Straßenverhältnisse im Herbst: 5 Herausforderungen für Autofahrer

Im Oktober und November werden die Tage deutlich kürzer, und der Berufsverkehr rückt immer mehr in die Dämmerung und Dunkelheit. Gleichzeitig verliert die Sonne an Kraft, die Nächte werden länger und kälter. Diese Kombination bringt gleich mehrere Gefahren mit sich:

1. Blendung durch die tief stehende Sonne

Low Sun – pixabay.com

Weil die Sonne im Herbst später auf- und früher untergeht, fällt der Arbeitsweg häufig genau in die Zeit, in der sie knapp über dem Horizont steht. Fährt man direkt in Richtung Sonne, kann die Sicht schlagartig auf wenige Meter sinken, im Extremfall schlechter als bei dichtem Nebel. Besonders tückisch ist das auf nassen Fahrbahnen, die das Licht zusätzlich spiegeln.

Tipp: Windschutzscheibe innen und außen sauber halten (Schlieren verstärken die Blendung massiv), Sonnenbrille griffbereit haben und bei Blendung sofort das Tempo reduzieren.

2. Wildwechsel

Hirsche – pixabay.com

In der Dämmerung sind Rehe, Hirsche und Wildschweine besonders aktiv, und genau diese Zeit fällt im Herbst mit dem Pendelverkehr zusammen. Jahr für Jahr sterben in Österreich tausende Wildtiere im Straßenverkehr. Aber auch ein Unfall kann für Autofahrer gefährich werden. Gefahrenstellen sind mit Warnschildern gekennzeichnet, doch Wild kann überall auftauchen, vor allem an Wald- und Feldrändern.

Tipp: Tempo drosseln und bremsbereit bleiben. Taucht ein Tier auf: abblenden, hupen, kontrolliert bremsen und nicht ausweichen. Ein Ausweichmanöver endet oft im Gegenverkehr oder im Straßengraben und ist meist gefährlicher als die Kollision selbst. Ein Tier kommt selten allein: Wo eines die Straße quert, folgen oft weitere. Ein Wildunfall muss in Österreich gemeldet werden.

3. Nebel

Fog – pixabay.com

Mit den längeren, klaren Nächten kühlt die bodennahe Luft stark ab. Kondensiert die Feuchtigkeit, entsteht Nebel, besonders bei ruhigem Hochdruckwetter. Typische Nebelregionen sind der Donauraum, das Alpenvorland, das Klagenfurter und Grazer Becken, der Bodenseeraum. Die Sichtweite kann innerhalb weniger hundert Meter von gut auf unter 50 Meter fallen.

Tipp: Abblendlicht einschalten, Tempo an die Sichtweite anpassen und großen Sicherheitsabstand halten. Die Nebelschlussleuchte ist nur bei Sichtweiten unter 50 Metern erlaubt, weil sie sonst nachfolgende Fahrer blendet.

4. Nasses Laub

Nasses Laub – pixabay.com

Nach windigen Tagen oder den ersten kalten Nächten sind viele Straßen mit Blättern bedeckt. In Kombination mit Regen oder Tau wird das Laub zur Rutschfalle mit ähnlich schlechter Haftung wie auf Schneematsch. Hinzu kommt: Im Herbst trocknen Fahrbahnen nach Regen nur noch langsam ab, weil die Sonne kaum noch Kraft hat. Laub bleibt dadurch oft tagelang feucht.

Tipp: Auf laubbedeckten Straßen langsamer fahren, besonders in Kurven, und abruptes Bremsen oder Lenken vermeiden.

5. Reif und erste Glätte

Verbreiteter Frost ist zwar eher ein Thema für den Spätherbst, in Tal- und Beckenlagen kann es aber schon im Oktober Bodenfrost geben. Besonders heikel sind klare Nächte nach einem Regentag: Die Restnässe auf der Fahrbahn gefriert, oder es bildet sich Reif. Brücken frieren zuerst, weil sie von oben und unten auskühlen, ebenso schattige Waldstücke. Die Straße kann dort glatt sein, obwohl sie wenige hundert Meter davor noch problemlos befahrbar war.

Tipp: Rechtzeitig auf Winterreifen wechseln. In Österreich gilt von 1. November bis 15. April die situative Winterreifenpflicht. Auch an Scheibenfrostschutz und einen Eiskratzer denken.

Fazit

Im Herbst ändern sich die Straßenverhältnisse oft kleinräumig und rasch. Wer vor der Fahrt einen Blick auf Wetterbericht und aktuelle Warnungen wirft, etwas mehr Zeit einplant und das Tempo den Bedingungen anpasst, kommt sicher durch die dunkle Jahreszeit.

Titelbild: pixabay.com

1 Million Blitze in Deutschland

Blitz

Der kalendarische Sommer 2026 geht am Mittwoch zu Ende und neben regional außergewöhnlicher Trockenheit fällt auch die Gewitterbilanz unterdurchschnittlich aus: Im Sommer 2026 gab es in Deutschland 15 Prozent weniger Blitze als üblich. Nach dem Rekordtief des Vorjahres mit knapp 720.000 Entladungen lag die Blitzaktivität 2026 wieder deutlich höher. Blitzreiche Jahre wie 2024 mit rund 1,5 Millionen Entladungen blieben aber außer Reichweite. Der blitzreichste Monat war heuer wie üblich der Juni mit etwa 403.500 Entladungen, gefolgt vom August mit 223.300 und dem Juli mit 213.700 Blitzen.

Überdurchschnittlich viele Blitze im Nordwesten

Der Sommer 2026 war in Mitteleuropa von ungewöhnlich starkem Hochdruckeinfluss geprägt. Besonders markant war diese Anomalie von Frankreich bis Norditalien. Über Skandinavien dominierte hingegen rege Tiefdrucktätigkeit, die dort für wechselhafteres Wetter sorgte. Diese großräumige Druckverteilung spiegelt sich auch in der Blitzaktivität in Deutschland wider. Während in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen mehr Blitze als üblich registriert wurden, blieb die Blitzdichte in der Südosthälfte verbreitet unter dem mehrjährigen Mittel.

Trockenheit als ein Faktor für weniger Gewitter

Besonders deutlich zeigt sich die geringe Gewitteraktivität in der Mitte, im Osten und teilweise auch im Süden Deutschlands. Ausgerechnet dort herrschte im Sommer auch ein ausgeprägtes Niederschlagsdefizit. Deutschlandweit wurden im Flächenmittel nur rund 70 Prozent des für die Jahreszeit üblichen Niederschlags erreicht.
Die Trockenheit dürfte auch zur geringen Gewitteraktivität beigetragen haben. Für kräftige Gewitter ist neben einer labil geschichteten Atmosphäre ausreichend Feuchtigkeit erforderlich. Gerade daran mangelte es regional über weite Strecken. Ausgetrocknete Böden verdunsten zudem weniger Wasser und liefern dadurch weniger Feuchtigkeit für die Atmosphäre.
Hier kann sich eine klassische Rückkopplung entwickeln: Trockene Böden liefern weniger Feuchtigkeit für die Atmosphäre und heizen sich gleichzeitig stärker auf. Bleiben Schauer und Gewitter häufiger aus, trocknen die Böden noch weiter aus. Subjektiv entsteht in den vergangenen Jahren der Eindruck, dass Gewitter im Flachland seltener werden. Die Datenreihe ab 2006 ist allerdings noch zu kurz und die Schwankungen zwischen einzelnen Sommern sind zu groß, um daraus bereits einen belastbaren Trend abzuleiten.

Wilhelmshaven auf Platz 1

Der blitzreichste Ort lag in Niedersachsen: An der Spitze steht Wilhelmshaven, gefolgt von den Landkreisen Cuxhaven und Lüneburg. Im mehrjährigen Mittel weist Ulm die höchste Blitzdichte aller Landkreise auf. Am anderen Ende der Statistik liegt Nordfriesland. Die Gemeinde mit den meisten Gewittertagen war hingegen Lenggries im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: An rund 31 Tagen wurde dort mindestens eine Entladung registriert.

Bundesland Anzahl der Entladungen
Bayern 226.000
Niedersachsen 178.200
Nordrhein-Westfalen 126.400
Schleswig-Holstein 62.200
Brandenburg 60.300
Sachsen 54.100
Mecklenburg-Vorpommern 47.400
Hessen 45.400
Rheinland-Pfalz 44.500
Sachsen-Anhalt 37.800
Thüringen 32.500
Saarland 6.900
Berlin 2.300
Hamburg 1.900
Bremen 1.300

Stärkster Blitz

Der stärkste Blitz des Landes wurde in Schiffdorf im Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen gemessen: „Spitzenreiter ist eine Entladung mit rund 335 kA am 2. Januar. In kürzester Zeit wurde dabei eine rund 21.000-mal höhere Stromstärke erreicht als der maximal zulässige Strom einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere. Anders als oft vermutet, lässt sich anhand der Stromstärke eines einzelnen Blitzes jedoch nicht auf die Intensität eines Gewitters schließen. Auch besonders starke Blitze mit sehr lautem Donner können bei vergleichsweise harmlosen Kaltluftgewittern auftreten, wie es etwa am 2. Januar der Fall war.

Höhepunkte

Der blitzreichste Tag des Jahres war der 28. Juni mit 68.700 Entladungen, gefolgt vom 31. Mai mit rund 58.900 Blitzen. Insbesondere der 27. Juni brachte mit einer Superzelle großen Hagel, das größte dokumentierte Hagelkorn mit einem Durchmesser von 8 cm wurde in der Nähe von Aurich in Niedersachsen gefunden. Ein weiterer Tag mit großem Hagel war der 13. Juli, hier wurden in der nördlichen Lüneburger Heide Hagelkörner mit Durchmessern von 6 cm beobachtet. Die stärkste Gewitterböe wurde in der Nacht vom 19. auf den 20. Juni auf der Insel Spiekeroog mit 132 km/h gemessen, gefolgt von einer weiteren Orkanböe mit 130 km/h in Nürnberg am 14. Juli. In Summe wurden bundesweit über 800 Starkregenereignisse festgestellt. Am 19. August kam es zudem insbesondere in einem Streifen quer über die Mitte des Landes vom Westwaldkreis bis in den Kreis Gotha zu einem außergewöhnlichen Tornado-Ausbruch, insgesamt wurden mehr als 15 Tornados dokumentiert.

Aktive Hurrikansaison im Ostpazifik setzt sich fort

Namensdefinition

Den Namen Hurrikan für einen starken bis zerstörerischen Tropensturm gibt es nicht nur im Atlantik, sondern auch im Ostpazifik, östlich von 180°W. Westlich dieses Längengrads heißen die Stürme Taifune.

Pazifik

Die pazifische Hurrikansaison ist derzeit sehr aktiv, gleich zwei Stürme haben sich parallel entwickelt. Anfang des Monats hatte der Hurrikan LOWELL die US-Inselgruppe Hawaii erreicht und dort für Schäden gesorgt (wir berichteten). Der stärkere der beiden Stürme wurde auf den Namen POLO getauft, der schwächere ODALYS.

POLO

Derzeit liegt der Hurrikan rund 300 km vor der Südküste von Mexiko und erreicht in diesen Stunden die höchste Kategorie 5, noch wird er in die Kategorie 4 eingestuft. Dabei hat in den letzten 24 Stunden wieder einmal eine rapide Verstärkung stattgefunden. Neben dem schon erwähnten Sturm LOWELL und GENEVIEVE ist es bereits der 3. Sturm in dieser Saison, der Kategorie 5 erreicht. Seit 1960 gab es erst zwei andere Saisons, in denen dies geschehen ist (2002 und 2023).

Animation von Hurrikan POLO © Tropical Tidbits

Obwohl sich der Sturm recht nahe zur Küste von Mexiko befindet, wird er wahrscheinlich außer hohen Wellen kaum relevanten Einfluss dort haben. Die Prognosen erwarten, dass er parallel zur Küste nach Nordwesten ziehen wird.

Prognose der Zugbahn von Hurrikan POLO vom 22.9.2026 © NHC

Dabei wird der Sturm über sehr warmes Wasser ziehen, was ihm weiter Energie in Form von latenter Wärme zur Verfügung stellen wird. Auf seiner Zugbahn liegen die Wassertemperaturen 3 bis 5 Grad über dem Mittel. Gut zu erkennen auf der Grafik ist auch die als El Niño bekannte Anomalie auf dem Äquator.

Abweichung der Meeresoberflächentemperatur © https://coralreefwatch.noaa.gov/data_current/5km/v3.1_op/daily/png/ct5km_ssta_v3.1_west_current.png

Der meiste Regen wird dabei über dem offenen Meer fallen, lokal sind bis zum Sonntag dort 1000 L/m² nicht ausgeschlossen. Dazu werden Böen um das Auge herum (Eyewall) um 250 km/h erwartet, vereinzelt auch noch deutlich darüber.

Prognostizierte Regensumme bis Sonntag nach dem ICON © DWD/UBIMET
Prognostizierte Böen auf dem Höhepunkt von POLO nach dem ICON-Modell © DWD/UBIMET

ODALYS

Derzeit ist dieses Tief noch ein tropischer Sturm, der sich aber zumindest vorübergehend zu einem Hurrikan der Kategorie 1 verstärken wird. Zwar soll er sich durch den Einfluss von Windscherung (Windgeschwindigkeit nimmt mit der Höhe zu) wieder abschwächen, er könnte aber noch Einfluss auf die Zugbahn von POLO am Wochenende nehmen, denn beide Stürme kommen sich dann näher.

Atlantik

Die Hurrikan-Saison auf dem Atlantik verläuft weiterhin rekordmäßig schwach. Nur 6 tropische Stürme und kein einziger Hurrikan haben sich bisher gebildet. Um dies besser quantifizieren zu können, wurde die Maßeinheit ACE (Accumulated Cyclone Energy) definiert. Man erkennt in der Grafik für den Atlantik, wie unterdurchschnittlich die Saison bisher gelaufen ist. Zum Vergleich ist jene Grafik auch für den Pazifik beigefügt, hier ist die Saison bisher sehr überdurchschnittlich verlaufen.

Akkumulierte Cyclone Energy für den Atlantik © https://tropical.atmos.colostate.edu/Realtime/
Akkumulierte Cyclone Energy für den Ostpazifik © https://tropical.atmos.colostate.edu/Realtime/

Generell erkennt man in der Grafik oben, dass der tropische Atlantik zwar wärmer ist, als im Mittel, doch vor allem die Windscherung ist in El Niño -Jahren über dem Atlantik höher. Diese verhindert die Bildung von Hurrikane.

 

Titelbild: Entwickelnder Hurrikan POLO  © EOSDIS

Der Altweibersommer

Herbstsonne

Wissenschaftlich gesehen versteht man unter dem Altweibersommer eine sogenannte meteorologische Singularität. Also einen Witterungsabschnitt mit beständigem Hochdruckwetter im Frühherbst, der nahezu jedes Jahr eintritt. Der Altweibersommer findet meist in der zweiten Septemberhälfte oder im Oktober statt.

20 Grad und kühle Nächte

In dieser Zeit steigen die Temperaturen an den Nachmittagen regelmäßig über 20 Grad. Die Nächte sind oft aber schon empfindlich kühl, manchmal sogar frostig und immer häufiger breiten sich in den Tälern und Becken Frühnebelfelder aus. Auf den Bergen gibt es dafür oft den ganzen Tag strahlend blauen Himmel und perfekte Fernsicht. Besonders im Oktober sind die Temperaturen an manchen Tagen im Mittelgebirge sogar höher als im Tal.

Glänzende Spinnfäden

Die Herkunft des Wortes ist nicht sicher, man vermutet aber, dass der Altweibersommer seinen Namen den Spinnen zu verdanken hat, welche im Herbst durch die Luft segeln: Die Fäden von jungen Baldachinspinnen glänzen im Sonnenschein und erinnern dabei an das graue Haar alter Frauen. Häufig läuft man unbeabsichtigt in solche Fäden hinein. Mit „weiben“ bezeichnete man im Althochdeutschen übrigens das Knüpfen von Spinnweben. Wenn sich im Oktober das Laub langsam verfärbt, ist dann häufig auch vom goldenen Oktober die Rede (in Nordamerika „Indian Summer„).

Spinnenflug

Das Fliegen stellt für Baldachinspinnen eine erfolgreiche Strategie zur Verbreitung dar. Dafür produzieren sie einen Flugfaden, welcher ab einer bestimmten Länge vom Wind erfasst wird und die Spinne zum Abheben bringt. Dieser Vorgang wird „Luftschiffen“ oder „Spinnenflug“ genannt. Beim Transport durch die Luft können Baldachinspinnen Höhen von mehreren Tausend Metern erreichen und bis zu mehrere Hundert Kilometer weit fliegen. Viele Spinnen überleben ihre Reisen allerdings nicht: Die meisten landen auf dem Wasser, in ungeeigneten Lebensräumen oder werden von Vögeln gefressen.

Titelbild © Adobe Stock

Ruhiger Wochenstart, ab Donnerstag wieder unbeständiger

Am Montag halten sich zunächst entlang der Alpennordseite dichte Wolken und gebietsweise fällt etwas Regen, abseits der Alpen und im Süden startet der Tag häufig freundlich. Im Tagesverlauf scheint zumindest zeitweise die Sonne, lediglich im Nordosten ziehen am Nachmittag wieder dichte Wolken durch und bringen gegen Abend einzelne Schauer. Bei lebhaftem bis kräftigem, im Süden regional föhnigem Nordwestwind liegen die Höchstwerte von Nord nach Süd zwischen 14 und 24 Grad.

Der Dienstag startet im Norden und Osten bewölkt, in der nördlichen Obersteiermark sowie im Wald- und Mostviertel auch gebietsweise mit Regen. In den restlichen Landesteilen bleibt es meist trocken, vor allem im Westen und Süden scheint häufig die Sonne. Besonders am Alpenostrand weht lebhafter Nordwestwind, in den prädestinierten Tälern im Süden ist es anfangs noch leicht föhnig. Je nach Sonne werden maximal 12 bis 21 Grad erreicht.

Prognose der Höchsttemperaturen am Dienstag @UBIMET

Am Mittwoch halten sich anfangs gebietsweise hochnebelartige Restwolken, besonders entlang der Flüsse und Seen auch Nebelfelder. Im Laufe des Vormittags setzt sich häufig die Sonne durch, im Nordosten bilden sich Quellwolken. Die Schauerneigung bleibt aber gering und auch dort scheint zumindest zeitweise die Sonne. Bei nachlassendem Wind aus nördlichen Richtungen liegen die Höchstwerte zwischen 15 und 23 Grad.

Am Donnerstag ändert sich der Wettercharakter wieder. Im Osten und Süden beginnt der Tag noch trocken und abseits lokaler Nebelfelder sonnig, von Westen her breiten sich aber bereits am Vormittag dichte Wolken mit Regenschauern auf weite Landesteile aus. Entlang der Nordalpen gehen die Schauer gebietsweise in anhaltenden Regen über, am ehesten trocken mit sonnigen Auflockerungen bleibt es im östlichen Flachland. Im Donauraum und am Bodensee frischt lebhafter Westwind auf. Meist werden 17 bis 23 Grad, an den Nordalpen stellenweise aber kaum 15 Grad erreicht.

Mittlerer Höchstwert für einen 24. September @UBIMET

Am Freitag zeigt sich der Norden Österreichs zunächst noch recht bewölkt, besonders in der ersten Tageshälfte fällt entlang der östlichen Alpennordseite noch etwas Regen. Im Tagesverlauf setzt dort eine Wetterbesserung ein, während im Süden und Westen die Sonne schon häufiger zum Vorschein kommt. Die Temperaturen ändern sich kaum und liegen zwischen etwa 15 Grad im Wald- und Mühlviertel und bis zu 23 Grad in Vorarlberg und im Tiroler Oberland.

Unterm Strich bringt die Woche also zunächst eine deutlich frischere, aber überwiegend ruhige Nordwestlage. Der Mittwoch dürfte vielerorts der freundlichste Tag werden, ehe das Höhentief ab Donnerstag wieder mehr Wolken und Regen ins Spiel bringt.

Titelbild: Gutes Wanderwetter @ https://www.foto-webcam.eu/webcam/kals-nord/

Kaltfront bringt kräftige Gewitter

Gewitter

Über dem außertropischen Nordatlantik herrscht derzeit rege Tiefdruckaktivität, ohne aber schon Orkantiefs hervorzubringen. Für Deutschland wird in den nächsten Tagen das Tief ZURI interessant, welches derzeit mit seinem Frontensystem schon gut über dem Atlantik zu erkennen ist. Im Satellitenbild wurden die Fronten noch hinzugefügt.

Aktuelles Satellitenbild vom 14.9.2026 um 10:10 Uhr mit Fronten des Tiefs ZURI © EUMETSAT/UBIMET

Die relevante Kaltfront liegt derzeit noch vor Irland und wird in den kommenden 24 Stunden zur Nordsee ziehen. Davor dreht die Strömung auf Südwest und ein Schwall subtropischer Luft von der Iberischen Halbinsel erreicht die Bundesrepublik. Somit sind im Südwesten nochmals Höchstwerte nahe 30 Grad zu erwarten. Diese Luftmasse ist zudem recht feucht.

Prognose der Höchsttemperatur für Dienstag, den 15.9.2026 © UBIMET

Dabei liegen die Werte am Mittag teils rund 10 Grad über dem Mittel, generell sorgt das Tief in West- und Mitteleuropa für hohe Abweichungen.

Abweichung der 2m-Temperatur am Dienstag, den 15.9.2026 © Karsten Haustein

Schauer und Gewitter

Dienstag

Mit dem Aufkommen der Kaltfront von der Nordsee am Abend bilden sich in etwa vom Emsland bis zum Niederrhein erste Schauer und Gewitter, die besonders von Starkregen begleitet sein werden. Diese breiten sich bis Mitternacht auf einen Streifen von Holstein bis zum Weserbergland aus, lokal sind 10 bis 20 L in kürzerer Zeit zu erwarten.

Prognose der aufsummierten Regenmenge am Dienstag, den 15.9.2026 © UBIMET

Mittwoch

Nach Mitternacht breiten sich Schauer und Gewitter in Richtung Harz und Müritz und später bis zur Oder aus. Hier muss lokal mit ergiebigem Starkregen und kleinem Hagel gerechnet werden, in einem Streifen sind Mengen um 40 L zu erwarten. Am Vormittag zieht die Front weiter südostwärts und besonders zwischen der Schwäbischen Alb und Niederbayern sowie in Sachsen sind ab dem Mittag nochmals kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und stürmischen Böen zu erwarten. Später gehen diese in teils kräftigen Regen über, an den Alpen regnet es auch ergiebig bis Donnerstagfrüh.

Prognose der aufsummierten Regenmenge am Mittwoch, den 16.9.2026 © UBIMET

Halbzeitbilanz Regen

Damit wird das Regendefizit seit Anfang des Monats in weiteren Regionen abgebaut. Besonders im Süden und Osten war der Monat bis zur Halbzeit zu trocken und das Defizit des Sommers (wir berichteten in unserem Sommerrückblick) wuchs weiter an. Leider wenig Regen wird weiterhin für Rheinland-Pfalz und das Saarland prognostiziert.

Abweichung der Regenmenge bis zum 13.9. © DWD/UBIMET

 

Titelbild: © unwetterfreaks

Wochenausblick: Herbstliche Achterbahnfahrt in Österreich

Herbstlicher Sonnenaufgang © Daniel Eßletzbichler

Der Alpenraum verbleibt bis auf Weiteres im Einflussbereich einer überwiegend nordwestlichen Höhenströmung. Der Wochenausblick zeigt: Mit mehreren Frontensystemen präsentiert sich das Wetter in Österreich oft unbeständig, zwischendurch setzt sich aber auch Hochdruckeinfluss durch. Die Folge: eine regelrechte Achterbahnfahrt.

Unbeständige, regional nasse erste Septemberhälfte

Der meteorologische Herbst verlief bislang wiederholt unbeständig. Zwischen dem 9. und 11. September sorgten zunächst eine Kaltfront und anschließend ein Italientief für häufig nasses Wetter. Regional, besonders im Süden, regnete es phasenweise kräftig. In Kärnten und in der Südweststeiermark kamen etwa verbreitet 60 bis 100 mm Niederschlag zusammen. Die ersten Tage des Herbstes bilanzieren somit im Süden deutlich zu nass, entlang und nördlich des Alpenhauptkamms dagegen weiterhin oft deutlich zu trocken.

Niederschlagsabweichung vom Klimamittel (1991 bis 2020) im bisherigen meteorologischen Herbst. Im österreichweiten Flächenmittel liegt die Abweichung bei etwa -20 Prozent, regional sind die Unterschiede jedoch groß. Während sich die Trockenheit nördlich des Alpenhauptkamms fortsetzte, bilanziert der Süden bislang deutlich nasser als üblich. | © UBIMET
Niederschlagsabweichung vom Klimamittel (1991 bis 2020) im bisherigen meteorologischen Herbst. Im österreichweiten Flächenmittel liegt die Abweichung bei etwa -20 Prozent, regional sind die Unterschiede jedoch groß. Während sich die Trockenheit nördlich des Alpenhauptkamms fortsetzte, bilanziert der Süden bislang deutlich nasser als üblich. | © UBIMET

Zweigeteilter Wochenstart

Der Montag beginnt oft bewölkt mit einigen Schauern. Am Vormittag lassen diese zunächst im Süden, ab Mittag auch im Westen nach und die Wolken lockern auf, zeitweise scheint die Sonne. Am längsten trüb und unbeständig bleibt es vom Tiroler Unterland bis in den Wienerwald. Am Nachmittag bilden sich in Unterkärnten und in der südlichen Steiermark einzelne Gewitter. Der Wind weht mäßig bis lebhaft aus Nordwest, von Nord nach Süd liegen die Höchstwerte zwischen 17 und 24 Grad.

Prognose der Niederschlagssumme für Montag (14.09.2026). Am meisten Regen ist entlang der Alpennordseite, von den Kitzbüheler Alpen bis zum Wienerwald, zu erwarten. | © UBIMET
Prognose der Niederschlagssumme für Montag (14.09.2026). Am meisten Regen ist entlang der Alpennordseite, von den Kitzbüheler Alpen bis zum Wienerwald, zu erwarten. | © UBIMET

Am Dienstag halten sich in der Früh einzelne Nebelfelder und besonders im Bergland anfangs dichte Restwolken. Ab dem Vormittag scheint häufig die Sonne. In der Osthälfte ziehen ein paar Wolkenfelder durch und über den Bergen bilden sich Quellwolken, die Schauerneigung ist aber allgemein sehr gering und der freundliche Wettercharakter dominiert. Bei nur mehr schwachem Wind erwärmt sich die Luft auf 20 bis 27 Grad.

Zur Wochenmitte zunehmend nass

Am Mittwoch nähert sich aus Nordwesten bereits die nächste Kaltfront, die Achterbahn steuert auf die nächste Abfahrt zu. Während im Westen und Nordwesten rasch die Wolken dominieren und sich am Vormittag schauerartiger Regen langsam ostwärts ausbreitet, bleibt es von Unterkärnten bis ins östliche Flachland bis zum Abend trocken und oft freundlich. Die Höchstwerte liegen zwischen 19 und 27 Grad.

Der Donnerstag verläuft schließlich überwiegend bewölkt, vor allem im zentralen Bergland sowie im Süden und Südosten regnet es verbreitet. Im Westen und Norden ziehen nur einzelne Schauer durch, dazwischen lässt sich zumindest ab und zu die Sonne blicken. Die Temperaturen gehen mit 13 bis 21 Grad deutlich zurück.

Temperatur- und Niederschlagstrend für Wien. Nach einem unbeständigen Wochenstart verlaufen Dienstag und Mittwoch weitgehend trocken. Danach erreicht bereits die nächste Kaltfront Wien mit Regen und deutlicher Abkühlung. | © ECMWF/UBIMET
Temperatur- und Niederschlagstrend für Wien. Nach einem unbeständigen Wochenstart verlaufen Dienstag und Mittwoch weitgehend trocken. Danach erreicht bereits die nächste Kaltfront Wien mit Regen und deutlicher Abkühlung. | © ECMWF/UBIMET

Weiterer Trend zunächst unbeständig

Im weiteren Verlauf nehmen die Unsicherheiten deutlich zu. Aus heutiger Sicht bleibt es besonders am Freitag mit einem Italientief weiterhin unbeständig. Am Wochenende könnte dann vorübergehend wieder Zwischenhocheinfluss die Oberhand gewinnen. Für Details ist es jedoch noch zu früh.

Hurrikan Lowell zieht auf Hawaii zu

Über dem östlichen Pazifik hat sich Ende August ein außergewöhnlich kräftiger Tropensturm entwickelt. Er entstand am 27. August rund 2.500 Kilometer südöstlich von Hawaii. Seine Verstärkung verlief zunächst nur langsam. Verantwortlich dafür waren unter anderem eine ausgeprägte Windscherung sowie Wechselwirkungen mit dem weiter östlich liegenden Tropensturm Karina. Das änderte sich Anfang September. Am 1. September erreichte Lowell zunächst die Stärke eines Hurrikans der Kategorie 1. Noch am selben Tag intensivierte sich das System weiter und wurde zu einem Hurrikan der Kategorie 3 – damit war die Schwelle zum sogenannten „Major Hurricane“ überschritten. Nur einen Tag später folgte der nächste Sprung: Lowell erreichte Kategorie 5 und damit die höchste Stufe der Saffir-Simpson-Skala. Im Zentralpazifik hatte zuletzt 2018 Hurrikan Walaka diese Intensität erreicht.

Zwar verlor Lowell anschließend vorübergehend etwas an Kraft und fiel wieder auf Kategorie 3 zurück. Doch bereits am 4. September intensivierte sich der Hurrikan erneut bis zur Kategorie 5. Zu diesem Zeitpunkt lag der Kerndruck bei nur 922 hPa, während die maximalen, über eine Minute gemittelten Windgeschwindigkeiten rund 260 km/h erreichten.

Seit dem 5. September bewegt sich Lowell auf einer zunehmend nördlichen Bahn. Auslöser dafür ist ein Höhentief nördlich von Hawaii. Das Zusammenspiel aus kühlerem Meerwasser und stärker werdender Windscherung dürfte den Hurrikan zwar weiter abschwächen. Dennoch bleibt das System für die hawaiianische Inselkette von Bedeutung.

Derzeit liegt das Zentrum von Lowell etwa 200 Kilometer südwestlich von Niʻihau, der westlichsten der sieben Hauptinseln von Hawaii.

GOES-18 Channel 13 (IR) Quelle: www.tropicaltidbits.com

Kräftige Regenfälle

Die ersten Ausläufer des Niederschlags haben Hawaii bereits erreicht. Besonders Niʻihau und Kauai dürften in den nächsten Tagen große Regenmengen abbekommen. Auf der dem Wind zugewandten Seite von Big Island sind ebenfalls erhebliche Niederschläge zu erwarten. Verbreitet können sich die Summen auf etwa 200 Millimeter belaufen, örtlich sind sogar bis zu 300 Millimeter möglich.

Die Wassermassen machen sich bereits bemerkbar: Erste Flüsse sind über die Ufer getreten, und auch auf Oahu, wo Honolulu liegt, stehen vereinzelt Straßen unter Wasser.

Besonders außergewöhnlich sind die Regenmengen mit Blick auf die Jahreszeit. Der September zählt auf Kauai normalerweise zu den eher trockenen Monaten. Im langjährigen Mittel fallen dort in diesem Monat lediglich etwa 50 bis 100 Millimeter Regen. Die aktuellen und erwarteten Mengen liegen damit deutlich über dem, was für diese Jahreszeit üblich ist.

Niederschlagsvorhersage für Hawaii; Quelle: https://www.nhc.noaa.gov

Doch nicht nur der Niederschlag ist regional problematisch, daneben gibt es weitere Gefahren durch die hohe Sturmflut oder starke Winde. Auch wurde heute auch zum ersten Mal überhaupt eine Tornado-Watch für Hawaii ausgerufen. In Hurrikans können Tornados entstehen, weil die Gewitter in den äußeren Regenbändern auf starke vertikale Windscherung treffen. Dabei ändern sich Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe, wodurch sich die Rotation in einzelnen Gewitterzellen verstärken und schliesslich ein Tornado bilden kann.

18-stündige Windböen bis 08.09.26 18 UTC Quelle: ECMWF

Hawaii nur selten direkt im Visier

Direkte Hurrikantreffer sind auf Hawaii eine Ausnahmeerscheinung. Seit Beginn der verlässlichen Aufzeichnungen im Jahr 1949 haben bislang lediglich zwei Hurrikane die Inselkette tatsächlich als Hurrikan erreicht und Landfall gemacht: Dot und Iniki. Zwei weitere Systeme, Patsy und Walaka, zogen zwar in unmittelbarer Nähe vorbei, verfehlten die Inseln jedoch knapp.

Alle Hurrikane mit mindestens Kategorie 2 in der Umgebung von Hawaii; Quelle: NOAA

Gewitter-Showdown

Gewitter

Am Mittwoch erstreckt sich eine Front quer über Europa. Im Laufe des Tages zieht sie mit Schauern und Gewittern über das Land. Sie bringt Schauer und teils kräftige Gewitter mit sich. Damit verabschiedet sich der heiße Sommer mit einem deutlichen Wetterumschwung. Die Temperaturen gehen dabei spürbar zurück.

Bodendruck- und Frontenkarte für Mittwoch, 09. September 2026, 14:00 MESZ (Quelle: UBIMET)

Im Detail bedeutet das:

Am Mittwoch regnet es im Westen von der Früh weg schauerartig und teils kräftig. Im Tagesverlauf breitet sich der Regen sowie die Gewitter rasch aus. Spätestens ab Mittag gehen auch im anfangs noch sonnigen Osten und Süden Schauer bzw. lokal kräftige Gewitter nieder. Dabei besteht in der Osthälfte die Gefahr von Starkregen, Hagel und Sturmböen. Auch abseits der Gewitter frischt lebhafter Westwind auf.

Die Kaltfront bringt einen markanten Temperatursturz und beendet die sommerliche Hitze. Während es im Westen bereits am Vormittag deutlich abkühlt und die Temperaturen dort oft kaum noch über 15 Grad hinauskommen, legt sich der Sommer im Osten und Südosten ein letztes Mal ins Zeug: Dort wird es mit bis zu 33 Grad nochmals hochsommerlich heiß.

Prognose Temperaturmaximum für Mittwoch, 09.09.2026

Kurzer Exkurs

Auch an der Adria muss am Mittwoch mit Unwettern gerechnet werden. Schon ab dem Vormittag ziehen von Venetien bis nach Udine und Triest kräftige Gewitter. Diese haben das Potenzial für Starkregen, mittelgroßen bis großen Hagel sowie Sturmböen. Bis zum Mittag erreichen die Gewitter schließlich auch Ljubijana.

Bereits am Nachmittag folgt dann schon die nächste Gewitterlinie. Diese breitet sich von Venetien und Emilia-Romagna über die Obere Adria aus und erreicht am frühen Abend schließlich auch Istrien und später dann die Adria-Inseln. Auch in diesen Regionen muss mit Starkregen, schweren Sturmböen sowie

Einstündige Niederschlagsmengen für den 09.09.2026 im ICON-2I

Weiter geht es mit dem Wetter in Österreich

Am Donnerstag zieht die Front nur langsam nach Süden ab. Somit verläuft der Tag von Osttirol und Kärnten über das zentrale und östliche Bergland weiterhin häufig trüb und nass. Im Westen und Norden trocknet es hingegen ab und vor allem vom Bodensee bis ins Weinviertel zeigt sich zeitweise die Sonne.

Prognose 24 h Niederschlagssumme für Donnerstag, 10.09.2026

Im Osten weht anfangs lebhafter West- bis Nordwestwind, der aber im Tagesverlauf nachlässt. Die Temperaturen kommen nicht mehr über 14 bis 23 Grad hinaus.

Prognose Temperaturmaximum für Donnerstag, 10.09.2026

Wie geht es weiter?

Am Freitag stellt sich im Westen ein Mix aus vielen Wolken und etwas Sonne ein, meist bleibt es dort aber trocken. Im Süden und Osten sowie im zentralen Bergland regnet es hingegen zeitweise mit leichter bis mäßiger Intensität. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Nordwest. Die Höchstwerte liegen zwischen 15 und 22 Grad.

Der Samstag bringt im zentralen Bergland und im Süden zunächst dichte Wolken und letzte Tropfen. Überall sonst stellt sich bereits von Beginn an ein Mix aus Sonne und Quellwolken ein, die Schauerneigung bleibt auch tagsüber gering. Der Wind weht schwach bis mäßig, am Alpenostrand lebhaft aus Nord- bis Nordwest. Die Höchstwerte liegen bei 17 bis 23 Grad.

Nach dem markanten Temperatursturz ist zwar nicht mehr mit heißem Sommerwetter zu rechnen. Doch langsam, wenn auch zögerlich, geht es mit den Temperaturen wieder bergauf. Zum Ende der Woche deutet sich bereits eine spürbare Erwärmung an. Und besonders zu Beginn der neuen Woche stehen nach aktuellen Berechnungen wieder angenehme, spätsommerliche Temperaturen in Aussicht. Der Sommer verabschiedet sich also offenbar noch nicht so ganz.

Temperaturprognose für Wien. Quelle: morecast
Temperaturprognose für Bregenz. Quelle: morecast

Gewitter auf Sparflamme: Sommer 2026 ungewöhnlich blitzarm

Gewitter mit Blitz

Der Sommer 2026 war nicht nur außergewöhnlich heiß und regional ausgesprochen trocken, auch am Himmel blieb es vergleichsweise ruhig: Österreichweit registrierte das Blitzmessnetz von UBIMET zwischen Anfang Juni und Ende August 839.878 Blitzentladungen. Damit war der heurige Sommer nach 2025 der zweitblitzärmste der vergangenen elf Jahre.

Zum Vergleich: Im Mittel der Jahre 2016 bis 2025 wurden während der Sommermonate rund 1,21 Millionen Blitze registriert. Der Sommer 2026 lag somit rund 30 Prozent unter diesem Mittel. Besonders blitzreich war dagegen das Jahr 2017 mit knapp 1,86 Millionen Entladungen, auch 2024 wurden noch mehr als 1,5 Millionen Blitze gezählt.

Steiermark blitzreichstes Bundesland

Die meisten Blitze wurden heuer in der Steiermark registriert: 228.433 Entladungen gingen dort nieder. Dahinter folgen Oberösterreich mit 159.170, Niederösterreich mit 113.517 und Kärnten mit 112.818 Blitzen. In Wien waren es lediglich 2.929.

Bei der Blitzdichte – also der Zahl der Blitze pro Quadratkilometer – liegt dagegen Eferding in Oberösterreich mit 24,3 an der Spitze. Dahinter folgen Braunau am Inn mit 23,8 und die Stadt Salzburg mit 23,1 Blitzen pro Quadratkilometer. Auffällig: Unter den neun Bezirken mit der höchsten Blitzdichte befinden sich gleich sechs in Oberösterreich.


Besonders wenige Gewitter im Osten

Die geringe Gewitteraktivität zeigt sich besonders deutlich im Osten und teilweise auch im Südosten Österreichs. Das Burgenland, Niederösterreich und Wien wiesen besonders hohe negative Abweichungen vom 10-jährigen Mittel auf. Im Burgenland und in Teilen Niederösterreichs gab es weniger als die Hälfte der üblichen Blitzentladungen. Ausgerechnet dort herrschte in diesem Sommer auch eine ausgeprägte Trockenheit.

 

Österreichweit wurden im Flächenmittel nur rund 70 Prozent der üblichen Sommerniederschläge erreicht. Im Weinviertel, im Nordburgenland sowie in Teilen Niederösterreichs und der Oststeiermark fiel gebietsweise sogar weniger als die Hälfte des Klimamittels 1991–2020.

Die Trockenheit hat dabei zweifelsohne auch zur geringen Gewitteraktivität beigetragen. Für kräftige sommerliche Gewitter braucht es neben einer labil geschichteten Atmosphäre vor allem ausreichend Feuchtigkeit – und genau daran mangelte es im Osten über weite Strecken:

Hinzu kommt die Rolle der Bodenfeuchte: Feuchte Böden geben durch Verdunstung Wasser an die bodennahen Luftschichten ab. Trocknen die Böden dagegen stark aus, wird weniger Wasser verdunstet und damit auch weniger Feuchtigkeit an die Atmosphäre abgegeben.

Daraus kann sich eine klassische Rückkopplung entwickeln: Trockene Böden liefern weniger Feuchtigkeit für die Atmosphäre und heizen sich gleichzeitig stärker auf. Bleiben dadurch Schauer und Gewitter häufiger aus, trocknen die Böden noch weiter aus

Juli fiel besonders aus dem Rahmen

Auch innerhalb des Sommers gab es große Unterschiede. Im Juni wurden österreichweit 312.527 Blitze registriert. Der Juli brachte dagegen gerade einmal 194.589 Entladungen und war damit mit Abstand der gewitterärmste der drei Sommermonate.

Im August legte die Gewitteraktivität wieder deutlich zu: Mit 332.762 Blitzen wurde sogar der höchste Monatswert des Sommers erreicht. An der insgesamt unterdurchschnittlichen Bilanz änderte das allerdings nichts.

Ob sich hinter den zuletzt geringen Blitzanzahlen bereits eine längerfristige Entwicklung verbirgt, lässt sich derzeit noch nicht belastbar beantworten. Zwar entsteht insbesondere abseits der Alpen der Eindruck einer zuletzt geringeren Gewitteraktivität, die Schwankungen von Sommer zu Sommer sind jedoch beträchtlich. Für die Ableitung eines langfristigen Trends ist die betrachtete Datenreihe daher noch zu kurz.

Stärkster Blitz mit mehr als 300.000 Ampere

Wenige Gewitter bedeuten allerdings nicht, dass es keine kräftigen gab. Der stärkste Blitz des Sommers wurde am 16. Juli um 23:07 Uhr in Schwarzenberg im Bezirk Bregenz registriert. Die Entladung erreichte eine Stromstärke von 319,2 Kiloampere, also mehr als 319.000 Ampere.

Auf den weiteren Plätzen folgen Radenthein in Kärnten mit 273,2 kA und Lasberg in Oberösterreich mit 266,9 kA.

Fast 48 Liter Regen in nur zehn Minuten

Auch bei den Niederschlagsintensitäten hatten einzelne Gewitter einiges zu bieten. Die höchste gemessene 10-Minuten-Regenmenge des Sommers gab es am 1. Juli in Neudorf bei Landsee im Burgenland: Dort kamen innerhalb von nur zehn Minuten 47,9 Liter pro Quadratmeter zusammen.

In Puchberg am Schneeberg wurden am 20. Juni 28,2 Liter und in Vöcklabruck am 29. Juni 27,9 Liter innerhalb von zehn Minuten gemessen.

Auch großer Hagel trat lokal auf. Am 30. Juni wurden im Raum Groß Gerungs Hagelkörner mit bis zu 6 Zentimetern Durchmesser beobachtet, die unter anderem Photovoltaikanlagen und Dächer beschädigten. Bereits am 14. Juni wurden bei Eberndorf in Kärnten Hagelkörner mit bis zu 5 Zentimetern Durchmesser registriert.

Am 30. Juni hat eine Mure bei Schnann im Gemeindegebiet von Pettneu am Arlberg einen Linienbus erfasst (Bild: FF Schnann).

Damit zeigt der Sommer 2026 auch: Ein blitzarmer Sommer ist nicht automatisch ein unwetterarmer Sommer. Selbst wenn Gewitter insgesamt seltener auftreten, können einzelne Gewitter weiterhin mit extremem Starkregen, großem Hagel oder schweren Sturmböen einhergehen.

Hagel südlich von Völkermarkt am 14. Juni:

Ein Foto der Hagelmassen in Wagrain (via C. Dertnig). Im Pinz- und Pongau wurde örtlich Hagel um 2 cm gemeldet.

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— uwz.at (@uwz.bsky.social) 31. August 2026 um 20:58

Sommerfinale und Herbstauftakt: Die letzten heißen Tage des Jahres?

Zwischenbilanz September

Der September hat sich vorgenommen, dort weiterzumachen, wo der Sommer aufgehört hat. Rund 4 Grad über dem Klimamittel liegt die Bilanz der ersten Tage. In einem Monat, in dem eigentlich schon die ersten Nebelfelder in den Tälern liegen können, sind Freibäder und Badeseen weiter gut besucht.

Abweichung der Mitteltemperatur vom Klimamittel 91-20

Der 4. September hat dann noch einmal in diesem Jahr die Messreihen umgeschrieben, die älter sind als die Republik. In Innsbruck kletterte das Thermometer auf 34,3 Grad und das an einer Station, die seit 1877 misst. 149 Jahre lang war kein Septembertag so heiß. Der bisherige Rekord stammte aus dem Vorjahr und wurde um fast zwei Grad pulverisiert.

Temperaturrekorde am 4.September 2026

Und Innsbruck war kein Einzelfall. Landeck 33,6, Haiming 33,0, Jenbach 32,6 Grad, quer durch Tirol fielen die Bestmarken reihenweise. Sogar in der Höhe in Seefeld auf 1.180 Metern knackte erstmals die 30-Grad-Marke. In St. Anton wurden 28,5 Grad gemessen, in Nauders 28,4, beides Stationsrekorde.

Doch auch der Süden zog mit: Klagenfurt meldete 31,8 Grad, so heiß war es dort in keinem September seit Messbeginn 1952. Und in Graz Straßgang standen 32,7 Grad auf der Anzeige.

Damit bauen sich auch die Rekorde der Hitzetage an einigen Stationen aus:

Hitzetage Anzahl pro Jahr

Kurzes Sommer-Comeback

Der heutige Samstag hat mit einer Störungszone für einen Moment Herbstgefühl gesorgt: Wolken, ein paar Schauer, gedämpfte Temperaturen. Wer daraus schon den Saisonwechsel ablesen wollte, wird allerdings enttäuscht: Es war nur eine Verschnaufpause.

Der Sonntag startet im Bergland und im Süden noch zäh: hochnebelartige Restwolken, in der Früh vereinzelt ein paar Regentropfen. Doch am Vormittag lockert es auf, die Sonne setzt sich verbreitet durch. Über den Bergen quellen zwar ein paar Wolken auf, aber Schauer bleiben die absolute Ausnahme. Der Nordwestwind flaut ab, die Höchstwerte liegen zwischen 21 und 28 Grad,  der Aufwärmvorgang läuft.

Am Montag zieht das Thermometer dann an. Nach der raschen Auflösung einiger inneralpiner Frühnebelfelder scheint zunächst verbreitet die Sonne. Von Westen ziehen im Tagesverlauf Wolken durch, im Bergland gehen lokale Schauer oder Gewitter nieder, in der Osthälfte und generell abseits der Alpen bleibt es dagegen trocken bei freundlichem Sonne-Wolken-Mix. Im Osten dreht der Wind auf Südost, und genau der schaufelt die warme Luft heran: 24 bis 30 Grad, spätsommerlich im besten Sinn.

Der Höhepunkt folgt am Dienstag. Dann wird es noch einmal verbreitet hochsommerlich, und in der Osthälfte sind bis zu 33 Grad drin. Das ist nicht alltäglich: Werte um 33 Grad sind gegen Mitte September auch im Wiener Becken oder im Nordburgenland sehr außergewöhnlich und bewegen sich im Bereich der Septemberrekorde.

Im Westen bleibt es zwar ebenfalls sommerlich, die 30-Grad-Marke wird dort aber wohl nicht mehr erreicht. Tagsüber ziehen vom Bodensee bis ins Innviertel Schauer durch, später wird es auch im Mühl- und Waldviertel gewittrig. Trocken und heiß bleibt es dagegen von Unterkärnten bis ins Weinviertel, bei nur schwachem Wind.

Zwei Tage also, an denen sich Freibad, Schanigarten und Badesee noch einmal lohnen. Man sollte sie nutzen, es wird vermutlich die letzten Tage dafür sein.

Nachhaltige Abkühlung am Mittwoch

Am Mittwoch erreicht eine Kaltfront von Norden her das Land  und die macht keine halben Sachen. Sie bringt einen regelrechten Temperatursturz, und anders als bei manchem Vorgänger in diesem Sommer sieht es diesmal nach mehr aus als nach einer kurzen Abkühlung: Nach derzeitigem Stand ist der Umschwung nachhaltig. Die Zeichen stehen auf Herbst.

Der Tag beginnt an der Alpennordseite und im zentralen Bergland bereits nass. Von der Früh weg regnet es immer wieder schauerartig, lokal auch kräftig. Im Osten und Süden scheint zunächst noch die Sonne, doch spätestens ab Mittag ist auch damit Schluss: Schauer ziehen auf, lokal entladen sich kräftige Gewitter.

Im Westen lässt der Regen am Nachmittag zwar nach, die Sonne zeigt sich aber kaum mehr. Dazu frischt auch abseits der Gewitter lebhafter Westwind auf.

Am deutlichsten liest man die Zäsur am Thermometer. Ganz im Südosten sind es noch einmal 25 bis knapp 30 Grad, sonst aber nur mehr 14 bis 24. Wo am Dienstag 33 Grad standen, fehlen einen Tag später gut und gerne zehn Grad.

Temperaturprognose Ensemble für Wien

Und danach?

Die Wettermodelle rechnen den Umschwung nicht nur für einen Tag durch, sondern für die gesamte kommende Woche – und sie sind sich einig: Die Wärme kommt so schnell nicht zurück, ein Altweibersommer ist vorerst nicht in Sicht. Je weiter der Prognosezeitraum reicht, desto größer werden die Unsicherheiten allerdings.

Ensemble Prognose des ECMWF für Wien
Ensemble Prognose des ECMWF für Innsbruck

Der Grund: Das Hoch, das uns die Hitze gebracht hat, baut sich nicht wieder auf. Stattdessen bleibt Mitteleuropa im Einflussbereich atlantischer Tiefdruckgebiete mit wechselhaftem Wetter und herbstlichen Temperaturen.

Für den Alltag heißt das: Ab Donnerstag liegen die Tiefstwerte am Morgen im oberen einstelligen Bereich, und selbst am Nachmittag sind nur mehr 18 bis 22 Grad drin. Das sind ganz normale Septemberwerte. Nach diesem Sommer fühlen sie sich trotzdem an wie ein Bruch.

Titelbild: Indian Summer pexels.com