Weltklima: El Nino kehrt 2026 zurück

Das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) hat das April-Update seiner saisonalen Prognosen vor kurzem veröffentlicht. Wirft man dabei einen Blick auf die vorhergesagten Anomalien der Temperatur an der Wasseroberfläche für den Zeitraum Spätsommer/Frühherbst (Bild unten), so sticht die dunkelrote Region Mitten im Pazifik deutlich heraus. Entlang des Äquators zwischen Südamerika und Ozeanien würden die Anomalien laut Vorhersage häufig zwischen +2 und +3 Grad liegen.

Die Prognose der Temperaturanomalien an der Wasseroberfläche für den Spätsommer und den Frühherbst 2026. Man erkennt das deutliche El-Nino-Signal im Pazifik (links im Bild) mit Anomalien über +2 Grad (rote Fläche) - ECMWF
Die Prognose der Temperaturanomalien an der Wasseroberfläche für den Spätsommer und den Frühherbst 2026. Man erkennt das deutliche El-Nino-Signal im Pazifik (links im Bild) mit Anomalien über +2 Grad (rote Fläche) – ECMWF

Solch eine Erwärmung gibt die Entwicklung des Klima-Phänomens „El Nino“ preis. El Nino tritt mit unterschiedlichen Ausprägungen im Schnitt jede 2 bis 7 Jahre im Pazifik ein und hat einen direkten und markanten Einfluss auf die Verteilung der Niederschläge zwischen Südostasien (häufigere Dürreperiode), Ozeanien (Trockenheit und Hitze) und Südamerika (kühleres Wetter mit markanten Niederschlägen). Besonders starke El-Nino-Periode können bis zu 2 Jahre anhalten und können ihre Auswirkungen auf das gesamte Weltklima ausbreiten. Die im Herbst bevorstehende Hurrikan-Saison im Atlantik kann z.B. schwächer ausfallen. In seltenen Fällen kann es auch in Mitteleuropa zu kühlerem und nasserem Wetter im Spätsommer und im Herbst kommen. Weltweit bedeutet El Nino heutzutage jedoch primär eine deutliche Beschleunigung der Erderwärmung und eine spürbare Zunahme von Extremwetterereignissen.

Die Prognose der Temperaturanomalien an der Wasseroberfläche im Pazifik bis in den Herbst hinein in der für El-Nino relevanten Region rund um den Äquator zeigen einen deutlichen Trend nach oben - ECMWF
Die Prognose der Temperaturanomalien an der Wasseroberfläche im Pazifik bis in den Herbst hinein in der für El-Nino relevanten Region rund um den Äquator zeigen einen deutlichen Trend nach oben – ECMWF

Die aktuelle Prognose von ECMWF geht von markanten Anomalien zwischen +2 und +3 Grad im Pazifik aus, die sich über mehrere Monate hinweg durchsetzten würden. Dies könnte zu einer der stärksten El-Nino-Phasen der letzten Jahrzehnten führen. Andere Wetterdienste sind aktuell noch etwas konservativer mit den absoluten Zahlen, eine El-Nino-Phase mit all den damit verbundenen Auswirkungen ist jedoch ab dem Sommer nahezu abgesichert.

Auswirkungen von El Nino in den Sommermonaten Juni bis August - NOAA.gov
Auswirkungen von El Nino in den Sommermonaten Juni bis August – NOAA.gov