitzreichsten Landkreise des Landes liegen in Baden-Württemberg und Bayern: der Landkreis mit der höchsten Blitzdichte ist Ulm, hier kommt es durchschnittlich zu 31,7 Blitzen pro km² und Jahr. Es folgen Neu-Ulm und Biberach.

Landkreise mit der höchsten Blitzdichte pro Jahr und km²

  • Ulm (B-W) 31,7
  • Neu-Ulm (BY) 27,8
  • Biberach (B-W) 27,5
  • Alb-Donau-Kreis (B-W) 27,0
  • Altötting (BY) 26,9
  • Rosenheim (BY) 26,3
  • Traunstein (BY) 26,0
  • Heidenheim (B-W) 25,9
  • Landshut (BY) 25,8
  • Mühldorf am Inn (BY) 25,6
Mittlere Blitzdichte auf Gemeindeebene. © UBIMET

Die geringste Blitzdichte in Deutschland weist der Landkreis Nordfriesland auf, mit durchschnittlich nur 3,4 Blitzen pro km² und Jahr. Nur knapp darüber liegen Dithmarschen und Flensburg mit jeweils 4,3 Blitzen pro km² und Jahr.


Auf Gemeindeebene liegen Mittelbiberbach (B-W), Senden (Bayern), Oggelshausen (B-W), Otting (Bayern) und Altenmarkt an der Alz (B-W) an der Spitze.

Gewitterhochburg Norditalien

Auf europäischer Ebene befinden sich die blitzreichsten Regionen in Norditalien: besonders häufig blitzt es im Nordosten des Landes, am Alpensüdrand nördlich von Mailand sowie an der Südwestflanke der Apenninen von Ligurien bis in die Toskana.

Mittlere Blitzdichte (>5 kA). © UBIMET

Blitzeinschlag © www.foto-webcam.eu

Neue Woche bringt anhaltende Hitze und lokale Gewitter

Ventilator und Sonnenschein

Österreich liegt derzeit fest im Griff einer außergewöhnlichen Hitzewelle. Die Serie an Hitzetagen ist klar auf Rekordkurs: Die bisherigen Juni-Rekorde reichen von fünf Tagen in Salzburg bis neun Tage in Graz, Klagenfurt und Eisenstadt. Aktuell liegen alle Landeshauptstädte auf Kurs zu mindestens zehn Hitzetagen in Folge, da auch in der kommenden Woche täglich Höchstwerte über 30 Grad zu erwarten sind.

Die Top-10 der bislang längsten Serien an Hitzetagen im Juni pro Landeshauptstadt,

Am kommenden Wochenende gelangen auch die absoluten Juni-Höchstwerte in Reichweite, österreichweit liegt dieser bei 38,6 Grad, gemessen im Juni 2013 in Waidhofen an der Ybbs. Diese Hitzewelle ist außergewöhnlich lang und setzt in vielen Regionen neue Maßstäbe: So lange heiße Phasen ohne Unterbrechung gab es bislang nur im Juli und August.

Die neue Woche bringt anhaltende Hitze in Wien. Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

Zu Wochenbeginn Hitze und Gewitter

In der neuen Woche wird das bisherige Hoch „Gorgias“ von einem weiteren Hoch namens „Hartmut“ abgelöst. Im Übergangsbereich zwischen den beiden Hochs bleibt die Schauer- und Gewitterneigung zu Wochenbeginn erhöht.
Der Montag startet meist trocken und gebietsweise sonnig, ab Mittag bilden sich im Berg- und Hügelland aber wieder einige Gewitter. Auch im östlichen Flachland im Südosten steigt die Gewitterneigung am Nachmittag vorübergehend an. Die Höchstwerte liegen zwischen 28 und 34 Grad.

Am Montag sind lokal kräftige Hitzegewitter zu erwarten.
Zu Wochenbeginn liegt der Schwerpunkt der Hitze in Westeuropa.

Auch am Dienstag scheint verbreitet die Sonne, lediglich von der Tauernregion über die Obersteiermark bis ins Most- und Waldviertel halten sich anfangs Wolken. Vor allem dort sind am Nachmittag auch neuerlich heftige Hitzegewitter zu erwarten. Eine geringe Gewittergefahr besteht am Nachmittag auch im Norden und in den südlichen Becken, trocken bleibt es im Rheintal und ganz im Osten. Dazu gibt es 28 bis 34 Grad.

Anhaltend hochsommerlich

Der Mittwoch bringt wenig Änderung: Sonnenschein und Hitze dominieren das Wettergeschehen. Einzelne, teils kräftige Hitzegewitter gehen am Nachmittag über dem südlichen Bergland nieder, verbreitet bleibt es aber trocken. Die Höchstwerte liegen weiterhin zwischen 28 und 34 Grad.

Wenn ein umfangreiches Hoch am Südrand von zwei Tiefs flankiert wird, sprechen Meteorologen von einer „Omega-Wetterlage“. Diese Konstellation zeichnet sich durch ihre hohe Beständigkeit aus.

Am Donnerstag und Freitag scheint meist von früh bis spät die Sonne, die Gewitterneigung ist selbst über den Bergen gering. Am ehesten ist im südlichen Bergland am Nachmittag ein Schauer oder ein isoliertes Hitzegewitter nicht ganz ausgeschlossen. Mit 29 bis 35 Grad am Donnerstag bzw. 30 bis 37 Grad am Freitag wird es noch etwas heißer.

Der Schwerpunkt der Hitze verlagert sich von West- nach Mitteleuropa.

Am Wochenende bis zu knapp 40 Grad

Am kommenden Wochenende nimmt der Hochdruckeinfluss nochmals zu und bei viel Sonnenschein kündigt sich extreme Hitze an. Die Temperaturen steigen auf 32 bis 38, lokal auch 39 Grad. Lokal kräftige Hitzegewitter beschränken sich auf das westliche Bergland. Die Kombination aus anhaltender Hitze und hoher Ozonbelastung in den Ballungsräumen führt in den kommenden Tagen zu einer erheblichen Belastung für den menschlichen Organismus.

Anbei zur Übersicht die Prognose der Höchstwerte in Österreich (in Lagen bis maximal 1000 m) sowie in Wien:

Tag

Höchstwerte Österreich (°C)

Höchstwerte Wien (°C)

Montag, 22.06.

28 – 34

31 – 33

Dienstag, 23.06.

28 – 34

31 – 33

Mittwoch, 24.06.

28 – 34

31 – 33

Donnerstag, 25.06.

29 – 35

32 – 34

Freitag, 26.06.

30 – 37

33 – 36

Samstag, 27.06.

31 – 38

35 – 38

Sonntag, 28.06.

32 – 39

36 – 39

10 Tipps für einen guten Schlaf trotz Hitze

Hitze

Die empfohlene Zimmertemperatur von knapp über 20 Grad lässt sich in den Sommermonaten ohne Klimatisierung meist nicht erreichen. Dennoch gibt es ein paar Tricks um die derzeitigen Tropennächte in den Ballungsräumen möglichst ausgeruht zu überstehen.

Diese Tipps helfen

  1. Richtiges Lüften. Idealerweise sollte nur dann gelüftet werden, wenn die Außentemperatur niedriger ist als die Temperatur im Haus oder der Wohnung. Typischerweise empfiehlt sich das Lüften ab dem späten Abend bis zum nächsten Vormittag, während der Nachmittag oft die ungeeigneteste Zeit darstellt. Ist eine Querbelüftung, zum Beispiel von West nach Ost, in der Wohnung möglich, sollte diese genutzt werden. Entscheidend ist allerdings auch die Feuchtigkeit im Raum: Wenn man etwa Wäsche aufhängt oder wenn man kocht, sollte auch tagsüber gelüftet werden, damit zumindest die Feuchtigkeit aus dem Raum entweichen kann und die Luft etwas weniger schwül ist.
  2. Tagsüber bleiben Vorhänge und Jalousien geschlossen. Jegliche Sonneneinstrahlung treibt die Temperaturen in die Höhe. Besonders geeignet sind Außenjalousien, da sie nur etwa 25% der Sonnenenergie nach innen durchlassen, Innenjalousien dagegen etwa 75%. Behelfsmäßig kann man sonst auch ein Leintuch von außen vor die Fenster hängen.
  3. Trotz hoher Raumtemperaturen sollte auf dünne Bettwäsche nicht verzichtet werden, der Körper kühlt sonst zu sehr aus. Das beste Material ist Baumwolle: Es nimmt den Schweiß auf.
  4. Falls möglich, sollte auf kühlere Räume ausgewichen werden. In Einfamilienhäusern gibt es zwischen den verschiedenen Etagen meist große Temperaturunterschiede, mit den höchsten Temperaturen unter dem Dach. Als zusätzlicher Tipp für den Tag: Für eine Verschnaufpause empfiehlt sich der Besuch eines klimatisierten Einkaufzentrums.
  5. Um der Hitze im Haus gänzlich zu entfliehen, kann auf den Balkon oder den Garten ausgewichen werden. Hier ist die Luft manchmal etwas trockener, wichtig ist aber, dass hier ein schattiges und in der Nacht auch ruhiges Plätzchen zur Verfügung steht. Weiters sollte man auch nicht einen Gelsenschutz vergessen….
  6. Ventilatoren bringen zwar eine Abkühlung, in der Nacht besteht aber die Gefahr einer Erkältung. Daher sollte man ihn nicht direkt auf das Bett richten.
  7. Vor allem im Schlafzimmer, aber auch in den anderen Räumen sollten elektrische Geräte wie Fernseher oder Computer in den Standby-Modus versetzt oder am besten gleich ganz ausgeschaltet werden. Jeder Stromverbraucher ist eine Wärmequelle bzw. eine kleine Heizung.
  8. Als eine langfristige Möglichkeit zum besseren Umgang mit der Wärme empfiehlt sich eine Matratze mit einer Sommer- und einer Winterseite.
  9. Schwere, sprich fettreiche Speisen sollten vermieden und untertags reichlich Wasser getrunken werden, um in der Nacht eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung des Körpers zu gewährleisten.
  10. Ungeeignet für eine ruhige Nacht sind alkoholische Getränke. Sie sorgen für einen leichten Schlaf und trocknen den Körper aus.

Wir wünschen allen Lesern und Leserinnen erholsame Nächte!

Titelbild © N. Zimmermann

Kräftige Gewitter in Deutschland erwartet

Gewitter bei Lamprechtshausen am Mittwochabend (Foto: Storm Science Austria)

Nach einer häufig als kühl und wenig sommerlich anmutenden Wetterphase in der ersten Monatshälfte ist die Großwetterlage gekippt und eine überregional ausgeprägte Hitzewelle steht an. Die Luft ist aber feucht und wird somit als schwül empfunden und somit sind Schauer und Gewitter häufig nicht fern. Beginnend in der Nacht auf Freitag werden die Gewitter zahlreicher und auch unwetterträchtig.

Kommende Nacht

In der Nacht ziehen von Frankreich her Schauer und Gewitter in den Westen und Nordwesten des Landes. Dabei muss mit Starkregen, Hagel und stürmischen Böen gerechnet werden. Diese breiten sich derzeit in den Westen Belgiens aus.

Satellitenbild von 17:20 Uhr am 18.6.2026 © EUMETSAT/UBIMET

Freitag

Aus der Nacht heraus gehen im Norden des Landes Schauer und Gewitter nieder. Diese werden vor allem noch von Starkregen begleitet. Nach einem zumeist freundlichen und zunehmend heißen Vormittag (siehe Prognose der Höchstwerte unten) werden zunächst über den Mittelgebirgen die Quellwolken mächtig werden und von dort ausgehend breiten sich heftige Schauer und Gewitter aus. Diese werden von teils ergiebigem Starkregen und Hagel begleitet werden und sind unwetterträchtig. Die Energie in der Luft ist verbreitet hoch.

Im Nordwesten passiert zunächst wenig, hier kommen am späten Abend und in der Nacht auf Samstag neue Unwetter mit Starkregen, Hagel und teils schweren Sturmböen auf. Diese breiten sich schließlich bis nach Schleswig-Holstein und Mecklenburg aus, werden dabei aber allmählich etwas schwächer.

Gefahrengebiet am Freitag © UBIMET
Prognostizierte Höchstwerte am Freitag, den 19.6.2026 © UBIMET

Samstag

Die teils kräftigen Gewitter aus der Nacht ziehen am Morgen auf die Ostsee heraus sowie in Vorpommern rasch ab. Anschließend ist es vorübergehend ruhiger, ehe sich mit Annäherung einer Kaltfront von der Nordsee her, über den westlichen Mittelgebirgen kräftige Schauer und Gewitter bilden. Diese werden von Starkregen, Hagel und Sturmböen begleitet sein. Lokal sind sehr heftige Entwicklungen nicht ausgeschlossen. Im weiteren Verlauf breiten sich diese ostwärts aus. Im Süden gehen derweil einige kräftige Gewitter mit Starkregen nieder.

Gefahrengebiete am Samstag © UBIMET

Sonntag

Die Kaltfront kommt am Sonntag bis in etwa zur Mitte des Landes voran und drängt die energiereiche Luft in die Südhälfte. Im Übergangsbereich sind die Bedingungen für sehr heftige Entwicklungen am höchsten. Hier muss mit Starkregen, größerem Hagel und stürmischen Böen gerechnet werden. Weiter südlich ist vor allem mit ergiebigem Starkregen zu rechnen.

Gefahrengebiete am Sonntag © UBIMET

 

Hitze und Unwetter auf dem Vormarsch in Österreich

Platzregen im Hocchsommer, Hitze und Gewitter - pixabay.com

Ein mächtiges und ausgeprägtes Hoch namens GORGIAS verstärkt sich aktuell über Südwesteuropa und verlagert sich bis zum Wochenende allmählich in Richtung Osteuropa. Das Hoch bringt sehr heiße Luft subtropischen Ursprungs mit sich und wird am Sonntag bereits vom nächsten, blockierenden Hoch abgelöst. Dadurch steht weiten Teile Europas – inklusive Österreich – eine lang anhaltende, markante Hitzewelle mit Spitzenwerten jenseits der 35-Grad-Marke bevor. Manchen Regionen, wie etwa der Mitte Frankreichs, stehen sogar Tage mit mehr als 40 Grad bevor. Begleitet wird die Hitze u.a. auch in Österreich wie so oft von gefährlichen, unwetterartigen Gewittern.

Prognose der Höchstwerte in Europa in den kommenden Tagen - UBIMET
Prognose der Höchstwerte in Europa in den kommenden Tagen – UBIMET

Hitzewelle steht bereits in den Startlöchern

Schon am Donnerstag sowie auch am Freitag sind in Österreich, Deutschland und der Schweiz sowie an der Adria verbreitet Höchstwerte um 30-35 Grad in Reichweite. In Frankreich, Italien und Spanien gehen sich schon 35-38 Grad aus. Österreichweit findet der erste Wüstentag mit mindestens 35 Grad im Mittel Ende Juni statt, wobei sich der Termin im Vergleich zu den 70ern und 80ern Jahren um satte zwei Wochen nach vorne verlagert hat. Der früheste Wüstentag überhaupt wurde übrigens am 30. Mai 2017 in Horn im Waldviertel verzeichnet. Die zunehmende Hitze sorgt schon am Donnerstag zwischen Südösterreich, Slowenien und Nordostitalien für die ersten Schwergewitter samt örtlichem Starkregen, Hagel und Sturm. Am Freitag sind dann generell im westlichen Alpenraum sowie auch in weiten Teilen Frankreichs und Deutschlands Unwetter zu erwarten.

Statistik der ersten Wüstentage mit mehr als 35 Grad in Österreich (nur aktive Wetterstationen) - UBIMET, GSA
Statistik der ersten Wüstentage mit mehr als 35 Grad in Österreich (nur aktive Wetterstationen) – UBIMET, GSA

Hot(s)pot Mitteleuropa

Am Wochenende und bis in den Montag hinein ist ein erster Höhepunkt der Hitzewelle in Mittel- und Westeuropa in Sicht. Die Höchstwerte verharren dabei auch in Österreich oft zwischen 33 und 36 Grad, wobei die absoluten Spitzenwerte hierzulande eher im östlichen und südöstlichen Flachland anzutreffen sind. Der österreichische Juni-Rekord (38,6 Grad in Waidhofen/Ybbs im Jahre 2013) bleibt somit mit großer Wahrscheinlichkeit vorerst unangetastet. In Frankreich, Spanien und Italien sind regional Werte um 40 Grad oder knapp darüber in Sicht. Auch die Nächte werden zunehmend warm, in den Ballungsräumen Mitteleuropas – inklusive Wien – ist eine Serie an Tropennächten mit Tiefstwerten über 20 Grad schon vorprogrammiert.

Prognose der Tiefstwerte über 20 Grad (rötliche Farben) in Europa in den kommenden Tagen - UBIMET, ECMWF IFS
Prognose der Tiefstwerte über 20 Grad (rötliche Farben) in Europa in den kommenden Tagen – UBIMET, ECMWF IFS

Drohende Unwetter

Österreich gerät am Wochenende zudem in eine knifflige Wetterlage. Eine schwache und langsam ziehende Kaltfront überquert bis Sonntag von West nach Ost das Land. Aufgrund der zuvor eingeflossenen, heißen Luftmasse nimmt die Gefahr von unwetterartigen Gewittern am Samstag auch abseits des Berglands von Westen her deutlich zu. Die Unwetter breiten sich am Sonntag schließlich auch auf das zuvor noch trockene östliche und südöstliche Flachland aus. Wegen der eher langsamen Verlagerung der Gewitter stellt heftiger Starkregen mit 30 bis 50 l/m² binnen kurzer Zeit die Hauptgefahr dar. Örtlich sind jedoch auch Hagel um 2 bis 4 cm sowie Sturmböen bis 90 km/h nicht ausgeschlossen.

Prognose der Unwettergefahr durch lokale Gewitter von Donnerstag bis Sonntag - UBIMET, www.uwz.at
Prognose der Unwettergefahr durch lokale Gewitter von Donnerstag bis Sonntag – UBIMET, www.uwz.at

Mögliche Abkühlung erst in etwa einer Woche

Zu Beginn der neuen Woche setzt sich die Hitze vorerst fort. In weiten Teilen Europas und somit auch in Österreich sind bis Dienstag weiterhin Temperaturen jenseits der 35-Grad-Marke und Tropennächte einzuplanen. Die Gefahr von Hitzegewittern bleibt zwar bestehen, diese treten jedoch nur noch vereinzelt und bevorzugt im Bergland auf. Nach derzeitigem Stand macht sich jedoch in weiterer Folge ausgehend von Frankreich und Deutschland eine kräftigere Kaltfront bemerkbar und diese könnte dann verbreitet zu unwetterartigen Gewittern führen. Aus aktueller Sicht dürfte die Kaltfront zur Wochenmitte auch Österreich überqueren. Neben einer neuen Runde Unwetter sollte sie zumindest auch für eine vorübergehende, mäßige Abkühlung sorgen. Die Unsicherheiten diesbezüglich sind jedoch noch recht groß.

Temperaturverlauf in Wien laut der probabilistischen Prognose vom europäischen Modell ECMWF-IFS - UBIMET, ECMWF
Temperaturverlauf in Wien laut der probabilistischen Prognose vom europäischen Modell ECMWF-IFS – UBIMET, ECMWF

 

Zur besseren Veranschaulichung befindet sich die Prognose der Höchstwerte in Österreich und in Wien in der folgenden Tabelle:

 

Tag

Höchstwerte Österreich (°C)

Höchstwerte Wien (°C)

Mittwoch, 17.06.

23 – 31

27 – 29

Donnerstag, 18.06.

26 – 32

29 – 31

Freitag, 19.06.

28 – 35

32 – 34

Samstag, 20.06.

27 – 36

33 – 35

Sonntag, 21.06.

27 – 35

32 – 34

Montag, 22.06.

28 – 35

32 – 34

Dienstag, 23.06.

28 – 36

33 – 35

Mittwoch, 24.06.

26 – 36

31 – 33

Nächste Hitzewelle steht bevor 

In der ersten Monatshälfte fiel landesweit ausreichend Regen – in Osttirol, Kärnten, dem Lungau und dem Oberen Murtal wurde der Monatsniederschlag sogar schon erreicht. Ein wahrer Segen nach dem trockenen Frühling! Und auch die Temperaturen blieben bisher gedämpft, im landesweiten Mittel war es etwa 1 Grad zu kühl.

Abweichung des bisherigen Niederschlags im Juni vom langjährigen Mittel @ UBIMET

Nun aber nimmt die Sommerhitze einen neuen Anlauf. Ab Donnerstag sind verbreitet 30 Grad und mehr zu erwarten, den Höhepunkt erreicht die Hitzewelle nach derzeitigem Stand am Wochenende mit bis zu 36 Grad im Osten. Dabei scheint häufig die Sonne, inneralpin ist die Neigung zu Hitzegewittern jedoch erhöht und diese können dann auch immer öfter kräftig ausfallen.

Abweichung der bisherigen Temperatur im Juni vom langjährigen Mittel @ UBIMET

Die Aussichten im Detail

Der Montag startet in den Alpen und südlich davon meist bewölkt, im Südosten bereits mit ersten Regenschauern, während sich im Westen, Norden und Osten häufig die Sonne zeigt. Im Tagesverlauf entwickeln sich auch im zentralen und östlichen Bergland Schauer, im Süden entstehen ein paar Gewitter. Dazu weht im Norden und Nordosten lebhafter, lokal kräftiger Wind aus West bis Nordwest. Die Höchsttemperaturen liegen mit 18 bis 25 Grad noch etwas unter den für die Jahreszeit typischen Werten.

Am Dienstag ziehen tagsüber vor allem von Vorarlberg bis Oberösterreich einige Wolkenfelder durch und bringen entlang der Alpen leichte Schauer, sonst scheint häufig die Sonne. Am Nachmittag bilden sich auch einige Quellwolken und vor allem über dem Bergland nimmt die Schauerneigung etwas zu. Über dem Flachland bleibt es noch verbreitet trocken. Die Höchsttemperaturen steigen auf 21 bis 28 Grad und erreichen damit wieder ein sommerliches Niveau.

Aktuelle Prognose der Höchsttemperaturen am Dienstag, dem 16.06.2026 @ UBIMET

Der Mittwoch bringt neben einigen Sonnenstunden ein paar hohe und mittelhohe Wolkenfelder. Später bilden sich über dem westlichen und südlichen Bergland vermehrt Quellwolken, die lokal zu kurzen gewittrigen Schauern heranwachsen können. Im Flach- und Hügelland bleibt es aber meist bis zum Abend sonnig und trocken. Im Norden und Nordosten frischt der Westwind etwas auf, die Höchstwerte liegen zwischen 23 und 31 Grad, mit den höchsten Werten im Westen.

Am Donnerstag überwiegt zunächst der Sonnenschein. Über den Bergen bilden sich im Tagesverlauf Quellwolken, die am Nachmittag zunehmend dichter werden. Dabei sind im südlichen und westlichen Bergland einzelne, aber mitunter kräftige Wärmegewitter möglich. Im Flachland bleibt es meist bis zum Abend trocken. Die Temperaturen steigen auf heiße 26 bis 33 Grad – wieder mit den höchsten Werten in Vorarlberg und im Tiroler Oberland.

Auch am Freitag präsentiert sich das Wetter sonnig und heiß, wenngleich inneralpin im Tagesverlauf einige kräftige Hitzegewitter mit Hagel und großen Regenmengen möglich sind. Die Temperaturspanne reicht von 28 bis 34 Grad, wobei in tiefen Lagen fast überall ein so genannter Hitzetag mit 30 Grad und mehr erreicht wird.

Aktuelle Prognose der Höchsttemperaturen am Samstag, dem 20.06.2026 @ UBIMET

Das Wochenende verläuft relativ unverändert und die Hitzewelle erreicht ihren Höhepunkt. Häufig scheint die Sonne von früh bis spät, im Bergland bilden sich jedoch wieder kräftige Gewitter mit lokaler Unwettergefahr. Dabei steigen die Temperaturen nach aktuellem Stand auf 28 bis 36 Grad, wobei die höchsten Werte in Wien und im östlichen Flachland zu erwarten sind. Auch in den Nächten kühlt es dann kaum mehr aus, in den Städten sind vermehrt so genannte Tropennächte zu erwarten mit Tiefstwerten über 20 Grad.

Inwiefern die Hitzewelle in der neuen Woche Bestand hält, bleibt noch abzuwarten. Ein Tiefausläufer deutet sich zwar am Montag an, möglicherweise kann dieser aber nur vorübergehend für eine Abkühlung sorgen.

 

Titelbild: Symbolbild @ https://pixabay.com/

Die Schafskälte

Schafskälte

Meteorologisch gesehen ist die Schafskälte eine sogenannte Singularität, also ein Witterungsereignis, welches in einem begrenztem Zeitraum immer wieder an einem ähnlichen Datum auftritt. Bei der Schafskälte handelt es sich um einen Kälterückfall in Mitteleuropa im Frühsommer, meist im Zeitraum zwischen dem 4. und 20. Juni mit einem Maximum der Häufigkeit um den 11. Juni. Eine ähnliche Singularität stellen im Mai die Eisheiligen dar.

Kälte und Schafe?

Allgemein ist die Schafskälte weniger im Flachland sondern vielmehr in höheren Lagen im Gebirge von Bedeutung, was auch zum Namen dieser Wetterlage führt. So können plötzliche Kälteeinbrüchen für frisch geschorene Schafe durchaus bedrohlich sein, besonders für Muttertiere und Lämmer in hochgelegenen Almgebieten. In den Nordalpen gehen solche Kaltlufteinbrüche manchmal auch mit Schnee bis in mittlere Höhenlagen um etwa 2000 m einher.

Unregelmäßiges Ereignis

Im Laufe des Junis erfassen zwar immer wieder kühle Luftmassen Mitteleuropa, allerdings gibt es kein fixes Datum für die Schafskälte. So führten Auswertungen der Jahre 1881 bis 1947 mit einer hohen Wahrscheinlichkeit von über 80 Prozent zu einer Häufung um den 11. Juni, allerdings auch mit einer Streuung vom 4. bis zum 20 Juni. Etwas neuere Analysen aus den Jahren 1986 bis 1991 ergeben für das Auftreten dieser Singularität im Mittel die Zeit vom 11. bis zum 20 Juni. Auch eine Analyse der MeteoSchweiz zeigt, dass die Analyseperiode für den Zeitpunkt sowie die Dauer der Schafskälte eine wesentliche Rolle spielt, so war sie etwa in Davos am stärksten im Zeitraum 1931 bis 1960 ausgeprägt.

Schaf im Schnee
Schaf friert im Winter

Titelbild © Adobe Stock

Wo es am meisten blitzt: Die Gewitter-Hotspots Österreichs

Gewitter

Gewitter können in Mitteleuropa bei passenden Wetterbedingungen das ganze Jahr über auftreten. Die klassische Hochsaison liegt hierzulande typischerweise zwischen Mitte Mai und Ende August. In dieser Zeit sorgt einerseits der hohe Sonnenstand für eine starke Erwärmung der bodennahen Luft, was zu einer labilen Schichtung der Atmosphäre führen kann. Andererseits werden die Luftmassen im Laufe des Sommers insgesamt energiereicher, da wärmere Luft mehr Wasserdampf aufnehmen kann.

Gewitter
Ein Blitz im Oberinntal am 30. Juni 2025. © www.foto-webcam.eu

 

Blitze in Österreich

Im 15-jährigen Mittel stechen bei der Blitzdichte in Österreich zwei Regionen besonders hervor:

  • Die Gebiete vom Grazer Bergland über die Oststeiermark bis ins Südburgenland
  • Der Alpennordrand vom Innviertel über das Salzkammergut bis ins Gesäuse

Am wenigsten Blitze gibt es dagegen am Alpenhauptkamm vom Montafon bis zu den Ötztaler Alpen, da hier die lange Schneebedeckung sowie die hochgelegenen Täler mit vergleichsweise trockener Luft nur eine kurze Gewittersaison zulassen.

Mittlere Blitzdichte von 2010 bis 2024. © UBIMET

Weiz auf Platz 1

Im Mittel von 2010 bis 2024 sind die drei blitzreichsten Bezirke des Landes in der Steiermark anzutreffen. Weiz liegt an der Spitze, gefolgt von Graz-Umgebung und Hartberg-Fürstenfeld. Auf dem vierten Platz folgt Braunau am Inn in Oberösterreich.

  • 32,7 Blitze/km² Weiz (ST)
  • 31,3 Blitze/km² Graz-Umgebung (ST)
  • 30,6 Blitze/km² Hartberg-Fürstenfeld (ST)
  • 30,5 Blitze/km² Braunau am Inn (OÖ)
  • 30,1 Blitze/km² Graz (ST)
  • 29,1 Blitze/km² Südoststeiermark (ST)
  • 27,8 Blitze/km² Ried im Innkreis (OÖ)
  • 27,3 Blitze/km² Oberwart (B)
  • 26,4 Blitze/km² Voitsberg (ST)
  • 25,8 Blitze/km² Jennersdorf (B)
  • 25,3 Blitze/km² Salzburg Stadt (S)
  • 25,1 Blitze/km² Leibnitz (ST)
Die blitzreichsten Bezirke des Landes liegen in der Steiermark (im Bild: 2010 bis 2024)

Gewitter entstehen besonders häufig über den Bergen und ziehen unter Verstärkung ins angrenzende Flachland.  Die stärksten Gewitter treten oft direkt am Alpenrand auf, da die Luft hier tendenziell feuchter und damit energiereicher ist. Da Mitteleuropa im Bereich der Westwindzone liegt, ziehen Gewitter besonders häufig von West nach Ost. Mit zunehmender Entfernung von den Bergen lässt die Gewitterhäufigkeit nach.

Typische Gewitterzugbahnen in Österreich. Bei Südwestagen ist vor allem die Alpennordseite betroffen, bei West- bis Nordwestlagen dagegen eher der Südosten.

Schlusslicht Landeck

Die geringste Blitzdichte auf Bezirksebene weist der Bezirk Landeck mit einer Dichte von 7,7 Blitzen/km² auf, gefolgt von Bludenz und Imst mit jeweils 7,8 Blitzen/km². Auf Gemeindeebene liegt Sölden auf dem letzten Platz mit 4,5 Blitzen/km², knapp hinter Galtür und Bartholomäberg. Zum Vergleich: Auf Platz 1 liegt die Gemeinde Weiz mit 41,5 Blitzen/km².

In Tirol gibt es große Unterschiede: Während es in Ötztaler Alpen vergleichsweise selten blitzt, gibt es am Alpenrand häufig blitzreiche Gewitter (im Bild: 2010 bis 2024).

Saison-Höhepunkt im Juli

Der blitzreichste Monat des Jahres in Österreich ist meist der Juli mit einem 15-jährigen Mittel von rund 498.000 Blitzentladungen. Es folgen der August mit 370.000, der Juni mit 333.000 und der Mai mit 130.000. Gegen Ende August lässt die Blitzhäufigkeit aufgrund der rasch abnehmenden Tageslänge deutlich nach. Die blitzärmsten Monate sind der November und der Dezember mit jeweils etwa 100 Entladungen.

Mittlere Blitzdichte pro Monat in der Gewittersaison in Österreich. © www.uwz.at

Hagel in Österreich

Hagel ist in Österreich keine Seltenheit, vor allem bei leicht föhnigen Wetterlagen kommt es am Alpennordrand, im Südosten oder im Waldviertel nahezu jährlich lokal auch zu großem Hagel. Vereinzelt wurde auch schon sog. Riesenhagel mit einer Größe von über 10 cm beobachtet. Der Rekord stammt vom 24. Juni 2021, als in Ziersdorf im Bezirk Hollabrunn ein Hagelkorn mit einer Größe von 14 cm dokumentiert wurde. Mehr Infos dazu gibt es hier: Der europäische Hagelrekord.

Hagelmeldungen >2 cm in der ESWD-Datenbank von 2010 bis 2024. © ESWD

Blitzhauptstadt Graz

In Österreich stellt Graz aufgrund der geografischen Lage am Südostrand der Alpen die blitzreichste Landeshauptstadt dar. Einerseits gibt es hier zahlreiche Gebirgsgruppen wie etwa die Lavanttaler Alpen und das Grazer Bergland, welche die Auslöse von Gewittern begünstigen, andererseits ist die Luft hier im Sommer oft sehr feucht bzw. energiereich. Hinzu kommt noch, dass sich die feuchte Luft in tiefen Schichten bei Kaltfrontdurchgängen besonders lange halten kann, weil die bodennahe Kaltluft von den Alpen blockiert wird bzw. über Wien hinweg umgeleitet wird. In mittleren Höhenlagen findet aber dennoch eine Temperaturabnahme statt, was dann in der Steiermark und im Südburgenland zu einer labilen Luftschichtung führt.

Gewitter
Blitze über Graz am 25. Mai. © Storm Science Austria

Das Wiener „Schutzschild“

Die Kanalisierung der Luft über den Donauraum führt dazu, dass es in Graz deutlich häufiger zu kräftigen Gewittern kommt als etwa in Wien. Die energiereiche Luft in der Hauptstadt wird aufgrund der exponierten Lage am Alpenostrand durch aufkommenden Westwind schnell ausgeräumt. Außerdem sorgt ein kanalisierender „Flaschenhals“ zwischen dem Waldviertel und den Voralpen dafür, dass der Wind ab dem Mostviertel meist beschleunigt und etwaigen Gewittern davon läuft – Meteorologen sprechen dabei von einer Druckwelle, die manchmal auch als „Wiener Schutzschild“ bezeichnet wird. Beim Absinken hinter dem Wienerwald trocknet die Luft zusätzlich etwas ab.

Bei sommerlichen Kaltfronten aus Nordwest hält sich südlich der Alpen länger die energiereiche Luft.
Mittlere Blitzdichte pro Landeshauptstadt:
    1. Graz 30,1 Blitze/km²
    2. Salzburg 25,3 Blitze/km²
    3. Bregenz 14,9 Blitze/km²
    4. Eisenstadt 14,8 Blitze/km²
    5. Linz 13,8 Blitze/km²
    6. Wien 13,5 Blitze/km²
    7. Innsbruck 13,2 Blitze/km²
    8. St. Pölten 12,9 Blitze/km²
    9. Klagenfurt 10,1 Blitze/km²

In Wien handelt es sich um einen Durchschnittswert über alle Bezirke, dennoch gibt es auch innerhalb der Stadt Unterschiede: Während in Floridsdorf durchschnittlich nur 11 Blitze pro Quadratkilometer und Jahr registriert werden, sind es in den westlichen Außenbezirken wie Döbling bis zu 16,6. Hier spielt der Wienerwald eine entscheidende Rolle: Einerseits entstehen dort häufiger Gewitter als im Flachland, andererseits wirkt er bisweilen wie eine Barriere für heranziehende Gewitter aus dem Mostviertel, die in der Stadt dann nur noch Regen und Wind bringen.

Aufnahme der UBIMET-Foto-Webcam am Dach des Ares-Towers vom 12.07.2016 © https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien
Aufnahme der UBIMET-Foto-Webcam am Dach des Ares-Towers vom 12.07.2016 © https://www.foto-webcam.eu/webcam/wien

Gewitter-Hochburg Alpensüdrand

Auf mitteleuropäischer Ebene befinden sich die blitzreichsten Regionen in Norditalien, ganz besonders am Alpenrand rund um Bergamo sowie im Nordosten Italiens von Vicenza bis nach Friaul.

Jährliche Blitze pro Quadratkilometer von 2011 bis 2020. Weather, Climate, and Society 17, 2; 10.1175/WCAS-D-24-0038.1
Blitz
In den Bergen sind Blitze besonders gefährlich. © www.foto-webcam.eu

Am Dienstag im Süden und Osten kräftige Gewitter, lokal Unwetter

Gewitter mit Blitz

„Skandal um ROSI“

Skandal ist vielleicht etwas übertrieben, aber bei diesem Tief bietet sich der Song der Spider Murphy Gang an. ROSI lautet nämlich der Name jenes Tiefs, das am Dienstag über Norwegen liegt und dessen Kaltfront uns in Österreich einen gewittrigen Dienstag beschert. Zu Mittag (siehe Karte) liegt die Kaltfront direkt über uns, davor lagert feuchte und labil geschichtete Luft.

Bodendruck- und Frontenkarte gültig für Dienstag 14 Uhr. Quelle: DWD

Auch anhand der morgigen Höchstwerte erkennt man gut die Kaltfront. Während es zuvor mit 25 bis 30 Grad von Lienz bis Mistelbach noch einmal sommerlich warm wird, ist es hinter der Front schon deutlich frischer. Innsbruck schafft am Dienstag gerade noch 20 Grad, Bregenz nur 18 Grad und in den Hochtälern des Westens ist ohnehin bei rund 15 Grad Schluss.

Die Höchstwerte am Dienstag mit einem sommerlichen Süden und Osten.

Wo gibt es nun die stärksten Gewitter? Typischerweise bei einer solchen Wetterlage dort, wo die Sonne noch einmal gut einheizen konnte und sich so viel Energie aufbauen konnte, die dann den Gewittern zur Verfügung steht.

Zwar gibt es auch in Nordtirol, Salzburg, Oberösterreich sowie in der Obersteiermark und im westlichen Niederösterreich das eine oder andere Gewitter, dabei besteht aber kein Unwetterpotential.

Deutlich größer ist dieses – wie man gut der Grafik entnehmen kann – in/im:

  • Osttirol
  • Kärnten
  • der Steiermark südlich der Mur-Mürz-Furche
  • Burgenland
  • Wien
  • Osten Niederösterreichs
Überblick der Gewittergefahr am Dienstag.

In der folgenden Animation kann man gut erkennen, wie sich die Gewitter in der 2. Tageshälfte bilden und dann unter Verstärkung nach Südosten ziehen.

Animation des 3-stündigen Niederschlags gemäß des Modells ICON-D2

Front macht es sich gemütlich

Am Mittwoch kommt die Front dann kaum noch nach Osten voran, in der Fachsprache „verwellt“ sie genau über Österreich. Wo diese Verwellung ganz genau stattfindet, ist noch nicht ganz sicher. Voraussichtlich wird es aber grob in der Mitte des Landes doch zu ergiebigem Regen kommen, v.a. in Tirol, Salzburg, Kärnten und in der Obersteiermark.

Hier eine erste Abschätzung der Regenmengen am Mittwoch:

Prognostizierte Regenmengen am Mittwoch.

Anhand der sogenannten Ensembles können wir gut abschätzen, wie wahrscheinlich ein bestimmtes Ereignis ist. In diesem Fall ist abschließend für den Mittwoch die Wahrscheinlichkeit für Regenmengen von 30 l/m² oder mehr dargestellt. Wir sehen: Besonders im Südwesten dürfte das Ereignis recht gut abgesichert sein.

Wahrscheinlichkeit für eine Regenmenge von 30 l/m² oder mehr am Mittwoch. Quelle: ECMWF

Sommerliches Wochenende mit regionalen Schauern und Gewittern

Der Hochdruckeinfluss bleibt in den kommenden Tagen nur schwach ausgeprägt. Die Atmosphäre im Westen ist daher weiterhin labil geschichtet, wodurch sich insbesondere in den Nachmittags- und Abendstunden wiederholt Schauer und Gewitter bilden können. An dieser Wetterlage ändert sich zunächst nur wenig. Nach aktuellem Stand erreicht uns jedoch am Dienstag eine Kaltfront, die einen markanten Temperaturrückgang sowie das Potenzial für kräftige Gewitter mit sich bringt.

Zunächst aber die kommenden Tage im Detail:

Zweigeteilter Samstag: Wechselhafter Westen, freundlich im Osten

Am Samstag stellt sich im Norden und Osten ein freundlicher Sonne-Wolken-Mix ein, von Vorarlberg bis Salzburg und Kärnten scheint die Sonne dagegen nur zwischendurch. Am Vormittag gehen im westlichen Bergland, am Nachmittag auch in Oberösterreich, der Obersteiermark und Karten einige Regenschauer nieder. Lokal sind Gewitter dabei, im Osten und Südosten bleibt es trocken. Von West nach Ost liegen die Höchstwerte zwischen 19 und 27 Grad.

Prognose 24-stündige Niederschlagsmenge für Samstag, 06.06.2026

Sommerlicher Sonntag mit Gewittern im Bergland

Der Sonntag startet trocken und abseits lokaler Restwolken häufig sonnig, tagsüber bilden sich Quellwolken. Am Nachmittag gehen vor allem im zentralen Bergland Schauer und Gewitter nieder, gegen Abend vereinzelt auch im Süden. Im Donauraum und im östlichen Flachland dominiert dagegen weiterhin ein freundlicher Sonne-Wolken-Mix. Der Wind weht mäßig aus westlichen Richtungen, mit 20 bis 29 Grad wird es vor allem im Osten sommerlich warm.

Prognose Temperaturmaximum für Sonntag, 07.06.2026

Sonniger Wochenstart mit lokalen Schauern und Gewittern

Am Montag scheint zunächst verbreitet die Sonne, inneralpine Restwolken lockern am Vormittag auf. Ab dem Vormittag bilden sich Quellwolken, nachfolgend steigt im Bergland die Schauer- und Gewitterneigung an. Im Hügel- und Flachland bleibt es meist trocken und häufig sonnig. Abgesehen von einzelnen Gewitterböen weht meist nur schwacher Wind. Die Temperaturen steigen auf 24 bis 30 Grad.

Prognose der Sonnenstunden für Montag, 08.06.2026

Ausblick – Wetterumschwung

Am Dienstag erreicht nach aktuellem Stand von Nordwesten her eine Kaltfront das Land. Somit startet der Tag schon von Vorarlberg bis Salzburg mit schauerartigem und stellenweise gewittrigem Regen, welcher im Tagesverlauf sukzessive nach Osten vorankommt. Bis zum Nachmittag noch trocken und zeitweise sonnig bleibt es von Unterkärnten bis ins Weinviertel, nachfolgend gehen aber lokal heftige Gewitter nieder. Im Westen und Norden überwiegt von Beginn an der trübe Eindruck, entsprechend liegen die Höchstwerte von West nach Ost zwischen 16 und 29 Grad.

Auch in den ECMWF-Ensembles zeichnet sich der Temperaturrückgang zum Dienstag deutlich ab. Gleichzeitig deutet sich der Beginn einer unbeständigeren Wetterphase an. Bis zum kommenden Wochenende verbleiben die Temperaturen voraussichtlich auf diesem Niveau, bevor der Hauptlauf im weiteren Verlauf wieder einen raschen Temperaturanstieg signalisiert.

ECMWF Ensemble Niederschlag und 850 hPa Temperatur für Wien und Salzburg Quelle: ECMWF

Titelbild: Schauer mit Regenbogen in Seefeld vom 06.05.2026 Quelle: https://www.foto-webcam.eu/webcam/seefeld/2026/05/06/1900

Mai 2026: Vom Frost zur Hitzewelle und am Ende schwere Unwetter

Gewitterstimmung im Mürztal

Der Mai 2026 hatte in Österreich nahezu alles zu bieten, was das Wetterrepertoire hergibt: Frost zu Monatsbeginn, hochsommerliche Temperaturen in der letzten Maiwoche, schwere Gewitter mit Sturm und Hagel sowie einen historischen Schlusspunkt für den trockensten Frühling seit Messbeginn.

Frostiger Start in den Wonnemonat

Der Mai begann ungewöhnlich kalt. Am Morgen des 1. Mai wurde in vielen Regionen noch einmal Frost registriert. Besonders frostig war es in den typischen Kaltluftsenken: In Liebenau-Gugu sank die Temperatur auf -7,7 Grad, in Schwarzau im Freiwald auf -6,9 Grad. An insgesamt 33 Wetterstationen wurden neue Rekorde für die niedrigste Mai-Temperatur aufgestellt.

Sommerliche Hitze zum Monatsende

Nach einer wechselhaften Monatsmitte setzte sich ab dem 20. Mai zunehmend Hochdruckeinfluss durch. Die Temperaturen stiegen rasch an und erreichten am 26. und 27. Mai verbreitet hochsommerliches Niveau. Österreichweit wurden an 59 Wetterstationen neue Mai-Rekorde bei den Höchsttemperaturen registriert.

Besonders heiß wurde es in Osttirol und Kärnten: Lienz erreichte 33,3 Grad, Dellach 32,9 Grad und St. Veit an der Glan 32,5 Grad. Selbst in hochalpinen Regionen wurden außergewöhnliche Werte gemessen. Im knapp 2.000 Meter hoch gelegenen Obergurgl stieg die Temperatur auf 23,4 Grad – so hoch wie noch nie zuvor in einem Mai.

Auch die Nächte verliefen ungewöhnlich mild. Auf dem Pitztaler Gletscher sank die Temperatur in rund 2.900 Meter Höhe am 27. Mai nicht unter 6,4 Grad. Ein bemerkenswerter Rekord für einen Standort, an dem selbst im Hochsommer oft Frost herrscht.

20 % mehr Blitze als normal

Nach dem außergewöhnlich blitzarmen Jahr 2025 brachte der Mai wieder deutlich mehr Gewitteraktivität. Österreichweit wurden rund 150.000 Blitzentladungen registriert, etwa 20 Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre.

Die höchste Blitzdichte wurde vom Innviertel über das Mostviertel bis in den Süden der Steiermark und das Südburgenland gemessen. Besonders die letzten beiden Maitage hatten es in sich: Kräftige Gewitter sorgten lokal für Hagel, Starkregen und schwere Sturmböen.

Neue Sturmrekorde durch Unwetter

Vor allem die Sturmböen der Gewitter hinterließen ihre Spuren. An 31 Wetterstationen wurden neue Monats- oder Frühlingsrekorde bei den Spitzenböen gemessen. Die stärksten Böen erreichten in Enns 114,8 km/h, in Bischofshofen 97,6 km/h und in Puchberg am Schneeberg 93,2 km/h.

Die Unwetter sorgten regional für zahlreiche Feuerwehreinsätze, konnten aber die langfristige Trockenheit nur punktuell lindern.

Mai deutlich zu trocken

Österreichweit fiel im Mai rund 28 Prozent weniger Niederschlag als im Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020. Besonders trocken verlief der Monat im Nordwesten und Nordosten des Landes, wo zum Teil nur ein Viertel der üblichen Niederschlagsmenge zusammenkam.

Etwas günstiger fiel die Bilanz von Unterkärnten bis ins Südburgenland aus, wo wiederholt Gewitter für ausgeglichene oder lokal sogar leicht überdurchschnittliche Niederschlagsmengen sorgten.

Historisch trockener Frühling

Mit dem Ende des Mai ging auch ein außergewöhnlicher Frühling zu Ende. Von März bis Mai fielen österreichweit um 47 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. Damit war der Frühling 2026 der trockenste seit Beginn der österreichischen Niederschlagsaufzeichnungen im Jahr 1858.

Besonders betroffen waren Oberösterreich, Salzburg, die Obersteiermark, Osttirol, Oberkärnten und Teile Niederösterreichs. Regional fehlten bis zu zwei Drittel der üblichen Niederschlagsmengen. An zahlreichen Wetterstationen wurden neue Negativrekorde aufgestellt.

In Lienz fielen zwischen März und Mai lediglich 55 Liter pro Quadratmeter. Der bisherige Rekord der mehr als 100-jährigen Messreihe wurde damit deutlich unterboten. Ähnliche Rekorde wurden unter anderem auch in Feldkirch, Bad Mitterndorf, Krimml, Kalwang und Fischbach registriert.

Regen dringend benötigt

Trotz der Gewitter zum Monatsende bleibt die Situation angespannt. Viele Böden sind ausgetrocknet, kleinere Gewässer führen wenig Wasser und die Grundwasserspiegel liegen in zahlreichen Regionen unter den üblichen Werten.

Für eine nachhaltige Entspannung wären nun mehrere großräumige Regenereignisse erforderlich. Lokale Gewitter bringen zwar kurzfristig hohe Niederschlagsmengen, tragen aber nur wenig zur Auffüllung der Wasserreserven bei. Da der Sommer erst beginnt, wird die weitere Entwicklung der Niederschlagslage in den kommenden Wochen besonders genau zu beobachten sein.

 

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