160 mm Regen in einer Stunde: Neuer spanischer Regenrekord

160 mm innerhalb von einer Stunde in Vinaroz

Seit Donnerstag gehen an der spanischen Mittelmeerküste zwischen Valencia und Barcelona heftige Schauer und Gewitter nieder. Die Station Vinaròs hat am Freitag zwischen 18 und 19 Uhr sogar 159.2 mm Regen innerhalb von nur einer Stunde gemessen, ehe die Datenverbindung der Station ausgefallen ist. Wenn diese Daten vom Spanischen Wetterdienst AEMET bestätigt werden, dann handelt es sich um einen neuen Rekord. Die vorliegenden Satelliten-, Blitz- und Radardaten deuten aber auf eine korrekte Messung hin.

Die bisherigen stündlichen Regenrekorde in Spanien:

  • 144 mm Sueca am 23.9.2008 (inoffiziell)
  • 130 mm Santa Cruz de Tenerife am 31.3.2002 (AEMET)

In den nächsten zwei Graphiken sieht man ein Satellitenbild von Freitagabend mit den detektierten Blitzen sowie das Radarbild. An der Ostküste lag ein nahezu ortsfestes Gewitterband genau über Vinaròs.

In Vinaroz hat es ergiebig geregnet
Satellitenbild mit Blitzen. © EUMETSAT / UBIMET
Ein kräftiges Gewitter lag an der Ostküste Spaniens
Radarbild um 18 Uhr. © AEMET

Bei solchen Regenmengen ist zwangsläufig mit Überflutungen oder gar Sturzfluten zu rechnen. Es gibt bereits zahlreiche Videos mit Überschwemmungen aus Vinaròs und Umgebung.

Bis zu 300 mm Regen

Bereits seit Donnerstagmittag sorgen heftige Gewitter an der spanischen Mittelmeerküste für Überschwemmungen. Zunächst war besonders Valencia betroffen, in weiterer Folge hat sich der Schwerpunkt dann über Castellón hinweg nordwärts verlagert. Lokal wie etwa in Catí gab es Regenmengen bis 300 Liter pro Quadratmeter in weniger als zwei Tagen. Zum Vergleich: Der mittlere Jahresniederschlag Wiens liegt bei etwa 600 Liter pro Quadratmeter.

Regenzeit

Im nördlichen Mittelmeerraum stellt der Herbst die nasseste Zeit des Jahres dar. Im Bereich der Küsten gehen besonders im Einflussbereich von Höhentiefs kräftige Gewitter mit ergiebigen Regenmengen nieder. Der italienische Regenrekord innerhalb von einer Stunde stammt übrigens aus der Provinz von Genua: In Vicomorasso fielen am 4. November 2011 sogar 181 mm innerhalb von nur einer Stunde.

Photo credit: Tub_am on Visual hunt / CC BY-NC-ND

Sturzflut auf Mallorca fordert mehrere Todesopfer

Ein Unwetter hat die Baleraren getroffen

Ein Höhentief mit Kern über der Iberischen Halbinsel hat in den vergangenen Tagen für heftige Gewitter im westlichen Mittelmeer gesorgt. Davon betroffen waren u.a. der Löwengolf, Sardinien und die Balearen. Besonders schlimm hat es allerdings den Osten der Insel Mallorca erwischt, kräftige Gewitter haben hier in der 8000-Einwohner-Gemeinde Sant Llorenç eine regelrechte Sturzflut ausgelöst.

Über 200 mm in 24 Stunden

Die Gewitter haben am Dienstag ganz Mallorca getroffen, die Regenmengen fielen aber sehr unterschiedlich aus: Während es in den meisten Teilen der Insel etwa 10 bis 20 Liter pro Quadratmeter gab, sorgten ortsfeste Gewitter im Osten der Insel für Mengen teils über 200 Liter pro Quadratmeter in weniger als 24 Stunden:

  • 233 mm Còlonia de Sant Pere
  • 161 mm Artà
  • 98 mm Son Servera

Durch die extremen Regenmengen traten die Bäche über die Ufer und manche Straßen verwandelten sich zu reißenden Flüssen. In einigen Orten wurde zudem die Strom- und Wasserversorgung unterbrochen. Medienberichten zufolge kam es zu mindestens 12 Todesopfern.

Auf Mallorca gab es heftige Gewitter
Blitze von Dienstagnachmittag bis Dienstagnacht. © UBIMET

Sturzfluten

Besonders im Spätsommer und Herbst kommt es im Mittelmeerraum immer wieder zu heftigen Gewittern mit extremen Regenmengen. Besonders Höhentiefs sorgen in dieser Jahreszeit für eine hohe Unwettergefahr, da die ersten Kaltlufteinbrüche über dem noch warmen Mittelmeer zu einer äußerst labilen Schichtung der Luft führen. Sturzfluten stellen dabei die Hauptgefahr dar und werden von vielen Menschen unterschätzt. Bereits im August gab es einen tragischen Fall in Süditalien: Sturzflut in der Raganello-Schlucht fordert mehrere Todesopfer.

Herbst am Mittelmeer: Regen und heftige Gewitter

Ein kräftiges Gewitter an der Adria. © NIkolas Zimmermann

Im Herbst nimmt der Tiefdruckeinfluss im Mittelmeerraum im Mittel zu, was in Zusammenspiel mit den noch milden Wassertemperaturen besonders in den Küstenregionen zur regenreichsten Zeit des Jahres führt. Vor allem unter dem Einfluss von Höhentiefs kommt es häufig zu heftigen Gewittern: Die verstärkte vertikale Temperaturabnahme sorgt nämlich für eine labile Schichtung der Atmosphäre. Allgemeine Infos zu den Auswirkungen von Höhentiefs auf das Wetter gibt es hier: Wie wirkt sich Höhenkaltluft auf das Wetter aus.

Höhentief im Süden

Die Gefahr von Sturzfluten und Hagelschlag ist an den Küsten des Mittelmeers in dieser Jahreszeit besonders hoch, zudem sind Wasserhosen keine Seltenheit. In den letzten Tagen ist ein Höhentief von Norditalien in den südlichen Mittelmeerraum gezogen und hat dabei an den angrenzenden Küstenregionen für turbulente Wetterverhältnisse gesorgt.

Das Höhentief über dem Mittelmeer am Donnerstag
Dort, wo das Höhentief für eine auflandige Strömung sorgt, regnet es stark. © UBIMET

Sturzfluten und Hagel

Auch in den kommenden Tagen muss man besonders in Sardinien, in Süditalien, im Westen Griechenlands sowie im Norden Algeriens mit kräftigen Schauern und Gewittern rechnen. Etwas geringer fallen die Regenmengen im Kern des Höhentiefs aus, da hier keine auflandige Strömung herrscht und sich die Schauer und Gewitter lokal ausregnen.

Besonders in Süditalien gibt es kräftige Schauer und Gewitter.
Niederschlagsprognose bis Freitagabend. © UBIMET

Hagelsturm in Ligurien

Zu Wochenbeginn war vor allem die Westküste Italiens von heftigen Gewittern betroffen, so gab es am Montag westlich von Savona in Ligurien einen regelrechten Hagelsturm: Teils großer Hagel färbte hier innerhalb weniger Minuten den gesamten Strand weiß und verstopfte mit Eis manche Straßen in der Kleinstadt Alassio. An der Westküste Italiens wurden lokal auch Wasserhosen beobachtet, Sturzfluten waren dagegen vor allem im Süden des Landes sowie auf Malta ein Thema.



Titelbild: Gewitter an der Adria. © N. Zimmermann

Katar: Gewitter mit Hagel in der Wüste

In Qatar gab es ein seltenes Gewitter

Katar gehört mit einem mittleren Jahresniederschlag von unter 100 mm zu einer der trockensten Regionen der Erde. Die Gewässer des Persischen Golfs sorgen zwar ganzjährig für schwüle Verhältnisse, Gewitter treten aber nur in Ausnahmefällen auf. Tendenziell kommt es am ehesten im Winter zu Schauern oder Gewittern, so ist beispielsweise in Doha der nasseste Monat des Jahres der Februar mit durchschnittlich 17 mm.

Hagel und Staub

Am Sonntag entwickelte sich im Bereich der Seewind-Konvergenz im Nordosten des Landes eine Gewitterzelle. Das Gewitter sorgte lokal für Hagel und Regen, zudem wurden teils stürmische Böen um 60 km/h gemessen. In der Umgebung von Gewittern sorgt der auffrischende Wind im Mittleren Osten oft für kleinräumige Staubstürme, so kam es auch in diesem Fall zu Sichtbehinderungen. Auf einem Video (siehe Video ganz unten) sind sogar zwei Wirbel zu sehen, dies könnten sogenannte Gustnados sein (Böenfrontwirbel). Am Dienstag sind lokal neuerlich Gewitter möglich.

Titelbild: Luqman Mohammad on Visualhunt / CC BY-NC

Italientief brachte kräftige Gewitter mit Hagel und Wasserhosen

Gewitter

Ein Höhentief über Norditalien hat am Montag für turbulente Wetterverhältnisse gesorgt: Während es im Alpenraum kräftig regnete und bis in mittlere Höhenlagen Schneefall gab (siehe auch hier: Schnee auf den Bergen), kam es besonders im Nordwesten Italiens zu kräftigen Gewittern.

Das Höhentief sorgte für Gewitter mit Hagel
Das Höhentief über Norditalien. © UBIMET / NCEP

Hagel färbt Strand weiß

Besonders betroffen von den Gewittern waren die Regionen Ligurien, Toskana und Kampanien. Örtlich kam es sogar zu regelrechten Hagelunwettern, so färbte der Hagel einen Strand westlich von Savona sogar gänzlich weiß ein. Auch in der Stadt Alassio wurden manche Straßen durch den Hagel völlig verstopft. In Kampanien sorgten dagegen vor allem die großen Regenmengen für Probleme, so kam es in der Provinz von Neapel lokal zu Sturzfluten.


Wasserhose in der Toskana

Neben Hagel und Starkregen kam es dabei vereinzelt auch zu Wasserhosen. Diese treten im Einflussbereich von Höhentiefs im Herbst besonders häufig auf, da der Temperaturunterschied zwischen dem noch warmen Wasser und der Luft im Niveau der Wolkenuntergrenze besonders groß ist. Das folgende Bild wurde südlich von Livorno aufgenommen.


Am Freitag im Süden örtlich Gewitter

Im Süden von Österreich gibt es Gewitter

Der Freitag verläuft verbreitet unbeständig. Von Tirol bis ins Mühl- und Waldviertel fällt schon von Beginn an Regen, wobei es besonders vom Loferer Land über den Flachgau bis nach Oberösterreich zeitweise auch kräftig regnet. Etwas Sonne gibt es anfangs hingegen von Unterkärnten über die Südsteiermark bis in den Seewinkel.

Gewitter im Süden

Am Nachmittag verlagert sich der Schauerschwerpunkt in den Osten und Süden des Landes, dabei nimmt die Gewitterneigung von Kärnten bis zum Südburgenland zu. Besonders von den Karawanken über die südliche Steiermark bis zum Südburgenland sind am Nachmittag und Abend auch kräftige Gewitter zu erwarten, dabei kann es lokal zu kleinräumigen Überflutungen oder Vermurungen durch Starkregen kommen. Vereinzelt sind zudem auch kräftige Windböen sowie kleinkörniger Hagel möglich.

Besonders von Kärnten bis zum Südburgenland gehen Gewitter neider.
Gewitterpotential am Freitag in Österreich. © UBIMET

Vermurungen im Pinzgau

Bereits am Donnerstag kam es im Vorfeld der Kaltfront zu Schauern und Gewittern in den Nordalpen. Besonders betroffen waren die Regionen vom Pinzgau bis zum Salzkammergut, so sorgten kräftige Gewitter im Mitter- und Oberpinzgau für Murenabgänge und überflutete Keller. Auch das hintere Glemmtal war neuerlich von Vermurungen betroffen.

Besonders im Pinzgau und im Salzkammergut gab es kräftige Gewitter
Niederschlagsmengen am Donnerstagnachmittag und -abend. © UBIMET

Anbei die nassesten Orte der letzten 24 Stunden bis Freitagmorgen um 10 Uhr:

  • 56 mm Lofer (S)
  • 39 mm Mayrhofen (T)
  • 37 mm Ranshofen (OÖ)
  • 34 mm Saalbach (S)
  • 33 mm Windischgarsten (OÖ)
  • 33 mm Schärding (OÖ)
  • 30 mm Ebensee (OÖ)

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Titelbild: VisualHunt

 

Am Donnerstag am Alpenrand Schauer und Gewitter

Am Alpenrand gibt es Gewitter am 13 September.

Die langgestreckte Kaltfront von Tief ANTHEA, dessen Kern mittlerweile über Russland liegt, befindet sich am Donnerstag quer über Deutschland und kommt nur noch langsam südostwärts voran. Im Bereich dieser Luftmassengrenze fällt bei vielen Wolken vor allem im Laufe der ersten Tageshälfte gelegentlich etwas Regen. Dies betrifft in erster Linie einen breiten Streifen von Rheinland-Pfalz über Hessen bis nach Brandenburg.

Die Kaltfront liegt quer über Deutschland
Satellitenbild mit der Luftmassengrenze um 10 Uhr. © EUMETSAT / UBIMET

Schauer und Gewitter im Süden

Im Süden kommt zeitweise die Sonne zum Vorschein, in den Nachmittags- und Abendstunden nimmt die Schauer- und Gewitterneigung aber besonders von den Vogesen über den Schwarzwald bis zu den Alpen zu. Die Unwettergefahr hält sich zwar in Grenzen, dennoch sind besonders am Alpenrand einzelne kräftige Gewitter möglich. Trocken und überwiegend sonnig verläuft der Tag hingegen im Norden Deutschlands.

Besonders am Alpenrand sind lokal kräftige Gewitter zu erwarten.
Gewitterpotential am Donnerstagabend. © UBIMET

Besonders in den rot eingefärbten Regionen sind mit Gewittern lokal folgende Erscheinungen möglich:

  • Platzregen
  • kräftige Windböen um 60 km/h
  • kleinkörniger Hagel

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Am Donnerstag im Westen zunehmende Gewitterneigung

Am Freitag gibt es im Süden und Westen kräftige Gewitter.

Am Donnerstag ziehen besonders im Südosten und im Bereich der Nordalpen bereits zu Beginn Wolkenfelder durch, bis auf vereinzelte Schauer in Vorarlberg bleibt es aber meist trocken. Tagsüber kommt zeitweise die Sonne zum Vorschein, in den Nachmittags- und Abendstunden nimmt die Schauer- und Gewitterneigung aber besonders von Vorarlberg bis Salzburg zu. Die Unwettergefahr hält sich zwar in Grenzen, dennoch sind besonders im Grenzbereich zu Bayern einzelne kräftige Gewitter möglich.

Besonders im Grenzbereich zu Bayern gehen Schauer und Gewitter nieder.
Gewitterpotential am Donnerstag. © UBIMET
  • Platzregen
  • kräftige Windböen von 50 bis 60 km/h
  • kleinkörniger Hagel

Trocken und überwiegend sonnig verläuft der Tag in der Osthälfte Österreichs. Die Höchstwerte liegen zwischen 22 und 29 Grad. Im Laufe der Nacht greifen die Schauer und Gewitter allerdings mitunter auch auf Oberösterreich und das westliche Niederösterreich über.

Unbeständig am Freitag

Am Freitag verlagert sich der Schwerpunkt der Gewittertätigkeit in den Süden und Südosten Österreichs, ein paar teils gewittrige Schauer ziehen aber auch an der Alpennordseite und im Nordosten durch. Die Temperaturen gehen vorübergehend zurück, so liegen  die Höchstwerte zwischen 17 Grad in höheren Tallagen der Nordalpen und 25 Grad in der Südsteiermark.

Titelbild: duane.schoon on Visualhunt.com / CC BY-NC-SA

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Am Freitag im Süden kräftige Gewitter

In Kärnten und in der Steiermark gibt es Schauer und Gewitter

Bereits am Donnerstag hat eine schwache Kaltfront für einige Gewitter im Süden und Westen des Landes gesorgt. Lokal kam es dabei zu Starkregen und kräftigen Windböen, wie etwa in Innsbruck oder auch Villach. Diese Front sorgt am Freitag von Vorarlberg bis nach Oberösterreich von Beginn an für viele Wolken und lokale Regenschauer. Im Klagenfurter Becken geht es dagegen mit Hochnebel in den Tag.

In Innbsruck und Villach gab es Gewitter.
Niederschlagsanalyse von Donnerstagnachmittag und -abend. © UBIMET

Schauer und Gewitter

Eine weitere Kaltfront zieht heute über den Norden Deutschlands hinweg. Diese Front erfasst zwar nicht den Alpenraum, an dessen Südflanke gelangt die feuchte und labil geschichtete Luft etwas weiter ostwärts voran.

Ein Höhentief sorgt für Gewitter
Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe. © UBIMET / GFS

Im Laufe des Nachmittags steigt somit vor allem in Kärnten, in der Steiermark und im Waldviertel die Gewitterneigung deutlich an. Länger sonnig und oft trocken bleibt es dagegen vom Weinviertel bis in den Seewinkel.

Vor allem im Süden gibt es kräftige Gewitter
Regenprognose für die kommenden 24 Stunden. © GFS / UBIMET

 

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Am Mittwoch im äußersten Westen lokal kräftige Gewitter

Im Westen gibt es am Mittwoch lokale Gewitter

In einem breiten Streifen von der Alb über das Saarland bis nach Belgien bzw. zum Süden der Niederlande lagern derzeit sehr feuchte Luftmassen. Mit Annäherung eines Höhentiefs über den Britischen Inseln wird die Luftschichtung zunehmend labil, somit muss im Tagesverlauf besonders im Grenzbereich zu Belgien mit teils kräftigen Gewittern gerechnet werden.

Lokal große Regenmengen

Während im Süden Deutschlands unter schwachem Hochdruckeinfluss gewittrige Schauer höchstens vereinzelt im Berg- und Hügelland zu erwarten sind, ist die Gewitterneigung im äußersten Westen besonders von Rheinland-Pfalz bis ins südliche NRW erhöht:

  • Pfälzerwald
  • Hunsrück
  • Eifel

Vor allem in der Eifel sind lokal auch kräftige Gewitter möglich: Bei nur schwachem Höhenwind und sehr feuchter Luft besteht hier örtlich die Gefahr von ergiebigen Regenmengen in kurzer Zeit. Vereinzelt können die Gewitter in den Abendstunden auch auf das angrenzende Flachland übergreifen wie etwa auf den Niederrhein.

Vor allem in der Eifel gibt es kräftige Gewitter
Gewitterpotential am Mittwoch. © UBIMET

 

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Knapp 1 Million Blitze im Sommer

Im Sommer gab es knapp 1 Million Blitze in Österreich

Vom 1. Juni bis zum 31. August registrierte das Blitzmesssystem von UBIMET über ganz Österreich verteilt exakt 930.073 Blitze. Das sind nur etwa halb so viele Blitze wie im gewitterreichen Vorjahr: Aufgrund der langen Hitzewelle und der trockenen Witterung entstanden vor allem im Juli und August deutlich weniger Gewitter als üblich. Anbei die Blitzentladungen der letzten 4 Sommer:

2015 675.147
2016 1.146.503
2017 1.820.427
2018 930.073

 

Auch wenn der Sommer vergleichsweise gewitterarm verlief, bildeten österreichweit gesehen gewitterfreie Tage die Ausnahme: An nur 8 Tagen wurden in diesem Sommer in Österreich keine Entladungen registriert. Weiters hat die Gewittersaison heuer sehr früh begonnen, so gab es bereits Anfang Mai heftige Gewitterlagen.

Vor allem im Südosten gab es viele Gewitter
Blitze im Sommer 2018. © UBIMET

Spitzenreiter Steiermark

Mit exakt 349.848 Blitzen führt die Steiermark das Bundesländer-Ranking an, gefolgt von Niederösterreich und Oberösterreich. An letzter Stelle befindet sich mit Wien einmal mehr das flächenmäßig kleinste Bundesland, hier gab es im Sommer 2.837 Blitze. Nicht dabei enthalten sind allerdings die teils sehr blitzreichen Gewitter im Mai sowie Anfang September. Mehr Infos dazu gibt es hier: 329.891 Blitze im Mai bzw. Italientief sorgt für Blitzspektakel

Sommer 2018 Anzahl Blitze Blitzdichte
Steiermark 349.848 21,33 Blitze/km²
Niederösterreich 156.655 8,17 Blitze/km²
Oberösterreich 111.103 9,28 Blitze/km²
Kärnten 77.052 8,08 Blitze/km²
Burgenland 75.133 18,95 Blitze/km²
Tirol 73.703 5,83 Blitze/km²
Salzburg 60.586 8,47 Blitze/km²
Vorarlberg 23.156 8,88 Blitze/km²
Wien 2.837 6,84 Blitze/km²
Österreich 930.073 11,09 Blitze/km²

Auch im Bezug auf die Blitzdichte hat die Steiermark mit rund 21 Blitzen pro Quadratkilometer deutlich die Nase vorne, gefolgt vom Burgenland mit rund 19 Blitzen pro Quadratkilometer. Auf Gemeindeebene liegt St. Stefan im Rosental an der Spitze: 82 Blitze pro Quadratkilometer wurden hier registriert.

Blitzhotspot Weiz

Die fünf blitzreichsten Bezirke befinden sich allesamt in der Steiermark, angeführt vom Bezirk Weiz mit 50.178 Entladungen. An zweiter Stelle befindet sich die Südoststeiermark mit 41.797 Blitzen und an dritter Stelle Bruck-Mürzzuschlag mit 41.644 Entladungen. Im Bezirk Weiz gingen nicht nur die meisten Blitze nieder, sondern war mit 46 Blitzen pro Quadratkilometer auch der Bezirk mit der der größten Blitzdichte.

Vor allem in der Steiermark und im Burgenland gab es viele Gewitter
Die Blitzverteilung in Österreich im Sommer 2018. © UBIMET

Stärkster Blitz in Vorarlberg

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurde in Vorarlberg gemessen. Spitzenreiter ist eine Entladung mit mehr als 325.000 Ampere am Abend des 20. Juli in Mittelberg im Kleinwalsertal. In kürzester Zeit wurde dabei rund 20.000 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist. Anbei die fünf stärksten Blitze des Sommers:

  • 325.900 Ampere Mittelberg (V)
  • 301.400 Ampere Ritzing (B)
  • 271.500 Ampere Kaunertal (T)
  • 270.300 Ampere Forstau (S)
  • 268.900 Ampere Gschnitz (T)

 

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Titelbild: Variegator on Visual hunt / CC BY-NC-SA

Von NRW bis Bayern lokale Schauer und Gewitter

Kräftiges Gewitter mit Blitz und Donner.

Die Gewittersaison neigt sich abseits der Küsten langsam aber sicher dem Ende zu. Ein Höhentief über dem nördlichen Mittelmeerraum hat in den vergangenen Tagen allerdings schubweise feuchte und teils auch labil geschichtete Luftmassen nach Mitteleuropa geführt, somit gab es besonders in einem Streifen von Kroatien über Ungarn bis nach Ostösterreich und zur Slowakei teils kräftige Gewitter, siehe auch hier: Gewitter mit Starkregen in Österreich. Ein kleiner Teil diese Luft hat mit einer östlichen Höhenströmung auch Deutschland erreicht.

Herkunft der Luftmassen in verschiedenen Höhenniveaus über München. © NOAA / GFS
Herkunft der Luftmassen in verschiedenen Höhenniveaus über München. © NOAA / GFS

Schauer und Gewitter

Am Dienstag gehen im Tagesverlauf somit besonders in einem Streifen von NRW über Franken bis nach Niederbayern lokale Schauer und Gewitter nieder. Die Unwettergefahr ist zwar gering, dennoch kann es aufgrund der sehr feuchten Luftmasse (PWAT bzw. „niederschlagbares Wasser“ teils über 30 mm) und der relativ schwachen Höhenströmung punktuell zu großen Regenmengen in kurzer Zeit kommen.

Gewitterpotential am Dienstag. © UBIMET
Gewitterpotential am Dienstag. © UBIMET

Von Mecklenburg-Vorpommern bis nach Ostsachsen ist hingegen aus Nordosten bereits deutlich trockenere Luft eingesickert, weshalb es hier weitgehend trocken bleibt. Im Südwesten ist die Luft unter schwachem Hochdruckeinfluss dagegen zu stabil.

 

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Italientief sorgt für Starkregen und Blitzspektakel

Zu viel Wasser nach Starkregen

Am Montag als auch am Dienstag sind weitere kräftige Schauer und Gewitter zu erwarten, die stellenweise wieder große Regenmengen in nur kurzer Zeit bringen. Da die Böden zunehmend gesättigt sind, besteht besonders vom Seewinkel über das Marchfeld bis ins nördliche Weinviertel sowie im Wienerwald eine erhöhte Gefahr von Überflutungen und Hangrutschungen. Auch Bäche und kleinere Flüsse können in den betroffenen Regionen Hochwasser führen.

Große Regenmengen

Seit Freitag hat uns ein Italientief fest im Griff und steuert feucht-labile Luft in den Ostalpenraum. Vor allem von Kärnten über die Steiermark bis ins östliche Flachland regnete es ergiebig. Verbreitet fielen seit Freitag in diesen Regionen 60 bis 90 Liter pro Quadratmeter. Vom Weinviertel bis zum Seewinkel gab es mit Gewittern lokal innerhalb von 48 Stunden über 100 Liter pro Quadratmeter. Somit kam in 2 Tagen mehr Regen zusammen als üblicherweise im gesamten September. Hier die Top 3:

  • 119,5 l/m² Schwechat (NÖ)
  • 88,1 l/m² Groß-Enzersdorf (NÖ)
  • 85,1 l/m² Bad Bleiberg (K)
Regenmengen der vergangenen 72 Stunden
Regenmengen der vergangenen 72 Stunden © UBIMET

Blitzreicher Start in den September

Neben dem Starkregen gab es aber im Osten des Landes am Wochenende auch ein Blitzspektakel zu sehen. Mehrere Gewittergebiete zogen am Samstag und Sonntag vor allem über das Burgenland, Wien und das Weinviertel. Das Blitzmesssystem von UBIMET registrierte insgesamt 42.826 Blitze, allein in Wien gab es 1.292 Blitze. In den ersten zwei Septembertagen zuckten viermal soviel Blitze vom Himmel als im gesamten September 2017. Zudem gab es über Wien am Wochenende mehr Blitze als in allen September der vergangenen 15 Jahre zusammen.

Blitzdichte seit 1. September
Blitzdichte seit 1. September © UBIMET

Besonders heftig waren die Gewitter am Sonntagabend, sie zogen vom Neusiedler See über den Osten von Wien bis ins Weinviertel. Neben Starkregen gab es im Zuge der Gewitter auch Sturmböen und Hagel, von Schäden und überfluteten Kellern wurde vor allem von Schwechat bis Mistelbach berichtet.

 

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Schwere Überflutungen durch Unwetter am Gardasee

Häuser unter Wasser am Gardasee

Ein kräftiges und nahezu ortsfestes Gewitter sorgte am Samstag für schwere Schäden durch Überschwemmungen in der weltberühmten Weinregion Valpolicella, knapp östlich vom Gardasee. Hier ein paar Bilder und Videos von dem Ereignis:

114 l/m² in nur 2 Stunden

Für alle, die die Weinregion Valpolicella nicht kennen, hier eine kleine Grafik. Valpolicella liegt knapp nördlich von Verona. Dazu ein Diagramm einer Wetterstation des regionalen Wetterdienstes (©ARPAV). In weniger als 2 Stunden sind 114 l/m² zusammengekommen! Am heutigen Sonntag regnet es noch schauerartig verstärkt, ab Morgen beruhigt sich die Wetterlage allmählich wieder.

Die Weinregion Valpolicella liegt knapp östlich vom Gardasee und nördlich von Verona.
Die Weinregion Valpolicella liegt knapp östlich vom Gardasee und nördlich von Verona.
Stündliche Niderschlagsmengen an der Station Illasi (Verona) - ©ARPAV
Stündliche Niederschlagsmengen an der Station Illasi (Verona) – ©ARPAV

 

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Titelbild: Überschwemmungen in Italien – pixabay.com / WikiImages

Brückeneinsturz in Italien: War ein Unwetter schuld?

Die Ponte Morandi über dem Val Polcevera in Genua.

Blitze als Auslöser?

Fest steht zum jetzigen Zeitpunkt, dass gestern während des Einsturzes der Brücke ein kräftiges Gewitter über Genua niedergegangen ist. Dies sieht man gut an der Karte mit den Blitzentladungen von gestern 11:25 Uhr:

Gewitter über dem Golf von Genua © UBIMET / NOWCAST
Gewitter über dem Golf von Genua © UBIMET / NOWCAST

Zoomen wir etwas näher heran und betrachten jeden einzelnen Blitz, denn es wird ja vermutet, dass ein unmittelbarer Blitzeinschlag die marode Brücke zum Einsturz gebracht haben könnte.

Wir sehen, dass in den östlichen Teil der Brücke zwei Blitze einschlugen, einer um 11:26 Uhr und einer um 11:30 Uhr. Mit 7,9 bzw. 8 kA, also rund 8.000 Ampere fielen diese aber nicht sonderlich kräftig aus. Bei einem normalen Sommergewitter können in Österreich durchaus Stromstärken auftreten, die Dreißigmal so groß sind.

Blitze am Unglücksort © UBIMET / NOWCAST
Blitze am Unglücksort © UBIMET / NOWCAST

Generell kann man mit nahezu 100 prozentiger Sicherheit ausschließen, dass Blitzeinschläge ein Bauwerk wie die Morandi-Brücke einfach so zum Einsturz bringen.

Waren Regenmassen schuld?

Ja, es hat kräftig geregnet. Private Wetterstationen haben am gestrigen Tag bis zu 39 Liter pro Quadratmeter gemessen. Für Genua sind das aber überschaubare Mengen, bei heftigen Gewittern oder den berühmten Genua-Tiefs können innerhalb weniger Stunden schnell mal 100 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen. Der italienische Regenrekord innerhalb von einer Stunde stammt übrigens aus der Provinz von Genua: In Vicomorasso fielen am 4. November 2011 sogar 181 mm innerhalb von nur einer Stunde. Auch anhand des Pegels des Torrente Polcevera (der Fluss fließt direkt unter der Brücke durch) lässt sich kein extremer Regen ausmachen. Er führte in den vergangenen 7 Tagen stets nur rund 20 cm Wasser.

Unauffälliger Pegel © https://www.arpal.gov.it/homepage/acqua.html
Unauffälliger Pegel © https://www.arpal.gov.it/homepage/acqua.html

Auch ein Blick auf die Regenmengen in ganz Ligurien gestern beweist: Im Großraum Genua sind nur max. 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter gefallen, mehr war es Richtung Frankreich und an der östlichen ligurischen Küste.

Große Regenmengen rund um Genua © https://www.arpal.gov.it/homepage/meteo/osservazioni/dati-omirl-areali/prec-cumulata-ieri.html
Große Regenmengen rund um Genua © https://www.arpal.gov.it/homepage/meteo/osservazioni/dati-omirl-areali/prec-cumulata-ieri.html

Fazit

Die Rolle des Wetters kann man nach Durchsicht der vorliegenden Daten aus folgenden Gründen weitgehend vernachlässigen:

  • die Regenmengen waren zu gering,
  • der Wind wehte mit Böen von maximal 70 km/h
  • nur zwei Blitze schlugen in die Brückenkonstruktion ein.Viel mehr ist die Ursache für den Einsturz wohl in dem Alter, dem maroden Zustand und eventuellen Bauarbeiten an den Pfeilern zu suchen.

 

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Quelle Titelbild: https://de.wikipedia.org/wiki/Polcevera-Viadukt

Kräftige Gewitter in Teilen Deutschlands

Heftige Gewitter in Deutschland. @unsplash

Der Montag beginnt im Westen und Nordwesten des Landes bereits mit kompakten Wolken und einigen Regenschauern. In Rheinland-Pfalz und Südhessen sind auch einzelne Gewitter eingelagert.

Im Westen gehen erste Schauer und Gewitter nieder.
Satellitenbild und Blitze um 8 Uhr. © EUMETSAT / UBIMET

Kräftige Gewitter am Alpenrand

Im Tagesverlauf zieht die Front ostwärts, in deren Vorfeld entstehen besonders am Alpenrand teils kräftige Schauer und Gewitter. Diese ziehen in den Abendstunden in Richtung Niederbayern, dabei nimmt besonders die Sturmgefahr zu.

Das Nordseetief sorgt für kräftige Gewitter in Deutschland.
Das Nordseetief am Montag. © UBIMET / GFS

Schauer und Gewitter im Norden

Auch im Nordwesten sind im Bereich des Höhentiefs im Tagesverlauf weitere Schauer und Gewitter zu erwarten. Diese ziehen unter dem Einfluss starken Höhenwindes von NRW und Niedersachsen in den Abendstunden in Richtung Ostsee. Örtlich besteht dabei die Gefahr von:

  • Sturmböen
  • kleinem Hagelschlag
  • kurzzeitigem Platzregen
Besonders am Alpenrand und im Norden gibt es kräftige Gewitter.
Gewitterpotential am Montag. © www.uwr.de

 

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Rückblick: Teils enorme Wassermassen

Regenmengen der vergangenen 24 Stunden bis 11.08.2018, 06:00 Uhr

Zur Abwechslung ging es am Samstag mal frisch in den Tag, überall lagen die Temperaturen unter der 20 Grad-Marke:

  • 14 Grad – Bregenz
  • 13 Grad – Innsbruck
  • 13 Grad – Salzburg
  • 15 Grad – Linz
  • 19 Grad – Klagenfurt
  • 17 Grad – Graz
  • 17 Grad – Eisenstadt
  • 15 Grad – St. Pölten
  • 17 Grad – Wien

In Wien wurden gar die niedrigsten Temperaturen seit 29 Tagen gemessen, endlich konnte wieder gut durchgelüftet werden. Dazu hat es hier seit dem Vorabend immer wieder etwas geregnet, nicht nur die Pflanzen dürften sich darüber gefreut haben. Regen fiel mit der Kaltfront aber nahezu im ganzen Land, wie die Niederschlagsanalyse über 24 Stunden im Titelbild zeigt. 97% der Wetterstationen haben Regen gemessen, vor allem im Westen und Norden handelte es sich auch eher um gleichmäßigen Regen. Kräftig und teilweise unwetterartig fiel der Regen hingegen einmal mehr im Südosten aus, hier lagerte am Freitag vor der Kaltfront noch energiereiche Luft und entsprechend gingen hier Schauer und Gewitter nieder.

 

82 l/m² kamen in Summe in Fischbach in der Steiermark zusammen, allein 45 l/m² davon entfielen auf ein kräftiges Gewitter am Nachmittag. Auch Flattnitz in Kärnten mit 58 l/m² und Neumarkt in der Steiermark mit 54 l/m² habten einiges an Regen abbekommen. Am stärksten hat es aber wohl Voitsberg westlich von Graz erwischt, wie das Video bestätigt. Auch zu kräftigem Hagelschlag kam es hier.

Knapp 20.000 Blitze registriert

Nachfolgend dazu noch zwei Grafiken mit Blitzstatistiken. Man erkennt: hauptsächlich die Steiermark war betroffen, knapp 14.000 Blitze schlugen hier ein, aber auch Teile von Kärnten und generell das Burgenland.

Blitzdichte über 24h vom 10.08.2018, 00:00 Uhr bis 11.08.2018, 00:00 Uhr
Blitzdichte über 24h vom 10.08.2018, 00:00 Uhr bis 11.08.2018, 00:00 Uhr
Blitzdichte auf Gemeindebasis über 24h vom 10.08.2018, 00:00 Uhr bis 11.08.2018, 00:00 Uhr

 

Heute am Samstag herrscht deutlich ruhigeres Wetter vor. Nur in den südlichen Landesteilen sind am Nachmittag und Abend einzelne Wärmegewitter möglich, entsprechend gelten Vorwarnungen. Ähnlich präsentiert sich der Sonntag, bevor am Montag mit einer neuen Kaltfront generell wieder mehr Gewitter in der Westhälfte zu erwarten sind.

Gewitter-Vorwarnungen für den 11.08.2018, Stand 09:30 Uhr, uwz.at
Gewitter-Vorwarnungen für den 11.08.2018, Stand 09:30 Uhr, uwz.at

 

Gewitter im Westen von Österreich

Blick auf Salzburg während des Gewitters

Der heißeste Tag des Jahres geht im Westen mit kräftigen Gewittern zu Ende. In Vorarlberg und Tirol ziehen aus Westen am Abend unwetterartige Gewitter auf, die sich in der Nacht weiter ostwärts auch auf Salzburg und Oberösterreich ausbreiten.

Die Gewitter bringen teils:

    • Hagel bis 3 cm Größe
    • Sturmböen bis 90 km/h
    • 20 bis 40 Liter pro Quadratmeter

Unwetter am Mittwoch in Salzburg

Bereits am Mittwoch gab es im Bergland verbreitet Gewitter, besonders stark betroffen war dabei das Tiroler Unterland, der Pinzgau und die Stadt Salzburg. Hier sorgten Regenmengen von teilweise über 50 Liter Pro Quadratmeter in nur kurzer Zeit für Muren und überflutete Keller.

Regenmengen vom Mittwoch
Regenmengen vom Mittwoch © UBIMET

Besonders stark betroffen war die Stadt Salzburg von den Gewittern. So kam es im Landeskrankenhaus in Salzburg-Mülln zu einem Wassereintritt und auch die Besucher der Salzburger Festspiele waren im Festspielhaus nicht von den Wassermassen geschützt, wie das Video zeigt:

36.757 Blitze

Insgesamt gab es 36.757 Blitze, die meisten davon in der Steiermark gefolgt von Tirol und Salzburg. Vor allem die Obersteiermark war auch von kräftigen Gewittern betroffen, die Schäden hielten sich hier aber meist in Grenzen.

Blitzverteilung am Mittwoch
Blitzverteilung am Mittwoch © UBIMET

Titelbild: https://www.foto-webcam.eu/webcam/salzburg/

Schwere Gewitter beenden Hitzewelle

Am Donnerstag drohen heftige Gewitter.

Erste Gewitter am Mittwoch

Bereits am Mittwoch gehen südöstlich der Linie Schwarzwald-Rügen teils kräftige Gewitter nieder, allerdings treten diese nur lokal auf. Dabei besteht die Gefahr von Starkregen, Hagel und stürmischen Böen. Weiter nach Westen zu beruhigt sich die Lage nach einer gewittrigen Nacht dagegen spürbar.

Unwetter am Donnerstag

Am Donnerstag bildet sich über Frankreich ein Tief, an dessen Vorderseite ein vorerst letztes Mal sehr heiße und energiereiche Luft nach Deutschland transportiert wird. Dabei sind bis in den Nachmittag hinein nur lokale Gewitter unterwegs, die aber in der aufgeheizten Luft auch schon kräftig ausfallen können. Mit Annäherung des Tiefs gehen dann von Südwesten her ab etwa 14 Uhr verbreitet unwetterartige Gewitter nieder. Diese breiten sich anschließend nach Norden und Osten aus werden von

  • heftigem Regen
  • großem Hagel und
  • Orkanböen begleitet.

    Im Westen können sich auch einzelne Tornados bilden.

Orkantief in der Nacht zum Freitag

In den Abendstunden und in der Nacht zum Freitag zieht dann das kräftige Tiefdruckgebiet von Nordfrankreich über die Benelux-Länder weiter zur Nordsee. Während in Belgien und den Niederlanden Böen von bis zu 130 km/h möglich sind, wird der Westen Deutschlands vom Sturmfeld nur gestreift. Böen zwischen 80 und 110 km/h sind aber auch von der Eifel bis nach Sylt zu erwarten, bei Gewittern sind auch noch höhere Böen möglich.

Brandgefahr nimmt vorübergehend ab

Mit den Gewittern wird die immer noch extrem hohe Waldbrandgefahr im Norden und Osten der Bundesrepublik zumindest örtlich gelindert. Diese Gewitter sind aber nur wie ein Tropfen auf dem heißen Stein. Der nötige flächendeckende Regen ist nämlich auch in der kühleren Luft ab Freitag nicht in Sicht. Somit steigt die Waldbrandgefahr am Wochenende schon wieder an.

Rückblick: Gewitter mit Hagel und Starkregen am Dienstag

Kräftige Gewitter in den Alpen, wie hier in Lienz

Update 21:15 Uhr: Letzte Gewitter klingen bald ab

Einzelne kräftige Gewitter ziehen noch in Richtung Südburgenland und den äußersten Südosten der Steiermark. Sonst hat sich die Lage weitestgehend beruhigt.

Hiermit beenden wir unseren Live-Ticker für heute und wünschen noch einen schönen Abend.

Update 20:25 Uhr: Gewitterlinie in der Südsteiermark

Die Gewitterlinie in der Südsteiermark verlagert sich langsam weiter nach Südosten. Sonst sind nur mehr ganz vereinzelt Gewitter unterwegs. In Graz-Thalerhof sind insgesamt beachtliche 56 l/m² zusammengekommen.

Radar und Blitze 20:15 Uhr. © UBIMET, Austrocontrol
Radar und Blitze 20:15 Uhr. © UBIMET, Austrocontrol

Update 19:30 Uhr: Weiterhin einige kräftige Gewitter

Das kräftigste Gewitter befindet sich aktuell in der Weststeiermark, etwa über Deutschlandsberg, und zieht weiter nach Südosten. Die Stationen Graz-Thalerhof und Murau haben vergangene Stunde ca. 25 l/m² gemessen.

Update: 18:50 Uhr: Niederschlagsmengen

In der Grafik der Niederschlagsmengen bis 18:00 Uhr kann man deutlich erkennen das besonders in der Steiermark und in Teilen Niederösterreich durch die heftigen Gewitter vielerorts bis zu 50 l/m² gefallen sind, stellenweise noch mehr!

Niederschlagsmengen der vergangenen 6 Stunden. © UBIMET
Niederschlagsmengen der vergangenen 6 Stunden. © UBIMET

Update 18:20 Uhr: Besonders im Süden noch heftige Gewitter

Vor allem in der Südsteiermark und dem Oberen Murtal sowie im Mittelburgenland sind aktuell einige heftige Gewitter unterwegs.  Vielerorts sind hier in der letzten Stunde 10 bis 20 l/m² gefallen, lokal um einiges mehr. Aber auch Böen von 60 bis 70 km/h sind immer wieder dabei. Im Kern der Zellen muss man auch mit größerem Hagel rechnen!

Update 17:15 Uhr: Immer mehr Gewitter

Mittlerweile erstreckt sich die Gewitterlinie etwa von Wiener Neustadt bis Graz und hat bis jetzt örtlich enorme Regenmengen gebracht. So kamen in der vergangenen Stunde in St. Radegund in der Steiermark 57 l/m² zusammen. Auch sonst wird es jetzt zunehmend gewittrig.

Radar und Blitze 17:05 Uhr. © UBIMET, Austrocontrol
Radar und Blitze 17:05 Uhr. © UBIMET, Austrocontrol

Update 16:40 Uhr: Auch in Graz wird es gewittrig

Rund um Graz sind in den letzten Minuten einige kräftige Gewitter entstanden. Auch in der Stadt wird es demnächst gewittrig.

Update 16:00 Uhr: Gewitter in Salzburg

Achtung in Salzburg! Von Süden her nähert sich ein kräftiges Gewitter.

Radar und Blitze 15:55 Uhr. © UBIMET, Austrocontrol
Radar und Blitze 15:55 Uhr. © UBIMET, Austrocontrol

Update 15:30 Uhr: Kräftige Gewitter in der Steiermark

In den vergangen Stunden sind besonders in der Obersteiermark schon erste kräftige Gewitter niedergegangen. Hagel und Starkregen stellten die Hauptgefahren dar. In Mariazell fielen in kurzer Zeit über 40 l/m², aber auch stürmische Böen sind mit dabei, wie z.B.: in Leoben mit 72 km/h.

Die Gewitterlinie erstreckt sich nun von der Obersteiermark bis ins südliche Niederösterreich und verlagert sich langsam Richtung Osten. In den nächsten Stunden verlagert sich dieser Gewitterkomplex in das südliche Wiener Becken, die Bucklige Welt und die östlichen Regionen der Steiermark.

Warnkarte 15:20 Uhr
Warnkarte 15:20 Uhr

Auch heute bilden sich in der aufgeheizten Luft (Höchstwerte bis 35 Grad) am Nachmittag wieder ein paar kräftige Gewitter. Unsere Vorwarnungen sind bereits draußen und beinhalten vor allem die Alpen. Doch ein paar Exemplare können auch ins angrenzende Flachland ziehen, so zum Beispiel nach Oberösterreich oder ins Grazer Becken.

Vorwarnungen für Gewitter am Dienstag
Vorwarnungen für Gewitter am Dienstag

Die Hauptgefahren sind ganz ähnlich wie schon gestern. Die Gewitter ziehen nur sehr langsam, deshalb kommt es lokal wieder zu großen Regenmengen in kurzer Zeit. In der Folge kann es zu Überflutungen und zu Murenabgängen kommen!

Noch einmal zusammengefasst, die Gewitter bringen:

  • 20 bis 40 Liter Regen pro Quadratmeter
  • kleinen Hagel
  • Windböen bis zu 70 km/h

Gestern hatte es bereits in Vorarlberg und Tirol kräftig gewittert. In diesen beiden Bundesländern waren schwere Gewitter in diesem Sommer eher Mangelware. Auch in Oberkärnten krachte es am Nachmittag.

Blitzverteilung am Montag © UBIMET
Blitzverteilung am Montag © UBIMET

Durchaus beachtlich sind die Niederschlagsmengen. 37 l/m² wurden in Obervellach (Kärnten) gemessen, in Dalaas (Vorarlberg) waren es 28 l/m².

Niederschlagssumme der letzten 24 Stunden © UBIMET
Niederschlagssumme der letzten 24 Stunden © UBIMET

Quelle Titelbild: https://www.foto-webcam.eu/webcam/lienz/

Kräftige Gewitter in den Alpen am Montag

Gewitter in den Alpen

Ende des heutigen Gewitter-Blogs, 22:30

Die Gewitter im Westen fallen rasch zusammen und auch jene in Oberkärnten verlieren an Intensität. Den Abschluss unseres heutigen Gewitter-Tickers machen zwei Analysen der vergangenen sechs Stunden.

Die Orte mit den kräftigsten Windböen der vergangenen 6 Stunden (bis 21 Uhr) waren:

  1. Innsbruck (T): 83 km/h
  2. Rohrspitz (V):  80 km/h
  3. Feldkirch (V): 65 km/h
  4. Virgen (T) & Umhausen (T):  61 km/h
  5. Kössen (T): 58 km/h
Windgeschwindigkeit der stärksten Windböen der letzten 6 Stunden bis 21:00 Uhr, 6.8.2018 © UBIMET
Windgeschwindigkeit der stärksten Windböen der letzten 6 Stunden bis 21:00 Uhr, 6.8.2018 © UBIMET

Die nahezu ortsfesten Gewitter sorgten im Westen auch für hohe Regenmengen in kurzer Zeit. Zum Teil fielen bis zu 12 l/m² in nur einer Stunde, wie etwa in Bludenz. Die größten Niederschlagsmengen der letzten 6 Stunden (bis 21 Uhr) wurden an folgenden Orten gemessen:

  1. Obervellach (K): 36.6 l/m²
  2. Gaschurn (V): 24.2 l/m²
  3. Bludenz (V): 21.3 l/m²
  4. Langen (V): 17.1 l/m²
  5. Lienz (T): 16.9 l/m²
Niederschlagssumme der letzten 6 Stunden bis 21:00 Uhr, 6.8.2018 © UBIMET
Niederschlagssumme der letzten 6 Stunden bis 21:00 Uhr, 6.8.2018 © UBIMET

Update 21:00

Während im Westen des Landes nur mehr mäßiger Regen fällt, zwischen Osttirol und Oberkärnten sind immer noch ein paar kräftige Gewitter unterwegs. Die Webcam in Mörtschach war fleißig bei der Arbeit:

Webcam Mörtschach - © foto-webcam.eu
Webcam Mörtschach – © foto-webcam.eu

Update 19:30

Die Zelle bei Innsbruck hat sich deutlich abgeschwächt, mit 83 km/h Böe an der Station Innsbruck – Kranebitten hat sie vor allem die westlichen Stadtteilen  betroffen. Jetzt bilden sich die kräftigsten Gewitter östlich der Stadt wieder sowie im oberen Rheintal und im Außerfern, wie im Radarbild gut zu erkennen:

Radarbild um 19:35 Uhr MESZ - © UBIMET, Austrocontrol
Radarbild um 19:35 Uhr MESZ – © UBIMET, Austrocontrol

Update 18:30

Ist jetzt Innsbruck dran?  Eine kräftige Zelle bildet sich knapp westlich der Landeshauptstadt mitten im Inntal weiter. Diese könnte in den kommenden Minuten auch Die Stadtmitte eintreffen.

Blick nach Westen vom Flughafen Innsbruck - Quelle: https://innsbruck-airport.panomax.com/#
Blick nach Westen vom Flughafen Innsbruck – Quelle: https://innsbruck-airport.panomax.com/#

Update 16:30

Die stärkste Gewitterzellen befinden sich derzeit entlang des westlichen Alpenhauptkamms sowie am Arlberg. Hier können große Regenmengen binnen wenigen Minuten zusammenkommen und die Überflutungsgefahr ist erhöht!

Der Blick nach Süden von der Seegrube auf Innsbruck:

Webcam Seegrube, Blick nach Süden über Innsbruck - © foto-webcam.eu
Webcam Seegrube, Blick nach Süden über Innsbruck – © foto-webcam.eu

Unsere Warnkarte um 16:30 Uhr mit der höchsten Warnstufe für die Arlbergregion:

Warnkarte der Unwetterzentrale um 16:30 Uhr - © UBIMET, UWZ
Warnkarte der Unwetterzentrale um 16:30 Uhr – © UBIMET, UWZ

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Nach einem sonnigen Vormittag entwickeln sich ab Mittag über den Bergen mächtige Quellwolken und im Laufe des Nachmittags muss man im Bergland von Vorarlberg bis in die Ober- und Weststeiermark mit kräftigen Hitzegewittern rechnen.

Gewittervorwarnungen für Montag
Gewittervorwarnungen für Montag

Diese verlagern sich nur sehr langsam, somit kommen punktuell große Regenmengen zusammen, lokale Überflutungen oder Vermurungen sind nicht ausgeschlossen. Einzelne Gewitterzellen können auch Hagel und Sturmböen bringen.

Gewitter am Sonntag

Bereits am Sonntag gab es vor allem in der Osthälfte Österreichs am Rand einer schwachen Kaltfront einige Gewitter. Hier die Blitzverteilung über Österreich:

Blitzverteilung am Sonntag
Blitzverteilung am Sonntag © UBIMET

Von den Gewittern betroffen waren vor allem die Regionen vom Lavanttal bis zum Wechsel, sowie Teile Ober- und Niederösterreichs. Stellenweise gab es auch Hagel, wie das folgende Video aus Waldhausen im Strudengau zeigt:

225.000 Blitze am Samstag über Deutschland

Gewitter Blitz

Tausende Blitze

225.908 – so lautet die beeindruckende Summe der Blitze, die sich am Samstag am Himmel über Deutschland entluden. Besonders betroffen war die Nordhälfte, so registrierte alleine Niedersachsen mit rund 80.000 Entladungen mehr als jeden dritten Blitz. Doch auch in Brandenburg wurden 30.000 Blitze verzeichnet, Sachsen-Anhalt komplettiert mit 20.000 Entladungen das Blitz-Podest. Während im Westen bereits etwas kühlere Luft einfloss – Köln meldete einen Höchstwert von 30 Grad – konzentrierte sich die Hitze vor den Gewittern auf die Osthälfte. Bei den Temperaturen hatte Bernburg an der Saale mit 35,6 Grad die Nase vorne.

Tausende Blitze am Samstag über Deutschland ©Ubimet
Tausende Blitze am Samstag über Deutschland ©Ubimet

100 Kilometer pro Stunde

Die Gewitter gingen aber nicht nur mit einer hohen Blitzrate einher, sie brachten auch schwere Sturmböen und lokal große Regenmengen. So prasselten in Hannover rund 37 Liter pro Quadratmeter binnen kürzester Zeit vom Himmel, rund um Brunsbüttel ebenfalls in Niedersachsen wurden sogar 50 l/m² verzeichnet. In Fürstenzell in Bayern fiel zwar bei weitem nicht so viel Regen, ein Gewitter brachte hier aber eine Spitzenböe von 116 km/h. Windstärke 10 wurde in Bremervörde erreicht, mit 100 km/h rauschte hier ein Gewitter durch die Stadt.

Hitzewelle zeigt sich unbeeindruckt

In der neuen Woche bleibt uns die Hitze erhalten. Im Vergleich zu den vergangenen Tagen verlagert sie sich aber mehr in den Osten und Südosten des Landes. Besonders südöstlich der Linie Saarbrücken-Rostock werden Temperaturen von 33 bis 37 Grad erreicht. Etwas erträglicher bleibt es in der Nordwesthälfte, doch auch hier bleibt es mit 26 bis 32 Grad durchwegs sommerlich.

 

Kräftige Gewitter in Südosteuropa

Besonders in Südosteuropa gab es teils großen Hagel.

Die Wetterlage über Europa ist derzeit festgefahren: Ein ausgeprägtes Hochdruckgebiet mit Kern über dem Nordwesten Russlands wird derzeit von einem Höhentief über Südosteuropa und einem weiteren Höhentief über Kasachstan flankiert. Diese blockierte Wetterlage wird auch als „Omega-Wetterlage“ bezeichnet und kann sich über Wochen bis Monate hinweg fortsetzen. Während die Menschen in Skandinavien derzeit mit einer präzedenzlosen Hitzewelle zu kämpfen haben, gestaltet sich das Wetter im Mittelmeerraum und am Balkan von seiner wechselhaften Seite.

In Südosteuropa gab es kräftige Gewitter.
Das Höhentief über Südosteuropa sorgt für Schauer und Gewitter. © UBIMET / GFS

Großer Hagel

Am Wochenende gab es in einem Streifen von Italien über Österreich und Kroatien bis nach Rumänien kräftige Gewitter, siehe beispielsweise auch hier: 35.000 Blitze im Osten Österreichs. Neben Starkregen und Sturmböen kam es dabei lokal zu großem Hagel, wie man in den nachfolgenden Videos aus Bosnien und Herzegowina sowie Rumänien eindrucksvoll sehen kann.

Heftige Gewitter sorgten im Osten für knapp 35.000 Blitze

Kräftiger Regen in Wien.

Nach einem hochsommerlichen Tag mit Temperaturen von bis zu 31,8 Grad in Hohenau gab es am Samstagnachmittag und -abend ein turbulentes Ende. Zunächst war vor allem der Bezirk Krems-Land betroffen, gegen Abend gab es dann im gesamten östlichen Flachland kräftige Gewitter“. Landesweit wurden 34.039 Blitze detektiert, davon allein 19.982 in Niederösterreich.

Besonders in Niederösterreich gab es viele Blitze.
Blitzdichte am Samstag. © UBIMET

Anbei die blitzreichsten Bezirke:

  • 3.937 Neusiedl am See (B)
  • 2.163 Gänserndorf (NÖ)
  • 2.059 Mistelbach (NÖ)
  • 1.790 Baden (NÖ)

Regen, Hagel und Sturmböen

In Summe gab es allein in Niederösterreich über 100 Feuerwehreinsätze, hier mussten aufgrund der ergiebigen Regenmengen mehrere Keller ausgepumpt werden. In Moosbrunn im Bezirk Bruck an der Leitha fielen innerhalb von wenigen Stunden rund 64 Liter pro Quadratmeter Regen, das liegt nur knapp unterhalb des mittleren Monatsniederschlags. Weiters wurde lokal Hagel gemeldet, wie etwa in den Bezirken Neusiedl am See und Baden. In Neumarkt in der Steiermark gab es zudem schwere Sturmböen von bis zu 90 km/h, im Flachland lagen die Spitzenwerte bei 79 km/h am Flughafen Schwechat bzw. 71 km/h in Mörbisch.

Sommerliche Aussichten

Kommende Woche steigen die Temperaturen rasch wieder auf ein hochsommerliches Niveau, so sind bereits am Montag wieder bis zu 29 Grad im Osten zu erwarten. Ab Dienstag gibt es wieder sonniges Sommerwetter mit Höchstwerten im Bereich der 30-Grad-Marke. Gänzlich beständiges Wetter ist aber nicht in Sicht, da an der Südflanke eines ungewöhnlich ausgeprägten Hochdruckgebiets über Skandinavien der Weg für ein weiteres Höhentief frei ist. Die Schauer- und Gewitterneigung steigt somit in der zweiten Wochenhälfte voraussichtlich wieder an.

Kräftige Gewitter am Samstag

Ein heftiges Gewitter zieht auf © pixabay

Der Alpenraum gerät in diesen Stunden zunehmend unter den Einfluss eines Höhentiefs mit Kern über Frankreich. Im Tagesverlauf muss man somit besonders von Kärnten über die Steiermark bis zum östlichen Flachland mit teils kräftigen Gewitter rechnen.

Besonders im Süden und Osten gibt es kräftige Gewitter.
Gewitterpotential am Samstag. © www.uwz.at / UBIMET

Speziell in einem Streifen von Norditalien über Slowenien bis zur südlichen Steiermark sind auch schnell ziehende, langlebige Gewitter zu erwarten mit der Gefahr von Hagel und Sturmböen. An der Alpennordseite verlagern sich die Gewitter bei nur schwachem Höhenwind dagegen langsam, daher stellen hier die großen Regenmengen in kurzer Zeit die Hauptgefahr dar.

Regen im Norden

In den Abendstunden gehen die Gewitter an der Alpennordseite in schauerartigen Regen über. Besonders im Grenzbereich zu Bayern zeichnen sich in der Nacht auf Sonntag teils markante Regenmengen ab. Auch im Osten bleibt die Schauer- und Gewitterneigung allerdings erhöht.

An der Alpennordseite fällt in der Nacht kräftiger Regen.
Niederschlagsprognose bis Sonntagmorgen. © UBIMET

Am Freitag im Süden und Westen steigende Gewittergefahr

Am Freitag gibt es im Süden und Westen kräftige Gewitter.

Am Freitag liegen weite Teile Österreichs zwar noch unter Hochdruckeinfluss, aus Westen macht sich aber allmählich ein Tief über Frankreich bemerkbar. Im Tagesverlauf entstehen somit vom Alpenhauptkamm bis zur Weststeiermark vermehrt Quellwolken, welche am Nachmittag zu Schauern und Gewittern heranwachsen.

Aus Südwesten gelangen feuchte und gewitteranfällige Luftmassen ins Land.
Aus Südwesten gelangt feuchte und labil geschichtete Luft ins Land. © UBIMET / NCEP

Kräftige Gewitter im Bergland

Besonders in einem Streifen vom Tiroler Oberland über Osttirol bis nach Kärnten sind örtlich auch kräftige Gewitter zu erwarten mit der Gefahr von kleinräumigen Überflutungen und Hagel. Am späten Abend steigt die Gewitterneigung dann ausgehend von der Schweiz im gesamten Westen an.

Besonders im Westen und Süden gibt es kräftige Gewitter.
Gewitterpotential am Freitag. © www. uwz.at / UBIMET

Sonnig und heiß im Nordosten

Im Norden und Osten bleibt es dagegen sonnig und trocken, zudem steigen die Temperaturen auf ein hochsommerliches Niveau. Bereits am Samstag nimmt die Gewitterneigung aber im ganzen Land zu.

Turbulentes Wochenendwetter

Am Samstag drohen kräftige Gewitter in den Alpen.

Unwettergefahr am Samstag

Der Samstag hat vor allem von Linz und Klagenfurt ostwärts lange Zeit bestes Freizeitwetter zu bieten. Bei viel Sonnenschein werden bis zu 31 oder sogar 32 Grad erreicht. Im Westen kündigt sich hingegen schon ein Tief mit Wolken, Schauern und Gewittern an. Zudem steigen die Temperaturen von Vorarlberg bis Salzburg und Oberkärnten nur noch auf rund 23 Grad. Die Gewitter breiten sich im Laufe des Nachmittags auf weite Teile Österreichs aus, vor allem in den zuvor lange sonnigen und heißen Regionen im Osten und Südosten droht dann Unwettergefahr durch Hagel, Sturmböen und wolkenbruchartigen Regen!

Unbeständiger Wochenausklang

Am Sonntag stellt sich deutlich kühleres Wetter ein, meist werden nur noch 17 bis 26 Grad erreicht. Am kühlsten bleibt es dabei in den verregneten Nordalpen, zarte Sommertemperaturen gehen sich wohl nur noch vom Weinviertel bis in die Südsteiermark aus. Dazu gehen von Bregenz bis Wien von der Früh weg kräftige Regenschauer nieder, staubedingt können in den Nordstaulagen lokal größere Regenmengen um die 50 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen. Im Laufe des Tages entstehen dann im Großteil des Landes Schauer und Gewitter.

Trend geht nach oben

In der neuen Woche kehren die Temperaturen dann rasch auf ein hochsommerliches Niveau zurück, auch die 30 Grad können immer öfter wieder vom Thermometer abgelesen werden. Zunächst mischen zwar noch ein paar Gewitter mit, unter zunehmendem Hochdruckeinfluss werden diese aus heutiger Sicht ab Dienstag deutlich weniger. Sonnigem Ausflugswetter steht dann nichts mehr im Wege.

Vorsicht bei Gewittern in den Bergen

Vorsicht bei Blitz und Donner in den Bergen!

Verschiedene Arten

Bei Gewittern unterscheidet man vereinfacht gesagt zwischen zwei Arten: Wärmegewitter und Frontgewitter. Erstere können an sonnigen Sommertagen entstehen, meistens im Laufe des Nachmittags oder am Abend. Zuvor entwickeln sich über den Berghängen zunächst Haufenwolken, die klassischen Schönwetterwolken. Bleiben sie klein, so droht dem Wanderer keine Gefahr. Brenzlig wird es, wenn die Quellwolken zu riesigen Wolkentürmen heranwachsen und an der Oberseite wie ein Amboss aussehen. Ein weiteres Anzeichen ist die Farbe der Wolken: Wandelt sie sich von weiß zu grau oder dunkelblau, drohen Gewitter. Solche Wärmegewitter regnen sich oft an Ort und Stelle aus und „sterben“ so ab.

Frontgewitter sind deutlich schwieriger einzuschätzen. Erstens ziehen sie viel schneller auf, zweitens ist es zuvor häufig noch strahlend sonnig. Die Gewitter kommen also viel überraschender und bringen neben Regen und Hagel auch Sturm und eine massive Abkühlung mit sich. Frischt der Wind im Gebirge kräftig oder gar stürmisch auf, steht das Frontgewitter meist unmittelbar bevor. Meist vergehen dann nur noch wenige Minuten, bis es beginnt kräftig zu regnen und zu hageln.

Faustregeln

Generell gilt: Auch wenn das Gewitter noch weit entfernt scheint, weil beispielsweise kein Donner zu hören ist, sollte man die Zugrichtung immer im Blick haben. Gegebenenfalls sollte man sich also frühzeitig für einen Abbruch der Wanderung entscheiden, dauert es doch meist auch eine gewisse Zeit, ehe man einen sicheren Unterstand erreicht. Sieht man Blitze am Horizont, aber hört noch keinen Donner, so ist das Gewitter mindestens 18 km entfernt. Denn auf dieser Distanz wird der Schall geschluckt. Sieht man hingegen Blitze und hört verzögert den Donner, so lässt sich schnell ausrechnen, wie weit das Gewitter noch entfernt ist. Die Faustregel lautet: „Dauer zwischen Blitz und Donner in Sekunden geteilt durch drei ergibt die Entfernung in Kilometern“.

Wo findet man Schutz?

Blitze können aber auch beim Wanderer einschlagen, wenn das Gewitter noch rund 5 km entfernt ist. Grund hierfür sind unterirdische Wasseradern oder bei Klettersteigen gespannte Drahtseile, die die Spannung übertragen. Liegen zwischen Blitz und Donner weniger als 30 Sekunden, wird es gefährlich. Spätestens jetzt sollte man sich in Sicherheit bringen. Dann gilt: weg von Gipfeln, Graten, exponierten Stellen wie Seilbahnstützen oder nassen Stellen. Sicherheit findet man dann in einer Hütte oder einer Biwakschachtel mit Blitzableiter, auch Wald bietet einen gewissen Schutz. Wird man dennoch von einem Gewitter überrascht, sollte man mit geschlossenen und angezogenen Beinen in die Hocke gehen, am besten auf einer isolierenden Unterlage (Rucksack).

Fast 65.000 Blitze am Sonntagshimmel

Hagel färbt die Wiese weiß

Von diesen exakt 64.494 Blitzen zum Wochenausklang entfiel fast genau die Hälfte auf Bayern, wo 33.403 Entladungen registriert wurden. Dahinter folgen Baden-Württemberg mit 20.733 und Rheinland-Pfalz mit 6.396 Blitzen.

Das waren die Landkreise, in denen es am öftesten blitzte und donnerte:

  1. Heilbronn 1.847 Blitze
  2. Landsberg am Lech 1.741 Blitze
  3. Landshut 1.713 Blitze
  4. Karlsruhe 1.630 Blitze
  5. Erding 1.446 Blitze
  6. Regensburg 1.446 Blitze
  7. Kulmbach 1.394 Blitze
  8. Ansbach 1.333 Blitze
  9. Schwäbisch Hall 1.317 Blitze
  10. Bayreuth 1.314 Blitze

Gut zu sehen ist der Schwerpunkt der Gewitter auch auf unserer Niederschlagsanalyse. Bei den Wetterstationen haben Ihringen (BW) und Ruppersecken (RP) mit je 38 l/m² die Nase vorn. Manche Gewitterzellen brachten aber sogar bis zu 70 Liter Regen, beispielsweise jene bei Dorfen in Bayern oder Heilbronn!

Regenmengen am Sonntag © UBIMET
Vor allem in der Südhälfte regnete es mit den Gewittern am Sonntag heftig. © UBIMET

Dementsprechend heftig sieht es auch auf Bildern und Videos aus, doch die Gewitter haben auch ihre schönen Seiten…

In den gleichen Regionen wie gestern drohen auch heute wieder einige heftige Gewitter. Schwerpunkte dürften Bayern und Baden-Württemberg, Thüringen und der Westen Sachsens sein. Mit dem Deutschen Unwetterradar bleibt ihr immer bestens informiert!

Stromschlag durch Blitz unter der Dusche

Kräftiges Gewitter mit Blitz und Donner.

Am Rande eines Höhentiefs über Polen gab es am Freitag besonders im Osten Deutschlands mehrere Schauer und Gewitter. Die meisten Blitzentladungen wurden in Nordbrandenburg und Mecklenburg verzeichnet.

Stromschlag durch 186-kA-Blitz

Gegen 19:25 zog am Freitagabend in Peckatel bei Plate in Mecklenburg ein Gewitter auf. Es handelte sich dabei um kein besonders starkes Gewitter, dennoch  gab es rund um den kleinen Ort mehrere Blitzeinschläge. Um 19:26 schlug in einem Einfamilienhaus sogar ein sehr kräftiger Blitz mit einer Stromstärke von 186 kA ein. In kürzester Zeit wurde dabei etwa 11.500 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.

In Peckatel in Mecklenburg erlitt ein Mann bei einem Gewitter einen Stromschlag unter der Dusche.
Blitzentladungen am Freitag © UBIMET

Indirekter Blitzschlag

Der Blitz verursachte erheblichen Sachschaden am Dachstuhl des Wohnhauses, zudem wurde in einem Nachbarhaus ein Mann unter der Dusche von einem Stromschlag getroffen. Er spürte danach ein anhaltendes Kribbeln in Armen und Beinen und musste zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Ursache dafür war die extrem große Spannung aufgrund des Blitzeinschlags, die durch das Wasser in die Dusche geleitet wurde. In diesem Fall war auch etwas Glück im Spiel: Wenn der Blitz das Haus des Mannes direkt getroffen hätte, wären die Folgen wohl wesentlich schlimmer gewesen.

Duschen bei Gewittern

Während in den meisten Neubauten mit Blitzschutz das Duschen im Zuge eines Gewitter unbedenklich ist, sollte man darauf in älteren Gebäuden ohne Blitzschutz unbedingt verzichten: Die meisten Wasserleitungen bestehen dort nämlich aus Metall und es kann eine mangelhafte Erdung vorliegen. Allgemeine Tipps zum Verhalten bei Gewittern, beispielsweise wie man die Gefahr indirekter Blitzschläge bzw. die Schrittspannung gering hält, gibt es hier: Verhaltensregeln bei Gewittern

 

Title-Photo: Derek Keats on VisualHunt.com / CC BY

Hagelunwetter bei Hartberg

Hagel

Der Alpenraum liegt derzeit zwischen einem Hoch über dem Mittelmeer und einem Tief über Weißrussland. Unter dem Einfluss einer nordwestlichen Höhenströmung gab es dabei am Samstag örtlich Schauer und Gewitter. Besonders betroffen waren die südöstlichen Landesteile, so gab es mit 1.098 die meisten Blitzentladungen im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld.

Im Berzirk Hartberg-Fürstendeld ging ein Hagelunwetter nieder.
Besonders im Südosten gab es kräftige Gewitter

Gewitterhotspot Hartberg

Bereits am Nachmittag zog knapp östlich von Hartberg ein kräftiges Gewitter durch, welches neben kräftigen Windböen für kleinen Hagelschlag sorgte. Diese Gewitterzelle zog unter Verstärkung über das Südburgenland nach Ungarn.

Das Hagelunwetter über Hartberg.
Radarbild um 18 Uhr © AustroControl /UBIMET

Hagelunwetter

Am späten Nachmittag bildetet sich dann ein weiteres Gewitter in den Fischbacher Alpen, welches unter rascher Verstärkung auf Hartberg traf. Hier kam es zu intensivem Hagelschlag, sogar die Autobahn wurde weiß eingefärbt.

Am Sonntag weitere Gewitter

Die Schauer- und Gewitterneigung bleibt am Sonntag vor allem im Bergland erhöht. Besonders von Vorarlberg bis zur Steiermark muss man über den Tag verteilt mit Schauern oder Gewittern rechnen, lokal besteht dabei die Gefahr von kleinem Hagel und Starkregen. Weitgehend trocken bleibt es dagegen im östlichen Flachland sowie teils auch im westlichen Donauraum.

Höhentief bringt Gewitter und Regen

Besonders im östlichen Bergland und im Südosten zeichnen sich wieder kräftige Gewitter ab.

Kräftige Gewitter am Dienstag

Am Dienstag scheint besonders im Süden und Osten zunächst zeitweise die Sonne, sonst ziehen bereits kompakte Wolken durch und am Vormittag gehen im Bereich der westlichen Nordalpen erste Schauer nieder. Am Nachmittag entstehen dann vermehrt Schauer und besonders in der Südosthälfte auch Gewitter. Vor allem im Bergland von den Tauern über die Obersteiermark bis zum Alpenostrand fallen die Gewitter mitunter auch kräftig aus mit der Gefahr von Starkregen und Hagel. In den Abendstunden greifen die Gewitter dann vermehrt auf den Süden und Südosten über.

Beosnders im östlichen Bergland und imSüdosten zeichnen sich kräftige Gewitter ab.
Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe am Dienstagabend. © UBIMET / NCEP

Kräftiger Regen im Südosten

Dienstagnacht gehen die Gewitter im Süden und Südosten in schauerartigen Regen über. Der Mittwoch beginnt dann trüb und vielerorts nass, im äußersten Südosten regnet es anfangs noch kräftig. Bis zum Vormittag lässt der Regen allmählich nach, besonders im Süden und im Bergland gehen tagsüber aber weitere Regenschauer nieder. Ein paar Sonnenstunden gibt es am Nachmittag von Vorarlberg bis zum Inn- und Mühlviertel. Die Temperaturen liegen vorübergehend unter dem jahreszeitlichen Mittel.

24 Stunden Niederschlag bis Mittwoch 14 Uhr. © UBIMET
Die größten Regenmengen gibt es im östlichen Bergland und im Süden. © UBIMET

Titelbild: © Christoph Matella

Spannungsgeladenes Festival am Salzburgring

Gewitter können am Donnerstag und Freitag aufziehen.

Nach einem freundlichen und mit bis zu 28 Grad sommerlich warmen Donnerstag steigt ab etwa 17:00 Uhr die Neigung zu teils heftigen Gewittern von Westen her markant an. Die Gewitter gehen mit kräftigem Regen, Hagel und Windböen von bis zu 70 km/h einher. Auch die offizielle Eröffnung des Festivals um 22:30 Uhr sowie die folgende Nacht stehen somit ganz im Zeichen von gewittrigen Bedingungen.

Gewittriger Freitag

Am Freitag prasselt von der Früh weg gewittrig durchsetzter Regen auf das Festivalgelände, dazu zeigt sich der Himmel grau in grau. Im Laufe des Tages mischen dann auch wieder Gewitter mit, die von Bayern her ins Salzburger Land ziehen. Diese bringen in erster Linie kräftigen Regen, 20 bis 40 Liter pro Quadratmeter sind durchaus möglich. Neben der Regenjacke empfiehlt sich auch ein Pullover, mehr als 20 Grad werden nämlich nicht erreicht.

Am Samstag meist schon trocken

Der Samstag startet mit einigen Restwolken, dazu gehen in den frühen Morgenstunden noch kurze Schauer nieder. Im Laufe des Vormittags lockert es dann immer großzügiger auf und die Sonne strahlt über dem Festivalgelände. Zu 100 Prozent beständig ist es aber nach wie vor nicht, denn ab etwa Mittag können die Quellwolken zu einzelnen Schauern heranwachsen. Im ungünstigsten Fall sind sogar Blitz und Donner mit dabei. Bei rund 24 Grad lässt es sich aber durchaus kurzärmlig zu den Beats tanzen.

Ruhige Abreise am Sonntag

Kaum ist das Festival vorbei, beruhigt sich das Wetter wieder spürbar. Zur Abreise der rund 180.000 Besucher am Sonntag scheint von früh bis spät die Sonne, mehr als ein paar zierende Quellwolken zeigen sich nicht am Himmel. Dazu wird es mit rund 26 Grad sommerlich warm, beste Bedingungen also, um das Festival ausklingen zu lassen.

Titelbild: visualhunt, https://visualhunt.com/f2/photo/34888894603/985c54182d/

Zunehmende Gewittergefahr

Die Gewittergefahr steigt an

Am Dienstag gab es im Süden und Westen kräftige Gewitter. Neben Starkregen und Hagel kam es örtlich auch zu stürmischen Böen. Anbei die höchsten gemessenen Windspitzen:

  • 75 km/h Lienz (T)
  • 72 km/h Innsbruck-Kranebitten (T)
  • 68 km/h Ferlach (K)
  • 65 km/h Reutte (T)
  • 65 km/h Villach (K)
Am Dienstag gab es im Süden und Westen kräftige Gewitter.
Blitzentladungen am Dienstag. © UBIMET

Noch heftiger ging es örtlich in Südtirol zur Sache: Der Ort Moena im Fassatal wurde am Nachmittag von einem heftigen Gewitter mit Starkregen und Hagelschlag getroffen, dabei kam es zu Überflutungen und Vermurungen.

Am Mittwoch sind im Bergland von Vorarlberg bis Salzburg und Oberkärnten weitere Gewitter zu erwarten. Neben der Blitzschlaggefahr kann es wieder zu Starkregen, kleinem Hagel und teils stürmischen Böen kommen.

Kräftige Gewitter am Donnerstag

Am Donnerstag scheint zunächst verbreitet die Sonne. In der feuchten Luft entstehen im Berg- und Hügelland jedoch bereits am Vormittag erste Quellwolken und die Gewitterneigung steigt an. Am Nachmittag breiten sich dann ausgehend vom Alpenhauptkamm teils kräftige Schauer und Gewitter aus. Örtlich zeichnet sich Unwettergefahr ab! Länger sonnig und trocken bleibt es im äußersten Osten, zudem wird es hier mit bis zu 32 Grad auch hochsommerlich heiß. In den Abendstunden steigt die Gewitterneigung aber auch hier an.

 

Photo-credit: Jerry Riedl on VisualHunt / CC BY-NC-SA

Trockenheit im Norden, Gewitter im Süden

Heftige Gewitter in Südosteruopa.

Bereits am Mittwoch stellt sich im Südwesten Deutschlands unbeständiges Wetter ein, so steigt die Gewitterneigung in einem Bereich vom südlichen NRW über Südhessen und Rheinland-Pfalz bis zum Alpenrand deutlich an. Lokal besteht die Gefahr von Starkregen, Hagel und stürmischen Böen.

Blitze und Hagel am Donnerstag

Am Donnerstag erfasst die schwülwarme Luftmasse die gesamte Südhälfte des Landes, somit muss man im Tagesverlauf von Hessen und Thüringen südwärts vermehrt mit Schauern und Gewitter rechnen. Die Hauptgefahr stellen die heftigen Regenmengen dar, örtlich sind wieder kleinräumige Überflutungen zu erwarten. Am Freitag beschränken sich die Gewitter auf den äußersten Süden, danach stellt sich wieder verbreitet stabiles Sommerwetter ein.

Extreme Trockenheit im Norden

Bereits seit dem Frühjahr leidet der Norden Deutschlands unter einer anhaltenden Trockenheit. Ursache dafür ist eine wiederkehrende Großwetterlage, so gibt es bereits seit Mai ungewöhnlich häufig Hochdruckgebiete über Nordeuropa: Stabile Hochdruckgebiet über Großbritannien oder Skandinavien lenken das Westwindband nördlich und südlich an Mitteleuropa vorbei, weshalb sich die Tiefdrucktätigkeit meist nur auf die Iberische Halbinsel oder Nordskandinavien beschränkt.

Im Norden besteht eine hohe Waldbrangefahr, im Süden gibt es dagegen Gewitter.
Hohe Waldbrandgefahr im Nordosten. © UBIMET

Hohe Brandgefahr

Besonders im Osten besteht bereits gebietsweise die höchste Waldbrandgefahrenstufe und in den kommenden Wochen spitzt sich die Lage weiter zu: Die Modelle deuten auf keine markante Änderung der Großwetterlage hin, somit ist besonders im Norden und Osten mit einer sehr hohen Gefahr von Wald- und Flächenbränden zu rechnen. Bereits ein kleiner Funke kann hier zu rasch anwachsenden Bränden führen.

Bedrohlich und malerisch zugleich: Mammatus

Auschnitt eines Strandes mit darüberliegenden Mammatuswoken

Die sogenannten Mammatus Wolken sind besonders im Sommer auf der Rückseite oder im Randbereich von kräftigen Gewittern zu sehen. Ihre Entstehung ist wissenschaftlich noch nicht ganz geklärt, aber es gibt einige Theorien dazu. Ihr Auftreten ist hauptsächlich im Sommer mit konvektiven Ereignissen verbunden, also bei ausgeprägten vertikalen Lufttransport innerhalb der Atmosphäre.

So geschehen auch am 1. Juli an der Küste Westfrankreichs nach einem kräftigen Gewitter:

Entstehung

Der Name kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „Beutel“ beziehungsweise „brustartig“. Aufgrund von Verdunstungsvorgängen an der Wolkenunterseite kann die Luftschicht unmittelbar unterhalb der Wolke labilisiert werden. Dies sorgt für Turbulenzen, so kommt es an der Wolkenuntergrenze zu einem ständigen Absinken und Aufsteigen der Luft. Dadurch entsteht dann diese Wolkenart, die auf die komplexen Prozesse in der Gewitterwolke hinweisen.


Auftreten können diese Wolken überall auf der Welt, allerdings sind die Auswölbungen an der Wolkenunterseite oft nur mäßig ausgeprägt. Je nach Wetterlage und Tageszeit können diese Wolke aber für ein spektakuläres Naturschauspiel sorgen.

Quelle Titelbild: © agatemeteo

447.746 Blitze im Juni

Blitzshow am Nachthimmel

In diesem vor allem in der ersten Hälfte sehr gewitterreichen Juni gingen über ganz Österreich verteilt exakt 447.746 Blitze nieder. Damit gab es ähnlich viele Blitzentladungen wie im Juni des Vorjahres, in dem es rund 420.000 mal blitzte. Der Juni bildet zusammen mit Juli und August üblicherweise die blitzreichste Zeit des Jahres.

Die Blitzverteilung im Juni
Die Blitzverteilung im Juni © UBIMET

Spitzenreiter Steiermark, Graz blitzreichste Stadt Österreichs

Mit exakt 184.754 Blitzen führt die Steiermark das Bundesländer-Ranking an, gefolgt von Niederösterreich mit gut 67.000 und Oberösterreich mit etwa 56.000 Entladungen. An letzter Stelle befindet sich mit Wien einmal mehr das flächenmäßig kleinste Bundesland, hier gab es nur 272 Blitze.

Mit rund zwölf Blitzen pro Quadratkilometer liegt das Burgenland hinsichtlich der Blitzdichte knapp vor der Steiermark mit rund elf Blitzen pro Quadratkilometer. Auf Gemeindeebene hat die Steiermark die Nase vorne, in Bad Gleichenberg wurden 48 Blitze pro Quadratkilometer registriert.

Stärkster Blitz im Burgenland

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurden im Burgenland gemessen. Spitzenreiter ist eine Entladung mit mehr als 301.000 Ampere in der Nacht auf den 9. Juni in Ritzing. In kürzester Zeit wurde dabei rund 19.000 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.

Hier die tabellarische Auflistung nach Bundesländern:

Bundesland Blitzentladungen Blitzdichte (Blitze/km²)
Steiermark 184.754 11,26
Niederösterreich 67.141 3,50
Oberösterreich 56.124 4,69
Burgenland 48.170 12,15
Kärnten 30.640 3,21
Salzburg 27.405 3,83
Tirol 23.532 1,86
Vorarlberg 9.708 3,72
Wien 272 0,66

Wetter zum Ferienstart

Zeugnisverteilung Start in die Ferien

Am Zeugnistag kräftige Gewitter

Am Freitag halten sich von der Früh weg dichte Wolken und stellenweise fällt bereits etwas Regen. Am Vormittag kommt dann für ein paar Stunden die Sonne zum Vorschein, in der schwülwarmen Luft entstehen aber rasch wieder Schauer und Gewitter. Die Gewitter können gerade in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland mit Starkregen und Hagel auch heftig ausfallen. Zumindest mit den Temperaturen geht es im Vergleich zu den Vortagen deutlich bergauf, je nach Sonnenschein werden 23 bis 28 Grad erreicht.

Sommercomeback ab dem Wochenende

Am Wochenende verlagert sich ein Hoch von Westeuropa allmählich zum Alpenraum. Somit stellt sich in Österreich freundliches Sommerwetter ein, selbst über dem Bergland ist die Gewittergefahr nur mehr gering. Die Höchstwerte liegen zwischen 24 und 33 Grad, dabei liegen die Hitzepole im Westen von Österreich. In der ersten Ferienwoche können sich die Schüler für ein paar Tage auf klassisches Badewetter freuen, dann sind auch in Ostösterreich verbreitet Spitzenwerte über der 30-Grad Marke zu erwarten. Allerdings nimmt die Gewittergefahr von Tag zu Tag wieder zu.

Hitzewelle am Mittelmeer

Wer in der ersten Ferienwoche einen Urlaub am Mittelmeer geplant hat, muss sich auf eine schweißtreibende Hitzewelle einstellen. Von Südspanien über Mallorca und Italien bis an die Obere Adria wird es nächste Woche mit Höchstwerten über 35 Grad extrem heiß.

Unwetter in Südosteuropa

Heftige Gewitter in Südosteruopa.

Die Kaltfront von Tief CATHY hat in den letzten Tagen aus Norden polare Luftmassen nach Mitteleuropa geführt. Mit Durchzug der Kaltfront gab es besonders im Südosten Österreichs am Donnerstag noch heftige Gewitter, wir berichteten darüber hier: Hagel und 70.000 Blitze. Mittlerweile ist die energiereiche Luft allerdings nach Süden abgedrängt worden.

Eine Kaltfront sorgt für hefitge Gewitter in Südosteuropa. © UBIMET / NCEP
Luftmassengrenze am Freitag über Europa. © UBIMET / NCEP

Zwillingstornado in Rumänien

Im Vorfeld der Kaltfront kam es Freitag neuerlich zu heftigen Gewittern, besonders betroffen von den Unwettern waren Mittelitalien, der Balkan und Teile der Türkei. Im Osten Rumäniens wurden im Umfeld der Stadt Cuca im Zuge eines Gewitters sogar zwei Tornados gleichzeitig beobachtet.

Starkregen und Überflutungen

In Osten und Südosten Italiens sowie in Teilen der Türkei kam es zudem örtlich zu ergiebigen Regenmengen in kurzer Zeit, weshalb Sturzfluten die Folge waren. Besonders betroffen waren die Abruzzen und die türkische Hauptstadt Ankara.

Blitz und Donner in Sotschi

Gewitter

Um 20 Uhr gibt es am Samstagabend den Anpfiff zum zweiten Gruppenspiel Deutschlands. Nicht nur aus sportlicher Sicht steht allerdings am Schwarzen Meer ein turbulenter Tag bevor, sondern auch aus meteorologischer Sicht. So gibt es bereits am Samstag in der Früh Schauer und Gewitter.

Höhentief bringt Gewitter

Das Schwarze Meer liegt derzeit am Rande eines Höhentiefs mit Kern über Osteuropa. Die kalte Höhenluft in der Höhe sorgt in Zusammenspiel mit dem 23 bis 25 Grad warmen Wasser für eine labile Schichtung der Atmosphäre. Mit einer südwestlichen Strömung bleibt die Schauer- und Gewitterneigung somit ganztags erhöht und auch am Abend ist die Wahrscheinlichkeit für Blitz und Donner hoch. Der Höchstwert liegt bei etwa 26 Grad, am Abend sinken die Temperaturen dann auf etwa 22 Grad.

Höhentief sorgt für Gewitter in Sotschi. © UBIMET / NCEP
Höhentief sorgt für Gewitter. © UBIMET / NCEP

Das letzte Gewitter bei einem Spiel der Deutschen Fußballnationalmannschaft ist übrigens nicht lange her, so fand die Rückkehr von Manuel Neuer vor wenigen Wochen bei Regen und Hagel in Klagenfurt statt. Wir hoffen jedenfalls, dass es bei den Eiskörnern bleibt und dass es heute Abend keine schlechte Kritik hageln wird!

Titelbild: Gewitter in Sotschi; shuttestock.com

Kaltfront sorgte für Temperatursturz und 70.000 Blitze

Am Donnerstag gab es in der Steiermark Hagel und Starkregen.

Nach einem hochsommerlichen Tag mit viel Sonnenschein und Temperaturen von bis zu 34,6 Grad in Wolkersdorf und Hohenau gab es ab dem Nachmittag kräftige Gewitter. Landesweit wurden 68.397 Blitze detektiert, davon 39.604 in der Steiermark. Blitzreichste Gemeinde war Birkfeld mit 1.590 Blitzen, gefolgt von Stanz im Mürztal mit 1.058 und Pöllau mit 996 Entladungen.

Steiermark 39.604
Oberösterreich 9.225
Kärnten 5.372
Burgenland 4.995
Salzburg 4.174
Tirol 3.409
Niederösterreich 1.468
Vorarlberg 140
Wien 10

Der stärkste Blitz mit einer Stromstärke von rund 214.000 Ampere wurde in der Gemeinde Greifenburg im Bezirk Spittal an der Drau in Kärnten registriert. Am Freitagmorgen wurden im östlichen Flachland nur noch 14 Grad gemessen, das sind 20 Grad weniger als noch am am Donnerstagnachmittag!

Am Donnerstag gab es knapp 70.000 Blitze. © UBIMET
Blitzentladungen am Donnerstag. © UBIMET

Regen, Hagel und Sturmböen

In Summe gab es allein in der Steiermark über 100 Feuerwehreinsätze. Besonders betroffen waren die Bezirke Weiz und Hartberg-Fürstenfeld. In Eichberg fielen innerhalb von wenigen Stunden rund 53 Liter pro Quadratmeter Regen. Ähnliche Regenmengen gab es in Gleisdorf (ST) mit 52 und in Kleinzicken (B) mit 50 Liter pro Quadratmeter. Neben kleinräumigen Überschwemmungen kam es besonders im Großraum von Graz auch zu Hagelschlag.

Weiters wurden in Innsbruck (T), Bad Radkersburg (ST) und Podersdorf (B) Sturmböen von bis zu 76 km/h verzeichnet. Diese sorgten für umgestürzte Bäume wie etwa auch in der Gemeinde Gnas in der Südoststeiermark, wo ein voll besetztes Auto erfasst wurde.

Kühles Wochenende, dann milder

Das Wochenende verläuft windig und kühl, die Temperaturen kommen dabei nicht über 13 bis 22 Grad hinaus. Am Sonntag ziehen auch ein paar Regenschauer durch, Unwetter sind aber keine zu erwarten. Auch zu Beginn der kommenden Woche liegt der Alpenraum noch unter dem Einfluss einer nördlichen Höhenströmung, in weiterer Folge macht sich aus Nordwesten aber ein Hochdruckgebiet bemerkbar. Die Temperaturen steigen somit Tag für Tag langsam an: Ab Mitte der Woche zeichnen sich besonders im östlichen Flachland wieder sommerliche Werte ab.

Kaltfront bringt am Donnerstag Sturm und Gewitter

Symbolbild für eine Sturmwarnung. © Olaf Naami; shutterstock.com

Hochsommerlich heiß

Das steuernde Tief liegt morgen über der Ostsee, vor der Front kann es nochmal ordentlich einheizen. Rund 30 Grad sind in der ganzen Osthälfte zu erwarten, bis 33 oder 34 Grad werden es im Osten und Nordosten Niederösterreichs.

Über den Alpen entwickeln sich im Laufe des Tages immer mehr Gewitter, die kräftigsten Exemplare erwarten wir etwa südlich der Linie Brenner-Semmering. Auch in Graz und Klagenfurt dürfte es morgen also krachen, einen Überblick der Gewittergefahr morgen haben wir hier zusammengestellt:

In diesen Regionen drohen am Donnerstag Gewitter!
In diesen Regionen drohen am Donnerstag Gewitter!

Doch auch in den übrigen Regionen wird es später noch gewittrig. Von Bayern her rauscht nämlich die angesprochene Kaltfront rein, mit der Front sind ebenfalls Blitz und Donner zu erwarten.

Juni-Sturm

Zwar sind die Windgeschwindigkeiten morgen bei weitem nicht so hoch wie bei ausgeprägten winterlichen Sturmlagen, die laubbedeckten Bäume bieten aber eine hohe Angriffsfläche. Besonders betroffen von stürmischem Wind sind die Regionen vom Karwendel bis zum Neusiedler See und nördlich davon, speziell mit Schauern und Gewittern kann der Nordwestwind ordentlich auffrischen.

In diesen Regionen droht am Donnerstag Sturm!
In diesen Regionen droht am Donnerstag Sturm!

Sowohl was Gewitter angeht, als auch Sturm beruhigt sich die Lage in der Nacht auf Freitag überall wieder. In der einfließenden kühleren Meeresluft besteht dann kein Unwetterpotential mehr.

Knapp 130.000 Blitze am Himmel über Österreich

Überflutung durch starken Regen © pixabay

Blitze, Hagel und Sturmböen

Zunächst entwickelten sich am frühen Nachmittag erste kräftige Gewitter am Alpenostrand, besonders betroffen war dabei der Bezirk Neunkirchen. Mit 12.813 Entladungen steht der Bezirk auf Platz 1 der Blitzstatistik für gestern, knapp gefolgt vom Bezirk Bruck-Mürzzuschlag. In Puchberg am Schneeberg kamen 116 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen. Dies entspricht fast der gesamten Monatsmenge eines durchschnittlichen Junis. Etwas später zog dann ausgehend von Unterkärnten eine markante Gewitterlinie über die Steiermark und das Südburgenland hinweg. Dabei wurden in Eisenkappel schwere Sturmböen von 100 km/h gemessen, in Graz sogar 112 km/h. Hier wurde ein 26-jähriger von einem Baum erschlagen.

Gut zu sehen sind die großen Regenmengen auf unserer Analysekarte:

Niederschlagssumme vom Dienstag © UBIMET
Niederschlagssumme vom Dienstag © UBIMET

Gewitterhotspot Steiermark

In Summe wurden landesweit 128.628 Blitze detektiert, davon 60.116 in der Steiermark, 26.958 in Niederösterreich und 14.860 in Oberösterreich. Blitzreichste Gemeinde war Mariazell (ST) mit 2.149 Blitzen, gefolgt von Schwarzau im Gebirge (NÖ) mit 1.955 Blitzen und Grünau im Almtal (OÖ) mit 1.853 Entladungen. Der stärkste Blitz mit einer Stromstärke von rund 253.000 Ampere wurde in der Gemeinde Gerlos in Tiroler Bezirk Schwaz registriert. Neben vollgelaufenen Kellern, kleinräumigen Überschwemmungen und Vermurungen wurden in Lieboch bei Graz sowie in Bad Mitterndorf auch zwei schwach ausgeprägte Tornados beobachtet. Schäden haben diese aber nicht verursacht.

Blitze am Dienstag © UBIMET
Blitze am Dienstag © UBIMET

Unwetter am Mittwoch, dann Beruhigung

Am Mittwoch lagert im Osten und Südosten des Landes noch immer sehr feuchte und labil geschichtete Luft. Speziell südöstlich der Linie Klagenfurt-St. Pölten gehen ab den Mittagsstunden erneut teils heftige Gewitter nieder. Dabei sind wieder große Regenmengen möglich, besonders in der Steiermark und im Südburgenland kommen Hagel und Sturmböen hinzu. Über Nacht erfasst dann kühlere, dafür aber auch deutlich stabiler geschichtete Luft das ganze Land. Folglich beruhigt sich das Wetter, in den kommenden beiden Tagen muss man dann kaum noch mit Gewittern rechnen.

276.647 Blitze

Blitze über Erding

Am Montag gab es südlich einer Linie Hunsrück-Spessart-Fichtelgebirge heftige Gewitter, die lokal großen Hagel und Überflutungen brachte. Vor allem Kaiserlautern war von heftigen Überflutungen betroffen, auch wenn es manche nicht ganz glauben wollten, wie das Video beweist:

Die Gewitter waren auch sehr blitzreich, so zuckten insgesamt 276.647 Blitze vom Himmel.

Blitze am Montag
Blitze am Montag © UBIMET

Im Süden auch am Dienstag Unwetter

Im Süden ist auch am Dienstag die Gefahr noch nicht gebannt. Vom Saarland bis nach Niederbayern und südlich davon ist wieder mit kräftigen Schauern und Gewittern zu rechnen. Dabei ist vor allem der Starkregen ein Problem. Punktuell sind wieder große Regenmengen und somit Überflutungen zu befürchten. Ab Mittwoch stellen sich dann ein paar ruhigere Tage ein.

Unwetter in der neuen Woche

Ein heftiges Gewitter zieht auf © pixabay

Montag

Zu Beginn der neuen Woche stehen teils heftige Gewitter auf dem Programm, am kräftigsten fallen diese an der Grenze zu Bayern aus. In Vorarlberg und Nordtirol geht es im Laufe des Nachmittags los, zum Abend hin dürfte es dann auch im Inn- und Mühlviertel krachen. Sonst bilden sich über den Zentralalpen ein paar Hitzegewitter.

Hier drohen am Montag Unwetter © UBIMET
Hier drohen am Montag Unwetter © UBIMET

Dienstag

Am Dienstag besteht mit Ausnahme Unterkärntens und der Südsteiermark verbreitet Unwettergefahr! Von der Früh weg gehen Gewitter nieder, diese haben Hagel und Starkregen mit dabei. Daran ändert sich auch tagsüber nicht viel, zum Abend hin gehen die Gewitter von Bayern her in den Nordalpen mehr und mehr in anhaltenden Regen über!

Hier drohen am Dienstag Unwetter © UBIMET
Hier drohen am Dienstag Unwetter © UBIMET

Mittwoch

Zur Wochenmitte schüttet es nördlich des Hauptkamms wie aus Kübeln, 50-70 l/m² sind lokal möglich. Dadurch kann es zu Überflutungen, Vermurungen und Hangrutschungen kommen. Abseits davon muss man mit zahlreichen heftigen Gewittern rechnen, die sehr große Regenmengen bringen können! In Summe wird dies also der turbulenteste Tag der Woche.

Hier drohen am Mittwoch Unwetter © UBIMET
Hier drohen am Mittwoch Unwetter © UBIMET

Donnerstag

Hinter der Kaltfront strömt am Donnerstag deutlich stabilere Luft von Norden heran. Gewitter sind somit kein Thema mehr, dafür frischt der Wind auf. Böen von 60 bis 70 km/h gibt es in:

  • den Fischbacher Alpen
  • der Buckligen Welt
  • im Mittelburgenland
  • im Rax-Schneeberg-Gebiet
Hier drohen am Donnerstag Unwetter © UBIMET
Hier drohen am Donnerstag Unwetter © UBIMET

Freitag

Am Freitag sind nur im Umfeld des Alpenhauptkamms sowie generell im Südwesten ein paar Gewitter zu erwarten. Diese besitzen aber kein Unwetterpotential!

Hier drohen am Freitag Unwetter © UBIMET
Hier drohen am Freitag Unwetter © UBIMET

Trend für das Wochenende

Für das kommende Wochenende lässt sich noch nicht allzu viel sagen. Eine gröbere Unwetterlage scheint aus heutiger Sicht aber eher unwahrscheinlich. Durchatmen hieße das also für alle von Unwettern betroffenen Menschen der vergangenen Wochen!

Titelbild: www.pixabay.com

Am Samstag in der Mitte und im Süden wieder heftige Gewitter

Heftiges Gewitter am Nachthimmel © UBIMET / Stormhunters Austria

Hoch vs. Tief

Der Grund für das anhaltend gewittrige Wetter ist auf der Großwetterlage für heute gut erkennbar. Über dem Balkan dreht sich ein Höhentief, dieses labilisiert im Süden der Bundesrepublik die Atmosphäre. Die Luftdruckgegensätze sind nur gering, daher wird die feucht-labile Luft einfach nicht ausgeräumt. Und so kocht die kräftige Junisonne die Luft Tag für Tag neu auf, wie in einem Suppentopf beginnt es wieder zu brodeln. Das Hoch über Polen sorgt dagegen nach Norden und Nordosten zu für anhaltend trockenes und stabiles Sommerwetter.

Die Wetterlage am Samstag in Europa. © UBIMET / GFS
Die Wetterlage am Samstag in Europa. © UBIMET / GFS

Heute muss man südlich der gedachten Linie Emsland-Harz-Berlin mit teils kräftigen Gewittern rechnen, losgehen wird es teilweise schon gegen Mittag. Da die Gewitter wieder nur sehr langsam ziehen, muss man mit erheblichen Regenmengen in kurzer Zeit rechnen, 50 bis 70 l/m² sind durchaus möglich.

Schon gestern hat es vielerorts gekracht, gut zu erkennen an unserer Analyse der Niederschlagssummen. Dabei kam es – wie so oft bei Gewittern – auf kleinstem Raum zu großen Unterschieden bei den Regenmengen. Beispiel: Leutkirch (Allgäu) kamen 80 l/m² zusammen, im nur wenige km entfernten Wangen dagegen nur rund 7 l/m².

Niederschlagssumme vom Freitag © UBIMET
Niederschlagssumme vom Freitag © UBIMET

Insgesamt am meisten prasselte allgemein im Süden Baden-Württembergs vom Himmel, lokal gab es hier 80 bis 90 l/m²!

Blitzspektakel

153.805 Blitzentladungen waren es gestern ganz exakt. An der Spitze der Hitliste liegt Bayern mit 68.427 Entladungen, dicht gefolgt von Baden-Württemberg mit 55.906 Blitzen, Rang 3 geht an Nordrhein-Westfalen mit 16.184 Entladungen.

Blitze am Freitag. © UBIMET
Blitze am Freitag. © UBIMET

Noch deutlich heftiger ging es in Slowenien zu, wie das folgendes Video beweist. Bei Hagelkörnern von bis zu 10 cm im Durchmesser möchte wohl niemand live dabei sein…

Auch heute wieder heftige Gewitter

Heftiges Gewitter am Nachthimmel © UBIMET / Stormhunters Austria

Der Grund für das anhaltend gewittrige Wetter ist auf der Großwetterlage für heute gut erkennbar. Über dem Balkan dreht sich ein Höhentief, dieses labilisiert bei uns die Atmosphäre. Das Hoch über Polen ist schlicht zu weit weg, um bei uns für stabile Verhältnisse zu sorgen.  Die Luftdruckgegensätze sind nur gering, daher wird die feucht-labile Luft einfach nicht ausgeräumt. Und so kocht die kräftige Junisonne die Luft Tag für Tag neu auf, wie in einem Suppentopf beginnt es wieder zu brodeln.

Die Wetterlage am Samstag in Europa. © UBIMET / GFS
Die Wetterlage am Samstag in Europa. © UBIMET / GFS

Gewittriges Bergland

Heute müssen wir speziell im Bergland mit Gewittern, los geht’s hier ab etwa 11:00-12:00 Uhr. Auch im Mühl- und Waldviertel kann es krachen. Wie schon die vergangenen Tage sind Starkregen und viel kleinkörniger Hagel die Hauptgefahren, Sturm ist eher kein Thema. Deutlich geringer ist die Gewittergefahr heute abseits der Berge in Ober- und Niederösterreich, in Wien und im Burgenland. Doch auch hier sind einzelne Entwicklungen möglich!

Schon gestern hat es vielerorts gekracht, gut zu erkennen an unserer Analyse der Niederschlagssummen. Dabei kam es – wie so oft bei Gewittern – auf kleinstem Raum zu großen Unterschieden bei den Regenmengen. Beispiel: Am Flughafen in Salzburg kamen 27 l/m² zusammen, im nur wenige km entfernten Piding (Bayern) dagegen nur 3 l/m².

Niederschlagssumme vom Freitag © UBIMET
Niederschlagssumme vom Freitag © UBIMET

Insgesamt am meisten prasselte in der Steiermark zwischen Graz und der Koralpe vom Himmel. Lokal gab es hier mehr als 50 l/m²!

Tausende Blitze

22.896 Blitzentladungen waren es gestern ganz exakt. An der Spitze der Hitliste liegt wieder einmal die Steiermark mit 6.355 Entladungen, dicht gefolgt von Oberösterreich mit 6.244 Blitzen, Rang 3 geht an das Burgenland mit 4.458 Entladungen.

Blitze am Freitag. © UBIMET
Blitze am Freitag. © UBIMET

Noch deutlich heftiger ging es bei unseren Nachbarn in Slowenien zu, wie folgendes Video beweist. Bei Hagelkörnern von bis zu 10 cm im Durchmesser möchte wohl niemand live dabei sein…

Gewittriger Abend im Süden

Blitze zucken am Himmel @pixabay

20:30 Uhr – Niederschlagssumme bis 20 Uhr

Die Analyse der Niederschlagssumme der letzten 6 Stunden zeigt, welche Regionen bis jetzt am meisten betroffen waren: Vor Allem der Bregenzerwald, der westliche Donauraum und die Weststeiermark.  Die Nacht geht aber im Südosten gewittrig weiter!

6-stündige Niederschlagssumme bis 20 Uhr  © UBIMET
6-stündige Niederschlagssumme bis 20 Uhr © UBIMET

19:30 Uhr – Superzelle in Slowenien

Eine Superzelle bringt derzeit sehr großen Hagel knapp südlich von Marburg in Slowenien. Die Zelle zieht nach Nordosten und konnte den äußersten Süden der Steiermark streifen.  Ein nahezu ortsfestes Gewitter hat sich im nördlichen Innviertel gebildet: Hier ist die Überflutungsgefahr erhöht!

Radar- Blitz- und Satellitendaten um 19:15 Uhr - © UBIMET, EUMETSAT, nowcast, Austrocontrol
Radar- Blitz- und Satellitendaten um 19:15 Uhr – © UBIMET, EUMETSAT, nowcast, Austrocontrol

18:20 Uhr – OÖ und Steiermark sind die Hotspots

Die stärkste Gewitter sind derzeit zwischen dem Inn- und dem Hausruckviertel zu finden. Auch in der westlichen und nordwestlichen Steiermark bilden sich gerade neue Zellen. Im Süden zieht teils kräftiger Regen aus Slowenien auf: Hier ist die Unwettergefahr bereits geringer.

Blitzdaten um 18:20 Uhr - © UBIMET, nowcast
Blitzdaten um 18:20 Uhr – © UBIMET, nowcast

17:20 Uhr – Gewitterzelle für Graz?

Eine starke Gewitterzelle hat sich in der Südweststeiermark gebildet und konnte in etwa 30 Minuten Graz erwischen!

Radar- Blitz- und Satellitendaten um 16:55 Uhr - © UBIMET, EUMETSAT, nowcast, Austrocontrol
Radar- Blitz- und Satellitendaten um 16:55 Uhr – © UBIMET, EUMETSAT, nowcast, Austrocontrol

16:50 Uhr – Erste Gewitter in der Weststeiermark

Auch in der Südweststeiermark, zwischen der Koralpe und der Packalpe, geht es jetzt richtig los. Hier haben wir bereits rot gewarnt: Überflutungen und größen Hagelkörner sind wahrscheinlich. Auf UWZ.AT kann man unsere Warnkarte live verfolgen!

UWZ Warnkarte um 16:40 Uhr - © UBIMET
UWZ Warnkarte um 16:40 Uhr – © UBIMET

16:20 Uhr – Kräftige Gewitterzellen zwischen Kroatien und Slowenien

Die kräftigsten Gewitter Europas sind jetzt in Kroatien zu finden. Diese sollten dann gegen Abend auch den Süden und Südosten Österreichs erreichen.

Radar- Blitz- und Satellitendaten um 15:45 Uhr - © UBIMET, EUMETSAT, nowcast
Radar- Blitz- und Satellitendaten um 15:45 Uhr – © UBIMET, EUMETSAT, nowcast

15:50 Uhr – Salzburg und Bregenz direkt betroffen!

Bis jetzt haben die stärkste Gewitter, mit 15 bis 20 l/m² und Windböen bis 60 km/h die Landeshauptstädte Salzburg und Bregenz direkt erwischt. Hier ein Bild vom Salzburger Flughafen vor dem Gewitter:

Webcam-Bild vom Salzburger Flughafen um 14 Uhr - Quelle: https://livecam.salzburg-airport.com/#
Webcam-Bild vom Salzburger Flughafen um 14 Uhr – Quelle: https://livecam.salzburg-airport.com/#

Beitragsbild: pixabay.com

Verhaltensregeln bei Gewittern

Gewitter mit Blitz

Allgemein kündigt sich ein Blitz nicht an und kann manchmal auch mehrere Kilometer von der Gewitterwolke entfernt einschlagen. Blitze schlagen zudem nicht immer an den höchsten Objekten ein und können durchaus auch mehr als einmal den selben Punkt treffen.

Gefahrenquelle Blitz

Bei  einem Gewitter besteht nicht nur die Gefahr, dass man direkt von einem Blitz getroffen wird, sondern auch das Risiko, in der Nähe eines Einschlags zu sein. Dabei springt der Blitz aufgrund der extrem hohen Spannung auf alle Stromleiter im unmittelbaren Umfeld über – schwere Verletzungen sind die Folge. Weiters gibt es auch die Gefahr der Schrittspannung: Wenn ein Blitz in unmittelbarer Nähe am Boden einschlägt, kann der Strom durch den menschlichen Körper fließen, wenn man im Zuge eines Schrittes den Boden an zwei unterschiedlichen Punkten mit unterschiedlichem elektrischen Potential berührt. Alleine in Deutschland und Österreich sterben jedes Jahr rund 10 Menschen an den Folgen eines direkten oder indirekten Blitzschlages! Besonders gefährdet sind meist Landwirte und Sportler (besonders Wanderer, Bergsteiger, Golfspieler, aber auch Fußballer und Wassersportler!)

10.000 Grad bei Blitzschlag

Bei einem Blitzschlag werden durchschnittliche Stromstärken von 20.000 Ampere gemessen, vereinzelt werden aber sogar mehr als 250.000 Ampere erreicht. Die Temperatur kann direkt im Blitzkanal kurzzeitig auf mehrere 10.000 Grad steigen. Das explosionsartige Verdampfen des Wassers löst eine Schockwelle aus, die man in weiterer Folge als Donner wahrnimmt.

Wo findet man Schutz?

Wenn man sich im Freien befindet sollte man hohe sowie generell stromleitende Gegenstände meiden sowie fern vom Wasser bleiben. Am besten ist der Unterschlupf in einem Haus mit verschlossenen Fenstern und Türen oder im Auto. Ist man im Freien, sollte man folgende Notmaßnahmen beachten:

  • Auf den Boden kauern, am besten in einer Mulde oder Senke. Die Beine müssen dabei eng beieinander stehen um die Schrittspannung gering zu halten. Im Notfall ist es jedenfalls besser zu hüpfen als zu laufen.
  • Nicht unter einzelstehenden Bäumen (ganz egal welche Baumart) oder Stromleitungen Schutz suchen!
  • Im Gebirge sollte man sich von Graten und Gipfeln fernhalten und Stahlseile, Seilbahnen und Skilifte meiden. Nahe einer Felswand gibt es ein relativ sicheres Dreieck, dessen Seitenlänge am Boden der Höhe der Wand entspricht.
  • Wenn man keinen Donner mehr hört, bedeutet das nicht, dass das Gewitter vorbei ist. Blitze können weit entfernt von der Wolke einschlagen. Deshalb ist es auch wichtig, dass man nach dem vermeintlich letzten Donner noch für längere Zeit in Sicherheit bleibt.
  • Lokalen Wetterbericht studieren und die Tour entsprechend planen. Bei einer erhöhter Gewitterneigung sollte man nur kurze Touren mit Ausstiegs- oder Schutzmöglichkeiten durchführen.
  • Stets den Himmel beobachten : So erkennt man, ob sich in der Nähe mächtige Quellwolken bzw. Gewitter entwickeln.

 

Kräftige Gewitter am Freitag

Gewitter mit Blitz.

Ein Höhentief zieht am Freitag von West nach Ost über Mittelitalien hinweg. Die damit verbundene Temperaturabnahme in höheren Luftschichten führt in Zusammenspiel mit den sehr feuchten und energiereichen Luftmassen zu einer zunehmend labil geschichteten Luft über dem Balkan. Weiters nimmt auch der Höhenwind zu, weshalb hier langlebige und großräumige Gewitterkomplexe zu erwarten sind. In den Abendstunden erfassen diese voraussichtlich den Südosten Österreichs und in der Nacht ist auch im Osten Österreichs gewittrig durchsetzter Regen nicht ganz ausgeschlossen. Besonders in der südlichen Steiermark und im Südburgenland besteht die Gefahr von Sturmböen, Hagel und Starkregen.

Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe. © UBIMET
Druckverteilung am Freitag in etwa 5.500 m Höhe. © UBIMET

Sturzflutgefahr in Deutschland

Von Niedersachsen bis zum Alpenrand lagert weiterhin eine bodennahe Tiefdruckrinne, in der extrem feuchte Luft eingeschlossen ist. Bei nur schwachem Höhenwind entstehen hier im Tagesverlauf wieder teils ortsfeste Gewitter, welche lokal für ergiebige Regenmengen in kurzer Zeit sorgen. Weiters ist örtlich auch Hagelschlag möglich.

Gewitterpotential am Freitag. © UBIMET
Gewitterpotential am Freitag. © UBIMET

Gewitter über der Adria

Bereits in der Früh sind am Satellitenbild die betroffenen Regionen erkennbar. Das Höhentief dreht sich derzeit über Korsika ein und sorgt an seiner Ostflanke für einen großräumigen Gewitterkomplex über der Adria. Im Westen Deutschlands erkennt man im Bereich der Tiefdruckrinne dagegen viele Wolken, zudem gehen besonders im Westen bereits ein paar Schauer und einzelne Gewitter nieder. Dazwischen erkennt man in Süddeutschland und Österreich das hohe Feuchtigkeitsangebot anhand der tiefliegenden, hochnebelartigen Wolken.

Satellitenbild und Blitze am Freitag um ( Uhr. © EUMETSAT / UBIMET
Satellitenbild und Blitze am Freitag um 8 Uhr. © EUMETSAT / UBIMET

Gewitterreicher Mittwoch

Gewitterturm nahe Wien ©StormhuntersAustria

Wie schon in den Tagen zuvor ist ein Gewitterhotspot wieder der Südosten des Landes, hier besteht aufgrund der gesättigten Böden lokal wieder Überflutungsgefahr! Auch in Wien besteht heute ein erhöhtes Potenzial für heftige Gewitter. Hagel und Starkregen ist auch in der Bundeshauptstadt möglich. Ein weiterer Schwerpunkt liegt entlang der Nordalpen vom Bodensee bis ins Salzkammergut, auch hier sind punktuell Unwetter zu erwarten.

Unwetterrisko ©Ubimet
Das Unwetterrisiko am Mittwoch ©Ubimet

Bereits um 10 Uhr erste Gewitter

Mit den Gewittern geht es schon sehr früh los, so sind bereits um 10 Uhr erste Gewitter zwischen der Koralpe und der Raxregion entstanden.

Satellitenbild von 10 Uhr ©Ubimet, Eumetsat
Satellitenbild von 10 Uhr zeigt bereits erste Gewitter ©Ubimet, Eumetsat

Und ab den Mittagsstunden muss man verbreitet mit Gewittern rechnen, die vor allem im Osten erst im Laufe der Nacht endgültig abklingen. Gering ist die Gewittergefahr in Teilen von Oberösterreich, wo bereits die letzten Wochen viel zu trocken verliefen. Vom Innviertel bis in den Linzer Zentralraum bleiben Gewitter die Ausnahme.

Flugzeug in den USA durch Hagel stark beschädigt

Ein Flugzeug fligt durch eine Wolke.

Ein Airbus-Passagierflug der American Airlines mit Route von San Antonio nach Phoenix ist Sonntagnacht über New Mexiko in ein heftiges Gewitter geraten. Das Flugzeug ist dabei unmittelbar durch den Kern der Gewitterzelle geflogen und wurde dabei durch große Hagelkörner massiv beschädigt.

Der Pilot musste eine Notlandung in El Paso in Texas durchführen, dabei kam keiner der 130 Passagiere bzw. 5 Besatzungsmitglieder zu Schaden. Die Gewitter waren allerdings äußert kräftig, so gab es in dem Bereich, wo das Flugzeug durch das Gewitter geflogen ist, Hagelmeldungen in der Größe von Tennisbällen. Bei der Überlagerung von Wetterradardaten und Flugzeugposition erkennt man eindrücklich, wie das Flugzeug quer durch den Hauptaufwind geflogen ist.

Gewitterentwicklung am Satellitenbild. © NOAA
Gewitterentwicklung am Satellitenbild. © NOAA

Die Gewitterhauptstadt Österreichs

Sonne und Wolken in Graz.

Für die Entstehung von Gewittern sind grundsätzlich drei Zutaten notwendig: Ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit, eine labile Schichtung der Atmosphäre sowie ein Mechanismus, der die Luft zum Aufsteigen bringt. Letzteres kann beispielsweise ein Zusammenströmen der Luft in Bodennähe oder eine Front sein. Für die Entstehung schwerer Gewitter ist zusätzlich noch eine Zunahme der Windgeschwindigkeit mit der Höhe notwendig, da diese den Gewittern ermöglicht, sich über längere Zeit hinweg am Leben zu erhalten.

Blitzreiche Steiermark

Graz hat „die Ehre“ die blitzreichste Hauptstadt ihrer geographischen Lage am Rande der Alpen zu sein. Die Stadt liegt im sogenannten Grazer Becken und wird umgeben vom Grazer Bergland im Norden und dem Oststeirischen Hügelland im Süden. Dabei stellt die im Südosten Österreichs oft sehr warme und feuchte Luft aus dem nahen Mittelmeerraum in Zusammenspiel mit dem Steirischen Bergland eine besonders gute Voraussetzung für Gewitter dar, da hohe Luftfeuchtigkeit zusätzliche Energie für kräftige Gewitterentwicklungen bietet.

Zugrichtung: Graz

Sehr oft entstehen die Gewitter im angrenzenden Berg- und Hügelland der West- und Obersteiermark: Ganz besonders im Semmering-Wechsel-Gebiet, in den Fischbacher Alpen, im Bereich der Niederen Tauern oder über der Koralpe, da es hier regelmäßig zu zusammenströmenden Winden aus unterschiedlichen Richtungen kommt. Bei einer meist südwest- bis nordwestlichen Höhenströmung ziehen die Gewitter dann in Richtung Graz. Der Grazer Hausberg Plabutsch, der an der westlichen Stadtgrenze in einer Nord-Süd-Ausrichtung liegt, stellt mit seinen 754 m keine Barriere dar. Auch am Montag gab es wieder kräftige Gewitter, welche ausgehend von den Fischbacher Alpen in Richtung Südsteiermark gezogen sind, siehe auch hier: Großer Hagel in der Steiermark.

Anbei die Gesamtanzahl an Blitzen im 2017:

Graz 3.021
Klagenfurt 2.074
Innsbruck 2.036
Salzburg 1.444
Wien 1.365
Linz 1.184
Bregenz 668
Sankt Pölten 528
Eisenstadt 291

Großer Hagel in der Steiermark

Hagel

In Summe gab es am Montag 40.589 Blitze, davon allein 22.675 in der Steiermark. Auf Gemeindeebene lag der Hotspot in St. Veit in der Südsteiermark mit 1.012 Blitzen. Anbei die blitzreichsten Bezirke:

  • 4.661 Südoststeiermark
  • 3.729 Leibnitz
  • 3.657 Graz-Umgebung
Blitze am Montag. © UBIMET
Blitze am Montag. © UBIMET

 

Während in den letzten Wochen vor allem die großen Regenmengen in kurzer Zeit für Schäden gesorgt haben, kam es gestern unmittelbar südlich von Graz auch zu großem Hagel mit Durchmessern von bis zu 5 cm.

Das kräftige Gewitter am Montagnachmittag südlich von Graz. © AustroControl / UBIMET
Das kräftige Gewitter am Montagnachmittag südlich von Graz. © AustroControl / UBIMET

Weitere Gewitter am Dienstag

Die Gewitterneigung bleibt bis auf Weiteres hoch. Somit sind auch am Dienstag ausgehend vom östlichen Berg- und Hügelland wieder Schauer und Gewitter zu erwarten. Besonders in der südlichen Steiermark und im Südburgenland besteht dabei neuerlich die Gefahr von Hagelschlag, da die Luftschichtung hier durch die hohe Feuchtigkeit in tiefen Lagen besonders labil ist.

Hagel in Graz. © Alexander Renner
Hagel in Graz am Montagnachmittag. © Alexander Renner

Großer Hagel

Nicht bei jeder Gewitterlage kommt es zu großem Hagel. In der Regel passiert dies vor allem Wetterlagen mit zumindest mäßig ausgeprägten Höhenwinden, da diese zu einer längeren Lebensdauer der Gewitter führen. Gestern war dies aber nicht der Fall: Bei nur schwachem Höhenwind und sehr viel Feuchtigkeit in tiefen Luftschichten war die Luftschichtung in der südlichen Steiermark allerdings äußerst labil. So wurde im Radiosondenaufstieg in Zagreb am frühen Montagnachmittag auch ein sehr hoher CAPE-Wert ermittelt (ein Maß für die zur Verfügung stehende Energie zur vertikalen Luftbewegung). Der Aufwind innerhalb des Gewitters war also so stark, dass die Hagelkörner innerhalb der Wolken lange wachsen konnten, bevor die Schwerkraft sie zu Boden fallen lies.

Radisondenaufsteig von Zagreb am frpühen Montagnachmittag. © http://weather.uwyo.edu
Radiosondenaufstieg von Zagreb am Montag. © http://weather.uwyo.edu

Am Samstag im Nordosten teils kräftige Gewitter

Gewitter mit Blitz.

Der Mai 2018 ist im Nordosten Deutschlands außergewöhnlich warm und sonnig verlaufen, allerdings auch viel zu trocken. So erreichten die Niederschlagsmengen in Teilen von Nordbrandenburg und Mecklenburg-Vorpommern lediglich 10 % vom Monatssoll, weshalb die Waldbrandgefahr erheblich angestiegen ist. Heute ist in diesen Regionen zumindest gebietsweise Regen in Sicht. Nach der langen Trockenheit besteht dafür jedoch örtlich die Gefahr von kleinräumigen Überflutungen: Die Gewitter verlagern sich nur sehr langsam und die Luft ist äußerst feucht.

Gewitterpotential am Samstag. © UBIMET
Gewitterpotential am Samstag. © UBIMET

Einzelne Schauer und Gewitter sind im Tagesverlauf auch im Südwesten und am Alpenrand zu erwarten, die Unwettergefahr hält sich aber in Grenzen. In den zuletzt von Unwetter betroffenen Regionen im Westen und in der Mitte des Landes bleibt es dagegen weitgehend trocken.

Österreichweit 329.891 Blitze im Mai

Gewitter Blitz

Normalerweise beginnt die Gewittersaison im Mai eher gemächlich und findet erst in den Sommermonaten Juni, Juli und August ihren Höhepunkt. Dieser Mai verlief aber nicht nur ungewöhnlich warm sondern auch außergewöhnlich blitzreich, so gab es an 30 von 31 Tagen Blitz und Donner in Österreich. Verantwortlich dafür war die ungewöhnlich beständige, gradientschwache Wetterlage mit feuchter und labil geschichteter Luft in Zusammenspiel mit der gebirgigen Topographie Österreichs. Mit 329.891 Blitzen gab es sogar mehr als doppelt so viele Entladungen wie im Mai 2017, in dem es rund 139.818 Entladungen gab.

Blitzverteilung im Mai 2018. @ UBIMET
Blitzverteilung im Mai 2018. @ UBIMET

Hotspot Niederösterreich

Mit exakt 109.647 Blitzen führt Niederösterreich das Bundesländer-Ranking an, gefolgt von der Steiermark mit 72.573 und Oberösterreich mit 56.892 Entladungen. An letzter Stelle befindet sich einmal mehr das flächenmäßig kleinste Bundesland Wien, auch hier gab es aber immerhin 5.350 Blitze. Wien liegt zudem an erster Stelle, wenn man sich die Blitzdichte anschaut: Mit 12,9 Blitzen pro Quadratkilometer liegt die Hauptstadt deutlich vor Niederösterreich mit nur 5,7 Blitze pro Quadratkilometer. Hauptsächlich verantwortlich dafür war ein außergewöhnlich intensives Gewitter am Abend des 2. Mai.

Bundesland Blitzanzahl Blitze/km²
Niederösterreich 109.647 5,7
Steiermark 72.573 4,4
Oberösterreich 56.892 4,8
Kärnten 32.942 3,5
Burgenland 19.856 5,0
Tirol 14.298 1,1
Salzburg 11.032 1,5
Vorarlberg 7.301 2,8
Wien 5.350 12,9

Österreich Gesamt: 329.891 Entladungen (Dichte: 3,93 Blitze/km²)

Größte Blitzdichte in Wien-Penzing

Der blitzreichste Bezirk war im Mai Wien-Umgebung mit insgesamt 10.501 Entladungen. Relativ gesehen mit 37 Blitze pro Quadratkilometer war allerdings der Wiener Bezirk Penzing der Spitzenreiter, gefolgt von Hietzing mit 29 Blitzen und Mödling mit 26 Blitze pro Quadratkilometer.Auf Gemeindeebene liegen die Spitzenreiter allesamt in Niederösterreich, angeführt von Purkersdorf mit knapp 54 Blitze pro Quadratkilometer.

Blitzverteilung in Wien im Mai 2018. @ UBIMET
Blitzverteilung in Wien im Mai 2018. @ UBIMET

Stärkster Blitz in Oberösterreich

Die Kraft eines Blitzes wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Der stärkste Blitz des Landes wurden in Oberösterreich registriert. Spitzenreiter ist eine Entladung mit mehr als 342.000 Ampere am Abend des 24. Mai in Piberbach (Linz-Land): In kürzester Zeit wurde dabei rund 20.000 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.

342.400 Ampere Piberbach (OÖ)
330.500 Ampere Rutzenham (OÖ)
323.500 Ampere Waidhofen an der Ybbs (NÖ)
290.900 Ampere Faistenau (S)
289.400 Ampere Zams (T)

Die meisten Gewittertage gab es dagegen in Kärnten, so wurden im Bezirk Villach-Land in Summe an 22 Tagen Blitze detektiert. An zweiter Stelle liegen mit 21 Tagen die Bezirke Sankt Veit an der Glan und Feldkirchen in Kärnten sowie Reutte in Tirol.

Am Donnerstag örtlich heftige Gewitter

Heftige Gewitter Europa

Mitteleuropa liegt am Donnerstag zwischen einem Tiefdruckgebiet mit Kern über dem Ostatlantik und einem Hoch über Skandinavien. Von den Benelux-Ländern quer über Deutschland bis hin zum Ostalpenraum erstreckt sich dabei eine bodennahe Tiefdruckrinne, also ein Bereich mit zusammenströmenden Winden aus unterschiedlichen Richtungen. Diese Konvergenz fördert die Hebung der Luft und somit die Entstehung von Schauern und Gewittern. In den Abendstunden nähert sich zudem ein Höhentrog aus Südfrankreich: Die damit verbundene Abkühlung in in der Höhe sorgt für eine weitere Labilisierung der Luftschichtung,  weshalb die Gewittergefahr in der Schweiz, in Südwestdeutschland und in Vorarlberg weiter ansteigt.

Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe. © NCEP / UBIMET
Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe. © NCEP / UBIMET

Zunächst sind vor allem entlang des flachen Bodentiefs vermehrt Schauer und Gewitter zu erwarten, also in einem breiten Streifen von den Benelux-Ländern über NRW und Hessen bis nach Bayern, sowie allgemein im Berg- und Hügelland wie etwa in Kärnten und in der Steiermark. Die Hauptgefahr stellen einmal mehr die extremen Regenmengen in kurzer Zeit dar, zudem ist örtlich auch Hagel möglich. In den Abendstunden steigt die Gewittergefahr in der Schweiz, in Südwestdeutschland und in Vorarlberg weiter an.

Gewitterpotential am Donnerstag. © UBIMET
Gewitterpotential am Donnerstag. © UBIMET

Gewitter sorgen für lokale Überflutungen

Überschwemmung Starkregen

Besonders im Südosten Österreichs sowie in der Mitte und im Westen Deutschlands sind am Dienstagnachmittag heftige Gewitter entstanden. Lokal gab es dabei innerhalb kürzester Zeit extreme Regenmengen, so wurden beispielsweise in Kleve (NRW) innerhalb von zwei Stunden 82 Liter pro Quadratmeter Regen gemessen. In Deutschlandsberg (Steiermark) wurden 68 Liter pro Quadratmeter verzeichnet, in Gießen (Hessen) 63 und in Düsseldorf (NRW) 54. Lokal gab es im Kernbereich mancher Gewitterzellen jedoch sogar noch größere Wassermassen, so zeigen die Radaranalysen vereinzelt Regenmengen zwischen 80 und 100 mm.

24-h-Regemnengen am Dienstag. © UBIMET
24-h-Regenmengen am Dienstag. © UBIMET

Besonders heftig hat es am Dienstag die Städte Wuppertal, Aachen und Düsseldorf in NRW sowie Gießen in Hessen getroffen, die Wassermassen sorgten hier für teils massive Überflutungen.

Am Mittwoch erneut Überflutungsgefahr

Am Mittwoch verlagert sich die gewitteranfällige Region etwas weiter ostwärts, so muss man im Tagesverlauf besonders in einem Streifen von der Weststeiermark über den Böhmerwald und Sachsen bis zur Nordsee lokal mit heftigen Gewittern rechnen. Blitz und Donner sind aber recht verbreitet möglich, zudem nimmt die Gewittergefahr in den Abendstunden auch in der Schweiz und im Südwesten Deutschlands neuerlich zu. Wie bereits am Dienstag besteht die Gefahr von Überflutungen und Hagel.

Gewitterpotential am Mittwoch. © UBIMET
Gewitterpotential am Mittwoch. © UBIMET

 

Erneut kräftige Gewitter am Donnerstag!

Ein Gewitter entwickelt sich © Stormhunters Austria

Der Grund für die anhaltende Gewittergefahr im Südwesten ist auf der Großwetterlage für heute gut erkennbar. Von Portugal über Frankreich und Mitteleuropa bis nach Weißrussland hat sich eine Tiefdruckzone etabliert, das Schweden-Hoch beschert dem Norden und Osten hingegen feines Frühsommerwetter. Die Luftdruckgegensätze sind nur gering, daher wird die feucht-labile Luft einfach nicht ausgeräumt. Und so kocht die kräftige Maisonne die Luft Tag für Tag neu auf, wie in einem Suppentopf beginnt es wieder zu brodeln.

Die Großwetterlage am Donnerstag © UBIMET / GFS
Die Großwetterlage am Donnerstag © UBIMET / GFS

Besonders südöstlich von Braunschweig und Dresden kommt es heute wieder zu teils kräftigen Gewittern. Wie schon die vergangenen Tage sind Starkregen und viel kleinkörniger Hagel die Hauptgefahren, Sturm ist eher kein Thema.

Gewittergefahr am Donnerstag © UBIMET
Gewittergefahr am Donnerstag © UBIMET

Schon gestern hat es vielerorts gekracht, gut zu erkennen an den Niederschlagssummen. Dabei kam es – wie so oft bei Gewittern – auf kleinstem Raum zu großen Unterschieden bei den Regenmengen. Beispiel: Am Feldberg im Schwarzwald kamen 31 l/m² zusammen, im nur wenige km entfernten Schluchsee dagegen fast gar nix.

Einzelne Gewitterzellen brachten bis zu 50 Liter Regen, wie beispielsweise in der Fränkischen Schweiz.24-h-Niederschlagsmengen von Mittwoch. © UBIMET

24-h-Niederschlagsmengen von Mittwoch. © UBIMET66.000 Blitzentladungen waren es gestern. An der Spitze der Hitliste liegt Bayern mit 36.000 Blitzen, gefolgt von Baden-Württemberg mit 10.000 Entladungen.

Die Blitzverteilung am Mittwoch © UBIMET
Die Blitzverteilung am Mittwoch © UBIMET

Am Donnerstag drohen kräftige Gewitter!

Ein Gewitter entwickelt sich © Stormhunters Austria

Der Grund für die anhaltende Gewittergefahr ist auf der Großwetterlage für heute gut erkennbar. Von Portugal über Frankreich und Mitteleuropa bis nach Weißrussland hat sich eine Tiefdruckzone etabliert, die Hochs haben es sich relativ weg von uns gemütlich gemacht. Die Luftdruckgegensätze sind nur gering, daher wird die feucht-labile Luft einfach nicht ausgeräumt. Und so kocht die kräftige Maisonne die Luft Tag für Tag neu auf, wie in einem Suppentopf beginnt es wieder zu brodeln.

Die Großwetterlage am Donnerstag © UBIMET / GFS
Die Großwetterlage am Donnerstag © UBIMET / GFS

Heute müssen wir im gesamten Land mit Gewittern rechnen, und verbreitet kann es zu unwetterartigen Entwicklungen kommen. Es wird nicht jeden treffen, aber das Potential ist überall vorhanden. Etwas geringer ist die Gewittergefahr von Vorarlberg bis Osttirol. Wie schon die vergangenen Tage sind Starkregen und viel kleinkörniger Hagel die Hauptgefahren, Sturm ist eher kein Thema.

Gewittergefahr am Donnerstag © UBIMET
Gewittergefahr am Donnerstag © UBIMET

Schon gestern hat es vielerorts gekracht, gut zu erkennen an den Niederschlagssummen. Dabei kam es – wie so oft bei Gewittern – auf kleinstem Raum zu großen Unterschieden bei den Regenmengen. Beispiel: In Hartberg (Oststeiermark) kamen 26 l/m² zusammen, im 13 km entfernten Wörterberg (Burgenland) dagegen fast gar nix.

Insgesamt am meisten prasselte im Burgenland zwischen Deutschkreuz und Lutzmannsburg vom Himmel. Rund 40 l/m² waren es hier.

24-h-Niederschlagsmengen von Mittwoch. © UBIMET
24-h-Niederschlagsmengen von Mittwoch. © UBIMET

8817 Blitzentladungen waren es gestern. An der Spitze der Hitliste liegt Oberösterreich mit fast 3000 Blitzen, gefolgt von Niederösterreich mit 1800 Entladungen.

Die Blitzverteilung am Mittwoch © UBIMET
Die Blitzverteilung am Mittwoch © UBIMET

Am Dienstag im Südwesten Gewitter

Schauer und Gewitter.

Ein flaches Bodentief liegt am Dienstag quer über dem Südwesten Deutschlands, somit gibt es in einem Streifen von den südlichen Niederlanden über Rheinland-Pfalz bis nach Baden-Württemberg zusammenströmende Winde: Während in Frankreich meist schwacher Wind aus westlicher Richtung weht, gibt es in Deutschland überwiegend östlichen Wind. Das Zusammenströmen sorgt für die Hebung der feuchten Luft, was in Zusammenspiel mit dem Höhentief über Frankreich im Tagesverlauf die Entstehung zahlreicher Schauer und Gewitter begünstigt.

Wetterkarte. UBIMET / GFS
Wetterlage am Dienstag mit einem flachen Tief über Südwestdeutschland. UBIMET / GFS

Regen und Hagel

Bei einer nur schwachen Höhenströmung verlagern sich die Gewitter meist nur langsam, örtlich besteht daher die Gefahr von kräftigem Regen bzw. kleinräumigen Überschwemmungen und Hagelschlag. Vereinzelt sind in Gewitternähe auch kräftige Windböen möglich, in Summe ist die Sturmgefahr aber relativ gering.

Gewitterpotential am Mittwoch. © UBIMET
Gewitterpotential am Dienstag. © UBIMET

 

Kräftige Gewitter im Süden der USA

Hagel

Im Mai herrscht in den großen Ebenen der USA Gewitterhochsaison. So kam es am Samstag in den südlichen Teilen der Great Plains zu kräftigen Gewittern, besonders betroffen waren der Norden von Texas, Teile Oklahomas, der Südosten von Kansas sowie der Süden von Missouri.

Radaranimation am Samstag. © NOAA
Radaranimation am Samstag. © NOAA

Örtlich kam es dabei zu großem Hagel mit einem Durchmesser von teils über 5 cm und Orkanböen von bis zu 120 km/h. Im Norden von Oklahoma wurde auch ein Tornado gesichtet. Im Vergleich zu den Modellprognosen vom Vortag lag die betroffene Region weiter südöstlich als erwartet, so blieben der Norden von Missouri sowie der Süden von Iowa weitgehend verschont.

Prognose und Verifikation der Gewitter am Samstag. © UBIMET/SPC
Prognose und Verifikation der Gewitter am Samstag. © UBIMET/SPC

Schwache Saison

Von April bis Juni herrscht in den großen Ebenen der USA Tornadohochsaison, wobei sich der Schwerpunkt im Laufe des Frühjahrs tendenziell nordwärts verlagert. Im langjährigen Mittel gibt es in Kansas allein im Monat Mai durchschnittlich 36 Tornados. Heuer verläuft die Saison aber deutlich schwächer als im Mittel, wie auch in der folgenden Graphik ersichtlich ist.

Tornado-Klimatologie in den USA. © SPC / NOAA
Tornado-Klimatologie in den USA. © SPC / NOAA

Gewitterlinie zog über New York

Gewitter in New York.

Am Dienstag lag der Nordosten der USA am südlichen Rand eines ausgeprägten Tiefs mit Kern über Québec. Im Vorfeld der dazugehörenden Kaltfront entstanden am Dienstagnachmittag besonders in Pennsylvania kräftige Gewitter, welche in den Abendstunden auch die Metropolenregion von New York erfassten.

Die Gewitter am Satellitenbild. © NOAA
Die Gewitterlinie am Satellitenbild. © NOAA

Neben kräftigem Regen kam es dabei vielerorts zu Sturmböen. Auch in New York gab es nach einem sommerlichen Tag mit einem Höchstwert von 32 Grad Sturmböen von bis zu 89 km/h am Flughafen John F. Kennedy sowie eine spürbare Abkühlung. Knapp westlich von New York wurden in Caldwell, New Jersey, orkanartige Böen von 106 km/h gemessen.

Die Gewitterlinie am Radar. © NOAA
Die Gewitterlinie am Radar. © NOAA

Weiter nördlich wurden im Bundesstaat New York örtlich Schäden durch großen Hagel gemeldet, zudem wurde vom SPC eine Tornadomeldung verzeichnet. Hier wurden auch die heftigsten Windböen gemessen, welche lokal 126km/h erreicht haben.

Gewitter über New York. © Erik Pindrock
Gewitter über New York. © Erik Pindrock
Unwettermeldungen am Dienstag. © UBIMET
Unwettermeldungen am Dienstag. © UBIMET / SPC

Fast 300.000 Blitze zu Muttertag

Blitze zucken am Himmel @pixabay

Zunächst entwickelten sich zu Mittag erste kräftige Gewitter in Hessen und Nordrhein-Westfalen. So kam es im hessischen Marburg oder in Winterberg im Sauerland lokal zu Hagelschlag. In den Nachmittagsstunden gab es dann vermehrt in Bayern kräftige Gewitter. Lokal fielen teils ergiebige Regenmengen: Besonders betroffen waren das Münsterland, Mittelhessen und Unterfranken. In Bad Mergentheim Neunkirchen fielen innerhalb von wenigen Stunden rund 62 Liter pro Quadratmeter Regen.

Gewitterhotspot Bayern

In Summe wurden landesweit 286.765 Blitze detektiert, davon 123.209 in Bayern, 55.360 in Niedersachsen, 52.216 in Nordrhein-Westfalen, 25.266 in Hessen, 21.876 in Baden-Württemberg und 4.973 in Rheinland-Pfalz. Diese Zahlen sind vergleichbar mit hochsommerlichen Gewitterlagen, für diese Jahreszeit ist das aber außergewöhnlich. Blitzreichster Landkreis war Osnabrück mit 16.733 Blitzen, gefolgt von Donau-Ries mit 14.839 und Steinfurt mit 14.523. Der stärkste Blitz mit einer Stromstärke von rund 259.000 Ampere wurde im Landkreis Aurich registriert.

Weitere Gewitter am Montag

Unwetterrisiko am Montag
Unwetterrisiko am Montag

Am Montag liegt der Schwerpunkt der Gewittertätigkeit in Süddeutschland. So sind am Nachmittag besonders vom Schwarzwald bis zum Chiemgau kräftige Gewitter zu erwarten. Die Hauptgefahr stellen weiterhin die heftigen Regenmengen dar. Örtlich sind wieder kleinräumige Überflutungen zu erwarten.

Quelle Titelbild: pixabay

Am Samstag erhöhte Gewitterneigung

Schauer und Gewitter.

Mitteleuropa liegt derzeit zwischen einem Tiefdruckgebiet nordwestlich der Britischen Inseln und einem Höhentief über der Ukraine. Dazwischen erstreckt sich eine schwach ausgeprägte Hochdruckbrücke, somit herrschen im   Alpenraum nur schwache Luftdruckgegensätze. Während dabei in der Höhe eine schwache südliche Strömung milde Luftmassen nach Mitteleuropa führt, gelangt in tiefen Lagen mit einer östliche Strömung feuchte Luft ins Land. In Summe wird die Luftschichtung im Tagesverlauf zunehmend labil, weshalb die Gewitterneigung ansteigt.

Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Samstag. © GFS / UBIMET
Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Samstag. © GFS / UBIMET

Die größte Gewittergefahr besteht am Samstag im östlichen Berg- und Hügelland sowie allgemein im Bereich der Nördlichen Kalkalpen, Blitz und Donner können aber nirgends ausgeschlossen werden. Da der Wind in allen Höhenlagen nur schwach weht, verlagern sich die Schauer und Gewitter höchstens langsam. Lokal besteht daher die Gefahr von kleinräumigen Überflutungen, Vermurungen und Hagel.

Gewitterpotential am Samstag. © UBIMET
Gewitterpotential am Samstag. © UBIMET

 

11.000 Blitze am Donnerstag in Niederösterreich

Quellwolke eines Gewitters © Nikolas Zimmermann

Besonders betroffen waren am Donnerstag die Bezirke Waidhofen an der Thaya und Melk in Niederösterreich mit 1.760 bzw. 1.227 Blitzen sowie der Bezirk Oberpullendorf im Burgenland mit 1.492 Entladungen. Die Wassermassen sorgten hier örtlich für kleinräumige Überflutungen und Vermurungen. Blitze wurden allerdings in jedem Bundesland detektiert, landesweit waren es in Summe 16.609.

Blitzdichte am Donnerstag. © UBIMET
Blitzdichte am Donnerstag. © UBIMET

Am Freitag nur einzelne Gewitter

Am Freitag lässt die Gewittergefahr vorübergehend etwas nach, dennoch sind einzelne Gewitter im Tagesverlauf vor allem im Bergland zu erwarten. Am späten Nachmittag steigt die Gewitterneigung dann auch im äußersten Osten und Südosten wieder leicht an, meist trocken bleibt es dagegen im Donauraum.

Erhöhte Gewitterneigung am Samstag

Am Samstag entwickeln sich im Laufe der zweiten Tageshälfte besonders im östlichen Berg- und Hügelland vermehrt Schauer und teils kräftige Gewitter! Blitz und Donner sind aber nirgends auszuschließen. Lokal besteht wieder die Gefahr von großen Regenmengen und Hagelschlag. Am Sonntag wird es dann im Vorfeld einer Kaltfront leicht föhnig, somit steigen die Temperaturen an der Alpennordseite vom Tiroler Unterland ostwärts noch etwas an. Am Nachmittag nimmt die Gewitterneigung besonders im Süden und Westen deutlich zu, im östlichen Flachland bleibt es dagegen weitgehend trocken.

Abkühlung kommende Woche

Eine Kaltfront sorgt zu Beginn der kommenden Woche zwar für eine Abkühlung, im Vergleich zu den Modellprognosen der vergangenen Tage trifft sie aber deutlich schwächer und später ein. Die mittelfristige Prognose wird durch zwei Höhentiefs erschwert, in Summe setzt sich das unbeständige Wetter allerdings fort.

Quelle Titelbild: Nikolas Zimmermann

Kräftige Gewitter am heutigen Feiertag erwartet!

Kräftiger Gewitterregen © pixabay

Bereits heute Vormittag gibt es vom Schwarzwald bis ins Ruhrgebiet ein paar Gewitter, diese sind aber nicht sonderlich kräftig. Mit Annäherung der Kaltfront steigt heute ab etwa Mittag verbreitet die Gewittergefahr an, alle Väter auf Ausflug sei dann der Blick Richtung Himmel empfohlen.

Heute kann es in einem relativ großen Gebiet, nämlich von der Ostsee über die Mittelgebirge bis nach Bayern hinab zu schweren Gewittern kommen. Dann sind Regenmengen zwischen 30 und 50 Litern Pro Quadratmeter, Böen bis zu 70 km/h und Hagel mit 2-3 cm Durchmesser durchaus möglich!

Gut zu sehen ist die Gewittergefahr anhand der folgenden Grafik. Im Osten wird es erst zum Abend hin gewittrig, so zum Beispiel in Berlin.

Überblick der Gewittergefahr am Donnerstag © UBIMET
Überblick der Gewittergefahr am Donnerstag © UBIMET

Das Deutsche Unwetterradar hat dementsprechend schon jede Menge Vorwarnungen herausgegeben, über die aktuellste Lage könnt ihr euch stets hier informieren.

Die heutige Warnkarte des Deutschen Unwetterradars © UBIMET
Die heutige Warnkarte des Deutschen Unwetterradars © UBIMET

Verantwortlich für die heutigen Gewitter ist eine Kaltfront des Tiefs über Island. Diese liegt am frühen Nachmittag etwa auf der Höhe Bremen-Stuttgart und kommt dann in weiterer Folge nach Osten voran.

Die Lage der Kaltfront heute um 14:00 Uhr © UBIMET/GFS
Die Lage der Kaltfront heute um 14:00 Uhr © UBIMET/GFS

Die Gewitter entstehen aber nicht nur mit der Kaltfront, sondern eben auch schon zuvor. Der Grund hierfür ist schnell in der Temperaturverteilung von heute Nachmittag erkennbar. Im Westen lagert hinter der Front schon die kühlere Luft mit 12 bis 17 Grad, nach Osten zu herrschen dagegen noch Sommertemperaturen. Hier kann die Sonne nahezu ungehindert einstrahlen und die Atmosphäre labilisieren, fertig ist die potentielle Unwetterlage.

Die Temperaturverteilung heute Nachmittag © UBIMET/GFS
Die Temperaturverteilung heute Nachmittag © UBIMET/GFS

Quelle des Titelbildes: https://pixabay.com/de/cumulonimbus-sturmjagd-meteorologie-3196780/

Kräftige Gewitter am heutigen Feiertag erwartet!

Kräftiger Gewitterregen © pixabay

Bereits heute Vormittag sorgt das Höhentief der vergangenen Tage für ein paar Gewitter in Vorarlberg. Im Laufe des Tages erfasst dann eine Kaltfront den Westen des Landes. Sie kommt mit kräftigem Westwind, Regenschauern und Gewittern ostwärts bis zur Linie Linz-Klagenfurt voran. Doch auch vor der eigentlichen Kaltfront entstehen ab etwa Mittag verbreitet Gewitter, die zum Teil heftig ausfallen können. Kleiner Hagel und große Regenmengen in kürzester Zeit sind dann möglich!

Gut zu sehen ist das an folgender Grafik, so dürfte es heute auch in Wien wieder krachen. Von Graz und St. Pölten ostwärts bleibt es dann mit der Kaltfront auch die ganze Nacht gewittrig!

Überblick der Gewittergefahr am Donnerstag © UBIMET
Überblick der Gewittergefahr am Donnerstag © UBIMET

Bereits gestern löste das angesprochene Höhentief einige Gewitter aus, vor allem in Vorarlberg, Tirol, Oberösterreich und im östlichen Niederösterreich. Insgesamt wurden knapp 6900 Blitze registriert.

Blitzverteilung am Mittwoch © UBIMET
Blitzverteilung am Mittwoch © UBIMET

Die wohl kräftigsten Gewitter gingen Richtung slowakischer Grenze nieder, dort wurden recht verbreitet 30-40 Liter pro Quadratmeter registriert.

24-stündige Regensummen bis heute früh 06:00 Uhr © UBIMET
24-stündige Regensummen bis heute früh 06:00 Uhr © UBIMET

Quelle des Titelbildes: https://pixabay.com/de/cumulonimbus-sturmjagd-meteorologie-3196780/

Höhentief sorgt für Schauer und Gewitter

Höhentief

Bereits am Dienstag sorgten die abnehmenden Temperaturen in der Höhe für eine Labilisierung der Luftschichtung im Osten Österreichs, so kam es im Tagesverlauf besonders in der Steiermark, in Wien und in Niederösterreich zu Schauern und Gewittern. Vereinzelt wurde dabei auch kleiner Hagel gemeldet, wie etwa in der Wiener Innenstadt.

Blitze am Dienstag. © UBIMET
Blitze am Dienstag. © UBIMET

 

Am Mittwoch liegt der Kern des Höhentiefs bereits unmittelbar über dem Alpenraum, somit ist das ganze Land vom wechselhaften Wetter betroffen. Im Vergleich zu gestern muss man zudem früher am Tag mit den ersten Gewittern rechnen. Die größte Gewitterneigung gibt es einerseits im Kernbereich des Höhentiefs im Bereich der westlichen Nordalpen, andererseits im länger sonnigen östlichen Flachland.

Regen und kleiner Hagel

Die Unwettergefahr hält sich zwar in Grenzen, dennoch kann es im Bereich der Gewitter zu kräftigem Regen, kleinem Hagelschlag und starken Böen kommen. Weiters sollte man auch bei vergleichsweise schwachen Gewitterlagen stets die Blitzschlaggefahr im Hinterkopf behalten.

Gewitter im Anmarsch

Warnsignal Gewitter. @shutterstock.com

Ein Höhentief zieht tagsüber von Ostungarn nach Österreich. Durch das Tief wird der vertikale Temperaturgradient vergrößert, die Luft wird labiler und gewitteranfälliger. Hier die Zugbahn des Höhentiefs:

Das Höhentief erreicht heute Abend Ostösterreich, wandert am Mittwoch unter Abschwächung langsam nach Westösterreich und wird am Feiertag in den aus Westen kommenden Trog eingebunden.

Kräftige Gewitter vor allem im Osten

Am frühen Nachmittag entstehen erste Schauer und Gewitter am Alpenhauptkamm und im Süden, bald jedoch ziehen auch kräftige Gewitter nach Ostösterreich. Vor allem vom Waldviertel über Wien bis zum Neusiedler See können diese lokal auch heftig ausfallen. Dabei ist mit einer größeren Mengen kleinkörnigem Hagel, Starkregen und Sturmböen zu rechnen.

Unwetterrisiko
Unwetterrisiko

Auch am Mittwoch gewittrig

In der Nacht beruhigt sich die Gewitterlage langsam, vereinzelt blitzt und donnert es aber auch noch nach Mitternacht. Am Mittwoch sorgt das Höhentief dann im ganzen Land wieder für zahlreiche Schauer und Gewitter. Genauere Details dazu erfahrt ihr morgen auf uwz.at

Schwere Gewitter in Kärnten und der Steiermark

Ein Gewitter droht © pixabay

Die Top 3 der Bezirke sehen in der Blitzstatistik dabei wie folgt aus:

  1. Deutschlandsberg 2111 Blitze
  2. Leibnitz 1875 Blitze
  3. Wolfsberg 1563 Blitze

Gut zu sehen auch auf der Karte mit der Blitzdichte von gestern. Diese schweren Gewitter zogen von Kroatien und Slowenien nach Norden und erreichten so auch den Südosten unseres Landes.

Blitzdichte am Freitag. © nowcast / UBIMET
Blitzdichte am Freitag. © nowcast / UBIMET

 

Neben der hohen Blitzaktivität stachen vor allem die immensen Regenmengen in dieser Region ins Auge. Normal fallen dort im gesamten Mai rund 70 bis 100 Liter Regen pro Quadratmeter, alleine gestern wurden in Leibnitz 56 l/m² gemessen. Örtlich, so etwa auf der Kor- und Saualpe, sind sogar mehr als 80 l/m² zusammengekommen,  Spitzenreiter war Hochgleinz (Steiermark) mit knapp über 100. Besonders im Lavanttal kam es dabei zu kleinräumigen Überflutungen und Vermurungen. Der nasse Süden sticht auch auf der folgenden Karte deutlich hervor:

24h-Niederschlag bis Samstagmorgen. © UBIMET.
24h-Niederschlag bis Samstagmorgen. © UBIMET.

Auch heute gibt es zwar wieder ein paar Gewitter, diese werden aber bei weitem nicht so kräftig und zahlreich ausfallen. Am Nachmittag ist heute das Bergland von Nordtirol, Salzburg, Kärnten und der Obersteiermark betroffen.

Unwettergefahr im Südosten

Überschwemmung / Hochwasser

Der Alpenraum liegt seit Mitte der Woche am Nordrand eines Tiefdruckwirbels mit Kern über dem zentralen Mittelmeer. Dieses sorgt für eine anhaltende, östliche Höhenströmung, welche schubweise feuchte und teils labil geschichtete Luftmassen in den Ostalpenraum führt.

Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Freitag. © UBIMET / GFS
Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Freitag. © UBIMET / GFS

Im Südosten am Abend Unwettergefahr

Im Laufe des Nachmittags entstehen am Freitag besonders im Berg- und Hügelland sowie im Südosten lokale Schauer und Gewitter. Örtlich kann es dabei zu kleinem Hagel und Starkregen kommen. In den Abendstunden und in der ersten Nachthälfte steigt die Gewittergefahr von Unterkärnten über die südliche Steiermark bis zum Südburgenland weiter an, ausgehend von Slowenien ziehen hier voraussichtlich kräftige Gewitter auf. Auch ein großer und langlebiger Gewitterkomplex ist möglich, örtlich besteht im Südosten Unwettergefahr durch ergiebige Regenmengen, welche zu kleinräumigen Überflutungen und Vermurungen führen können!

Gewitterpotential am Freitag. © UBIMET
Gewitterpotential am Freitag. © UBIMET

Tornado Outbreak im Mittleren Westen

Tornado ©_pixabay/skeeze

Eine Kaltfront sorgte am Dienstag von Oklahoma bis Nebraska für zahlreiche Unwetter. Bisher wurden vom Amerikanischen Wetterdienst bereits 20 Tornado-Meldungen bestätigt. Weiters wurden im Zuge der Gewitter Orkanböen von bis zu 130 km/h gemessen.

Örtlich Großhagel

Die meisten Unwettermeldungen betrafen aber Hagel. Teilweise wurde Hagel von bis zu 10 cm Durchmesser gemeldet, wie etwa in Nebraska und Kansas.

Am Donnerstag erneut Unwettergefahr

Besonders vom Nordosten von Oklahoma über das östliche Kansas und Missouri bis zum nordwestlichen Illinois sind am Donnerstag neuerlich heftige Gewitter zu erwarten. Unter dem Einfluss ausgeprägter Höhenwinde sind neuerlich großer Hagel von bis zu 7 cm Durchmesser, Orkanböen von bis zu 130 km/h und einzelne Tornados zu befürchten.

Gewittergefahr am Donnerstag in den USA. © UBIMET
Gewittergefahr am Donnerstag in den USA. © UBIMET

70.000 Blitzentladungen im Osten Österreichs

Blitz am Himmel. @unsplash

Am Mittwoch lag der Alpenraum am Rande eines Tiefdruckgebietes mit Kern über dem zentralen Mittelmeerraum. Mit einer südöstlichen Strömung gelangten dabei außergewöhnlich feuchte und labil geschichtete Luftmassen in den Osten Österreichs. Zunächst entwickelten sich am Nachmittag erste kräftige Gewitter am Alpenostrand, so kam es im Bezirk Neunkirchen und im Osten von Wien lokal zu Hagelschlag. In den Abendstunden gab es dann im gesamten Osten kräftige Gewitter, im Wienerwald und im östlichen Tullnerfeld fielen teils ergiebige Regenmengen: Besonders betroffen waren die Bezirke Wien Umgebung, Tulln und Mödling. In Langenlebarn fielen innerhalb von wenigen Stunden rund 64 Liter pro Quadratmeter Regen.

12-Niederschlag bis Freitagmorgen. © UBIMET
12-Niederschlag bis Freitagmorgen. © UBIMET

Gewitterhotspot Niederösterreich

In Summe wurden landesweit 69.948 Blitze detektiert, davon 49.631 in Niederösterreich, 8.707 in der Steiermark, 6.761 im Burgenland und 4.683 in Wien. Diese Zahlen sind vergleichbar mit hochsommerlichen Gewitterlagen, für diese Jahreszeit ist das aber außergewöhnlich. Blitzreichste Gemeinde war Tulln an der Donau mit 2.261 Blitzen, gefolgt von Pressbaum mit 1.884 und Purkersdorf mit 1.668. Der stärkste Blitz mit einer Stromstärke von rund 225.000 Ampere wurde in der Gemeinde Schrattenthal im niederösterreichischen Bezirk Hollabrunn registriert. Neben vollgelaufenen Kellern, kleinräumigen Überschwemmungen und Vermurungen kam es auch zu Einschränkungen bei den Bodenabfertigungen am Flughafen Wien-Schwechat. Weiters wurden örtlich auch stürmische Böen verzeichnet: in Gumpoldskirchen (NÖ) 79 km/h, in Fürstenfeld (ST) 72 km/h, in Wien-Stammersdorf 68 km/h.

Blitzdichte am Mittwoch. © nowcast / UBIMET
Blitzdichte am Mittwoch. © nowcast / UBIMET

Weitere Gewitter am Donnerstag

Am Donnerstag liegt Österreich weiterhin unter dem Einfluss labil geschichteter Luftmassen. Der Schwerpunkt der Gewittertätigkeit liegt im zentralen bzw. östlichen Berg- und Hügelland, so sind am Nachmittag besonders in Teilen der Steiermark sowie im Mühl- und Waldviertel kräftige Gewitter zu erwarten. In den Abendstunden können die Gewitter dann auch den westlichen Donauraum erfassen. Im Vergleich zum Mittwoch lässt der Höhenwind etwas nach, somit fällt die Verlagerungsgeschwindigkeit der Gewitter geringer aus. Die Hauptgefahr stellen somit neben Hagel vor allem die heftigen Regenmengen dar, örtlich sind wieder kleinräumige Überflutungen zu erwarten.

Gewitterpotential am Donnerstag. © UBIMET
Gewitterpotential am Donnerstag. © UBIMET


Gewittergefahr im Süden und Osten

Superzelle mit Hagel © pixabay

In der gesamten Osthälfte besteht ab dem mittleren Nachmittag das Potential für Gewitter. Mit ersten Gewittern ist am Alpenostrand zu rechnen, am Abend und in der ersten Nachthälfte sind dann verbreitet teils kräftige Gewitter möglich. Vor allem von der Koralpe bis ins Wiener Becken besteht dabei Unwettergefahr mit Starkregen, größerem Hagel und Sturmböen.

Einen genauen Überblick über die aktuelle Situation bekommt ihr wie immer auf uwz.at

Gewittergefahr © Ubimet
Gewittergefahr am Nachmittag und Abend © Ubimet

Am Donnerstag weitere Gewitter

Auch am Donnerstag geht es gewittrig weiter, dabei liegt der Schwerpunkt voraussichtlich in Kärnten, der Steiermark sowie im Wald- und Mühlviertel. Genaueres Details dazu gibt es aber morgen Vormittag.

 

Kräftiger Regen in Kärnten und der Steiermark

Kräftiger Frühlingsregen © pixabay

Die Kaltfront lässt heute in ganz Österreich die Vegetation und die Landwirte aufatmen, verlief der bisherige April doch verbreitet viel zu trocken. So sind beispielsweise in Krems (Niederösterreich) in den vergangenen 26 Tagen nur 5 Liter pro Quadratmeter zusammengekommen, ebenso viel gibt es alleine heute!

Nasser Süden

Nördlich der Alpen regnet es schon von der Früh weg, spätestens ab Mittag wird es dann auch im Süden immer öfter nass. Der kräftigste, teilweise sogar von Gewittern durchsetzte Regen wird von den Karnischen Alpen über die Nockberge und das Obere Murtal bis zum Semmering fallen.

Das sieht man auch gut an der folgenden Regensummenkarte für heute. 25 bis 40 Liter pro Quadratmeter sind hier durchaus wahrscheinlich, punktuell können es aber auch 50 Liter werden.

Niederschlagsmengen für den Donnerstag © UBIMET/UCM

Überflutungen möglich

Entsprechende Warnungen und Vorwarnungen sind bereits aktiv. Zwar sind die Regenmengen für den launischen Aprilmonat jetzt nichts außergewöhnliches, allerdings gehören die betroffenen Regionen zu den nassesten im April 2018. Und durch diese nasse Vorgeschichte sind zumindest kleinräumige Überflutungen nicht ausgeschlossen.

Warnkarte der Österreichischen Unwetterzentrale © UBIMET
Warnkarte der Österreichischen Unwetterzentrale © UBIMET

Hagel, Starkregen und Sturmböen am Montag

Hagel

Bereits seit Wochen herrschen überdurchschnittliche Temperaturen im Alpenraum. Am Montag wurde die Luftschichtung im Vorfeld einer Kaltfront labiler und landesweit kam es zu Schauern und Gewittern. In Wien gab es bereits in den Morgenstunden ein Gewitter, wobei am östlichen Stadtrand ein Arbeiter auf einem Feld von einem Blitz getroffen und lebensgefährlich verletzt wurde.

Gewitter über Wien am Montag. © foto-webcam.eu
Gewitter über Wien am Montag. © foto-webcam.eu

Tagsüber verlagerte sich der Schwerpunkt zunächst auf den Südosten des Landes, so gab es dort zahlreiche Hagelmeldungen und vereinzelt auch kleinräumige Überflutungen. Besonders betroffen waren die Bezirke Jennersdorf im Burgenland sowie Fürstenfeld in der Steiermark. In den Abendstunden zogen dann auch über Vorarlberg und Salzburg kräftige Gewitter hinweg.

Blitzdichte am Montag. © UBIMET
Blitzdichte am Montag. © UBIMET

Gewitterhotspot Steiermark

In Summe wurden landesweit 25.013 Blitze detektiert, davon 8.003 in der Steiermark, 4.947 in Salzburg und 3.777 in Niederösterreich. Auf der vergleichsweise kleinen Fläche von Wien gab es immerhin 143 Entladungen. Blitzreichste Gemeinde war Salzburg-Umgebung mit 2.216 Blitzen, gefolgt von Hallein mit 2.191 und Jennersdorf mit 1.590. Der stärkste Blitz mit einer Stromstärke von rund 363.000 Ampere wurde in der Gemeinde Übelbach im steirischen Bezirk Graz-Umgebung registriert. Das entspricht in etwa der 23.000-fachen Stromstärke einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere. Weiters wurden örtlich auch stürmische Böen verzeichnet: in Windischgarsten (OÖ) 76 km/h, in Innsbruck (T), Mörbisch (B) und Hollenthon (NÖ) 72 km/h.

24-Niederschlag bis Dienstagfrüh. © UBIMET
24-Niederschlag bis Dienstagfrüh. © UBIMET

April auf Rekordkurs

Der April 2018 war aus meteorologischer Sicht bereits jetzt außergewöhnlich. Besonders im Norden und Osten entsprachen die Temperaturen bislang jenen eines durchschnittlichen Mais. Derzeit beträgt die Temperaturabweichung landesweit etwa +5 Grad, der bisherige Spitzenreiter anno 2007 schloss um 3,7 Grad zu warm ab. Am Donnerstag und Freitag gelangen zwar vorübergehend kühlere Luftmassen ins Land, ab dem Wochenende zeichnen sich aus heutiger Sicht aber neuerlich deutlich überdurchschnittliche Temperaturen ab.

Gewitter sorgten für Hagel und Sturm

Hagel

Besonders betroffen von den Gewittern waren am Sonntag der Westen und Nordwesten Deutschlands. In Summe wurden landesweit 104.687 Blitze detektiert, davon allein 47.376 in Nordrhein-Westfalen. An zweiter und dritter Stelle folgen Niedersachsen mit 26.315 Entladungen bzw. Schleswig-Holstein mit 10.014. Der blitzreichste Landkreis war Hildesheim im Süden von Niedersachsen:

  • 4.551 Hildesheim (Niedersachsen)
  • 4.024 Borken (NRW)
  • 3.721 Coesfeld (NRW)
  • 3.090 Rendsburg-Eckernförde (Schleswig-Holstein)
  • 2.955 Cuxhaven (Niedersachsen)
  • 2.766 Rhein-Erft-Kreis (NRW)
Blitze von Sonntagnachmittag bis Sonntagnacht. © nowcast / UBIMET
Blitze von Sonntagnachmittag bis Sonntagnacht. © nowcast / UBIMET

Die Gewitter wurden von kräftigem Regen, teils großem Hagel und teils schweren Sturmböen begleitet. Anbei die Spitzenböen:

  • 101 km/h Nörvenich (NRW)
  • 96 km/h Northeim-Stöckheim (Niedersachsen)
  • 81 km/h Warburg (NRW)
  • 78 km/h Hofgeismar (Hessen)
  • 76 km/h Wernigerode (Sachsen-Anhalt)

Nassester Ort war hingegen Borken in Westfalen, hier wurden innerhalb von knapp zwei Stunden rund 23,3 Liter pro Quadratmeter gemessen. Nur knapp dahinter kommen Werl (NRW) mit 21,5 bzw. Padenstedt (Schleswig-Holstein) mit 19,1 Litern pro Quadratmeter.


Schauer und Gewitter sorgen für staubiges Déjà-vu

Saharastaub auf Autos. © Nikolas Zimmermann

Österreich liegt am Montag unter dem Einfluss eines Tiefs mit Kern über dem Europäischen Nordmeer. Die dazugehörige Kaltfront erfasst das Land zwar nur marginal im äußersten Norden, das Zusammenspiel aus zunehmender Luftfeuchtigkeit in tiefen Luftschichten und der Abkühlung in der Höhe sorgt aber für eine labile Schichtung der Luft. Im Nordosten gehen bereits von der Früh weg gewittrige Schauer nieder, im Tagesverlauf sind dann besonders im östlichen Berg- und Hügelland sowie teils auch entlang der Nordalpen mitunter kräftige Gewitter zu erwarten. Einzelne gewittrige Schauer sind aber nirgends ausgeschlossen.

24h-Niederschlagsprognose bis Dienstagmorgen. © UBIMET
24h-Niederschlagsprognose bis Dienstagmorgen. © UBIMET

Saharastaub aus Westeuropa

Am letzten Wochenende hat ein Tief vor der Küste Marokkos neuerlich Saharastaub aufgewirbelt und mit einer südlichen Höhenströmung nach Westeuropa geführt. Unter dem Einfluss reger Tiefdrucktätigkeit über Nordeuropa hat sich mittlerweile eine westliche Höhenströmung eingestellt, somit gelangen heute vorübergehend wieder Luftmassen mit einem erhöhten Gehalt an Saharastaub in den Alpenraum. Besonders auf Autos, Dachfenstern und Gartenmöbeln kann es somit neuerlich zu dünnen Staubablagerungen kommen.

Staubgehalt am Montagnachmitta. © Uni Athen (AM&WFG)
Modellprognose vom Staubgehalt der Atmosphäre am Nachmittag © Uni Athen/AM&WFG

Update 9 Uhr: Anbei ein Zeitraffer-Video vom ersten Gewitter der Saison über Wien:

Am Sonntag beenden heftige Gewitter den Frühsommer

Blitze erleuchten den Nachthimmel © pixabay

Der Sommer im April hat ein Ablaufdatum, nämlich morgen Sonntag. Der Tag startet zwar überall sonnig, mit der Sonne entstehen ab etwa Mittag aber immer größere Quellwolken. Die ersten Schauer und Gewitter lassen dann auch nicht lange auf sich warten, los geht es westlich des Rheins ab ca. 14:00 Uhr.

Unwetterpotential im Osten

Langsam breiten sich diese Gewitter dann am Nachmittag auch weiter in den Osten der Bundesrepublik aus, ab etwa 16:00 oder 17:00 Uhr sind dann auch Niedersachsen, Hessen oder Thüringen dran. Besonders im Osten und Nordosten besteht ein gewisses Unwetterrisiko, denn dort passen alle Zutaten zusammen, die es für heftige Gewitter braucht:

  • Lange Zeit sonnig
  • Feuchte Luft
  • Zunahme der Windgeschwindigkeit mit der Höhe (Scherung)
  • Labilität der Atmosphäre

Rechnet in dem roten Bereich in folgender Grafik aber generell mit heftigen Regenschauern, Hagel und Böen bis zu 80 km/h!

Die Gewitterlage am Sonntag im Überblick © UBIMET
Die Gewitterlage am Sonntag im Überblick © UBIMET

In der neuen Woche setzt sich dann von Norden her etwa bis zum Main deutlich stabilere und kühlere Luft durch, meist werden nur noch 11 bis 18 Grad erreicht.

Im Süden bleibt die feucht-warme Luft dagegen noch länger bestehen, und hier sind auch immer wieder Temperaturen jenseits der 20-Grad-Marke zu erwarten.

Zum Start in die Gewittersaison: Der Tornado bei Wien

Tornado südlich von Wien © Stormhunters Austria

Der 10. Juli des Vorjahres hatte es in sich: Die Luft hatte sich im Osten Österreichs auf rund 33 Grad aufgeheizt, im Vorfeld einer Kaltfront waren perfekte Bedingungen für kräftige Gewitter gegeben. Was dann geschah, kennen die meisten wohl nur aus den USA. Über dem Wienerwald bildete sich eine kräftige Gewitterzelle, diese zog inklusive Tornado anschließend knapp südlich an Wien vorbei Richtung Donau.

Den Stormhunters Austria (sog. Chaser, hier geht es zu ihrem Bericht dieses Tages) gelangen dabei u.a. folgende faszinierende Aufnahmen:

Tornado südlich von Wien am 10. Juli 2017 © Stormhunters Austria
Tornado südlich von Wien am 10. Juli 2017 © Stormhunters Austria
Tornado südlich von Wien am 10. Juli 2017 © Stormhunters Austria
Tornado südlich von Wien am 10. Juli 2017 © Stormhunters Austria
Tornado südlich von Wien am 10. Juli 2017 © Stormhunters Austria
Tornado südlich von Wien am 10. Juli 2017 © Stormhunters Austria

Auch im Video präsentierte sich der Tornado spektakulär, manch ein Chaser muss jahrelang warten, ehe er einen Tornado zu Gesicht bekommt.

In den Regensummen des Tages erkennt man gut die Spur des Gewitters von Heiligenkreuz im Wienerwald bis zur slowakischen Grenze. In Simmering fielen rund 70 Liter Regen (und Hagel) pro Quadratmeter:

24-stündige Regenmengen am 10. Juli 2017 © UBIMET
24-stündige Regenmengen am 10. Juli 2017 © UBIMET

Eindrucksvoll auch die „Blitzspur“ der Superzelle direkt vor den Toren Wiens (weiße Farbe bedeutet mehr als 30 Blitze pro Quadratkilometer):

Blitzverteilung am 10. Juli 2017 © UBIMET
Blitzverteilung am 10. Juli 2017 © UBIMET

Abschließend noch zwei Bilder des großen Hagels im Süden und Südosten Wiens:

 

Der Frühsommer im April geht weiter

Die Eissaison ist gestartet! @ pixabay

Am Samstag scheint meist von früh bis spät die Sonne, einzig vom Niederrhein bis zur Nordsee sind in den Morgenstunden ein paar Nebelfelder dabei. Diese haben gegen die kräftige Aprilsonne aber keine Chance und lösen sich rasch auf. Im Tagesverlauf bilden sich dann von den Mittelgebirgen südwärts ein paar Quellwolken, die aber nicht weiter stören. Am ehesten ist vom Hunsrück bis zum Vogtland ein kurzer Schauer am Nachmittag möglich.

Die Höchstwerte am Samstag @ UBIMET/GFS
Die Höchstwerte am Samstag @ UBIMET/GFS

In der Südhälfte werden 24 bis 28 Grad erreicht, im Norden sind es meist um die 20 Grad. Etwas frischer bleibt es an den Küsten mit rund 15 Grad.

Sonne und Gewitter am Sonntag

Der Sonntag startet einmal mehr mit viel, viel Sonnenschein. Richtung Schleswig-Holstein und Mecklenburg kann sich aber zunächst Nebel oder Hochnebel halten. Mit den Temperaturen geht es auch im Norden wieder bergauf, generell liegen die Höchstwerte zwischen 22 und 27 Grad. Etwas kühler bleibt es wie gewohnt im Umfeld der Küsten.

Die Höchstwerte am Sonntag @ UBIMET/GFS
Die Höchstwerte am Sonntag @ UBIMET/GFS

Ganz ungetrübt wird es aber nicht mehr, von Westen knabbern Tiefs am Frühsommer-Hoch NORBERT. So nimmt ab Mittag von Südwesten her die Gewittergefahr deutlich zu, dabei sind Hagel und Platzregen möglich.

Wo gewittert es?

Ausgehend von Rheinland-Pfalz und NRW breiten sich die Gewitter nordostwärts aus, erfassen also auch Hessen, Niedersachsen und Hamburg. Abends ist dann auch der Osten und Nordosten dran. Weitgehend trocken dürfte es hingegen südlich des Mains werden, sieht man von Gewittern am Alpenrand ab.

Hagel und Überschwemmungen in der Steiermark

Überschwemmung / Hochwasser

Ein Höhentief über dem Mittelmeer führte am Montag mit einer südlichen Strömung überdurchschnittlich feuchte Luftmassen in den Süden Österreichs. Im Laufe des Nachmittags entstanden besonders in der südlichen Steiermark nahezu ortsfeste Gewitter, welche örtlich für anhaltenden Platzregen und Hagelschlag sorgten. In Graz fielen dabei innerhalb von sechs Stunden bis zu 90 Liter pro Quadratmeter Regen, das meiste davon innerhalb von 3 Stunden. Dies entspricht in etwa einem Zehntel des jährlichen Niederschlags in Graz! In Leibnitz gab es innerhalb von ein paar Stunden rund 82 Liter pro Quadratmeter. Diese Niederschlagsmengen  sind größer als der mittlere Gesamtniederschlag vom April. Weiters wurden auch neue Tagesrekorde für den April aufgestellt.

Anbei die nassesten Wetterstationen (12 Stunden Summen von Montag 17 Uhr bis Dienstag 5 Uhr):

  • 94 mm Graz Straßgang
  • 88 mm Leibnitz-Wagna
  • 79 mm Graz Thalerhof

In Graz wurde das Einkaufszentrum Citypark überschwemmt, zudem musste die Feuerwehr zu mindestens 180 Einsätzen ausrücken. Der Pegel der Mur stieg innerhalb kürzester Zeit um einen Meter an, daher wurde die Promenade in Graz vorsichtshalber gesperrt. Am Flughafen von Graz kam es zu Verspätungen und Umleitungen.

24h-Niederschlagsmenge. © UBIMET
24h-Niederschlagsmenge. © UBIMET

Gewitterhotspot Steiermark

In Summe wurden in Österreich rund 11.699 Blitze gezählt, davon allein in der Steiermark 10.915. Besonders betroffen waren die Bezirke Leibnitz, Graz-Umgebung, Graz, Weiz und Deutschlandsberg. Der stärkste Blitz wurde mit 132 kA in Sankt Stefan ob Stainz (Deutschlandsberg, Steiermark) detektiert.

Blitze am Montag. © UBIMET
Blitze am Montag. © UBIMET

Am Montag im Süden teils kräftige Gewitter

Heftige Gewitter Europa

Am Montag führt ein Höhentief über dem Mittelmeer feuchte Luftmassen in die Südosthälfte des Landes. Eine Tiefdruckrinne in tiefen Luftschichten erstreckt sich dabei von Nordostitalien über Ostösterreich bis nach Tschechien, somit trifft in diesen Regionen westlicher Wind mit südöstlichem Wind zusammen. Die daraus resultierende vertikale Luftbewegung fördert die Entstehung von Schauern und Gewittern. Besonders von Unterkärnten über die südliche Steiermark bis zum Südburgenland können die Gewitter mitunter auch kräftig ausfallen, dabei besteht örtlich die Gefahr von Starkregen und Hagelschlag.

Gewitterwahrscheinlichkeit am Montag. © UBIMET
Gewitterwahrscheinlichkeit am Montag. © UBIMET

 

Der Schwerpunkt der Gewittertätigkeit verlagert sich in den Abendstunden ostwärts, somit ist dann im gesamten Burgenland gewittrig durchsetzter Regen möglich. Einzelne gewittrige Schauer sind im Laufe der zweiten Tageshälfte allerdings auch im Bereich der Nordalpen in Vorarlberg und Tirol nicht ausgeschlossen.

Kräftige Gewitter im Westen und Südwesten Deutschlands

Gewitter Blitz

Ein umfangreicher Tiefdruckkomplex mit Kern über Südwesteuropa sorgt derzeit besonders in Portugal, Spanien und Südwestfrankreich für einen verregneten und kühlen April, während sich in Mitteleuropa milde Luftmassen  ausgebreitet haben. So waren die Temperaturen in den letzten Tagen beispielsweise in Berlin und Wien wesentlich höher als in Madrid oder Bordeaux. Am Dienstagabend kam es im Westen und Südwesten Deutschlands sogar zu kräftigen Gewittern mit unzähligen Blitzentladungen, Starkregen und teils auch mit Hagelschlag. In Summe wurden am Dienstag in Deutschland rund 58.179 Blitze detektiert. Anbei die blitzreichsten Bundesländer:

  • Nordrhein-Westfalen 29.401
  • Hessen 10.853
  • Baden-Württemberg 7.678
  • Bayern 7.275
Blitze am Dienstagnachmittag und - abend. © nowcast / UBIMET
Blitze am Dienstagnachmittag und – abend. © nowcast / UBIMET

Am Mittwoch sind neuerlich Gewitter zu erwarten, der Schwerpunkt verlagert sich aber etwas weiter nach Nordosten. Somit gibt es die größte Wahrscheinlichkeit für Blitz und Donner in einem Streifen vom Böhmerwald über Thüringen und Sachsen-Anhalt bis zum Münsterland und dem südlichen Niedersachsen.

Druck in etwa 5500 m Höhe am Mittwoch. © GFS / UBIMET
Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Mittwoch. © GFS / UBIMET

Hagel und Starkregen

Am Dienstag zogen besonders in einem Streifen von Hessen über das Sauerland und dem Niederrheinischen Tiefland bis zu den Niederlanden kräftige Gewitter durch, dabei wurde örtlich auch Hagelschlag beobachtet, wie etwa in Hilchenbach in NRW oder nahe zu Ulm im Grenzbereich von Baden-Württemberg und Bayern.

Örtlich fiel auch kräftiger Regen, so kam es etwa in Osthessen lokal zu kleinräumigen Überflutungen. Anbei eine Auswahl an Stationsdaten:

  • 31 mm Reichshof-Eckenhagen (NRW)
  • 21 mm Wuppertal (NRW)
  • 15 mm Düsseldorf(NRW)
  • 12 mm Köln (NRW)
  • 11 mm Darmstadt (Hessen)
12-Niederschalg am Dienstagnachmittag und -abend. © UBIMET
12-Niederschlag am Dienstagnachmittag und -abend. © UBIMET

Gewitter im Frühjahr

Gewitter treten in Mitteleuropa über das ganze Jahr verteilt auf, selbst mitten im Winter sind starke Gewitter möglich. Die Häufigkeit kräftiger Gewitterlagen ist im Sommerhalbjahr aber wesentlich größer, da die Luft in dieser Jahreszeit deutlich mehr Feuchtigkeit enthält und die Schichtung der Luft labiler ist. Besonders im April und Mai kommt es allerdings öfter zu kräftigen Gewittern, als viele Menschen glauben: Einerseits hat die Sonne bereits ausreichend Kraft, um die Luft zu labilisieren, andererseits liegt das Westwindband in dieser Jahreszeit häufig über Mitteleuropa und sorgt somit für ausgeprägte Höhenwinde. Letzteres führt zu Windscherung innerhalb der Atmosphäre, was eine Grundvoraussetzung für die Entwicklung langlebiger Gewitter ist. Im Hochsommer wird die Luft zwar noch feuchter und energiereicher, dafür ist die Windscherung aber oft nur schwach bis mäßig ausgeprägt.

Hagel und Tornados im Süden der USA

Hagelkorn.

Am Freitag befand sich über dem Norden von Texas ein kleinräumiges Tiefdruckgebiet. An der Südostflanke dieses Tiefs befanden sich über dem mittleren Westen des USA feuchte und labil geschichtete Luftmassen, welche im Tagesverlauf die Entstehung von kräftigen Gewittern ermöglichten . Dabei kam es örtlich zu großem Hagel, Sturmböen und auch ein paar Tornados. In Summe wurden vom SPC (Storm Prediction Center) rund 145 Unwetterberichte gezählt, davon 92 Hagelmeldungen, 43 Sturmmeldungen und 10 Tornados.

Radar und Unwettermeldungen am 6. April.
Radar und Unwettermeldungen am 6. April.

Die größten Hagelkörner wurde in den Vororten im Norden der Metropolregion Dallas-Ft. Worth beobachtet und hatten einen Durchmesser von etwa 7 cm. In den nächsten Tagen beruhigt sich die Lage aber und somit sind vorerst keine weiteren Unwetterlagen zu erwarten.

Kräftige Gewitter in Mitteleuropa

Gewitter in den USA © pixabay

Die Kaltfront eines Nordseetiefs zog am Mittwoch über Mitteleuropa hinweg. Im Vorfeld dieser Kaltfront kam es dabei besonders in Deutschland zu kräftigen Gewitter mit teils schweren Sturmböen. Auch in Frankreich, den Niederlanden sowie in Teilen Italiens entstanden aber mitunter kräftige Gewitter, so wurde örtlich auch Hagel beobachtet. Anbei die Hitliste der Blitzentladungen am Mittwoch:

    • 46.381 Deutschland
    • 28.198 Frankreich
    • 3.463 Niederlande
    • 3.433 Tschechien
    • 2.629 Italien
    • 2.518 Spanien
Blitze am Mittwoch. © nowcast / UBIMET
Blitze am Mittwoch. © nowcast / UBIMET

Schwere Sturmböen in Deutschland

Die Hauptgefahr der Gewitter in Deutschland war weniger Hagel oder Starkregen, sondern viel mehr die Sturmböen oder gar schweren Sturmböen. Hier die Spitzenreiter gestern:

Lautertal (Bayern) 98 km/h
Artern (Thüringen) 97 km/h
Würzburg (Bayern) 96 km/h
Querfurt (Sachsen-Anhalt) 95 km/h
Öhringen (Baden-Württemberg) 94 km/h

Auch abseits der Gewitter lebte der Wind in den südlichen Landesteilen aber vorübergehend kräftig bis stürmisch auf, so gab es beispielsweise auch am Bodensee Sturmböen von bis zu 86 km/h. Weiters waren die Gewitter auch spektakulär zum Anschauen, wie die folgenden Bilder beweisen:

Bilder aus Frankreich

Hagel in Italien

Gewitterbilanz: 46.000 Blitze und Sturm

Gewitter gestern Abend in Berlin © Angela Kausche (Twitter)

Mit einer Kaltfront kam es am gestrigen Mittwoch zur ersten richtig ausgeprägten Gewitterlage des Jahres. Mit 46.381 Blitzentladungen im ganzen Bundesgebiet war es sogar der blitzreichste Tag seit Ende August 2017! Blitzreichstes Bundesland war Sachsen-Anhalt, wo mit rund 16.000 Entladungen nahezu jeder dritte Blitz gemessen wurde.

In der folgenden Karte könnt Ihr gut sehen, welche Regionen besonders betroffen waren. Die verschiedene Farbe der Blitze spiegelt dabei den Zeitpunkt der Entladung wider (rot = früher Nachmittag … gelb = später Nachmittag … grün = Abend). Ursprung der Gewitter war in Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen. Anschließend breiteten sich diese nach Nordosten aus.

Die Blitzverteilung am Mittwoch in Deutschland © UBIMET/Nowcast
Die Blitzverteilung am Mittwoch in Deutschland © UBIMET/Nowcast519

Schwere Sturmböen

Die Hauptgefahr bei diesen Gewittern war weniger Hagel oder Starkregen, sondern viel mehr die Sturmböen oder gar schweren Sturmböen. Hier die Spitzenreiter gestern:

  1. Lautertal (Oberfranken) 98 km/h
  2. Artern 97 km/h
  3. Würzburg 96 km/h
  4. Querfurt 95 km/h
  5. Oehringen 94 km/h

Auch abseits der Gewitter lebte der Wind in den südlichen Landesteilen aber vorübergehend kräftig bis stürmisch auf, so gab es beispielsweise auch am Bodensee Sturmböen von bis zu 86 km/h. Weiters waren die Gewitter auch spektakulär zum Anschauen, wie die folgenden Bilder beweisen:

 

Schwere Gewitter mit Tornados im Mittleren Westen der USA

Tornado in den USA © stockvault

Sturmböen, großer Hagel und Tornados

Gestern zu Mittag amerikanischer Zeit sind zwischen Texas und Ohio die ersten schweren Gewitter entstanden. In Folge formte sich aus den einzelnen Zellen eine lange Gewitterlinie, eine sogenannte „Squall line“, die sich stetig weiter nach Osten fortbewegte. Die folgenden Radarbilder zeigen die eindrucksvolle Entwicklung:

Radarloop des gestrigen Gewitterausbruchs © UBIMET
Radarloop des gestrigen Gewitterausbruchs © UBIMET

In den betroffenen Gebieten sorgten vor allem schwere Sturmböen mit bis zu 113 km/h  und großer Hagel für teils schwere Schäden. In der Nähe von Poplar Grove in Missouri fielen Hagelschloßen mit einem Durchmesser von 7,5 cm zu Boden! Auch einige Tornados wurden beobachtet. In Galatia, Illinois zerstörte ein solcher mehrere Häuser und Farmen.

Meldungen von Sturmböen, Hagel und Tornados © NOAA/SPC
Meldungen von Sturmböen, Hagel und Tornados © NOAA/SPC

Die blauen Punkte in der obigen Grafik zeigen Meldungen von Sturmböen. Grüne Punkte stellen Hagelmeldungen dar, rote stehen für Tornados.

Erste Gewitter in Süd- und Mitteleuropa

Gewitter im Rheintal © https://www.foto-webcam.eu/webcam/dornbirn

An der Ostflanke eines umfangreichen Tiefdruckgebiets mit Kern über dem Ostatlantik wurden in den letzten Tagen schubweise milde Luftmassen aus dem südlichen Mittelmeerraum nach Mitteleuropa geführt. Mit Annäherung etwas kälterer Luft in der Höhe wurde die Luftschichtung am Montag immer labiler, somit gab es in Mittel- und Südeuropa den Start in die neue Gewittersaison.

Blitzentlandungen am Montagnachmittag und -abend. © nowcast / UBIMET
Blitzentladungen am Montagnachmittag und -abend. © nowcast / UBIMET

Blitze und Hagel im Alpenraum

Besonders betroffen von den Gewittern waren am Montag Süditalien und der Balkan, so wurde im Großraum von Neapel sogar ein kräftiger Tornado beobachtet. Wir berichteten darüber hier: Tornado nahe Neapel. Auch im Alpenraum gab es aber die ersten Gewitter der Saison,  stellenweise wurde in Österreich und in Oberbayern sogar kleiner Hagelschlag beobachtet, wie etwa im Chiemgau oder auch im Osten Österreichs südlich von Wien (siehe Video).

Die blitzreichste Region Deutschlands war am Montag das Berchtesgadener Land mit 93 Entladungen und der Landkreis Traunstein mit rund 60. Auch im äußersten Nordwesten gab es aber einzelne Gewitter, so wurden in den Landkreisen Aurich und Oldenburg immerhin 23 bzw. 6 Blitze detektiert. Die stärkste Entladung gab es im Berchtesgadener Land mit rund 202 kA. Anbei die gewittrigsten Länder Europas am Montag anhand der detektierten Blitze:

  • Serbien 14.026
  • Italien 10.501
  • Rumänien 7.566
  • Ungarn 4.759
  • Kroatien 2879
  • Mazedonien 2.801
  • Montenegro 2.321
  • Albanien 2.204
  • Frankreich 2.087
  • Österreich 668
  • Deutschland 202
  • Schweiz 39

Am Dienstag sind vor allem im Mittelmeerraum und am Balkan neuerlich zahlreiche Schauer und Gewitter zu erwarten. Am Donnerstag und Freitag sorgt eine föhnige Südströmung im Alpenraum und in Süddeutschland nochmals für milde Temperaturen, zum Wochenende hin zeichnet sich dann aber ein Kaltlufteinbruch ab. Gewitter sind dann vorerst kein Thema mehr, dafür zeichnet sich in der Mitte und im Osten Deutschlands sowie in Teilen Österreichs gebietsweise etwas Schnee ab.

Gewitter am Alpenrand. © foto-webcam.eu
Gewitter am Alpenrand. © foto-webcam.eu
Gewitter in den Alpen. © foto-webcam.eu
Gewitter in den Alpen. © foto-webcam.eu

Die ersten Gewitter der Saison

Gewitter im Rheintal © https://www.foto-webcam.eu/webcam/dornbirn

An der Ostflanke eines umfangreichen Tiefdruckgebiets mit Kern über dem Ostatlantik wurden in den letzten Tagen schubweise milde Luftmassen aus dem südlichen Mittelmeerraum nach Mitteleuropa geführt. Mit Annäherung etwas kälterer Luft in der Höhe wurde die Luftschichtung am Montag immer labiler, somit gab es in Mittel- und Südeuropa den Start in die neue Gewittersaison.

Blitzentlandungen am Montagnachmittag und -abend. © nowcast / UBIMET
Blitzentladungen am Montagnachmittag und -abend. © nowcast / UBIMET

Blitze und Hagel in Österreich

Besonders betroffen von den Gewittern waren am Montag Süditalien und der Balkan, so wurde im Großraum von Neapel sogar ein kräftiger Tornado beobachtet. Wir berichteten darüber hier: Tornado nahe Neapel. Auch im Alpenraum gab es aber die ersten Gewitter der Saison, betroffen davon waren u.a. die Bezirke Gmunden, Liezen, Salzburg und Neusiedl am See. Stellenweise wurde dabei sogar kleiner Hagelschlag beobachtet, wie etwa in Steyr, Kufstein, Rottenmann oder Würflach (siehe Video).

Blitzreichstes Bundesland war am Montag Oberösterreich mit 229 Entladungen. Besonders betroffen war dabei der Ort Gosau mit 47 Blitzen. Die stärkste Entladung gab es hingegen in Schattendorf im Burgenland mit rund 205 kA.

Blitzentlandungen am Montagnachmittag und -abend. © nowcast / UBIMET
Blitzentladungen am Montagnachmittag und -abend. © nowcast / UBIMET

In Wien gab es am Montag zwar keine Blitze, dafür zogen aber ein paar Schauer über die Stadt hinweg. Kurzzeitig kam es dabei zu Platzregen.

Schauer über Wien am 12.3.18. © foto-webcam.eu
Schauer über Wien am 12.3.18. © foto-webcam.eu

Einzelne Gewitter am Dienstag

Am Dienstag sind vor allem im Mittelmeerraum und am Balkan neuerlich zahlreiche Schauer und Gewitter zu erwarten, ganz vereinzelt sind diese aber auch im Süden Österreichs nicht ausgeschlossen. So sind am Nachmittag und Abend speziell im Grenzbereich zu Slowenien vereinzelt Blitz und Donner möglich. Am Donnerstag und Freitag sorgt der Föhn dann nochmals für milde Temperaturen im Alpenraum, zum Wochenende hin zeichnet sich dann aber ein Kaltlufteinbruch ab. Gewitter sind dann vorerst kein Thema mehr.

Gewitter in den Alpen. © foto-webcam.eu
Gewitter im Land Salzburg. © foto-webcam.eu