Tief ORTRUD sorgte für einen teils nassen Freitag

Der April präsentiert sich derzeit eher spätwinterlich als frühlingshaft. Grund hierfür sind zwei Tiefs, die in rascher Folge das Land überquerten.

Tief Ortrud

Nachdem das Tief am Donnerstag über dem Ostatlantik entstand, zog es am Freitag rasch über Frankreich hinweg und erreichte am Nachmittag den Südwesten des Landes. Da auf seiner Nordseite, bedingt durch das Tief NASIM, recht kalte Luft lag, fielen in einem schmalen Streifen vom Saarland bis zum Fichtelgebirge örtlich 10 bis 20 cm Neuschnee. In Summe kamen hier rund 30 bis 50 L/m² zusammen, wobei 20 L als Schnee ausfielen. Dabei kam es örtlich zu Behinderungen im Straßen- und Schienenverkehr sowie ganz vereinzelt zu Stromausfällen.

Niederschlagssumme der vergangenen 24 Stunden © UBIMET
Gesamtschneehöhe, gut zu erkennen der Streifen durch Tief ORTRUD © UBIMET


Weiter südlich, auf der warmen Seite der Warmfront, bildete sich eine Superzelle, die von Frankreich her nach Baden-Württemberg hereinzog. Nach einer kurzen Unterbrechung in der Blitzaktivität zog sie noch von Stuttgart bis nach Niederbayern, immerhin mehr als 300 km. Dabei wurde immer wieder stärkere Rotation beobachtet und in der Nähe von Göppingen gibt es sogar einen Tornadoverdachtsfall. Zudem frischte der Wind wieder stürmisch auf und es gab etwa am Münchener Flughafen ein orkanartige Böen von 109 km/h.

Blitzverlauf am Freitag, den 8.4.2022 © Nowcast/UBIMET

Ausblick

Nach einem Wochenende mit typischem Aprilwetter, verspricht die neue Woche eine spürbare Milderung mit Höchstwerten verbreitet über 20 Grad.

Höchstwerte am Mittwoch © UBIMET

Titelbild: https://twitter.com/harald112/status/1512683101989875712/photo/2