Taifun SHANSHAN gefährdet Tokio

Tokio im Regen

Taifun SHANSHAN streift nach derzeitigen Berechnungen knapp an der japanischen Hauptinsel Honshu vorbei und trifft höchstens kurz auf Land, bevor dieser nach Nordwesten auf offenes Wasser abtriftet. Allerdings zieht der Taifun genau am Großraum Tokio vorbei, einer der dichtbesiedeltsten Regionen der Welt. Rund 40 Millionen Menschen sind davon betroffen.

Überflutungen und Sturm

Niederschlagsprognose für Taifun SHANSHAN
Niederschlagsprognose für Taifun SHANSHAN © UBIMET

Bei Regenmengen von über 200 Liter pro Quadratmeter in nur wenigen Stunden sind in der Region um Tokio massive Überflutungen zu befürchten. Dazu ist an der Küste mit einer Sturmflut zu rechnen und orkanartige Böen können zusätzlich für Schäden sorgen.

Windgeschwindigkeiten durch Taifun SHANSHAN
Windgeschwindigkeiten durch Taifun SHANSHAN © UBIMET

Europäischer Temperaturrekord nur knapp verfehlt

Bis zu 46 Grad gestern in Spanien.

Wie erwartet schwitzten weite Teile Portugals und Spaniens gestern unter brütender Hitze. Auch der Temperaturrekord für ganz Europa (Wir haben bereits hier darüber berichtet) war in Gefahr – doch er wankte nur und fiel schlussendlich nicht. Somit behält Athen mit 48,0 Grad aus dem Jahre 1977 die Position an der Spitze.

Hier eine kleine Übersicht über die Top 5 bei den Temperaturen gestern in Spanien und Portugal.

Spanien

Landesrekord: 47,3 Grad in Montoro im Jahr 2017

  1. El Granado (Andalusien): 46,6°C
  2. Badajoz (Extremadura): 46,0°C
  3. Cordoba (Andalusien): 45,1°C
  4. Fuentes de Andalucía (Andalusien): 44,8°C
  5. Merida (Extremadura): 44,7°C

Portugal

(Landesrekord: 47,4 Grad in Amareleja im Jahr 2003

  1. Alvega: 46,8°C
  2. Santarem: 46,3°C
  3. Alcacer do Sal: 46,2°C
  4. Coruche: 46,1°C
  5. Pegoes: 46,0°C

    Für einen bemerkenswerten Rekord hat es am Samstag aber dennoch gereicht. Die portugiesische Hauptstadt Lissabon erlebte den heißesten Tag ihrer Messgeschichte. Bis auf 43,0 Grad kletterten die Temperaturen, der alte Rekord aus dem Jahr 2003 wurde gleich um ein ganzes Grad übertroffen!

 

 

Tornado in New York

Gewitter in New York

Eine kräftige Gewitterzelle zog Donnerstagabend über den New Yorker Stadtteil Queens und aus dieser entwickelte sich auch einen Tornado.

Tornadoschneise in Queens
Tornadoschneise in Queens ©UBIMET

Der Tornado zog eine etwa 1 km lange Schneise der Verwüstung. Bei Windgeschwindigkeiten von maximal 120 bis 130 km/h wurden mehrere Bäume umgeworfen und in einigen Teilen von Queens kam es zu einem Stromausfall. Zum Glück war es schon recht spät, es gab  weder Verletzte noch Tote.

Tornados sind selten in New York

Tornados treten in New York äußerst selten auf. So gab es seit 1950 nur 10 Tornados in der Metropole, wobei es eine Zunahme in den letzten zwei Jahrzehnten gab. Bisher von einem Tornado verschont blieb von den fünf großen Stadtteilen New Yorks nur Manhatten.

Tornados in New York
Tornadozugbahnen in New York ©UBIMET

 

Extreme Hitze in Spanien und Portugal

Bereits am Freitag steigen die Temperaturen in der Südhälfte Portugals und im Südwesten Spaniens zwischen 41 und 45 Grad. Doch auch in den übrigen Landesteilen werden annähernd 40 Grad erreicht. Etwas kühler bleibt es einzig an den Küsten. Der Höhepunkt der Hitze steht dann am Samstag bevor. Besonders in den portugiesischen Distrikten Beja, Evora und Portalegre wird es extrem heiß. Aus heutiger Sicht liegen die Höchstwerte hier sowie in den spanischen Provinzen Andalusien und Extremadura verbreitet um 45 Grad, lokal sind bis zu 48 Grad möglich.

Europarekord in Gefahr

Am kommenden Samstag geraten somit auch die nationalen Temperaturrekorde Spaniens und Portugals ins Wanken. Sie liegen nahezu gleichauf: In Portugal hält Amareleja den Bestwert, hier wurden auf den Tag genau vor fünf Jahren 47,4 Grad gemessen. Nur wenig darunter liegt mit 47,3 Grad der spanische Temperaturrekord, aufgestellt vor gut einem Jahr in Montoro bei Cordoba. Und selbst der europäische Allzeitrekord kommt in Reichweite. So könnte die über 40 Jahre alte Bestmarke aus Athen fallen, sie steht bei exakt 48 Grad. Gut zu sehen auch an den erwarteten Höchstwerten am Samstag:

Fast 50 Grad am Samstag in Portugal.
Fast 50 Grad am Samstag in Portugal.

Heißluft aus Nordafrika

Möglich wird diese extreme Hitze durch das Zusammenspiel von Hoch und Tief in der Region. Über Spanien befindet sich in den kommenden Tagen ein kräftiges Hochdruckgebiet, über dem Ostatlantik hingegen ein Tiefdruckgebiet. Diese beiden Drucksysteme schaufeln heiße Luft direkt aus der Sahara in Marokko und Algerien nach Spanien und Portugal. Da die Luft von Nordafrika zur Iberischen Halbinsel nur eine kurze Distanz zurücklegen muss und auf ihrem Weg kaum vom Meerwasser gekühlt werden kann, sind solch hohe Temperaturen möglich.

Weltrekord: Regen bei 48 Grad in Kalifornien

Ein neuer Rekord: Regen bei 48 Grad.

Gemessen wurde dieser „heiße Regen“ am Imperial County Airport ganz im Süden Kaliforniens, nahe der Grenze zu Mexiko.

Ganz im Süden von Kalifornien liegt das Imperial County.
Ganz im Süden von Kalifornien liegt das Imperial County.

Vor genau einer Woche kletterten die Temperaturen auf 48,3 Grad. Sehr heiß, für diese Region aber nicht allzu ungewöhnlich im Hochsommer. Am Nachmittag begann es dann zu regnen, der Großteil des Niederschlags ist in der trockenen Luft aber sofort verdampft. Die relative Luftfeuchtigkeit betrug nämlich nur wenig mehr als 10%, solche Werte gibt es in Mitteleuropa kaum.

Neuer Rekord

Ein paar Tropfen haben aber doch ihren Weg in den Niederschlagsmesser gefunden! Somit stellt das Imperial County einen – wenig beachteten – Rekord auf. Es handelt sich hierbei nämlich um die „heißesten Regenfälle“, die je auf der Erde registriert wurden. Der alte Rekord stammt ebenfalls aus Kalifornien, in Needles regnete es vor 6 Jahren bei „nur“ 46,1 Grad.

Rekordhitze im Death Valley

Einen besonderen Rekord meldet auch die Station Furnace Creek im Death Valley, seit jeher einer der heißesten Orte dieses Planeten. Dort wird es wohl den heißesten Monat seit Messbeginn 1924 geben, die Durchschnittstemperatur lag im Juli dort bei unfassbaren 42 Grad. Der Weltrekord gehört aber wohl weiterhin dem Ort Dehloran im Iran, dort verzeichnete man im Juli 2000 einen Mittelwert von 42,5 Grad.

Schwerer Waldbrand in Kalifornien

Hitze und Feuer machen den Menschen in Kalifornien zu schaffen.

Vor exakt einer Woche wurde erstmals im Shasta County im Norden Kaliforniens ein Brand registriert, allerdings damals nur 6 km² groß. Angetrieben durch den kräftigen Wind breitete sich das Feuer aber immer weiter aus und ist in seiner Ausdehnung inzwischen mehr als 60-mal so groß wie zu Beginn. Tragischerweise fielen dem Feuer neben Häusern und Wäldern bislang auch fünf Menschen zum Opfer, weitere sieben werden noch vermisst.

Wochenlange Trockenheit

Die vergangenen Monate waren rund um die Stadt Redding viel zu trocken. Den letzten nennenswerten Regen maß die Station am lokalen Flughafen am 26. Mai, zuvor war es weitere vier Wochen komplett trocken. Hinzu kommen anhaltend viel zu hohe Temperaturen in der Region, im Juli wurde beispielsweise in Redding ein durchschnittlicher Tageshöchstwert von 39 °C gemessen.

Gut zu sehen ist die Hitze am Verlauf der vergangenen 4 Wochen in der Grafik. Zur Orientierung: 100 Grad Fahrenheit entsprechen knapp 38 Grad Celsius, 105 Grad Fahrenheit schon 41 Grad Celsius und der Höchstwert von 113 Grad Fahrenheit sogar 45 Grad Celsius!

Wochenlange Hitze in Nordkalifornien.
Wochenlange Hitze in Nordkalifornien.

Dementsprechend eindrucksvoll sind auch die Bilder und Videos, die uns aus der Region erreichen:

Nach der Hitze kommt der Taifun

Mount Fuji

Mittlerweile hat der Westpazifik eine Temperatur erreicht, bei der sich fast im Wochentakt ein tropischer Sturm zu einem Taifun entwickelt. Aufgrund der vorherrschenden Druckverteilung steuern diese leider immer wieder auf die viel bevölkerten Inseln und Küsten Ostasiens zu.

Rekordhitze

In den letzten Wochen etablierte sich über Japan ein stabiles Hoch, dieses führte zu einige neuen Hitzerekorden auf der Insel. Mit einer Temperatur von über 41.1°C wurde der bisherige Hitzerekord von 39.9°C in Kumagaya, einer Stadt nicht unweit von Tokio, pulverisiert.

Stadt Temperaturmaxima am Montag Durchschnittl. Maxima im Juli Bisheriger Julirekord
Tokyo 39 Grad 29,4 Grad 39,5 Grad (20.7.2004)
Kumagaya 41,1 Grad 30,5 Grad 39,9 Grad (5.7.1997)
Nogoya 40 Grad 30,7 Grad 38,3 Grad (31.7.1959)

Tür für tropische Stürme wieder offen

Aufgrund der Verlagerung des Hochs in Richtung Westen, lenkt es nun Stürme genau in Richtung Japan. Der Taifun JONGDARI zieht am Wochenende über den Südteil der japanischen Hauptinsel hinweg, womit Millionen Menschen mit schwerem Sturm und Überschwemmungen rechnen müssen.

Zugbahn von Jongdari ©Ubimet
Zugbahn von Jongdari ©Ubimet

Mit Winden von bis zu 160 km/h trifft der Taifun auf die japanische Küste und enorme Schäden  sind zu befürchten.

Prognostizierte Windgeschwindigkeiten©Ubimet
Prognostizierte Windgeschwindigkeiten ©Ubimet

In weiterer Folge sind auch hohe Niederschlagsmengen von 150 bis 200 Liter pro Quadratmeter zu erwarten. Durch Staueffekte an den Bergen der Insel fallen die Maxima lokal noch deutlich höher aus.

Prognostizierte Niederschlagsmengen ©Ubimet
Prognostizierte Niederschlagsmengen ©Ubimet

Nachdem leider die Hitzewelle schon mehrere Opfer forderte, wird der Taifun nun nicht wirklich zu einer Entspannung der Situation in Japan führen.

Quelle Titelbild: pixabay.com

Überflutungen in Athen

Überflutungen in Athen

Ein Höhentief sorgt in Griechenland zurzeit verbreitet für Gewitter. Stark betroffen sind dabei vor allem auch die Regionen rund um Athen, die in den letzten Tagen von verheerenden Bränden heimgesucht wurden. Hier ein paar aktuelle Bilder und Videos aus der griechischen Hauptstadt:

Waldbrandgefahr gebannt

Nach einem sonnigen Wochenende deuten die Modelle in der nächsten Woche weitere Gewitter in Griechenland an. Somit ist die Waldbrandgefahr hier in den kommenden Tagen nur gering.

Verkehrte Wetterwelt in Europa

Verkehrte Wetterwelt in Europ.

Zwischen dem 40. und 60. Breitengrad liegt im Mittel die Westwindzone, somit gibt es auch in Europa über das gesamte Jahr betrachtet vorherrschend westliche Winde. Da die Westwindzone die Polarfront überlagert, handelt es sich auch um eine Geburtsstätte für Tiefdruckgebiete, welche meist vom Atlantik auf Mittel- und Nordeuropa übergreifen. In diesem Jahr gibt es allerdings eine ungewöhnlich beständige Wetterlage, welche von hohem Luftdruck über Nordeuropa bzw. Russland bestimmt wird. Bereits die Kaltluftausbrüche im Februar und März wurden bei einem vergleichbaren Muster in Gang gesetzt.

Geringer atlantischer Einfluss

Solche Wetterlagen treten mit kurzen Unterbrechungen normalerweise nur ein paar Wochen bis wenige Monate lang auf, nicht allerdings über mehrere Jahreszeiten hinweg. Der atlantische Einfluss auf unser Wetter ist heuer ungewöhnlich gering, daher gab es in diesem Jahr im Alpenraum auch nur vereinzelt klassische Kaltfrontdurchgänge aus Nordwest. Allgemein werden persistente Wetterlagen in den mittleren Breiten aufgrund der besonders markant ausgeprägten Erwärmung der Arktis tendenziell begünstigt.

Verkehrte Wetterwelt in Europa.
Druckanomalie in Europa seit dem 1. Februar. © NOAA

Gespaltener Jetstream

Das Westwindband ist in diesem Sommer in zwei Teile gespalten: Der nördliche Ast, auch Polarjet genannt, liegt über der Norwegischen See und der Barentssee, der südliche Ast befindet sich hingegen über dem Mittelmeerraum. Auf diese Weise werden atlantische Tiefdruckgebiete von Mittel- und Nordeuropa ferngehalten und beeinflussen lediglich die Iberische Halbinsel. Portugal und Teile Spaniens haben bislang auch einen vergleichsweise kühlen und teils verregneten Sommer erlebt. Der Ostalpenraum und Südosteuropa gelangen dagegen wiederholt unter den Einfluss von Höhentiefs: Diese sorgen für eine labile Schichtung der Luft und begünstigen somit die Entstehung von Schauern und Gewittern.

Der Jetstream über Europa ist gespalten
Der Jetstream über Europa ist derzeit in zwei Äste gespalten. © UBIMET / NCEP

Trockenheit und Hitze im Norden

Besonders von den Britischen Inseln und Nordfrankreich über Norddeutschland bis nach Lappland fällt der Sommer bislang außergewöhnlich trocken und heiß aus: In Skandinavien gab es bereits unzählige Hitzerekorde, wie etwa ein Höchstwert von 32,2 Grad in Rovaniemi. Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke gab es sogar nördlich des Polarkreises. Die Folgen dieser beständigen Wetterlagen werden jedoch immer schwerwiegender, so gibt es zunehmend Missernten, Futtermangel bei Weidetieren und besonders in Schweden auch schwere Waldbrände. Die Ostsee hat sich zudem ungewöhnlich stark erwärmt, so liegen die Wassertemperaturen im Bottnischen Meerbusen mit 21 bis 23 Grad um bis zu 8 Grad über dem Mittel.

Sintflutartiger Regen im Norden von Vietnam

Regen in Vietnam durch Son Tinh

Anfang der letzten Woche entwickelte sich der Sturm im Westpazifik. Wegen der geringen Wassertemperaturen fehlte Energie für eine starke Intensivierung. Dennoch brachte Son-Tinh auf dem Weg über die Philippinen bis nach Vietnam aufgrund der langsamen Verlagerung große Niederschlagssummen mit sich. Der Sturm zog dann einmal über den Norden der Halbinsel hinweg und anschließend wieder zurück auf das offene Meer.

Zugbahn des tropischen Wirbelsturms über den Norden Vietnams © Ubimet
Zugbahn des tropischen Wirbelsturms über den Norden Vietnams © Ubimet

Dabei fielen so große Mengen an Niederschlag wie in den Monaten Juni, Juli und August zusammen. Zwischen dem 16. Juli und 22. Juli wurden unglaubliche 467 mm Regen aufgezeichnet. Zum Vergleich: In Wien liegt der Jahresniederschlag bei etwa 550 mm.

Bei derart großen Summen bleiben Überflutungen und Erdrutsche leider nicht aus. Dabei kamen in der Folge bisher 20 Menschen ums Leben und Weitere werden vermisst. Am Schlimmsten traf es dabei die Provinz Yen Bai im Norden, hier wurden ganze Dörfer weggeschwemmt. Viele tausende Menschen haben dabei ihre Eigentümer verloren.

Eine leichte Entspannung ist aber wieder in Sicht, da die Niederschläge bereits etwas nachgelassen haben.

Kräftige Gewitter in Südosteuropa

Besonders in Südosteuropa gab es teils großen Hagel.

Die Wetterlage über Europa ist derzeit festgefahren: Ein ausgeprägtes Hochdruckgebiet mit Kern über dem Nordwesten Russlands wird derzeit von einem Höhentief über Südosteuropa und einem weiteren Höhentief über Kasachstan flankiert. Diese blockierte Wetterlage wird auch als „Omega-Wetterlage“ bezeichnet und kann sich über Wochen bis Monate hinweg fortsetzen. Während die Menschen in Skandinavien derzeit mit einer präzedenzlosen Hitzewelle zu kämpfen haben, gestaltet sich das Wetter im Mittelmeerraum und am Balkan von seiner wechselhaften Seite.

In Südosteuropa gab es kräftige Gewitter.
Das Höhentief über Südosteuropa sorgt für Schauer und Gewitter. © UBIMET / GFS

Großer Hagel

Am Wochenende gab es in einem Streifen von Italien über Österreich und Kroatien bis nach Rumänien kräftige Gewitter, siehe beispielsweise auch hier: 35.000 Blitze im Osten Österreichs. Neben Starkregen und Sturmböen kam es dabei lokal zu großem Hagel, wie man in den nachfolgenden Videos aus Bosnien und Herzegowina sowie Rumänien eindrucksvoll sehen kann.

Schwere Unwetter im mittleren Westen der USA

Besonders in Iowa und Missouri gab es schwere Unwetter.

Eine Gewitterlinie mit Orkanböen zog am Donnerstag über Kansas hinweg und erfasste gegen Abend auch den Südwesten von Missouri. Der Wind frischte dabei innerhalb kürzester Zeit stürmisch auf. Ein kleines Touristenboot, welches bei noch ruhigen Verhältnissen auf den Table Rock Lake aufgebrochen war, wurde durch die zunehmend hohen Welle zum Kentern gebracht. 17 Menschen kamen ums Leben, zumindest 14 weitere konnten aus dem Wasser gerettet werden. Der nahe gelegene Flughafen von Branson meldete zum Zeitpunkt des Unglücks Böen von bis zu 101 km/h, lokal gab  es aber noch höhere Windgeschwindigkeiten.

Die Unwetter am 20 Juli iu den USA. © UBIMET
Unwettermeldungen am 19. Juli (rot = Tornado, blau = Sturm, grün = Hagel). © UBIMET

Tornados in Iowa

In Iowa kam es dagegen zu mehreren Tornados, einer davon zog unmittelbar über die Stadt Marshalltown hinweg. In der Nähe der Stadt Altoona wurden sogar zwei Tornados gleichzeitig beobachtet. Die extrem hohen Windgeschwindigkeiten verursachten schwere Schäden und besonders in Marshalltown auch mehrere Verletzte.

Titlephoto credit: Niccolò Ubalducci Photographer on Visualhunt.com / CC BY-NC-ND

Tropischer Sturm nimmt Kurs auf Shanghai

Der tropische Sturm Ampil nimmt Kurs auf Shanghai.

Kaum hat sich die Ostküste Asiens von dem Taifun Maria erholt, hat sich im Pazifik der nächste tropische Wirbelsturm namens Ampil gebildet.  Obwohl die Bedingungen für eine starke Intensivierung nicht optimal sind, rechnen die Modelle zumindest vorübergehend noch mit einer Vertiefung des Kerndruckes.

Vorrausichtliche Zugbahn von Ampil ©Ubimet
Voraussichtliche Zugbahn von Ampil. ©UBIMET

Sturm kommt in Fahrt

Derzeit sorgt ein ausgeprägtes Hoch über Korea und Japan noch dafür, dass Ampil recht stationär bleibt. Dies führt zu einem Durchmischen der Wassersäule unter dem Sturm und kälteres Wasser wird an die Oberfläche transportiert. Folglich konnte sich der Sturm bisher nur bedingt verstärken. Mit dem langsamen Auflösen des Hochs bewegt sich der Sturm jedoch nach Nordwesten, wo wieder mehr Energie durch warmes Oberflächenwasser zur Verfügung steht. Am Samstag wird der Sturm somit direkt über die japanische Insel Okinawa Honto hinweg ziehen.

Überflutungsgefahr

Die Windgeschwindigkeiten betragen derzeit etwa 100 km/h und liegen somit knapp unterhalb der Schwelle von 118 km/h für einen Taifun der Kategorie 1. An Samstag wird sich der Sturm aber vorübergehend noch etwas verstärken. Die größere Gefahr geht allerdings von den ergiebigen Niederschlagsmengen aus, die zu erwarten sind, wenn der Sturm auf Land trifft. Damit ist am Sonntag zu rechnen, doch wo dies genau sein wird ist noch mit einer gewissen Unsicherheit behaftet. Die Metropole Shanghai könnte aus heutiger Sicht allerdings von den Auswirkungen direkt betroffen sein!

Hitzewelle und Waldbrände in Skandinavien

Selbst zu Sonnenuntergang ist es derzeit noch heiß.

Brütende Hitze jenseits des Polarkreises

Bereits am Dienstag wurden in einigen Orten neue Allzeitrekorde aufgestellt, wir haben sie hier mal zusammengestellt:

Finnland

  • Kilpisväry 28,3 Grad
  • Kittila Pokka 30,2 Grad
  • Salla 31,5 Grad
  • Sodankylä 31,8 Grad
  • Rovaniemi 32,2 Grad

Norwegen

  • Sihcajavri 29,2 Grad
  • Namsskogan 32,6 Grad
  • Mo I Rana 32,6 Grad

Schweden

  • Katterjak 28,3 Grad
  • Kvikkjokk 32,5 Grad

Selbst in einem der kältesten Orte Lapplands (Tarfala auf 1100 m) wurde mit 23,1 Grad ein neuer Rekord aufgestellt.

Und auch auf den Lofoten – gelegen im kühlen Nordatlantik – wurde erstmals in der Messgeschichte mit 30,7 °C die 30-Grad-Marke geknackt.

Die Intensität dieser Hitzewelle lässt sich gut daran festmachen, dass wir Meteorologen kaum mit den Rekorden hinterherkommen. Fast täglich werden die Bestmarken gebrochen. So auch am Donnerstag, als in den 3 Nordländern erneut 16 Stationen ihre Allzeitrekorde brachen.

40 Grad in Mitteleuropa

Nein, keine Angst, die sind nicht in Sicht. Aber schauen wir uns die momentanen TemperaturABWEICHUNGEN in Skandinavien an. 10 bis 15 Grad liegen die Werte hier über dem, was im Juli normal wäre. Und in Mitteleuropa würde eine solche Hitzewelle eben 40 Grad und mehr bedeuten. Unvorstellbar oder?

Schwere Waldbrände

Vor allem in Schweden haben die hohen Temperaturen, Wind und die anhaltende Trockenheit zu zahlreichen Waldbränden geführt, sie lodern fast im ganzen Land:

In Schweden lodern zahlreiche Waldbrände.
In Schweden lodern zahlreiche Waldbrände.

Unwetter in Nigeria

Im Bereich der äquatorialen Tiefdruckrinne gehören Gewitter aufgrund der starken Einstrahlung zur Tagesordnung. Diese verschiebt sich mit den Jahreszeiten und wandert im Sommer nach Norden. Aufgrund dieser Verschiebung setzt folglich der Westafrikanische Monsun ein.

Gut zu sehen sind diese Gewitter (und die bringen in erster Linie den vielen Regen) auf dem Satellitenbild von diesem Montag:

Satellitenbild zeigt Gewitter in Nigeria.
Satellitenbild zeigt Gewitter in Nigeria.

In Nigeria betrifft dies vorrangig den Norden und so kam es, dass von Sonntag auf Montag ein starkes Gewitter mit gewaltigen Niederschlagsmengen westlich der Stadt Kano niederging. Die Kombination aus trockenem Boden und starkem Regen führte dann zu massiven Überschwemmungen. Dabei ist der Stausee an einem Damm übergelaufen und im Anschluss wurden viele Dörfer rund um die Region überflutet.

Dabei sind mindestens 49 Menschen ums Leben und weitere 20 werden noch vermisst. Die Wassermassen kosteten auch hunderte Weidetiere das Leben.

Bereits 2 Tage zuvor wurde die Stadt Abeokuta im Süden des Landes von heftigen Regenfällen getroffen.

 

Funnel in New York gesichtet

Blitze über der Skyline von New York.

Diese Gewitter brachten neben heftigem Regen auch stürmische Böen und eben auch einen Funnel direkt über der Weltstadt New York.

Um ca. 15:00 Uhr Ortszeit bildete sich der Funnel nach Ansicht der Radarbilder über dem Hafen von New York und zog anschließend ostwärts Richtung Brooklyn.

Via Social Media verbreiteten sich die tollen Film- und Fotoaufnahmen rasch über die Stadtgrenzen hinaus:

Bodenkontakt hatte der Funnel mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht, sodass ein Tornado ausgeschlossen werden kann.

Die heftigsten Gewitter wüteten in den Neuengland-Staaten New Hampshire, Massachusetts und Connecticut, wo zahlreiche Bäume und Strommasten umstürzten. In New York fielen mit den Gewittern in nur 3 Stunden rund 50 Liter Regen pro Quadratmeter, 75 bis 100 Liter waren es sogar an der Küste New Jerseys.

Hintergrundwissen: Funnel

Der sichtbare Teil einer rotierenden Luftsäule wird Trichterwolke (engl.: funnel cloud) genannt und erstreckt sich im Aufwindbereich einer Schauer- oder Gewitterzelle. Sie kann aber auch bei niederschlagsfreien Quellwolken beobachtet werden. Wenn der rotierende Luftwirbel Kontakt mit den Boden hat, spricht man von einem Tornado, auch wenn dieser im unteren Bereich unsichtbar ist. Trichterwolken treten wesentlich häufiger als Tornados auf.

Auch in Österreich sind Funnel durchaus möglich, im Bezirk Gänserndorf wurde kürzlich einer gesichtet, seht hier.

Rekordkälte und Sturm in Australien

Ein frostiger Morgen in Australien.

Eisig kalt

Weite Teile des Kontinents erlebten heute Morgen ein eisiges Erwachen. Mit -1,2 Grad am Olympiagelände von 2000 wurde in der Millionenmetropole Sydney ein neuer Tiefstwert für das Jahr 2018 gemessen. Ebenso im subtropischen Brisbane, hier fielen die Temperaturen auf +5 Grad. Am kältesten war es in Glen Innes im Norden von New South Wales, wo fast -10 Grad erreicht wurden.

 

Sturm am Dienstag

Eine kräftige Kaltfront bringt unterdessen dem Süden des Kontinents – genauer gesagt den Regionen südlich der Linie Adelaide-Sydney – am Dienstag stürmischen Wind. Die höchsten Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h werden dabei in den Australischen Alpen und auf Tasmanien erreicht. Doch auch in Melbourne drohen Böen bis zu 80 km/h!

Sturm bringt Sturmböen am Dienstag in Australien. © UBIMET
Sturm bringt Sturmböen am Dienstag in Australien. © UBIMET

Wasserhosen an der Westküste Italiens

In Italien wurden mehere Wasserhosen beobachtet.

Besonders betroffen war am Mittwoch die Westküste Italiens von Ligurien bis Latium. Am Küstenort Torvaianica, etwa 25 km südlich von Rom, traf eine Wasserhose sogar auf Land und sorgte dort für Aufregung bei Urlaubern und Einheimischen. Sobald eine Wasserhose auf Land trifft, handelt es sich per Definition um eine Windhose bzw. Tornado.

Wasserhosen

Für die Entstehung von Wasserhosen sind drei Faktoren besonders wichtig:

  • Der Unterschied zwischen der Wassertemperatur und der Lufttemperatur im Niveau der Wolkenbasis: Je größer die Temperaturdifferenz, desto höher die Labilität.
  • Lokale Windkonvergenezen, also Regionen, wo Winde aus zwei unterschiedlichen Richtungen aufeinanderprallen und zu Verwirbelungen führen.
  • Schwache Höhenwinde, da starke Windgeschwindigkeiten die Entwicklung vertikaler Verwirbelungen in der Luft unterdrücken können.

Besonders im Herbst sind Wasserhosen in Küstenregionen keine Seltenheit, da in dieser Jahreszeit die ersten Kaltluftausbrüche besonders über den noch warmen Meeren für hohe Labilitätswerte sorgen. Ganz besonders trifft dies auf den Mittelmeerraum zu, aber gelegentlich kann man sie auch im Binnenland über größeren Seen wie etwa dem Bodensee beobachten.

Wasserhosen und Tornados

Wasserhosen entstehen im Bereich lokaler Verwirbelungen der Luft unterhalb von Quellwolken und somit auf ganz unterschiedliche Art und Weise als die kräftigen Tornados, die man häufig auf Bildern aus den USA (und manchmal auch aus Europa) sieht. Letztere entwickeln sich im Zuge von langlebigen Superzellengewittern mit rotierendem Aufwindbereich und sind somit in den meisten Fällen wesentlich stärker. Dennoch können auch Wasserhosen, wenn sie auf Land treffen, für Schäden und herumfliegende Trümmer sorgen, weshalb man zur eigenen Sicherheit einen ausreichenden Abstand einhalten sollte.

Epischer Staubsturm im Südwesten der USA

Staubsturm in Arizona

In Arizona, New Mexico und Texas sind Staubstürme, auch Habub genannt, im Sommer nicht ungewöhnlich. Allerdings treten diese im Normalfall nicht in der Größe und Intensität auf, wie diese Woche in Arizona beobachtet wurde.

Entstehung von Staubstürmen

Entstehung eines Habubs
Entstehung eines Habubs © Roland Stull / www.eoas.ubc.ca

Ein großer Gewitterkomplex entsteht, durch Regen und Verdunstung entwickelt sich ein Kaltluftpool, der dann bodenah ausströmt. In den Wüstengebieten kann das zu Staubstürmen führen.

Hier noch ein Radarloop von einer Outflow Boundary (Grenze zwischen warmer Umgebungsluft und kältere Gewitterluft), die sich nach Gewitterbildung ringförmig ausbreitet:

Taifun Maria erreicht China

Ein Taifun trifft auf die Küste.

Landgang in China

Mit Windböen bis zu 200 km/h und heftigem Regen ist der Taifun MARIA heute morgen unserer Zeit auf das chinesische Festland getroffen. Besonders stark sind die Auswirkungen in den Provinzen Fujian und Zhejiang zu spüren. In den folgenden Stunden wird MARIA sich aber über dem hügeligen Hinterland Ostchinas deutlich abschwächen, dann handelt es sich nur noch um eine normales, kräftiges Tiefdruckgebiet.

Hier ein erstes Video aus der Region:

Taiwan schwer getroffen

Zuvor hatte Maria bereits den Norden der Insel Taiwan – etwa 80 km nördlich der Hauptstadt Taipeh überquert. Dabei kamen immense Regenmengen zusammen, hier die Top 5:

  1. Youkeng 407 l/m²
  2. Qingtian 323 l/m²
  3. Yangmingshan 314 l/m²
  4. Bailan 307 l/m²
  5. Yufeng 303 l/m²

Umso beachtlicher sind diese Mengen, wenn man bedenkt, dass der durchschnittliche JAHRESniederschlag in Wien 650 l/m² und in Berlin 580 l/m² beträgt!

Den Schwerpunkt im Norden der Insel sieht man auch gut grafisch (hier allerdings ist nur der Niederschlag der vergangenen 15 Stunden dargestellt):

Immense Regenmengen in Taiwan.
Immense Regenmengen in Taiwan.

Noch heftiger wütete Maria auf der zu Japan gehörigen Insel Miyakojima:

 

Supertaifun Maria nimmt Kurs auf Taiwan und China

Der Supertaifun Maria nimmt Kurs auf Taiwan.

Der Supertaifun Maria zieht derzeit über dem Pazifischen Ozean mit einer westlichen Zugbahn in Richtung Taiwan. Derzeit liegt der Kern des Sturms noch etwa 850 km entfernt, bereits am Dienstagmorgen unserer Zeit wird es aber voraussichtlich als Sturm der Kategorie 3 oder 4 über die japanischen Inseln Miyako-jima und Ishigaki-jima ziehen mit Windgeschwindigkeiten von 200 km/h und Spitzenböen um 250 km/h. Weiters müssen sich die Inselbewohner auf eine Sturmflut und sintflutartigen Regen vorbereiten.

In weiterer Folge deuten die Modelle auf eine Zugbahn knapp nördlich von Taiwan hin, wo sich auch die Hauptstadt und Metropolregion von Taipeh befindet. Der Supertaifun wird sich zwar über den etwas kühleren Gewässern des Ostchinesichesn Meers allmählich abschwächen, dennoch muss man weiterhin mit ergiebigem Regen und Orkanböen rechnen.

Der Supertaifun Maria nimmt Kurs auf Taiwan und China.
Die Prognose der Zugbahn von Supertaifun Maria. © UBIMET

In der Nacht auf Mittwoch unserer Zeit wird der Taifun schließlich in China nördlich der Metropolregion von Fuzhou in der Provinz Fujian auf Land treffen. Während an der Küste vor allem eine Sturmflut und Orkanböen zu erwarten sind, stellen die großen Regenmengen von teils über 150 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden die Hauptgefahr im Landesinneren dar.

Besonders im Osten Chinas besteht eine erhöhte Gefahr von Überflutungen und Vermurungen.
Die prognostizierten Regenmengen. © UBIMET

Schwere Überschwemmungen in Japan

Besonders im Südwesten Japans gab es schwere Überflutungen.

Erst vor wenigen Tagen ist der tropische Sturm Prapiroon auf den Süden Japans getroffen. Am 4. Juli löste sich der Sturm zwar auf, er hinterließ aber äußerst feuchte Luftmassen tropischen Ursprungs. Am Freitag entwickelte sich am Südrand eines Höhentiefs über dem Japanischen Meer schließlich eine Tiefdruckrinne und besonders im Süden Japans kam es zu  gewittrig durchsetztem Starkregen.

Extreme Regenmengen

In der Stadt Sukumo in der Region Shikoku gab es innerhalb von 24 Stunden rund 390 Liter pro Quadratmeter Regen, davon 263 innerhalb von nur zwei Stunden. In Uwajima gab es im gleichen Zeitraum sogar 364 Liter pro Quadratmeter, hier gab es also in nur zwei Stunden die eineinhalbfache Niederschlagsmenge wie in einem durchschnittlichen Juli!

Die großen Niederschlagsmengen sorgten für schwere Überfltutungen in Japan.
Innerhalb von nur 3 Tagen gab es sehr große Niederschlagsmengen. © UBIMET


Neben Shikoku waren auch die Regionen Kyushu, Chugoku, Kinki und Chubu von Überflutungen und Vermurungen betroffen. Die Stadt Okayama wurde sogar fast vollständig überflutet. Medienberichten  zufolge kamen mindestens 65 Menschen ums Leben, 45 weitere werden noch vermisst. Einige Häuser wurden zerstört, zudem sind mehrere Millionen Menschen aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen, davon alleine 1,8 Millionen in Hiroshima.

Entspannung erst kommende Woche

In den kommenden Stunden gehen vor allem im äußersten Süden weitere Schauer nieder. So extreme Regenmengen wie am Samstag sind zwar nicht mehr zu erwarten, die Warnungen vor Starkregen und Überflutungen vom nationalen Wetterdienst in Japan bleiben aber weiterhin in Kraft. Im Laufe der kommenden Woche ist dann eine langsame Entspannung in Sicht.

Title-Photo credit: banjipark on Visual hunt / CC BY-SA

Winterliche Bedingungen in den Australischen Alpen

Auf den Bergen Australiens gibt es viel Schnee.

Der Südosten Australiens liegt derzeit zwischen einem Tief über der Tasmanischen See und einem Hoch über der Großen Bucht im Süden des Landes. Mit einer südwestlichen Strömung gelangen dabei schubweise feuchte und kühle Luftmassen ins Land.

Schneereicher Winter

Der Saisonstart verlief heuer in den Australischen Alpen außergewöhnlich schneereich, wie berichteter darüber hier: Wintereinbruch in Australien. Nun können sich Skifahrer und Winterfreunde auf weiteren Schneefall freuen. Besonders in Höhenlagen oberhalb von 1.300 m gibt es tiefwinterliche Bedingungen.

Weiterer Neuschnee am Wochenende

Im Laufe des Wochenendes gibt es weitere Schneeschauer, dabei gibt es in den Alpen von New South Wales oberhalb von etwa 1.500 m weitete 20 bis 40 cm Neuschnee. Auch in Victoria sind in höheren Lagen etwa weitere 20 cm der weißen Pracht zu erwarten. Die Schneefallgrenze steigt allmählich von 900 gegen 1.200 m an.

Besonders in den Alpen von NSW gibt es viel Neuschnee.
Schneeprognose für die Australischen Alpen. © UBIMET

Title-Photo credit: NeilsPhotography on VisualHunt / CC BY

Taifun-Saison kommt in Fahrt! Nächster Wirbelsturm steuert auf Ostasien zu

Während sich der Taifun Prapiroon, von dem wir Anfang der Woche berichtet haben, im japanischen Meer zu einem Sturmtief entwickelt hat, braut sich im warmen Westpazifik wieder etwas zusammen. Maria, der Name wurde vom „Joint Typhoon Warning Center (JTWC)“ für diesen Taifun vergeben, intensiviert sich laut heutiger Prognosen weiter. Dieser Sturm stellt ein großes Risiko für die Nordostküste Chinas sowie Südkorea und den Süden Japans dar.

Weitere Intensivierung

Derzeit befindet sich der tropische Sturm nahe der Insel Guam und wandert mit den Passatwinden in Richtung Nordwesten. Da dort die Meeresoberfläche sehr warm ist, steht genügend Energie zur Verfügung, damit sich der Sturm noch weiter intensivieren kann. Die Simulationen der Modelle zeigen dabei Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h. Erreicht dieser Sturm die Küste, sind Extremwetterereignisse wie Starkniederschlag, Überschwemmungen und Bergrutsche zu befürchten.

 

Bildquelle: Sprengben, visualhunt

Bedrohlich und malerisch zugleich: Mammatus

Auschnitt eines Strandes mit darüberliegenden Mammatuswoken

Die sogenannten Mammatus Wolken sind besonders im Sommer auf der Rückseite oder im Randbereich von kräftigen Gewittern zu sehen. Ihre Entstehung ist wissenschaftlich noch nicht ganz geklärt, aber es gibt einige Theorien dazu. Ihr Auftreten ist hauptsächlich im Sommer mit konvektiven Ereignissen verbunden, also bei ausgeprägten vertikalen Lufttransport innerhalb der Atmosphäre.

So geschehen auch am 1. Juli an der Küste Westfrankreichs nach einem kräftigen Gewitter:

Entstehung

Der Name kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „Beutel“ beziehungsweise „brustartig“. Aufgrund von Verdunstungsvorgängen an der Wolkenunterseite kann die Luftschicht unmittelbar unterhalb der Wolke labilisiert werden. Dies sorgt für Turbulenzen, so kommt es an der Wolkenuntergrenze zu einem ständigen Absinken und Aufsteigen der Luft. Dadurch entsteht dann diese Wolkenart, die auf die komplexen Prozesse in der Gewitterwolke hinweisen.


Auftreten können diese Wolken überall auf der Welt, allerdings sind die Auswölbungen an der Wolkenunterseite oft nur mäßig ausgeprägt. Je nach Wetterlage und Tageszeit können diese Wolke aber für ein spektakuläres Naturschauspiel sorgen.

Quelle Titelbild: © agatemeteo

Taifun Prapiroon steuert auf Japan und Südkorea zu

Ausschnitt des Satellitenbildes über Sudöstasien

Ein Taifun, diesen Namen tragen tropische Wirbelstürme in Ost- und Südostasien, bedroht derzeit die Küste von Japan sowie auch den südöstlichen Teil Südkoreas. Dieser räumlich kleine,  jedoch sehr intensive Wirbelsturm, produziert Windgeschwindigkeiten von bis zu 165 km/h. Derzeit befindet sich dieser westlich der japanischen Insel Okinawa und intensiviert sich aufgrund der hohen Wassertemperaturen im chinesischen Meer noch weiterhin.

Starkregen und Überflutungen

Die Wettermodelle simulieren eine prognostizierte Zugbahn, die zwischen Japan und Südkorea verläuft. Beim Durchzug dieser Meeresenge können stellenweise extrem hohe Windgeschwindigkeiten auftreten, sowie auch hohe Niederschlagsmengen von bis zu 100 mm fallen. Aufgrund dieser hohen Mengen sind stellenweise Überflutungen und Vermurungen zu befürchten.

Simulierte Zugbahn des Taifuns. Zugbahn in Richtung Norden
Prognostizierte Zugbahn des Taifuns © UBIMET

Im weiteren Verlauf wird Erwartet, dass der Sturm auf das japanische Meer zieht und sich aufgrund der tieferen Wassertemperaturen abschwächt und zu einem außertropischen Sturmtief wird.

Trockenheit in Großbritannien

Trockenheit

In den vergangen Wochen fiel in Großbritannien kaum Regen. Landesweit verlief der Juni sehr trocken, gerade mal ein Drittel des üblichen Niederschlags wurde registriert. Im Südwesten von England fiel teilweise fast gar kein Regen. Dazu stellt sich in dieser Woche hochsommerliches Wetter mit Höchstwerte um die 30 Grad ein.

Moorbrände

Durch die anhaltende Trockenheit kam es in den vergangenen Tagen zu Moorbränden. Diese sind besonders schwer zu löschen, da sich der Brand im Unterboden des Moors abspielt. und es zu starker Rauchentwicklung kommt. Hier ein paar Bilder:

Trockenheit und Hitze setzen sich fort

Auch in der kommenden Woche setzt sich die Dürre fort. Bis auf ein paar Gewitter bleibt es weitgehend trocken und dazu liegen die Temperaturen weiterhin im sommerlichen Bereich. Sowie in Norddeutschland werden jetzt auch in England große Dürreschäden in der Landwirtschaft befürchtet.

Titelbild: www.visualhunt.com

Unwetter in den USA

Unwetter in den USA

Am Donnerstagnachmittag lag der Norden der USA unter dem Einfluss sehr feuchter Luftmassen aus dem Golf von Mexiko. Mit Annäherung eines Höhentrogs aus Westen kamen im Osten von Montana, in North Dakota sowie im Norden von South Dakote alle Zutaten für heftige und langlebige Gewitter zusammen: Sehr feuchte und energiereiche Luft sowie ein starke Drehung und Zunahme des Windes mit der Höhe.

Großer Hagel und Tornados

Bei kräftigen Gewitterlagen im Sommer besteht zunächst in den Nachmittagsstunden vor allem die Gefahr von großem Hagel und Tornados. So wurden am Donnerstagnachmittag auch bei dieser Gewitterlage besonders in Montana und North Dakota Hagelkörner mit einem Durchmesser von teils über 5 cm beobachtet, zudem gab es im Grenzbereich von Montana und South Dakota spektakuläre Tornados. Im weiteren Verlauf von markanten Gewitterlage nimmt ab den Abendstunden in der Regel die Sturmgefahr zu, was in diesen Fall im Osten von North Dakota und Minnesota der Fall ist.

Bow Echo über North Dakota

Im Laufe der Nacht sind die Gewitter über North Dakota zu einer ausgeprägten Linie zusammengewachsen, welche in diesen Stunden als sogenanntes „Bogenecho“ noch immer ostwärts zieht. Im mittleren Teile der Linie wurden bereits Orkanböen verzeichnet. In den nächsten Minuten wird die Linie auch den Norden von Minnesota erfassen. Aktuell ist es dort noch dunkel, der Sonnenaufgang findet allerdings in etwa einer Stunden statt.

Bogenecho in den USA um Freitag 11 Uhr MESZ. © nexrad / UBIMET
Bogenecho in den USA um Freitag 11 Uhr MESZ. © nexrad / UBIMET

Aktuelle Radarbilder gibt es hier: USA-Wetterradar.

Unwettertief über Griechenland

Gewittertief über Griechenland

Wie das aktuelle Satellitenbild zeigt liegt derzeit direkt über Griechenland ein Tief, das von Süditalien bis in die Türkei für kräftige Gewitter sorgt. Dabei ziehen die Gewitterlinien teilweise immer über die selbe Region, womit das Überflutungsrisiko deutlich ansteigt und Sturzfluten zu befürchten sind. Bereits am vergangenen Wochenende war Athen von einem heftigen Gewitter betroffen:

Ab Donnerstag Balkan betroffen

In weiterer Folge verlagert sich der Schwerpunkt des Tiefs etwas nordwärts, womit sich die Gewittertätigkeit mehr auf die Balkanstaaten verlagert. Die Ausläufer des Tiefs sind aber bis in den Ostalpenraum spürbar, hier kommt es auch zu ergiebigen Regen.

 

Aktuell Schneefall auf Neufundland

Schnee Sommer Neufundland

Neufundland ist eine große Insel, die westlich von Kanada im Atlantik liegt. Im ersten Moment denkt man, dass Neufundland nahe der Arktis deutlich weiter im Norden liegt, doch vom Breitengrad her befindet sich die Insel genau auf der Höhe von Österreich. Allerdings profitiert Neufundland nicht mehr vom Golfstrom, sondern der Labradorstrom umströmt die Insel mit eiskaltem Wasser aus der Arktis. Daher ist das Klima deutlich rauer als bei uns.

Schnee im Juni

Das in der ersten Junidekade auf Neufundland Schnee fällt, ist keine Seltenheit. Seit 80 Jahren werden im Ort Gander Schneehöhen gemessen und der Neuschneerekord für das Monat stammt vom 7. Juni 1974 mit gut 22 cm. In der zweiten Junihälfte sind Schneefälle allerdings sehr selten, erst zweimal 1995 und 1952 gab es um ein paar Tage noch später geringe Neuschneemengen in Gander.

An der Küste blieb es bei Regen, im Inselinneren schneite es aber verbreitet, hier ein paar Bilder:

Wasserhosen vor Rimini

Wasserhosen

Am Vormittag zog ein Gewitter an der italienischen Adriaküste bei Ravenna und Rimini durch und verursachte mehrere Wasserhosen. Wie der Satellitenloop zeigt, zog das Gewitter  entlang einer Konvergenz vor der Küste nach Süden.

Gewitter an der Adria
Gewitter an der Adria (Blitze werden als rote/blaue Kreuze dargestellt) ©UBIMET, Eumetsat

Konvergenz?

An der Adriaküste bildet sich öfters eine Konvergenz aus
An der Adriaküste bildet sich öfters eine Konvergenz aus ©UBIMET

Als Konvergenz wird das Zusammenströmen zweier Luftmassen bezeichnet, aus der eine Hebung resultiert. Bei der vorherrschenden Nordströmung werden die Alpen umströmt und durch eine schwache Bora haben wir über der Adria eine Ostströmung. Gleichzeitig kühlt die Poebene über Nacht stärker aus als die Adria, womit die Luft westwärts fließt und vor der Küste auf die Bora trifft – eine Konvergenz entsteht.  Zudem sorgte ein kleines Randtief für eine weitere Hebung und genügend Feuchte um Gewitter auszubilden.

Wasserhosen profitieren von Konvergenz

Durch die Konvergenz entstehen nicht nur Gewitter, sondern sie ist auch ein wichtiger Antrieb für die Entstehung von Wasserhosen. Von denen es heute einige gab wie die Videos und Fotos beweisen.

Unwetter in Südosteuropa

Heftige Gewitter in Südosteruopa.

Die Kaltfront von Tief CATHY hat in den letzten Tagen aus Norden polare Luftmassen nach Mitteleuropa geführt. Mit Durchzug der Kaltfront gab es besonders im Südosten Österreichs am Donnerstag noch heftige Gewitter, wir berichteten darüber hier: Hagel und 70.000 Blitze. Mittlerweile ist die energiereiche Luft allerdings nach Süden abgedrängt worden.

Eine Kaltfront sorgt für hefitge Gewitter in Südosteuropa. © UBIMET / NCEP
Luftmassengrenze am Freitag über Europa. © UBIMET / NCEP

Zwillingstornado in Rumänien

Im Vorfeld der Kaltfront kam es Freitag neuerlich zu heftigen Gewittern, besonders betroffen von den Unwettern waren Mittelitalien, der Balkan und Teile der Türkei. Im Osten Rumäniens wurden im Umfeld der Stadt Cuca im Zuge eines Gewitters sogar zwei Tornados gleichzeitig beobachtet.

Starkregen und Überflutungen

In Osten und Südosten Italiens sowie in Teilen der Türkei kam es zudem örtlich zu ergiebigen Regenmengen in kurzer Zeit, weshalb Sturzfluten die Folge waren. Besonders betroffen waren die Abruzzen und die türkische Hauptstadt Ankara.

Kalter Atlantik könnte zu schwacher Hurrikansaison führen

Ein Hurrikan zieht über den Atlantik.

Gleich auf dem ersten Bild sieht man gut die aktuelle Temperaturverteilung auf dem Atlantik. Wobei es sich hier um Anomalien handelt, also erkennt man, wo das Wasser derzeit zu warm oder zu kalt ist. Und genau zwischen Südamerika (unten links) und Afrika (am rechten Bildrand) betragen die Abweichungen momentan rund 2 Grad.

Treibstoff fehlt

Das klingt im ersten Moment wenig, ist es aber nicht. Denn damit sich ein Hurrikan bilden kann, braucht es eine Wassertemperatur von rund 27 Grad. Diese Werte hat der tropische Atlantik üblicherweise knapp, deshalb ist das Seegebiet zwischen der Karibik und Afrika auch eine der wichtigsten Brutstätten für Tropische Stürme. Ist das Wasser nun um 2 Grad kälter, fehlt einem Hurrikan sozusagen der Treibstoff.

Blau signalisiert einen zu kalten Atlantik.
Blau signalisiert einen zu kalten Atlantik.

Dass obige Temperaturverteilung keine Momentaufnahme ist, zeigt folgende Kurve. Schon seit März ist das Wasser in dieser Region durchwegs zu kalt.Seit mehreren Monaten ist der tropische Atlantik zu kalt.

Seit mehreren Monaten ist der tropische Atlantik zu kalt.Grund hierfür war die vorherrschende Druckverteilung, zu sehen in der letzten Abbildung. Vor Westeuropa lag in den vergangenen Wochen ein kräftiges Hochdruckgebiet, an dessen Südflanke wurde frische Luft aus Osteuropa herangeführt. Durch diese war es in Marokko beispielsweise viel zu kalt, und diese kalte Luft ist anschließend aufs Meer hinausgeströmt und hat das Wasser abgekühlt.

qEin kräftiges Hoch vor Westeuropa.
Ein kräftiges Hoch vor Westeuropa.

In Summe erwarten die Meteorologen aus genannten Gründen eine sehr schwache Hurrikansaison auf dem Atlantik. Dies gilt aber nur für jene Stürme, die ihren Ursprung zwischen Südamerika und Afrika haben. In der Karibik beispielsweise kann sich dennoch ein Hurrikan zusammenbrauen.

Tornado und großer Hagel in Denver

Gewitter am Flughafen

Tornado auf Webcam

Besonders bemerkenswert bei dem Tornado war die Tatsache, dass er sogar von einer Webcam festgehalten wurde. Und das nicht von irgendeiner, sondern von einer Kamera am Tower des Internationalen Flughafen von Denver:

Hier mal ein Überblick über die Gewitterlage von gestern anhand eines Radarbildes. Man sieht gut die kräftige Gewitterzelle rund 25 km nördlich des Flughafens. Der schwarze Pfeil zeigt an, wo der Tornado war:

Radarbild von gestern mit Tornado
Radarbild des Großraums Denver

Tennisbälle vom Himmel

Doch nicht nur Denver wurde von schweren Gewittern getroffen, der Großteil Colorados erlebte einen unwetterträchtigen Dienstag. Dazu reicht ein Blick auf die Hagelmeldungen, quer über den Bundesstaat verteilt wurden Hagelkörner von bis zu 3 inch im Durchmesser (entspricht rund 7,5 cm) beobachtet. In folgender Karte sind die Meldungen der größten Hagelkörner in pink dargestellt:

Hagel in Colorado © SPC
Hagel in Colorado © SPC

Das Beste zum Schluss

Abschließend zeigen wir euch noch zwei wirklich eindrucksvolle Videos der Hagelmassen von gestern:

Wasserhosen und Überschwemmungen

Wasserhosen im Mittelmeer © shutterstock

Wochenlang lag die feucht-labile Luftmasse über Mitteleuropa und sorgte von Frankreich bis Österreich verbreitet für Gewitter und Überschwemmungen. Mit der Kaltfront in der vergangenen Woche wurde diese Luft nach Osten und Süden abgedrängt. Seit ein paar Tagen haben nun die Regionen von Süditalien bis zum Schwarzen Meer damit zu kämpfen.

Überschwemmungen in Süd- und Südosteuropa

Am Montag erwischte es die Hauptstädte Sofia und Athen:

Zahlreiche Wasserhosen

Neben den Überflutungen am Festland traten im Zuge von Gewittern in Küstennähe auch einige Wasserhosen auf, wie hier am Schwarzen Meer:

oder an der Küste Kalabriens:

Mit der Kaltfront, die Donnerstagnacht Österreich überquert, gibt es am Wochenende auch in diesen Regionen einen Luftmassenwechsel.

Hitzerekord in der USA

Wasser hilft gegen die Hitze

Bereits in den vergangenen Tagen gab es im Mittleren Westen der USA eine Hitzewelle und nun verlagert sich die Hitze weiter in den Nordosten. Dabei ist zu beachten, das Höchstwerte über 30 Grad im Juni in dieser Region eher selten ist. Der Hitzerekord in New York City liegt für Juni bei nur 35 Grad.

USA Rekordhitze
Prognostizierte Höchstwerte im Vergleich zu den bestehenden Rekorden. 95 Grad Fahrenheit entsprechen 35 Grad Celsius. © UBIMET

Hohe Luftfeuchtigkeit verschärft die Hitze

Gerade die Großstädte entlang der Küste haben nicht nur mit den hohen Temperaturen, sondern auch mit der extrem hohen Luftfeuchtigkeit zu kämpfen. Diese verschärft die Hitze noch weiter und macht einen  längeren Aufenthalt im Freien unerträglich.

Kaltfront beendet Hitze

Am Montagabend zieht aus Norden eine Kaltfront auf und beendet die extreme Hitze. Dabei sind stellenweise auch kräftige Gewitter mit schweren Sturmböen möglich.

Kaltfront zieht aus Norde mit Gewittern auf.
Kaltfront zieht aus Norden mit Gewittern auf. © UBIMET

In den kommenden Tagen geht es dann sommerlich weiter, die Temperaturen passen sich wieder der Jahreszeit an.

Titelbild: shutterstock.com

Nach Millstatt: Microbursts erklärt

Aufnahme eines Microbursts bei Phoenix, Arizona © https://www.youtube.com/watch?v=jI8d92SWMKw

 

Reduziert auf das Eigentliche war es ein normales Gewitter. Erwärmte Luft konnte über den nahen Bergen südlich des Millstätter Sees aufsteigen, es bildeten sich mächtige Quellwolken und in weitere Folge ein für die Jahreszeit typisches Wärmegewitter mit nur geringer Verlagerungsgeschwindigkeit.  Besonders erscheinen jedoch die Wassermassen, die wie in Form von Paketen aus der Wolkendecke fallen. Im Zeitraffer wird der relativ kleine, aber dichte Niederschlagsbereich deutlich, mit einer markanten Grenze hin zum niederschlagsfreien Bereich. Beim Aufprall auf den Boden strömt der Regen zudem in alle Richtungen auseinander, es kommt zu kräftigen Böen. Die Rede ist hierbei von einem so genannten Downburst, bzw. aufgrund der räumlichen Ausdehnung: von einem Microburst.

Erklärung eines Microbursts und dem damit Outflow © https://de.wikipedia.org
Erklärung eines Microbursts und dem damit verbundenen Outflow © https://de.wikipedia.org

Starke Winde zerstörerisch

Durch den stark beschleunigten Abwind und das Auseinanderlaufen am Boden sind die starken Winde üblicherweise das größte Problem bei diesem Phänomen, weniger der kräftige Regen. Das nachfolgende Video aus Minsk verdeutlicht dies:

Wenn ein Sack Wasser zu Boden fällt

Häufig kommt ein Down- oder Microburst wie aus dem Nichts, wenn die Aufwinde innerhalb eines Schauers oder Gewitters nicht mehr reichen die Wassermassen zurückzuhalten und sich ein ‚Sack‘ den Weg zum Boden bahnt. Ist in der Wolke eine trockene Schicht eingelagert, kann sich dieses Paket an Regen durch Verdunstung weiter beschleunigen.

The pilot I use for my aerial images (Spiker Helicopters) caught these shots of a downburst over #Pittsburgh today…talk about incredible! oburst Phoenix, Arizona, pic.twitter.com/TOpVgR7imo

Microbursts erklärt

Titelbild: Microburst Phoenix, Arizona, https://www.youtube.com/watch?v=jI8d92SWMKw

El Niño wahrscheinlich

Pixabay contributor inspirexpressmiami

El Niño ist gegenüber La Niña die positive bzw. warme Phase der ‚El Niño-Southern Oscillation‘ (ENSO). Diese Oszillation beschreibt die Änderung der Oberflächen-Wassertemperaturen im Pazifik, welche große Auswirkungen auf das weltweite Wettergeschehen hat. Die zur Prognose herangezogenen verschiedenen Modelle sind sich zuletzt einiger geworden, demnach entwickelt sich nach der anhaltenden ENSO-neutralen Phase nun allmählich ein El Niño. Die nachfolgenden Graphen zeigen die Entwicklung, ab einem Schwellwert von +1 spricht man von einem El Niño-Status. Man erkennt, wie ausgeprägter der Fall zum Jahreswechsel hin wird.

Prognose der Abweichung der Wassertemperatur des Pazifiks und damit eines El Niño-Ereignisses
Prognose der Abweichung der Wassertemperatur des Pazifiks und damit eines El Niño-Ereignisses

 

Wetterlexikon: El Niño

Die stärksten Auswirkungen hat ein El Niño-Ereignis während der Wintermonate auf der Nordhalbkugel. Doch auch schon in der jetzigen warmen Jahreszeit und selbst bei einem noch schwach ausgeprägten El Niño ändern sich manche Wettermuster, wenngleich hauptsächlich auf der Südhalbkugel. Die Folgen sind auf der nachstehenden Grafik zusammengefasst. Das warme, trockene Muster in der Karibik korreliert mit einer verminderten Hurrikan-Aktivität auf dem Atlantik. Denn die El Niño-Phase ist typischerweise mit stärkeren Höhenwinden über dem Atlantik verbunden, die dazu führen, dass sich entwickelnde Zyklonen in Ihrer Entwicklung gehemmt werden.  

 

Auswirkungen von El Nino in den Sommermonaten Juni bis August
Auswirkungen von El Nino in den Sommermonaten Juni bis August

 

Meteorologen in den USA haben auf die aktuelle El Niño-Prognose reagiert und ihre Vorhersage der Hurrikan-Saison angepasst. War im April noch von einer überdurchschnittlichen Hurrikan-Saison 2018 die Rede, so geht man nun eher von einer durchschnittlichen Saison aus. Die Bewohner der gefährdeten Küstenbereiche sollten sich aber nicht zu früh freuen, gab es in den letzten Jahren die stärksten Hurrikans wie Andrew oder Hugo doch in ansonsten durch El Niño eher ruhigeren Hurrikan-Jahren.

Update: In Europa sind die Auswirkungen äußerst gering und nach wie vor Gegenstand der Forschung. Am ehesten wirkt sich ein markantes El Nino-Ereignis auf die Druckverteilung bei uns aus. Im Bereich von Island findet man dann häufiger als sonst ein blockierendes Hochdruckgebiet, weswegen öfters Kaltluft aus nördlichen Breiten nach Mitteleuropa geführt wird.

(Titelbild: Pixabay, inspirexpressmiami)

Viel Schnee in den Australischen Alpen

Känguru in Australien im Schnee. © shutterstock.com

Die Wintersaison in den Bergen im Südosten Australiens ist perfekt gestartet. Im Wintersportgebiet Perisher, im Grenzbereich von New South Wales und Victoria, gab es in den letzten zwei Tagen bereits über 30 cm Neuschnee. Am Wochenende gibt es weitere Schneeschauer, somit wird in Summe in den Gipfellagen noch ein halber Meter Schnee erwartet. Da die Temperaturen kalt bleiben, können die Betreiber der Lifte zudem auch die Schneekanonen einsetzen.

Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe am Freitag. © GFS / UBIMET
Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe am Freitag. © GFS / UBIMET

Blizzard auf den Bergen

In den Hochlagen wurde der Schneefall in den letzten Tagen allerdings auch von teils stürmischem Wind begleitet, somit gab es zeitweise einen regelrechten Blizzard. An der Gipfelstation von Thredbo gab es in 1.957 m Höhe sogar orkanartige Böen von bis zu 113 km/h. Im 1.735 m hoch gelegenen Feriendorf Perisher Valley wurden bei anhaltendem Schneefall Sturmböen von 85 km/h verzeichnet.

Die Betreiber der Skilifte hoffen nun auf eine gute Wintersaison, wenngleich der Gesamtschnee im Juni im Mittel keine Rolle für den weiteren Saisonverlauf spielt. So folgten die bislang schneereichsten Winter im 1956 und 1981 jeweils auf einen schneearmen Junibeginn.

Hurrikan BUD bedroht Mexiko

Hurrikan von oben

Hurrikan BUD intensiviert sich zurzeit sehr schnell und könnte sich noch Montagabend zu einem „Major Hurricane“ entwickeln. „Major Hurricane“ sind Tropenstürme, die die Kategorie 3 oder höher der fünfteiligen Saffir-Simpson-Skala erreichen. Diese Unterscheidung wurde eingeführt, da Hurrikane ab dieser Stufe großflächige Schäden verursachen und lebensbedrohliche Bedingungen während des Sturms herrschen.

Zugbahn von Hurrikan Bud
Hurrikan Bud zieht nach Norden © UBIMET

BUD bedroht Baja California

Hurrikan BUD zieht in den nächsten Tagen vor der Küste Mexikos langsam nach Norden. Dabei gelangt er in kältere Gewässer, weshalb er sich sukzessive abschwächt. Gegen Ende der Woche trifft er wohl als schwacher Tropensturm auf die Halbinsel Baja California und sorgt für eine Sturmflut und sintflutartigen Regen. Falls er aber doch schon früher nach Osten abbiegt, wird es für die Pazifikküste Mexikos umso gefährlicher.

Satellitenanimation von Bud
Satellitemanimation von Hurrikan Bud © NOAA

Kräftige Gewitter am Freitag

Gewitter mit Blitz.

Ein Höhentief zieht am Freitag von West nach Ost über Mittelitalien hinweg. Die damit verbundene Temperaturabnahme in höheren Luftschichten führt in Zusammenspiel mit den sehr feuchten und energiereichen Luftmassen zu einer zunehmend labil geschichteten Luft über dem Balkan. Weiters nimmt auch der Höhenwind zu, weshalb hier langlebige und großräumige Gewitterkomplexe zu erwarten sind. In den Abendstunden erfassen diese voraussichtlich den Südosten Österreichs und in der Nacht ist auch im Osten Österreichs gewittrig durchsetzter Regen nicht ganz ausgeschlossen. Besonders in der südlichen Steiermark und im Südburgenland besteht die Gefahr von Sturmböen, Hagel und Starkregen.

Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe. © UBIMET
Druckverteilung am Freitag in etwa 5.500 m Höhe. © UBIMET

Sturzflutgefahr in Deutschland

Von Niedersachsen bis zum Alpenrand lagert weiterhin eine bodennahe Tiefdruckrinne, in der extrem feuchte Luft eingeschlossen ist. Bei nur schwachem Höhenwind entstehen hier im Tagesverlauf wieder teils ortsfeste Gewitter, welche lokal für ergiebige Regenmengen in kurzer Zeit sorgen. Weiters ist örtlich auch Hagelschlag möglich.

Gewitterpotential am Freitag. © UBIMET
Gewitterpotential am Freitag. © UBIMET

Gewitter über der Adria

Bereits in der Früh sind am Satellitenbild die betroffenen Regionen erkennbar. Das Höhentief dreht sich derzeit über Korsika ein und sorgt an seiner Ostflanke für einen großräumigen Gewitterkomplex über der Adria. Im Westen Deutschlands erkennt man im Bereich der Tiefdruckrinne dagegen viele Wolken, zudem gehen besonders im Westen bereits ein paar Schauer und einzelne Gewitter nieder. Dazwischen erkennt man in Süddeutschland und Österreich das hohe Feuchtigkeitsangebot anhand der tiefliegenden, hochnebelartigen Wolken.

Satellitenbild und Blitze am Freitag um ( Uhr. © EUMETSAT / UBIMET
Satellitenbild und Blitze am Freitag um 8 Uhr. © EUMETSAT / UBIMET

Waldbrände in Skandinavien

Löschversuch per Helikopter ©pixabay

Der Mai brachte nicht nur in Mitteleuropa Rekordwärme sondern auch im Großteil von Skandinavien. So wurde hier verbreitet eine positive Abweichung von 4 bis 5 Grad registriert, die die bisherigen Mairekorde pulverisierte. Es war aber nicht nur heiß, sondern unter ständigem Hochdruckeinfluss auch sehr trocken. Daher ist es nicht verwunderlich, dass derzeit extrem hohe Waldbrandgefahr herrscht.

Derzeitige Waldbrandgefahr ©http://effis.jrc.ec.europa.eu
Derzeitige Waldbrandgefahr ©http://effis.jrc.ec.europa.eu

Waldbrände in Dänemark und Schweden

In Dänemark stand ein mehrere hundert Quadratkilometer großes Waldgebiet in der Nähe der Stadt Kolding in Flammen. Dort hat sich die Lage inzwischen entspannt. Ganz anders schaut es in Schweden aus, hier ist es bisher nicht gelungen mehrere Feuer nordwestlich von Stockholm unter Kontrolle zu bringen.

Heiße Zugbremsen verursachen Feuer

Die norwegische Bahn fuhr mehrere Strecke mit einem speziellen Löschwagen ab, da heiße Bremsen zu sprühenden Funken führten und immer wieder dürres Gras und Bäume in Brand setzten. Auch abseits davon gab es in Süd- und Mittelnorwegen schon mehrere Waldbrände, die bereits das gesamte für den Sommer berechnete Budget für Löscharbeiten per Helikopter aufgebraucht haben.

Auch in den kommenden Tagen ist keine Entspannung in Sicht, es bleibt warm und trocken.

Titelbild: pixabay.com

Vulkanausbruch in Guatemala

Vulkanausbruch ©pixabay

Der rund 3.700 m hohe „Volcán de Fuego“ ist einer der drei aktivsten Vulkane des mittelamerikanischen Landes und ist seit 2002 immer wieder aktiv. Nach dem heftigen Ausbruch am Sonntag, kam es am Dienstag erneut zu einer massiven Eruption. Rund 1,7 Millionen Einwohner sind direkt vom Vulkanausbruch betroffen.

Volcan de Fuego ©Ubimet
Volcán de Fuego ©Ubimet

Gefährlicher pyroklastischer Strom

Der Vulkan gilt auch als äußerst gefährlich, weil es bei einer Eruption zu einem pyroklastischen Strom kommen kann. Pyroklastische Ströme sind eine Mischung aus Gas, Gestein und Asche und können mit sehr hohen Geschwindigkeiten, ähnlich einer Lawine, den Hang hinabgleiten. Zudem sind diese bis zu 400 Grad heiß und zerstören auf ihrem Weg ganze Dörfer. In der weiteren Umgebung ist dann vor allem der dichte Ascheregen ein Problem.

Titelbild: pixabay.com

Flugzeug in den USA durch Hagel stark beschädigt

Ein Flugzeug fligt durch eine Wolke.

Ein Airbus-Passagierflug der American Airlines mit Route von San Antonio nach Phoenix ist Sonntagnacht über New Mexiko in ein heftiges Gewitter geraten. Das Flugzeug ist dabei unmittelbar durch den Kern der Gewitterzelle geflogen und wurde dabei durch große Hagelkörner massiv beschädigt.

Der Pilot musste eine Notlandung in El Paso in Texas durchführen, dabei kam keiner der 130 Passagiere bzw. 5 Besatzungsmitglieder zu Schaden. Die Gewitter waren allerdings äußert kräftig, so gab es in dem Bereich, wo das Flugzeug durch das Gewitter geflogen ist, Hagelmeldungen in der Größe von Tennisbällen. Bei der Überlagerung von Wetterradardaten und Flugzeugposition erkennt man eindrücklich, wie das Flugzeug quer durch den Hauptaufwind geflogen ist.

Gewitterentwicklung am Satellitenbild. © NOAA
Gewitterentwicklung am Satellitenbild. © NOAA

Großer Hagel in der Steiermark

Hagel

In Summe gab es am Montag 40.589 Blitze, davon allein 22.675 in der Steiermark. Auf Gemeindeebene lag der Hotspot in St. Veit in der Südsteiermark mit 1.012 Blitzen. Anbei die blitzreichsten Bezirke:

  • 4.661 Südoststeiermark
  • 3.729 Leibnitz
  • 3.657 Graz-Umgebung
Blitze am Montag. © UBIMET
Blitze am Montag. © UBIMET

 

Während in den letzten Wochen vor allem die großen Regenmengen in kurzer Zeit für Schäden gesorgt haben, kam es gestern unmittelbar südlich von Graz auch zu großem Hagel mit Durchmessern von bis zu 5 cm.

Das kräftige Gewitter am Montagnachmittag südlich von Graz. © AustroControl / UBIMET
Das kräftige Gewitter am Montagnachmittag südlich von Graz. © AustroControl / UBIMET

Weitere Gewitter am Dienstag

Die Gewitterneigung bleibt bis auf Weiteres hoch. Somit sind auch am Dienstag ausgehend vom östlichen Berg- und Hügelland wieder Schauer und Gewitter zu erwarten. Besonders in der südlichen Steiermark und im Südburgenland besteht dabei neuerlich die Gefahr von Hagelschlag, da die Luftschichtung hier durch die hohe Feuchtigkeit in tiefen Lagen besonders labil ist.

Hagel in Graz. © Alexander Renner
Hagel in Graz am Montagnachmittag. © Alexander Renner

Großer Hagel

Nicht bei jeder Gewitterlage kommt es zu großem Hagel. In der Regel passiert dies vor allem Wetterlagen mit zumindest mäßig ausgeprägten Höhenwinden, da diese zu einer längeren Lebensdauer der Gewitter führen. Gestern war dies aber nicht der Fall: Bei nur schwachem Höhenwind und sehr viel Feuchtigkeit in tiefen Luftschichten war die Luftschichtung in der südlichen Steiermark allerdings äußerst labil. So wurde im Radiosondenaufstieg in Zagreb am frühen Montagnachmittag auch ein sehr hoher CAPE-Wert ermittelt (ein Maß für die zur Verfügung stehende Energie zur vertikalen Luftbewegung). Der Aufwind innerhalb des Gewitters war also so stark, dass die Hagelkörner innerhalb der Wolken lange wachsen konnten, bevor die Schwerkraft sie zu Boden fallen lies.

Radisondenaufsteig von Zagreb am frpühen Montagnachmittag. © http://weather.uwyo.edu
Radiosondenaufstieg von Zagreb am Montag. © http://weather.uwyo.edu

Flutwelle erreicht nach 2 Monaten Lake Eyre in Australien

Trockenheit am Lake Eyre.

Anfang März dieses Jahres kam es im Nordwesten von Queensland zu kräftigen Regenfällen und Überflutungen. Nach über zwei Monaten erreichte das entlang des Diamantina Rivers abfließende Wasser am 15. Mai erstmals den Lake Eyre in Südaustralien, nach über 1000 Kilometern Wegstrecke.

Der Weg des Wassers. © google.com
Der Weg des Wassers. © google.com

Arides Klima

Der Lake Eyre liegt etwa 15 Meter unter dem Meeresspiegel und stellt den tiefsten Punkt Australiens dar. Es handelt sich somit um einen abflusslosen See in einer ariden Klimazone, wo es seit Monaten nicht mehr geregnet hat und im Mittel nur 125 mm pro Jahr fallen.

Yacht-Club in der Wüste

Der Wasserstand des Sees wird maßgeblich durch die Regenmenge des Monsuns bestimmt, zudem ist der See lediglich viermal pro Jahrhundert gänzlich gefüllt. Im Laufe des Sommers verdunstet der größte Teils des Wassers dann wieder. Der See besitzt dennoch einen Yacht-Club, deren Mitglieder in den letzten Tagen nach längerer Zeit wieder Segeln konnten.

Die Natur erwacht

Die Flutwelle hat in diesem Fall aber positive Auswirkungen auf die Pflanzen- und Tierwelt, da es in diesem Gebiet seit Dezember nahezu gänzlich trocken war. Weiters lockt das Naturschauspiel auch zahlreiche Touristen an: Die letzte Flutwelle gab es vor etwa 9 Jahren im 2009.

Titelbild: shutterstock.com

Tropensturm bedroht Südchina

Zugbahn Tropensturm © UBIMET

Im Westpazifik beginnt nun allmählich die Hauptsaison für Tropenstürme, die meist im August und September ihren Höhepunkt findet. Derzeit befindet sich das gefährlichste Tief im Südchinesischen Meer und steuert vor der Küste Vietnams in den nächsten Tagen nordwärts. Dabei wird von einer Intensivierung des Tiefs ausgegangen, das dann in der zweiten Wochenhälfte vermutlich in Südchina auf Land trifft.

Viel Regen

Vor allem die prognostizierten Regenmengen sind beachtlich und dabei kann aus heutiger Sicht  der Großraum Hongkong davon betroffen sein.

Prognostizierte Regenmengen © UBIMET
Prognostizierte Regenmengen © UBIMET

Klimawandel und Extremniederschlag

Überflutungen durch Starkregen.

Statistisch signifikante Änderungen bei Wetterextremen zu beweisen ist besonders beim Niederschlag nur begrenzt möglich: Einerseits sind Extreme selten, andererseits werden sie oft nicht von den Messnetzen erfasst. Für signifikante Trends braucht man allerdings sehr viele Daten. Bei Ereignissen wie Hitzewellen, welche eine große Fläche betreffen, ist dies  hingegen wesentlich einfacher.

Extremniederschlag

Allgemein kann die Luft durch die globale Klimaerwärmung mehr Wasserdampf aufnehmen und in weiterer Folge auch abregnen. Ob extremer, konvektiver Niederschlag zunimmt, ist allerdings schwer zum nachweisen, da er räumlich und zeitlich sehr variabel auftritt.  Solch kleinräumige Ereignisse werden nicht explizit von Klimamodellen aufgelöst und zudem oft nicht von Wetterstationen erfasst. Ein weiteres Problem stellt die Tatsache dar, dass in manchen Regionen der mittlere Niederschlag zwar abnehmen kann, während die Extreme zunehmen. Auf der vergleichsweise geringen Fläche einzelner europäischer Länder kann man daher kaum signifikante Trends feststellen was Extremniederschlag betrifft. Aus diesem Grund haben Forscher bereits vor ein paar Jahren eine Auswertung der globalen Niederschlagsdaten von 11.000 Wetterstationen in Hinblick auf Regenrekorde durchgeführt. Bei der Häufigkeit von neuen Rekorden in der Tagesregenmenge konnte man bis 2010 tatsächlich eine Zunahme von 26% im Vergleich zu einem stabilen Klima feststellen, wenngleich von Jahr zu Jahr starke Schwankungen vorhanden sind.  Auch der DWD hat im 2016 ein Bericht über die zunehmende Rolle der Großwetterlage „Tief Mitteleuropa“ veröffentlicht und dabei festgehalten, dass es in den letzten 15 Jahren in Deutschland Hinweise auf ein vermehrtes Auftreten von Starkregen gibt.

Persistente Wetterlagen

In den letzten Jahren wurden sehr häufig persistente Wetterlagen beobachtet, so wie auch aktuell die Wetterlage „Tief Mitteleuropa“, siehe hier: Festgefahrene Wetterlage. Allgemein wird vermutet, dass die Erwärmung der Arktis hierfür eine wesentliche Rolle spielt: Einerseits nehmen die Temperaturgegensätze zwischen den Tropen und der Polarregion ab (und somit auch die Antriebskraft des Westwindbands), anderseits sorgt die zunehmende Zufuhr von Süßwasser im subpolaren Atlantik für eine Abschwächung des Golfstroms. Wir berichteten darüber bereits hier: Golfstrom schwächer als je zuvor in den vergangenen 1000 Jahren. Die damit verbundene kalte Anomalie im subpolaren Nordatlantik, welche auch heuer vorhanden ist, sorgt für ein schwach ausgeprägtes Islandtief. Letzteres begünstigt in Nordeuropa Hochdruckgebiete, während sich die Tiefdrucktätigkeit überwiegend auf Südwesteuropa beschränkt. In Mitteleuropa stellt sich dann häufig eine gradientschwache Wetterlage oder die Lage „Tief Mitteleuropa“ ein, welche ortsfeste Gewitter mit ergiebigen Regenmengen begünstigt.

Anomalie der Wassertemperaturen im letzten Monat. © NOAA
Anomalie der Wassertemperaturen im letzten Monat. © NOAA

Weiterführende Links

Blog von S. Rahmstorf (PIK)

Artikel in Nature

Am Donnerstag örtlich heftige Gewitter

Heftige Gewitter Europa

Mitteleuropa liegt am Donnerstag zwischen einem Tiefdruckgebiet mit Kern über dem Ostatlantik und einem Hoch über Skandinavien. Von den Benelux-Ländern quer über Deutschland bis hin zum Ostalpenraum erstreckt sich dabei eine bodennahe Tiefdruckrinne, also ein Bereich mit zusammenströmenden Winden aus unterschiedlichen Richtungen. Diese Konvergenz fördert die Hebung der Luft und somit die Entstehung von Schauern und Gewittern. In den Abendstunden nähert sich zudem ein Höhentrog aus Südfrankreich: Die damit verbundene Abkühlung in in der Höhe sorgt für eine weitere Labilisierung der Luftschichtung,  weshalb die Gewittergefahr in der Schweiz, in Südwestdeutschland und in Vorarlberg weiter ansteigt.

Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe. © NCEP / UBIMET
Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe. © NCEP / UBIMET

Zunächst sind vor allem entlang des flachen Bodentiefs vermehrt Schauer und Gewitter zu erwarten, also in einem breiten Streifen von den Benelux-Ländern über NRW und Hessen bis nach Bayern, sowie allgemein im Berg- und Hügelland wie etwa in Kärnten und in der Steiermark. Die Hauptgefahr stellen einmal mehr die extremen Regenmengen in kurzer Zeit dar, zudem ist örtlich auch Hagel möglich. In den Abendstunden steigt die Gewittergefahr in der Schweiz, in Südwestdeutschland und in Vorarlberg weiter an.

Gewitterpotential am Donnerstag. © UBIMET
Gewitterpotential am Donnerstag. © UBIMET

Gewitter sorgen für lokale Überflutungen

Überschwemmung Starkregen

Besonders im Südosten Österreichs sowie in der Mitte und im Westen Deutschlands sind am Dienstagnachmittag heftige Gewitter entstanden. Lokal gab es dabei innerhalb kürzester Zeit extreme Regenmengen, so wurden beispielsweise in Kleve (NRW) innerhalb von zwei Stunden 82 Liter pro Quadratmeter Regen gemessen. In Deutschlandsberg (Steiermark) wurden 68 Liter pro Quadratmeter verzeichnet, in Gießen (Hessen) 63 und in Düsseldorf (NRW) 54. Lokal gab es im Kernbereich mancher Gewitterzellen jedoch sogar noch größere Wassermassen, so zeigen die Radaranalysen vereinzelt Regenmengen zwischen 80 und 100 mm.

24-h-Regemnengen am Dienstag. © UBIMET
24-h-Regenmengen am Dienstag. © UBIMET

Besonders heftig hat es am Dienstag die Städte Wuppertal, Aachen und Düsseldorf in NRW sowie Gießen in Hessen getroffen, die Wassermassen sorgten hier für teils massive Überflutungen.

Am Mittwoch erneut Überflutungsgefahr

Am Mittwoch verlagert sich die gewitteranfällige Region etwas weiter ostwärts, so muss man im Tagesverlauf besonders in einem Streifen von der Weststeiermark über den Böhmerwald und Sachsen bis zur Nordsee lokal mit heftigen Gewittern rechnen. Blitz und Donner sind aber recht verbreitet möglich, zudem nimmt die Gewittergefahr in den Abendstunden auch in der Schweiz und im Südwesten Deutschlands neuerlich zu. Wie bereits am Dienstag besteht die Gefahr von Überflutungen und Hagel.

Gewitterpotential am Mittwoch. © UBIMET
Gewitterpotential am Mittwoch. © UBIMET

 

Festgefahrene Wetterlage über Mitteleuropa

Westwindband. © NCEP / GFS

Bereits seit einigen Wochen herrschen in Mitteleuropa nur schwach ausgeprägte Druckgegensätze: Während es in Skandinavien in den letzten Wochen wiederholt Hochdruckwetter gab und der Mittelmeerraum von Tiefdruckgebieten betroffen war, lag Mitteleuropa meist im Übergangsbereich unter dem Einfluss feuchtwarmer und teils labil geschichteter Luftmassen.

Luftdruckanomalie im Mai (Stand 26.5.18). © NOAA
Luftdruckanomalie im Mai (Stand 26.5.18). © NOAA

Höhentiefs statt Kaltfronten

Im Mai erwartet man meist noch dynamisches Frühlingswetter mit Kaltfronten aus Westen oder Nordwesten, diese sind heuer jedoch nahezu vollständig ausgeblieben. Nur vorübergehend erreichten zur Monatsmitte kühle Luftmassen den Alpenraum mit etwas Nassschnee bis in mittlere Höhenlagen. Dafür gab es allerdings unzählige Höhentiefs, welche besonders im Berg- und Hügelland wiederholt für Schauer und Gewitter gesorgt haben, siehe auch hier: Wie wirkt sich Höhenkaltluft auf das Wetter aus. In Summe kam es wiederholt zur Wetterlage „Tief Mitteleuropa“, welche bereits Ende Mai bzw. Anfang Juni 2016 für zahlreiche Gewitter mit lokal extremen Regenmengen sorgte. Da es bei dieser Wetterlage in der Regel nur schwache Höhenwinde gibt, sind die Gewitter nahezu ortsfest und sorgen somit lokal für kleinräumige Überflutungen.

Anomalie breitengradparallelen Höhenwinds im Mai (Stand 26.5.18). © NOAA
Anomalie des breitengradparallelen Höhenwinds im Mai (Stand 26.5.18). © NOAA

Keine Änderung in Sicht

Auch in den kommenden Tagen ist keine Änderung in Sicht: Während Skandinavien unter Hochdruckeinfluss liegt, sorgt eine Tiefdruckrinne über Mitteleuropa für Schauer und Gewitter. Lokal besteht dabei die Gefahr von kleinräumigen Überflutungen oder Vermurungen. Am Dienstag sind besonders der Ostalpenraum sowie die Mitte und der Westen Deutschlands betroffen. Die Temperaturen liegen bis auf Weiteres über dem langjährigen Mittel.

Temperaturprognose in etwa 1.500 m Höhe. Rot = langjähriges Mittel. © NCEP / UBIMET
Temperaturprognose in etwa 1.500 m Höhe. Rot = langjähriges Mittel. © NCEP / UBIMET

 

Tropischer Sturm ALBERTO über dem Süden der USA

Die Zugbahn von Alberto. © UBIMET

Der tropische Sturm Alberto ist am Montag im Bereich von Laguna Beach in Florida auf Land getroffen. Im Kernbereich kurz vor dem Landfall wurden über dem Golf von Mexiko Spitzenböen von mehr als 80 km/h gemessen, zudem gab es östlich des Tiefkerns lokale Überflutungen durch die hohe Brandung. Die Hauptgefahr stellen aber auch in den kommenden Stunden die Überflutungen durch den kräftigen Regen dar.

Der Landfall vom tropischen Sturm Aleberto in Florida. © NOAA
Der Landfall vom tropischen Sturm Aleberto in Florida. © NOAA
Der tropische Sturm Alberto. © NOAA
Der tropische Sturm Alberto. © NOAA

Bereits am Montag wurden in Teilen Floridas sowie von South Carolina Regenmengen zwischen 25 und 75 Litern pro Quadratmeter verzeichnet. In diesen Regionen gab es zusammenströmende Winde mit viel Feuchtigkeit vom Golf von Mexiko sowie vom Atlantik. In den kommenden Stunden besteht die höchste Überflutungsgefahr im Bereich der Zugbahn des Tiefkerns in Alabama und im Tennessee Valley sowie in den windzugewandten Regionen der südlichen Appalachen.

24-Regenmengen in den USA. © NOAA
24-Regenmengen in den USA. © NOAA
Regenprognose bis Mittwocnacht. © UBIMET
Regenprognose bis Mittwochnacht. © UBIMET

Zyklon MEKUNU trifft auf den Oman

Ein Zyklon, beobachtet aus dem Weltall © pixabay

Gebildet hatte sich MEKUNU Anfang dieser Woche vor der Küste Somalias, sein weiterer Weg führte den Wirbelsturm nordwärts Richtung Arabische Halbinsel.

Satellitenbild des Zyklons © UBIMET / EUMETSAT
Satellitenbild des Zyklons © UBIMET / EUMETSAT

Landgang war schließlich vergangene Nacht rund um die 340.000 Einwohner zählende Stadt Salalah an der Südküste des Omans. Mit sintflutartigen Regenfällen, meterhohen Wellen und Böen von mehr als 150 km/h peitschte der Zyklon an Land. Die Wetterstation in Salalah hat bis heute Morgen unglaubliche 240 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen!

Auch heute noch muss im Südwesten des Omans mit schweren Regenfällen gerechnet werden, auch das angrenzende Saudi-Arabien bekommt einiges ab. Mengen von 200 bis 400 l/m² in nur 24 Stunden sind durchaus möglich. Dies entspricht fast dem halben Jahresniederschlag von Wien.

Regenprognose für die Arabische Halbinsel am Samstag © UBIMET / GFS
Regenprognose für die Arabische Halbinsel am Samstag © UBIMET / GFS

Erste Videos erreichen uns aus der Region rund um Salalah, wo ganzjährig auch zahlreiche Touristen urlauben. Sie lassen bereits die Verwüstungen erahnen.

Herbststurm nimmt Kurs auf Australien

Tief bei Australien. © NCEP / UBIMET

Ein außergewöhnlich stark ausgeprägtes Hochdruckgebiet sorgt derzeit verbreitet für ruhiges Herbstwetter in Australien. Im Laufe der zweiten Wochenhälfte kündigt sich in Westaustralien mit Ankunft eines Herbststurms allerdings ein abruptes Ende des ruhigen Wetters an. Besonders im Südwesten muss man dann mit Sturmböen und kräftigem Regen rechnen, in exponierten Lagen sind auch orkanartige Böen von bis zu 110 km/h möglich. Auch in der Metropolregion von Perth sind aus jetziger Sicht teils schwere Sturmböen um 90 km/h zu erwarten.

Sturmpotential von Donnerstag bis Samstag. © UBIMET
Sturmpotential von Donnerstag bis Samstag. © UBIMET

Gewittriger Starkregen

Mit Durchzug der Kaltfront fällt von Donnerstagabend bis Freitagfrüh kräftiger, gewittrig durchsetzter Regen, zeitweise sind sogar Regenraten von rund 30 Litern pro Quadratmeter innerhalb von drei Stunden möglich. Für diese Region ist das durchaus bemerkenswert, so gab es am Flughafen von Perth seit dem 16. Januar nicht mehr als 10 Liter pro Quadratmeter innerhalb von einem Tag. Die Gefahr von lokalen Überflutungen nimmt somit besonders in den Küstenregionen zu.

Regenprognose von Donnerstagnacht bis Freitagnacht. © UBIMET
Regenprognose von Donnerstagnacht bis Freitagnacht. © UBIMET

Zweiter Sturm

Bereits vor etwa zwei Wochen war der Südosten Australiens von einem kräftigen Herbststurm betroffen, dabei kam es unter anderem in Hobart und Melbourne zu Sturmböen und kleinräumigen Überflutungen. Im Bergland wurde hingegen bis in mittlere Höhenlagen Schnee beobachtet, wir berichteten darüber hier: Sturm, Regen und Schnee in Südostaustralien.

Tropischer Sturm SAGAR hinterlässt Überschwemmungen

Zyklon Sagar.

Erst zum dritten Mal in über 50 Jahren ist ein tropischer Sturm quer über den Golf von Aden gezogen, dem trichterförmigen Meeresgolf zwischen dem Horn von Afrika und der arabischen Halbinsel. Der tropische Sturm Sagar war sogar der westlichste Sturm im nördlichen Indischen Ozean seit Messbeginn. Zum Zeitpunkt des Landfalls verzeichnete der Sturm eine mittlere Windgeschwindigkeit von etwa 100 km/h, die Hauptgefahr stellten allerdings die sintflutartigen Regenfälle dar.

Der tropische Sturm Sagar am Samstag. © UBIMET / EUMETSAT
Der tropische Sturm Sagar am Samstag. © UBIMET / EUMETSAT

Die ersten Regenbänder trafen bereits gegen Mitte der Woche zwischen dem Jemen, dem Norden Somalias und Dschibuti ein. Diese Regionen haben zum Großteil ein arides Klima, weshalb große Regenmengen äußerst ungewöhnlich sind. So hatten die Bewohner  in dieser Wüstenregion in den letzten drei Jahren mit einer schweren Dürre zu kämpfen.

In Dschibuti wurden 109 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden gemessen, die Regenmengen dürften im Nordwesten Somalias aber örtlich bis zu 300 Liter pro Quadratmeter erreicht haben. In den Somalischen Regionen Galbeed und Awdal kam es zu 16 Todesopfern, zudem wurden zahlreiche Häuser zerstört und das Vieh sowie die Nutzpflanzen weggespült.

Weiterer Sturm in Sicht

Über dem nördlichen Indischen Ozean liegt derzeit eine weitere Region mit ausgeprägter Gewittertätigkeit, welche derzeit zur Entstehung eines tropischen Tiefs führt. Bei Wassertemperaturen von rund 30 Grad steht diesem Tief viel Energie zur Verfügung, weshalb es sich voraussichtlich bereits am Dienstag zu einem tropischen Sturm verstärken wird. Nach den aktuellen Wettermodellen wird der Sturm mit einer nördlichen Zugbahn an der Insel Sokotra vorbeiziehen und im Laufe der zweiten Wochenhälfte auf den Süden vom Oman oder den Osten vom Jemen treffen. Vorübergehend könnte er sich sogar zu einem Zyklon der ersten Kategorie verstärken.

Kräftige Gewitter im Süden der USA

Hagel

Im Mai herrscht in den großen Ebenen der USA Gewitterhochsaison. So kam es am Samstag in den südlichen Teilen der Great Plains zu kräftigen Gewittern, besonders betroffen waren der Norden von Texas, Teile Oklahomas, der Südosten von Kansas sowie der Süden von Missouri.

Radaranimation am Samstag. © NOAA
Radaranimation am Samstag. © NOAA

Örtlich kam es dabei zu großem Hagel mit einem Durchmesser von teils über 5 cm und Orkanböen von bis zu 120 km/h. Im Norden von Oklahoma wurde auch ein Tornado gesichtet. Im Vergleich zu den Modellprognosen vom Vortag lag die betroffene Region weiter südöstlich als erwartet, so blieben der Norden von Missouri sowie der Süden von Iowa weitgehend verschont.

Prognose und Verifikation der Gewitter am Samstag. © UBIMET/SPC
Prognose und Verifikation der Gewitter am Samstag. © UBIMET/SPC

Schwache Saison

Von April bis Juni herrscht in den großen Ebenen der USA Tornadohochsaison, wobei sich der Schwerpunkt im Laufe des Frühjahrs tendenziell nordwärts verlagert. Im langjährigen Mittel gibt es in Kansas allein im Monat Mai durchschnittlich 36 Tornados. Heuer verläuft die Saison aber deutlich schwächer als im Mittel, wie auch in der folgenden Graphik ersichtlich ist.

Tornado-Klimatologie in den USA. © SPC / NOAA
Tornado-Klimatologie in den USA. © SPC / NOAA

Hagelspur aus der Luft

Hagelspur © Jane Carpenter at Leading Edge Flight Training / https://www.facebook.com/Reppenhagen9wx

Knapp nördlich von Wellington, Colorado hat ein starkes Gewitter am Montagabend riesige Mengen an Hagel gebracht, stellenweise lag er bis zu 60 cm hoch. Am nächsten Morgen war noch jede Menge davon vorhanden und bei dann wolkenlosem Himmel konnte ein Pilot die nachfolgenden Aufnahmen machen. Selbst am Mittwoch, Tag 2 nach dem Unwetter, war der Hagel noch nicht komplett geschmolzen.

 

Man erkennt schön, wie eng begrenzt der Hagel gefallen ist, die Spur war nur wenige hundert Meter breit und ein paar Kilometer lang. Das verdeutlicht, wie schwer solch ein Ereignis zu prognostizieren ist.

Da wir schon thematisch in den USA sind: Im mittleren Westen ist gerade Hochsaison für schwere Gewitter und Tornados. Alljährlich zieht es auch Stormchaser und Wetterbegeisterte aus Europa dorthin, um die Gewalten der Natur zu erleben und sich an der Schönheit empor schießender Gewittertürme und deren Strukturen zu erfreuen. Ein paar Aufnahmen mit rotierenden Aufwindbereichen, Tornados usw. sind nachfolgend zu sehen:

 

 

Gerade sind die dortigen Bedingungen für fotogene Gewitter günstig, in der nachfolgenden Grafik erkennt man die Gebiete mit der größten Wahrscheinlichkeit für teils schwere Gewitter am Samstag:

Regionen mit der größten Wahrscheinlichkeit für kräftige Gewitter am Samstag © UBIMET
Regionen mit der größten Wahrscheinlichkeit für kräftige Gewitter am Samstag © UBIMET

 

Copyright Titelbild: Jane Carpenter at Leading Edge Flight Training / https://www.facebook.com/Reppenhagen9wx

Vulkan Kilauea auf Hawaii: Bilder und Videos

© https://volcanoes.usgs.gov/volcanoes/kilauea/multimedia_chronology.html

Bereits etwa 40 Privathäuser wurden auf der Hauptinsel Big Island zerstört, dazu gibt es einige Schäden an der Infrastruktur. Wie bei Schildvulkanen typisch, dringt Lava nicht zwangsläufig nur aus einem Krater aus, sondern es können generell Risse an der Oberfläche entstehen. Das hat zu einigen spektakulären Bildern geführt, denn manche Risse haben sich mitten durch besiedeltes Gebiet gezogen. Wir haben ausgewählte beeindruckende Aufnahmen des United States Geological Survey (USGS) zusammen getragen, gefolgt von speziellen Tweets.

© https://volcanoes.usgs.gov/volcanoes/kilauea/multimedia_chronology.html
© https://volcanoes.usgs.gov/volcanoes/kilauea/multimedia_chronology.html
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© https://volcanoes.usgs.gov/volcanoes/kilauea/multimedia_chronology.html
© https://volcanoes.usgs.gov/volcanoes/kilauea/multimedia_chronology.html

 

 

 

 

 

Wer interessiert ist, kann auch immer einen Live-Blick via Webcams auf den Vulkan werfen: https://www.esrl.noaa.gov/gmd/obop/mlo/livecam/livecam.html

Zudem sei auf die atemberaubenden Bilder von Bruce Omori verwiesen: https://500px.com/bruceomori

 

Copyright Titelbild: https://volcanoes.usgs.gov/volcanoes/kilauea/multimedia_chronology.html

223 km/h – Tornado hat Wetterstation überquert

Luftbildaufnahmen von umgestürzten Bäumen © Marco Bayer

(Copyright Titelbild: Marco Bayer, https://www.facebook.com/marco.bayer.12)

Eine private Agrarwetterstation bei Boisheim im Kreis Viersen wurde tatsächlich von dem Tornado überquert – ein für die Wissenschaft glücklicher Zufall, hilft die Messung doch bei der Einordnung der Stärke des Wirbelsturms. 223 km/h wurde als maximale Böe um 17:37 Uhr gemessen, was zeitlich sehr gut passt. Noch keine andere Wetterstation im Flachland Deutschlands hat je so starken Wind gemessen, entsprechend dürfte es sich um einen Rekord handeln. Jedoch eher um einen inoffiziellen, da die Station nicht der Norm der World Meteorological Organization entspricht.

So oder so, mit 223 km/h entspricht der Tornado der Stärke 2 auf der sechsteiligen Fujita-Skala. Und dies deckt sich mit den beobachteten Schäden wie etwa zahlreichen abgedeckten Häusern oder entwurzelten Bäumen, auch die Experten der Tornado-Arbeitsgruppe Deutschland kommen bei ihrer Analyse auf einen F2-Tornado. Im Übrigen wurden die Nutzer und Kunden von uwr.de rechtzeitig und mit der höchsten Warnstufe vor dem aufziehenden Unwetter gewarnt:

 

Etwa 30 bis 60 Tornados treten jedes Jahr in Deutschland auf und die meisten entsprechen der Stärke F0 bis F2, sind also mit Windgeschwindigkeiten von rund 70 bis 250 km/h verbunden. Der aktuelle Tornado hat auf den ersten Blick womöglich mächtiger und stärker gewirkt als viele andere, die bisher dokumentiert wurden. Dies liegt hauptsächlich an der großen Menge an Sand und Staub, die aufgewirbelt und mitgeführt wurde.

 

Tornados traten in unseren Breiten schon immer auf, von daher kann man nicht von einem neuzeitlichen Phänomen sprechen. Die Wahrnehmung hat sich jedoch verändert, heutzutage hat jeder ein Handy griffbereit und kann aufgenommene Videos mit zwei Klicks in den Social Media-Kanälen verbreiten. Nachfolgend haben wir weitere beeindruckende Videos und Fotos zusammengetragen:

 

Am Dienstag, dem 16.05. und tags zuvor wurden übrigens noch weitere Funnels und ein Tornado dokumentiert. Zweimal in Tschechien, einmal bei Bad Langensalza in Thüringen und auch in Baden-Württemberg:


 

Copyright Titelbild: Marco Bayer, https://www.facebook.com/marco.bayer.12

Tropensturm SAGAR im Golf von Aden

Wüstenlandschaft. @unsplash

Der Tropensturm SAGAR befindet sich derzeit südlich der jemenitischen Küsten und bewegt sich bis Samstag parallel zur Küste westwärts. Je nachdem wie sehr SAGAR in Interaktion mit der Küste kommt, kann er an Stärke verlieren, aber auch gewinnen und sich zu einem gefährlichen Zyklon entwickeln.

Tropischer Sturm im Golf von Aden © UBIMET
Tropischer Sturm im Golf von Aden: Zugrichtung und gefährdete Regionen © UBIMET

Massive Überschwemmungen befürchtet

Nach derzeitigem Modellstand trifft SAGAR dann am Samstag in Dschibuti oder in Westsomalia auf Land. Neben einer massiven Sturmflut sind vor allem die enormen Regenmassen ein Problem. Innerhalb von 24 Stunden sind bis zu 300 Liter pro Quadratmeter zu erwarten, doppelt soviel Regen wie normalerweise in diesem Gebiet über ein ganzes Jahr fällt. Massive Überschwemmungen und Zerstörungen sind in dieser bitterarmen Region zu befürchten.

Hier ein Video aus dem Jemen von 2016: Ein ausgetrocknetes Flusstal wird aufgrund der großen Regenmengen in Sekunden zu einer tödlichen Falle:

Gewitterlinie zog über New York

Gewitter in New York.

Am Dienstag lag der Nordosten der USA am südlichen Rand eines ausgeprägten Tiefs mit Kern über Québec. Im Vorfeld der dazugehörenden Kaltfront entstanden am Dienstagnachmittag besonders in Pennsylvania kräftige Gewitter, welche in den Abendstunden auch die Metropolenregion von New York erfassten.

Die Gewitter am Satellitenbild. © NOAA
Die Gewitterlinie am Satellitenbild. © NOAA

Neben kräftigem Regen kam es dabei vielerorts zu Sturmböen. Auch in New York gab es nach einem sommerlichen Tag mit einem Höchstwert von 32 Grad Sturmböen von bis zu 89 km/h am Flughafen John F. Kennedy sowie eine spürbare Abkühlung. Knapp westlich von New York wurden in Caldwell, New Jersey, orkanartige Böen von 106 km/h gemessen.

Die Gewitterlinie am Radar. © NOAA
Die Gewitterlinie am Radar. © NOAA

Weiter nördlich wurden im Bundesstaat New York örtlich Schäden durch großen Hagel gemeldet, zudem wurde vom SPC eine Tornadomeldung verzeichnet. Hier wurden auch die heftigsten Windböen gemessen, welche lokal 126km/h erreicht haben.

Gewitter über New York. © Erik Pindrock
Gewitter über New York. © Erik Pindrock
Unwettermeldungen am Dienstag. © UBIMET
Unwettermeldungen am Dienstag. © UBIMET / SPC

Sommer in Skandinavien

Verkehrte Wetterwelt in Europ.

Etwa Mitte der letzten Woche geriet Nordeuropa unter den Einfluss eines mächtigen Skandinavienhochs. Mit einer südlichen Höhenströmung gelangten in weiterer Folge schubweise milde Luftmassen in den hohen Norden, während sich in Mitteleuropa mit Ankunft von zwei Höhentiefs unbeständiges und teils kühles Wetter einstellte.

Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe am Montag. © UBIMET / GFS
Druckverteilung in etwa 5.500 m Höhe am Montag. © UBIMET / GFS

Die Temperaturen lagen in den vergangenen Tagen in weiten Teilen Skandinaviens rund 10 Grad über dem langjährigen Mittel. So waren die wärmsten Orte in ganz Nord- und Mitteleuropa am Dienstag der Flughafen von Helsinki mit 29.6 Grad sowie die nahegelegene Stadt Porvoo im Süden Finnlands mit 29.5 Grad. Noch etwas wärmer war es am Montag in Kuusiku, im Nordwesten Estlands, wo ein Höchstwert von 30.5 Grad verzeichnet wurde! Sommerliche Temperaturen von knapp über 25 Grad gab es aber selbst in Rovaniemi, der Hauptstadt der nordfinnischen Landschaft Lappland.

Abkühlung unterwegs

Im Laufe der zweiten Wochenhälfte breiten sich ausgehend von Norwegen aber wieder etwas kühlere Luftmassen ostwärts aus, welche am Freitag schließlich auch Finnland erreichen. Bereits zu Beginn der kommenden Woche kündigen sich allerdings neuerlich überdurchschnittliche Temperaturen an.

Schnee in Südfrankreich

Winterliche Schweiz pixabay

In Südfrankreich wurde es in Lagen oberhalb von 500 bis 800 m über Nacht weiß, einige Zentimeter Nassschnee kamen hier zusammen.

Hier ein paar Bilder vom Zentralmassiv:

Oder aus Andorra und Katalonien:

Der Schnee hat aber nicht lange Bestand, bereits am Montag wird es in allen Höhen deutlich milder.

Herbststurm im Südosten Australiens

Satellitenbild am Donnerstagabend (Lokalzeit). © JMA / UBIMET

Der Südosten Australiens liegt derzeit unter dem Einfluss eines ausgeprägten Tiefdruckgebietes mit Kern über der Tasmansee. Mit einer südlichen Höhenströmung gelangten in den letzten Tagen feuchte und kühle Luftmassen in den Südosten des Landes, welche nach und nach sogar New South Wales erfasst haben. Lokal geb es im Bereich der Australischen Alpen bis 500 m herab nassen Schneefall, was ein durchaus außergewöhnliches Ereignis darstellt.

In Teilen von Tasmanien und Vicotria fiel anhaltender Regen. In Hobart, der Hauptstadt von Tasmanien, kam es zu Regenmengen zwischen 100 und 150 Litern pro Quadratmeter innerhalb von 36 Stunden, auf dem naheliegenden Mount Wellington waren es sogar 250! Der anhaltend kräftige Süd- bis Südostwind drückte hier zudem das Ozeanwasser zum Land, somit kam es im Küstenbereich zu Überflutungen.

Regen und Wind in Melbourne

In der Hauptstadt von Victoria kamen die Temperaturen am Freitag nicht über 14 bis 15 Grad hinaus, also Höchstwerte, die hier normalerweise erst im Winter zu erwarten sind. Dazu gab es kräftigen Wind mit stürmischen Böen zwischen 60 und 80 km/h sowie anhaltenden Regen. Stellenweise wurden auch kleinräumige Überflutungen gemeldet.

Der Wind wehte in weiten Teilen von Tasmanien und Victroia kräftig mit stürmischen Böen. Auf den Bergen wurden vereinzelt Orkanböen verzeichnet, wie etwa auf dem Mount William im Westen von Victoria mit rund 133 km/h oder auf dem Mount Wellington in Tasmanien mit 131 km/h.

In den kommenden Tagen wird sich das Tief langsam nach Südosten verlagern. Zunächst muss man in den Küstenregionen noch mit Wind und Regen rechnen, in weiterer Folge kommt es aber zu einer Wetterberuhigung.

Quelle Titelbild: JMA / UBIMET

Regen und Sturm in Südaustralien

Schnee in den Australischen Alpen ©pixabay

Ein Tief zieht in den nächsten Tagen über den Süden von Australien hinweg. Dessen Kaltfront sorgt am Mittwoch von Adelaide über Melbourne bis Canberra für stürmisch auffrischenden Wind. Anschließend ziehen zahlreiche Schauer mit Sturmböen über das Land, im Stau der Australischen Alpen regnet es länger anhaltend und kräftig.

Schnee auf den Bergen

In den australischen Alpen gibt es mehrere Ski Resorts. Die Saison beginnt zwar erst Anfang Juni, doch können sich die Betreiber bereits auf eine erste Grundlage freuen. Die Schneefallgrenze sinkt mit dem Herbststurm auf 1000 m, oberhalb von rund 1300 m kommen rund 30 cm Neuschnee zusammen.

Unwetter in Südamerika

Nachtgewitter über Buenos Aires ©shutterstock

In den kommenden Tagen ist im südlichen Südamerika mit teils heftigen Gewittern zu rechnen. Neben Großhagel und Sturmböen sind vor allem auch große Regenmengen zu befürchten, die zu großflächigen Überschwemmungen sorgen können. Auch in den Großstädten Buenos Aires und Montevideo sind immer wieder kräftige Gewitter möglich.

Überflutungsrisiko ©Ubimet

Aufsummierte Regenmengen ©Ubimet
Aufsummierte Regenmengen ©Ubimet

Zum Wochenende hin beruhigt sich wieder das Wetter und es stellt sich herbstliches Hochdruckwetter ein.

Gewitter sorgte für Sturzflut in Ankara

Überschwemmung Starkregen

Das Höhentief über dem Mittelmeerraum, welches in den letzten Tagen in Teilen des Alpenraums und in Südeuropa für kräftige Gewitter gesorgt hat, beeinflusst derzeit auch die Türkei.  Feuchte und labil geschichtete Luftmassen führten hier am Samstag zu zahlreichen Gewittern. Aufgrund der nur langsamen Verlagerungsgeschwindigkeit der Gewitter kam es lokal so ergiebigen Regenmengen, so wie auch im Bezirk Mamak im Osten von Ankara.

Die Wassermassen sorgten innerhalb von nur wenigen Minuten für eine Sturzflut auf den Straßen, welche Autos und sogar kleine Lkws mitgerissen hat. Auf den Videos sieht man auch Menschen in den Wassermassen, laut Medienberichten konnten aber alle Betroffenen aus der lebensgefährlichen Lage gerettet werden. In Summe gab es allerdings große Sachschäden.

Tornado Outbreak im Mittleren Westen

Tornado ©_pixabay/skeeze

Eine Kaltfront sorgte am Dienstag von Oklahoma bis Nebraska für zahlreiche Unwetter. Bisher wurden vom Amerikanischen Wetterdienst bereits 20 Tornado-Meldungen bestätigt. Weiters wurden im Zuge der Gewitter Orkanböen von bis zu 130 km/h gemessen.

Örtlich Großhagel

Die meisten Unwettermeldungen betrafen aber Hagel. Teilweise wurde Hagel von bis zu 10 cm Durchmesser gemeldet, wie etwa in Nebraska und Kansas.

Am Donnerstag erneut Unwettergefahr

Besonders vom Nordosten von Oklahoma über das östliche Kansas und Missouri bis zum nordwestlichen Illinois sind am Donnerstag neuerlich heftige Gewitter zu erwarten. Unter dem Einfluss ausgeprägter Höhenwinde sind neuerlich großer Hagel von bis zu 7 cm Durchmesser, Orkanböen von bis zu 130 km/h und einzelne Tornados zu befürchten.

Gewittergefahr am Donnerstag in den USA. © UBIMET
Gewittergefahr am Donnerstag in den USA. © UBIMET

Überflutungen in der Wüste

© https://pixabay.com/de/users/Glavo-6474130/

Besonders am Donnerstag gab es in Israel, Syrien und dem Libanon kräftige Gewitter mit starkem Regen, der zu lokalen Überflutungen führte, u.a. auch in Jerusalem, Tel Aviv oder Damaskus. Im Süden Israels wurden bei einer Springflut in einem ansonsten trockenen Flussbett 10 junge Menschen getötet, als sie trotz eindrücklicher Warnungen von einer 3 Meter hohen Welle überrascht wurden. Wie schnell dies gehen kann, zeigen folgende Videos:

 

 


Auch im an sich schon schwer getroffenen Syrien sorgten die Wassermassen für Zerstörungen und spülten gar ganze Fahrzeuge weg:

 

 

Das verantwortliche Tief sorgte aber auch weiter südlich für Turbulenzen. Hagelunwetter wurden aus Saudi-Arabien berichtet, aus Kuwait hingegen kamen beeindruckende Aufnahmen eines Sandsturms.

 

 

Meterhohe Schneemassen

Meterhohe Schneemassen an der Großglockner Hochalpenstraße © https://www.facebook.com/grossglocknerstrasse

Überdurchschnittlich viel Schnee hat es diesen Winter in den Bergen gegeben, meterhoch türmt er sich auch jetzt noch auf. Doch die Räumtrupps, allen voran der Großglockner Hochalpenstraße, haben ganze Arbeit geleistet und die Straßen vom Schnee befreit. Am 25. April wurde hier der Durchstich gefeiert, ab Samstag, den 28. April kann die Hochalpenstraße wieder befahren werden. Und wie die nachfolgenden Aufnahmen belegen, wird man hierbei meterhohe Schneewände bestaunen können.

Aber nicht nur hier, bspw. auch am Stilfserjoch zwischen der Schweiz und Italien oder am Timmelsjoch zwischen Nord- und Südtirol wurde viel gearbeitet. Üblich ist dabei auch mittels Sprengungen bewusst Lawinen auszulösen, um diese Gefahr zu bannen.

Saharastaub im April – Dünger aus Nordafrika

Niedergeschlagener Saharastaub auf Autos in Wien © Steffen Dietz, UBIMET

Für den Menschen ist das Aerosol harmlos, und die Böden bekommen bei solchen Situationen wertvollen Nachschub an Mineraldünger. Der Staub kann aber den Wetterzustand kräftig beeinflussen: Zum einen wirken die Körnchen in der Luft als Kondensationskeime. Verglichen mit ähnlichen Situationen ohne Staub können bei viel Sand in hohen Luftschichten ausgedehnte und dichte Eiswolkenfelder entstehen.

Satellitenbild mit Blitzen am Mittwochmorgen. © EUMETSAT/nowcast/UBIMET
Satellitenbild mit Blitzen. © EUMETSAT/nowcast/UBIMET

Sandige Sonnenuntergänge

Der Sand in der Luft verändert auch die Lichtfarbe. Sonnenuntergänge werden blass und auch das Himmelsblau nimmt weißliche Züge an, was an der starken Streuung des Lichtes an den Staubpartikeln liegt. Auch die Entstehung von Schauern und Gewittern kann begünstigt werden, da Staubteilchen im Vergleich zu reiner Luft nachts stark Wärmestrahlung abgeben, damit die hohen Luftschichten kühlen, wodurch die ganze Luftschichtung instabiler werden und Gewitter auslösen kann.

Von November bis Mai

Die verursachende Wetterlage ist selten, aber nicht unbekannt und tritt vornehmlich zwischen November und Mai auf. Immer, wenn Kaltluft über Westeuropa weit nach Süden vorstößt, können sich beispielsweise über Marokko und Algerien kräftige Tiefdruckgebiete bilden. Diese bringen neben ersehntem Regen auch viel Wind in die Wüste, der die Sandpartikel kilometerhoch aufwirbeln kann. An der Vorderseite solcher Tiefs findet man zumeist starken Südwind, der neben warmer Luft auch den Sandtransport in den Alpenraum bewerkstelligt.

Temperatur und Druckverteilung in etwa 3 km Höhe am Sonntagmorgen © NOAA, UBIMET
Temperatur und Druckverteilung in etwa 3 km Höhe am 15.04.2018 © NOAA, UBIMET

Der besonderen Konstellation zum Ende des letzten Winters geschuldet sind solche Wetterlagen derzeit stark begünstigt. Bereits vier Saharastaublagen konnte man im April 2018 zählen. Und der nächste Schub kündigt sich schon an. Am Wochenende bildet sich wieder ein Tief zwischen Spanien und Marokko, das zunehmend sehr warme Luft aus Nordafrika zu den Alpen befördert. Am Sonntag und Montag treibt der Föhn die Temperatur an der Alpennordseite an die 30 Grad, dazu stehen uns wieder blasses Himmelsblau, viele hohe Wolken und weißliche Sonnenuntergänge bevor.

Die Autowaschanlagen in Wien werden in den nächsten Tagen ein gutes Geschäft machen… #Saharastaub pic.twitter.com/Kv04EWIblG

Vermurungen auf La Réunion durch Zyklon Fakir

24-Apr_Fakir_Satellite

Der Kern des tropischen Zyklons der Kategorie 1 zog am Dienstagvormittag unmittelbar östlich der französische Insel vorbei. Die Eyewall des Zyklons, also der intensivste Bereich am Rande von dessen Auge, lag vorübergehend sogar direkt über dem Osten der Insel.

Im Hauptort Saint-Denis, im Norden der Insel, fielen innerhalb von nur 24 Stunden rund 186 Liter pro Quadratmeter Regen, zudem gab es orkanartige Böen von bis zu 109 km/h. Noch heftiger wurde allerdings die Ostseite getroffen, so gab es hier lokal sogar mehr als 400 Liter pro Quadratmeter Regen und Orkanböen. Neben Überflutungen und Vermurungen kam es dabei auch zu zwei Todesopfern.

Fakir trat ungewöhnlich spät auf, so endet die Zyklonsaison in dieser Region offiziell am 30. April. In Summe war es heuer der dritte tropische Sturm, der La Réunion direkt getroffen hat. Mittlerweile liegt der Zyklon aber bereits über dem südlichen Indischen Ozean und schwächt sich dort ab. Auf La Réunion sind daher bereits die Aufräumarbeiten in vollem Gange.

Überflutungsgefahr in Japan

Der Kern des Tiefdruckgebiets zieht von Südwest nach Nordost über den Süden Japans hinweg und sorgt dabei besonders in den Regionen Kyushu, Chugoku, Kansai und Chubu für kräftigen Regen. Gebietsweise sind hier 80 bis 120 Liter pro Quadratmeter zu erwarten, ganz besonders im Bereich der Berge. Die Gefahr von Überschwemmungen und Vermurungen nimmt somit deutlich zu. In der Hauptstadt Tokio zeichnen sich dagegen nur 20 bis 40 Liter pro Quadratmeter ab. Spätestens in der Nacht zum Donnerstag lässt der Regen dann überall nach.

Die Zugbahn des Tiefs. © UBIMET
Die Zugbahn des Tiefs. © UBIMET

Nasse Vorgeschichte

Das gleiche Tiefdruckgebiet, welches derzeit Japan beeinflusst, hat am letzten Wochenende bereits in China für Starkregen gesorgt. In Peking gab es sogar den nassesten Tag in mehr als 6 Monaten: Mit 27,2 Litern pro Quadratmeter war der Samstag nämlich der niederschlagsreichste Tag seit dem 10. Oktober 2017. Große Regenmengen gab es aber auch auf der Koreanischen Halbinsel.

Modellprognose der Regenmengen. © UBIMET
Modellprognose der Regenmengen. © UBIMET

Erhebliche Lawinengefahr im Hochgebirge

ssbereich einer Lawine ©pixabay/Hans

In diesen Tagen finden auf vielen Passstraßen die Vorbereitungen für den Sommer statt, wie etwa auf der Großglockner-Hochalpenstraße. Durch den vielerorts niederschlagsreichen Winter liegen im Hochgebirge aber noch immer große Schneemassen, somit mussten im Vorfeld der Räumungsarbeiten Lawinen mit Sprengungen künstlich ausgelöst werden.

Erhebliche Lawinengefahr

Die hohen Temperaturen sorgen derzeit selbst in Hochlagen für eine Durchfeuchtung der Schneedecke, weshalb letztere einen Festigkeitsverlust erlebt. Das kann zur Selbstauslöung von teils großen Lawinen führen, welche mitunter auch bereits schneelose Höhenlagen erreichen können. Tourengeher müssen somit vielerorts mit einer erheblichen Lawinengefahr rechnen!

Spektakulärer Tornado im Westen Floridas

Wasserhose Tornado

Im Vorfeld der Kaltfront eines Tiefdruckgebietes über dem Südosten der USA kam es am Sonntagabend zu zahlreichen Schauern und Gewittern. Im westlichen Teil Floridas, dem sogenannten „Florida Panhandle“, kam es sogar zu einer Wasserhose, welche im weiteren Verlauf auf Land traf und dort für Schäden sorgte. Da der Tornado genau auf die Kleinstadt Fort Walton Beach traf, wurde das Naturschauspiel gleich von mehreren Personen auf Kamera festgehalten.

Sobald eine Wasserhose auf Land trifft, spricht man von einer Windhose, wobei sich der englische Begriff Tornado mittlerweile auch in Europa durchgesetzt hat. Allgemein handelt es sich dabei um eine Großtrombe, also um einen räumlich eng begrenzten, sehr heftigen, um eine vertikale Achse rotierenden Windwirbel der meist in Zusammenhang mit einer Cumulonimbuswolke steht.

Golfstrom schwächer als je zuvor in den vergangenen 1000 Jahren

Golfstrom im Nordatlantik. © shutterstock.us

Der Golfstrom ist eine starke Meeresströmung im Atlantik, welche erhebliche Mengen an warmen Wasser aus subtropischen Breiten nordwärts transportiert. So ist das Wasser am Nordende des Golfstroms vor Neufundland im Mittel noch 20 Grad warm, dort trifft er aber auf den kalten Labradorstrom und verliert dadurch an Kraft. Ab hier wird der Golfstrom auf seinem Weg in Richtung Westeuropa zum Nordatlantikstrom und teilt sich in zwei Äste auf. Der nördliche kühlt im weiteren Verlauf immer weiter ab, wird schwerer und beginnt schließlich abzusinken, um dann am Meeresgrund wieder südwärts zu strömen. Dies wird auch als atlantische Umwälzzirkulation bezeichnet.

Das Globale Förderband

Der Golfstrom und die atlantische Umwälzzirkulation sind ein Teil des globalen Förderbands, einem weltumspannenden Strömungssystem, welches von den Dichteunterschieden des Wassers innerhalb der Weltmeere angetrieben wird. Die Salzkonzentration des Wassers spielt dabei eine wichtige Rolle, da sie in Zusammenspiel mit der Temperatur die Dichte des Oberflächenwassers bestimmt. Allgemein ist kaltes und salzreiches Wasser schwerer als warmes und salzarmes Wasser, und neigt daher zum Absinken. Der Salzgehalt des Wassers wird durch die Bildung von Meereis erhöht, somit ist das Wasser in der Labrador- und Grönlandsee besonders salzig. Dies ist ein entscheidender Faktor um die atlantische Umwälzzirkulation und somit auch den Golfstrom anzutreiben.

Salzgehalt nimmt ab

Durch die globale Erwärmung kommt es im subpolaren Nordatlantik zu einer ansteigenden Zufuhr von Süßwasser, einerseits durch zunehmende Niederschlagsmengen, andererseits durch das Schmelzen des Grönland- und Polareises. Der abnehmende Salzgehalt erschwert in diesen Regionen das Absinken des Wassers und beeinträchtigt somit die gesamte atlantische Umwälzzirkulation. Um diese Abschwächung nachzuweisen, wurden in einer neuen Studie vom Potsdamer-Institut für Klimafolgenforschung die verfügbaren Messdatensätze der Meerestemperaturen seit dem 19. Jahrhundert mit einer Simulationsrechnung eines hochaufgelösten Klimamodells verglichen.

Golfstrom und beobachtete Änderung der Temperatur. © Caesar; Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung
Golfstrom und beobachtete Änderung der Temperatur. © L. Caesar; Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Die Ergebnisse zeigen eine Abkühlung des subpolaren Atlantiks südlich von Grönland und eine Erwärmung entlang der amerikanischen Ostküste, was laut den Forschern auf eine Abschwächung sowie Verschiebung des Golfstrom in Richtung Küste zurückzuführen ist. Die Änderung der Wassertemperaturen zeigt zudem, dass sich der Golfstrom seit Mitte des 20. Jahrhunderts um etwa 15% abgeschwächt hat. In einer weiteren neuen Studie wurden Bohrkerne von Sedimenten am Meeresgrund analysiert (paläoklimatischen Proxydaten) . Die Messgenauigkeit ist zwar geringer, dafür ermöglicht dies aber Rückschlüsse über einen wesentlich größeren Zeitraum von etwa 1.600 Jahren zu ziehen. Die analysierten Daten dieser Studie ergeben, dass der Golfstrom in den letzten 150 Jahren wesentlich schwächer geworden ist im Vergleich zu den vorherigen 1.500 Jahren.

Folgen für Europa

Die Auswirkungen des sich abschwächenden Golfstroms betreffen derzeit in erster Linie die Wassertemperaturen im Nordatlantik. Diese spielen allerdings eine wesentliche Rolle für die großräumige Luftdruckverteilung und somit auch für die allgemeine atmosphärische Zirkulation über Europa. So deuten die Ergebnisse einer weiteren Studie darauf hin, dass die veränderte Luftdruckverteilung besonders im Sommer Hitzewellen in Europa begünstigt, wie es etwa auch im Jahr 2015 der Fall war. Damals war der subpolare Atlantik so kalt wie noch nie zuvor seit Messbeginn und in Mitteleuropa gab es einen der bislang heißesten Sommer der Messgeschichte. Andere Forscher vermuten zudem, dass Winterstürme in Europa häufiger werden könnten. Das eher unwahrscheinliche Szenario eines vollständigen Zusammenbruchs des Golfstroms würde hingegen vor allem in Nordwesteuropa zu einem um mehrere Grad kälteren Klima führen.

Abweichung der Temperatur zum Mittel im 2015. © NOAA
Negative Temperaturanomalie über dem subpolaren Nordatlantik im 2015. © NOAA

Weiterführende Links:

Trockenheit und Buschfeuer auch in den USA

17-Apr_Dust_storm © UBIMET

In der nachfolgenden Animation kann man besonders von Ost-Colorado bis West-Kansas erkennen, wie sich brauner Staub in tiefen Schichten durch starke Winde südostwärts ausbreitet. Gleichzeitig erkennt man leicht gräulich die Rauchfahnen der Buschfeuer im nordwestlichen Oklahoma, dem Texas-Panhandle und an der Grenze zwischen Colorado und Kansas.

17-Apr_Plains_Sat_Lo © UBIMET
17-Apr_Plains_Sat_Lo © UBIMET

Im Nordwesten von Texas und im westlichen Oklahoma sind die Temperaturen gestern bis auf 37 Grad gestiegen, zudem wehte der Wind mit Böen bis zu 95-110 km/h, siehe Grafik. In Burlington, Colorado wurde sogar eine Böe von 160 km/h registriert. Diese Kombination aus heißer und trockener Luft mit starkem Wind hat zu einer Bedrohung durch Busch- und Waldbrände geführt. Darüber hinaus kann der durch Wind aufgewirbelte Staub die Sichtweiten auf nahezu Null reduzieren und gefährliche Fahrbedingungen schaffen.

17-Apr_MaxWindGust © UBIMET
17-Apr_MaxWindGust © UBIMET

 

Die Böden werden in dieser Region auch in nächster Zeit nach Monaten mit zu wenig Niederschlag gefährlich trocken bleiben. Das für die starken Winde und die Hitze verantwortliche Wettersystem bewegt sich jedoch nach Osten weiter. Damit sollte die Feuergefahr ab Donnerstag etwas abnehmen.

Historischer April-Blizzard in den USA

Blizzard in den USA.

Im Vorfeld eines kräftigen Tiefs gelangten am vergangenen Wochenende mit einer südlichen Strömung sehr milde Luftmassen aus dem Golf von Mexiko in den Südosten der USA, während an dessen Nord- bzw. Westflanke arktische Luftmassen aus Kanada herangeführt wurden.

Das Tief am Sonntag um 00 UTC. © ECMWF / UBIMET
Das Tief am Sonntag um 00 UTC. © ECMWF / UBIMET

Besonders in den Central Plains und in den nördlichen Teilen des Mittleren Westens führte dies zu kräftigem Schneefall. Der stürmische Wind sorgte zudem für teils meterhohe Schneeverwehungen, mitunter wurden ganze Autos vom Schnee begraben. In Summe gab es gebietsweise mehr als einen halben Meter Neuschnee, so wurden in Green Bay (Wisconsin) bis zu 59 cm Schnee gemeldet. Das entspricht dort dem zweithöchsten Wert, der dort im Zuge eines Sturms jemals gemessen wurde! Im Bereich der Großen Seen gab es dagegen gefrierenden Regen, wie etwa in Michigan oder im Norden von New York. Einige Sportevents mussten daher abgesagt werden, zudem kam es zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen.

72h-Schneemengen am 15. April 2018. © NOAA
72h-Schneemengen am 15. April 2018. 2 inch = 5 cm; 10 inch = 25 cm; 20 inch = 50 cm

An der Ostflanke gab es dagegen heftige Gewitter. Der Nationale Wetterdienst registrierte dabei mehr als 600 Unwettermeldungen (davon 34 Tornadomeldungen). Ein besonders großer Tornado wurde in Arkansas von einem Auto aus gefilmt, welches von den heftigen Winden umgeworfen wurde.

In den südlichen High Plains hat der starke Wind dagegen die Ausbreitung von Waldbränden gefördert. In diesen Regionen herrscht eine anhaltende Trockenheit und die Prognosen sehen sehr schlecht aus. So liegt die prognostizierte relative Luftfeuchtigkeit für Dienstag im Westen von Oklahoma und Norden von Texas teils unter 10% bei zunehmendem Wind und hohen Temperaturen. Jeder Funken kann in diesen Regionen zu Bränden führen, die rasch außer Kontrolle geraten!

Waldbrandgefahr in den USA. © NOAA
Waldbrandgefahr in den USA. © NOAA

Hagel und Überschwemmungen in der Steiermark

Überschwemmung / Hochwasser

Ein Höhentief über dem Mittelmeer führte am Montag mit einer südlichen Strömung überdurchschnittlich feuchte Luftmassen in den Süden Österreichs. Im Laufe des Nachmittags entstanden besonders in der südlichen Steiermark nahezu ortsfeste Gewitter, welche örtlich für anhaltenden Platzregen und Hagelschlag sorgten. In Graz fielen dabei innerhalb von sechs Stunden bis zu 90 Liter pro Quadratmeter Regen, das meiste davon innerhalb von 3 Stunden. Dies entspricht in etwa einem Zehntel des jährlichen Niederschlags in Graz! In Leibnitz gab es innerhalb von ein paar Stunden rund 82 Liter pro Quadratmeter. Diese Niederschlagsmengen  sind größer als der mittlere Gesamtniederschlag vom April. Weiters wurden auch neue Tagesrekorde für den April aufgestellt.

Anbei die nassesten Wetterstationen (12 Stunden Summen von Montag 17 Uhr bis Dienstag 5 Uhr):

  • 94 mm Graz Straßgang
  • 88 mm Leibnitz-Wagna
  • 79 mm Graz Thalerhof

In Graz wurde das Einkaufszentrum Citypark überschwemmt, zudem musste die Feuerwehr zu mindestens 180 Einsätzen ausrücken. Der Pegel der Mur stieg innerhalb kürzester Zeit um einen Meter an, daher wurde die Promenade in Graz vorsichtshalber gesperrt. Am Flughafen von Graz kam es zu Verspätungen und Umleitungen.

24h-Niederschlagsmenge. © UBIMET
24h-Niederschlagsmenge. © UBIMET

Gewitterhotspot Steiermark

In Summe wurden in Österreich rund 11.699 Blitze gezählt, davon allein in der Steiermark 10.915. Besonders betroffen waren die Bezirke Leibnitz, Graz-Umgebung, Graz, Weiz und Deutschlandsberg. Der stärkste Blitz wurde mit 132 kA in Sankt Stefan ob Stainz (Deutschlandsberg, Steiermark) detektiert.

Blitze am Montag. © UBIMET
Blitze am Montag. © UBIMET

Schneemassen auf den Bergen Spaniens

Schnee in Spanien/Pyrenäen.

Besonders gegen Mitte der Woche gelangten mit einer nordwestlichen Höhenströmung wiederholt kühle Luftmassen in den Südwesten Europas, so sank die Schneefallgrenze vorübergehend sogar bis knapp 800 m herab. Im Bergland kam es dabei zu teils kräftigem Schneefall: Betroffen davon waren u.a. das Kantabrische Gebirge und die Pyrenäen im Norden das Landes, die Sierra Nevada im Süden oder auch das Iberische Gebirge im Osten. In den Hochlagen oberhalb von etwa 2000 m liegt hier für die Jahreszeit rekordverdächtig viel Schnee. In Mitteleuropa hat der nahezu ortsfeste Tiefdruckkomplex dagegen für anhaltend überdurchschnittliche Temperaturen gesorgt.

Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Mittwoch. © GFS / UBIMET
Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am letzten Mittwoch. © GFS / UBIMET

 

Das wetterbestimmende Tief hat sich mittlerweile in den zentralen Mittelmeerraum verlagert. Im Laufe der kommenden Tage stellt sich dann auch über der Iberischen Halbinsel eine südliche Strömung ein und deutlich mildere Luftmassen sorgen für Tauwetter im Gebirge. Anbei ein paar der spektakulärsten Bilder der letzten Tage:

Schnee, Sturm und Gewitter in den USA

Schneesturm im Norden der USA © pixabay

Ein kräftiger Frühlingssturm bringt am anstehenden Wochenende das öffentliche Leben in den USA ordentlich durcheinander. Verantwortlich hierfür ist ein Tief, das von Nebraska nach Osten bis zur Atlantikküste bei New York zieht. Dabei ist so ziemlich die ganze Palette an Wetterzuständen möglich, aber der Reihe nach.

Südlich der Tiefzugbahn lagert die ganze Zeit über feucht-labile Luft, somit muss man hier von West nach Ost mit heftigen Gewittern rechnen. Heute Freitag ist der orange markierte Bereich in folgender Karte betroffen, morgen dann der gelb markierte und zum Sonntag hin schließlich der pinke von Florida bis hinauf nach Virginia. Dabei werden großer Hagel und zahlreiche Tornados erwartet!

Die Gewitterlage am Wochenende © UBIMET
Die Gewitterlage am Wochenende © UBIMET

Einen krassen Kontrast zu diesen eher sommerlichen Bedingungen erleben die Menschen nördlich der Zugbahn des Tiefs. Von Nebraska bis ins nördliche Michigan sorgen heftiger Schneefall und stürmischer Wind für blizzardähnliche Verhältnisse, rund 30 cm Neuschnee werden erwartet. Weiter östlich mischt sogar noch gefrierender Regen mit, wie auf folgender Karte gut zu sehen (= Freezing Rain)

Hier droht ein später Blizzard © UBIMET
Hier droht ein später Blizzard © UBIMET

Kräftige Gewitter im Westen und Südwesten Deutschlands

Gewitter Blitz

Ein umfangreicher Tiefdruckkomplex mit Kern über Südwesteuropa sorgt derzeit besonders in Portugal, Spanien und Südwestfrankreich für einen verregneten und kühlen April, während sich in Mitteleuropa milde Luftmassen  ausgebreitet haben. So waren die Temperaturen in den letzten Tagen beispielsweise in Berlin und Wien wesentlich höher als in Madrid oder Bordeaux. Am Dienstagabend kam es im Westen und Südwesten Deutschlands sogar zu kräftigen Gewittern mit unzähligen Blitzentladungen, Starkregen und teils auch mit Hagelschlag. In Summe wurden am Dienstag in Deutschland rund 58.179 Blitze detektiert. Anbei die blitzreichsten Bundesländer:

  • Nordrhein-Westfalen 29.401
  • Hessen 10.853
  • Baden-Württemberg 7.678
  • Bayern 7.275
Blitze am Dienstagnachmittag und - abend. © nowcast / UBIMET
Blitze am Dienstagnachmittag und – abend. © nowcast / UBIMET

Am Mittwoch sind neuerlich Gewitter zu erwarten, der Schwerpunkt verlagert sich aber etwas weiter nach Nordosten. Somit gibt es die größte Wahrscheinlichkeit für Blitz und Donner in einem Streifen vom Böhmerwald über Thüringen und Sachsen-Anhalt bis zum Münsterland und dem südlichen Niedersachsen.

Druck in etwa 5500 m Höhe am Mittwoch. © GFS / UBIMET
Druckverteilung in etwa 5500 m Höhe am Mittwoch. © GFS / UBIMET

Hagel und Starkregen

Am Dienstag zogen besonders in einem Streifen von Hessen über das Sauerland und dem Niederrheinischen Tiefland bis zu den Niederlanden kräftige Gewitter durch, dabei wurde örtlich auch Hagelschlag beobachtet, wie etwa in Hilchenbach in NRW oder nahe zu Ulm im Grenzbereich von Baden-Württemberg und Bayern.

Örtlich fiel auch kräftiger Regen, so kam es etwa in Osthessen lokal zu kleinräumigen Überflutungen. Anbei eine Auswahl an Stationsdaten:

  • 31 mm Reichshof-Eckenhagen (NRW)
  • 21 mm Wuppertal (NRW)
  • 15 mm Düsseldorf(NRW)
  • 12 mm Köln (NRW)
  • 11 mm Darmstadt (Hessen)
12-Niederschalg am Dienstagnachmittag und -abend. © UBIMET
12-Niederschlag am Dienstagnachmittag und -abend. © UBIMET

Gewitter im Frühjahr

Gewitter treten in Mitteleuropa über das ganze Jahr verteilt auf, selbst mitten im Winter sind starke Gewitter möglich. Die Häufigkeit kräftiger Gewitterlagen ist im Sommerhalbjahr aber wesentlich größer, da die Luft in dieser Jahreszeit deutlich mehr Feuchtigkeit enthält und die Schichtung der Luft labiler ist. Besonders im April und Mai kommt es allerdings öfter zu kräftigen Gewittern, als viele Menschen glauben: Einerseits hat die Sonne bereits ausreichend Kraft, um die Luft zu labilisieren, andererseits liegt das Westwindband in dieser Jahreszeit häufig über Mitteleuropa und sorgt somit für ausgeprägte Höhenwinde. Letzteres führt zu Windscherung innerhalb der Atmosphäre, was eine Grundvoraussetzung für die Entwicklung langlebiger Gewitter ist. Im Hochsommer wird die Luft zwar noch feuchter und energiereicher, dafür ist die Windscherung aber oft nur schwach bis mäßig ausgeprägt.

Tropensturm Keni wütet im Pazifik

Gefährliche Schönheit - Tropische Zyklone © pixabay

Der Tropische Zyklon Keni hat vor wenigen Stunden den Inselstaat Fidschi überquert und dabei eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Kein Wunder, wenn man sich den Kategorie-3-Sturm auf dem Regenradar einmal ansieht:


Nun verlagert sich der Wirbelsturm weiter nach Süden und gerät dort in deutlich kühlere Gefilde. Vor allem die entscheidende Meerestemperatur geht spürbar zurück, von jetzt 27°C auf nur noch rund 20°C. Damit fehlt KENI der nötige Antrieb, er schwächt sich deutlich ab:

Die wenigen Bilder, die uns aus dem Südseeparadies erreichen, zeigen die gewaltigen Regenmengen, die Keni auf Fidschi mitgebracht hat.

Hitzerekorde in Sydney und Adelaide

Heißer Spätsommer in Sydney © pixabay

Am gestrigen Montag wurden in Sydney und in Adelaide neue Hitzerekorde für den April aufgestellt. Zur Erinnerung: Auf der Südhalbkugel befinden wir uns derzeit im Herbst, der kalendarische Sommer ist vor knapp 3 Wochen zu Ende gegangen. Das Wetter scheint dies aber nicht mitbekommen zu haben!

Bis auf 35,4 Grad stiegen die Temperaturen zu Wochenbeginn in der Metropole Sydney, am Flughafen sogar auf schweißtreibende 36,8 Grad. Die rund 5 Millionen Bewohner erlebten somit den wärmsten Apriltag seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Durchschnitt liegen die Höchstwerte zu dieser Jahreszeit bei rund 23 Grad, die Abweichung ist also schon enorm. Neben der Hitze macht den Bewohnern auch die anhaltende Trockenheit und die folglich ungewöhnlich hohe Waldbrandgefahr zu schaffen.

Kaum Linderung in Sicht

Heute am Dienstag heißt es bei „nur“ 24 Grad Durchatmen, doch in der zweiten Wochenhälfte wird es schon wieder heiß. Rekorde dürften in Sydney zwar keine mehr fallen, 30 Grad am Donnerstag und am Freitag sind dennoch alles andere als normal.

Auch andere Regionen betroffen

Sydney ist aber nicht alleine, was die späte Hitze angeht. Adelaide im Süden des Landes schwitzte bei rund 36 Grad. Dort wird es erstmals im April an drei aufeinanderfolgenden Tagen mehr als 33 Grad haben.

Nix mit Frühling! Eiszeit in Nordeuropa

Auf der Ostee in Finnland braucht es noch immer einen Eisbrecher © pixabay

Ostsee-Eis

Von Eis ist auf den heimischen Badeseen schon seit Wochen keine Spur mehr, ganz anders ist die Situation aber noch immer in Nordeuropa. Weite Teile der Ostsee sind zugefroren, zum Teil ist das Eis einen halben Meter dick und kann sogar Autos tragen. Besonders der Bottnische Meerbusen, aber auch die Küstenbereiche zwischen Finnland, Russland und Estland sind weitgehend eisbedeckt. Hier die aktuelle Karte des Finnischen Wetterdienstes: (jäätä = Eis)

Karte der Eisbedeckung der Ostsee © http://en.ilmatieteenlaitos.fi
Karte der Eisbedeckung der Ostsee © http://en.ilmatieteenlaitos.fi

Eiskalt

Nachts rasseln die Temperaturen über Schnee noch immer tief in den Keller, zum Beispiel wurden vergangene Nacht in Lappland verbreitet -10 bis -15 Grad gemessen. Auch tagsüber schafft es das Thermometer nur örtlich und wenn dann ganz zart ins Plus, der Frühling hat es hier also noch immer sehr schwer.

Viel Schnee

Nicht nur klirrend kalt präsentieren sich Nordschweden und -finnland, auch der Schnee türmt sich hier am Ende des Winters noch sehr hoch.

Hier ein paar ausgewählte Schneehöhen von heute morgen 08:00 Uhr MESZ:

  • Kittilae (Finnland) 116 cm
  • Sodankylae (Finnland) 104 cm
  • Rovaniemi (Finnland) 98 cm
  • Vidsel (Schweden) 95 cm

Dieser tiefste Winter wird auch von den Webcams aus der Region eindrucksvoll untermauert:

Pajala in Schweden © webcamstravel
Pajala in Schweden © webcamstravel
Rovaniemi in Finnland © www.rovaniemi.fi
Rovaniemi in Finnland © www.rovaniemi.fi
Kemi an der finnischen Ostee © webcamstravel
Kemi an der finnischen Ostsee © webcamstravel

Hagel und Tornados im Süden der USA

Hagelkorn.

Am Freitag befand sich über dem Norden von Texas ein kleinräumiges Tiefdruckgebiet. An der Südostflanke dieses Tiefs befanden sich über dem mittleren Westen des USA feuchte und labil geschichtete Luftmassen, welche im Tagesverlauf die Entstehung von kräftigen Gewittern ermöglichten . Dabei kam es örtlich zu großem Hagel, Sturmböen und auch ein paar Tornados. In Summe wurden vom SPC (Storm Prediction Center) rund 145 Unwetterberichte gezählt, davon 92 Hagelmeldungen, 43 Sturmmeldungen und 10 Tornados.

Radar und Unwettermeldungen am 6. April.
Radar und Unwettermeldungen am 6. April.

Die größten Hagelkörner wurde in den Vororten im Norden der Metropolregion Dallas-Ft. Worth beobachtet und hatten einen Durchmesser von etwa 7 cm. In den nächsten Tagen beruhigt sich die Lage aber und somit sind vorerst keine weiteren Unwetterlagen zu erwarten.

Hurrikan-Saisonprognose 2018

Hurrikan Maria. Courtesy of Paolo Nespoli / NASA.

Außergewöhnliche Saison 2017

Die Hurrikansaison 2017 war eine der stärksten und zerstörerischsten seit Messbeginn. Bezogen auf die „Accumulated Cyclone Energy“,  also auf die  umgesetzte Gesamtenergie aller Stürme, war es die siebtstärkste Saison seit Beginn der Aufzeichnungen. Hurrikan Harvey, der im Großraum von Houston (Texas) Ende August für schwere Überschwemmungen sorgte, war in Bezug auf die Schäden sogar der bislang teuerste atlantische Hurrikan überhaupt.

Tropische Stürme und Hurrikane im 2017.
Tropische Stürme und Hurrikane im 2017.

 

Hurrikan Irma war Anfang September der bislang stärkste atlantische Hurrikan abseits vom Golf von Mexiko und der Karibik. Hurrikan Maria (siehe Titelbild von Pablo Nespoli; ESA/NASA) sorgte Mitte September dagegen für Verwüstungen in Puerto Rico, wovon sich die Insel noch immer nicht erholt hat. Letztendlich war Hurrikan Ophelia Mitte Oktober vor der Toren Europas der östlichste Major Hurrikan, also ein Sturm der Kategorie 3 oder höher, seit Beginn der Aufzeichnungen.

Erste Tendenz für das 2018

Die Saison 2017 fiel vor allem aufgrund der neutralen bzw. zunehmend negativen ENSO-Phase (El Nino Southern Oscillation) intensiv aus. Die negative Phase wird auch „La Nina“ genannt und wirkt sich aus statistischer Sicht günstig für die Entstehung von tropischen Stürmen im Atlantik aus. Weiters waren auch die Wassertemperaturen oft überdurchschnittlich hoch, weshalb den Stürmen zusätzlicher Treibstoff zur Verfügung stand.

ENSO-Prognose. © IRI, Columbia University
ENSO-Prognose. © IRI, Columbia University

 

Die aktuellen Prognosen deuten auf eine Rückkehr zu neutralem ENSO oder sogar zu einer schwachen El-Nino-Phase. Letzteres ist in der Regel keine gute Voraussetzung für Hurrikane im Nordatlantik, da die Höhenwinde dann im Mittel stärker ausfallen und die Bedingungen für die Entstehung von Hurrikanen schlechter sind. Die Wassertemperaturen werden aus jetziger Sicht ebenfalls im Mittel oder knapp drüber liegen. An dieser Stelle muss allerdings erwähnt werden, dass es auch im Zuge von unterdurchschnittlichen Saisons in der Vergangenheit zu zerstörerischen Hurrikanen kam, wie etwa Hurrikan Hugo im 1982 oder Hurrikan Andrew im 1992. Außerdem können sich die Prognosen noch ändern, wie es übrigens auch im letzten Jahr der Fall war, als die anfängliche El-Nino-Phase überschätzt wurde.

Im Süden der USA weitere Unwetter

Blitz am Himmel. @unsplash
Prognostizierte Gewitterbildung ©Ubimet, RACE

Ein Tief zieht über den Süden der USA hinweg und sorgt am Freitag wieder für zahlreiche Gewitter in den Südstaaten. Auch Unwetter mit großem Hagel und einzelnen Tornados sind wieder zu erwarten. Die Gewitter schwächen sich über Nacht nur langsam ab und erreichen Samstagmorgen den Golf von Mexiko.

Schwere Gewitter mit Tornados im Mittleren Westen der USA

Tornado in den USA © stockvault

Sturmböen, großer Hagel und Tornados

Gestern zu Mittag amerikanischer Zeit sind zwischen Texas und Ohio die ersten schweren Gewitter entstanden. In Folge formte sich aus den einzelnen Zellen eine lange Gewitterlinie, eine sogenannte „Squall line“, die sich stetig weiter nach Osten fortbewegte. Die folgenden Radarbilder zeigen die eindrucksvolle Entwicklung:

Radarloop des gestrigen Gewitterausbruchs © UBIMET
Radarloop des gestrigen Gewitterausbruchs © UBIMET

In den betroffenen Gebieten sorgten vor allem schwere Sturmböen mit bis zu 113 km/h  und großer Hagel für teils schwere Schäden. In der Nähe von Poplar Grove in Missouri fielen Hagelschloßen mit einem Durchmesser von 7,5 cm zu Boden! Auch einige Tornados wurden beobachtet. In Galatia, Illinois zerstörte ein solcher mehrere Häuser und Farmen.

Meldungen von Sturmböen, Hagel und Tornados © NOAA/SPC
Meldungen von Sturmböen, Hagel und Tornados © NOAA/SPC

Die blauen Punkte in der obigen Grafik zeigen Meldungen von Sturmböen. Grüne Punkte stellen Hagelmeldungen dar, rote stehen für Tornados.

Schwere Gewitter in den USA erwartet

Ein kräftiges Tief mit zugehöriger Kaltfront…das sind die Zutaten für heftige Gewitter am Dienstag (Ortszeit) im Mittleren Westen der USA.

In der folgenden Karte haben wir für euch einmal hervorgehoben, wo es am heftigsten wird. Ein breiter Streifen von Texas bis Ohio ist betroffen, inklusive der Metropolen Dallas, St. Louis und Indianapolis.

Das sind die gefährdeten Regionen am Dienstag © UBIMET
Das sind die gefährdeten Regionen am Dienstag © UBIMET

Die Hauptgefahr geht dabei von schweren Sturmböen und zentimetergroßem Hagel aus, doch auch heftiger Regen ist möglich.

Dienstagnacht, also Mittwochfrüh in Mitteleuropa, ist der Spuk dann wieder vorbei, die Lage beruhigt sich spürbar.

Satellitenbilder erklärt

https://pixabay.com/de/users/Alexas_Fotos-686414/

Satellitenbilder liefern uns wichtige Informationen zum aktuellen Wettergeschehen. Die nachfolgende Animation zeigt die mexikanische Halbinsel Yucatan am 30. März 2018 und man sieht, wie sich Wolken entlang einer Seewind-Konvergenz entwickeln. Denn das Land erwärmt sich stärker als das angrenzende Meer, entsprechend steigt die Luft hier auf und es kommt zur Bildung von Wolken. Durch die aufsteigende Luftbewegung strömt Luft vom Meer nach und der Seewind kommt in Gang. Dieser treibt die entstandenen Wolken schließlich landeinwärts und man erkennt schön, wie sich diese fast parallel zur Küstenlinie verlagern.

Seewind-Konvergenz Mexiko © UBIMET
Seewind-Konvergenz Mexiko © UBIMET

 

Die zweite Animation zeigt Teile des Bundesstaates Queensland im Nordosten Australiens. Das erste Satellitenbild ist vom 10. Februar 2018 und zeigt besonders im eingekreisten Bereich ziemlich braune Landflächen. Denn bis dahin war es von Richmond bis Winton und Longreach sehr trocken, große Niederschläge sind ausgeblieben. Entsprechend gab es viele vertrocknete Flächen, die Vegetation hatte zu leiden. Dies änderte sich jedoch danach, mehrere große Regenereignisse brachten das Leben zurück. Und dies wird am zweiten Satellitenbild vom 30. März 2018 bestätigt – aus braun wurde grün.

Satellitenbild-Vergleich Queensland, Australien © UBIMET
Satellitenbild-Vergleich Queensland, Australien © UBIMET

Erster Taifun des Jahres

Im westlichen Pazifik hat sich am Donnerstag, dem 29.03. der erste Taifun der diesjährigen Saison gebildet – Jelawat. Warmes Meerwasser und leichte Windscherung haben dazu beigetragen, dass sich der Sturm zu einem Taifun entwickeln konnte.

032918_Jelawat © UBIMET
032918_Jelawat © UBIMET

Obwohl die Mittelwinde um das Auge bei über 200 km/h liegen dürften und Jelawat inzwischen Stärke 4 aufweist, stellt der Taifun keine besondere Gefahr für Landmassen dar. Er befindet sich weit östlich der Philippinen und südlich von Japan. Bis Freitagabend MESZ verstärkt er sich laut der Berechnungen noch etwas weiter auf seinem Weg nach Nordosten. Für das weitere Wochenende und die neue Woche wird aber eine sukzessive Abschwächung erwartet.

 

Eisausdehnung der Arktis auf weiterem Minimum

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Die Eisbedeckung der Arktis hat in diesem Winter eine so geringe Fläche wie kaum zuvor eingenommen, wie die nachfolgenden Abbildungen eindrucksvoll belegen. Zum Einen erkennt man den typischen Verlauf der eisbedeckten Fläche von Februar bis Mai – mit einer Zunahme etwa bis Mitte März und nachfolgend mit dem Ende der Polarnacht einer schrittweisen Abnahme. Zum Anderen erkennt man, wie die Eisbedeckung seit den 1980er Jahren kontinuierlich immer geringer geworden ist. 2018 wurde das jährliche Maximum nun Mitte März erreicht und dieses war nach 2017 die zweitgeringste maximale Ausdehnung seit Beginn der Satelliten-Messungen.

 

Anders die Darstellung in der nachfolgenden Grafik, die Aussage ist jedoch die gleiche: Das arktische Seeeis hat im Laufe der Jahre und Jahrzehnte immer weiter abgenommen.

 

Und dass dieser Trend mit der Entwicklung des Klimas auf unserem Planeten zusammenhängt, ist u.a. durch die dritte Grafik naheliegend. Nicht nur weltweit nehmen die Mitteltemperaturen seit Jahrzehnten zu, insbesondere in der Arktis wird es immer wärmer – zuletzt um etwa 1 Grad pro Jahrzehnt!

Zusätzlich kommt hinzu, dass Meerwasser aufgrund der dunkleren Farbe mehr Strahlung und damit Energie absorbiert als helles Eis. Je weniger Eis noch vorhanden ist, desto mehr Energie wird absorbiert, desto weiter schreitet die Erwärmung voran. Es handelt sich also um einen Teufelskreis, die Entwicklung scheint kaum mehr zu stoppen.

Schwere Gewitter in Texas erwartet

Generic_Thunderstorm

Eine gut ausgeprägte Störung, welche sich über den Südwesten der USA bewegt, trifft derzeit auf eine warme und instabile Luftmasse über Texas. Zahlreiche Unwetter sind die Folge.

Die ersten derartigen Gewitter entwickelten sich bereits am Montag, aus dem  Nordwesten des Bundesstaates wurde Hagel bis zu 7 cm Durchmesser gemeldet.

Wetterradar vom Montag, es zeigt die Gewitter im Nordwesten von Texas, welche bis zu 7 cm Hagel gebracht haben © UBIMET
Wetterradar vom Montag, es zeigt die Gewitter im Nordwesten von Texas, welche bis zu 7 cm Hagel gebracht haben © UBIMET

Am Dienstagnachmittag und in der Nacht werden weitere schwere Gewitter etwa von Little Rock, Arkansas nach Südwesten bis Dallas und San Antonio, Texas erwartet. Erneut sollte die Hauptgefahr von großem Hagel ausgehen, aber auch Sturmböen, Blitzschlag und lokale Überflutungen sind in stärkeren Stürmen möglich.

Vorschau auf die betroffenen Regionen © UBIMET
Vorschau auf die betroffenen Regionen © UBIMET

Die verantwortliche Luftmassengrenze verlagert sich am Mittwoch weiter in die Plains, daher wird sich die Zone mit der größten Wetteraktivität dann etwas weiter nach Südosten ausdehnen. Neben San Antonio kann dann bspw. auch Houston betroffen sein.

Blutschnee in Südosteuropa

Blutschnee in Südosteuropa. © facebook, Meteo Moldova

Über den tiefrot gefärbten Himmel auf Kreta haben wir ja schon berichtet, ausgelöst von Saharastaub aus dem Norden Afrikas. Am gestrigen Freitag wurde die staubhaltige Luft noch weiter nach Norden transportiert und erreichte schließlich auch Bulgarien, Rumänien und Moldawien. Dort traf sie auf eisige Luft aus Nordeuropa, die Folge: heftige Schneefälle! Örtlich fielen 20-30 cm Neuschnee.

Mit dem Schnee wurde nun auch die Massen an Saharstaub aus der Atmosphäre ausgewaschen, der Staub lagerte sich als bräunliche Schicht auf den Schnee ab. Und fertig sind solch tolle Fotos:

Die nächste Ladung Saharastaub steht übrigens schon bereit. Ab morgen Abend und dann vor allem am Montag dürfen sich die v.a. Griechen wieder auf einen unwirklich braunen bis orangenen Himmel freuen:

Erneut zieht Saharastaub nach Südosteuropa © http://forecast.uoa.gr/dustindx.php
Erneut zieht Saharastaub nach Südosteuropa © http://forecast.uoa.gr/dustindx.php

Nächster Zyklon bedroht Australien

Satellitenbild von Australien zeigt Zyklone © Himawari, UBIMET

Zyklon NORA trifft nach derzeitigen Berechnungen von Sonntag auf Montag auf Land und sorgt mit Spitzenböen von 200 km/h für weitreichende Zerstörung. Zum Glück ist diese Küstenregion nur dünn besiedelt.

Zugrichtung und Windgeschwindigkeiten von NORA

Enorme Regenmengen durch Zyklon

Neben dem Wind ist vor allem der Regen ein großes Problem. Lokal sind bis zu 500 Liter pro Quadratmeter zu erwarten und damit massive Überschwemmungen.

Zugrichtung und Regenmengen von NORA

Sandsturm erreichte Kreta

Sandsturm und Palme ©HansMusa

Gerade im Frühjahr, wenn Kaltluft weit nach Süden ausbricht und im Mittelmeerraum für starke Tiefdruckentwicklungen sorgt, entstehen in der Sahara große Sandstürme. Mit einer südlichen Strömung werden die Sand- und Staubteilchen dann weit in den Norden transportiert. Am Donnerstag sorgte ein Sandsturm auf Kreta für eine mystische Stimmung.

Spuk wieder vorbei

In der letzten Nacht zog die Kaltfront durch und beendete den staubigen Spuk. Nach derzeitigem Stand liegt zu Ostern ein Tief über Spanien, das mit einer südlichen Strömung dann warme, allerdings auch staubhaltige Saharaluft bis zum Alpenraum führen könnte.

Wildes Wetter in Südosteuropa

Schneepfug bei Schneefall.

Am Donnerstag entwickelt sich über dem südlichen Mittelmeer ein kräftiges Tiefdruckgebiet. Während an der Ostflanke des Tiefs sehr milde Luftmassen den Süden Griechenlands, Zypern und die Türkei erfassen, lagern an der Nordflanke des Tiefs weiterhin kalte Luftmassen russischen Ursprungs, welche mit einer östlichen Strömung in den nördlichen Mittelmeerraum gelangen.

Temperatur in etwa 1400 m Höhe am Donnerstagabend. © NCEP / UBIMET
Temperatur in etwa 1400 m Höhe am Donnerstagabend. © NCEP / UBIMET

Im Grenzbereich der Luftmassen an der Ostflanke des Tiefs gleitet die milde Luft in mittleren Höhenlagen über die bodennahe, kalte Luft auf und es kommt zu kräftigem Schneefall. Besonders betroffen davon sind die Gebiete vom Bergland Bosniens und Montenegros über Serbien und den Nordwesten Bulgariens bis nach Süd- und Mittelrumänien. So sind selbst in Bukarest bis Freitagvormittag 20 bis 25 cm Neuschnee zu erwarten! Im Westen und Norden Griechenlands sowie in Albanien fällt dagegen kräftiger Regen, mitunter gehen hier auch Gewitter nieder.

24-h Schneeprognose bis Freitagmorgen. © UBIMET
24-h Schneeprognose bis Freitagmorgen. © UBIMET

Stürmische Bora an der Adria

Während das kräftige Tief in Südosteuropa für Regen, Gewitter und Schneefall sorgt, kommt es durch den kräftigen Druckgradienten entlang der Dinarischen Alpen an der Ostküste der Adria zu stürmischer Bora. Lokal sind hier im Bereich des Velebit-Gebirges sogar Orkanböen um 130 km/h zu erwarten!

Windspitzen bis Freitagmorgen. © UBIMET RACE
Windspitzen bis Freitagmorgen. © UBIMET RACE

In Südosteuropa gibt es zudem beachtliche Temperaturgegensätze, so gibt es am Donnerstag auf Kreta bis zu 28 Grad und in Athen rund 20 Grad, während die Temperaturen in Bukarest und Sofia nicht über die 0-Grad-Marke hinauskommen.

Historischer Schneefall im Nordosten Spaniens

Schnee in Italien.

Kurz vor Frühlingsbeginn hat der Winter nicht nur in Mitteleuropa, sondern auch im Nordosten Spaniens nochmals ein kräftiges Lebenszeichen gegeben. So gab es zum Sonnenaufgang am vergangenen Dienstag in mehreren Landkreisen Kataloniens eine zum Teil dicke Schneedecke. Die größten Schneemengen gab es in Santa Coloma de Queralt, im Becken von Barbera, mit rund 24 cm Neuschnee sowie in Querol, in der Region l’alt Camp,  mit  19 cm.

Dorf / Stadt Landkreis Neuschnee (cm) 19.-20. März
Santa Coloma de Queralt (680 m.) Conca de Barberà 20
Viu de Llevata (1240 m.) Alta Ribagorsa 17
Sant Joan de l‘Erm (1720 m.) Alt Urgell 15
Abadia de Montserrat (740 m.) Bages 13
Observatori Fabra (410 m.) Barcelones 12
El Port del Comte (1810 m.) Solsones 10
Calaf (720 m.) Anoia 10
Observatori de Pujalt (750 m.) Anoia 10

Historische Werte auf der Collserola

Auch auf der Serra de Collserola, dem Hügelland im Westen von Barcelona, wurde es weiß. So sind in der Nacht auf Dienstag am Observatori Fabra, in etwa 400 m Höhe, rund 12 Zentimeter Neuschnee  gefallen. Schnee ist hier im März zwar nicht ganz ungewöhnlich, allerdings nicht mit dieser Intensität. So war der Schneefall von letztem Dienstag das zweitspäteste sowie -stärkste Ereignis seit 1917. An der Tabellenspitze steht weiterhin der 22. März 1917 mit 24 cm Schnee. Der späteste Schneefall wurde dort hingegen am 29. April 1919 beobachtet.

Spätschneefall in l‘Observatori Fabra, Barcelona
Datum Akkumulation (cm).
22.03.1917 24
20.03.2018 12
09.04.1973 12
25.04.1972 4
29.04.1919 2

 

Schneesturm zum Frühlingsstart an der US-Ostküste

Schnee im Centralpark ©pixabay /howardwho

Nicht nur in Europa zeigt der Winter nochmals seine Zähne, sondern auch an der Ostküste der USA sorgt ein weiterer Schneesturm nicht gerade für Frühlingsgefühle. Schneestürme im März sind in dieser Region nicht ungewöhnlich, doch es ist bereits der vierte Sturm in diesem Monat und auch die zu erwartenden Schneemengen von bis zu 45 cm sind ungewöhnlich.

Neuschneemengen bis Mittwochnacht Lokalzeit.
Neuschneemengen bis Mittwochnacht Lokalzeit. © UBIMET

Zu den Details

Am Dienstag zieht ein Tief aus Südwesten an die Ostküste und bringt zunächst verbreitet Regen, der am Nachmittag von Westen her allmählich in Schnee übergeht. Der meiste Schnee fällt dann am Mittwoch tagsüber, dazu weht noch kräftiger Wind und es stellen sich schneesturmartige Verhältnisse ein. Dabei muss man sich wieder auf zahlreiche Flugausfälle und Behinderungen im öffentlichen Verkehr einstellen.

Dreistündige Niederschlagsraten.

Der Ananas-Express

L.A. im Regen ©J.Dennis

Der Ananas-Express sorgt in den kommenden Tagen für reichlich Regen an der US-Westküste. Dabei handelt es sich um einen Feuchtefluss, der im tropischen Zentralpazifik nahe Hawaii seinen Ursprung hat und mit einer Westströmung an die Küste geführt wird. Weil es auf Hawaii so viele Ananas-Plantagen gibt, wird das Phänomen als „Pineapple Express“ tituliert.

Starkregen und Neuschnee

Niederschlagsprognose für die nächsten Tage.

In den nächsten Tagen fallen verbreitet 100 bis 200 Liter pro Quadratmeter, lokale Hangrutschungen sind besonders in den zuvor von Buschfeuern heimgesuchten Regionen zu befürchten. In der Sierra Nevada fallen oberhalb von 1500 bis 1800 m über ein Meter Neuschnee, ein Segen für die Skigebiete.

Trockenheit geht zu Ende

Im Südteil von Kalifornien wird der Regen ebenfalls gerne gesehen. Da er die extreme Trockenheit hier etwas lindert und vor allem in der Landwirtschaft für Entspannung der brenzligen Situation sorgt.

Derzeitige Trockenheit in Kalifornien.

Monatelange Trockenheit in Peking beendet

Ein bisschen Schnee in Peking © UBIMET

Für die Bewohner Pekings musste das schon etwas Unwirkliches an sich haben. Am Samstag hat es doch tatsächlich in der chinesischen Hauptstadt geschneit, ganze 0,1 mm am Flughafen. Zuvor war es stolze 145 Tage in Folge trocken, das letzte Mal gab es nämlich am 22. Oktober 2017 ein wenig Regen. Diese Trockenperiode war damit die längste seit mindestens 47 Jahren!

In der folgenden Animation sieht man gut, wie der Schneefall Peking überquert hat:

Die Schneefront (in blau) überquert Peking © UBIMET
Die Schneefront (in blau) überquert Peking © UBIMET

Warum so trocken?

Der Winter 2017/18 war in Peking meist von hohem Luftdruck geprägt, der sich nordwestlich der Stadt über der Wüste Gobi breitgemacht hat. Somit strömten anhaltend trockene Luftmassen heran, die Tiefs machten einen weiten Bogen um Peking. Gut erkennt man das an der folgenden Grafik, sie zeigt die Großwetterlage der vergangenen Monate:

Die meiste Zeit des Winters herrschte Hochdruckeinfluss über Peking. © UBIMET
Die meiste Zeit des Winters herrschte Hochdruckeinfluss über Peking. © UBIMET

Tropischer Zyklon sucht Nordaustralien heim

Zerstörungen in Darwin durch Zyklon MARCUS

Der Zyklon MARCUS hat am heutigen Samstag die Stadt Darwin im australischen Bundesstaat Northern Territory überquert. Neben Böen von 120 km/h fiel ergiebiger Regen mit Mengen von 100 bis 150 l/qm.

Gut zu sehen ist der Zyklon auf dem kombinierten Radar- und Satellitenfilm von Samstag (Ortszeit):

Der Zyklon Marcus im Loop.
Der Zyklon Marcus im Loop.

Vorübergehende Verstärkung

In weiterer Folge zieht der Zyklon entlang der Küste westwärts. Über der Timorsee kann er noch einmal Kraft tanken, sodass er noch etwas hinaufgestuft werden könnte. Sein weiterer Weg zu Beginn der neuen Woche führt MARCUS dann nördlich von Broome hinaus auf den offenen Ozean.

Hier seht ihr noch in zwei Grafiken seine weitere Zugbahn und die damit verbundenen Auswirkungen:

Regenmengen:

Zugbahn von Marcus und die prognostizierten Regenmengen © UBIMET
Zugbahn von Marcus und die prognostizierten Regenmengen © UBIMET

Windspitzen:

Zugbahn von Marcus und die prognostizierten Windspitzen © UBIMET
Zugbahn von Marcus und die prognostizierten Windspitzen © UBIMET

Trockenheit im Südwesten der USA

Trockenheit

Die Trockenheit im Südwesten und in den südlichen Plains der USA verschlimmert sich. In Amarillo (Texas) ist sogar seit Anfang Oktober kein nennenswerte Niederschlag gefallen! Und die Lage verschlimmert sich, so gab es in Teilen der mittleren High Plains im letzten Monat weniger als 10% der üblichen Regenmenge.

Niederschlagsabweichung in den letzten 30 Tagen. © CPC
Niederschlagsabweichung in den letzten 30 Tagen. © CPC

Besonders betroffen ist das Vierländereck der US-Bundesstaaten Utah, Colorado, New Mexico, Arizona sowie Teile von Texas, Kansas und Oklahoma. Die Waldbrandgefahr nimmt hier extrem zu, da in den nächsten Wochen lediglich Gewitter ohne nennenswerten Niederschlag (Dry Storms) zu erwarten sind. Die Wettermodelle deuten zudem auch mittelfristig auf keine Änderung in der Großwetterlage an.

Trockenheit in den USA. © www.droughtmonitor.unl.edu
Trockenheit in den USA. © www.droughtmonitor.unl.edu

Sturmsaison in den tropischen Regionen Australiens

Tropischer Strum

Der tropische Sturm Linda zieht aktuell östlich von Australien südwärts und sorgt an exponierten Küstenabschnitten nördlich von Brisbane für Sturmböen um 70 km/h und hohe Wellen. In Summe bleiben die Auswirkungen aber gering, denn der Sturm bleibt über dem Ozean. Das Meerwasser wird in den südlichen Breiten zudem immer kälter und dem Sturm geht somit stetig der Treibstoff aus.

Der tropische Sturm Linda am 13. März 2018. © JMA / UBIMET
Der tropische Sturm Linda am 13. März 2018. © JMA / UBIMET

Sturmentwicklung im Norden

Richtung Wochenende wird es dann im eher dünn besiedelten Norden spannend. Die Wettermodelle deuten bereits seit mehreren Tagen auf die Entwicklung eines tropischen Sturms über der Arafurasee am Donnerstag oder Freitag hin. Dieser Sturm wird aus heutiger Sicht südwärts in Richtung Darwin ziehen und von dort aus unter Verstärkung zu einem Zyklon eine westliche Zugbahn einschlagen. Die Hauptgefahr geht von ergiebigen Regenmengen aus, so sind örtlich durchaus Regenmengen von bis zu 300 Litern pro Quadratmeter möglich. Weiters sind vor allem an der Nordspitze von Westaustralien auch Orkanböen um 120 km/h nicht ausgeschlossen.

Tropischer Sturm im Norden von Australien. © UBIMET
Tropischer Sturm im Norden von Australien. © UBIMET

Klimatologie tropischer Stürme

März ist im langjährigen Mittel der Monat mit den meisten tropischen Stürmen in Australien. So erfassten im Zeitraum von 1970 bis 2008 im März rund 14 tropische Stürme die Küsten des Landes. In weitere Folge kommen der Dezember (12), Jänner und April (10) und schließlich der Februar (9). Besonders betroffen ist die Nordküste von Westaustralien, allerdings gab es schon einzelne Strüme auch deutlich weiter südlich mit Landfall im Großraum von Brisbane oder Perth.

Landfall tropischer Stürme in Australien von 1970 bis 2008. © Bureau of Meteorology (BOM)
Landfall tropischer Stürme in Australien von 1970 bis 2008. © Bureau of Meteorology (BOM)

Tornado nahe Neapel

Tornado ©_pixabay/skeeze

Im Zuge eines kräftigen Gewitters bildete sich am Montagabend in Caserta, einem Vorort von Neapel, ein starker Tornado aus. Dabei wurden mehrere Gebäude teils schwer beschädigt und zumindest 15 Personen wurden unbestimmten Grades verletzt.

Hier ein paar Bilder dazu:

 

Sturmtief YULIYA bringt Monsterwellen

Surfer reitet auf Monsterwelle ©Visual hunt

Sturmtief YULIYA sorgt am Wochenende im Norden Portugals und im spanischen Galicien für ergiebigen Dauerregen. Verbreitet sind hier 100 Liter pro Quadratmeter und mehr zu erwarten. Auch in Zentral- und Südspanien regnet es ergiebig, großteils verschont vor dem Regen bleibt nur die spanische Mittelmeerküste.

Monsterwellen am Sonntag

Von Samstag auf Sonntag verlagert sich das Sturmtief in den Golf von Biskaya und bringt auf der Iberischen Halbinsel verbreitet Sturmböen mit sich. Dazu prallen Wellen von 7 bis 9 Meter Höhe gegen die portugiesische Atlantikküste.

Maximale Windgeschwindigkeiten am Sonntag in km/h (UBIMET, RACE-Modell)

Erste Gewitter der Saison

Im Vorfeld des Sturmtiefs enstehen vor allem am Samstag in Nordostspanien und Südfrankreich teils heftige Gewitter. Neben Sturmböen ist lokal auch größerer Hagel möglich.

Zyklon HOLA gefährdet Neuseeland

Blick auf Zyklon HOLA vom Weltall aus ©NASA

Zyklon HOLA sorgte in den letzten Tagen auf Vanuatu durch Sturm und Regen für weitreichende Zerstörung, auch ein Todesopfer und mehrere Verletzte waren zu beklagen. In den kommenden Tag zieht der Zyklon südwärts über das ungewöhnlich warme Meer in Richtung Neuseeland:

Nordinsel bedroht

Auf dem Weg nach Neuseeland wandelt sich HOLA in ein außertropisches Sturmtief um, verliert aber kaum an Stärke. Der Sturm trifft am Montag auf die Nordinsel von Neuseeland, dabei ist mit ergiebigem Regen von über 100 Liter pro Quadratmeter zu rechnen. Dazu treten verbreitet Sturm- und Orkanböen auf. Davon betroffen ist vor allem die Millionenmetropole Auckland, in der durch die orkanartigen Böen mit schweren Schäden gerechnet wird.

Großflächige Überflutungen

Überflutungen im Outback ©alybaba

Im Nordosten des australischen Bundesstaates Queensland sorgten heftiger Dauerregen bereits für massive Überflutungen. Nun zieht ein Tief noch etwas weiter in das trockene, wüstenhafte Zentrum von Australien. Die nahe am Ayers Rock gelegene und bei Touristen beliebte Stadt Alice Springs bekommt in die nächsten Tage 100 bis 200 Liter pro Quadratmeter ab. Auf den trockenen, steinharten Böden muss man verbreitet mit Überflutungen rechnen.

Nordaustralien Regenmengen
Nordaustralien: Regenmengen bis Samstag

Auch in Queensland nahe der Küste regnet es ergiebig weiter. Hier gibt es schon weitreichende Straßensperren aufgrund von Überflutungen und auch in den nächsten Tagen ist durch den neuen Regen keine Entspannung in Sicht.

Schneetornado in Südengland

Tornado. © UBIMET

Weite Teile Mitteleuropas liegen in diesen Tagen unter dem Einfluss arktischer Luftmassen. Wenn diese extrem kalte Luft über vergleichsweise milde Wasseroberflächen zieht, kommt es zu einer Labilisierung der unteren Luftschichten. Im Bereich der Küsten führt dies zu kräftigen Schneeschauern, vereinzelt auch Schneegewittern durch Lake Effect bzw. Sea Effect, wir berichteten darüber bereits hier: Historischer Wintereinbruch. Am Mittwochvormittag wurde der kleine Ort Brixham im äußersten Südwesten Englands von einem Schneeschauerband getroffen. Bei einer Temperatur von knapp 0 Grad und zeitweiligem Schneefall kam es dabei sogar zu einem Tornado!

Schneetornado

Entlang der Südküste Englands gab es zu dem Zeitpunkt eine ausgeprägte Konvergenzlinie, bei der Nordostwind und Ostwind aufeinandertrafen (horizontales Zusammenströmen der Luft). Im Aufwindbereich kräftiger Schauer kann es bei solchen Konvergenzlinien zu Verwirbelungen kommen, was letztendlich auch in diesem Fall zur Entstehung der Trichterwolke geführt hat. Sobald diese den Boden berührt, spricht man von einem Tornado. In diesem Fall handelte es sich vermutlich ursprünglich um eine Wasserhose, welche mit der östlichen Strömung auf Land getroffen ist.

Windkonvergenz (schwarz gestrichelt) im Bereich der Südküste Englands am Mittwochvormittag.© UBIMET RACE
Windkonvergenz (schwarz gestrichelt) am Mittwochvormittag. © UBIMET RACE

Historischer Wintereinbruch in Süd- und Westeuropa

Schnee in Italien.

Viele Regionen Europas, in denen Schneefall ein sehr seltenes Ereignis ist, erleben aktuell einen historischen Wintereinbruch. Nachdem es in den vergangenen Tagen vor allem an der Ostsee, im Bereich der italienischen Adriaküste und in Südosteuropa häufig geschneit hat, verlagert sich der Schwerpunkt mittlerweile weiter in den Westen und Südwesten Europas. So hat es am Dienstag auch in Ostengland sowie in Süditalien Schneefall gegeben, selbst in den Städten Neapel und Bari wurde es weiß! So viel Schnee gab es in Süditalien seit 1956 nicht mehr.

Tempeaturen in Europa am Dienstagmorgen. © UBIMET
Temperaturen in Europa am Dienstagmorgen. © UBIMET

The Beast from the East

Auf den Britischen Inseln, welche im Winter normalerweise unter dem Einfluss milder Atlantikluft liegen, wurde dieser Kaltlufteinbruch als „The Beast from the East“ getauft. Morgen sind sogar an der Ostküste Irlands rund um Dublin Schneegewitter möglich! In den kommenden Tagen macht sich in Südwesteuropa dann ein Sturmtief über dem Ostatlantik bemerkbar, somit gibt es am Mittwoch bzw. Donnerstag auch in Nordspanien sowie in Teilen Frankreichs und Norditaliens kräftigen Schneefall. In weiterer Folge ist ausgehend von Südwesteuropa aber mit einer massiven Milderung zu rechnen, dabei steigen die Temperaturen bis zum Wochenende teils um über 20 Grad an!

Prognose der 48-stündigen Neuschneehöhe bis Donnerstagnachmitttag. © UBIMET
Prognose der 48-stündigen Neuschneehöhe bis Donnerstagnachmittag. © UBIMET

Schnee in Rom und in Südosteuropa

Rom im Schnee. @shutterstock.com/Francesco Todaro

Ein ausgeprägter Tiefdruckwirbel über Südeuropa sorgt derzeit für winterliche Verhältnisse in weiten Teilen Südosteuropas und Italiens. Selbst in Rom fällt seit letzter Nacht Schnee, dies ist ein durchaus seltenes Ereignis, da es hier in den letzten 40 Jahren nur im Jahr 1985, 1986 und 2012 eine messbare Schneedecke gab!

Schneesturm in Südosteuropa

An der Ost- und Nordsee sowie an der Italienischen Adriaküste kommt es in diesen Tagen zum sogenannten Lake Effect, wir berichteten bereits hier: Schnee an der Ostsee. Noch heftiger trifft es in diesen Stunden allerdings Südosteuropa, so sind von Kroatien und Südungarn bis nach Nordgriechenland verbreitet 15 bis 30, in Südrumänien und Bulgarien stellenweise auch 40 cm Schnee zu erwarten. Vor allem im Südosten Rumäniens und Bulgariens zeichnen sich bei kräftigem Nordostwind mit stürmischen Böen um 60 km/h auch Schneeverwehungen ab.

Prognose der 48-stündigen Neuschneehöhe bis Mittwochfrüh. © UBIMET
Prognose der 48-stündigen Neuschneehöhe bis Mittwochfrüh. © UBIMET

Etwas Schnee in Österreich

Der Alpenraum wird von dem Mittelmeertief nur marginal beeinflusst. Am Dienstag zeichnen sich im Bereich der Nordalpen vom Tiroler Unterland bis zum Mariazellerland sowie am Alpenostrand und im Bereich der Koralpe aber zumindest ein paar wenige Zentimeter Neuschnee ab. Im Flachland fallen meist nur ein paar Schneeflocken vom Himmel.

Wintereinbruch im nördlichen Mittelmeerraum

Schneesturm USA pixabay

Mitteleuropa liegt derzeit zwischen einem umfangreichen Hochdruckgebiet über Skandinavien bzw. Russland und einem Tiefdruckgebiet über dem Mittelmeer. Die resultierende, anhaltende östliche Strömung führt dabei kontinuierlich kalte Luftmassen nach Mitteleuropa. In den kommenden Tagen steht vor allem im nördlichen Mittelmeerraum somit ein regelrechter Wintereinbruch bevor.

Gebietsweise viel Schnee

Das Tief über Italien sorgt am Donnerstag und Freitag besonders im Süden und Südosten Österreichs, in Slowenien und Kroatien sowie in Teilen Norditaliens verbreitet für Schneefall. Vor allem in typischen Oststaulagen – wie beispielsweise das Dinarische Gebirge in Slowenien und Kroatien oder der Nördliche Apennin in Italien – schneit es sogar ergiebig, hier sind teils über 50 cm Schnee zu erwarten! Aber auch im Bereich der Koralpe in Österreich schneit es zeitweise kräftig.

48h-Neuschneehöe am Donnerstag und Freitag. © UBIMET
48h-Neuschneehöhe am Donnerstag und Freitag. © UBIMET

Bise und stürmische Bora

Während in Mitteleuropa teils lebhafter, eisiger Ost- bis Nordostwind aufkommt bzw. im Schweizer Mittelland Bise, sorgt der ausgeprägte Druckgradient entlang des Dinarischen Gebirges an der östlichen Adriaküste für stürmische Bora. Besonders in Triest sowie im Küstenabschnitt zwischen Rijeka und Zadar gibt es in den kommenden Tagen stellenweise sogar Orkanböen von bis zu 130 km/h. In diesem Fall handelt es sich um die sogenannte „schwarze Bora“ (bora scura), welche vorwiegend durch ein Tiefdruckgebiet über dem Mittelmeerraum ausgelöst und von Regen und Schneefall begleitet wird. In mittleren Höhenlagen des Küstengebirges zeichnet sich in den betroffenen Regionen sogar ein regelrechter Schneesturm ab.

Arktische Luft im Anmarsch

Ab dem Wochenende lässt der Tiefdruckeinfluss nach und arktische Luftmassen erreichen Mitteleuropa. Selbst im Flachland stellt sich ab Sonntag somit verbreitet Dauerfrost ein, nur im äußersten Westen Deutschlands liegen die Werte tagsüber noch knapp oberhalb des Gefrierpunkts. Nachts muss man zudem vielerorts mit strengem Frost rechnen, im Alpenraum zeichnen sich in manchen Tal- und Beckenlage auch Tiefstwerte unter -20 Grad ab.

Temperaturprognose in 1500 m Höhe. © NCEP / UBIMET
Temperaturprognose in 1500 m Höhe. © NCEP / UBIMET

In den Alpen Föhnsturm, im Süden viel Schnee

Verschneiter Wald. @unsplash

In den Alpentälern der Alpennordseite herrschte 11. Dezember Föhnsturm, auf den Bergen wurden schwere Orkanböen registriert. Im Tessin und in Südbünden fielen grosse Niederschlagsmengen – grösstenteils als Schnee.

Wie MeteoNews in einer Mitteilung schreibt, hat sich durch Sturmtief „Yves“ mit Zentrum über den BeNeLux-Staaten eine kräftige südliche Strömung über dem Alpenraum eingestellt. In der Folge kam Südföhn auf. Mit 118 Kilometern pro Stunde wehte der Föhn in Altdorf am stärksten. Zudem trieb der Föhn die Temperaturen in der Höhe, in den Tälern wurden verbreitet 13 bis 16 Grad gemessen. Als Folge der Südströmung stauen sich derzeit die Luftmassen auf der Alpensüdseite, kräftige und ergiebige Stauniederschläge sind die Folge, diese halten ungefähr bis Dienstagfrüh an. Der Niederschlag fiel zunächst grösstenteils in Form von Schnee, im Tagesverlauf mischte sich in den tiefsten Lagen der Alpensüdseite aber zunehmend Regen in den Niederschlag. Auch in der Westschweiz wurden grössere Regenmengen registriert, die Schneefallgrenze stieg hier auf gut 1000 Meter an. Am meisten Niederschlag wurde seit Mitternacht (Stand 16:10) auf dem Piz Martegnas gemessen. Aktuell fallen weiterhin kräftige Niederschläge. Die Neuschneesummen in den Bergen der Alpensüdseite und in Graubünden dürften sich bis morgen Dienstag auf etwa 60 bis 120 Zentimeter belaufen.

Nachfolgend die Hitlisten der höchsten Böenspitzen in den Tälern und auf den Bergen sowie die bislang grössten Niederschlagssummen seit Mitternacht:

Stärkste Windböen (<1000m, Stand 15:55)

Berücksichtigte Zeitspanne der Hitliste (Schweiz, Liechtenstein) vom 11. Dezember 2017, 00:00 bis um 15:55 (Dauer 15h 55min)
Flachlandstationen Stärkste Windböen (in km/h)
Altdorf (449 m ü.M., UR) 118
Vaduz (460 m ü.M.) 111
Meiringen (589 m ü.M., BE) 110
Schattdorf (466 m ü.M., UR) 108
Einsiedeln (910 m ü.M., SZ) 106
Brülisau (915 m ü.M., AI) 101
Bad Ragaz (496 m ü.M., SG) 98
Henggart (441 m ü.M., ZH) 97
Gersau (435 m ü.M., SZ) 95
Elm (958 m ü.M., GL) 93
Göschenen (950 m ü.M., UR) 93
Visp (640 m ü.M., VS) 92
Evionnaz (480 m ü.M., VS) 90
Oberägeri (724 m ü.M., ZG) 89
Altenrhein (398 m ü.M., SG) 88
Giswil (475 m ü.M., OW) 88
Glarus (515 m ü.M., GL) 83
Meiringen (589 m ü.M., BE) 82
Aigle (381 m ü.M., VD) 78
Oberriet (420 m ü.M., SG) 78
Chur (555 m ü.M., GR) 78
Le Bouveret (375 m ü.M., VS) 76

Stärkste Windböen (>1000m, Stand 16:00)

Berücksichtigte Zeitspanne der Hitliste (Schweiz, Liechtenstein) vom 11. Dezember 2017, 00:00 bis um 16:00 (Dauer 16h)
Bergstationen Stärkste Windböen (in km/h)
Piz Martegnas (2670 m ü.M., GR) 195
Gütsch (2287 m ü.M., UR) 190
Titlis (3040 m ü.M., OW) 163
Gornergrat (3135 m ü.M., VS) 139
Les Diablerets (2966 m ü.M., VD) 124
La Dôle (1670 m ü.M., VD) 119
Chasseral (1599 m ü.M., BE) 117
Säntis (2502 m ü.M., AR) 117
Jungfraujoch (3580 m ü.M., BE) 115
Pilatus (2106 m ü.M., LU) 114
Weissfluhjoch/Davos (2690 m ü.M., GR) 111
Moléson (1972 m ü.M., FR) 106
Corvatsch (3315 m ü.M., GR) 105
Crap Masegn (2480 m ü.M., GR) 103
Les Attelas (2733 m ü.M., VS) 102

Niederschlagsmenge (Stand 16:10)

Berücksichtigte Zeitspanne der Hitliste (Schweiz, Liechtenstein) vom 11. Dezember 2017, 00:00 bis um 16:10 (Dauer 16h 10min)
Messstationen Niederschlagsmenge (in mm)
Piz Martegnas (2670 m ü.M., GR) 64
Vicosoprano (1089 m ü.M., GR) 58
San Bernardino (1639 m ü.M., GR) 41
Berninapass (2328 m ü.M., GR) 40
Corvatsch (3315 m ü.M., GR) 39
La Dôle (1670 m ü.M., VD) 39
Bière (684 m ü.M., VD) 37
Villars-Tiercelin (813 m ü.M., VD) 35
Locarno-Magadino (203 m ü.M., TI) 35
Cugy (705 m ü.M., VD) 32
Robiei (1898 m ü.M., TI) 32
Sils im Engadin (1803 m ü.M., GR) 31
Robbia (1078 m ü.M., GR) 31
Grono (325 m ü.M., GR) 31
Cevio (416 m ü.M., TI) 30
Courtelary (685 m ü.M., BE) 30
Neuenstadt (434 m ü.M., BE) 29
Nyon (430 m ü.M., VD) 29
Comprovasco (575 m ü.M., TI) 28
Mathod (435 m ü.M., VD) 28
Lausanne Pully (461 m ü.M., VD) 28
Locarno-Monti (367 m ü.M., TI) 28
Vals (1254 m ü.M., GR) 27
Lugano (273 m ü.M., TI) 27

Meteorologischer Sonntagskrimi am 10. Dezember 2017

Verschneiter Wald. @unsplash

Morgen Sonntag bringt uns eine Warmfront Schnee und Regen, auf den Strassen wird es glatt. In den Föhntälern wird es zunehmend stürmisch, auch auf den Bergen tobt ein veritabler Orkan.

Nach einer ruhigen und kalten Winternacht erfasst uns morgen Sonntag von Westen her eine markante Warmfront. Sie gehört zu Sturmtief Xanthos, welches sich morgen über die Britischen Inseln hinweg zur Nordsee verlagert. Auf der Alpennordseite beginnt der Tag frostig und schon mehrheitlich stark bewölkt, nur ganz im Osten gibt es noch letzte Aufhellungen. In der Romandie beginnt es zu schneien, diese Niederschläge breiten sich bis Mittag weiter ostwärts aus. In der Höhe erreicht uns dabei aber immer mildere Luft, die Schneefallgrenze beginnt zu steigen. Aus Schneeflocken werden so in den tiefen Lagen zunehmend Regentropfen, vorübergehend ist auch Eisregen möglich. In jedem Fall besteht auf den kalten Böden akute Glättegefahr! In den westlichen Landesteilen geschieht dies bereits in der ersten Tageshälfte, hier sorgt der kräftig auffrischende Südwestwind für eine rasche Durchmischung – vorhandene Kaltluftseen werden ausgeräumt. Im östlichen Flachland zieht der Wind dagegen nur zögernd an, hier kann es am Nachmittag mitunter noch etwas länger schneien. Spätestens am Abend steigt die Schneefallgrenze aber auch hier auf 1300 bis 1700 Meter an.

In den Föhntälern meldet sich der Föhn zu Wort, bis zum Abend wird er zum Sturm. Im Rheintal erreichen die Böenspitzen 70 bis 90 km/h, im Urner Reusstal schon über 100 km/h. Auch auf den Bergen geht es extrem turbulent zu und her. Hier tobt ein Weststurm, in exponierten Gipfel- und Kammlagen muss mit schweren Orkanböen gerechnet werden. In der Nacht zum Montag dreht der Höhenwind zunehmend auf Südwest, der Druckunterschied zwischen der Alpennord- und südseite verstärkt sich weiter. In der Folge steht der Wochenstart ganz im Zeichen eines bemerkenswerten Föhnsturms, mit ihm sind dann auch in den manchen Tälern Orkanböen einzuplanen. Im Urner Reusstal rechnen wir mit Spitzenböen zwischen 120 und 140 km/h, im Glarnerland und im Rheintal mit 90 bis 120 km/h. In der Höhe sind es 160 bis 180 km/h, so beispielsweise am Gütsch ob Andermatt!

Im Süden bringt der Sonntag zwar viele Wolken, zunächst aber nur unergiebige Niederschläge. Das ändert sich am Montag, hier kann es anhaltend und ergiebig bis in tiefe Lagen schneien. Am Abend, spätestens aber in der Nacht zum Dienstag geht der Schnee im Südtessin in Regen über. Auf den Bergen fallen bis Dienstagmittag 90 bis 120 Zentimeter Neuschnee, die Lawinengefahr steigt entsprechend an!