Extreme Hitze und Trockenheit in Österreich

Eine ausgetrocknete Sonnenblume im Sonnenuntergang. © pixabay.com

Der Sommer 2026 ist in Österreich bislang von extremer Hitze, anhaltenden Hitzewellen und regional ausgeprägter Trockenheit geprägt. In den vergangenen Tagen wurde der österreichische Temperaturrekord gleich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen übertroffen. In Wien wurde sogar an drei Tagen in Folge die 40-Grad-Marke überschritten. Zudem erlebte Österreich die wärmste Nacht der Messgeschichte. Ein Rückblick auf eine außergewöhnliche Hitzeperiode, die noch vor wenigen Jahrzehnten kaum vorstellbar gewesen wäre  – und die zeigt, wie sehr sich Österreichs Klima bereits verändert hat.

Als Österreich erstmals die 40-Grad-Marke erreichte

Bis zum Jahr 2026 wurde die 40-Grad-Marke in Österreich insgesamt nur dreimal erreicht: Am 8. August 2013 wurden in Bad Deutsch-Altenburg 40,5°C gemessen und ein neuer österreichischer Temperaturrekord aufgestellt. Dieser sollte bis vor ein paar Tagen Bestand haben. Auch Neusiedl am See und Güssing haben damals die 40-Grad-Marke überschritten.

Schon zu diesem Zeitpunkt galt eine Temperatur von 40°C in Österreich als kaum vorstellbar. Dennoch konnte diese Schwelle lokal erreicht werden. Nach 13 Jahren war es in diesem Sommer schließlich erneut so weit. Die bisherigen Rekorde wurden jedoch nicht nur erreicht oder knapp übertroffen, sondern vielerorts deutlich in den Schatten gestellt.

Anhaltende und extreme Hitze sorgt für dutzende Rekorde

Bereits im Juni, also zu Beginn des Sommers, gab es in Wien – erstmals überhaupt – und in Bad Deutsch-Altenburg 40,0°C beziehungsweise 40,1°C (siehe auch Nachlese: Hitzewelle in Österreich – Bis zu 40 Grad in Wien). Ende Juli, am 31. Juli, folgte schließlich mit einer weiteren Hitzewelle ein weiterer Extremwert: In Wieselburg wurden 40,3°C gemessen. Doch damit nicht genug: Die Hitzewelle legte in den vergangenen Tagen noch einmal nach. Von Montag, dem 3. August 2026, bis Mittwoch, dem 5. August 2026, konnte an insgesamt 11 Messstationen die 40-Grad-Marke erreicht oder überschritten werden – teilweise sogar mehrfach. In Wien-Stammersdorf wurden sogar an allen drei Tagen Temperaturen von mindestens 40°C gemessen.

Bisherige Höchstwerte im August 2026. Insgesamt elfmal wurden mehr als 40°C gemessen, in Bad Deutsch-Altenburg mit 41,2°C ein neuer Rekord aufgestellt. | UBIMET
Bisherige Höchstwerte im August 2026. Insgesamt elfmal wurden mehr als 40°C gemessen, in Bad Deutsch-Altenburg mit 41,2°C ein neuer Rekord aufgestellt. | UBIMET

Am Dienstag, dem 4. August 2026, stellte zunächst die Messtation in Wien-Stammersdorf mit 41,0°C einen neuen Temperaturrekord für Österreich auf. Bereits am Mittwoch kehrte dieser aber wieder nach Bad Deutsch-Altenburg zurück: Dort wurden 41,2°C registriert. Der alte Rekord wurde damit nicht nur deutlich übertroffen – erstmals in der österreichischen Messgeschichte konnte sogar die 41-Grad-Marke erreicht bzw. überschritten werden.

Höchstwerte in Österreich von Montag (03.08.2026) bis Mittwoch (05.08.2026). | UBIMET
Höchstwerte in Österreich von Montag (03.08.2026) bis Mittwoch (05.08.2026). | UBIMET

An 54 Wetterstationen wurde in den ersten Augusttagen ein neuer Allzeitrekord aufgestellt, an insgesamt 102 Stationen ein neuer Monatsrekord. Bereits im Juni kamen 15 neue Hitzerekorde zusammen, im Juli folgten weitere 22. An einigen Stationen in Oberösterreich, Niederösterreich, Wien und dem Nordburgenland wurden sogar in jedem Monat des Sommers neue Rekordwerte aufgestellt – etwa auch in Linz und St. Pölten.

Temperaturrekorde im Juni und Juli 2026 sowie bisherige Rekorde im August 2026. Insgesamt wurden 94 Allzeitrekorde aufgestellt. Einige Stationen verzeichneten sogar Rekorde in jedem Monat. | UBIMET
Temperaturrekorde im Juni und Juli 2026 sowie bisherige Rekorde im August 2026 (Stand 08.08.2026). Insgesamt wurden 94 Allzeitrekorde aufgestellt. Einige Stationen verzeichneten sogar Rekorde in jedem Monat. | UBIMET

Doch nicht nur tagsüber gab es neue Rekordwerte, auch die Nächte blieben außergewöhnlich warm. An insgesamt 42 Wetterstationen wurde die wärmste Nacht der jeweiligen Messgeschichte registriert. So etwa auch in der Wiener Innenstadt, wo in der Nacht auf den 5. August ein Tiefstwert von 27,4°C verzeichnet wurde. Der österreichische Rekord wanderte jedoch ins Burgenland. An der noch jungen Wetterstation im nordburgenländischen Hornstein sank die Temperatur nicht unter 28,5 °C.

Rekorde für die Tiefsttemperatur im August 2026. Insgesamt gab es - mit Stand 08.08.2026 - 42 Allzeitrekorde und 67 Monatsrekorde. | UBIMET
Rekorde für die Tiefsttemperatur im August 2026. Insgesamt gab es – mit Stand 08.08.2026 – 42 Allzeitrekorde und 67 Monatsrekorde. | UBIMET

Regional extreme Trockenheit

Die Hitze sorgt allerdings nicht nur für zahlreiche Temperaturrekorde, sondern verschärft auch die regional bereits extreme Trockenheit in Österreich weiter. Besonders im Norden und Osten des Landes ist im Jahr 2026 bislang regional nur etwa die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge zusammengekommen. Gebietsweise fiel sogar so wenig Niederschlag wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Betroffen ist unter anderem auch der Raum Wiener Neustadt.

Niederschlagsabweichung vom Klimamittel (1991-2020) in Österreich. Regional ist bislang viel zu wenig Niederschlag gefallen. Im Norden und Osten oft nur die Hälfte der sonst üblichen Menge. | UBIMET
Niederschlagsabweichung vom Klimamittel (1991-2020) in Österreich. Regional ist bislang viel zu wenig Niederschlag gefallen. Im Norden und Osten oft nur die Hälfte der sonst üblichen Menge. | UBIMET

Die extreme Trockenheit bleibt nicht ohne Folgen: Neben Belastungen für die Landwirtschaft und Wasserversorgung ist auch die Flur- und Waldbrandgefahr regional auf einem sehr hohen Niveau. Die Kombination aus hohen Temperaturen, anhaltender Trockenheit und ausgetrockneter Vegetation hat die Situation in den vergangenen Tagen weiter verschärft. Neben lokalen Flur- und Waldbränden in Tirol, der Obersteiermark und Wien kam es auch südlich von Wiener Neustadt zu einem Großbrand im Föhrenwald.

Besonders im Osten und Südosten Österreichs ist auch in den kommenden Tagen kaum Niederschlag in Sicht. Die Flur- und Waldbrandgefahr bleibt damit regional sehr hoch bis extrem hoch. Für die Landwirtschaft zeichnet sich vorerst ebenfalls keine Entspannung ab.

Die extreme Hite und Trockenheit führt in Österreich zu einer regional sehr hohen Flur- und Waldbrandgefahr. Die Prognose für die kommenden Tage zeigt: Besonders im Osten und Südosten ist keine Entspannung in Sicht. | UBIMET
Die extreme Hitze und Trockenheit führen in Österreich zu einer regional sehr hohen Flur- und Waldbrandgefahr. Die Prognose für die kommenden Tage zeigt: Besonders im Osten und Südosten ist keine Entspannung in Sicht. | UBIMET

Im Juli 2024 in Österreich mehr Blitze als im Mittel

Spektakulärer Wolkenblitz in Großpetersdorf | © Christoph Matella / uwz.at

Der Juli war in West- und Nordwesteuropa durch rege Tiefdrucktätigkeit geprägt, der Alpenraum kam dabei oft im Bereich einer Luftmassengrenze zu liegen. Dies führte einerseits zu einigen Hitzewellen, andererseits besonders in der Südosthälfte auch zu zahlreichen und kräftigen Gewitterlagen. Vom 1. bis 31. Juli wurden in Österreich exakt 528.151 Blitze (Wolken- und Erdblitze) registriert. Das sind mehr Blitze als in den beiden vergangenen Jahren, auch im Vergleich mit dem langjährigen Mittel. Im Juli 2024 wurden etwa 70.000 Blitze mehr als im Mittel üblich registriert, das entspricht einem Plus von knapp 15 Prozent. In Niederösterreich, der Steiermark und Kärnten gab es sogar ein Plus von 30 bis 40 Prozent. In Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Wien wurden hingegen deutlich weniger Blitze als im 10-jährigen Mittel detektiert, Oberösterreich und das Burgenland bilanzieren durchschnittlich.

Blitzdichte im Juli 2024 in Österreich. Die höchste Blitzdichte gab es in der Steiermark. | © Nowcast/UBIMET
Blitzdichte im Juli 2024 in Österreich. Die höchste Blitzdichte gab es in der Steiermark. | © Nowcast/UBIMET

Zahlreiche Gewitterlagen

Der blitzreichste Tag wurde mit teils kräftigen Gewittern am 12. Juli mit rund 190.000 Blitzen verzeichnet, in Zeltweg wurden an diesem Tag etwa auch orkanartige Böen bis 111 km/h gemessen. Immer wieder sorgten auch langsam ziehende Gewitter für Überflutungen und Murenabgänge, so kamen im Aflenzer Becken am 16. Juli zum Beispiel innerhalb kürzester Zeit knapp 100 l/m² zusammen. Die größten Hagelkörner erreichten einen Durchmesser von knapp 5 cm, etwa am 17. Juli bei Feldkirchen in Kärnten.

Blitzverlauf am 12.07.2024 - dem blitzreichsten Tag im Juli. | © Nowcast/UBIMET
Blitzverlauf am 12.07.2024 – dem blitzreichsten Tag im Juli. | © Nowcast/UBIMET

Steiermark auf Platz 1

Mit etwas mehr als 185.000 Blitzen führt die Steiermark das Bundesland-Ranking ganz klar an, gefolgt von Niederösterreich mit rund 112.000 und Oberösterreich mit etwa 75.000 Entladungen. Hier gab es im Vergleich mit den vergangenen 10 Jahren ein Plus von 30 bis 40 Prozent. In Tirol, Salzburg, Vorarlberg und Wien beträgt das Minus hingegen knapp 40 bis 60 Prozent. An letzter Stelle befindet sich mit Wien auch das flächenmäßig kleinste Bundesland, hier gab es vergangenen Monat 836 Blitze. In Bezug auf die Blitzdichte liegt die Bundeshauptstadt mit 2,0 Blitzen pro Quadratkilometer jedoch nicht an letzter Stelle, hier ist Vorarlberg mit 1,7 Blitzen das Schlusslicht. An der Spitze dieser Hitliste thront erneut einsam die Steiermark, hier wurden pro Quadratkilometer gut 11,3 Blitze gemessen wurden.

Blitzentladungen im Juli 2024 in Österreich pro Bundesland. Die Steiermark, Kärnten und Niederösterreich führen das Ranking an. | © Nowcast/UBIMET
Blitzentladungen im Juli 2024 in Österreich pro Bundesland. Die Steiermark, Kärnten und Niederösterreich führen das Ranking an. | © Nowcast/UBIMET

Auch auf Bezirks- und Gemeindeebene räumt die Steiermark ab. Voitsberg belegt mit einer Blitzdichte von 25,5 Blitzen pro Quadratkilometer Platz 1 und der Bezirk Südoststeiermark mit 17,8 Blitzen Platz 2. Der Kärntner Bezirk Sankt Veit an der Glan verhindert mit 16,1 Blitzen pro Quadratkilometer ein komplett steirisches Podest. In den Top 10 der blitzreichsten Gemeinden findet sich neunmal die Grüne Mark. Sankt Martin am Wöllmißberg (Voitsberg) mit 62,4 Blitzen pro Quadratkilometer belegt den ersten Platz, dicht gefolgt von Edelschrott (Voitsberg) mit 51,2 Blitzen und Mettersdorf am Saßbach (Südoststeiermark) mit 50,6 Blitzen pro Quadratkilometer.

Bezirke mit größer Blitzdichte im Juli 2024 in Österreich. Die Steiermark räumt auch hier ab. | © Nowcast/UBIMET
Bezirke mit größer Blitzdichte im Juli 2024 in Österreich. Die Steiermark räumt auch hier ab. | © Nowcast/UBIMET

Stärkster Blitz in Tirol

Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. Im heurigen Juli wurde der stärkste Blitz des Landes in Tirol gemessen: Spitzenreiter ist eine Entladung mit gut 330.000 Ampere am Abend des 09. Juli in Heiterwang im Bezirk Reutte. In kürzester Zeit wurde dabei knapp 20.000 Mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.

Weitere Informationen zu Blitzen in Österreich und wie man sich am besten bei Blitzschlaggefahr verhält, haben wir in einem weiteren Blog zusammengetragen: Blitzschlaggefahr: Das richtige Verhalten bei einem Gewitter.