Gewitter in Deutschland: wo es am häufigsten blitzt

Grundsätzlich treten Gewitter in Mitteleuropa im gesamten Jahr auf, im Winter sind sie aber relativ selten: meist handelt es sich um Graupelgewitter oder um schnell ziehende Gewitter an der Kaltfront eines Sturmtiefs. Die eigentliche Gewittersaison in Mitteleuropa beginnt meist im Mai und endet im August. Dies hängt in erster Linie mit dem Sonnenstand zusammen, so beginnt die Saison bei passender Großwetterlage ein paar Wochen nach dem Frühlingsäquinoktium und endet ein paar Wochen vor dem Herbstäquinoktium, wenn die Tage länger als etwa 13 Stunden dauern. Der blitzreichste Monat überhaupt in Deutschland ist üblicherweise der Juni, am seltensten blitzt es dagegen im November.

Ein Blitzeinschlag bei Garmisch-Patenkrichen. © https://www.foto-webcam.eu/webcam/wank/
Mittlere Anzahl der Blitzentladungen pro Monat. © UBIMET

Die Hochsaison war im vergangenen Jahr außergewöhnlich schwach, mehr Infos dazu gibt es hier: Gewittersaison 2025: Deutlich weniger Blitze als üblich

Hotspots

Für die Entstehung von Gewittern sind drei Voraussetzungen entscheidend: feuchte und energiereiche Luft, eine labile Luftschichtung und ein Auslöser, der die Luft zum Aufsteigen bringt. Letzterer kann beispielsweise eine Kaltfront sein, in vielen Regionen sind es jedoch vor allem Gebirgsketten, die den entscheidenden Impuls und die Luft zum Aufsteigen bringen. Darum gibt es in Süddeutschland besonders viele Gewitter: Dort treffen mehrere Gebirgsketten auf vergleichsweise energiereiche Luftmassen. Im Flachland ist die Gewittertätigkeit dagegen deutlich geringer, insbesondere im atlantisch geprägten Norden.

Mittlere Blitzdichte pro Jahr von 2010 bis 2025. © UBIMET

Landkreis Ulm auf Platz 1

Eine Auswertung aller Blitze von 2010 bis 2025 bestätigt das Bild: Die blitzreichsten Landkreise des Landes liegen in Baden-Württemberg und Bayern: der Landkreis mit der höchsten Blitzdichte ist Ulm, hier kommt es durchschnittlich zu 31,7 Blitzen pro km² und Jahr. Es folgen Neu-Ulm und Biberach.

Landkreise mit der höchsten Blitzdichte pro Jahr und km²

  • Ulm (B-W) 31,7
  • Neu-Ulm (BY) 27,8
  • Biberach (B-W) 27,5
  • Alb-Donau-Kreis (B-W) 27,0
  • Altötting (BY) 26,9
  • Rosenheim (BY) 26,3
  • Traunstein (BY) 26,0
  • Heidenheim (B-W) 25,9
  • Landshut (BY) 25,8
  • Mühldorf am Inn (BY) 25,6
Mittlere Blitzdichte auf Gemeindeebene. © UBIMET

Die geringste Blitzdichte in Deutschland weist der Landkreis Nordfriesland auf, mit durchschnittlich nur 3,4 Blitzen pro km² und Jahr. Nur knapp darüber liegen Dithmarschen und Flensburg mit jeweils 4,3 Blitzen pro km² und Jahr.


Auf Gemeindeebene liegen Mittelbiberbach (B-W), Senden (Bayern), Oggelshausen (B-W), Otting (Bayern) und Altenmarkt an der Alz (B-W) an der Spitze.

Gewitterhochburg Norditalien

Auf europäischer Ebene befinden sich die blitzreichsten Regionen in Norditalien: besonders häufig blitzt es im Nordosten des Landes, am Alpensüdrand nördlich von Mailand sowie an der Südwestflanke der Apenninen von Ligurien bis in die Toskana.

Mittlere Blitzdichte (>5 kA). © UBIMET

Blitzeinschlag © www.foto-webcam.eu