Sommer 2026 zweitwärmster seit Messbeginn

Deutlich zu warm

Mit einer Durchschnittstemperatur von 19,54 °C und damit einer Abweichung von 1,98° belegt der Sommer 2026 den zweiten Platz seit Beginn der Aufzeichnungen, lediglich noch übertroffen vom Sommer 2003 (Mitteltemperatur 19,66 °C und Abweichung 2,1°). Regional gibt es in diesem Sommer aber große Unterschiede. Vor allem im Südwesten liegen die Abweichungen deutlich über 3°, während es im Nordosten nur rund 1° wärmer war als im Durchschnitt. Hervorzuheben ist natürlich auch der neue Allzeitrekord der Temperatur von 41,8 °C am 27.6. .

Temperaturabweichung vom Klimamittel © DWD/UBIMET

Südwesten

In den Bundesländern Baden-Württemberg, Saarland und Rheinland-Pfalz sowie in Hessen und Nordrhein-Westfalen war dies sogar der heißeste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen. Beispielhaft seien hier die Abweichungen der Temperatur für Baden-Württemberg gezeigt. Seit Mitte Juni liegen die Temperaturen hier nahezu durchgehend über dem jüngsten Klimamittel, insbesondere die Hitzewelle Ende Juni ist außergewöhnlich.

Verlauf der Abweichungen der Temperatur in Baden-Württemberg © mtwetter

Nordosten

Ein anderes Bild zeigt sich in Nordosten, beispielhaft für Mecklenburg-Vorpommern. Hier gab es nach der Hitzewelle Ende Juni einen eher wechselhaften Sommer mit wenigen Höhepunkten. Das Muster hier war geprägt durch kurze Sommer- bzw. Hitzevorstößen gefolgt von Kaltfronten, die wieder für eine spürbare Abkühlung sorgten.

Verlauf der Abweichungen der Temperatur in Mecklenburg-Vorpommern © mtwetter

Hitzetage/Wüstentage/Tropennächten

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Hitzetage (Höchsttemperatur über 30°C) und Wüstentage (Höchsttemperatur über 35°C) für die großen Städte des Landes sowie für Rheinfelden im hitzegeplagten Südwesten des Landes und Rostock. Zum Vergleich sind auch die Werte für das Jahr 2003 angegeben.

Station Hitzetage davon im Juni 2026 Wüstentage davon im Juni 2026 Hitzetage Sommer 2003 Wüstentage Sommer 2003
Hamburg-Fuhlsbüttel 11 6 3 2 11 0
Berlin-Tempelhof 21 9 6 4 18 1
Flughafen Köln/Bonn 34 11 8 3 19 7
Frankfurt/Main 41 12 18 9 30 12
München-Stadt 34 12 8 3 29 3
Rheinfelden (BW) 56 14 24 9 56 17
Rostock (MV) 7 3 2 1 3 0

Vor allem zu erkennen ist, dass sich die Anzahl der Wüstentage im Vergleich zu 2003 deutlich erhöht hat. Die Hitze nimmt insgesamt am Schärfe zu in Zeiten des Klimawandels. Neben der Hitze am Tage gestalteten sich die Nächte in den Ballungszentren besonders im Südwesten ebenfalls ungemütlich mit vielen Tropennächten.

Station Tropennächte Tropennächte 2003
Hamburg-Fuhlsbüttel 2 0
Berlin-Tempelhof 5 3
Flughafen Köln/Bonn 4 1
Frankfurt/Main 19 9
München-Stadt 12 8
Rheinfelden (BW) 7 5
Rostock (MV) 4 0

Historischer Tag 27.6.2026

Dieser Tag geht in die Annalen der deutschen Wettergeschichte ein. Dabei wurde an 45 Stationen ein Höchstwert über 40 °C erreicht, so etwas gab es an keinem anderen Tag seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Abweichungen liegen wenig überraschend für den Tag verbreitet bei über 10°. Auch die Intensität der Hitze wird in Erinnerung bleiben, denn auch tags zuvor und am nächsten Tag wurden die 40°-Marke überschritten. Zudem wurde auch noch am 30. Juli die Marke überschritten.

Abweichung der Temperatur am 27.6.2026 © DWD/UBIMET
Datum  Anzahl an Stationen mit Höchstwerten über 40 Grad
26.6. 12
27.6. 45
28.6. 16
30.7. 6

Deutlich zu trocken

Neben der Hitze wird der Sommer auch für seine Trockenheit in Erinnerung bleiben. Bis Ende August führen Flüsse wieder der Vater Rhein erhebliches Niedrigwasser. So ist insbesondere im Westen und Südwesten deutlich zu wenig Regen gefallen als üblich und notwendig. In Summe liegen hier die Abweichungen bei -40 bis -50 %. Einen Überschuss gab es hingegen in Teilen von Schleswig-Holstein und in Sachsen, hier verursacht durch Gewitter. Der Sommer zeichnete sich durch das Fehlen von größeren Regenereignissen aus.

Abweichung des Niederschlags im Sommer © DWD/UBIMET

Westen

Wenn man sich die einzelnen Monate betrachtet, ist im Westen vor allem der Juli extrem trocken verlaufen. Der Verlauf zeigt es deutlich, während der größere Teil des Junis noch einen knappen Überschuss an Regen brachte, so fielen von Ende Juni bis Mitte August nur rund 30 L im Flächenmittel, an manchen Stationen im Juli gar weniger als 10 L (z.B. Aachen nur rund 4 L).

Verlauf des Regens in Nordrhein-Westfalen © mtwetter

Norden

Anders verhielt es sich im Flächenmittel im Norden beispielhaft gezeigt für Schleswig-Holstein. Hier stellte sich erst Ende Juli allmählich eine regenärmere Wetterphase ein, ansonsten brachten die oben schon erwähnten Kaltfronten immer wieder ein wenig Regen in Form von Schauern bzw. vor allem im Juni auch kräftige Gewitter.

Verlauf des Regens in Schleswig-Holstein © mtwetter

Gewitter

Der Sommer brachte auch wie üblich einige markante Gewitterlagen. So wurde die stärkste Böe in der Nacht vom 19. auf den 20. Juni auf Spiekeroog auf den ostfriesischen Inseln mit 132 km/h gemessen. Angemerkt sei aber, dass Bergstationen sowie Leuchttürme hier nicht aufgeführt werden. Gefolgt wird dies am 14. Juli mit 130 km/h in Nürnberg. Auf dem dritten Platz reihen sich Büsum in Schleswig-Holstein mit 127 km/h am 28. Juni und am 16. Juli in Mühlacker in Baden-Württemberg ein.

Das größte Hagelkorn wurde am 27. Juni in der Nähe von Aurich in Ostfriesland mit 8 cm Durchmesser aufgefunden. Gefolgt wird dies mit einem Hagelkorn von 6,5 cm Durchmesser im Norden von Sachsen-Anhalt in der Nähe von Wittenberge am selben Tag.

Der blitzreichste Tag war der 28. August mit knapp 300.000 Entladungen, gefolgt vom 21. Juni mit rund 222.000 Blitzen und dem 14. Juni mit rund 187.000 registrierten Blitzen.

Sonnenschein

Wenig überraschend schien im Sommer mehr die Sonne, als im Mittel üblich. Insbesondere im Süden gab es einen Überschuss von rund 20 bis nahe 30%. Im Norden und Osten hingegen war es teils stärker bewölkt, sodass nur rund 10 % mehr die Sonne zeigte.

Abweichungen der Sonnenscheindauer © DWD/UBIMET

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