Orkantief Victoria – Eine Einordnung

Der AO-Index

Um Wetterlagen miteinander zu vergleichen sind in der Meteorologie Kennzahlen entwickelt worden. Eine solche Kennzahl ist der sogenannte AO-Index (Arktische Oszillation). Ist dieser Wert positiv, weht über dem Atlantik Westwind; es gilt hierbei, je höher der Wert, desto stärker weht der Westwind. In der nun folgenden Woche wird dieser Wert rekordverdächtig positiv.

Die Ursache liegt in der momentan heftigen Tiefdrucktätigkeit auf dem Atlantik. Diese wird auch noch bis Ende des Monats anhalten. Besonders intensiv wird in den nächsten 36 Stunden die Entwicklung des Tiefs VICTORIA verlaufen.

Entwicklung von Orkan Victoria

Das zukünftige Orkantief VICTORIA noch als „Welle“ auf dem Atlantik mit Kerndruck von 976 hPa.  © EUMETSAT/UBIMET

Um die Mittagszeit des 14. Februars liegt das Tief – wie auf dem Satellitenbild zu erkennen ist – noch als schwaches Randtief/(„Welle“) auf dem offenen Atlantik. Zudem ist der Bodendruck angeschrieben. Dieses Tief erlebt in den kommenden 24-Stunden eine rapide Entwicklung zu einem Orkantief der Superlative. Solch eine Entwicklung nennt man in der Meteorologie auch Bombogenese. Dieses Wort setzt sich zusammen aus Bombe und Zyklogenese, was einfach Tiefdruckentwicklung heißt, also rasche oder kräftige Entwicklung.

Auf dem Höhepunkt der Tiefdruckentwicklung werden Böen von über 200 km/h berechnet, in der Karte der dunkelviolette Bereich. Solch hohe Böengeschwindigkeiten werden außerhalb von tropischen Wirbelstürmen vor allem in sogenannten Sting-Jets erreicht. Dies ist ein Phänomen, bei dem in einem relativ kleinen Bereich extrem hohen Windgeschwindigkieten auftreten. In Deutschland trat ein solcher Sting-Jet bei dem Orkan Christian am 28.10.2013 auf, der im Nordwesten für erhebliche Schäden sorgte.

6h-Böen Berechnung von Mitternacht bis 6 Uhr morgens am Samstag, den 15.2.2020 © ECMWF

In dem Zeitraum, wenn diese Böen auftreten, erreicht das Tief Victoria einen Kerndruck von 929 hPa. Im weiteren Verlauf vertieft sich das Tief auf unter 916 hPa am Sonnabend. Dann liegt der Tiefkern südlich von Island. Insgesamt beträgt der Druckfall knapp 70 hPa von Freitagmorgen bis Samstagnacht. Das ist wirklich außergewöhnlich. Zudem werden mittlere Wellenhöhen von 13 Meter erwartet.

Druckrekorde

Der tiefste Luftdruck auf der Erde wurde am 12. Oktober 1979 im Auge von Taifun „Tip“ bei Guam im Pazifik erreicht: Anhand von Satellitendaten wurde ein Kerndruck von 870 hPa ermittelt. Der höchste Luftdruck beträgt hingegen 1083,8 hPa und wurde am 31. Dezember 1968 in Agata (Sibirien) gemessen. In Deutschland liegen die Extreme zwischen 945,9 hPa (27. November 1983, Emden) und 1060,6 hPa (23. Januar 1907, Rügen).

Auswirkungen auf Deutschland

Im Vorfeld des riesigen Tiefdruckkomplexes wird am Wochenende für die Jahreszeit sehr warme Luft nach Deutschland geführt. Hier die Prognose der Höchstwerte für Sonntag:

Prognostizierte Höchsttemperatur am Sonntag © UBIMET

Im weiteren Verlauf verschiebt das Tief Victoria seinen Kern in Richtung der Britischen Inseln und das ausgedehnte Sturmfeld erreicht den Nordwesten. Dabei schwächt sich dieses aber ab.  Dennoch nimmt am Sonntag der Südwind nordwestlich eines Streifens vom Hunsrück über den Harz bis nach Rügen zu, hier muss mit Böen von 60 km/h bis 80 km/h gerechnet werden. An den Küsten und in den Hochlagen der Mittelgebirge sind Böen bis 100 km/h möglich. Jedoch ist der erwartete Sturm schwächer als das Sturmtief Sabine. Zudem erreicht am Sonntagabend die Kaltfront mit kräftigem Regen den Nordwesten und zieht unter leichter Abschwächung bis zu den Alpen. Dahinter werden am Montag meist nur noch Werte von 6 bis 12 Grad erreicht, dies ist jedoch weiterhin deutlich zu mild für die Jahreszeit.

Prognostizierte Böen über 24 Stunden von Sonntagfrüh bis Montagfrüh. © ECMWF

Unwetterrückblick 2019 – Teil 2

In den kommenden Tagen herrscht Unwettergefahr am Mittelmeer.

Juli – neue Hitzerekorde

Nachdem am 1. von der Schwäbischen Alb bis nach Niederbayern einzelne kräftige Gewitter durchgezogen waren, gab es einige ruhige Tage. Vom 11. bis zum 14. gab es landesweit einzelne Gewitter, die lokal Starkregen brachten. In den darauf folgenden Tagen gab es ruhiges Sommerwetter. Die nächste Gewitterlage stand dann am 20. auf dem Programm. Im Vorfeld einer Kaltfront aus Westen entwickelten sich am frühen Nachmittag in Nordrhein-Westfalen Gewitter, die sich zu einer Linie verbanden. Diese zog von West nach Ost über Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg und Sachsen-Anhalt hinweg in Richtung Berlin, Brandenburg und das nördliche Sachsen. Lokal gab es Böen um die 90 km/h.

Danach etablierte sich eine Südwestströmung und außerordentlich heiße Luft gelangte nach Deutschland. Landesweit wurden Werte jenseits der 30°- Marke erreicht. Besonders heiß wurde es vom 24. bis 26.. Dabei wurde teils an zwei aufeinander folgenden Tagen die 40°-Marke überschritten. An der Station Lingen im Emsland wurde der neue deutsche Allzeitrekord mit 42,6° am 25. aufgestellt. Dennoch war die Abweichung des gesamten Monats nur 1 Grad über dem Mittel von 1981 bis 2010.

Zum Ende des Monats traten dann zunächst in der Südhälfte, später auch im Nordosten weitere Gewitter auf, die lokal von Starkregen begleitet waren.

August – teils heiß und gewittrig

Der August begann, wie der Juli endete, in den ersten drei Tagen entwickelten sich landesweit Gewitter, die brachten vor allem Starkregen und lokale Überflutungen mit sich. Nach weiteren Gewittern am 6. und 7., die besonders im Süden wieder heftig waren, zog am 11. eine Gewitterlinie von der Schwäbischen Alb bis zum Bayrischen Wald, die von kräftigen Böen und Starkregen begleitet wurde.

Der 18. brachte dann wieder verbreiteter Gewitter. Zunächst zog ein kleine Linie von Westfalen über Südniedersachsen nach Sachsen-Anhalt und dann auf Berlin zu. Sie brachte Böen von 60 bis 90 km/h und Starkregen. Dann entwickelte sich bei Groß-Gerau eine Superzelle, die südlich von Frankfurt entlang und später bis nach Sachsen weiterzog, wo weitere Gewitter entstanden. Zudem entwickelte sich in Franken eine kleine Linie, die lokal Orkanböen brachte. In der Nacht kam dann noch ein Gewittersystem ganz im Südwesten aus der Schweiz auf, dass bis nach  Oberbayern zog.

Zum Ende des Monats wurde es dann nochmals heiß und schwül. Beste Voraussetzungen für weitere Gewitter. In der Zeit vom 24. bis 30. entwickelten sich besonders in den Mittelgebirgen viele langsam ziehende Gewitter, sodass es lokal zu Überschwemmungen kam. Aber auch abseits der Gebirge fiel heftiger Starkregen, so z.B in Hamburg am 27..

September – Ein Sturmtief

Nach einem lange Zeit recht ruhigen Monat kam 30. das Tief MORTIMER. Landesweit gab es Böen zwischen 60 und 80 km/h. Lokal gab es aber auch stärkere, wie in Dresden mit 94 km/h oder Hannover mit 92 km/h.

Oktober – späte Gewitter

Der Oktober brachte am 18. eine sommerlich anmutende Gewitterlinie, die rasch von Nordrhein-Westfalen bis nach Mecklenburg-Vorpommern zog. Besonders der Wind war kräftig, so gab es in  Wunstorf  101 km/h, in Schwerin 97 km/h, in Düsseldorf 96 km/h und in Celle 94 km/h.

November – Nördlich der Alpen ruhig

Der vorletzte Monat des Jahres war schließlich in Deutschland ruhig und brachte keine nennenswerten Unwetter.

Dezember – Glätte und ein „Stürmchen“

Der Nikolaustag brachte die erste Glatteislage des Winters. Ein Warmfront zog von Nordwesten kommend und von Eifel, Sauerland und Thüringer Wald bis zum Bayrischen Wald wurde es stellenweise extrem Glatt. Am 15. zog schließlich über den Norden ein weiteres Sturmtief, dass an den Küsten orkanartige Böen brachte.

Titelbild: pixabay.com

Unwetterrückblick 2019 – Teil 1

Gewitter mit Regen. © Adobe Stock

Januar – erst windig, dann viel Schnee

Das Jahr begann bereits an Neujahr im Norden stürmisch. Das Tief ZEETJE brachte an den Küsten von Nord- und Ostsee teils orkanartige Sturmböen, auf der Hallig Hooge wurde sogar eine Orkanböen gemessen. Aber auch im Binnenland wurden Böen zwischen 60 und 80 km/h gemessen.

Doch das Hauptthema des Januars war der Schnee im Alpenraum. Ein erster Schwall von 4. bis 7. des Monats brachte im Alpenvorland verbreitet 20 bis 40 cm Neuschnee, an den Alpen direkt 50 bis 70 cm. Nachdem am 7. der Schneefall etwas nachließ, fielen von 8. bis zum 11. an den Alpen erneut 30 bis 50 cm , in den Staulagen sogar fast 1 Meter. Dies führte dazu, dass in einigen Kreisen Katastrophenalarm ausgelöst wurde und einige Gemeinden kurzzeitig von der Außenwelt abgeschnitten waren. Gebäude mussten von Schneemassen auf den Dächern befreit werden, teils herrschte sehr hohe Lawinengefahr. Die damaligen Schneehöhen (vom 11. Januar) lassen sich sehen:

  • Zugspitze 345 cm
  • Ramsau-Schwarzeck 200 cm
  • Bischofswiesen-Loipl 190 cm
  • Aschau-Stein 153 cm
  • Reit im Winkl 150 cm
  • Jachenau-Tannern 142 cm
  • Kiefersfelden-Gach 141 cm
  • Mittenwald-Buckelwiesen 137 cm
  • Berchtesgaden 110 cm
  • Immenstadt-Reute 101 cm
  • Oberstdorf 84 cm
  • Holzkirchen 81 cm

Ein weiterer Nachschlag kam dann noch am 13. und 14. mit rund 50 cm an den Alpen. Danach war aber ein Ende des Schnees erreicht.

Februar – ein Sturmtief

Der zweite Monat brachte vom 9. bis zum 11. das Sturmtief UWE, dass von Nordwesten kommend einmal quer über die Republik zog und verbreitet Böen von 80 bis 100 km/h brachte.

März – sehr stürmisch

Der März war im allgemeinen ein windiger Monat. Den Anfang einer ganzen Serie machte das Tief BENNET am 4. , dass verbreitet Böen um 100 km/h brachte. Dabei wurde unter anderem in Gießen 110 km/h, in Berlin-Tegel am Flughafen 103 km/h und 94 km/h in Nürnberg gemessen.

Nach nur knapp 48 Stunden Pause folge eine außergewöhnlich lange Serie an Tiefs, die vom 7. bis zum 16. immer wieder windiges bis stürmischen Wetter brachten. Höhepunkt war das Tief EBERHARD, welches am 9. und 10. Deutschland erfasste und südlich einer Linie Münster – Harz – Cottbus für Böen zwischen 90 und 110 km/h sorgte. Am Flughafen in Leipzig, in Chemnitz und im hessischen Alsfeld wurden sogar Orkanböen von über 120 km/h gemessen.

April – erste Gewitter

Nach einem unwettertechnisch lange ruhigen April, gab es am Abend des 24. und in der Nacht auf den 25. des Monats die erste Gewitterlage im Westen. Die Gewitter zogen vom Elsass her ins Saarland und Rheinland-Pfalz, weiter nach Nordrhein-Westfalen und ins westliche Niedersachsen. In der Nacht entwickelten sich auch in der Mitte und im Raum Berlin Gewitter. Dabei gab es meist Böen zwischen 60 und 80 km/h und lokal fielen um 20 L/m².

Mai – zu kalt

Da der Mai insgesamt unterdurchschnittlich temperiert war (negative Abweichung von fast 2 Grad zum Mittel 1981 bis 2010), gab es recht wenig Gewitter, einzig am 19. gab es verbreitet Gewitter, die lokal kräftigen Regen brachten.Dagegen fiel nochmals Schnee.

 

Zu einem Starkregenereignis, das von teils kräftigen Gewittern begleitet wurde kam es am 20. und 21. des Monats. Das Tief AXEL brachte in einem Streifen vom Weserbergland über die Rhön bis nach Bayern um die 50 L/m², von München südwärts verbreitet über 100 L/m² in zwei Tagen.

 

Juni – heiß und teils gewittrig

Die erste Gewitterlage des Monats gab es am 3.. Besonders im Westen und von der Pfalz bis nach Mecklenburg gab es kräftige Gewitter. Die nächsten zogen am 5. und 6. ganz im Westen durch, die kräftigsten Entwicklungen gab es aber in den BeNeLux-Staaten.  Am 7. gab es im Nordwesten einen für den Sommer außergewöhnlich kräftigen Sturm mit Tief IVAN, an der Küste gab es Böen über 80 km/h. Zudem gab traten an der Kaltfront einzelne Gewitter auf.

Die erste kräftige Gewitterlage des Jahres gab es vom 10. bis 12. . Das Tief JÖRN lag über der Mitte des Landes.

Am Nachmittag des 10. zogen Gewitter von der Schweiz her ins Allgäu. Hier entwickelte sich schließlich eine so genannte Superzelle, die in der Folge in Richtung des nördlichen München zog und auf ihrem Weg teils großen Hagel um 5 cm brachte.

 

Zudem gab es auch im Nordwesten des Landes einzelne kräftige Gewitter. Im weiteren Verlauf des Abend entwickelten sich in Franken weitere kräftige Gewitter, die in der Folge nach Sachsen und Brandenburg zogen und hier ergiebigen Regen brachten.

Am nächsten Tag entwickelten sich in schwül-warmer bis schwül-heißer Luft in Bayern, Hessen, Thüringen, Sachsen und Brandenburg am Nachmittag erste kräftige Gewitter, die in der Folge nordwärts ausweiteten und intensivierten. Dabei bildete sich allmählich ein Gewitterkomplex, der in der Folge Ostniedersachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Holstein erfassten und regional 20 bis 40 L/m², in Brandenburg teils 80 l/m² brachte.

 

Der 12. brachte dann erneut Gewitter in der Osthälfte. Erneut zogen Gewitter von Thüringen und Sachsen-Anhalt her nach Nordosten. Dabei gab es aber kräftigere Böen als am Vortag, 110 km/h maß man am Flughafen Schönefeld und 102 km/h in Kyritz in der Prignitz. Erneut fielen lokal 20 L/m² Regen.

Nach einer kurzen Verschnaufpause gab es am 15. erneut Gewitter. Dabei war ein Gewittersystem prägnant, dass sich am Weserbergland bildete und nach Nordnordost zog. Besonders östlich von Hamburg fielen verbreitet um 50 L/m² an Regen, zudem gab es viele Blitze. Am Abend machten sich dann noch kräftige Gewitter im Südwesten bemerkbar, hier gab es lokal Böen um 100 km/h.

Obwohl es auch im Osten Gewitter gegeben hatte wird der Juni als sehr trocken und heiß in Erinnerung bleiben, die Abweichung von 4 Grad zum langjährigen Mittel kam nicht von irgendwo her. Zum Ende des Monats herrschte besonders im Osten teils extreme Waldbrandgefahr.

Titelbild: adobestock.com

Heftige Unwetter mit Schnee und Regen im Österreich

Der Schwerpunkt der Unwetter lag in der Mitte des Landes. Hier fielen in einem Streifen vom Süden bis zu den Tauern verbreitet über 100 l/m².

Niederschlagssumme am 17.11.2019 © UBIMET

Da in den Tagen zuvor auch immer wieder Tiefs viel Schnee in die höheren Lagen gebracht hatten, waren die Auswirkungen nun entsprechend heftig. Sowieso ist der November in den betroffen Regionen bisher rekordverdächtig nass, wie auf der unten stehenden Graphik zu ersehen ist. Die Graphik beschriebt die prozentuale Abweichung vom durchschnittlich Niederschlag, der in einem November fällt.

Abweichung zum durchschnittlichen Novemberniederschlag. © UBIMET
Abweichung zum durchschnittlichen Novemberniederschlag. © UBIMET

Dies alles führte dann in Summe zu heftigen Auswirkungen. Es gab mancherorts Lawinen, wie das folgende Beispiel zeigt.  Zudem gab es aufgrund der gesättigten Böden Murenabgänge, sodass die Zufahrt zu manchen Orten nicht möglich oder zu gefährlich ist. In Folge eines solchen Abgangs ist eine Person verstorben.

Außerdem wurden Straßen beschädigt, sodass sie unpassierbar sind. In manchen höheren Tälern fiel vorübergehend der Strom aus.  Auf einigen Bahnstrecken ist der Zugbetrieb eingestellt, da die Gefahr von Lawinen-/ Murenabgängen auf die Gleise immer noch besteht.

Dies ist Ausdruck der enormer Schneemassen, die bereits auf den Bergen liegen. Am Beispiel Zettersfeld erkennt man, dass die momentane Schneehöhe schon ungefähr die des Hochwinters entspricht, obwohl es erst November ist.

Schneerekord für die Jahreszeit am Zettersfeld oberhalb von Lienz. © Land Tirol Schneerekord für die Jahreszeit am Zettersfeld oberhalb von Lienz. © Land Tirol

Neben Lawinen sorgt auch Schneebruch für große Probleme, der in dem Video zu sehen ist. Schneebruch tritt besonders bei sehr nassen Schnee auf, da die Schneelast auf den Bäumen riesig ist, sodass große Äste abbrechen oder sogar ganze Bäume einfach umfallen.

Zudem stiegen die Flusspegel deutlich an, wie das Beispiel des Flusses Gurk zeigt. Hier sind zur Stunde immer noch Personen aus ihren Häusern evakuiert. Da in den betroffenen Gebieten momentan Werte über dem Gefrierpunkt herrschen kann in einigen Tälern der gefallene Schnee antauen.

Titelbild: https://twitter.com/angelikanoerr/status/1196074264987865088/photo/1

Markanter Wetterumschwung am Wochenende

Am Samstag im Norden stürmisch

Das Wochenende beginnt besonders an der Nordseeküste mit stürmischen Böen. Aber auch im angrenzenden Binnenland muss vereinzelt mit kräftigen Böen aus Südwest gerechnet werden. Dazu gehen im Landesteil Schleswig vereinzelt Schauer im Vorfeld der über der Nordsee liegenden Kaltfront nieder.

Temperaturen am Samstag, den 26.10.2018 um 16 Uhr. © UBIMET

Währenddessen zieht der Kern des Sturmtiefs Xander nach Südschweden. Auf seiner Rückseite dreht der Wind allmählich auf Nordwest. Damit wird die Kaltfront landeinwärts geführt, sodass es am Abend im Nordwesten anfängt zu regnen.

Am Sonntag in der Mitte einfließende Kaltluft

Am Sonntagmorgen liegt die Kaltfront dann vom Ruhrgebiet bis hinauf nach Rügen. Im Umfeld der Front regnet es für einige Stunden etwas, größere Regenmengen sind jedoch nicht zu erwarten. Besonders im Nordwesten und Westen steigen die Temperaturen nicht an, sondern sinken im Tagesverlauf weiter ab. Dazu weht an den Küsten weiter frischer Nordwestwind.

Die Lage der Kaltfront am Sonntagmittag nach dem ICON-Modell. © DWD

Im Süden nochmals schön und warm

Dagegen scheint im Süden nach Nebelauflösung noch häufig die Sonne und Höchstwerte von teils über 20 Grad werden erreicht. Hier kommt die Front erst in der Nacht auf Montag an. Dann liegt die Schneefallgrenze jedoch erst bei etwa 2500 Metern an den Alpen.

Temperaturen am Sonntag, den 27.10.2018 um 16 Uhr. © UBIMET

Titelbild: https://pixabay.com/photos/pool-wet-autumn-leaves-autumn-4548967/

Schwere Unwetter von Mallorca bis zur Côte d’Azur

Auf unserer täglich neu gezeichneten Frontenkarte kann das Tief VLAD in seiner Entwicklung dargestellt werden. Am Dienstag lag das Tief mit Kern vor den Balearen und brachte besonders in Spanien heftige Unwetter. Da das Mittelmeer noch Wassertemperaturen von über 20°C hat, in der Höhe aber ein Schwall recht kalter Luft über Spanien nach Süden geführt worden ist, war die Atmosphäre instabil geschichtet, sodass Gewitter möglich waren. Da zudem die Scherung (Wind nimmt mit der Höhe deutlich an Geschwindigkeit zu) hoch war, fielen diese besonders heftig aus.

Frontenkarte von Dienstag, dem 22.10.2019 © UBIMET

Spanien

Bei diesen Gewittern kamen im Nordosten von Spanien und den Balearen lokal über 100 L/m² zusammen. Lokal gab es auch schwere Sturmböen oder orkanartige Böen. Zudem gibt es einen Tornadoverdacht.

 

Frankreich

Am Abend und in der Nacht auf Mittwoch zog das Tief weiter nach Norden und lag nun über Südfrankreich. Im Vorfeld vor der Kaltfront entwickelte sich ein sogenannter Mesoscale Convective Cluster. Dies ist ein besonders mächtiges Gewittersystem, das viel Regen bringt und lokal auch schwere Sturmböen verursachen kann. In diesem Fall gab es besonders kräftigen Regen. An einigen Stationen gab es jedoch auch kräftige Böen, wie in Perpignan  mit 94 km/h.

Satellitenbild vom 23.10.2019 um 3 Uhr Ortszeit. © EUMETSAT
Niederschlagssumme über 6 Stunden am Morgen des 23.10.2019

Im weiteren Verlauf des Tages verlagerte sich die Gewitteraktivität weiter in Richtung  Carmague und Côte d’Azur, denn die Kaltfront kam nun weiter nach Osten voran.

Frontenkarte von Mittwoch den 23.10.2019 © UBIMET

Dabei ging im gesamten Süden Frankreichs ergiebiger Regen nieder und an den Küsten und den höhergelegenen Stationen der Seealpen und den Cévennenen traten orkanartige Sturmböen oder Orkanböen auf. Die daraus resultierenden Überschwemmungen sind unten dargestellt.  Zudem ist eine Animation des MCC zu sehen.

Niederschlagssumme über 24 Stunden am 23.10.2019
Windböen am 23.10.2019

 

Zum Schluss sind alle Blitze von Dienstagmorgen (in grün) bis Mittwochnacht (in rot) dargestellt.  Insgesamt gab es rund eine halbe Million Blitze. Besonders auffällig ist in unten stehender Aufschlüsselung der Blitzaktivität, die des MCC am Dienstagabend zu erkennen. Dabei zeigt die blaue Kurve Wolkenblitze und die orangene Kurve Bodenblitze an. Besonders die Wolkenblitze in einem solchen System nehmen Anzahl zu, es kommt zu stroboskob-artigen Blitzsalven.

Die Blitzspur von Dienstagmorgen bis Mittwochnacht. © nowcast
Minutengenaue Aufschlüsselung der Blitzaktivität. © nowcast

Wie schon im Blitzbild erkennbar ist ziehen die Gewitter nun auf Italien zu. Auch hier muss mit kräftigen Gewittern mit heftigem Starkregen gerechnet werden.

Tielbild: https://twitter.com/VascoDeSouza2/status/1186944105038917632/photo/1

Höhepunkt der Hurrikansaison

Das momentan stärkste tropische Tiefdruckgebiet ist der Hurrikan JERRY, der sich als Kategorie 2 Sturm auf dem Atlantik rund 500 km vor Antigua und Barbuda befindet. Seine vorhergesagte Zugrichtung ist Nordwest, er soll aber weit vor den Bahamas nach Norden abdrehen und in der Nacht zum Dienstag auf Bermuda treffen. Hier hatte bereits der Hurrikan HUMBERTO am Mittwoch einige Schäden angerichtet. Dieser Sturm hat sich bereits abgeschwächt und in ein außertropisches Tief umgewandelt. Am Dienstag wird er voraussichtlich auf Irland treffen.

Es gibt aber noch weitere tropische Tiefdruckgebiete, so ist die Saison auch über dem östlichen Pazifik derzeit sehr aktiv. Dieses Satellitenbild von Donnerstagabend zeigt die Stürme in ihrer ganzen Pracht.

Zudem zieht zurzeit der sich abschwächende Tropensturm IMELDA über Texas und bringt dort in der Region Houston ergiebigen Regen und Überschwemmungen. Die aufgeführten Regenmengen sind, wie üblich in den USA üblich, in inch angegeben, wobei ein inch 25,4 mm bzw. Liter pro Quadratmeter entspricht. Damit ergibt sich, dass 43.15 inch exakt 1096 L/m² gleichkommen. Das entspricht in manchen Regionen Deutschlands dem 1,5-fachen des mittleren Jahresniederschlags! Zudem gab es knapp 500000 Blitze.

 

Auf dem Pazifik tummeln sich die Tropenstürme KIKO, LORENA und MARIO. Hiervon wird nur LORENA auf Land treffen, die beiden anderen werden über dem Ozean bleiben und sich in der nächsten Woche abschwächen. LORENA wird im Süden der Baja California auf Land treffen und dann entlang der Westküste nach Nordnordwesten ziehen und soll sich in den nächsten Stunden zu einem Hurrikan verstärken.

Saisonhöhepunkt

Der Höhepunkt der atlantischen Hurrikansaison wird üblicherweise gegen Mitte September erreicht. Ab etwa Mitte Oktober lässt die Aktivität dann deutlich nach.

Titelbild: A satellite image of Hurricane Humberto, west of Bermuda, U.S., September 17, 2019. NOAA/Handout via REUTERS.

Kräftige Gewitter und Regenfälle erwartet

Unwetter

+++ UPDATE 22:50 UHR +++

Die Gewitter haben den Bayerischen Wald erreicht. Mit einer  Geschwindigkeit von 50 bis 60 km/h ziehen diese weiter in Richtung Tschechische Republik. Lokal gehen kräftige Regenschauer nieder, so wurden in Scheyern im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm innerhalb von einer Stunde über 13 Liter pro Quadratmeter gemessen.

Gewitterlinie von Straubing bis Weiden in der Oberpfalz © NOWCAST/UBIMET

+++ UPDATE 21:00 UHR +++

Die Gewitter über dem Süden haben sich wie angekündigt verstärkt, inzwischen sind sie auch hochreichend bis -60°C Wolkenobergrenzentemperatur. Es gilt je höher die Wolkentürme, desto kräftiger ist das Gewitter und -60°C bedeutet so etwa 12000 Meter hoch. Bei den Blitzen ist zudem die kräftigste Zelle bei Augsburg zu erkennen. Hier muss mit Hagel gerechnet werden.

Satellitenbild von 20:55 Uhr © EUMETSAT und Blitze ©NOWCAST/UBIMET

+++ UPDATE 19:45 UHR +++

Inzwischen hat sich eine kleine Gewitterlinie gebildet. In deren Umfeld muss mit nun mit teils schweren Sturmböen gerechnet werden.

Radarbild von 19.40 Uhr © DWD/UBIMET

+++ UPDATE 19:00 UHR +++

An der Schwäbischen Alb verstärken sich nun die Gewitter. Vorsicht Sturmböen und Starkregen möglich.

Blitze der letzten Stunde © NOWCAST/UBIMET

+++ UPDATE 17:45 UHR +++

Erneut zieht eine Zelle in den äußersten Südwesten der Republik. Starkregen, Sturmböen und Blitzschlag sind möglich. Zudem erste Warnung ‚Rot‘ dabei. Zudem hat sich nun eine Zelle nördöstlich von Reutlingen entwickelt.

Radarbild von 17:45 Uhr © DWD/UBIMET
Blitze um 17.55 Uhr © NOWCAST/UBIMET

+++ UPDATE 17:00 Uhr +++

Eine erste Zelle hat sich im Breisgau gebildet. Es besteht die Gefahr von Starkregen und Sturmböen.

Radarbild um 16:50 Uhr © DWD/UBIMET

 

Übersicht

Erste Gewitter haben sich über dem Osten von Frankreich gebildet und ziehen allmählich in den Südwesten Deutschlands. Hier die Blitze der letzten 2 Stunden. Die Zugrichtung ist mit dem Schwarzen Pfeil angedeutet. Zudem werden sich in den kommenden Stunden Gewitter in der Schweiz bilden und in Richtung Bodensee ziehen (Roter Pfeil). Dann sind Sturmböen, Hagel und heftiger Starkregen möglich. Vom Bodensee aus werden die Gewitter sich dann über das Allgäu bis hin nach Niederbayern ausbreiten.

Blitze über Frankreich in den letzten 2 Stunden. © NOWCAST/UBIMET

In der Nacht wird erwartet, dass die Gewitter allmählich in teils kräftigen Regen übergehen werden.  Der Regen wird in einem Streifen vom Bodensee bis zum Bayerischen Wald auch am Montag tagsüber anhalten. Am Montagnachmittag werden sich dann im Südosten Bayerns erneut teils heftige Gewitter entwickeln. Zudem wird der Regen entlang des Streifens am Nachmittag kräftiger und ergiebig. Besonders im Allgäu sind Mengen um 40 l/m² am Montag möglich. Die Niederschläge lassen dann am Dienstagmorgen nach.

Prognostizierte 24-stündige Regenmenge im l/m² für den Montag. © UBIMET

Quelle Titelbild: Adobe Stock

Unwetter in Italien, Starkregen in Österreich

Ein Italientief im Zusammenspiel mit einem Höhentief bringt im Süden des Landes momentan kräftigen und gewittrig durchsetzten Regen. Dabei gingen in der letzten Stunde in Deutschlandsberg 26,7 l/m² und in Leibnitz-Wagna 21,1 l/m² nieder. Die Graphik zeigt die Niederschlagssumme der Steiermark seit Mitternacht.

Niederschlagssumme Steiermark seit Mitternacht © UBIMET

Unwetter in Italien und Slowenien

Dieser Regen zieht allmählich über die Südsteiermark in Richtung Ungarn ab. Noch heftiger sind die Gewitter in Norditalien und Slowenien. Hier gab es an der Station Katarina in Slowenien 66 l/m² in wenigen Stunden. Auch in den folgenden Stunden muss in Norditalien Ungarn, Slowenien, Kroatien und Ungarn mit heftigen Gewittern gerechnet werden.  Dabei muss mit Starkregen und schweren Sturmböen gerechnet werden. Zudem ist großer Hagel möglich.

Von Westen her neue Schauer und Gewitter

Desweiteren gibt es auch in Tirol und Salzburg teils kräftiger Gewitter, die allmählich in Richtung Südosten ziehen. Im weiteren Verlauf des Nachmittags muss also insbesondere in Osttirol und Kärnten mit Gewittern gerechnet werden. Hier sind lokal auch größere Regenmengen möglich.

Titelbild: Webcam St. Aigen

42,6°C – Neuer Allzeitrekord in Deutschland

Thermometer zeigt hohe Temperatur

Der Donnerstag brachte in Deutschland einen neuen Allzeitrekord der Temperatur. Der Allzeitrekord vom Vortag von 40,5 °C der Station Geilenkirchen wurde nochmals übertroffen. Hier die Top 10 der heißesten Orte heute:

Lingen 42,6 °C
Duisburg-Baerl 41,2 °C
Tönisvorst 41,2 °C
Köln-Stammheim 41,1 °C
Bonn-Roleber 40,9 °C
Kleve 40,8 °C
Weilerswist-Lommersum 40,6 °C
Trier-Petrisberg 40,6 °C
Waltrop-Abdinghof 40,5 °C
Düsseldorf 40,4 °C
Andernach 40,4°C

 

Neben Deutschland wurden auch in Belgien und den Niederlanden neue Allzeitrekorde registriert. Hier wurden zuvor noch nie Werte über 40 Grad registriert. Zudem wurde in Paris mit 42,6 °C ein neuer Allzeitrekord gemessen.

Gilze Rijen (Niederlande) 40,7 °C
Eindhoven (Niederlande) 40,4 °C
Twenthe (Niederlande) 40,2 °C
Beitem (Belgien) 40,7 °C
Kleine Brogel (Belgien) 40,6 °C
Schaffen (Belgien) 40,4 °C

In den kommenden Tagen schwächt sich die Hitze allmählich ab und es wird unbeständig. Im Einflussbereich eines Höhentiefs sind am Samstag zunächst im Westen und Süden, und am Sonntag verbreitet Schauer und kräftige Gewitter zu erwarten, die ergiebigen Starkregen und kleinen Hagel bringen können.

Quelle Titelbild: pixabay.com

Die Trockenheit setzt sich fort

Der Juni war verbreitet bislang deutlich zu warm und zu trocken. In der Graphik zeigt sich, dass vom Vogtland bis in die Magdeburger Börde und in der Lausitz  teils nur 20 bis 30 Liter pro Quadratmeter Regen gefallen ist. Dies entspricht teils nur 20 % bis 40 % des Üblichen.

Niederschlagssumme für den Juni 2019 © UBIMET

Die hohen Niederschläge im Streifen von Halle/Saale bis hinauf zur Ostsee sind auf wenige kräftige Gewitter zurückzuführen, die hier zu Beginn des Monats durchgezogen sind. Damals standen etliche Keller unter Wasser. Solche extremen Regenmengen bringen jedoch kaum etwas für die Bodenfeuchte, da viel Wasser oberflächig abläuft und nicht versickert.

Die Trockenheit wird sich in den kommenden Tagen weiter verschärfen, denn ergiebiger Landregen ist für die gesamte Nordhälfte nicht in Sicht. Zudem wird es am Wochenende wieder heiß. Hier die prognostizierten Höchstwerte am Sonntag.

Darüber hinaus besteht verbreitet eine hohe bis extreme Waldbrandgefahr. In der folgenden Karte seht ihr eine Übersicht über das Risiko eines Waldbrandes. In den Rot und Violett eingefärbten Bereichen reicht schon eine unachtsam fallen gelassene Zigarettenkippe, um einen verheerenden Brand auszulösen. Die Feuerwehren sind schon jetzt in Alarmbreitschaft.

 

Waldbrandgefahr am Sonntag © UBIMET

 

Zwar zieht am Sonntagabend eine Kaltfront von Nordwesten herein, die jedoch in der Nordhälfte keinen nennenswerten Niederschlag bringt. Erst am Montag werden im Süden kräftige Gewitter im Vorfeld dieser Front erwartet, die jedoch durch Blitzschlag auch Waldbrände verursachen können. Zudem sind die üblichen Begleiterscheinungen wie Hagel und Starkregen möglich. Wie oben bereits erwähnt, bringt dieser jedoch kaum etwas für die Pflanzenwelt.

Titelbild: pixabay.com

Am Pfingstmontag im Osten teils heftige Gewitter

Der Pfingstmontag scheint in Deutschland allgemein ein recht gewitterreicher Tag im Jahr zu sein, so gab es im 2010 einen Tornado in Großenhain und im 2014 ein Bow-Echo in NRW (das „Pfingstunwetter 2014“). Auch in diesem Jahr sind die Bedingungen für die Entwicklung von Unwetter gegeben.

Frontenkarte für Montag, den 10.6.2019 um 14 Uhr © UBIMET

Auf der Frontenkarte erkennt man das Tief JÖRN, welches über Bayern liegt und aus dem Südosten schwül-warme bis schwül-heiße Luftmassen nach Norden führt (roter Pfeil). Der blaue Pfeil symbolisiert kühlere Meeresluft vom Atlantik, die in der Nacht auf Dienstag in den Westen  und Südwesten strömt. Somit entsteht eine Luftmassengrenze, welche sich auch an den erwarteten Höchstwerten zeigt.

Höchstwerte in Deutschland am Montag, den 10.6.2019 © UBIMET

Die energiereiche, subtropische Warnluft sorgt zusammen mit dem Bodentief im Osten und Südosten für eine zunehmend labile Schichtung der Atmosphäre. Bei gleichzeitig starkem Höhenwind sind somit sämtliche Zutaten für kräftige Gewitter vorhanden.

CAPE – Ein Maß für die verfügbare Energie für Gewitter © UBIMET

Auf der CAPE-Karte sieht man deutlich, wo in Deutschland die feuchtwarme Luft liegt. Im Grenzbereich zur kühleren Luft im Westen können sich im Tagesverlauf zunächst von Südbayern über das Vogtland bis zum Oderbruch kräftige Gewitter entwickeln. Dabei muss lokal mit großem Hagel und Sturmböen gerechnet werden! Auch vereinzelte Tornados sind nicht ausgeschlossen.

Ein zweites Gebiet, in dem Gewitter am Montag möglich sind, ist der Westen, hier besonders Nordrhein-Westfalen und das westliche Niedersachsen. In diesen Regionen besteht die Gefahr Hagel und Starkregen.

Hagelwahrscheinlichkeit für Montag, den 10.6.2019 abends © UBIMET

In der Nacht verlagert sich dann der Gewitterschwerpunkt zunehmend in den Osten. Hier zeichnet sich die Bildung eines größeren Gewitterkomplexes ab, der Starkregen und schwere Sturmböen bringt. Exemplarisch ist hier die Lösung unseres Lokalmodells RACE gezeigt, dass ein kräftiges Gewittersystem zeigt. Die exakten Zugbahnen des Gewitterkomplexes ist allerdings noch unsicher!

Simuliertes Radarbild in der Nacht auf Dienstag vom UBIMET-Modell RACE. © UBIMET

Kräftige Gewitter am Nachmittag im Westen erwartet

Am Freitag entwickeln sich im Tagesverlauf im Vorfeld der Kaltfront von Tief IVAN kräftige Gewitter. Momentan um 9.00 Uhr liegt das Tief noch an der französischen Biskayaküste.

Das Tief Ivan am Freitagmorgen © EUMETSAT

Auf dem Satellitenbild ist schön die Kaltfront des Tiefs über Frankreich zu erkennen. Diese kommt im Tagesverlauf weiter nach Osten voran und soll am Nachmittag den Westen Deutschlands erreichen.

Fronten des Tiefs Ivan am Freitagnachmittag © ICON/DWD

Mit dem Näher rücken der Front am Nachmittag entwickeln sich zunächst im Südwesten einzelne kräftige Gewitter. Diese breiten sich am Abend besonders auf dem Westen und Nordwesten aus und können sich mitunter linienhaft organisieren.  Es besteht die Gefahr von Hagelschlag und teils schweren Sturmböen, vereinzelt sind auch Tornados nicht ausgeschlossen!

Hagelwahrscheinlichkeit am Freitagabend © UBIMET

Gewitter am Sonntag

Blitze im Bergland

Am Sonntag gab es vor allem im Süden und im Westen teils heftige Gewitter, die punktuell große Regenmengen mit sich brachten. Insgesamt wurden von unserem Blitzmesssystem 106842 Blitze registriert.

Blitzverteilung am Sonntag

Punktuell fielen mit den Gewittern über 50 l/m², wie hier in der Liste und auch auf der Karte ersichtlich:

 

Auch am Montag ist mit Gewittern mit Starkregen und Hagel zu rechnen, vor allem in der Mitte und im Osten. Im Süden stellt sich hingegen Dauerregen ein.


Hier nochmals der Liveticker vom Sonntag zum nachlesen:

Im Tagesverlauf sind besonders in der Südwesthälfte und in einem Streifen vom Emsland bis zur Uckermark teils kräftige Schauer und Gewitter möglich.

13:15 Uhr

Blitze
Blitze von 12.15 Uhr bis 13.15 Uhr am Sonntag den 19.5.2019 © UBIMET/Nowcast

Das Blitzbild zeigt erste Gewitter im Sauerland, am Thüringer Wald und an der Deutsch-Polnischen Grenze. Lokal sind schon größere Regenmengen dabei.

Niederschlag der letzten Stunde in Nordrhein-Westfalen © DWD

13:50 Uhr

Radarbild von Sonntag den 19.5.2019 um 13:50 Uhr © DWD

Das aktuelle Radarbild zeigt neben den Zellen im Sauerland und am Thüringer Wald nun eine neu entstandene kräftige Zelle südlich von Bremen und kräftige Zellen, die nun von Polen in die Uckermark ziehen. Hier besteht die Gefahr von Hagel!

14:10 Uhr

Das aktuelle Satellitenbild unterlegt mit den Blitzen © EUMETSAT

Das aktuelle Satellitenbild zeigt, dass verbreitet Quellwolken entstehen, die sich im Laufe des Nachmittags verbreitet zu Schauern und Gewittern entwickeln werden. Besonders im Süden ziehen die Gewitter recht langsam, hier muss mit lokal größeren Regenmengen gerechnet werden.

14:35 Uhr

Die beiden Radarbilder zeigen, dass immer mehr Schauer und Gewitter unterwegs sind. Besonders im Sauerland kommen aufgrund der langsamen Zuggeschwindigkeit größere Regenmengen zusammen.

15:10 Uhr

Einstündiger Niederschlag in der Südhälfte © DWD

Die Gewitter bringen örtlich größere Niederschlagssummen, wie an der Station Lüdenscheid mit 18 l in einer Stunde. Auch am Alpenrand sind erste Gewitter unterwegs, in Garmisch-Partenkirchen sind 6,3 l gefallen.

15:40 Uhr

Blitze der letzten Stunde von 15:40 Uhr © UBIMET/Nowcast

Auf dem aktuellen Blitzbild erkennt man, dass sich nun verbreitet teils kräftige Gewitter entwickelt haben. In der letzten Stunde sind diese unter anderem entlang der Nordalpen, im Bayerischen Wald, am Taunus und in der Rhön entstanden.

16:10 Uhr

Einstündige Regenmengen von 15 bis 16 Uhr © DWD

Die neuen Niederschlagsdaten sind da. Die ortsfesten Gewitter bringen lokal hohe Regenmengen, wie im thüringischen Martinroda mit 40,2 l und im sauerländischen Overath-Böke mit 21,5 l in einer Stunde. Exemplarisch ist die Zelle am Thüringer Wald gezeigt, die hier seit einer Stunde nahezu ortsfest hohe Regenmengen bringt.

Radarbild der Thüringer Waldzelle um 16:10 Uhr © DWD

16:55 Uhr

Satellitenbild und Blitze um 16:55 Uhr © EUMETSAT

Das aktuelle Satellitenbild zeigt , das viele Schauer und Gewitter aktiv sind. Ein Schwerpunkt ist momentan Hessen und das Allgäu. Aber auch im Emsland und der Schwäbischen Alb sind teils kräftige Gewitter unterwegs.

17.15 Uhr

Ein stündliche Niederschlagsmenge von 16 bis 17 Uhr. © DWD

Die nächsten Messwerte sind da. Größere Regenmengen nochmals in Martinroda mit 13,3 l und ebenfalls in Kempten im Allgäu und 11,2 l in Nidderau-Erbstadt. Vor allem in Martinroda sind damit nun schon über 50 l/m² gefallen.

17:55 Uhr

Radarbild um 17.55 Uhr © DWD

Immer noch ziehen teils kräftige Gewitter durch. Besonders im Umfeld der Schwäbischen Alb muss weiterhin mit kräftigen Gewittern mit heftigem Starkregen gerechnet werden.

18:10 Uhr

Einstündige Niederschlagssumme von 17 bis 18 Uhr © DWD

Auch in der Nordhälfte sind weiterhin kräftige Gewitter mit dabei. An der Station Bockhorn-Grabstede in Ostfriesland wurden 13,9 l gemessen, nur Übertroffen von Oberleichtersbach-Modlos mit 16,2 l. Die meisten Gewitter werden nun am Abend langsam schwächer werden.

18:40 Uhr

Radarbild um 18:40 Uhr © DWD

Im Süden sind weiter kräftige Gewitter unterwegs, teils noch mit Hagel, wie im Stuttgarter Umland und im nördlichen Allgäu. Das Satellitenbild in Verbindung mit den Blitzen der letzten Stunde zeigt, dass die Gewitter im Süden besonders hoch reichend sind. Es gilt vereinfacht je höher, desto stärker (Temperaturen an der Oberkante bei fast -60°C).

Satellitenbild und Blitze zur gleichen Zeit wie das Radarbild. © EUMETSAT

19:20 Uhr

Auch die neusten Daten zeigen wieder größere Niederschlagsmengen. An der Station Heinsberg-Schleidern an der Grenze von Nordrhein-Westfalen zu den Niederlanden wurden 22,8 l gemessen. In Singen in Hegau wurden 14,9 l gemessen, Wangerland-Hooksiel nordwestlich von Wilhelmshaven  hat 14,7 l registriert. In Stuttgart-Echterdingen hat die Wetterstation 11,1 l gemessen.

21:30 Uhr

Die meisten Gewitter haben sich inzwischen abgeschwächt. Einzig die Station Henschtal in Rheinland-Pfalz meldet 18,5 l in einer Stunde. Unser Blick richtet sich nun auf den Wochenanfang. Morgen sind erneut kräftige Gewitter wahrscheinlich, die sich von Osten her ausbreiten. Zudem stauen sich die Wolken an den Alpen. Hier sind bis Mittwochvormittag örtlich bis 130 l/m² möglich. Wir hoffen unser Bericht war für Sie interessant und wünschen Ihnen noch einen schönen Sonntagabend.

 

Titelbild: shutterstock.com

Kräftiger Mistral in Südfrankreich

Mistral
Spitzenböen des Mistrals am 5.5.2019

Grund für die Wetterlage war der Kaltluftausbruch, der in Deutschland für Schneefall und für die Jahreszeit sehr niedrige Temperaturen gesorgt hat.

Die Frontenkarte zeigt die Entstehung des Mistrals.

Am Sonntag lag das Hoch ‚Maxine‘ über den Britischen Inseln und das Tief ‚Xerxes‘ über Italien. Da die Strömung immer von einem Hoch zum Tief verläuft, wie die Pfeile in der Frontenkarte andeuten, herrschte über Frankreich eine Nord-Nordwestliche Strömung. Aufgrund der gegebenen Lage der Gebirgszüge mit den Seealpen zur Grenze mit Italien (rote Ellipse) und dem Zentralmassiv (blauer Kreis) wird die Strömung im dazwischen befindlichen Rhônetal beschleunigt. Hierfür ist der sogenannte Bernoulli-Effekt verantwortlich. Dieser beschreibt, dass eine Strömung beschleunigt, sobald sie kanalisiert wird.

Der Mistral zeigt sich schön in diesem Satellitenbild. In den Mistralregionen lösen sich Wolken auf und der Himmel erscheint strahlend blau. Da dieser Mistral äußerst kräftig war, sind auch einzelne Schäden gemeldet worden. Im Allgemeinen ist die Region jedoch gut auf den Mistral eingestellt. In der unten aufgelisteten Tabelle wird deutlich, dass einzelne Werte schon Monatsrekorde (Recorde mensuel) darstellen. Häufig weht der Mistral dann auch über das Mittelmeer. Moderne Satellitenaufnahmen zeigen die Wellen vor Marseille.

Titelbild: https://twitter.com/heyRebor/status/1125095040316051457

Im Westen erste kräftige Gewitter des Jahres erwartet

Alljährlich im Frühling, bei wieder ansteigenden Temperaturen, verbessern sich die Zutaten für kräftige Gewitter. Dies ist morgen der Fall. Dann sind im Südwesten und Westen die ersten kräftigeren Gewitter des Jahres möglich.

Kaltfront am 24.04.2019 um 16 Uhr Ortszeit © ECMWF/Prognose 23.04.2019 00 UTC

Die Wetterlage stellt sich am frühen Nachmittag wie folgt dar: Die Kaltfront des Tiefs SANDER mit Kern über Irland liegt zunächst noch über Frankreich. Im Vorfeld der Front werden sich über Ostfrankreich und dem Oberrheingraben erste Gewitter entwickeln.

UBIMET-Model RACE: Simuliertes Radarbild für den 24.04.2019 16 Uhr Ortszeit

Als Beispiel sei hier ein modelliertes Radarbild für den morgigen Mittwoch um 16 Uhr gezeigt. Dies zeigt eine kräftige Gewitterzelle, die entlang des Oberrheingrabens nach Norden zieht. Mit einer solchen Gewitterzelle besteht die Gefahr von Starkregen, Hagel und stürmischen Böen.

Hagelwahrscheinlichkeit für den 24.04.2019 um 16 Uhr Ortszeit

Im Verlauf des späteren Nachmittags und des Abends verlagert sich die Gewitteraktivität mit der nach Norden vorankommenden Kaltfront. Nun muss im westlichen Hessen, Nordrhein-Westfalen und dem westlichen Niedersachsen mit teils kräftigen Gewittern gerechnet werden.

Sturmböen in der Mitte

In den Abendstunden frischt in einem Streifen von Baden-Württemberg und Franken über Hessen bis zum südlichen Niedersachsen vorübergehend stürmischer Westwind auf!

Kaltfront am 25.04.2019 um 2 Uhr Ortszeit © ECMWF/ 23.04.2019 00 UTC

Am Abend Gewitter im Westen

Unser Lokalmodell RACE sieht ein kleineren Gewitterkomplex über Nordrhein-Westfalen um 21 Uhr Ortszeit.

UBIMET-Model RACE: Simuliertes Radarbild für den 24.04.2019 um 21 Uhr Ortszeit

Dieser zieht in der ersten Nachthälfte weiter nach Norden über das Ems- und Oldenburgerland hinweg. Mit diesem Komplex besteht hauptsächlich die Gefahr von lokal kräftigem Regen und örtlich stürmischen Böen. Allerdings muss lokal weiter mit kleinem Hagel gerechnet werden.

UBIMET-RACE Model: Simuliertes Radarbild für den 25.04.2019 um 00 Uhr Ortszeit

Updates gibt es rund um die Uhr in unserem Lagebericht.

Titelbild: UBIMET/Nikolas Zimmermann

Der Vorfrühling kommt!

Winterlinge

Nachdem sich in den vergangenen Tagen das Wetter spätwinterlich mit Sturm und Schnee, präsentierte, kommen nun die Freunde der Sonne und milderer Temperaturen zum Zuge. Grund dafür ist das Hoch Dorit, welches bis über das Wochenende hinaus über Mitteleuropa zu liegen kommt.  In der meteorologischen Fachsprache heißt diese lang anhaltende Hochdrucklage „Omega-Lage“. Hintergründe dazu gibt es hier: Blocking-Lagen.

Omega-Lage
Das Hoch Dorit über Mitteleuropa nach der Vorhersage des EZMWF für Samstag 0 Uhr. © EZMWF / UBIMET

Sonniges Wochenende

Während am Donnerstag noch einzelne Wolkenfelder von Norden her über Österreich hinwegziehen, präsentieren sich die Folgetage meist mit ungetrübtem Sonnenschein. Nur ganz im Osten sind noch einzelne Wolkenfelder dabei. In den Morgenstunden können sich da und dort Nebelfelder bilden, die jedoch rasch durch den Sonnenschein wieder aufgelöst werden.

Dazu steigen die Höchstwerte Tag für Tag an: Liegen sie am Donnerstag noch bei 5 bis 12 Grad, erreichen sie am Sonntag zwischen 9 und 16 Grad. Die höchsten Werte sind jeweils im Südosten zu erwarten. Die absoluten Rekordtemperaturen für einen Februar sind jedoch noch ein ganzes Stück entfernt: Der höchste Wert wurde am 22. Februar 2016 in Pottschach-Ternitz mit 23,2 Grad gemessen.

Die Pollenbelastung nimmt zu

Eine unangenehme Begleiterscheinung für manche Menschen wird jedoch der auflebende Pollenflug werden. Besonders Hasel und Erle werden in den kommenden Tagen beginnen zu stäuben. Dies wird bei Allergikern zu mäßigen bis starken Belastungen führen, zumal zu Beginn der Saison das Immunsystem besonders empfindlich auf diese Reize reagiert.

Beitragsbild: www.pixabay.com

Zwei Vulkanausbrüche rund um Weihnachten

Vulkanausbruch

Anak Krakatau

Der Ausbruch des Anak Krakataus war von der Intensität her nicht übermäßig heftig, jedoch sorgte eine teils unterseeische Hangabrutschung für einen Tsunami, der nach aktuellem Stand 429 Menschen tötete und rund 1500 verletzte. Der Anak Krakatau befindet sich auf dem pazifischen Feuerring, dem geologisch aktivsten Teil der Erde. Dort befinden sich die meisten (aktiven) Vulkan der Erde.

Indonesien, wo der Anak Krakatau liegt, ist eines der vulkanreichsten Länder der Erde. Der Name bedeutet soviel wie das Kind des Krakataus. Der momentan aktive Vulkankegel ist einer der drei Schlote des ehemaligen Vulkans Krakataus. Dieser war 1883 nach einer der größten Eruptionen der jüngeren Menschheitsgeschichte fast vollständig im Meer versunken und hatte einen gewaltigen Tsunami ausgelöst, der mehr als 36.000 Menschen tötete.

Momentan soll sich der Schlot als Folge der Hangrutschung unter der Wasseroberfläche befinden. Dieses bedeutet, dass austretende Lava mit dem Meerwasser explosiv reagiert und weiter Asche, Gesteinsbrocken und Wasserdampf zu sehen sind.

Welche Bedeutung große Vulkanausbrüche auf das weltweite Klima haben können, hat man im Jahre 1815/1816 gesehen. Damals war der Tambora, ebenfalls in Indonesien gelegen, noch gewaltiger ausgebrochen, als der Krakatau 68 Jahre später. Näheres dazu hier.

Ätna

An Heiligabend ist zudem der Ätna ausgebrochen. Die Eruption hatte eine moderate Stärke, was auch üblich ist für den Ätna. Die Eruptionen sind hier anders, da u.a. die Bestandteile der Lava anders sind als z.B. am Anak Krakatau. Über Verletzte oder Tote ist nichts bekannt. Der Flughafen von Catania musste geschlossen werden, aufgrund der Asche.

 

 

 

Tietelbild: Boris Behncke/ @etnaboris /Twitter (https://twitter.com/etnaboris/status/1077203982462996481)

Supertaifun Mangkhut nimmt Kurs auf die Philippinen mit Böen um 300 km/h

Der Supertaifun trifft am Freitag mit Böen über 200 km/h auf die Philippinen

Über die vergangenen Tage hat sich der Taifun Mangkhut deutlich verstärkt. Am Mittwoch erreichte er mit einem minimalen Kerndruck von 905 hPa eine neuen Tiefstwert in diesem Jahr bei tropischen Wirbelstürmen. Mit einem mittleren Wind von 270 km/h und Böen über 320 km/h ist er ein Supertaifun und deutlich stärker als Florence, der momentan auf dem Atlantik in Richtung USA zieht. Mehr dazu hier: Florence bereits Kategorie 4. Mangkhut zieht mit 22 km/h in westlicher Richtung und bedroht in den kommenden Tagen die Philippinen und später dann Hongkong.

Böen über 300 km/h

Auch in den kommenden Tagen sind die Bedingungen in der Umgebung des Taifuns günstig, so dass er die momentane Stärke wohl beibehalten wird. Erst wenn den Norden der Philippinen erreicht wird, verschlechtern sich die Bedingungen, da Bodenreibung dort den Sturm abschwächt. Beim Landfall drohen allerdings katastrophale Auswirkungen durch Orkanböen von teils über 300 km/h und schweren Überflutungen.

Bleiben Sie immer rechtzeitig über aktuelle Unwetterereignisse informiert! Melden Sie sich für unsere Push-Benachrichtigungen an: https://uwr.de/de/notification

Titelbild: © JMA

Kaltfront bringt Gewitter

Gewitter beenden die Hitzewelle

Wie das aktuelle Satellitenbild zeigt, liegt die Kaltfront bereits über Westösterreich und hier regnet es verbreitet.

Aktuelles Satellitenbild
Aktuelles Satellitenbild © UBIMET, EUMETSAT

Dazu hat es hier schon kräftig abgekühlt, von Vorarlberg bis Salzburg liegen die Höchstwerte derzeit nur zwischen 15 und 20 Grad.

Gewitter bringen Abkühlung

Vom Klagenfurter Becken über die Südsteiermark und Wien bis ins Weinviertel ist es hingegen mit 25 bis 32 Grad noch heiß. Im Semmering-Wechsel-Gebiet haben sich aber bereits die ersten Gewitter gebildet. Diese werden am Nachmittag häufiger und fallen mit Starkregen und Hagel stellenweise heftig aus. Besonders davon betroffen sind:

  • Unterkärnten
  • West- und Oststeiermark
  • Mittel- und Südburgenland

Im Großraum Wien ist die Unwettergefahr nur gering, gegen Abend setzt aber auch hier mitunter gewittriger Starkregen ein. Über Nacht zieht die Kaltfront nach Osten ab und am Samstag beruhigt sich rasch wieder das Wetter. Nur in Osttirol und Kärnten sind dann noch einzelne Gewitter möglich.

Regenmengen der letzten drei Stunden

Graz Thalerhof 39
Präbichl 30
Schöckl 23,7
Kalwang 23,3

Dazu gab es besonders im nordöstlichen Alpenvorraum stürmische Böen, wobei die Station Buchberg mit 76 km/h die höchste Windgeschwindigkeit aufweist. Ansonsten liegen die Böen meist zwischen 50 und 60 km/h.