Anhaltende Hitze und lokale Gewitter: Österreich erwartet bis zu 40 Grad

In dieser Woche stellt sich über Österreich eine markante Hitzewelle ein, die bis ins Wochenende andauert. Die Temperaturen steigen bis Freitag sukzessive an und erreichen zum Ende der Woche verbreitet Werte um oder über 35 Grad, örtlich bis zu 40 Grad. Ganz trocken bleibt es dabei nicht: Vor allem über dem Berg- und Hügelland gehen immer wieder einzelne Hitzegewitter nieder, die punktuell kräftig mit Starkregen und Hagel ausfallen können.

Verantwortlich für die Hitze ist ein kräftiges Hochdruckgebiet, das seinen Schwerpunkt über Südwesteuropa hat. An dessen Vorderseite gelangen mit einer südwestlichen Höhenströmung heiße subtropische Luftmassen aus dem Bereich der Iberischen Halbinsel und Frankreichs in den Alpenraum.

Prognose der Höchstwerte von Mittwoch bis inkl Dienstag. Quelle: ECMWF/UBIMET

Schon jetzt ein außergewöhnliches Hitzejahr

Bemerkenswert ist die Hitzewelle auch vor dem Hintergrund der bisherigen Bilanz: Bereits vor diesem Ereignis lag die Zahl der Hitzetage – Tage mit einem Höchstwert von mindestens 30 Grad – an vielen Stationen deutlich über dem langjährigen Mittel.

In Bregenz etwa steht das laufende Jahr mit 28 Hitzetagen schon jetzt auf dem zweiten Platz seit Messbeginn 1936. Im Mittel der Jahre 1991 bis 2020 waren es dort lediglich acht. Auch in Innsbruck, Graz und Eisenstadt wurde die 27-Tage-Marke bereits erreicht. Mit der nun folgenden Hitzewelle dürften diese Werte an vielen Orten weiter steigen.

Schon jetzt liegt die Zahl der Hitzetage deutlich über dem langjährigen Mittel – und der Hochsommer ist noch nicht vorbei. Die aktuelle Hitzewelle verschärft diese Bilanz zusätzlich, an einigen Stationen rücken wir damit in Reichweite der Allzeit-Rekordwerte

Anzahl Hitzetage 2026 - Quelle GSA/UBIMET
Anzahl Hitzetage 2026 – Quelle GSA/UBIMET

Der Wochenverlauf im Detail

Der Dienstag bringt viel Sonnenschein und ist zugleich der kühlste Tag der Woche. Lediglich im südlichen Bergland besteht am Nachmittag eine geringe Schauerneigung. Der Wind weht im Osten noch mäßig aus Nordwest, mit 27 bis 32 Grad wird es überall sommerlich warm.

Am Mittwoch scheint häufig die Sonne, besonders im Westen ziehen aber einige Wolken durch. Im Tagesverlauf gehen im Bergland lokale Hitzegewitter nieder. Diese treten nur vereinzelt auf, fallen aber kräftig aus, mit großen Regenmengen und Hagel. Abseits der Alpen bleibt es dagegen ganztags freundlich und trocken. Im Donauraum weht mäßiger, vereinzelt lebhafter Wind aus Ost bis Südost. Die Temperaturen steigen auf 29 bis 36 Grad.

Der Donnerstag verläuft häufig sonnig, ein paar Wolken ziehen aber von Beginn an durch. Vor allem im östlichen Berg- und Hügelland bilden sich tagsüber Quellwolken, aus denen am Nachmittag einzelne Hitzegewitter entstehen. In weiten Landesteilen bleibt es aber trocken. Im Osten weht mäßiger Südostwind, inneralpin machen sich tagsüber lokale Talaufwinde bemerkbar. Meist bleibt der Wind aber schwach, mit 31 bis 38 Grad steigert sich die Hitze weiter.

Vorläufiger Höhepunkt am Freitag

Am Freitag hält das sonnige Hochsommerwetter an, höchstens vereinzelt bilden sich über den Bergen am Nachmittag Gewitter. Dabei ist dann punktuell mit großen Regenmengen zu rechnen, im weitaus größten Teil des Landes bleibt es aber weiterhin trocken. Im Osten weht mäßiger bis lebhafter Wind aus südlichen Richtungen, und die Hitzewelle verschärft sich noch. Die Temperaturen steigen auf 33 bis 39, vereinzelt sogar 40 Grad, mit den höchsten Werten im östlichen Flachland.

Temperaturmaxima am Freitag, 31Juli

Auch am Wochenende bleibt die Hitzewelle erhalten. Am Samstag werden nach derzeitigem Stand mit einer schwachen Kaltfront die Gewitter auch abseits des Berg- und Hügellands häufiger, und besonders in der Westhälfte wird es eine Spur weniger heiß.

Temperaturmaxima am Samstag, 1.August

Steigende Waldbrandgefahr und Trockenheit

Mit der zunehmenden Hitze in Kombination mit der anhaltenden Trockenheit steigt im Laufe der Woche auch die Waldbrandgefahr schrittweise weiter an. Während heute, Dienstag, abseits der Alpen noch überwiegend moderate Gefahr besteht, verschärft sich die Lage ab Mittwoch deutlich: Vor allem im Donauraum, im Osten sowie im Südosten des Landes wird die Waldbrandgefahr dann verbreitet sehr hoch sein. Ihren Höhepunkt erreicht sie nach derzeitigem Stand zum Ende der Woche, ehe die Gewitter am Wochenende zumindest regional für eine leichte Entspannung sorgen könnten. Im Donauraum, im Osten und Südosten zeichnet sich aber weiterhin kaum relevante Niederschlagsmengen ab, dementsprechend bleibt die Lage in Bezug auf Trockenheit und Waldbrandgefahr dort auch noch länger angespannt.

Abweichung Niederschlag vom Klimamittel 91-20. Quelle: UBIMET
Waldbrandgefahr Quelle: UBIMET
Waldbrandgefahr bis Samstag. Quelle: UBIMET

Auch nachts kaum Abkühlung

Auch in der Nacht ist mit der Hitzewelle keine Erholung in Sicht: Mit fortschreitender Hitzewelle nimmt die Zahl der Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt, zu. Zum Wochenende hin sind diese vor allem im Osten verbreitet zu erwarten, aber auch in anderen Ballungsräumen wie Linz oder Graz bleibt es dann auch in der Nacht warm.

Das Jahr 2026 hat diesbezüglich bereits Geschichte geschrieben: Im Zuge der historischen Hitzewelle Ende Juni gab es etwa in Wien 14 Tropennächte in Folge.

Ausblick: Wie lange bleibt die Hitze?

Am Wochenende deutet sich besonders im Westen eine vorübergehende, leichte Abkühlung an, insgesamt bleibt es nach aktuellem Stand der Modelle aber heiß. Wie ausgeprägt diese kurze Verschnaufpause ausfällt, ist noch unsicher.

Prognose der Temperaturen für Wien, Quelle ECMWF

Über den weiteren Verlauf sind sich die Wettermodelle uneinig: Während einige die extreme Hitze zu Beginn der neuen Woche auch im Osten etwas zurücknehmen, lassen andere sie auf vollem Niveau bis weit in die neue Woche hinein andauern. Ein Ende der Hitzewelle ist damit vorerst nicht in Sicht. Eine verlässliche Einschätzung ist erst in den kommenden Tagen möglich.

 

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Riesiger Hagel und Sturm: Unwetterserie traf Italien und Kroatien

Großer Hagel

Am Südrand eines Höhentiefs, das sich unter Verstärkung langsam von Deutschland zur Ostsee verlagerte, kam es in den vergangenen Tagen vor allem in Italien, aber auch in Teilen Kroatiens zu heftigen Unwettern. Insbesondere vom 15. bis zum 21. Juli traten nahezu täglich kräftige Gewitter mit Starkregen, großem Hagel und schweren Sturmböen auf. Für derartige Gewitter sind sehr feuchte und energiereiche Luft, ein Auslöser sowie eine starke Zunahme des Windes mit der Höhe erforderlich.


Die teils sehr großen Hagelkörner führten mehrfach zu Verletzungen. So wurden etwa bei einem Bad-Bunny-Konzert in Mailand am 18. Juli mehrere Menschen durch Hagelschlag am Kopf leicht verletzt. Am 21. Juli traf ein schweres Hagelunwetter unter anderem San Benedetto del Tronto in den Marken. Die teils über 10 cm großen Hagelkörner beschädigten unzählige Fahrzeuge, Gebäude und landwirtschaftliche Flächen. Rund 60 Personen mussten wegen Verletzungen medizinisch behandelt werden. Die Stadt beantragte bei der Region Marken die Ausrufung des Notstands.

Teils über 10 cm großer Hagel

Der Höhepunkt der Unwetterlage wurde am 20. und 21. Juli erreicht, als in mehreren Regionen Nord- und Mittelitaliens, darunter der Lombardei, Emilia-Romagna, den Abruzzen und den Marken, lokal riesiger Hagel mit Durchmessern um bzw. über 10 cm schwere Schäden verursachte. In der Provinz Teramo gibt es am 21. Juli zudem Meldungen über 12 bis 15 cm große Hagelkörner, die Angaben müssen jedoch noch überprüft werden. Der europäische Hagelrekord stammt aus Nordostitalien und wurde im Sommer 2023 aufgestellt: 19 cm großer Hagelkorn in Italien.

Blitzdichte am 19, 20 und 21. Juli 2026. © UBIMET

Meteotsunamis

Wenn große Gewitterfronten von der Po-Ebene über die Adria ziehen, können sie in Kroatien sogenannte Meteotsunamis auslösen. Besonders auf den Inseln in Dalmatien traten zwei ausgeprägte Ereignisse innerhalb weniger Tage auf, lokal stieg der Meeresspiegel offenbar um mehr als 1 Meter in nur 10 Minuten, wie etwa auf der Insel Babac am 20. Juli.


Meteotsunamis sind weltweit möglich und entstehen durch schnelle Luftdruckänderungen, häufig im Zusammenhang mit Gewittern oder Gewitterlinien, die eine Welle im Meer anregen können. Diese weist eine deutlich größere Wellenlänge als gewöhnliche windbedingte Meereswellen auf und kann mehrere Kilometer betragen. Auf dem offenen Meer bleibt eine solche Welle meist kaum wahrnehmbar, beim Erreichen der Küste nimmt ihre Höhe jedoch aufgrund der abnehmenden Wassertiefe deutlich zu. Bewegt sich das Gewitter mit nahezu derselben Geschwindigkeit wie die Welle, wird diese durch Resonanz kontinuierlich verstärkt. An Küsten kann daraus ein Meteotsunami entstehen. Hier gibt es ein Video vom 15. Juli von der Insel Levrnaka (Kornaten), als das Wasser innerhalb weniger Minuten ein Gasthaus flutete. Anbei ein weiteres Video vom plötzlich überfluteten Strand am 21. Juli in Montesilvano (Marken).

Schwere Sturmböen

Neben Hagel und Starkregen kam es örtlich auch zu schweren Sturmböen bzw. vereinzelt orkanartigen Böen. Die Gewitterfronten waren zum Teil auch langleblig, so zog etwa am 21. Juli ein Gewitter vom Lago Maggiore über die gesamte Adria hinweg bis nach Albanien. An der Ostküste Italien kam es dabei zu Hagel, Starkregen und schweren Sturmböen. Anbei ein Zeitraffer aus Porto Sant’Elpidio (Marken). Ein paar Stunden später fiel etwa 30 km weiters südlich an der Küste in San Benedetto del Tronto Hagel teils über 10 cm.


In den kommenden Tagen gestaltet sich das Wetter deutlich ruhiger. Im Laufe des Wochenendes sind regional jedoch wieder kräftige Gewitter zu erwarten.

Am Freitag unwetterartige Gewitter in Österreich

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Am morgigen Freitag bestimmt ein Höhentief über der Nordsee und ein von Frankreich zur Ostsee ziehendes kleines Tief namens CERRY das Wettergeschehen im Alpenraum. Im Zusammenspiel von einer sehr warmen und feuchten Luftmasse, sowie hoher atmosphärischer Labilität und ausgeprägter Windscherung entwickeln sich im Tagesverlauf auch im Alpenraum verbreitet kräftige, teils unwetterartige Gewitter.

Im Detail bedeutet das:

Im westlichen Bergland ziehen bereits ab den Morgenstunden Regenschauer und einzelne Gewitter durch. Hingegen scheint im Flachland sowie im Süden anfangs noch häufig die Sonne. Am längsten freundlich bleibt es vom Innviertel bis ins Burgenland. Ab Mittag breiten sich von Westen her jedoch zunehmend kräftige Schauer und Gewitter auf das gesamte Bundesgebiet aus.

Einstündige Niederschlagsprognose ICON-D2 für Freitag, den 17.07.2026

Dabei muss lokal mit Regenmengen von 30 bis 60 l/m² in kurzer Zeit, Hagel mit Korngrößen von 2 bis 3 cm sowie Sturmböen zwischen 70 und 90 km/h gerechnet werden. Vereinzelt sind auch höhere Niederschlagsmengen und stärkere Böen nicht ausgeschlossen.

Abseits der Gewitter weht nur schwacher Wind. Die Höchsttemperaturen erreichen je nach Region 25 bis 34 Grad, ehe sie mit Durchzug der Gewitter deutlich zurückgehen.

Prognostizierte Höchstwerte für Freitag, den 17.07.2026

Richtiges Verhalten bei Gewittern:

  • rechtzeitig Schutz in einem festen Gebäude oder einem geschlossenen Fahrzeug suchen
  • offene Flächen, Berggipfel, Gewässer sowie einzelne Bäume und Waldränder meiden

Sollte es nicht mehr möglich sein Schutz zu Suchen:

  • Abstand zu einzelnen Bäumen, Masten, Zäunen und anderen hohen Objekten halten, da diese bei Blitzeinschlägen gefährlich werden können
  • nach Möglichkeit eine tiefer gelegene Stelle, beispielsweise eine Mulde oder Senke suchen
  • in die Hockstellung gehen und möglichst klein machen

Ausblick Wochenende

Am Wochenende wird rückseitig des Tiefs über Deutschland schließlich stabilere und auch etwas kühlere Luft in den Alpenraum geführt. Somit geht zwar die Unwettergefahr etwas zurück, unbeständig beleibt es aber weiterhin.

Der Samstag beginnt mit Restwolken und entlang der Nordalpen mit einzelnen Schauern, am Vormittag kommt vor allem im Osten die Sonne zum Vorschein. Nachfolgend breiten sich aber wieder kräftige Schauer und Gewitter aus, lediglich im östlichen Flachland bleibt es meist trocken und häufig sonnig. Auch abseits der Gewitter weht lebhafter, im Osten kräftiger West- bis Nordwestwind. Er bringt langsam etwas kühlere Luft, von West nach Ost werden 21 bis 31 Grad erreicht.

Prognose der 24-stündigen Niederschlagssumme am 17.07.2026

Am Sonntag scheint besonders im Osten und Süden häufig die Sonne, beständiges Sommerwetter ist aber nicht in Sicht. An der Alpennordseite bilden sich rasch wieder Regenschauer und einzelne Gewitter, welche am Nachmittag und Abend auch die lange Zeit freundlichen Regionen zwischen der Südoststeiermark und dem Weinviertel erreichen. Im Donauraum und im Osten weht zeitweise kräftiger West- bis Nordwestwind. Die Höchstwerte liegen je nach Sonne zwischen 19 und 30 Grad.

Halbzeitbilanz: Sommer 2026 heiß und sehr trocken

Deutlich zu warm, teils extreme Hitze

Wenige dürfte überraschen, dass es bisher verbreitet viel zu warm bzw. regional auch extrem heiß gewesen ist. Auffällig sind zum einen der Nordosten mit einer Abweichung von nur rund 1 Grad und zum anderen der Südwesten mit bemerkenswerten rund 4 Grad.

Abweichung der Temperatur © DWD/UBIMET

Schaut man sich dies etwas mehr im Detail an, so sieht man, dass es im Nordosten zwei ‚Kälteeinbrüche‘ gab, einmal ein längere in der zweiten Junidekade und eine zweite zum Monatswechsel Juni/Juli. Dazwischen sorgte eine längere Wärme- bzw. Hitzewelle für teils deutliche Abweichungen nach oben.

Ein ähnliches Bild ergibt sich auch für Sachsen-Anhalt, wo am 27.6. der neue deutsche Allzeitrekord von 41,8 Grad verzeichnet worden ist. Hier liegt die Abweichung bei etwas mehr als 2 Grad. Insbesondere die kühle Wetterphase in der zweiten Junidekade verringert den Mittelwert.

Tägliche Abweichung der flächengemittelten Temperatur für Mecklenburg-Vorpommern und Prognose © mtwetter.de

Anders in Baden-Württemberg (generell für den gesamten Südwesten). Hier war es Anfang Juni noch unterdurchschnittlich, seit der Monatsmitte ist es aber nahezu durchwegs zu warm bzw. heiß. Daher ergeben sich die Abweichungen von 3 bis 4 Grad im Flächenmittel, stellenweise sogar noch etwas mehr. Besonders eindrücklich ist die lange Phase mit Abweichungen von mehr als 5 Grad von Mitte Juni bis knapp vor den Monatswechsel.

Tägliche Abweichung der flächengemittelten Temperatur für Baden-Württemberg und Prognose © mtwetter.de

Regen – unterschiedlich verteilt

Der Sommer verläuft bisher überregional zu trocken. Besonders im Südwesten und Osten ist es gebietsweise viel zu trocken. Anders im Nordwesten, hier ist es bisher deutlich zu nass.

Abweichungen des Niederschlags © DWD/UBIMET

In der unten stehenden Grafik sieht man, dass nur Anfang Juni der Regen noch im Soll war. Anschließend brachten, unter Einfluss des mächtigen und sich regenerierenden Hochs über Frankreich (‚Heatdome‘), nur mehr lokale Gewitter noch etwas Regen. Die meiste Zeit war es heiß und trocken. Im Mittel ergibt sich somit ein Defizit von 60 bis 70 %.

Aufsummierter Flächenniederschlag für Baden-Württemberg © mtwetter.de

Ganz anders sieht die Welt in Niedersachsen und großen Teilen von Schleswig-Holstein aus. Hier gab es im Flächenmittel mehr Regen, als im Mittel üblich. Insbesondere die kräftigen Gewitter zum Ende der Hitzewelle Ende Juni, sowie die unbeständige und kühlere Wetterphase in der zweiten Junidekade bringen die Summe oberhalb des Mittels. Man erkennt in der Grafik aber auch, dass seit dem Monatswechsel auch hier der Regen nachgelassen hat.

Aufsummierter Flächenniederschlag für Niedersachsen © mtwetter.de

Aussichten

Die kommenden Tage werden weiterhin hochsommerlich warm bis heiß verlaufen, allerdings weiterhin mit nur wenig Schauern bzw. Gewittern. Am ehesten sind diese im Süden etwas verbreiteter am Dienstag und Mittwoch zu erwarten, doch die Mengen halten sich auch hier in Grenzen. Überregional sind nicht mal 10 L/m² zu erwarten bis zur Wochenmitte. Da die Luft zudem teils recht trocken ist und der Wind zumindest zeitweise mäßig weht, nimmt die Verdunstung weiter zu.

Aufsummierter Niederschlag bis Donnerstag, den 16.7.2026 © ECMWF/UBIMET

Wie auch schon den oben stehenden Grafiken zu den Temperaturen zu entnehmen ist, wird sich der Abschnitt mit überdurchschnittlichen Temperaturen weiter fort setzen, auch im Nordosten. Erst in der dritten Julidekade deutet sich ein durchschnittlich temperierter Witterungsabschnitt an.

Prognostizierte Höchstwerte am Dienstag, den 14.7.2026 © UBIMET

Nachfolgend ist der Waldbrandgefahrenindex aufgeführt. Man erkennt, dass sich in den nächsten Tagen aufgrund der zunehmenden Trockenheit verbreitet eine hohe bzw. extreme Wald- und Flurbrandgefahr einstellen wird.

Waldbrandgefahrenindex für die kommenden Tage © UBIMET

In der neuen Woche teils kräftige Gewitter in Österreich

Gewitterwolke in der Steiermark - Christoph Matella, UBIMET

Der Juli begann zwar noch mit teils kräftigen Gewittern und einer ausgeprägten Kaltfront, die die extreme Juni-Hitzewelle (siehe auch: Juni 2026 gegen Ende mit historischer Hitze) endgültig beendete. In der Folge dominierte jedoch eine häufig leicht unbeständige, für die Jahreszeit aber vergleichsweise gewitterarme Wetterphase. Das ändert sich nun zur Monatsmitte: Aus Südwesten strömt in den kommenden Tagen deutlich feuchtere und energiereichere Luft in den Alpenraum. In der Folge wird die Luft deutlich schwüler, die Hitzebelastung nimmt somit zu. Außerdem sind in Österreich regional teils kräftige Gewitter mit erhöhtem Unwetterpotenzial zu erwarten.

Bisherige Blitzdichte im Juli 2026 in Österreich - Stand 12.07.2026. Die stärksten Gewitter mit den meisten Blitzen gab es zu Monatsbeginn in der Buckligen Welt, im Seewinkel sowie lokal im Mühl- und Waldviertel. © UBIMET/Nowcast
Bisherige Blitzdichte im Juli 2026 in Österreich – Stand 12.07.2026. Die stärksten Gewitter mit den meisten Blitzen gab es zu Monatsbeginn in der Buckligen Welt, im Seewinkel sowie lokal im Mühl- und Waldviertel. © UBIMET/Nowcast

Zu Wochenbeginn noch meist ruhig, nur vereinzelt Gewitter

Der Montag startet mit viel Sonnenschein, am Vormittag bilden sich im Nordosten rasch Quellwolken und nachfolgend vereinzelt Regenschauer. Eine geringe Schauer- und Gewitterneigung besteht am Nachmittag auch am Alpenhauptkamm sowie im südlichen Bergland. In weiten Landesteilen bleibt es bei einigen Schleierwolken aber trocken. Der Wind weht schwach bis mäßig aus meist nördlichen Richtungen. Mit 28 bis 34 Grad wird es hochsommerlich warm.

Prognostizierte Höchstwerte am Montag, dem 13.07.2026 in Österreich. Verbreitet liegen die Maxima zwischen 28 und 34 Grad. © UBIMET
Prognostizierte Höchstwerte am Montag, dem 13.07.2026 in Österreich. Verbreitet liegen die Maxima zwischen 28 und 34 Grad. © UBIMET

Zunehmend schwül, lokal Unwettergefahr

Am Dienstag scheint zumindest zeitweise die Sonne, von der Früh weg ziehen aber auch einige Wolken und besonders im Westen einzelne Schauer und Gewitter durch. Im Tagesverlauf steigt die Gewitterneigung zunächst über dem Bergland und im Süden an, am Nachmittag sind einzelne Schauer und Gewitter dann auch im Flach- und Hügelland möglich. Oft fallen die Gewitter mit großen Regenmengen in kurzer Zeit, Hagel und Sturmböen auch kräftig aus. Die Höchstwerte liegen zwischen 25 und 33 Grad.

Gewitterrisiko am Dienstag, den 14.07.2026. Prognose vom 12.07.2026. © UBIMET
Gewitterrisiko am Dienstag, den 14.07.2026. Prognose vom 12.07.2026. © UBIMET

Der Mittwoch gestaltet sich weiterhin sommerlich mit einigen Sonnenstunden, aber nicht ganz beständig. Von der Früh weg ziehen Wolken und vereinzelt Schauer oder Gewitter durch, im Laufe des Tages werden diese generell häufiger und kräftiger. Dabei ist mit großen Regenmengen in kurzer Zeit, lokal auch mit Sturmböen und Hagel zu rechnen. Abseits davon weht der Wind nur schwach und bei 26 bis 33 Grad ist die Luft drückend schwül.

Ab Donnerstag weiter unbeständig

In der Folge nehmen die Unsicherheiten deutlich zu. Insgesamt bleibt das Wetter vor allem im Westen und Süden jedoch unbeständig – mit weiteren Schauern und teils kräftigen Gewittern. Im Osten könnte vorübergehend etwas trockenere Luft aus Nordosten einfließen, ehe die Schauer- und Gewitterneigung zum Wochenende hin allgemein wieder zunimmt.

Regional weiterhin extreme Trockenheit in Österreich

Auch wenn die Gewitter lokal für große Regenmengen sorgen werden, können sie die teils extreme Trockenheit insgesamt kaum lindern. Vor allem im Osten bleibt die Situation angespannt, da dort auch die wenigsten Schauer und Gewitter erwartet werden. Entsprechend ist weiterhin mit einer hohen, regional sogar sehr hohen Flur- und Waldbrandgefahr zu rechnen.

Waldbrandgefahr in Österreich in den kommenden Tagen. Weiterhin ist mit einer hohen, regional (besonders im Osten) auch extremen Gefahr zu rechnen! Die Schauer und Gewitter bringen höchstens lokal und im Bergland eine leichte Entspannung. © UBIMET
Waldbrandgefahr in Österreich in den kommenden Tagen. Weiterhin ist mit einer hohen, regional (besonders im Osten) auch extremen Gefahr zu rechnen! Die Schauer und Gewitter bringen höchstens lokal und im Bergland eine leichte Entspannung. © UBIMET

Supertaifun BAVI verwüstet die Marianen – Taiwan und Ost-China im Fokus

Über den außergewöhnlich warmen Gewässern des westlichen Pazifiks entwickelte sich mit BAVI der bislang stärkste Tropensturm des Jahres. Zeitweise erreichte er die höchste Kategorie 5 der Saffir-Simpson-Skala mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von knapp 290 km/h. Am vergangenen Montag traf der Supertaifun die Insel Rota auf den Nördlichen Marianen nahezu mit voller Intensität und hinterließ schwere Verwüstungen. Inzwischen zieht BAVI über die Philippinensee auf Taiwan und Ostchina zu.

Verheerende Schäden auf den Marianen

Besonders schwer betroffen wurde die Insel Rota, wo zahlreiche Gebäude zerstört, Dächer abgedeckt und große Waldflächen verwüstet wurden. Auch auf Guam, Saipan und Tinian kam es zu großflächigen Strom- und Kommunikationsausfällen sowie erheblichen Schäden an der Infrastruktur. Die US Coast Guard und die Federal Emergency Management Agency (FEMA) haben gemeinsam mit lokalen Behörden umfangreiche Hilfsmaßnahmen eingeleitet. Bereits vor dem Eintreffen des Taifuns wurden Einsatzkräfte und Notstromaggregate auf den Inseln stationiert.

Video: Extremer Taifun Bavi trifft Marianen! Häuser und Autos in Guam zerstört.
Quelle: YouTube – Nature Damage.

 

Video: Drohnenaufnahmen der Insel Rota nach den verheerenden Auswirkungen des Supertaifuns BAVI.
Quelle: Facebook – Storm-Chaser Jordan Hall und Aaron Rigsby vom 8. Juli 2026.

 

Aktuelle Situation

Derzeit verlagert sich BAVI mit rund 20 km/h nordwestwärts in Richtung Taiwan. Mittlerweile hat sich der Wirbelsturm leicht abgeschwächt, bleibt jedoch ein äußerst gefährlicher Taifun. Die aktuellen maximalen anhaltenden Windgeschwindigkeiten liegen bei rund 205 km/h (110 kt), Böen erreichen bis zu 250 km/h, der Kerndruck beträgt etwa 944 hPa.

Die Meeresoberflächentemperaturen entlang der Zugbahn liegen weiterhin zwischen 29 und 31 °C. Aktuelle Satellitenbilder und Analysen von Tropical Tidbits zeigen weiterhin ein gut organisiertes System mit einem klar ausgeprägten Auge und sehr kalten Wolkenobergrenzen. Aufgrund seines außergewöhnlich großen Windfeldes werden auch Regionen weit abseits des Sturmzentrums betroffen sein.

Infrarot-Satellitenloop von Supertaifun BAVI über dem Westpazifik vom 7. bis 9. Juli.
Quelle: CIMSS/SSEC, University of Wisconsin–Madison / Himawari.

 

Weitere Entwicklung

Nach aktuellen Prognosen wird BAVI am Freitag die Gewässer nördlich von Taiwan erreichen und anschließend voraussichtlich am Samstag in der chinesischen Provinz Fujian auf Land treffen. Trotz einer langsamen Abschwächung dürfte der Taifun bis zum Landfall sehr intensiv bleiben.

3-Tage-Vorhersage für die mögliche Sturmzugbahn, Quelle: https://www.weather.gov/gum/Cyclones
3-Tage-Vorhersage für die mögliche Sturmzugbahn, Quelle: https://www.weather.gov/gum/Cyclones

Für Taiwan werden neben orkanartigen Böen vor allem ergiebige Stauniederschläge erwartet. In den Gebirgsregionensind lokal 500 bis 800 l/m² Regen möglich, stellenweise auch mehr, wodurch die Gefahr von Sturzfluten und Erdrutschen deutlich steigt. Nach dem Landfall in China wird sich das System über dem bergigen Gelände rasch abschwächen.

Wind: HWRF-Prognose der Windgeschwindigkeiten und des Kerndrucks von Supertaifun BAVI. Quelle: Tropical Tidbits.
Wind: HWRF-Prognose der Windgeschwindigkeiten und des Kerndrucks von Supertaifun BAVI. Quelle: Tropical Tidbits.
SST: Meeresoberflächentemperaturen entlang der Zugbahn von BAVI. Wassertemperaturen über 29 °C begünstigen die Aufrechterhaltung eines sehr intensiven Taifuns. Quelle: Tropical Tidbits.
SST: Meeresoberflächentemperaturen entlang der Zugbahn von BAVI. Wassertemperaturen über 29 °C begünstigen die Aufrechterhaltung eines sehr intensiven Taifuns. Quelle: Tropical Tidbits.
Niederschlag: 24-stündige Niederschlagsprognose des HWRF-Modells für Supertaifun BAVI. Lokal sind extreme Regenmengen zu erwarten. Quelle: Tropical Tidbits.
Niederschlag: 24-stündige Niederschlagsprognose des HWRF-Modells für Supertaifun BAVI. Lokal sind extreme Regenmengen zu erwarten. Quelle: Tropical Tidbits.

Aktuelle Modelllage

Die internationalen Wettermodelle stimmen inzwischen weitgehend über die Zugbahn überein. Die größte Unsicherheit besteht weiterhin darin, wie nahe das Sturmzentrum an der Nordküste Taiwans vorbeiziehen wird. Bereits geringe Abweichungen können dort große Unterschiede bei Windgeschwindigkeiten, Niederschlagsmengen und Sturmfluten verursachen. Unabhängig von der exakten Zugbahn dürfte BAVI aufgrund seiner außergewöhnlichen Größe zu den bedeutendsten Taifunen der vergangenen Jahrzehnte in der Region zählen.

5-Tage-Vorhersage für die Zugbahn des Taifuns Bavi, Quelle: https://www.weather.gov/gum/Cyclones
5-Tage-Vorhersage für die Zugbahn des Taifuns Bavi, Quelle: https://www.weather.gov/gum/Cyclones

 

Neue Hitzewelle erreicht Österreich, Höhepunkt in der neuen Woche

Der Juni 2026 wird uns lange in Erinnerung bleiben. In der zweiten Monatshälfte legte sich eine Omegalage über Mitteleuropa, ein blockierendes Hoch, das flankiert von zwei Tiefs tagelang bewegungslos verharrte. Die Folge: subtropische Luft, ungehinderte Einstrahlung und eine Hitzewelle, die österreichweit reihenweise Rekorde pulverisierte.

Mit dem Monatswechsel kam dann die Entspannung. Atlantische Tiefdruckausläufer und zeitweise kühlere Luft brachten die Temperaturen zurück in einen normalen bis leicht überdurchschnittlichen Sommerbereich – Tageshöchstwerte meist zwischen 25 und 30 Grad, dazu wieder erholsamere Nächte.

Hitzewelle WIen

Hitze über Frankreich und Spanien – und bald wieder bei uns

Weiter im Westen hat sich über Frankreich und Spanien erneut ein mächtiges Hoch aufgebaut, die nächste Hitzewelle ist dort schon im Gange – die dritte in diesem Jahr. Der Alpenraum liegt derzeit noch an dessen Vorderseite in einer mäßig temperierten Nordwestströmung. Am Wochenende verlagert sich das Hoch aber ostwärts, und auch bei uns kündigen sich wieder ein paar Hitzetage an. Dabei werden am Wochenende meist Höchstwerte zwischen 28 und 33 Grad erreicht.

Temperaturmaximum Quelle: ECMWF/UBIMET

Auch in der neuen Woche setzt sich das hochsommerliche Wetter fort, und mit aktuellem Stand wird etwa zur Wochenmitte der Höhepunkt mit Temperaturen um 35 Grad erreicht und damit wohl keine erneute Rekord-Hitzewelle. Hier sind die Modelle allerdings noch mit ein paar Unsicherheiten behaftet.

Das Prinzip Hitzeglocke

Der Mechanismus dahinter trägt einen einprägsamen Namen: die Hitzeglocke (englisch Heat Dome). Ein kräftiges Hochdruckgebiet setzt sich über einer Region fest und schließt die heiße Luft wie unter einer Glocke ein. Die absinkende Luft erwärmt sich zusätzlich, Wolken lösen sich auf, die Sonne heizt ungebremst – und kühlere Luftmassen können kaum nachrücken. So schaukelt sich die Hitze Tag für Tag weiter hoch. Es ist derselbe Mechanismus, der schon Ende Juni für die Extremwerte gesorgt hat.

Großwetterlage über Europa / Quelle ECMWF/UBIMET

Anhaltende Trockenheit

Schon im Juni war es in weiten Teilen Ost- und Südösterreichs über lange Strecken niederschlagsfrei. In Wien, Niederösterreich, dem Burgenland und Teilen Oberösterreichs lagen die Niederschlagsmengen 40 bis 60 Prozent unter dem Soll. Im Juli spitzt sich die Lage weiter zu: Selbst die atlantischen Tiefausläufer der vergangenen Tage brachten – wenn überhaupt – nur marginale Mengen durch vereinzelte Schauer und Gewitter. Und daran ändert sich auch in den nächsten Tagen nichts.

Niederschlagsabweichung vom Mittel Juni 2026
Niederschlagsabweichung vom Mittel Juli 2026

Dazu steigt bei anhaltender Trockenheit das Risiko für Wasserknappheit und Waldbrände spürbar. In Westeuropa zeigt sich das bereits mit voller Wucht: In den Pyrenäen wüten derzeit schwere Brände.

 

Waldbrandgefahr Quelle: UBIMET

Dem Hochgebirge geht der Schnee aus

Schon im Winter fiel zu wenig Niederschlag, jetzt setzt die Hitze dem Rest zu: Auch auf den höchsten Bergen wird der Schnee immer knapper. Wie außergewöhnlich dieses Jahr ist, sieht man gut am Sonnblick auf über 3000 m Höhe. Dort liegen am 8. Juli nur noch 17 Zentimeter Schnee. Normalerweise sind es um diese Zeit noch rund zwei Meter mehr. Damit gab es an einem 8. Juli noch nie so wenig Schnee wie heuer. Auch im Winter kam nie richtig viel zusammen: Am schneereichsten Tag Anfang April lagen gerade einmal 244 Zentimeter – in früheren Jahrzehnten war das Mehrfache üblich. In der Grafik liegt die rote Linie das ganze Jahr über ganz unten. Und mit der Hitze, die jetzt kommt, dürften auch die letzten Zentimeter bald weggeschmolzen sein. Ein schneefreier Gipfel mitten im Sommer wird immer mehr zur Normalität. Und das ist ein schlechtes Zeichen für die Gletscher. Der Schnee vom Winter wirkt wie eine Schutzschicht: Solange er liegt, ist das darunterliegende Eis vor der Sonne geschützt. Fällt diese Decke so früh weg wie heuer, liegt das Gletschereis den ganzen Hochsommer über ungeschützt in der prallen Sonne und schmilzt entsprechend schneller. Ein Sommer wie dieser hinterlässt an den Gletschern also deutliche Spuren.

Schneehöhe Sonnblick Quelle: GSA/UBIMET

 

Blick zum Hohen Sonnblick – foto-webcam.eu

Fazit

Die Ruhe der ersten Julitage war nur eine Atempause. Ab dem Wochenende greift die nächste Hitzewelle auf Österreich über, der Höhepunkt zeichnet sich für die neue Woche ab – wie stark er ausfällt, bleibt vorerst offen. Verschärft wird die Lage durch die anhaltende Trockenheit.

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Gewitter sorgten im Juni 2026 für rund 390.000 Blitze in Deutschland

Im Juni 2026 registrierte das Blitzortungssystem von UBIMET exakt 389.912 Blitze mit einer Stromstärke von mindestens 5 kA über ganz Deutschland (Wolken- und Erdblitze) und damit rund 25 Prozent weniger als im 15-jährigen Mittel. Der Juni stellt hierzulande meist den gewitterreichsten Monat des Jahres dar, mehr Infos dazu gibt es hier: Die blitzreichsten Regionen in Deutschland.

Blitzdichte im Juni 2026 (zum Vergrößern auf das Bild klicken).
Im Nordwesten wurde mehr Niederschlag als üblich verzeichnet, im Südwesten weniger.

Nordwesten top, Süden und Osten flop

Die größten negativen Abweichungen gab es in Thüringen, wo etwa 65 Prozent weniger Blitze als im 15-jährigen Mittel registriert wurden. Auch in Sachsen-Anhalt, im Saarland und in Baden-Württemberg lag die Zahl der Blitzentladungen bei weniger als der Hälfte des üblichen Niveaus. Etwas mehr Blitze als üblich wurden dagegen von Niedersachsen bis nach Schleswig-Holstein registriert, im nördlichsten Bundesland sogar mehr als doppelt so viele wie üblich.

Bundesland Blitzdichte pro km² Abweichung
Schleswig-Holstein 2,6 +125%
Niedersachsen 1,6 +10%
Hamburg 1,5 +25%
Berlin 1,5 +0%
Sachsen 1,3 -30%
Brandenburg 1,2 -40%
Bremen 1,1 -20%
Nordrhein-Westfalen 1,1 -20%
Hessen 1,0 -30%
Bayern 0,9 -40%
Mecklenburg-Vorpommern 0,8 -40%
Rheinland-Pfalz 0,8 -40%
Saarland 0,8 -50%
Baden-Württemberg 0,8 -50%
Sachsen-Anhalt 0,6 -60%
Thüringen 0,5 -65%

Landkreis Amberg auf Platz 1

Das Bundesland mit der höchsten Blitzdichte war Schleswig-Holstein. Die beiden blitzreichsten Landkreise lagen mit Amberg und Erlangen in Bayern. Überraschenderweise belegte Flensburg Platz drei. Ein paar Tipps zum richtigen Verhalten bei einem Gewitter gibt es hier.

Der stärkste Blitz des Landes wurde am 30. Juni im Landkreis Weilheim-Schongau registriert, als in der Gemeinde Bernbeuren eine Entladung von 272 kA gemessen wurde. Der blitzreichste Tag des Monats war der 28. Juni mit insgesamt 68.500 Entladungen, gefolgt vom 21. Juni mit 57.500 Blitzen.

Starkregen, Hagel und Sturmböen

Die Gewitter brachten im Monatsverlauf lokal extreme Regenmengen in kurzer Zeit, so wurden etwa in Chieming am 29. Juni rund 65 l/m² in nur einer Stunde gemessen. Mancherorts kam es auch zu Orkanböen, wie etwa am 20. Juni auf Spiekeroog mit 133 km/h. Der größte Hagel wurde am 27. Juni im Landkreis Aurich mit bis zu 8 cm Durchmesser verzeichnet. Auch am 21. Juni wurde im Landkreis Limburg-Weilburg schadenträchtiger Hagel bis 5 cm gemeldet.

Gewitter sorgten im Juni 2026 für rund 300.000 Blitze in Österreich

Gewitter mit Blitz

Im Juni 2026 registrierte das Blitzortungssystem von UBIMET exakt 312.527 Blitze über ganz Österreich (Wolken- und Erdblitze) und damit rund 20 Prozent weniger als im langjährigen Mittel. Während der Mai noch mehr Blitze als im 10-jährigen Mittel brachte, verlief der erste Sommermonat in weiten Teilen des Landes unterdurchschnittlich. Der gewitterreichste Monat des Jahres ist hierzulande meist der Juli, mehr Infos dazu gibt es hier: Die blitzreichsten Regionen in Österreich.

Blitzdichte im Juni 2026 (zum Vergrößern auf das Bild klicken).
Im Süden wurde mehr Niederschlag als üblich verzeichnet, im Osten weniger.

Kärnten top, Osten flop

Die größten negativen Abweichungen gab es im östlichen Flachland: Vom Weinviertel bis ins Burgenland wurden rund 80 Prozent weniger Blitze als im 10-jährigen Mittel registriert. Auch in den Nordalpen von Vorarlberg bis ins Mostviertel lag die Blitzanzahl um etwa 20 bis 30 Prozent unter dem Mittel. Annähernd durchschnittlich fiel die Bilanz hingegen in der Steiermark sowie vom Innviertel bis ins Obere Waldviertel aus. Deutlich mehr Blitze als üblich wurden in Kärnten registriert, dort lag die Blitzanzahl knapp 40 Prozent über dem Mittel.

Bundesland Blitzdichte pro km² Abweichung
Steiermark 6.3 -10%
Oberösterreich 6,0 -15%
Kärnten 4,2 +40%
Salzburg 2,8 -25%
Vorarlberg 2,4 -25%
Niederösterreich 2,3 -30%
Tirol 1,9 -25%
Burgenland 0,9 -85%
Wien 0,5 -75%

Bezirk Eferding auf Platz 1

Die zwei Bundesländer mit der höchsten Blitzdichte waren wie üblich die Steiermark und Oberösterreich. Auch die blitzreichsten Bezirke liegen dort, angeführt von Eferding, Graz und Braunau am Inn. Linz folgt auf Rang vier und verpasst eine Podestplatzierung nur knapp. Ein paar Tipps zum richtigen Verhalten bei einem Gewitter gibt es hier.

Die meisten Gewittertage gab es im Bergland Unterkärntens. Teile des Weinviertels blieben hingegen gewitterfrei.

Der stärkste Blitz des Landes wurde am 20. Juni im Bezirk Spittal an der Drau registriert, als in der Gemeinde Stall eine Entladung von 252 kA gemessen wurde. Der blitzreichste Tag des Monats war der 29. Juni mit insgesamt 82.000 Entladungen, gefolgt vom 20. Juni mit 65.000 Blitzen.

Hagel und Starkregen

Die Gewitter brachten im Monatsverlauf lokal extreme Regenmengen in kurzer Zeit. Am 20. Juni kam es etwa in Puchberg am Schneeberg, Mürzzuschlag und Bruck an der Mur zu extremen Starkregen, ebenso am 29. Juni in Vöcklabruck, im oberen Murtal und Dalaas sowie am 30. am Arlberg und im Waldviertel.

Am 30. Juni hat eine Mure bei Schnann im Gemeindegebiet von Pettneu am Arlberg einen Linienbus erfasst (Bild: FF Schnann).

Am 10. Juni sorgte ein Randtief über Norditalien in Kombination mit einer vorübergehend stationären Kaltfront für teils gewittrig durchsetzten Starkregen in den Hohen Tauern und in Teilen Kärntens.

Der größte Hagel wurde am 30. Juni in Groß Gerungs im Oberen Waldviertel mit bis zu 6 cm Durchmesser verzeichnet. Auch am 14. Juni wurde im Bezirk Völkermarkt schadenträchtiger Hagel bis 5 cm gemeldet.

Hagel südlich von Völkermarkt am 14. Juni:

Unwetter am 30. Juni:

Sturmböen und ein Tornado

Die höchsten Windspitzen abseits der Berge im Juni wurden in Vöcklabruck gemessen, wo ein Gewitter am 29. Juni schwere Sturmböen bis 96 km/h und extremen Starkregen brachte. Danach kam es auch vom Hausruck bis ins obere Mühlviertel vielerorts zu stürmischen Böen.

Starkregen in Vöcklabruck am 29. Juni:

Sturmböen traten unter anderem aber auch am 19. Juni in der Umgebung von Rankweil in Vorarlberg sowie am 20. und 21. Juni in Teilen Kärntens auf.
Am 10. Juni erreichte zudem eine Wasserhose knapp westlich von Bregenz das Festland und stellte damit den ersten bestätigten Tornado des Jahres in Österreich dar.


Im Juni wurden unzählige Temperaturrekorde aufgestellt, mehr Info dazu gibt es hier: Juni 2026 endete mit historischer Hitzewelle.